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Kategorie: Abenteuer

Episode 287: Lady Snowblood – The Kill Bill Prototype

Schwertkämpferin will Rache üben, hakt nach und nach eine Liste ihrer Opfer bzw. Ziele ab und vergießt dabei ordentlich Blut? Nope, it’s not Tarantino, aber wahrscheinlich der Film, der wie kein anderer Vorlage für Kill Bill war: Die titelgebende Lady Snowblood, Yuki, wurde im Gefängnis geboren, ihr einziger Daseinszweck, die Rache vollenden, die ihre Mutter wegen ihrer Gefangenschaft nicht vollenden konnte. Auf der Liste stehen drei Namen: Banzo, Okono und Gishiro. Diese haben damals die Familie von Yukis Mutter getötet und sie selbst brutal vergewaltigt. An einem konnte Yukis Mutter bereits Rache üben, daher sitzt sie im Gefängnis, in dem sie bei Yukis Geburt stirbt: Nicht ohne dieser als Baby bereits die Bürde der Rachevollendung weiterzugeben. Und so metzelt sich die mittlerweile erwachsene Yuki durch ihre Liste, um den letzten Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen

Lady Snowblood aus dem Jahr 1973 spielt in der Meiji-Zeit, im Japan des 19. Jahrhunderts, als die Moderne peu à peu traditionelle Werte ablöste. Unser Racheengel, eine traurige, verzweifelte und einsame Frau, aber auch eine tödliche Waffe, die nicht lange fackelt, ihre Feinde im wahrsten Sinne des Wortes einen Kopf – oder ein anderes Körperteil – kürzer zu machen. Ein Revengethriller, ein Exploitationfilm mit viel Blut, aber auch ein überraschend komplexes Drama um Schuld, Sühne und die Last der Rache: Hochstilisiert, verzweigt montiert und voller doppelter Böden.

Johannes, was hast du in dem Film gesehen? Den Proto-Tarantino, den 70er B-Movie Flick, oder doch auch ein bisschen Kunst?

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Episode 285: Die Reise ins Labyrinth – David Bowie und Jennifer Connelly spielen mit Puppen

Die Teenagerin Sarah ist genervt. Genervt von der Uhrzeit, zu der sie zu Hause sein muss, genervt von ihrer strengen Stiefmutter, und vor allem genervt von ihrem Stiefbruder Toby, dem lauten, quengeligen Windelträger, für den sie Babysitter spielen muss, weil ihre Eltern ausgehen. Also macht sie das, was man als 16 Jährige halt so macht, wenn ein Baby einem den Abend vermiest: Sie beschwört vor ihrem Spiegel den Goblin König, er möge doch bitte kommen und Klein Toby mit sich nehmen. Dumm nur, dass ihr Wunsch erfüllt wird: Der Goblin König Jareth taucht mit seiner Gefolgschaft tatsächlich auf und entführt kurzerhand den nervigen Babybruder. Die reumütige Sarah will Toby um jeden Preis zurückhaben und Jareth gibt er auch ihre Möglichkeit: Wenn sie es schafft innerhalb von 13 Stunden sein Labyrinth zu durchqueren, darf sie ihren Bruder wieder in die Arme schließen. Sarah gewinnt in dem Zwerg Hoggle, dem Trollriesen Ludo und dem Fox Terrier Sir Didymus Mitstreiter und macht sich auf den beschwerlichen Weg durch verwirrende Gänge, mit Händen gefüllte Höhlen, Stinkesümpfe und die Kobolstadt, während Jareth in seinem Schloss mit Toby und den Kobolden eine wilde Party feiert.

Die Reise ins Labyrinth aus dem Jahr 1986, der zweite große Jim Henson Fantasyfilm nach The Dark Crystal. Da dieser reine Puppenfilm ein großer Flop war, beschloss Henson für den Audience Appeal auch ein paar Menschen in dem Szenario zu platzieren, namentlich die Nachwuchsdarstellerin Jennifer Connelly und den Rockstar David Bowie… ihr wisst schon, Bowie in seiner 80s Form, die für alle Fans des Chamäleons zu seiner besten Schaffensphase zählt (Denn wer braucht schon eine Glamrock-Oper wie Ziggy Stardust oder eine Protopunk-Orgie wie Diamond Dogs, wenn er den süßen Synthpop von Tonight und Never let me down haben kann… aber ich schweife ab).

