Episode 134: Ziemlich beste Freunde – Der französische Kassenschlager des 21. Jahrhunderts
Üblicherweise läuft es ja bei uns folgendermaßen: Der eine schlägt dem anderen einen Film vor, über den er voll des Lobes ist, und bangt dann dem jeweiligen Gespräch entgegen, in der Hoffnung, dass sein Must-see nicht zerrissen und vielleicht sogar richtig gemocht wird. Warum es im Falle der französischen 2011er Hitkomödie etwas anders gekommen ist, könnt ihr in dieser Episode nachhören.
Wir sprechen über den großen Kassenschlager, über Realismus und Romantik im Kino, sowie die Darstellung von schwarzen und behinderten Menschen im Film.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 134: Ziemlich beste Freunde – Der französische Kassenschlager des 21. Jahrhunderts Publishing Date: 2023-07-26T08:03:39+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/07/26/episode-134-ziemlich-beste-freunde-der-franzoesische-kassenschlager-des-21-jahrhunderts/
Florian Bayer: sich hingeführt hat. Johannes, du hast den Film vorgeschlagen, jetzt hör auf, du musst den jetzt zuwerfen. Wir haben es schon lange nicht mehr gemacht, dass wir erklären, was wir hier überhaupt machen. Ja, was machen wir hier eigentlich, ich verstehe es gar nicht. Also es gibt Hausaufgaben. Einmal in der Woche stellt einer dem anderen eine Hausaufgabe in Form eines Films und die Woche drauf reden wir dann darüber. Das heißt, ihr habt auch eine Woche Zeit, euch den Film anzugucken und im besten Fall entsteht dann eine spannende Diskussion, weil unser Filmgeschmack ja doch manchmal ein bisschen auseinander geht. Ja, das haben wir gerade letzte Woche bemerkt. Ja. Ich hoffe, dass es diese Woche Olivier Nakasch würde ich sagen. Und Eric Toledano. Ja, genau. Klingt französisch, wenn ich so ausspreche. Ich habe keine Ahnung, ob es richtig ist. Toledano vielleicht auch, weil das E keinen Akzent hat. Keine Ahnung. Im Gegensatz zum E von Eric. Das ist, was Plur sagt. Ja, ein Film, der voll eingeschlagen ist. Der war, ich kann mich erinnern, ich habe den Film bis jetzt nicht gesehen. Ich habe ihn in dieser Hausaufgabe zum ersten Mal geguckt. Ich kann mich aber erinnern, dass die Plakate überall hingen, als dieser Film im Kino die Liste. In Deutschland ist das bis heute, ne? Bis heute. Meine Güte. Er war der erfolgreichste Film im Jahr 2012 und er ist bis zum heutigen Tag der erfolgreichste französische Film in der deutschen Kinolandschaft. Also er hat ein amerikanisches Remake gekriegt. Das ist, äh... Hast du eins von den Remakes gesehen? Nein, hab ich nicht gesehen. Das ist amerikanisch am ehesten wahrscheinlich, ne? Aber das muss so schrecklich schlecht sein. Das hat ziemlich gemischte Kritiken gekriegt, aus dem Jahr 2017 mit Brian Also nachdem ich jetzt den französischen gesehen habe, fällt es mir wirklich schwer, mir Kevin Hart in der Rolle des Protagonisten vorzustellen. Kevin Hart ist nicht das, was Triss in dem französischen Film ist. Triss ist ein großer Typ, der auch einschüchternd wirkt und der eine physische Präsenz hat. Ja. Und ich mein, Kevin Hart ist witzig, aber Kevin Hart ist jetzt nicht sonderlich groß. Niemand, den man so ernst nehmen kann. Und hat auch nicht so eine einschüchternde Präsenz, die zu der Rolle ja irgendwie auch spielt das ja auch irgendwie anders. Vielleicht haben sie ja der Geschichte auch andere Seiten abgewonnen als der französische Film. Ja. Ich bin ganz froh, dass es kein deutsches Remake gab, ne? Ja. Das machen die Deutschen ja auch ganz gerne. Es gab ja diesen einen Film, wo... Christoph Maria Herbst hätte garantiert den im Rollstuhl gespielt. Oh, das Und, und wer wäre denn gewesen? Jetzt sind wir einen schwarzen Schauspieler in Deutschland, der immer Ja, lass uns mal überlegen, das schlimmste Remake, das man sich in Deutschland vorstellen könnte von diesem Film. Oh, mein Gott. Komm, aber mit Christoph Maria Herbst und Kaya Yala bin ich schon nicht schlecht. Ja, auf jeden Fall. Also, ich glaube auch in Deutschland, also du nimmst auf jeden Fall einen Araber, arabisch gelesenen Menschen. Ich hätte jetzt türkisch gesagt. Ja. Okay, ja, ja. Im Laufe dieser Episode überlege ich mir noch mal, welche Darsteller, und es gibt nicht viele in Deutschland. Fünf Sekunden am Ende sehen wir einmal. So, die Borgo ist der Querschnittsgelähmte, der vor kurzem, es ist wirklich einfach ein Zufall, wir wussten, dass, als Johannes den Film vorgeschlagen hat, war er noch lebendig. Er ist vor einer, zwei Wochen, nee, wenn ihr das hört, wahrscheinlich schon. Und ich hab in der Recherche gesehen, huch, der ist jetzt gestorben. Was für ein Zufall, weil es war auch nicht groß in der Presse, ne? Und Abdel Yasmin Selou heißt der Algerier, der in der Warenbegebenheit, auf der der Film basiert, sich um ihn, um Philipp gekümmert hat. Ja. In der, in der Verfilmung ist es kein Algerier, sondern ein Senegalese namens Tries und der im Rollstuhl heißt aber nach wie vor Philipp. Genau. Ja. einsteigt, so Flash Ford, quasi