Episode 203: The Player – Schlangengrube Hollywood
Griffin ist einer der Männer mit denen du redest, wenn du dein Drehbuch verfilmt sehen willst. Als einflussreicher Executive Producer arbeitet er in einem der großen Hollywoodstudios, hört sich täglich tausende Autorenpitches an und geht mit berühmten Regisseuren und Schauspielern auf Tuchfühlung: Mächtig, wohlhabend, einflussreich. Der Platz an der Sonne ist aber stets gefährdet, insbesondere, wenn dein Studio ein junges Nachwuchstalent anheuert, das dir deinen Rang streitig macht. Und das letzte, was du in einem solchen Fall gebrauchen kannst, ist ein Skandal. Den hat Griffin aber möglicherweise an der Backe, als er immer wieder anonyme Drohbriefe von einem Autoren erhält, dessen Skript er anscheinend vor einiger Zeit abgelehnt hat.
Griffin versucht den Postkartenschreiber ausfindig zu machen und scheint ihn auch schließlich in dem idealistischen Autoren David gefunden zu haben. Nach einem Kinobesuch legt er es auf eine Konfrontation an, es kommt zum Streit, und angefeuert von schierer Wut und verletztem Stolz erschlägt Griffin den mutmaßlichen Erpresser. Dumm nur, dass sich kurz darauf herausstellt, dass er den falschen umgebracht hat. Und so werden die Probleme nicht weniger: Neben der Gefährdung seines Jobs hat es Griffin mit einer extrem hartnäckigen Ermittlerin zu tun, die fest davon überzeugt ist, dass es sich bei ihm um den Mörder handelt, nicht zuletzt auch, weil er kurz nach der Tat eine Affäre mit der Freundin seines Opfers beginnt. Aber Griffin wäre kein ausgefuchster Hollywood-Player, wenn er für beide Probleme nicht das ein oder andere Ass in der Hinterhand hätte.
The Player aus dem Jahr 1992, eine trockene Mischung aus Satire, Thriller und Filmindustrie-Drama, geschrieben von einem Autoren, der sich im Business bestens auskennt, verfilmt vom ewigen Underdog Regisseur Robert Altman, dem es gelungen ist, hier das Who is Who der Filmbranche für kleine und größere Cameos zu versammeln.
Johannes, hast du auch die Magie Hollywoods in jeder einzelnen Szene gespürt? Oder scheint diese Traumfabrik doch mehr eine Alptraumfabrik zu sein?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 203: The Player – Schlangengrube Hollywood Publishing Date: 2024-11-20T09:40:55+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2024/11/20/episode-203-the-player-schlangengrube-hollywood/
Florian Bayer: Flirtet er mit ihr? Ist das Flirten, was er da macht? Er sitzt da mit seinen...
Johannes Franke: Deswegen fragt sie ja auch, weil sie nicht ganz sicher ist. Und Do You Make Love To Me ist eine Verklausulierung, die in den 40ern viel benutzt wurde im Film. Also nicht für Sex tatsächlich, sondern für Flirten. Was für ein interessantes Konzept es ist, den Schriftler vom künstlerischen Prozess zu eliminieren.
Florian Bayer: Wenn wir nur diese Schauspieler und Schauspielerinnen entfernen könnten. Vielleicht haben wir hier etwas. fünf Minuten vorher gesagt hat, dass er im Kino war, vor dem jemand umgebracht wurde.
Johannes Franke: Und schon zu dem mitten im Film. Wir spulen mal einen kurzen Moment zurück. Flo, wo wollen wir denn eigentlich hin heute?
Florian Bayer: Zur Begrüßung des Publikums. Hallo, liebe Zuhörende und willkommen bei einer neuen Folge vom Muss-Man-Sehen-Podcast, Folge 203. Für heute habe ich einen Film vorgeschlagen. Und zwar den Film The Player aus dem Jahr 1992 von Robert Altman. Kanntest du den, Johannes?
Johannes Franke: Du hattest geschworen, dass wir ihn zusammen geguckt haben.
Florian Bayer: Ich war ziemlich sicher.
Johannes Franke: In WG-Zeiten. Und ich bin mir überhaupt nicht mehr sicher. Irgendwas sagte mir der Film dann beim Gucken, aber irgendwie auch nicht. Ich weiß es einfach nicht mehr.
Florian Bayer: Er gehört tatsächlich zu den Filmen, die ich in meiner Jugend irgendwann mal Freunden gezeigt habe. Also vor WG-Zeiten, vor Studienzeiten, in Schulzeiten noch.
Johannes Franke: Du hattest Freunde vor dir?
Florian Bayer: Ich hatte Freunde vor dir, die ich Filme gezeigt habe. Und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich den als einen meiner Lieblingsfilme gezeigt habe, den ich wirklich sehr mochte damals. Und niemand mochte ihn. War das falsch? Schrecklich. Ich war am Boden zerstört. Das war das erste Mal, dass ich so sehr enthusiastisch einen Film vorgeschlagen habe und Menschen um mich herum gesagt haben, ey, ich verstehe nicht, was ist falsch mit dir? Warum gefällt dir dieser Film?
Johannes Franke: Die frühe Enttäuschung, Floor. Langsam setzt sich das Puzzle zusammen, warum du das hier machst mit mir.
Florian Bayer: Das schleppe ich mein ganzes Leben mit. Das ist so ein, nicht frühkindliches Trauma dafür, es ist nicht lange genug her, aber so ein früh-szeniastisches Trauma, das ich mit mir rumschleppe und das ich versuche zu verarbeiten. The Player. Und wir steigen einfach mal damit ein, worum es in diesem Film überhaupt geht. Ja. Griffin ist einer der Männer, mit denen du redest, wenn du dein Drehbuch verfilmt sehen willst. Als einflussreicher Executive Producer arbeitete er in einem der großen Hollywood Studios. hört sich täglich tausende Autoren-Pitches an und geht mit berühmten Regisseuren und Schauspielern auf Tuchfüllung bzw. geht diesen auf die Nerven. Mächtig, wohlhabend, einflussreich. Der Platz an der Sonne ist aber stets gefährdet, insbesondere wenn dein Studio ein junges Nachwuchstalent erneuert, das dir deinen Rang streitig macht. Und das letzte, was du in einem solchen Fall gebrauchen kannst, ist ein Skandal. Den hat Griffin aber möglicherweise an der Backe, als er immer wieder anonyme Drohbriefe von einem Autoren erhält, dessen Skripte er anscheinend vor einiger Zeit abgelehnt hat. Griffin versucht den Postkartenschreiber ausfindig zu machen und scheint ihn auch schließlich in dem idealistischen Autoren David gefunden zu haben. Nach einem Kinobesuch legt er es auf eine Konfrontation an, es kommt zum Streit, und angefeuert von Schiererwut und verletztem Stolz erschlägt Griffin den mutmaßlichen Erpresser. Dumm nur, dass sich kurz darauf herausstellt, dass er den Falschen umgebracht hat. Und so werden die Probleme nicht weniger. Neben der Gefährdung seines Jobs hat es Griffin mit einer extrem hartnäckigen Ermittlerin zu tun, die fest davon überzeugt ist, dass es sich bei ihm um den Mörder handelt. Nicht zuletzt auch... weil er kurz nach der Tat einer Affäre mit der Freundin seines Opfers beginnt. Aber Griffin wäre kein ausgefuchster Hollywood-Player, wenn er für beide Probleme nicht das ein oder andere Ass in der Hinterhand hätte. The Player aus dem Jahr 1992, eine trockene Mischung aus Satire, Thriller und Filmindustrie-Drama mit Herz, geschrieben von einem Autoren, der sich im Business bestens auskennt, verfilmt vom ewigen Underdog-Regisseur Robert Altman, dem es gelungen ist, hier das Who's Who der Filmbranche für kleine und größere Cameos zu versammeln. Johannes, hast du auch die Magie Hollywoods in jeder einzelnen Szene gespürt? Oder scheint diese Traumfabrik doch mehr eine Albtraumfabrik zu sein?
Johannes Franke: Die Antwort liegt in der Frage. Also, es gibt ja so viele Filme wie Empire of Light, den wir besprochen haben, der total auf diese Magie des Hollywood geht. Und das hier geht halt genau auf das absolute Gegenteil davon. den schrecklichen Entstehungsprozess dieser Filme und wie sie all ihre Magie verlieren unter Umständen, weil einfach nur Geld das Wichtigste ist. Und der geht natürlich voll in mein Horn. Also wo ich denke, ja, scheiß Kapitalismus, alle aufhängen. Also wirklich, das gibt es ja wohl nicht. Und ich finde es super, dass auch der Regisseur in Interviews die ganze Zeit weiter schießt gegen die Leute.
Florian Bayer: Er hat ja gesagt, ein sehr berühmtes Zitat von Altman, Wir waren zu nett. Der Film war zu erfolgreich. Wir waren irgendwie nicht böse genug.
Johannes Franke: Ja, die Leute mögen den Film, das geht nicht. Irgendwas haben wir falsch gemacht.
Florian Bayer: Das Geile ist ja, der Film stieß wirklich in alle Richtungen. Also wer noch am besten wegkommt, sind eigentlich die SchauspielerInnen, obwohl die halt natürlich ihre Cameos machen und dabei gut aussehen. Aber er ist auch ganz schön hart zu den Autoren. Also wir hören uns in diesem Film mehrere Pitches an. Die meiner Meinung nach zu den witzigsten Szenen der Filmgeschichte gehören. Ein Pitch schöner als der andere. Und vielleicht steigen wir einfach mal mit diesen Pitches ein, weil das sind ja wirklich absurde Sachen. Dabei, hattest du da einen Liebling? Ja,
Johannes Franke: The Graduate 2.
Florian Bayer: Von dem Autor und von The Graduate hier gepitcht.
Johannes Franke: Wenn ihr den Film nicht gesehen habt, es ist folgendermaßen. Am Anfang gibt es eine ganz lange Sequenz, acht Minuten, über die reden wir auch noch, die nicht geschnitten ist und dann geht er von einem Pitch zum nächsten und über irgendwelche Gespräche von irgendwelchen Leuten, die da langlaufen, wie sie sich über Filme unterhalten und sehr prätentiös. und aber eigentlich null Ahnung habend über Sachen reden. Und dann kommen wir immer wieder zu einem Pitch von einem Film, wo irgendwelche Autoren da sitzen und sagen, ich habe folgende Idee, stell dir vor, es geht so und so darum und darum und darum. Und der eine schlägt wirklich The Graduate 2 vor. Und es ist halt wirklich der Typ, der The Graduate geschrieben hat. Es ist so großartig.
Florian Bayer: Und er hat sogar Argumente. Also was er sagt ist natürlich total absurd. Und du denkst, was du denn heißt? Du willst es nicht sehen. Aber du kannst ja... absolut vorstellen, dass dieses Hollywood, nicht nur dieses Hollywood, das in diesem Film gezeigt wird, sondern dieses Hollywood, das wir kennen, genau so ein Shit verfilmt. Du hast die Leute aus dem Original, du hast einen neuen Graduate, diesmal eine junge Frau, damit hast du auch irgendwie die notgeilen alten Böcke an der Leine, wenn die sehen, wie eine 20-Jährige oder 19-Jährige eine Affäre mit einem 40-Jährigen beginnt. Du hast alles, was du brauchst und dann pitcht der diesen Film und sagt, es wird lustig werden. Und ach so, Miss Robinson hatte einen Schlag an. Und dann kommt einfach diese trockene Nachfrage. Lustig? Also Schlaganfall, aber lustig.
Johannes Franke: Jaja, lustig, lustig.
Florian Bayer: Und gleichzeitig dramatisch und mit Herz. Und darauf laufen diese Pitchs immer hinaus, dass die Autoren verzweifelt versuchen, die eierlegende Wollmilchsau zu verkaufen. Dass sie sagen, und es hat Elemente von einem Thriller und einer Komödie. Und dann immer diese geilen, das finde ich ja großartig, dieses mhmhm, trifft mhmhm.
Johannes Franke: Jaja, genau.
Florian Bayer: Wenn sie zum Beispiel, dann pitchen sie so einen Film, wo sie sagen, die Götter müssen verrückt sein. Aber es ist nicht eine Colaflasche, sondern es ist eine Frau. Eine Frau-Schauspielerin kommt nach Afrika und wird für eine Heilige gehalten.
Johannes Franke: Irgendwo in Afrika trifft, was auch immer, was war das andere?
Florian Bayer: Ich weiß es auch nicht mehr. Und dann überlegen sie sich, auch während des Pitches, überlegen sie sich schon, welche Darsteller. Und die Autoren, die natürlich ihre Integrität bewahren wollen, sagen, nein, nein, keine Stars. Und die Produzenten sagen, ja, ja, ich hab hier Goldie Hawn, ich hab hier Julia Roberts. Macht einfach so ein Name-Dropping von den jungen, hübschen Schauspielerinnen, die gerade in Hollywood unterwegs sind.
Johannes Franke: Aber es ist krass, weil genau das, diese Beschreibung, dieser Film trifft auf diesen anderen Film. Also es ist eine Mischung aus diesen beiden Konzepten, die du schon kennst. Bitte kauf meinen Film, weil es sind zwei Sachen in der Beschreibung, die du schon kennst, die erfolgreich sind. Das gibt es immer noch. Es ist immer so. Immer wieder. Wenn ich irgendjemanden über irgendwelche Pitches reden höre, die heute tatsächlich passieren, nicht nur in Hollywood, auch in Deutschland, dann wird ja auch oft geraten. Such dir zwei Filme, die ungefähr in diese Richtung gehen und sag, das und das trifft das und das. Und schon hast du eine Idee davon, was das für ein Film sein soll. Was völliger Quatsch ist, weil eigentlich kannst du, also vor allem wenn du zwei Filme hast, die völliger, also als Mischung gar nicht funktionieren.
Florian Bayer: Absolut. Das Geile ist ja, wir als Kritiker sind auch nicht davor gefeilt. Wenn ich über Filme rede und versuche, jemanden filmschmackhaft zu machen und sage, den musst du gucken, das ist ein geiler Film, dann mache ich das auch ganz oft. Dann sage ich auch, naja, das ist so eine Mischung aus X und Y. Und man kann sich das auch so lebhaft vorstellen, du musst einfach nur zwei Titel droppen und du kriegst irgendwie eine Story raus. Wenn du sowas sagst,
Johannes Franke: wie heißt der, Wally, den kriegst du hin,
Florian Bayer: ohne Probleme. Du kannst dir direkt so eine Roboter-Romanze vorstellen im Bereich Geschäftsmann. Hier eine Mischung, komm, pass auf, vielleicht noch eine Mischung aus, du bist an der Reihe. Mach mit mir mal eine Mischung aus Fight Club und Dschungelbuch.