Johannes, ich weiß, du hast einen Bruder, der deutlich jünger ist als du. Hast du ihm auch als Teenager den Goblin King auf den Hals gehetzt und bist dann dreizehn Stunden durch ein Labyrinth geirrt, um am Ende auf Escher-Treppen gegen David Bowie zu kämpfen?

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Episode 279: Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart und Ingmar Bergman (Trollflöjten)

Prinz Tamino ist auf der Flucht vor einem schrecklichen Ungeheuer. Gott sei Dank wird er von drei mysteriösen Kriegerinnen und ihrer Anführerin, der Königin der Nacht, gerettet. Und diese hat auch gleich einen Auftrag für ihn: Er soll ihre Tochter Pamina aus den Händen des tyrannischen Herrschers Sarastro befreien. Unterstützung erhält er durch eine magische Flöte und den fröhlichen Vogelfänger Papageno, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seine Papagena zu finden. Mit der Hilfe von drei Knaben gelangen sie in das Reich von Sarastro: Doch Oh Plottwist, oh Wunder: Dieser entpuppt sich als Vater von Pamina und weiser König eines aufgeklärten Geheimbundes. Er hält Pamina nur bei sich, um zu verhindern, dass die Königin der Nacht die ganze Welt vernichten kann. Tamino, der sich mittlerweile natürlich unsterblich in Pamina verliebt hat, soll beweisen, dass er würdig ist, diese zu heiraten und mit ihr zusammen die Nachfolge Sarastro anzutreten. Drei Prüfungen warten auf ihn und seinen Gefährten Papageno. Aber die Königin der Nacht ruht nicht in ihrem Groll und bedroht mit der Unterstützung des verräterischen Dieners Monastros das junge Glück und das Schicksal der Welt.

Die Zauberflöte, Libretto Emanuel Schikaneder, Musik Wolfgang Amadeus Mozart, einer der großen Klassiker der Operngeschichte aus dem Jahr 1791, hier inszeniert von Ingmar Bergman 1975 auf schwedisch und mit ein paar kleinen – aber feinen – Eigenheiten. Auch wenn er sich inhaltlich sehr nah am Original orientiert, öffnet Bergman das Singspiel auf gleich mehrfache Weise: Richtung Theaterpublikum, dessen Reaktionen wir als Zuschauer beiwohnen dürfen, Richtung Film, indem er mit einer ausgeklügelten Kameraarbeit und so manchen cineastischen Special Effects arbeitet. Und nicht zuletzt Richtung Backstage, indem er die Mechanismen des Theaters transparent macht und die Besetzung in ihrer Pause beobachtet. Und so entsteht eine irgendwie traditionelle, irgendwie auch sehr moderne Inszenierung und einer meiner liebsten Filme von der schwedischen Regielegende, obwohl er als TV-Produktion und Mozart-Exegese aus seinem sonstigen Werk heraussticht.

Johannes, ich weiß, du bist kein großer Bergman-Fan. Wolfgang Amadè kannst du aber durchaus was abgewinnen. Und dass du die Zauberflöte magst, hast du letzte Woche ja auch schon durchblicken lassen. Also dann… hinein ins Vergnügen mit der Frage: Was zur Hölle ist das für ein absurdes, inkonsistentes, von offenen Fragen durchlöchertes Libretto?

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Episode 270: Publikumswunsch – Das Fünfte Element

Alle 5000 Jahre muss die Erde sich gegen das pure Böse verteidigen. Und nein, es geht nicht um die Epstein Gang.
Das Böse in „Das Fünfte Element“ ist ein riesiger schwarzer Ball, der durchs All irrt. Damit es die Erde nicht platt macht, braucht es die vier Elemente und ein geheimnisvolles Fünftes, das rituell das Böse bannt.

