Episode 135: Flash Gordon – Big Budget Science Fiction Trash mit sehr viel Liebe
Diese Woche wird es laut, bunt und schillernd. Es geht um Flash Gordon aus dem Jahr 1980, der mit viel Prunk, einem extrem hohen Budget und der Musik von Queen die Science Fiction Herzen der damaligen Zeit eroberte… oder auch nicht. Was schief gelaufen ist, versuchen wir jetzt im Jahr 2023 herauszufinden. Und natürlich wollen wir die ultimative Gretchenfrage dieses Films beantworten: Is it any good?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 135: Flash Gordon – Big Budget Science Fiction Trash mit sehr viel Liebe Publishing Date: 2023-08-02T10:21:00+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/08/02/episode-135-flash-gordon-big-budget-science-fiction-trash-mit-sehr-viel-liebe/
Johannes Franke: All die Fehler und all die Kommunikationsprobleme und all die unterschiedlichen Ansätze, diesen Film zu machen, haben dazu geführt, dass dieser Film perfekt geworden ist. Also jeder Fehler ist wichtig für diesen Film.
Florian Bayer: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode vom Muss-man-sehen-Podcast. I'm stoked. Ich freue mich so sehr auf diese Episode.
Johannes Franke: Dass du das Mikro einmal komplett überfordest. Entschuldigung. Alles gut.
Florian Bayer: Mit einem Film, den ich Johannes vorgeschlagen habe.
Johannes Franke: Wollen wir erstmal kurz erklären, was wir hier machen.
Florian Bayer: Stopp, bevor du irgendwas sagst. Flash. Danke, danke.
Johannes Franke: Das ist jetzt so ein Automatismus.
Florian Bayer: Es ist so wie Männer, Männer, ne? Da muss man auch immer dazu sagen.
Johannes Franke: Manamana.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Okay, das wird ein einziges Gekicher die nächsten anderthalb Stunden. Viel Spaß damit. Wir machen folgendes, um das Konzept nochmal zu erklären. Der muss man sehen Podcast hat sich in den Kopf gesetzt, den zwei Leuten, die daran beteiligt sind, immer wieder Dinge aufzugeben, die sie normalerweise nicht gucken würden. Zum Beispiel Flash Gordon in diesem Fall. Plur hat mir aufgegeben, Flash Gordon zu gucken und ich musste, egal ob ich wollte oder nicht, und jetzt werden wir uns darüber unterhalten, Plur.
Florian Bayer: Für alle, die neu hier sind, schaut in unser Archiv. Wir reden über eine wirklich große Bandbreite an Filmen, weil wir einen doch sehr unterschiedlichen Filmgeschmack haben. Ich bin in der Regel verantwortlich für die schrägen und bizarren Filme.
Johannes Franke: Ja, vor allem auch für die langweiligen Filme.
Florian Bayer: Für die langweiligen Arthouse-Filme. Auch so ein bisschen die cineastischen Masturbationen, während Johannes sich halt das brave, langweilige Musicalprogramm aus den 50ern oder die Teenie-Filme aus den 90ern vorknöpft und dadurch haben wir eine schöne große Bandbreite.
Johannes Franke: Die blöden Hollywood-Filme, die sowieso jeder kennt und deswegen völlig interessant für dich sind.
Florian Bayer: Nein, ich habe schon sehr viele tolle Filme über diesen Podcast dank Johannes entdeckt, zum Beispiel Schulze, Got the Blue. Nix mit Hollywood, nix mit Musical und auch so manchen anderen, über den ich mich dann doch sehr gefreut habe.
Johannes Franke: Und ich habe manchmal tatsächlich Sachen mich überraschen lassen von dir. Sowas wie Tiger and Dragon. Ja, der war nicht schlecht, obwohl ich überhaupt kein Fan von Martial Arts bin. Aber du sagst ja auch, das ist kein Martial Arts Film, obwohl ich...
Florian Bayer: Das chinesische Pendant zum japanischen Martial-Arts-Film. Wobei aus China kommen natürlich auch Martial-Arts-Filme. Hat nichts mit der Folge zu tun, deswegen reden wir nicht darüber. Obwohl wir haben ja hier auch, Asien ist ja in unserem Film, über den wir heute reden, auch vertreten. Also dafür sind wir sehr dankbar. Also es ist auch ein multikultureller Film, Flash Gordon, aus dem Jahr 1980. Nichts von dem Serial, nichts aus den 50ern, nichts aus den 30ern, nichts aus dem Comic. Nein, wir reden über den großen Flash Gordon Film, produziert von Dino de la Rante. Laurenties, ein italienischer Produzent, inszeniert von MyKochs Drehbuch Lorenzo Sample Junior für ein Budget von 20 Millionen gedreht.
Johannes Franke: Oh mein Gott.
Florian Bayer: Mit vier Millionen am Eröffnungswochenende und dann stetig fallende Zahlen in den USA zumindest und in den USA generell als Misserfolg bewertet, während der in UK... ziemlich gut gelaufen.
Johannes Franke: Ja, ziemlich gut. Besser als Indiana Jones.
Florian Bayer: Ja, genau. Er hat Jäger des verlorenen Schatzes geschlagen.
Johannes Franke: Völlig absurd.
Florian Bayer: Das, was Dino De Laurenti es mit diesem Film vorhatte. Dino war ein italienischer Produzent. Und der wollte eigentlich amerikanisches Popcorn-Kino made in Europe machen. Das war immer so ein bisschen sein Ziel. Und damit ist er gescheitert, weil er in Amerika einfach nicht so gut angekommen ist. Dieser Film hat sich zum Kultfilm entwickelt und bis zum heutigen Tag tauchen auch zumindest die beiden Hauptakteure Sam Jones und Melody Anderson regelmäßig auf Conventions auf und reden über die Dreharbeiten, Sprich, wenn man zu diesem Film anfängt zu recherchieren, findet man sehr viele Comic Con Panels, wo die beiden sitzen. Manchmal auch zusammen mit Brian Blessed, der den Prinz Wulthang gespielt hat, den Falken-Mann gespielt hat.
Johannes Franke: König, die kann man nur empfehlen. Also die mit Blast sind einfach Blast.
Florian Bayer: Weil Blast einfach wohltan ist.
Johannes Franke: Das ist unglaublich, dieser Typ.
Florian Bayer: Aber um das Pferd nicht von hinten aufzuzäumen, beziehungsweise welches Wesen auf unserem Planeten… Auf unserem Planeten Mongo entspricht er dem Pferd in unserer Welt. Es gibt keine Reittiere auf diesem Planeten.
Johannes Franke: Die fliegenden Affen sind doch die Reittiere im Grunde.
Florian Bayer: Die fliegenden Affen, ja. Um die fliegenden Affen nicht von hinten aufzuzäumen. Worum geht es? Es geht um den bösen Imperator Ming, gespielt von Max von Sydow. der sich schrecklich langweilt und deswegen mal wieder einen Planeten zum Ärgern aussucht. Dafür hat er auch eine ganz tolle Apparatur, die ihm seine ... Untertanen gebaut haben, wo er verschiedene Knöpfe hat, wie Earthquake und Hagel und Blitze, Donner, das ganze Apokalypse-Programm. Und er hat es auf die die Erde abgesehen und damit will er die Erde langsam vernichten, aber vor allem will er mit ihr spielen. Und unter anderem bringt er dabei ein kleines Privatflugzeug zum Absturz, in dem der berühmte Footballspieler Flash Gordon und die Reiseagentin, Reiseleiterin Dale Arden sitzen. Die stürzen ab und landen durch einen glücklichen Zufall im Gewäch. von Dr. Hans Zarkhoff, der als einer der wenigen Wissenschaftler der vor dem Angriff aus dem Weltall gewarnt hat, aber nie für voll genommen wurde. Und deswegen hat er selbst eine große Rakete gebaut. um ins Weltall zu fliegen, zum Ort des Angriffes und dort den Angreifer zu besiegen, damit die Menschheit gerettet wird.
Johannes Franke: Große Rakete ist weit übertrieben. Aber darüber reden wir später.
Florian Bayer: Er hat eine tolle Rakete gebaut, die allerdings ein Problem hat. Sie hat nämlich so ein rotes Pedal, das auf jeden Fall getreten werden muss. Da müssen wir auch noch drüber reden.
Johannes Franke: Weit weg von der Konsole. Aber egal.
Florian Bayer: Und mit etwas Druck schafft er es dann, Dale und Flash in seine Rakete zu lotsen und mit ihnen zusammen zum Planeten Mongo zu fliegen, wo sie mit dem bösen Imperator Ming konfrontiert werden, schnell merkt, dass sowohl Hans Zarkov, der intelligente Wissenschaftler, als auch Flash Gordon, der tolle Footballspieler, eine große Bedrohung für seine Macht sind. Und deswegen will er sie töten.
Johannes Franke: Und deswegen will er auch die Erde töten.
Florian Bayer: Und deswegen will er auch die Erde vernichten. Dank seiner Tochter, Prinzessin Aura, gespielt von Ornella Mooty, Gelingt es allerdings, Flash seinem Todesurteil zu entkommen und er begibt sich auf eine abenteuerliche Reise über diesen Planeten wo er unter anderem mit Waldmenschen zu tun hat. Der Prinz der Waldmenschen wird gespielt von Timothy Dalton. Und mit Vogelmenschen. die miteinander verfeindet sind und zwar von Ming eben in dieser Feindschaft gehalten werden. Und er schafft es, die zu überzeugen, endlich sich gegen den bösen Imperator aufzulehnen und so die Erde zu retten. Johannes. Kanntest du den Film?
Johannes Franke: Ich habe diesen Film vorher nie gesehen. Es ist eine Schande, ich weiß.
Florian Bayer: Ja, ist es.
Johannes Franke: Und ich möchte kurz folgende Anekdote erzählen. Wir haben ja mit Anfang 20 genau das Spielchen, was wir jetzt im Podcast machen, auch gespielt. Jeder hat was vorgeschlagen und wir haben zu viert, zu fünft manchmal.
Florian Bayer: WG-Freundesgang.
Johannes Franke: WG Freundeskreis Filme geschaut. Und jeder durfte halt einmal entscheiden, was wir gucken und die anderen mussten murrend sich vor den Fernseher setzen und sagen, okay, dann gucken wir uns das jetzt an.
Florian Bayer: in der Reihe war, ne?
Johannes Franke: Ja, sehr oft, als du in der Reihe warst. Zurecht. Eines Tages war dieser Film dran, auch von dir. Und ich war nicht da.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Und ich habe mich glücklich geschätzt, dass ich nicht da war. Vorher und nachher machten alle immer wieder Flashback. Und ich dachte, was ist hier los? I'm not in a joke. Was ist los?
Florian Bayer: Aber du kanntest die Musik, oder? Also die Musik kennt man, auch wenn man den Film nicht kennt.
Johannes Franke: Ja, also Queen ist natürlich großartig, aber ich hab das nicht so richtig gut in Verbindung gebracht. Das heißt, ich habe ständig irgendwelche Insider, nicht nur dieses Flash von euch gehört, sondern auch irgendwelche anderen Insider und ich wusste, das war der Moment. wo ich mich ein bisschen abgehängt gefühlt habe. Und das war wirklich traurig über eine Weile.
Florian Bayer: Und der Film steckt voller Inside-Gags, die man wunderbar bringen kann. Einfach mal so, nicht die Bohrwürmer.
Johannes Franke: Und das Ding ist, ich weiß nicht, warum ich nicht einfach diesen Film nachgeschaut habe. Warum habe ich mich nicht einfach hingesetzt und meine Hausaufgaben gemacht, um mitreden zu können? Ah ja, das könnte sein, dass es das ist. Na gut, okay.
Florian Bayer: Um kurz eine Anekdote vom kleinen Plur zu erzählen.
Johannes Franke: Oh, der kleine Pullor.
Florian Bayer: Flash Gordon dürfte einer der ersten großen Science-Fiction-Filme sein, den ich gesehen habe. Big-Budget Science-Fiction-Filme. Ich gehe davon aus, dass ich den Film Flash Gordon for Star Wars geguckt habe. Aber ich habe auch die Zeichentrickserie aus Ende der 70er, Anfang der 80er, die habe ich vor dem Film gesehen.
Johannes Franke: Hast du gesehen?
Florian Bayer: Ich habe die nicht komplett gesehen. Also ich, kleines Kind, gucke gerne Tele 5. Weil das war damals der Sender, wo die ganzen Zeichentrick-Serien liefen. Da liefen Masters of the Universe ...
Johannes Franke: Möchtest du Tee? Sehr gerne, bitte.
Florian Bayer: Da lief Masters of the Universe, da lief später dann Teenage Mutant, Ninja Turtles, Transformers, Mask... Was es halt so alles gab. Und eine von diesen Zeichentrickserien war Flash Gordon. Und war das ja so, dass es damals lineares Fernsehen war? Sprich, man wusste nie so genau, was kommt, weil man nicht ständig in die TV-Zeitschrift geguckt hat. Und man hat das nicht so regelmäßig geguckt. Was auch total okay ist bei einer Serie wie Masters of the Universe, weil das einfach episodisch ist. Es geht damit los, dass He-Man mit seinen Freunden im Schloss ist. Greyskull, Skeletor, plant das irgendwie zu überfallen. Sie kämpfen gegeneinander. Am Schluss ist der Zustand von davor wiederhergestellt. Das war Flash Gordon nicht. Flash Gordon war seriell inszeniert. Flash Gordon hatte eine durchgängige Geschichte. Das heißt, wenn das mal über den Bildschirm lief, waren die immer irgendwo. Die waren auf dem Planeten Mongo. Mal war der bei ihm, mal war der bei ihm, mal war er mit jemandem verfeindet, mal war er mit jemandem befreundet. Und ich habe halt immer nur diese Fetzen gesehen und wusste nie, wenn ich da eingeschaltet habe, wo stehe ich gerade in der Geschichte? Was machen sie gerade? Sie sind halt irgendwie bei diesen Planeten gestolpert. Ich fand's total faszinierend. Ich fand diese Zeichentrickserie richtig cool, einfach weil's so was Fantastisches hatte, dadurch, dass ich nicht die Vor- und die Nachgeschichte so richtig konnte. Und irgendwann konnte man sich das dann so aus Bruchstücken zusammensetzen und wusste ungefähr, ah, da stehen sie gerade in der Story, sie wollen jetzt dahin. Ich habe doch schon mal eine Folge von einem Jahr gesehen, wo sie da waren. Keine Ahnung, ob Tele5 das vernünftig gesendet hat überhaupt, ob die das streng nach Episode gesendet haben. Aber ich hab davon immer nur Fetzen gesehen. Ich fand's cool.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann hab ich den Film geguckt und ich muss sagen, er hat mich umgehauen. Ich hatte so viel Spaß mit diesem Film.
Johannes Franke: Hast du eine ungefähre Angabe, wie alt du genau gewesen bist? Ungefähre genau, Entschuldigung, aber du weißt, was ich meine.
Florian Bayer: Es ist schwer zu sagen, wahrscheinlich irgendwas zwischen sechs und zwölf Jahre und ich habe den mehrmals geguckt und hatte eine Liebe zu diesem Film, die sich bis zum heutigen Tag gehalten hat. Ohne Einschränkungen. Ich liebe diesen Film. Es ist ein ganz, ganz toller Film, der einfach das Pech hatte, Zur falschen Zeit, am falschen Ort, mit der falschen Konkurrenz und mit ganz vielen falschen Bedingungen auf die Welt gekommen zu sein. Aber genau in... diesem Wahnsinn, der um diesen Film herum meandert, den wir auch noch auseinandernehmen werden, ein ganz einzigartiger Film entstanden, ja auch komplett anders ist als alle Filme seiner Zeit, komplett zu spät veröffentlicht, komplett zu früh veröffentlicht und genau dadurch einfach fantastisch.
Johannes Franke: Ich möchte auch vorwegnehmen, wie ich diesen Film sehe, weil ich glaube, dass wir dann Spaß haben können mit dem Auseinandernehmen des Films. Ich finde, das ist der beste Film, den du mir je gegeben hast. Und ich finde, es ist der schlechteste Film, du mir in Ehe gegeben hast.
Florian Bayer: Wunderbar. Das ist perfekt. Damit können wir die Episode eigentlich dicht machen. Vielen Dank fürs Zuhören. Wenn ihr wissen wollt, welches langweilige 50er-Jahre-Musical der Johannes nächste Woche gibt.
Johannes Franke: Es gibt einfach nichts mehr zu toppen. Wir können den ganzen Podcast schließen, Flor.
Florian Bayer: Versuchen wir mal, es ist ja wirklich, die Entstehung des Films ist faszinierend. Und wir sagen das oft bei Filmen, es ist auch meistens so bei Filmen, weil einfach Kunstentstehung immer faszinierend ist, aber in diesem Fall ist es besonders faszinierend. Weil so viel da schon schief läuft und so viel so komisch ist.
Johannes Franke: Ich möchte gerne wirklich... dass wir einmal zusammenkriegen, was alles schiefgelaufen ist, bevor wir dann die ganzen positiven Sachen rausarbeiten, weil das ist wirklich sehr interessant und sehr spannend.
Florian Bayer: Dann müssen wir vielleicht ganz kurz auf das Original zu sprechen kommen, weil das ja auch eine wichtige Rolle dabei spielt, wie der Film ist, weil der Film hält sich zumindest von der Ästhetik sehr nah am Original und das Original ist in den 30ern entstanden.
Johannes Franke: Willst du ein Lexikon dafür öffnen?
Florian Bayer: Bitte mach das Lexikon auf.
Johannes Franke: Okay, wir machen das Lexikon auf. Das muss man sehen. Lexikon.
Florian Bayer: Flash Gordon in den 30ern entstanden, und zwar genau Jahre 1934. Und das ist eine Zeit, und das merken wir an den Figuren, an den Protagonisten und Antagonisten. Eine Zeit, in der das Feindbild Amerikas asiatisch war. Wir befinden uns in der Zeit großer Konflikt USA mit Japan, der sich zuspitzen sollte und dann schließlich auch zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg führen sollte. Und es gibt in Amerika einen sehr starken anti-asiatischen und konkret anti-japanischen Rassismus. Das ist vielleicht auch ganz interessant, das nochmal zu erwähnen, weil es gibt ja so dieses Klischee, dass das heute in Amerika oder auch grundsätzlich von Rassisten, wird ja gerne darauf hingewiesen, ja und die Asiaten, das sind ja die Klugen und das sind die Fleißigen und das war überhaupt nicht so. Das ist halt das Die Asiaten galten damals als Alkoholiker, als glücksspielsüchtig und natürlich als hinterhältige Kaiserreichs Anhänger, die allen in den Rücken fallen, die dumm sind. Von damals gibt es unzählige Texte, warum Japaner oder Asiaten im Allgemeinen total dumm sind, warum die zurückblieben sind.
Johannes Franke: Gott.
Florian Bayer: Und diese ganzen rassistischen Tropes, die man heute überhaupt nicht mehr hat, wo die Asiaten bei den Rassisten so diese Musterrasse sind, so um nochmal zu sagen, hey, guckt euch das an, da seht ihr doch, dass die Integration funktioniert. Nein, nein, nein, nein. Das sah anders aus. Naja, auf jeden Fall sehen wir das sehr viel in diesem Comic, Alles was böse ist, ist irgendwie asiatisch und vor allem japanisch kodiert. Vor allem der böse Imperator Ming. Mit diesem Fuhrmann-Schuh-Style, mit diesem Bart und es ist alles, ja genau, das haben wir da. Natürlich gibt es dagegen den großen amerikanischen Helden, der in den Comics, die damals erschienen sind, noch ein Polospieler war. Was ziemlich schräg ist. Erst im Film sollte er zum Footballspieler werden, um dem Ganzen so ein Update zu verpassen. Und das waren so Serials, die wurden veröffentlicht von King Features und zwar wurden die in deren Zeitungen abgedruckt, zusammen mit Buck Rogers, was früher gestartet ist und Flash Gordon war auch so eine Reaktion auf Buck Rogers, so nach dem Motto, hey, das kann ich doch auch, was die da machen.