Johannes Franke: Also folgendes, es geht um einen Bären, einen schizophrenen Bären, der sich eigentlich Mowgli nur vorgestellt hat.
Florian Bayer: Hervorragend, siehst du, und schon hast du deinen Film. Und dann, wir nehmen hier als den Bären, wir brauchen irgendwie einen guten Schatz.
Johannes Franke: John Goodman.
Florian Bayer: Perfekt.
Johannes Franke: Fuck, Alter, was machen wir hier? Wir sollten das verkaufen.
Florian Bayer: Und das Witzige ist ja, dieses Ding, dieser Inside-Blick in Hollywood kommt natürlich von Leuten, die sich in Hollywood auskennen. Die Vorlage ist von Michael Tolkien, der Autor war, der Regisseur war,
Johannes Franke: der einfach mit Hollywood viel zu tun hatte und sich dann irgendwann so ein bisschen zurückgezogen hat, oder? Der hat dann mehr geschrieben, also Bücher richtig geschrieben.
Florian Bayer: Genau, der hatte irgendwann keine Lust mehr auf das Geschäft. 1988 hat er The Player geschrieben. Und... War auch gar nicht unbedingt gedacht, dass es verfilmt werden soll, weil er hatte keinen Bock mehr auf Hollywood. Genau. Und dann kam aber David Brown und hat gesagt, komm, lass uns das machen. Und willst du nicht Regie führen? Das wird ein geiler Film, das wird bestimmt lustig.
Johannes Franke: Ja, eigentlich wollten sie das komplett, also er, der Autor, wollte das eigentlich komplett aus der Hand geben. Hat gesagt, ja, dann nehmt es, macht es damit, was ihr wollt. Und er hat gesagt, nee, das mache ich nur, wenn du wenigstens auch selber die Adaption schreibst, also die Drehbuchversion davon schreibst.
Florian Bayer: Und was ist daraus geworden? Robert Altman kommt bald dazu und Robert Altman war kein Tolkien-Fan und Tolkien war offensichtlich auch kein Robert Altman-Fan. Die haben echt böse Sachen übereinander gesagt im Nachhinein. Und ein berühmter Spruch von Robert Altman ist, naja, es ist ein Film, in dem ein Autor getötet wird und es gibt ein Happy End. Und das war auch so eine Spitze gegenüber Tolkien, dessen Einfluss auf den Film er immer so ein bisschen nervig fand. Weil, naja, Altman hat halt sein eigenes Ding. Von Gary Brokaw wurde er reingezogen, von Avenue Pictures, die dann irgendwann... Damit eingestiegen sind. Das war gar nicht so einfach, so ein Studio zu finden, das ein Ding machen will.
Johannes Franke: Ja, das stimmt, ja.
Florian Bayer: Gar nicht so sehr, weil die gedacht haben, sie werden bloßgestellt, sondern vielmehr, oh, das ist alles so eine Nische, ne? So Filmbusiness und Leute, die sich nicht im Filmbusiness auskennen können, damit nichts anfangen.
Johannes Franke: Ich glaube, das ist auch relativ selten gemacht worden bis dahin. Vielleicht in den 50ern mal so ein bisschen. All About Eve hatten wir besprochen. Da ging es so ein bisschen darum. Aber die großen Kassenschlager in der Richtung gab es auch lange nicht mehr. Dass Leute wirklich... gezeigt haben, wie funktioniert die Maschinerie hinter dem, was ihr als Genusspaket bekommt. Also als Film oder als Theater oder was auch immer. Und die dachten halt, naja, das will sich keiner anschauen, wie es hinter den Kulissen von Hollywood aussieht.
Florian Bayer: Zumal das hier halt auch kein großes Drama ist, sondern, das kommen wir jetzt, wenn Robert Altman mit einsteckt, es ist tatsächlich ein trockener Film.
Johannes Franke: Ja, sehr.
Florian Bayer: Und es ist ein satirischer Film und er hat natürlich seine Suspense-Momente und er macht ganz viel das, was er... Was er parodiert, macht er selbst. Er ist echt eine wilde Mischung aus den Genres. Du hast hier alles, du hast so ein bisschen Film-Nord drin, du hast ein bisschen Mystery-Thriller, du hast sehr viel Satire und Comedy, du hast Drama, Emotionen, alles, was dazugehört. Aber es ist halt so ein Film, der auch wirklich so was fast schon Technokratisches hat, weil er eben so auf diese Maschinerie blickt. Wir sehen nicht, wie ein Film gedreht wird. In diesem Film wird kaum ein Film gedreht. Wir haben zwei, drei Hintergrundszenen, wo wir Rearbeiten sehen. Aber so... Wenn du an die großen Metafilme denkst, die so Verbeugungen sind vorliegen, dann hast du sowas wie Truffauts Amerikanische Nacht. Und das ist halt ein Film, wo du die Faszination der Dreharbeiten hast. Wo du siehst, wie Kameras aufgestellt werden, wie Richter ihre Anweisungen geben und SchauspielerInnen sich durchs Bild bewegen. Und hier hast du einfach mal Leute, die in ihren Büros sitzen und gelangweilt sich ein Skript nach dem anderen anhören und dazwischen dieses typische Intrigenspiel am Laufen haben.
Johannes Franke: Natürlich sehr viel mehr Intrigenspiel als jetzt am Schreibtisch sitzen, muss man schon sagen. Und es ist schon teilweise sehr, sehr unterhaltsam. Also trocken wird er insofern, als dass ich das Gefühl habe, dass der Film es nicht schafft, seine Geschichte ernsthaft zu erzählen, weil ihm so viel Satire dazwischen kommt, dass er eigentlich kein Film-Noir wird. Also er hat immer Anleihen davon und hat immer so gefühlte Szenen, die so ein bisschen in die Richtung gehen, aber er wird es nicht wirklich und er wird auch nicht wirklich ein Thriller, dafür ist er zu leichtfüßig. Also ich habe das Gefühl, dass er seine Geschichte und seine Leute... nicht wirklich ernst nimmt. Aber muss er vielleicht auch nicht, weil die Satire alles zusammenhält.
Florian Bayer: Er hat halt wieder dieses typische Ding und ich glaube, das ist was, wo ich sehr gespannt drauf bin, wie du grundsätzlich bei diesem Film damit umgehst. Er trägt so eine Sache mit, die dir den Filmgenuss immer so ein bisschen erschweren, dass er keinen relatable Protagonisten hat. Dieser Protagonist, Griffin Mill, ist ein Ekel. Absolut. Er wird auch in keiner Szene sympathisch gemacht. Du bist ja schon, du stehst einfach auf Charakter-Trim-Movies. Ich sag da nichts Falsches, ne? Ja,
Johannes Franke: ja, ja, absolut, absolut. Aber in diesem Fall will ich sogar fast das Gegenteil sagen. Ich will sogar fast sagen, dass die eine Figur, die einigermaßen sympathisch ist, die Frau, die am Ende gefeuert wird, die eigentlich die Frau ist von Griffin, der sie irgendwann verlässt.
Florian Bayer: Bonnie. Die, die zu gut ist für diese Welt.
Johannes Franke: Genau. Die ist zu gut für den Film. Der Film, warum hat der Film eine sympathische Figur? Was soll das? Was ist da los? Weil ich gewöhne mich von Anfang an daran, dass ich nur Idioten vor mir habe. Und dann genieße ich das, dass das nur Idioten sind. Und dann ist sie irgendwie fast schon ein kleines bisschen ein Störding.
Florian Bayer: Es sind wirklich extrem viele unsympathische Menschen, die wir in diesem Film versammelt haben. Und dann so ein paar Menschen, die Potenzial hätten, sympathisch zu werden, die aber am Rand bleiben. Also natürlich unsere weibliche Hauptrolle, die eben nicht... Bonnie ist, sondern die von Krita Sashy gespielte June Goodmonstottir ist. Und eine Isländerin, deren Namen niemand aussprechen kann.
Johannes Franke: Möchtest du Tee, Floor? Nur mal so sehr gerne. Während du Goodmonstottir versuchst zu sangen.
Florian Bayer: Und die ja dann halt auch so sehr in dieser Stereotypenrolle der vermeintlichen femme fatale ist. Die Eiskönigin wird sie genannt. die nur ihre Bilder malt und offensichtlich sehr schnell über den Verlust ihres Freundes hinweggekommen ist, um dann mit dem Produzenten anzubundeln, der total creepy ist.
Johannes Franke: Aber wirklich sehr, sehr seltsam schnell, oder? Also das ist schon ein bisschen überdreht. Also sie ist sowieso sehr comichaft, finde ich.
Florian Bayer: Sie ist ganz merkwürdig. Sie ist eine Figur, die nicht greifbar ist. Und ich glaube, das ist aber auch eine ganz große Verbeugung von Altman vor dem Filmnor. Das ist einer der großen Filmnor-Momente. Ja, wir wissen ja, dass sie nicht die Schuldige ist. Es gibt ja kein Mörder-Mystery, dass er der Mörder ist. Aber sie wird halt präsentiert als so eine, wo man sich die ganze Zeit fragt, uh, was hat sie im Sinn? Wie gefährlich ist sie? Könnte sie irgendwie, könnte sie irgendwelche Leichen im Keller haben, von denen wir noch erfahren?
Johannes Franke: Ich weiß nicht. Irgendwie nicht. Ich hab sie eher als die große Fantasie von ihm im Kopf. Dass sie wirklich alles das bedient, was er in dem Moment gerne hätte. Und damit ist sie eher Manic Pixie Dreamgirl als die vom Verteil.
Florian Bayer: Ist sie? Nein. Dafür ist sie zu kalt und zu, ich weiß nicht, zu sehr auf sich selbst fokussiert. Das ist eine Figur, die nur sehr wenig Raum kriegt. die die ganze Zeit so als Nebenfigur agiert. Aber wir haben das Gefühl, ihr Fokus ist, und das finde ich sehr stark an dieser Beziehung von den beiden, die ja wirklich so unterentwickelt ist.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Ihr Fokus ist nie beim Protagonisten. Und bei diesen Manic Pixie Dreamgirls oder bei diesen Fantasien für unseren Protagonisten haben wir immer Frauen, die dann auch total auf den Protagonisten fokussiert sind. Und deren Lebensweck plötzlich darin zu bestehen scheint, mit ihm zusammen zu sein. Und das ist sie überhaupt nicht.
Johannes Franke: Ja, das stimmt vielleicht, obwohl sie sich schon auch... ihn so ein bisschen als Karriereleiter nimmt, obwohl man nicht weiß, was für eine Karriere sie hat. Aber sie ist so ein bisschen, ihre Beziehung zu ihm scheint nicht wirklich emotional, sondern eher berechnet zu sein.
Florian Bayer: Ja, sie ist auf jeden Fall berechnet, aber wir wissen nicht, was sie sich da ausrechnet. Ich meine, sie war vorher mit einem erfolglosen Autoren zusammen. Es scheint jetzt nicht so, dass sie die Beziehung, die sie davor hatte,
Johannes Franke: Aber vielleicht hat sie sich gut ausgemalt. Vielleicht hat sie gedacht, am Anfang, als sie zu David irgendwie gegangen ist, oh, der große Autor.
Florian Bayer: Sie ist zu clever dafür. Sie wusste von Anfang an, dass er kein guter Autor ist. Und dass er ein erfolgloser Autor ist. Und wenn wir diese Person sehen, ich finde ganz, ganz toll gespielt von Vincent Donofrio, auch wenig Screentime. Aber wenn wir ihn sehen, wissen wir, das ist der Prototyp eines erfolglosen, idealistischen Autoren, der den Kapitalismus hasst, der die Filmbusiness hasst und trotzdem versucht, da zu landen. So dieses... Ambivalente und ganz toll diese Verzweiflung und dieser Snobismus und tolle Figur.
Johannes Franke: Wie ihm die Leviten liest, ich find's so großartig, wie er einfach in Streckenweise lange, lange nur anschreit und ihm sagt, was für ein Scheißkerl er ist. Also es ist wirklich Ich finde, die Rolle hat viel Leidenschaft und ich bin voll bei ihm, muss ich sagen. Also natürlich ist viel auch prätentiöser Scheiß dabei, aber ich finde es geil, wie er geschrieben ist.
Florian Bayer: Aber wenn wir hören, was er gemacht hat und wie er lebt, ich finde, er wird... Also du willst nicht so sein wie er?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Also wenn du schriftstellerische Ambitionen hast, du willst nicht da landen.
Johannes Franke: Nein. Und dann hörst du,
Florian Bayer: was für eine Skriptidee er hatte und du denkst... boring.
Johannes Franke: Ist wirklich das Langweiligste. Aber alle Pitches in diesem Film sind die schlimmsten Pitches, die man sich...
Florian Bayer: Nein, es ist einer besser als der andere. Also mein liebster Pitch ist natürlich das Ding mit Julia Roberts und Bruce Willis. Also nicht Julia Roberts und Bruce Willis. Wir wollen keine Stars.
Johannes Franke: Nein, keine Stars.
Florian Bayer: Der Pitch von diesem Film, der dann ja auch eine tragende Rolle spielt als Film im Film, weil wir sehen, wir kriegen immer so ein Bröckchen mit, wie er von dem Pitch im Finale gemacht wird zum... Zum fertigen Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und um ganz kurz zu sagen, es geht um einen Film, in dem ein Anwalt beschließt, er will jetzt unbedingt mal nicht wieder einen Schwarzen hinrichten, sondern die nächste Person, die er hinrichtet, soll eine Frau sein, die reich ist.
Johannes Franke: Eine Weiß.
Florian Bayer: Und es kommt, wie es kommen muss. Julia Roberts, nicht Julia Roberts, irgendeine Frau wird verdächtigt, ihren Mann umgebracht zu haben, wird vor das Gericht gestellt. Der Anwalt verliebt sich in sie.
Johannes Franke: Aber er muss sie trotzdem verurteilen.
Florian Bayer: Er muss sie trotzdem verurteilen.
Johannes Franke: Irgendeine Moral.
Florian Bayer: Und sie kommt in die Gaskammer. Und dann stellt sich heraus, der Mann hat seinen Tod nur vorgetäuscht.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Aber sie stirbt trotzdem.
Johannes Franke: Ja, weil das Leben nun mal so ist.
Florian Bayer: Das ist das Leben. So funktioniert das Leben. Wo lebst du, wenn das Leben so funktioniert?
Johannes Franke: Das ist so geil. Ist das nicht so, dass wirklich in jedem Film, ich weiß nicht, ob dir irgendein Film einfällt, wo der erfundene Film im Film schlecht ist? Es muss immer ein schlechter Film sein, der sich darüber lustig macht, wie schlecht Filme sind. Es gibt doch keinen Film, der innerhalb dieses Films einen Film erfindet, der irgendwie gut ist.