Dieses fünfte Element ist nun, da wieder das Böse vor der Tür steht, dringend von Nöten. In Form einer halbnackten Frau. Nur von Kostüm gewordenen Zensurbalken bedeckt, irrt das fünfte Element durch das New York der 2260er Jahre.
Mit Hilfe eines Priesters und eines Taxifahrers findet sie die vier Steine die die Elemente darstellen sollen und kann mit Hilfe der Liebe des verdammt nach Actionheld aussehenden Taxifahrers das uralte Ritual vollenden um das Böse für weitere 5000 Jahre zu bannen.

Soweit die Geschichte. Viel interessanter ist aber vielleicht die Darreichungsform. In teils wunderbar bekloppten Szenen hangelt er sich mit extrem viel Spaß von Plothole zu Plothole. Quietschbunt, laut und voller Selbstironie.

Plor, du hast mal Spaceballs als das bessere Star Wars bezeichnet. Wo ordnest du denn das fünfte Element dort ein?

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Episode 268: Das Dschungelbuch – Walt Disney probierts mal mit Gemütlichkeit

Das Dschungelbuch ist eigentlich eine Sammlung von vielen kurzen Geschichten über einen Menschen-Jungen der im Dschungel aufwächst. Als Walt Disney (Der Mann, nicht nur die Firma) in den 60ern den Stoff in der Entwicklung an Larry Clemmons, sollte er sich nicht an die Vorlage aus dem Jahr 1894 halten, sondern die Charaktere ausarbeiten und Spaß mit ihnen haben. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die inhaltliche Beschreibung des Films „Das Dschungelbuch“ in der Kurzfassung des Autoren sehr einfach und schnell liest:

Ein Junge muss vom Dschungel ins Menschendorf gebracht werden, weil ein Tiger hinter ihm her ist. Auf dem Weg dorthin versuchen verschiedene Tiere, ihn entweder zu unterstützen oder aufzuhalten. Zitat Ende.

Die erwähnten Tiere sind mal lustig, mal gefährlich, mal gefährlich, obwohl die das richtige wollen, und mal lustig obwohl sie gefährlich sein wollen. Eine bunte Truppe auf einem Road Trip der in einem Kampf mit dem Endgegner endet.
Shir Khan wird besiegt. Den Kampf mit dem Endgegner „Hormone“ verliert Mogli allerdings und so müssen der Bär und der Panther allein zu zweit zurück in den Dschungel.

Plor hast du die Geschichten von Kipling gelesen? Oder ist das hier die einzige gültige und dir bekannte Version davon?

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Episode 267: Titanic

Praktisch jeder kennt die Geschichte: Das größte Passagierschiff der Welt bricht 1912 zu seiner Jungfernfahrt auf, kollidiert auf dem Atlantik mit einem Eisberg und geht unter. Über 1500 Menschen sterben, weil es zu wenig Rettungsboote auf dem vermeintlich unsinkbaren Schiff gibt.

James Camerons Titanic aus dem Jahr 1997 erzählt die Geschichte des wahrscheinlich berühmtesten Schiffsunglücks aus der Perspektive von Rose DeWitt Bukateer, einer jungen Frau aus besseren Kreisen, die 1912 mit ihrem Verlobten Cal auf dem Luxusliner von Southampton nach Amerika übersetzt. Rose empfindet ihre nahende Ehe mit dem arroganten, herrischen Cal als lebenslange Gefangenschaft und will sich in ihrer Verzweiflung während der Überfahrt von Bord stürzen. Zur Rettung eilt der Herumtreiber Jack, der als Passagier der dritten Klasse sein Schiffsticket einer glücklichen Hand beim Poker verdankt. Rose und Jack verlieben sich, und aller Widerstände zum Trotz beschließen sie ihr Leben in Zukunft miteinander zu verbringen… und dann geschieht das Unglück.

“Romeo und Julia an Bord der Titanic” waren Idee und Pitch von James Cameron bevor er alles eskalierte: Mit unglaublicher Akribie, geradezu größenwahnsinnigen Set Pieces und damaliger State of the Art Computertechnik inszeniert er ein gewaltiges Epos, das sich zwischen Monumentalfilm, Liebesfilm und Disaster Movie bewegt: Groß und unerhört. Der damals teuerste Film aller Zeiten… und allen Erwartungen zum trotz auch der erfolgreichste. Ein Riesenhit bei vor allem weiblichen Teenagern, die Geburt Leonardo DiCaprios als großer Leinwandstar und ein Beweis dafür, dass desaströse Budget-Eskalationen von wahnsinnigen Filmemachern nicht immer floppen müssen.

