Episode 242: In der Hitze der Nacht (1967)
Ich habe mir “in der Hitze der Nacht” immer als Erotikfilm der 70er Jahre vorgestellt. Entsprechend überrascht war ich, als der Film einen ganz anderen Turn nahm, als ich ihn vor kurzem endlich vor mir hatte.
Auch wenn Sidney Poitier, der hier einen Cop spielt, der eine gewisse Sexyness hat, würde mir jeder, der den Film kennt und liebt, den Kopf abreißen, der wüsste, dass ich kurz über eine Top 3 sexy Cops nachgedacht habe. Das Thema des Films könnte ernster nicht sein. Ein schwarzer Polizist strandet im Süden Amerikas in einem rassistischen Sumpf, wo er einen Mord aufklären soll. Er will nicht, er betont immer wieder, dass er einfach nur nach Hause will, aber die Umstände ziehen ihn tiefer hinein, bis er nicht mehr aufgeben will und kann, den Mörder zu suchen und zur Strecke zu bringen. Das Leben wird ihm nicht leicht gemacht. Morddrohungen und tätliche Angriffe muss er überstehen und mit dem nicht minder feindseligen Ortsansässigen Polizeichef klarkommen. Was bis zum Ende auch nur so halb gelingt.
Ein Film über den Stolz und Rassismus des Südens, der ihn blind macht für ordentliche Polizeiarbeit. Darüber dass schwarze Figuren auch Menschen sein dürfen sollten und nicht nur die Edlen die über jede Demütigung erhaben sind. Und natürlich vieles mehr und darüber soll geredet werden. Und ach was solls… auch über die Sexyness von Sidney Poitier. Phuuuu… Oder zieht das unsere Glaubwürdigkeit zu weit runter, Plor?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 242: In der Hitze der Nacht (1967) Publishing Date: 2025-08-20T07:45:24+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2025/08/20/episode-242-in-der-hitze-der-nacht-1967/
Johannes Franke: Und wenn ich nicht aufpasse, erschießen Sie mich von hinten.
Florian Bayer: Ich finde die Szene, Also auch gerade angesichts der Black Lives Matter Diskussion, die wir in den letzten Jahren hatten, finde ich die Szene unglaublich angespannt. Wenn er am Bahnhof sitzt und von Sam verhaftet wird.
Johannes Franke: Herzlich willkommen im Jahr 1967. Es ist heiß da draußen.
Florian Bayer: Es ist heiß da draußen.
Johannes Franke: Herzlich willkommen, Floha, hier in meiner Küche zu einer neuen Folge des Muss-man-sehen-Podcasts.
Florian Bayer: Herzlich willkommen, Liebes Publikum. Wie immer schön, dass Ihr da seid. Ja,
Johannes Franke: wollen wir am Anfang gleich nochmal ganz klassisch erzählen, was wir eigentlich machen? Nur damit die Leute, die ganz neu dazukommen, auch mal ein Gefühl dafür bekommen, was wir hier tun.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Also wir reden über Filme. Und zwar nach dem Motto, Wir schmeißen uns gegenseitig Filme zu. Und sagen dabei, den musst du jetzt sehen, ob du willst oder nicht.
Johannes Franke: Und ich wollte nicht. Ich schwöre, Ganz viele Filme, die wir hier bebrochen haben, ich wollte sie nicht sehen.
Florian Bayer: Was daran liegt, dass wir teilweise einen ziemlich unterschiedlichen Filmgeschmack haben. Von Johannes kommen oft diese klassischen Hollywood-Produktionen, So aus den
Johannes Franke: 50ern. Das Good Old Hollywood, Ich liebe es.
Florian Bayer: Genau, Das gute alte Studiosystem, wo die Künstler noch so richtig ausgebeutet wurden. Eine Produktion gesagt hat, nee, wir machen das jetzt, so. Und wo du, wenn du auch nur irgendwie ein bisschen was Kommunistisches gesagt hast, direkt auf eine Blacklist gesetzt wurdest und 20 Jahre lang nicht drehen. durftest. Wie eine Darstellerin in diesem Film.
Johannes Franke: Ach, Gott, fängst du schon wieder damit an.
Florian Bayer: Und ich stehe tatsächlich eher auf die, Ich würde sagen, teilweise so ein bisschen skurrileren, bisschen bizarreren. Filme.
Johannes Franke: Du stehst auf die koreanischen Filme mit chinesischen Untertiteln, die keiner versteht. In Schwarz-Weiß. Und völlig ohne offensichtlich verständlichen Inhalt.
Florian Bayer: Wenn ein Film ein gottverdammtes Meisterwerk ist, muss man nicht alles verstehen. Verstehen wird sowieso vollkommen, überschätzt. Und das führt dazu, dass wir uns dann regelmäßig über Filme streiten.
Johannes Franke: So, Und ich habe endlich mal mich in eine New Hollywood-artige Richtung begeben. Und ich bin kurz davor stehen geblieben. Ich habe sozusagen so einen Preach-Turn gemacht, kurz vor New Hollywood.
Florian Bayer: Genau, ich wollte gerade sagen, wir sind... Wir sind in der Zeit von New Hollywood, aber wir sind nicht in New Hollywood.
Johannes Franke: Und das finde ich sehr interessant. Und darüber werden wir reden müssen. Absolut.
Florian Bayer: Wir reden über in der Hitze der Nacht, in the Heat of the Night aus dem Jahr 1967. Johannes, Worum geht's denn?
Johannes Franke: Worum geht's? Ich habe mir in der Hitze der Nacht immer als Erotikfilm der 70er vorgestellt. Entsprechend überrascht war ich, als der Film einen ganz anderen Turn nahm, als ich ihn vor Kurzem endlich vor mir hatte. Auch wenn Sidney Poitier, der hier einen Kopf spielt, eine gewisse Sexiness hat, Würde mir jeder, der den Film kennt und liebt, den Kopf abreißen, der wüsste, dass ich kurz über eine Top 3 Sexy Cops nachgedacht habe. Das Thema des Films könnte ernsthafter nicht sein. Ein schwarzer Polizist strandet im Süden Amerikas in einem rassistischen Sumpf, weil er einen Mord aufklären soll. Er will nicht. Er betont immer wieder, dass er einfach nur nach Hause will. Aber die Umstände ziehen ihn tiefer hinein, bis er nicht mehr aufgeben will und kann, den Mörder zu suchen und zur Strecke zu bringen. Das Leben wird ihm nicht leicht gemacht. Morddrohungen und tätliche Angriffe muss er überstehen und mit dem nicht minder feindseligen, ortsansässigen Polizeichef klarkommen. Was bis zum Ende auch nur so halb gelingt. Ein Film über den Stolz und Rassismus des Südens, der ihn blind macht. Für ordentliche Polizeiarbeit. darüber, dass jede schwarze Figur auch Mensch sein... Dürfen sollte und nicht nur am Ende der Edle, der über jede Demütigung erhaben, ist. Und natürlich vieles mehr. Und darüber soll geredet werden. Und ach, was soll's auch über die Sexiness von Sidney Poitier. Oder zieht das unsere Glaubwürdigkeit zu weit? runter, Plor?
Florian Bayer: Nein. Sidney Poitier ist Verflucht sexy. Und im selben Jahr wurde ja auch ein, wie dieser hier, Oscar-nominierter Film produziert, in dem Sidney Poitier mitspielt. Rate mal, Wer zum Essen kommt. Wo die Eltern sehr abgetörnt davon sind, dass ihre Tochter einen absolut coolen, gutaussehenden, intelligenten, aber halt schwarzen Mann mitbringt.
Johannes Franke: Ich habe ihn nicht gesehen. Hast du ihn gesehen? Nee.
Florian Bayer: Aber ich wollte eigentlich nur sagen, wenn mein Sohn, Ich habe keine Tochter, wenn mein Sohn Sidney Pott hier mit zum Essen bringen würde und sagen würde... Das ist mein neuer Freund. Dann würde ich sagen, der ist vielleicht ein bisschen alt für Dich. Und er riecht auch komisch. Sidney Poitier ist leider vor zwei Jahren gestorben, Das war ein sehr geschmackloser Witz. Das ist too soon, Entschuldigung. Dann würde ich sagen, aber ansonsten würde ich sagen, yeah, go for it.
Johannes Franke: Go For it, Alles gut. Ja, Sidney Poitier, großartiger Schauspieler. Und ich habe ihn nicht auf dem Schirm gehabt. groß. Und ich frage mich, warum? Meine Güte, richtig, richtig gut. Aber wir können ja das wahnsinnig gut.
Florian Bayer: Schauspieler. Oscar prämiert. Ja. Vor diesem Film. Und zwar Oscar prämiert als der erste schwarze Schauspieler, der diese Auszeichnung kriegt, nämlich 1964 für Lilies of the Field, den ich auch nicht gesehen habe.
Johannes Franke: Verdammt.
Florian Bayer: Ich habe eine richtige Bildungslücke, WAS 60er-Jahre-Kino vor New Hollywood betrifft. New Hollywood hat 1968 mit Bonnie und Clyde quasi begonnen, wie wir alle wissen. Und davor gab es nichts anderes, Davor gab es nur das Studiosystem. Und keine unabhängigen Filme und keine Filme, die sich was getraut haben. Ja. Genau. Und ja, ich hab da echt eine Bildungslücke. Und von Sidney Poitier, Ich hab ihn in Flucht in Ketten gesehen. Okay. Und Flucht in Ketten aus dem Jahr 1958, der auch ähnliche Themen hat wie dieser Film. Ja. Ist auch ein verdammtes Meisterwerk.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber ansonsten kenne ich Sidney Poitier vor allem als gealterten Schauspieler in den 80ern und 90ern. Ja. Wir hatten ihn bei Sneakers, die Lautlosen.
Johannes Franke: Oh, da war er dabei. Ich hab ihn gar nicht mehr im Kopf gehabt.
Florian Bayer: Wo er den alten FBI-Agenten spielt. Was? Der so ein bisschen knurrig ist, so ein bisschen mürrisch, aber meistens als Einziger. Einen größeren Überblick über alles hat. Großartiger Schauspieler, Ich liebe ihn.
Johannes Franke: Ja, also gerade nach diesem Film. Ich habe halt sonst nichts Denkwürdiges im Kopf, weil ich die Sachen nicht gesehen habe. Und ich glaube, diese Lücke werden wir nach und nach schließen müssen. Im Podcast.
Florian Bayer: Es ist ja tatsächlich, so, Er hatte eine sehr lange Zeit, wo er nichts... Also, er hat irgendwie so. In den 70ern hat er irgendwann aufgehört zu spielen und hat dann als Regisseur gearbeitet. Und dann in den 80ern hat er wieder angefangen, aber eher so in kleinen Rollen. Das heißt, für mich war Sidney Poitier vor allem auch immer dieser coole, Extrem gute Nebendarsteller. Und ich hätte nicht drauf zeigen können, dass er in Flucht und Ketten die Hauptrolle spielt, muss ich ehrlich sagen.
Johannes Franke: Ach, okay.
Florian Bayer: Und in der Hitze der Nacht hatte ich auch irgendwie nie auf dem Schirm. Ich wusste, dass dieser Film existiert, aber ich glaube, ich habe ihn zum ersten Mal jetzt gesehen. Yes,
Johannes Franke: endlich! Konnte ich dir mal wieder was geben, was du noch nicht gesehen hast.
Florian Bayer: Aber natürlich so ein Film, der irgendwie so tief im kulturellen Gedächtnis hängt, dass man das Gefühl hat, man weiß ungefähr, worum es geht oder was da los ist.
Johannes Franke: Naja, Ich dachte, es wäre ein roter Film.
Florian Bayer: Ja, Und insofern konnte ich wieder eine ganz gute Filmlicke schließen. Nicht nur, was den Portier betrifft, sondern generell, was das amerikanische Kino betrifft. Zwischen Studiosystem und New Hollywood, Wo dieser Film wirklich ziemlich exakt angesiedelt ist.
Johannes Franke: Ziemlich exakt dazwischen. Es ist auch interessant, weil dieser Film einen Oscar auch, also er hat Oscars gewonnen. Ja. Und der war, also der Rest, zu Recht, Wenn ich mir den Film anschaue, ich mag den Film sehr, gleich von Anfang an gesagt. Und es gab aber auch zur Oscar-Zeit andere Filme, die man hätte. Prämieren können, die aber ein Stückchen zu weit Out There waren, die schon ein bisschen zu sehr in Richtung New Hollywood gegangen sind. Und dieser Film traut sich auch einiges, aber in der Machart. Nicht wie Bonnie und Clyde oder so, sondern tatsächlich sehr klassisch in der Machart. Und ich glaube, da war es für die Oscars, die ja damals, Wie auch heute noch ein bisschen zu viel, aber damals noch viel schlimmer, alte, Weiße Männer waren. Und da traut man sich als Oscar-Jury vielleicht nicht an solche Sachen wie Bonnie und Clyde ran. Bonnie und Clyde stand nicht zur Wahl, Das war erst ein Jahr später. Das war zu diesem Jahr?
Florian Bayer: Also schauen wir uns mal die Oscar-Verleihung dieses Jahres an, weil es auch für den historischen Kontext eine Rolle spielt. Und ich will gleich noch ein bisschen mehr auf den historischen Kontext eingehen. Was damals für den Oscar nominiert, war, im Jahr 1968, Die 40. Jubiläum, 40. Oscar-Verleihung, WAR Bonnie und Clyde, Die Reifeprüfung. Über beide Filme haben wir gesprochen. Beides gelten als New Hollywood Klassiker und vor allem als Initiation des New Hollywood.
Johannes Franke: Wir haben nicht über Bonnie und Clyde geredet, bis jetzt.
Florian Bayer: Doch, wir haben eine Episode zu Bonnie und Clyde gemacht.
Johannes Franke: Nein, wirklich?
Florian Bayer: Haben wir. Fuck, Alter. Mann, wirklich? Du hast das komplett, verdrängt.
Johannes Franke: MUSSMANNSEHEN.DE
Florian Bayer: Das ist traurig.
Johannes Franke: Wenn,
Florian Bayer: Also ICH meine... Nein,
Johannes Franke: du hast natürlich recht.
Florian Bayer: Wir haben über zwei Filme besprochen. Klar, das ist viel, aber es ist trotzdem traurig, dass du dich nicht erinnern kannst.
Johannes Franke: Tut mir so leid.
Florian Bayer: Bonnie und Clyde in die Reifeberufung als die großen New Hollywood-Vertreter, Aber dann ganz traditionell. Dr.
Johannes Franke: Dolittle und
Florian Bayer: Rate mal, Wer zum Essen kommt, wo auch Sidney Poitier mitspielt. Und in der Hitze der Nacht hat dann gewonnen, wahrscheinlich auch, weil er so dazwischen angesiedelt ist. Er ist nicht so radikal wie Bonnie und Clyde, Aber er ist auch nicht so ein klassisches Studioprodukt wie Dr. Dolittle. Und das gibt ihm tatsächlich eine total spannende Rolle, So rein filmhistorisch betrachtet. Er ist ein Studio-Film. Also die Initiation von diesem Film geht nicht auf den Regisseur oder auf den Drehbuchautoren zurück, sondern auf ein klassisches Studio. Und zwar war das die Mirrish Corporation. Aber auch ein klassisches Studio, das unabhängig ist. Die Mirrish Corporation war nämlich, Die hatten einen Vertrag mit Universal. Die haben gesagt, wir machen euch die Filme.
Johannes Franke: Aber die haben ganz viele kleine Sachen gemacht.
Florian Bayer: Die haben kleine Sachen gemacht, die haben Sachen gemacht, die so ein bisschen draußen waren, die so ein bisschen progressiver waren, So ein bisschen Wilder waren, einfach so ein bisschen mehr Waren als das, was man vom klassischen Hollywood kannte. Und wir haben einige... Einige von Walter Mirisch, Der quasi der Kopf dieser Butze war.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Butze ist das falsche Wort.
Johannes Franke: Nein,
Florian Bayer: ich finde es genau das Richtige. Wir haben einige Filme von ihm gesprochen. Some like it Hot.
Johannes Franke: Ja, manche mögen es heiß. Also ich finde, das sind schon tolle, Große Filme, Aber im Vergleich zu dem, was es sonst so gemacht wurde. In Hollywood, ist das schon eher als der Independent Kleine Laden. Ja, Dear Pat. Billy Wilder.
Florian Bayer: Billy Wilder war in Hollywood, Billy Wilder war zwar ein großer Name, Ja,
Johannes Franke: schon.