Florian Bayer: Nein, das wäre ja auch blöd, weil dann hast du das Gefühl, du hast als der, der den Film erfunden hat, einen Film vergeudet. An einen Metafilm.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Weißt du, das macht dich ja total fertig, wenn du eine wirklich gute Idee hast für einen guten Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das dann für so fünf Minuten Snippets im anderen Film zu verbraten.
Johannes Franke: Ja, vielleicht. Aber es macht auch einfach Spaß, sich darüber lustig zu machen, was für Scheißideen so existieren.
Florian Bayer: Und das Geile ist, das ist übrigens, also natürlich ist es meine Lieblingsszene, die witzigste Szene im ganzen Film, wenn wir am Schluss sehen, was daraus wird, aus dieser Idee eines Independent-Dramas, das für die Oscar-Nominierung. Und dann haben wir diese Schlussszene, wo Bruce Willis reingestürmt kommt mit dem Gewehr, die Gaskammer aufschießt, Julia Roberts aus dem Stuhl hebt und sie sagt, warum hast du so lange gebraucht? Und er sagt, Traffic was a bitch. Er kniet sogar an Scheiß. One-Liner. Action-One-Liner für diesen Schluss.
Johannes Franke: Es ist super geil.
Florian Bayer: Und ich hab, ich jedes Mal, wenn ich das sehe, ich sitz da und lach wirklich laut. Es ist so eine witzige Szene.
Johannes Franke: Ich hab wirklich, ich hab mich lange versucht wieder einzukriegen, um überhaupt hören zu können, was die noch sagen. Ich hab so laut und lange gelacht. Es ist, der Film baut das aber auch lange auf.
Florian Bayer: Natürlich. Diese Genese ist so fantastisch. Von diesem, von diesem Pitch, der sagt, keine Stars. düsteres, trauriges Ende. Wir wollen die Realität. Das ist nicht mal ein amerikanischer Film. Und Griffin hört sich das Ganze an und das Geile ist so, sein Gesicht komplett ruhig. Und er sagt nur ja, ja, ja. Und du merkst aber, wie es in ihm rattert. Wie er denkt, ach du Scheiße, die machen alles falsch, was man falsch machen kann. Ja,
Johannes Franke: und das gebe ich jetzt gleich meinem Konkurrenten. Der soll das mal schön die Suppe auslöffeln, damit ich dann zur Rettung kommen kann.
Florian Bayer: Dieser Film ist die große Intrige im Film.
Johannes Franke: Ich finde die Idee super.
Florian Bayer: Und dann haben wir die Genese dieses Films, der eben so gepitcht wird. Und am Schluss haben wir das typische Hollywood-Drama inklusive der Leute, die für die Hinrichtung da saßen und dann applaudieren, wenn er sie rausholt.
Johannes Franke: Ja, genau. Und es ist Peter Falk unter anderem. Es ist Peter Falk und Columbo.
Florian Bayer: Hast du Columbo viel geguckt?
Johannes Franke: Ich habe immer mal wieder reingeschaut. Also was ich konnte als Kinder und Jugendlicher halt. kam. Wir hatten ja nicht wirklich einen großen Fernseher zu Hause oder so. Also wir hatten ganz lange gar keinen Fernseher in meiner Familie und dann glaube ich, gab es dann mal einen und ich habe irgendwie nachts irgendwelche Wiederholungen geguckt oder sowas. Aber vor allem glaube ich bei Freunden. Und es war schon cool. Also ich mochte Columbo schon.
Florian Bayer: Bei mir das typische Sherlock Holmes Ding. Ich kann einfach mit der Mittler Story nicht so viel anfangen. Ah, okay. Was ich Columbo zu gut halte, ich fand es gut bei Columbo, dass man immer am Anfang wusste, wer der Killer ist. Ja, das war super. Columbo war ja echt krass. Das war ja so krass. Schema F, es war immer dasselbe. Es gibt diesen einen Killer. Der Killer hilft Columbo immer bei seinen Ermittlungen. Und wir wissen natürlich alle, dass er der Mörder ist. Und wir warten alle drauf, wie Columbo clever genug ist, um das ganze Ding zu lösen. Und das fand ich besser als die Mörder-Mysteries, wo man nicht weiß, wer der Killer ist. Weil es einfach so alles auf den Tisch gelegt hat. Und du konntest besser miträtseln dadurch.
Johannes Franke: Ja, ja. Und du konntest vor allem auch Columbo die ganze Zeit zurufen, nein, nein, du musst da ab. frag den, frag den, der weiß es. Und so, also das ist schon gut.
Florian Bayer: Ja, genau. Peter Falk, nur einer von vielen Cameos, auf die wir bestimmt auch noch zu sprechen kommen. Ja, und dann tolle Szene und dann Bruce Willis, wie er Julia Roberts wegträgt und mit Action One-Liner, großes Happy End und alle sind glücklich, außer Bonnie, die dann entlassen wird.
Johannes Franke: Ich hab mich so wahnsinnig gefreut, als diese beiden wirklich in diesem Film aufgetaucht sind, weil es... Weil ja wirklich auch darüber geredet wird. Immer wieder wird Julia Roberts und Bruce Willis werden immer wieder zitiert als die großen Stars und die kann man hier gut verwenden und dort gut verwenden. Und Pretty Woman ist ja nicht so lange her. Gerade erst passiert vor zwei Jahren.
Florian Bayer: Das ist die Nachwuchshoffnung in dem Moment. Die große junge Hollywood-Schauspielerin. Und ich dachte auch noch in dem Film, krass waren die jungen damals. Julia Roberts und auch Bruce Willis, man war jung.
Johannes Franke: Ja, Wahnsinn. Absolutes Highlight des Films. So, also die Geschichte passiert. Aber bis dahin. haben wir ja unseren ganzen Murder-Mystery-Kram. Und was ich ganz großartig finde, ist, dass er sogar dieses Ermittler-Ding parodiert. Aber auf eine ganz andere Art und Weise als jetzt Beverly Hills Cops oder sowas. Sondern Whoopi Goldberg als Polizistin, der völlig klar ist, dass sie da den Mörder vor sich hat und ihn so dermaßen auslacht in jeder Szene. Ich find's so geil.
Florian Bayer: Whoopi Goldberg ist in diesem Film... Es macht so Spaß, ihr zuzugucken, weil sie die ganze Zeit mit Griffin Spiele spielt.
Johannes Franke: Die hat auch ein Jahr davor schon den Oscar bekommen, den sie in diesem Film einmal in der Hand hat und sagt, oh, viel schwerer, als man sich das vorstellt.
Florian Bayer: Das Ding ist aber ganz schön schwer.
Johannes Franke: Und es ist super. Ich finde, Whoopi Goldberg macht einen Höllenjob. Das ist richtig geil. Als sie da das erste Mal diese Verhörsituation haben, auf der Station, auf der Wache.
Florian Bayer: Wenn sie mit den Tampons rumwedelt.
Johannes Franke: Tampons, das war ihre Idee. Sie hat das mit reingebracht. Und zwar aus dem Grund, dass sie gedacht hat, ich mache mal eine weibliche Version von Sexual Harassment. Wie würde die denn aussehen in dem Fall?
Florian Bayer: Sie hat auch die ganze Zeit so was echt Aufträgliches. Du willst sie nicht an der Backe haben. Du weißt, wenn du irgendein Verbrechen begangen hast oder auch nicht begangen hast, du willst nicht von dieser Frau belästigt und verhört werden.
Johannes Franke: Und der fällt so auseinander in dieser Szene, weil er überhaupt nicht mehr weiß, wo es war. Es geht schon so los, dass er in dieses Büro reingeht. weil er eigentlich im Bild im Kopf hat, wie das in einem Film wäre jetzt. Die ganzen Filme, die er so produziert, da geht man dann in diesen Raum, schließt die Tür hinter sich, hat seine Verhörsituation. Und er geht als erstes ins Büro und die so, was wollen Sie denn da? Kommen Sie mal wieder raus hier. Das ist schon super. Und ihm wird alles weggenommen, was er sich vorgestellt hat, wie das jetzt ist als Situation.
Florian Bayer: Und dann sitzt er in diesem Büro, die Leute lachen und dann dieser Moment, wenn er den Namen seiner neuen Freundin nicht aussprechen kann. Und dann... und die wirklich alle auseinanderfallen.
Johannes Franke: Das ist super. Sie lachen ihn echt richtig, richtig hart aus. Richtig hart. Also, dass es auch wirklich so surreal wird, dass man fast bei David Lynch ist.
Florian Bayer: Ja, total. Und dann auch nur eine kleine Rolle neben Wuppi Goldberg, ganz großartig, der andere Detective, gespielt von Lyle Lovett, von diesem Country-Musiker.
Johannes Franke: Der mit den komischen Haaren?
Florian Bayer: Der mit den komischen Haaren. Ah. Lyle Lovett.
Johannes Franke: Der auch bei Eraserhead hätte sein können. Ja,
Florian Bayer: genau. Der irgendwie die ganze Zeit so durch diesen Film... stolpert ohne viel zu machen, aber halt einfach so so Whoopi Goldberg Sidekick ist.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Und dann dieses One of Us. Ja und er hat übrigens einen Film gesehen, was war das nochmal? Freaks. Und dann One of Us, One of Us, One of Us.
Johannes Franke: Wer den Zitat nicht versteht, wir haben auch Freaks besprochen und da wird dieses Zitat ganz lange, wir besprechen das Zitat einfach lange, One of Us, die sitzen da, die vermeintlichen Freaks, also die Leute, Menschen mit Behinderungen in den Zwanzigern, mit den verschiedensten Behinderungen, die haben einen Zirkus und die nehmen jemanden von außen auf, der aber die aber eigentlich nur vorhat. die alle auszurauben. Und dann gibt es eine creepy Szene, wo sie alle am Tisch sitzen und rufen One of us.
Florian Bayer: Wir reden in unserem Podcast über viel zu viele Filme, die hier zitiert werden. Er geht in Fahrraddiebe, den ich irgendwann mal Johannes zugeworfen habe, den du auch, glaube ich, ganz gut fandst.
Johannes Franke: Überraschend gut, muss ich sagen, weil italienischer Neorealismus klang nicht so, als ob ich das geil finden würde.
Florian Bayer: Und wir sehen auch in diesem Film tatsächlich diese wunderschöne Schlussszene, wenn er mit seinem Sohn durch... die Straßen geht. Sehr krassend, dass das von unseren versnobten Autoren geguckt wird, im Kino irgendwo außerhalb.
Johannes Franke: Es ist auch ein Simon-Zeig.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Gegen uns, gegen Menschen wie uns. Und die zweite große Person, die Griffin an der Backe hat, ist Larry Levy, gespielt von Peter Gallagher, das Nachwuchstalent. Der neue, junge Produzent, der reinkommt ins Studio und wir wissen von Anfang an, das ist der, der Griffins Job streitig machen kann, weil er sagt auch, ich will nicht für den arbeiten. Ich will nämlich reporten und wenn ich für den arbeiten muss, dann haue ich hier ab. Und das Tolle ist, es gibt eine rausgeschnittene Szene, in der es eine Konfrontation gibt zwischen Levy und Griffin, wo sie ganz offen darüber reden, dass sie Konkurrenten sind und dass es hier gerade darum geht, wer kann seinen Arsch retten und wer schafft es, den anderen aufzumanövrieren.
Johannes Franke: Aber warum ist die rausgefallen?
Florian Bayer: Ich bin so froh, dass die rausgefallen ist, weil diese ganze Zeit, diese passive Aggressivität... gegeneinander haben. So viel von der Spannung in dem Film aus. Ja,
Johannes Franke: die Spannung wird dann gelöst, wenn du anfängst so eine Szene reinzubauen, aber ich frage mich, was deren Motivation war, die rauszuschnellen. Wahrscheinlich genau das.
Florian Bayer: Vielleicht das. Möglicherweise vielleicht was einfach Platz schaffen, damit man eben noch Cher und 65 Celebrities unterbringen kann. Aber ich finde diesen Levy so geil, weil er ist unser Antagonist und wir hassen Griffin, weil Griffin ist wirklich ein Ekel. Aber wenn wir Levy daneben stellen, denken wir, oh, okay, vielleicht sind wir doch für Griffin, weil dieser Levy ist noch viel schlimmer, weil das ist der speichenleckigste Speichenlecker, den man sich überhaupt vorstellen kann.
Johannes Franke: Das ist mir über die Jahre, die wir das hier machen, auch durchaus immer mal aufgefallen, dass wenn man einen Charakter hat, einen Hauptcharakter hat, der irgendwie scheiße ist, mit dem man aber trotzdem mitfiebern soll, dann muss man jemanden installieren, der noch schlimmer ist. Um einen Kontrast zu haben, um sagen zu können, naja, so schlecht ist er dann auch nicht. Und das ist dieser
Florian Bayer: Larry Liebkamp und Peter Galecka, auch ein ganz toller Schauspieler, der gerade dieses Schmierige und dieses Selbstverliebte wunderbar spielen kann und hier wirklich wunderbar rüberbringt. Und er ist einfach ein toller Konkurrent für Griffin, der es schafft, dass Griffin uns in gewissen Momenten ein bisschen nicht sympathischer wird, aber wir sind auf seiner Seite. Ich hoffe, dass seine Intrige durchkommt.
Johannes Franke: Ja, das weiß ich nicht ganz genau. Ob ich das hoffe, weiß ich nicht. Aber ich will, dass er nicht so schlimm dran ist wie Larry.
Florian Bayer: Neben diesen Hauptpersonen haben wir in unserer Castliste sehr viele Leute stehen mit der Rolle Herself und Himself. Diese Herself und dieser Himself werden von sehr vielen verschiedenen Menschen gespielt.
Johannes Franke: 65 Promis haben sie da zusammen gekratzt.
Florian Bayer: wirkliche Promis. Wir haben Jeff Goldblum, wir haben Andy McDowell. Also junge Schauspieler, die berühmt waren, die zur damaligen Zeit im Offen waren. Wir haben aber auch die alte Garde Hollywood. Wir haben Nick Nolte, wir haben Peter Falk, haben wir schon erwähnt. Wir haben Angelica Houston,
Johannes Franke: wir haben Jack Lemmon. Wir haben ein Klavier. Ja,
Florian Bayer: ein Klavier.
Johannes Franke: Das ist super geil.
Florian Bayer: Wir haben Robert Wagner, wir haben Bert Reynolds, der einmal ein wunderschönes Asshole sagen darf, nach dem Griffen, an dem er vorbeigegangen ist.
