Episode 241: Lohn der Angst (1953) – Action ohne Spektakel
Las Piedras, ein kleines Dorf irgendwo in Südamerika, ist das Babylon der Abgehängten und Gestrandeten: Kleinganoven, Tagelöhner, Menschen auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit oder der Gegenwart. Es ist leicht hier zu stranden, umso schwerer aber rauszukommen, vor allem, wenn einem das nötige Kleingeld fehlt.
Etwas mehr als Kleingeld – 2.000 Dollar, immerhin heutige, inflationsbereinigte 25.000 $ – verspricht SOC den Männern, die sich auf eine Selbstmordmission begeben. Denn eines der Ölfelder des amerikanischen Unternehmens steht in Flammen und die einzige Möglichkeit es zu löschen besteht in Nitroglycerin, das mit LKW von Las Piedras bis zum Brand transportiert werden muss: 300 Meilen durch den Dschungel, über Schotterpisten, Berghänge hinauf und hinunter. Und jede kleinste Erschütterung kann das Ende der Mission bedeuten, und das des unglücklichen Fahrers, der sie angetreten hat.
Zwei Wagen werden losgeschickt, besetzt mit jeweils zwei Fahrern, mit dreißigminütigen Abstand, denn einer davon wird das Ziel mit Sicherheit nicht erreichen, so die zynische Prognose der Auftraggeber. Die Franzosen Mario und Jo steuern den ersten Wagen, der Italiener Luigi und der Deutsche Bimba Wagen Nummer zwei. Und der Rest ist pure Anspannung, getrieben von der Hoffnung, endlich genug Geld für ein neues Leben zu haben.
Le salaire de la peur, Lohn der Angst, aus dem Jahr 1953. Ich war sehr jung, als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe, zu jung wahrscheinlich, um seine ganzen Nuancen zu verstehen. Ich habe ihn vor allem als extrem spannenden Actionfilm wahrgenommen, der erste Film, der mir gezeigt hat, das Action und Thrill auch ohne Spektakel gehen. Dass es dazu eine einstündige Exposition gibt, habe ich anscheinend vergessen… oder verdrängt… und so auch die kapitalismusskeptischen, gesellschaftskritischen – manche würden sagen amerikafeindlichen – Subtexte dieses Thrillerbrockens… und ja, auch die Teile, die alles andere als gut gealtert sind.
Aber auch mit diesen im Gepäck gibt es natürlich nur eine logische Frage für den Einstieg: Johannes, wie viel Geld müsste man dir anbieten, damit du dich auf eine solche Mission begibst?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 241: Lohn der Angst (1953) – Action ohne Spektakel Publishing Date: 2025-08-13T07:09:36+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2025/08/13/episode-241-lohn-der-angst-1953-action-ohne-spektakel/
Florian Bayer: Weil er will echte Männerfreundschaft darstellen, Er will darstellen, wie sich Männer untereinander verhalten. Und dann irgendwann auf dem Weg hat er ganz viel gemacht, um Hetero zu wirken und guckt sich um und stellt fest, Shit, das ist alles so gay, was ich hier gerade zusammengestellt habe.
Johannes Franke: Ich komme um vor Spannung. Legen wir jetzt los oder nicht? Legen wir jetzt los oder nicht?
Florian Bayer: Wir werden jetzt loslegen. Es wird losgehen. Ganz entspannt. Alles wird gut. Niemand wird sterben. Schön langsam. Wir reden heute wieder über französisches Kino. Oh nein! DIE Pré-Nouvelle Vague-Ära. Noch dazu. Aber ein Film, der von den nouvelle Vague-Leuten, also zumindest den Autoren des Gallières du Cinéma, Sehr wohlwollend rezipiert wurde. Kein Wunder. Es ist doch ein Film, der... Naja, Man könnte sagen, so eine Art französische Hitchcock-Variante Auch ein bisschen ist, Zumindest, was das Umgehen mit Spannung betrifft. Henri-Georges Glousseau, Der Regisseur, war ein großer Hitchcock-Fan. Wir reden über Le Saler de la Peur auf dem Jahr 1953.
Johannes Franke: Du hast französischen Unterricht gehabt, oder? Ich nicht.
Florian Bayer: Es ist nicht viel übrig.
Johannes Franke: Ich werde alle Namen heute falsch aussprechen. Georges Armand.
Florian Bayer: In Deutschland vor allem bekannt unter dem Titel Lohn der Angst. Aus dem Jahr 1953 in Amerika, bekannt unter dem englischen Titel The Wages of Fear. Ein, Wie gesagt, Vor-Nouvelle-Vague-Film. Und meiner Meinung nach trotzdem ein Film, der sehr viel richtig macht, Was die französische Kinolandschaft offensichtlich in dieser Zeit sehr viel falsch gemacht hat. Zumindest, wenn wir den Nouvelle-Vague-Leuten glauben.
Johannes Franke: Zumindest, wenn wir das machen, ja. Wollen wir kurz erklären, warum wir überhaupt diesen Film besprechen? Ach,
Florian Bayer: das weiß doch sowieso jeder. Weil wir uns gegenseitig Filme vorwerfen, zuwerfen, hinwerfen, aufs Auge drücken.
Johannes Franke: Und wir laden euch immer mal wieder ein, uns auch einen Film aufs Auge zu drücken, damit wir nicht nur in unserem eigenen Saft kochen. Aber das Grundkonzept ist, Es wird ein Film hingeworfen und wir können uns nicht dagegen wehren, Wir müssen den Film gucken.
Florian Bayer: Und da wir ja einen ziemlich unterschiedlichen Filmgeschmack haben, Johannes ist nämlich eher jenseits der Atlantik unterwegs. Zumindest was die 50er betrifft, ist er doch sehr jenseits des Atlantiks unterwegs. Im klassischen amerikanischen Studiokino. Good Old Hollywood. Kann das doch manchmal für sehr hitzige oder auch spaßige Diskussionen sorgen. Mal schauen, wo wir heute landen. Ich werde einfach mal Kurz erzählen, worum es in dem Film geht. Und dann schauen wir, wo uns diese anstrengende, lange Reise hinführt. Las Pietras, Ein kleines Dorf irgendwo in Südamerika, ist das Babylon der abgehängten und Gestrandeten. Kleinganoven, Tagelöhner. Menschen auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit oder der Gegenwart. Es ist leicht, hier zu stranden, umso schwerer, aber rauszukommen. Vor allem, wenn einem das nötige Kleingeld fehlt. Etwas mehr als Kleingeld, 2000 Dollar, Immerhin heutige Inflationsbereinigte 25.000 Dollar. Ja, ich hab nachgesehen. Verspricht SOC den Männern, die sich auf eine Selbstmordmission begehen. Denn eines der Ölfelder des amerikanischen Unternehmens steht in Flammen. Und die einzige Möglichkeit, es zu löschen, besteht in Nitroglycerin. Das mit Lkw von Las Pietras bis zum Brand transportiert werden muss. 300 Meilen durch den Dschungel, über Schotterpisten, Berghänge hinauf und hinunter. Und jede kleinste Erschütterung kann das Ende der Mission bedeuten. Und das Ende des unglücklichen Fahrers, der sie angetreten hat. Zwei Wagen werden losgeschickt, besetzt mit jeweils zwei Fahrern, mit 30-minütigem Abstand, Denn einer davon wird das Ziel mit Sicherheit nicht erreichen, so die zynische Prognose der Auftraggeber. Die Franzosen Mario und Joe steuern den ersten Wagen, der Italiener Luigi und der Deutsche Bimber Wagen Nummer zwei. Und der Rest ist pure Anspannung, getrieben von der Hoffnung, endlich genug Geld für ein neues Leben zu haben. Le Saler de la Peur, Lohn, der Angst aus dem Jahr 1953. Ich war sehr jung, als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe. Zu jung wahrscheinlich, um seine ganzen Nuancen zu verstehen. Ich habe ihn vor allem als extrem spannenden ActionFilm wahrgenommen. Der erste Film, der mir gezeigt hat, dass Action und Thrill auch ohne Spektakel gehen. Dass es dazu eine einstündige Exposition gibt, habe ich anscheinend vergessen. Oder verdrängt. Und so auch die kapitalismus-skeptischen, gesellschaftskritischen, Manche würden sagen amerikafeindlichen Subtexte dieses Thriller-Proggens. Und ja, auch die Teile, die alles andere als gut gealtert sind. Aber auch mit diesen im Gepäck gibt es natürlich nur eine logische Frage für den Einstieg. Johannes, Wie viel geld müsste man... Dir anbieten, damit du dich auf eine solche Mission begibst.
Johannes Franke: Das bringt überhaupt nichts, mir Geld anzubieten. Für sowas, um Gottes willen, auf gar keinen Fall. Die Frage lautet eher, in welche Ausgangslage würde man mich bringen, damit ich dazu bereit bin. Denn dieses Dorf... Okay, ich verstehe es irgendwie so ein bisschen. Auch wenn ich sagen, muss, dass die Kameradschaft. Und irgendwie sieht diese Kneipe, die sie uns am Anfang zeigen, schon sehr lustig aus. Eigentlich will ich da auch mal ein bisschen rein. Oh Gott,
Florian Bayer: ich finde, das ist alles so abgefuckt. Und die Leute, die da sind, die sind wirklich, Es ist total spannend, weil wir haben Leute, die sich in Südamerika, in einem dritten Weltland am Rande des Abgrunds befinden, die nichts mehr haben, die alles verloren haben. Und das sind alles Europäer. Keine Kolonialherren. Man hat sogar das Gefühl, den Einheimischen. Da geht es besser als den Leuten, die da gestrandet sind.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und wir erfahren sehr wenig darüber, warum sie da gestrandet sind. Es wird hin und wieder mal so ein bisschen, was angedeutet. Es werden uns Brocken vorgeworfen. Und trotzdem sind die meisten, vielleicht von Joe, abgesehen, der so dieses Gangster-Image mit sich trägt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sind irgendwie so Allerweltstypen. Das sind normale Menschen. Die haben halt einfach offensichtlich, irgendwie Pech gehabt. Vielleicht haben Sie irgendwann im Leben die falsche Abzweigung genommen. Vielleicht hatten sie auch wirklich einfach nur Pech. Und es hat sie dahin verschlagen. Und jetzt kommen sie dann nicht mehr raus.
Johannes Franke: Ist es das südamerikanische Casablanca?
Florian Bayer: Ja und nein. Es ist definitiv, Der Film wurde viel mit Casablanca verglichen. In der Kritik wurde auch oft der Begriff Anti-Casablanca genommen. Und ich finde, der trifft es ziemlich gut. Weil was wir in Casablanca haben, Es ist voller Hoffnung, Die ganze Zeit so ein Versprechen auf Abenteuer. Und vor allem haben wir ganz klar ausdefinierte Helden und Kontrahenten. Wir haben Antagonisten. Wir haben Menschen, die wir hassen können, nämlich die Nazis. Wer hasst wir nicht? Und wir haben Menschen, die wir mögen und mit denen wir mitfiebern, weil sie ihren Heldenmut beweisen. Und davon haben wir nichts hier. Nein. Wir haben weder die eindimensionalen Bösewichte, Noch haben wir die strahlenden Helden.
Johannes Franke: Also... Es gibt nichts zum Festhalten, Floor. Und du weißt, was für Probleme ich damit habe, wenn ich niemanden habe, den ich mögen darf. I know.
Florian Bayer: Und das Geile ist, Ich hatte den nicht mehr so in Erinnerung. Ich hatte den in Erinnerung. Und es ist wirklich lange her, dass ich den gesehen habe, dass ich mit Mario voll mitgefiebert habe und voll auf Marios Seite war. Echt? Und wenn ich mir jetzt den Film anschaue, denke ich so... Vielleicht habe ich die erste Hälfte einfach nicht gesehen. Weil dieser Mario, der tatsächlich am Ehesten der Protagonist des Videos ist, So ein widerlicher Bastard. Oh,
Johannes Franke: er ist so hart. Es ist, die ganzen Figuren, Es gibt ja kaum jemanden, außer Luigi. Ich liebe Luigi, aber darüber gehen die Figuren mal durch und so.
Florian Bayer: Aber können wir trotzdem einmal kurz festhalten, dass wir hier Mario und Luigi haben?
Johannes Franke: Ja, das müssen wir immer aus dem Blick holen.
Florian Bayer: Und Luigi sieht aus wie Mario. Ja,
Johannes Franke: genau.
Florian Bayer: Luigi sieht aus wie Super Mario. Er hat sogar die Mütze. Und er ist ein dicker Italiener, klein, untersetzt, mit Schnauzer.
Johannes Franke: Aber 35 Jahre, bevor es Super Mario.
Florian Bayer: It's-a-me, Mario. Ich habe, nachdem ich den Film gesehen habe, nochmal nachgeschaut, WIE Nintendo... Auf die Namen Mario und Luigi kam, weil ich dachte, Alter, Das haben, die sich inspirieren lassen. Weil Mario, also der, der hier Mario ist, sieht ja auch noch sogar aus wie Luigi, weil er halt so eher so der Schlagsige ist, der dran steht. Total. Und wenn die nebeneinander stehen, ist das wie Mario und Luigi mit vertauschten Namen. Aber nein. Ich hab nichts gefunden, dass Nintendo auch irgendwann mal nur irgendwie Bezug dazu genommen hätte.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ich glaub's auch, weil Mario ist viel älter als Luigi. Mario... Das erste Spiel mit Mario war ja Donkey Kong. Und da hieß er ja zuerst Jumpman und wurde dann von Shigeru Miyamoto in Mario umbenannt. Vor allem, weil das einfach ein typischer italienischer Name ist. Und Luigi heißt offensichtlich im Japanischen ein ähnliches Wort so viel wie Sidekick-Nebenfigur.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und ich glaub, das ist die ganze Geschichte. Aber wenn man das hier sieht, ist es schon so. uncanny. Ja,
Johannes Franke: ja, ja.
Florian Bayer: Mario, Luigi, bam. Okay.
Johannes Franke: Und ich weiß nicht, ob es dem Film gut tut, weil man echt viel drüber nachdenkt.
Florian Bayer: Also, als es mir bewusst wurde, es gab so diesen Moment, wo ich dachte, Moment. Gab es eine Zeit lang, wo ich die ganze Zeit im Kopf habe, bitte.
Johannes Franke: Oh Gott. Und dann die ganze Zeit.
Florian Bayer: Und sie sammeln auch Münzen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wir haben irgendwann zwischendurch auch mal ein Rohr, quasi. Also so eine Öl-Pipe-Line. Das ist ein Rohr. Es gibt durchaus... Möglichkeiten hier sehr viel Mario und Luigi reinzubringen.
Johannes Franke: Wenn ihr eine ernsthafte Version des Films gerne hören wolltet, dann müsst ihr, glaube ich,
Florian Bayer: woanders hingehen. Nein, wir schaffen das. Wir finden das auch wieder. Aber du hast gesagt, Luigi ist tatsächlich, Ich finde Bimba auch sehr sympathisch. Luigi ist der Einzige, der ist so lieb, unbedarft.
Johannes Franke: Ja, genau. Und aber eben nicht nur passiv lieb, unbedarft, wie das oft so ist, sondern als der merkt, Dass sein Lover, Entschuldigung, sein Zimmernachbar, abhanden, kommt. Der geht voll rein. Der kümmert sich darum, um sein gekränktes Ego einmal zu bedienen und geht in diese Kneipe und macht Rambazamba.
Florian Bayer: Wir müssen unbedingt darüber reden, wie homosexuell oder wie heterosexuell. Dieser Film ist. Ich habe eine klare Haltung. Ich weiß nicht, ob du auch eine klare Haltung hast.
Johannes Franke: Aber natürlich habe ich eine.
Florian Bayer: Okay, ich glaube, wir haben unterschiedliche Haltungen. Die Amerikaner haben diesen Film geschnitten. Ja,
Johannes Franke: 35 Minuten oder so.
Florian Bayer: Die waren richtig sauer, weil sie gesagt haben, zum einen, Es gibt hier sehr viele anti-amerikanische Subtexte, Nämlich die böse amerikanische Öl-Company, die auch noch fast so heißt wie Central Oil oder so. Also die offensichtlich so ganz eindeutig ein Stand-in ist für die große amerikanische Öl-Company. Ja,
Johannes Franke: es wird ja auch gesagt, wo Öl ist, ist ein Amerikaner nicht weit.
Florian Bayer: Wir haben die zynischen Amerikaner, die Halt, die anderen auf die Zestmordmission schicken. Aber sie haben es nicht nur das gekürzt. Das ist nicht viel, was man da kürzt. Sie haben auch die Beziehung zwischen Luigi und Mario gekürzt, weil sie nicht damit klargekommen sind, wie diese Männerbeziehung dargestellt wird. Sie wohnen zusammen.
Johannes Franke: Aber dann hätten sie auch Joe wegkürzen müssen.
Florian Bayer: Nee, Sie haben halt diese Szenen gekürzt, wo man sieht, dass Mario und Luigi zusammen leben, dass er die Kleider verleiht. Und dann Luigi zu Joe sagt, fühl dich wohl in meinen Hosen. Sie haben so diese Sachen gekürzt und ich glaube, womit sie vor allem Probleme hatten. Dass wir halt diese sehr enige Männerbeziehung haben. Offensichtlich, Luigi ist ja auch voll eifersüchtig. Mario ist voll verknallt in Joe. Und dass es nicht das weibliche Pendant gibt. Wir haben schon ganz oft festgestellt. In diesen 50er Jahre Filmen, im amerikanischen Kino, Auch in Casablanca zum Beispiel, Wir haben sehr lange über Dreier geredet, über Casablanca geredet.
Johannes Franke: Das steckt da total drin.
Florian Bayer: Es steckt da drin, aber es wird halt immer abgefedert, weil es die eindeutige, weibliche Love Interest gibt. Und sobald zwei Männer um eine Frau buhlen, können Sie sich nicht mehr füreinander interessieren. Und das haben wir hier halt nicht, weil hier hat keiner Interesse an den Frauen. Es gibt eine Frau.
Johannes Franke: Ja, und der scheint kein Interesse an ihr zu haben. DAS muss... Ja,
Florian Bayer: die eigentlich nur in dem Film gelandet ist, weil sie die Frau von unserem Regisseur Henri-Georges Clouseau war.
Johannes Franke: Die hat genau drei Filme in ihrem Leben gemacht, alle drei mit diesem Regisseur, der ihr Mann ist.
Florian Bayer: Vera Clouseau. Und sie ist eine bildhübsche Frau, und sie ist ein absolutes Tool in diesem Film.
Johannes Franke: Absolutes Tool. Und das tut mir so weh. Aber wir müssen so viel über so problematische Stellen reden.