Johannes, wir waren damals Teenager… na dann, leg mal los mit deiner persönlichen Anekdote.

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Episode 241: Lohn der Angst (1953) – Action ohne Spektakel

Las Piedras, ein kleines Dorf irgendwo in Südamerika, ist das Babylon der Abgehängten und Gestrandeten: Kleinganoven, Tagelöhner, Menschen auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit oder der Gegenwart. Es ist leicht hier zu stranden, umso schwerer aber rauszukommen, vor allem, wenn einem das nötige Kleingeld fehlt.

Etwas mehr als Kleingeld – 2.000 Dollar, immerhin heutige, inflationsbereinigte 25.000 $ – verspricht SOC den Männern, die sich auf eine Selbstmordmission begeben. Denn eines der Ölfelder des amerikanischen Unternehmens steht in Flammen und die einzige Möglichkeit es zu löschen besteht in Nitroglycerin, das mit LKW von Las Piedras bis zum Brand transportiert werden muss: 300 Meilen durch den Dschungel, über Schotterpisten, Berghänge hinauf und hinunter. Und jede kleinste Erschütterung kann das Ende der Mission bedeuten, und das des unglücklichen Fahrers, der sie angetreten hat.

Zwei Wagen werden losgeschickt, besetzt mit jeweils zwei Fahrern, mit dreißigminütigen Abstand, denn einer davon wird das Ziel mit Sicherheit nicht erreichen, so die zynische Prognose der Auftraggeber. Die Franzosen Mario und Jo steuern den ersten Wagen, der Italiener Luigi und der Deutsche Bimba Wagen Nummer zwei. Und der Rest ist pure Anspannung, getrieben von der Hoffnung, endlich genug Geld für ein neues Leben zu haben.

Le salaire de la peur, Lohn der Angst, aus dem Jahr 1953. Ich war sehr jung, als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe, zu jung wahrscheinlich, um seine ganzen Nuancen zu verstehen. Ich habe ihn vor allem als extrem spannenden Actionfilm wahrgenommen, der erste Film, der mir gezeigt hat, das Action und Thrill auch ohne Spektakel gehen. Dass es dazu eine einstündige Exposition gibt, habe ich anscheinend vergessen… oder verdrängt… und so auch die kapitalismusskeptischen, gesellschaftskritischen – manche würden sagen amerikafeindlichen – Subtexte dieses Thrillerbrockens… und ja, auch die Teile, die alles andere als gut gealtert sind.

Aber auch mit diesen im Gepäck gibt es natürlich nur eine logische Frage für den Einstieg: Johannes, wie viel Geld müsste man dir anbieten, damit du dich auf eine solche Mission begibst?

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Episode 237: Die Reise ins Ich – 80er Jahre Popcornkino, die bizarre Version

Der Draufgänger Tucker Pendleton hat wegen seines exzessiven Lebenswandel sowohl seine Freundin als auch seinen Job bei der Marine verloren. Also macht er das, was man als 80er Jahre Draufgänger in einem solchen Fall eben macht: Er nimmt an einem riskanten Experiment teil, bei dem er auf mikroskopische Größe verkleinert wird und anschließend einem Hasen injiziert werden soll. Leider wird mitten während des Experiments das Labor überfallen und Tucker landet nicht im Körper des Kaninchens, sondern in dem des neurotischen Hypochonders Jack.

Und der macht, was ein 80er Jahre Nerd nunmal macht, wenn er in einen Actionfilm gezogen wird: Panik schieben, hysterisch sein, durchdrehen. Dank Tucks Überzeugungskünste und der Hilfe der Journalistin Lydia wird Jack dann aber doch noch zu so etwas wie einem Helden. Denn immerhin gibt es einen McGuffin zu finden, in diesem Fall den Computerchip, der Tuck wieder auf seine Normalgröße bringen kann. Und im Weg stehen eine nymphomanische Wissenschaftlerin, ein stummer Killercyborg, ein Bond-Bösewicht und ein hedonistischer Cowboy.