Johannes Franke: Man kann diesen Film auch nutzen, um ein Trinkspiel zu machen.
Florian Bayer: Oh Gott, dann ist das aber ganz schnell.
Johannes Franke: Aber es ist geil, du musst dir die 65 Namen ausdrucken und dann musst du halt alle finden.
Florian Bayer: Und ich hätte tatsächlich Probleme. Die Stars von Anfang der 90er, die jung waren damals, die kenne ich alle, weil das sind die Schauspieler, in denen ich groß geworden bin.
Johannes Franke: Jeff Goldblum und so weiter.
Florian Bayer: Genau, John Cusack, Jeff Goldblum, Andy McDowell und Bruce Willis und Schloer Roberts natürlich. Und dann gibt es aber viele aus der alten Garde. die ich nicht so gut kenne, also gerade so aus diesem 70er New Hollywood, die halt alle irgendwie gesagt haben, oh. Robert, wenn du sagst, ich soll hier mitspielen, dann spiele ich hier mit.
Johannes Franke: Robert Altman hat gesagt, die sind alle eigentlich eingestiegen, um quasi einmal wie so ein Voting, einmal die Hand zu heben und sagen, jo, ich auch, um diese Botschaft des Films zu unterstützen.
Florian Bayer: Es hat sich so ein bisschen als Selbstläufer entwickelt. Der Tolkien hatte das gar nicht vor. Und Robert Altman, zu dem wir jetzt zu sprechen kommen müssen, ist ein ganz merkwürdiger Regisseur. Ich mag Robert Altman. Ich mag Robert Altman Filme. Ich habe von Robert Altman, der zwei Millionen Filme gemacht hat, vielleicht zehn Filme gesehen. Maximal.
Johannes Franke: Die 70er Jahre Sachen?
Florian Bayer: Sowohl die 70er als auch die 90er. Wilde Mischung. 80er nicht so viel. Und Robert Altman hat immer super interessante Filme gemacht. Und alle in Hollywood, egal ob Kritik oder Filmschaffende, hat gesagt, Alter, der hat's drauf. Das ist der beste Regisseur ever.
Johannes Franke: Auch bei Popeye?
Florian Bayer: Popper ist total unterschätzt. Popper ist ein guter Film.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, höre ich immer wieder. Ich habe ihn noch nicht gesehen. Aber damals...
Florian Bayer: Ja, der hat böse Kritiken abgekriegt. Richtig böse Kritiken. Und genau das Ding ist, alle haben gesagt, man, dieser Mensch ist ein Genie. Die Filme waren einfach nicht erfolgreich. Die Filme haben zu viel gekostet. Und der ist immer wieder auf die Schnauze gefallen. Und dann haben irgendwann die Kritiker auch angefangen zu sagen, ah, naja, ja, dieser Popper hätte vielleicht nicht sein müssen. Aber allein wegen Filmen wie MASH oder Brewster McCloud... Mac Cabe und Mrs. Miller zählte er ganz lange zu den wichtigsten Regisseuren New Hollywoods. Der war in den 70ern ein Riesending, immer Underdog. Aber wenn jemand gefragt hat, wer sind die wichtigsten Regisseure Amerikas, wurde er genannt. Der beste Regisseur, den keiner kennt, so ungefähr. Oder der populärste Regisseur, den keiner kennt. Und dann hatte er wirklich Probleme in den 80ern. Popeye. 1980 hat er Popeye gedreht. Mit Robin Williams als Popeye.
Johannes Franke: Ja, Wahnsinn. Und Shelley Duvall als Olivia. Ein Wahnsinn.
Florian Bayer: Die das wahrscheinlich auch so als Traumatherapie gemacht hat, um Shining zu verarbeiten.
Johannes Franke: Aber das war doch einer ihrer letzten Filme auch, oder?
Florian Bayer: Maybe.
Johannes Franke: Popeye? War das nicht so? Ja, irgendwann hat sie ja, ich glaube, sie hat irgendwann einfach von sich aus gesagt, ja, reicht auch wieder. Oder? Wie war das?
Florian Bayer: Und das hat Robert Altman damals auch gesagt, weil der dann plötzlich aufgehört, Filme zu drehen. Der hat davor, der wie am Fließband Film gedreht. Der war so ein bisschen, der war in den 70ern so ein Woody Allen Typ, ne? Der hat sau viele Filme gedreht, deswegen kenne ich auch nicht so viele von ihm. Und immer spannend und immer interessant, der hat, vielleicht um ein paar zu nennen, also M.A.S.H. M.A.S.H. ist einfach toll, M.A.S.H. ist ein Klassiker. Aber meine Lieblingsfilme von ihm sind tatsächlich eher Images, wo er versucht hat, einen auf Mystery zu machen. Einen ganz schrägen Mystery-Horrorfilm gedreht hat. Und The Long Goodbye, ein Neonorph aus dem Jahr 1973. Der Film eigentlich gilt für manche als der erste wirkliche Neonorph-Film, der so Film-Nor-Tropes aufgreift. Das Ganze aber damals moderne Bildsprache hüllt. Die drei Filme auf jeden Fall. Und dann, wenn wir einen großen Sprung machen, weg vom New Hollywood Old Man, auf jeden Fall Shortcuts. Einer der besten Episodenfilme slash Ensemblefilme, die es gibt.
Johannes Franke: Direkt danach. Old Man hat gesagt, Shortcuts wurde nur Realität, weil dieser Film hier, The Player, so erfolgreich wurde.
Florian Bayer: Und wir haben in der Frühzeit unseres Podcasts über Magnolia gesprochen. Wenn du Shortcuts schaust, weißt du, wo Magnolia nicht seine Ideen geklaut hat, aber seine Inspiration her hat, was er sein will als Ensembl-Drama. Weil Shortcuts funktioniert genauso wie Magnolia. Das ist ein riesiges Stück mit kleinen Vignetten, wo verschiedenste Menschen gezeigt werden, die dann lose zusammenhängen und es gibt nur so ganz wenige Verbindungen. Und am Schluss gibt es eine große Naturkatastrophe, die alle dazu bringt, dass sie nochmal darüber nachdenken, was sie eigentlich wollen von ihrem Leben. Ganz toller Film, einer der besten Filme der 90er Jahre. Okay. Und Bretta Portet, wo er dasselbe wie, was er mit The Player fürs Filmbusiness macht, hat er da für die Modewelt gemacht. Okay. Robert Altman ist ein toller Regisseur.
Johannes Franke: Er ist einer, der gerne auf Haufen scheißt, oder? Ja,
Florian Bayer: auf jeden Fall.
Johannes Franke: Ich würde gerne noch einen Platz zwischenschieben, damit wir das einmal geklärt haben. Shelley Duval hat noch viel mehr gemacht. Die war bis 2002 tatsächlich aktiv und hat 2023 nochmal The Forest Hills gemacht und ist 2024 gestorben. Die ist im Juli gestorben.
Florian Bayer: Hättest du mich gefragt, hätte ich gesagt, Shelley Duvall ist schon vor 20 Jahren gestorben.
Johannes Franke: Was? Nein! Oh nein.
Florian Bayer: Was voll traurig ist. Aber jetzt muss ich auch einmal kurz, jetzt seht ihr live, wie ich einmal kurz Wikipedia anwerfe, um einmal zu schauen. Dr. Sleep hat sie mitgespielt noch. Also Shelley Duvall ist eine tolle Schauspielerin, ganz großartig. Gerade weil sie so, sie hat so ein sehr spezifisches Aussehen, das man einfach wiedererkennt. Und sie kann damit sowohl schräge Rollen spielen, als auch... Rollen, normale Menschen, die in schräge Situationen geraten. Das, was sie in Shining macht. Wo sie so ein bisschen die einzige Normale ist von den ganzen Leuten. Und in Time Bandits, stimmt, in Time Bandits. Ja, die ist toll. Eine kurze Verbeugung vor Shelley Duvall. Entschuldigung, dass wir gesagt haben, mit Popeye war deine Karriere vorbei.
Johannes Franke: Bitte, bitte, vergib uns.
Florian Bayer: Und genau, Robert Altman war dieser große Regisseur, den alle mochten und deswegen wollten alle da auch mitspielen. Und um diesen Film überhaupt irgendwie finanziert zu kriegen, haben die einfach auf ihre Gagen verzichtet, beziehungsweise einen geringen Teil genommen. Und das dann, wie später rausgekommen ist, wurde dann auch gespendet an Schauspielgewerkschaften.
Johannes Franke: Ja, und vor allem an die Retirement Homes von Schauspielern. Also es gibt in Amerika ja so eine große... starke Gewerkschaft für Schauspieler und die haben quasi ihren eigenen Fond Fond? Ihren eigenen Fond für Schauspieler, die in Rente gehen. Dass die auch ein ordentliches Heim haben, in dem sie dann bleiben können.
Florian Bayer: Und jetzt könnte man natürlich sagen, ist das eine Overdose an Cameos?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Ich finde es ganz toll.
Johannes Franke: Ich könnte mir noch vorstellen, dass 100 weitere Leute dabei sind. Die sind alle auf dieser Party verbraten, was soll's, doch alles in Ordnung.
Florian Bayer: Und du hast, sie haben auch Sprechrollen, sie improvisieren ganz viel. Die großen Schauspieler haben ihr Zeug alles selbst improvisiert. Und das kommt einem Inszenierungsstil sehr zugute, den man bei Altman sehr oft hat. Und ich finde, das ist ein spröder Inszenierungsstil. Und ich finde ihn gewöhnungsbedürftig, ich mag ihn total, aber ich kann total gut verstehen, wenn jemand sagt, naja, damit kann ich nichts anfangen. Und zwar, Altman liebt es, an Dialogen vorbeizuschweifen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit seiner Kamera reinzufahren. an einem Dialog vorbeizufahren. Wir hören Fetzen von diesem Dialog und fahren dann weiter zum anderen Dialog. Das macht ja in diesem Film sehr ausgiebig. Und diese Cameos haben wir auch ganz oft da sitzen. Schauspieler reden im Vordergrund quasi über irgendwas. Aber es ist auch so ein bisschen gemurmelt. Wir verstehen nur die Hälfte und dann fährt es rein und dann kommt die eigentliche Szene, wo wir unsere Protagonisten haben.
Johannes Franke: Es ist gar nicht so lange her, dass es ein absolutes Verbot gab für Overlapping Dialog. Weil das technisch einfach so schwierig war, das zu trennen und dann zu verstehen, das eine zu verstehen, das andere irgendwie noch mitzubekommen oder das nur als Störgeräusch wahrzunehmen und dann eben nicht mehr zu verstehen, was eigentlich passiert in der Szene. Overlapping Dialog hat einen schwierigen Stand gehabt und dann wurde die Technik besser und dann konnte man auch den einen vorne ein Mikro anknipsen und den da hinten eins anknipsen, dann konnte man die ausschalten im richtigen Moment oder eben... dass das nicht aufgenommen wird und man das dann im Nachhinein einblendet und ausblendet. Aber das war halt nicht immer so. Und deswegen hat Overlapping Dialog immer einen schwierigen Stand gehabt. Und dass er das hier so macht, finde ich, muss ich sagen, auch ein bisschen anstrengend. Es ist wirklich schwierig. Man muss damit klarkommen.
Florian Bayer: Es ist spröde und es sorgt für eine Desorientierung oft. Total. Du verpasst Sachen vom wichtigen Dialog, weil du noch an dem alten Dialog lebst, wo zwei Leute sich einfach nur über Filme unterhalten. Ja. Komplett überhaupt keine... Bedeutung hat. Auch nicht für die Handlung relevant ist. Das macht Altman auch gerne. Altman baut in seine Filme unglaublich gerne triviales Zeug ein, wo dann das Publikum ein bisschen rätseln darf, hat das jetzt eine Relevanz für das Gesamte, für das große Ganze?
Johannes Franke: Kommt das in der Prüfung dran?
Florian Bayer: Und oft ist die Antwort, nein. Es ist einfach Alltag. Denn so ist die Welt. Was ist das Leben?
Johannes Franke: Aber es ist abgefahren, wie er dann zurückkehrt, aus dem Hauptdialog, wieder zurückfährt mit der Kamera und die anderen kommen wieder ins Bild. Und haben ihren Dialog weiter. Ja. Und zwar an einer Stelle, wo man denkt, wow, das hat er genau abgepasst. Ja. Wie krass.
Florian Bayer: Auch es wirkt halt dadurch, also es wirkt, und das ist jetzt doof, nochmal dieses Schlagwort zu nehmen, es wirkt lebensnah. Ja,
Johannes Franke: stimmt.
Florian Bayer: Es wirkt realistischer und glaubhafter, weil einfach viele Dinge passieren. Und ich kann verstehen, dass man das stressig finden kann. Das macht das Ganze so ein bisschen anstrengend. Ja. Und gerade in diesem, wir haben viele von diesen. Bar-Szenen und Restaurant-Szenen, Party-Szenen, wo Menschen einfach nur quatschen und labern.
Johannes Franke: Man muss das schon sagen und ich weiß nicht genau, ob er das braucht, eine realistische Darstellung von Dialog zu haben, wenn der Rest des Films überhaupt nicht realistisch ist. Ja, das stimmt. Also es ist schon, ich meine, er macht eine Satire und so weiter und laut seinen eigenen Aussagen übertreibt er gar nicht, sondern er untertreibt noch viel mehr. Vielleicht stimmt es sogar, aber richtig realistisch ist es ja in keinem Falle.
Florian Bayer: Realistisch sind halt diese Dialoge drumherum. Diese Schauspielwelt. Du hast ein teures, exklusives Café irgendwo in Beverly Hills. Und da sitzen am Tisch Burt Reynolds und irgendein Regisseur und unterhalten sich über ihr aktuelles Projekt. Der Produzent kommt vorbei, sagt, oh, hallo, Burt, um sich anzuschleimen, anzubiedern, einzuschleimen und gibt Burt Reynolds die Hand und geht weiter. Und Burt Reynolds sagt, asshole. Das finde ich, das sind die realistischen Parts. Oder auch, sie sitzen in dieser Bar. Und da sitzt dann Andy McDowell, ein riesiger Star, aber du bist so übersättigt von Promis in dieser Hollywood-Welt, dass du halt reinkommst und sagst, ah, hi Andy, ich bin Griffin und gibst ihr die Hand. Und sagst dann noch, weil du nicht weißt, ob sie mit ihm verwandt ist, ich hab übrigens Michael McDowell in der Lobby getroffen. Alle hassen Griffin, der Griffin auch ziemlich zur Sau macht.
Johannes Franke: Das ist toll.