Florian Bayer: Und ich glaube, sogar Clouseau hat sie in den Film eingebracht, um zu zeigen, Hey Guck mal, Mein Film ist hetero. Er ist nicht schwul. Weil es gibt diese, es gibt einige, also Sie kommt... Wenig vor. Sie hat keinen Charakter, außer dass sie halt irgendwie Sex-Interest ist, Nicht Mal Love-Interest. Und wenn sie inszeniert wird, sie ist wirklich bildhübsch, wird Sie vor allem inszeniert mit einem Male-Gaze, der nicht zu übersehen ist. Absolut. Sie wischt den Boden und das ist sehr früh im Film, und wir sehen ihren Hintern so in Szene gesetzt. Dann wackelt sie mit dem Hintern. Ich gehe manchmal auf die Knie, um den Boden zu wischen. Confession. Ich wackele nicht so mit dem Hintern. Und ich kenne niemanden, weder männlich noch weiblich, der so mit dem Hintern wackelt. Es sei denn, Es ist bei einer Bachelor-Party oder Bachelor-Party jemand, der angestellt wurde und der wich nicht ordentlich den Boden. Danach ist es immer noch dreckig oder dreckiger.
Johannes Franke: Du hast eine große Fantasie von mir kaputt gemacht.
Florian Bayer: Entschuldigung. Wir können das nachher nochmal ausdiskutieren. Du sagst, Dieser Film ist homo.
Johannes Franke: Ich glaube, ja. Ja, ja, doch, wirklich, tatsächlich. Ich glaube, dass Joe und, also, dass Luigi und Mario sowieso, Aber dass die Beziehung zwischen Joe und Mario weiter über den Haus geht, dass Sie sagen, oh, du bist Franzose, na sowas, toll, hängen wir uns ja aneinander.
Florian Bayer: Sie pfeifen, oh, plow. Ich finde, Das ist der heterosexuellste Film, den man sich aus dem Frankreich, aus der damaligen Zeit vorstellen kann. Und ich werde auch ein Argument finden, das dich auch zufrieden, stellt.
Johannes Franke: Okay, ich bin gespannt. Ich finde,
Florian Bayer: dieser Film schreit geradezu, ich bin hetero. Und dieser Film ist, was das betrifft, so ein bisschen, weißt du, dieser Typ, der sagt... Oh shit, Ich bin mir unsicher wegen meiner Sexualität.
Johannes Franke: Der ist besonders hetero.
Florian Bayer: Ich muss beweisen, dass ich hetero bin. Okay, was ist hetero? Bauarbeiter. Bauarbeiter sind hetero. Ich kaufe mir eine Bauarbeiteruniform und schenke mir einen Kalender mit Bauarbeitern an die Wand. Was ist noch besonders? hetero? Ein riesiger Wagen. Riesige Wagen sind, Ich hole mir einen großen Cadillac. Das ist sehr hetero.
Johannes Franke: Ich muss saufen und ich muss Stress machen.
Florian Bayer: Nee, nee, nee, Moment, Da bin ich nicht. Da bin ich nicht. Da können wir auch noch gleich hinkommen. Aber Äh... Und er hat dann diesen Kalender mit Bauarbeitern drin, Er hat diese Bauarbeiteruniform, Er lässt seine Brusthaare besonders raushängen. Und dann irgendwann auf dem Weg hat er ganz viel gemacht, um Hetero zu wirken und guckt sich um und stellt fest, shit, das ist alles so gay, was ich hier gerade zusammengestellt habe. Ich glaube, das ist die Art von Heterosexualität, die dieser Film hat. Er will unglaublich männlich sein und dadurch, Und das ist natürlich auch wieder so ein Subtext-Ding und auch nicht intendiert, Aber dadurch entstehen diese ganzen... Gay-Zwischentöne, weil er will echte Männerfreundschaft darstellen. Er will darstellen, wie sich Männer untereinander verhalten. Er will Frauen ganz viel entwerten. Das Weibliche als negativ spielt eine ganz große Rolle. Also bis zu dem Punkt, dass es eine Szene gibt, wo eine der Figuren, nachdem sie quasi bewiesen hat, Dass sie extrem feige, ist, als Frau bezeichnet wird und davor eine Szene kriegt, in der sie genau dasselbe macht, was vorher die Frau gemacht hat, nämlich dem Wagen hinterher Rennen und reinlassen, reinlassen, mich rein. Also, der hat auf jeden Fall dieses Frauenverachtungs- mit drin und so weiter. Aber ich glaube, das hat ja eigentlich alles, weil das Hetero sein soll. Und es wird so gay, dadurch.
Johannes Franke: Aber du bist ja immer derjenige, der, sagt, Der Künstler, der das gemacht hat, ist tot. Der Autor ist tot. Es gibt nur noch das, was wir draus machen. Und ich will das volle Kanne darin sehen. Und ich liebe es, dass es so hart drin ist. Also, man muss nicht sich viel anstrengen. Um das darin lesen zu können.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Ich finde es auch gut. Ich finde, es trägt halt auch diese Unsicherheit mit, weil ich glaube, das. Ein wichtiges Thema von diesem Film ist diese männliche Unsicherheit. Und dieser Versuch, ein echter Mann zu sein. Wir kriegen ja mit Mario sogar eine Figur, präsentiert, die ganz viel hat von einem echten Mann, weil er ist der Waaghalsigste von allem. Er ist der Raufbold. Er ist der, der sagt, Ach Quatsch, scheiß auf die Gefahr. Ich gebe jetzt Gas und riskiere damit mein Leben. Das Problem ist, Er riskiert damit das Leben von drei anderen Leuten.
Johannes Franke: Richtig.
Florian Bayer: Und dieser Typ... Diese archetypische Held. So sind unsere Helden. So ist Humphrey Bogart. Draufgängerisch. Das führt dazu, dass er zum Mörder wird. Und das führt dazu, dass er dann nachher auch zum Selbstmörder wird. Weil alles, was er hat, was sonst so glorifiziert wird an Heldenmut, macht ihn zu einem richtig schrecklichen Menschen, weil das die Realität ist. Wenn du Gas gibst und jemand sagt, Drück auf die Bremse. Und dann überfährst du ihn, dann bist du ein Fucking. Mörder.
Johannes Franke: Das Spannende ist, dass dieser Film, und deswegen habe ich auch diesmal so sehr mich auf. Der Autor ist. Tot gestürzt, dass dieser Film es mir schwer macht, dem zu folgen, was der Autor oder der Regisseur da an Intentionen drin hat. Ja. Weil da so viel Rassismus und so viel Sexismus drin ist und so weiter. Und auch ein bisschen widersprüchliche Sachen, weil er ja am Ende dann doch auch stirbt, eben auch wegen seiner Männlichkeit, vielleicht auch ein bisschen. Nicht vom Regisseur, intendiert, Der wollte ja eher die Sinnlosigkeit und die Unentrinnbarkeit des Todes irgendwie mit nach vorne stellen. Und die Absurdität daran, an der ganzen Situation. Aber die Männlichkeit kommt da mit rein, das ist einfach so. Und da kann ja gar nichts machen, dagegen, Das kriegt er irgendwie auch nicht. rausgeschrieben, das ist da einfach drin. Und ich bin ja sonst einer, der öfter mal, sagt, ich will lieber wissen, was der Regisseur... Damit wollte, weil ich wissen will, wo die Intention war. Ich kann dann immer noch den Schritt rüber machen, zu meiner eigenen Interpretation, aber mich interessiert es sehr, was der Regisseur zu sagen hat. Und hier, muss ich sagen, nach den ersten zehn Minuten interessiert mich nicht mehr, was der Regisseur zu sagen hat, sondern was der Film zu sagen hat. Ja,
Florian Bayer: das ist gut. Du bist endlich auf der dunklen Seite der Macht angekommen. Willkommen im Poststrukturalismus, Johannes.
Johannes Franke: Danke, danke, danke.
Florian Bayer: Lass die Hermeneutik hinter dir. Geschafft. Gott sei Dank. Henri-Georges. Clouseau ist unser Regisseur, der hat auch gar nicht so viele Filme gedreht. Seine Bekanntesten sind neben Lohn der Angst, ist sein Bekanntester Die Teuflichen, die Diabolik, wo er auch seine Frau besetzt hat, etwas Prominenter, offensichtlich. Und Clouseau hat aber schon in den 40ern gedreht. Der hatte ganz lange Berufsverbot, bevor er diesen Film gedreht hat.
Johannes Franke: Wollen wir die Geschichte dahinter mal erklären?
Florian Bayer: Ja, der hat einen Film gedreht, den alle gehasst haben.
Johannes Franke: Die Nazis waren ja in... Frankreich, Wenn Ihr euch erinnert. Die Älteren werden sich erinnern.
Florian Bayer: Unsere ältesten Zuschauer, ZuhörerInnen, die fast so alt sind wie wir.
Johannes Franke: Also, folgendes. Das war jetzt für den Ältesten.
Florian Bayer: Wolfgang! Jetzt kommt nur was für dich!
Johannes Franke: Scheiße.
Florian Bayer: Wolfgang, ja, oder?
Johannes Franke: Weiß ich nicht. Wolfgang.
Florian Bayer: Das Problem ist, wenn du einen Namen nimmst wie Anton oder Emil, Die sind wieder modern. Das sind eher die 10-jährigen Zuhörer.
Johannes Franke: Wie Wär's mit Henri?
Florian Bayer: Henri, Das ist einfach ein genierlicher Allerweltsname.
Johannes Franke: Okay, also folgendes. Die Nazis waren in Frankreich, 40er Jahre. Wir haben das Problem, dass Leute für die Nazis natürlich auch gearbeitet haben. In Frankreich. Und er als Regisseur für die Nazis arbeiten musste, Weil er es irgendwie nicht anders hingekriegt hat oder weil er auch nicht anders wollte. Das weiß ich nicht ganz genau. Ich kenne die ganzen moralischen Hintergründe und seine Zwänge nicht gut genug, um das beurteilen zu können. Aber er hat für die Nazis gedreht. Und er wurde dann danach von den Franzosen einfach unter Berufsgebot gestellt. Hat gesagt, Leute, das geht so nicht. Das, was du da gemacht hast, sieht auch total nach Kollaboration aus. Und hat auch wohl die Franzosen nicht gut dastehen lassen, muss man sagen. Der Film war nicht so franzosenfreundlich.
Florian Bayer: Es ist total krass. Also dieser Film, der für verantwortlich ist, Le Corbeau. Ich habe ihn nicht gesehen. Er wurde in Vichy-Frankreich gedreht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er behandelt. Es handelt offensichtlich eine kleine Stadt, in der die Menschen untereinander misstrauen haben und Verbrechen geschehen. Und dann haben die Franzosen in Vichy-Frankreich gesagt, der stellt ja unser Frankreich, Das besetzte Frankreich, total schlecht dar. Dann haben die Leute aus der Résistance, aus dem Widerstand gesagt, Der stellt ganz Frankreich total schlecht dar. Dann haben die Deutschen gesagt, Oh, geil, Der stellt ganz Frankreich total schlechter. Den nehmen wir mal und machen daraus einen Propagandafilm. Und haben den Film gezeigt, um Frankreich schlecht zu machen. Und haben sich dann genauer angeguckt und haben gesagt, Moment, Der stellt das Frankreich, das wir erschaffen, haben, das wir besetzen, stellt ja total schlechter. Und niemand mochte mehr den Film. Und genau, es ist auch so, Offensichtlich ist es schwer einzuschätzen, Wie viel dieser Film Kollaboration ist, Wie viel dieser Film Kritik ist. WEIL er... Einfach sehr ambivalent gedreht ist. Und ich glaube, das ist auch eine Stärke von Clouseau. Und das sehe ich auch hier. Trotz der überholten Misogynie und auch den rassistischen Elementen sehe ich ganz viele Momente, wo ich das Gefühl habe, Der Film stellt das auch in Frage. Und der Film beschäftigt sich mit der Misogynie und mit dem Thema, Kolonialismus und Rassismus. Und so weiter. Auf jeden Fall durfte er da nicht arbeiten. Und dann ist er nach Südamerika. Und in Südamerika hat er festgestellt, Oh shit, den Leuten. Hier geht es richtig dreckig. Warum geht es denen denn dreckig? Oh, say,
Johannes Franke: can you see? Die Amis sind da.
Florian Bayer: Ja, und man kann viel über Anti-Amerikanismus reden. In den 50ern hat das größtenteils gestimmt. Wo die Amerikaner in Südamerika das Sagen hatten und ihre Lieblingsdiktatoren unterstützt haben, Da ging es den Menschen einfach dreckig. Und wenn die Amerikaner dann später auf den Film gucken und sagen, Moment, Der hat sehr viele anti-amerikanische Töne, Natürlich hat er das. Und wenn Sie sagen, Moment, der hat so ein bisschen sozialistischer Idealismus, Natürlich hat er das. Auf jeden Fall hat er gesagt, okay, ich will irgendwie was machen. Ich will, was drehen und vielleicht einen Dokumentarfilm und vielleicht auch was anderes. Und dann ist er offensichtlich auf dieses Buch gestoßen. Und jetzt müssen wir kurz den zweiten Namen noch reinbringen. Der hat nämlich auch so eine Geile Geschichte.
Johannes Franke: Moment, Ich muss kurz noch sagen, dass der Regisseur dann nur zwei Jahre Berufsverbot hatte. Also, er konnte dann weiter drehen. Deswegen haben wir diesen Film überhaupt nicht.
Florian Bayer: Ja, Anfang der 50er durfte er wieder drehen und hat dann diese zwei großen Filme gemacht, die heute so als Meisterwerke des französischen Kinos gelten. Er hat den Roman gelesen. Le Saler de la Peur von Georges Arnaud, der 1917. geboren wurde, und er hat das Buch veröffentlicht. 1950? Es war relativ frisch, es war relativ jung.
Johannes Franke: Das Krasse an diesem Typen... 1950. Ja, genau. Das Krasse an diesem Typen ist, dass der am Mord seiner ganzen Familie angeklagt wurde.
Florian Bayer: Ja. Und man weiß nicht, ob er es war.
Johannes Franke: Er ist derjenige, der den Alarm wohl losgelöst hat und die Polizei gekommen ist und festgestellt hat, oh, Der einzige Überlebende hier an der ganzen Geschichte, also Vater, Mutter, Bruder, was weiß ich, Ich glaube, es waren drei Leute, die tot waren. Und er ist der einzige Überlebende. Hm, wer könnte es gewesen sein? Erstmal wird er eingebuchtet und bleibt da verdammt lange. 19 Monate. Total Krass. Und zwar auch in einer Zeit, wo es einem nicht gut ging. Im Gefängnis. Ja.
Florian Bayer: Wir sind Anfang der 40er Jahre, und ihm hat auch die Todesstrafe gedroht. Er war ein Dreifachmörder.
Johannes Franke: Und dann haben sie irgendwie es geschafft.
Florian Bayer: Genau. Maurice Garçon, ein Freund von seinem Vater, hat gesagt, hat für ihn gesprochen. Und dann wurde er freigesprochen und ist raus und der Mord wurde nicht aufgeklärt. Also, wir wissen nicht, ob der Roman von einem Mörder ist. Es gibt tatsächlich jemanden, der sehr viel später behauptet hat, Arnaud hätte ihm gestanden, dass er der Mörder ist.
Johannes Franke: Gerard de Villiers, Wie der ausgebrochen wird. Ich liebe es,
Florian Bayer: wenn du französische Namen falsch aussprichst.
Johannes Franke: Ein Autor, ein anderer Autor. Der behauptet Steif und fest, dass Arnaud ihm gesagt hätte, dass er das Verbrechen begangen hat. Aber es gibt einfach keine Beweise dafür und so richtig und deswegen, naja.
Florian Bayer: Und auch Hannover dann in Südamerika. Und Hannover hat in Südamerika... Alles gemacht, was man an dreckigen Jobs machen kann. Also vieles, was er gemacht hat, spiegelt sich jetzt in diesem Film wieder. Er hat diese ganzen Tagelöhner-Jobs gemacht. Worum es in diesem Film eigentlich geht, wir haben Leute, die nicht wissen, wie sie Geld verdienen sollen, die von der Hand in den Mund leben und die dann halt mal sowas sind wie Taxifahrer.
Johannes Franke: Goldgräber, Barkeeper, LKW-Fahrer.
Florian Bayer: LKW-Fahrer, hallo. Und Anouk hat gesehen, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Das ist echt schwer, hier über die Runden zu kommen. Woran liegt das denn? Und dann hat er nach oben geguckt und hat festgestellt, ah. Oh, say, can you see?
Johannes Franke: Wie oft werden wir heute die amerikanische Flagge hören?
Florian Bayer: Woraufhin er dann diesen Roman geschrieben hat, 1950. Und Arnaud und Clouseau, um darauf zurückzukommen, fanden diesen Roman total geil und haben gesagt, Mann, Mann, Mann, Den will ich unbedingt verfilmen. Es hat allerdings auch noch jemand anderes diesen Roman gelesen. Und hat gesagt, OH Mann, Mann, Mann, Den will ich verfilmen.
Johannes Franke: Den Namen kennt ihr alle, Alfred Hitchcock.
Florian Bayer: Alfred! Und wenn man sich die Geschichte anschaut, Na... Natürlich will Alfred Hitchcock den Shit verfilmen.
Johannes Franke: Absolut. Natürlich. Und das Schöne ist, Hitchcock war da irgendwie echt. Es ging um Stunden. Um Stunden. Wer hat sich diesen Stoff gesichert? Ja. Und Hitchcock war halt ein bisschen zu spät und hat sich später gerecht, indem er einen anderen Stoff sich gesichert hat, der eigentlich unserem Regisseur hier irgendwie zugestanden hätte.
Florian Bayer: Ich glaube, alles ist gut und alles sind Freundschaften.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Arnaud war offensichtlich nicht so begeistert von der Verfilmung, Aber der wäre wahrscheinlich auch von der Hitchcock-Verfilmung nicht begeistert gewesen. Er fand nämlich auch das amerikanische Remake, das dann in den 70ern gedreht wurde, fand er auch nicht geil. Auf jeden Fall hat Klaus Hussig das gesichert und hat gesagt, das drehen wir in Südamerika natürlich. Das muss in Südamerika gedreht werden. Das ist ein Stoff, der in Südamerika spielt. Gore Finn, Sein Hauptdarsteller, Der große Star des Films, der den Mario spielt, Yves Montand gesagt hat...
Johannes Franke: Was hat er gesagt? Das habe ich mir gedacht, Aber gibt es eine größere Begründung?
Florian Bayer: Er hat gesagt, Pass auf, also Südamerika, Brasilien und so, ist ja alles ganz schön, aber weißt du, da ist mir ein bisschen zu viel von... Oh, say it again. Er hat gesagt... Das ist irgendwie hässlich, das ist dreckig. Das ist so ein richtig. armes, ausgebeutetes Land. Da kommen die Amerikaner hin, Da kommen die Europäer hin, saugen den letzten Tropfen Blut daraus und den Leuten geht's dreckig. Ich kann das nicht machen.