Johannes Franke: Es ist ja eine Zeit gewesen, muss man mal dazu sagen, in der diese ganzen Zeitungen so von Mogulen getragen wurden. Also wenn... Dieses Zeitungsuniversum ein bestimmtes Comic hatte, da hat sich das andere gedacht, na ich muss jetzt aber ein Konkurrenzprodukt dafür herstellen. Das heißt, eigentlich ist Flash Gordon entstanden als definitives Konkurrenzprodukt, um irgendwie was gegensetzen zu können. können, ich kann auch, ich muss die Leser zu mir holen. Weil Comics tatsächlich damals in der Zeitung ein großes Verkaufsargument war.
Florian Bayer: Das war einfach genau ein Teil der Zeitung. Das war wesentlich da drin. Das wurde immer bei den Sonntagsbeilagen dazu geliefert und die Leute haben das gelesen. Viele klassische Comictyps, die wir kennen, haben einfach so angefangen. Sowas wie Garfield zum Beispiel. Das ist auch so ein klassisches Beispiel. Und damals waren es halt vor allem die Abenteuergeschichten. Alex Raymond, der Erschaffer von Flash Garden, hat unter anderem auch Jungle Jim geschrieben, das ich überhaupt nicht kenne. Von Flash Gordon habe ich mir so ein paar Strips angeguckt. Es ist interessant. Es ist halt einfach der Stil der 30er Jahre. Ich mag das irgendwie. Das hat so eine eigene Ästhetik. Aber es ist ein amerikanisches Phänomen. Mein Kontakt mit Flash Gordon beschränkt sich dann eben doch auf die Zeichentrickserie, als die im deutschen Fernsehen lief und eben den Kinofilm, der international größere Erfolg war als in den USA. Aber das ganze Ding ist total auf Amerika gebaut. Eben der große All-American-Boy. der gegen den bösen asiatischen Herrscher kämpft. Der Planet heißt Mongo. Echt jetzt? Also es ist wirklich ein bisschen... Und das Ding hat auch dann in Amerika eingeschlagen, war beliebt und wurde auch verfilmt. Es gab den ersten Filmen, die ersten Serials waren aus den 30ern, 1936 mit Buster Crabbe. als Flash Gordon. Es gab eine Fernsehserie in den 50ern, es gab einen Kinofilm im Jahr 1936 und dann gab es diese Zeichentrickserie Ende der 70er, Anfang der 80er. Hier in Deutschland nicht groß rezipiert. Zum Beispiel die deutsche Übersetzung von den ganzen Comicstrips, die erschienen in Deutschland im deutschsprachigen Raum erst in den 70er Jahren.
Johannes Franke: Krass, ne?
Florian Bayer: Es war einfach kein großes Ding in Europa. Es war halt schon auf den amerikanischen Markt zugeschnitten.
Johannes Franke: Es ist halt auch wirklich ein sehr amerikanisches Thema und wenn man sich die 30er Jahre Serie anschaut und diesen Typen sieht, der das spielt, Buster Crab, dann versteht man plötzlich die Figur. Ja. Ich finde nämlich, dass die im Film, egal wie perfekt der Film ist, aber im Film gar nicht so perfekt besetzt und so gut rüberkommt, wie ich das... dann plötzlich verstehe, wie dieser Held sein soll.
Florian Bayer: Buster Crap ist viel emotionaler und viel... Es ist theatralischer, was vielleicht auch an der Zeit liegt. Man kauft ihm mehr ab, dass er Angst hat, dass er Furcht hat, dass er trauert.
Johannes Franke: Ja, und dass er auch dieser Held ist. Während ich bei Flash Gordon in diesem Film sagen muss, er ist schon ein bisschen, weiß nicht, er ist so blass. Er ist nicht dieser schillernde Held. Er hat eine schöne Präune. Schöne Sonnenstudio-Bräune. Aber vielleicht liegt es wirklich am Schauspiel, weil der Schauspieler, der es gespielt hat in der Serie, ist einfach wirklich ein guter Schauspieler gewesen.
Florian Bayer: Ist auch so ein Ding, die Frage, ob Flash Gordon eine Superheldengeschichte ist. Kann man ja stellen. Das ist nochmal eine andere Sache. keine Superkräfte, er ist einfach auf diesem Planeten gelandet und schlägt sich dann irgendwie durch, vielleicht so ein bisschen wie John Carter. Aber in den Comicstrips und in der alten Serie sieht man noch so ein bisschen, dass er wirklich ein Held ist, der sich durchschlägt. Während dann im 1980er-Film ist er ja vor allem so der... Sehr brave Naivling, der irgendwie da so rumstolpert und rumgeschoben wird auch ein bisschen durch das Setting.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber das wäre eigentlich schon so das, was man zu Flash Gordon hauptsächlich sagen könnte, zu der Vorlage. Spannend wird es dann, wenn es darum geht, was passiert mit Flash Gordon im Laufe der Zeit. Und da haben wir dann Dino De Laurentiis, der relativ früh da reinkommt. Wir können das Lexikon jetzt übrigens zumachen.
Johannes Franke: Okay, okay. Das war Das muss man sehen. Lexikon. Dann ist jetzt also das Lexikon zu.
Florian Bayer: Dino de la Reuntes ist einer der großen, Nicht einer der letzten, aber einer der Produzenten-Mogule der damaligen Zeit, als so das Autorenkino auch in den USA sich so langsam... als das Autorenkino in den USA eigentlich sehr populär war. Also in den 60er, 70er Jahren gab es ja New Hollywood und es war eigentlich eher so, dass es eine Zeit war, in der Regisseuri ihr Ding gemacht haben und sich versucht, nicht mehr so viel vom Studio reinreden zu lassen. Während Dino de la Rente ist jemand, der nicht nur finanzielle Kontrolle, sondern vor allem auch kreative Kontrolle über alle Filme haben wollte. die er produzierte. Er war in Italien extrem erfolgreich, hat schon seit den 40er Jahren da Filme gemacht. Und ist dann, obwohl er nicht so gute Englischkenntnisse hatte in den 70ern, eben genau in dieser Zeit ausgerechnet in den USA, Hat aber auch ziemlich coole New Hollywood Filme produziert. Also er ist unter anderem verantwortlich für Serpico. Mit Al Pacino als Polizist.
Johannes Franke: Okay, sagt mir gar nichts.
Florian Bayer: Ein Mann sieht rot, ein ziemlich harter Actionfilm.
Johannes Franke: Er muss auf jeden Fall eine große Nummer gewesen sein, ne? Also das merkt man einfach an dem, was die Leute so über ihn sagen, wenn man über den Film recherchiert.
Florian Bayer: Er war eine große Nummer. Er hat große Filme gemacht. Und er hat dann so in den 80ern hat er angefangen mehr und mehr so, ich glaube sein Ziel war es grundsätzlich, er wollte Hollywoodfilme machen. Und er ist da mit der Begeisterung eines Europäers rangegangen, der Hollywood-Filme als Kind gesehen hat und nicht ganz verstanden hat, dass die, als wenn man Erwachsener ist, nicht mehr so ganz funktioniert. Und dadurch sind so Filme entstanden wie Conan, der Barbar ist von ihm.
Johannes Franke: Er wollte doch sowieso schon, wollte er nicht auch Schwarzenegger mal einmal auch für Flash Gordon haben in der Besetzung?
Florian Bayer: Weiß ich nicht, kann sein.
Johannes Franke: Und das war dann irgendwie, ging das dann nicht? Da waren andere Leute dagegen? Und dann hat er ihn später eben für Conan the Barbarian genommen.
Florian Bayer: Ja, damals war Schwarzenegger ja noch ein Bodybuilder und war kein großer Schauspieler. Er hat ein King Kong Remake gedreht, was ich gar nicht so verkehrt finde, dass er aber ziemlich allgemein gehasst wird. Und dann aber auch zum Beispiel Stephen King-Verfilmungen hat er gemacht. In den 80ern aber auch sowas wie Blue Velvet.
Johannes Franke: Lastrada war Produzent.
Florian Bayer: Genau, das war dann in Europa als Produzent halt davor schon. Und das war auch ein großer Unternehmer. Der hatte einfach Geld, der hat große Filme finanziert und der war sehr früh begeistert von dem Flash Gordon Stoff. Und hat sich die Rechte in den 60er Jahren gesichert. George Lucas hat bei ihm gepackt. Er wollte den Star Wars Film machen. Er wollte die Rechte von ihm haben. Oder den Film machen.
Johannes Franke: Er wollte Flash Gordon machen. Ja. Und dann hat er immer wieder und immer wieder und wollte unbedingt und hat es einfach nicht bekommen, den Stoff. Und meine Frage ist, wenn er den Stoff bekommen hätte, hätten wir Star Wars nie gesehen?
Florian Bayer: Genau. Das war dann sein Ausweg. Okay, ich kriege den Stoff nicht, ich muss ein eigenes Science-Fiction-Universum entwerfen. Und ich kann mir auch vorstellen, warum Dino de la Rente ist nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollte, weil der wahrscheinlich gesehen hat, dass George Lucas zu sehr auch so ein Egomane war. Das sind so zwei Künstler, die wirklich ihre Visionen umsetzen wollten. Und das wäre nicht gut gegangen. Die hätten sich die ganze Zeit gestritten. Das wäre ein Desaster geworden. für diese Vermischung von Produktion und Kunst stehen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber Laurentius hat sich andere Leute ausgesucht, die den Film drehen könnten. Unter anderem war eine seiner ersten Ideen. Federico Fellini diese Film drehen zu lassen. Und das ist schon ziemlich fett. Also das ganze Ding, als Fellini filmt, unseren 8,5-Regisseur.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, wie ich mir den hätte vorstellen sollen. Hast du irgendeine Idee davon, wie der aussehen könnte, wenn Fellini den gedreht hätte?
Florian Bayer: extrem künstlerisch.
Johannes Franke: Ich kann mir trotzdem die Sets so vorstellen.
Florian Bayer: wären wahrscheinlich dieselben. Es wäre deutlich erotischer und es wäre deutlich künstlerischer. Und wahrscheinlich war das ein Grund dafür, dass er dann von Federico Fellini abgesehen hat. Obwohl Fellini sogar sich die Rechte gesichert hat. Da war schon so was abgemacht mit Laurentiis, dass er irgendwie daran beteiligt war. Und dann hat er sich ausgerechnet, dass man sich fragt, wen wählst du da gerade? Weil die Regisseure, die er sich aussucht, bis zum letzten, haben nichts mit dem zu tun, was er sich unter dem Film vorstellt. Nikolaus Röck war der Nächste, den er wollte. Wahrscheinlich war er Man Who Fell to Earth. mit Bowie gesehen hat und dachte, ja, der kann das, der kann gut unterhaltsame Science-Fiction. Aber Nikolaus Röck hat halt auch sowas gemacht wie Don't Look Now. Wenn die Gondeln Trauer tragen, hieß der im Deutschen. Das war ein düsterer Regisseur.
Johannes Franke: Ich glaube, dass der auch den Humor nicht dafür gehabt hätte. Das ist halt das Problem.
Florian Bayer: Und Dino war sehr bekannt dafür, dass er gerne Leute gefeuert hat. Das heißt, er hat Leute angestellt, hat mit ihnen gearbeitet, hat festgestellt, dass das nicht funktioniert. Ach. Und hat sie dann wieder entlassen. Und so war das mit Nicolas Röck. Also den hat er nicht gefeuert, sondern er hat aufgehört. Aber man kann sich vorstellen, dass es dann ordentlich Druck dahinter gab. Und genauso auch den ersten Autoren, nämlich Michael Allen, der das zusammen mit Nicolas Rück machen sollte. Und offensichtlich war es ihm, was die gemacht haben, was die entworfen haben an Ideen, war ihm zu ernst und zu düster. Er hat gesagt, hey, ich will hier amüsantes, unterhaltsames Popcornkino machen.
Johannes Franke: Man muss auch dazu sagen, dass Dino ein wahnsinnig pedantischer Typ war, der genaue Vorstellungen hatte und dann auch wirklich gesagt hat, Der ist ans Set gekommen und hat gesagt, das geht so nicht, das geht nicht und das geht nicht. Bis sie ihn vom Set verwiesen haben. Was... Als Produzent wirst du nicht vom Set verwiesen, das geht nicht. Aber es ist krass gewesen, dass der Regisseur sich dann hingestellt hat und gesagt hat, Wir kriegen hier nichts auf die Reihe, solange du da bist.
Florian Bayer: Es gibt mehrere Geschichten, auch von anderen Filmen, über Dino, der sich unglaublich anstrengend in die Filme einmischt, die er produziert. David Lynch hat gesagt, die ganzen Dreharbeiten zu Tune waren unter anderem auch deswegen ein Albtraum, weil Dino sich die ganze Zeit einmischen musste. Und dass man so überhaupt nicht arbeiten konnte, dass das unglaublich schwer war. Und dann hat er ... Lorenzo Sample Junior, mit dem er vorher schon zusammengearbeitet hatte, an Bord geholt, um eben einen unterhaltsamen Flash Gordon zu machen. Lorenzo Sempel selbst sagt, ich weiß nicht genau, was Dino wollte, aber er wollte das offensichtlich irgendwie unterhaltsam machen. Wir haben das irgendwie nicht geschafft, herauszufinden, welche Richtung das gehen soll. Ob das witzig sein soll, ob das realistisch sein soll. Und es war schrecklich, weil da lag schon das Geld, ne? Das war ein Big-Budget-Film. Das war einer der teuersten Filme, der in Europa produziert wurde damals. Und dann haben die die ganze Zeit darüber diskutiert, wie das Script aussehen soll und Dino wusste wohl selbst nicht so genau, wie er sich das vorstellt. Also ihm war es wichtig, dass das unterhaltsam ist, aber es sollte auch nicht albern wirken. Dazu kommen wir nachher noch zu den Dreharbeiten. Er wollte den Stoff schon ernst nehmen. Und gleichzeitig hatte er aber diese Anwendung, albernen Kinderfantasien irgendwie immer so hier da mit reingeworfen hat. Und Lorenzo Sempel ist darauf offensichtlich nicht klargekommen. Der hat mit ihm zusammen unter anderem an King Kong gearbeitet, also die kannten sie schon ganz gut. Und Sample war durchaus eigentlich jemand, der gut ist für so eine Materie, um die so ein bisschen lustiger und unterhaltsam zu machen, weil er unter anderem ... die 60er Jahre Batman-Serie geschrieben hatte.
Johannes Franke: Ich kann dir mal kurz vorlesen, was der genau gesagt hat, weil das spricht natürlich Bände. Dino wollte Flash Gordon humorous machen. At the time, I thought that was a possible way to go, but in hindsight, I realized it was a terrible mistake. We kept fiddling around with the script, trying to decide whether to be funny or realistic. That was a catastrophic thing to do, with so much money involved. Ich habe nie gedacht, dass der Charakter-Flesh in dem Schrift besonders gut war, aber es gab keinen Druck, um es besser zu machen. Dino hatte eine Vision von einem Comic-Strip-Charakter in einem Comic-Style. Das war wunderschön, weil Flash Gordon nie wollte sein, dass der ganze Film nicht so gut war. Der ganze Film wurde völlig aus der Kontrolle.
Florian Bayer: Nicht zuletzt auch, weil er dann noch Mike Hotsch ins Boot geholt hat, als Regisseur. Und auch da muss man sich wieder die Frage stellen, warum?
Johannes Franke: Ja, warum?
Florian Bayer: Mike Hotsch hat ziemlich cremige, ziemlich düstere Thriller gedreht in den 70ern. Gerd Carter ist wahrscheinlich sein berühmtester Film vor Flash Gordon. Ein fantastischer Gangsterfilm, der aber wirklich keinen Spaß versteht und der wirklich eine krimmige die eine süßere Note hat. Aber kann ich nur empfehlen. Also wenn ihr eine wirklich starke Regierarbeit von Mike Hodge sehen wollt, guckt euch Get Carter an.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: In diesem Film ging es ihm wie vielen anderen auch. Er wusste nicht so genau, was er anstellen soll mit der Vision von Dino. Und ich glaube, das liegt auch daran, Dass Dino auch nie genau wusste, wie seine Vision für Flash Gordon jetzt eigentlich ist. Ist es ernst? Ist es realistisch? Ist es lustig? Ist es albern? Zu albern solltest du? nicht sein? Zu ernst sollte es nicht sein? Irgendwas dazwischen? Ich glaube, es war einfach sein Gefühl, ich will das machen, was ich als Popcornkino sehe, was alle anzieht, was allen gefällt.
Johannes Franke: Es ist eine schwierige Sache, vor allem wenn man nicht wirklich genau kommunizieren kann, was man da eigentlich will oder vielleicht sogar wirklich keine... echte Vision hat, sondern nur so ein Gedanke dazu oder ein Traumbild, das einfach auf Papier anders aussieht oder in real anders aussieht, dann kommen da glaube ich sehr viele ungünstige Sachen zusammen, wie wir das auch sehen werden. Zum einen die Regie Zum anderen vielleicht die Leute, die das Kostüm und Set-Design gemacht haben, alle für sich irgendwie eine interessante Wahl. aber in der Kombination und in der Kommunikation scheint es ja wirklich gehapert zu haben.
Florian Bayer: Danilo Donati, für das Z-Design verantwortlich, fantastisch. Fantastischer Set-Designer und die Sets sind auch ganz toll. Unglaublich.
Johannes Franke: Aber der hat nicht ein einziges Mal das Drehbuch gelesen, offenbesichtlich.
Florian Bayer: Unter anderem mit dafür verantwortlich, dass niemand so genau wusste, was der Film werden sollte, weil wenn man sich die Sets anguckt, könnte das eine total surreale... bizarre Kreation sein, die nicht viel mit Hollywood Popcorn Kino zu tun hat, sondern einfach wie von einer fremden Welt ist. Donati war unter anderem verantwortlich für das Set-Design von Romeo und Giulio aus dem Jahr 1968, für Fellinis Satiricon und für Decameron, ebenfalls von Fellini. Der hat und für Pasolini, der Kamerun ist, glaube ich, Pasolini, er hat für Pasolini Er hat für Fellini gearbeitet, er hat für die 120 Tage von Sodom gearbeitet. Er hat bizarre Sets entworfen, die bewusst drüber waren und die eher so dem europäischen Arthouse und eher der ... dem fantastischen Surrealismus verpflichtet waren.
Johannes Franke: Das sieht man dem Set volle keiner an und ich find's großartig. I'm living for it, absolut. Wirklich, wirklich ganz, ganz toll. Das Ding ist natürlich, dadurch, dass die eine Sprachbarriere dazwischen hatten, Dass die sich nie so richtig darum bemüht haben, wirklich die Kommunikation zu verbessern. Naja, vielleicht haben sie sich bemüht. Auf jeden Fall haben sie es nicht geschafft.
Florian Bayer: Melody Anderson hat gesagt. Die Englischsprachigen dachten, sie würden die Italiener verstehen und die Italiener dachten auch, sie würden die Englischsprachigen verstehen. Und wir als Schauspieler, wir waren da komplett dazwischen und wussten überhaupt nicht, was los ist. Und es war eigentlich ganz interessant, aber es war ein totales Chaos.
Johannes Franke: Und es gab 2000 Storyboards, die alle überhaupt nichts gebracht haben, weil eigentlich niemand wusste... in welchem Set sie am Ende stehen werden. Am Tag selbst sind sie ans Set gekommen und haben festgestellt, aha, so sieht das also aus. Wo können wir denn hier eine Kamera hinstellen? Verdammt, überall sind Bäume. Es ist viel zu eng. Warum hast du das so designt? Verdammte Scheiße.
Florian Bayer: Ich glaube, das Problem ist wirklich, dass Dino war einfach ein Mann mit einer großen Vision, die unklar war, sehr viel Geld und dem Wunsch, den Film so breit wie möglich zwischen Europa und Amerika anzusiedeln. Das heißt, es waren Leute aus den verschiedensten Ländern. Und die haben, es war wahrscheinlich wirklich, dieser Film ist eigentlich der Turmbau zu Babel. Ja, genau. Wir haben hier die babylonische Spiegel. bei der Entstehung eines Films. Und Dino war auch dafür bekannt, wirklich so aus dem Bauch heraus... Entscheidung zu treffen. Zu Mike Hotsch hat er wortwörtlich gesagt, hey, ich hab dich als Regisseur genommen, wenn mir dein Gesicht gefallen hat.
Johannes Franke: Ja, genau. Was ist das für eine Begründung? Was soll das?
Florian Bayer: Mike Hodge selbst hat das als Ready-Fire-Aim-Arbeitshaltung bezeichnet. Queen war wahrscheinlich eine der ersten und einzigen Rockbands, die Dino überhaupt gehört hat und die fand er halt geil. Es gab kurz die Überlegung, Pink Floyd mit an Bord zu nehmen.