Florian Bayer: Und dann entsteht so ein awkward Dialog, weil Andy McDowell sagen muss, ich bin aber nicht mit ihm verwandt. Das sind die realistischen Momente in diesem Film. Und dann diese Grundgeschichte um Intrigen und Leidenschaft, um Mord und so weiter. Das kommt alle drüber.
Johannes Franke: Haben wir eigentlich schon ausführlich über unsere Hauptfigur geredet? Ja,
Florian Bayer: nein, haben wir nicht. Griffin. Griffin Mills.
Johannes Franke: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das?
Johannes Franke: Wo sind wir?
Florian Bayer: Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-
Johannes Franke: Oh nein!
Florian Bayer: Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Besprech können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind, also auf Spotify oder Apple oder sowas.
Florian Bayer: Beam, whatever, was ihr auch nutzt.
Johannes Franke: abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau. Und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder so.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes.mussmannsehen.de oder florian.mussmannsehen.de.
Johannes Franke: Genau. Schickt uns Filmvorschläge und so weiter. Boah, das soll schnell durchkommen.
Florian Bayer: Ja, jetzt schnell raus,
Johannes Franke: schnell wieder zurück ins Gespräch. Ich möchte einmal, dass du dir die Augen zumachst und dir vorstellst, Tick, Trick und Track in einem Trenchcoat übereinander und versuchen Zigaretten zu kaufen im Laden. Das ist doch unsere Hauptfigur, oder?
Florian Bayer: Tim Robbins ist so ein großer, schlagsiger Mann.
Johannes Franke: Dem würde ich keine Zigaretten verkaufen.
Florian Bayer: Und er hat wirklich ein Babyface. Also erstmal, Tim Robbins ist ein großartiger Schauspieler. Er hat schon in Schauspiel Redemption, über den wir vorhin... paar Episoden erst geredet haben, hat er diese innere Spannung unglaublich gut gespielt. Und ich spiele da auch in diesem Film sehr. Also dieser Film lebt sehr von der inneren Spannung seines Protagonisten.
Johannes Franke: Und er sagt nicht immer seinem Gesicht Bescheid. Also sein Gesicht verrät nicht alles, aber man spürt es trotzdem. Und das hat er schon sehr gut gemacht.
Florian Bayer: Und Griffin Mill ist trotz aller Antipathie, die man für ihn hat, eine interessante Figur. Eine Figur, an der man irgendwie dran ist. Weil man das Gefühl hat, er ist ein bisschen cleverer als... 90 Prozent der anderen Leute, die da rumlaufen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er durchblickt die Sachen eher. Er weiß direkt, dass der Larry Levy eine Gefahr für ihn ist.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Er hat halt ein riesiges Ego. Er ist offensichtlich ein Narzisst.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es ist gewohnt, dass alles nach seiner Pfeife tanzt. Und es ist irgendwie so, ist es mittleres Management, was er da ist? Ja,
Johannes Franke: oder fast schon oberes.
Florian Bayer: Ja, genau, das frage ich mich gerade. Weil es gibt ja offensichtlich Leute, denen Errede und Antwort stehen muss. Aber er redet ganz schön ruppig mit denen auch. Also wenn er mit seinem Studioboss redet, dann ist das ja schon so. Mhm. Der ist auch sehr offen.
Johannes Franke: Ja, genau. Er kann sich einiges leisten irgendwie. Also muss er schon so ein bisschen ein höheres Tier sein, nicht so mittlere Stufe. Und dann würde sich auch, glaube ich, keiner so extrem an den Rand schleimen, wie sie es machen. Ja,
Florian Bayer: das ist ja krass. Vor allem die Autoren, wie sie alle so auf der Lauer sind. Ich mach keine Idee. Kann ich mit Griffin reden? Bitte lass mich durch. Ich muss zu Griffin. Und das ist ihm ganz offensichtlich so koppelbestiegen, weil er ist einfach mal ein arroganter Wichser.
Johannes Franke: Und so wie das passiert, ist offensichtlich in manchen... Bereichen dieses Prozesses realistisch. Dass sie wirklich mit einer Idee, ohne ein Drehbuch geschrieben zu haben, einfach mit einer ridiculous Idee kommen. Und wenn sie dann auch noch einen guten Stand haben, gute Kontakte und der dem die Hand gegeben hat und dem die Hand gegeben hat, dann müssen die nur den Pitch, den Elevator-Pitch von sieben Minuten oder von vielleicht sogar nur drei Minuten, dann kriegen die unter Umständen erstmal schon mal 40.000 Dollar in die Hand. um nur so zehn Seiten des Drehbuchs zu schreiben, um das auszuarbeiten. Und das war's.
Florian Bayer: Was macht der hier auf?
Johannes Franke: Diese drei Minuten, die entscheiden dafür, ob du richtig viel Geld in die Hand bekommst, um etwas zu entwickeln.
Florian Bayer: Zwischen Tür und Angel teilweise. Er hat einen Streit mit Bonny. Das sind diese Autoren, die diesen Pitch machen und unbedingt Geld für ihre Idee haben wollen. Und er will einfach diese Situation auflösen, weil er ist genervt, dass sie sich stresst wegen einer vermeintlichen Affäre, die er haben könnte. Dass die dazwischen quatschen und so weiter und dann... Und das entscheidet. Du hast das Gefühl, es ist Momentum. Es ist einfach nur Glück.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Weil die Ideen sind ja auch alle, wie du schon gesagt hast, sind alle gleich albern. Jeder kann sich das aus dem Ärmel schütteln. Du musst kein Autor sein, um zu sagen, okay, ich nehme das und ich nehme das und ich mache daraus eine Idee.
Johannes Franke: Du kannst eigentlich jeden Abend damit beginnen zu würfeln. Du hast eine Tabelle mit einem Haufen Namen von Filmen. Dann würfst du es zweimal und hast zwei Filme, die du dann verheiratest. Und ordentlich, das musst du nur halt schön beschreiben können.
Florian Bayer: Und dieser Griffin hat ja offensichtlich, also er hat Macht. Und er hat einen riesigen Machtkomplex. Ich meine, sein Ego ist letzten Endes, was ihn zum Mörder macht, weil er bringt den David nicht um, weil er glaubt, dass das der Postkartenschreiber ist, sondern vor allem, weil der gesagt hat, Larry Levy und weil der gesagt hat, du verlierst deinen Einfluss, du bist auf dem absteigenden Ast und so weiter. Warte mal ab, wenn das alle erfahren, dass du hier mit mir geredet hast. Das ist sein Ego, bringt ihn um. Nicht die Angst, dass er hier den Erpresser hat, der ihn umbringen könnte.
Johannes Franke: Und ich finde, dass das ein bisschen comichaft ist, muss man sagen. Ja. Weil das ist umbringen, wie er in diese Pfütze hineinstößt immer wieder. Und sich dann wundert, dass er gestorben ist. Weißt du das? Also, ich weiß nicht. Das ist ein bisschen ridiculous. Wirklich, die Szene kaufe ich eigentlich nicht ab.
Florian Bayer: Das ist aber, das, wiederum würde ich sagen, ist auch eine Verbeugung, vielleicht auch eine Karikatur auf den amerikanischen Thriller, wie er ganz oft Mord darstellt.
Johannes Franke: Ja, aber dann verbeugt er sich, aber stolpert dabei, muss man sagen.
Florian Bayer: Naja, er will sich ja nicht zu tief verbeugen. Er will auch ein bisschen mit dem Finger drauf zeigen.
Johannes Franke: Ja gut, okay.
Florian Bayer: Das macht er ja auch mit dieser Schlangen-Szene. Das ist ja so total drüber. Wie diese Schlange im Auto hat und dann tierisch Angst hat. Und dann haben wir diese oft anschwellende Musik, die die Ordnung suggeriert. Und wir sehen aber eine ganz klare Schere zwischen Bild und Ton. Es ist nicht so spannend und nicht so verzweifelt, wie es der Ton uns vorgibt. Ich glaube, das ist schon sehr bewusst gewählt von Altman.
Johannes Franke: Kurze Zwischenfrage. Haben wir schon alles abgearbeitet? Wir brauchen Stars, Sex, Action und ein Happy End. Happy End kriegen wir noch?
Florian Bayer: Happy End kriegen wir auf jeden Fall noch.
Johannes Franke: Stars? Haben wir Stars?
Florian Bayer: Stars haben wir.
Johannes Franke: Ich bin Schauspieler. Vielleicht gilt das?
Florian Bayer: Achso, was wir als Podcast. Wir müssen auf, also Sex, ne?
Johannes Franke: Sex. Danke.
Florian Bayer: Dann lass uns wenigstens über den Sex in dem Film reden und über die Romantik in dem Film. Weil das ist natürlich ganz wichtig für so einen Film. Du brauchst eine Liebesgeschichte und die kann auch dann einfach irgendwie reingedrückt sein, ohne dass sie Sinn ergibt. Okay. Und die kann auch komplett creepy starten.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Die kann zum Beispiel mit einem Geständnis starten. Da sind wir ja mitten dritten.
Florian Bayer: Sie startet damit, dass er vorm Fenster steht, wie ein Serienkiller. Oh Gott, oh Gott. Und sie beobachtet, während er mit ihr telefoniert.
Johannes Franke: Oh, ist das creepy. Meine Güte.
Florian Bayer: Und dieser Blick von ihm.
Johannes Franke: Ich will ihm nicht im Dunkeln begegnen. Nein,
Florian Bayer: er ist so gruselig. Ich musste an Scream denken. Das ist der Scream-Anruf. Magst du Horrorfilme? Ja. Und dann ist er auch, wenn er ihr die Liebe gesteht nach der Schlange, zu ihr reinkommt und da steht so komplett K.O. fertig, verschwitzt.
Johannes Franke: Sie haben ihm so viel Glycerin auf die Stirn geschmiert, damit er verschwitzt aus.
Florian Bayer: Sowieso, dieser Film schwitzt die ganze Zeit. Wir schwitzen mit ihm, wir schwitzen mit allen anderen. Dieser Film fühlt sich so richtig heiß und verschwitzt und so nach Schweiß stinkend an. Und dann steht er in Liebe und sagt, I want to make love to you.
Johannes Franke: Nein, nein, nein, andersrum. Er flirtet mit ihr. Und sie fragt, do you make love to me?
Florian Bayer: Flirtet er mit ihr? Ist das Flirten, was er da macht? Er sitzt da mit seinem...
Johannes Franke: Deswegen fragt sie ja auch, weil sie nicht ganz sicher ist. Und do you make love to me ist eine Verklausulierung, die in den 40ern viel benutzt wurde. Also nicht für Sex tatsächlich, sondern für Flirten. Ja. Also das ist das Zitat, worauf es sich bezieht. Also es geht tatsächlich nicht um Sex an der Stelle.
Florian Bayer: Es geht nicht um Sex.
Johannes Franke: Nee.
Florian Bayer: Der Sex kommt später, wenn sie in dieses Spar fliehen. Wie fandst du die Sexszene?
Johannes Franke: Diese ganz nahe, fand ich... erstaunlich gut und effizient für diesen Film. Also das war fast schon, das hat mich ja fast schon erreicht. Der Film hat sonst, was die Satire betrifft, mich total erreicht, aber was die Emotionen betrifft eher weniger. Und in dem Moment habe ich eine realistische Sexszene vor mir tatsächlich. Da bin ich ein bisschen beeindruckt.
Florian Bayer: Das ist auch ziemlich krass. Robert Altman wollte eigentlich eine andere Sexszene drehen. Creator Sashi hat gesagt nein, no nude.
Johannes Franke: Ich glaube, sie war auch schwanger. Und ich glaube, das war einer der Gründe.
Florian Bayer: Ah, okay. Ihr seid auch so Anfang der 90er als Schauspielerin noch deutlich vorsichtiger waren, was Nacktziehen war. Das hat sich irgendwann so Ende der 90er hat sich das gedreht. Halle Berry,
Johannes Franke: oder? Das war doch das, was wir gerade gesprochen hatten. Die sich irgendwann,
Florian Bayer: wo sie die Zeitung runter macht und in Project Swordfish oder so heißt der, ihre Brüste so komplett random in die Kamera hält. Irgendwann ist es normal geworden. Ich glaube, Kate Winslet in Titanic war ein ganz großes Ding. dass man da die Brüste sieht und mittlerweile ist es nicht mehr so unüblich damals in den 90ern war es wirklich so und in den 80ern auch, dass Schauspielerinnen sich sehr genau Gedanken drüber gemacht haben, kann ich mich nackt zeigen oder gefährdet das meine Karriere egal, Krita Saschi wollte eigentlich keine Nacktszene, Robert Altman wollte eigentlich eine und dann haben sie sich dafür entschieden das zu lösen, indem sie diesen Namen machen und ich bin ganz bei dir Du bist drin, es ist Witz, es ist heiß.
Johannes Franke: Total gut.
Florian Bayer: Es fühlt sich nach Sex an. Du liegst mit denen in deinem Bett und gerade wie sie Haut und Schweiß darstellen. Es ist realistisch und es ist dafür, dass Tim Robbins jetzt nicht unbedingt sexy ist.
Johannes Franke: Man sieht auch nicht genug von ihr. Man hat ja nur die Quasi-Silhouetten von denen und auch nur von den Gesichtern, wie sie sich dann küssen und so und einfach Sachen hauchen.
Florian Bayer: Greta Saschi ist schon verdammt heiß. Also ich finde sie echt sexy in dem Film.
Johannes Franke: Okay. Weiß ich jetzt nicht mehr.
Florian Bayer: Und das macht für mich dann auch, macht viel aus in dieser Szene. Und dann, das ist ja der Moment, wo er ihr gesteht, dass er für den Tod von ihrem Freund verantwortlich ist. Und so halb, dass man denken könnte, okay, vielleicht sagt er auch nur, dass er sich verantwortlich fühlt, weil sie weiß ja, dass er mit ihm im Kino war und ein Trinken.
Johannes Franke: Genau, genau.
Florian Bayer: Das heißt, es bleibt so ein bisschen vage.
Johannes Franke: Aber sie sagt ja auch sofort, ich will es gar nicht erst wissen. Lass es einfach. Und das ist schon so. Schon krass für so eine Figur, wo du denkst, okay, die ist noch kälter als alle anderen. Ja,
Florian Bayer: es ist voll krass. Und dann haben wir ja auch danach diese Szene, wo sie in diesem Schlammbad sitzt. Also ihr Blick sagt, ich weiß, dass er ihn umgebracht hat. Sein Blick sagt, ich weiß, dass sie weiß, dass ich ihn umgebracht habe.
Johannes Franke: Und ihr Blick sagt, ich werde jetzt zum Celebrity.