wir haben diese Autofahrt von den beiden und die Polizei verfolgt sie und sie witzeln dann ein bisschen und dann beschließen sie halt einmal die Polizei zu foppen, indem sie sagen, hier, Philippe, der hatte einen Anfall, wir müssen jetzt ins Krankenhaus und Tries gewinnt noch ein bisschen Geld, nicht mehr darauf wettet, dass sie ihm eine Eskorte machen, deswegen. Und das ist tatsächlich passiert anscheinend. Ja. Also wir haben einen Tries, der tatsächlich unser Protagonist ist. Also was ich erstmal eine coole Entscheidung finde, ist bei so einem Film, ist es ja meistens so, dass entweder eine sehr auktoriale Perspektive gewählt wird oder, man kann es nicht anders sagen, der Weiße wird eher als Identifikationsfigur reingepackt. Das stimmt. Aber wir haben hier Tries tendenziell eher als der, dessen Perspektive gezeigt wird. Wir folgen Tries auch. Also wir sehen den Anfang bei diesem Bewerbungsgespräch und dann bleiben wir nicht bei Philipp, obwohl er vermeintlich vielleicht auch mit seiner Querschnittslähmung und mit seiner etwas zynischen Art vielleicht der spannende Charakter wäre, sondern wir verfolgen Tries und erleben erstmal, wie er lebt und was er gemacht hat, bevor er da gelandet ist, wo er jetzt war. Finde ich okay. Also es ist halt, es gibt sowas Grundsätzliches, was ich über den Film denke. Jetzt gehe ich schon sehr ins Urteil rein. Ja, mach mal, mach mal, mach mal. Komm, gib's mir. Das ist am Anfang, ist es noch nicht so ersichtlich. Ich hatte am Anfang, nachdem die Verfolgungsjagd gezeigt wurde, das fand ich voll witzig, hatte ich voll Spaß, fand ich super unterhaltsam und dann kommen so die ersten Klischees rein, wenn Tries sich bewirbt und wenn Tries auftritt und dann zieht sich das doch ziemlich durch den Film, dass immer wenn Handlung erzählt wird und immer wenn Entwicklung von den Personen erzählt wird, dass halt schon sehr viele Klischees drin sind. Bis zu dem Punkt, wo du das Gefühl hast, du siehst keine echte Handlung, sondern du siehst irgendwie so Abziehbilder, die auch eine gewisse, was erzählen sollen in dieser Funktion, die sie haben, aber die so sehr auf die Funktion reduziert sind, dass mich die emotionalen Momente emotional nicht wirklich catchen können, weil es dafür einfach zu sehr, zu sehr dieses klischeehaft ist, zu sehr diese Figuren, die sich da bewegen. Und das betrifft sowohl Tries als auch Philipp bis zu dem Punkt, wo ich gedacht habe, okay, geil, der Film hat es geschafft, zwei Klischees zu vereinen. Er hat einmal den White Angel, ne einmal den White Savior und den Black Angel. Der Black Angel, der nur dazu dient, dem Weißen zu helfen, wieder zu leben. Ja, ja. Und dann gleichzeitig der White Savior, der zeigt, hey, da die, die, die, die unkultivierten Schwarzen, die schaffen das ohne mich nicht. Ja. Aber ich führe sie heran an die Welt der Kunst und der Kultur. Aber ich meine, es ist ja auch das erklärte Ziel des Films, ne, dass die sich gegenseitig retten. Es ist das erklärte Film, dass sie sich gegenseitig retten, aber es ist halt schon so, es sind, es sehr, sehr viele Klischees. Und bis zu dem Punkt, wo ich denke, oh, es ist zu viel, ich will das nicht mehr. Ich hatte viel mehr, ich überhaupt nicht so. Nein, nein, überhaupt nicht. Philippe ist auch. Verdammte Scheiße. Philippe ist triss gegenüber, deutlich offener als Tries Philippe gegenüber. Philippe ist der, der ihn reinholt, der ihm die Chance gibt und ich finde es eigentlich, ich finde es tatsächlich nicht verkehrt, dass der Film Rassismus nicht so groß thematisiert. Ja. Finde echten Probleme. Das ist so ein bisschen das Ding. Ja, der Film ist, der Film ist in seinen emotionalen, sentimentalen Momenten, die Gott sei Dank nicht so viel sind, scheitert er, weil er einfach, weil er schafft es mir nicht, eine emotionale Bindung zu den Figuren zu geben, weil sie halt einfach zu sehr reißbrett sind und weil alles doch so ein bisschen an der Oberfläche bleibt, so sehr flach. Es soll zu sehr Spaß machen, oder? Was halt der zweite Punkt ist. Ich war überrascht. Ich habe was anderes erwartet. Das ist erst mal so ein grundsätzliches Ding. Ich habe eine Tragikomödie erwartet. Ich habe erwartet, dass es mehr Konflikte gibt, dass es mehr gesellschaftliche Aushandlungen gibt und dass das einfach Sachen gezeigt werden, die irgendwie emotional mitreißen und die das tragisch machen. Ich habe damit gerechnet, dass das sehr sentimental wird. Und der Film ist dann doch relativ viel, auch einfach eine Aneinanderreihung von witzigen Episoden. Absolut. Von denen einige super witzig sind, von denen andere unglaublich redundant sind. Ja. Also nach dem dritten Mal wird es, ich mache das nicht. Schnitt, er macht es. Dachte ich, okay, ich kann es jetzt nicht mehr sehen. Jetzt ist es ausgelutscht. Auch wenn gibt drei Tragikpfeiler. Das ist zum einen diese Lethargie, in der Philipp so ein bisschen ist, dadurch, dass er zum Beispiel sich nicht mit der Frau treffen will, der Briefe schreibt. Dann das