Florian Bayer: Aber der war auch immer so ein bisschen der... Der andere, der ungewöhnliche, der ein bisschen mehr auteur, war.
Johannes Franke: Ich glaube, das interessante daran ist, dass wir eben die Sachen, die wir heute erinnern, die nicht damals die krassen großen Sachen waren, sondern die Sachen, die einfach im kulturellen Gedächtnis geblieben sind, Die sind recht, viele zu finden in der Marish Corporation, und das finde ich sehr spannend.
Florian Bayer: Und die haben gesagt, wir wollen diesen Roman verfilmen von diesem Autoren. Und zwar von John Ball, der diesen Roman gar nicht so lange vor dem Film geschrieben hat, nämlich 1965.
Johannes Franke: 1965,
Florian Bayer: ja, genau. Das war ein Erstlingswerk,
Johannes Franke: ne? Ja,
Florian Bayer: aber ein Erstlingswerk, was so der Beginn war von einer ganzen Reihe von Krimi-Büchern, wie das Halt damals war, wenn du einen coolen Detective hattest, den du hattest und der irgendwie angekommen ist. Beim Publikum, dann hast du den benutzt und Ball hat mehrere Bücher geschrieben, in denen dann der Protagonist dieses Films wieder vorkommt. Drei wurden auch verfilmt, noch später.
Johannes Franke: Ja,
Florian Bayer: es gibt zwei Fortsetzungen.
Johannes Franke: Poitier hat den wieder gespielt.
Florian Bayer: Poitier hat mitgemacht. Ich hab sie nicht gesehen. Hast du nochmal reingeschaut?
Johannes Franke: Nein, ich hab Sie nicht reingeschaut, nein.
Florian Bayer: Und das Buch unterscheidet sich aber offensichtlich vom Film. Ich habe es nicht gelesen, aber ich habe einmal so quer geguckt, was da drin passiert. Und mal abgesehen davon, dass Zips aus einem anderen Ort kommt, nämlich aus Kalifornien, ist die ganze Story so ein bisschen anders. Also Das Mordopfer spielt eine andere Rolle in dieser Stadt.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Es gibt keine Frau des Mordopfers, Die spielt ja im Film eine relativ prominente Rolle, stattdessen eine Tochter. Und der Hauptverdächtige ist nicht der böse Konkurrent, sondern ein Geschäftspartner. Es scheint so ein bisschen auch diese Dynamik. Zwischen Gillespie, also zwischen unserem Kleinstadtpolizisten und unserem High-Profiler, nennt man das Profiler? Das Pippen, die Morde aufklären?
Johannes Franke: Im Film wird das doch genannt, irgendwie, Er wird doch einfach nur als Mordexperte.
Florian Bayer: Ja, zwischen unseren Mordexperten ist offensichtlich ein bisschen anders, weil Gillespie sich früher mehr auf die Seite stellt. Von Tipps, Zumindest schien das so durchzustehen.
Johannes Franke: Und ist auch gar nicht die ganz große Figur im Buch. anscheinend. Also, es ist eher eine Nebenfigur, Die Lesbi.
Florian Bayer: Und meiner Meinung nach auch im Film Eine Nebenfigur. Und ein Zeichen für den Rassismus, Auch für den subtilen Rassismus des Hollywoods damals, ist, dass Rod Steiger für den Oscar nominiert war.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Bester Hauptdarsteller. Super Krass, eigentlich. Sidney Poitier taucht hier nicht auf.
Johannes Franke: Wobei Rod Steiger vorher seinen Oscar bekommen hat. schon.
Florian Bayer: Sidney Poitier hat vorher seinen Oscar bekommen. Aber hier, ABER als... Best Actor. Ich würde, Rod Steiger spielt das großartig. Ja,
Johannes Franke: natürlich,
Florian Bayer: absolut. Er ist Supporting Actor. Er ist für mich nicht der Hauptdarsteller in diesem Film.
Johannes Franke: Das ist aber auch wirklich ein dünnes Messer, auf dem man da läuft, mit Supporting Actor oder Hauptdarsteller. Also, da gibt es oft Streit, In welcher Kategorie wird das jetzt untergebracht.
Florian Bayer: Ich finde es vor allem deswegen auch krass, um da nochmal zum zeitlichen Kontext zu kommen, Weil für einen anderen Film, nämlich für Rate mal, Wer zum Essen kommt, Gibt es auch eine Hauptdarsteller-Nominierung. Und das ist Spencer Tracy, Das ist der Pater. Das ist auch nicht Sidney Poitier. Der hat hier zwei wirklich große Rollen. Und wurde nicht mal als Nebendarsteller nominiert.
Johannes Franke: Ja, das hat wirklich seltsam.
Florian Bayer: Der hat keinen Satz gefunden. Bei der Oscar-Verleihung.
Johannes Franke: Das ist eine Scheiße. Wenn wir gerade bei der Oscar-Verleihung sind, Die haben die um zwei Tage verschoben. Weil leider kurz vorher Martin Luther King wurde zwei Tage vorher erschossen.
Florian Bayer: Und und dann sind wir voll drin im zeitlichen Kontext.
Johannes Franke: Genau. Und ausgerechnet zu dieser Verleihung ist Halt Sidney Portier nicht stattgefunden. Das ist schon echt ein bisschen krass. Aber natürlich konnten die das, Es war zwei Tage vorher, könnten nicht alles umwerfen. Aber sie haben zumindest zwei Tage verschoben, Weil die meisten Schwarzen, die da hingegangen wären, eingeladen worden sind und auch wichtig waren für die Verleihung, haben gesagt, da ist die Beerdigung von dem Typen. Also Martin Luther King ist mir ein bisschen wichtiger als diese Oscar-Verleihung. Dann komme ich nicht. Und dann haben Sie Sie verschoben. Ja,
Florian Bayer: Gott, sei Dank. Also zumindest ein bisschen.
Johannes Franke: Ja, aber auch ein bisschen aus Necessity und nicht aus Anstand.
Florian Bayer: Gehen wir mal kurz auf den zeitlichen Kontext ein. Ich glaube, das ist unglaublich wichtig, wenn man sich diesen Film anschaut. Der Film wurde 1967 gedreht, ist 1968 rausgekommen. 1967. Ist unter anderem das Jahr in der Geschichte der USA, in dem ein Gericht gesagt hat, ja, Schwarze und Weiße dürfen heiraten. Das ist okay. Es war eine Supreme Court Entscheidung, Loving vs. Virginia. Im Jahr 1967 hat ein amerikanisches Gericht gesagt, ja, Eine Ehe zwischen einem schwarzen und einem Weißen, einer schwarzen und einem Weißen, Also von zwei Männern wollen wir nicht reden, da sind wir einiges entfernt,
Johannes Franke: ist legal. 1967,
Florian Bayer: als dieser Film betreut wurde.
Johannes Franke: Schade, dass wir da irgendwie 100 Jahre zu spät sind, aber trotzdem.
Florian Bayer: Und es ist halt auch deswegen spannend, weil die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung sind. Ungefähr 10 Jahre her. Die große Geschichte mit Rosa Parks, der Busboykott von Montgomery, Das war 1955, 1956. Das war 10 Jahre her. Aber die Schritte, die gemacht, wurden während dieser Zeit. Mit allen, die dazugehören. Martin Luther King, Du hast den Namen schon genannt, Malcolm X und so weiter. Das waren alles Trippelschritte und es waren viele Proteste, Es waren viele Zusammenstöße mit der Polizei. 1967 ist auch das Jahr, in dem der erste schwarze Richter am Supreme Court gelandet ist. Und es ist krass, auch, um zu zeigen, wie mutig. Dieser Film ist in dem, was er hier darstellt. Und zum Beispiel, dass wir hier in diesem Film einen schwarzen haben, der einem Weißen eine Ohrfeige gibt. Der erste wirklich wahrgenommene Kuss zwischen einer... Einem Weißen und einer Schwarzen wird erst in einem Jahr stattfinden. Der berühmte Kuss zwischen Uhura und Captain Kirk aus einer Star Trek Episode, der tatsächlich nicht der erste Kuss war, nicht der erste Interracial Kiss in der amerikanischen Film- und Fernsehgeschichte, Aber zumindest der, der so, weil er einfach so präsent war und im Mainstream so präsent war, Am ehesten im kulturellen Gedächtnis Hängen geblieben ist. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Rassismus noch extrem extrem spannend. Spürbar ist für den Schwarzen. Und zwar nicht einfach nur den strukturellen Rassismus, den wir bis heute kennen. Vielen Dank für den T, Johannes.
Johannes Franke: Gerne, gerne.
Florian Bayer: Sondern auch wirklich ganz konkret, Schwarze gehen an eine Highschool, die bisher nur für Weiße war. Und es gibt riesige Proteste dagegen. Und die haben Angst um ihr Leben. Das war 1957. Menschen gehen wirklich auf die Straße, um zu sagen, guck, mal, Hier im Süden dürfen wir noch nicht... Bus fahren mit den Weißen zusammen. Das war Anfang der 60er. Da gab es diese Freedom Rides, wo die Leute ganz bewusst über Busfahrten gemacht haben. In Regionen, in denen einfach noch Rassentrennung geherrscht hat. In denen es hieß, hier ist eine Toilette für Weiße und hier ist eine Toilette für Schwarze. Und das wird ja auch in diesem Film so thematisiert. Das war in dieser Zeit noch, vor allem in den Südstaaten. Amerikas, war natürlich auch im Norden, extrem spürbar. 1963 war der Marsch auf Washington mit der berühmten Rede von Martin Luther King. I have a dream. Und in den 60ern haben sich dann zum Beispiel die Black Panther gegründet, 1966. Aber wir befinden uns in einer Zeit, in der das Ding noch überhaupt nicht geklärt ist.
Johannes Franke: Ja, wo tatsächlich es auch so weit ging, dass Sidney Poitier gesagt hat, wir können das nicht im Süden drehen. Das geht nicht. Ich fahre da nicht hin. Ja,
Florian Bayer: weil er schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Johannes Franke: Er war mit Gary Belafonte im Süden und wurde dann vom Ku Klux Klan gejagt. Total krass. Die sind wirklich ganz knapp mit ihrem Leben davon gekommen.
Florian Bayer: Ja, und das, was wir in diesem Film auch sehen, Ein Schwarzer, der dann da am Bahnhof sitzt und einfach auf seinen Zug wartet, einfach auf der Durchreise ist. Wir spüren diese Angespanntheit. Total. Diese Angst, weil Du bist auf feindlichem Boden. Und zwar nicht nur, was irgendwelche Rassisten betrifft, die das Recht selbst in die Hand nehmen, sondern auch, Was die Behörden betrifft, was wir dann auch... Sehen am Anfang des Films, was die Polizei vor Ort betrifft. Du schwebst in Lebensgefahr. Sowohl von der Zivilgesellschaft ausgehend, als auch von der Staatsgewalt ausgehend.
Johannes Franke: Es ist halt auch der Süden, und da muss man vielleicht auch ein kleines bisschen die Geschichte kennen. Wir haben über, nicht. Billy Dickett, Wir haben über den anderen Jesse James geredet. Lange und da haben wir auch ein bisschen über dieses Südstaaten-Ding geredet. Nordstaaten gegen Südstaaten. Und warum der Süden eben auch so wahnsinnig, lange und hart auch sich den Ruf erarbeitet hat, rassistisch zu sein. Und das auch lange, lange, lange beizubehalten. Und weswegen auch heute das eben so ein bisschen nach vorne geschoben wird und gezeigt wird, Wie Krass der Süden drauf ist teilweise.
Florian Bayer: Man macht sich natürlich immer so ein bisschen bequem, wenn man das so externalisiert. Und sagt, ja, die in den Südstaaten, Da haben wir die rassistischen Rednecks. Es ist nicht nur das. Aber da ist natürlich, wo das extrem sichtbar ist, Die Art, wie die Gesellschaft damit umgeht. Und... Und ja, wir haben 1967, Wir sind 100 Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, nach dem Ende der Sklaverei. Und es ist einiges passiert, dazwischen, Aber der Rassismus ist einfach noch extrem existent.
Johannes Franke: Es ist einfach eine harte Welt. Und diese Welt so in der Form darzustellen, ist natürlich für so einen Film A, ein Wagnis. Also auch bei den Dreharbeiten, Die wurden auch tatsächlich, Die haben Drohungen bekommen und alles Mögliche. Sidney Poitier hat teilweise mit einer Waffe unter seinem Kissen geschlafen. Als sie weiter südlich gedreht haben.
Florian Bayer: Sie haben das Meiste nicht im Süden gedreht.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Sie haben gesagt, okay, das können wir nicht machen. Und es gab dann ein paar Szenen, die sie im Süden drehen mussten, Ein paar Außenaufnahmen. Aber das Meiste haben sie, Jetzt weiß ich gar nicht mehr genau, wo in Illinois? Irgendwie so ein bisschen weiter nördlich. Auf jeden Fall nördlich von dieser Mason-Dixon-Linie, heißt sie so?
Johannes Franke: Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, wie diese Grenze heißt, aber es gibt eine Grenze.
Florian Bayer: Ja, DIE Mason-Dixon-Linie.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Die... Quasi so ein bisschen als die Grenze zwischen Norden und Südstaaten gilt. Da ist, was komplett anderes, Irgendwelche Landrechtsstreitigkeiten, die sehr lange zurückliegen, Aber das ist so ein bisschen diese Grenze, da, wo gesagt wird. Da gehst du, da fühlst du dich nicht mehr sicher, wenn du Schwarz bist, spätestens ab dieser Linie. Und das ist dann natürlich auch die Grenze, wo man bis 1964 warten, musste auf den Civil Rights Act, Wo dann die Rassentrennung wirklich aufgehoben wurde. 1964 erst. 1964, Das ist die Grenze, Wo dann auch selbst nach dieser offiziellen Trennung, Selbst nachdem das gesetzlich verboten war, es einfach noch Cafés gab, wo ganz klar war, Hier sitzen die Schwarzen und hier sitzen die Weißen. Und du hast vielleicht kein großes Schild mehr. Da hängen, weil sonst geht es Ärger. Aber jeder weiß das. Und wehe, du traust dich, als Schwarzer, diese Grenze zu verletzen.
Johannes Franke: Super krass. Auch so ein ganz starkes Gefühl von, Ich nehme das Recht auch in meine eigene Hand, wenn es nicht so läuft, wie ich das denke, wie es sollte. Das ist so krass.
Florian Bayer: Das ist ja ganz stark, worauf der Ku Klux Klan auch basiert. Dieses Ding, Der Staat hat versagt, der Zentralstaat hat versagt. Wir hier im Süden ticken anders, die verstehen das nicht. Also müssen wir hier jetzt unsere eigenen Gesetze machen. Um ganz kurz von dem Südstadtending nochmal wegzurücken und nochmal auf den strukturellen Rassismus einzugehen, der Halt auch viel weiter geht. Dieser Film gilt oft als der erste Hollywood-Film, der bei der Beleuchtung vernünftig berücksichtigt hat, dass es unterschiedliche Hauttöne gibt.
Johannes Franke: Es ist anscheinend, also, es gibt da viele verschiedene Versionen, davon. Sidney Poitier erzählt manchmal andere Sachen als der Autor des Films und der Regisseur des Films und so. In diesem Fall erzählt man sich, dass Sidney Poitier beim Kameramann angerufen hat und gesagt hat, so. Und wenn wir das jetzt zusammen machen, dann machen wir es auch richtig, ne? Ja. Und der dann gesagt hat, okay, Wir beschäftigen uns dann mal mit, wie man das macht. Und ich will nicht zu technisch werden, Aber das Problem ist, dass weiße Haut einfach anders reagiert auf Licht. Als dunkle Haut. Und dass sowieso in der Zeit sehr, sehr viel Licht draufgeworfen werden musste, Damit die Kameras überhaupt irgendwas sehen, weil die Kameras nicht so lichtempfindlich waren, Beziehungsweise die Filme, die sie eingelegt haben. Und Sidney Portiers Haut hat auf zu viel Licht und zu Grelles Licht. Einfach mit, ja, ich bin jetzt Platt, reagiert. Man sieht nicht mehr seine Ausdrücke, Man sieht die feinen Nuancen nicht mehr. Wenn man sich andere Filme aus der Zeit ein bisschen früher anschaut, bevor. Darauf eingegangen wurde und man einen schwarzen Charakter sieht, dann kann man das sehen. Es gibt also sogar noch zwei Komponenten, wobei die eine Komponente nicht berücksichtigt wurde. groß, weil das einfach am Film liegt. Film hat früher schwarze Haut ganz schlecht farblich abgebildet. Da würde sich einfach nicht drum gekümmert. Es gab eine Colorscience, die hat Kodak entworfen für sich, hat das Ganze, aber auf weiße Haut gemünzt. Sodass es oft seltsame Farbverschiebungen in dunklerer Haut gab. Und dass man so echt ungesund ausgesehen hat und dann auch noch mit der Beleuchtung zusammen sehr ungesund ausgesehen hat. Und auch die ganzen Nuancen im Spiel einfach weg waren.