Johannes Franke: Ich habe gedacht, das wäre der Regisseur gewesen.
Florian Bayer: Das war Yves Montand.
Johannes Franke: Ah, okay. Weil der Regisseur ist ja auch sehr, hebt die Moral sehr hoch und ist sehr stark darin zu sagen, nein, das muss aber so, weil...
Florian Bayer: Aber in dem Fall war es Yves Montand. Der hat nämlich dann auch gesagt, dann hat... Clou So gesagt, okay, dann drehen wir es halt in Spanien. In Spanien war also aber ein netter General namens Franco, damals noch an der Macht, woraufhin Yves Montand gesagt hat, Alter,
Johannes Franke: Die Alternative ist nicht besser.
Florian Bayer: Man muss vielleicht so sagen, Yves Montand war ein Star in Frankreich. Der war ein wirklich großer Star.
Johannes Franke: Aber
Florian Bayer: Sänger. Als Sänger, als Chansonnier, als Bühnendarsteller und einfach als Sexsymbol, weil er ist echt Verflucht. sexy. Ich kann schon verstehen, dass Luigi eifersüchtig ist.
Johannes Franke: Ich, keine Ahnung, ich fand den so unsympathisch, da ist jedes Sexappeal abgerutscht.
Florian Bayer: Und er war halt auch einfach mal ein Linksradikaler. Und zwar, Er war ordentlich linksradikal. Der war einfach ein Kommunist. Und der hat auch nochmal so ein bisschen kommunistische Ideal da mit Reingeschmissen in diesem Film. Aber es waren die 50er, da war das auch im Wog. Wir haben den Beginn des kalten Krieges und die europäische intellektuelle Szene guckt halt auch nach Osten und guckt, Was machen die da und machen dann vielleicht auch ein bisschen die Augen dazu, Was Josef macht und sagen, naja. Besser als das, was die, Ich setze nicht nochmal ab mit der Nationalhymne. Und dann haben Sie gesagt, Na, gut, dann drehen wir es halt in Frankreich.
Johannes Franke: Ja, dann haben Sie es in Frankreich gedreht und haben ein komplettes Dorf aufgebaut. Die haben das echt da hingebaut. Allerdings muss man dazu sagen, das sieht auch nicht sehr ausgeklügelt. aus, Das Set, muss ich sagen. Aber es ist vielleicht auch realistisch. Weil wenn du da in diese Landschaft guckst, du siehst genau dieses eine Haus, wo die Kneipe drin ist. Und du siehst andere... Baracken und nichts tolles.
Florian Bayer: Dieses Dorf ist so geil inszeniert. Ich werde nachher noch ein bisschen, was zum ReMax sagen. Ich finde, das Dorf ist fantastisch. Dieser Ort, Ich finde, also, für mich bringt das voll die Atmosphäre rüber, die ich erwarte. Von so einem gottverlassenen Ort, wo du wirklich sagst, wir sind am Ende der Welt, hier ist nichts und hier passiert auch nichts.
Johannes Franke: Aber da ist halt auch nichts. Also deswegen sage ich, das sieht schon so aus wie, okay, du kriegst das auch hin, das Dorf einfach aufzubauen, weil da ist einfach nicht viel zu bauen.
Florian Bayer: Und es ist so geil, weil es passt halt auch so gut. Dann haben wir ja, also, wir haben ja diese Szene, in der Mario, dann Joe durch das Dorf führt. Und dann zeigt er ihm dieses angefangene Hochhaus und sagt, naja, Da haben Sie irgendwann mal angefangen zu bauen, Aber ich glaube nicht, dass das jemals fertig wird. Das ist einfach verlassen. jetzt. Ich finde, es ist großartig. Es gibt viele Schwächen in dieser ersten Stunde des Films.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: An die ich mich auch nicht mehr so erinnert habe, Aber ich finde diese Charakterisierung des Ortes, Diese Trostlosigkeit, auch, so die, Dann sehen wir die Kakerlaken, die da rumgehen, Das Kind, das mit den Kakerlaken hielt und die quält. Es riecht einfach alles nach Festgefahren. Mario sagt, es ist ein Gefängnis, es ist ein Gefängnis, du kommst hier nicht raus. Und das fühlt sich für mich total krass danach an. auch.
Johannes Franke: Ich muss sagen, ich bin ein kleines, das habe ich schon vorhin gesagt, ein kleines bisschen zu viel möchte ich bei denen sitzen und mit denen irgendwie einfach nur rumhängen. Wirklich? Ja, ein kleines bisschen.
Florian Bayer: Diese ganzen Leute, die alle kein Geld haben.
Johannes Franke: Ja, aber die sind so lustig. Ich meine, Natürlich sind die ein bisschen Rau miteinander oder so. Aber an sich, ich weiß nicht, Irgendwie hat man das Gefühl, eine Gemeinschaft, wo man sagt, ja, warum nicht?
Florian Bayer: Ich hatte das Gefühl, Das war vor allem so ein Galgenhumor, der in tiefster Verzweiflung entstanden ist. Weil Mario ist tatsächlich die ganze Zeit übergut. gelaunt. Der geht pfeifend durch das Dorf. Der Shakert mit seiner, Das ist nicht seine Freundin, Er shakert mit der Bediensteten in der Bar. Mhm. Und er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Aber es ist ja die tiefste Verzweiflung, die dahinter steckt. Dieser Typ ist ja komplett abgebrannt. Und der will halt auch einfach nur weg. Und er schafft es nicht.
Johannes Franke: Ist das der Grund, Warum er sich an Joe hängt?
Florian Bayer: Nicht nur. Und das sage ich jetzt mal, so. Man kann es sowohl romantisch als auch platonisch interpretieren. Aber er verknallt sich tatsächlich in Joe. Ja. Er findet diesen Joe geil, weil Joe ist gut angezogen. JOE IST ein... Ist offensichtlich ein Ganovo, und Joe ist jemand, der Sachen erledigt, kriegt. Zumindest wirkt es so. Am Anfang. Joe ist jemand, der mit dem Finger schnippen kann und es passieren Dinge. Das heißt, Joe ist zum einen natürlich ein Ticket raus, aber Joe ist auch einfach eine bewundernswerte Figur.
Johannes Franke: Und vielleicht ist Joe einfach neu.
Florian Bayer: Und er ist ein Franzose. Vielleicht ist es auch ganz banal. Es ist geil, endlich mal einen Franzosen zu sehen. Ich fand dieses Sprachgewehr am Anfang. DU kommst... Du wirst in dieses Dorf reingeworfen und du hörst alle Sprachen, die man sich vorstellen kann.
Johannes Franke: Das ist toll, ja.
Florian Bayer: Und es haut mich um. Ich finde es auch, um wieder nochmal Casablanca dagegen zu halten, Da werden zwei arabische Wörter reingeworfen, damit du ungefähr ein Gefühl dafür hast, wo Du bist. Und dann reden sie alle Englisch. Hier hast du einfach ein babylonisches Stimmengewirr. Und du bist teilweise wirklich verloren, weil es switcht, halt auch. Und du weißt, okay, jetzt reden Sie gerade nicht. Englisch, weil ein Untertitel eingeblendet wird. Aber du versuchst einzuordnen, welche Sprache es ist. Du bist total glücklich, wenn du plötzlich deutsch hörst. Ja,
Johannes Franke: genau.
Florian Bayer: Das hat mich richtig umgehauen. Diese Art, wie dieses multiethnisch inszeniert, wurde. Hier sind viele Menschen, die viele Sprachen sprechen und alles geht durcheinander. Ich habe mich da voll reingezogen gefühlt, einfach, weil es so chaotisch war und weil ich die Hälfte verpasse. dadurch.
Johannes Franke: Und tatsächlich, was du ganz am Anfang gesagt hattest, dass man bei der ersten Vorstellung dieses Dorfes das Gefühl hat, Man sieht so oft aus der Zeit Filme, wo Schwarze und andere Minderheiten in der dienenden Position sind. Und jetzt siehst du plötzlich Tschüss. Schwarze, die offensichtlich besser gestellt sind als der Rest. Und das ist sehr interessant, plötzlich.
Florian Bayer: Es fühlt sich total schräg an, Aber die Einheimischen da sind die, die die festen Jobs haben. Das sind nicht die Geflandeten, sondern die, die schon immer da leben. Das heißt, Die Arbeiten für die Öl-Company. Und die sind nicht so hochgestellt wie die Amerikaner. Die sehen wir nachher auch. Die Amerikaner sind die, die das sagen haben. Aber es gibt trotzdem nochmal ein Gefälle, zwischen denen und den Europäern. Die Europäer sind einfach der Bodensatz da. Das fühlt sich krass an, ne?
Johannes Franke: Ja, es ist gut gemacht, finde ich.
Florian Bayer: Weil, also, Es wird kombiniert mit so ein bisschen Exotismus, auch so, ne, Wenn du ein drittes Weltland darstellen, willst, dann hast du am Anfang ein halbnacktes Kind. Durchs Bild laufen,
Johannes Franke: einmal zeigen,
Florian Bayer: das sind die Wilden, die... Das ist irgendwie hässlich. Aber ich finde, es hält sich einigermaßen in Grenzen.
Johannes Franke: Ich finde halt seltsam, dass der Rassismus trotzdem so groß ist. Weil, Du bist da in einem Land, ICH meine... Du bist eigentlich der Bodensatz der Gesellschaft und dann fängst du an, den Leuten, was zu erzählen. Von Bleaching. Also, ich finde es schon echt hart, teilweise.
Florian Bayer: Und ich kämpfe noch mit mir, wie ich. Das interpretiere, sowohl den Rassismus als auch die Misogynie, die wir vor allem in dieser ersten Stunde haben. Wie viel davon Film ist, Also? Wie viel das die Haltung des Films ist und wie viel der Film auf die Haltung seiner Figuren blickt. Ich glaube, es ist beides mit drin. Der Film hat seine Misogynen Seiten und seine rassistischen Seiten. Aber der Film blickt auch ganz viel auf den Rassismus seiner Figuren. Weil wenn am Anfang Personen inszeniert werden und Dinge tun, wie zum Beispiel Kakerlaken, Quälen oder einfach mal einen Hund wegtreten, Dann wird nicht gesagt, das sind jetzt deine Sympathieträger, und das sind die Menschen, mit denen du dich identifizierst. Weil würde er mit diesem Rassismus einsteigen, wäre es was anderes. Aber er zeigt uns ja am Anfang, Es sind einfach so klassische Tropes, die benutzt werden, um zu zeigen, Das sind keine sympathischen Menschen, die machen keine coolen Dinge. Dass ich dann denke, wenn dann so ein Typ aus der Ecke irgendwie so einen hässlichen, rassistischen Spruch. raushaut, Dann ist das Teil von diesem Blick auf diese Gesellschaft.
Johannes Franke: Ja, ich glaube, dass er ambivalent in allen möglichen bleibt, aber vielleicht auch einfach ein bisschen unentschlossen. Also ich weiß nicht, ob ich es vielleicht sogar ein bisschen feige, finde, dann nicht. Sich richtig... Also auf der einen Seite ist Ambivalenz natürlich gut, Aber auf der anderen Seite habe ich so das Gefühl, ja, dann entscheide ich halt, sag, was.
Florian Bayer: Ja, Ja, dieses... Es ist tatsächlich, wenn es um Gesellschaftskritik geht, Bleibt der Film Die ganze Zeit auf diesem ambivalenten Level. Und es ist komisch, weil es eine Ausnahme gibt, Nämlich, wenn es darum geht, den amerikanischen Kapitalismus zu kritisieren.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und den Öl-Kapitalismus, Der ist ja ziemlich hart. Auch seine Amerikaner werden nicht eindimensional dargestellt. Es gibt keinen Bösewicht, der komplett zynisch wäre. Aber es ist ganz eindeutig, die Amerikaner sind hier, um das Öl zu holen. Ja. Die Amerikaner beuten das Aus und so weiter. Und da ist der Film. Da hat der Film einfach eine ganz klare Haltung. Da gibt es wenig, drum herum zu interpretieren und noch Nuancen zu entdecken. Und dadurch wirkt es ein bisschen komisch, dass er halt offensichtlich zu diesen Rassismen und Sexismen, die überall da schwelen, nicht wirklich Stellung bezieht.
Johannes Franke: Und Mario, und so, also. Die Figuren sind fast alle, bis auf eben Luigi und vielleicht noch der, Jetzt habe ich seinen Namen wieder.
Florian Bayer: Imba.
Johannes Franke: Imba.
Florian Bayer: Das wäre ein deutscher Name, oder?
Johannes Franke: Seltsam, seltsam.
Florian Bayer: Es ist ein deutscher Name von jemandem, der nicht weiß, Wie deutsche Namen klingen, der aber weiß, wie Deutsch klingt, ne? Der Sowas hört wie Ratschtag. Magda Sauerkraut. Bam, Das ist ein deutscher Name.
Johannes Franke: Aber ist der nicht eigentlich ein Niederländer?
Florian Bayer: Sie sagen The Dutchman, aber er redet so eindeutig deutsch. Ja,
Johannes Franke: und er sieht auch sehr arisch aus.
Florian Bayer: Ich glaube tatsächlich, dieses Dutch ist so ein allgemeiner Begriff. Also Sie sagen einfach Dutch zu ihm, weil er halt aus der Ecke kommt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und unterscheiden dann nicht. Aber ich glaube, er soll Deutscher sein.
Johannes Franke: Aber es gibt einen eindeutig Deutschen, Der Deutsch spricht.
Florian Bayer: Achso, den Nazi, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Stimmt. Aber er spricht auch gutes Deutsch.
Johannes Franke: Ja. Naja, Wenn Mario ein kleines bisschen... Also, es gibt keinen Sympathischen in dieser Runde, außer Luigi und
Florian Bayer: Bimba. Damit hast du schon zwei Sympathische. Ja,
Johannes Franke: aber die sind ja nicht die Hauptfiguren, sondern es sind ja die kleinen Figuren, die dann benutzt werden, um den Rest zu erzählen.
Florian Bayer: Das Krasse ist, dass wir an den Unsympathen hängen. Und ja, Spannend ist, wie dieses Unsympathische inszeniert wird, Weil Mario soll ja auch so ein bisschen als Lausbub inszeniert werden. Und das ist auch was, was ich auch schwierig finde, am Anfang, nämlich, wie er diese ganze Szene... Diese extreme Submissive-Szene von seiner Nicht Love-Interest, sondern Sex-Interest Linda, die halt den Boden wischt. Und dann, das haben wir noch gar nicht gesagt, Sie wischt den Boden und wackelt mit dem Hintern. Und dann kommt sie, wie so ein Hund zu Mario, und er streichelt und tätschelt ihren Kopf. Das hat ja die ganze Zeit so was Verspieltes, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er soll irgendwie ein Lausbub sein, mit dem wir sympathisieren?
Johannes Franke: Das ist das Problem. Er bekommt so viele Sachen, wo man sagt, das ist halt das Bild des Mannes zu der Zeit. Und das soll so sein. Und das ist gewünscht. Und dann macht er aber so sachen, wie sie hart zu schlagen. auch. Überhaupt nicht. Also das mit dem Hund und so, Dann haben die ein Ding am Laufen, das finde ich okay, sollen die machen, wie Sie wollen. Ist ja vollkommen in Ordnung. Aber auf der anderen Seite sind halt so viele. krasse... Schlimme sexistische Sachen, die sich auch nicht anders interpretieren. Hey,
Florian Bayer: definitiv nicht. Er sagt Ja auch, also, er geht die ganze Zeit. Scheiße mit dir um. Ja. Und es gibt diese Momente von, wo ein amerikanischer Film, das komplett anders inszenieren würde. Nämlich, Wir haben mehrere Momente, wo sie ja zu ihm sagt, geh, nicht, tu es nicht und so weiter. Und es gibt im amerikanischen Kino dann diesen Moment, wo er sie zur Seite nimmt. Und sagt, siehst du nicht, was ich hier tue? Ich tue es für uns. Und für ein besseres Leben. Und wenn ich zurück bin, werden mir feiern so irgendwas. Nein, er schubst sie einfach weg. Alter, geh mir nicht auf den Sack. Ich hab hier eine Mission am Laufen.
Johannes Franke: Wie oft er Sie einfach zur Seite... Es ist unglaublich, wie sie rumgeschubst wird. Aber ich find's total süß, aber auch schrecklich, Wie Joe reagiert, als er nicht mit ihm da zu ihm geht. Auf ein Date, sondern mit seiner Frau da auf ein Date geht. Total beleidigt, ja. Total so wie so ein, als wären die schon seit Monaten in einem nicht geklärten Dreiersystem, Wo man dann sagt, nein, nein, geh ruhig mit deiner anderen. Ich kann hier warten. Ich koche dann das Essen, bis du zu Hause bist.
Florian Bayer: Aber diese ganzen Beziehungsgeflechte sind ja sowieso komisch, ne? Joe kommt an und Mario verknallt sich in Joe und Joe sieht Aus nach Geld. Und alle sagen, wow, wow, wow, wir kümmern dich. Aber dann gibt's ja... Nach ein paar Sekunden gibt es ja diesen Moment, wo wir feststellen, okay, Der hat genauso wenig Geld wie alle anderen. Und der wird aber trotzdem noch, so, hofiert?
Johannes Franke: Ja, seltsam.
Florian Bayer: Und auch der Barbetreiber, der eine relativ große Rolle hat, der wahrscheinlich der größte Arsch von allen ist, der wirklich mit allen so richtig dreckig umgeht, Der bedient die ganze Zeit die Leute, obwohl sie ihre Getränke nicht bezahlen können. Wie funktioniert die Wirtschaft in diesem Dorf?
Johannes Franke: Aber das ist einer der Punkte, die mich damit haben. Liebäugeln lassen, mit denen mal zusammen zu sitzen.
Florian Bayer: Weil ich das nur trinke.
Johannes Franke: Nein, ich habe das Gefühl, dass die da ein System am Laufen haben, das mit dem Geld eigentlich nichts mehr zu tun hat. Sondern das ist halt so ein eigenes irgendwie, Ja, hier, wir sind alle Arm und hier, Ach, ich schreibe es dir auf den Deckel. Aber keiner wird irgendwann mal irgendwas bezahlen. Das ist halt einfach, Wir kriegen das Getränk auch irgendwo her. Vielleicht ist es irgendwo vom Laster gefallen, weißt du?
