Episode 256: Planes, Trains and Automobiles – Ein Ticket für Zwei
Alles was der Werbefachmann Neal will, ist es, an Thanksgiving rechtzeitig zu Hause bei seiner Familie in Chicago zu sein. Im Grunde genommen kein hoffnungsloses Unterfangen, schafft man das doch mit einem bequemen Flug von New York aus innerhalb von drei Stunden. Während seiner Reise lernt Neal den Duschvorhangring-Vertreter Del kennen… and its all downhill from there. Wegen extremem Wetter mit der Flug umgeleitet, Neal und Del schlagen sich von da an gemeinsam nach Chicago durch, mit allem was der Mittlere Westen an Fahrmöglichkeiten zu bieten hat. Umso schlimmer, dass sich Del während dieses Trips als echte Nervensäge entpuppt, vor dessen tollpatschiger, extrovertierter Art nichts und niemand sicher ist.
Planes, Trains and Automobiles: Selten war ein Titel treffender und unvollständiger zugleich. Ergänzt werden müssten noch Hotelzimmer, Busse, Pick Up Trucks, LKWs… und vor allem Chaos. Ein Ticket für zwei, wie er im deutschen heißt, ist eine wilde Road Movie Komödie mit dem Herz am rechten Fleck und ner ganzen Ladung Schmock in der Hinterhand. Der perfekte Thanksgiving Film.
Johannes, mit wem würdest du lieber unterwegs sein: Del oder Neal?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 256: Planes, Trains and Automobiles – Ein Ticket für Zwei Publishing Date: 2025-11-26T07:02:10+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2025/11/26/episode-256-planes-trains-and-automobiles-ein-ticket-fuer-zwei/
Johannes Franke: Jetzt, wo wir drüber reden, kann ich das alles toll finden, weil ich die Ideen toll finde. Aber ich finde die Ideen toll und nicht die Umsetzung leider. Mann!
Florian Bayer: Johannes?
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Warum hast du gerade mein Ohr geküsst?
Johannes Franke: Warum hast du meine Hand in der Hand? Nein, Moment, was sagt er?
Florian Bayer: Wo ist deine andere Hand? Zwischen zwei Kissen? Das sind keine Kissen. Hast du das Unionsspiel gestern gesehen? War das nicht geil? Wahnsinn. Ganz toll. Die sind diese Saison echt stark. Und damit herzlich willkommen zum Muss-Man-Sehen-Podcast. Du bist mit der Homophobie eingestiegen, was soll das denn? Das ist keine Homophobie. Diese Szene ist nicht homophob. Das werden wir alles in dieser Episode rausfinden. Wir reden heute über ein Ticket für zwei, beziehungsweise Trains, Planes and Automobiles, wie er im Englischen heißt. Aus dem Jahr 1987 von John Hughes.
Johannes Franke: Wollen wir einmal kurz erklären, was wir überhaupt machen? Wir haben das schon seit zig Episoden nicht mehr richtig erklärt.
Florian Bayer: Wir reden über Filme, so viel muss man da nicht erklären.
Johannes Franke: Nein, wir geben uns jenseitig Filme auf, egal ob der andere will oder nicht, muss er den Film dann gucken. So, Pech gehabt.
Florian Bayer: Genau, diesen Film musst du sehen und da wir einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack haben, kommt es auch öfter zu Streitereien. Diese Woche war ich dran und ich... Ich bin ja gerne dabei, Johannes, irgendwelche Special Episodes Feiertagsfilme zu geben. Weihnachten haben wir ziemlich durchgespielt, Halloween haben wir auch durchgespielt. Thanksgiving.
Johannes Franke: Ja, Thanksgiving ist so ein Fest, was wir in Deutschland wirklich gar nicht feiern, Flor. Warum machst du sowas?
Florian Bayer: Ich liebe Thanksgiving, also ich liebe nicht den ursprünglichen Thanksgiving-Gedanken, weil dafür bin ich nicht amerikanisch genug und habe auch nicht genug Hass gegenüber Native Americans. Aber ich finde diesen Gedanken so ein Fest zu haben, wo man... ganz viel Essen auf dem Tisch stehen hat, die verschiedensten Sorten, und sich dann richtig den Bauch vollschlägt und in einer großen Runde zusammen ist, finde ich großartig.
Johannes Franke: Ich finde, das Wort Thanksgiving suggeriert ein Fest, wo man, und das ist ja Teil der ganzen Sache, tatsächlich einfach mal schaut, wofür bin ich denn dankbar? Und das finde ich eigentlich als Gedanken ganz nett. Plur, ganz spontan. Wofür bist du denn dankbar? Das kommt zu Thanksgiving raus. Also los. Wofür bist du dankbar? Ich bin dafür dankbar, wie gut es mir geht. Wie gesund ich bin. Ich bin eine tolle Familie. Warum stellst du so eine Kitschfrage? Was erwartest du denn außer einer Kitschantwort? Ich bin dankbar, dass es Taskmaster gibt. Eine britische Serie, guckt sie alle.
Florian Bayer: Okay, haben wir das geklärt. Hast du schon mal Großsanksgiving gefeiert?
Johannes Franke: Nein, natürlich nicht. Keine Ahnung.
Florian Bayer: Doch, hast du.
Johannes Franke: Hast du was?
Florian Bayer: Irgendwann mal. Zu WG-Zeiten haben wir das gemacht. Ach so. Und eine Freundin von uns hat sogar, die am besten kochen kann von uns, würde ich behaupten, hat tatsächlich ein Federvieh in den Ofen geschoben, wovon du leider nichts essen konntest, weil du Vegetarier bist. Und wir hatten sehr viele Speisen und haben im Freundeskreis zusammen gegessen. Das war sehr nett.
Johannes Franke: Ich erinnere mich sogar. Aber ich bin zu spät gekommen. Der war ein Auftritt an dem Abend.
Florian Bayer: Ah, ja, kann sein. Und ich habe das ein, zweimal gemacht in meinem Leben. Also ich ziehe es nicht konsequent durch, aber ich fand es jedes Mal total nett, zu kochen und ganz viel Zeug auf dem Tisch stehen zu haben und sich dann einfach den Bauch vollzuschlagen mit klassisch halt Kartoffelpüree, irgendwas, ein Puder oder meinetwegen auch ein Tofu-Puder, verschiedene Soßen und so weiter. Großartig.
Johannes Franke: Der Vegetarier hat genug gehört. Mit Kind kann ich es mir noch vorstellen, aber eben genau wegen dieser Frage. Wofür ist man denn dankbar? Ich finde es eigentlich wirklich ganz nett. Ich finde es nicht nur kitschig, die Frage, Plur. Du bist einfach zynischer Idiot.
Florian Bayer: Ja, das bin ich genau.
Johannes Franke: Ich, der jedes Jahr sagt, lass uns Weihnachten zelebrieren.
Florian Bayer: Lass uns gemeinsam Freude haben. Und wohlgemerkt, Weihnachten steht auch vor der Tür und wir werden auch den kommenden Monat wieder gewohnt schöne, märchenhafte, weihnachtliche Filme besprechen. Stellt euch drauf ein.
Johannes Franke: Wir haben schon ein viel zu langes Intro, Plur. Lass uns mal darüber reden, was wir überhaupt besprechen. Ein Ticket für zwei und ihr erzählt mal,
Florian Bayer: worum es geht. Alles, was der Werbefachmann Neil will, ist es, an Thanksgiving rechtzeitig zu Hause bei seiner Familie in Chicago zu sein. Im Grunde genommen kein hoffnungsloses Unterfangen, schafft man das doch mit einem bequemen Flug von New York aus innerhalb von drei Stunden. Während seiner Reise lernt Neil den Duschvorhangring-Vertreter Del kennen. And it's all downhill from there. Wegen extremem Wetter wird der Flug umgeleitet. Neil und Del schlagen sich von da an gemeinsam nach Chicago durch. Mit allem, was der mittlere Westen an Fahrt Möglichkeiten zu bieten hat. Umso schlimmer, dass sich Dell während dieses Trips als echte Nervensäge entpuppt, vor dessen tollpatschiger, extrovertierter Art nichts und niemand sicher ist. Planes, Trains and Automobiles. Selten war ein Titel treffender, selten war ein Titel unvollständiger. Ergänzt werden müssten noch Hotelzimmer, Motelzimmer, Busse, Pickup-Trucks, LKWs und vor allem Chaos. Ein Ticket für zwei, wie er im Deutschen heißt, ist eine wilde Road-Movie-Komödie mit dem Herz am rechten Fleck und einer ganzen Ladung Schmock in der Hinterhand. Der perfekte Thanksgiving-Film. Johannes, mit wem würdest du denn lieber unterwegs sein? Del oder Neil?
Johannes Franke: Mit Steve Martin.
Florian Bayer: Aber ganz konkret mit Steve Martin. Mit dem zynischen, fiesen Bastard Steve Martin.
Johannes Franke: Ja, mit dieser Art von Steve Martin, aber ich habe nicht umsonst Steve Martin und nicht den Namen der Figur genannt. Ich will mit Steve Martin unterwegs sein. Aber jetzt, wo ich den Schauspieler raufhole, eigentlich John Candy ist der interessantere Mensch vielleicht. Ich finde Stephen Martin wahnsinnig interessant, weil ich ihn nie so lustig fand wie Amerika offenbar.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und ich ihn aber als Menschen total interessant finde.
Florian Bayer: Was findest du interessant an ihm?
Johannes Franke: Ich weiß nicht. Der hat einen großen theoretischen Hintergrund hinter seiner Comedy. Ja. Und redet sehr, sehr viel. Er hat ja auch bei Masterclass und so weiter seinen eigenen Comedy-Klasse gemacht, sodass er Leuten erzählt, wie es funktioniert. Und ich habe mir das angeschaut und ich fand ihn total interessant. Also ich würde mit ihm wahrscheinlich tatsächlich, kann ich mir gut eine Woche Roadtrip vorstellen. Aber mit John Candy muss ich sagen, eigentlich auch.
Florian Bayer: Das Krasse ist ja, Steve Martin ist für mich, da ich nie so tief in diese amerikanische Comedy-Szene eingetaucht bin, kannte ich Steve Martin vor allem aus Filmen. Und da war er ja immer irgendwie eher so der serious guy. Also auch wie in diesem Film, so der Ernsthafte, der unter den Dingen leidet, die die Verrückten machen. Und so habe ich ihn immer wahrgenommen, als so total seriösen Typen, der im Anzug da sitzt und so ein bisschen verklemmt ist und ein bisschen introvertiert ist. Wenn man sich die Comedy-Programme von Steve Martin anguckt, Das war so einer der ersten wirklich derben Comedians in den USA.
Johannes Franke: Rock'n'Roll.
Florian Bayer: Mit viel Gefluche, mit wirklich derben Humor und so mit Witzen, die man heutzutage nicht mehr machen könnte. Kompletter Quatsch. Aber das würden viele Leute sagen. Der wirklich einfach auf die Kacke gehauen hat. Und das ist ganz interessant, weil viele sagen ja so, Steve Martin ist in der Realität tatsächlich eher wie dieser Neil. Nämlich ein ganz zurückhaltender, schüchterner, introvertierter Typ. Aber... Nicht mit so einer kurzen Lunte, sondern jemand, der wirklich einfach genuin nett ist und zurückhaltend ist und einfach lieber anderen die Show überlässt, während er auf der Bühne halt voll drauf haut.
Johannes Franke: Ja, das ist so ein bisschen ein Stereotyp von Comedians, dass die auf der Bühne so wahnsinnig extrovertiert sind und im privaten Leben so der traurige Clown, der zurückgezogen und ruhig und introvertiert und so.
Florian Bayer: Ich glaube noch nicht mal traurig, sondern tatsächlich, also du hast gesagt, er hat viel... Viel Theorie im Hintergrund. Ja, ja, ja. Und ich finde, er wirkt auch so, wenn man ihn sieht in Interviews, er wirkt einfach wie ein Intellektueller. Ja, total. Er ist ein Denker.
Johannes Franke: Ja, ja. Obwohl seine Comedy eben auf der Bühne tatsächlich das nicht vermuten lässt. Es ist wirklich so. Es ist so Rock'n'Roll und so chaotisch und so weird, der Humor, den er hat. Ich finde so ein, zwei Jonglier- und Zauberroutinen, die er früher hatte, ganz am Anfang seiner Karriere. Tatsächlich ganz interessant. Aber auch aus der Perspektive, dass ich selber als Jongleur und Zauberer angefangen habe. Insofern kann ich da andocken.
Florian Bayer: Ja, der hat bei Disneyland gearbeitet und dann hat er da wohl ganz viel so diese klassischen Varietänen umangelernt. Jonglieren, zaubern, Banjo spielen, Ballon-Tiere machen, solches Zeug.
Johannes Franke: Banjo spielen macht er bis heute. Das ist ja sein großes Markending geworden noch.
Florian Bayer: Ja, und Steve Martin, und wie gesagt, ich weiß das nicht als ignoranter Europäer, der war in den 70ern, war der eine absolute... Comedy-Größe in Amerika. Der war überall unterwegs. 1971 hat er seinen ersten Emmy gewonnen. Er war unter anderem bei Sonny & Cher. Er war natürlich bei Johnny Carson. Er war in der fucking Muppet Show. Also er war wirklich sehr umtriebig.
Johannes Franke: Aber wer war nicht in der Muppet Show? Die Muppet Show hat so viele Episoden gehabt, die mussten immer wieder jemanden ankarren. True.
Florian Bayer: 1976 hat er dann SNL moderiert. Und da war er einfach mal bis Mitte der 80er war er einer der ganz großen, einer der Frontfigures.
Johannes Franke: Ja, absolut. Und ich habe es nie so richtig verstanden, weil ich ihn tatsächlich einfach nicht so witzig fand, wie alle ihn hochstilisiert haben als der große Comedy-Typ. Aber ich fand ihn in Filmen tatsächlich auch interessant.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, wie du, weil du kennst ihn ja tatsächlich auch nur aus Filmen, ne? Ich kenne ihn fast nur aus Filmen. Wie hast du ihn wahrgenommen als Schauspieler? Also richtig guter Schauspieler ist er vielleicht auch nicht unbedingt.
Florian Bayer: Ne, wie gesagt, er hat immer diese Serious Guys gespielt und da gibt es ja so eine gewisse Routine und die hat er auch immer durchgezogen. Man hatte irgendwann das Gefühl, also ich hatte irgendwann das Gefühl, Steve Martin spielt eigentlich immer die Steve Martin Rolle. Und die ist so ein bisschen der verklemmte Bürger aus der oberen Mittelschicht, der sich unangenehm berührt fühlt durch das, was um ihn herum passiert. Aber wir haben ihn ja auch zum Beispiel im Sommer über den kleinen Horrorladen gesprochen. Da haben wir ihn als Zahnarzt erlebt, der komplett Rock'n'Roll ist und der einfach nur krass und schräg drauf ist.
Johannes Franke: Ja, da war er wirklich sehr, sehr gut.
Florian Bayer: Wenn wir schon bei unserem Maincast sind, springen wir ganz kurz zu John Candy. Der leider 1994 verstorben ist.
Johannes Franke: Ja, so traurig. Kommen wir vielleicht darüber hin. Wenn du mehr Facts zu ihm hast, dann kommen wir zum Ende hin, warum er gestorben ist und wie traurig das alles ist.
Florian Bayer: Auch ein großer Comedian, auch in den 70ern ein sehr großer Comedian, der sich nach und nach berühmter erarbeitet hat. Der allerdings im Gegensatz zu Steve Martin nicht besser da der Nightlife war, weil er... Weil er seine Kollegen nicht im Stich lassen wollte. Der hat zusammen mit einem Team Second City Television gemacht. Und dann hat SNL zu ihm gesagt, ey, du bist sau witzig, komm zu uns. Und er hat gesagt, nee, das ist mein Team und die lasse ich nicht im Stich. Im Gegensatz zu Steve Martin hat John Candy schon früher in eine Filmkarriere reingefunden. Hat dann kleinere Rollen gespielt und größere Rollen. Und wurde vor allem durch die Filme zu einem der beliebten Filme. Liebtesten Comedy-Schauspieler der USA.
Johannes Franke: Man muss auch sagen, dass er der deutlich bessere Schauspieler ist von den beiden.
Florian Bayer: Er ist mehr Filmschauspieler. Und John Candy habe ich halt auch so sehr typenbesetzt erlebt. Weil ich Ende der 80er ganz viele dieser Filme gesehen habe, wie ein Ticket für zwei. Wo er halt meistens den gutmütigen, sehr tollpatschigen, sehr nervigen Onkel spielt. Und dazu gehören dann so Rollen wie Uncle Buck.
Johannes Franke: Home Alone.
Florian Bayer: Home Alone. und Spaceballs, wo er den Böter gespielt hat.
Johannes Franke: Ja, sehr, sehr, sehr schön. Das war übrigens kurz davor, ne? Planes, Trains und Automobils. Ja. Ist im gleichen Jahr rausgekommen wie Spaceballs.
Florian Bayer: Ja. Und John Candy hat wohl sehr exzessiv gelebt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Gar nicht so was Drogen betrifft, das waren ja eigentlich viele in den 80ern, sondern wirklich einfach was Essen und Rauchen betrifft und der war nicht der sportlichste Typ.
Johannes Franke: Der hat wohl zum Dreh ins Hotel einen Haufen Ähm... Handeln und Zeug und richtiges Sportgerät richtig mitgebracht. Und angeblich hat er es nie benutzt. Nicht ein einziges Mal.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Sagt zumindest Steve Martin.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ach, ist das traurig, weil er wirklich anscheinend, also wenn er das schon mit sich rumträgt, dann muss er ja irgendeine Absicht damit haben. Entweder will er nach außen hin sagen, komm hier, ich kümmere mich drum oder irgendwie anders. Auf jeden Fall hat er tatsächlich auch Freundschaften aufgekündigt, wenn diese Freunde zu sehr gesagt haben, du musst langsam mal abnehmen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Der war nicht... Der wollte es nicht hören. Der wollte das ganze Thema möglichst totschweigen. Es gibt einen Ausschnitt aus einem Interview, da hat der Interviewpartner so ein bisschen das angedeutet. Und John Candy war nicht unhöflich oder sowas. Aber man merkte auch an der Reaktion des Interviewpartners, dass der möglichst schnell weggerudert ist. Weil er nicht auf die rote Liste wollte.
Florian Bayer: Es ging in der Comedy-Szene so ein bisschen das Gerücht drum, dass John Candy das vor allem deswegen gemacht hat, weil er seine Breite als auch als Marke gesehen hat. Dass er gedacht hat, er ist vor allem deswegen als Comedian erfolgreich, weil er so dick ist. Weil er halt den dicken, netten, lustigen Typen gut spielen kann und abnehmen ist dann hinderlich.
Johannes Franke: Das erschöpft sich doch auch irgendwann. Das kann man doch auch irgendwann ablegen und man kriegt da eine Karriere hin. Ich glaube, da hat er sich ganz schön verrannt.
Florian Bayer: Ein absolutes Beispiel dafür ist zum Beispiel John Goodman. Der in den 90ern, wirklich auch als der nette, dicke Typ, der lustige, dicke Typ unterwegs war, in Roselle zum Beispiel. Und der enorm abgenommen hat. Also ich weiß nicht, ob ihr mal aktuelle Bilder von John Goodman gesehen habt. Der sieht nicht mehr so aus, wie er damals in den 90ern aussah.