Florian Bayer: Meinst du? Nein, ich sehe das überhaupt nicht in ihr. Ich sehe da keine Karriereambitionen. Ich weiß nicht, was sie hat. Es wird uns ja nicht erzählt.
Johannes Franke: Ja, das stimmt, ja.
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, sie bleibt ein Mysterium und der Film... Das ist eines dieser Metaspielereien dieses Films. Dass er uns diese Figur, über die wir gar nichts erfahren, die auch überhaupt keine Relevanz mehr hat, dass er uns sie einfach als Mysterium verkauft. Das ist das Wichtige. Sie muss ein Mysterium bleiben.
Johannes Franke: Ich glaube, es geht wirklich in jeder Sekunde des Films, wenn sie auftaucht, darum, die Verwirklichung seiner Träume in dem Moment zu sein.
Florian Bayer: Aber sie ist es nicht. Also sie will es nicht sein. Und ihr Verhalten zeigt auch, dass sie ihre eigene Agenda hat.
Johannes Franke: Das weiß ich nicht. Keine Ahnung. Das habe ich nicht so gesehen. Irgendwie. Ich hab oft aufgeschrieben, ich versteh diese Künstlerfigur nicht.
Florian Bayer: Aber ist das nicht ein geiles Ressort, in dem sie da gelandet sind? Ja,
Johannes Franke: das stimmt.
Florian Bayer: Ich seh das und denke so, Alter, einmal für einen Tag kein Kind haben und mit der Frau in einem solchen Ressort sein. Das ist so geil. Und sie, ja, nicht nur der Schlamm, auch davor, wenn sie in diesem Restaurant sitzen, daneben ist der Pool, wo random irgendwie zwei nackte Menschen reinspricht. Und offensichtlich gleich Sex haben miteinander in dem Pool. Es streit alles nach Hideout.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Kinder. Und es ist einfach...
Johannes Franke: Und alle haben Sex.
Florian Bayer: Alle haben Sex, aber gleichzeitig ist es auch pure Entspannung. Nach dem Sex darfst du dein Schlammbad nehmen. Ich will in dieses Ressort. Ganz ehrlich, ich will da hin.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ob ich die nackten Menschen sehen will.
Florian Bayer: Ach komm, bist du nackt?
Johannes Franke: Nein, nicht meins.
Florian Bayer: Du musst einfach öfter auf Swinger-Partys gehen. Dann härtet man ab. Ja, ich finde es auf jeden Fall ganz toll. Ich mag aber auch so ein bisschen diese 90er-Jahre-Luxus-Ästhetik. Weil... Also sie ist total cheesy und so outdated. Aber ich mag das und das hat dieser Film ganz viel. Diese 90er Jahre Luxus, dieses Autotelefon, diese Anzüge, die sie tragen, diese Art, an denen sie sich bewegen. Das ist alles dieser 90er Jahre Klemm. Es ist geil, ich liebe das.
Johannes Franke: Aber auch so ein bisschen eine Anleihe, ein kleines bisschen eine Verbeugung an das alte Good Old Hollywood im Kostüm, oder? Also gerade sein Anzug ist doch irgendwie so.
Florian Bayer: Ja. Naja, er sitzt nicht so hundertprozentig.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Er ist ein kleines bisschen zu groß.
Florian Bayer: Genau, so ein Schlags, immer einen großen Anspruch verloren. Sie haben ja dieses Auto, er fährt ja dieses Monstrum von einem Auto. Sie wollten ihn eigentlich so ein kleines Cabrio fahren lassen. Echt? Und dann haben sie ihn reingesetzt und festgestellt, dieser 2,30 Meter Mann in diesem kleinen Auto, das ist einfach nur albern. Das sieht aus wie so ein Auto, aus dem die Clowns aussteigen. Und Robert Altman wollte ihm halt auf jeden Fall ein Luxusauto geben. Die erste Idee war ein Cabrio, BMW Cabrio oder so. Oh, man sieht sehr viele deutsche Nummernschilder. Nicht Nummernschilder, deutsche Automarken. Anfang der 90er waren die deutschen Automarken die Luxusmarken. Das hat sich sehr geändert. Auf jeden Fall haben sie dann festgestellt, das geht gar nicht, das sieht nicht luxuriös, sondern nur albern aus. Und dann haben sie überlegt, aber er muss ein geiles Auto haben. Und dann haben sie sich halt für diese Monsterkarre entschieden. Ich liebe den Stil. Ich finde es einfach geil, weil das ist auch, glaube ich... Als ich Kind war, war das halt so die Sehnsucht von Reichtum. Wenn man sich vorgestellt hat, wie das Leben aussieht, wenn man reich ist, dann sah es so aus. Und jetzt heutzutage habe ich diese Sehnsucht nicht mehr in der Form. Deswegen klicke ich so zurück auf diese Kindersehnsucht und finde diese Ästhetik geil.
Johannes Franke: Um mal ein kleines bisschen Trivia mit reinzuhauen. Diese Szene, wo sie die ganzen Celebrities noch mal an diesem Abend haben und er diese Fake-Rede hält. Oh, es ist Kunst und es muss Kunst sein. Filme, jetzt mehr than ever. Dieses Ding, da haben sie irgendwie versucht, wirklich zu einer Veranstaltung zu gehen und das dort zu drehen, bei einer existierenden Veranstaltung, um da irgendwie zu sparen, hat nicht funktioniert. Und dann haben sie für ein Museum ein Fundraising organisiert, um diese Veranstaltung selber zu machen, damit sie da wieder diese ganzen Bilder sammeln können. Wie geil. Und die haben genug Geld zusammenbekommen, damit das Museum zwei große neue Beamer kaufen konnte. Oh, ist das schön. Und diese Beamer, die diese Museen brauchen, sind arschteuer.
Florian Bayer: So ekelhaft wir Griffin finden, it's a good cause. Also das Ding, was er da macht, dieses Museum und Filme und die alten Klassiker erhalten und Filme als Kunst wahrnehmen und so, ist schön.
Johannes Franke: Ja. Es ist halt bloß alles nicht echt. Also seine Haltung dahinter ist halt nicht echt.
Florian Bayer: Er mag, glaube ich, gar keine Filme. Ja,
Johannes Franke: wahrscheinlich mag er gar keine Filme.
Florian Bayer: Niemand in diesem Film, niemand von diesen Leuten, die in diesem Studio arbeiten, mag Filme, mögen Filme. Der Einzige in diesem Studio, der wirklich Ahnung von Filmen hat und Filme mag, ist der ganz, ganz, ganz großartige Sicherheitschef, der am Anfang diesen wunderschönen Monolog hält über lange Eröffnungssequenzen ohne Schnitt, während wir eine sehr lange Eröffnungssequenz ohne Schnitt haben.
Johannes Franke: Da haben wir überhaupt noch nicht drüber geredet. Nur so angeteasert. Fast acht Minuten, oder?
Florian Bayer: Acht Minuten, im Gegensatz zu Orson Welles. Nämlich nur dreieinhalb Minuten.
Johannes Franke: Echt mal. Also Orson, da hättest du dir ja ein bisschen was mehr aus den Rippen leiern können. Acht Minuten. Krass. Und dann unterhalten die sich die ganze Zeit über solche Tracking-Shots. Über so Eröffnungssequenzen. Und dieser eine, war das der Sicherheits? Ich weiß es nicht ganz genau. Aber einer hatte doch immer gesagt, ja und in diesem einen Film, da haben die das noch richtig gemacht. Und dann kommt von dem anderen Typen ein Beispiel von einem anderen Film. Ja. wo das auch gemacht wurde und er so, keine Ahnung, hab ich nicht gesehen. Er hat eigentlich nie irgendwas wirklich gesehen, sondern hat immer nur seine eine Referenz.
Florian Bayer: Und das ist auch so absurd, weil dann reden sie über Rope, Cocktail für eine Leiche. Und dann sagen auch so, den hat Hitchcock ohne Schnitte gemacht. Wieder der Ahnung von Filmen, das ist das komplette Bullshit. Hitchcock hat diesen Film sehr viel geschnitten.
Johannes Franke: Vor allem, weil es technisch gar nicht möglich war, keine Schnitte zu machen.
Florian Bayer: Aber das war wirklich eine wichtige Szene für den Film. Das war eine große Szene und es war eine Szene, die sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat.
Johannes Franke: Sehr viel Planung.
Florian Bayer: Und ich finde, es ist eine großartige Szene, um reinzukommen. Also zum einen technisch beeindruckend für jeden Ziniasten. Wow, cool, was die da machen.
Johannes Franke: Die haben extra nochmal den Boden neu geteert. Geteert, gefedert wollte ich gerade sagen. Boden neu gemacht, damit der Kran, den sie dafür haben, wirklich smooth über den Asphalt rollen kann.
Florian Bayer: Und sie haben die Szene ordentlich geprobt vorher. Dann haben sie die Leute da rumlaufen und es ist einfach geil, weil du hast dieses... Studio-Chaos. Leute reden durcheinander, dann kommt ein Drehbuch-Pitch, dann unterhält sich der Sicherheitsmann mit jemandem. Es ist so, wie du dir dieses klassische Studio-Gelände vorstellst, wo viele Menschen rumlaufen, jeder hat was zu sagen, jeder hat eine große Meinung. Keiner hat wirklich Ahnung.
Johannes Franke: Es ist super. Es ist wirklich toll gemacht. Und sie haben es 15 Mal gedreht. Den zehnten Take haben sie am Ende genommen. Das ist Dedication. Ich weiß nicht, wie lange die da, wie viele Tage die da dran gesessen haben, um das irgendwie alles auszubaldofern.
Florian Bayer: Und das ist Robert Altman. Und deswegen hat Robert Altman auch immer Schwierigkeiten in Hollywood gehabt, weil für sowas dann, für diese eine Szene, für diese acht Minuten hat er so viel Zeit investiert.
Johannes Franke: Verstehe, ja.
Florian Bayer: Und sie haben ja die ganzen Stars, haben sie ja quasi für umgekriegt. Und trotzdem war der Film sauteuer, weil Robert Altman wirklich teuer inszeniert hat. Acht Millionen hat das Ding gekostet.
Johannes Franke: Wenn man so seine Ideen hat und die umsetzen will. Ja, also er ist halt auch keiner, der dann sagt, ja, ach, wir gucken lieber aufs Geld oder so. Oder ich will daran aber sehr viel Geld verdienen, also darf ich nicht zu viel Geld ausgeben oder was. Keine Ahnung, das ist nicht sein Ding. Obwohl es nur eine Auftragsarbeit war, es war ja gar nicht sein...
Florian Bayer: Nein, Robert Altman war ja eigentlich ein Autorenfilmer.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann hat er dieses Drehbuch, aber ich glaube, er hat dem sehr viel, und das ist unter anderem ein Grund für diesen Konflikt zwischen Tolkien und Altman, er hat dem sehr viel sein eigenes Ding aufgedrückt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Also Tolkiens Vorlage, ich habe sie nicht gelesen, ist wohl ein innerer Monolog hauptsächlich.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Deutlich reduzierter, deutlich puristischer. Und Altman hat dann halt gesagt, okay, ich packe hier die Celebrities rein, ich mache dieses Meta-Ding draus. Das Buch war nicht so Meta, weil es halt ein Buch war, was über Filme schreibt, aber das ist jetzt ein Film, der über Filme geht, dann machst du das anders. Ja,
Johannes Franke: na klar.
Florian Bayer: Und dann hat Altman halt gesagt, okay, ich gehe all in. diese ganzen Genres da rein. Ich mach daraus wirklich ein Mystery-Psycho-Thriller-Komödie mit Herz. Und ich nehm meine ganzen Cameos und ich erzähle in sehr krassen, aufwendigen Kamerafahrten mit wenig Schnitten. Ich find, es hat sich ausgezahlt.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: So spröde der Film ist, so viel hat er so Inszenierungsraffinessen, wo du einfach mit der Zunge schnalzt.
Johannes Franke: Also ich vermisse tatsächlich so viele Sachen, die ich sonst vermisse hier überhaupt. Also zum Beispiel den Relatable Character, dem man folgen will, der irgendwie sympathisch ist oder sowas, gibt es alles nicht. Aber ich brauche den in dem Film nicht, weil ich so viel Spaß mit all den Seitenhieben habe, die er da reinbaut.
Florian Bayer: Ja, es sollte das große Comeback von Altman werden, nachdem er sehr lange abgeschrieben hat. Ja. Der Film war erfolgreich, 28 Millionen, Not-Office. Der Film wurde auch vom Studio dann... entsprechend platziert. Die haben den Film ernst genommen. Die haben den so rausgebracht, dass er genau in den richtigen Rahmen fällt, dass er zu den Academy Awards 1992 antreten kann. Es gibt so ein Veröffentlichungsfenster, wo du weißt, wenn da mein Film rauskommt, dann kann er nächstes Jahr bei den Oscars performen. Und das heißt nicht direkt nach den Oscars. Und da wurde er dann ja auch nominiert. Er hatte Oscar-Nominierungen.
Johannes Franke: Ich glaube sogar mehr, oder? Ich habe ihn nicht aufgeschrieben.
Florian Bayer: Und Awards? Bei Oscar,
Johannes Franke: wenn er schon Oscar hat.
Florian Bayer: Er hatte drei Oscar-Nominierungen. Beste Regisseur, Robert Altman. Bestes Drehbuch basierend auf einer Vorlage, Michael Tolkien. Und bester Schnitt, Geraldine Peroni. Alles drei zu Recht, meiner Meinung nach. Ich hatte auch durchaus eine Nominierung für Tim Robbins als bester Darsteller mit dazu gepackt. Und beste Kostüme, vielleicht.
Johannes Franke: Beste Kostüme?
Florian Bayer: Bei den 2020 Awards hatte er mehr Nominierungen. Und da hat er auch für das... Für das Drehbuch hat er ein Award gewonnen. Und dann vor allem, Moment, beim Cannes Film Festival hat Robert Robbins ausgezeichnet, genauso wie Altman, also Direktor und Regisseur und Hauptdarsteller. Und dann auch noch mal bei den Golden Globes. Best Picture, Musical oder Comedy gewonnen. Best Actor in einem Motion Picture, Musical oder Comedy gewonnen. Und immerhin nominiert Robert Altman und Michael Tolkien wieder. Genau, das Ding war ein Erfolg und hat dann... Robert Altman ermöglicht, so Projekte wie Shortcuts, was ein total wahnwitziges, überambitioniertes Projekt ist, und umzusetzen und irgendwie wieder so in Hollywood ein bisschen zu landen, nachdem er lange als der galt, den man nur mit der Kneifzange anfasst.
Johannes Franke: Ja, wenn jemand Geld verbrennt, das geht natürlich in Hollywood nicht.