Florian Bayer: Das ist total merkwürdig. Also, es wird ja auch nicht näher ausdefiniert, Wie ganz vieles in diesem Film wird. Wird es nicht näher ausdefiniert. Und wir haben diese Erklärbär-Szene, die meiner Meinung nach wirklich großartig gemacht ist, wo in so Plänen gezeigt wird, Wie Mario Joe durch die Stadt führt. Und dann stehen sie da. Und dann haben wir sogar so eine Bild-Tonschere, eher was, was wir später bei den Nouvelle Vague-Leuten finden. Und da wird aber auch immer nur angedeutet, es taugt eigentlich überhaupt nicht zur Erklärbär-Szene, weil Mario so zwei, drei Fetzen reinwippt und sagt, ja, da ist das Öl und da sind die Leute, die arbeiten und dann gehen wir weiter. Und die sagt... Story-Kit, der uns wirklich das verstehen lassen würde, der fehlt. Was mich total fasziniert, weil dadurch bleibt die Stadt so ein Mysterium.
Johannes Franke: Ja, finde ich auch total gut. Also muss ich auch wirklich sagen, also, ich mag ja durchaus Erklärungen im Film. Ich mag ja gerne wissen, wo ich bin, Aber in diesem Fall schafft der Film, das ja vor allem über eine Gefühlsebene zu erzählen. Wir haben ein Gefühl für die Stadt und wir haben ein Gefühl dafür, Wie die Funktionieren miteinander. Ohne, dass wir es wirklich erklären könnten. Deswegen strugglen wir, glaube ich, gerade auch, um das Gefühl wirklich zu intellektualisieren. Aber es ist gefühltmäßig, Ist es da.
Florian Bayer: Und das Geile ist, Das macht er ja auch mit allen Figuren. Wenn wir überhaupt, was von ihnen erfahren, dann sind es so Fetzen von Informationen, die wir uns maximal selbst zusammenbauen können. Aber so richtig schlau werden wir nicht. Was haben Sie vorher gemacht? Wie sind Sie da gelandet? Joe hat eine Knarre. Joe könnte ein Gangster sein. Joe hat offensichtlich... Keine Angst, die Knarre jemand anderem zu geben, in einer Streitsituation. Obwohl Jonah sich nachher als kompletter Feigling entpuppt. Vielleicht ist die Knarre nicht geladen. Vielleicht ist es nur ein Spielzeug. Vielleicht hat dieser Mann nie eine Knarre abgefeuert. Wir wissen das nicht. Und es bleibt auch komplett offen.
Johannes Franke: Du sagst die ganze Zeit, dass er sich als Feigling entpuppen wird. Da müssen wir noch drüber reden, Wie viel Feigling der wirkt.
Florian Bayer: Müssen wir auf jeden Fall.
Johannes Franke: Da bin ich ein bisschen vorsichtig.
Florian Bayer: Ja, finde ich gut. Finde ich sehr gut. Ich glaube, ich werde das auch immer relativieren. Ja, aber... Ja. Genau, Aber wir wissen nicht so wirklich, wie die Vergangenheit von Joe ist. Wir wissen nicht, wie die Vergangenheit von Mario ist und von Luigi und von Bimba.
Johannes Franke: Wir kennen keinerlei Hintergründe, aber das finde ich total gut.
Florian Bayer: Es kommen halt immer wieder, so diese einzelnen Sachen, Das hat so was sehr Realistisches dadurch. Dass wir so fetzen, kriegen, weil dadurch sind es einfach natürliche Gespräche. Redest nicht mit jemandem und sagst, Achso übrigens, mein Lebenslauf, hier ist er. Das machen viel zu viele Filme.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Sondern du wirfst ihm halt was zu und wir müssen mit ihm leben. Was uns zugeworfen wird. Ich kann gut damit leben, weil es sich dadurch halt einfach auch intensiv anfühlt.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Was nichts daran ändert, dass diese erste Stunde teilweise ganz schön zäh ist.
Johannes Franke: Die erste Stunde, Ich weiß nicht genau, ob ich das als Zäh bezeichnen würde, weil. Ich komme ganz gut mit, aber ich brauche ungefähr fünf bis zehn Minuten, um reinzukommen, um auch zu verstehen, Welchem Erzähltempo der folgt und was der so, was er zu bieten hat, der Film.
Florian Bayer: Aber ich bin doch der, der eine langsame Erzählweise mag.
Johannes Franke: Aber ich krieg's voll hin. Ich komm damit klar. Shit. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, weil du hattest auch gesagt, es gibt viele Schwächen. Und die Schwächen sehe ich vor allem eben im Rassismus und Sexismus und der nicht geklärten Haltung des Films dazu. Aber ansonsten mag ich das tatsächlich. Ich guck dem gerne zu. Ich will gerne wissen, was da an den Figuren dran ist. Für Fleisch. Und ich glaube, dass uns das natürlich auch hilft. Dann die zweite Stunde zu überstehen oder die anderthalb Stunden.
Florian Bayer: Ich finde, es ist halt so eine merkwürdige Mischung. aus, Mann, ist das atmosphärisch. Fudos wie Fucked Up, Die Protagonisten allesamt sind. Und dann aber so uff, Musstest du jetzt diese Frauenfigur da reinsetzen und musstest Du Sie so inszenieren?
Johannes Franke: Ja, das ist der Sexismus, von dem ich auch ein Problem habe, natürlich.
Florian Bayer: Brauchen wir diese rassistischen Einsprängsel, aber offensichtlich sind wir da auf der... Es sind halt immer diese Momente, wo ich denke, es wäre einfach so viel besser gewesen, wenn die Frauenfigur komplett weg gewesen wäre, weil die Männer haben halt, die Leute, die da sind, haben halt auch anderes im Sinn, als sich um ihre Liebschaften zu kümmern.
Johannes Franke: Aber das ist auch der Teil, der glaube ich Aus den 50ern kommt, was du vorhin gesagt hattest, Ich muss einmal klären als Film, dass ich nicht homosexuell bin. Oder zumindest, wie das auch bei Casablanca ist, Casablanca hätte auch viel mehr homoerotische Tendenzen zeigen können. wirklich, statt, dass man Sie nur reinlesen muss. Dieser Film muss halt einfach, weil wir in den 50ern sind, dem Ganzen ein Gegengewicht geben, Ein heterosexuelles Gegengewicht.
Florian Bayer: Ja, vielleicht.
Johannes Franke: Aber natürlich muss er das eigentlich nicht, Aber wir wissen, In den 50ern war die Zeit nun mal so, wie sie war.
Florian Bayer: Aber er macht das so komisch, weil alles, was in die Richtung Love Interest geht, wird halt wirklich weggestoßen und wird wirklich brutal behandelt. Und ich merke ja sehr gerne darüber, wie Frauenfiguren schlecht gezeichnet sind am amerikanischen Film Aus der Zeit. Und das hier ist ein ganz Stück schlechter. Also, das muss man auch erstmal schaffen, dass man quasi diesen Low-Level nochmal unterbietet, weil diese Frauenfigur ist nichts.
Johannes Franke: Was noch schlimmer ist, ist halt die Info, dass es eben seine Frau ist. Was ich noch Krasser finde, weil du kannst schon so eine Frauenfigur schlecht schreiben, das finde ich schon furchtbar. Aber dann auch noch deine Frau, damit zu besetzen und vielleicht auch die Figur schon so geschrieben zu haben, weil du deine Frau im Kopf hast. Weißt du, Der Gedanke drängt sich doch auf.
Florian Bayer: Natürlich. Und er inszeniert ja auch offensichtlich ihren Körper, weil er findet das, also ich meine, Sie ist sehr knapp, bekleidet und ist sehr oft in Posen, wo man das Gefühl hat, Jetzt springen Sie aber raus an diesen 50er Jahre Film, darf nicht passieren.
Johannes Franke: Nein, aber man sieht voll keine Reihen. Das Kostüm ist ja, das hängt ja dann nur noch drüber und du siehst eigentlich alles.
Florian Bayer: Und dann halt auch so merkwürdige Sachen, dass offensichtlich der Barbesitzer sie jeden Abend vergewaltigen darf.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und das wird weggelächelt, ne? Sie geht hoch mit ihm und... Und Mario lächelt es weg und sie lächelt es weg. Und dann wird der Vorhang zugezogen. Und wir wissen, okay, sie wird gerade vergewaltigt.
Johannes Franke: Wie Krass ist das denn? Also, es ist schon echt hart. Also, ich finde es eben, weil es eben nicht geklärt ist, was es bedeutet, was der Film eben für eine Haltung dazu hat, finde ich es problematisch. Aber ich finde es inszenatorisch trotzdem durchgehalten. dramaturgisch. Ich bleibe bei dieser, ich kann in dem Tempo durchaus mithalten. Okay.
Florian Bayer: Das bleibt für mich die ganze Zeit in diesem ambivalenten Zustand, und ich bin hin und her gerissen. Ich finde es total faszinierend. Ich finde, da passiert auch ganz viel spannendes und Interessantes. Und manchmal zieht es sich aber, wo ich denke, oh, jetzt kommt schon. Aber vielleicht auch, weil ich den Film schon kenne. Weil dann kommt nämlich das, wo ich die ganze Zeit gesagt habe,
Johannes Franke: kommt schon.
Florian Bayer: Und dann beginnt für mich eigentlich der Film, den ich in Erinnerung habe. Diese anderthalb Stunden,
Johannes Franke: wo Sie fahren. Ich glaube, das hat sehr viel, damit zu tun, dass du den Film schon kanntest. Und zwar auch, weil der Film für mich... Dadurch, dass dann die anderthalb Stunden Hochspannung kommen, wo wir zu jetzt gleich kommen müssen, Das ist wie eine Waffe, die abgefeuert wird. Und alles, was vor der Waffe, die abgefeuert ist, passiert ist, schrumpft zusammengefühlt. Ja. Weil dieses Gewicht von dieser Spannung dieser anderthalb Stunden so stark ist, dass Du hast den vergessen, den Rest davor.
Florian Bayer: Hab ich. Ich vergesse normalerweise nicht, dass ich so was siehst. Eine Stunde Film.
Johannes Franke: Und das ist das, was vielleicht auch bei mir den Effekt gemacht hat, dass ich jetzt im Nachhinein sage, nö, konnte ich doch voll mitgehen. Konnte ich doch voll ertragen. Weil dann eben die anderthalb Stunden das Ganze so gerafft haben, dass Du denkst, Oh, mein Gott, Oh, mein Gott, Was für ein krasser, Spannender Film.
Florian Bayer: Wir haben 90 Minuten, Sie haben ihre beiden Laster und sie fahren.
Johannes Franke: Das muss man erstmal durchhalten.
Florian Bayer: 300 Meilen. Und es passiert nicht viel. Großzügig gibt es vier große Gefahren. Nämlich einmal diese Weltmeerstraße, wo sie entweder sehr schnell fahren müssen oder sehr langsam. Es gibt diese enge Kurve auf dem Gebirgspass mit diesem Holzsteg, den sie überfahren müssen. Es gibt den Felsbrocken im Weg. Und dann nur noch, wenn es nur noch ein Wagen ist, Dieses Ölloch, das Sie durchfahren müssen. Das sind die vier Gefahren auf dem Weg. Roughly 20 Minuten für jede Gefahr. Und ansonsten ist es einfach fahren. Und es passiert nichts. Ein Wagen wird in die Luft sprengen. Wir sehen es nicht.
Johannes Franke: Wir reden eins nach dem anderen.
Florian Bayer: Ich finde es wahnsinnig intensiv. Entschuldigung.
Johannes Franke: Also, ich hatte noch einen Gedanken danach, den ich kurz noch loswerden möchte. Und dann machen wir mal die einzelnen Dinger durch. Vielleicht ist es auch ein bisschen billig. Weil, okay, du hast Nitroglycerin. Das ist die größte Gefahr der Welt. Die hast du auf dem Rücken. Und alles basiert, Die ganze Spannung basiert nur darauf, dass das Ding hochgehen könnte. Es...
Florian Bayer: Und man kann damit so viel falsch machen. Absolut. Es ist komplett billig. Es ist das Einmaleins des Hitchcock'schen. Suspense-Dings. Es ist, als hätte jemand das gelesen, wo Hitchcock sagt, Aber wenn man weiß, dass eine Waffe unterm Tisch ist, dann hätte er gesagt, Ah ja, Waffe, Waffe, Nitroglycerin. Es ist nach Schema F. Total. Aber in den Händen vieler, vieler, vieler, vieler anderer Regisseure wäre das komplett in die Hose gegangen. Aber was anno hier macht,
Johannes Franke: ja, Ich find's total krass,
Florian Bayer: dass er uns kein Spektakel gibt. Und zwar nichts. Wir sehen alles, was Krass ist, was quasi relief ist, wird weggelassen. Und dadurch sind wir so Fucking angespannt. Die ganze Zeit.
Johannes Franke: Es gibt übrigens eine MacGyver-Folge, die genau das macht.
Florian Bayer: Ja, ich weiß. Und es gibt ein 2024er Remake von diesem Ding. Und es gibt ein 77er Remake. Wir können über alles reden. Hast du die MacGyver-Folge gesehen?
Johannes Franke: Ich hab sie nicht gesehen, aber Sie muss so genau das Gegenteil davon sein. Weil sie wirklich so ein Spektakel draus machen müssen. Ich hab sie nicht gesehen, aber das, was ich davon gehört habe, klingt sehr nach Spektakel. Oh, mein Gott, Plur, Was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: OH, MEIN Gott, Ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Homo...
Florian Bayer: Nein, shit! Ganz schnell, damit wir zurückfinden.
Johannes Franke: Ihr da draußen, Es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen, könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über Buymeacoffee.COM Slash muss man sehen. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Könnt Ihr uns gerne ein paar Euro geben. Gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen, wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular. Auch machen.
Johannes Franke: Oder Ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an JOHANnes.MUSMANNSEHEN.DE uND FLORIAN.MUSMANNSEHEN.de. Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement,
Florian Bayer: Egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn Ihr uns so 5 Sterne oder herzchen oder sonst irgendwas, was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben.
Florian Bayer: Ah, super. Fehlt noch irgendwas?
Johannes Franke: Nee, ich glaube, wir haben alles, wa?
Florian Bayer: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode. Yes. Also Luigi und Bimba in Wagen Nummer 1, Die fahren vor, weil Joe sich sehr schnell krank fühlt und Joe und Mario dazu gezwungen sind, anzuhalten und zu warten. Deswegen fahren Sie vor. Joe und Mario in Wagen Nummer 2. Wollen wir einfach Kurz Station für Station durchgehen? Wie machen wir das jetzt?
Johannes Franke: Ja, komm, wenn du schon vier... ES SIND JA vier... Es ist ja überschaubar.
Florian Bayer: Die Wellblechstraße.
Johannes Franke: Es ist legit, oder? Also, man muss tatsächlich entweder richtig rüberbrettern, damit man die Schlaglöcher nicht spürt oder eben sehr langsam. Und für mich total nachvollziehbar, erzählt auch, sodass man auch sagt, okay, ja, stimmt, Ihr müsst das so machen oder so machen. Und ich finde es natürlich grandios, erzählt, Weil die Entscheidung darüber, Wie machen wir es denn und auch das eine Auto zu zeigen. Um dann zu sehen, Was müssen die jetzt noch erleben und was müssen die für eine Entscheidung treffen, finde ich total gut als erzählerisches Mittel.
Florian Bayer: Es ist ja so simpel. Wir haben hier wirklich eine gerade Straße und wir fahren drüber. Wir haben hier unsere ersten 20 Minuten von dieser zweiten Hälfte. Und die einen müssen irgendwann halten, weil irgendwas kaputt geht und deswegen müssen sie langsam fahren. Übrigens, Ihr werdet hier von mir keine technischen Details kriegen, weil ich null Ahnung von LKW-Technik, Vor allem aus den 50ern, habe.
Johannes Franke: Ich auch nicht, keine Ahnung.
Florian Bayer: Und die anderen fahren aber weiter schnell. Und Mario hat übernommen, weil Joe nicht schnell fahren wollte. Joe hat gesagt, wir fahren langsamer und hat alles gemacht, damit Sie dieses langsame Fahren machen. Und Mario sagt, bist du bekloppt? Dann brauchen wir stundenlang, bis wir dahinter sind. Das heißt, Mario fährt schnell, während die vor ihnen langsam fahren. Und wir wissen, es gibt diesen Moment, wo es gefährlich wird, weil Mario und Joe auf Luigi und Bimba drauf fahren könnten. Das ist alles.
Johannes Franke: Aber es ist super. Ein tolles Device. Es ist super spannend. Und hier schon habe ich das Gefühl, dass Joe... Obwohl er später als Feigling und so weiter bezeichnet wird, Der wirklich vernünftige Argumente hat und wirklich vernünftige Gedanken dazu beisteuert. Ich weiß nicht, ich würde auch eher, keine Ahnung, ich finde es nicht, Ich finde diese Entwicklung, die dort startet, dass Joe anfängt, als Hasenfuß dargestellt zu werden, finde ich nicht richtig.
Florian Bayer: Na, Das Problem bei Joe, also Joe, ist natürlich jemand, der am Anfang als Draufgänger inszeniert wird, der von nichts Angst hat, der diesen Stand-Off mit Luigi übersteht, indem er ihm die Waffe gibt. So wow.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und in den Mario verliebt, ist. Und dann ist es natürlich irgendwie, Ist es schlüssig, dass so eine Entzauberung stattfindet.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und diese Entzauberung findet statt. Und das finde ich wirklich gut, inszeniert, dass auch Joe davon überrascht ist. Joe macht ja alles, um da mitzufahren. Und Joe glaubt bis zum Ende, bis sie losfahren, ey, ich kann das. Ich bin da voll gut drin.
Johannes Franke: Übrigens hat er den Typen umgebracht?
Florian Bayer: Ich glaube nicht. Ich glaube nicht, dass Joe ein Mörder ist. Aber ja, er hat irgendwas gemacht. Ich glaube, er hat ihm Abführmittel gegeben. Oder sowas.
Johannes Franke: Okay, also nur als Erklärung, Er wäre eigentlich nicht mitgefahren, weil jemand anders den Job bekommen hat, Aber dieser andere Typ ist dann halt nicht aufgetaucht.
Florian Bayer: Und Joe stand zufälligerweise da. Und es ist ziemlich offensichtlich, dass Joe irgendwas damit zu tun hat. Ich denke nicht, dass er ihn umgebracht hat.
Johannes Franke: Und wo wir jetzt die lange Straße runterfahren, möchtest du Tee, Flo?
Florian Bayer: Oh ja, bitte. Ich glaube, Joe ist selbst davon überrascht. Und das bin ich auch. Also diese, nennen wir es nicht. Feigheit. Feigheit ist so negativ. Er ist Angst. Er ist starr vor Angst.
Johannes Franke: Zu Recht sein.
Florian Bayer: Seine Reaktion auf diese ganze Situation ist die, mit der ich mich am Ehesten identifizieren kann, weil das wäre ich auch.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Und es zeigt sich bei ihm nicht darin, dass er sagt, ich traue mich nicht, sondern dass ihm schlecht wird, dass er Kopfschmerzen hat, dass ihm übel wird.