Johannes Franke: Und der hat immer noch Rollen. Genau. Der darf halt auch spielen. Ja, ich befürchte, die Zeiten sind aber auch andere gewesen, sodass man sich das vielleicht auch in der Zeit weniger getraut hat. Und John Goodman war ein bisschen später. Ja,
Florian Bayer: kommen wir nochmal zu den Rollen. Weil die ursprüngliche Frage war, vor der du ausgewichen bist. Und deswegen mache ich jetzt einfach ganz fies zwei Fragen draus.
Johannes Franke: Oh.
Florian Bayer: Mit wem wärst du lieber unterwegs? Mit wem identifizierst du dich mehr?
Johannes Franke: Oh, ja, ich identifiziere mich mit Steve Martin mehr.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Tatsächlich mit der Rolle. Und ich wäre auch lieber mit ihm unterwegs dann, weil man sagen kann, okay, wir haben hier eine Zweckgemeinschaft. Macht die Sinn? Macht die keinen Sinn? Ja, nein. Und ansonsten halten wir die Fresse und gut ist. Weil ich will nicht im Flugzeug mit, also nein, nein. Und zieh nicht deine Schuhe aus. Und ah. Fuck. Also natürlich haben wir Mitgefühl mit ihm und so und John Candy durch seine Rede da mitten im Film dreht sich das alles total rum und man ist voll bei ihm, aber... Aber meine Fresse, ich will nicht mit ihm unterwegs sein.
Florian Bayer: Es ist so witzig, dass es von außen ist, wenn man drüber nachdenkt, wie man sich fühlt, wenn Leute, die nicht zugeschwätzig sind, einen im Zug ansprechen, man hat einfach keinen Bock auf ein Gespräch. Und die forcieren so ein bisschen ein Gespräch. Das kann ganz schön stressen. Und John Candy ist in der Rolle dann in einigen Momenten halt auch wirklich der unangenehmste Gesprächspartner, den man sich vorstellen kann, weil er einfach überhaupt kein Gespür für irgendwelche Zeichen hat, für Zwischentöne.
Johannes Franke: Pro Zeichen möchtest du Tee, Floor? Oh ja, sehr gerne. Gebt ihr wilde Zeichen.
Florian Bayer: Ja, ich muss auch zu beidem sagen, ich identifiziere mich eher mit diesem Nil und ich wäre auch eher mit diesem Nil unterwegs. Es gibt aber Momente, wo ich denke, es wäre ganz schön anstrengend, mit jemandem unterwegs zu sein, der so eine kurze Lunte hat.
Johannes Franke: Aber so kurz ist die Lunte auch nicht.
Florian Bayer: Ach,
Johannes Franke: nein, nein, der braucht wirklich lange, der ist lange dabei zu sagen, ja, ich schluck nochmal runter und ich schluck nochmal runter. Also bis er wirklich ausrastet, ist wirklich, natürlich ist er dann sehr hart, sehr lange sehr hart, aber da können wir noch dazu kommen.
Florian Bayer: Bei mir verspielt jeder Mensch Sympathie, der seine Wut auf ein System, wo irgendwas schief läuft, an denen auslässt, die im Support arbeiten. Das ist das Letzte. Das ist wirklich richtig hässlich. Ich brauche ein Flugzeug, ne?
Johannes Franke: Die Frau im Flugzeug, meinst du?
Florian Bayer: Die Frau im Flugzeug, die Frau in der Autovermietung. Menschen, die im Support arbeiten, die wirklich einfach nur helfen wollen. Anzuschreien, weil man unzufrieden ist mit etwas, was von dem Unternehmen passiert ist, das ist einfach ätzend. Das macht man nicht.
Johannes Franke: Aber geben wir ihm mal ein bisschen mehr Slack. Wenn er die Autovermietungsfrau da angeht, dann hat er schon einen halben Film Scheiße erlebt. Also das ist schon, da verstehe ich schon, dass er irgendwann wirklich... gar keine Lust mehr hat, weißt du?
Florian Bayer: Aber sie kann doch nichts dafür.
Johannes Franke: Sie kann nichts dafür und so weiter, natürlich. Und ich will auch nicht, dass das jemand macht. Aber ich kann es da besser verstehen, als zum Beispiel bei der Frau im Flugzeug, weil da ist es wirklich noch nicht so hart. Da ist ja noch nicht viel passiert.
Florian Bayer: Ja, und auch mit Del. Del ist nervig. Del macht komische Schnarchgeräusche neben ihm. Del hat Bier übers Bett verschüttet und so weiter. Aber die Art, wie er mit ihm redet, wie er ihn eiskalt verletzen will, und zwar wirklich mit einer Wort-Tirade, Tirade die IA absolut schlagfertig ist, aber die einfach nur scheißverletzend ist. It's not cool. Mit so jemandem möchtest du keinen Streit haben, weil das wirklich unschön ist.
Johannes Franke: Aber ich hätte halt auch mit ihm keinen Streit. Wir würden uns anschweigen, gut ist.
Florian Bayer: Ja, wahrscheinlich, vielleicht. Ich weiß nicht. Ich finde, manchmal wirkt dieser Neil wie jemand, der auch wegen einer Kleinigkeit ausrasten könnte.
Johannes Franke: Meinst du? Ich weiß nicht. Am Anfang ist er doch noch recht... Recht nett. Wenn er das Taxi versucht, dem Typen abzukaufen, ist er ja irgendwann im Tiefstatus gelandet, weil der Typ einfach zu crazy kapitalistisch ist und sagt, wenn jemand 50 Euro geben würde, dann wird er sicherlich auch 75 Euro geben, nicht wahr?
Florian Bayer: Und diese wunderbare Reaktion darauf, wenn Nils ihm sagt, was sind Sie für ein grausamer Mensch? Ich bin ein Anwalt. Das ist so geil.
Johannes Franke: What a thief. Fast. Anwalt. Ja, ja,
Florian Bayer: okay, einigen wir uns drauf, dass beide Charaktere problematisch sind?
Johannes Franke: Und ich finde, das ist das, was der Film auch gut macht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil der Film wirklich einem die ganze Zeit, ich glaube, in verschiedenen Phasen seines Lebens kann man an verschiedenen Stellen andocken. Und dann ist man vielleicht in einer Phase, wo man mehr mit John Candy mitleidet und dann mehr mit Steve Martin mitleidet. Sorry, ich gehe immer mit den Schauspielernamen durch. Ich kann mich einfach beim besten Willen nicht mehr erinnern, wie die Figuren heißen. Weil ich einfach zu sehr Steve Martin und John Candy vor mir habe. Es hat auch irgendjemand gesagt, dass die wirklich sich selbst spielen. Das stimmt natürlich nicht ganz. Aber ich glaube, sie sind recht nah an sich selbst gebaut, was die Figuren betrifft.
Florian Bayer: Und ich glaube, wenn wir über die beiden Rollen und vor allem wie sympathisch die beiden Rollen sind, dann müssen wir einfach auch über die Genese des Films reden. Ich greife ganz kurz vorweg und wir kommen gleich an. Dieser Film wurde ein paar Monate, bevor er im Kino gezeigt werden sollte, nämlich im November, pünktlich zu Thanksgiving, wurde er Anfang September wurde er im Testpublikum gezeigt in einer zweistündigen Version, nachdem sie ihn sehr viel runtergekürzt haben. Wir kommen zu dem noch zu sprechen. Das Publikum hat den Film gehasst.
Johannes Franke: Die sind rausgegangen und sie haben nicht gewusst warum.
Florian Bayer: Nicht nur das, das Publikum hat die beiden Hauptfiguren gehasst. Sowohl John Candy als auch Steve Martin. Die sind nicht gut weggekommen. Genau, sie haben drauf geguckt.
Johannes Franke: Also sie haben dieses Screening gemacht und die Leute sind rausgegangen und haben sich gefragt, warum. Und dann sollte man ja immer, wenn man so ein Screening macht, schreiben die Leute immer auf eine Karte, was hat ihnen gefallen, was hat ihnen nicht so gefallen. Die müssen Fragen beantworten. Und dann steht auf diesen Karten, die sie dann beantwortet haben, ein Haufen Sachen drauf und die musst du auswerten. Du musst irgendwie rausfinden, woran es liegt. Und es ist nicht immer leicht, weil die Leute nicht eindeutig draufschreiben. bei Minute sowieso und sowieso ist das passiert und das fand ich scheiße, sondern die machen sehr esoterische Sachen manchmal und da muss man raten, was ist denn gemeint, was ist das Problem und haben sie nach und nach rausgefunden, dass die beiden wirklich völlig unten durch sind bei den Zuschauern. Und vor allem war das Problem anscheinend, dass Steve Martin in dieser Schnittversion so wirkte, als ob er sich die ganze Zeit von John rumschubsen lässt. Also dass John Candy Steve Martin ausnutzt und ihm das Geld aus den Taschen zieht, mehr oder weniger. Weil er ständig bezahlt und so. Und dann haben sie festgestellt, ja, wir haben diese eine Szene rausgeschnitten am Zug, wo John Candy ihm das Geld zurückgeben will. Vielleicht bauen wir die lieber wieder mit rein. Und dann hat es wieder funktioniert.
Florian Bayer: Es gibt ein ganz großartiges Interview mit dem Main Editor von dem Film, Paul Hirsch.
Johannes Franke: Ganz toll.
Florian Bayer: Ganz toll. Hört euch das an. Großartiges Interview. In einem anderen Podcast. Ich muss ganz kurz gucken, in welchem. Ich weiß es nicht mehr ganz sicher. Es ist möglicherweise ein englischsprachiger Podcast.
Johannes Franke: Ja, ich habe es, glaube ich, auch hier irgendwo. Wir finden das aus. Ich will das Plans. A Cinematic Christmas Journey. Und da ist einfach der Editor zu Gast. Ja. Und der erzählt richtig, richtig viele spannende Sachen.
Florian Bayer: Zu den spannenden Sachen gehört, als sie diesen Film gedreht haben, John Hughes war für den Film verantwortlich, hat diesen Film gedreht, übrigens auch Drehbuch und Produktion und es war, es ist im Narrativ der Filmgeschichte, das ist gerne so der erste erwachsene Film, den John Hughes gemacht hat, der davor ja die ganzen Teenager-Comedy gemacht hat, stimmt nicht so wirklich, der davor auch schon erwachsene Filme gemacht hat, aber so wird es einfach wahrgenommen, dass er da mehr gemacht hat als sowas wie Breakfast Club oder Ferris Bueller. Auf jeden Fall, John Hughes hat gerne viel gedreht. Er hat unglaublich viel Rohmaterial gemacht.
Johannes Franke: Ach Gott, reden wir darüber.
Florian Bayer: Und Paul Hirsch ist am ersten, zweiten Tag am Set, um sich Material anzugucken. Sie sagen, ey, wir machen Screenings. Das ist normal, was gedreht wurde an dem Tag. Dailies. Und dann saß er da in einem Screening, wo sie Steve Martin im Zug zeigen, der nichts macht, außer zu gucken. Wird später noch eine große Relevanz haben dafür, warum der Film gerettet werden konnte. Aber es ist nur das. Und Paul Hirsch erzählt, wir saßen da und wir sahen Steve Martin im Zug.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann ist eine komplette Rolle fertig gespielt worden. Dann haben sie die nächste aufgelegt. Und dann haben wir nochmal 10 Minuten Steve Martin im Zug gesehen.
Johannes Franke: Und man muss dazu sagen, auch das spielt noch eine Rolle. Eine Rolle Film damals, weil das ja auf Film gedreht wurde, ne? Physischer Film. Fasste ungefähr 11 Minuten. Es gab Szenen, die haben 14 Minuten gedauert.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ein Albtraum für jede Produktion. Am Stück, also ne Master, also einmal die große Aufnahme von allem, was in dieser Szene passieren soll. 14 Minuten, weil sie so viel improvisiert haben, so viel Scheiße gemacht haben. Egal, reden wir gleich nochmal drüber. Aber sie haben an diesem einen Abend, an dem ersten, einfach dieses Material angeschaut und es hörte nicht auf. Es war Material um Material um Material und länger als der Film am Ende ist.
Florian Bayer: Es gibt mehrere Schnittfassungen, quasi verlorene Schnittfassungen. Wenn ein Film geschnitten wird, also auch gerade bei großen Blockbustern gibt es oft... so einen ersten Cut, wo ganz klar ist, dass der Überlänge hat. Der ist einfach länger als das, was rauskommt. Aber der muss keine vier Stunden lang sein.
Johannes Franke: Das waren drei Stunden 45 Minuten, der erste Schnitt. Das waren 24 Reels. Aber es gab so eine schöne Anekdote, die er erzählt hat, die ich auch ganz toll fand. Nämlich, dass es eine Stelle im Buch gibt, wo sie auf dem Highway sind in der Nacht. Und das ist so eine Viertelseite eines A4-Blattes im Drehbuch. Da steht einfach nur, Highway, Nacht, die fahren da, bla bla bla. Zwei, drei Zeilen. Ein Viertel einer A4-Seite. Und am Ende haben sie vier Stunden Material für diese Viertelseite gedreht. Einfach weil die so viel Spaß hatten am Set zu improvisieren. John Candy kann labern, labern, labern. Steve Martin auch. Die kriegen das hin. Und du kannst sie auch nicht stoppen. Du kannst nicht sagen, nee, wir lassen uns die Goldnuggets ent... gehen, die da unter Umständen gerade auftauchen. Du musst das alles mitnehmen. Du wärst schön blöd, aber du musst all das auch managen können. Diese vier Stunden Material. Oh, fuck. Und dann auszuwählen und zu überlegen, was passt denn jetzt rein und was passt nicht rein. Natürlich war der Film am Anfang drei Stunden 45 lang.
Florian Bayer: Es war komplett aufgebläht und es war nicht nur diese wunderbaren Improvisationen von John Candy und Steve Martin, sondern es war auch einfach so, dass Hughes offensichtlich selbst noch nicht so genau wusste, wo er hin wollte. Er hat auch sehr viel umgeschrieben während des Drehs. Und es wurden sehr viele kleinere und größere Subplots gedreht, die dann auch sehr spät erst der Schere zum Opfer gefallen sind. Unter anderem, was das Verhältnis von Neil zu seiner Frau betrifft. Und aber auch, was das Geschehen während der Reise betrifft. Menschen, die hier nur zehn Sekunden zu sehen sind, haben im Original fünf Minuten Auftritt. Und teilweise gibt es noch die Lied des Zins auch online zu finden, wo man diese... Dieser Auftritt, das sieht.
Johannes Franke: Ich glaube, es lohnt sich, die auch nochmal genauer anzuschauen. Wir können ja erstmal den Prozess zu Ende machen und dann gucken wir uns mal rein, was alles gestrichen wurde, weil das vielleicht das ein oder andere im Film klärt, warum das so ist, wie es ist. Die haben sich die 3 Stunden 45 angeschaut. Die müssen ja irgendwann, der Editor hat das zu Ende geschnitten und dann gucken sie sich das mit dem Produzenten zusammen an und überlegen, was machen wir denn damit? Ist das gut oder nicht? 3 Stunden 45. Alle sitzen geduldig da. Und wie gesagt, damals musste man die Reels noch tauschen. Nach 10 Minuten oder 11 Minuten einmal das Reel austauschen. Also kurze Pause. Ach, es gibt noch ein Reel. Ah, da kommt noch ein Reel. Stell dir das mal vor, du sitzt da und denkst dir, achso, es ist immer noch nicht zu Ende. Wie viele Reels sind denn da noch? Dann kommt das nächste Reel und ganz am Ende. dreht sich Jus um zum Editor und sagt einfach nur trocken, it's too long. Und du denkst dir, no shit, man. So, das ist ja klar. Fuck, Alter. Und dann haben sie sich wirklich hingesetzt, nachdem Jus erstmal in Urlaub gefahren ist. Das ist auch geil, das ist viel zu lang. Du musst es kürzen. Ich bin weg. Geht erstmal in Urlaub. Kommt nach zehn Tagen Urlaub wieder und setzen sie sich echt hin. Und dann fangen die nicht an, in kleinen Teilen, das ist auch eine gute Entscheidung, nicht in kleinen Teilen hier einen Satz rauszunehmen und da einen Satz rauszunehmen, sondern wirklich komplett, okay, dieser Subplot wird über den Jordan geworfen, dieser Subplot nämlich komplett raus, das komplett, das komplett und das komplett raus. Und dann bleibt dir ein Flickenteppich, den du irgendwie zusammenstitchen musst, wo du gucken musst, funktioniert das noch? In der Szene bezieht er sich aber auf das, was wir jetzt gerade rausgeschnitten haben. Das müssen wir irgendwie zusammen kitten und vielleicht. haben nicht alle Szenen davon profitiert. Aber andere Szenen, finde ich, haben davon stark profitiert, wie zum Beispiel die Szene im Hotel, wo er nur in einem Nebensatz sagt, das Bier, was du hier verschüttet hast auf diesem Bett, das gibt es ja wohl nicht.
Florian Bayer: So viel witziger. Ja, es gibt die Originalszene vom explodierenden Bier auf dem Bett. Die findet man auch noch online. Und in der jetzigen Schnittfassung im endgültigen Film ist es so, dass sie einfach im Bett liegen und John Candy sagt, Sorry übrigens wegen dem Bier. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass es explodiert. Es ist so geil, weil du es nicht siehst. By the way, vibrierende Betten.
Johannes Franke: Großartig, warum gibt es das nicht mehr?
Florian Bayer: Ich wollte gerade fragen, warum war das irgendwann mal ein Ding? Ich liebe es. Wer will auf einem Bett reisekrank werden?
Johannes Franke: Ich will das haben.
Florian Bayer: Nein, du willst das nicht haben. Nein.
Johannes Franke: Ich habe gerade einen sehr nicht jugendfreien Gedanken.
Florian Bayer: Für
Johannes Franke: 80-jährige Männer, die es nicht mehr können selber, ist das doch super.
Florian Bayer: Ich glaube tatsächlich bei diesen... schäbigen kleinen Motels, der Vipulation hat vor allem einen Sex-Hintergrund.
Johannes Franke: Oh nein! Okay, okay, okay.
Florian Bayer: Und dann bei dem Gedanken, dass das jemand als Masturbationshilfe oder Sexhilfe benutzt hat. Ich weiß ja nicht, ob ich dann da drin schlafen will.
Johannes Franke: Aber diesen absteigen will auch sowieso keiner.
Florian Bayer: Es gibt diese Szene, wo John Candy das Bier aufs Bett stellt. und das vibrieren lässt und dann explodiert es irgendwann. Und vor allem ist das verknüpft mit einer Szene, wo er einen Pizzaboten bezahlt. Und unter anderem eine Szene dafür, warum die beiden Protagonisten nicht gemocht wurden, weil John Candy in der Szene erstaunlich, auch out of role, einfach nur ätzend zu diesem Pizzaboten. Und es macht keinen Sinn zum Rest seines Charakters.
Johannes Franke: Und er nimmt das Geld von Steve Martin aus der Geldbörse und bezahlt damit den Pizzaboten, gibt ihm einen Dollar Trinkgeld.