Johannes Franke: Stimmt, ja, ja. Der hat damit vor allem im Kopf schon geschrieben, das Buch. Bevor er an Queen gedacht hat, aber irgendwie hat er anscheinend den Pink Floyd Ansatz wieder fallen gelassen. Ich finde Queen großartig.
Florian Bayer: Queen passt da super rein, viel besser als Pink Floyd. Pink Floyd hätte das ganz viel zu esoterisch gemacht. Und Dino war einfach so, der war spontan und der hat sich dazu entschieden, okay, machen wir das so, machen wir das so, lass uns das mal probieren. Und war da auch offensichtlich durchaus offen für Einflüsse von außen, weil die berühmte Football-Szene, die wir haben, entweder Flash Gordon. mit einem von diesen Footballs spielt, das ist am Set entstanden. Sam Jones hat gesagt, hey, guckt mal, diese komischen Kugeln, die da haben, sehen doch aus wie Footballs. Ich glaube, es sollen Meloden sein.
Johannes Franke: sein.
Florian Bayer: Und ich bin auch Footballspieler, sollten wir den Kampf nicht so machen. Und dann hat Dino gesagt, na gut, dann macht mal.
Johannes Franke: Und der hat das auch selber choreografiert, mehr oder weniger.
Florian Bayer: Und dann haben die das entwickelt am Set, spontan. Und dann ist diese Szene daraus entstanden.
Johannes Franke: Weißt du, ich saß davor und hab gedacht, Also jetzt, um mal so ein bisschen in den Film reinzugehen. Okay, sie gehen also damit. Der Football-Spieler kriegt seine Superkraft. sobald er Football in der Hand hat und fängt an, die Leute zu vermöbeln.
Florian Bayer: Und es ist nicht geil, Hale dann als Cheerleaderin nebendrin, Go Flash, go. Go Flash, go. Und dann haben wir Cletus, der sowieso ein toller Bösewicht ist. Cletus, ja. der eine viel zu kleine Rolle spielt, der dann zu seinen Leuten sagt, ey Leute, seht ihr nicht, der spielt da irgendwie ein komisches Spiel, versucht das mitzuspielen und steht da wie so ein Football-Trainer. Dann gibt die eine Anweisung.
Johannes Franke: Der holt die richtig ran und gibt denen nochmal so einen Pep-Talk. Ich find's so großartig, dass die ganze Szene daraufhin abgeklopft haben und alles gemacht haben, um es zu einem
Florian Bayer: zu machen. Und dann ist es geil, du siehst diese Szene und dann liest du, dass Dino den Film eigentlich schon ernst genommen hat, weil... Er war total irritiert, wenn die Leute gelacht haben und gefeiert haben. Bis zu dem Punkt, dass die SchauspielerInnen zur Seite genommen wurden von Mike Hotsch und der zu ihnen gesagt hat, Leute, ihr müsst damit aufhören. Dino macht uns die Hölle heiß. Wir müssen versuchen... so zu wirken, als würden wir dieses Projekt ernst nehmen. Hört auf zu lachen, hört auf zu feiern, das ist ein ernster Science-Fiction-Film. Weil Dino stand da, warum lachen die? Was ist da los? Das ist doch ein toller, fantastischer Film. Der soll nicht drüber lachen.
Johannes Franke: Wie krass ist das denn? Meine Güte. Aber es ist geil, dass es so eine Mischung ist aus Leuten, die es ernst nehmen, die wirklich, also wie Dino, wirklich daran interessiert sind, den ernsthaften Space- Dramafilm zu machen und dann aber auch so Entscheidungen zu treffen, die das ganz eindeutig in Richtung Space Opera und in Richtung Komödie drängeln, das irgendwie anscheinend selbst nicht ganz verstehen, aber der Regisseur versteht's, der versteht das es lustig sein muss. Da verstehen ganz viele Schauspieler, dass es lustig sein muss. Das merkt man auch am Spiel streckenweise.
Florian Bayer: Obwohl Mike Houches auch die Schauspieler zur Seite genommen hat und gesagt hat, spielt das so ernst, ihr könnt. Und Sam Jones, so retrospektiv, ist ganz witzig, Sam Jones zu hören, der sagt... Ja, das ging nicht, aber wir haben es trotzdem gemacht und dadurch bin ich ganz oft ganz verkrampft. Und Melody Anderson sagt, Ey, ja, das war damals so, wir sollten halt dann so ernst spielen, aber wir haben selbst gemerkt, je ernster wir das gespielt haben, umso alberner wurde das, dass es das Ergebnis war.
Johannes Franke: Und darum geht es ja auch. Deswegen musst du ja unbedingt Komödie ernst nehmen. Du musst es ja ernsthaft spielen, damit es überhaupt lustig wird. Ich finde es total richtig und wichtig, dass die Figuren alle ernsthaft in ihrem eigenen Interesse handeln.
Florian Bayer: Wir haben ja auch wirklich große Schauspieler, die also... Timothy Dalton, unser Shakespeare-Darsteller, der das auch wirklich mit diesem Shakespeare-Ehrgeiz spielt.
Johannes Franke: Und Blessed. Also wirklich, wenn der auftaucht, oh, oh, oh. Gordon's alive! So richtig Shakespeare auf der Bühne einmal... Das ist der Wahnsinn, was der die Stimme hat.
Florian Bayer: Max von Südo, ein wirklich großer Europäer. Ein europäischer Rathaus-Schauspieler, der in diesem absurden, albernen Mink-Kostüm mit diesem Asian-Stereotyping dasteht. Der gibt alles. Und er spielt das mit so viel Ernst. und so viel Würde.
Johannes Franke: Und auch wirklich gut.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also er ist wirklich gut. Ich finde Clayton auch wirklich, wie heißt er? Clayton, ne?
Florian Bayer: Der halt die ganze Zeit unter der Maske ist.
Johannes Franke: Ja, aber er ist großartig. Ich finde die Stimme unglaublich gut.
Florian Bayer: Der ist ja gestorben in der Mitte des Films und hat dagegen protestiert.
Johannes Franke: Der hat wirklich die Dreharbeiten unterbrochen. hat gesagt, okay, wir müssen das mal ausdiskutieren. Ich möchte nicht, dass ich sterbe. Es gibt Sequels. Damals war noch geplant, dass man noch zwei weitere Filme dreht.
Florian Bayer: Ja, drei Filme sollten es werden. Und Brian Plästert. Brian Pläster hat ihn zur Raison gebracht und wohl ziemlich im Wultan-Style.
Johannes Franke: Und das in seiner Stimme, weißt du? Es ist ja auch, Brian Blessed ist am Set, er hat es glaube ich selber gesagt, er ist nur gekommen, um sich selbst zu spielen. Ja. Und man merkt es und ich bin so großartig.
Florian Bayer: Sie mussten die Kampfszenen abbrechen, mein Prime bless dir. Pew, pew, pew, Geräusche gemacht hat bei den Schusszehen. Und Mike Hotsch hat zu ihm gesagt, Brian, wir machen die Special Effects, wir machen das Sounddesign, du kannst nicht pew, pew, pew.
Johannes Franke: Die mussten die eine Szene, um das wieder ins Original zurück zu bringen, um wieder von vorne anfangen zu können, haben die einen Tag gebraucht. Und das hat Ryan Blast verursacht mit seinem Pew Pew Pew, dass die wieder von vorne anfangen mussten, alles einen Tag lang zurückbauen mussten, um wieder wirklich drehen zu können.
Florian Bayer: Und das Geile ist ja, es wäre total okay gewesen, es hätte in diesen Film reingepasst, wenn man ihn Piu, Piu, Piu sagen hat. Das wäre nicht total absurd gewesen in diesem Setting.
Johannes Franke: Aber er war nicht der Einzige, der das macht.
Florian Bayer: Sam Jones hat es wohl mitgemacht auch, aber Sam Jones offensichtlich so ein bisschen verdeckter. Womit wir bei der Schauspielleistung von... Ich muss das nur ganz kurz umbringen.
Johannes Franke: Das Ding ist, ich kenne das. Ich bin als Schauspieler, ich habe das bei Dreharbeiten nie gehabt, aber auf der Bühne... Ich habe so viele Kollegen immer wieder, ob es jetzt Shakespeare oder es gibt so viele Kampfszenen, wo man einfach, wo man dazu verleitet wird, Geräusche dazu zu geben. zu machen. Und dann hast du einen Mitte 60-jährigen Kollegen, der mit Hingabe Piu-Piu und so weiter macht. Während er auf der Bühne spielt, vor Publikum. Und du denkst, Was ist los? Ich hoffe, die Leute hören das nicht. Das ist so geil. Man kommt nicht drum rum irgendwie. Ich hab das garantiert auch schon gemacht. Einfach unbewusst.
Florian Bayer: Naja, man kennt das ja so vom Spiel, ne? Also wenn ich schon in meinem Kind spiele, dann mache ich auch diese ganzen Geräusche. Und wenn mein Kind spielt, macht es das auch. Ja, natürlich. Es braucht halt Sounddesign, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Oh Gott. Sam Jones, der von der Schauspielleistung halt noch dann abfällt im Vergleich zu allen anderen, die das ernst nehmen.
Johannes Franke: Ja, es ist so Wilson und es ist so weh, es ist so traurig.
Florian Bayer: Anfang 20, hat nicht viel gespielt. Mitte 20, er war 25. Okay, er war Mitte 20. Hat vor allem Nebenrollen davor gespielt, war vor allem Model, Ex-Footballspieler.
Johannes Franke: Die Frau vom Chef, von Dino, glaube ich, oder? Hat ihn gesehen in einer Castingshow, nee, in einer Datingshow.
Florian Bayer: Ja, das war glaube ich eine Datingshow. Es war irgendwie sowas wie Bachelor oder sowas, was wir heute kennen.
Johannes Franke: Meine Güte! Dann hat die den im Fernsehen gesehen, weißt du, und als Model. Und dann nehmen die darauf hin, das als Casting quasi und sagen, du passt da perfekt. Die haben ein Jahr lang gesucht.
Florian Bayer: Ein Dino. Um Dino zu zitieren, der halt eben spontan Entscheidungen trifft. He was a blond, buff American boy in great shape and even capable of acting. Das Letztere würde ich in Frage stellen.
Johannes Franke: Ja, gerne.
Florian Bayer: Und die Augenfarbe war wichtig. Ja, das haben sie nicht hingekriegt.
Johannes Franke: Das haben sie nicht hingekriegt, der konnte diese Kontaktlansen nicht tragen.
Florian Bayer: Und dann haben wir Sam Jones am Set und dann gehen so die Schilderungen ein bisschen auseinander.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dino war nicht gut zu sprechen auf Sam. Und Dino hat gesagt, it was a pain in the ass, um mit ihm zu arbeiten. Offensichtlich war Sam Jones sehr schnell, also wenn wir Dino glauben und auch ein paar anderen... war Sam Jones sehr schnell als totale Diva unterwegs und hat es unmöglich gemacht, mit ihm zu arbeiten, weil er laut war, weil er rübelhaft war, weil er sich total in den Mittelpunkt gestellt hat. was Sam Jones Ego-Show gemacht hat.
Johannes Franke: Das, was man halt macht, wenn man plötzlich viel, viel Aufmerksamkeit hat und es nicht gewohnt ist und dann irgendwie denkt, ich bin der Star. Dann kommst du ans Set und sagst, du Peasant, gib mir was zu trinken, du mach das, du mach das und fängt dann auch zu sagen, ich bin der Star der ganzen Geschichte, also kann ich Entscheidungen treffen. Er wollte wirklich Entscheidungen für die Inszenierung treffen und so.
Florian Bayer: Er hat sich oft eingemischt und er ist auch oft mit Dino De Laurentiis vor allem dann aneinander geraten. weil da wieder zwei Egos aufeinander gestoßen sind. Ich glaube, Sam Jones hatte einfach gedacht, okay, ich bin jetzt der Star in diesem Film. Und wie das halt damals war, er wollte zwei Fortsetzungen trainieren. Ihr seid abhängig von mir. Ich kann so die Stakes so ein bisschen höher machen. Ich kann ein bisschen mehr verlangen.
Johannes Franke: Vor allem hat auch sein... Agent eben einfach wirklich, seine Vertretung. Ich weiß nicht, in Amerika gibt es ein anderes System als in Deutschland, aber Die unterscheiden zwischen PR und normalem Schauspielagenten und so weiter. Auf jeden Fall seine Vertretung. diese ganzen Verträge gemacht hat, hat ihm alles Mögliche geraten und ihm gesagt, er hat Leverage, er kann sich ein bisschen was rausnehmen, weil die abhängig von ihm sind. Und hat halt versucht, seinen Preis noch nachträglich hochzuschrauben, hat gesagt, ich wurde nicht pro Woche wie die anderen ordentlich vergütet, was man auch verstehen kann. Und er hat einfach versucht, das Ganze ein bisschen hochzutreiben mit dem bisschen Hebelwirkung, was er hatte.
Florian Bayer: Sam Jones sagt retrospektiv, und wir werden nochmal gleich auf Sam Jones zu sprechen kommen, weil von ihm weiß man sehr viel, weil er seit ... Nun mehr 40 Jahren von diesem Flash Gordon Ruhm quasi nicht lebt, aber diesen Flash Gordon Ruhm weiterlebt. Also er ist der, der immer auf Convention. der immer bei irgendwelchen Vorstellungen ist, der immer Interviews gibt, der immer Rede und Antwort dazu steht. Auf jeden Fall hat er selbst gesagt, ich war damals 25, ich war ziemlich naiv. Ich wollte eigentlich keinen Stress mit den Leuten. Ich bin halt mit Dino ständig aneinander geraten, aber ich glaube, da waren auch einfach Missverständnisse, vielleicht auch wegen meiner Jugend. Und es ist doof, wie das gelaufen ist. Er ist da relativ freumütig. Wenn man ihn heute sieht, ich finde, es fällt schwer, sich vorzustellen, dass er so eine Diva war. Allerdings gibt es Geschichten von ihm von Conventions, wo er genau dieses Steven-Verhalten auch an den Tag gelegt hat. Ich finde, er wirkt wie so ein... Eigentlich ein in sich ruhender Mann?
Johannes Franke: Ja, irgendwie schon jetzt in den alten Sachen auf jeden Fall. Also die neueren Interviews, wo er jetzt schon, ich weiß nicht, Mitte 50 oder sowas ist der...
Florian Bayer: Ja, er war damals 25, dann ist er jetzt über 60.
Johannes Franke: Ja, auf jeden Fall. wirkt er tatsächlich reumütig und ein bisschen in sich ruhend, mehr als damals jedenfalls. Und man hat schon das Gefühl, dass er ein bisschen was verstanden hat.
Florian Bayer: Es gibt eine Doku aus dem Jahr 2017, die ich online leider nicht gefunden habe, nur Ausschnitte, Live After Flash. die sich vor allem auf Sam Jones konzentriert und so ein bisschen auf seine Lebensgeschichte, aber auch auf Die Geschichte von den anderen DarstellerInnen und Beteiligten an dem Film. Und wo vor allem Sam Jones gefolgt wird, wie er auf diese verschiedenen Conventions geht, wie er Interviews gibt. Das Ganze ist nochmal so ein sehr persönliches Porträt von ihm. Der war ja irgendwie nach Flash Gordon, das war ja sein einziger Erfolg. Der war dann immer so On-Off-Schauspieler. Und als dann vielleicht Gordon irgendwann zum Kultfilm wurde, war er halt einfach, wie das so einige Schauspieler machen, die bei Kultfilmen mitspielen, dass sie dann halt irgendwann, wenn die keine Rolle mehr spielen, wenn die zu Kultfilmen werden, dass sie dann einfach das Ding mitmachen, zu den Conventions gehen, Autogramme verkaufen, Rede und Antwort stehen und damit einfach sich ein bisschen Geld dazu verdienen.
Johannes Franke: Ja, und vielleicht auch einfach der Nostalgie folgen, einfach selber auch. Ich bin wichtig oder ich habe einen Platz in der Gesellschaft, der irgendwie cool ist. Und gut ist und das ist gar nicht negativ gemeint, sondern es ist wirklich so ein, okay, ich kann voll verstehen, dass man sich da ranhängt und sagt, okay, das ist etwas, was ich mal gemacht habe und was irgendwie... wertvoll für die Gesellschaft geworden ist und dann möchte ich irgendwie weiter Teil der ganzen Sache sein. Das ist auch in Ordnung. Er hat einen Job als Security. Er hat bei einer Security-Firma angefangen danach, als er kein Geld mehr als Schauspieler verdient hat. Und hat auch ein bisschen dazu erzählt und so. Und man kann sich auch gut vorstellen, dass er ein guter Security einfach ist.
Florian Bayer: Ich finde es eigentlich schön, dass er das macht. Also er und Melody Anderson, das sind die beiden, die das vor allem machen. Und Brian Plast noch. Brian Plast ist auch ziemlich viel unterwegs. Und das sind ja ausgerechnet die, die nicht so eine große Schauspieler die Karriere hatten. Also wir haben hier einige große Schauspieler. Timothy Dalton sollte nach dem Film nochmal groß werden.
Johannes Franke: Ja, also natürlich vorrangig als 007.
Florian Bayer: Ja, wobei er das ja auch noch auf jeden Fall als Actionheld, als Comedy-Star. Und ähm... Melody Anderson ist ja auch raus aus dem Filmgeschäft. Die hat dann Psychologie studiert und arbeitet jetzt als Psychotherapeutin. Und ich finde es tatsächlich schön, dass die den Fans nochmal geben, was die auch irgendwie wollen. Es gibt ja offensichtlich diesen Bedarf danach. Und ich glaub, bei Sam Jones spielt das Ego da gar nicht so eine große Rolle, weil der ist eigentlich ... Eigentlich ist das so ein konservativer Christ. Er erzählt, er hat zum Christentum gefunden. Er ruht jetzt in sich und er hat jetzt verstanden, worum es geht im Leben. Und er hat eine Familie und er lebt so und so einfach gesetzt. Das heißt, ich glaube, mit dem Showbusiness hat er, zumindest mit dieser großen Showbusiness-Welt, hat er nicht mehr viel zu tun. Und ich kaufe ihm das ab, dass es einfach auch so ein Service für seine Fans ist.
Johannes Franke: Ja, ja, klar, absolut. Er hat auch tatsächlich... Wirklich schwierige Zeiten noch danach hinter sich mit seiner Frau, zweiten Frau und so weiter, Kinder. Er hat zwischendurch einen Selbstmordversuch. Also es ist ihm nicht unbedingt nur gut gegangen.
Florian Bayer: Dieser Filmleinverhafter, ich habe ihn leider nicht ganz geguckt, der soll richtig gut sein, richtig bewegend sein und halt Gerade dadurch, dass er sich so sehr auf Sam Jones konzentriert, soll er sehr bewegend sein, weil er halt auch ein hartes Leben hinter sich hat.
Johannes Franke: Aber es ist auch sehr amerikanisch. Ich habe es gesehen, aber nicht komplett, weil ich die Zeit nicht mehr hatte, weil du dann gekommen bist.
Florian Bayer: Liza Downs heißt die Regisseurin davon und er hat ein 88% Rating bei Rotten Tomatoes. Also ich will ihn auf jeden Fall noch gucken, ist nicht so leicht zu finden, der Film.
Johannes Franke: Ja, es war ein bisschen um die Ecke und nicht ganz, also so grau-legal, ne?
Florian Bayer: Also illegal.
Johannes Franke: Auf einer dieser Seiten.
Florian Bayer: Jetzt klang es wie eine Pornoseite.
Johannes Franke: Natürlich auch an der Pornoseite. Was glaubst du denn?
Florian Bayer: Ja, aber Sam Jones ist Flash Gordon in diesem Film und es ist natürlich, wir haben hier diese naive Rolle, dieser naive Typ, der irgendwie auf dem Planeten landet, der auch so ein eine Symbolfigur für Menschlichkeit irgendwie sein soll, der natürlich null Entwicklung durchmacht, weil er einfach zu gut ist von Anfang an. Aber er bringt diese menschlichen Assets mit und mit denen schafft er es dann auch alle für sich zu vereinnahmen innerhalb von Sekunden. Also Dale ist... Ist komplett von ihm begeistert, schon in den ersten Minuten des Films?