Johannes Franke: Und dass er Argumente, sucht, warum das Ganze möglichst vorsichtig von ihm angehen sollte. Und das ist Angst, das ist der richtige Moment. Warum soll man nicht auf seine Angst hören, was das betrifft und sich ordentlich... Und besonnenen Verhalten.
Florian Bayer: Aber seine Angst bringt sie halt auch in Gefahr. Er ist ja auch der, der dann wirklich so ein bisschen auch eine gewisse Unberechenbarkeit kriegt. Durch die Angst, weil er abrupt abbremst, weil er sagt, lass uns nochmal auf den Wagen gucken, der Wagen ist schuld.
Johannes Franke: Ich habe aber auch das Gefühl, dass die Gefahr oft dadurch zustande kommt, dass der Kontrast zu Mario da ist. Mario will eben das Gegenteil und dadurch, dass sie sich einigen können, Dadurch entsteht viel Gefahr.
Florian Bayer: Jedenfalls, Wir werden auch darüber reden, was mit Mario das Problem ist. Auf jeden Fall. Okay, gehen wir nochmal ganz kurz zu den vier Charakteren. Ich glaube, Ein ganz wesentliches Element dieses Films ist, dass niemand von diesen Vieren für diesen Job geeignet ist. Außer einer, außer Bimba. Mario ist nicht geeignet, weil er viel zu draufgängerisch ist, dass wir den das Leben kosten. Joe ist nicht geeignet, weil er zu ängstlich ist. Du kannst nicht so einen Job annehmen, wenn du da vor Angst bist. Ich würde einfach sagen, ich mache den Job nicht, weil ich weiß, ich kriege das so nicht hin. Ich wäre zu ängstlich. Luigi ist nicht geeignet, weil er einfach zu unbesonnen ist, weil er EINFACH zu... Happy-go-lucky ist und nicht sieht, Was für eine Gefahr, das ist.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Obwohl ich ihn sehr liebe, dafür, muss ich sagen.
Florian Bayer: Und Bimber ist für den Job geeignet, aber eigentlich auch nur, weil Bimber schon tot ist. Es gibt dieses eine Gespräch zwischen Luigi und Bimber und Luigi. Fragt ihn, wie alt bist du? Und Bimber sagt, naja, 100 Jahre. Und Luigi sagt, wie kann das sein? Und Bimber sagt, wenn du das erlebt, hättest, was ich erlebt hätte und wir sehen. Irgendwas war mit den Nazis, Dann wärst du auch 100 Jahre alt. Und genau, das glaube Ich ist ganz wesentlich. Und das haben wir die ganze Zeit in diesem Film, Diese Ungeeignetheit aller vier Leute. Dass sie die ganze Zeit durchgeht. Und es waren die Besten. Die haben ein Auswahlverfahren gemacht, Das sind die Besten, die rausgekommen sind. Und es wird ja im Film sogar gesagt, die werden halt angeheuert, weil es sonst niemand macht. Es sind aber nicht die, die es hinkriegen.
Johannes Franke: Das Ding ist,
Florian Bayer: sie kriegen es ja auch nicht hin.
Johannes Franke: Das unterstreicht natürlich vor allem, dass dieser Job ein völlig unmöglicher Job ist. Also, es kann einfach keiner so hinkriegen. Um mal auf die historische Wahrheit hinaus zu gehen. ES gab... Genau das. Also, es gab wirklich diese Transporter, die notwendig waren. Und sie haben es auch benutzt, um Feuer lahmzulegen, um dem Feuer die Luft zu atmen, sozusagen zu nehmen. Selbst, also, sie haben niemals solche Lkws genommen. Hat er ja auch eigentlich gesagt im Film, dass man solche Lkws nicht nehmen würde, wenn man eine Alternative hätte. Aber selbst dann, wenn man solche Lkws nehmen, muss, wie sie genommen haben, HÄTTEN sie... Sand dazwischen getan, um es abzudämpfen. Hätten Sie alle möglichen anderen Sachen noch gemacht, um das Ganze abzudämpfen. Und sie waren auch ein kleines, Sie haben natürlich das ein kleines bisschen überdramatisiert, weil du ein kleines bisschen damit mal schwappst, Geht das nicht sofort in die Luft. Aber es ist tatsächlich ein hochgefährliches Ding, und es sind Unfälle. Damit passiert, die mit Schlaghöchern zu tun haben. Also, es ist tatsächlich jetzt nicht, Es ist nicht plötzlich ungefährlich. Der Film übertreibt dann nicht so maßlos.
Florian Bayer: Ja. Wir sind auf der Wellblechstraße und wir haben diese Wellblechstraße, und wir machen gerade genau das, was der Film auch macht. Das ist einfach ein bisschen auch Zeitschinden. Sie fahren auf die Wellblechstraße, Es passiert nichts. Warum bin ich so angespannt? Also ja, weil es Nitroglycerin ist.
Johannes Franke: Und das macht der Film genau richtig, dass er am Anfang eine Straße hat, die eigentlich gar nicht so gefährlich ist. Und die langweilig ist eigentlich. On the edge, Weil wir uns noch nicht daran gewöhnt haben, dass es Nitroglycerin ist. Und dann zeigt er uns nach und nach, wie schlimm das sein kann. Das braucht er am Anfang noch nicht zu zeigen, weil wir noch denken, ja, Glycerin, Glycerin. Und dann Mit der Zeit gewöhnt man sich als Zuschauer an diese Gefahr. Da muss man als Film immer wieder sagen, übrigens hier, das kann passieren, das kann passieren. Schlimm, schlimm, schlimm. Und deswegen mussten sie auch den Stein hochjagen, um nochmal zu zeigen, wie Krass. Dieses Zeug ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich find's super gemacht.
Florian Bayer: Keine Musik. Keine große experimentelle Kamera oder sowas. Wir sehen hauptsächlich gut mit Ansichten.
Johannes Franke: Gute Kamera, sehr gute Kamera.
Florian Bayer: Kamera auf jeden Fall. Es gibt ja auch so ein paar Spielereien wie diese Montage-Szene am Anfang. Aber es ist jetzt nichts, es ist nichts, was irgendwie schreit, Ich mache hier noch mehr Suspens mit Bildern, Ich mache hier noch mehr Suspens mit Musik.
Johannes Franke: Nur so ein bisschen eine Aufnahme von Schweiß auf Stirn.
Florian Bayer: Ja, es war übrigens kalt.
Johannes Franke: Ach, shit.
Florian Bayer: Das ist total witzig. 1951 haben Sie angefangen, zu drehen und dann haben Sie die Kosten überschritten. Und dann gab es Probleme und dann mussten sie abbrechen. Und dann haben sie 1952 weitergedreht, aber nicht im Sommer, sondern irgendwann im Frühjahr, glaube ich. Und es war noch kühl. Aber ich sitze da und es ist voll, verschwitzt. Es ist heiß und es ist ungemütlich.
Johannes Franke: Aber sowas, so ein bisschen westernartige Kamera und mit Nahaufnahmen auf Schweiß, ALSO JETZT NICHT so... Ultra nah aufnahmen, aber schon so, dass man das Gefühl hat, dieser Typ hinter diesem Lenkrad,
Florian Bayer: Mario,
Johannes Franke: der schwitzt und das hat die Kamera geschafft.
Florian Bayer: Der ist angespannt, ja. Und genau, wir haben auch diese Szene, also. Zum einen verstehen wir jetzt, dass Joe wirklich ängstlich ist. Und zum zweiten verstehen wir, dass Mario das durchzieht. Und Mario wäre fast mit Luigi und Bimba kollidiert, die vor ihm sind, die langsam gemacht haben, weil er diese 40 Meilen pro Stunde durchziehen will. Und dann kommen wir zur zweiten Gefahr, Nämlich zu dem Gebirgspass, zu dieser Kurve, wo Sie drüber manövrieren müssen. Und Sie müssen zurücksetzen auf dieses Behilfsteil, was mit Ästen gebaut ist, wo du schon denkst, alter, Leute. Mit verrottetem Holz, wo du denkst, alter, Leute.
Johannes Franke: Natürlich, was ist das Schlimmste, was uns jetzt passieren kann? Verrottetes Holz. Erste Frage, die man sich stellen muss, wenn man ein Drehbuch schreiben will. Was ist das Schlimmste, was jetzt passieren kann? Ja,
Florian Bayer: definitiv. Und auch hier wieder, Es ist eine unglaublich spannende Szene. Ja. Auch hier wieder sind es vor allem die Angst von Joe und diese Wackhalsigkeit von Mario, die fast zum Unglück führen. Und es ist einfach eine Sau. Spannende Szene wieder. Mir fällt gar nicht viel mehr ein.
Johannes Franke: Na, jetzt wird es ja vor allem mit Joe spannend.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil der natürlich, also der wird darunter gefahren von Mario.
Florian Bayer: TOTAL krass, ne? Er muss nicht so weit zurücksetzen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er setzt weiter zurück, als er muss, weil er stolz drauf ist, dass er es bis zum Kipppunkt schafft.
Johannes Franke: Und dann denkt der Riesenarschloch. Und die einzige vernünftige Reaktion von Joe ist, Alter, Mit Dir will ich nichts mehr zu tun haben. Ich hau ab. Ich verstehe es total.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Was soll denn das? Natürlich macht man dann nicht mehr weiter, weil auf den Typen kann ich mich nicht verlassen.
Florian Bayer: Ja. Das Problem ist, dass Joe Halt die ganze Zeit auch gezeigt hat, dass Mario sich nicht auf ihn verlassen kann. Weil Joe hat noch nichts gemacht. Joe hat den Wagen fünf Minuten gesteuert oder so und hat dann alles Mario machen lassen.
Johannes Franke: Aber die schlimmsten Sachen kommen ja erst noch. Ja. Also, es ist nicht vorher. Es kommt erst nachher, dass man wirklich sagt, okay, Joe, du hast uns ein bisschen in die Gefahr gebracht. Das ist vorher nicht so oft der Fall.
Florian Bayer: Naja, Ich habe das Gefühl, also Joe, Er bringt nicht ins Gefahr, Aber man hat nicht das Gefühl, dass er noch irgendwie hinterm Steuer produktiv sitzen wird. Der wird einfach nur Beifahrer sein. Der macht nichts. Die gefährlichen Strecken, Die gefährlichen Sachen fährt Mario und Joe weigert sich, Sie zu tun. Und das sagt Ja Mario sogar zu Joe. Er sagt zu ihm, ey, Alter, das ist ein Job für zwei Leute. Du wirst bezahlt, dass du fährst. Und dann sagt... Macho, was ich geil finde, was echt. Der beste Satz ist überhaupt. Nein, wir werden hier nicht bezahlt, um zu fahren. Wir werden hier bezahlt, um Angst zu haben. Und das ist hier Filmtitel.
Johannes Franke: Ja, absolut. Er hat vollkommen recht. Die Bosse, da wollen nicht diese Angst ausstehen müssen. Also müssen Sie es.
Florian Bayer: Es gibt ja diesen einen Typ, diesen einen Amerikaner, der Sie auf, der Sie losschickt. Und der ja am Anfang so ein bisschen dieses Juwiale macht, so naja, Ich würde es selbst fahren, aber ich bin zu alt dafür.
Johannes Franke: Der würde niemals selbst fahren. Der will ja nicht mal seinen, also er will ja Joe gar nicht losschicken. Ja,
Florian Bayer: aber er sagt zu Joe auch, du bist auch zu alt, du bist dafür eigentlich nicht geeignet. Er hat recht, er sieht das.
Johannes Franke: Absolut, er hat absolut recht. Und er würde ihn auch nicht hinschicken, wenn er jünger wäre.
Florian Bayer: Nee, er traut ihm nicht.
Johannes Franke: Ja, und er will ihn auch nicht in den Tod schicken, glaube ich.
Florian Bayer: Meinst du?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Joe sagt ja, sie hat eine Vergangenheit. Wir wissen, welche, wie wir ganz viele Sachen nicht kennen. Aber das erste Treffen dann von ihnen ist ja so, Joe, hey, Alter Freund. Und O'Brien, ja, kenne ich doch. Ich glaube, er traut ihm auch nicht. Ich glaube, er weiß vielleicht mehr über Joe, als Joe über sich selbst weiß. Und ich glaube, er sieht das schon ein bisschen, dass Joe nicht. Der ist, der die gerettenden Ideen hat, wenn es drauf ankommt. Und das ist gar nicht, also, wie gesagt, das Wort Feigling ist das falsche Wort. Er hat einfach Angst und er ist halt ganz oft starr vor Angst, Aber Du darfst bei so einem Job halt nicht starr vor Angst sein.
Johannes Franke: Ja, aber er hat auch immer wieder einen Punkt, und ich finde auch, dass er auch immer wieder Momente hat, wo man sagt, ja, natürlich, denk mal ein bisschen länger drüber nach.
Florian Bayer: Seine Punkte sind Ausflüchte. Ja, er hat rational natürlich recht, aber er sagt das nicht, weil das seine rationale Überlegung ist, sondern weil er nicht agieren kann.
Johannes Franke: Ja, mir doch egal, warum. Hauptsache, das, was am Ende dabei rauskommt, ist das Richtige.
Florian Bayer: Ja, aber wenn er... ER würde... Szenario. Er ist allein in diesem Wagen. Er schafft es nicht über die Weltblechstraße, weil er es einfach nicht schafft zu fahren. Er steht da.
Johannes Franke: Nein, er schafft die langsame Variante, hätte er geschafft.
Florian Bayer: Okay, Zweites Szenario dieser Gebirgspass. Er schafft es nicht, weil er sich nicht traut, auf diese Brücke zu fahren.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Wie gesagt, ich kann mich damit am meisten identifizieren. Mit dieser Reaktion. Aber dann nimmst du diesen Job halt nicht an.
Johannes Franke: Ja. Ja, ja. Aber es ist wie mit Consent. Bei allem, Du hast es einmal angefangen, du darfst aber jederzeit sagen, nee, ist nichts für mich, lassen wir jetzt.
Florian Bayer: Also tatsächlich,
Johannes Franke: DAS muss...
Florian Bayer: Also wir reden hier von einem brennenden Ölfeld. Wir reden hier von Geld, das verloren geht. Wir reden hier nicht von Menschen, die sterben.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Dann wäre es nämlich was anderes. Es gibt das Szenario, wo du sagst, ich Eile zur Rettung. Und die Leute verlassen sich auf dich. Dann gibt es diesen Moment, wo du sagst, du musst, Scheiß auf Konsent, du ziehst das jetzt durch, Sonst sterben Tausende Menschen.
Johannes Franke: Das ist eine andere Nummer. Aber wenn es nur darum geht, dass diese große Big Firma mit dem Blöden Öl das Geld rettet, warum solltest du dein Leben dafür lassen? Was soll das? Natürlich nicht. Und du solltest, Auch wenn es für Mario dann scheiße, ist, weil er seine 2000 Dollar nicht bekommt, sollte es drin sein, zu sagen, Leute, das hat keinen Sinn, das funktioniert so nicht. Ich will mein Leben nicht dafür riskieren.
Florian Bayer: Das macht er ja wieder auch nicht. Er will ja weiter drin bleiben, weil er will Ja, das Geld haben. Was wirklich viel Geld ist.
Johannes Franke: Ja, es ist schon viel Geld.
Florian Bayer: Er will Mitfahren weiter.
Johannes Franke: 20.000, 22.000 Dollar.
Florian Bayer: 25.000 Dollar. Und ja, es ist viel einfach. Okay, wir haben das dritte große Hindernis. Das, wo Bimba glänzen kann. Nämlich der riesige Felsbrocken, der im Weg liegt. Wo sie dann quasi zu dritt, beschließen, den zu sprengen.
Johannes Franke: Beziehungsweise schon zu zweit. Also eigentlich Bimba beschließt das alleine. Luigi ist okay, dafür. Und dann kommen die anderen beiden dazu. Und dann geht es okay. Dann machen wir das. Joe ist schon nicht mehr zu gebrauchen. Aber ich bin die ganze Zeit um Gottes Willen. Jetzt zieht er auch noch das Rohr an. Mit seinem Mund. Und man denkt um Gottes Willen. Auf gar keinen Fall. Und es ist natürlich auch eine Hochrisikosache. Und das ist... Die Spannung ist einfach so unermesslich. hoch. Ich sitze echt immer wieder da und merke, oh, ich verkrampfe mich gerade ganz stark. Ich sollte vielleicht wieder ein bisschen runterkommen.
Florian Bayer: Das ist halt auch wieder geil, inszeniert, dieser Moment, wo Sie zweifeln, ob das richtig war, und sagen, shit, Die Wagen sind nicht weit genug weg, Die Steine können es treffen. Und dann rennt Luigi noch mal los. Ja. Und rennt Richtung Explosion.
Johannes Franke: Das ist so gemein, weil Luigi die ganze Zeit vorher gezeigt wird, WIE er... Das Leben feiert, weil er die ganze Zeit erzählt, ja, das Leben ist toll. Und wie schön und so weiter. Und dann stellten wir fest, dass er Beton in den Lungen hat. Und dass eigentlich alles schon vorbei ist. Für ihn. Sein Leben ist eigentlich demnächst vorbei. Aber er wird so stark so inszeniert, dass man die ganze Zeit denkt, ja, du musst jetzt sagen, wie schön das Leben ist, damit du dann besonders tragisch sterben kannst. OCH Gott, Oh Gott, Oh Gott. Und ich warte nur auf seinen Tod. Und jetzt denke ich schon, okay, jetzt erwischt es ihn. Aber... Gott sei dank ja nicht.
Florian Bayer: Und auch hier, Die Explosion wird nicht groß gezeigt. Es ist sehr unspektakulär. Wir kriegen nicht diesen Relief, den wir irgendwie brauchen. Ja, Sie feiern dann, Sie pinkeln zusammen. Und Joe hat wieder seine Angst gezeigt. Einfach, Joe war wieder stark vor Angst. Also, das finde Ich ist tatsächlich ein starker Moment von Joe, weil er einfach, Er kann sich nicht bewegen. Und das ist krass, weil das wirklich, Das ist ein krasses Bild von Angst. Und, Aber es gibt diesen, es gibt tatsächlich diesen Hoffnungsmoment. Das ist, nachdem Sie diesen Stein gesprengt haben. Wir haben noch gut 20 Minuten vor uns. Es gibt diesen Moment der Hoffnung. Und sie fahren und sie sind auf der Straße. Und es ist der fieseste, hässlichste Tod von zwei Protagonisten, den man sich vorstellen kann. Wir sehen nämlich nicht, wie sie sterben. Wir wissen nicht, wie sie sterben.
Johannes Franke: Und es ist so toll, inszeniert einfach von der Kamera und von der Regie her, weil der eine gerade sich eine Zigarette macht. Und dann wird einfach nur in einer Aufnahme gezeigt, wie der Tabak. Weggeweht wird. Das ist, glaube ich, Einer der besten impliziten Tode, die ich je gesehen habe in einem Film.