Florian Bayer: Fünf Prozent, was in den USA unter Todesstrafe steht. Ja,
Johannes Franke: quasi. Und deswegen kommt der Pizzabote überhaupt wieder und klaut denen das Geld, was eine Erklärung ist. So kommt der plötzlich aus dem Nichts, ist plötzlich ein Einbrecher da und du denkst dir, hä, was? Was hat der da zu suchen? Woher weiß er, wo er hingreifen muss? Aber was soll's Aber das ist vollkommen okay, aber es ist tatsächlich etwas, wo eine Lücke entsteht, wo ich so ein bisschen einen Stolperstein habe.
Florian Bayer: Und trotzdem denke ich, wenn ich die Szene sehe, Gott sei Dank haben sie das rausgekürzt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil der Charakter von John Candy dadurch viel sympathischer wirkt. Das ist halt das Ding, ja. Und weil die Bierzene viel witziger wirkt.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Übrigens auch in dieser Motel-Szene haben wir diese wirklich großartige Szene, wo Steve Martin aus der Dusche kommt. Wir sehen, John Candy ist echt eine Sau, weil er hat alle Handtücher benutzt und überall auf dem Boden verteilt.
Johannes Franke: Und hat er die benutzt, während er geduscht hat, oder nicht?
Florian Bayer: Keine... Ahnung, weil Steve Martin hat es offensichtlich nicht gesehen, als er in die Dusche reingegangen ist.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und dann sieht Steve Martin dieses Handtuch, was noch übrig ist. Und es gibt so eine geile Kamerafahrt da drauf. So diese typische Kameraeinstellung, wo du nicht genau weißt, wie groß ein Objekt ist.
Johannes Franke: Genau das. Es ist großartig.
Florian Bayer: Und dann gibt es diesen Moment, wo man feststellt, ah, das ist ein Waschlappen.
Johannes Franke: Ganz, ganz kleines Handhandtuch. Jedenfalls haben die alle möglichen Sachen rausgeschnitten. und als sie fertig waren im Schnittraum, dreht sich der Cutter zum Regisseur um und sagt, wir haben gerade 28 Drehtage weggeschnitten. Boah, ja, stell dir das vor, 28, du hast nicht einmal für einen Tatort hast du nicht einmal 28 Drehtage. Du hast für einen Tatort heutzutage 21 oder nur 19 Drehtage. Du hast einen kompletten Tatort daraus geschnitten, was ist das denn?
Florian Bayer: Oh, es war ein wirklich teurer Film, der hat 15 Millionen gekostet.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Also er hat sein Geld locker wieder eingespielt. Ja,
Johannes Franke: ja, ja, aber trotzdem.
Florian Bayer: Aber es war richtig teuer und ja, John Hughes hat da richtig auf die Kacke gehauen und sich richtig viel Zeit genommen, das Ding zu drehen. Und dann ist fast alles der Schere zum Opfer gefallen.
Johannes Franke: Und dann war es auch noch so, das ist ja nicht nur beim Dreh entstanden, sondern er hat ja das Drehbuch seltsamerweise in drei Tagen geschrieben. Und das ist offensichtlich die Art, wie er alle seine Drehbücher schreibt. Ja, genau. Super krass. Und dann gibt es halt natürlich, weil man das in drei Tagen tatsächlich nicht hinbekommt, so ein perfektes Buch zu schreiben. Aber die Idee und die grobe Dramaturgie und so weiter, es stimmt schon. Und dann haben sie aber so 20 Reels. Rewrites gemacht. Das heißt, es ging natürlich durch alle möglichen Hände. Jeder hat was dazu gesagt. Jeder hat nochmal gesagt, das funktioniert aber nicht und das funktioniert nicht. Rewrites. Aber das ist in Ordnung. Das ist ja auch normal. In drei Tagen sowas rauszukranken ist einfach wahnsinnig absurd. Und dann ist das Ding aber tatsächlich auch schon im Drehbuch zu lang gewesen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Es ist nicht nur so, dass sie beim Dreh alles überstrapaziert haben, sondern auch das Drehbuch war schon wahnsinnig lang. So lang, dass Steve Martin schon gefragt hat und... wirst du noch die Schere ansetzen? Also das Drehbuch bekommen hat. Und der Regisseur fragt, wie jetzt? Welche Schere? Nein. So ein Drehbuch sollte nicht länger als 110 Seiten, also 90 bis 100 Seiten vielleicht, aber 120 ist auch noch okay. Aber länger sollte das nicht sein.
Florian Bayer: Wenn man sieht, was da unter anderem drin stand, was verloren gegangen ist sozusagen, dann fragt man sich auch tatsächlich, also ich frage mich tatsächlich oft, warum war das überhaupt erst von Anfang an da drin? Zum Beispiel, es gibt diesen ganzen Plot, dass Steve Martins Frau, zu der er nach Hause will, irgendwann ihn verdächtigt, eine Affäre zu haben, dass sie misstrauisch ist, weil er sagt, ey, ich hänge am Flughafen fest, ich fahre jetzt mit einem Typen durch die Gegend, ich übernachte im Hotel mit einem anderen Mann und sie wird misstrauischer und misstrauischer und es gibt einfach Szenen, wo sie offensichtlich mit Freundinnen darüber redet, dass sie Angst hat, dass er sie betrügen könnte und dass sie ihm nicht mehr genügt und so weiter. und wo du denkst, ja, nein,
Johannes Franke: nee. Die Szenen an sich sind so. recht gut geschrieben, aber die macht im gesamten Gefüge einiges kaputt und ich finde es richtig, dass sie sie rausgeschnitten haben.
Florian Bayer: Es gibt offensichtlich eine Szene sehr spät im Film, wo sie also es gibt die Szene tatsächlich, wo sie von dem State Trooper angehalten werden, weil sie in einem sehr kaputten Auto rumfahren und sie kriegen das Auto weggenommen. Ursprünglich waren sie offensichtlich im Knast. Sie wurden eingesperrt. Es gibt da eine Szene im Knast, wo sie sich nochmal über den Mietwagen unterhalten, der kaputt gegangen ist. Und Del, der den Mietwagen mit Nils Kreditkarte gekauft hat, gibt zu, dass er keine Versicherung gebucht hat, weil das sonst zu teuer geworden wäre. Sprich, die hatten einen komplett geschrotteten Mietwagen und jetzt sitzt Nils auf den Kosten. Woraufhin Nils Del eine verpasst. Es war richtig eine aufs Auge. Und im Anschluss gibt es Szenen, wo Del ein blaues Auge hat.
Johannes Franke: Ich habe es nicht gesehen. Nein, Habe ich auch nicht gesehen. Aber ich finde es total süß, weil das ja zeigt, dass Dell jetzt nicht überstrapazieren wollte. Er hat an der falschen Stelle gespart. Aber er hat ja mit Steve Martins Geld bezahlt. Und da wäre ich auch vorsichtig. Ich zahle jetzt mit dem Versicherung ab. Brauchen wir vielleicht auch nicht unbedingt. Und auch hier wieder sehr gut,
Florian Bayer: dass sie es gekürzt haben. Nämlich diese Szene findet nach dem großen versöhnlichen Abendmoment statt, wo die beiden zusammen trinken. Und wo man das Gefühl hat, jetzt hat wirklich ein Bonding stattgefunden. Und das würde einfach die Uhren wieder zurückdrehen, wenn wir wieder an dem Moment sind, wo einer was Dummes macht und von dem anderen geschlagen wird. Und auch ein Grund dafür, dass Steve Martin dann als unsympathisch wahrgenommen wird, weil ey, du hast dich mit ihm gerade angefreundet, du kannst ihm nicht voll eine verpassen, auch wenn du viel Geld verloren hast wegen ihm.
Johannes Franke: Ja, es gibt auch noch andere Sachen, die rausgefallen sind, die irgendwie weniger wichtig sind, aber es gibt noch eine ganz, ganz große, wichtige Entscheidung und die ist ganz am Schluss. Gerne mir das für den Schluss aufheben, wenn wir so ein bisschen den Rest der Geschichte ein bisschen besprochen haben.
Florian Bayer: Lass uns doch mal kurz tatsächlich in den Film reinspringen, weil es sind wirklich viele witzige Szenen drin. Und tolle Momente drin.
Johannes Franke: Und ich muss jetzt langsam mal mit der Sprache rausrücken.
Florian Bayer: Du mochtest den Film nicht? Ich hasse dich.
Johannes Franke: Ich habe den Film zweimal gucken müssen, weil ich beim ersten Mal gedacht habe, das kann doch nicht sein. Der hat alles, was ich brauche. Warum mag ich den Film nicht? Und dann habe ich ihn extra nochmal geguckt. Und war viel versöhnlicher.
Florian Bayer: Oh Gott sei Dank.
Johannes Franke: Aber ich merke immer noch, dass er ein komisches Timing hat. Hat er. Dass ich es schwierig finde, dass ich sehr viele Staubherstellen habe und dass ich bei weitem nicht so viel lache, wie ich sollte. Mann! Warum ist das so? Ich finde es super seltsam. Ich habe es extra nochmal ein zweites Mal angeschaut, weil ich gesagt habe, es ist alles genau up my ass. Was soll das? Ich finde es auch voll seltsam. Erste Szene. Du hast dieses Meeting und der Chef sitzt da und guckt sich die... Das habe ich auch noch aufgeschrieben als sehr, sehr, sehr gut. Es ist so witzig, weil er wirklich nur stumm startet, der Film, und Ewigkeiten wartet, bis das erste Wort fällt. Und Steve Martin da sitzt und sein Ticket hochholt und da wird einmal fett eingeblendet, dass er da irgendwo hinfliegen muss. Es ist Stille und Steve Martin hält diese Szene nur schlecht aus, weil er einfach weg muss. Und ich finde es ganz toll. Weil auch der Typ, der an dem Schreibtisch sitzt, das so gut spielt. Wie er einmal ansetzt, was sagen will und dann sich, ach, vielleicht doch nochmal überlegt. Ich gucke nochmal drauf. Ist vielleicht doch was anderes. Es ist super. Es ist fantastisch.
Florian Bayer: Und diesen Typen sehen wir ja nochmal ganz am Schluss vom Film, nämlich in einer Post-Credit-Szene.
Johannes Franke: Hab ich gar nicht mehr mitbekommen.
Florian Bayer: Natürlich hast du das nicht mitgekriegt, weil du im Abspann ausgemacht hast, weil du den Film offensichtlich nicht mochtest. Es gibt eine Post-Credit-Szene.
Johannes Franke: Scheiße, oh Gott, ist das fies.
Florian Bayer: Wo dieser Typ immer noch... da sitzt und sich immer noch die Bilder anguckt. Und vor ihm steht Thanksgiving-Essen. Er hat einen fetten Truthahn auf dem Tisch, er hat einen Teller auf dem Tisch mit Kartoffeln und er sitzt vor diesem Zeug und guckt sich halt weiter diese Designvorlagen an, um zu entscheiden, was er jetzt nehmen will.
Johannes Franke: Ach Gott, Leute, ihr dürft gerne Steine schmeißen. Es tut mir so leid. Ich bin einem geschämt, dass ich mir die Post-Credits-Szenen nicht angeschaut habe. Wie hart ist das denn?
Florian Bayer: Der Film hat es gemacht, lange bevor Marvel es gemacht hat.
Johannes Franke: Oh Mann. Und die Taxi-Jagd. Ja, die Taxi-Jagd. Kevin Bacon wollte unbedingt mitmachen. Der hat davor mit John Hughes She's Having a Baby gedreht und war wirklich gerade fertig und hat zu John gesagt, es hat so viel Spaß gemacht, bitte, bitte, bitte gib mir eine Rolle in diesem Film. Er hat wirklich gesagt, ich kann auch Statist sein. Das ist super geil. Und dann ist er halt mehr oder weniger Statist und rennt da hinterher. Und das Ding ist. Man denkt sich dann, okay, der wird eine große Rolle haben im Film, aber der taucht nie wieder auf. Und du denkst dir, hä, was ist los, was soll das? Und vor allem ist der auch für so einen Statist, ich glaube, es gibt eigentlich eine Vereinbarung zwischen Filmemacher, Film und Zuschauer. Du siehst, wer eine Rolle spielen wird. Ja. Und du siehst, wer Statist ist. Ja. Er kann viel zu viel für einen Statisten. Das gibt's doch nicht. Wieso kann der so viel für einen Statisten? So ein Statist mit genau der gleichen Rolle würde in den Hintergrund einen diffundieren. Aber er steht da, als wäre er die Hauptrolle. Was soll das?
Florian Bayer: Ich find's so geil, dass sie diese Jagd nach den New Yorker Taxis wie so ein Westerns-Dance aufszenieren. Mit Blick in die Augen, mit rechtzeitig ziehen, hinrennen.
Johannes Franke: Ich finde das Timing leider nicht richtig. Ich glaube, die ganze Zeit... ist das Timing daran schuld, weil ich jetzt, wo wir drüber reden, kann ich das alles toll finden, weil ich die Ideen toll finde, aber ich finde die Ideen toll und nicht die Umsetzung leider.
Florian Bayer: Mann! Mann!
Johannes Franke: Also es ist nicht so, dass ich den Film in die Tonne kloppen will, aber ich sitze die ganze Zeit da und denke mir,
Florian Bayer: ah, es stimmt nicht ganz, warum?
Johannes Franke: Und das eben auch beim zweiten Mal gucken, deswegen so ein bisschen so, ah, nicht nur mit dem falschen Fuß aufgestanden, sondern wirklich auch, ja, nee, stimmt nicht ganz. Del. Machen wir weiter. Del taucht auf.
Florian Bayer: Del taucht auf. Wir sehen ihn übrigens am Anfang nur so angedeutet. Wir sehen als erstes seinen Koffer, dann sehen wir wirklich nur seinen Unterkörper. Und dann ganz kurz dieser Blick im Taxi. Und Neil erkennt ihn dann am Flughafen wieder. Auch ganz schön, dass er ihn wieder im Taxi sieht. Ja, diese Flashbacks.
Johannes Franke: Ich finde die Flashbacks vor allem deswegen gut, weil sie so, das macht der Film richtig, ohne Geräusche zusätzliche oder sowas. Und er macht keinen Sepia. raus oder so, kein Flashback Sepia oder sonst irgendwie schwarz-weiß oder sowas.
Florian Bayer: Das ist kein richtiger Flashback. Sie haben das im Flughafen nachgedreht. Sie haben John Candy die Autotür in die Hand gegeben und haben ihm das Zeug angezogen, das er im Taxi hat und haben dann draufgehalten, wenn man sich die Zähne genauer anguckt, die ist halt wirklich kurz, ist eine Sekunde.
Johannes Franke: Du versuchst doch jetzt in unseren Gesprächen Funfacts unterzubringen, die nicht stimmen, oder? Und am Ende des Jahres sagst du mir dann übrigens, folgende Funfacts haben die ganze Zeit nicht gestimmt.
Florian Bayer: Der Flughafen ist im Hintergrund. Man sieht es in der Szene. Was? Sie haben das extra so gemacht, dass es nicht komplett rausgerissen ist, sondern dass es nur ein Erkennen dieser Person im Taxi ist. Wie doof. Okay,
Johannes Franke: ja, okay.
Florian Bayer: Und dann natürlich zu Nils Pech wird zum einen der Flug verschoben. Sein erster Klasseticket ist kein erster Klasseticket mehr. Und er wird neben Del gesetzt.
Johannes Franke: Der seine Socken auszieht.
Florian Bayer: Das ist wirklich schlimm. Das ist echt hart. Dieses Verhalten, also auch so dieses sich breit machen auf dem Sitz. Ja, ja, ja. Mit seinen Socken rumspielen. Also überhaupt keinen Blick haben für die Bedürfnisse der Mitreisenden. Ja,
Johannes Franke: ja, ja. Furchtbar.
Florian Bayer: Und dann auch wirklich sehr lange quatschen. Mhm. er endlich den Hint versteht, dass Neil einfach nur seine Ruhe haben will.
Johannes Franke: Aber da finde ich, ist eben Neil noch sehr zurückhaltend. Er ist nicht das große Arschloch oder so. Das finde ich okay. Das heißt, der Film geht da durchaus ein bisschen seichter rein und gibt ihn nicht von Anfang an der Lächerlichkeit eines Juppies preis. Ich finde das okay am Anfang. Ich kann ihn noch ganz gut verstehen. Ich finde es witzig, wie dann der Schnitt ist in Die schlafende Gesellschaft. Der Typ auf seiner Schulter und von der anderen Seite dann eben, weil die Kamera sehr gut rüberschwenkt, um das erst zu revealen, dass der andere von der anderen Seite auch auf seiner Schulter schläft und dann wirklich so auf seltsame Anweise die Augen aufmacht und sagt, ich wette meine Nüsse, dass wir nicht in Chicago landen werden.
Florian Bayer: Six bucks and my right nut says we are not landing in Chicago.
Johannes Franke: Und dann wieder die Augen zumachen. Was?
Florian Bayer: So geil. Das Tolle ist ja also, Del wird schon als ein Herz und eine Seele inszeniert. Es ist ein wirklich gutmütiger Mensch. Aber es wird gezeigt, dass er auch Sarkasmus kann und dass er auch ein bisschen Zynismus kann. Dass er nicht einfach nur der nette, naive Depp ist. Und das, finde ich, ist eine sehr gute Entscheidung. Wir lernen nachher auch noch so richtig krass Dels Bauernschläue kennen. Und ich glaube, das ist wichtig, weil John Candy hat das teilweise auch gespielt, wo er nur naiv war und nur brav. Und hier kriegt er so ein bisschen genug Edge, das Dass man es abkauft, dass es auch ein Mensch ist jenseits von tollpatschig.
Johannes Franke: Vor allem, weil er dann kein guter Verkäufer wäre, glaube ich. Weil er muss mit den Leuten ja auf eine Ebene kommen. Und wenn du Leute vor dir hast, die eine bestimmte Art von Humor haben und du bist so naiv, dann kriegst du diesen Humor nicht hin. Und das ist bei Verkäufern wahnsinnig wichtig, glaube ich. Gerade in Amerika. Entschuldigung.
Florian Bayer: Also sie wollen nach Chicago. Sie fliegen von New York. Der Flug wird umgeleitet wegen Schneestürmen und landet in Wichita. Von Wichita ist es eine 10-Stunden-Autofahrt nach Chicago. Ja,
Johannes Franke: man könnte meinen, dass sie das innerhalb eines Tages schaffen.
Florian Bayer: Steve Martin hat noch Hoffnung, dass es einen neuen Flug gibt. Während John Candy schon ein Hotelzimmer organisiert ist, sitzt Steve Martin noch am Flughafen und wartet und kriegt dann aber vom fantastischen, also zumindest als Schauspieler, vom fantastischen Ben Stein in einer wunderbar trockenen Stimme gesagt, Ach so, ja. alle Flügel gekanzelt sind.
Johannes Franke: Mit dem Lächeln dann im Endeffekt.
Florian Bayer: Ben Stein, ich kenne ihn vor allem als diesen, also zum einen ist er bekannt war er damals als der Lehrer von Ferris Bueller. der den Namen Bueller die ganze Zeit liest. Bueller, Bueller, Bueller.
Johannes Franke: Wie fandest du Ferris Buellers Day Off?
Florian Bayer: Ich mag den Film sehr.
Johannes Franke: Ich fand ihn ganz komisch. Nein. Ich fand ihn echt nicht gut. Ich bin großer Fan von Breakfast Club. Ja, du magst auch diese 80-Kartinen-Filme. Ja, aber Ferris Bueller fand ich total nervig.