Florian Bayer: Man sieht es bei sehr vielen alten Filmen, gerade so die frühen Farbfilme, dass man sieht es einfach, Die Schwarze Haut, Schwarze Schauspielerinnen wirken. Wirken einfach, haben weniger Gesichtsausdruck, wirken flacher. Man sieht es auch ganz krass bei Dokumentarfilmaufnahmen.
Johannes Franke: Stimmt, ja.
Florian Bayer: Und es wurde einfach in Kauf genommen. Man kann jetzt auch sagen, einfach. Kollateralschaden. Aber, dass darüber nicht nachgedacht wurde, lag halt einfach daran, dass die weiße Haut als Default gesehen wurde. Und bei der Frage, wie können wir das Bild am besten aussehen lassen? Und am natürlichsten, wurde halt geguckt, wie können wir weiße Haut am natürlichsten aussehen lassen.
Johannes Franke: In meinem Gefühl nach, zumindest, wie ich das so mitbekommen habe. In der Zeit, ist es erst in den 2000ern zum Thema geworden. Als es darum ging, die digitalen Sensoren auf Farben einzuschießen, ist irgendwann mal jemand auf den Gedanken gekommen, Da könnte man mal genauer drüber nachdenken. Also bestimmt war es früher schon ein bisschen Thema oder so, oder jemand hatte irgendwann mal einen Finger gehoben. Aber ich habe das Thema vor allem dann erst mitbekommen, 2000, 2000, 2000er, Dass man wirklich darüber nachgedacht hat, dass wir uns darum mal kümmern sollten, dass es da nicht so seltsame. Farbverschiebungen gibt.
Florian Bayer: So ist es auch zum Beispiel im... Thema KI, beim Thema Google. Beim Thema Bilderstellung und so weiter wurde das auch nochmal thematisiert, weil in ganz vielen Dingen, Und das ist wirklich so eine Form von ganz krassem, strukturellen Rassismus, die man vielleicht gar nicht so wahrnimmt, wenn man nicht drin steckt, ist es einfach so, dass weiß, als Default angesehen wird und dass das sehr, sehr, sehr folgenreich sein kann. Und natürlich prägt das auch die Wahrnehmung der Welt von uns allen, wenn wir bestimmte Dinge präsentiert, kriegen und wenn bestimmte Dinge so aussehen, weil darauf gebaut wurde. Und ja, das ist einfach krass. Haskell Wexler hieß der Kameramann. Der für 1967 hat ja auch einen Oscar gekriegt, nämlich für Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Wir haben darüber gesprochen. Noch im Chlorreichen schwarz-weiß.
Johannes Franke: Ja, ich finde es toll, dass er sich darauf eingelassen hat und das gemacht hat. Die Geschichte von Sidney Poitier ist, dass er darauf bestanden hat, Aber die Geschichte des Kameramanns ist sicherlich eine andere. Ja, ich habe mich darum gekümmert, weil es war wichtig und so. Und es ist natürlich ein wahnsinnig wichtiger... Beitrag zur Gleichberechtigung vor der Kamera. Was einfach vorher sonst in der Form nicht passiert, ist. Und so eine Gleichberechtigung vor der Kamera lässt sich halt nicht nur darauf begrenzen, dass man sagt, man muss mehr Schauspieler vor die Kamera holen, die schwarz sind oder so. Sondern das bezieht sich halt auf alles. mögliche. Und in diesem Fall eben die Kameraarbeit. Ich find's toll, dass das gemacht wurde. Und er musste halt ein bisschen mehr modellieren. Es ist auch ein bisschen am Aufwand, muss man sagen. Man muss das Licht dann anders setzen. Man muss das mehr mehr Kontraste erstellen und so und das richtig rausmodellieren aus dem Gesicht. Also natürlich aber nur mehr Aufwand, weil man sich vorher auf dieses Weiße so sehr versteift. Wenn man sich vorher von Anfang an irgendwie umhergekümmert hätte, dann wäre das jetzt wahrscheinlich kein Mehraufwand gewesen.
Florian Bayer: Also Ich glaube, was auch eine Rolle spielt. Bei der Kameraarbeit ist, wie Personen in Szene gesetzt werden. Und was mir sehr aufgefallen ist, Auch im Vergleich zu anderen Filmen aus der Zeit, Das liegt natürlich auch daran, dass er Protagonist ist. Aber wir haben... Sehr viele Nahaufnahmen von Sidney Poitier, von Virgil, von unserem Protagonisten. Und vor allem auch Nahaufnahmen, Die Reaction-Shots sind von ihm.
Johannes Franke: Das ist etwas,
Florian Bayer: was wir sonst in den 60ern nicht so haben. Auch wenn Schwarze ein bisschen größere Rollen spielen. Es sind so diese Nahaufnahmen, Diese Reaction-Shots, Das alles, was Empathie erzeugt oder Identifikation erzeugt, findet dann doch tendenziell eher bei Weißen statt. Und das haben wir auch hier in diesem Film. WAS manchmal... Teilweise ein bisschen verstörend wirkt, wenn man das Gefühl hat, ey, Wir haben hier eigentlich einen Protagonisten. Und das ist eigentlich unsere Identifikationsfigur. Aber du denkst dann doch in manchen Szenen ganz merkwürdig zu. Nebenfiguren.
Johannes Franke: Hast Du was Konkretes?
Florian Bayer: Na, ich finde zum Beispiel, also ganz konkret, auf jeden Fall Miss Colbert, die Frau von dem Mordenopfer. Die Szene, wenn Virgil Tipps Miss Colbert sagt, dass ihr Mann getötet wurde.
Johannes Franke: Ja, aber da ist ja die wichtige Figur in der Szene.
Florian Bayer: Ja, ABER es... Ist aber auch eine Szene, wo wir seine Reaktion brauchen. Also, wir haben, bis zu diesem Punkt haben wir sie noch nicht kennengelernt. Und natürlich wollen wir wissen, wie sie sich fühlt und wie sie das empfindet. Aber wir wollen das auch ein bisschen durch seine Augen sehen. Weil wir wollen wissen, wie unser Protagonist tickt. Wissen wir zu dem Punkt schon so ein bisschen. Aber wir wollen auch wissen, wie er in einer solchen Situation tickt. Und ich will in einer solchen Szene dann natürlich auch Reaktionen von ihm darauf haben. Ich will sehen, was er empfindet. Und das macht der Film ein bisschen. Aber er springt dann sehr stark in sie rein.
Johannes Franke: Ich will das Verteidigen gerne. Ich finde das in dem Moment tatsächlich gut. Ich nehme an, dass das stimmt, was du sagst, dass man als Kameramann oder als Schnittmensch oder als Regisseur dann dazu neigt, einfach aus Gewohnheit, auch oder aus einem internalisierten Rassismus oder sowas, immer auf die weißen Nebencharaktere zu schwenken, um zu gucken, Wie die reagieren, weil das einfach, Das ist die Default-Einstellung. Aber in dieser Szene finde ich es wahnsinnig gut. Sie vor allem zu sehen, ihre Reaktion zu sehen und er viel im Hintergrund auf Stand-by ist und sagt, ich bin da. Ich kann dir helfen, und ich kann im richtigen Moment meine Hand hier hinhalten, dass du zugreifen kannst.
Florian Bayer: Wir haben in der Szene das Gefühl, dass er das schon Millionen Mal gemacht hat. Total. Das ist eine von den Szenen, die uns zeigen, dass es ein Profi ist.
Johannes Franke: Absolut, genau.
Florian Bayer: Natürlich gibt es noch die Szene beim Leichenbestatter, wo er sagt, was er alles braucht, wo es noch mehr obvious ist, dass er wirklich Ahnung davon hat. Wenn er anfängt, aufzuzählen, was für Chemikalien er braucht und sehr genau weiß, wo er gucken muss. Grundsätzlich bei allen Szenen im Polizeirevier habe ich das Gefühl, Es wird manchmal ein bisschen zu viel Identifikation in diese Nebenfiguren, deren namen ich nicht mal wüsste, gesteckt. Die Halt da rumhängen und sich ihr Zeug dabei denken und sich ihr Zeug zu der Situation denken. Ich würde das gar nicht so groß machen.
Johannes Franke: Das ist viel,
Florian Bayer: aber es ist manchmal noch so ein bisschen spürbar, wo vielleicht noch so. Spuren von Good Old Hollywood und auch von Good Old Racism in diesem Film sind, der natürlich grundsätzlich extrem antirassistische Botschaft hat. Ja,
Johannes Franke: ja.
Florian Bayer: Dessen antirassistische Botschaft auch deutlich wichtiger ist als die eigentliche Kriminalhandlung, die ja definitiv banal ist.
Johannes Franke: Ja, definitiv. Ich find's ganz toll übrigens. Ich freu mich wahnsinnig darüber, dass diese Krimi-Handlung am Ende so unwichtig geworden ist. Und dass das so, also banal, ist genau das richtige Wort, so banal, ist am Ende. Weil darum geht's nicht. Darum geht's nicht. Es ist kein Kriminalfilm, eigentlich.
Florian Bayer: Als Krimi? Geht das Ding immer, den richtigen Weg, zu absoluten Nebensächlichkeiten zu springen? Und vor allem die großen, die vermeintlich großen Verschwörungen wegzuwischen. Wir haben unseren Hauptverdächtigen Andy Cott, den fiesen, rassistischen Dreckskerl, Der Mann mit Geld, mit Macht, der alle Strippen zieht und so weiter. Wir haben den in einer Szene, in einer 5-Minuten-Szene Und dann kommt der nie wieder vor, weil es einfach, Er ist nicht der Täter. Und er ist komplett unwichtig.
Johannes Franke: Nein, nein, nicht ganz.
Florian Bayer: Für die Krimi-Handlung.
Johannes Franke: Für die Krimi-Handlung. Aber für die antirassistische Botschaft ist er wahnsinnig wichtig.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, ja.
Johannes Franke: Und das Tolle ist, dass der im Buch ja gar nicht der Bösewicht war. Ja. Der war ja im Buch eigentlich ein progressiver Typ. Das war ja eigentlich jemand, der ihm geholfen hat. Der Virgil Tibbs eine Hand reicht und sagt, ich bin der machtvolle Weiße hier und ich bin auf deiner Seite. Und ich bin der Edle, der Dich jetzt nach oben holt. Und das haben Sie gelesen im Buch und haben gesagt, nee, wir nehmen ihm alles weg. Virtual Tips bekommt nichts. Niemand hilft ihm. Und der Polizeichef, der noch ein bisschen auf seiner Seite irgendwann ist, hat am Anfang auch echt seine Probleme. Und bis zum Ende ist das schwierig mit den beiden. Aber ich finde es ganz, ganz... Eine ganz, ganz wichtige und tolle Entscheidung, ihm wirklich alles wegzunehmen und zu sagen, nee, so ist das nun mal. Und wir fühlen uns jetzt nicht besser, weil es diesen einen Weißen gibt, der ihm hilft. Ja,
Florian Bayer: dieser ganze Subplot um Andy Cott, der insgesamt vielleicht 10, 15 Minuten in Anspruch nimmt. Im Film, ist eine Aneinanderreihung von Bold Decisions. Ja,
Johannes Franke: total.
Florian Bayer: Das ist unter anderem eine Szene, die sie im Süden gedreht haben. Und zwar die Szene, wenn Sie an dieser Baumwollplantage Also... entlangfahren, um zu dem Bösewicht zu kommen. Die Baumwollplantage ist echt. Die haben sich die Genehmigung eingeholt, da zu spielen. Die Leute, die da stehen und Baumwolle pflücken mit der Hand, sind echt.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Das sind keine Statisten, das sind keine Schauspieler. Das sind tatsächlich Menschen, die da gearbeitet haben, die Sie da ins Bild holen. Und dann haben wir natürlich diese Konfrontation zwischen Andy Cott und Bortier. Zwei intelligente, große Männer, die eine gewisse Autorität ausstrahlen. Und zwar eine andere Autorität als Chillespie. Und dann haben wir... Aber dann haben wir diese Offenbarung, dass Andy Cott zutiefst rassistisch ist. Und dann haben wir natürlich diese ganz berühmte Szene, in der Andy Cott von Tibbs Eine Gepfeffert kriegt. Als Reaktion darauf, dass er vorher eine Gepfeffert gekriegt hat.
Johannes Franke: Es ist so der Wahnsinn. Der Schauspieler, der Gillespie gespielt hat, Wusste, verdammt nochmal nicht, wie er das spielen soll, Wie er reagiert. Es steht ja im Drehbuch, I don't know.
Florian Bayer: Ja, Rod Steiger, I don't know.
Johannes Franke: Und Rod Steiger am Set macht 20.000 Versionen davon. Weil er natürlich als Schauspieler denkt, ich muss ja irgendeinen Subtext haben. Ich muss ja irgendwas drin haben. Ich muss entweder im Subtext haben, ich weiß ganz genau, was ich will. Oder ich finde das gut, was da passiert. Oder ich finde schlecht, was da passiert. Wenigstens irgendwas davon brauche ich. Und hat das immer wieder verhauen und hat immer wieder gesagt, nee, wie soll ich das spielen? Und dann sagt der Regisseur irgendwann, was sagst du denn? Ja, Mein Text ist I don't know. Dann spiel das doch. Das ist doch genau das. Und du hast wirklich, Das ist das erste Mal in deinem Leben, dass du sowas siehst und erlebst. Und du bist aber nicht vollkommen überwältigt von deinen Rassismen, sondern du hast diesen Typen inzwischen einigermaßen, naja, ins Herz geschlossen, Aber ja, fast schon, würde ich sagen.
Florian Bayer: Vielleicht nicht ins Herz geschlossen, aber er hat…
Johannes Franke: Aber er versteht, was da los ist. Er versteht dieses Rassismusproblem plötzlich auf eine ganz andere Art und Weise.
Florian Bayer: Ich glaube, er hat einfach auch einen gewissen Respekt vor ihm entwickelt.
Johannes Franke: Und es gibt auch diese Szene... danach, wo der Mayor zu ihm kommt und sagt, Dein Vorgänger hätte ihn sofort erschossen und hätte gesagt, es war Notwehr. Und die Reaktion vom Polizeichef ist Sofort Wut, weil er es nicht, Er kriegt das nicht, Er findet das so verachtenswert, Was der Mayor da sagt, der Bürgermeister da sagt und spuckt auf den Boden und geht in sein Auto. Ich glaube ganz fest daran, dass er in dem Moment, also auch ein Stückchen vorher, einfach versteht, Was für ein Rassismusspiel hier läuft, das einfach nicht aufrecht zu erhalten, ist, weil er zu sehr versteht, was in diesem Menschen drin steckt. Er kann ihn nicht mehr objektifizieren, Wie das ja oft mit Rassismus So ist. Du objektifizierst einen Feind und bist dadurch überhaupt in der Lage, so einen Rassismus durchzuziehen. Weil wenn du ihn nicht objektifizieren würdest, sondern einen Menschen vor dir haben, würdest, dann wärst du nicht mehr in der Lage dazu.
Florian Bayer: Ich befürchte, Chillespie bleibt. Bis zum Ende des Films Ein Rassist.
Johannes Franke: Bis zur letzten Szene,
Florian Bayer: wo er Tipps die Hand gibt und sagt, Pass auf dich auf. Und ihn verabschiedet und sogar seinen Koffer trägt. Er ist ein Rassist. Und die einzige Möglichkeit, dass sein Rassismus für zwei, drei Tage gebremst ist, ist, dass er hier halt diesen Musterpolizisten vorgesetzt, kriegt. Und mehr ist es nicht.
Johannes Franke: Doch, es ist schon mehr. Ich bin mir sicher, dass es mehr ist.
Florian Bayer: Aber ich sehe da keine Läuterung bei Ihnen.