Florian Bayer: Es ist so hart.
Johannes Franke: Es ist krass.
Florian Bayer: Nachdem wir diese wirklich drei spannenden Szenen geschafft haben, jederzeit mitgefiebert, haben, gedacht, haben, Oh, mein Gott, jetzt könnte jemand sterben. Es ist natürlich dieses Prinzip, Wir haben hier vier Leute, es werden Menschen sterben, wir wissen es. Und in jeder dieser angespannten Szenen rechnen wir damit. Aber wir rechnen nicht damit, wenn sie auf der Straße sind, der eine sich davor rasiert hat. Noch und alles einfach. Normale Fahrt ist.
Johannes Franke: Und plötzlich, wir wissen überhaupt nicht, Was bei denen passiert, ist, Wir wissen nur, dass sie gerade in die Luft gegangen sind. Und es ist super toll, weil wir erst den Luftzug haben, dann haben wir, glaube ich, Wir sehen den Blitz und dann hören wir, was da passiert. Und es ist so krass, Es ist so gut gemacht.
Florian Bayer: Und es macht keinen Sinn, ne?
Johannes Franke: Und es ist devastating, Es ist total übel, weil wir auch nicht mehr wissen, was haben wir denn jetzt von Luigi? Das letzte Mal gehört? Ich mochte ihn so, was hat er denn als Erstes gesagt? Ich weiß nichts mehr von ihm, was ist da? Das tut einem Echt weh.
Florian Bayer: Die Tragödie radikal an die Peripherie verschoben. Und wir wissen auch, Sie sind eine halbe Stunde davon entfernt. Können nicht zu Hilfe eilen. Sie sind weit auseinander. Sie werden jetzt ein ganzes Stück fahren, bis sie da sind. Und es zeigt uns einfach auf, so fiese, Barbarische Weise, wie trostlos. Das Ganze ist. Und wie sinnlos.
Johannes Franke: Also, es ist noch nicht einmal aus eigenem Verschulden oder so, sondern einfach nur die Sinnlosigkeit dieser Tode. Also jeder einzelne eigentlich, der dann nach und nach passiert.
Florian Bayer: Und es ist auch nicht die Erleichterung nach einem angespannten Moment, sondern es passiert so beiläufig, es tut einfach weh. Und dann haben wir wiederum den Moment zwischen Joe und Mario, den ich total krass finde, nämlich, dass Joe total irritiert ist über Marios Kaltschnäuzigkeit, weil du weißt, Mario war extrem gut mit Luigi befreundet. Die haben zusammengelebt und Mario ist einfach, naja, Wir ziehen das weiter durch und dann haben wir diesen kurzen, Harten Zwist zwischen Joe und Mario, WO Joe... Irgendwann ausrastet. Und sagt, ey, Ich bin ein alter Mann, ich bin ein Feigling, ich kann es nicht ändern.
Johannes Franke: Ich verstehe ihn total gut.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Ich bin wieder voll bei ihm, denke aber auch, ja, es geht jeder mit Sowas anders um. Jeder braucht seine eigene Art und Weise, damit umzugehen. Und da bin ich dann bei ganz seltsamer Sprung, ganz woanders hin, Harpe Kerkeling.
Florian Bayer: Nein, du nicht.
Johannes Franke: Der hat ja sein Jakobsweg-Buch geschrieben und so, Und dann schreibt er in seinem Jakobsweg-Buch Eigentlich muss jeder für sich das alleine gehen, weil jeder hat ein anderes Tempo. Ja. Und wenn du dich dauerhaft, also über so einen langen Zeitraum, den. Der Jakobsweg ist, an einen Tempo eines anderen Menschen anpasst, das ist einfach nicht geil. Das ist nicht, funktioniert nicht. Du läufst ungesund, du machst nicht das, was dein Körper braucht. Und hier ist es genauso. Eigentlich ist das... Kein guter Job zu zweit zu machen. Also du brauchst dich gegenseitig, klar, auf jeden Fall, aber mit so etwas umzugehen, Jeder muss seinen eigenen Umgang damit haben können und dürfen. Und wenn der eine sagt, nee, ich muss jetzt fahren und der andere sagt, nee, Ich brauche jetzt aber einen Moment, dann kann das nur schief gehen. Ja,
Florian Bayer: auch hier wieder. Also Joe klingt, Könnte man meinen, oft wie die Vernunft, vor allem aus unserer Perspektive. Ich meine, irgendwie im Kontext des Films ist ja der Fall, klingt. Aber Joes, Joes... Und vermeintliche Einwürfe von Besonnenheit sind vor allem Einwürfe, die aus Angst entstehen. Aus einer Angst, die ihn halt auch einfach passiv macht. Also Joe trägt einfach diese Passivität mit sich, die auf einer solchen Mission nicht sonderlich gut geeignet ist. Ich hätte lieber, ich hätte weder Joe noch Mario gerne bei mir sitzen. Ich würde weder mit Joe noch mit Mario zusammen das Ding fahren. Aber vielleicht eher mit Mario als mit Joe, weil ich weiß, dann kommen wir vielleicht durch. Obwohl, nee, Mario will mich überfahren.
Johannes Franke: Ja, volle Kanne. Würdest Du mit mir diese Strecke fahren, Flor? Das ist das ultimative Ding hier.
Florian Bayer: Kannst du Dir uns beide im Lkw vorstellen? Wir würden da keine Mitarbeiter, kein Mitarbeiter kommen.
Johannes Franke: Wir würden da, die Tür geht zu, wir werden losgeschickt und nichts passiert. Wir sitzen einfach nur da.
Florian Bayer: Johannes, Treten die Pedale!
Johannes Franke: Ich habe plötzlich vergessen, Wie das Autofahren geht.
Florian Bayer: Oh Gott. Und ich meine, Wir reden hier auch nicht von Autos von heute. Wir reden hier von einem 50er Jahre LKW, wo du... Die Gangschaltung in die Hand nimmst und du stellst fest, du musst erst mal mehrere gewichte stemmen, bevor du überhaupt in den ersten Gang schalten kannst.
Johannes Franke: Schön. Okay, Mit uns wäre der Film sehr kurz. Ja,
Florian Bayer: mit uns wäre der Film unglaublich. kurz. Wir würden da sitzen. Und brumm, brumm, brumm.
Johannes Franke: Und auf der Stelle explodiert das Ding einfach.
Florian Bayer: Schmeiß mir noch mal kurz das Nitroglycerin rüber. Oh shit, Keine gute Idee.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Sie sind nur noch zu zweit. Wir wissen nicht, was passiert, ist, aber wir sehen das Ergebnis, nämlich dieses riesige Ölloch. Mit dieser beschädigten Pipeline, wo das Öl rausfließt. Und irgendwo in diesem Loch ist der Wagen, Beziehungsweise ist der Wagen so hoch gegangen, dass davon gar nichts mehr übrig ist.
Johannes Franke: Es ist einfach nichts übrig. Man sieht ja auch die Bäume, die da waren. Ja. Und man kann so ein bisschen erahnen, dass vielleicht die Bäume, das waren, was das Ganze zum Explodieren gebracht hat, Weil die vielleicht auf die Fahrbahn so runtergehangen haben, Dann fährst du durch so einen Wipfel, der Macht Schwung. Und dann haut er irgendwas um, was hinten auf dem Wagen war. Also, ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht etwas war. Aber das will auch der Film nicht erzählen. Der Film will, dass wir das völlig unnachvollziehbar finden, und es ist auch nicht nachvollziehbar. eigentlich. Aber es ist einfach nichts mehr von ihnen übrig, finde ich sehr stark auch, erzählt.
Florian Bayer: Es ist richtig hart, weil es ist richtig hart rausgerissen und wir werden... Wäre ja wenigstens so eine kleine Erleichterung, dass wir sehen, was passiert, ist, Aber wir bleiben einfach bei diesem Rätsel. Es ist nicht mal ein Rätsel, es ist einfach ein tiefes, schwarzes Loch.
Johannes Franke: Schwarz im wahrsten Sinne des Wortes, weil wir haben jetzt Öl. Ja,
Florian Bayer: sie wollten gefärbtes Wasser nehmen. Und daraufhin hat Lusso gesagt, no, no, no, no, Wir brauchen es more realistisch. Und dann haben Sie geguckt, was sie nehmen. Und zwar haben sie offensichtlich Knochen gemahlen.
Johannes Franke: Ja, Tierknochen.
Florian Bayer: Also irgendwie ist das ziemlich barbarisch. Dann musste aber natürlich unser Charles Vanel, der in den Show spielt, musste in diesem Zeug waden und in diesem Zeug untergehen. Und das war wohl ziemlich hart und ziemlich eklig.
Johannes Franke: Ja. Überhaupt, der Regisseur, muss man schon sagen, der war auch ein Tyrann am Set. Das war nicht schön mit ihm.
Florian Bayer: Leute, die von Clouseau erzählen, sagen, der war der liebste Mensch, den man sich vorstellen kann. Aber sobald er im Regiestudio atmet, hatten alle Angst vor ihm. Er wurde zum Tyrann. Wir haben diese wirklich krasse Szene und ich finde es unglaublich stark, dass sie das so machen. Wir sehen unseren Mario, der Halt schon irgendwie am Ehesten. Das war, wo man denkt, das könnte der Held sein. Und der ist kaltblütig, und der ist ein Killer. Er fährt durch dieses Ölding, er weiß, er kann nicht anhalten, Sonst bleibt der Lastwagen stehen, Dann ist es vorbei mit dem Geld. Aber er wird nicht sterben, Der Wagen bleibt hängen. Er schafft das Nitroglycerin nicht zu dem Ort, wo er es hinschaffen soll. Das heißt, er wird weiter Gas geben. Und Joe steht vor ihm, Joe fällt in die Salare, und Joe sagt, hör auf. Und Mario sieht, dass Joe da liegt. Und Mario gibt weiter Gas.
Johannes Franke: Er würde nicht sterben, das ist das Krasse daran. Weißt du, klar, ist aber egal, ob du das Geld kriegst oder nicht, Aber dafür bringt man doch niemanden um.
Florian Bayer: Er tötet ihn.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist einfach krass. Und dass das auch mit dieser Beiläufigkeit inszeniert wird. Wir sehen JOE im...
Johannes Franke: Er hat schon ein bisschen Gewissensbisse. Man sieht ihm das schon ein bisschen an, aber nicht genug.
Florian Bayer: Nein, er zieht es durch. Ja, er hat Gewissensbisse. Es tut ihm weh, das zu tun. Natürlich tut es ihm weh. Aber es ist scheißegal. Es spielt keine Rolle für ihn. Also, es spielt keine Rolle für seine Handlung. Seine Handlung wird auf jeden Fall so durchgeführt. Und er gibt ihm noch die Schuld währenddessen. Ja,
Johannes Franke: ja, genau.
Florian Bayer: Er macht es noch und redet mit sich selbst und gibt ihm quasi die Schuld, dass er das jetzt tut.
Johannes Franke: Finde ich natürlich gut, inszeniert, weil das ist, glaube ich, das, was passieren würde, Wenn man das durchziehen würde, Dass man dann Argumente findet und dass man das dann gleichzeitig noch irgendwie versucht, zu entschuldigen. Und so und das einfach irgendwie entschuldigt, und so. Ich finde das gut, inszeniert, aber es ist einfach, macht Mario nicht sympathischer, ganz im Gegenteil. Und es wird immer schlimmer. Und ich glaube, dass ich dem Film durchaus ein paar Punkte an Spannung dafür abziehen muss, weil ich, weil ich... Weil ich nicht mehr 100% will, dass er überlebt. Weil er so schlimm ist. Natürlich will ich, dass er überlebt. Ich will, dass jeder von denen überlebt. Aber wenn Sie so wahnsinnig unsympathisch sind, fällt es mir doch ein bisschen schwerer.
Florian Bayer: Ja. Das Krasse ist ja, Die Anspannung entsteht weniger durch den Bezug, den man zu den Personen hat und vielmehr einfach durch die Situation.
Johannes Franke: Die Physik der Situation, das stimmt ja.
Florian Bayer: Und das erfordert auch einiges an den richtigen dramaturgischen Mitteln, dass du es schaffst, ohne Sympathie. Sympathische Charaktere, Ohne einen großen Bezug zu den Charakteren zu haben, trotzdem die ganze Zeit, die Spannung in dieser Situation zu halten.
Johannes Franke: Obwohl das nicht ganz stimmt. Er nimmt ja die erste Stunde lang, um uns eine Beziehung herzustellen. Mit den Figuren. Und das ist wichtig. Und ich glaube, das ist auch wichtig, dass wir in der ersten Stunde die Figuren hassen, lernen. Aber die Qualität der Beziehung ist halt eine andere Nummer.
Florian Bayer: Ich hab die ganze Zeit das Gefühl, ich find die erste Stunde, Also, da ist ganz viel Gutes drin, ganz Wichtiges. Ich glaub, der für diese 90 Minuten würden für mich auch funktionieren, ohne jede Exposition.
Johannes Franke: Echt? Das glaube ich nicht. Hm. Ah, das wäre spannend. Ich glaube, wir müssen mal nur diesen Teil irgendwelchen Leuten, zeigen und fragen, ob das geht. Das wäre schon spannend. Aber wenn du gar nicht weißt, wer die sind und wie drauf sind und so.
Florian Bayer: Ich weiß es doch so auch nicht. Was weiß ich von?
Johannes Franke: Du hast jetzt eine Stunde lang gesehen, Wie die agieren.
Florian Bayer: Ja. Aber das sehe ich halt auch, wenn Sie im Wagen unterwegs sind. Ich sehe, dass Mario ein Arsch ist, der Frauen verachtet und ein Draufgänger. Und ich sehe, dass Joe jemand ist, der gerne den Anschein erweckt, dass er alles im Griff hat, aber in Wirklichkeit zutiefst verängstigt ist. Ich sehe, dass Luigi ein Sonnenschein ist, und ich sehe, dass Bimba harte Sachen erlebt hat. Von Bimba erfahre ich auf der Straße mehr als davor, zum Beispiel.
Johannes Franke: Das stimmt. Von Bimba haben wir ja gar nichts gesehen, Kurs.
Florian Bayer: Von Bimba kriegen wir wirklich nur diese Fetzen, wenn sie sich unterhalten und bimba, dann, erzählt.
Johannes Franke: Aber mit Bimba habe ich auch keine große Beziehung, muss ich sagen. Auch während der Fahrt nicht. Er ist ein bisschen ein Token.
Florian Bayer: Nee, finde ich nicht. Ich finde, Bimba trägt so was Krass Melancholisches die ganze Zeit in sich. Und Bimba tut mir irgendwie leid, weil Bimba so todtraurig wirkt. Und Bimba wirkt fast wie ferngesteuert und so. Und ein bisschen auch nach dem Motto, ist doch eigentlich egal. Ist sowieso egal. Ich bin sowieso schon tot. Das sind die Vibes, die ich bei Bimba habe. Aber deswegen habe ich... Bei Bimba blutet mein Herz, glaube ich, am meisten.
Johannes Franke: Echt, ja?
Florian Bayer: Bei Luigi tut es am meisten weh, dass er stirbt, Aber bei Bimba blutet das Herz am meisten, dass er überhaupt auf diese Mission geht.
Johannes Franke: Apropos Herz blutet, Sind wir richtig drüber weggegangen, Aber ich finde, dass diese Verzweiflung des Ortes sich sehr gut manifestiert. In dieser fast beiläufigen Todesszene von dem Typen, der den Job nicht bekommen, hat.
Florian Bayer: Es ist wahrscheinlich die beste Kameraeinstellung des Films. betet, Rosenkranz, Maria gebetet. Und dann die Kamera ganz vorsichtig, auch wieder ohne Musik. Einfach zu den baumelnden Beinen schwenkt und dann hochrichtig wieder, da hängt.
Johannes Franke: Man sieht ihre Perspektive und dann sieht, wie sie da, da finde ich sie schachspielerisch nicht ganz so gut. leider, aber tolle Szenen trotzdem, wie Sie das machen. Wie verzweifelt man sein muss, der Mutter dann noch zu schreiben, ich hab den Job, ich hab einen ganz tollen Job, Ich mach mir jetzt auf den Weg und dann sich ihr zu erhängen.
Florian Bayer: So düster. Und dieser Typ, den sehen wir ja vorher schon so ein bisschen, Der sagt, ey, das Geld, Ich hab das Visa, ich komm hier raus, ich hab's fast geschafft, dieser eine kleine Schritt noch. Und dann scheitert er an dem Auswahlverfahren. Ja, Verzweiflung, Es ist ganz viel Verzweiflung. Es ist natürlich auch Verzweiflung, die Mario zum Mörder werden lässt. Mario hört über Joe, weil er verzweifelt ist, weil er braucht dieses Geld. Und dann packt er Ja, Joe immerhin noch ein, Wir sehen, Joe ist komplett Fucked up, Wir wissen, dieser Mann wird das nicht überleben.
Johannes Franke: Mhm, ja, ja.
Florian Bayer: Das Bein sieht echt Fies aus. Ich weiß nicht, wie sie das gemacht haben. Ob Sie das einfach mit der Hose so ein bisschen manipuliert haben. Im Moment sieht es so aus, als ob das Bein wirklich komplett zerschmettert, zerdrückt wäre.
Johannes Franke: Das ist so krass. Das tut einem auch so weh, weil ich weiß nicht, wie du die Figur wahrgenommen hast, Aber ich habe am Anfang gedacht, dass er das dramaturgische Mittel ist, das am Ende den Tag rettet. Und dann wird er immer noch weiter in die Scheiße geritten und kriegt überhaupt gar keinen heldenhaften Moment. Es tut echt weh. Vor allem, wenn man die Erwartungen eigentlich anders hatte.
Florian Bayer: Das Clouseau-Pessimismus, ne? Das wurde dem Film auch viel vorgeworfen. Die amerikanische Kritik hat geschrieben, das ist ein wirklich böser Film.
Johannes Franke: Und ja,
Florian Bayer: es ist...
Johannes Franke: Aus der Perspektive der Amis würde ich das auch so sehen, muss ich sagen. Aber ich finde es toll.
Florian Bayer: Es hat wirklich sowas misanthropisch.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Komplett pessimistisch, nihilistisch, finde Ich trifft es auch ganz gut. Es ist alles hoffnungslos und es ist alles so sinnlos. Die ganze Scheiße. Wegen dem brennenden Öl fällt, weil das gesprengt werden muss.
Johannes Franke: Es ist totale Scheiße. Natürlich ist es anti-amerikanisch, weil es eben der also. Natürlich ist es anti-kapitalistisch und es ist anti-bullshit. Aber es ist halt, in dem auch anti-amerikanisch, weil halt einfach das Thema ist. Ja, Öl ist da und ein Amerikaner ist nicht weit. Und das ist natürlich dann für Amerikaner, so das Zeichen, der Hinweis zu sagen, oh, wir schneiden mal 35 Minuten aus dem Film raus.