zweite, die familiären Probleme, die Tries hat. Und dann das dritte, was eigentlich so ein bisschen daraus resultiert, dass es den Trennungsmoment gibt. Das ist, was gut ist, es ist subtil gemacht, vor allem die Trennung, weil es gibt nicht das Missverständnis. Ja, genau. Jeder dieser Filme hat so ein scheiß Missverständnis. Genau. Das ist ein glaubwürdiges, hey, jetzt Tries muss sich um seine Sachen kümmern und jetzt sind wir erst mal auseinander und verabschieden sich finde ich. Ich fand noch, ich fand es halt gut, dass sie keinen, ich war so dankbar, dass sie in dem Moment kein Missverständnis hatten. Ja, das stimmt. Es hätte so einfach sein können, dass irgendjemand gegen Tries intrigiert, irgendwas passiert, wo dann Philipp denkt, er hätte was, hätte nochmal was geklaut und Tries sagt, nein, ich habe es nicht geklaut, großer Streit und so weiter. Und dann haben wir, und das machen sie nicht. Da bin ich sehr dankbar dafür. Aber ja, es ist, die sentimentalen Momente funktionieren einfach nicht gut. Die sind einfach nicht, die sind einfach nicht überzeugend, was halt daran liegt, dass ich zumindest die ganze Zeit das Gefühl habe, ich habe hier Figuren, die wie auf so einem Schachbrett bewegt werden, wie sie am besten und immer mit dem Ziel, dann in diesen Momenten die Emotionen nach zu zu fangen, nachdem sie davor die Lacher gefangen haben. Ja. Das reicht halt nicht weh. Ja, das ist so das Irre an der Filmrezeption. Du kannst sehr viele Sachen finden, die dich am Film stören und trotzdem kannst du sagen, das Gesamtpaket ist einfach unterhaltsam. Und ich verstehe den Punkt, weil der Film, der Film hat ja diese episodische Struktur. Ja. Und deswegen passiert ja ständig was Lustiges. Und es gibt sehr viele gute Witze in diesem Film. Ja. Wir haben, wir haben wirklich witzig, wenn sie kiffen und sich über Sex unterhalten und Kuchen essen. Ja. Dann ist das einfach witzig, dann ist das einfach unterhaltsam. Oder wenn wir diese Montage haben, wo er mit Tee herum experimentiert, ob Philipp wirklich nichts spürt. Ja, ja, ja. Oder wo Triest ihm die Ohrmassage mit den Prostituierten gibt. Ja. Das sind einfach witzige Szenen. Das sind amüsante Szenen, das sind viel gut Szenen. Mhm. Und die, die unterhalten einen. Ich habe halt das Problem, dass ich dann am Schluss trotzdem denke, oh, das war aber alles dünn und das war alles substanzlos. Ja. Und das war so eine witzige Szene nach der anderen und Gott sei Dank mehr witzige Szenen als sentimentale. Mhm. Aber halt trotzdem, das ist, das ist so Ich glaube, das Ding ist dadurch, dass er so sehr seicht ist, so sehr in der Oberfläche ist, empört mich dieser Rassismus nicht sonderlich, sondern ich sehe den Rassismus einfach als Teil eines Klischee-Rahmens. Ja, ja, ja, genau. Wo der Film stattfindet und es ist halt, es ist halt krass, dass der Film, also dass der Film von 2011 ist, weil, also diese Filme, es gibt sehr viele Filme dieser Art mit White Xavier, mit Black Angel, mit diesen Rollenbildern und von, und 2011 kann man vielleicht schon ein bisschen mehr erwarten. Ja, ja, das denke ich absolut. Und andererseits ist diese Art, wie das inszeniert ist, macht mir natürlich total erklärbar, warum der Film so erfolgreich war. Ja, natürlich, volle Kante. Wenn wir einen Film über einen Behinderten sehen wollen und über einen Schwarzen, dann wollen wir unseren Behinderten gefälligst selbstironisch haben. Ja. Wir wollen mehrmals von unserem Behinderten hören, dass er, dass er nicht, dass er kein Mitleid will und wir wollen mehrmals von ihm hören, dass das witzig ist, wenn ihm der, der, der Bart rasiert wird, sodass er aussieht wie Hitler und er sich nicht wehren kann. Das wollen wir sehen. Das, das, das, das fühlt sich gut an. Ich finde diese Szene. Natürlich war es eine witzige und diese Szene. Und wenn wir unseren Schwarzen sehen, dann wollen wir natürlich, dass er Funk hört, auch wenn er so ein Schwarzer in den 2000er Jahren ist. Ja, ja. Und wir wollen, dass er ein guter, dass er Verbrecher ist, aber ein gutes Herz hat und dass er eine gewisse ruppige Art hat, die aber nie zu bedrohlich wird. Ja, genau. Und das ist halt alles so auf dem Tablett serviert, wie es für uns angenehm ist. So viel gut im maximalen Sinne. Ja. Und den Film schlechter gefunden, wenn er mehr auf die Tränendrüse gedrückt hätte. Das macht er ja Gott sei Dank so wenig. Ja. Das ist das, was den Film so partiell für mich einfach gerettet hat, dass er es nicht so krass mit der Tränendrüse versucht. Weil mit diesen mit diesen witzigen Episoden, da tut es so wenig weh. Also da fühle ich, ja, da fühle ich mich manipuliert, aber da ist halt jede Comedy-Show irgendwie manipulierend. Jede Pointe ist im Prinzip eine Manipulation, weil es in der Geschichte einen Twist gibt, der dich zum Lachen bringen soll. Ja. Und dieser Film ist halt so von Pointe zu Pointe. Und dann haben wir den Opernbesuch, der witzig ist. Der witzig ist. Das ist einfach genau. Es passieren Sachen, die