Johannes Franke: Ja klar, sie sitzen im Flugzeug zusammen und es ist ja sonst niemand sonst da. Dann konzentriert sie sich halt auf ihn und sie ist natürlich hin und weg.
Florian Bayer: Ach, wie toll. Die haben nicht nur 10 Minuten Screentime zusammen, sondern die haben auch ungefähr 10 Minuten Lebenszeit zusammen, bis ihr ihren Heiratsantrag macht. Sie sehen sich nicht. Er macht die einfach irgendwann mitten im Firmenheiratsantrag und du denkst nur so, what the fuck, ihr habt keine Zeit miteinander verbracht.
Johannes Franke: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das?
Johannes Franke: Wo sind wir?
Florian Bayer: Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein.
Johannes Franke: Nein!
Florian Bayer: Shit! Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Besprech können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind, also auf Spotify oder
Florian Bayer: iTunes, Beam, whatever, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Also abonnieren und Anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcast. Catcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder sowas.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-mussmann-sehen.de oder florian-at-mussmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. Wollen wir denn jetzt auf den Film eingehen?
Florian Bayer: Lass uns bitte in den Film reinspringen. Sollen wir einfach von Anfang bis Ende Spaß haben?
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Warum?
Florian Bayer: Entschuldigung, warum hat der Imperator Ming, der die Erde nicht kennt, wie heißt dieser Planet Erde? Warum hat der einen Knopf auf dem fucking Earthquake stehen?
Johannes Franke: Das ist das allererste, was ich mir aufgeschrieben habe. So richtig so, what the fuck? Warum steht da Earthquake drauf, wenn gerade vorher jemand sagt, ich glaube, sie nennen es Erde.
Florian Bayer: Es ist wirklich dämlich. Aber der Vorspann ist ja mal der Hammer. Oder?
Johannes Franke: Es ist der Hammer.
Florian Bayer: Der böse Ming, der auf seinen Knöpfen rumspielt, alles explodiert, dann sehen wir den Comicstrip reinkommen und dann Flash! Aha!
Johannes Franke: Ja, das Tolle ist ja, dass Marvel später genau diesen Vorspann im Grunde hat.
Florian Bayer: Ja. Meine Theorie ist, Marvel hat extrem viel davon genommen. Ich glaube auch. Deswegen habe ich zu früh gesagt, wenn wir uns heute Filme angucken, gerade Superheldenfilme, dieses Ironische, dass da ein bisschen unfreiwillig auch Dieses Alberner, dieses Campy, Kitschige, das finden wir in ganz vielen heutigen Science-Fiction-Filmen.
Johannes Franke: Und ich glaube, um das Ganze noch weiterzubringen, dass Taika Waititi, der ja auch erklärtermaßen großer Fan von diesem Film,
Florian Bayer: Einer seiner Lieblingsfilme, ne?
Johannes Franke: Ja, tatsächlich das Ganze, also Marvel einfach verstanden hat und... dadurch Thor Ragnarok erst machen konnte, auf die Art, wie er es gemacht hat. Ich musste die ganze Zeit beim Film an... Thor Ragnarok, denke ich.
Florian Bayer: Thor Ragnarok ist extrem inspiriert von Flash Gordon, was Ästhetik betrifft, was Spiel betrifft. Allein dieses Jeff Goldblum-Charakter, der könnte genauso gut in Flash Gordon rum sitzen.
Johannes Franke: Volle Kanne. Es ist großartig. Und warum haben wir das bei Thorak Narok nicht rausgeholt?
Florian Bayer: Warum haben wir das nicht rausgeholt? Gute Frage. Meine Güte. Ich konnte den Film nicht.
Johannes Franke: Du kanntest ihn.
Florian Bayer: Vielleicht habe ich es getan. Vielleicht ist es verloren gegangen, ich weiß es nicht mehr. Ja, toller Start. Das ist super. Achso, genau, bevor wir zu Hans Zarkov kommen, greift Ming persönlich dieses Flugzeug an?
Johannes Franke: Jaja, der kommt einmal als Geist in dieses Flugzeug und entführt die beiden Piloten.
Florian Bayer: Es ist... Ich find's total absurd, dass er so plötzlich so granular ist, so ins Detail geht, weil er hat einen Erdbebenknopf. Aber zusätzlich fliegt sein Geist auch noch auf die Erde, sucht sich ein spezifisches Flugzeug aus, wo noch viele Leute drin sitzen und da zwei Piloten rausziehen.
Johannes Franke: Na, vielleicht hat er das mit mehreren Sachen gemacht. Wir sehen es bloß nicht. Also vielleicht ist er einmal so, einmal um die Erde. So wie der Weihnachtsmann. Genau, wie der Weihnachtsmann.
Florian Bayer: Eine böse Version des Weihnachtsmannes.
Johannes Franke: Er hat keine Geschenke gebracht, sondern er hat Leute weggebracht. Okay, ja, weiß man nicht, ne? So, also natürlich wollen wir diesen beiden Helden folgen, also muss denen was passieren. Gut, die stürzen dann ab bei Hans Zarkoff, der ein verrückter oder nicht verrückter Professor ist.
Florian Bayer: Offensichtlich nicht verrückt. Er ist der Einzige, der wusste, was passieren würde. Sehr deutsch.
Johannes Franke: Sehr deutsch. Und er hat einen Gehilfen, der kein Gehilfe sein will und sich abseilt.
Florian Bayer: Weil er in dieses komische Selbstgeburt... in diese komische selbstgebaute Rakete stecken will. Er ist wie so ein Flat Earther, der sagt, ich baue jetzt einen Wetterballon, um hochzufliegen, um zu beweisen, dass die Erde flach ist.
Johannes Franke: Und da kommt das nächste ins Spiel, woran ich die ganze Zeit denken musste. A Trip to the Moon. Ja. Es ist so krass. So volle Kanne, A Trip to the Moon. Von 1902, von Georges Méliès, wer es nicht kennt, Und geht und guckt euch The Trip to the Moon an. Das sind nur 20 Minuten oder so. Oder eine halbe Stunde.
Florian Bayer: Mutmaßlich der erste Science-Fiction-Film in der Filmgeschichte.
Johannes Franke: Ist so großartig. Und dieses Raumschiff, was in A Trip to the Moon gebaut wird, ist ridiculously klein und hat... Keine Funktionen, außer dass es einmal angezündet und hochgeschossen wird. Und auch dieses... Also dieses Raumschiff, das wir bei Flash Gordon sehen, hat keinerlei weitere Funktionen. Es gibt keine lebensrettenden Maßnahmen, es gibt keine ordentliche Sicherung. Es gibt keine Raumanzüge oder sonst irgendwas. Es gibt keinen Sauerstoff. Es gibt einfach nichts, außer die sitzen halt da und dann wird einmal gezündet. Und dann fliegt das Ding los.
Florian Bayer: Aber man muss auf das rote Pedal treten. Das ist wichtig. Deswegen brauchen wir Besatzungsmitglieder.
Johannes Franke: Jaja, und das ist ganz wichtig, dass dieses Pedal meterweit weg ist von der Kontrolleinheit, wo er eigentlich gleichzeitig stehen könnte und es kontrollieren und aufs Pedal drücken lässt. Deswegen braucht er jemanden. Ich glaube, er hat das absichtlich so gebaut, weil er sonst einsam wäre.
Florian Bayer: Das ist eine gute Theorie. Da steige ich voll mit ein. Das ist auch wirklich, also er freut sich dann ja auch, dass sie bei ihm sind.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Und dann schlafen sie ein und treten in diesen... Wo fliegen sie eigentlich hin? Sie verlassen unser Sonnensystem, wo die Planeten Gott sei Dank alle so in einer Linie stehen aus dem Wald?
Johannes Franke: Das ist ganz toll, damit wir sehen, wo wir sind. Wir müssen ja auch einmal abzählen, Pluto, Mars.
Florian Bayer: Ich wette mit dir, es gibt keinen Zeitpunkt, wo die Planeten so angeordnet sind. Und dann fliegen sie aber in dieses bunte Loch.
Johannes Franke: Ja, es ist großartig. Sie fliegen in Tinte in Wasser. Ja.
Florian Bayer: Genau, es ist schön bunt.
Johannes Franke: Mein erster Gedanke, tatsächlich, es stimmt auch, sie haben einen riesigen Tank gebaut, wo Wasser drin war und dann haben sie Tinte reingebaut.
Florian Bayer: gespritzt und das haben sie gefilmt. Und so albern es aussieht, es hat auch die ganze Zeit, du hast Méliès erwähnt, es hat diesen Retro-Style. Es ist wirklich nicht wie das, was man damals kannte aus Science Fiction, war das düstere Bild des Weltraums. Das war gerade im Kommen. Star Wars drei Jahre früher. 1977, Alien, ein Jahr früher, 1979. Und die haben gerade so die Art, wie wir Science-Fiction-Filme sehen, komplett verändert und dann kommt dieser Flash Gordon und zeigt das So wie es in den 50ern gezeigt wurde. Bunt, kitschig, naiv.
Johannes Franke: Das ist einer der Punkte, wo ich dir gerne recht geben würde, wo ich vorhin schon gedacht habe, als du gesagt hast, der Film ist zu spät gekommen, der ist 20 Jahre zu spät. zu spät, oder? Der Film ist echt 20 Jahre einfach nur zu spät und das war's.
Florian Bayer: 20 Jahre zu spät oder 35 Jahre zu früh. Mit dem Marvel Cinematic Universe haben wir wieder anders, aber auch mit ironischen Brüchen. Und würde ein Film heute so gedreht werden, würden die Leute, glaube ich, total viel begeisterter darauf reagieren. Auch auf das Kitschige, auch auf das Alberne und das Naive.
Johannes Franke: Naja, Thor Ragnarok hat es ja gemacht.
Florian Bayer: Genau, Thor Ragnarok hat es gemacht.
Johannes Franke: Ist ja auch ein sehr erfolgreicher Film gewesen.
Florian Bayer: Der Unterschied ist halt vielleicht, dass Thoraknaok so ein bisschen sich selbstbewusster wirkt, was das Almane betrifft.
Johannes Franke: Ja, es ist ja auch die Weiterentwicklung und die Referenz darauf.
Florian Bayer: Aber ja, sie fliegen dann in den Weltraum und landen auf Mongo.
Johannes Franke: Und es hat auch was sehr Poetisches, finde ich. Die Musik, hast du über die Musik ein bisschen, weil die Musik ist ja wirklich toll. Und der hat nicht viel Zeit gehabt. Der hatte 10 Tage Zeit, diese Musik zu machen.
Florian Bayer: Die Musik ist von, also natürlich Queen haben wir. Und dann haben wir zusätzlich Howard Blake. ist für die Musik verantwortlich, neben Queen.
Johannes Franke: Ja, also Queen ist großartig, ne? Ich glaube, sie haben zwei Songs dabei. Also einmal Flash, AHA,
Florian Bayer: Man kann es nicht sagen ohne das Aha.
Johannes Franke: Und das andere Moment.
Florian Bayer: The Hero? Am Schluss Flash to the Rescue von May und es ist alles Flash A. Freddie Mercury hat auch unter anderem das Theme für Ming geschrieben, für den Imperator.
Johannes Franke: Ah, okay. Weil eigentlich auch jedes Bandmitglied von Queen hat irgendwie was geschrieben.
Florian Bayer: John Deacon hat die Todesstrafe-Musik gespielt, die auch so sündig ist. Wir haben auf jeden Fall diesen 80er-Synthi-Sound, der sehr gediegen ist, so ein bisschen rockig und so ein bisschen pathetig. Ja. Und Howard Blake hat einiges auch mitgeschrieben.
Johannes Franke: Und ich finde, er hat es sehr gut gemacht. Also einfach mal, um das so zu sagen, ich finde, dass er dem, was der Film braucht, wie er ist, einfach sehr gut unterstützend reingebracht hat.
Florian Bayer: Das ist voll geil. Die Musik hypt mich jedes Mal auch. Ich finde, sowohl das am Anfang, also wir haben schon das Intro genannt, dieses geile Flash. Aha, aber dann auch immer, wenn die Action-Szenen sind und dann diese Mischung aus Synthi-Bass und so ein bisschen Rock-Anleihen. Aber es wirkt vor allem halt so nach 80er. Es wirkt so extrem nach 80er. Das kommt extrem gut und das hypt dich, das macht dich... scharf auf die Action ziehen. Du willst mitfiebern, du willst aufspringen, du willst jubeln. Flash! Go, Flash, go! Go, Flash, go!
Johannes Franke: Oh Gott, wenn ihr das sehen könntet. Du brauchst zwei Pompoms in den Händen, um dann noch irgendwie als Cheerleaderin... Ich will auf jeden Fall Cheerleader noch werden, irgendwann in diesem Leben.
Florian Bayer: Glaubst du, die nehmen 40-jährige Männer als Cheerleader?
Johannes Franke: Aber natürlich.
Florian Bayer: Bei Berlin mal anfangen. Wie heißt der Berliner Football-Verein? American Football in Berlin. Es gibt bestimmt einen großen Amerikaner.
Johannes Franke: Das gibt es, bin ich mir ganz sicher. Ich weiß glaube ich sogar davon. Ich kannte auch jemanden, der dabei war. Fuck, aber ich kenne die...
Florian Bayer: Die Berliner Adler.
Johannes Franke: Genau, die Adler.
Florian Bayer: Ja, okay. Also dann, frage ich mal an. Und genau, sie werden von Ming gefangen genommen, natürlich. Was war der Plan? Also Zarkov hat diese Pistole dabei.
Johannes Franke: Das wirklich, also nicht nur, dass das Flugzeug, das Raumschiff, also es gibt keine Funktionen und es gibt auch keine Waffen. Der wollte einfach nur da hoch und dann... Was dann? Er hatte eine Waffe in der Hand, aber das war's.
Florian Bayer: Sie haben Glück, dass sie die Landung überleben und dass sie in der Nähe von den Leuten von Mingland, der Planet Mongo ist groß.
Johannes Franke: dass der Ming holt die ja ran.
Florian Bayer: Okay, stimmt. Aber es hätte auch sein können, er hätte sie einfach ignorieren können. Sie wären irgendwo auf der Wüste gelandet oder irgendwo auf so einem Eiskristall, der da rumfliegt?
Johannes Franke: Ja, oder sie wären jämmerlich gestorben. Also, naja, Ming hat sie jedenfalls gerettet, um mein Ming als Helden zu framen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, das können wir noch mal näher ausführen, weil Ming ist durchaus ein guter Staatsmann.
Johannes Franke: Kann man so sagen.
Florian Bayer: Also ich glaube, wir bewerten ihn so negativ, weil er halt die Erde vernichten und versklaven wird.
Johannes Franke: Ja, und die anderen Leute, die dabei sind, auch.
Florian Bayer: Ja, so ein paar negative Seiten, das ist durchaus wahr. kleine. Aber er hat den einzigen Orgasmusring im Weltall.
Johannes Franke: Oh, wow. Verdammt. Und ich bin neidisch.
Florian Bayer: Ja, ne? Und um vielleicht einmal Melody Anderson hervorzuheben, sie spielt diese Zähne echt gut.
Johannes Franke: Sie spielt das gut. Und ich finde, dass die Kamera in dem Moment auch ganz cool ist. Kamera insgesamt ist wirklich ganz gut.
Florian Bayer: Die Kamera ist ganz geil, auf jeden Fall. Gilbert Taylor. Gilbert Taylor ist für die Kamera verantwortlich.
Johannes Franke: Eine Perspektive gewählt, wo seine Hand quasi aus der Perspektive so aussieht, als wenn sie sie irgendwie im Griff hätte. Und sie spielt das gut und ich, ja, es ist natürlich ein Ring der Vergewaltigung in dem Fall. Und noch dazu, der Typ daneben sagt, oh, sie macht ihrer Tochter Konkurrenz und man denkt sich, woher weiß der das? Und woher weiß der Herrscher, der sein Vater ist, das?
Florian Bayer: Okay, aber Aura ist ja auch offensichtlich... sexuell überall aktiv. Sie ist die Tochter von Ornella Mutti gespielt. Sie ist einfach mal der Vamp des Films. Sie hat mit allen Sex. Mit Eich.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ja.
Florian Bayer: Es gibt kein Slut-Shaming.
Johannes Franke: Es gibt kein Slut-Shaming. Ich find's großartig. She owns her Sexuality.
Florian Bayer: Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Volle Kanne. Ja. Also das finde ich auch sehr schön. Das ist tatsächlich ein Film in einer Zeit, in der das sehr selten passiert, dass Frauen wirklich... eigenes Ziel, in diesem Fall eben dieses sexuelle, stark nach vorne gestellt. Na gut, okay, ist auch eine Männerfantasie, was soll's.
Florian Bayer: Sie ist so voll nymphomatisch. Sie kann auch, sie hat eigentlich, also wenn es eine Szene gibt, in der sie zu sehen ist, dann fummelt sie an irgendwem rum.
Johannes Franke: Ja, oder sie ist gefesselt und ruft mit. Sie guckt sich Flash an, der Gott sei Dank seinen Namen auf seinem T-Shirt hat. Ja.
Florian Bayer: Sonst würde er ihn vergessen. Und Dale nebendran ist, und er guckt zurück, und Dale nebendran gleich so, hey Moment, wir sind fast verlobt.
Johannes Franke: Fünf Minuten miteinander verbrachen. Fünf Minuten und sie sagt schon, Finger weg, meins.
Florian Bayer: Da sollten echt die Alarmglocken läuten, oder? Ja, sofort. Ming schaut sich Dale an und verführt sie mit seinem Ring.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und vielleicht sagt er, nein, sie gehört mir. Aber wir haben jetzt, müssen wir ganz kurz nochmal zurückgucken, weil wir sehen vorher natürlich, wie Ming regiert und haben dann diese verschiedenen Völker, die gegeneinander kämpfen.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Ich muss mal sagen, dafür, dass es eine fremde Galaxie ist, also ein fremdes Volk, haben die sehr viele sehr menschliche Eigenschaften.
Florian Bayer: Ja, sie können auch sehr gut Englisch.
Johannes Franke: Sie können sehr gut Englisch und sie haben auch Erfindungen, die sehr... menschlich geprägt sind. Was ist da los?
Florian Bayer: Was ist da los? Und diese klassische Frage, die man oft hat bei diesen Science-Fiction-Setups, die man sich auch bei Star Wars stellen kann, nur dann nicht ganz so extrem. In einer so technisch hochgerüsten Zivilisation. Warum gibt es Völker, die offensichtlich nur mit Pfeil und Bogen wie Robin Hood im Dschungel rumspringen? Warum gibt es das andere Volk, wo der Herrscher sich gleich am Anfang umbringen soll und von Mingan getötet wird,
Johannes Franke: Werte haben?
Florian Bayer: Warum gibt es diese Falkenmenschen, die auch nur... Ich sag dir warum.
Johannes Franke: Die haben ja alle einen eigenen Planeten. Und die haben ganz andere Bedingungen jeweils dort. Die hauptsächliche Waffe hängt davon ab, Was für eine Flora-Fauna bei denen auf dem Planeten vorwärts.
Florian Bayer: Ach bitte, eine Laser-Kanone kannst du immer gebrauchen, wenn du mit anderen im Krieg bist.
Johannes Franke: Nein, nein, nein. Wenn du im Wald bist, der sehr trocken ist. und dann mit einer Laserkanone los schießt, dann hast du sofort einen Waldbrand.
Florian Bayer: Dieser Wald ist nicht trocken. Dieser Wald ist komplett feucht. Da ist alles voll mit Sümpfen.
Johannes Franke: Ja, aber das sind ja nicht die mit den... Egal. Es gibt eine gute Begründung dafür, Flor.
Florian Bayer: Denk sie dir aus. Ich denke nochmal drüber nach.
Johannes Franke: Ja, und das Tolle ist, sie sind zwei Minuten dort und sie können sofort sagen, oh, das ist ein Polizeistaat offensichtlich. Sie haben keine Ahnung von der Kultur dort, sie haben keine Ahnung, was da eigentlich, sie haben noch nicht einen einzigen Außerirdischen getroffen. Es wurde noch nicht mal gesagt, hier ist der Herrscher. Sie laufen da zwei Minuten rum und sagen, oh, es ist ein Polizeistaat, da brauchen wir doch jetzt eine Revolte, die müssen wir doch anzetteln.