Florian Bayer: Wirklich?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ach nö.
Johannes Franke: Ich hab ihn auf dem Weg nach New York im Flugzeug gesehen. Oh, wow. Und fand ihn echt nicht gut. Und ich dachte so, hä? Krass. Was ist da los?
Florian Bayer: Matthew Broderick.
Johannes Franke: Ja, den mag ich total.
Florian Bayer: Mann.
Johannes Franke: Das ist super seltsam.
Florian Bayer: Heute ist irgendwie so ein Reveal, das ist total komisch, weil die letzten Filme, die ich dir gegeben habe, war sowas wie Werkmeister Harmonia, wo du gesagt hast, yeah. Oder sowas wie Reanimator, wo du gesagt hast, yeah. So Sachen,
Johannes Franke: die normalerweise, wo du erwarten würdest, dass ich sagen würde, um Gottes Willen, was für eine Scheiße.
Florian Bayer: Jetzt lege ich dir hier 80er Jahre Comedy-Material von John Hewson und du sagst mir zum einen, dass der Film nicht geklickt hat und dann sagst du mir, dass du Ferris Bueller nicht mochtest. Was ist passiert?
Johannes Franke: Ich weiß es auch nicht. Vielleicht hast du mich einfach umgedreht. Seit du mir Reanimator gegeben hast, bin ich vollkommen aus der Spur. Morgen sage ich dir, dass Chaplin seltsam ist. Oh Gott, das ist so schrecklich. Das tut mir leid. Du bist schuld.
Florian Bayer: Ich übernehme dafür keine Verantwortung. Das hast du dir selbst angetan.
Johannes Franke: Okay, Ben Stein, aber ich mag ihn vor allem als
Florian Bayer: Lehrer von Kevin Arnold in Wunderbare Jahre. Und zwar ist er der Lehrer, der immer vorkommt, Immer wenn es irgendeinen irgendeine Krise gibt, und es gibt in jeder Episode eine Krise, gibt es diesen Sachkunde, Chemie, was auch immer, Unterricht, wo dieser Lehrer einfach nur Dias zeigt und dazu was sagt. Das sind meistens Dias vom Weltuntergang, von Vulkanen, die ausbrechen, von Sturmfluten. Und der Lehrer zeigt diese Dias und sagt mit trockener Stimme, da wo eben noch ein Baum stand, puff, ist jetzt gar nichts mehr. Die Welt ist untergegangen.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Und das ist... jedes Mal sauwitzig. Und deswegen freue ich mich, ihn hier zu sehen, wie er mit trockener Stimme sagen kann, alle Flüge sind gecancelt. Während im Hintergrund jemand an der Flugtafel
Johannes Franke: Nowhere einflügt. Super seltsam. Ich finde auch, dass hier der Film schon anfängt, so seine Absurditäten rauszuholen, die später ganz stark sind, wenn das Auto ausbrennt und so weiter, wo ich dann aufgeschrieben habe, was für ein Turn macht dieser Film mit der Absurdität? Wie krass ist das denn? Es wird immer schlimmer. Aber weil man das aber auch am Anfang nicht erwartet. Weil der Film auch, muss man sagen, ganz kleine Detour zum Kameramann, der macht sehr traditionelles, ganz normales Kino. Der macht mit der Kamera kaum Comedy. Außer mit so ein paar Schwenks, die Reveals sind. Von unten von den Schuhen hoch zu dem Typen, der sie mit dem Auto abholt. Das sind ein paar Comedy-Sachen, die mit der Kamera sind. Aber ansonsten sehr, sehr bodenständige Bilder. Und deswegen glaube ich auch... Dass man am Anfang die Absurdität dieses Verlaufes nicht so richtig erwartet und deswegen so komisch ist.
Florian Bayer: Donald Peterman ist der Kameramann, der all over the place ist. Der hat irgendwie alles mal gedreht. Der hat in den 80ern Flashdance die Kamera gemacht, aber auch vor einem Star Trek Film. Und gefährliche Brandung, also auch so ein Actionfilm. Er hat den zweiten Addams Family Film gemacht. Wirklich so offensichtlich so ein Mann, dem du eine Kamera in die Hand gibst und sagst, das ist jetzt dein Setup, das ist dein Genre, halt mal drauf. Und der weiß, was zu tun ist.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Sehr bodenständig.
Florian Bayer: Sie fahren mit dem Taxi in das Motel. Übrigens ein sehr schräges Taxi mit einem sehr creepy Taxifahrer. Und in dem Motel hat, also Neil fährt mit Del in das Motel. Er will eigentlich nicht. Wirklich, aber er will auch nicht der Typ sein, der auf dem Flughafenboden schläft. Deswegen fährt er mit Del ins Motel und dort stellt sich heraus, es gibt nur ein Zimmer und dieses Zimmer hat ein Queen-Size-Bett. Nicht mal King-Size,
Johannes Franke: Queen-Size. Es wird eng und kuschelig nachts. Ich finde, dass die Naivität von John Candy so ein bisschen gezeigt wird, wenn er im Taxi sitzt mit ihm und sagt, nachdem der über den Highway gefahren ist. Oder was war das? Keine Ahnung. Jedenfalls ein richtiger... die riesigen Umwerk fährt und man sich sagt, hä, was soll das? Und der sagt, ich dachte, ihr wollt ihm mal die Gegend sehen. Und er dann sagt, er ist halt stolz auf seine Gegend. Was ist das denn? Der will euch abziehen. Das ist alles. Und er sagt das wirklich ernsthaft. John Candy macht da keinen Witz.
Florian Bayer: Was vor allem schräg ist, weil John Candy als Verkäufer genau dieselben Tricks anwendet. Wir sehen ihn ja, diese Tricks anwenden. So Leuten was vorgaukeln, um was verkaufen zu können.
Johannes Franke: Aber da kommt so eine Naivität so raus irgendwie. Und ich finde aber auch auf der anderen Seite, und das zeigt sich ja schon auf dem Flughafen, ist er eben nicht nur naiv und das ist wahnsinnig wichtig, aber auch nicht nur zynisch zusätzlich, sondern vor allem Experte. Das finde ich wahnsinnig wichtig. Dass er die ganze Zeit sagen kann, ich kenne den Typen, wir können dorthin, wir können das machen, ich weiß genau, wie wir jetzt weiterkommen. Und nicht... hilflos, wie Steve Martin ist, sondern tatsächlich eine Expertise, wo man sich ranhängt und Vertrauen hat, dass da was dahinter steckt. Ja,
Florian Bayer: er ist einfach mal ein reisender Händler. Ja. Er war schon in jedem Staat und er hatte offensichtlich überall Kontakte. Er kennt die Leute, ne? Ja. Also er kennt den Typen im Hotel, nur deswegen ist er wahrscheinlich an das Zimmer gekommen. Ja, ja,
Johannes Franke: genau.
Florian Bayer: Und Offensichtlich verstehen sich auch sehr viele Menschen gut mit ihm und haben das Gefühl, ihm auch mal einen Gefallen zu schulden oder mal nett zu ihm sein zu müssen. Wegen fucking Vorhangringe. Was ist das denn? Und es sind auch keine besonderen, sondern es sind die langweiligsten Standardringe, die man sich vorstellen kann.
Johannes Franke: Best in the world.
Florian Bayer: Sie kommen in das Zimmer, wir haben schon über das Bad gesprochen, das chaotische Bad, über das kleine Handtuch, was wirklich witzig ist.
Johannes Franke: Vielleicht ist da das Timing so ein bisschen ein erstes Beispiel dafür, dass ich das Timing so seltsam finde und ich nicht genau weiß, was das bedeutet. Vielleicht wegen des notwendigen Schnittes oder sowas. Auf jeden Fall wird da lange ja nichts gesagt, was mal cool ist, aber dafür, dass es so eine Comedy ist, die so auf so fast schon Slapstick-artig auf Action basieren könnte, ist das ein sehr ruhiger Film. Über Strecken gibt es immer wieder Teile, die... nichts an Dialog haben, sondern er einfach nur unter der Dusche steht, wir kurz rüberschalten, wie er sein Bett da auf Vibrationen stellt. Also es ist zu Musik einfach nur eine stumme Szene. Und ich finde, der Film hat wahnsinnig viel Dead Space, also nicht negativ Dead Space, sondern im Sinne von da passiert nicht so wahnsinnig viel.
Florian Bayer: Physical Comedy? Wenn er unter der Dusche steht und dann das Wasser ausfällt und so. Ja,
Johannes Franke: ist schon richtig.
Florian Bayer: Und bei dem Bier auf dem Bett haben wir ja auch den Reveal danach.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ist das richtig. Ich will bloß damit sagen, dass das Timing, also diese Sachen, wie sie sich abwechseln, irgendwie für mich off ist und ein bisschen seltsam. Es ist überhaupt nichts gegen Dead Space off einzuwenden, aber den richtig einzusetzen, das ist es halt. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass er das hier nicht richtig vom Timing her schafft. Ich glaube, also ich weiß es nicht. Ich mag diesen Film. Ich habe den schon oft gesehen. Hast du ihn als Kind gesehen?
Florian Bayer: Ja, als Kind.
Johannes Franke: Dann ist es Nostalgie, Flo.
Florian Bayer: Das sagst du immer, wenn ich einen Film mag, den ich als Jugendlicher oder Kind gesehen habe. Im Nachhinein, wenn ich jetzt mit diesem Wissen, dass die da so viel gekürzt haben, denke ich auch so, ja, man sieht das. Man sieht, dass da viele Szenen sind, wo sie Zeug weggeschnitten haben und wo sie Sachen haben stehen lassen und wo sie hätten noch mehr wegschneiden können. Und der Film wäre nur noch 60 Minuten lang gewesen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich glaube, das ist mit ein Grund davon, dass es manchmal ein bisschen was Flickenteppichartiges hat. Vielleicht. Aber es macht ihn nicht schlechter.
Johannes Franke: Ich finde auch, dass die Musik ein bisschen seltsam ist.
Florian Bayer: Die Musik ist schrecklich. Also ich finde, wenn du emotionale Momente hast, wir werden gleich drüber sprechen, ist es meistens eine falsche Entscheidung, da so kitschige Musik drunter zu legen.
Johannes Franke: Und dann kurz davor diese plucking strings, dieses pip pip pip pip pip, weil er unter der Dusche irgendwelche Scheiße erlebt. Und dann kurz darauf mit dieser Mit den Streichern zu kommen. Das nenne ich nicht die Streicher, sondern so 80er-Versionen davon.
Florian Bayer: Es ist einfach dieses... Ich habe jetzt was Bedeutendes zu sagen. Du hast mir zuzuhören, das Publikum hat mir zuzuhören und wir sind alle einmal ergriffen.
Johannes Franke: Also das ist wirklich so dolle.
Florian Bayer: Ich bin kein Fan von der Musik. Okay, gut, danke. Sie ist dieser typische 80er-Jahre-Schmalz, den man viel zu oft hat in Tragikomödien aus der Zeit. Und ja, nee, kein großer Fan.
Johannes Franke: Oh mein Gott, Plur,
Florian Bayer: was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo!
Florian Bayer: Nein, shit! Ganz schnell, damit wir zurückfinden!
Johannes Franke: Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns!
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über bei-mir-coffee.com slash, muss man sehen... Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes.mussmansehen.de und florian.mussmansehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns so fünf Sterne oder Herzchen oder sonst was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben. Ah, super. Fehlt noch irgendwas?
Florian Bayer: Nee, ich glaube, wir haben alles, wa? Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode.
Johannes Franke: Yes.
Florian Bayer: Wir haben nämlich, also wir haben jetzt diesen Moment, das Bier ist explodiert, sie liegen zusammen im Bett, machen das Licht aus zum Schlafen. Und dann fängt Del an, nochmal Geräusche zu machen. Weil er offensichtlich Schnarchen verhindern will, muss er noch einmal seine... seine Kehle freikriegen.
Johannes Franke: Und dann sagt man doch kurz vorher, sorry, sorry, ich weiß, es nervt, aber lass mich mal ganz kurz das hier machen. Ich gehe auch vielleicht ins Bad dafür.
Florian Bayer: Ja, man geht ins Bad dafür.
Johannes Franke: Warum macht er das direkt neben ihm liegend, ohne irgendwas zu sagen, sondern einfach so zu tun, als wäre nichts? Was ist das? Er entschuldigt sich ja sogar noch. Er macht das einmal so. Und sagt dann ganz ruhig, sorry. Um fünf Sekunden später wieder anzufangen. Ja. Und Dann rastet Niel aus. Und jeder, der mal mit jemand anders im Erwachsenenalter, nicht nur als Kind, irgendwo in einem Zimmer geschlafen hat und es war nicht ganz leicht, sofort einzuschlafen, der weiß, dass das wirklich an den Nerven zerrt. Ja,
Florian Bayer: absolut. Es ist wirklich hart. Total. Ich habe tatsächlich Glück, dass ich relativ gut einschlafen kann.
Johannes Franke: Du bist derjenige, weswegen sich Leute aufregen. Du bist derjenige, der einschläft und dann schnarcht und nichts davon mitbekommt.
Florian Bayer: Ich schnarche und ich schlafwandle und ich rede im Schlaf. Ich bin ein sehr aktiver Schläfer und es ist wirklich nicht cool. Also ich glaube, meine Partnerin tut mir auch sehr leid, weil es ist wirklich hart, weil ich oft im Schlaf sehr viel mache und sehr expressiv bin.
Johannes Franke: Genau das gleiche Problem. Schari ist wirklich manchmal sehr grumpy. Deswegen.
Florian Bayer: Und du bist schlaffern oder schnarchen? Brabbeln.
Johannes Franke: Ein bisschen schnarchen, aber vor allem brabbeln.
Florian Bayer: Ja. Im Schlaf.
Johannes Franke: Oh Gott,
Florian Bayer: oh Gott. Neil rastet aus und zeigt seine richtig hässliche Seite. Und es ist auch irgendwie witzig, weil er bringt es auf den Punkt. Aber es ist nicht witzig, weil es wirklich einfach nur gemein ist, weil er dann... Er regt sich furchtbar über Del auf und schmeißt ihm alles an den Kopf, was ihn nervt an ihm. Dass er zu viel redet, dass seine Storys langweilig sind und sagt dann so, was hast du nicht mitgekriegt, dass ich mir die Spucktüte durchgelesen habe, während du mich voll gequasselt hast.
Johannes Franke: Leider, nächster Punkt, wo ich sage, Timing von Steve Martin in diesem Fall leider nicht gut. Und vom Schnitt. Weil der Schnitt hätte das lösen können. Der hat bewusst Pausen reingebaut, wo keine Pausen hingehören. Steve Martin hätte einen ganzen Ramble komplett durchziehen müssen, hat er nicht gemacht. Es gibt zu viele Pausen dazwischen.
Florian Bayer: Ich glaube, das liegt daran, weil die Szene nicht witzig sein soll. Ich glaube, die Szene soll vor allem die erste Tirade...
Johannes Franke: Es geht nicht um witzig oder nicht witzig.
Florian Bayer: Es soll einfach eine Tirade sein und was wir vor allem in dieser Szene mitkriegen ist, wie verletzlich der Charakter von John Candy ist, weil wir ganz viel ihn dann sehen und seine Reaktion.
Johannes Franke: Mir geht es nicht um lustig oder nicht lustig. Mir geht es um die reine technische Sache. Du hättest das nicht so viele Pausen stehen lassen. Auf gar keinen Fall.
Florian Bayer: Aber da sind doch gar nicht so viele Pausen drin. Er quatscht doch. Er sagt doch die ganze Zeit was.
Johannes Franke: Ich habe es mir extra nochmal angeschaut. Ich sehe da viel zu viele Pausen.
Florian Bayer: Zu viele Pausen? Aber er haut das doch raus, wo du denkst, das ist unrealistisch, dass jemand so schlagfertig ist, so schnell.
Johannes Franke: Nope, er hätte noch mehr machen müssen.
Florian Bayer: Oh mein Gott.
Johannes Franke: Ja, mein... Okay.
Florian Bayer: Und wir haben hier wirklich... Ja, die Musik ist scheiße, die Musik ist kitschig und so weiter. Aber wir haben eine wirklich schöne, emotionale Szene, weil John Candy sich einfach öffnet und sagt, Okay. Ja, willst du mir wehtun? Ja, ich weiß, ich bin dein leichtes Ziel. Ich rede zu viel, das weiß ich doch. Und er zeigt sich so selbstreflektiert in diesem Moment. Er weiß, wie er ist. Aber hey, so bin ich. Und meine Frau mag mich, meine Kunden mögen mich. Ich bin einfach so.
Johannes Franke: Vor allem ich mag mich so. Das finde ich total gut und wichtig.
Florian Bayer: Und das ist so eine schöne Szene. Und es gibt in diesem Film zwei, drei emotionale Szenen. Und jede einzelne von diesen, das ist, warum ich den Film mag übrigens, jede einzelne von diesen Szenen trifft mich voll. Ich gehe da voll mit und ich sitze da und bin einfach nur ergriffen.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Eine alberne 80er Jahre Komödie, wo sie dem Schauspieler eine Tür in die Hand geben, um das Flashback zu drehen. Und wo sie einen Witz machen mit Duschwasser, dass das nicht richtig läuft.
Johannes Franke: Ich glaube dir das einfach nicht.
Florian Bayer: Ich sitze da und bin total ergriffen.
Johannes Franke: Ja, absolut, absolut. John Candy schafft es innerhalb von einer Sekunde alles auf seine Emotionen zu holen mit nur einem Blick. Der Schnitt geht einmal von Steve Martin rüber auf John Candy. und ich bin sofort in seiner Welt. Es ist so gut. Also er wirklich, er ist grandioser Schauspieler in dem Moment.
Florian Bayer: Steve Martin legt sich zu John Candy wieder ins Bett. Wir haben nachts den Diebstahl.
Johannes Franke: Nachdem John Candy rüber über die Schulter geschaut hat, ob er ihn wirklich erwischt hat.
Florian Bayer: So, und jetzt kommen wir wieder ins Bett. Ich habe ein neunjähriges Kind. Ich kenne genau diese Geste kenne ich nur zu gut.
Johannes Franke: So geil. Ich liebe es. Die Szene ist toll.
Florian Bayer: Sie werden nachts ausgeraubt. Sie werden am nächsten Morgen wach und es kommt wahrscheinlich die berühmteste Szene des Films, die du als homophob bezeichnest. Fragezeichen.
Johannes Franke: Naja, nein. Also es ist natürlich doch, es hat eine homophobe Komponente, aber ich finde, wie es ausgespielt ist und so und wie es gemacht ist, finde ich es total okay.
Florian Bayer: Ich finde, wenn diese Szene was ist, dann, wenn diese Szene sich über was lustig macht, dann über Heterosexuelle. Und deswegen funktioniert die Szene für mich auch komplett außerhalb. Jeglicher Zuweisung von 80er Jahre ist homophob im Humor, weil ja, es hat diesen Ansatz, aber die Pointe ist dann heterosexuelle, mittelalte, weiße Männer mit ihrer sexuellen Unsicherheit.
Johannes Franke: Das ist so geil ausgespielt. Also das ist wirklich sehr, sehr gut, weil der Gag wirklich genau dort endet und dort landet, wie sie dann ganz verzweifelt das Männlichste sagen, was ihnen einfällt.