witzig so, es ist so erwartbar, ne? Ja. Humor lebt ja auch davon, dass er dich überrascht. Und dass, äh, dass Tries in Gelächter ausbricht, wenn er den, den Opernsänger sieht, der dieses, dieses Plätterkostüm trägt. Ja. Ja. Es ist nicht überraschend. Nein, überhaupt nicht. Und das ist absolut erwartbar. Dass Tries, wenn Philipp vor diesem Bild sitzt, irgendwann fragt, was kostet das? Und Philipp sagt so und so viel und Tries sagt, war es so teuer? Mhm. Es ist nicht überraschend. Überhaupt schlimmste Manipulationsmoment war für mich. Ja. Wenn wir gerade bei der Kunst und der Oper waren. Ja. Wenn, ähm, Tries sich dann als, als Pfarrer bewirbt und dann hängt das da Liebel bei der, bei der, äh, bei der, äh. Ja. Bei der Film vorgeschlagen, jetzt hör auf. Du musst ihn mehr. Das ist halt, das ist natürlich auch zwölf Jahre her, dass du den Film gesehen hast. Ja. Damals warst du nicht mal 30. Ich war nicht. Ja, Leute, ich also diese einzelnen witzigen Episoden begeistern ja auch. Ja, das ist das Krasse daran. Es sind ja wirklich lustige Szenen. Also ich hab oft gelacht vorm kann dir eine Versicherung verkaufen. Oma Sey. Der ist, ja. Und François Clizet als Philipp fand ich so ein bisschen, der hat halt die Rolle über die Witze von Triest, von Oma Sey zu lachen. Ja, natürlich. Ja, dass Modelle sind, ne? Ja, ja, ja, genau. Modelle für ein spezifisches Menschenbild, dem wir ja auch folgen. Wir sind ja... Also, nee, dem wir so nicht folgen. Nicht in dieser Klischeeform. Aber zumindest ist der Gedanke gut, wir wollen irgendwie Grenzen einreißen. Wir wollen... Aber wenn ich es schon sage, merke ich schon wieder, wie flach das klingt. Ja. Das ist so seicht. Das ist halt so die Pop-Version von Antirassismus und Multikulturalismus. Ich mochte Yvonne. Yvonne war eine Figur, die über das Rollen klischeehaft hinausgeht, die Hausdame. Mit der trieft sich dann auch relativ anfreundet und ihr dann immer mal sagt, hey, da mit dem Gärtner, willst du mit dem nicht mal? Ja, ja, genau. deswegen... Aber deswegen ist sie vielleicht auch nie ins Klischee abgerutscht. Ja. Die irgendwie... Cool war so ein bisschen Misstrauen am Anfang gegen Tries, aber auch nicht so wenig und dann irgendwie freunden sie sich an und es entsteht eine wirklich glaubwürdige Freundschaft zwischen den beiden. Ja. Die nicht so draufgedrückt ist wie die Freundschaft zwischen Tries und noch mehr wie so eine Wohltätigkeit zur Anstreitung an, wo Sekt geschlürft wird und Trüffel das ist wirklich eine schräge Episode. Das hatten wir bis jetzt noch nicht, oder? Nee. Dass ein Film vorgeschlagen wird und aus der Erinnerung heraus offensichtlich. Ja. Und es gibt wirklich tolle Szenen. Es gibt Shampoo gegen Fußcreme eingetauscht. Okay, eine super Slapstick-Szene, die ich Mel Brooks oder so geben würde. Die Ohrenmassage. Wenn Dries gegangen ist und der Ohrenmasseur kommt und Philipp total frustriert sich den Typen anguckt und sagt, nein, nein, weg. Und der noch so ganz verzweifelt fragt, hab ich was falsch gemacht? Wirklich wie so wie gekifft haben, ne? Wenn sie gekifft haben. Ja, das ist, und dann gibt's ja auch den, dann gibt's einen der wenigen glaubwürdigen Momente, wo es von Humor zu ernst wächst. Genau. Wenn er von seinem öfter mal ein bisschen unehrlich. Und das ist echt ein hartes Urteil gegen den Film. Ich weiß. Ja. Aber ich würde mir mehr Wahrhaftigkeit wünschen. Und das würde wahrscheinlich klappen, wenn es ein bisschen weniger auf diese Pointen abziehen würde. Und in dieser Szene macht er das. In dieser Szene funktioniert das. Es gibt auch, ich fand auch, du siehst es offensichtlich anders, ich fand auch die Verabschiedungsszene zwischen den beiden gut. Weil, weil es eben einfach, weil sie eigentlich hier vermieden haben, mit dem ich voll gerechnet habe. Eben dieses Missverständnis, mit dem Streit und so. Sondern einfach, sie verabschieden sich wie zwei Leute voneinander, die sich immer noch verstehen. Und das hat für mich funktioniert. Es fehlen nur zwei Sätze. Es fehlen zu sagen, ja, dann sind es immer so Sets, die so ein bisschen daneben hauen. Ja. Aber so zu dem Punkt, wo es halt schon so ein bisschen zieht. Ja. Warum ist das denn? Das ist kein Grund. Das ist ein ganz normaler, äh, sehr, sehr guter Job. Es war auch, und ich habe mir schon vorgenommen, ich will es eigentlich, ich will es eigentlich gar nicht in dieser Episode so stark machen, aber es war was, was dann halt auch aufgefallen ist. Es ist halt schon eine sehr spezifische Art von Humor, die gezeigt wird. Und das sind halt diese Witze über die Behinderung von Philipp. Und immer mit diesem, und Philipp versteht das alles. Und Philipp hat da Spaß dran und findet das lustig. Genau. Bis zu dem Punkt, wo du da halt irgendwann denkst, oh Leute, jetzt ist es aber mal genug. Ich habe verstanden, Philipp will kein Mitleid haben. Philipp findet es gut, wenn über ihn Witze gemacht werden. Philipp findet es gut. Philipp hat offensichtlich kein Problem damit, wenn