Florian Bayer: Und Hans Zarkoff sucht halt irgendwie nach einer Möglichkeit, was zu machen für die Erde. Was ja auch gut ist. Also irgendjemand muss sich ja darüber Gedanken machen. Und er hat ja auch seine Waffe parat, um dann schießen zu können.
Johannes Franke: Ja, die wird ihm leider abgenommen. Tja.
Florian Bayer: Woher kennen die eine Pistole? Also, weißt du, das Ding, was da rumfliegt, die haben ja so ihre Laserwaffen und der sieht und stellt dann fest, ah ja, das ist eine... Pistole? Das ist eine Waffe, das ist gefährlich. Ja, natürlich. Und du möchtest dann auch sehr gezielt aus...
Johannes Franke: Nach dem, was die alles an menschlichem Kram haben und erfunden haben und an Eigenschaften haben, dann ist doch klar, dass das nun wirklich etwas ist, was... Jeder weiß.
Florian Bayer: Und dann haben wir diese tolle Szene, also die auch nochmal unterstützt, was für ein schlimmer Imperator Ming ist, wenn er diesen Prinzen, der offensichtlich aus der Afrika Branchenwelt sein soll, zwingt sich in sein Schwert zu stürzen. Wir haben ja einen Harry Potter-Darsteller. Oh, der hat, das suche ich gerade parallel, ich weiß nämlich nicht mehr ganz sicher was, Harry Potter den einen aus dem Orden des Phönix gespielt. Ich suche den Namen des Schauspielers und ich finde ihn gerade nicht, weil der halt nur... diese kleine Rolle hat und sich dann in sein Schwert stürzen soll und dann versucht Ming zu töten und dann nutzt Ming seinen Ring, der nicht nur Orgasmusfunktionen, sondern auch Auflösfunktionen hat, um
Johannes Franke: Er hat sowieso so viele Funktionen in der Ring.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Egal.
Florian Bayer: Na, kein Wunder, dass Ming so mächtig ist, ne?
Johannes Franke: Also hätte er diesen Ring nicht.
Florian Bayer: Eigentlich müsste nur jemand im richtigen Moment über den Ring abnehmen. Oh, verdammt. Jetzt bin ich euer Herr Ascher.
Johannes Franke: Ja, ist keiner drauf gekommen. Naja, gut. Wäre auch zu einfach.
Florian Bayer: Und dann haben wir diese geile Football-Szene.
Johannes Franke: Es gibt diese wundervolle Football-Szene und ich habe gehofft, dass er den Film überdurchzieht, aber leider... Leider, leider, leider gibt es nicht in jeder zweiten Szene einen Football in der Gegend rum, der ihm super Kräfte gibt.
Florian Bayer: Sonst hätte er Ming auch direkt besiegt, oder? Dieser Mann ist dumm wie Stroh, aber gib ihm ein Ei in die Hand und er macht alle fertig.
Johannes Franke: Es ist ganz toll, vor allem, was wir vorhin gesagt haben, der Chef holt dann die Leute nochmal an sich und macht so richtig... Wie so ein Manager, wie so ein Trainer beim Football nochmal so ein Pep-Talk. Er hat sofort verstanden, wie das Spiel funktioniert. Du machst jetzt das und geht jetzt los, ihr müsst nochmal raus und dieses Spiel mitspielen. Ja.
Florian Bayer: Und wie schafft es der Darsteller von Clydes, der hinter dieser Maske ist, dessen Mimik man nicht sieht? Diese alberne Szene, wo er plötzlich zum Football-Trainer wird. Wie schafft er es, das mit so viel Ernst und so viel Würde zu verkörpern? Es ist unfassbar.
Johannes Franke: Es ist der Hammer. Er hat auch wirklich eine unglaublich tolle Stimme. Allein, wenn er sagt, oh dear. Das ist so großartig.
Florian Bayer: Peter Wingard, er ist so toll. Ich würde so gerne so viel mehr von diesem Mann sehen.
Johannes Franke: Und dann haben sie natürlich ganz viele tolle kleine Dialogfetzen, die so erklären sollen, wie diese außerirdische... Sachen funktionieren, sowas wie she's leaking water und er sagt, ja, they call it tears. That's their weakness.
Florian Bayer: Ein paar Szenen vorher wusste Ming nicht mal, wie dieser Planet heißt. Und jetzt kennt er sich perfekt mit der menschlichen Anatomie aus und Biochemie.
Johannes Franke: Also es gibt ganz viele rassistische Stereotype in den Völkern, das muss man dazu sagen.
Florian Bayer: Es ist wirklich, hauen wir einmal auf den Tisch, also problematisch. Diese asiatische Kodierung, man könnte natürlich sagen, es ist kein Yellowfacing, weil es ist natürlich ein Außerirdischer. Ja. Aber nein, es ist so eindeutig. Er heißt Ming, es ist auf dem Planeten Mongo, das Kostüm und dann die Augen auch so geschminkt. Und es ist einfach eindeutig, was er darstellen soll. Und das ist halt schon ziemlich krass in den 80ern auch schon.
Johannes Franke: Ja, absolut. Ja, da muss man kurz drüber wegkommen oder eben einfach sagen, ja, es ist halt scheiße.
Florian Bayer: Ja, es ist scheiße. Einmal tief schlucken, es ist scheiße.
Johannes Franke: Ja, weiter geht's.
Florian Bayer: Weiter geht's. Na genau, Flash Gordon wird als Aufrührer zum Tode verurteilt.
Johannes Franke: Ja, und das Tolle ist, die ziehen das durch. Und zwar so weit, dass er wirklich tot ist und im Sarg liegt. Das finde ich sehr gut im Film.
Florian Bayer: Ja, aber muss der Film das danach noch fünfmal durchziehen? Wie oft kann man den Tod eines Protagonisten faken, bis das Publikum entnervt, gähnt und sagt, nee Leute, ich hab keinen Bock mehr. Ich weiß doch, dass er lebt.
Johannes Franke: Das ist eine Katze. Das ist halt so.
Florian Bayer: Wir denken so oft, dass Flechtot ist. Übrigens, Ming? Guter Kaiser, guter Mann. Dieser Sarg.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und wirklich mit einer Gravur.
Johannes Franke: Der scheint ja wirklich sich viele Sorgen gemacht zu haben darüber, wie kann er wirklich... würdevoll den Leuten, die er gerade unwürdig umgebracht hat, noch zum Tode verheirrt. Nach dem Tode noch Beerdigung, richtig schönes Grab oder schöne Gravur. Und das Tolle ist, im Sarg ist noch mal ein Spiegel.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das heißt, falls er nochmal aufwachen sollte, kann er sich nochmal anschauen. Ich wette, der hätte auch noch Beleuchtung mit dem installiert.
Florian Bayer: Wer so mit seinen Feinden umgeht, geht er auch gut mit seinen Freunden um. toll. Um nochmal stark zu machen, hey Ming ist vielleicht gar nicht so böse, wie wir denken. Er ist einfach missverstanden. Flash Gordon wird dank der Tochter Aura von Ming gerettet. Ja.
Johannes Franke: Und da kommen wir natürlich zu dem Grund, warum überhaupt der Spiegel in dem Ding ist. Sie darf ihren Female Gaze einmal ausleben.
Florian Bayer: Yes! Okay, es ist kacke, egal ob es vom Mann oder von der Frau ist, aber es ist kacke, dass wir sicherlich von der Frau sind. sehen. Und das dann gleich auch mal zu sagen, der Körperkult in diesem Film wird deutlich mehr bei Männern zelebriert als bei Frauen. Allein wie Flash Gordon mit dieser silbernen Unterhose zu seiner Hinrichtung geht und du sitzt da und egal ob hetero, homo oder bi, du sitzt da und denkst nur...
Johannes Franke: Das denke ich leider nicht, weil der Typ so blöde ist. Also das macht mir schon sehr viel kaputt.
Florian Bayer: Aber du siehst doch in dem Moment nur seinen Hint. seinen formvollendenden Hintern in dieser fantastischen ... Ist das so ein Metallstoff, diese geile Unterhose?
Johannes Franke: Die 80er, was die für Stoffe entwickelt haben. Plastik. Wir haben Plastik entdeckt. Wir müssen alles aus Plastik machen.
Florian Bayer: Und wenn wir schon jemanden hinrichten, dann muss er sexy aussehen dabei, oder?
Johannes Franke: Ja, natürlich. Aber dafür gab es leider dann zu viel Nebel, sodass man nicht richtig sehen konnte, was nur eigentlich passiert.
Florian Bayer: Ja, das stimmt. Aber wir sehen zumindest seine Muskeln noch einmal, wie sie sich anspannen. Das stimmt, ja. Buffed. American. Ja genau, Aura rettet ihn und schaut ihn sich nochmal genauer an, wie er sich umzieht. Und währenddessen soll Hans Zarkov aber, wie nennen sie es? Reprogrammiert werden. Sein Gehirn soll ausgelöscht werden, seine Erinnerungen und da wird in diese Maschine gepackt. Wir haben eigentlich so eine relativ fast schon unpassend verstörende Szene in diesem Film. Wenn sie einmal durch seine Erinnerungen durchgehen.
Johannes Franke: Ja, ach, was heißt unpassend verstörend? Wir sehen irgendwann mal Hitler und er sagt, oh, what a promising young man oder sowas in der Richtung.
Florian Bayer: Und wir sehen auch offensichtlich, Zarkov hat offensichtlich den Holocaust überlebt oder so. Wir sehen sie als Juden fliehen. Es ist aber eine ziemlich geile Szene auch.
Johannes Franke: einer der besseren Szenen finde ich, weil er irgendwie anfängt Themen zu behandeln, ohne wirklich viel dazu zu machen, aber irgendwie Themen anreißt, die ich so einem Film gar nicht zugetraut habe.
Florian Bayer: Ich könnte mir vorstellen, dass das noch ein bisschen das Erbe des ersten Skripts ist und der Ideen von Röck und von dem ersten Autoren. Na, es wirkt auf jeden Fall fast schon mehr nach Arthouse und, ja, wie gesagt, so ein europäischer Film... das Auslöschen von Erinnerungen darstellen würde, wie das so an einem vorbeizieht und dann wirklich zurückgeht bis in den Mutterleib hinein. Wir singen dann noch Mama. Papa sagen und dann sehen wir das Baby im Mutterleib und es wirkt nicht so ironisch und nicht so albern wie viele andere Szenen im Ja, voll.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Auch wenn die Erklärung, die er danach abliefert, warum er das Ding überstanden hat, doch kompletter Bullshit.
Johannes Franke: Die Beatles haben ihn gerettet.
Florian Bayer: Die Beatles haben ihn gerettet. Er hat alles zitiert, was ihm eingefallen ist. Hat er das dann vergessen? Er hat ja gar nichts vergessen, offensichtlich.
Johannes Franke: Ja, nichts. Und ich frage mich, was dann die Verbindung herstellt, weil einmal sagt Minya reaktiviert oder aktiviert Zarkov und er wird aktiviert. Und zwar... Einfach nur durch einen Button irgendwo.
Florian Bayer: Vielleicht hat er zusätzlich die Erinnerungen von dem Planeten. Also sie speisen ihn dann ja voll mit dem Zeug, was er braucht, um ihn erkannt zu sein.
Johannes Franke: Und zwar auf Level 6. obwohl er nur Level 3 sollte.
Florian Bayer: Was ist mit dieser Szene? Warum?
Johannes Franke: Es wird auch nicht weiter in den Auftragsgriff. Es wird nie wieder erzählt, warum jetzt Level 6 oder Level 3, was ist der Unterschied und was soll das? Und warum hat sie sich dann, warum hat sie ihre Meinung geändert?
Florian Bayer: Wir verstehen auf jeden Fall, dass General Carla, das ist ihr Name, Bad Girl, dass sie wirklich böse ist. Die ist leider ein bisschen wenig zu sehen, aber sie ist so die zweite große Generäle neben Glythes. Und sie hat dieses absolut krasse Pomponenteil. pöse Outfit, das irgendwie so drüber ist, zwischen Domina und russischer Rehlin.
Johannes Franke: Ja, genau, dieses russische Generalding.
Florian Bayer: Sie ist auf jeden Fall eher so russisch angehaucht, von der ganzen Art her.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Gespielt von Mariangela Melato, einer Italienerin. Die aber offensichtlich nicht mit italienischem Akzent, sondern eher mit russischem Akzent spricht, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Johannes Franke: Das kann ich jetzt nicht genau sagen.
Florian Bayer: Na, auf jeden Fall, sie sagt, war es Level 6? War es Level 6?
Johannes Franke: Ja, es ist Level 6, ja.
Florian Bayer: Aber sie hat doch gesagt Level 4. Level 6. Und Flash Gordon entkommt mit Aura. Während Dale vorbereitet wird für die Nacht mit Ming, sie soll dann als seine Gespielin fungieren, während Zarkov als Agent. wir wissen es noch nicht wieder aktiviert wird, aber in Wirklichkeit hat er noch seine Erinnerung.
Johannes Franke: Das Krasse ist, bei der Szene, wo sie dann irgendwie dieses Zeug trinken soll, damit sie damit besser klarkommt, was dann passiert. passieren soll und man fragt sich, ach du Scheiße, wie schlimm soll das werden? Naja, es ist eine Vergewaltigung am Ende. Dass sie dann ihrer Dienerin, die ihr gegeben wurde, dann das Zeug gibt. Und ich denke, weil auch er auf der anderen Seite plötzlich schlauere Sachen macht, da kommen wir auch noch zu, dieser Film... Macht die Figuren genauso schlau oder so blöd, wie er es gerade braucht in der Szene? Definitiv. Es gibt keine Konsistenz innerhalb des Films, oder? Überhaupt nicht. Es ist wirklich krass, dass es mir sonst bei anderen Filmen, viele Filme machen das so ein bisschen, ja, ich brauch das gerade, dass der eine gute Idee hat, aber bei dem Film ist es wirklich krass.
Florian Bayer: Dale ist halt so krass, ich hab das Gefühl, man spürt in jeder einzelnen Szene den Frust von Melody Anderson darüber, was für eine Rolle sie da spielen muss. Weil diese Dale-Figur ist eine komplett leere Hülle. Die ist eigentlich nur da, um Flash Gordon anzuhimmeln. Die macht nichts. Ich hab so das Gefühl, man spürt von Melody, ich bring auch gleich noch ein Zitat, man spürt bei Melody irgendwie, wie sie resigniert. Sie kann dagegen nicht anspielen.
Johannes Franke: Ja, das stimmt vielleicht. Es ist so traurig. Ich weiß aber auch nicht, was sie könnte, weil hier kann man nicht sehen, wie gut sie spielen könnte. Ich weiß, dass sie im Film leider einfach nicht... Sie spielt so 20% von dem, was man könnte.
Florian Bayer: Sie selbst hat dazu gesagt, I hate to be careful, Ja, scheiße, ne? machen.
Johannes Franke: Da hast du nichts zu spielen, ja natürlich.
Florian Bayer: Woran sollst du es dann... Ja, sie war dann... Dann hat sie halt das gemacht. Sie hat einfach aufgegeben und sie hat wahrscheinlich auf Autopilot gestellt. Sie ist halt auch keine große Schauspielerin.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Das ist halt so ein bisschen das Ding. Sie ist auch später ja nicht Schauspielerin geblieben, sondern sie ist ja dann wirklich Psychotherapeutin geworden und wahrscheinlich ist sie dann auch einfach besser aufgehoben. Oder dieser Film hat so ein bisschen ihre Wünsche kaputt gemacht.
Florian Bayer: Vielleicht auch. Aber bis zum heutigen Tag auf den Conventions. Und wenn sie über den Film redet... Sie hat immer Spaß dran. Sie sieht irgendwie aus, als ob ihr das Freude machen würde. Sie wirkt nicht so, als ob sie da zynisch drauf gucken würde.
Johannes Franke: Wenn sie dann rausgeht... Um diese roten Monks oder was das sind.
Florian Bayer: Das sind Schweine. Sie machen Schweinegeräusche, oder?
Johannes Franke: Echt, wirklich?
Florian Bayer: Wenn sie ihnen die Waffe auf den Kopf haut oder sie schießt, da kommt immer so ein Das klingt wie ein Schwein, finde ich.
Johannes Franke: Das, was du gerade gemacht hast, klang nicht wie ein Schwein, aber egal.
Florian Bayer: Ich kann das Geräusch nicht machen. Es klingt wie ein sterbendes Schwein.
Johannes Franke: Okay, du weißt also wie ein sterbendes Schwein.
Florian Bayer: Die haben doch mehrmals diese Szenen, wo diese roten Typen was auf den Kopf kriegen, K.O. gehauen werden, abgeschossen werden. Die machen immer ein komisches Geräusch dabei. Ich glaube, es soll diese Maske sein durch die sie atmen, aber es klingt irgendwie wie, vielleicht ist es auch kein Schwein, vielleicht ist es auch ein, welches Tier macht so, hilft mir.
Johannes Franke: Wenn ihr da draußen wisst, was Plur da für ein Geräusch macht, schreibt uns. Noch einmal. An florian.musmannsehen.de. Bitte nicht an johannes.musmannsehen.de.
Florian Bayer: Die richtige Antwort hält die Ehre, mit uns zusammen Flash Gordon zu gucken.
Johannes Franke: Jedenfalls schaltet sie diese komischen Schweine aus und bringt natürlich akrobatische Einlagen vorher, weil es sehr, sehr hilft dabei.
Florian Bayer: Was für ein tolles Rad, oder?
Johannes Franke: Es ist toll. ganz tolles Rad dabei.
Florian Bayer: Und das ist ihr Prinzessin Lea-Moment, redet das nicht klein. Der Charakter ist so plass und so leer, es ist gut, dass er wenigstens einen kleinen Prinzessin-Leha-Moment kriegt.
Johannes Franke: Und es ist eine Slapstick-Nummer, die genauso albern ist wie...
Florian Bayer: Warum weiß sie, wie man diese Waffen bedient? Wie kann sie das? Das sind diese Laserwaffen von diesem Planeten.
Johannes Franke: Ja, es ist sowieso völliger Blödsinn.
Florian Bayer: Warum kann vielleicht Gordon innerhalb von Sekunden, nachdem da Ornella Mutti an ihm rumgefingert hat, das Raumschiff perfekt steuern?
Johannes Franke: Ist halt auch völliger Quatsch. Aber die Szene ist geil, oder? Sie sitzt auf ihm, neben ihm, hinter ihm, vor ihm. Jedenfalls kümmert sie sich sehr darum, ihn irgendwie zu bezirzen. Und ich finde, das ist ihr Moment. Also sie macht das schon echt ganz gut. Irgendwo schauspielerisch, irgendwo zwischen den beiden Hauptdarstellern und sagen wir... Zarekow, also ich finde sie ganz gut, aber da wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Aber sie ist ganz gut.
Florian Bayer: Jetzt rede nicht Onela Mutikla.
Johannes Franke: Okay, okay. Sie ist sehr gut. Sie ist die beste Schauspielerin der ganzen Welt. Danke.
Florian Bayer: Viel besser.
Johannes Franke: Okay. Aber ich finde es ganz toll, weil es ihr Moment ist und sie einfach sagt, ich nehme mir jetzt, was ich will.
Florian Bayer: Ja, sie geht auf in dieser Rolle.
Johannes Franke: Und sie hat ihren eigenen Pleasure Planet. Das ist super. Sie hat ihr eigenes Leben in der Hand.
Florian Bayer: Wir sehen jetzt auch zum ersten Mal so ein bisschen diese Welt und das Worldbuilding ist schon ganz geil, ne? Dieser Planet, das steht offensichtlich aus diesen schwebenden Inseln. Also es gibt zwar eine Oberfläche, aber die ist anscheinend nur irgendwie so Wüste, Dürre, wo sie am Anfang landen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ansonsten besteht das aus diesen kleinen Inseln, wo die Menschen oder die Völker darauf leben. Wir haben so einen Eisplaneten, der da rumfliegt. Wir haben diese Dschungelinsel. Wir haben das von den Vulkania hätte ich jetzt fast gesagt, von den Wulltaten, wie heißt seine Leute?
Johannes Franke: Achso, von den fliegenden Affen.
Florian Bayer: Das sind Falken. Das sind Engel.
Johannes Franke: Es sind eindeutig die fliegenden Affen aus Wizard of Oz.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Und ich sehe auch ganz viel Wizard of Oz in dem Film. Es ist wirklich eine Mischung aus Wizard of Oz, Trip to the Moon und was hatte ich am Anfang noch gesagt? Sie bringt ihn auf jeden Fall dorthin, wo sie glaubt, dass er in Sicherheit sein soll.