Florian Bayer: Und das Timing findest du nicht oft, oder? Doch,
Johannes Franke: das Timing ist toll. Das ist toll, ne? Ja, ja, das ist richtig gut. Der fängt halt homophob an, weil du ein Bild hast, wo du eindeutig lachen sollst. Die Kamera schwenkt über das Bett, wie sie sich im Arm haben und wie der Kuss auf das Ohr geht. Und dann, wo ist deine Hand? Zwischen den zwei Kissen. Das sind keine zwei Kissen. Der fängt schon so an, aber er löst das so gut auf, dass er es tatsächlich schafft, die Kurve zu kriegen. Die Pointe ist einfach das Aufspringen und sich über Football unterhalten, weil das das Männlichste ist, was einem einfällt.
Florian Bayer: Ich bin nicht schwul, ich bin nicht schwul, ich kann über Football reden. Und von beiden und es ist geil.
Johannes Franke: Und es ist so schön absurd. Jetzt nimmt der Film offenbart immer mehr, was für eine absurde... Situationskomik er auch kann, weil es nichts Realistisches, kein realistisches Szenario ist. Das würden zwei Männer in dem Moment nicht wirklich sagen, sondern es ist nur das, was für die Pointe und für die Situation und um eben sich darüber lustig zu machen, einfach gesagt werden muss. Und ich finde später, der nimmt alles Mögliche noch mit an absurden Sachen, aber hier deutet er das schon an.
Florian Bayer: Sie fahren mit einem Pickup zum Bahnhof, allerdings nicht da, wo sie sind. Weil in Wichita fährt kein Zug, sondern nach Stubville, offensichtlich ein fiktiver Ort. Sie werden mitgenommen von einem Hillbilly, der seine Frau ihre Taschen schlassen will.
Johannes Franke: Der spuckt in seiner Hand, um Steve Martin die Hand zu geben. Aber nicht, weil das verabredet mit Steve Martin gewesen wäre. Nein, der Regisseur hat irgendwann zwischendurch in den Dreharbeiten mittendrin gesagt, so und jetzt beim nächsten Take spuckst du dir einmal vorher in die Hand, bevor du ihm die Hand gibst. Und Steve Martin zieht natürlich die Szene durch, gibt ihm die Hand und sobald es Cut heißt, rennt der los und wäscht sich die Hand. Oh, wie schrecklich. Und alle lachen. Oh,
Florian Bayer: das ist wirklich übel.
Johannes Franke: Das ist gemein. Der Schauspieler ist Dylan Baker,
Florian Bayer: der echt einiges Gutes gespielt hat, vor allem in den 90ern und 2000ern.
Johannes Franke: Aber hier war er überhaupt noch nicht bekannt, hat noch kaum was gemacht. Und das Süße ist, dass John Candy ihn einmal eingeladen hat. mit ihm auf dem Hotelzimmer die Oscars zu gucken, weil er sonst niemanden gehabt hätte. Also nicht John Candy niemanden gehabt hätte, sondern der Schauspieler niemanden gehabt hätte.
Florian Bayer: Oh mein Gott, ist das süß.
Johannes Franke: Und dann haben die gemeinsam die Oscars geguckt. Einfach aus Liebe. Einfach lieb sein, nett sein miteinander. Ich fand es so schön, das zu lesen. Anscheinend hat John Candy wirklich ein wahnsinnig großes Herz.
Florian Bayer: Ach, wie großartig. Das ist wirklich schön. Genau, sie fahren dann zum Zug. Und der Zug fährt auch los. Und Steve Martin. Neil hat jetzt wirklich genug, versucht es aber irgendwie nett zu machen und braucht die Tickets so, dass sie nicht zusammensitzen. Verabschiedet sich mit den Worten, it's been interesting. Und der Zug fährt los. Haben wir einen Moment, wo Steve Martins Charakter, Neil, schon ein bisschen was gelernt hat von Del? Weil er versucht tatsächlich mit der Frau neben ihm ins Gespräch zu kommen kurz.
Johannes Franke: Ich glaube, er kommt mit der plötzlichen Stille nicht klar. Das ist einfach nur so ein... Was passiert hier? Das ist ja wieder ganz normal wie vorher. Das bin ich nicht gewohnt. Ich muss irgendwas sagen. Ich muss diese Stille füllen. Also es ist nicht gelernt. Ich glaube nicht. Aber vor allem aber auch, weil sie eben nur ganz freundlich nickt und dann eben das macht, was Steve Martin gemacht hätte. Genau. Nämlich zu sagen, ja, ja, ich bin dann mal wieder in meiner Zeitung drin. Ich finde es so süß, dass er tatsächlich kurz auf der Gegenseite ist.
Florian Bayer: Steve Martin ist in dem Moment kurz da. Ja,
Johannes Franke: ja.
Florian Bayer: Und ich glaube, er merkt es auch selbst. Ich weiß nicht, aber er spielt es vielleicht ein bisschen zu subtil. Steve Martin ist nicht der größte Schauspieler. Ein anderer Schauspieler hätte da vielleicht noch ein bisschen subtil mehr Selbsterkenntnis reinbringen können.
Johannes Franke: Vielleicht war die Szene auch länger.
Florian Bayer: Wie jede andere Szene auch. Natürlich.
Johannes Franke: Genau. Und da ist es vielleicht rausgekommen, aber das haben sie rausgekattet.
Florian Bayer: Der Zug kommt zum Halten, weil irgendwas kaputt ist. Natürlich.
Johannes Franke: War auch allen klar, oder?
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Das ist so der Moment, wo man die Physik des Films versteht und sagt, aha, okay, und jetzt wird das Ding feststehen, dann kommt das nächste. Und dann kommt das nächste. Und das nächste.
Florian Bayer: Und das nächste geht schief. Und sie müssen zu Fuß nach Jefferson City laufen, was ein oder zwei Meilen sind, um da einen Bus zu nehmen. Und Neil zeigt seine nette Seite, weil er sieht Del, der sich mit seinem riesigen Koffer abmüht, den er immer dabei hat, dieser riesige Reisekoffer mit den ganzen Stickern drauf. Und er geht hin und hilft ihm.
Johannes Franke: Ja, das ist so der erste Test. Man hat so das Gefühl, also wenn man in Stereotypen redet, ist natürlich, eigentlich geht es in dem Film natürlich um Steve Martin. Steve Martin soll lernen, ein besserer Mensch zu sein. Ja. Und Del ist im Grunde der Katalysator dafür. Ja. Der soll ihn immer wieder vor Aufgaben stellen und ihm im Grunde durch seine Tollpatschigkeit, in Anführungsstrichen, soll er ihm alles nach und nach wegnehmen, worauf er sich verlassen kann, damit er von Null auf sein Wesen in einer besseren Version aufbauen kann.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: So. Und das ist so der erste Test.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das finde ich dramaturgisch tatsächlich ganz gut gemacht an der Stelle.
Florian Bayer: Auch dieses... Zau dann, ne? Er sieht ihn und er denkt dann so, man merkt, dass er Mitleid mit ihm hat. Aber er wankt noch so ein bisschen und dann geht er auch hin mit dem Blick,
Johannes Franke: der sagt,
Florian Bayer: oh Gott, was mache ich hier? Warum mal tue ich das?
Johannes Franke: Ja,
Florian Bayer: ja, ja.
Johannes Franke: Aber er macht es, er macht es und das ist toll. Und ist auch lieb und John Candy macht das Richtige, nicht so richtig volle keine Dankbarkeit zu zeigen, sondern zu sagen, schön. Und einfach weiterzugehen mit ihm zusammen. Und so das Gefühl zu vermitteln von Selbstverständlichkeit. Kameradschaft. Kameradschaft, genau. Finde ich sehr schön.
Florian Bayer: Sie nehmen mit Jefferson City den Bus und... Es ist so geil, dieser Dialog zwischen Del und Neil, wo Del zu ihm sagt, du bist nicht in guter Stimmung, oder? Und Neil sagt, was denkst du denn? Und Del sagt, okay, bist du jemals mit einem Reisebus, mit einem Fernbus länger gefahren? und Neil schüttelt den Kopf und Del sagt, ja, deine Laune wird noch deutlich schlechter werden. Und dann fahren sie tatsächlich, ich habe geguckt, Jefferson City nach St. Louis, weil weiter fährt der Bus nicht. Zweieinhalb Stunden ist das mit dem Bus fahren und über Land fahren, traten mit. Mit einem Reisebus über die Autobahn.
Johannes Franke: Es ist auch in Amerika, glaube ich, noch seltener, dass Leute das gemacht haben in ihrem Leben. Das ist in Deutschland deutlich öfter der Fall, dass man mal mit einem Flixbus oder sonst irgendwas fährt.
Florian Bayer: Und das macht keinen Spaß.
Johannes Franke: Nein, es macht keinen Spaß.
Florian Bayer: Ich würde jederzeit den Zug vorziehen. Die Amerikaner sind ja generell keine öffentlichen Nahverkehrsmittelnutzer oder Fernverkehrsmittelnutzer. und wenn du nicht in irgendeiner Metropolenregion wie New York lebst. dann machst du halt alles mit dem Auto.
Johannes Franke: Ja, klar. Und dann singen sie, nachdem das Pärchen nebenan fertig ist und geraucht hat nach dem Sex, nach dem trockenen Sex. Und dann wird einmal schön illustriert, warum er der People Guy ist, also der, der People Guy ist und Steve Martin nicht, weil Steve Martin natürlich ein, ich kenne den Song nicht, aber es scheint irgendein Song zu sein, den ich wahrscheinlich anstimmen würde, weil ich bin eher Steve Martin. Nein, würdest du nicht. Du würdest auch Flintstones anstimmen? Na, Flintstones kann ich direkt mitsingen. Das, was Steve Martin anstimmt, habe ich noch nie gehört. Aber ich wäre nicht in der Lage, den Ruhm zu reden, wie man das so im Englischen sagt, und den Song auszuwählen. Ich würde wahrscheinlich auch... Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Dann werden alle Träume wahr. Flintstones, meet the Flintstones. Und alle würden mitsingen und ich würde denken, scheiße, Außenseiter.
Florian Bayer: Und dann haben wir diese wirklich süße Szene, wo Del seine Ringe verkauft, damit sie an Geld kommen, um weiterzukommen. Und es ist wirklich witzig, was für tolle Verkaufstaktiken er drauf hat.
Johannes Franke: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das on brand ist für seinen Charakter wirklich, weil er vorher eben das mit dem Taxifahrer nicht hinkriegt und nicht so richtig versteht. Aber die Szene ist toll. Die Szene ist einfach super süß. It's filled with helium, that's why it's so light. Das ist so super geschnitten. Diese unterschiedlichen Lügen, die er aufticht. Und dann am Schluss hat er diese Sippe. 17-Jährigen, 15-Jährigen Mädchen. Die beste Lüge überhaupt. Ey, die lässt euch aussehen wie 18, 19. Und alle strecken ihm das Geld hin. Ganz großartig. Das ist ein toller Schnitt.
Florian Bayer: Und auch tatsächlich, der Film, ich finde, er schafft es jetzt ganz gut. Und da finde ich es gut, dass sie viel offensichtlich auch an Humor weggekürzt haben. Diesen Wechsel von den witzigen Szenen zu den emotionalen Szenen. Wir haben nämlich danach die wirklich traurige Schlussmacht-Szene beim Frühstück. wenn Nils Hüdel sagt, naja, ey du, ich glaub Wir sollten lieber getrennte Wege gehen.
Johannes Franke: Das ist so eine fiese Schlussmachszene. Wir kennen das alle. Jeder wurde schon mal verlassen und hat verlassen. Und das ist wirklich hart. Das ist devastating. Und John Kenny tut einem echt leid. Und er reagiert genau so, wie man reagieren würde. Genau.
Florian Bayer: Und Steve Martin macht es genauso, wie man es machen würde. Halt irgendwie so drumherum, um den heißen Brei reden und es nicht richtig ausdrücken zu können. Und dabei genauso verletzend sein, wie wenn man es direkt sagen würde. Ja, das ist traurig. wirklich... Das ist eine unglaublich realistische Szene, finde ich, in dem Moment. Diese Charaktere sind beide immer mal wieder Karikaturen von sich selbst.
Johannes Franke: Ja, aber ganz selten, ganz selten, finde ich. Für so eine Komödie ganz selten. Das finde ich beeindruckend, weil die immer wieder tatsächlich Recht haben. Das, finde ich, macht viel aus von der Geschichte, dass man immer wieder denkt, aber er hat auch für sich Recht in seiner eigenen Welt und ich kann ihn nachvollziehen und er ist nicht einfach nur... für den Gag scheiße oder so, sondern es ist tatsächlich auch, die Figur an sich in sich stimmt. Und das vermeidet eine Karikatur oft. In dem Moment sind sie auf jeden Fall voll realistisch und auch keine Stereotype,
Florian Bayer: sondern einfach zwei Menschen und es ist einfach eine traurige Szene.
Johannes Franke: Ich finde, dass es so gemein ist, vor allem auch, weil er so hoffnungsvoll anfängt, das zu sagen. Wenn wir beide unsere Köpfe mal zusammenstecken und dann aber nicht sagt, was weiß ich als Zuschauer wirklich erwarte. In dem Moment sagt, Und... Mensch, da haben wir ja richtig was geschafft oder sowas. Oder gemeinsam wird man sich verstärkt. Sondern dann sagt, wenn wir unsere Köpfe zusammenstecken, kommt nichts Gutes bei raus. Lass uns das beenden. Und das nach diesem Erfolg.
Florian Bayer: Nachdem Del das Geld zusammengekratzt hat.
Johannes Franke: Och Mann. Und dann lässt er sich auch noch zum Essen einlernen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ja, und dann?
Florian Bayer: Genau, also sie nehmen sich unabhängig voneinander dann offensichtlich Mietwagen. Wir wissen nicht genau, was Del macht. Aber Niel nimmt sich einen Mietwagen, wird mit einem Bus zu einem riesigen Parkplatz gefahren. Und natürlich, es geht einfach alles schief, was schief gehen kann. Das ist wirklich so Murphys Law mittlerweile, weil es ist nicht Dells Schuld. Es ist einfach, der Wagen ist nicht da. Es wird auch nicht erklärt, was da passiert ist. Irgendjemand hat irgendwas verbummelt, da steht kein Wagen. Neil rennt wütend dem Bus hinterher, der natürlich, nachdem er ihn abgesetzt hat, ganz schnell abgedampft ist.
Johannes Franke: Ich habe einen Podcast von Amis gehört, die haben gesagt, dieser Bus... Den kennen Sie, der kommt alle 10 Minuten. Er hätte nur warten müssen. Natürlich. Ja,
Florian Bayer: das ist ein riesiger Parkplatz. Da kommt immer mal wieder jemand vorbei.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Er muss nicht, wie das, was er macht, zu Fuß zum Flughafen laufen. Wieder mehrere Meilen, die er zu Fuß läuft.
Johannes Franke: Aber er sieht einfach schön abgefuckt aus am Ende.
Florian Bayer: Er sieht so geil abgefuckt aus. Und landet dann bei diesem Car Rental Service mit Edie McClurg. Ach, super. Die wir auch aus Ferris Bueller kennen.
Johannes Franke: Die wirklich sehr, sehr schön improvisiert an der Stelle. Komplett improvisiert. Lau hat sie die Sekretärin gespielt und sie war David Letterman Ensemble Mitglied. Sie ist so witzig. Ja, sie ist ganz toll. You know I don't cook, I can't cook. Sie ist wirklich sehr, sehr schön und sie hat dieses Gespräch da. Aber hat natürlich keiner, der im Service am Flughafen arbeitet, wenn du eine Schlange vor dir hast und dann private Gespräche am Telefon führst. Was soll das? Aber das ist die Szene, wo Steve Martin überhaupt erst gesagt hat, okay, ich mache den Film. Ja. Weil er 18 mal Fax sagen darf in der Szene. Das ist die Szene, wegen der der Film in den USA R-Rated war. Sprich, ab 18. Wie doof. Nee, aber PG-13 war der, glaube ich, auch schon. Nee, nee, der war R-Rated. Wirklich? Der war R-Rated wegen der Fax.
Florian Bayer: Der war nicht PG-13.
Johannes Franke: Ach du Scheiße.
Florian Bayer: Und das ist, PG-13 versuchen alle Filme zu schaffen. Weil PG-13 heißt, den Film dürfen auch Kinder unter 13 gucken, wenn die Eltern dabei sind. Im PG-13-Film kannst du mit deinen Kindern gehen, deswegen sind die... Marvel-Filme sind glaube ich alle PG-13. Die sind so gemacht, dass die ganze Familie ins Kino gehen kann. Sprich, sie nehmen Flüche raus, sie verzichten auf nackte Haut und auf zu große Gewalt. Und Fucks ziehen, also ich weiß nicht, ob es heute immer noch so ist. Damals war es wirklich radikal. Deswegen merkt man übrigens auch sowas, was man in amerikanischen Filmen und Serien oft sieht, dass sie andere Wörter benutzen, die teilweise auch ganz merkwürdig sind. Wo du denkst, nee, da wäre jetzt ein Fuck eigentlich gewesen. Ja,
Johannes Franke: wie bei uns Scheibenkleister.
Florian Bayer: Genau, es gibt ein amerikanisches Scheibenkleister. Bucky? Bucky, ne? Echt? Keine Ahnung. Bucky. Egal. Auf jeden Fall, wegen dieser Szene war dieser Film in Amerika R-Rated. In Deutschland übrigens FSK 6. Wie findest du die Szene? Ich liebe sie. Jetzt sag mir nicht, dass sie wieder... Steve Martin nutzt seine
Johannes Franke: 18-Fuck nicht richtig. Was? Er kriegt das nicht...
Florian Bayer: Hast du den Arsch offen?
Johannes Franke: Das ist unglaublich. Ich sitze davor und denke mir... Steve Martin, muss ich dich erst schütteln? Mach ein richtiges Timing draus. Was soll denn das?
Florian Bayer: Das ist die beste Abfolge von Fax im amerikanischen Mainstream-Kino aller Zeiten.
Johannes Franke: Ja, wenn das jetzt schon die beste ist, dann weiß ich auch nicht.
Florian Bayer: Er macht es genau richtig. Diese Mischung aus wütend, teilweise komplett trocken und teilweise auch wirklich einfach wie ein aufgebrachter Kunde, der was fordert. Ja, ja, das, was du sagst, stimmt alles. Aber das Timing stimmt nicht. Was für ein fucking Timing. Was für ein fucking Timing erwartest du in einer solchen fucking Szene, in der viele fucking fucks gesagt werden.
Johannes Franke: Floor, this film is fucked.
Florian Bayer: Ich finde die Szene so fucking geil. Und jetzt sagst du mir, dass in dieser fucking Szene die fucking fucks fucking nicht richtig getimed sind?
Johannes Franke: Floor, wir können das nicht mehr in Jugendlicher ausspielen. Der Podcast ist PG-13, sonst sind wir nicht genug. Werbeeinnahmen. Apropos Werbeeinnahmen, wann kommen die eigentlich mal?
Florian Bayer: Apropos, hast du mal in die deutsche Synchro reingehört?
Johannes Franke: Nee.
Florian Bayer: Ich weiß es jetzt nämlich auch nicht mehr, was sie in der deutschen Synchro machen. Ich habe keine Ahnung. Ich gehe von Scheiß aus.