Johannes Franke: Das funktioniert nicht, zu sagen, wir haben entweder Ja. Einsen und Nullen, entweder Rassist oder nicht Rassist, das funktioniert ja nicht. Wir haben alle Rassismen in uns, Weil wir die einfach über die Jahre, über unsere Erziehung und über die Geschichte eingesogen haben. Das heißt nicht, dass ich entweder eins oder Null Rassist bin oder nicht. Das funktioniert so nicht, Flo.
Florian Bayer: Nee, aber Rassismus in dem Sinne, dass er den nächsten Schwarzen im Anzug, dem er begegnet, Boy nennen wird und verdächtigen wird, ein Mörder zu sein. Vielleicht nicht verdächtigen wird, ein Mörder zu sein, aber Boy nennen wird. Rassistisch in dem Sinne, dass er das N-Wort benutzt. Rassistisch in dem Sinne, dass er denkt, dass Weiße, Schwarzen grundsätzlich überlegen sind und es ein paar goldene Ausnahmen gibt. Und er hat hier eine Ausnahme getroffen.
Johannes Franke: Er hat eine Ausnahme getroffen.
Florian Bayer: Rassistisch in dem Sinne, dass es ein ideologischer Rassismus ist.
Johannes Franke: So was ändert einen Menschen nicht von einem Tag auf den anderen. Das funktioniert ja so nicht. Das ist schon richtig. Aber ich glaube, dass ein Prozess bei ihm losgetreten ist, Der versteht, dass er einen Menschen vor sich hat.
Florian Bayer: Und ich glaube, die Szene, in der er sagt, dann, um noch mal darauf zurückzukommen, Die Frage, ob er irgendwas daraufhin macht, dass Andy Cott geschlagen wurde von Tibbs, ist auch einfach, dass er Andy Cott Kacke, findet. Lass uns mal, Gillespie ist wirklich eine spannende Figur.
Johannes Franke: Total, absolut.
Florian Bayer: Und Gillespie ist ja auch, ICH meine, Rod Steiger wurde meiner Meinung nach absolut zu Recht für einen Oscar-Nominierten verdient.
Johannes Franke: Absolut.
Florian Bayer: Vorweggeschickt, Es macht mich ungeheuer aggressiv in Filmen, wenn Protagonisten Kaugummi kauen. Ich hasse Kaugummi.
Johannes Franke: Ich bin die ersten 20 Minuten so durchgelitten, weil er die ganze Zeit Kaugummi macht.
Florian Bayer: Es macht mich wirklich aggressiv. Und ich finde es ganz oft kein Cooles Stilmittel. Nee. Und sie benutzen es hier extrem viel als Stilmittel. Und es nervt mich auch hier im Film. Aber trotzdem finde ich, es ist okay, weil es irgendwie, Es passt zur Figur. Und Rod Steiger kann damit so weit umgehen, dass es nicht zu sehr nervt. Aber es gibt die Momente, wo ich sage, boah, ey, Es ist echt ein bisschen zu viel. Und ja, ich sehe, du Kaust jetzt ein bisschen schneller, weil du wütend bist. Ich weiß nicht. Es ist vielleicht ein bisschen zu viel Gimmick.
Johannes Franke: Rod Steiger wollte das nicht machen. Der Regisseur hat gesagt, mach das.
Florian Bayer: Und ich kann Rod Steiger so gut verstehen.
Johannes Franke: Und er hat ihn mit der Zeit, hat er das auch für sich angenommen. Und hat gesagt, okay, das ist cool, mach ich. Und ist da reingegangen. Aber am Anfang wollte er nicht. Und ja, ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war. Ich fand es tatsächlich in den ersten 20 Minuten wahnsinnig nervig. Und irgendwann habe ich es vergessen. Vielleicht macht das auch gar nicht mehr so viel. Ich weiß es schon gar nicht mehr.
Florian Bayer: Bis zum Schluss ist Es nervt einfach.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Gillespie ist so ein typischer Kleinstadt-Cop, der aber Chef der Polizei ist. Und der extrem stolz auf seine Stadt ist. Und der deswegen auch niemals darauf kommt, oder der lange braucht, um darauf zu kommen, dass eventuell jemand aus seiner Stadt verantwortlich sein könnte. Für den Mord. Weil der erste Gedanke ist, Natürlich muss das jemand sein, der auf der Durchreise ist.
Johannes Franke: Wobei ich gar nicht so sicher bin, ob er so stolz auf seine Stadt ist. Es gibt diese eine Szene, wo die beiden zu Hause bei ihm sind. Und er sagt, du bist der Erste, der hier überhaupt reinkommt.
Florian Bayer: Ja. Chilespi ist auch diese typische Einsamer Wolf.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, total.
Florian Bayer: Chilespi hat nie Frauen und Kinder gehabt, was echt krass ist, was auch in diesem Milieu und so in den Südstaaten krass ist. Und so, wie er davon erzählt, klingt es auch so, als ob es da wirklich nicht viel gegeben hätte. Also Tips öffnet sich ja so ein bisschen mehr? Und erzählt, dass er fast verheiratet gewesen wäre, wo man das Gefühl hat, da gibt es Gibt es irgendwie auch so einen Platz für Romantik in seinem Leben? Ja. Actually,
Johannes Franke: Lesbian fehlt das total. Ich frage mich aber, warum er überhaupt dann diese Chance nicht nutzt, um zu sagen, ach komm, leck mich alle im Arsch, Ich fange ein neues Leben woanders an. Weil er,
Florian Bayer: glaube, ich, voll festgefahren ist in dieser Welt. Und ich glaube auch, das meine ich auch mit Stolz auf die Stadt, Er hat seine Rolle in dieser Gesellschaft. Und dieser Rolle wird mit Respekt begegnet. Und er kann, Macht ausspielen, und das macht er sehr gerne. Man hat ganz oft das Gefühl, also, wenn er aufblüht, dann sind es die Momente, in denen er macht ausspielen kann, zum Guten oder zum Schlechten. Egal, ob er Tipps gegenüber ist und mit dem er extrem herablassend redet. Oder ob er diese Typen, die Tipps umbringen wollen, verprügelt. Da hat man auch so das Gefühl, da glänzt er, da fühlt er, Das ist das, was ihm Glück im Leben gibt, Diese macht ausspielen.
Johannes Franke: Jaja, total. Aber ich glaube, das ist eher ein persönlicher Stolz, Kein Stolz auf die Stadt oder sowas. Das ist EINFACH sein... Sein persönlicher Stolz, der ihn auch daran hindert, diesen Fall ordentlich zu lösen und so.
Florian Bayer: Er ist halt der, der Ordnung, hält. Und natürlich wird er Maulen und sagen, Irgendjemand muss ständig diesen Dreck wegräumen und die anderen sind alle inkompetent. Er hält nicht viel von seinen Kollegen. Ich auch nicht. Er hält nicht viel von den Leuten, die in der Stadt leben, Aber er ist der, der für Ordnung sorgt. Und ja, meinetwegen. Stolz ist vielleicht der falsche Begriff, aber zumindest, dass das Ding sauber und ordentlich ist. Das ist meine Verantwortung und ich mache den Job gut. Ein bisschen wie der COP aus Rambo.
Johannes Franke: Oh! Ja,
Florian Bayer: wenn du dich daran erinnerst, Da haben wir auch diesen Sheriff, der auch so ein krummeliger Typ ist, von dem wir wenig persönlich erfahren, auch einfach, weil er wenig persönlich rauslässt und der sich auch an der Sache festbeißt.
Johannes Franke: Also ich schon gar nicht mehr so genau, aber ja, ich habe ein Gefühl dafür.
Florian Bayer: Was wir bei Gillespie jetzt natürlich aber auch haben, ist, Zu dieser Ordnung gehört, dass er das, Was Unordnung reinbringt, so schnell wie möglich loswerden will. Zum einen will er Tipps so schnell wie möglich loswerden, Aber er will auch diesen Fall so schnell wie möglich loswerden. Das heißt, sobald sich irgendjemand... Als Verdächtiger anbietet, sei es jetzt der Schwarze, der am Bahnhof wartet.
Johannes Franke: Oder sein eigener Kollege.
Florian Bayer: Oder sein eigener Kollege, der zu viel Geld abgehoben hat, zu viel Geld eingezahlt hat. Dann nimmt er das sofort, weil er sagt, okay, wir haben den Mörder, Das Problem ist gelöst und wir können weiter Ordnung machen.
Johannes Franke: Ich finde, das ist ein kleiner Schwachpunkt des Films, dass er den gleichen Film zweimal fährt. Ja. Also, weil es unterscheidet sich wirklich null. Es ist wirklich so, Ich habe hier einen kleinen Glimps in eine Möglichkeit einer Aufklärung des Falls. Greife sofort zu und buchte ein und Sage so, Fall gelöst. Funktioniert ein zweites Mal nicht, finde ich, weil er auch zu viel Tipps schon dazwischen durchgekommen ist. Und schon gesagt hat, so leicht ist es nicht.
Florian Bayer: Es passt zu Chilesby. Und bei beiden Fällen ist es ja auch so, dass so seine persönliche Haltung auch eine Rolle spielt. Er hat offensichtlich, offensichtlich hält er nicht viel von seinem Untergebenen. Und dass er den jetzt drankriegen kann, kommt ihm sehr entgegen.
Johannes Franke: Ja, ich finde auch so interessant, dass er, Wir springen so hin und her in dem Film, Aber ich hoffe, ihr habt ihn einfach gesehen und kommt mit. Aber ich finde es wahnsinnig interessant, dass er, also Sam, seinen eigenen Untergebenen einbuchtet und sagt, ja, du bist es gewesen, ist doch klar. Dass er als Argument einbringt, Tipps, hat er gesagt, dass du gelogen hast. Ja. Das ist mein Argument. Sonst, Wenn er nicht gesagt hätte, du lügst, dann, also ich meine, Was hat er sonst für einen Grund zu sagen, dass du lügst? Außer, dass du... Schuldig bist. Also buchte ich dich jetzt ein. Das ist eine Form von Obrigkeitshörigkeit, die ein kleines bisschen durchkommt. Ich will so schnell wie möglich, dem auch genüge tun, Was hier passiert mit Tipps.
Florian Bayer: Naja, Er hat ja davor zumindest ein bisschen Ermittlungsarbeit für sich gemacht, ohne Tipps. Bei der Bank. Ich habe das Gefühl, also, wir haben diese zwei Verdächtigen. Wir haben Harvey, der mit dem Geld erwischt wurde, das geklaut wurde. Und der sagt, Ich habe es einfach nur genommen, als ich die Leiche gesehen habe. Und dann haben wir Sam. Ich glaube, Die Verdächtigungen unterscheiden sich so ein bisschen. Bei Harvey ist es so, da ist das Geld, Das ist total naheliegend. Jeder will Harvey verdächtigen. Wenn ich ein COP wäre, würde ich ihn auch verdächtigen. Ich glaube, Bei Sam ist es unter anderem auch, dass er schneller sein will als Tips. Er hat hier diesen absoluten Profi, Ein Schwarzer, aus der Stadt. Auch noch, aus dem Norden, der ihm zeigt, wie er seinen Job zu machen, hat. Und Tips will sich die ganze Zeit in dem Film beweisen. Muss sich die ganze Zeit beweisen. Aber in diesem Moment ist es halt auch Gillespie, der sich beweisen muss. Er merkt das, er merkt das, tippst ihm überlegen.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, voll. Will er ihn auch beeindrucken?
Florian Bayer: Ja, nee, ich glaub nicht. Ich glaub ja nach wie vor, dass sein Rassismus in diesem Moment total da ist. Er will schneller sein, weil er hat Angst, dass Gillespie vor ihm Sam festnimmt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und deswegen macht er das ja, er macht das ja, nachdem sie rumgefahren sind. Ja. Und wirklich nur diese. Eine Frage war von Tipps zu Sam, warum fährst du eine andere Strecke? Geht er ja direkt zu dieser Bank, nimmt ihn fest und so weiter. Er macht das alles, damit er schneller ist als... Tipps. Er muss der Erste sein.
Johannes Franke: Ist ein guter Punkt, ja. Wobei ich sagen muss, du sagst, Der Rassismus bleibt von vorne bis hinten. Haben die trotzdem eine Art von Annäherung?
Florian Bayer: Definitiv. Und ich glaube auch, Der Rassismus ist dann gegenüber Tipps nicht mehr so da. Weil Tipps ihn tatsächlich beeindruckt hat und weil er Tipps für einen kompetenten Menschen hält. Deswegen lässt er ihn auch an sich ran. Aber wie gesagt, das ist auch so ein bisschen die strahlende Ausnahme. Und Tipps, um damit auch zu unserem zweiten wichtigen Charakter zu kommen, wird ja auch, also das ist, so dieses typische Klischee, Ein Schwarzer muss viel, viel, viel, viel mehr leisten, Um in der Gesellschaft zu akzeptiert zu werden, als ein Weißer. Und dieser Film ist ja so ein prächtiges Beispiel dafür, Weil Tipps leistet die ganze Zeit viel, viel, viel, viel, viel. Und bis zu einem Punkt, wo wir auch denken, Ah ja, der Tipps, Der wird schon sehr glorifiziert, wird schon sehr als Held dargestellt, Und das ist alles notwendig. Und die Ecken und Kanten, die er hat, sind so ein bisschen...
Johannes Franke: Aber sie sind immerhin da. Sie sind immerhin da. Immerhin.
Florian Bayer: Und das ist auch gut. Und das ist auch was, was diesen Film deutlich progressiver macht, als viele Filme. Als Gegenbeispiel dieses Ratte Mal, wer zum Essen kommt. Der ist ja nämlich perfekt. Da spielt Sidney Poitier den perfekten Schwiegersohn mit der einzigen Schwäche, dass seine Haut halt zu dunkel ist.
Johannes Franke: Und hier darf er wenigstens diese Ohrfeige zum Beispiel und so und auch die Szene, die danach kommt. Sidney Poitier hat da auch drauf bestanden. Der hat dann auch gesagt, ich will aber auch, dass die Szene wirklich so gedreht wird.
Florian Bayer: Oh ja, das war ihm unglaublich wichtig.
Johannes Franke: Und dass sie auch im Film vorkommt und dass die nicht weggeschnitten wird. Oder sowas. Also, das hat er sich in den Vertrag reinschreiben müssen. Weil sonst hätte er den Film nicht gemacht. Und das finde ich total richtig und wichtig. Und trotzdem hat Sidney Poitier über die Jahre dann die Kritik bekommen, dass er eben immer diese Schwarzen, den perfekten Schwarzen spielt. Er hat seine Ecken und Kanten, aber es stimmt, Er ist immer noch sehr derjenige, der alles Edel aushält.
Florian Bayer: Tipps ist halt, also, was wir lernen, Tipps ist ein wirklich extrem kluger Mensch. Ja. Er ist einfach der Beste in seinem Job. Ja. Und das sieht man in jeder Szene, in der er ermittelt, Er ist immer allen anderen. Mehrere Schritte voraus.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber was wir halt auch sehen, ist es ein Mensch, der die ganze Zeit... Mit seinen eigenen Emotionen kämpft. Und ich finde, das macht Sidney Pottier unglaublich gut.
Johannes Franke: WAHnSinniG gut, ja.
Florian Bayer: Und das ist auch, was, was auch wichtig ist, dass er halt nicht nur der strahlende Held ist, sondern wir merken die ganze Zeit. Unter der Oberfläche ist extrem viel Wut. 100% berechtigte Wut. Ja. Und in jedem Dialog, gerade am Anfang, wenn er noch verdächtigt wird, Wenn Sie noch nicht wissen, dass er ein COP ist, merken wir, wie er diese Wut zurückhält. Oh,
Johannes Franke: spielt der das gut. Ich bin so in Awe. Weißt du, ich sitze wirklich als Schauspieler auch dazu noch, Sitze davor und denke, Meine Güte, Wenn ICH das... So hinkriegen könnte. Das ist wirklich toll. Er macht das so gut, weil ich auch emotional sofort andocke bei ihm, obwohl ich noch gar nicht weiß, was mit ihm los ist. Ich verstehe sofort, dass es eine Ungeheuerlichkeit ist, die da gerade passiert. Nicht nur aus rassistischen Motiven, sondern weil er einfach im Hintergrund die ganze Zeit laufen hat. Meine Güte, ich bin ein Polizist und werde jetzt hier auf schlimmste Art und Weise rausgezogen. Und wenn ich nicht aufpasse, erschießen Sie mich von hinten.