Florian Bayer: Bei diesem Baron. Bei ihrem Liebhaber, dem großen, präsentischen Prinzen Barin.
Johannes Franke: Barin, genau, der Prinz, nicht der Baron. Prinz Barin. Ja und Prinz Barin ist nicht dafür. Der ist nicht dafür zu haben, diesen Typen da aufzunehmen.
Florian Bayer: Die haben aber auch echt, ich kann's verstehen, er ist sauer natürlich, weil er ist eigentlich der Liebhaber von Aura. Und er hat halt sonst nicht viel, ne? Der Planet, also diese fliegende Insel, die er regiert, besteht nur aus Dschungel. Ja. Sie haben nichts zu tun. Ihre einzige Freizeitbeschäftigung ist es, in kleine Löcher zu greifen, wo ein giftiger Skorpion sitzt und zu hoffen, dass sie nicht mit grünem Sperma bespritzt werden.
Johannes Franke: Ja und offensichtlich ist die Population zu groß, sonst müssten sie nicht bei einem Institutionsritual Menschenopfer... betreiben. Also ich meine, es muss ja nicht sein, aber warum macht man das sonst?
Florian Bayer: Ja, alter Thema Population. Also, Klartext. Wir sehen die Welten, wo diese leben. Und dann sehen wir nachher zum Beispiel, wie die Falkenmänner im Himmel rumfliegen. Wie crowded sind diese Orte?
Johannes Franke: Ja, der ist ja die Hälfte immer irgendwo gerade unterwegs bei den fliegenden Leuten da.
Florian Bayer: Danke, dass du nicht Affen gesagt hast. Auch du bist lernfähig. Und das ist genauso im Dschungel. Wir haben dieses eine Baumhaus. Das hat so einen großen zentralen Platz. Und dann treffen sie sich auch alle. Das gibt zehn von diesen Leuten. Gehen wir mal davon aus, dass es noch Frauen gibt, vielleicht noch zehn Frauen oder so.
Johannes Franke: Aber die sind alle gestorben beim Ritual.
Florian Bayer: Was sind das für Völker? Die sind ja ständig vom Aussterben bedroht.
Johannes Franke: Vor allem auch noch unter Beschuss von Ming.
Florian Bayer: Genau. Und dann offensichtlich reicht es, was Falsches zu sagen und du wirst von ihm abgeschlachtet. Ja. Und dann schlachten sie sich auch gegenseitig ab. Also ich meine, wir haben halt diesen geilen Käfig im Dschungel da. Auch eine tolle Gefangenname.
Johannes Franke: Ja, ganz toll. Und dann werden sie langsam runtergelassen in die Swarm.
Florian Bayer: Und Flash freundet sich ganz, wie er ist, direkt mit diesem Falkenmann an. Auch großartig. Das ist so oft in diesem Film. Wir haben dann so fünf Sekunden vergehen und Flash redet mit diesem Falkenmann, als ob das sein bester Freund seit Jahren wäre, oder?
Johannes Franke: Ja, wenn ich es ihm abnehmen würde.
Florian Bayer: Nein, man nimmt ihn das nicht. Aber das haben wir ständig. Er sagt dann halt durch und redet mit ihm. Ja, stimmt. Ey, wie lange kennt ihr euch?
Johannes Franke: Zwei Sekunden.
Florian Bayer: Ja. Und dann haben wir dieses schöne... Dieses Ritual, das ist offensichtlich Dezimieren der eigenen Bevölkerung.
Johannes Franke: Jaja, genau.
Florian Bayer: Wenn du jung bist, musst du in dieses Loch greifen, wo der Skorpion sitzt oder auch nicht sitzt. Und wenn er dich trifft, dann hast du grünen Schlabber an deiner Hand und wirst wahnsinnig.
Johannes Franke: Es sei denn, du wirst vorher getötet worden. Ja, was offensichtlich alle gerne wollen. Vorher getötet werden lieber, als dass sie den Wahnsinn durchstehen müssen. Sie werden dann irgendwie, ich mach mal fast forward, die gehen zu diesen fliegenden Leuten rüber.
Florian Bayer: Sie werden von den fliegenden Leuten gefangen genommen.
Johannes Franke: Und da werden sie dann gefangen genommen, genau.
Florian Bayer: Und, äh, genau, Prinz Wultan. Das ist so toll. Also, ich mein, Barron, ähm, ähm, ähm, Timothy Dalton als Barron Schön, ja, toll, fantastisch. Shakespeare und er nimmt es wirklich ernst. Aber dann, wir haben es schon ein, zweimal gesagt, Brian Plast als Wohltan mit seinem, Entschuldigung, Schamhaarbarth.
Johannes Franke: Oh Gott, nein.
Florian Bayer: Er ist so fantastisch.
Johannes Franke: Das ist so neu.
Florian Bayer: Diese ganze Welt, wo die leben, diese Falkenleute. Das ist so ein Dekadent. Weißer Palast. Wir haben schon festgestellt, da passen die nicht alle rein. Und sie sitzen halt da und essen Trauben und feiern so wie die alten Römer.
Johannes Franke: Ja, voll.
Florian Bayer: Und es ist irgendwie geil. Es ist geil, ja. Atmosphäre ist cool. Und da haben wir auch wieder diesen Körperkult. Wir haben diese ganzen Falkenleute mit ihren sexy goldenen Flügeln und dann mit halbnacktem Oberkörper, meistens nur so... Hosenträger über der Brust. Es ist schon ziemlich sexy, das ganze Ambiente.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Also ich, weißt du, die Konservativen haben ja immer Angst davor, dass ihre Kinder schwul werden könnten, wenn sie zum Beispiel, wenn Drag Queens ihnen was in der Kita vorlesen. Das ist die eigentliche Frage. Also ich würde sagen, 10 Prozent meiner Heterosexualität habe ich im Laufe dieses Films verloren.
Johannes Franke: Sehr schön. Okay.
Florian Bayer: Und das auch nur, weil ich in bestimmten Szenen die Augen zugehalten habe. Zum Beispiel, wenn Flash Gordon sich umzieht. Das wären 5% mehr gewesen.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, Flash Gordon ist für mich das schwächste Glied der ganzen Kette in diesem Film. Leider, es tut mir echt leid.
Florian Bayer: Es ist doch vollkommen egal. Also ich will jetzt nicht dummen Fickgut sagen, aber... Komm schon, es ist Fleischkorn.
Johannes Franke: Ja, er kriegt das bestimmt gut hin. Okay. Aber ich muss dazu sagen, es ist fast schon, um das Fazit mal ein bisschen vorwegzunehmen. Alles, was ich hier an Kritik unterbringe, hat nur was damit zu tun, was ein Film... den ich als gut bezeichnen würde, hätte besser machen sollen, um gut in meinem Sinne zu sein. Aber eigentlich würde ich nichts erzählen.
Florian Bayer: Nein, du darfst auf keinen Fall an diesem Film was ändern.
Johannes Franke: Nichts. All die Fehler und all die Kommunikationsprobleme und all die unterschiedlichen Ansätze, diesen Film zu machen, haben dazu geführt, dass dieser Film perfekt geworden ist. Also jeder Fehler ist wichtig für diesen Film.
Florian Bayer: Die Kampfszene. Wir haben die große Kampfszene zwischen Baron und Gordon auf dieser Platte mit den Stacheln.
Johannes Franke: Oh Gott. Und ich denke die ganze Zeit, wir haben es jetzt gemacht. Das muss schon auch gefährlich gewesen sein.
Florian Bayer: Ja, dazu gibt es auch Zitate von Sam Jones, der sagt, die waren in einer relativ großen Höhe. Wir sind in den 80ern, die Leute fangen an, mit Greenscreens zu arbeiten. Wir haben viele Greenscreen-Szenen. Und in diesem Fall waren sie auf einer relativ hohen Höhe. Wahrscheinlich, weil das am besten funktioniert für den Greenscreen. Und sie hatten unten drunter Papp. Kisten, so erinnert sich Sam Jones, aufgebaut für den Sturz und er meinte, wir sind in dieser Szene, Er hat ziemlich viel selbst gemacht. Sam Jones war sportlich, der hat viel von den Kampfszenen und so selbst gemacht. Er meinte, er und Timothy wären relativ oft runtergefallen. Und er hätte nach dem Dreh auch ziemlich viele blaue Flecken gehabt, weil das echt ein harter Sturz gewesen wäre. den er da gemacht hätte.
Johannes Franke: Ja, krass. Ja, und auch die Spikes, die da rauskommen. Ich weiß nicht, woraus die waren und so, aber Das Ding ist, die hatten dann auch noch ganz viel Farbe an ihren Körpern, weil die Props waren halt mit so Silberfarbe bespult und bemalt und die haben abgefärbt. Das heißt, nach jedem Take haben sie nochmal alles sauber gemacht und das muss ganz schön nervig gewesen sein. Die haben echt lange gebraucht, mehrere Tage gebraucht, diese Szene zu drehen und waren echt froh, als es fertig war.
Florian Bayer: Und dann stirbt Glythes auf dem Ding und es ist wirklich schade um ihn. Und er hat so diskutiert.
Johannes Franke: Ich will nicht sterben.
Florian Bayer: Und er hat vollkommen recht, ey, wenn ihr in eine Fortsetzung dreht, dann könnt ihr doch nicht ihn töten.
Johannes Franke: Aber sie hatten vor, ihn wieder zurückzubringen.
Florian Bayer: Ja, irgendwas mit Klonen oder so ein Scheiß, ne?
Johannes Franke: Mit Klonen?
Florian Bayer: Nicht?
Johannes Franke: Ich weiß nicht. Keine Ahnung.
Florian Bayer: Ich glaube, es gab irgendwie Konzepte und also Ming und er sollten zurückkommen. Und ich glaube, es hatte irgendwas mit Klonen zu tun. Aber ich krieg's auch nicht mehr ganz zusammen. Es gibt ja so Gerüchte und... Es gibt viele Gerüchte um diesen Film. Wir kommen vielleicht auch noch später zum Gerücht um Flash Gordons Stimme. Der wurde synchronisiert. Also wir wissen, es ist nicht Sam Jones, der da zu hören ist, das wissen wir sicher. Naja, auf jeden Fall, genau. Klaithus stirbt und dann kommt Ming und sagt, so jetzt legen wir alles in Schutt und Asche und die Falkenleute fliehen. Ming macht das, was jeder gute Bösewicht ab einem bestimmten Punkt machen muss. Er sagt zum Helden, hey, willst du nicht mit mir zusammenarbeiten?
Johannes Franke: Aber es ist auch geil, es ist ein guter Move. Nichts ist demoralisierender für Gefangene, als wenn... Der Held, den man losgeschickt hat, vermeintlich, also der Mensch weiß nichts davon, dass Flash Gordon da unterwegs ist, aber... Der, der eigentlich gesandt wurde als Held, dann als Tyrann zurückkommt, weil er als Puppet... Das ist ein guter Move für so einen Herrscher.
Florian Bayer: Ja, okay. Aber seine Argumentation ist totaler Quatsch. Warum? Warum ist Ming so begeistert von Flash Gordon? Er hat ihn dieses Football-Spiel machen sehen?
Johannes Franke: Er schmeckt ihm nur Honig ums Maul. Es geht überhaupt nicht darum, dass er ihn irgendwie wirklich geil findet, sondern das ist einfach der Move. damit dann die Menschheit umso demoralisierter ist.
Florian Bayer: Aber es ist vollkommen egal. Ich meine, er hat seinen Erdbebenbutton. Ja, ja, ja. Er braucht nicht einen Herrscher von, er braucht nicht so einen elaborierten Plan, weil er sowieso alles im Griff hat.
Johannes Franke: Aber es ist ein Ego-Streicheln. Er hat eine geile Idee, also muss man das machen.
Florian Bayer: Er erzählt ja Flash Gordon dann so, ich bin fasziniert von dir, du bist ganz anders. Flash Gordon hat nix gemacht, er hat dieses dumme Football-Spiel gemacht und ansonsten wurde er von Aura gerettet, Aura will ihn flachlegen. okay, aber sie will jeden flachlegen.
Johannes Franke: Aber er ist nicht der Einzige, also Ming ist nicht der Einzige, der die ganze Zeit sagt, dass Flash allen geholfen hat und alle gerettet Wobei man die ganze Zeit denkt, was hat er gemacht? Nix.
Florian Bayer: Okay, es gibt diese wirklich schöne Szene, auch ganz klar. wo er Baron nicht abstürzen lässt, sondern nach dem Kampf ihm hilft, damit er nicht stirbt. Und dann erfahren wir einmal, das ist Menschlichkeit. Und ich finde ... Humanity.
Johannes Franke: Spielt das so geil. What is happening? Und einer sagt, Menschlichkeit. Und er so, what? Madness. Madness.
Florian Bayer: Der ist so kalt rüber dabei. Auch diese Kombi, eigentlich den Hans Zarkoff und den Wultan, die sollte man viel mehr zusammen sehen, die würden sich wunderbar ergänzen. Ja, das ist großartig. Wir haben noch gar nicht viel gesagt zu Topol, Chaim Topol?
Johannes Franke: Ja, oh Gott, wie man das ausspricht, tut mir leid.
Florian Bayer: Ja, ist ein israelischer Schauspieler. Und vor allem Künstler auch.
Johannes Franke: Fiddler on the Roof hat er gemacht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Daher kennt man ihn. Und ich glaube, man wird ihn nicht wiedererkennen, oder?
Florian Bayer: Ich kenne ihn tatsächlich nur als Zarko. Das ist eine Bildungslücke von mir, die man vielleicht mal irgendwann stopfen muss. Den Fiddler on the Roof von 1971 habe ich nie gesehen.
Johannes Franke: hab ich irgendwann mal gesehen und kann mich aber nur noch ganz, ganz, ganz schwach erinnern.
Florian Bayer: Und ich weiß auch, dass das Ding ein... ich glaub so ziemlich das amerikanische Musical ist. Ich kenn die Handlung davon nicht. Ich weiß nicht, worum es da geht. Ich weiß, dass das ein Klassiker ist, den man auf jeden Fall kennen müsste.
Johannes Franke: Ich habe die Ahnung, dass man auch, nachdem man den Film gesehen hat, nicht weiß, worum es geht.
Florian Bayer: Es ist so, wie sich die Amerikaner Russland vorstellen.
Johannes Franke: Ja, vielleicht.
Florian Bayer: Also die Amerikaner sich das Russland Anfang des 20. Jahrhunderts vor der Revolution vorstellen, bevor es die bösen Kommunisten gab.
Johannes Franke: Ja, wir können das ja mal nachholen irgendwann. Dann können wir da vielleicht nochmal was nachschieben. Auf jeden Fall finde ich großartig, wie Cyclos, wie heißt der jetzt nochmal? Zarkov.
Florian Bayer: Wie er diesen Zarkov spielt.
Johannes Franke: Achso, Tarkov, nee, ich meine, wie in der Szene dann der Typ stirbt, aber egal.
Florian Bayer: Achso, wie, ja, ja, Moment, wo sind wir jetzt gelandet?
Johannes Franke: Wir sind immer noch bei der Szene, wo... Brian Plest?
Florian Bayer: Nein, nein, Brian Plest stimmt nicht. Du meinst, wie leid es stirbt.
Johannes Franke: Wie Kleites stirbt.
Florian Bayer: Aber wir waren schon gesprungen zu Madness. Und dann habe ich gesagt, zack auf. Und dann, wir waren schon woanders.
Johannes Franke: Aber kurz darauf kommt doch erst der und stirbt.
Florian Bayer: Stimmt, stimmt, ja, du hast recht. Okay, wir sind in dieser Szene. Wir verlieren langsam den Verstand an diesem Film. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass Hans Zarkov, dass Topol diesen Hans Zarkov ganz fantastisch spielt. Das macht er ganz toll. Also der Todessinn. Ja. Todesszene von Kleitis. Was passiert mit Kleitis? Aus welchem Material bestehen eigentlich diese Wesen?
Johannes Franke: Das ist eine sehr gute Frage, weil plötzlich ist außer Augen und Zunge alles weg.
Florian Bayer: Ja, und so Matsch bleibt übrig. Und Matsch bleibt übrig. Und wenn die Generäle in Carla nachher erschossen wird, löst sie sich auch in Flüssigkeit auf.
Johannes Franke: Das weiß ich nicht mehr. Ist sie nicht einfach auch würzig weg einfach nur? Nee.
Florian Bayer: Ich glaub, die löst sich auf und macht so Platsch. Und Ming hat Plausblut und dieser Prinz, den er am Anfang tötet, der hat auch
Johannes Franke: Blaues Blut. Also was dieses Auflösen betrifft, einfach Platsch machen, das ist auch wieder Wizard of Oz, oder?
Florian Bayer: Ja, stimmt. Ja!
Johannes Franke: Die Hexen.
Florian Bayer: Ja, stimmt.
Johannes Franke: Es ist schon irgendwie, es gibt so viele Anleihen. Ich weiß nicht, ob die absichtlich sind oder einfach nur kulturelles Gedächtnis und dann wiederum in den Film gebracht. Weiß ich nicht.
Florian Bayer: Aber die Falken-Leute sind keiner fliegenden Affen.
Johannes Franke: Ach, die sind eindeutig fliegende Affen. Komm.
Florian Bayer: Nein, sie sind Falken. Machen wir nicht meine Kindheit kaputt. Die sind nicht so heroisch, wie du sie erinnerst. Sie sind voll heroisch. Sie ziehen dann nachher mit Flash in den Krieg. Was machen eigentlich die Waldmenschen währenddessen? Weil ich meine, Prinz Baron ist ja auf seiner Seite.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber sonst ist kein Waldmensch dabei.
Johannes Franke: Ja, aber ist ja keiner mehr übrig. Die haben sich doch alle in diesem Initiationsritual irgendwie dezimiert.
Florian Bayer: Alle vergiftet von Skorpionen. Auf jeden Fall Ming lässt Flash Gordon zurück auf den Planeten zum Sterben, während er ihn in die Luft sprengt. Und langsam sollte er seine Lektion gelernt haben. dass man als Bond-Bösewicht seine Gegenspieler nicht wie ein Bond-Bösewicht umbringen sollte, sondern einfach mit einem Kopfschuss ausschalten, oder?
Johannes Franke: Ja, aber das ist doch auch... nicht lustig genug. Also es macht doch keinen Spaß.
Florian Bayer: Ah, du meinst, das ist schon wieder so ein Ego-Ding?
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Aber er könnte es doch allen erzählen. Es gibt ja keine Zeugen. Er könnte ihn erschießen. Und dann sagen, hey, ich habe ihn zurückgelassen auf den Planeten, wo er jetzt langsam explodiert, dass so noch ein Stück Hoffnung da ist, dass er rauskommen könnte, weil wir wissen, er kommt immer raus.
Johannes Franke: Aber es ist doch viel... Zufriedenstellender, wenn du als Bösewicht jemandem auch noch richtig quälende letzte Stunden bescherst. Indem du sagst, okay, du bist da jetzt und darfst jetzt zwei Stunden lang darauf hinfiebern, dass du sterben wirst.
Florian Bayer: Dann guck aber wenigstens vorher, ob es irgendwo Rettungsflugzeuge gibt.
Johannes Franke: Ja, okay. Da war man vielleicht ein bisschen zu übereifrig.
Florian Bayer: So Rettungs-Hovercrafts, die Flash Gordon, der zum ersten Mal auf diesem Planeten ist und natürlich weiß, wo er die findet.
Johannes Franke: Ja. Also er ist ja ziemlich zielgerichtet dahin.
Florian Bayer: Er springt in diese Röhre, da ist das Ding, er fliegt los. Das ist kein Problem, ne?
Johannes Franke: Jaja, Berlin Inconvenience, um mal jemanden zu zitieren.
Florian Bayer: Und Vulcan hadert währenddessen mit seinem Gewissen unten auf dem Planeten und sein bester Kumpel sagt nochmal.
Johannes Franke: Es ist ganz toll, dass sie das verbalisieren. Ja. Also auch auf eine tolle Shakespearean Art, so ein Selbstgespräch, so ein Monolog. Ja. quasi. Was überhaupt nicht nötig ist. Aber sehr süß. Und auch seine Art und Weise dann nochmal dankbar zu sein und zu sagen, schön, dass du mich angerufen hast. Warum? Naja, da kannst du einem alten, dummen Vogel nochmal eine Chance geben. Was? Was? Was denn?