Florian Bayer: Das ist geil, weil du das Wort Bullshit gerade gesagt hast. Wenn ihr glaubt, dass Ihr einen Bullshit-Job habt, habt ihr noch nie. Nitroglycerin durch den Dschungel gefahren, 300 Meilen weit, um ein Ölfeld zu sprengen, Das brennt. Das ist ein Bullshit-Job. Ihr mit euren Tabellen und Auswertungen, Das ist kein Bullshit. Ihr sterbt nicht, wenn Excel abstürzt. Bitte benutzt kein Excel. Egal.
Johannes Franke: Excel kann viele gute Sachen, Flo.
Florian Bayer: Wirklich?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Bist du ein Microsoft Office Verfechter?
Johannes Franke: Nein, überhaupt nicht. Aber ich glaube, Excel hat mir schon ein paar Mal ein bisschen was gerettet.
Florian Bayer: Ich hasse Microsoft Office aus tiefstem Herzen. Aber das ist Dresch. Jetzt nichts zur Sache.
Johannes Franke: Wenn es euch auch so geht, dann schreibt uns in die Kommentare. Das sind so Fishing for Upload.
Florian Bayer: Welches Office-Tool ist das Tool eurer Wahl? Schreibt es uns. Liked und subscribed.
Johannes Franke: Dann kommen die ganzen Linux-Jünger. Ja, LibreOffice.
Florian Bayer: Ja, LibreOffice, danke. Aber es ist ja auch LibreOffice. Man nutzt irgendeinen vernünftigen... Da ist Bösami und so weiter. Aber Microsoft ist ja auch Ich bin ein großer Fan von Google Cloud und Google Workspace.
Johannes Franke: Gut, dann wird das auch geklärt. In Hemdfilm über Nitroglycerin.
Florian Bayer: Wir kommen zu unserem Finale. Mario hat es geschafft. Mario bricht vor dem Ölfeld noch zusammen. Also, er fährt dahin, läuft Richtung Ölfeld, Das brennt.
Johannes Franke: Lass uns mal noch den Weg dahin beschreiten.
Florian Bayer: Du meinst mit dem Toten? Joe stirbt. Mit dem Sterbenden.
Johannes Franke: Und die noch übers romantische Paris reden, um ihre Beziehung vielleicht nochmal ein bisschen in eine Richtung zu lenken. Ja, also die Reden ja nochmal über Paris und so. Und ich finde das tatsächlich ganz gut gemacht, wie er dann da stirbt, nach und nach. Und auch, wie sie über den Zaun reden, über den er da guckt und fragt, was ist hinter dem Zaun? Nichts. Da ist einfach nichts, und das unterstreicht einfach diesen Scheiß. Nihilismus dieses Films, der einfach sagt, da ist nichts. Das ist alles völlig sinnlos, was ihr hier macht und du hast danach einfach nur verloren. Und das war's.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Es ist super krass.
Florian Bayer: Du quälst dich und quälst dich und quälst dich, und dann bist du irgendwann tot. Ja. Und da gibt es kein Pasaradies, kein Jenseits.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Da ist nichts.
Johannes Franke: Und ich musste in dem Moment daran denken, dass du versuchst, bei jedem Fucking Film, den wir hier besprechen, am Ende Hoffnung zu sehen. Siehst du in diesem Film am Ende Hoffnung, Flor?
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Danke. Du hast sonst echt darauf gepocht, dass es in jedem Film ein Hoffnungsmoment gibt.
Florian Bayer: Nein, nein, nein, Nur weil Du mir die Filme gibst und sagst, das ist so ein negatives Ende. Und dann gucke ich drauf und sage, ey, wieso? Ich nehm doch gar nicht, warum bist du so pessimistisch? Bist du jetzt glücklich? Habe ich endlich ein Film?
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Wo wirklich einfach nur Hoffnungslosigkeit am Schluss ist. Sehr schön.
Johannes Franke: Danke, Flo. Endlich, nach 230 oder so Filmen.
Florian Bayer: Ja, da ist nichts. Und dieser Moment, wenn dann Mario quasi zu diesem Feld geht, das hast du ja auch, Es ist ein Feuer da, das Öl, Und Mario läuft noch ein Stück und bricht zusammen. Auch hier kein Relief.
Johannes Franke: Nein, überhaupt nicht. Kein nix, kein gar nichts. Er kriegt sein Geld, dann noch, dann fährt er. Und dieses Ende ist total krass, weil das dann so ganz... Übergangslos in dieses Manische übergeht. Ich liebe dieses Ende. Und nach zwei Sekunden verstehst du sofort, oh, okay, der stirbt auch. Weil er auf eine Art und Weise darunter fährt und die Musik sich so auch entwickelt, dass du denkst, ja, okay, gut, Jetzt kommst du in den gänzlich hoffnungslosen, nihilistischen Kram hinein. Und das war's.
Florian Bayer: Das war schon so ein surrealer Moment, weil wir haben ja die Frontage, das Dorf, das sich freut, dass er es geschafft hat. Und er kriegt auch tatsächlich das Geld. Und er kriegt sogar das doppelte Geld. Er kriegt das angezahlt. Also Die Amerikaner sind korrekt in dem Moment.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und dann fährt er. Und er fährt diese Schlangenlinie. Und dann hat er das Gefühl, Er tanzt mit den Leuten im Dorf, die sich schon freuen und tanzen. Und so weiter. Und was zu? Was führt, Er stürzt ab. Weil man auf dem Gebirgssagen einfach mal keine Schlangenlinie mehr hat. Aber Mario tut das. Und deswegen ist Mario Halt für diesen Job auch nicht geeignet.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil Mario ist, genau das ist Mario.
Johannes Franke: Aber ich muss sagen, ein kleines bisschen finde ich es, Es reißt mich ein bisschen raus aus der Figur, weil ich es nicht ganz erwartet habe. Ja, Mario ist so mehr oder weniger, aber auch Mario hat eigentlich, wenn er nicht wirklich manisch wäre, Ich glaube, das ist das Eigentliche, wenn er nicht krankhaft manisch in dem Moment wäre.
Florian Bayer: Aber das passt auch zu ihm, ne?
Johannes Franke: Ja, das ist richtig. Aber so als Charakter inhärent, glaube ich, wenn er einfach ganz gesund da runterfahren würde. Dann würde das nicht passieren. Ich glaube, er ist einfach nur durch das Erlebte so traumatisiert. Und jetzt manisch, dass es einfach das Genick bricht, dadurch.
Florian Bayer: Ich finde es absolut schlüssig. Ich glaube, es muss dieses Ende geben. Und damit vielleicht wieder ganz zum Anfang zurückzukommen, zu dieser Kakerlaken-Szene. Das ist letzten Endes, die Kakerlaken, die zusammengebunden werden und dann irgendwie gezwungen werden, Diese Zirkus-Show zu machen. Und dann verlieren wir, genau wie das Kind, Die Aufmerksamkeit. Und wenn wir zurückkommen, sehen wir, dass ein Vogel sich frisst. Es ist einfach vorbei. Das ist einfach egal und wir werden alle sterben und wir werden alle tot sein. Und egal, wie viel wir uns freuen? Und es gibt keine Hoffnung. Ich finde es saustark.
Johannes Franke: Ja, natürlich auch vor allem in seiner Konsequenz einfach, das nicht aufzubrechen. Und da nicht dann ein Happy End dran zu hauen oder sowas, sondern wirklich konsequent zu sagen, das ist einfach scheiße. Dieser Versuch des Kapitalismus einfach zu sagen, hier. Ich opfere meine Leute, ich habe ja genug Leute, die ich da hinschicken kann. Und wenn die zwei Lastwagen es nicht schaffen, schicke ich die nächsten zwei Lastwagen los und die nächsten zwei, vier, sechs, acht Leute sterben. Das ist der Kapitalismus. Und das finde ich total stark, dass da das durchzieht und da keine Ausflucht gibt.
Florian Bayer: Ja, das ist einfach krass. Der Film wurde gemischt, aufgenommen. Wir haben schon gesagt, Sowohl die Franzosen als auch vor allem die Amerikaner haben ihn nicht gemocht. Die Franzosen waren so, ja, manche fanden ihn ziemlich geil.
Johannes Franke: Er hat ja Erfolg gehabt, durchaus. Richtig Erfolg. An den Kinokassen wurde es durchaus gelohnt.
Florian Bayer: Er war der erfolgreichste Film in Frankreich dieses Jahr. Die Kritik war eher so durchwachsen. Die Carrière du Cinéma, Zumindest das, was ich gefunden habe an Texten, haben ihn gelobt.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Ein Autor hat dann nochmal den Roman gelesen, hat gesagt, oh, Der Roman ist aber viel zu schwach für diese Verfilmung.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Und die fanden ihn offensichtlich ganz gut, obwohl die spätere Noel Wachs teilweise ganz schön hart mit Clouseau ins Gericht gegangen sind. Der war ihr Lieblingsregisseur. Ja. Vor allem, weil er wohl zu gelackt angeblich inszenierte, zu schöne Bilder machte. Und das widersprach ihrem revolutionären Geist, whatever. Und dann... Wurde ein Remake getreten, 1977. Von William Friedkin.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich hab's noch geguckt. Du hast echt noch geguckt? Ich wusste nicht, dass dieses Ding existiert. Und ich hasse solche filmischen Lücken, weil William Friedkin finde ich großartig. Was hat er gemacht? French Connection ist ein fantastischer Ecke. Einer von den alten New Hollywood Haudegen. Ich hätte den Film wahrscheinlich nicht geguckt, hätte ich nicht. Friedkin gelesen. Und er hat den Exorzisten gemacht. Er ist ein New Hollywood Regisseur. Okay. Und als er den Film gedreht hat, war ja New Hollywood eigentlich schon am untergehen. Und der Film war auch nicht sonderlich erfolgreich, weil er das Pech hatte, als Sommerblockbuster zusammen mit Star Wars im Kino zu laufen. Oh nein. 1977.
Johannes Franke: Okay, verloren.
Florian Bayer: William Friedkin hat gesagt, er will sich nicht zu sehr am ersten Film orientieren, sondern will den Roman verfilmen. Aber er hat sehr viel aus dem Film auch übernommen. Aber er macht sehr viel anders. Und ich habe drüber nachgedacht. Ich habe jetzt einige gehört, die gesagt haben, Sie finden die Friedkin-Version besser.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sorcerer heißt der Film noch, um das dazu zu sagen. Im Deutschen hat er irgendwas mit Angst, auch Lohn, der Angst oder so. Oder Gehalt der Angst, Ich weiß es nicht mehr.
Johannes Franke: Sorcerer klingt ein kleines bisschen nach Fantasy-Science-Fiction.
Florian Bayer: Absolut. Sorcerer heißt der wohl, weil die LkWs Sorcerers sind. Und weil es halt auch dieses Mythische hat. Es ist deutlich mehr Spektakel. Es gibt viel Krassere. Action-Szenen. Also, es gibt zum Beispiel so eine Szene, wo sie im Sturm über eine Hängebrücke fahren müssen. Und die bricht dann ein. Und es ist wirklich sehr viel Spektakel. Es gibt viel mehr Musik. Die Musik wurde gemacht von der Deutschen Experimentation. Mental Band Tangerine Dream, die auch für Werner Herzog Filme Musik gemacht haben. Und irgendwie so. Krautrock und Elektro, Die haben Elektromusik gemacht, bevor es in war. Und das liegt die ganze Zeit drüber, und das gibt dem Ganzen so fast, so eine mythische Aura. Ich glaube, ich finde den, ich finde le Saleur de la Peur besser als das Remake. Was vor allem daran liegt, dass der 70er Film deutlich mehr so, Wie nennt man das, so Maschinenfetisch, Maschinenporn hat. Also diese Momente, wo man sieht, Wie an Autos rumgeschraubt wird. Es gibt Montage, wo sie sich vorbereiten. Wo man das Gefühl hat, Da hat sich die Inszenierung aber sehr darin verliebt, Männern zuzugucken, Wie Sie an Geräten irgendwas machen. Und was vor allem Krass ist, Das finde ich in diesem Film, weil wir so wenig über die Protagonisten wissen, das sind so Everyday-Men. Wir wissen nicht, wie sie da gelandet sind, Aber es gibt ein Gefühl von, Niemand hat das verdient, da zu landen. Und im Remake ist es so, Wir sehen am Anfang... In einer sehr langen Montage, Die ersten 20 Minuten, sehen wir von jedem Einzelnen der vier Protagonisten. Die Hintergrundgeschichte. Und einer ist ein Serienkiller, einer ist ein islamistischer Terrorist, einer ist ein Bankräuber. Und wir haben bei allen das Gefühl, die haben es irgendwie verdient, da gelandet zu sein, in diesem verdreckten Ort. Und das ist deutlich konkreter als in Le Saler de la Peur. Okay. Aber es zieht Deutlich Die Spannung raus. Es gibt auch mehr Konflikt untereinander. Es ist alles einfach ein bisschen mehr, ein bisschen größer.
Johannes Franke: Wenn du so viel Konflikt hast, dann hast du bestimmt auch dann eher noch so kleine Punkte, wo es sich auflöst. Dass du so den Moment hast, wo deine innere Spannung sich entlädt, weil jemand mit jemandem aneinander gerät, sich prügelt oder was auch immer. Oder ein Streitgespräch, findet. Und hier ist halt die Spannung die ganze Zeit da, weil es sich nicht entladen kann. Ganz oft. Das finde ich so krass.
Florian Bayer: Und letzten Endes ist es einfach unrealistischer, auch dadurch. Es ist einfach so viel, Wir sehen viel mehr Explosionen, Wir haben viel mehr Verbrechen, Mörder. Zum Beispiel genau das auch, der Typ, der Joe in diesem Film, Der gibt den Job, weil er den anderen umbringt. Das sehen wir. Wir sehen, wie er ihn umgebracht hat. Also nee, wir sehen nicht, wie er ihn erschießt, Aber wir sehen die Leiche, da liegen und bluten, und wir wissen ja, was. Das heißt, es ist alles ein bisschen drüber und dadurch verliert es das Immersive. Es ist ein guter Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist ein sehenswerter Film. Weil er gerade durch diese mythische Aura, die er teilweise hat, Es geht teilweise wirklich in die Fantasy-Richtung. Wir haben am Schluss so eine Traumsequenz beim letzten Stück der Fahrt von unserem Mario, Wo es wirklich fast so was fantastisches hat. Es ist ein guter Film, aber er ist bei Weitem nicht so stark wie das 53er Original.
Johannes Franke: Kannst du Dir vorstellen? Das 53er Original, Was wir besprechen, im Kino zu sehen, mit anderen Leuten, wie das sein muss. Weil das ist jetzt, Ich weiß nicht, wie du das geguckt hast, aber hast du es mit anderen Leuten zusammen? geschaut? Nein,
Florian Bayer: ich habe es alleine geguckt.
Johannes Franke: Ich kann mir vorstellen, wenn du die ganze geballte Emotion des ganzen Kinos hast, die so wahnsinnig angespannt. Alle sind. Ja. Und dann so ein gemeinsames und so. Ich kann mir das echt krass vorstellen. Ist ein bisschen schade, dass man sowas dann eben nicht mehr sehen kann, Weil 1953, ja, Welches Kino holt Dir so einen Film raus?
Florian Bayer: Ich würde den unglaublich gerne im Kino sehen, weil auch wegen dem Sound, Das ist ja wenig Musik, aber umso stärker sind die Sounds, die ständig zu hören sind, der Motorenlärm.
Johannes Franke: Die ein bisschen übertrieben, manchmal sind. Die machen quasi den musikalischen Teppich, den Übernehmen die. Und das finde ich auch sehr, sehr stark, muss ich sagen, dass auch die Stille so wahnsinnig gut eingesetzt, ist, zwischendurch.
Florian Bayer: Ich würde den wirklich gerne im Kino sehen. Weil ich glaube, das macht noch mal, was anderes. Und das macht das wahrscheinlich noch mal intensiver. Wollen wir mal zur Top 3 springen? Weil Wir sind schon so kurz davor, in Gefahr, ein Fazit zu ziehen. Aber wir müssen, weil das einfach die Regeln unseres Podcasts gebieten, Wir dürfen das Fazit erst nach der Top 3 ziehen. Wir müssen vorher eine Top 3 machen. Sorry, Leute, Ihr müsst noch kurz auf das Fazit warten. Jetzt kommt eine Top 3, Angekündigt mit einem kleinen Jingle, den Johannes quasi einlesen, wird, mit einem musikalischen Teppich begleitet. Viel Vergnügen!
Johannes Franke: Was war das für eine Ankündigung dafür? Unsere Top 3. Psst, psst,
Florian Bayer: psst. Johannes, Hörst du das? Was?
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Yeah, limp bizkit ist in the house! Ja, Keep Rollin' war mein Vorschlag für die Kampagne 3. Und Johannes musste gucken, Was Keep Rollin' bedeutet, weil er offensichtlich kein Alter New Metal Head ist.
Johannes Franke: Ich kenne genug Leute und habe genug Freunde und Ex-PartnerInnen, die Metal sehr gerne gehört haben, Aber ich habe es nie geschafft, mich da so richtig reinzuknien. Ich kam damit zurecht, Aber es ist nicht so, dass mir das irgendwann mal wirklich richtig viel gesagt hätte. Ich bin eher dann beim Glamrock.
Florian Bayer: Geil. Und ich glaube, wir werden sehr viele böse Zuschriften kriegen, weil du Limp bizkit als Metal bezeichnet, hast.
Johannes Franke: Das hast du gemacht.
Florian Bayer: New Metal, Das ist der Unterschied. New Metal ist kein Metal.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber ganz ehrlich und jetzt auch für alle bösen Zuschriften, Ich glaube, New Metal ist ein sehr unterschätztes Genre, und es gibt sehr viele gute Bands. Und es war deutlich besser als sein Ruf.
Johannes Franke: Aber Limp Bizkit ist gerade eine Hatswähle eingegangen.
Florian Bayer: Bling! Von einem Fred Durst.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Limp Bizkit-Joke.
Johannes Franke: Okay. Fuck, Alter.
Florian Bayer: Sorry. Genau, Rollen. Also Filme, wo man irgendwie rollen keepen muss, weiterfahren, muss. Oder wo weitergefahren wird auf Teufel Komm raus.
Johannes Franke: Ich hab das ein bisschen mehr Metaphorisch auch ausgedrückt. Ich hab jetzt nicht, Alle sind in irgendwelchen Autos und fahren einfach weiter. Das ist das. Obwohl ich auf Platz 3 einfach jetzt Knight Rider setze.
Florian Bayer: Nein, es ist kein Film, eine Serie, aber nice.
Johannes Franke: Knight Rider, Meine Kindheit, großartig.