Florian Bayer: Ich finde die Szene, Also auch gerade angesichts der Black Lives Matter Diskussion, die wir in den letzten Jahren hatten, finde ich die Szene unglaublich angespannt. Wenn er am Bahnhof sitzt und von Sam verhaftet wird. Und du hast die ganze Zeit dieses Gefühle, dass das mitschwingt, scheiße, eine falsche kleine Bewegung.
Johannes Franke: Und der Kameramann macht das perfekt, Der zeigt ganz viel das Gesicht, die Reaktion, was du vorhin gesagt hast, Reaction Shots. Sidney Poitier, Wie er sich da umgedreht, an die Wand lehnen muss, um untersucht zu werden. Und er muss nur gucken. Und ich weiß, was für eine Scheiß-Situation das ist.
Florian Bayer: Absolut. Genau, Er hat diese Wut drin. Und es gibt dann so diese ausgewählten Momente, in denen die Wut rauskommt. Und ich finde, das sind eher glorreiche Momente. Ich finde, die Backpfeife, die er Andy Cott gibt, ist kein Moment der Schwäche, sondern die Leute haben gejubelt. Als der Film in Kinos gezeigt wurde, in Nordstaaten, Schwarzes Publikum, Die haben alle gejubelt, die haben alle gefeiert.
Johannes Franke: Und nicht nur schwarzes Publikum, Es gab im Norden die jungen Leute, Da waren auch im weißen Publikum, Die Leute haben sich echt... Gefreut für ihn, waren so mit ihm und bei ihm und haben auch bei den ersten Vorführungen wahnsinnig viel gelacht. Bei diesem Film, die ganzen jungen Leute. Und das waren halt größtenteils junge Leute drin. Und der Regisseur hat da gesessen und hat gedacht, scheiße, Der Film ist ein Failure. Warum lachen die alle? Und bis ihm irgendwann jemand gesagt hat, nee, ist schon richtig, Die sind halt alle mit was anderem aufgewachsen. Die wachsen alle mit einer neuen Idee, davon auf, wie das Ganze laufen soll. Und und freuen sich einfach sehr stark für Sidney Poitier und sind mit ihm. Als er dann eine Vorstellung unter älteren Leuten hatte, sah das Ganze ein bisschen anders aus.
Florian Bayer: Ja, die Reaktion wie der Butler, so Kopf schütteln und so.
Johannes Franke: Ja, also naja, nicht, Dass die Ablehnung, also im Süden vielleicht schon durchaus, aber im Norden vielleicht auch nicht unbedingt. Aber der Film war ja wahnsinnig erfolgreich, dann auch. Die Leute haben es ja gemocht und gelebt.
Florian Bayer: Es gibt eine zweite Szene, wo seine Emotionen rauskommen, Die berühmte Szene, die dann auch Des Öfteren zitiert wurde, unter anderem der König der Löwen. They call me Mr. Tips. They call me Mr. Pick. Pumba.
Johannes Franke: Hab ich gar nicht mehr im Kopf gehabt.
Florian Bayer: Pumba zitiert in the Heat of the Night. Diese berühmte Szene, wo Sie ihn fragen, wie wirst du denn da genannt? Und er sagt wirklich mit vollem Stolz, They call me Mr. Tips.
Johannes Franke: Vor allem, weil er die ganze Zeit Boy genannt wird. Was einfach ein rassistischer Slur war zu der Zeit. Alle Schwarzen wurden einfach runterdegradiert mit Boy.
Florian Bayer: Und das ist auch die Szene und die einzige Szene, in der Gillespie Das N-Wort benutzt auch. Ich weiß nicht mehr, wie er fragt. Er fragt, How do they call a N-Wort like you? Und dann sagt er halt, They call me Mr. Tip.
Johannes Franke: Das ist so stark gespielt und so toll gemacht, weil das so diese ganze Behauptung zusammenfasst, diese Figur. Machen muss in dieser Welt, in der landet. Diese Selbstbehauptung und dieses Durchsetzen und sagen, nee, Leute, so läuft das nicht mehr. Wir sind hier ein aufgeklärtes Land. Wir machen das ordentlich, bitte.
Florian Bayer: Es ist halt auch so, Es ist so ein Ausrufezeichen und das Fragezeichen schwingt natürlich mit. Ey, so, Alter, was muss ich noch alles machen? Ich habe einen Anzug an. Ich bin ein Cop. Ich verdiene mehr im Monat als du. Ich gelte als Profi. Du hast gerade mit meinem Chef telefoniert, der gesagt hat, dass ich der Beste in seiner Mordkommission bin. Und ich muss mir immer noch den Scheiß anhören.
Johannes Franke: Und das Fragezeichen stellt ja die Frau dann danach auch noch auf, die davor steht, zwischen den beiden von einem, zum anderen guckt, und ihr Mann ist gerade ermordet worden. Und sagt, Alter, wo bin ich hier gelandet? Was ist das für ein Scheiß?
Florian Bayer: What kind of place is this?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das denkt Tipps halt die ganze Zeit.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Auch kurz darauf, dieser Stolzmoment und auch wieder dieser Moment, wo er seine Emotionen rauslässt, dass er nicht die Beweismittel, die er hat, rausrücken will, weil er genau weiß, in Gillespies Händen werden, die falsch interpretiert oder gar nicht benutzt,
Johannes Franke: so, wie er es will. Ja, verbrannt wahrscheinlich, weil er nicht Unrecht haben will.
Florian Bayer: Und genau, aber diese Stolzmomente, wo seine Emotionen rauskommen, Das sind ja nicht unbedingt seine Ecken und Kanten, sondern seine Ecken und Kanten sind am ehesten, wenn er auch als Vorurteilsgetrieben gezeigt wird. Nämlich, dass er ganz eindeutig will, dass Andy Cott, der rassistische Plantagenbesitzer, dass der der Killer ist.
Johannes Franke: Was eine starke Szene ist. Also wie der Polizeichef, Gillespie, Wie heißt er, Gillespie,
Florian Bayer: für das Beste im Mann. Oh Gott, Oh Gott,
Johannes Franke: Oh Gott, da ist also nichts mit der Melodie zu tun.
Florian Bayer: Nein, ich weiß.
Johannes Franke: Geil, großartig. Wie Gillespie, Wie der ihn anschaut und sagt, meine Güte, du bist genauso doof, wie wir alle anderen auch. Krass,
Florian Bayer: Es ist eine Coole Szene, weil... Gillespie In diesem Moment, wenn er von außen die Vorurteile von Tipps beurteilt. Sehr reflektiert mit seinem eigenen Umfeld. Ja, genau.
Johannes Franke: Das ist so krass, weil das ja einen Loop macht. Zu sich selbst zurück. Also, er sagt Nicht nur, du bist doof, sondern du bist genauso doof wie wir. Und er hat das Halt vorher, Er war anscheinend, schon an dem Punkt zu sagen, er ist viel Schlauer als wir alle anderen.
Florian Bayer: Vielleicht, ja. Er ist ein echter Profi.
Johannes Franke: Und das dann fallen zu sehen, das fand ich auch, wie er das gespielt hat, einfach wahnsinnig, gut.
Florian Bayer: Aber das bleibt dann halt auch wirklich die einzige Ecke und Kante von unserem Tipps. Ja,
Johannes Franke: das ist es halt. Ansonsten ist der der Übermensch, der alles genau weiß. Und der auch einfach genau im richtigen Moment die richtigen Sachen sagen kann. Allein, wie sie ihn inszenieren, da unten. Und da kommt die Sexiness so stark durch, wie er den Typen in der Zelle besucht. Ja. Und wie er dann ganz lässig da sitzt und erstmal eine ganze Weile gar nichts sagt. Und dann kommt der Typ auf ihn zu, und er muss nur kurz seine Hand bewegen. Und alles steht wieder still. Und er sagt ganz ruhig seinen Satz. Da müsste auch dann, Da kommt der Jazz durch. Da muss dann irgendwie so durchkommen. Ich weiß nicht, Irgendwie ist er viel zu sexy inszeniert, in dem Moment.
Florian Bayer: Ich fand es tatsächlich am Störendsten und am Krassesten in der Szene, die eigentlich das Potenzial hatte, so ein harter, emotionaler Moment zu sein und ein harter Angstmoment. Nämlich, wenn er von diesen Rednecks gejagt wird, die mit ihrem konföderierten Auto hinter ihm herfahren. Und dann in dieser Fabrikhalle ihn einkesseln. Und dann stehen die da bewaffnet mit Waffen, Die sagen, wir wollen dich nicht nur verprügeln, sondern wir wollen dich totschlagen. Und seine Reaktion, ja, da ist auch ein bisschen Angst dabei. Aber vor allem spielt er so, ey, kommt, kommt her. Er weiß, dass er verlieren wird, aber trotzdem ist er in diesem Moment der Verwegene. Und da fehlt mir so ein bisschen dieser Moment der Angst, Weil jetzt ist der Moment, wo er wirklich um sein Leben fürchten muss. Ja,
Johannes Franke: das stimmt. Also ein bisschen sieht man es schon. Ja, aber du hast recht, er ist ein bisschen zu cool. Vor allem, weil er auch mit seiner Waffe jetzt immer mal wieder nach vorne prescht. auch. Er grinst. Und grinst.
Florian Bayer: Er scheint sich zu freuen, dass es jetzt Menschen gibt.
Johannes Franke: Was ich aber wieder spannend und gut finde, ist, dass Gillespie dann mit Händen in den Hosentaschen, total lässig.
Florian Bayer: Kaugummi-Count.
Johannes Franke: Kaugummi-Count, Die zwar nicht verhaftet, was er eigentlich machen müsste. Alter,
Florian Bayer: Dieses Versuch.
Johannes Franke: Die müssten eigentlich komplett einmal eingebuchtet werden. Aber er schickt sie halt einfach nach Hause, wie Jungen, die irgendeinen Streich gemacht haben. Aber mit einer Lässigkeit und mit den Händen in den Taschen, um zu demonstrieren, ihr habt keine Chance.
Florian Bayer: Das ist Chillesbys Stolz, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das ist der, Wenn der auftaucht, dann sind sie auch alle ganz kleinlaut und ganz ruhig.
Johannes Franke: Krass. Das ist gut gemacht.
Florian Bayer: Was ich tatsächlich krass, finde, dass mehrmals das zur Debatte steht, dass hier ein COP getötet werden könnte.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es niemanden interessiert. Also, er ist schwarz. Er ist ein Fucking Cop. Ja. Allein, dass Andy Cott das Chillesby quasi vorschlägt und sagt, ey, du könntest ihn jetzt erschießen. Mach das doch. Ein Cop! Das ist so krass. Also, das zeigt so deutlich, Wie wenig das Leben von einem Schwarzen in diesem Kontext, in dieser Zeit, In diesem Abschnitt des Landes zählt. Selbst wenn er ein COP ist, könnte man denken, ja, dann stirbt er halt, dann ist er tot und keine weiteren Fragen. Das ist wirklich hässlich.
Johannes Franke: Ja, sehr hässlich.
Florian Bayer: Ja, Gillespie und Tipps, haben wir ein Buddy-Movie hier vor uns? Ist es so ein typischer Cop-Buddy-Movie, was mit denen jetzt passiert?
Johannes Franke: Frag Die Fernsehserie.
Florian Bayer: Ich hab die Fernsehserie nie gesehen. Ich auch nicht. Viel später auch.
Johannes Franke: Aber ich habe ein paar Bilder daraus gesehen und dachte, oh, das ist ein Buddy-Movie.
Florian Bayer: Wir reden nicht über die Fernsehserie, wir reden über das Original. Werden Sie Freunde. Antworten.
Johannes Franke: Ich glaube, das Grinsen am Ende von Gillespie, der dann nochmal kaugummi kaut und sich umdreht. Und sagt, Take care. Und dann dreht sich Portier nochmal um und sagt, ja, und grinst auch. Und dann sehen wir nochmal ganz lange Gillespie, wie er Kaugummi Kaut und grinst. Da denke ich dann... Ach, du Armer Verwirrter, du denkst jetzt, du hast den Rassismus, besiegt. Völliger Quatsch. Und ich glaube, er hat nicht mal den eigenen Rassismus besiegt und geschweige denn den großen Schritt gemacht, den er glaubt, den er gerade gemacht hat. Aber ich glaube, dass das Grinsen das bedeutet.
Florian Bayer: Ich weiß nicht. Ich glaube nicht, ich habe ja schon gesagt, ich glaube auch nicht, dass er das denkt. Ich glaube, er ist nach wie vor ein Rassist. Es gibt ja diese eine emotionale Ernährungsszene zwischen diesen beiden. Wenn Chillespie sich betrinkt. Und Tipps daneben ist und tatsächlich über persönliche Dinge reden. Das einzige Mal, dass diese beiden Männer in dem Film über persönliche Dinge reden. Das ist die Szene, wo es irgendwie, Und das ist weit weg. Von Buddy-Movie-Klick. Das ist die Szene, wo es irgendwie so eine Art emotionales Andocken gibt. Ich glaube auch, weil beide Männer verstehen, dass sie dann doch ein bisschen was teilen. Nämlich, dass sie beide in ihrem Job auch ein bisschen gefangen sind. Und dass Sie ihr Leben quasi, Sie haben kein Leben außerhalb ihrer Arbeit.
Johannes Franke: Ja, ich glaube allerdings, dass... Dass klar wird, dass Gillespie noch nicht so weit ist. Weil Tips sagt Ja, dann, ich bin nicht so einsam wie du.
Florian Bayer: Was glatt gelogen ist.
Johannes Franke: Was glatt gelogen ist. Und das wissen beide. Und es ist eigentlich eine verbindende Sache, auch wenn der Satz erst mal gemein klingt. Aber es ist eigentlich ein verbindendes Moment. Und das geht ihm ein Stückchen zu weit. Und Gillespie sagt dann, ich brauche mir von dir, gar kein Mitleid einzuholen. Und da fällt ihm sein eigener Rassismus wieder ein. Ach nee, ich bin ja eigentlich rassistisch. Das kannst du doch nicht sagen.
Florian Bayer: Tolle Abwehrhaltung. Ja, genau. Kann ich drauf zurückgreifen. Ich finde, das ist eine total starke Szene. Gehört für mich auch zu den stärksten Szenen zwischen den Beinen.
Johannes Franke: Total. Aber ich habe noch ein anderes Argument dafür, dass die vielleicht eine Annäherung haben, die in die richtige Richtung geht. Es gibt diese Szene, Ich glaube, nachdem die Jungs ihn umbringen wollten. Und er dasteht und ihn richtig anschreit und sagt, ich glaube, auch am deiner dann. Wo er ihm anschreit und sagt, Alter, was brauchst du denn noch? Du musst abhauen. Was soll das? Hau ab. Und es ist nicht nur, dass er vorher das Gespräch mit dem Bürgermeister hatte, der gesagt hat, du musst ihn loswerden, sondern es ist die Angst um diesen Menschen. Die Angst, dass er einfach irgendwann tot im Straßengraben liegt und das war's.
Florian Bayer: Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde.
Johannes Franke: Ich schon. Bin mir ganz sicher. Ich habe das nämlich nochmal echt, Ich habe den Film ja zum zweiten Mal geguckt und habe echt bei dieser Stelle nochmal angehalten. Und habe gedacht. Das ist wahnsinnig spannend, dass er so darauf, dass ihm das so wichtig ist. Und das liegt nicht nur einfach daran, dass er ihn loswerden muss.
Florian Bayer: Ich hör da auch echt so ein bisschen raus, Das ist eine boshafte Interpretation von dem Charakter, das weiß ich. Aber ich hör da vor allem raus, dann hab ich noch eine zweite Leiche am Hals. Und das ist voll nervig.
Johannes Franke: Papierkram.
Florian Bayer: Nicht Papierkram, einfach scheiße Unordnung.
Johannes Franke: Ja, nee, ich glaube nicht. Nein, ich glaube, das ist tatsächlich... Und ich finde es ganz toll, dass wir darüber diskutieren können, weil der Film keine eindeutige Antwort hat.
Florian Bayer: Definitiv. Der Film gibt in vielen Dingen keine eindeutige Antwort, weil er uns einfach wenig über die Charaktere, sagt.
Johannes Franke: Oh, mein Gott, Flo, Was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: OH, MEIN Gott, Ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Homo...
Florian Bayer: Nein, shit, Ganz schnell, damit wir zurückfinden.
Johannes Franke: Ihr da draußen, Es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen, könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt schon.