Tries, ähm, seine, seine, ähm, seine Unfähigkeit sich zu bewegen ausnutzt, um Witze auf seine Kosten zu machen. Es gibt den Punkt, wo man das vielleicht auch mal anders erzählen könnte, einfach nur um eine Abwechslung dazu zu schaffen. Ja. Dass Philipp halt mal sagt, ey, fick dich, hör auf damit. Und es muss gar nicht, Philipp ist so, das ist okay. Und dann halt auch wirklich, ich meine, Leute gehen aus dem Kino und denken, okay, das ist so, so will ein Rollstuhlfahrer behandelt werden. Und dass, dass die Rollen halt, dadurch, dass die Rollen so Abziehbilder sind, so Stereotype oder Archetypen meinetwegen, hat der Film halt die ganze Zeit dieses, dieses, ähm, dieses, dieses subtile Generalisieren mit drin irgendwie. Ja. Weil er präsentiert uns ja, er präsentiert uns ja wirklich einen archetypischen Schwarzen aus dem Pariser Vorort.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ja. Ja, der Film ist, der Film ist halt wirklich, es ist ein Feelgood-Movie und es ist der radikale Entwurf eines Feelgood-Movies. Es ist, es ist krass, dass ausgerechnet die Franzosen offensichtlich die Amis auf dem Feld schlagen, wo man denkt, das beherrschen die Amerikaner am besten. Ja, krass. Es ist, ähm, es ist schon, fast schon ein radikaler Feelgood-Movie. Ja. Und das, natürlich ist das ein Grund, dass er so erfolgreich ist und das macht ihn halt so, ähm, naja, dadurch, dass er nicht bissig ist und dass er einfach nur, dass er einfach nur ein gutes Gefühl evozieren will, fühlt man sich dreckig. Man, man ist ihm auf jeden Fall nicht die ganze Zeit böse, weil er halt einfach, weil er einfach, weil er ist einfach zu harmlos auch dafür, um, er ist zu harmlos mit seinem Ziel. Er will, er will gute Laune machen. Ja. Und er hat ja auch irgendwie das Herz am rechten Fleck. Er will ja das Richtige erzählen. Ja, natürlich, klar. Und dann kannst du ihm nicht böse sein, aber du sitzt, also ich sitze dann halt doch davor und denke, wow, gib mir Substanz, gib mir ein bisschen Konflikt. Nakaj und Toldano haben ja offensichtlich schon relativ viel zusammengearbeitet. Ja. Also wenn du dir anschaust, was die so seit den 90ern gemacht haben, sind da sehr viel Zusammenarbeiten. Und die sind wahrscheinlich auch gut eingespielt. Ja. Und ja, ich frage mich, wie viel, also, ich bin ja immer so, dass ich den Leuten nichts Böses unterstelle, wie viel, wie viel, ähm, Kalkül dahinter steckt, sozusagen, hey, wir machen diesen, wir inszenieren den Film so, um daraus einen riesigen Box-Office-Hit zu machen, weil das ist er geworden, ne? Er hat fast 500 Millionen eingespielt. Ja. Ich glaube, das ist, das Kalkül sehe ich nicht in dem Film. Ich glaube, das ist kein kalkulierter, böser Film, der, der Millionen machen will mit dem, mit diesen Themen, sondern der, der, der steht voll hinter den Themen, der steht voll hinter der Art, wie er sich erzählt und hinter der Geschichte und hat dann aber einfach zu sehr diese ganzen Klischees verinnerlicht und schafft es einfach nicht, daraus zu springen. Ich glaube, du kannst es total als Film so machen, auch wirklich nur ihre Ebene erzählen, wie sie das erlebt haben, wie sie das, wie das in ihrem Leben war. Aber dann will ich, dass du, dass, dass du auch ihr Leben erzählst und das Ganze nicht als Parabel erzählst auf den Umgang mit Behinderung und mit, mit Kriminalität und, äh, oder mit Menschen, die kriminell geworden sind. Und was hätten sie denn dann erzählen, wie hätten sie es dann machen müssen, damit es nicht zur Parabel wird? Na, viel mehr Luft dazwischen. Viel mehr Luft zwischen den einzelnen Episoden. Du erzählst viel mehr Alltag. Du gibst, du gibst dem Film, die hätten, die hätten ihrem Film einfach ein bisschen mehr Raum zum Atmen geben müssen. Einfach ein bisschen mehr Alltag zeigen. Ja. Mit Sicherheit wird das Philippe nicht gesagt haben. Deren Alltag sah ja nicht so aus, dass ein Witz nach dem anderen folgte, sondern die hatten auch ganz normale Sachen. Natürlich. Und die will ich nicht im Zeitraffer sehen, sondern ich will, er muss nicht langatmig werden. Und klar, es muss nicht jeder so einen Kunstfilm machen, der dann ewig lang ist und langatmig, aber einfach ein bisschen mehr Luft, ein bisschen mehr Raum, ein bisschen mehr Dinge zeigen, die einfach alltäglich sind, ohne witzig zu sein. Und du kannst dann ja auch die Witze bringen, aber dadurch wird das Ganze schon so ein bisschen entzerrt und dadurch wird das Ganze schon glaubwürdiger, weil wir sehen einfach, okay, zu dem Alltag gehört halt auch einfach, dass du ihn auf die Toilette begleitest, du stehst vor der Toilette und wartest. Ja. Gibt das 30 Sekunden dem Publikum und der ganze Film hat viel mehr Luft und viel mehr Raum und die Witze kommen ja auch besser, wenn es dazwischen so ein bisschen Zeit zum Luftholen gab. Ja. Das wäre das Erste, was ich machen würde. Ja. Einsatz von Musik und von Kamera und so, das ist alles okay. Der Film, ein amerikanischer Film, ich kann mir vorstellen, dass das das