Episode 16: Leg dich nicht mit dem Zohan an, 16 Uhr 50 ab Paddington

A very special Episode… Wir haben Fanpost gekriegt und haben hier unsere erste Episode mit von einer Zuhörerin gewünschten Filmbesprechungen vor uns. Melanie aus München erinnerte uns an die großartige Miss Marple, gespielt von Margaret Rutherford. Und so schauen wir uns deren ersten Auftritt in 16 Uhr 50 ab Paddington aus dem Jahr 1961 an. Für das Kontrastprogramm sorgt Adam Sandler in der anarchischen, geschmacklosen Komödie You Don’t Mess with the Zohan aus dem Jahr 2008.

Die dazu passenden Toplisten werfen dieses Mal einen Blick auf die coolsten Senioren der Filmgeschichte und die besten Frisuren, die bisher im Kino zu sehen waren. Wollt ihr auch, dass wir uns mit euren Fimempfehlungen herumschlagen (und dabei wie in diesem Fall dem Wahnsinn ziemlich nahe kommen)? Dann schickt sie uns über florian@mussmansehen.de oder johannes@mussmansehen.de.

Leg dich nicht mit dem Zohan an [Dennis Dugan]

(USA 2008)

Adam Sandler ist ein Phänomen. Obwohl er bei den Filmen seiner Produktionsfirma Happy Madison nie selbst Regie geführt hat, besitzen sie dank ihm doch gewisse Trademarks, die sie einzigartig machen in der amerikanischen Komödienlandschaft. Man kann es nicht anders sagen, die Filme um den Comedian und Schauspieler bilden ein eigenes Genre: Adam Sandler Filme, würde ich sie nennen, einfach weil mir nichts besser einfällt, was vermutlich auch daran liegt, dass ab dem Genuss einer bestimmten Menge von Sandler-Filmen einfach zu viele Gehirnzellen abgestorben sind, um sich über Kategorien und Klassifikationen Gedanken zu machen.

Adam Sandler Filme sind chaotische, infantile, bizarre und vor allem geschmacklose Komödien. Im Zentrum stehen exzentrische Figuren, sprachliche Verballhornungen und jede Menge vulgärer Humor ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten. Love it or leave it! In You Don’t Mess with the Zohan aus dem Jahr 2008 spielt Sandler einen übermenschlichen israelischen Geheimagenten, der im Nahen Osten reihenhaft palästinensische Terroristen aufs Kreuz legt. Aber der von allen geliebte und gefürchtete Superheld träumt von einem anderen Leben. Er möchte Friseur sein, und so faket er kurzerhand seinen eigenen Tod und setzt sich nach New York ab. Unter dem Namen Scrappy Coco versucht er dort Anschluss an die Haarstylistenszene zu finden, auch wenn sich dies durch seine anachronistische Unbedarftheit und seine unstillbare Libido als ganz schön schwere Aufgabe entpuppt.

Also dann, let’s drink some Fizzy Bubblech, lets get silky smooth, und Disco Disco Disco. Was denkst du über Zohan, Johannes? Love it or leave it?


16 Uhr 50 ab Paddington [George Pollock]

(USA 1961)

Jeder liebt Miss Marple. Ich glaube, ich kenne niemanden, der oder die nicht wenigstens einigenommen ist vom Charme der alten Dame, völlig unabhängig vom Kriminalfall, der erzählt wird.

Der Film „Murder She said“ im deutschen „16:50 ab Paddington“ – so auch der Titel der Buchvorlage -, ist 1961 in lebendigem Schwarz Weiß erschienen. Die alte Dame Miss Marple wird, im Zug sitzend, zufällig Zeugin eines in einem überholenden Zug stattfindenden Mordes. Allerdings glaubt ihr niemand, da sich keine Spur eines Verbrechens oder eines Opfers finden lässt. Auf eigene Faust geht Miss Marple der Sache auf den Grund. Auf Wiki wird der Film als Murder-Comedy gelistet, aber so laugh out loud funny ist er nicht. Das könnte daran liegen, dass der Humor eigentlich nicht im Drehbuch steht, sondern vor allem durch die wunderbare Margaret Rutherford seinen Weg in den in den Film findet.

Und nun zurück zu dir Plor, auf einer Skala von 10 bis 10, wie vergnüglich war diese Zeitreise für dich?