Florian Bayer: Wenn Ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über buymeacoffee.com. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Könnt Ihr uns gerne ein paar Euro, geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen, wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular. Auch machen.
Johannes Franke: Oder Ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes. Mussmanssehen.de und Florian At mussmanssehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, Egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn Ihr uns so fünf Sterne oder herzchen oder sonst irgendwas, Was auch immer euer Podcatcher anbietet, Gebt und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben.
Florian Bayer: Ah, super. Fehlt noch irgendwas?
Johannes Franke: Nee, ich glaube, wir haben alles, wa?
Florian Bayer: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode. Wir erfahren wenig über Sam. Bei den Nebencharakteren erfahren wir wenig, was über diese Krimi-Handlungen hinausgeht. Und trotzdem sind es spannende Charaktere. Ich finde sam total interessant, weil Sam ist ein Widerling. Total.
Johannes Franke: Oh Gott, Oh Gott. Und der Film fängt schon so an, wie er da die Straße langfährt. Und wir wissen auch überhaupt nichts über den Film, Wir wissen nichts über die Figuren, aber, dass er da einer Minderjährigen ins Fenster schaut. Und genau weiß, wann er wo sein muss, um sie nackt sehen zu können.
Florian Bayer: Aber eine 16-Jährige aus einem 60er-Jahre-Film. Sprich, sie sieht aus wie 25. Ja,
Johannes Franke: stimmt.
Florian Bayer: Dolores. Was Dolores über Sam erzählt, ist das passiert?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Sie denkt sich das komplett aus.
Johannes Franke: Ja,
Florian Bayer: ja. Sam ist vor allem ein frustrierter Spanner und Kopf, der einen langweiligen Job hat. Und dabei die ganze Zeit untergebuttert wird. Und ein Problem mit Spielsucht hat.
Johannes Franke: Der kriegt sowas, was sie erzählt, hat, was er gemacht haben soll, das kriegt er nicht hin. Das schafft er gar nicht. Nee, ne? Der ist einfach zu kleinlaut dafür.
Florian Bayer: Sam ist ja tatsächlich, auch wenn er da seine Autorität spielen lässt, Sam verliert ja sogar quasi das verbale Duell gegen diesen merkwürdigen Kaffeebesitzer, der dann nachher sich als der echte Mörder im Kopf trifft. Nicht Kaffeebesitzer, gegen deiner Aushilfe. Selbst gegen den, dem ist er ja nicht gewachsen. Der verarscht ihn und er lässt sich von ihm verarschen. ICH FINDE Sam, SAM ist spannend, weil Sam... Die ganze Zeit, so eine krasse Traurigkeit in sich, trägt. Und die kommt dann besonders stark raus in so einer ganz banalen Szene, Wenn Tipps der Auflösung des Verbrechens sehr nahe kommt. Und zwar herausfinden will, wo diese Engelsmacherin ist. Und dann redet er ja mit Harvey aus dem Knast, weil er weiß, dass er von Harvey, Also von dem anderen Verhafteten, Diese Information kriegt. Und Sam versucht, seine Aufmerksamkeit zu kriegen. Weil Sam ist ja unschuldig, aber Sam sitzt gerade ein, weil er verdächtigt wird. UND Sam... Versucht irgendwie, Tipps Aufmerksamkeit zu kriegen. Ich glaube, er spricht ihn sogar an. Und Tipps ignoriert ihn komplett. Und das ist so eine traurige Szene, weil wir Sam in seiner ganzen Kleinheit wahrnehmen und ich habe Mitleid mit ihm.
Johannes Franke: Total, absolut. Ich finde es toll, dass der Film komplett bis in die kleinen Figuren hinein eine Konsistenz erreicht. In den Figuren und eine Vielschichtigkeit in den Figuren. Also vielleicht nicht bis in die kleinste Figur hinein, aber schon wirklich auf einem Niveau, Was sonst in anderen Filmen nicht unbedingt gegeben ist. Ich habe.
Florian Bayer: Ich bin mit diesem Dolores-Charakter nicht klar gekommen. Um den dann auch gleich reinzuwerfen. Unsere 16-Jährige, die im Zentrum der Aufklärung. Dann steht, weil es rauskommt, Sie ist schwanger. Und dieser Aushilfe aus der Immisbude, Ralph, ist der Vater. Und der will die Abtreibung bezahlen. Und deswegen ist es ein Verbrechen, was irgendwie so nebenbei passiert, ist. Dolores wird auch verhört von Chilespi, weil... Weil sie sagt, dass sie von Sam Schwanger ist. Und dann haben wir diese wirklich merkwürdige Verhörszene.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: In der wir der Aufklärung des Verbrechens ein bisschen näher kommen. Durch die Worte von dieser 16-Jährigen, die da sitzt, als ob sie unter Drogen wäre.
Johannes Franke: Die versucht, 16 zu spielen als 25-Jährige. Oh Gott. Das ist das Einzige. Ich glaube, es ist wirklich nur das. Und das tut mir ein bisschen weh.
Florian Bayer: Es ist auch, also Der Film hat wirklich eine tolle antirassistische Botschaft, aber Es IST ein... Es ist ein Moment, wo voll der 60er-Jahre-Sexismus durchkommt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil sie ist die, die den Typen verführt, hat, die ihm den Schlamassel einprockt. Sie ist die, die es total cool findet, erwachsene Männer zu verführen. Wir haben diese ganzen Klischees.
Johannes Franke: Ja, total. Aber sie finden so nebenschauplätzmäßig statt, dass ich damit klarkomme. Es gibt ja genug andere Filme, die das als hauptplottelement haben. Das müssen wir nicht erst halten, Gott sei Dank. Das ist es nicht. Aber es ist halt ein Moment, wo ich auch denke, ob das jetzt aufgeklärt wird oder nicht. Darum geht es ja im Film gar nicht mehr. Also, es ist ja für mich dann eher so ein Post-Skriptum.
Florian Bayer: Ich glaube, das ist spätestens der Moment, wo mich die Krimi-Handlung komplett verliert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich bin auch kein großer Krimi-Fan.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Aber davor bin ich zumindest noch so ein bisschen dran, weil ich denke, da könnte noch was Interessantes passieren. Aber da verliert es mich irgendwie, weil ich denke, oh, ich weiß nicht, Willst du jetzt wirklich diesen Pfad einschlagen? Und sie wird ja auch so inszeniert als die Mitverantwortliche für diesen Mord quasi.
Johannes Franke: Ja, ja, klar.
Florian Bayer: Ja, und ich finde sie auch tatsächlich nicht gut gespielt. Sie setzen bei ihr so auf Hamferteil und auf Sexappeal. Wenn Sam spannt, spannt das Publikum mit, weil die Kamera inszeniert ihre Brüste wirklich so. Wir finden genau den Spot, wo wir... Nippel, die wir nämlich nicht zeigen, verdecken, aber hier in der ganzen Pracht.
Johannes Franke: Aber der Fensterrahmen könnte noch dünner sein. Wir haben sozusagen schon nicht das ganz Schlimmste genommen. Aber es ist trotzdem natürlich klar, es ist ein bisschen voyeuristisch, auch vom Filmemacher.
Florian Bayer: Konsistent dagegen finde ich tatsächlich, also Sie ist so ein bisschen die Ausnahme. Ich finde, Die anderen Figuren klappen auch von der Konsistenz. Ich finde Miss Colbert total spannend, weil Miss Colbert offensichtlich die Einzige Nicht-Rassistin in dem Ort ist. dir.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich habe nie das Gefühl, dass Sie irgendwie, dass Sie Tipps anders behandelt, als sie den weißen Kopf behandeln würde. In diesem
Johannes Franke: Moment. Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Andy Codd ist vielleicht ein bisschen Karikatur, so als der böse Mughul. Aber finde ich wichtig, auch so eine Figur zu platzieren in dem Kontext. Ich finde es gut, dass Sie ihn so ein bisschen überzeichnet haben.
Johannes Franke: Ja, er hat auch keine, er hat ja nur seine Fünf Minuten. Ja, mehr ist er ja nicht.
Florian Bayer: Aber das ist ja schon so ein bisschen. James Bond-Fillin, ne?
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Und diese durchsandte Grinsen.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Ich finde die... Naja, Die anderen Cops, Die sind halt so diese. Kleinstadt-Cops. Die wirken alle ein bisschen dumm, die wirken alle ein bisschen faul. Und es gibt aber die richtige Atmosphäre für das gesamte, für dieses gesamte Gesellschaftsbild, das hier gezeichnet wird.
Johannes Franke: Ja, ich denke dir übrigens die ganze Zeit beim Gucken darüber nach, weil es ja auch eine Zeit ist, in der das einfach, Wenn du einen Schwarzen in einem Film hast, dann ist das der rassismusgeplagte oder im schlimmsten Fall der Dienende. Und in der Zeit so langsam, der die ganzen Rassismus-Themen irgendwie bearbeiten muss. Als Schauspieler, als Sidney Poitier, Wie Krass ist das, seine ganze Karriere immer nur darauf aufbauen zu müssen, Figuren zu spielen, die den Rassismus lösen. Wie Scheiße ist das denn? Ja,
Florian Bayer: ist das. Man kann ja schon fast dankbar sein, dass der Film es schafft, neben der Botschaft hier auch sowas wie eine Krimi-Handlung, wie eine Sri Lankan-Summe.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Er darf auch so ein bisschen nicht hardboiled. Detective, aber er hat so ein bisschen, was davon.
Johannes Franke: Ja, ja. Wow.
Florian Bayer: Ja, ist so ein bisschen Film-Nor-Detective. Und wenn, wir haben jetzt schon mehrmals Sex-Appeal gesagt, das liegt ja halt auch ein bisschen. Immerhin.
Johannes Franke: Ja, immerhin. Aber du bekommst nur, als Schauspieler den Schritt mal zurückgemacht. Wenn du als Schauspieler zu Hause sitzt und darauf wartest, dass dein Agent dir wieder eine neue nächste Rolle anbietet. Und du kriegst das Drehbuch. Und da ist wieder, ja, das ist der Typ, der mit Rassismus zu tun hat und der Probleme hat. Bei was. Du willst doch auch mal eine Rolle spielen, die einfach nur ganz normaler Anwalt ist, und das war's.
Florian Bayer: Ja, ja, total.
Johannes Franke: Aber das darfst du einfach in der Zeit nicht. Das hat sich ein bisschen geändert, Aber es ist einfach eine Zeit, in der das Thema ist, wenn überhaupt irgendein Schwarzer im Film ist.
Florian Bayer: Ja, ja, total. Das ist tatsächlich was, was deutlich besser geworden ist seit den 60er-Jahren. Und jetzt haben wir diesen ganz hässlichen Backlash. Und es gibt offensichtlich die rassistischen Arschlöcher, die sich aufregen, wenn ein Schwarzer bei Star Wars eine prominente Rolle spielt. Und dann sagen wir, wir regen uns nicht darüber auf, dass es ein Schwarzer ist, sondern darüber, dass plötzlich überall alles mit Schwarzen besetzt werden muss. Und du sagst, Ey Leute, guckt euch mal die Mainstream-Filme an. Ja, genau. Ihr kennt die Geschichte. Es ist total albern. Es ist ein bisschen besser geworden auf jeden Fall. Aber ja, es ist natürlich, Gerade in der Zeit ist es natürlich krass. Andererseits denke ich, so ein Film wie der hier ist extrem progressiv für die Zeit. Ja, natürlich. Und dass Rassismus so thematisiert wird in dem Film, Eben nicht nur als diesen Obvious Rassismus vom Bösewicht, sondern auch als diesen simplen Rassismus, als diesen subtilen Rassismus und alles, was dazwischen stattfindet. Und dass ein Protagonist rassistisch inszeniert wird und gezeigt wird, was das falsche daran ist.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und das dann trotzdem in eine unheilsame Thriller-Handlung eingeb... Ja. Und das ist schon viel, ne?
Johannes Franke: Das ist schon sehr viel, natürlich, klar. Ich denke bloß an die Karriere dieses Schauspielers. Und der hat natürlich, der hat eine krasse, Tolle Karriere hinter sich. Der hat, Ich habe mir noch ein bisschen was angehört zu ihm. Er ist in Armut aufgewachsen, Er hatte nicht viel Geld, Der ist nach New York gezogen und hat dort als Tellerwäscher gearbeitet. Und im Winter hat er seinen Job verloren und hat auf der Straße gelebt. Hatte irgendwie eine Windbreaker-Jacke, die irgendwie das Wärmste, war, was er hatte. Und das... Darin hat er geschlafen, dann irgendwo draußen und hat sich dann versucht, ins Theater rein zu mogeln.
Florian Bayer: Sie wollten ihn zuerst nicht, weil er nicht gut genug war. Dann hat er gesagt, lasst mich Hausmeister, sein, wenigstens etwas.
Johannes Franke: Er konnte ja nicht mal richtig lesen, leider.
Florian Bayer: Das war vor allem das Problem.
Johannes Franke: Und dann hat er sich das Lesen selbst mehr oder weniger beigebracht und hat seinen Akzent sich abtrainiert, indem er die Nachrichten jeden Tag gehört hat und dem Nachrichtensprecher nachgesprochen hat. Hat sich immer wieder beworben, und dann haben sie ihn irgendwann genommen, Eine kleine Rolle im Broadway. Und dann hat er gesagt, das war das Schlimmste, was ich zu der Zeit erlebt habe, weil ich immer wieder meinen Text vergessen habe und zum Publikum gesprochen habe, obwohl ich eine Figur auf der Bühne hatte, mit der ich hätte reden müssen. Und trotzdem hat er gute Reviews bekommen. Und das hat so ein bisschen nach und nach sich dann die richtige Richtung entwickelt. Aber er war wirklich ganz, ganz, ganz unten und hat sich dann Halt echt... Mühsam hochgearbeitet.
Florian Bayer: Ja, Sidney Portiers Leben ist einfach eine krasse Geschichte. Er ist erst vor drei Jahren gestorben, 2022. 95 Jahre alt ist er geworden. Und was für eine krasse Hollywood-Karriere, die er hingelegt hat. Und ich habe ihn viel gesehen, weil er halt in den 80ern und 90ern auch immer diese nebenrollen hatte. Aber so als prominenten Schauspieler in dieser Hochzeit, Ende der 60er, Anfang der 70er, kannte ich ihn tatsächlich nicht. Wahrscheinlich auch, weil ich da einfach Filmlücken... Filmwissenslücken habe aus der Zeit.
Johannes Franke: Und es war nicht selbstverständlich, dass er das mit seiner Attitüde hinkriegt. Weil er wirklich auch gesagt hat, nein, Bestimmte Rollen drehe ich nicht. Ich mache diese Rolle nicht. Und wenn ich Sie mache, dann muss diese Slapping-Scene drin sein. Und so weiter. Er hat richtig, und dass er das konnte, dass er dieses Standing hatte, zu sagen, nein, ich will das aber so, sonst mache ich nicht mit. Und dann haben Sie es so gemacht, damit er mitmacht. Ist schon krass.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Und krass, dass er keine Oscar-Nominierung gekriegt hat. Meinetwegen wenigstens als bester Nebendarsteller. Ich finde, er ist so gut in diesem Film.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Also, Rod Steiger spielt natürlich auch fantastisch. Und Rod Steiger hat auch die Oscar-Nominierung verdient.
Johannes Franke: Ja, absolut. Ja.
Florian Bayer: Um dann noch jetzt schnell noch zwei Namen reinzuwerfen. Warren Orts spielt den Sam.
Johannes Franke: Spielt das auch ganz großartig. Ja, ich finde es ganz toll, dass er das wieder macht.
Florian Bayer: Toller Schauspieler. Ich kenne ihn vor allem aus Badlands. Hm,
Johannes Franke: Der Sam,
Florian Bayer: okay. Unglaublich guter Schauspieler. Ah, und bring mir den Kopf von Alfredo Garcia, Da hat er auch mitgespielt. Den werde ich dir irgendwann mal geben. Oh. Ein Tarantino-Film, bevor es Tarantino gab, aus dem Jahr 1974.
Johannes Franke: Okay. Okay.
Florian Bayer: Ich finde Anthony James, der den Ralph spielt, den Killer.
Johannes Franke: AcH, so, ja. Wahnsinn.
Florian Bayer: Krass.