Johannes Franke: Wahrscheinlich,
Florian Bayer: ja.
Johannes Franke: Was überhaupt nichts Geiles macht. Scheiße ist so,
Florian Bayer: ja, scheiße ist schon das deutsche Fuckporn. Was sollst du sonst machen? Alles das Scheiße.
Johannes Franke: Fucking Scheiße. Okay. Naja. Ich finde jedenfalls, dass er das Timing nicht so hingekriegt hat. Irgendwie, ich weiß nicht, er redet sich nicht genug ins richtige Timing rein. Aber egal. Gut, vielleicht war ich auch nur zweimal hintereinander mit dem gleichen falschen Fuß aufgestanden.
Florian Bayer: Er will sich ein Taxi nehmen. Ein Taxi von...
Johannes Franke: St. Louis, wo er ist, nach Chicago, hätte damals ungefähr 500 Dollar gekostet. Aber er kann es sich leisten. Er könnte es sich leisten. Wenn er dem Typen nicht die schlimmsten Beleidigungen an den Kopf werfen würde.
Florian Bayer: Es ist ja auch total bescheuert. Zum einen, dass der Taxifahrer das nicht glaubt, ist logisch. Und selbst wenn es ein 500-Dollar-Job ist, ist es für den Taxifahrer ja auch scheiße.
Johannes Franke: Wir müssen ja wieder zurück.
Florian Bayer: Und er darf das wahrscheinlich nicht mal. Ich weiß nicht genau, wie das ist mit Besatzung von Stadt. Also sie sind ja im gleichen Staat. Aber ich weiß nicht, ob du...
Johannes Franke: Doch im gleichen Staat sollte es schon gehen, oder?
Florian Bayer: Wie ist denn das in Deutschland? Darfst du dir ein Taxi von einer... Dürftest du dir ein Taxi von Berlin nach Hamburg nehmen? Doch, ich glaube,
Johannes Franke: das geht schon.
Florian Bayer: Wirklich? Bist du sicher? Ich dachte, es gäbe da Regeln und es gibt... Keine Ahnung.
Johannes Franke: Ich weiß es aber auch nicht. Vielleicht wird es auch für den Taxifahrer dann komplizierter und deswegen wäre es vielleicht nicht so lukrativ. Weil dann irgendwie mit irgendwelchen Taxivereinigungen und der Mafia irgendwie...
Florian Bayer: Naja, es ist halt eine weite Rückfahrt, wo du keinen mitnehmen kannst, weil wer denkt sich ein Taxi von Hamburg nach Berlin?
Johannes Franke: Ja, vielleicht noch so ein Pferdekopf oder so.
Florian Bayer: Er macht den Taxifahrer dumm an. Der Taxifahrer verpasst ihm logischerweise ordentlich eine. Er landet auf der Straße. Ein Auto peilt kurz vor seinem Kopf, hätte ihn fast überfahren. der ist jetzt drin John Candy, natürlich.
Johannes Franke: Und er sagt, ah, wir heben den Typen sofort auf, aber doch nicht an seinen Eiern.
Florian Bayer: Oh Gott. Ja, okay. Ist ein nettes Bild, so. Und ich finde es schön, dass tatsächlich dann nicht gezeigt wird, wie er wieder bei ihm landet, sondern wir haben einfach einen Schnitt und er sitzt mit etwas höherer Stimme zusammen mit John Candy im Auto.
Johannes Franke: Was leider so computermäßig hochgepitcht wurde, oder? Also es klingt nicht echt. Es klingt leider nicht nach seiner richtigen Stimme. Das wäre meine Frage gewesen.
Florian Bayer: Ich habe irgendwo... das Wort Helium gehört, aber ich glaube, das war auch nur gemutmaßt.
Johannes Franke: Ich habe keine Ahnung. Ich glaube, da Digitalität rauszuhören. Also vor allem 80er-Jahre Digitalität im Sinne von hochpitchen.
Florian Bayer: Ah ja. Ja. Also wirklich einfach ein bisschen schneller gemacht.
Johannes Franke: Nicht schneller gemacht. Pitch. Und das ist eine andere Nummer. Und deswegen wirkt das, glaube ich, nicht gut.
Florian Bayer: Okay. Es ist nicht die lustigste Szene des Films.
Johannes Franke: Würde ich auch nicht sagen. Auch hier würde ich sagen,
Florian Bayer: die Szene würde deutlich besser funktionieren, wenn wir die, wie bei dem Bierdosen, wenn es weggeschnitten wäre. Wir sehen ja, wie der Taxifahrer zu ihm geht und zupackt. Der Taxifahrer hätte sagen müssen, mit dem größten Vergnügen Schnitt im Auto. John Candy sagt irgendwas und dann antwortet Steve Martin und dann kriegen wir erst mit, dass er an den Eiern gezogen wurde. Übrigens, während dieser Autofahrt, wo Neil immer noch von Del genervt ist, haben wir zum ersten Mal, dass Del zurückschlägt. Del sagt zu Neil, ey, du bist auch manchmal nervig. Zum Beispiel, du spielst verdammt viel an deinen Eiern rum.
Johannes Franke: Das hat er sich in dem Moment ausgedacht, oder? Er muss irgendwas finden.
Florian Bayer: Vielleicht, aber es führt zu meiner Meinung nach einer der lustigsten Lines des Films. Nämlich Neil sagt dann auch, nachdem Dally mehrmals vorgeworfen hat, dass er zu viel an seinen Eiern rumspielt, You know what makes me happy?
Johannes Franke: Und Del antwortet, another couple of balls and an extra set of fingers. Es ist wirklich das beste Comeback des ganzen Films. Ich finde es wirklich auch sehr, sehr großartig. Da habe ich sehr gelacht. Und ich habe nicht so viel gelacht bei dem Film. Alter, ich schwöre es immer noch nicht. Ich lache in diesem Gespräch mehr als bei dem Film. Meine Fresse. Ich weiß auch nicht warum. Ich finde es wirklich seltsam, weil so viel Slapstick genau mein Ding ist. Aber naja. Möchtest du noch Tee plaudern übrigens?
Florian Bayer: Jetzt haben wir, ja sehr gerne, bitte. Weil jetzt haben wir ja auch das, was du wirklich magst, nämlich wirklich klassische Physical Comedy. Hier schläft, der sitzt auf dem Fahrersitz, raucht einer, will seine Jacke ausziehen, bleibt hängen.
Johannes Franke: Erstmal macht er sich über Ray Charles lustig.
Florian Bayer: Oh Gott. Ja?
Johannes Franke: Über den Blinden?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Macht die Augen zu und macht da seinen...
Florian Bayer: Oh Gott.
Johannes Franke: Aber das Ding ist, ich hab's überhaupt nicht verstanden.
Florian Bayer: Ich auch nicht.
Johannes Franke: In der Recherche hab ich dann festgestellt, ach scheiße, das ist ja Ray Charles. Und dann ist mir das nochmal aufgefallen beim zweiten Gucken und dann hab ich gedacht, ach Mist. Weil beim ersten Gucken hab ich gedacht, geil, ich liebe es. Ich liebe jede Sekunde daran, weil er das so schön macht, weil er so in sich drin ruht und Spaß hat und einfach sein Ding macht. Wenn die Parodie auf Ray Charles nicht so wäre. Vor allem eben, man kann sich über Musiker lustig machen, aber Ray Charles ist nun mal blind gewesen und sich dann über Blinde so lustig zu machen, ist halt ein bisschen das Problem unter Umständen.
Florian Bayer: Au, John Hughes.
Johannes Franke: Naja.
Florian Bayer: John Candy, wer auch immer von euch beiden verantwortlich ist. Wahrscheinlich John Candy. Ja, wahrscheinlich.
Johannes Franke: Aber ja, John Candy war sonst ein sehr lieber Mensch. Ich glaube, das sind einfach die 80er. Aber ich finde die Szene tatsächlich sehr, sehr schön und ich finde sie schöner als das Jacke ausziehen, weil das Jacke ausziehen so ein bisschen forcierter wirkt, aber trotzdem noch ganz gut ist.
Florian Bayer: Es ist halt wirklich Slapstick in dem Moment.
Johannes Franke: Es ist in dem Moment Slapstick, aber ich mag die Sequenz irgendwie und vor allem mag ich das, wie es dann aufgelöst wird, wie sie rüberfahren auf die andere Seite des Highway und es nicht mitbekommen und aber er so übel mit dem Auto sich dreht die ganze Zeit, wirklich sehr, sehr viel und übertrieben. und Steve Martin so ganz in Ruhe Hä, was? Ist alles okay? Und so richtig underperformed dann in diese Reaktion. Finde ich total schön.
Florian Bayer: Er ist überhaupt nicht wach geworden in dieser ganzen Sequenz, die wirklich laut war und wild.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und sie führt natürlich zu meiner liebsten absurden, bizarren Szene des Films. Nämlich, wenn sie dann Geisterfahrt durch diese beiden LKWs durchfahren.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Panik haben wir. Wir sehen einmal diesen Schnitt, wie sie beide Skelette sind. Aber noch viel geiler.
Johannes Franke: Das ist absurd. So absurd. Das habe ich echt nicht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das so absurd wird.
Florian Bayer: Und noch viel geiler der Schnitt dann ganz tief in Nils Wahrnehmung. Wenn er John Candy als den... leibhaftigen Teufel sieht, der laut lacht. Ich find's super. Das ist so geil.
Johannes Franke: Es ist wirklich krass, aber es ist so unvermittelt. Ich hab dem Film das nicht zugetraut, dass das jetzt kommt. Und ich muss sagen, kurz vorher, die Leute, die auf der anderen Seite sind und rüberrufen und so sagen, warum zur Hölle muss der kurz vorher noch sagen, look at this guy on the wrong side of the highway. Um uns allen Zuschauern nochmal zu sagen, dass die auf der falschen Seite sind. Das sagen die doch dann sowieso nochmal und nochmal, indem sie es rüberbrüllen.
Florian Bayer: Es ist ja davor schon ganz eindeutig gezeigt. Man sieht ja das Schild. Man sieht ganz eindeutig, dass sie falsch fahren.
Johannes Franke: Absolut. Also ich finde es ein bisschen drüber. Und ich habe so das Gefühl, dass das ist so der Moment für den Tatortschreiberling, der Drehbuchautor, der den Tatort schreibt und gesagt bekommt, ja, ihr müsst aber jede Szene den Namen dazu nennen und sagen, wie die Situation gerade ist, damit Tante Erna, die gerade bügelt und nicht hingucken kann, auch weiß, worum es gerade geht. Also das ist ein bisschen hä. Naja, aber du... kommen durch diese LKWs durch. Gerade so. Ein bisschen einer kleinen Schramme am Auto. Durch die Hölle durch. Und dann sitzen sie da und sammeln ihre Sachen ein und im Hintergrund macht es und das Auto geht in Flammen auf. Da habe ich auch echt gedacht, okay, was hat der Film noch zu bieten? Es ist wirklich, jetzt geht er wirklich alles mit, was irgendwie geht. Das ist schon crazy. Es ist der Moment, wo dann offensichtlich bei Neil auch einmal eine Schraube durchbrennt, weil er sich dann einfach eine Schraube durchbrennt, eine Lampe brennt durch. Ja, eine Schraube dreht wenn dann durch. Oder die fehlt ihm.
Florian Bayer: Irgendwas geht in ihm kaputt. Und er lacht einfach mal nur.
Johannes Franke: Ja, wie ich jeden Tag hier mit dir.
Florian Bayer: Und er erfährt dann aber, dass das Auto auf seine Kreditkarte gekauft wurde und dass John Candy sie zurück in den Geldbeutel gemacht hat. damit. Das Problem ist, der Geldbeutel ist im Auto, spricht seine gesamten Kredite. Kreditkarten sind wie die von John Candy, komplett verbrannt.
Johannes Franke: Die Szene ist auch so. Übrigens, das ist jetzt wichtig. Achte darauf, dass ich meine Brieftasche hier in dieses Fach im Auto tue.
Florian Bayer: Der Film hat einige von diesen Momenten.
Johannes Franke: Ja, man könnte auch noch Pfeile einblenden und sagen, übrigens, hier, das ist jetzt wichtig.
Florian Bayer: Auch der Kreditkartentausch im Hotel haben wir auch so eine sehr überdeutliche. Einmal wir zeigen, was hier passiert, damit wir später was damit machen können.
Johannes Franke: Und wie er den Sitz kaputt macht vorher, das möchte ich einfach noch sagen, das ist ein sehr gutes Timing. Oh ja, das ist sehr geil. Es ist sonst im Film kaum so gut wie in dieser Szene, wie John Candy immer mehr Situationen mit dem Sitz ausprobiert, weiter hinten, weiter vorne und Schnitt Steve Martin, du hast den Sitz kaputt gemacht. Das ist so witzig.
Florian Bayer: Das ist ja das Geile an Del, dass er immer diese Sachen macht, nicht aufhören kann und sich während er das tut rechtfertigt. Ich muss den Sitz in eine gemütliche Position kriegen, weil sonst tut das weh die ganze Zeit.
Johannes Franke: Und jetzt kann ich meine Socken nicht mehr ausziehen. Halt deine fucking Socken an, was soll das?
Florian Bayer: Neil hat noch seine teure Uhr und kriegt deswegen einen Motelraum.
Johannes Franke: John Candy nicht.
Florian Bayer: Del hat nicht so viel Glück und setzt sich in sein Auto und sitzt da. Wir haben die zweite große emotionale Szene in diesem Film wie Del, nämlich... mit seiner Frau spricht.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ob die fast besser ist als die erste sogar noch. Die ist wirklich sehr, sehr, ich finde das wirklich verdammt gut, wie er einfach da sitzt, ohne dass da emotional übertrieben wird im Spiel. Ich weiß auch nicht, ob die Musik da gerade zu viel ist oder nicht. Die Musik ist immer zu viel. Aber er macht das so gut, wie er mit seiner Frau spricht und wir einfach nur reingezogen werden. Er schafft das wirklich in einem Moment. wo es gerade noch absurd witzig war, mich mit einem Blick wieder reinzuholen und runterzuziehen, genau auf diese Emotionen, die er gerade hat. Ja. Super gut.
Florian Bayer: Und ja, es ist wahrscheinlich die erste Szene, wo wir begreifen, dass doch noch ein bisschen mehr hinter den Geschichten, die er von seiner Frau erzählt, steckt. Er hat ja ein Foto dabei. Und er hat davor auch einmal so gesagt, ich war schon ewig nicht mehr zu Hause. Wenn Steve Martin sagt, dass es ihm auch leid tut, dass er so viel unterwegs ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ja, vielleicht wird es hier auch schon ein bisschen deutlicher, dass da noch mehr dahinter steckt. Nils sieht ihn auf jeden Fall im Auto sitzen, im Schnee und entdeckt sein Herz. Und er kann diesen Menschen nicht erfrieren lassen. Gott sei Dank.
Johannes Franke: Er hat ja auch zwei Betten jetzt und die sind getrennt voneinander. Alles gut.
Florian Bayer: Und das Schöne ist, dass das führt nämlich zu einer Szene, wo die beiden zusammen sind und nichts Schlimmes passiert. Sie sind einfach in diesem Hotelzimmer und trinken zusammen und unterhalten sich über ihre Frauen, über ihre Arbeit.
Johannes Franke: Und haben Lagerkoller.
Florian Bayer: So ein bisschen.
Johannes Franke: Wie sie anfangen zu kichern. Ja,
Florian Bayer: das ist doch wirklich... Hey, sie sind aber auch einfach betrunken.
Johannes Franke: Sie trinken die ganze Zeit die Minibar leer und haben dann die verschiedensten Liköre und Schnäpse. Ich finde es sehr passend, weil er sagt Why do I feel like at summer camp? Ja, genau. So fühlt es sich auch an. Dann stoßen sie auf die Frauen an und Neil fragt nochmal Del Du liebst deine Frau nicht? Und Del antwortet mit Love is not a big enough word. Das ist so schön. Und es ist so erfrischend in den 80ern einen Film zu sehen. wo nicht der Gag ist, dass der Mann seine Frau eigentlich hasst, die er zu Hause hat. Das ist ein Gag, der sich lange durchgezogen hat in der Filmgeschichte. Und hier ist es einfach nur to the wives großartig.
Florian Bayer: Das ist so süß, ja.
Johannes Franke: Es ist super süß.
Florian Bayer: Auch dieses Zitat, like your work, love your wife.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Das fällt, es ist total süß. Sie sind weiter mit ihrem... mit ihrem gecrashten Car unterwegs am Netz und werden von einem Trooper angehalten, der sie fragt, wie schnell sie waren, was sie nicht beantworten können, weil alles verbrannt ist.
Johannes Franke: Das ist übrigens der aus Better Call Saul, der da sich einschließt in seinem Haus. Ein super Schauspieler, ich finde ihn ein sehr sehr guter Schauspieler.
Florian Bayer: Michael McKean, der damals vor allem bekannt war als eine Hauptrolle in Spinal Tap und ich schaffe es nicht, diese Figur aus Spinal Tap mit dem unter Wahnvorstellenden leidenden Bruder von Saul zusammenzubringen. Es klappt.
Johannes Franke: Nichts. Absoluter Wahnsinn. Und Spinal Tap ist ja großartig. Spinal Tap ist überhaupt ein großartiger Film. Wenn ihr den nicht kennt, geht Spinal Tap gucken. Hört jetzt auf, diese Folge zu hören und geht rüber und schaut euch Spinal Tap an.
Florian Bayer: Sie werden angehalten, was offensichtlich dem Schnitt zum Opfer gefallen ist, dass sie an Chicago vorbeigefahren sind, zwei Stunden. Dass der Typ, der sie anhält, von jemandem in einem anderen Staat angehalten wird, weil sie einfach zu weit gefahren sind. Ist alles dem Schnitt zum Opfer gefallen. Ihr Auto wird konfisziert. Und es gibt einen letzten Versuch, die letzten Kilometer zu schaffen.
Johannes Franke: Mit einem Truck. Mit einem LKW. Und das ist ein Kühltruck, oder?
Florian Bayer: Das ist ein Kühlwagen, genau. Oh,
Johannes Franke: fuck.
Florian Bayer: Das ist auch tatsächlich, Dell sagt noch so, naja, wir werden jetzt noch zwei, drei Stunden in einem LKW sitzen.
Johannes Franke: Ist das okay für dich, Neil? Und Neil sagt, ja, solange die Heizung funktioniert. Mir ist nämlich echt kalt. Und dann sitzen sie da hinten bei diesen Milchprodukten und frieren. Und er sieht wirklich gut aus. Also, was heißt gut? Also, er sieht scheiße aus, aber besonders gut scheiße aus, weil er wirklich mit aufgerissenen Augen, nicht blinzelnd da sitzt und völlig mit seinem Leben abschließt, weil er da in dieser Kälte jetzt noch sitzen muss.