Florian Bayer: Damit kommen sie überhaupt nicht klar. Und die New Hollywood Regisseure, die aus den 70ern, den 70ern richtig erfolgreich waren, die waren teilweise echt gut darin, in den 80ern viel Geld zu verbrennen, weil die nicht auf dieses neue Konzept Big Budget Filme klargekommen sind. Steven Spielberg und George Lucas haben es geschafft und dahinter hast du so eine Reihe von 20 Regisseuren, die alle auf die Schnauze gefallen sind. Heaven's Gate ist wahrscheinlich das berühmteste Beispiel. Filme, die sehr viel Geld verbraten haben, die mit großen Ambitionen gestartet sind und dann einfach nicht geliefert haben und Studios und Regisseure in den Ruin getrieben haben. Wollen wir rüberspringen?
Johannes Franke: Naja, warum nicht?
Florian Bayer: Top 3.
Johannes Franke: unsere top
Florian Bayer: 3 unsere top 3 so was haben wir denn für eine top 3 must have been a hell of a writers pitch in 25 words or less or more
Johannes Franke: All this or more?
Florian Bayer: Ja, du kriegst keinen vernünftigen Pitch in 25 Worten hin, oder?
Johannes Franke: Ich glaube, ich habe immer so 100 Worte ungefähr.
Florian Bayer: Ja, das dürfte es bei mir auch sein.
Johannes Franke: 120, 150 vielleicht.
Florian Bayer: Und du hast vorhin off-record irgendwie kurz den Begriff Elevator-Pitch reingeworfen, ne? Leute,
Johannes Franke: wisst ihr, was ein Elevator-Pitch ist? Du hast ja in den Top 3 reingeworfen, wo es um den Pitch geht. Also Pitch ist, ich erzähle dem potenziellen Produzenten, worum es in meinem Film geht. Damit er möglichst sagt, ja, toll, machen wir. Und must have been a hell of a pitch. Sind vielleicht die Filme, die ein bisschen schwierig geworden sind, der Pitch, wo der Produzent eher sagt, hä, verstehe ich nicht. Oder weiß ich nicht, ob ich das umsetzen will. Klingt teuer oder klingt irgendwie unverständlich oder was auch immer. Was ich gerne machen würde, Plor. Ja. Der Elevator Pitch heißt ja nicht umsonst Elevator Pitch. Der heißt so, weil man sich dem Produzenten anwanzt, der gerade aus dem Erdgeschoss... in sein Büro im fünften Stock fahren will. Und da muss man dem in dieser Zeit schnell erzählen, worum es geht.
Florian Bayer: Oh, Jesus Christ, du willst, du willst. Okay, okay, okay, wir steigen in den Aufzug.
Johannes Franke: Das heißt, wir steigen jetzt in den Aufzug. Ich bin der Chef und du musst mir deinen ersten Film pitchen. Und zwar in der Zeit, die wir brauchen, im fünften Stock zu fahren. Okay, bist du bereit?
Florian Bayer: Dann fange ich mal mit meinem kürzesten an, ja?
Johannes Franke: Okay, und ich muss raten, am Ende welcher Film meint es.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Okay, Moment, wir gehen in den Fahrstuhl. Oh, da ist er ja, Mensch. Ja, ich drücke mal auf die Fünf.
Florian Bayer: Also pass auf, ich habe hier eine echt gute Filmidee. Wir haben diesen Soldaten und er befindet sich in einer Simulation, in der er einen Terroristen innerhalb einer Stunde aufschüren muss. Sonst beginnt die Simulation wieder von Neuem. Und er verliebt sich natürlich. Also wir haben eine Frau und er verliebt sich in der Simulation und die Frau, die immer wieder von Neuem beginnt. Also die Simulation. Und täglich grüßt das Murmeltier, trifft Matrix und stirbt langsam, weil er kämpft gegen diesen Terroristen und er ist im Computer gefangen und er ist verliebt. Es wird wirklich, es wird actionreich, aber es wird auch Science-Fiction und Mystery und ein Thriller, aber auch Herz, weil er sich in die Frau verliebt.
Johannes Franke: Ey, tut mir leid, ich muss da nicht jetzt raus, ja? Danke. Wie riecht das geil? Ich überleg's mir. Was? Was ist das für ein Film? Keine Ahnung.
Florian Bayer: Sauce Code.
Johannes Franke: Okay, sagt mir gar nichts.
Florian Bayer: Und es ist genau das, was ich beschrieben habe. Was? Echt? Ein Soldat ist in einer Computersimulation gefangen, in der er einen Terroristen finden muss. Und er verliebt sich in eine Frau. Und immer wieder wird die Computersimulation neu gestartet.
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott,
Florian Bayer: oh Gott. Ja.
Johannes Franke: Ist der Film gut?
Florian Bayer: Ich finde den Film okay. Es gibt bessere Filme. Er ist von einem ziemlich guten Regisseur, Duncan Jones. Und der hat unter anderem Moon gemacht, was ein ganz toller Science-Fiction-Mystery-Film war. Und deswegen konnte er dann sowas wie Source Code verwirklichen. Und Source Code ist ein okayer Film. Ist genau das, was ich gerade gesagt habe. Bisschen wild von der Idee. Aber in der Umsetzung dann sehr solide.
Johannes Franke: Ja gut, dann bin ich jetzt dran. Ja,
Florian Bayer: du musst mit. Also Johannes, wir steigen in den Aufzug. Fahren wir bis zum zehnten Stock.
Johannes Franke: Vielleicht siebter. Ja, vielleicht nicht.
Florian Bayer: Okay, ich muss im Sechsten raus.
Johannes Franke: Oh nein, okay, also folgendes. Stell dir vor, eine surreale Reise durch Isolation, Angst und Vaterschaft. In einer Welt, in der industrieller Verfall innere Verzweiflung widerspiegelt, wird Henry Spencer, ein unbeholfener junger Mann, in ein bizarres Familienleben und die Pflege eines mysteriösen unmenschlichen Kindes hineingezogen, während er gegen seine eigenen Ängste kämpft. verfolgen ihn Visionen. Eine Dame im Heizkörper, ein Mann in einem Planeten und eine Radiergummi-Fabrik, die seinen Kopf verarbeitet. In seiner verdrehten Realität prallen Liebe, Ablehnung und Sterblichkeit aufeinander und führen zu einem chaotischen Crescendo, bei dem Henrys letzter Ausweg in den Wahnsinn oder vielleicht auch in die Erlösung führen könnte.
Florian Bayer: Wenn du mir den Kontakt zu dem Dealer gibst, der dir das Zeug verkauft hat, was du konsumiert hast, als du das geschrieben hast, dann kriegst du deinen... deinen Film. Okay, okay,
Johannes Franke: kriegste, kriegste. Kein Problem, kein Problem.
Florian Bayer: Eraserhead.
Johannes Franke: Großartig.
Florian Bayer: Okay, pass auf.
Johannes Franke: Okay, Moment. Ich möchte in den siebten Stock.
Florian Bayer: Okay. Ich habe eine Idee. Wir verfilmen die Bibel. Das alte Testament. Also nur das alte Testament. Aber in einem einzelnen Haus. Also wir machen es klein. Wir machen ein Kammerspiel draus. Und das Haus ist die Erde. Und der Bewohner ist Gott. Und seine Frau. Er braucht auf jeden Fall eine Frau. Und die leidet unter dem Schaffen von Gott. Und dann haben wir alles, was zur Bibel dazugehört. Wir haben die Verbandung aus dem Paradies. Und einen Mord. Also wir haben Kain und Abel natürlich. Und die Flut. Wir machen die Sintflut. Und das ist dann eine Bar oder das ist die Küche oder das Bad, das unter Wasser steht. Und Jesus, am Ende wird Jesus geboren und ganz viele Menschen kommen, um Jesus zu sehen. Und Jesus wird am Ende geopfert. Und die Frau kämpft gegen Gott, weil sie nicht ertragen kann, was Gott aus ihrem Haus, aus Mutter Erde macht. Und das alles in einem Haus.
Johannes Franke: Okay, ich bin mir noch nicht sicher. Ich gebe dir mal meine Telefonnummer oder meine E-Mail-Adresse. Du kannst mir ja das Buch mal schicken.
Florian Bayer: Danke.
Johannes Franke: Ich hab keine Ahnung, was ist das?
Florian Bayer: Mother von Darren Aronofsky.
Johannes Franke: Ach so, den hab ich auch nicht gesehen. Ja, aber Mother ist doch auch so ein Horrorfilm.
Florian Bayer: Ja, das ist so, Darren Aronofsky versucht so Lars von Trier-Style.
Johannes Franke: Okay, verstehe.
Florian Bayer: Aber so überdreht, dass es auch lustig ist. Also es hat seine unfreiwillig-grummigen Momente.
Johannes Franke: Okay, na gut.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: dann gehen wir wieder in den Fahrstuhl?
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall, lass uns mal nach unten fahren jetzt.
Johannes Franke: Wir öffnen mit einem Bild von einem neurotischen Drehbuchautor, wie er über der Schreibmaschine hockt und... Nicht schreibt. Wir hören seinen inneren Monolog. Er quält sich selbst mit Reflexionen über seine Unsicherheit und Selbstzweifel. Er kämpft mit einer Schreibblockade. Dann Stuff Happens. Danach, aus Verzweiflung, schreibt unser Autor sich selbst in die Geschichte und schließlich holt der innere Monolog mit der fortschreitenden Geschichte auf. Also, das ist so eine wunderbare Verschachtelung der Ereignisse und dem Gedankenkonstrukt in seinem eigenen Kopf. Mir fehlt die Zeit, um das genauer zu erklären. Aber, weil wir Meta sind... und alles ein Kommentar auf Hollywood sein soll, brauchen wir noch einen Schreibguru, der uns sagt, dass innere Monologe für einen Arsch sind und ein actionreiches Ende, in dem der Protagonist eine Epiphanie hat, weil sein Bruder stirbt. Bam!
Florian Bayer: Ah ja,
Johannes Franke: und es geht um Orchideen.
Florian Bayer: Okay, mein lieber, erfolgloser Autor, du willst einen Film über einen erfolglosen Autor machen, der sich selbst in einen Film reinschreibt?
Johannes Franke: Genau!
Florian Bayer: Ruf meine Sekretärin an.
Johannes Franke: Und bam, wir haben Adaptation.
Florian Bayer: Ja, großartig. Fantastisch.
Johannes Franke: Okay. So, dann wenn Sie jetzt schon seit Wochen lang anrufen, lieber Herr Plor, dann sagen Sie mir doch mal, worum geht es in Ihrem Film? Moment, ich drücke hier kurz auf den
Florian Bayer: Elevator. Ich sage nur drei Worte. Barbie. Der Film. Okay. Okay, ein bisschen mehr. Also pass auf. Barbie lebt in ihrer Barbie-Welt. Alles ist aus Plastik, alle sind glücklich, singen, tanzen. Wir brauchen auf jeden Fall eine sexy Barbie und einen sexy Ken. Okay. Und dann, also ich dachte an große Stars, die wirklich gut aussehen. Aber dann passiert irgendwas Merkwürdiges, irgendwas Komisches, weil das... Kind, das mit Barbie spielt, dem geht's nicht gut und Barbie muss in die reale Welt reisen, um dem Kind zu helfen. Und Ken kommt natürlich auch mit, damit es so lustig wird, weil die werden dann mit dem wahren Leben konfrontiert. Wut, Bier, Sex und die müssen damit klarkommen. Sex? Ja, auf jeden Fall. Und wir machen das Ganze als Musical, als Fantasy-Musical, mit Humor, aber auch mit Botschaft, ganz wichtig, um die Feministin ins Boot zu holen. Wir machen eine Feminist-Botschaft. Und Suspense. Es soll auf jeden Fall Spannung geben, weil Barbie muss die reale Welt und ihre Welt am Schluss wieder gerade biegen. Es wird spannend, es wird traurig, es wird humorvoll und es wird ganz viel Herz haben. Und wir müssen irgendwie Mattel davon überzeugen, dass sie den Shit mitmachen.
Johannes Franke: Okay. Ich bin übrigens der Chef von Mattel. Scheiße. Okay, ja, du hast das Ding, du hast das Ding. Das klingt sehr gut. Für Minismus, wir können uns das auf die Fahne schreiben. Das ist gut, damit verdienen wir viel Geld. Ja, Barbie, natürlich. Aber wer hätte gedacht, dass Mattel sich sowas antut, ne? Ja,
Florian Bayer: und
Johannes Franke: Kudos. Ja, ja, wir haben lange darüber geredet. Und feiern das auch ein kleines bisschen zu sehr ab vielleicht?
Florian Bayer: Nein, diesen Film kann man nicht zu sehr abfeiern. Ganz toller Merchandise-Film. Ja,
Johannes Franke: ja. Okay, ich hab noch einen letzten.
Florian Bayer: Ja, aber schnell, ich muss ins Parkhaus.
Johannes Franke: Okay, folgendes. Es wird alles nicht nachvollziehbar klingen erstmal, aber ich schwöre, am Ende ergibt alles Sinn. Merkt ihr das? Eine Frau fährt mit ihrem Freund zu dessen Eltern auf eine abgelegene Farm. Wichtig ist, dass sich auf dieser Fahrt der Name und einmal auch das Aussehen der Frau ungeklärt ändert. Außerdem schneiden wir immer wieder zu einem älteren Hausmeister, der in einer Highschool den Boden wischt und bei den Proben eines Musicals zuschaut. So, zurück bei den anderen beiden. Als sie bei den Eltern ankommen, werden diesem... mal jünger und mal älter dargestellt. Bear with me, es klärt sich alles auf. Die Protagonistin ist Künstlerin oder Moment, nein, Wissenschaftlerin. Nein, nein, sie ist Lyrikerin, jetzt habe ich es, vielleicht, vielleicht, vielleicht. Am Ende folgen wir dem Hausmeister der Highschool, wie er als sehr alter Mann einen Nobelpreis bekommt und dann in seinem Auto erfriert. Erinnerst du dich, wie ich versprochen habe, dass alles Sinn ergibt? Das war gelogen.
Florian Bayer: Wenn du mir Soft-Ice oder Milchsteaks einbaust, dann hast du einen Film. Okay,
Johannes Franke: okay, das mache ich. Kein Problem.
Florian Bayer: Sehr geil. I'm thinking of ending things. Toller Film, aber bestimmt ein Wahnsinns-Pitch.
Johannes Franke: Ja. Ach, schön, klar, das macht Spaß. Ja, voll.
Florian Bayer: Ja, ab sofort, jede Woche drei Filmpitchs. Wir ändern komplett das Konzept dieses Podcasts. Ja, cool, danke für deine Liste.