Johannes Franke: Dieses erste Bild. Wir sehen ja quasi sein Gesicht als erstes. Wir sehen das Gesicht des Killers als erstes, wie er versucht, eine Fliege zu erledigen. Ich finde es so krass. Und dieses Gesicht, es ist ja wirklich
Florian Bayer: Er musste sehr viele Psychos, er musste sehr viele Bösewichter spielen, einfach, weil er schon eine Krass auffällige Physiognomie hat.
Johannes Franke: Tut mir so leid. Hat er nicht mit Hitchcock gedreht? Wie war denn das?
Florian Bayer: Er hat alles Mögliche gedreht, aber vor allem Bösewichter gedreht. Knight Rider, Enterprise, Next Generation, Das fliegende Auge, Sledgehammer, Drei Engel für Charlie. Er hat in diesen ganzen 70er und 80er Jahre Serien, hat er in einzelnen Episoden irgendwelche Fiesen Bösewichter gespielt. Scott Wilson Muss ich Kurz erwähnen. Der den Harvey spielt, Den kennt man nämlich heutzutage, vor allem aus Walking Dead. Ich hätte ihn nie im Leben erkannt. Den ersten Verdächtigen.
Johannes Franke: Ich habe Walking Dead nicht richtig gesehen, das war nicht mein Ding.
Florian Bayer: Da spielt er Herschel, Das ist so ein Farmbesitzer, der mit weißem Rauschebart versucht, auf seine Familie aufzupassen. Ich hätte ihn nie im Leben erkannt, Aber die Augen sind sehr aussagekräftig. Und er hat ihn kaltblütig, Auch so ein Zwischenfilm zwischen Old Hollywood und New Hollywood.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Da hat er einen der Killer gespielt. TOLLER Darsteller, Scott Wilson. Und Lee Grant, um sie noch kurz nochmal zu erwähnen, Die Miss Colbert spielt. Spielt auch ganz fantastisch. Gehört auch zu denen, die noch leben, aus Cast und Crew. Ich habe sie in einem Podcast gehört, wo sie über ihre Regiearbeiten spricht, vor allem, weil sie hat sehr viel Regiearbeiten gemacht, später. Lee Grant stand in den 50ern ganz lange auf der Schwarzen Liste in Hollywood.
Johannes Franke: Die hat 17 Jahre nicht gedreht. Oder sowas.
Florian Bayer: Die hat 17 Jahre nicht gedreht. Erst in den 60ern, als diese McCarthy-Ära langsam zu Ende gegangen ist, hat sie zu denen gehört, die dann quasi rehabilitiert wurden. Und sie stand auf der Liste, weil sie nicht gegen ihren eigenen Ehemann ausgesagt hat, Der Kommunist war.
Johannes Franke: Ja, Alter, Das ist ein Ehemann. Natürlich sagt die nicht aus. Was soll das?
Florian Bayer: Lee Grant, Ganz toll. Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch Interviews mit Ihr an. Unglaublich Coole Frau, mittlerweile ja auch schon über 90. Genau.
Johannes Franke: Ich fände es interessant, was James Baldwin gesagt hat über diesen Film. So ein bisschen in die Rezeption reingegangen. Der meinte, er hat das ein bisschen als Fantasie der Rassenversöhnung abgetan. Ein bisschen gesagt, naja, zutiefst unglaubwürdig, dass ein schwarzer Mann wie Tibbs die Entscheidung treffen würde, der in einem solchen Umfeld jetzt trifft. Und vor allem, dass er überlebt. Ja, Das ist... In dieser Form, in dieser Zeit, Wir sehen das jetzt heute und sagen, krass, dass das Mal so war, Aber eigentlich heißt das eigentlich, krass, Sie haben sogar noch untertrieben.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Und das merkt man auch in Szenen, zum Beispiel in dieser Lynch-Justiz-Szene, wo die Typen ihn jagen. Und das liegt daran, dass der Film immer auch hybrid ist. Aus diesem Rassismus-Bürgerrechts-Drama und eben einem unterhaltsamen Thriller-Krimi. Und zu dem Krimi gehört es halt, Dass der zum einen, dass unser Held erfolgreich ist und sich beweisen kann. Und zum anderen auch, dass eine gewisse Grenze an Unwohlsein nicht überschritten wird. Und das macht der Film auch. Und das macht ihn wiederum als, trotz seiner progressiven Ansätze, zu einem sehr klassischen Hollywood-Film.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Deswegen auch überhaupt bei den Oscars so erfolgreich. Wir haben über die Musik noch nichts gesagt. Ja. Ich finde die Musik grandios. Auch wenn er am Anfang unterstützt, dass Ich denke, dass es sich hier um einen Erotik-Thriller handelt.
Florian Bayer: Jetzt musst du singen. Ich habe vorhin schon falsch Gillette gesungen. Jetzt musst du in The Heat of the Night singen.
Johannes Franke: In the Heat of the Night. Ich kriege das nicht zusammen.
Florian Bayer: Aber es ist schon großartig, der Song.
Johannes Franke: Ganz, ganz, ganz toll. Ich finde aber, dass dieser Song tatsächlich mich ein bisschen auf eine falsche Fährte, führt. In the Heat of the Night. Es ist die Hitze der Nacht. Komm, Jetzt komm. Und dann fährt der Polizist auch noch an einem Fenster vorbei, wo eine nackte Frau rumläuft. Was soll ich denn denken, wo der Film hingeht?
Florian Bayer: Aber es passt so gut, weil dieses Schwitzige da so mit.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Ray Charles Titelsong, Ganz fantastisch. Sehr, sehr gut. Und man hat die ganze Zeit das... Ich finde es schade, dass der Film sich nicht entschieden hat, in nur einer Nacht zu spielen. Ich denke, die ganze Zeit, Der Film würde so gut funktionieren, wenn er in echter Zeit wäre und wir nur in dieser Nacht unterwegs sind.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich war richtig enttäuscht, als die Nacht dann zu Ende ist und wir den nächsten Morgen haben. Und ich denke, ey, ich bin rausgerissen. Ich will sie die ganze Zeit ungeduscht, verschwitzt, wie Sie durch diese Nacht den Mörder hinterherjagen.
Johannes Franke: Das stimmt, das wäre geil gewesen, hast du recht. Naja gut, aber ich finde auch, dass der Rest, Also jetzt, abgesehen von diesem Song, sehr, sehr gut gemacht ist.
Florian Bayer: Quincy
Johannes Franke: Jones. Quincy Jones hat wirklich einen Hammer-Score gemacht, dafür. Ja,
Florian Bayer: und Quincy Jones ist auch ein richtig geiler Typ, ne?
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Unglaublich viel Filmmusik gemacht. Er hat Fucking Thriller produziert, Michael Jackson. Er hat ganz viel mit Michael Jackson zusammengearbeitet. Wenn ihr nach einem Krassen Musiker und Musikproduzenten aus dem 20. Jahrhundert guckt, Dann müsst ihr in seine Richtung gucken. Quincy Jones ist auch erst vor Kurzem gestorben, nämlich im Herbst letzten Jahres, 2024.
Johannes Franke: Der ist 1933 geboren, Der hat eine unglaubliche Diskografie hinter sich.
Florian Bayer: Er hat unglaublich viel Filmmusik, Fernsehmusik. Auch so Sachen, die man kennt. Für Prince of Bel-Air hat er Musik gemacht. Teilweise für die Bill Cosby Show hat er teilweise Musik gemacht. Dann hat er mit Michael Jackson zusammengearbeitet, mit Donna Summer. Er hat, er ist, und das macht ihn, Das macht ihn für mich eine ganze Stufe. schwächer.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er hat einen der schrecklichsten Songs aller Zeiten produziert, nämlich dieses USA for Africa, We Are the World. Oh. Dieser Song, wo die ganzen Stars einmal singen dürfen und sagen dürfen, dass sie... Der Welt helfen, Die Welt zu einem besseren Ort machen.
Johannes Franke: Wo Bob Dylan berühmtermaßen da steht und sich die ganze Zeit fragt, was mach ich hier? Was ist das?
Florian Bayer: Es ist einer der schrecklichsten Songs in der Geschichte, nicht nur als Charity-Songs. Wir wissen, Charity-Songs sind Müll. Egal, was Sie Gutes erreichen wollen. Charity-Songs sind Müll. Punkt. Change my mind.
Johannes Franke: Aber den kriegen wir jetzt hin, oder? Was?
Florian Bayer: Nein, nein, nein. Nein,
Johannes Franke: nein, nein.
Florian Bayer: Dieser Song hat hier nichts verloren.
Johannes Franke: In the world.
Florian Bayer: Nein, nein, du bist beim Falschen. Das ist Michael Jackson. Das ist Michael Jackson. Nein. We are the world.
Johannes Franke: We are the children.
Florian Bayer: Okay. Mit Stevie Wonder, Bruce Springsteen, CyndI Lauper, Tina Turner. Charity-Songs sind Müll. Und dieser Song ist unter den Charity-Songs noch der Schlimmste. Ich hasse, hasse, hasse, hasse dieses Lied.
Johannes Franke: Aber schön. Aber Quincy Jones hat ganz viele tolle Sachen gemacht. Ja, mit diesem kleinen Ausreißer. Was soll's.
Florian Bayer: Er hat unglaublich viel produziert, sowohl für Alben als auch für Film, als auch für Fernsehen. Großartiger Mann. Ich habe jetzt die Titel gar nicht da, Aber neben In The Heat of the Night hören wir auch zweimal diese typischen eigentlich, so Redneck-Country-Hildley-Songs. Nämlich aus dem Radio, wenn eine Polizei unterwegs ist und Radio-Musik hört. Stimmt. Ich mag es. Diese ganze Atmosphäre, die dadurch erzeugt wird, Das hat der Film wirklich drauf. So eine hitzige, Schwüle. Südstaatenatmosphäre zu inszenieren, in der man versinken könnte. Auch so ganz banale Szenen wie Sam ist im Café und trinkt seine Cola, Wo viel zu viele Eiswürfel drin sind.
Johannes Franke: Ja, stimmt. Das ist einfach geil.
Florian Bayer: Also Man spürt die Hitze der Luft.
Johannes Franke: Total. Wollen wir einmal den großen Bogen zu unserer Top 3 machen?
Florian Bayer: Lass uns den Bogen schlagen.
Johannes Franke: Unsere Top 3.
Florian Bayer: Ins Dorf!
Johannes Franke: Komm, Wir gehen ins Dorf. Ich finde, das hat eine ganz eigene Atmosphäre. Ich meine, wenn du irgendwo in Berlin oder in New York oder in Großstädten und so Polizeiarbeit siehst, dann sind das High-Profiler, Leute, die FBI und weißt du, dieses krasse Zeug. Und dann der große Kontrast. Zum Dorfpolizisten.
Florian Bayer: Die einfachen Dorfpolizisten.
Johannes Franke: Wo einfach jeder jeden kennt. Und der einfach mal mit dem Killer redet wie, komm, Wir haben in der Schule, haben wir uns immer geprügelt, Aber du musst mir doch jetzt mal erzählen, was los ist. Ja. Wir gehen mal einen Trinken zusammen. Weißt du, so Polizisten, die dann mit dem Mörder einen Trinken gehen und versuchen rauszufinden, Was passiert, ist. Ich find's super.
Florian Bayer: Ja, absolut. Ich hab mich schwergetan mit der Liste. Was auch daran liegt, dass ich kein Fan von Kopffilmen bin. Und genau, du hast ja nicht nur auf dem Dorf gesagt, sondern Thema ist... Polizei auf dem Dorf. Und ich muss direkt als Erstes an Soko, Bayreuth, Wismar, Whatever denken. Meine Mutter schaut das immer. Die Rosenheim-Cops. Das ist mein erster Gedanke. Die Rosenheim-Cops. Und das ist so überhaupt nicht mein Ding und überhaupt nicht mein Genre.
Johannes Franke: Nein, aber es gibt ganz viele tolle Filme, da draußen. Also Fernsehkrimis habe ich auch alle hinten rüberfallen lassen. Aber es gibt ganz tolle Filme, wo Polizeiarbeit auf dem Dorf gezeigt wird.
Florian Bayer: Ich muss anfangen, ne? Dann fange ich mal an mit einem Film aus dem Jahr 1997, Copland. Und zwar spielt der Quasi am Rande der Stadt, Aber es ist so sehr Speckgürtel, dass es dörflich genug ist. Und zwar gibt es da einfach einen Ort, wo sich die Polizisten niedergelassen haben. Das ist quasi ein Ort, wo nur Polizisten leben. Und die sind da, Aber die arbeiten alle in New York als Ermittler. Und da haben Sie halt Ihre Häuser, Ihr kleines Vorortparadies.
Johannes Franke: Weil die sich in New York die Mieten nicht leisten können. Nee,
Florian Bayer: das spielt 90er, Da war es noch nicht so schlimm. Sylvester Stallone wiederum spielt den Cop, der Da Sheriff ist. Das heißt, er ist der, der die ganzen Cops, der dafür sorgt, dass da Recht und Ordnung herrschen.
Johannes Franke: Da hat er einen Lazy Job, oder nicht? Nee,
Florian Bayer: die Cops sind natürlich ein komplett korrupter Haufen. Und die haben nicht nur Dreck am Stecken, was Hinterziehung betrifft, Sondern dann geschieht auch tatsächlich ein Mord und Ermut ermitteln. Und die sind natürlich eine verschwiegene Gemeinschaft. Und er ist auch so ein bisschen der Außenseiter, weil er ist da nur Sheriff, weil er ist... Er hat irgendeine Behinderung. Ah ja, er ist schwerhörig, glaube ich, weil irgendwann mal ein Schuss neben seinem Ohr losgegangen ist oder so. Und deswegen kann er nicht mehr in New York arbeiten, Deswegen ist er da und so weiter. Er wird von den anderen nicht ernst genommen und versucht, sich dadurch zu ermitteln und hat wenig Autorität, weil die natürlich alle irgendwie so ein Gottkomplex haben. Großartiger Film.
Johannes Franke: Ja. Ich habe auf Platz 3 ein bisschen gecheatet, aber auch nur so halb. High Noon.
Florian Bayer: Ja, ist doof.
Johannes Franke: Ja, ist doof. Aber Polizeiarbeit ist vielleicht ein bisschen übertrieben als Wort dafür, weil der versucht, ja seine Polizeiarbeit machen zu können, Aber er kriegt sie halt nicht, weil er die Posse nicht zusammenkriegt. Die Leute, die ihm helfen sollen, kriegt er nicht zusammen. Und darum dreht sich es ja. Es dreht sich ja gar nicht um die eigentliche Polizeiarbeit. Und ich finde es total beeindruckend und überraschend, dass dieser Western eigentlich ein Anti-Western ist, Aber als der große Western gilt. Wir haben darüber geredet ganz viel. Und er kriegt halt mit, dass da um 12 Uhr mittags ein Zug kommen wird. Von Leuten, die ihm umbringen, werden. Weil es einfach leute sind, die er ins Gefängnis gebracht hat. Also zumindest einen großen Gauner. Und die werden ihn umbringen, wenn er nicht irgendwie Leute zusammenkriegt, die ihm helfen, den Gangstern entgegenzutreten. Und er schafft es nicht. Nein,
Florian Bayer: das ist ein Film des Scheiterns.
Johannes Franke: Es ist wirklich hart.
Florian Bayer: Der Kopf, der seine Autorität verloren hat und alle wollen ihn los, werden keiner mehr im Dorf haben. Aber er bleibt. Wir haben lange darüber diskutiert, warum er bleibt. Ja. Der Film lässt es auch so ein bisschen offen. Großartiger Film. Rest ein Klassiker. Schaut ihn euch an. Richtig gut. Mein Platz 2. Ich greife mir ein Cornetto und sage Hot Pass von Edgar Wright aus dem Jahr 2007. Eine Satire auf Cop-Action-Filme. Ganz großartig mit Simon Peck und Nick Frost. So die Standardbesetzung von den Edgar Wright-Filmen. Und sie spielen halt einfach, Ein COP aus der Stadt kommt aufs Land und muss da irgendwie klarkommen. Und auf dem Land... Geschehen merkwürdige Morde. Und es ist ein total übertreter, Absurder Action-Spoof-Film, der einfach nur Spaß macht.
Johannes Franke: Ich überlege die ganze Zeit, ob wir mal eine Konette-Trilogie-Folge machen sollten, Aber irgendwie habe ich das Gefühl, alle drei Filme gleichzeitig zu besprechen, wird den Filmen nicht gerecht.