Florian Bayer: Moment, Moment, Moment.
Johannes Franke: Eine Serie, die von 1982 bis 1986 lief, und Michael Knight mit seinem sprechenden Auto Kit in der Gegend rumfährt. Und...
Florian Bayer: Nein,
Johannes Franke: nein. Was machst du denn jetzt noch heute?
Florian Bayer: Limp Bizkit kennst du nicht, aber David Hasselhoff feierst du. Natürlich.
Johannes Franke: Das ist großartig. Und du hast hier gerade so viele GEMA-Probleme verursacht.
Florian Bayer: Ich weiß. Nein, nein, nein, Moment. Das ist Radio im Hintergrund. Das ist vollkommen. okay. Okay,
Johannes Franke: okay. Weil es hat ja nichts mit der...
Florian Bayer: Es war einfach ein Zufall. Genau. Das Radio ist plötzlich angesprungen und David Tesloff hat losgesucht.
Johannes Franke: Na sowas.
Florian Bayer: Zufällig auch beim Start von Looking for Freedom. Ja, Night Rider, Entschuldigung. Dein Einsatz. Ja,
Johannes Franke: der Typ fährt halt von einem Fall zum nächsten. Weißt du, er muss in diesem Auto... Ich glaube, der lebt nur... An seinem Auto. Also, es gibt einfach keine andere Möglichkeit, wie er überleben kann, Als dass er mitten in diesem Auto von Stadt zu Stadt oder von Fall zu Fall fährt. Ich find's großartig.
Florian Bayer: Das sollten wir wirklich auch mal machen. 80er Jahre Serie Nochmal gucken. Ich war ja mal eher so. DER A-Team-Guy. Also, ich mochte beide Serien, aber A-Team war immer meine favorisierte Serie davon.
Johannes Franke: Ich hab das Gefühl, dass mir A-Team zu viel Testosteron war, weil das VIER Leute... Hey,
Florian Bayer: try it Out!
Johannes Franke: Aber es waren halt vier Leute, die alle Packed waren. Oder fünf? Ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall, Night Rider, Das war so ein bisschen der Lonesome Rider. Das war dann schon noch ein bisschen besser. Also, das kam meinem Erleben ein bisschen näher, als die vier Freunde, die irgendwelchen Scheiß machen. Und das Auto ist natürlich geil. Das sprechende Auto war richtig gut.
Florian Bayer: Kein Autofetisch, Mir sind Autos so egal, Deswegen kann ich auch nichts zu den Lkw sagen. Ich kann ja auch nicht sagen, welches Modell Nightrider war. Ich habe keine Ahnung,
Johannes Franke: ich weiß es nicht. Es konnte reden, Es war distinguiert in der Aussprache und es war lustig.
Florian Bayer: Es war schon geil. Oh, warte mal, Es war vom Reden, was, War es definitiv auf immer noch höheres Niveau als unsere Art. Als unsere Language Models heute, ne?
Johannes Franke: Ich glaube inzwischen nicht.
Florian Bayer: Es hatte mehr Persönlichkeit.
Johannes Franke: Es hatte vielleicht ein bisschen mehr Persönlichkeit, ja.
Florian Bayer: Mein Platz 3, auch aus dem Jahr 1977, Wie dieser Film, auch ein bisschen Guilty Pleasure, aber eigentlich ein ziemlich geiler Actionfilm. Smokey and The Bandit lief in Deutschland unter dem Titel Ein ausgekochtes Schlitzohr. Bert Reynolds, der als Autofahrer Bier schmuggeln soll nach... Quer durch die USA. Und dabei verfolgt wird von einem Texas Ranger, der ihn natürlich stellen will. Und ein richtig launiger, Alberner Actionfilm, der auch sehr Testosteronstellern ist, Aber der einfach Spaß macht und sich nicht zu ernst, nimmt. Nee, der Macht Spaß. Das ist ein wirklich witziger Actionfilm.
Johannes Franke: Okay. Nichts für den Podcast, oder?
Florian Bayer: Doch, vielleicht. Was? Echt so gut? Manchmal ziehe ich ja so gerne guilty pleasures raus. Er atmet halt so sehr. Diese Amerika-Luft. Und auch so diese konservative Amerika-Luft. So Country-Musik. Ja,
Johannes Franke: auch mäßig von Freifigkeit her.
Florian Bayer: Nee, nicht so selbstironisch. Nee, nicht so konservativer. Nicht so progressiv. Progressiv. Ja, die Reisenden, Ich finde, ist für einen Hollywood-Action-Film, naja, gut, Wir haben drüber diskutiert.
Johannes Franke: Wir haben darüber geredet, Ihr könnt euch gerne anhören, Wie Floor glaubt, dass das Ding konservativ sei, äh, Progressiv sei. So, äh, Mein Platz zwei ist, Einfach mal jetzt ein bisschen, äh, ins, ins metaphorische, äh, Herr der Ringe. Ich find's ziemlich geil, wie sie, wie Sie einfach ein Ziel haben, am Ende und nicht vom, Also sie, Sie steigen vom Pferd ab, aber Sie müssen einfach immer weiter, sie müssen einfach immer weiter, sonst. Wird das nicht. Und das finde ich eine große Stärke des Buches und des Films, dass das einfach immer, dass du das Gefühl hast, okay, wir haben so eine epische Quest, Wir können nicht einmal Pause machen, wirklich.
Florian Bayer: Können wir fast 25 Jahre, nachdem der Film rausgekommen ist, endlich einmal dazu stehen, dass das Ganze eigentlich der... Größte Maulwurf der Tourismusbranche in die Filmindustrie ist, den man je gesehen hat.
Johannes Franke: Werbung für Neuseeland? 90% der Weltbevölkerung haben noch nie vorher von Neuseeland gehört.
Florian Bayer: Und jeder will deswegen mal da hinreisen. Das haben Sie wirklich gut gemacht.
Johannes Franke: Das stimmt allerdings.
Florian Bayer: Ich will nicht wissen, wie viel die neuseeländische Regierung Peter Jackson in die Taschen geschoben hat, damit er das Ding da dreht und so inszeniert. Mein Platz 2 aus dem Jahr 1994, Es muss sein, Speed. Ein wirklich guter Action-Film, wo ein Bus mit einer Bombe ausgestattet ist. Und wenn er zu langsam fährt, geht die Bombe hoch. Sprich, Der Bus muss die ganze Zeit schnell fahren. Auch ein typisches Suspense-Mittel. Hier natürlich deutlich. Actiongeladener. 90er Jahre Action inszeniert mit Keanu Reeves und Sam Bullock.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Beide noch sehr jung.
Johannes Franke: Das weiß ich gar nicht mehr.
Florian Bayer: Und beide eigentlich, bevor sie ihre große Karriere hatten. Und so ein bisschen hat ihre große Karriere damit auch eingesetzt. Und beide sind wirklich gut in diesem Film. Krass.
Johannes Franke: Ich habe den Film gesehen, eben aber wahrscheinlich in der Zeit, wo ich die beiden noch nicht kannte, weil es ja rausgekommen ist oder vielleicht ein bisschen später. Und deswegen habe ich das nicht zusammengebracht, dass die da dabei sind. Und ich weiß auch nicht, ob ich den Film so gut fand. Ich bin so ein bisschen, hm.
Florian Bayer: Er gehört, Also Die 90er hatten wirklich, wirklich viele. Schlechte Action-Blockbuster. Die 90er waren kein gutes Jahrzehnt für dieses Genre. Und ich nehme alles, was da heraussticht. Und Speed war ein guter.
Johannes Franke: Okay. Ich habe auf Platz 1 Blues Brothers.
Florian Bayer: Geil.
Johannes Franke: Und zwar nicht nur, weil sie den ganzen Film auf einer Mission for God sind. Oder sowas. Er sagt Ja, immer, on a mission from God. Aber es gibt diese tolle Einkaufsmall-Szene, wo sie alles demolieren. Und ich finde es geil, weil Sie einfach diese Verfolgungsjagd da durchziehen. Und sie müssen einfach weiter. Keep rolling. Ja, geil.
Florian Bayer: Mein Platz 1, SNowpiercer aus dem Jahr 2013 von BONG Joon-ho. Der großartige Regisseur, der Parasite gemacht hat. Und es geht um eine Apokalypse, in der die ganze Welt eingefroren ist. Und das Einzige, was noch einigermaßen Lebensraum für Menschen bietet, ist ein Zug, der Einsam. Seine Kreise um die Erde dreht. Und die Menschen sind in diesem Zug, in einem sehr, sehr festgelegten Klassensystem. Und die von ganz hinten aus dem Zug, das Proletariat, nee, noch mehr. Das Lumpenproletariat, sagt, Wir wollen das nicht mehr und kämpft sich nach vorne durch. Den muss ich dir irgendwann mal geben.
Johannes Franke: Ich habe ihn immer noch nicht gesehen. Voller Film. Also, ich höre ja immer wieder davon, von verschiedener Seite, auch von dir. Aber ich habe es immer noch nicht geschafft. Es gibt wichtigere Sachen.
Florian Bayer: Es gibt immer wichtigere Sachen. Und damit zurück zum Film, nach diesem Jingle, der jetzt von Johannes wiederkommt.
Johannes Franke: Das war unsere Top 3. Warum kündigst Du den jetzt?
Florian Bayer: Ich dachte, ich versuche mal, was Neues. Und deswegen kommen wir jetzt zum Fazit mit wieder einem Jingle, der von Johannes kommt. Achtung, Er kommt jetzt und los.
Johannes Franke: Das Ursal.
Florian Bayer: Danke, Johannes.
Johannes Franke: Endlich wieder diesen Jingle, weil ich habe ihn lange nicht unterbringen.
Florian Bayer: Ich weiß, ich vermisse das auch und ich freue mich. Ich habe ja gemeckert, dass du zu viele Jingles reinbaust.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Aber irgendwie finde ich es jetzt auch witzig, um den jedes Mal zu finden. Oh, okay, stimmt. Wir sind ein bisschen zu schnell aus der Top 3 raus. Das ist komisch, so zwei Chicks. Aber jetzt haben wir keine andere Wahl und müssen ihn spielen. Genau.
Johannes Franke: Sehr schön.
Florian Bayer: Ja, Fazit.
Johannes Franke: Wahnsinniger Film, Weil ich auch die ganze Zeit auf der Kante meines Stuhles sitze. Das ist ein englischer Begriff, Den macht mir Man On the Edge of My seat. Das sagt man im Deutschen so nicht. Aber ich bin die ganze Zeit so wahnsinnig angespannt. Dass ich es krass, finde. Ich fand es total bemerkenswert, dass die Person, mit der ich es geguckt habe, nach zehn Minuten ausgestiegen ist. Und gesagt hat, ich gucke mal weiter auf mein Handy. Und ich war so, was? Und natürlich hat mich der Film auch nach und nach reingezogen. Und das kann wahrscheinlich nicht mitten in der Handlung reinsteigen. Und dann sagen, ja, interessiert mich. Aber das schafft der Film, der zieht mich voll rein. Und auch die erste Stunde, die Dich vielleicht hin und wieder ein bisschen Arg irritiert. Mich auch irritiert, aber ich bin trotzdem drin und ich finde es total geil. Ich finde es Total krass, Wie er das schafft. Allerdings mit dem kleinen Kaviar, dass ich denke, es ist halt Fucking Nitroglycerin. Also natürlich ist das Spannung. Also ein bisschen billig ist es schon.
Florian Bayer: Die Person, mit der ich es hätte gucken können, hat gesagt, Oh ne, nicht schon wieder, so ein Papa-Film. Und wenn wir von den Personen reden, mit denen wir es geguckt haben, reden wir offensichtlich von den Personen in unserem Leben, die zu viel östrogen haben, um so einen Film würdigen zu können. Und ja, es ist auch ein bisschen so ein Papa-Film. Die Franzosen haben das, Die Nouvelle Vague hat, dass selbst diese Filme auch als Daddy-Filme bezeichnet. Naja, Die Halt So diese 50er-Jahre-Filme, die offensichtlich für Väter gemacht sind. Und es ist ein bisschen, Aber ich habe für mein Fazit einfach ganz knapp nur geschrieben, Die zweite Hälfte, beziehungsweise die letzten zwei Drittel. Ja, eher, Die 90-Minuten-Kern sind perfekt. Ich finde, da ist auch kein Gramm, zu viel dran. Ich finde die richtig gut, richtig intensiv, richtig spannend. Die 60-Minuten-Expositionen haben bei mir gefühlt manchmal ein oder zwei Gramm zu viel Fett. Und ich finde es so geil, dass ich die komplett verdrängt habe. Und ich finde es witzig, dass du sagst, nee, nee, alles gut. Und klar, Sexismus ist doof und Rassismus ist doof. Aber eigentlich ist das gut inszeniert, weil ich fand die teilweise ein bisschen träge und dachte, Oh, Leute, ich will jetzt endlich, Ich will jetzt wieder auf diese Fahrt, weil ich weiß, was diese Fahrt mir gibt. Aber trotzdem, das ist meiner Meinung nach ein wirkliches Meisterwerk. DAS IST ein... Ein Film, der einfach mal zeigt, wie Action ohne Spektakel gehen kann. Und das ist krass. Hitchcock hätte es nicht besser gemacht.
Johannes Franke: Meinst du? Ja.
Florian Bayer: Hitchcock hätte zu viel Humor reingebracht.
Johannes Franke: Oh, das kann sein.
Florian Bayer: Hitchcock hätte sich in Augenzwinkern nicht verkneifen können.
Johannes Franke: Wo wäre das Cameo von Hitchcock hier gewesen? Auf den 90 Minuten. Nicht auf der Stunde. Exposition.
Florian Bayer: Oh, das ist gut. Lass mich überlegen. Hitchcock. Ich habe gerade so dieses Gefühl, wenn Sie in einer wirklich spannenden Szene, Sie sind so auf dieser Brücke fast vorm runterfallen. Und im Hintergrund geht Hitchcock mit einem kleinen Hund vorbei.
Johannes Franke: Ich habe genau die gleiche Szene im Kopf gehabt. Ich habe bloß nicht gedacht, dass er mit dem Hund langläuft, was total geil ist, Weil. Natürlich ist Hitchcock mit dem Hund so lang, Aber, dass er irgendwie eine Zigarette sich ausleiht von jemandem und dann weitergeht.
Florian Bayer: Warum rauchen die die ganze Zeit? Sie haben Nitroglycerin dabei!
Johannes Franke: Das ist so krass. Das ist so krass. Wieso? Was soll das? Du hast überhaupt keinen Respekt mehr fürs Leben. Du weißt genau, dass Du sterben, wirst, also rauchst Du einfach noch eine oder was?
Florian Bayer: Ja, krass. Johannes, Vielen Dank, dass du den Film geguckt hast.
Johannes Franke: Vielen Dank, Flo, für diesen tollen Tipp. Ich find's krass. Ich hab nicht damit gerechnet, dass der mich so mitnimmt. Weil ich auch gedacht habe, naja, Französische 55er Jahre. In Amerika haben die das ja alles viel besser hingekriegt, was natürlich völliger Quatsch ist. Natürlich nicht. ES gibt... Aus den 50ern war das auch aus Japan. Das schloss im Spinnwebwald. Ja. Auch total Krass aus dieser Zeit. Ganz, ganz spannend. Völlig andere Kultur. Beziehungsweise ein bisschen angelehnt an die westliche Kultur. Was uns vielleicht ein bisschen erleichtert, diesen Film zu gucken. Aber es gibt in den 50ern auf der ganzen Welt wahnsinnig spannende Filme. Absolut. Und ich finde es total krass. Ja. Also gerne mehr davon. Und was wir dann das nächste Mal gucken, werden wir gleich nochmal verkünden. Wenn wir den Jingle nochmal eingespielt haben.
Florian Bayer: Ansonsten euch vielen Dank fürs Zuhören, wie immer. Es ist toll, dass Ihr da seid. Wir freuen uns über eure Kommentare, genauso, wie wir uns einfach über eure Anwesenheit freuen.
Johannes Franke: Und eure Beteiligung. Auch unser Spenden-Button. Habt Ihr eigentlich den Spenden-Button schon kennengelernt?
Florian Bayer: Der ist noch ein bisschen einsam, gerade, um ganz ehrlich zu sein.
Johannes Franke: Wir haben ihn gerade erst eingebaut, also vor ein paar Episoden und noch gar nicht so richtig viel damit... kokettiert, dass man uns jetzt auch Geld geben kann. Aber macht das gerne, weil wir müssen auch ein paar Sachen bezahlen.
Florian Bayer: Nicht, dass wir irgendwann mit den Säugetizerien durch Berlin fahren müssen. Ja, genau. Ansonsten wird jetzt, wie in jeder Episode, noch einmal ein Jingle zu hören. sein, ohne Gesang von Johannes. Dafür Wunderschön auf Ukulele gespielt. Das Universal-Theme. Und danach erfahrt ihr, was nächste Woche drankommt. Bis dahin.
Johannes Franke: Ich wünsche mir, dass du das jetzt immer ankündigst. Mach das Bitte die nächsten 100 Episoden. Okay, ciao.
Florian Bayer: Ciao.
Johannes Franke: Frag Plor, Ich muss dir unbedingt einen Film geben, der gerade erst auf meinem Teller gelandet ist. Oh. Den ich einfach verpasst habe. All die Jahre und nicht wusste, dass er existiert. Meine Güte. Und er ist Fucking gut. Und ich glaube, du hast ihn auch noch nicht gesehen. Kennst Du in the Heat of the Night?
Florian Bayer: Ich habe sofort ein Bild im Kopf von zwei Polizisten. Einer weiß, einer Schwarz und mehr weiß ich nicht über den Film.
Johannes Franke: Du wirst hoffentlich mehr rausfinden, sonst können wir schlecht drüber reden. Aber schau Dir diesen Film an. Er ist wirklich... Boah, Meine Güte, Ich war blown away davon und deswegen muss ich ihn dir gleich geben, damit wir gleich darüber reden können. Ihr da draußen schaut euch auch in the Heat of the Night an. Mit Frédéric Poitier aus dem Jahre 1967. Oh,
Florian Bayer: 60er Jahre. Also mittlere 60er Jahre ist auch tatsächlich so neben den 50ern mit die Zeit, wo ich sehr viele Filmlücken habe.
Johannes Franke: Ja, die sollten wir jetzt alle schön füllen.
Florian Bayer: Geil, Ich bin gespannt.
Johannes Franke: In diesen Monaten gibt es nur 60er Jahre Filme. Oder sowas, keine Ahnung. Aber ich bin so begeistert von dem Film, ich muss ihn dir gleich geben. Und wir müssen gleich darüber reden, ja?
Florian Bayer: Geil, Ich freue mich drauf.
Johannes Franke: Okay, schön. Na, dann, Ihr da draußen, bis dann. Ciao. Ciao.