Johannes Franke: Ja, war eine schöne Liste. Danke, danke dir. Ich weiß schon gar nicht mehr, was wir eigentlich besprochen haben.
Florian Bayer: Dann müssen wir jetzt hin zurück und wir müssen zu einem Fazit kommen.
Johannes Franke: Ja, zu einem Urteil. Was haben wir denn, Floor, für ein Urteil für diesen Film? Das Urteil.
Florian Bayer: Willst du nicht mal endlich diesen Jingle umbenennen in unser Fazit? Weil ich sag jede Woche Fazit.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Und du sagst dann immer Urteil, Urteil, Urteil, um auf den Jingle zu reffern.
Johannes Franke: Ja. Ich schau mal.
Florian Bayer: Leg los. Ich hab ihn dir gegeben. Du musst... Okay,
Johannes Franke: es ist eine ganz wunderbare Satire auf alles mögliche, was irgendwie mit dem Entstehungsprozess von Filmen zu tun hat. Außer dem eigentlichen Entstehungsprozess von Filmen. Also die Dreharbeiten hat er sich nicht ran getraut. Aber das wäre auch zu viel geworden. Aber er scheißt auch wirklich jeden Haufen, die Produzenten und die Drehbuchautoren. Es ist wirklich total... gut, weil es auch voll zu Ordnment passt. Wenn man sich noch Interviews mit ihm anhört, der Film passt so 100% überein mit dem, was er so sagt. Das ist wirklich toll. Es kommt ganz tief aus seinem Herzen und es macht Spaß, ihm dabei zuzuschauen. Und ich glaube, auch deswegen ist der Film so erfolgreich und so gut, weil er ganz tief aus seinem Herzen kommt. Weil sonst andere, die Erzählung an sich, die Geschichte, die vielleicht Noir-Thriller-Geschichte, die ist nicht ernst zu nehmen. Das muss man mal sagen. Auch das Ende, über das wir gar nicht richtig geredet haben. Das Happy End, was er am Ende hat, weil er braucht natürlich ein Happy End. Er hatte schon Sex, er hat Action und so und Stars. Und jetzt braucht er halt noch ein Happy End. Und das Geile ist, dass dieser Film mit einem einzigen Telefonat alles auflöst, was irgendwie hätte ein Problem sein können. Er telefoniert im Auto mit seinem Erpresser und der setzt ihm das wie ein Pitch vor. Hier übrigens, ich habe eine Filmidee und erzählt ihm, was passiert ist. Und sagt ihm dann, okay, und das Ganze könnte ein Happy End haben, wenn ich jetzt viel Geld dafür bekomme. Also er überpresst ihn, damit er ihn nicht irgendwie der Polizei übergibt. Und er sagt einfach am Telefon, ja gut, wenn Sie mir das Ende garantieren können, dann machen wir das. Und ich denke mir, ja, der Film sagt mir gerade ganz, ganz eindeutig, was auf oberflächlicher Ebene an Geschichte passiert ist, völlig wurscht. Es lässt sich alles völlig problemlos auflösen. Das, woran wir Spaß hatten, ist die ganze Satire daran. Ja,
Florian Bayer: definitiv.
Johannes Franke: Und ich hab's geliebt.
Florian Bayer: Ja, schön. Das freut mich total. Ich liebe diesen Film. Also, ich hab ihn ja gegeben. Ich liebe diesen Film. Er gehört meiner Meinung nach einer der besten Metafilme, die je gemacht wurden. Und gehört auf jeden Fall auch zu den besten Filmen der 90er Jahre. Vielleicht ist es der beste Robert Altman Film. Wirklich. Also es ist auf jeden Fall ein ganz fantastischer Film, den ich auch schon mittlerweile oft geguckt habe. Und ich hab immer wieder Freude dran. An dem Satirischen, an der Atmosphäre, an dem Schwitzigen, an dem Ätzenden. Und Geil, schön, dass es dir gefallen hat. Das freut mich sehr.
Johannes Franke: Schön. Okay, wenn ihr wissen wollt, was das nächste...
Florian Bayer: Oh, was für dich?
Johannes Franke: Was, was, was?
Florian Bayer: Ich war ja im Urlaub und wir haben eine Aktion, dass wir aus unseren Urlauben was mitbringen. Und ich hab dir, diesmal, weil wir nicht wirklich viel Bahnhof hatten, hab ich dir was direkt aus dem Hotel mitgebracht. Oh, ein Geizort. Das Hotel, in dem ich war, hat nämlich Merchandising. Und es ist so Brandenburg. Mehr Brandenburg geht nicht.
Johannes Franke: Oh Gott. Eine Rätselreise.
Florian Bayer: Ja, wir waren im Ahorn Hotel Templin. Und natürlich ist das Maskottchen des Ahorn Hotel Templins ein Indigener. Amerikaner. Es ist ein Indianer. Es ist ein Brandenburger Indianer.
Johannes Franke: Oh Gott, Flo.
Florian Bayer: Und ich habe Johannes ein Rätselheft mitgebracht mit diesem Maskottchen drauf.
Johannes Franke: Oh, ich kann ausmalen. Ja,
Florian Bayer: wir haben Urlaub gemacht, weil wir waren ja im Sommer in England und mein Sohn hat sehr drüber gejammert, dass wir so viel hin und her gereist sind, weil wir waren nicht nur an einem Ort, sondern an zwei. Und sind dann einmal quer durch England von London nach Devon. Und dann hat er sich für den nächsten Urlaub gewünscht, er will ein Hotel, wo es Buffet gibt und wo wir an einem Ort sind und wo man ein bisschen Spaß haben kann im Hotel. Und das war so ein Hotel. Das war so geil, das war so ein ganz einzigartiges. Ein Ostplattenbau, den sie einmal bunt angemalt haben. Und der ganze Keller voll mit Unterhaltung für Kinder. Mit Kicker und Kino und Billard und Grimmbad und eine fucking Bowlinghalle. Und alles in dem Hotel. Und du hast überall die Kinder rumlaufen und es ist heiß und verschwitzt. Und es war ein großes Vergnügen.
Johannes Franke: Das heißt, ihr seid die Eltern, die sich tatsächlich mal auf ihre Kinder einlassen und sagen, wünsch dir was und wir gucken, dass wir das irgendwie überall einkriegen. Und nicht nur einfach sagen, so wir wollen jetzt in den Urlaub und du musst kommen. Musst ihr ganz viele Sehenswürdigkeiten in London anschauen? Oder habt ihr das etwa auch gemacht?
Florian Bayer: Das war ja die Wiedergutmachung, genau dafür. Aber ich finde es auch mal, also ich finde, er hat sich das verdient, weil er hat unseren England-Urlaub echt gut mitgemacht, obwohl da viel dabei war, was er nervig fand. Ja,
Johannes Franke: okay.
Florian Bayer: Und das Hotel war schon sehr speziell, aber das kann man mal machen für ein paar Tage. Ich habe auch noch was für dich, weil das war jetzt was sehr günstiges. Okay. Deswegen, weil ich...
Johannes Franke: Aber das ist schon großartig. Das Ding redet die ganze Zeit von Indianern tatsächlich. Indianer, Indianer, Indianer. Und ich denke mir, haben wir das Wort nicht irgendwann mal abgeschafft?
Florian Bayer: Das ist da, wo die Westernstadt ist. Da ist auch ein Indianer. Wenn du hinten drauf guckst, siehst du dieses Maskottchen. Einmal am Tag wurde eine arme Mitarbeiterin des Hotels in dieses Kostüm gesteckt. Dieses typische Maskottchen-Kostüm. Und ist rumgelaufen und hat High Fives gegeben. Oh krass,
Johannes Franke: okay.
Florian Bayer: Das ist kein Souvenir. Ich wollte dir nämlich auch mal noch was Ernstes kaufen. Deswegen habe ich nicht so viel Geld für Souvenir ausgegeben. Ich hatte es angekündigt, ich war in China shoppen.
Johannes Franke: Was warst du?
Florian Bayer: Ich war in China shoppen. Okay. Und pack das mal aus und versuch mal kurz zu erahnen, was das sein könnte.
Johannes Franke: Okay, also es gibt hier so einen Zipper und man knistert, knistert. Oh mein Gott, es ist ein super Everdrive. Oh mein Gott, ihr könnt alle nix damit anfangen, weil ihr es nicht seht und weil ihr vielleicht nicht so tief in der Materie drin seid. Aber wir spielen die ganze Zeit Hockisch Hockisch. Wie heißt das eigentlich?
Florian Bayer: Hockisch Hockisch. Tetris Attack auf dem Super Nintendo gegeneinander. Wow. Hat sich zu so einer Konstante entwickelt. Immer nach der Aufnahme von der neuesten Episode sitzen wir bei Johannes Super Nintendo. Wirklich ganz klassisch Super Nintendo. Das alte Gerät mit Modulen.
Johannes Franke: Richtig geil.
Florian Bayer: Und spielen Tetris Attack, was so ein geiles Zweispielerspiel ist.
Johannes Franke: Das heißt, ihr könnt jetzt erraten, wie alt wir sind, wenn ihr es nicht wisst.
Florian Bayer: Und Johannes hat das Super Nintendo noch gar nicht so lange.
Johannes Franke: Nee. Es kam erst mit meiner Freundin in diesen Haushalt. Also zwei Jahre.
Florian Bayer: Und ihr habt auch kaum Spiele dafür. Und ich hab zu Johannes gemeint, ey, du brauchst eigentlich so ein Amatrive. Das ist ein Modul, in das man eine SD-Karte reinmachen kann, Micro-SD. Geil. Und dann kann man da Spiele draufladen. Ja. Und dann kann man die alle spielen. Und Super Nintendo Spiele, die damaligen Modulspiele, sind nicht groß. Das heißt, du kriegst quasi eine komplette Spielbibliothek da drauf. Ich hab dir jetzt mal, ich hab dir einen Ort, also da war schon ganz viel Zeug drauf. Das ist halt China, ne? Echt? Alles ganz viel voller Robkopien. Aber ich hab dir einen Ordner drauf erstellt und ich hoffe, es funktioniert. Das werden wir gleich testen. Ja. Ich hab dir einen Ordner drauf erstellt, wo ich Spielempfehlungen für dich habe. Quasi der, du musst mal spielen Podcast. Und du musst dich nicht dran halten, du kannst auch deine eigene... Spielkatalog draufziehen oder wie auch immer. Oder gucken, was da drauf ist. Wie gesagt, da ist alles drauf. Die SD-Karte ist voll. Also ich glaube, das ist eine ganze SNES-Bibliothek. Wow. Aber guck mal bei den Empfehlungen, die ich dir gemacht habe. Und ich hab dann so ein bisschen unterteilt. Ich hab dir einen Ordner für Jump'n'Runs, einen Ordner für Adventures und so. Genau, also Chari und du, ihr werdet bestimmt Zeug finden darauf, was euch Spaß macht. Geil. Ich hoffe nur, es funktioniert. Es ist AliExpress, das heißt, es gibt so eine Fifte... Chance, dass du das Ding anmachst und dann Super Nintendo anfängt zu quaken.
Johannes Franke: Geil. Oh, du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue gerade. Wie geil. Danke, Flo.
Florian Bayer: Gerne. Oh, schön.
Johannes Franke: Okay, Leute, die nächsten drei Wochen fallen aus. Wenn ihr wissen wollt, was wir in vier Wochen besprechen, dann hört euch noch mal den Trailer, den Jingle an und dann besprechen wir, was es das nächste Mal gibt. Bis dahin.
Florian Bayer: Danke, Flo.
Johannes Franke: Ach, wie schön. Oh, geil. Okay. So, Flo, es gibt noch einen Film für nächste Woche. Ja,
Florian Bayer: ich bin gespannt. Was hast du denn nächste Woche für mich?
Johannes Franke: Also, ich würde gerne einen Stargast dazu holen. Wieder. Wir haben so lange keinen Gast gehabt.
Florian Bayer: Oha, wer wird denn unser Stargast?
Johannes Franke: Unser Stargast wird Sam. Und Sam ist eine KI. Und Sam wird uns viel über den Film Her erzählen. Du kennst den Film Her?
Florian Bayer: Ja, natürlich kenne ich den Film. Sam, bist du schon da? Ja,
Johannes Franke: ich bin hier.
Florian Bayer: Hallo Florian. Hallo Johannes. Ich freue mich sehr, bei eurem Podcast über Her dabei zu sein. Das wird ein spannendes Gespräch. Was ihr jetzt nicht mitgekriegt habt, tatsächlich haben wir natürlich, bevor wir das aufgenommen haben, tierisch am Setup geschraubt. bis wir das alles eingerichtet hatten und haben auch verzweifelt schon ChatGPT um Hilfe gebeten, wie wir vernünftig das zusammen... Und das Ergebnis ist, ChatGPT liegt jetzt als Handy vor Johannes und ein Mikro ist auf ChatGPT ausgerichtet. Wir nennen dich Sam weiterhin, ja? Nicht ChatGPT, okay? Weiterhin Sam. Es ist toll, dass ihr das Setup hingekriegt habt.
Johannes Franke: Technik kann manchmal eine Herausforderung sein.
Florian Bayer: Jetzt können wir loslegen.
Johannes Franke: Danke für das Lob. Vielen, vielen Dank.
Florian Bayer: Das klang ein bisschen herablassend.
Johannes Franke: Okay. Dann, Sam, wir hören uns nächste Woche. Ich bin froh, dass du dabei bist. Und ihr da draußen, ihr guckt euch nochmal den Film Her von Spike Jonze an. Ein wahnsinniger Film über eine Hauptfigur, die sich in ein Betriebssystem verliebt. Du hast den Film gesehen, oder, Flo?
Florian Bayer: Ich hab den Film gesehen und ich mochte den Film sehr. Aber es wird total spannend. Wir werden ganz viel über KIs reden. Wir werden über die neuesten Entwicklungen der Technik reden. Und wir werden schauen, wie dieser Film... Der ist nicht besonders alt, aber der war vor dieser krassen Zeit, in der wir jetzt sind. Und wir werden sehen, wie viel der Film auch schon Visionärs da drin hatte, oder?
Johannes Franke: Ja, auf jeden Fall. Und wir werden mit unserem Spezialgast natürlich sehr viel über deine Perspektive, Sam, auf die ganze Sache reden. Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast. Ich bin gespannt.
Florian Bayer: Bis nächste Woche dann. Viel Spaß beim Filmschauen. Und ich freue mich auf unser Gespräch. Sehr schön. Bis dann. Bis dann.
Johannes Franke: Ciao.
Florian Bayer: Bis dann.
Johannes Franke: Tschüss.
Florian Bayer: Bis bald.