Florian Bayer: Aber sie schaffen es. Sie kommen in Chicago an. Sie sind an einem L-Bahnhof. Für mich ein kleines bisschen plötzlich auch,
Johannes Franke: muss ich sagen, weil man so ein bisschen das Gefühl hat, okay, jetzt ist eins das andere gegeben und irgendwie jetzt wird es plötzlich einfach, ich weiß nicht genau, irgendwie. findet nicht dieser zufriedenstellende Moment statt, wo man sagt, okay, und jetzt haben wir unsere letzte Prüfung haben wir bestanden und gut ist. Weißt du, den Moment gibt es nicht so richtig. So dramaturgisch ein bisschen holprig, aber wahrscheinlich, weil sie zusammenschneiden mussten, verschiedene Sachen einfach rausnehmen mussten.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Jedenfalls sind sie jetzt an der Station vom L-Train, ja.
Florian Bayer: Genau, und sie verabschieden sich und sie geben sich die Hand und jetzt kommen wir zu dem Moment, wo das Größte wo die größte Änderung stattgefunden hat und die wichtigste Änderung, meiner Meinung nach beste Änderung.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Das ist die ursprüngliche Version. Sie verabschieden sich, Neil fährt mit seinem Zug nach Hause, fährt zu seinem Bahnhof, steigt aus seinem Zug aus, geht über den Bahnhof und stolpert über einen Koffer und es ist der Koffer von Del. Und Del sitzt da und Neil fragt, was machst du denn hier? Was hast du hier zu suchen? Und Del gibt zu, naja, ich Ja. Ich bin dir ehrlich gesagt hinterher gefahren, oder ich bin da hingefahren, wo du wohnst, weil ich habe kein Zuhause. Und es kommt ein sehr langer Text und wir erfahren, dass Dells Frau tot ist, dass er kein richtiges Zuhause hat und dass er offensichtlich immer den Kontakt, die Verbundenheit zu Menschen sucht, die ihm wichtig sind.
Johannes Franke: Und im Grunde ist die Szene so geschrieben, dass er die ganze Zeit bettelt, hab mich lieb und nimm mich mit. Nimm mich mit nach Hause. Wie so ein Hund, so ein kleiner Welpe.
Florian Bayer: Er crasht eigentlich deren Thanksgiving.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das hat das Publikum vollkommen zurecht gehasst. Ja,
Johannes Franke: absolut, natürlich. Und das Problem war... Und das nimmt ihm auch voll die Würde weg, ne?
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Die er sich erarbeitet hat mit seiner Rede da im Hotel. Ja. Das wird hier total mit dem Arsch eingerissen, wenn du diese Version nimmst.
Florian Bayer: Es macht ihn einfach unsympathisch, weil es jemand ist, der aufdringlich ist in seiner Emotionalität. Er kann uns auch ein bisschen leid tun, aber er ist vor allem aufdringlich. Das Problem war, die hatten keine Alternative gedreht.
Johannes Franke: Ja. Aber die haben... Pro Drehtag vier Stunden Material mindestens. Also die können aus allem Möglichen, was sie sonst noch gedreht haben, Zeug zusammenbasteln. Und dann kommen wir wieder zu dieser Szene. Steve Martin sitzt im Zug und die Kamera hält drauf. Das haben wir ganz am Anfang besprochen. Ihr könnt gerne nochmal, das ist der Moment, wo die Zeitschleife anfängt. Geht jetzt wieder zurück am Anfang. um euch anzuhören, wie wir am Anfang gesagt haben, das wird noch wichtig mit Steve Martin im Zug. Es ist eine Stunde und 20 Minuten her.
Florian Bayer: Ich erwarte von unserem Publikum, dass es sich erinnert. Wir machen nicht denselben Fehler wie dieser Film und sagen, Moment, er fährt in die falsche Richtung. Ihr erinnert euch. Wir wissen, dass ihr euch erinnert. Steve Martin sitzt im Zug. Sie haben sehr viel davon gedreht. Unter anderem auch, als Steve Martin gar nicht wusste, dass er gefilmt wird und sich auf seine Rolle vorbereitet hat und verschiedene Emotionen durchgespielt hat. Lachen, Ein bisschen traurig sein, nachdenklich sein. Er hat alles einfach so. Und davon hatten sie offensichtlich sehr viel B-Material.
Johannes Franke: Ja, Gott sei Dank. Und dann haben sie irgendjemandem auf die grandiose Idee gekommen, ihm Flashbacks zu geben und es selbst zusammen zu puzzeln, dass die Frau tot ist. Und ich frage mich in dem Moment, wie hat er das zusammengekriegt? Da ist nicht genug Hinweise im Film gegeben, dass die Frau tot ist. Das ist doch nicht realistisch. Nee, aber es...
Florian Bayer: sind vielleicht genug Hinweise, um zu sehen, dass da irgendwas komisch ist und dass Del irgendwie nicht jetzt nach Hause fahren wird.
Johannes Franke: Vielleicht, vielleicht ja.
Florian Bayer: Und es ist mir auch ehrlich gesagt vollkommen egal.
Johannes Franke: Ja, weil diese Szene so so schön ist. Vor allem, weil die es schön gemacht haben mit den Flashbacks, weil er erst natürlich an die Leute denkt, wo er jetzt hinfährt. Ja. Er freut sich, ach meine Frau, ach meine Kinder, Und dann schleicht sich so seine Erinnerung an Del rein. Und man hat fast schon das Gefühl, ach, geh weg, geh weg. Ich will in meine Familie denken. Und jetzt kommt dieser blöde Typ da rein. Ach, eigentlich war es doch ganz lustig mit ihm.
Florian Bayer: Und er lacht dann. Wir haben wirklich schön geschnitten, wie er sich erinnert an diese Szene, wie sie morgens im Hotel liegen und muss lachen und greift sich an die Stelle. Ich mache das übrigens auch, ich muss immer aufpassen, wenn ich mich an Sachen erinnere, die peinlich sind oder lustig sind,
Johannes Franke: dass ich nicht anfange im... Bus irgendwie so zu machen.
Florian Bayer: Also gut,
Johannes Franke: dass wir ein Podcast sind und die genau gesehen haben, was du jetzt gerade gemacht hast. Er hat seine Hände im Gesicht vergraben, andersrum, das Gesicht in den Händen vergraben.
Florian Bayer: Und dann kommt von diesem lustigen Erinnerungen an die Reise, kommt diese Erinnerung an Momente, in denen Del sowas gesagt hat, wie ich war schon ewig nicht mehr zu Hause. Und das Nachdenken darüber.
Johannes Franke: Und dann die Erkenntnis, die dazu führt, dass Neil aussteigt aus dem Zug. wieder einsteigt und zurückfährt.
Florian Bayer: Das Material hatten sie nicht.
Johannes Franke: Nein, sie haben einfach die Zähne rückwärts laufen lassen. Das ist super geil. Ich habe es natürlich nicht gesehen.
Florian Bayer: Ich auch nicht.
Johannes Franke: Aber der Zug fährt auf der falschen Seite quasi wieder ein, weil ja der Zug ist der eigentlich rausfährt aus der anderen Seite. Aber sie erzählen mit dem B-Material, was sie hatten. Ich finde wirklich gut, wirklich so, dass es nicht auffällt,
Florian Bayer: erzählen sie eine komplett andere Geschichte, nämlich dass Neil die Erkenntnis hat und sagt, okay, ich fahre jetzt zurück. und gucke, was da los ist und in den Bahnhof geht und Del da sitzen sieht und Del zu Del fragt, warum sitzt du ganz allein hier in dem Bahnhof? Nicht, warum sitzt du hier auf mich wartend, sondern warum sitzt du, nachdem wir uns verabschiedet haben, hier ganz allein, als ob du nichts hättest?
Johannes Franke: Es ist super, super krass geschnitten. Also das ist eine Leistung, das zu schaffen, aus dem Material das rauszuholen. Also es ist schon unglaublich gut. Sehr, sehr gut.
Florian Bayer: Ich glaube, ganz viel Credits gehen auch an Paul Hirsch. Also natürlich hat John Hughes ganz viel mit drauf geguckt. Aber es ist eine Mörderaufgabe für den... für den Editor, das so zu schneiden, dass das funktioniert und dass es nicht komisch wirkt. Und dann haben wir diese Rede von Del, die auch deutlich gekürzt wurde, nämlich einfach nur, dass er sagt, ey, ich hab kein Zuhause, meine Frau ist seit Jahren tot.
Johannes Franke: Und deswegen haut das super krass rein. Deswegen ist das emotional so erfolgreich, weil es keine krasse, lange Rede ist, sondern weil es einmal pure Reflexion ist, pures Geständnis und das war's. Und dann der Schnitt, wer nimmt den mit?
Florian Bayer: Und das ist so ein schöner Schnitt, wie sie zusammen mit diesem Koffer über die Straße Richtung zu seinem Haus gehen. Das übrigens sauteuer war, das Haus.
Johannes Franke: So krass. Wie lang ist das Ding im Film drin? Das sind vielleicht zwei Minuten? Ja, so ungefähr. Und die haben das ganze fucking Haus gebaut. Warum? Warum haben sie nicht einfach das Haus von Home Alone genommen, was sie später bei Home Alone haben? Es ist ja auch ein reales Haus. Warum kann man kein reales Haus nehmen einfach? Die haben es gebaut.
Florian Bayer: Was war es, eine halbe Million?
Johannes Franke: Ich weiß es nicht mehr genau, aber in der Richtung. Fuck, Alter.
Florian Bayer: Und er nimmt ihn mit nach Hause und stellt ihn seiner Familie vor und lädt ihn einfach zu Thanksgiving ein. Und das ist, womit dieser Film endet. Wir haben...
Johannes Franke: Das Problem mit dem Ende.
Florian Bayer: Ja, gibt's mir.
Johannes Franke: Er hat es sich nicht verdient, das mit der Frau so... zu zeigen, weil ich nie sehe, wie er mit seiner Frau so liebevoll nach seinen Kindern fragt, die sich wirklich vermissen und nacheinander wollen und sich sehnen und so weiter. Wir sehen zwar zwei, drei Telefonate, aber die sind nicht ausreichend und nicht emotional genug. Ich kaufe ihr die Tränen nicht ab, die sie hat. Die sind ja auch wegen was anderem eigentlich. Diese Träne, die wir da sehen von ihr, wenn sie da runterkommt, ist total billig und blöde eigentlich. Aber wir kennen den Kontext nicht, weil der Film das weggeschnitten hat, dass die Frau die ganze Zeit denkt, dass er sie betrügt. Und wenn sie dann den Typen da sieht, ist sie heilfroh, dass das keine heiße Frau ist, sondern John Candy. Auch sehr kurvig. Auch sehr kurvig, ja. Und dann zu weinen wäre wahrscheinlich wirklich noch schlimmer gewesen für den Film. Aber so... finde ich, haben sie es halt sich auch nicht verdient, dass sie da weint. Und ich frage mich, woher kommt diese Emotionalität, die hier gerade stattfindet? Ich finde sie an sich gut und sie steckt mich irgendwie auch an, aber irgendwie fühlt sie sich nach Betrug an, weil es nicht stimmt.
Florian Bayer: Ich stimme dir vollkommen zu und es ist mir einfach scheißegal, weil der emotionale Kern in diesem Moment ist John Candy, der irgendwie einen Freund gefunden hat und Neil, der einen Freund in sein Leben gelassen hat, obwohl es nicht danach aussah am Anfang. Das ist der emotionale Kern. Ich finde es auch total merkwürdig. Das ist ja auch weil diese Sachen der Schere zum Opfer gefallen sind, wirkt das total merkwürdig, wie sie ihn begrüßt, wie sie sagt, hallo Dell und sich so, also man merkt wirklich, dass das eine Schwere hat, die nicht zu begreifen ist, dass Steve Martin sie total in den Arm nimmt, dass da ganz viel Glück ist. Es ist vollkommen egal, weil das ist einfach nicht das Herz dieses Films, sondern es ist John Candy, der halt einfach aus seiner Einsamkeit gerissen wurde und zwar nicht, weil er sich jemandem angebiedert hat, sondern weil ein Mensch gesagt hat, ey, ich hab mit dem jetzt einiges erlebt, Das ist jetzt ein Freund. Auch das ist natürlich voll kitschig oder so, aber das ist kitsch, das bei mir total funktioniert. Und diese Szene im Zug, wenn er sich seine Familie vorstellt, seine Kinder und wie der Truthahn geschnitten wird und ich denke so, ist das so Thanksgiving-Kitsch und so ganz schlimm. Und diese glückliche, heile Familie und alle sind schick angezogen und so. Das ist mir egal. Der Moment wird toll ab dem Moment, wo er an John Candy denkt. Ja, ja, ja. Reise zurück. denkt und so weiter.
Johannes Franke: Aber auch durch den Kontrast von den romantischen Bildern vorher von Thanksgiving. Ich finde den Kontrast schon auch gut. Und gut für den Gag vielleicht auch. Und für den Fokuswechsel, den Steve Martin an sich durchmacht im Film. Was ich schon auch gut finde.
Florian Bayer: Das kriegt mich auf jeden Fall voll emotional. Und das kriegt mich einfach, weil diese zwei, drei, vier emotionalen Szenen von John Candy einfach dafür sorgen, dass wir diesen Del total lieb gewinnen und dass wir Dass wir ab einem gewissen Moment feststellen, es gibt eine krasse Chemie zwischen Neil und Del und wir wollen, dass die beiden zusammenfinden. Es ist wie in einer ganz klassischen Liebesgeschichte. Wie bei RomCom. Wie bei RomCom. Wir wollen, dass sie sich kriegen, weil sie zusammengehören. Neil macht Del zu einem besseren Menschen, Del macht Neil zu einem besseren Menschen. Und natürlich auch alles begleitet von kitschiger Musik, die beinahe von Elton John gekommen wäre.
Johannes Franke: Was, wirklich?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Es sollte einen Elton John Song geben. Elton John hat einen Song geschrieben.
Johannes Franke: What?
Florian Bayer: Elton John war damals bei Gramophone unter Vertrag und Gramophone hat gesagt, wir haben alle Rechte an allen Elton John Songs. Paramount, die den Film gedreht haben, haben gesagt, wenn wir einen Film machen, dann haben wir alle Rechte an den Songs, die in diesem Film vorkommen. Und da haben sie sich nicht gefunden. Und daraufhin hat Elton John gesagt, wenn ihr euch nicht einigt, dann gibt es halt keinen Song. Und der Song ist in der Schublade verschwunden. Und niemand weiß, ob dieser Song es irgendwann mal auf ein späteres Album von Elton John geschafft hat.
Johannes Franke: Also wir könnten jetzt mutmaßen, welcher Song auf späteren Alben von ihm.
Florian Bayer: Ich kenne mich nicht gut genug mit Elton Johns Diskografie aus, deswegen könnte ich dazu überhaupt nichts sagen. Aber ja, wir haben hier einen kitschigen Elton John Song verpasst, der wahrscheinlich gut zu dem Film gepasst hätte. Also habe ich das richtig verstanden? Emotional hat er die schon gekriegt, aber Humor? Humoristisch nicht.
Johannes Franke: Aber humoristisch nicht. Ausgerechnet dieser Film. Ich finde es wirklich merkwürdig. Ich fühle mich auch ein bisschen schmutzig deswegen.
Florian Bayer: Ja, solltest du auch. Es tut mir leid. Ich dachte, das wäre eigentlich...
Johannes Franke: Du wolltest mir was geben, was voll in meiner Lane ist.
Florian Bayer: Ja. Es tut mir sehr leid. Es gibt so oft Filme, wo ich denke, ah, und ich weiß nicht so, und das könnte vielleicht schief gehen. Aber ich dachte, das sollte einfach ein Volltreffer sein.
Johannes Franke: Tja.
Florian Bayer: Krass. Aber ich dachte das auch schon... Wir hatten das schon mal vor kurzem, wo ich sehr überrascht war, dass du nicht so angetan warst von einem Film, den ich dir gegeben habe. Die Reise ins Ich. Da bin ich auch davon aus... Ach ja, stimmt. Und auch das ist ein Film aus Mitte der 80er mit so ein bisschen bizarrem Humor.
Johannes Franke: Vielleicht mag ich die 80er Jahre Version davon nicht.
Florian Bayer: Du magst aber... Blues Brothers ist ein bisschen früher. Ja,
Johannes Franke: Blues Brothers mag ich, aber die sind ein bisschen früher. Und Breakfast Club mag ich eigentlich auch. Das ist so Teenie-Sachen, aber die sind nicht diese Komödien. Breakfast Club hat ja mehr einen emotionalen Fokus noch.
Florian Bayer: Könnte es sein, dass du 80er-Jahre-Komödien nicht magst? Dass die 80er-Jahre-Komödien ein spezifisches Tempo haben, mit dem du nichts anfangen kannst?
Johannes Franke: Vielleicht. Das werden wir mal im Kopf behalten. Vielleicht werden wir das die nächsten... Folgen noch ein bisschen genauer rauszuführen.
Florian Bayer: Es ist offensichtlich, also eine Pacing-Frage ist es vor allem. Ja,
Johannes Franke: es ist vor allem eine Pacing-Frage, ja.
Florian Bayer: Und ich weiß, dass du bei 90er, da hast du mir ja auch schon einiges gegeben an 90er-Komödien, wo du sehr das Pacing abgefeiert hast.
Johannes Franke: Airplane zum Beispiel hatte ich ja auch neulich nochmal geschaut und dachte auch so, ja, eigentlich sehr lustig, aber irgendwie auch off.
Florian Bayer: Naja, Airplane ist so ein bisschen die erste Fingerübung von Saka Abrams, bevor sie es wirklich konnten. Da gehe ich mit dir mit. Das ist noch so ein bisschen holprig und noch so ein bisschen unbeholfen. Oh Gott, ich habe das Naked Gun Remake geguckt. Oh,
Johannes Franke: furchtbar?
Florian Bayer: Nein, nicht furchtbar. Man merkt, dass sie es wollen. Das ist das Schlimmste daran. Man merkt, dass es ihnen wirklich wichtig ist, einen Film zu machen, der dem Original eben würdig ist. Das Problem ist, dass sie ganz oft die gleiche Art von Gag verwenden. Mit und exakt die gleichen Gags.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann ist es halt einfach ein Gefühl, dass sie es nochmal versuchen, aber nicht so ganz schaffen. Sie versuchen nochmal einen Anfang 90er Komödie mit dem in den 2023ern. Gott, wir sind zu spät. Aber wie heißt der? Er ist cool.
Johannes Franke: Achso, ja, ja. I will kill you.
Florian Bayer: Er spielt so großartig eine Parodie von sich selbst.
Johannes Franke: Das ist doch super.
Florian Bayer: Und dafür ist es schon sehenswert. Auch weil er, glaube ich, in einer ähnlichen Situation ist. Jetzt muss ich aufhören, mal er zu sagen, sondern einmal cool. gucken, wie er heißt.
Johannes Franke: Liam Neeson.
Florian Bayer: Liam Neeson ist, glaube ich, in einer ähnlichen Situation wie Lassie Nielsen damals war. Nämlich, dass er eigentlich aus dem ernsten Kino kommt und dass er jetzt mal eine lustige Rolle spielt.
Johannes Franke: Liam Neeson hat allerdings vorher ja die bedeutungslosen romantischen Komödien gemacht, wenn ich das richtig erinnere.
Florian Bayer: Liam Neeson hat in den 2010ern ganz viele Thriller gemacht, wo er den harten...
Johannes Franke: Jaja, aber davor.
Florian Bayer: Ja? Ich muss mir überlegen. Was hat Liam Neeson noch so gemacht?
Johannes Franke: Vielleicht irre ich mich auch gerade, aber ich glaube, das war der ironische Kreis, den er gemacht hat.