Die Reise ins Ich aus dem Jahr 1987 ist Popcornkino vom feinsten. Vor allem Popcornkino aus einer extrem Filmemacherfreundlichen Produktion, und damit dann doch um einiges bizarrer als das, was man sonst so als Blockbuster aus dieser Zeit zu sehen bekommt. Und da ich in diesem Film wenig Tiefe, aber dafür umso mehr Spaß finde. Lasst uns doch einfach mal zusammen viel Spaß haben. Oder hast du was zu meckern, Johannes?

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Episode 223: Hundreds of Beavers – Expressionistischer Looney Tunes Slapstick Horror im Jahr 2025

Normalerweise bringen wir an dieser Stelle eine mal mehr mal weniger tiefe und breite Inhaltszusammenfassung, das können wir meiner Meinung nach aber an dieser Stelle abkürzen. Zum einen, weil die Story von “Hundreds of Beavers” weder besonders breit noch besonders tief ist, und zum zweiten, weil sie nicht der entscheidende Punkt bei der Frage ist, ob man den Film sehen möchte.

Also in aller Kürze: Nachdem das Apfelweinimperium von Jean in einer riesigen Explosion zu Grunde gegangen ist, findet er sich im erbarmungslosen Winter des amerikanischen Nordens wieder: Zuerst muss er ums Überleben kämpfen, wird schließlich Lehrling bei einem erfahrenen Trapper. Und beschließt nach dessen Tod, die titelgebenden Hunderte von Bibern zu fangen, um die Frau seiner Träume heiraten zu können, die Tochter eines grimmigen Pelzhändlers ist.

Was bei diesem Film im Zentrum steht, ist nicht seine Geschichte sondern seine Inszenierung: Ein schwarzweißer Stummfilm, vollgepfropft mit Cartoonsounds und albernen Gags. Die Tiere – egal ob Biber, Hase, Hund, Wolf oder Pferd – gespielt von Menschen in billigen Tierkostümen. Von der Action orientiert an klassischen Slapstickkomödien und Looney Tunes Cartoons, von der Ästhetik inspiriert von expressionistischen Stummfilmen, von der Struktur angelehnt an Videospiel-Grinds. Ganz unabhängig von der Qualität der Ausführung und dem Remix-Charakter vielleicht der originellste Film der letzten zehn Jahre… Ich habe so etwas in der Form jedenfalls noch nicht gesehen… du, Johannes?

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Episode 220: Molière (1978) – Ein vergessenes Barockgemälde

Dieser Film gehört eindeutig in die Rubrik: „Filme die Johannes geprägt haben“. Ich habe ihn als Kind gesehen und war fasziniert vom Theater dieser reisenden Truppe im barocken Frankreich. Dabei zeigt der Film aus dem Jahr 1978 gar nicht so viel vom Geschehen auf der Bühne, sondern viel mehr Eindrücke aus dem Leben von Moliere – oder: Jean-Baptiste Poquelin.

1622 in Paris geboren, wächst Moliere in einer Welt auf, in der er überall Theater sieht. Seien es die Geschichten, die man sich als Kind ausdenkt, der Priester, der etwas sehr theaterhaftes hat, oder die zwei Kutschen, die auf einer Straße nicht an einander vorbei kommen und die Rivalität zum Spektakel wird. Wir verstehen gut, dass Moliere ums Theater nicht herum kommen wird. Der Film nimmt sich 4,5 Stunden Zeit, das komplette Leben dieses berühmten Autoren nachzuzeichnen. Zumindest das, was wir darüber wissen. Nun ja, und sicherlich Einiges, was wir nicht wissen.

Apropos Wissen: Wieviel mehr wissen wir nach dem Film tatsächlich über Moliere? Nach dem Debakel mit der Chaplin Biografie und Jim Carrey als Andy Kaufman und… Cleopatra… macht dieser Film es besser? Was meinst du Plor?

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