amerikanische Remake macht, würde das alles viel schlimmer machen. Der Film hält sich angenehm französisch so zurück, was das Drama betrifft. Es gibt zwar so ein, zwei Szenen, wo dann die traurige Musik läuft und wir so ein bisschen Zeitraffer sehen, aber die meiste Zeit über hält er sich bei dem Sentimentalen auch einfach zurück. Das ist okay, aber macht es länger. Gib ihn. Ja. Ja, genau. Trisatz wird ja erzählt, als er kommt aus dem Gefängnis. Wir erfahren gar nicht genau, warum er im Gefängnis war. Und wir erfahren ja auch nicht so 100 Prozent, wie das mit seinem Cousin slash Stiefbruder ist, was der für Ärger hat. Wir sehen, dass der irgendwie irgendwas mit Kriminellen zu tun hat und dass da wirklich Gefahr drohen könnte, ohne dass es 100 Prozent klar ist. Und dann erzählt er übrigens ganz viel von Philippe. Also so sehr die Perspektive von Trisat am Anfang. In diesem Trennungsmoment wird vor allem Philippe erzählt, wie er abrutscht. Von Tris sehen wir da relativ wenig. Ja, ja, klar. Denn wenn es eins gibt, was bei einem Mann, du bist abgestürzt, sagt dann, dass du einen Bart hast. Der auch ein kleines bisschen zugepflegt hat. Ja. Ja, überhaupt nicht. Genau, und gerade diese Szene, wo er den Typen aus dem Auto rauszahlt und gegen die Wand drückt, da sehen wir ja auch Philippe, wie er reagiert. Und Philippe ist ja sehr, sehr zufrieden damit, dass jemand das so macht. Und dann gibt es noch diesen zweiten gewalttätigen Moment, wo er den Typen von der Tochter von Philippe angreift, weil er sie verlassen hat und irgendwas zu ihr gesagt hat. Du müsstest beide Charaktere eigentlich ambivalenter machen. Ja. Du müsstest Triss am, und okay, ich verstehe, dass Philippe kann, du kannst Philippe nicht rassistisch erzählen, weil Philippe stellt Triss ein. Ja. Er handelt ja nur, da war Philippe ihn einstellt. Aber du kannst Philippe arrogant machen, du kannst Philippe hochnäsig machen, du kannst Philippe so viele Eigenschaften geben, die den Charakter nicht gleich einfach sympathisch machen. Philippe wird eigentlich nie als bemitleidenswerter Charakter wegen seiner Behinderung inszeniert, was eine Stärke des Films ist. Philippe macht Witze drüber, dass er reich ist und deswegen mit seiner Behinderung keine Probleme hat in einem Dialog mit Triss. Ja. Und Philippe ist von Anfang an sehr stolz und wirkt so wie jemand, der sein Leben im Griff hat. Und dann erfahren wir natürlich peu a peu, dass es nicht 100% so ist und dass es Sachen gibt, die er in seinem Leben verbessern könnte. Aber das wird nie so auf seine Behinderung gemünzt. Also das finde ich tatsächlich okay. Ja. Der Film hat natürlich auch ein Bild von Behinderung, was er da mitbringen will. Dieses kein Mitleid ist ihm ja ganz wichtig. Ja. Und das finde ich okay, das gelingt ihm dann auch bei Philippe irgendwie. Genau. Aber es ist halt so, dass es vor allem darauf abgestellt ist. Ja, wir kommen halt auch dadurch einfach nicht ran an Philippe, ne? Also wir kommen an, Philippe bleibt einfach plass. Ja. Ich finde, ja, Triss ist dann netten Endes auch einfach der spannende Charakter, weil er ein bisschen mehr kriegt. Ein bisschen mehr zu machen, ein bisschen mehr zu tun und ein bisschen mehr zu agieren und auch sich zu entwickeln. Philippes Entwicklung ist halt, ja. Naja, wahrscheinlich würden die Regisseur sagen, wir wollen, dass unser Publikum sich wohlfühlt und etwas mitnimmt und mit einem guten Gefühl und vielleicht auch mit dem Gefühl, etwas gelernt zu haben, aus dem Kino rausgeht. Und da passt das nicht ins Bild. Und da gibt es sehr viel, was nicht ins Bild passt, was sie alles aussparen, sowohl was Tries als auch Philippe betrifft. Du hast das Kriminelle schon erwähnt, bei Philippe wären halt auch einfach Sachen zu zeigen, die alltäglichen Probleme eines Querschnittsgelähmten. Davon sehen wir nur die, die nicht, wir sehen, der Film zeigt uns Sachen nur bis zum gewissen Unangenehmheitsgrad. Und das ist, wenn es darum geht, wie ein Querschnittsgelähmter lebt, genauso. Wir sehen halt, dass er diese Stützstrümpfe anzieht, aber wir erfahren nicht viel darüber, wie er auf die Toilette geht und was für Medikamente er nimmt und was für Schmerzen er hat. Da gibt es halt diese ein, zwei Szenen, aber das ist dann auch so sehr, sehr, sehr seicht. Der Film geht über einen gewissen Level an. Das ist unangenehm nicht hinaus und ein Versuch, der Selbstmord würde sehr weiter drunter liegen unter diesem Level. Und deswegen kann er nicht rein. Ja, aber das wäre auch so. Und der Film könnte, so wie der Film so gestaltet ist und strukturiert ist, könnte er den Selbstmord auch nicht zeigen, weil das wäre viel zu drüber. Da müsste er davor noch ganz viele andere Sachen zeigen. Ja, ja, natürlich, klar. Sonst wäre das einfach unpassend. Oh mein Gott, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Ich glaube, wir wurden rausgerissen. Aber wohin? Oh mein Gott, Johannes. Ja? Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein! Shit! Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Gespräch können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen? Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen. Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet. Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-musmann-sehen.de oder florian-at-musmann-sehen.de. Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. Was irgendwie schön ist, auch so in dieser Undramatik, dass sie einfach Freunde geblieben sind, nachdem ihre gemeinsame Zeit vorbei war. Ja, total. Das ist dieses Black Angel Klischee, dass Dries plötzlich eigentlich vor allem eine Funktion im Film erfüllt, nämlich, dass er Philippe hilft, über seinen Schatten zu springen und dann doch noch das Date zu machen mit der Frau, die er vielleicht lieben wird. Und er kriegt mich damit aber auch, ne? Er hat mich leider, Gott sei Dank, nur mit seinem Humor gecatcht, nicht? Die Emotionen, eine emotionale Bindung hatte ich auch in diesen Momenten nicht. Ich schon, ja. Lass mich einmal kurz gucken, ob ich einen emotionalen, ja, wirklich einmal hat er emotional gefangen und das war, als Dries sich mit Yvonne unterhalten hat. Das war so eine ganz banale Szene, weil sie einfach unterhalten sich halt darüber, dass Yvonne eventuell was mit dem Gärten anfangen könnte, macht Dries Witze. Stimmt. Und dann tauschen sie so Banalitäten aus, das ist eine emotionale Bindung, die da entsteht, die einfach glaubwürdig ist, jenseits von den Klischees. Und später geht sie ja mit ihm aus auch. Ja, genau, genau. Und sie ist die, die ihr am herzhaftesten Dries dann auch verabschiedet. Wollen wir zu unserer Top 3 springen? Ich fühl mich da so ein bisschen beleidigt, dass du mir danach nochmal geschrieben hast, was du damit meinst. Ich kenn das. Ich bin, ich bin nicht so weit weg von, von Jugendslang, keine Ahnung, was ist das für ein Slang? BFF, Best Friends Forever und ich hab, ja, Forever ist ja, man sieht nicht so viele Forever-Freundschaften im Klang. Ja, das ist ein bisschen, ja. Ich bin auch sehr, ich bin kreativ mit dem Begriff umgeklang. Okay. Mein Platz 3. Ja. Ein wirklich, wirklich schöner Film aus den 80er Jahren. Und zwar die beste Stephen King-Verfilmung, die es gibt. Stand By Me aus dem Jahre 1986. Das ist ein Film, der eine Gruppe von jungen Freunden kurz vor der Pubertät zeigt, die sich auf den Weg machen, sich zusammen eine Leiche anzugucken. Weil sie gehört haben, dass irgendwo auf den Schienen ein Unglück passiert sein soll, die Leiche von einem Altersgenossen von ihnen liegen soll. Und dann ziehen sie zu viert los und werden ein bisschen erwachsener auf dieser Reise. Wunderschöner Film, tolles Drama und ... Aber wir wissen nicht, ob sie Best Friends Forever sind. Doch, wir wissen, dass sie es nicht sind. Der Film wird nämlich erzählt aus der Perspektive von einem von denen, der als Erwachsener rückblickend dahin schreibt. Und dann schreibt, dass er die, dass er zwei komplett aus den Augen verloren hat davon. Aber die Freundschaft zu dem Dritten, der auch sein bester Freund ist, gespielt von River Phoenix. Will Wheaton und River Phoenix sind eigentlich die Best Friends in diesem Film. Okay. Zudem hat er einen näheren Kontakt und dann wird so im Epilog erzählt, dass sein bester Freund dann gestorben ist vor kurzem. Schöner Film. Also toller Film über Freundschaft. Mein Platz zwei. Sideways aus dem Jahr 2004. Ein Film, der zwei mittelalte Freunde verfolgt, die nach der Scheidung von einem der beiden versuchen, einfach einen netten Sommer in Kalifornien zu erleben und ein bisschen Weinverkostung zu machen. Gespielt von Paul Giamatti und Thomas Hayden Church, die als so ein bisschen ungleiches Duo echt eine tolle Chemie zusammen haben und denen man einfach die ganze Zeit abkauft, dass sie, obwohl sie komplett verschieden sind, schon seit 30 Jahren Best Buddies sind. Und die dann so als mittelalte Männer, die beide so ein bisschen enttäuscht sind vom Leben und irgendwie so ihre Schwierigkeiten gerade haben, einfach nur einen Sommer zusammen verbringen. Inklusive Streitereien, inklusive kleiner Liebschaften, inklusive einfach Vergnügen. Und es gibt eine tolle Szene, wo sie Wein trinken. Paul Giamatti ist der Weinkenner und sie trinken zusammen Wein und er erzählt irgendwas und dann guckt er irgendwann seinen Freund an. Also er erzählt so, ja, der Wein ist das und das ist das und das ist das. Und dann guckt er seinen Freund irgendwann an und fragt, sag mal, kaust du gerade echt Kaugummi? Tolle Szene.
Johannes Franke: Ja, voll.