Florian Bayer: Das ist durchaus möglich, weil der hat ja Anfang der 90er Schindlers Liste gespielt. Er war Oskar Schindler.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ja, er hat in einigen Komödien mitgespielt. Aber wenn ich drüber gucke, sehe ich doch vor allem Action. Vor allem in den letzten 10, 15 Jahren.
Johannes Franke: Ich meine ganz am Anfang seiner Karriere.
Florian Bayer: Ganz am Anfang seiner Karriere. Gucken wir mal noch mal kurz auf seine Filmografie. Auch, aber wild gemischt, würde ich behaupten.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Oh, Darkman, den muss ich dir mal geben. Toller Superheldenfilm Anfang der 90er mit Liam Neeson.
Johannes Franke: Okay, dann habe ich Quatsch erzählt, das löschen wir wieder. Und ja, ich will noch einmal sagen, dass dieser Film tatsächlich auch in der Produktion sehr viel von dem, was er an Katastrophen im Film zeigt, selbst erlebt hat. Offenbar, Steve Martin sagte, alles was auf der Leinwand passiert, passierte auch bei der Produktion. Also es gab wirklich eine Odyssee von verpassten Flügen, schlimmen Wetter. ständige Umplanung von Dingen und man musste sich mit viel, viel rumstreiten. Also es gab auch diesen Wettersturm, also diesen Schneesturm. Als sie angehalten werden auf der Straße von den Polizisten, gab es einen Schneesturm tatsächlich und da wäre beinahe das Equipment flöten gegangen. Krass. Solche Sachen.
Florian Bayer: Sie sind teilweise dem Schnee hinterhergereist. Sie hatten viele Aufnahmen mit Schnee und dann war aber Tauwetter teilweise oder es war einfach kein Schnee da und dann mussten sie den... den Außentrieb woanders hin verlagern.
Johannes Franke: Sie haben auch Schnee dann künstlich hinzugefügt.
Florian Bayer: Also eine ziemliche Odyssee. Und das Ergebnis waren dann, wie gesagt, 15 Millionen an Kosten, die sie aber locker wieder eingespielt haben mit einem Box-Office von fast 50 Millionen. Ja!
Johannes Franke: Übrigens gibt es auch die Zahlen von 30 Millionen Kosten, aber da sind wahrscheinlich die Marketingkosten drin. Und die Marketingkosten waren anscheinend... Die Hälfte des Gesamtbudgets, also 15 Millionen. Jesus Christ. Wie krass ist das denn bitte?
Florian Bayer: Wow.
Johannes Franke: Aber das ist heutzutage auch so, ne? Es gibt wahnsinnig hohe Marketingkosten, die teilweise die Kosten des Films übersteigen. Autsch. Das ist wirklich krass. Springen wir in unsere Top 3.
Florian Bayer: Unsere Top 3.
Johannes Franke: Ich wollte keine Top 3. Du hast keine Top 3 gesucht, sondern...
Florian Bayer: Ich will drei Top Ones und zwar a plane, a train and an automobile.
Johannes Franke: Du darfst gerne... Fang mit plane an, ja?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich hab das leicht... Naja, ich hab's ja frei interpretiert.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Weil ich muss in jede fucking Liste, wenn ich's irgendwie schaffe, Dr. Who runterpicken. Es ist die TARDIS bei mir. Time and Relative Dimension in Space heißt... Ist die Abkürzung eigentlich TARDIS? That's not a plane. Das ist das Ding, das in der Gegend rumfliegt. Was ist ein Flugzeug, wenn es nicht... Ein Flugzeug. Es fliegt.
Florian Bayer: Dann wäre ich jetzt ohne Zahn aus Drachenzähnen leicht gemacht, weil er da fliegt?
Johannes Franke: Ja, es ist ein Flugzeug. Nein, es darf nicht leben. Obwohl, dann ist die TARDIS auch nicht mehr so. Egal. Also, es fliegt und es ist ein Zeug.
Florian Bayer: Also, okay. Die TARDIS, cool. Ja, die TARDIS ist tatsächlich schick. Ich wollte auch mit meiner... Das finde ich total geil, dass du die TARDIS hast, weil ich wollte tatsächlich auch... Ich hätte zum zehnten Mal jetzt wieder sowas reinwerfen können, wie Snowpiercer beim Zug. Aber ich wollte auch eher so Sehnsuchtsräume aufmachen. Ja, sehr gut. Und deswegen finde ich es cool, dass du die TARDIS hast. Weil wenn man ein Fluggerät haben will, dann ist es wahrscheinlich die TARDIS und nichts anderes. Ja,
Johannes Franke: natürlich.
Florian Bayer: Ich habe bei meinem Flugzeug, auch weil ich ein bisschen das Mainstream-Kino bedienen wollte für diese Episode, einen Film aus den 90ern. Und ich schäme mich ein bisschen, dass ich ihn habe. Vielleicht ist es auch ein Guilty Pleasure. Con Air aus dem Jahre 1997. Ein Actionfilm. bei dem ein Gefangenenflugzeug entführt wird und Nicolas Cage sitzt drin. Inszeniert von Jerry Bruckheimer und wirklich so ein sehr cheesiger, sehr trashiger 90er Jahre, spät 90er Jahre Actionfilm, der irgendwas hat. Und ich weiß nicht was und irgendwie gebe ich ihn dir vielleicht mal.
Johannes Franke: Was? Nein. Nur weil er irgendwas hat, hat er noch keinen Platz in dieser Liste verdient.
Florian Bayer: Also man muss auf jeden Fall, man muss Trash abkönnen, aber es ist irgendwie geil. Allein schon, weil Unter anderem John Malkovich und Steve Buscemi verrückte Serienkiller spielen, die in diesem Flugzeug sind. Was hast du für einen Train? Mein Train ist Back to the Future 3.
Johannes Franke: Okay. Weil ich Sehnsuchtsräume aufmachen wollte. Wenn man einen Zug haben will, dann einen geilen Zug. Dann wäre es doch ein Flugzeug eigentlich.
Florian Bayer: Mit einer Zeitmaschine, der fliegen kann.
Johannes Franke: Okay. Du darfst bei mir raten, was ich habe. Ich gebe dir zwei Hinweise. Demsel in Distress und Love Interest.
Florian Bayer: Hast du schon wieder den Buster Keaton mit reingenommen? Ja,
Johannes Franke: natürlich. The General. Der seinen Zug im Grunde als Love Interest hinterherfährt, um ihn zu retten.
Florian Bayer: Ja, das ist sehr süß. Ein wirklich witziger Film, über den wir gesprochen haben. Aber nicht der beste Buster Keaton-Film. Ohne Zweifel Sherlock Union.
Johannes Franke: Ja, finde ich auch. Aber trotzdem ein sehr, sehr guter Film. Ich bin stolz,
Florian Bayer: gefällt am Brust, nachdem ich zwei Filme von ihm gesehen habe. Ja, genau.
Johannes Franke: Okay, wir haben noch ein Automobil.
Florian Bayer: Ja. Ähm, du musst eigentlich loslegen.
Johannes Franke: Okay, ähm, ich nehme den LKW aus Lohn der Angst. Uh. Ja, den man sehr vorsichtig in der Gegend rumfahren muss, weil er Nitroglycerin über 500 Kilometer weit fahren muss, ohne dass es in die Luft geht. Und das ist wirklich ein Wahnsinnsfilm. Man wundert sich immer, dass erst in der zweiten Hälfte die Leute losfahren, weil im ersten Teil so wahnsinnig viel noch erzählt wird von diesem komischen Dorf da. Ja. und du, als du mir gegeben hattest, gedacht hast, das sind die ersten 10 Minuten und dann war das die erste Hälfte des Films. Und dann fahren die in der Gegend rum mit diesem LKW und es ist Spannung pur, nur weil da hinten dieses hochexplosive Zeug auf dem LKW ist. Es ist ein krasser Film. Guckt euch den an. Aus dem Jahre, aus den 50ern. 59, 58, irgendwas in der Richtung.
Florian Bayer: Ich bin immer noch bei Sehnsuchtsorten und ich bin überhaupt kein Autofan. Aber wenn ich gerne ein Auto hätte, dann wäre es Herbie. Ein toller Käfer aus dem Jahr 1969. Ein Auto mit Persönlichkeit.
Johannes Franke: Dann doch lieber ein Knight Rider.
Florian Bayer: Nee, aber Herbie, genau das ist es. Ich dachte auch ein Knight Rider, aber dann dachte ich, nein, Herbie ist viel cooler als Knight Rider. Allein schon, weil er nicht so nervig quatscht. Und ich mochte Herbie sehr gerne als Kind. Okay. Und ich finde es krass, dass du mir den Film noch nicht gegeben hast. Ich dachte, das wäre so ein Johannes-Film eigentlich auch.
Johannes Franke: Ich habe Herbie, glaube ich, gar nicht richtig gesehen.
Florian Bayer: Okay, dann müssen wir den irgendwann mal reinnehmen. Vielleicht. Ein toller Käfer aus dem Jahr 1969. Das sei dazu gesagt, aber ich weiß ehrlich gesagt, nicht, ich habe ein paar Herbie-Filme gesehen, ich weiß nicht, ob es der ist. Ich habe schon ewig keine Herbie-Filme mehr gesehen, seit, naja, wie alt bin ich jetzt? Seit 35 Jahren.
Johannes Franke: Okay. Das war unsere Liste. Geil, vielen Dank für diese Variante, unsere dritte Top 3. Ich fand es super. Mir hat sehr viel Spaß gemacht, da durchzugucken und zu schauen, was das sein könnte. Gehen wir zurück in unseren Film. Ja.
Florian Bayer: Das war unsere Top 3.
Johannes Franke: Eine Sache möchte ich noch sagen, vielleicht zwei Sachen, aber das eine halte ich mir offen für mein Fazit. Ich finde es total cool, hier zu sehen, was wichtig ist für so eine Komödie diesen Kalibers, vor allem so ein Buddy-Movie, der lustig sein soll. Was immer ein Garant für irgendeine Form von Erfolg ist, du brauchst einen Straight Man und einen, der die Aufregung bringt. Das haben wir schon mal besprochen. Wo war denn das? Das war doch dieser Film, wo sie die ganze Zeit zitieren, dieses Comedy Duo Rain Man. In Rain Man ist Raymond ein großer Fan von diesem Sketch, obwohl er ihn nicht richtig erzählen kann. Dass wir in einem Comedy-Duo immer jemanden brauchen, der versucht. die Kontenance zu bewahren und den anderen, den versucht, die ganze Zeit umzuschmeißen quasi. Und das ist natürlich ein absolutes Erfolgsrezept, auch in diesem Film. Das funktioniert natürlich irgendwie, wenn sie das Timing ein bisschen besser hinkriegen würden. Aber an sich funktioniert das sehr gut.
Florian Bayer: Der Film ist total gut angekommen, damals bei der Kritik. Siskel und Ebert mochten ihn beide.
Johannes Franke: Ja, ja, die haben sogar noch ein paar Jahre später dann ihre Bewertungen hochgesetzt, von gut auf sehr gut.
Florian Bayer: Ja. Er hat sich zum Kultfilm entwickelt und wird meistens so als Holiday Movies, wenn Holiday Movies genannt werden, fällt er auch irgendwie runter. Und ich finde es ist wirklich, um damit zu meinem Fazit zu kommen, es ist ein total schöner Film, um in die Weihnachtssaison zu starten. Weil es so kurz vor Weihnachten ist oder kurz vor Weihnachtszeit, weil es nicht so viele Thanksgiving Filme so draußen gibt. Vor allem aber, weil er es schafft, trotz seiner absurden Komik, vor allem bei mir einfach mit diesen ganz banalen... emotionalen Momenten zu punkten. Auch mit dieser ganz banalen, trivialen, emotionalen Aussage zu deinen Mitmenschen. Es funktioniert einfach und ich mag ihn, also klar, ich finde ihn auch sau witzig, aber ich mag ihn vor allem auch einfach als emotionalen Buddy-Movie oder Road-Movie.
Johannes Franke: Was macht das aus? Was macht ein Holiday-Movie aus? Weil in diesem Film geht es zwar darum, dass sie zu Thanksgiving dann wieder zu Hause sind, aber das ist ja nicht alles, was das Rezept ist. Das Rezept ist ja viel größer, oder, für so ein Holiday-Movie? Weil du musst ja irgendwas Emotionales lernen oder so. Du brauchst ja irgendein Hinzugewinn an Menschlichkeit oder sonst irgendwas. Was ist das?
Florian Bayer: Ich glaube, es ist dieses vielleicht so dieses große Finden in Geschichten, die sich vor allem um Familiäres drehen. Deswegen E.T., der ja überhaupt nicht an Weihnachten spielt. E.T. ist so ein krasser Holiday-Film, weil es einfach darum geht, dass Es geht um Freundschaft, es geht um Zusammenhalt und dann ist es egal, ob das ein Außerirdischer ist oder ob es ein John Candy ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und deswegen sind auch so manche Weihnachtsfilme funktionieren überhaupt nicht als Holidayfilme, weil sie das einfach nicht so wirklich drin haben.
Johannes Franke: Naja, also diese hat es auf jeden Fall irgendwie auch und es geht irgendwie in dem Film dann, und jetzt die emotionale Botschaft so, nicht nur darum dankbar für seine Familie zu sein oder so, sondern seine Familie irgendwie zu öffnen. Für eine Extended Family, um etwas zu finden, was nicht in der zusammengewürfelten Zwangsfamilie ist, sondern so eine Familie zu haben, die man sich ausgesucht hat und dafür dankbar zu sein. Und den Weg nicht nur nach Hause zurückzufinden in diesem Film, sondern eben auch den Weg ein bisschen zu sich selbst zu finden und seiner Empathie zu finden. Denn das ist es, worum es eigentlich an Thanksgiving geht. Was für schöne Worte. Danke, Johannes. Und danke, dass du den Film geschaut hast. Ja, danke, dass du ihn mir gegeben hast und ich herausfinden konnte, dass ich nicht alles einfach nur lustig finde, was mit Slapstick zu tun habe, sondern dass ich auch noch Ansprüche habe, was das betrifft.
Florian Bayer: Es tut mir sehr leid, dass ich ihn nicht so richtig, richtig finde. Ja, mir tut es auch leid, aber es ist Pech gehabt.
Johannes Franke: Dein Problem. Vielleicht muss ich noch ein paar Mal gucken und dann finde ich es plötzlich... Du hast gesagt,
Florian Bayer: beim zweiten Mal war es versöhnlicher?
Johannes Franke: Ja, beim zweiten Mal fand ich es tatsächlich ein bisschen besser. Ich habe ihn dann nochmal geguckt und habe mich nochmal mehr darauf eingelassen. Ich wusste dann sozusagen schon, worum es geht und konnte die Comedy-Momente an sich besser genießen. Dass man in eine Szene reingeht und schon weiß, in welche Richtung es geht und dann eher das nochmal besser genießen kann, was da eigentlich passiert und auch die Physik der Comedy in dieser Szene. Es ist ja auch eine Nummernrevue, muss man sagen. Auf jeden Fall. Es ist eine Nummernrevue. Eins nach dem anderen. Jetzt kommt die Szene und jetzt kommt die lustige Szene und jetzt kommt die lustige Szene.
Florian Bayer: Es ist auch ganz klar so ein Schema. Wir geben euch einen Strohhalm und ihr wisst schon, es wird was schief gehen, damit wir nach dem nächsten Strohhalm greifen müssen.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Ja, Leute. Die Weihnachtszeit steht bevor und die nächste Episode wird eine Weihnachtsepisode. Und dieses Jahr haben wir Weihnachtsepisoden nicht nur für euch, sondern auch von euch. Wir haben Zuschauerwünsche.
Johannes Franke: Das heißt, ich kann dieses Jahr nicht die ganze Schuld an dich geben. und sagen, Plor, was machst du da für eine Scheiße? Ich will keine Weihnachtsfilme, sondern wir haben einfach beschlossen, dass ihr das macht. Aber ich will mich die ganze Zeit nicht bei euch beschweren. Ich bin ja froh, wenn ihr was schickt. Aber ich sage mal zur Vorwarnung, ich bin nicht der größte Weihnachtsfan. Sagen wir so. Was dir, glaube ich, entgegenkommen wird, ist, dass die Wünsche, die wir jetzt als Weihnachtsfilme haben, zumindest die ersten zwei, fallen vor allem in die
Florian Bayer: Richtung eher Holiday-Filme, weil es halt märchenhafte Filme sind. Gar nicht Weihnachten thematisiert. Aber das erfahrt ihr gleich nach.
Johannes Franke: Ihr müsst euch nochmal den Jingle anhören.
Florian Bayer: Nach dem Outro. Hört euch den Jingle nochmal an.
Johannes Franke: Ansonsten euch vielen Dank, dass ihr da seid. Toll,
Florian Bayer: dass wir mit euch Thanksgiving feiern können.
Johannes Franke: Ja, sagt alle einmal, wofür ihr dankbar seid. Auf drei, eins, zwei, drei. Ja, reicht auch wieder. Danke. Und jetzt, wir hören uns nächste Woche. Bis dahin. Bis dann.
Florian Bayer: So. Was gibt's denn? Unser erster Film für die Weihnachtsseason. Christmas Season. Holidays. Für die schöne... Zeit, in der man an seine Familie denkt und in der man vor allem fantastische Filme schaut. Lina hat sich gewünscht, das letzte Einhorn. Vor einiger Zeit. Und es ist kein Weihnachtsfilm. Es ist nicht ihre Schuld, dass wir den jetzt hier reinpacken. Die hat sich diesen Film gar nicht als Weihnachtsfilm gewünscht, sondern einfach als einen Klassiker, das ist aus dem Jahr 1982, den sie in ihrer Kindheit gerne geschaut hat. Und ich hab Hab den auch geschaut als Kind und ich glaube, ich fand den gar nicht so gut, aber ich weiß es nicht mehr so genau.
Johannes Franke: Ich kann es überhaupt nicht sagen, weil ich habe ihn nicht gesehen. Ah, interessant. Und es heißt immer das letzte Einhorn, das letzte Einhorn, vor allem eben auch tatsächlich als Kind. Irgendwann hat es sich verloren, in den letzten zehn Jahren hat kaum jemand mehr über den Film geredet. Aber ich habe diesen Titel sehr oft gehört in einem bestimmten Alter. Aber ich habe ihn nie geguckt und ich habe nur den Song im Kopf. Lars Julikon,
Florian Bayer: I'm alive,
Johannes Franke: I'm alive. Ach Gott, Flo.
Florian Bayer: tief in den 80er-Jahre-Kitsch noch mal eintauchen nächste Woche.
Johannes Franke: Ich bin sehr gespannt.
Florian Bayer: Wir werden es vor allem sehr beschaulich haben und wir werden es uns gut gehen lassen und schön in die Weihnachtszeit reinsteigen.
Johannes Franke: Ich mach mir eine Kerze hier an und ich werde einmal kotzen, weil ich Weihnachten zum Kotzen finde. Okay, ihr da draußen, habt eine schöne erste Weihnachtszeit, ein schönes Thanksgiving erst mal und dann eine schöne erste Weihnachtszeit. Schaut euch den Film noch mal an. Schaut euch noch mal das letzte Einhorn an. Und dann hören wir uns nächste Woche wieder. Bis dahin, ciao. Bis dann.