Florian Bayer: Dann beschließen sie, jetzt kämpfen wir gegen Ming zusammen und fliegen los. Und wir haben wieder diese tolle Musik. Und parallel übrigens auch... Flash!
Johannes Franke: Schön, dass du immer reagierst.
Florian Bayer: Es geht nicht ohne. Parallel diese tolle Hochzeit dann auch. Kennen die Richard Wagner?
Johannes Franke: Warum kennen die das Heiratsthema, was wir auf der Erde benutzen? Was ist da los? Die haben irgendeine heimliche Obsession mit der Erde, haben sie.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und tun am Anfang so, als würden sie die Erde nicht kennen. Aber eigentlich...
Florian Bayer: Ja, es macht überhaupt... Oder haben sie vielleicht früher... Nee, es macht alles keinen Sinn. Brautmarsch? Heißt das Brautmarsch einfach? Ich habe keine Ahnung. Treulich geführt von Richard Wagner.
Johannes Franke: Oh.
Florian Bayer: Ja, das Hochzeitlied, was ihr alle kennt. Und so weiter. Ja, auf jeden Fall, genau. Das kennen sie, das spielen sie. Und Ming nimmt Dale zur Königin der Stunde.
Johannes Franke: Das ist auch geil. Auch er bringt das super rüber. Ja, zur Stunde schon.
Florian Bayer: Und dann auch der Priester, der dann sagt, und werdet ihr versprechen, sie nicht in den Weltraum zu schießen, Ming guckt ihn böse an. Ja. Und er korrigiert sich nochmal, zumindest nicht, solange ihr übertrüssig geworden seid.
Johannes Franke: Es ist eine tolle Hochzeit.
Florian Bayer: Fantastisch. Und währenddessen fliegt Flash dahin.
Johannes Franke: Und er ist sehr zielgerichtet, muss man sagen. Er schafft es wirklich sehr, sehr genau in die Mitte dieses Raumes zu fliegen, also wirklich aus einer Entfernung. Also da wäre jeder... NASA-Ingenieur wäre begeistert, mit welcher Genauigkeit er da andockt.
Florian Bayer: Ich finde es toll, wie du diese Szene nacherzählst, ohne zu erwähnen, dass er in einem Penisraumschiff sitzt.
Johannes Franke: Und er penetriert dann auch Ming.
Florian Bayer: Danke. Das sorgt nämlich für Frieden in der Galaxis. Make love, not war.
Johannes Franke: Die Botschaft steckt da drin.
Florian Bayer: Es geht dann relativ schnell am Schluss, ne? Also so ein zack, zack, zack, wenn er da drauf hinfliegt. Der Film geht fast zwei Stunden. Er ist echt schnell. Er rast echt durch. Also es gibt wenig Ruhe und Eigentlich kennt man es auch aus Science-Fiction-Filmen und Fantasy-Filmen aus der Zeit noch, dass sie mehr Ruhephasen haben. Das ist dieser klassische Moment, dass man als heutiges... das Publikum denkt, das könnte aber ein bisschen schneller sein. Einfach weil wir einfach durch Marvel vor allem eine andere Art des Schnitts und eine andere Art des Pacings gewohnt sind. Aber der Film ist schon, der hat einfach die ganze Zeit Tempo.
Johannes Franke: Absolut, absolut. Ich glaube, die haben einfach so viele ridiculous Ideen gehabt, die mussten sie alle unterbringen. Ich glaube, das ist so ein bisschen das Bedürfnis, alles reinzubringen, was einem irgendwie eingefallen ist.
Florian Bayer: Wir müssen zumindest ganz kurz noch einmal... Zurückspulen. Es gibt auch einen Catfight, ne?
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Wir sind drüber weggegangen.
Florian Bayer: Die Kissenschlacht. Mann. Zwischen Aura und... Ah, ich vergesse alles. Dieser Film. Wo waren wir? Zwischen Aura und Dale, die dann auch kurz darauf beste Freundinnen waren. werden? Sie fallen sich dann nämlich nochmal in den Arm.
Johannes Franke: Ja, aber ich meine, also natürlich sagt Dale die ganze Zeit, ich vertraue dir nicht und ich glaube dir nicht und dann glaubt er irgendwann doch und dann Das Vertrauen kommt dann irgendwann auch irgendwie.
Florian Bayer: Weil Aura weint. Sie hat Tränen in den Augen.
Johannes Franke: Genau, sie liegt Water. Naja. Naja.
Florian Bayer: Und dann umarmen sie sich.
Johannes Franke: Aber das ist ein lame Excuse, um nochmal so ein Catfight drin zu haben. so eine ganz furchtbare Männerfantasie ist.
Florian Bayer: Total, absolut. Und er wird auch so inszeniert. Das ist so der einzige Kampf im Film, wo kein... Drama drin ist, sondern wir sehen die ganze Zeit auch noch, wo sie von den Dienerinnen beobachtet werden, die das amüsant finden. Und vielleicht ist das auch Aurors Versuch, sich an Dale ranzumachen. Weil ich find's so ein bisschen schade, dass Aura die ganze Zeit so hetero unterwegs ist, aber in diesem Moment vielleicht will sie auch einfach nur, ne?
Johannes Franke: Ich möchte auch gerne, wenn du dort hinspringst, möchte ich gerne ins Gefängnis einmal springen, wie die beiden da hängen. Und die Szene damit einleitet zu sagen, tell me more about this Houdini.
Florian Bayer: Ich wusste, dass du auf diese Szene abfährst. Ich habe die jetzt nochmal gesehen und gedacht, oh ja, Johannes wird feiern.
Johannes Franke: Was für ein geiler Satz für zwei gefesselte Männer und der eine sagt, erzähl mir mehr über diesen Houdini. Es ist großartig.
Florian Bayer: Und wer hat da bitte diese Propaganda an die Wand gesprüht? Ja, ja.
Johannes Franke: Was steht da? I love Flash.
Florian Bayer: Flash lives oder so? Flash is alive. Long live Flash.
Johannes Franke: Long live Flash, glaube ich.
Florian Bayer: Irgendjemand muss mir das spüren. Spraydose in das Gefängnis gekommen sein.
Johannes Franke: Es ist wirklich echt, es gibt so viele absurde Situationen.
Florian Bayer: Was für ein dummer Platz, um seine politische Botschaft hinzuspringen. Die einzigen, die das sehen, sind die, die sowieso gegen Ming sind. Und nicht mal die, die haben doch was über dem Kopf.
Johannes Franke: Aber vielleicht waren die vorher nicht gefesselt und haben es selbst gemacht.
Florian Bayer: Okay, dann hat ihnen irgendwann Farbe gegeben. Aber die haben ja schon festgestellt, Ming ist ein guter Herrscher. Mit ihrem Blut. Die letzte Botschaft. Aber das Blut von Prinz Baron ist blau.
Johannes Franke: Das stimmt. Oh, dann wissen wir, was es war.
Florian Bayer: Und Zarkov ist ja auch der, der die ganze Zeit stark macht. Er will sich opfern, um Milliarden zu retten.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Und am Ende ... Sagt natürlich unser Flash Gordon, weil er das von Zarkov irgendwann mal gehört hat. Dass er sich opfern will, um Tausende zu retten.
Florian Bayer: Der letzte Beweis dafür, dass er ein kompletter Schimpanse ist, oder?
Johannes Franke: Absolut. Einfach nur nachplappert.
Florian Bayer: Den einzigen Satz von Substanz, den er in dem ganzen Film sagt.
Johannes Franke: Und den hat er nachgeplappert. Und er versteht den, glaube ich, auch nicht wirklich in Gänze.
Florian Bayer: Aber warum kriegt eigentlich vielleicht Gordon am Anfang, wenn er im Knast ist, diese geile stylische Kopfmaske mit den Stacheln? Im Gegensatz zu Tsarkov und Prinz Baron, die dann nur die lame Variante davon kriegen.
Johannes Franke: Er steht größere Trophäe.
Florian Bayer: Aber warum sind die Stacheln außen und nicht innen? Also was soll das?
Johannes Franke: Welche Funktionen das hat? Ich glaube, es ist eher so... Also du kennst doch auch so von so... BDSM-Ästhetik. Da hast du noch irgendwelche Nieten irgendwo dran und hast noch irgendwelche Stachel irgendwo, die auch keine Funktionen haben. die einfach das Ganze ein bisschen aufschuschen sollen, weißt du?
Florian Bayer: Moment, warum hat er keine Hose an? Warum trägt er diese Maske? Und der Gefängniswetter so... Ich muss weg. Ich war es auch nicht. Gefällt es euch denn?
Johannes Franke: Geil. Okay, so. Also, er hat es geschafft, Ming aufzuspießen und Ming... verschwindet im Ring.
Florian Bayer: Er löst sich selbst auf, weil kein Erdenmensch ihm das Leben nehmen kann. Deswegen nimmt Also ich glaube, es soll so eine Art ritueller Selbstmord sein.
Johannes Franke: Nein, ich glaube, es soll ein Rückzug in den Ring sein, damit sie den dann wieder rausholen können in Teil 2 und 3.
Florian Bayer: Naja, ja. Okay, auf jeden Fall muss hier irgendwas sein, was eine Fortsetzung möglich macht.
Johannes Franke: Ja, genau. Vor allem, weil ja auch das Ende Frage zeigt. Da steht und man denkt, oh Gott, das ist das Lameste, was ich je gehört habe.
Florian Bayer: Und sie haben dann ja auch sehr auf mich gesetzt, nachdem sie sich so mit Sam Jones verstritten haben und der dann nicht mehr am Set erschien. und sie dann synchronisiert haben ohne ihn. Die ganzen Plakate von dem Film, Ming ist richtig groß. So Max von Südo ist der Verkauf.
Johannes Franke: Aber er ist der einzige gewesen, der wirklich noch taugte als jemand, der die Werbung machen kann, weil, naja... Wenn der Hauptdarsteller nicht mehr zur Verwirrung steht, weil er mehr Geld haben will oder überhaupt sich mit allen verstritten hat und nicht mehr erscheint. Sie haben ja Pause gemacht zu Weihnachten und nach Weihnachten ist er einfach nicht wiedergekommen. Das ist schon krass.
Florian Bayer: Aber er war sehr empört, dass er danach mitgekriegt hat, dass seine Stimme nicht so...
Johannes Franke: Ja, es hat er erst mitbekommen, als die Premiere war, als Preview.
Florian Bayer: Und es war lange Zeit ein Geheimnis, wer die Stimme ist, weil es wurde nicht in den Credits irgendwie erwähnt. Und es ist, glaube ich, bis zum heutigen Tag nicht 100% geklärt, aber es gibt einen Namen.
Johannes Franke: Es gibt jemanden, der auch tatsächlich dann gesagt hat, ja, ich hab's gemacht. Aber es ist wirklich sehr lange Jahrzehnte unter Verschluss gewesen. Ich möchte einmal den Namen raussuchen.
Florian Bayer: Peter irgendwas, glaube ich.
Johannes Franke: Ja, Peter Marinka, wie auch immer er ausgesprochen wird, Peter Marinka. Der hat viel solcher Arbeit gemacht, Voice-Actor einfach um die Zeit Und naja, dann haben sie dem das zwischen zwei anderen Jobs noch vorgelegt und das hat er halt auch noch gemacht, weißt du? Und ich glaube, also ich würde gerne das Original hören eigentlich, um mal rauszufinden, ob vielleicht da mehr drin steckt. Weil so ein Dubbing, wenn du nicht viel Geld hast im Nachhinein und eigentlich ist das Dubbing sehr gut.
Florian Bayer: Ich wollte gerade sagen, das Dubbing finde ich ziemlich gelungen. Weil man es auch nicht bemerkt.
Johannes Franke: Das ist das Ding. Und das ist sehr, sehr schwer, sowas so zu machen, dass man es nicht merkt. Aber dennoch... Ist ja das ein Unterschied, ob jemand das spielt im Nachhinein oder ob jemand am Set... ähm, das spielt und dann vielleicht im Dubbing nur so zwei, drei kleine Stellen nachkorrigiert werden. Das war ja das eigentliche Problem. Eigentlich ging es ja nicht darum, seine Stimme komplett zu ersetzen, sondern es ging eigentlich darum, dass er hätte nochmal kommen müssen, um ein bisschen ADR zu machen. Nachhinein ein paar Stellen, die nicht richtig aufgenommen wurden am Set, noch zu ergänzen. Und wenn er nicht auftaucht und dann plötzlich ein anderer Schauspieler die Stimme macht, dann muss er natürlich alles anders machen, weil sonst fällt es auf, dass es eine andere Stimme ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und es ist halt traurig, weil eigentlich wäre es ja nicht nötig gewesen.
Florian Bayer: Ich glaube, es war auch so ein bisschen Rache. Ich glaube, vielleicht wäre das gar nicht notwendig gewesen so komplett. Vielleicht wäre es auch anders gegangen und ich glaube, Dino war damals echt angepisst über Sam Jones. Ich glaube auch dieses Ding, dass sie ihn auf dem Plakat so klein machen, spielt da glaube ich auch eine Rolle. Und es ist ja bis heute nicht ganz klar, ob... Sam Jones Dino verklagt hat. Dino hat selbst gesagt, Sam Jones wollte mich verklagen. Stimmt, ja. Weil wir die Fortsetzung nicht gedreht haben und Sam Jones sagt, das ist Bullshit. Ich glaub, Dino war damals richtig angepisst, wie das ganze Ding gelaufen ist mit dem. Und ich kaufe auch irgendwie Sam Jones ab, dass der da auch so ein bisschen reingestolpert ist, ein bisschen so Größenwahn, Naivität... Ja. Und dass er sich dann zu ernst genommen hat, ja, und dann wahrscheinlich auch schon ziemlich ätzend war am Set, das glaube ich auch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber dass in seiner Wahrnehmung der Konflikt bei Weitem nicht so krass war und dass er dann ziemlich erschrocken ist, als Dino irgendwann gesagt hat, so, jetzt ist Schluss, keine Ahnung, wie angebrüllt hat, wie zusammengefaltet hat, aber offensichtlich so, dass er gesagt hat, jetzt habe ich keinen Bock mehr.
Johannes Franke: Ja. Am Ende kann man auch nicht alles auseinander klamüsern und wissen, was jetzt eigentlich wie wo war. Es gibt im Nachhinein sehr viele Aussagen darüber, aber eigentlich... Es gibt so viele Probleme in Hollywood. Was soll's.
Florian Bayer: Ich glaube, also was eigentlich ganz schön ist, wenn man die Leute heute über den Film reden hört. Da ist wenig Reue und Bedauern dabei, sondern irgendwie vor allem Freude darüber, dass der Film so gut ankommt. Und alle scheinen sich auch so ein bisschen mit dem Augenzwinkern an, die Dreharbeiten zu erinnern. Auch mit dem Lächeln und mit dem Lachen. Und ja, das war total absurd, das war total chaotisch. Auch Dino hat gesagt, also nach dem Film, the only improvised 27-million-movie ever made. Und ich glaube, er hatte da auch irgendwie Spaß und das ist da nicht so geworden, wie er sich das vorgestellt hat und ich kann mir vorstellen, dass da extra extrem viel Frust dabei war, als es dann nicht so gut gelaufen ist in den USA, als es einfach nicht die Millionen von Dollar eingespielt hat, die es eigentlich hätte einspielen sollen. Und vor allem ist dann auch... Offensichtlich wurde es auch nicht gut vermarktet. Keine gute Promo dafür gemacht. Es... Hatte Konkurrenz mit ... Es war einfach eine komische Zeit. Wir hatten Star Wars ... Eingeklemmt von Star Wars und Indiana Jones und Star Wars 2 ... ist dieser Film irgendwie verloren gegangen, weil er einfach, wahrscheinlich auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda, weil er war ja am Anfang recht erfolgreich. Aber das erste Wochenende war wirklich gut. War ja an der Spitze. Aber dann haben die Leute den gesehen und haben zu ihren Freunden gesagt, du, das ist nicht wie Star Wars. Und das ist nicht wie Alien. Das ist irgendwie, das ist total veraltet. So was guckt heute keiner mehr.
Johannes Franke: Es ist halt leider deswegen auch, wie du sagst, die falsche Zeit. Die Sehgewohnheiten waren einfach andere durch Star Wars und so. Und das ist natürlich traurig. Aber umso schöner zu sehen, dass es dann ein bisschen hochgekommen ist wieder und seinen Kultstatus erreicht hat. Auch durch Ted, oder wie dieser Film heißt, von diesem Teddybären.
Florian Bayer: Na, der Regisseur von Ted war extremer Fan von Sam Johnson und Rheingold. Ich hab Ted nicht gesehen. Ich weiß, das ist von dem Family Guy-Macher, glaube ich. Seth MacFarlane, oder?
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und ich habe es nicht gesehen. Ich glaube, es ist so typisch dreckiger Comedy-Film. Schwarzer Humor, böser Humor und viel Gefluche und so.
Johannes Franke: Ja, ich glaube ein Film, der mir nicht so gefallen würde. Aber die haben den wieder hochgeholt auch und haben da nochmal draufgedrückt auf die Tube. Was so Legendenbildung und Kultstatus betrifft. Obwohl er auch vorher schon...
Florian Bayer: Er war vorher schon Kultfilm. Als ich ihn euch gezeigt habe, du warst ja nicht da, du hast ja blau gemacht, da hab ich ihn schon mit diesem ... Wie gesagt, ich hab die Liebe für diesen Film, seit ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. hat sich natürlich verändert und ich hab ihn dann mit der Zeit immer ironischer geguckt, aber dass er verdammt viel Spaß gemacht hat, das hat sich nie geändert. Dieser Film unterhält mich total. Und das war auch diesmal wieder so. Und deswegen ist es auch überhaupt nicht verwunderlich, dass er zum Kultfilm geworden ist. Es ist nicht verwunderlich, dass er 1980 so wenig Erfolg hatte und es ist auch nicht verwunderlich, dass er so ein Cult-Following hat.
Johannes Franke: Das klingt ein bisschen nach Fazit. Wollen wir vielleicht unsere Top 3 dazwischen...
Florian Bayer: Wir müssen vor dem Fotze... Mach mal so ein Quetschgeräusch. Nicht mit dem Mond-Sound-Design, Johannes. Kein Pew-Pew-Pew-Sagen. Du hast eine Soundbibliothek. Meine Güte, wofür bezahlst du dein Adobe-Abo? So, nachdem dieses generische Quetschgeräusch jetzt zu hören war. Top 3.
Johannes Franke: Unsere Top 3. So, nachdem jetzt der generische Top-3-Jingle drin ist.
Florian Bayer: Entschuldigung.
Johannes Franke: haben wir eine Top 3. Du hast dir gewünscht.
Florian Bayer: Außerirdische Völker.
Johannes Franke: Außerirdische Völker.
Florian Bayer: Wir haben schon mal Top 3 Außerirdische gemacht, aber ich wollte jetzt so mehr auf die Zivilisation. Ich habe noch überlegt, ob ich noch kulturschaffend dazu schreibe. Und hatte dann die Hoffnung, dass wenn ich schreibe Völker, dass du verstehst, was ich damit meine.
Johannes Franke: Ich habe auch... sofort angefangen, außerirdische Kulturen zu googeln und so. Ja, perfekt. Weil ich gedacht habe, genau die Richtung geht es ja eigentlich. Ich habe eine Liste. Es gibt echt viele, muss man sagen. Es gibt mehr als ich dachte. In der Recherche haben sich viele Sachen geöffnet. Wo ich dachte, ach stimmt, die waren ja auch noch. Und ich habe Schwierigkeiten, das zu sortieren. Das Ding ist, wenn ich wirklich eine ganz ehrliche Top 3 machen würde, hätte ich nur Dr. Who drin.
Florian Bayer: Ah, natürlich, ja.
Johannes Franke: Weil da so viel drin ist und so viel, dass ich liebe. Aber das kann ich nicht machen, sonst habe ich eine sehr einseitige Liste.
Florian Bayer: Extraliste Dr. Who. Ich kenne ja nichts davon. Ich habe ja Dr. Who fast gar nicht geguckt.
Johannes Franke: Okay. Also ich kann eine Extraliste Dr. Who machen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Okay, aber das mache ich dann danach. Das heißt, ich muss aber anfangen.
Florian Bayer: Du musst anfangen.