Florian Bayer: Ja, und ich glaube auch, ich kann mir vorstellen, dass es eine Ermüdung einsetzt. Ich glaube, wenn ich drei Edgar Wright-Filme hintereinander gucke, fange ich an, ab dem Zweiten genervt zu sein, und das will ich eigentlich nicht.
Johannes Franke: Okay. Vielleicht werden wir die ein bisschen verteilen, aber irgendwann müssen wir alle dreimal gehabt haben, glaube ich. Ja. Das ist schon wichtig.
Florian Bayer: Ein wichtiges Stück Filmgeschichte.
Johannes Franke: Und ich habe mir auch gerade einen anderen Film aufgeschrieben, den ich in meiner Top-Liste auf zwei habe, den ich dir eigentlich auch immer mal geben wollte, aber einfach auf meine Liste nicht draufgeschrieben habe, ich Idiot. Und zwar three billboards outside Ebbing, Missouri. Oh ja,
Florian Bayer: sehr cool.
Johannes Franke: So ein guter Film. Da geht es um eine Frau, deren Tochter ermordet wird. Und Frances McDormand spielt diese Mutter, die der Polizei unmissverständlich irgendwann klar macht, nach Monaten, in denen nichts passiert, ist, in denen der Fall nicht aufgeklärt wurde, Und sie Das Gefühl hat, dass sich auch keiner richtig drum kümmert, stellt sie drei große Billboards auf, beziehungsweise. Sie stellt sie nicht auf, die sind schon da, aber Sie mietet sie um dort statt Werbung, große Aufrufe. ranzukleben. Leute, macht eure Arbeit. Und jeder, der daran vorbeifährt, bekommt mit, okay, In dieser Stadt ist die Polizei offenbar nicht in der Lage, einen Fall zu lösen. Und dann sagt die Polizei, Leute, du kannst doch nicht einfach, da diese Riesenschilder aufstellen. Was soll denn das? Lass das. Und Sie so, nee, die bleiben jetzt so lange da, bis Ihr euren Fucking Job gemacht habt. Und diese Frau ist so stark.
Florian Bayer: Frances McDormand.
Johannes Franke: Sie spielt das so, so gut und so stark und mit so viel Intensität, dass ich so mit Ihr mitgehe. Ist toll.
Florian Bayer: Ich fand vor allem an dem Film beeindruckend, Wir haben auch ein richtig rassistisches Arschloch gespielt. Von Sam Rockwell. So einen richtigen Ekel, den du am Anfang zutiefst unsympathisch findest. Und der Film schafft es, diese Figur ein Stück sympathisch zu machen, Weil er ab einem gewissen Punkt, so der einzige letzte Verbündete von ihr, ist. Ganz merkwürdig inszeniert. Großartiger Film. Gib den mir gerne mal. Den würde ich auch gerne mal wieder sehen. Mein Platz 1 ist Serie und ich habe kurz überlegt, ob ich True Detective nehme. Okay. Die aus den letzten Jahren, Eine großartige Serie, also vor allem Staffel 1 mit Woody Harrelson, der im Südstadtmilieu ermittelt, habe mich dann aber doch für Twin Peaks entschieden. Also ganz andere Richtung, zumindest Himmelsrichtung, weil es sehr weit im Norden spielt. Und ein FBI-Agent kommt in eine ganz einfache kleine Stadt, weil er den Mord an einer Schülerin dort aufklären soll. Und es stellt sich heraus, dass es nicht einfach nur eine einfache kleine Stadt, sondern alle sind. schräg, Alle sind merkwürdig. Es geschehen absurde, bizarre Dinge. Und David Lynch macht Fernsehen und macht so Fernsehen, wie man sich das vorstellt, wenn David Lynch das macht. Großartige Mischung aus Mystery-Soap-Opera-Parodie, Thriller und Drama und einer meiner absoluten Lieblingsserien.
Johannes Franke: Ich würde die gerne mal sehen, Ich habe es nämlich noch nie geschafft. Aber es wird mir immer wieder von allen Seiten vorgeschlagen. Und immer wieder sagen alle, was, du hast den noch nicht gesehen? Ja.
Florian Bayer: Ich hab das Revival nicht gesehen, Das ist eigentlich total traurig.
Johannes Franke: Das will auch richtig gut sein.
Florian Bayer: 2014 wurde das inszeniert, Ich hab's auch nicht gesehen, weil ich tatsächlich, twin. Peaks hatte mich dann irgendwann in Staffel 2 so ein bisschen verloren, wo es plötzlich Außerirdische gab. Und es gab einen Punkt, wo ich dachte, oh, jetzt ist es ein bisschen zu viel. Ich liebe vor allem die Staffel, wo es noch so sehr mysteriös ist und so sehr abgehoben. Und irgendwann versuchen Sie, so ein bisschen Zeug zu erklären. Aber ja,
Johannes Franke: doch. Okay.
Florian Bayer: Ich sollte mal Staffel 3 sehen und vielleicht sollten wir irgendwann mal Twin Peaks gucken. Aber es ist halt sehr viel.
Johannes Franke: Es ist HALT viel, naja, okay. Naja, Ich hab auf Platz 1, haben wir auch schon besprochen, Mein absoluter Liebling, was dieses Genre betrifft, nämlich genre. Polizeiarbeit auf dem Dorf, Fargo. Yes. Fargo ist so großartig. Und ich finde auch die Serie tatsächlich extrem gut. Das ist doch unglaublich, weil dieser Film natürlich eine ganz eigene Art und Weise zu erzählen hat. Und auch einen ganz eigenen Humor und so. Und dass die Serie das getroffen hat, finde ich ganz, ganz beeindruckend. Vor allem, weil ja die Regisseure nicht wieder die gleichen sind. Also die Coens haben es nicht übernommen. Die haben mitproduziert, glaube ich, in der Serie, aber Sie haben nicht die Regie übernommen. Und ich finde es ganz beeindruckend, dass die Regie es geschafft hat und die Drehbuchautoren es geschafft haben. Da so gut anzudocken, dass das wirklich wie ein verlängerter Arm wirkt, der wirklich genau passt.
Florian Bayer: Und auch hier wieder Frances McDormand, die eine großartige Polizistin spielt, die sich die ganze Zeit schwanger durch diesen Film schleppt. Und vor allem verdammt. Viel Zeug, frisst und irgendwie nebenbei noch den Mord aufklärt, der passiert, ist. Ja, das Coole Top 3. Ja,
Johannes Franke: schön. Vielen Dank, Flo. Ja, danke. Wieder zurück in unseren film In The Heat of the Night. Das war unsere Top 3.
Florian Bayer: Und wir können auch so langsam zu unserem Fazit kommen.
Johannes Franke: Ja, wir müssen aber noch ein bisschen sprechen, Damit, die diesen Blöden Jingle nochmal unterbringen können.
Florian Bayer: Achso, stimmt. Dann erzähl mir mal einen Schwank aus deiner Kindheit.
Johannes Franke: Einen Schwank aus meiner Kindheit. Ich bin tatsächlich da wieder rausgekommen. Das kannst du dir nicht vorstellen.
Florian Bayer: Wahnsinn.
Johannes Franke: Ja, wirklich.
Florian Bayer: Schade, dass das viel zu lange ist.
Johannes Franke: Ich will die Leute nicht langweilen. Oh
Florian Bayer: Mann. Das ist, glaube ich, Die beste Geschichte, die ich je gehört, habe.
Johannes Franke: Danke, danke.
Florian Bayer: Was hältst du von dem Film?
Johannes Franke: Okay, Jingle. Das Urteil. Und jetzt das Fazit. Ehrlich, Großartiger Film. Ich kann mir selbst kaum verzeihen, dass ich den Film so spät erst entdeckt habe. Und zwar durch meine Freundin, die den irgendwann einfach festgelegt hat. Und ich fand's so großartig. Es ist wirklich, Der Film ist eine Aneinanderreihung von massiv guten Entscheidungen. Es ist so gut, erzählt, So gut gespielt und so gut inszeniert. Es ist unglaublich. Ich kann es fast gar nicht fassen, Wie gut dieser Film ist. Und kommt sicherlich in meine... Top, Was auch immer, Wie viele Filme aller Zeiten hinein. Ist wirklich, wirklich gut gemacht.
Florian Bayer: Wir reden ganz oft über Zeitlosigkeit von Filmen. Der Film ist nicht zeitlos im Sinne von, dass er genauso heute funktioniert wie damals. Aber er ist ein Kind seiner Zeit und das im besten Sinne des Wortes. Weil er zeigt irgendwie, wo wir stehen, wo. Die Gesellschaft stand, damals in den 60ern. Und er bringt genug progressive Ansätze mit, dass man das Gefühl hat, ja, das ist noch mehr. Es gibt eine Vision darüber hinaus. Die Vision ist vielleicht in manchen Teilen naiv, vielleicht in manchen Teilen sehr versöhnlich. Und macht sich das nicht so einfach. Aber diese Vision ist extrem wichtig. Und was in dieser Vision natürlich mitschwingt, sind auch Gedanken für unsere Zeit. Und ich fand es krass, in wie vielen Momenten ich gedacht habe, Oh, krass, hat sich so wenig geändert. Und das betrifft vor allem die Art, wie die Polizei halt damit umgeht, mit Schwarzen. Also vor allem diese Anfangsszene, wenn Tipps verhaftet wird. Ich finde, der Film als Krimi ist ja halt sehr banal, sehr trivial.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Was ihm aber auch zugute, kommt.
Johannes Franke: Absolut, total.
Florian Bayer: Und als Rassismus-Drama ist er natürlich unglaublich. stark. Und als Film, der uns einen extrem coolen Sidney Poitier zeigt, ist er stark. Und als Gesellschaftsbild, das uns sehr viele kaputte Menschen zeigt, die irgendwie in ihrer eigenen Suppe kochen, ist er auch extrem stark. Deswegen absolut zu Recht. Ein Klassiker und ein Muss-man-sehen-Film.
Johannes Franke: Absolut. Auch wenn das jetzt als Post-Skriptum ist, Ich find's so geil, wie der Virgil will abfahren mit seinem Zug endlich. Und dann kriegt aber der Polizist den Auftrag, nee, du musst den hier behalten, du musst den überreden. Und dann sind die wie so fast schon flirty. Der eine windet sich so und sagt, du... Willst du denn heute wirklich fahren oder willst du vielleicht noch ein bisschen bleiben? Und irgendwie, weiß ich nicht, ist das so süß, wie die aneinander vorbeitanzen? Und versuchen sich, wie so ein Flirt, wie so ein erster, unbeholfener Flirt.
Florian Bayer: Okay, Aber es gehört auch ein bisschen zu den Schwächen des Films, dass er eine Szene zu viel hat. Von jetzt fährst du aber wirklich oder jetzt fahr ich aber wirklich und dann doch nochmal zurück.
Johannes Franke: Ja, das stimmt, das stimmt.
Florian Bayer: Weil das ist ein ständiges Hin und Her. Mhm. Ein großartiger Film.
Johannes Franke: Ja, ganz, ganz.
Florian Bayer: Danke, dass du den mir gegeben hast.
Johannes Franke: Ich danke dir, Flo, dass du ihn geschaut hast. Ich bin froh, dass wir so ausführlich darüber reden konnten. Wir hätten vielleicht auch noch mehr machen können. Bestimmt.
Florian Bayer: Ein Film, über den man sehr viel und sehr lange reden kann. Ja. Wenn Ihr Wissen wollt, über welchen Film wir nächste Woche reden, bleibt noch kurz dran, Das erfahrt ihr nach dem Jingle.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Johannes, Dir. Vielen dank wie immer.
Johannes Franke: Vielen Dank euch, da draußen, dass ihr zuhört jedes Mal. Also, ich gehe davon aus, dass ihr einfach jede Episode gehört, habt, nicht wahr?
Florian Bayer: Und dass ihr immer noch hört und nicht ausgemacht habt, weil ihr gedacht habt, oh, Jetzt geht es zur Verabschiedung, zack,
Johannes Franke: weg. Stimmt,
Florian Bayer: ja. So mache ich das nämlich viel zu oft bei Podcasts.
Johannes Franke: Oh, plor, plor, plor. Du musst wenigstens den Jingle noch. Ja,
Florian Bayer: hört bis zum Ende, Dann kriegt ihr nämlich von Johannes noch den Bonuscode gesagt, mit dem Ihr 2.000 Euro gewinnen, könnt, wenn Ihr anruft unter folgender Nummer.
Johannes Franke: Bleibt dran.
Florian Bayer: Bis dahin, ciao.
Johannes Franke: Bis dann.
Florian Bayer: So, Der Bonus-Code lautet,
Johannes Franke: mit dem wir dann bei Beate Use eure Sachen einlösen können. Genau. Der lautet 666-66-6666. Merken.
Florian Bayer: Und wir müssen ja jetzt gucken, was ich Johannes gebe. Und es ist tatsächlich ein Problem, weil ich weiß es noch nicht. Normalerweise drücken wir auf den Rekord-Button, wenn wir es wissen.
Johannes Franke: Ich habe mich sowieso gut wundert, warum du gesagt, hast, dass ich anmachen soll, wenn du nicht weißt, was wir nächstes Mal sehen.
Florian Bayer: Deswegen gucke ich kurz in meine Liste und jetzt denke ich drüber nach. Also, ich habe hier einiges auf meiner Liste stehen. Ich kann dir ja mal meine Liste vorlesen, und ich habe die Liste auch schon ein bisschen sortiert nach. Was ich dir auf jeden Fall noch geben will.
Johannes Franke: Noah, willst du es herausfordern, dass die Leute jetzt abschalten, weil sie einfach nicht warten wollen?
Florian Bayer: Nein,
Johannes Franke: Ich warte, bis du dich entschieden hast.
Florian Bayer: Ich spoiler damit dann auch ein bisschen zu viel. Pass auf, Ich gucke jetzt auf die Liste, Würfle in meinem Kopf und sage, Wir reden nächste Woche über einen deutschen Film.
Johannes Franke: Ach Gott.
Florian Bayer: Über einen deutschen Film aus den 90ern. Ach, Gott,
Johannes Franke: Oh Gott,
Florian Bayer: Oh Gott. Über einen deutschen Film aus den 90ern zum Thema...
Johannes Franke: Der bewegte Mann.
Florian Bayer: Fußball.
Johannes Franke: Fußball?
Florian Bayer: Ja. ICH möchte... Dass du für nächste Woche den Film Nordkurve schaust und bei jedem Comedian, den du erkennst, einen kurzen Trimms.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Und wenn du dann sehr betrunken bist, dann können wir uns anschließend über diesen Film unterhalten. Nordkurve.
Johannes Franke: Was? Ich habe noch nie davon gehört.
Florian Bayer: Ein Film aus dem tiefsten Ruhrpott aus dem Jahre 1993. Teil einer Fucking Ruhrpott-Trilogie.
Johannes Franke: Ruhrgebiets-Trilogie. Hat das mit Bam Boom Bang zu tun?
Florian Bayer: Nein, überhaupt nicht. nicht. Es ist ein Drama von Adolf Winkelmann. Es ist ein ernstes Drama. Zumindest habe ich so in Erinnerung. Ich habe diesen Film geliebt. Unter anderem spielt in diesem Film mit. Stefan Jürgens. Piet Klocke.
Johannes Franke: Nein, Piet Klocke?
Florian Bayer: Ja, in einer ernsten Rolle, in einer ernsten Rolle. Michael Kessler.
Johannes Franke: Als 16-Jähriger oder was?
Florian Bayer: Der ist sehr jung in dem Film. Martin Zur, Den kenne ich auch, Das ist auch ein berühmter Comedian. Es ist gefühlt das halbe Comedy-Programm aus RTL vertreten, aber es ist ein ernsthafter, dramatischer Film. Ich weiß nicht, ob ich ihn auch gut finde. Weil es ist so lange her, dass ich ihn gesehen habe, aber ich fand ihn richtig gut. Und es ist halt ein deutscher Film aus den 90ern. Das heißt, er hat Potenzial, unfreiwillig komisch zu sein. Ich will ihn unbedingt wieder sehen. Wir gucken Nordkurve nächste Woche. Wir reden über Fußball und über Fankultur.
Johannes Franke: Gibt es einen Grund, Warum die alle Comedians geworden sind? Ist das ein traumatisierender Film, der dazu führt, dass man Comedian werden muss, um das zu ertragen?
Florian Bayer: Keine Ahnung, vielleicht.
Johannes Franke: Okay, gut. Guckt euch den Film an und schaltet nächste Woche wieder ein, wenn es um Nordkurve geht. Bis dahin. Ciao.