Florian Bayer: Ich habe sehr krasse Erinnerungen an eine Episode aus der Sesamstraße, als sie schon mal erzählt, glaube ich. Ich glaube, das gehört zu den Geschichten, die ich immer mal wieder erzähle, wo sie da sitzen und versuchen, nichts zu tun. Und dann darüber diskutieren, dass sie ja gerade was tun, indem sie da sitzen. Das ist so eine brockenhafte Erinnerung, vielleicht auch 15. Mein Platz 1. Ich muss mal wieder nach Frankreich in die Nouvelle Vague reisen, weil ich sie einfach so mag. Jules und Jim. Jules und Jim von François Truffaut, einer der großen Nouvelle Vague-Filme, der die Geschichte erzählt von Jules und Jim, die beste Freunde sind und dann Katrin kennenlernen. Und sich beide in sie verlieben und es wird so eine Art Dreiecksbeziehung erzählt, in der die Freundschaft zwischen Jules und Jim aber immer so ein bisschen der stärkste Faktor ist. Okay. Und es gibt dann auch Liebe und Trennung und es gibt auch ein bisschen Dramen. Aber du spürst die ganze Zeit diese extrem enge Verbundenheit, die eigentlich alle drei miteinander haben und in der die Freundschaft über die Liebe hinausgeht auch. Ganz, ganz spannend erzählt. Die Freundschaft und Liebe interagieren miteinander. Das ist nicht großartig eine emotionale Geschichte und ein Mysterium, was irgendwie noch so drangehangen ist. Absolut. Ja, es ist vor allem, es ist ein Thema für Kinderfilme, weil, wenn Leute Kinderfilme machen, versuchen sie halt Themen zu finden, die Kinder begeistern, Kinder begreifen. Und das ganze Liebesthema ist halt irgendwie draus. Ja, genau. Und Freundschaft ist einfach so ein Thema, was schon sehr früh losgeht und wo Kinder sich auch sehr schnell identifizieren können mit Freundschaften. Ja. Es ist ja auch wirklich schwer, Freundschaften zu, also ich finde so jenseits der 30, es ist wirklich schwer, nochmal neue Freundschaften aufzubauen. Genau, Kinder sind ja auch so unbedarft und so wunderbar leicht da drin. Die sind auf dem Spielplatz und dann spielen sie mit einem anderen Kind und dann haben sie die beste Zeit ihres Lebens. Und dann kommen sie und du fragst sie, und wie hieß das Kind? Und sie sagen, keine Ahnung. Keine Ahnung. Ich weiß nicht, wer das ist. Ja. Es geht einfach so schnell. Das ist total beeindruckend. Also ich bewundere Kinder dafür, dass sie das können, dass sie innerhalb von Sekunden sich irgendwie mit jemandem anfreunden können. Ja, wahrscheinlich. Naja, dein Platz 1? Das war, du warst, dein Platz 1 war, mein Platz 1 war, jetzt habe ich den Faden verloren. Ich hatte meinen Platz 1 schon gesagt, das war Jules und Jim. Ah ja, ja, ja, okay. In den Film und zu einem Fazit? Du musst anfangen, du hast den Film vorgeschlagen. Ich muss anfangen, ist das jetzt eine Regel, Flor? Nein, ich bin ein bisschen ratlos, weil ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass ich jetzt mich über diesen Film ärgere und du den Film verteidigst. Und jetzt fühle ich mich sehr irritierend. Ich überlege gerade, dass es auf jeden Fall auch eine Welt geben muss, die erlaubt ist, so ein Thema zu nehmen und so eine Komödie draus zu machen, die relativ flach ist und relativ seicht ist, relativ brav ist. Er hätte dann ein bisschen variantenreicher sein müssen in seinem Humor. Vielleicht. Er hat doch so ein, zwei Witze zu oft wiederholt. Und ja, vielleicht fehlt dann auch einfach die Fallhöhe. Ich bin jetzt halt auch nicht so der größte Komödien-Fan und gerade so Komödien, die so sehr auf Pointen abziehen, sind echt nicht so unbedingt meins. Und der Film zielt sehr auf Pointen ab. Ja, emotional war es für mich, hat es mich relativ kalt gelassen die meiste Zeit über. Er war auf jeden Fall stellenweise sehr unterhaltsam. Es hat nicht wehgetan, ihn zu gucken, aber das ist das größte Problem dieses Films, dass er halt wirklich überhaupt nicht wehtut. Ja. Oh, wie schrecklich, ja. Also, ja, das ist auf jeden Fall sinnvoll. Und das ist auch gut, diese Botschaft einen Film zu packen und diese Botschaft als Film zu erzählen. Er hätte einfach mehr Substanz gebraucht. Das ist alles, letzten Endes kann ich es, glaube ich, runterbrechen. Der Film hatte einfach zu wenig Substanz. Ja. Zu wenig Fleisch. Ja. Gut. Wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes nächste Woche, für nächste Woche aufgebe und was ihr euch nächste Woche am besten anschaut, bevor ihr reinhört. Dann bleibt noch dran und hört euch den Jingle nochmal brav an. Ansonsten, vielen Dank, Johannes, dass du mir den fünf vorgeklagen hast. Danke, dass ich den abhacken durfte von meiner Liste. Was ist schiefgelaufen? Euch wie immer vielen Dank fürs Zuhören. Lasst es euch gut gehen. Ihr habt eine schöne Woche und wir hören uns. Wir hören uns. Bis dann. Ciao. Ciao. Ich glaube, wir hatten so viele Streitereien und Diskussionen und deprimierende Filme und aufregende. Dass wir einfach mal Spaß haben zusammen. Weißt du, das Problem ist? Das Problem ist meine Filmauswahl. Und dann kommt irgendwelche Scheiße. Du weißt einfach, große Kunst nicht zu würdigen. Deswegen gebe ich dir die größte Kunst überhaupt, die ich finden kann. Oh nein, okay, das klingt schon echt mies. Mit der Musik von Queen. Oh, okay. Ich will Flash Gordon gucken. Kennst du ihn schon? Ich habe ihn, glaube ich, nie ganz gesehen. Perfekt. Lass uns Flash Gordon gucken. Lass uns zusammen einfach Spaß haben. Okay, also wir haben eine Trash-Episode. Bis nächste Woche. Bis nächste Woche. Ciao.