Johannes Franke: Mit dem Platz 3. Mein Platz 3, wenn ich Dr. Hu jetzt komplett rausnehme erstmal. Hätten wir auf Platz 3 die Borg, Star Trek.
Florian Bayer: Das ist erstmal ein Markenschlag. Wir steigen gleich mit den kommunistischen Faschisten ein. Was? Assimilieren. Widerstand zwecklos.
Johannes Franke: Ich fand das als Erzählung wirklich großartig. Ja. Weil du ja davor sitzt und denkst, okay, das ist das Gefährlichste, was mir irgendwie einfallen kann. Also als ich davor saß zumindest, da hab ich gedacht, oh mein Gott. Wie willst du damit umgehen? Du hast einen Haufen Rassen, die irgendwie mit Waffen rumwedeln und so und auf irgendwelchen Planeten landest du und dann musst du da irgendwie mit dem... in kommunikation treten und star trek hat ja immer irgendwie versucht sozial zu lösen weniger mit waffengewalt und die borg waren einfach immer so ein ding wo man davor saß und dachte, scheiße, was mache ich jetzt?
Florian Bayer: Ja, eher so eine radikale Urangst. Es gibt eine Folge, wo sie denen zum ersten Mal begegnen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Als sie von Q dahin geschleudert werden. Und es ist wirklich so ein Schockmoment. Total. Weil Next Generation setzt ja auch an in so einer Star Trek Welt, wo du das Gefühl hast, alle Probleme sind gelöst. Und alles ist gut und es gibt keine großen komplizierten Konflikte mehr. Und dann kommt plötzlich diese absolut ultimative Bedrohung noch mal. Und dann gibt's ja auch diesen Film The First Contact. wo die Borg in die Vergangenheit reisen und dann wird die Zukunft geändert und dann ist plötzlich in der Gegenwart alles von den Borg verseucht. Also es gibt keine Erde mehr, alles ist Borg. Ja, das ist schon krass. Das ist auf jeden Fall. Star Trek hat es wirklich geschafft, Angst zu machen. Das ist beeindruckend, weil Star Trek war keine Serie, spezialisiert war.
Johannes Franke: Darum ging es ja eigentlich nicht. Aber die haben auch so geile Ideen gehabt, einfach für so So Rassen, die einfach immer in ihrer Funktion natürlich für die Serie, für die Folge ein bestimmtes soziales Problem aufgeworfen haben, das dann gelöst werden musste.
Florian Bayer: Ich komme später nochmal zu Star Trek. Star Trek, fand ich, hatte auch immer einen sehr guten Umgang mit fremden Kulturen. Also mit diesen... Außerirdischen, also zum einen, weil sie wirklich kreativ waren, die zu entwickeln, aber es dann auch geschafft haben, denen so eine Plausibilität zu geben. Und auch so eine Perspektive, also eine Perspektive, die nachvollziehbar war. Das sind Wesen, die etwas wahrnehmen, die eine bestimmte Haltung haben, die kommt daher, weil sie so funktionieren. Und dadurch war das immer sehr glaubwürdig und man hat auch wirklich geschafft, auch mit sehr speziellen Arten von Wesen sowas wie Empathie zu erschaffen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Mein Platz drei.
Johannes Franke: Dein Platz drei.
Florian Bayer: Die Fermians, beziehungsweise die Termianer aus Galaxy Quest.
Johannes Franke: Ach Gottes, ich hab Galaxy Quest nicht gut genug geguckt.
Florian Bayer: Einfach weil ich die Idee total schön finde, dass eine außerirdische Kultur komplett von unserer Kultur inspiriert ist. alles so macht, wie sie es von uns gelernt haben, aber eben aus Star Trek, also aus einer Science-Fiction-Serie aus den 60ern. Das ist ihr Ding. Sie haben diese Signale von der Erde empfangen, und dachten, das wäre eine Dokumentation. Und das waren halt eigentlich TV-Aufzeichnungen von eben diesem Star-Trek-Dokument. Klon, der Galaxy Quest hieß. Und dann haben sie ihre Raumschiffe so gebaut und ihre Kultur entsprechend angepasst und dann laufen sie halt in diesem Setting rum, was aussieht wie eine Science-Fiction-Serie aus den 60er Jahren. Fantastisch.
Johannes Franke: Okay, dann hätte ich meinen Platz zwei, das nächste große Ding Star Wars. Und da sind mir die Wookies einfach die liebsten. Ich hatte kurz überlegt, ob ich Möta nehme. Aber die Mookies im Original sind einfach wirklich einer der tollsten, süßesten, aber auch beeindruckendsten Rassen, die ich mir so vorstellen kann.
Florian Bayer: von Star Wars nichts drin? Weil man Star Wars, also zumindest bei den klassischen Filmen, relativ wenig über die Völker erfährt. Die Wookies werden ja auch eher so, also wir haben halt Chewbacca. Und es fehlt so ein bisschen, dass wir so ein Gesamtbild von ihrer Kultur haben. Und ich finde da ist Star Wars auch nicht gut drin. Also das kann Star Trek deutlich besser, auch wenn ich grundsätzlich Star Wars mehr mag, dieses andere Völker zeigen.
Johannes Franke: Ich habe das Gefühl, dass Star Wars Quantität vor Qualität stellt in dem Fall, weil du wirklich so wahnsinnig viele hast, wo du nicht viel von weißt. Was ich liebe, sind diese ganzen kleinen Kreaturen, die da so Dann hast du quasi ein mausgroßes Teil, was irgendwo in der Gegend rumflitzt und irgendwelchen Scheiß macht und dann hast du so ein fliegendes, fettes Ding, wo du denkst, wie geht die Physik bitteschön davon? Auf jeden Fall immer irgendwie mit Charakter und irgendwie süß und liebend. Also das finde ich halt an Star Wars toll dann in diesen Dingen.
Florian Bayer: Ja, auch einfach, weil Star Wars ist so ein bisschen krasser als Star Trek einfach, weil die viel mehr mit dem Visuellen rumspielen bei Star Trek. ist es halt so, dass du immer humanoide Rassen hast, denen dann halt irgendwas auf die Stirn geklebt wird oder an die Ohren oder ans Kinn und dann bap, nächste außerirdische Rasse. Und ihr kriegt jetzt Stirndinger, keine Ahnung.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau.
Florian Bayer: Mein Platz 2. Die Heptapoden aus dem Film Arrival, relativ junger Film, Science Fiction Film, wo dieses Volk auf die Erde kommt, um mit der Menschheit zu kommunizieren. Und wir wissen lange nicht, was es mit diesem Volk auf sich hat. Aus dem Jahr 2016 ist der Film. Und ich will eigentlich nicht spoilern. Lass mich mal kurz überlegen, wir erfahren dann schließlich, dass die eine sehr spezielle Art haben zu kommunizieren und wahrzunehmen. komplett anders ist, als unsere menschliche Art zu kommunizieren und wahrzunehmen. Und das wird total glaubwürdig erzählt, wie sie wahrnehmen. sodass wir es verstehen und sodass wir mitfühlen können, wie sie ticken als Volk. Und deswegen fällt die Kommunikation mit der Menschheit so schwer, weil hier so unterschiedliche Wahrnehmungen haben. Und das ist total faszinierend. Das ist schwer zu beschreiben, ohne zu spoilern. Ich will nicht spoilern. Müssen wir vielleicht gleich auch irgendwann mal gucken. Großartiges Science-Fiction-Film 2016 von Danny Villeneuve.
Johannes Franke: Okay. Dadurch, dass ich mich auf Doctor Who eingestellt habe ... kann ich gar keinen anderen, also außer vielleicht noch Q von Star Trek, aber dann hätte ich viel zu viel von Star Trek mit drin und Q ist lange der einzige seiner Rasse, aber kommt später dann, da
Florian Bayer: Die Q ist mein Platz 1.
Johannes Franke: Wirklich?
Florian Bayer: Die Q, ja, weil die so eine wunderschöne Götterfantasie sind. Ja, genau. Q ist auch der Name des Volkes, genau. Am Anfang denken wir, es wäre nur diese eine und dann erfahren wir, dass dieses Volk ist. Und es gibt auch eine ganz tolle Episode, wo Q aus diesem Q-Kontinuum raus will. Und dann gibt es einen Prozess und die Menschen dürfen die Richter sein. Und dann schauen sie sich an, wie diese Q leben. Und dann wird das halt visualisiert. Und sie langweilen sich halt. Sie sitzen nur auf ihrer Veranda. Und machen nichts, weil sie übermächtig sind. Alles wissen, alles können. Und Q will das nicht mehr. Der hat keinen Bock mehr da drauf. Dann hau mal deine Dr. Who's raus.
Johannes Franke: Meine Dr. Who's. Also, ich... Ich hab hier vier stehen. Wer muss rausfliegen? Wer ist das schwächste Glied? Ich nehme mal einfach die Gallifreyans raus, die zur Rasse gehört, auch Dr. Who quasi. Also der Doktor kommt von Gallifrey und ein Time Lord. Durch neueste Entwicklungen ist sowieso infrage gestellt, wer jetzt die Heimlords und wer die Gallifreyans und ob die da die gleichen Ursprünge haben und so. Aber das sagt ja alles nichts, deswegen werde ich darüber nicht... Große Reden. Ich finde, auf Platz drei gehören die Daten. die bei vielen Leuten auf Nummer 1 stehen, weil die Daleks von Anfang an dabei waren und exterminate. alles zerstören wollen, einfach was ihnen im Weg steht. Und es gibt keine Verhandlung mit den Daleks. Das ist das Gefährliche an den Daleks. Man kann nicht mit ihnen verhandeln, man kann nicht sagen, So, guck mal, also jetzt wäre vielleicht schlauer für dich, wenn du erstmal den da umbringst und mich verschonst, weil du dann später vielleicht da einen Vorteil hättest oder sowas. Die sagen dann einfach... Nein, du wirst exterminiert und das war's.
Florian Bayer: Warum sind die gruseligsten Geschäfte bei Dr. Who eigentlich Plechmülleimer?
Johannes Franke: Es ist ja gar nicht das Gruseligste. Das ist am Anfang, dazu kommen wir jetzt, deswegen ist sie nur auf Platz 3, weil die, ich glaube am Anfang waren die Monster vor allem... Die sind geboren aus Alufolie und einem Planscher, also so einem, wie heißt das im Deutschen, wo du das Klo mit versuchst zu entstopfen. Pömpel, genau. Also du hast so ein Pömpel und Alufolie und fragst dich, was kann ich ein Monster draus machen, weißt du? Und vielleicht noch Bubblewrap. Und so kommen die Monster zustande bei Dr. Who in den 50ern, 60ern, 70ern und so weiter. Und dann In den neueren haben sie natürlich mehr Geld und mehr Möglichkeiten und da werden die Monster auch anders. Und deswegen finde ich, auf Platz zwei gehören die Weeping Angels. Weiß nicht, ob dir das was sagt.
Florian Bayer: Sind das die, wenn du, warte mal, wie war das, wenn du sie anguckst oder wenn du dich umdrehst, irgendwas so in der Richtung warst?
Johannes Franke: Richtig, die sehen aus wie Statuen. Also wenn du nachts auf einem Friedhof rumläufst und einen Haufen Statuen, Engelsstatuen siehst... dann könnten das locker Weeping Angels sein. Sobald du sie anschaust, können sie sich nicht bewegen. Aber sobald du wegguckst, haben sie die Fähigkeit, ihren steinernen, offensichtlich steinerinnen, aber man weiß nicht, woraus bestehen sie, Okay, das ist gruselig. Das heißt, solange du sie anschaust, hast du eine Chance zu überleben.
Florian Bayer: Okay, das ist wirklich gruselig.
Johannes Franke: Und es gibt eine ganz tolle Folge, wo das Motto ist, don't blink. Blink and you're dead. Das ist großartig. Okay, ja, cool. Ganz, ganz tolles Monster. Und auf Platz 1 möchte ich, das geht so ein bisschen in die gleiche Richtung, aber es ist nochmal ein anderer Spin darauf, The Silence. Das sind die Viecher, die man wieder vergisst, wenn man sie nicht anschaut. weißt nicht, sobald du wegschaust, weißt du nicht mehr, dass hinter dir ein Monster steht, das dich umbringen will. Es ist fucking gruselig. Und das Geile ist, dass man super damit erzählen kann. Das heißt, es gibt eine Folge, in der der Doktor weiß, dass es diese gibt und irgendwie auch noch... rekonstruieren kann, dass die gerade ein Problem sind. Und er findet einen kleinen Rekordbutton, den man drücken soll, während man sie sieht, dann sagt man selbst, sich selbst, du pass auf, hinter dir ist einer von der Silence. Und dann leuchtet so ein Button quasi. Und dann gucken die weg, vergessen wieder, dass sie das Monster gesehen haben, aber dann leuchtet so ein Ding an ihrem Handgelenk. Und dann stellen sie fest, ach scheiße, okay, da ist irgendwas. Und dann noch dazu geben sie sich einen Strich aufs Gesicht oder irgendwo hin, wo halt gerade noch Platz ist. um zu zählen. wie viel von den Viechern sie gesehen haben. Das heißt, du erzählst das dann aus der Perspektive desjenigen, der sie vergessen hat. Das heißt, du siehst die Dinge eigentlich ganz lange nicht, sondern siehst nur... wie ein Strich nach dem anderen auf der Haut auftaucht. Und du denkst dir, ach du Scheiße, sie sind da. Es ist wirklich sehr, sehr gut.
Florian Bayer: Okay, das kann ich mir vorstellen, dass das, wenn das cool inszeniert ist, auch echt spannend ist.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Ja, das war unsere Top 3, schön.
Johannes Franke: Ich habe sogar zwei Top 3 gehabt. Okay, diese Woche habe ich gewonnen.
Florian Bayer: Nein, wenn du alles mit Doctor Who voll ballerst, das zählt nicht.
Johannes Franke: Das könnte ich aber jede Woche hören. Okay, gehen wir zurück in unseren Film. Das war unsere Top 3.
Florian Bayer: Ja und kommen wir zu einem Fazit, würde ich sagen.
Johannes Franke: Das Urteil.
Florian Bayer: Ich liebe diesen Film. Ich glaube, das ist deutlich geworden. Ich finde diesen Film ganz fantastisch und ja, er kam zur falschen Zeit und ich möchte nochmal stark machen, dass er nicht einfach nur zu spät kam, sondern auch zu früh. Dass die Art, wie er mit Ironie spielt, wie er albern ist und wie er drüber ist, dass das deutlich näher an zum Beispiel Thor Ragnarok ist. aber auch an Captain Marvel ist als Star Wars. Es gibt die Marvel-Filme, die ernster sind. Zum Beispiel Black Panther ... Hat einen ernsteren Ton. Iron Man auch eher. Also zumindest die Fortsetzung. Aber es gibt so eine ganze Reihe von albernen, witzigen Marvel-Filmen. Also vor allem die Thor-Filmen. mit jüngeren Datums, die von Taika Waititi inszeniert sind. Aber auch z.B. Captain Marvel hat auch eher mit dem Comedy ... mit den Comedy-Möglichkeiten gespielt. Und an denen ist Flash Gordon verdammt nah dran. Die haben verdammt viel von Flash Gordon gelernt. Und vielleicht kann auch heute noch Spaß machen. Der Film ist extrem gut gealtert, gerade weil er so schlecht gealtert ist vielleicht. Absolut verdienter Kultfilm, großartige Unterhaltung, auf jeden Fall ein Muss-man-sehen-Film.
Johannes Franke: Also ich finde, dass dieser Film am erfolgreichsten darin ist... Alles zu ignorieren, was ein Film normalerweise irgendwie zu einem Film machen würde, zu einem guten Film machen würde, Aber so unterhaltsam zu sein und man die ganze Zeit denkt, es ist so scheißegal, ob das jetzt Sinn macht oder nicht. Ich habe einfach Spaß. Und ich weiß nicht, wie wichtig ist, wer was davon wollte. Ob Dino jetzt einen anderen Film wollte oder wo er hin wollte oder ob der Regisseur ein andere Richtung einschlagen wollte oder ob der Hauptdarsteller, egal was jeder Einzelne wollte, zusammen in ihrem Missverständnis darin... haben sie das perfekte Ding geschaffen. Und es ist so seltsam. Und deswegen feiere ich das Ding auch, weil ich denke, okay, wenn jeder mit Leidenschaft... seine eigene Sache macht, kann auch irgendwie was draus werden.
Florian Bayer: Man muss nicht zusammenarbeiten, um zusammen ein Meisterwerk zu erschaffen. Hahaha.
Johannes Franke: Und natürlich macht nichts Sinn. Aber das ist wirklich Teil des Spaßes. Es ist toll. Also ich glaube, das ist auch ein Film, der Mut macht, einfach drauf los zu inszenieren und zu drehen und zu machen. Natürlich hat der Film trotzdem sehr viel Budget gehabt, das offensichtlich vor allem in die Kulissen gegangen ist und in die Kostüme.
Florian Bayer: Er hat nur ein Mordsbudget.
Johannes Franke: Also 20 Millionen ist schon wirklich irre viel Geld.
Florian Bayer: Es ist halt ein Film, bei dem ganz viel schief gelaufen ist. Du hast ein extrem hohes Budget, du hast einen extrem selbstverliebten, größenwahnsinnigen und gleichzeitig kindlich naiven Produzenten. Du hast eine riesige Crew, die sich alle nicht verstehen. Und dann hast du SchauspielerInnen, die gecastet wurden, weil sie halt gut aussehen. Und aber dazwischen auch so ein paar extrem wichtige CharakterdarstellerInnen. Und dann wirfst du das alles zusammen in den Topf und dann passiert das und du hast wie im Comic so eine riesige Wolke und dann kommt dieser Film rausgeflogen.
Johannes Franke: Du sagst Comic, das ist ja eigentlich das Gute daran. Was ich glaube ist, dass es extrem gut ist, dass der Set-Designer sich nicht am Drehbuch, sondern an den Comics orientiert hat. Und dass der eigentlich... fast einer der größten Argumente für den Film ist. Weil der Film aussieht und sich anfühlt wie das Comic.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Auch mit dieser Naivität, ne? Volle Kanne mit der Naivität eines Comics, auch eines Comics aus der Zeit. Mit diesem Helden, der irgendwie, das ist vielleicht der einzige Punkt, den ich habe, der Held könnte stärker der Held sein, weil der Schauspieler so schlecht ist, kommt das nicht richtig durch. Alle anderen Figuren sind stärker als er. Alle anderen Figuren geben dem Film mehr als er.
Florian Bayer: Und dann wird er immer besungen. He is our savior.
Johannes Franke: Was er alles ist und was er alles kann.
Florian Bayer: He is a miracle. Das ist unglaublich.
Johannes Franke: Ich finde es ganz toll, was Queen da mitgemacht hat. Wirklich, wirklich. Ein ganz toller Song und ganz tolle Musik dazwischen. Ja, guckt ihn euch an, auf jeden Fall. Und es ist nicht nur Trash, sondern es ist auch tatsächlich super, super tolle Momente da drin. Und einfach als Film... Meisterwerk.
Florian Bayer: Extrem unterhaltsame Big-Budget-Katastrophe und absolut verdienter Kultfilm. Danke, Johannes. Danke, dass du ihn endlich gesehen hast. 20 Jahre, nachdem ich ihn dir zeigen wollte.
Johannes Franke: Meine Güte. Danke, dass du ihn vorgeschlagen hast.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche drankommt, da gibt Johannes mir wieder eine Hausaufgabe auf. Bleibt dran, das erfahrt ihr nach unserem Jingle. Ansonsten vielen Dank fürs Zuhören. Eine schöne Woche euch.
Johannes Franke: Ja, schöne Woche euch. Bis dann. Bleibt gesund.
Florian Bayer: Ciao.
Johannes Franke: Ciao. So, das ist der Moment für eine Ankündigung für das nächste Mal. Allerdings haben Flo und ich vergessen, diese Ankündigung aufzunehmen. Deswegen eine Single-Nachricht nur von mir. Für euch nächste Woche gibt es Orphea in Love. Orphea wie Orpheus. Nur eben Orphea, In Love von Axel Ranisch. Ein neuerer Film, den ihr euch vielleicht noch angucken könnt. Bis nächste Woche. Ciao.

Überwiegend wirklich tolle Filme besprochen. Das woke Geseiere ist wahrlich schwer zu ertragen…!
Uuuh! Danke für diese wunderbare Werbung für den Podcast!