Episode 15: Laurel und Hardy: In Oxford, Der Club der toten Dichter
Nachdem Johannes beim letzten Mal einen Film am Start hatte, der ihn in vielerlei Hinsicht beeinflusst hat, darf dieses Mal Plor eine sehr persönliche cineastische Erinnerung auffrischen. Wir sprechen über den Club der toten Dichter aus dem Jahr 1989, das Carpe Diem und die Liebe zur Poesie. Als Kontrastprogramm dient durch und durch klassischer Slapstick von Dick und Doof, beziehungsweise Stan Laurel und Oliver Hardy, A Chump at Oxford aus dem Jahr 1940.
In unseren dazu passenden Top 3 Listen beschäftigen wir uns mit dem Mikrokosmos Schule und wie dieser in verschiedenen Filmen auf die Leinwand gebracht wurde. Außerdem widmen wir uns einem etwas in Vergessenheit geratenen Subgenre des komischen Films, dem Slapstick, beziehungsweise der Physical Comedy. Und zum Ende der Episode gibt es sogar eine kleine Überraschung in Form unserer ersten Fanpost, die auch gleich als Vorlage für die Filmauswahl der kommenden Folge dient.
Wollt Ihr uns auch Filme vorschlagen oder eure persönlichen Gedanken zu den von uns besprochenen Filmen mitteilen? Dann schreibt uns unter johannes@mussmansehen.de oder florian@mussmansehen.de.
Der Club der toten Dichter [Peter Weir]
(USA 1989)
“Oh Captain, my Captain” so möchte der Englischlehrer John Keating – angelehnt an ein Gedicht des Romantikers Walt Whitman – von seinen Schülern genannt werden. Keating wurde gerade eben erst angestellt an einem hochrenomierten Jungeninternat in Vermont, sorgt aber schnell für Aufsehen mit seinen unorthodoxen Lehrmethoden, seiner hemmungslosen Liebe für Poesie und seinem Ziel, die Schüler zum selbständigen Denken anzuregen. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht nur er, sondern ebenso eine Gruppe seiner älteren Schüler. Angespornt von Keatings Enthusiasmus lassen sie den geheimen Club der toten Dichter wieder neu auferstehen. In diesem treffen sie sich heimlich in der Nacht, tragen sich gegenseitig Gedichte vor und saugen das Mark des Lebens in sich auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses rebellische Verhalten mit den konservativen Idealen ihrer Schule kollidiert.
Das Drama Der Club der toten Dichter von Peter Weir wurde im Jahre 1989 veröffentlicht und wurde schnell zum Box Office Hit und Instant Klassiker. Für Robin Williams, der zuvor nur als Comedian geachtet war, sorgte er fast im Alleingang für ein Dauerabo von melodramatischen und tragikomischen Rollen. Dem antiken Sinnspruch “Carpe Diem” (Nutze den Tag) verhalf er zu einer riesigen Berühmtheit und hatte auch darüber hinaus auf die Gestaltung zahlloser Poesiealben einen immensen Einfluss. Aber funktioniert er auch noch heute? Und besitzt er vielleicht auch problematische Seiten, die von seiner pathetischen und enthusiastischen Art vielleicht zu sehr verschleiert werden? Was denkst du Johannes?
A Chump at Oxford [Alfred J. Goulding]
(USA 1940)

Der in Deutschland unter dem Titel „Dick und Doof als Studenten“ erschiene Film aus dem Jahre 1940 unter der Regie von Alfred J. Goulding, hat mehrere Fassungen durchlaufen. Eigentlich war er ursprünglich als 40 minütige Featurette geplant und ist als solche auch in amerikanischen Kinos gelaufen. Für den europäischen Markt kam zu der Zeit allerdings schon nur noch ein Langfilm in Frage, so dass sie dem Film eine recht unmotivierte 20 minütige Sequenz hinzufügten. Eine 20 minütige Version des Films kam unter dem Titel „Alter Ego“ später ins Fernsehen. Scheinbar ließ sich, ohne große Verluste im Verständnis der Geschichte einiges wegstreichen.
Allerdings muss man sagen: das ist kaum zu merken. Nicht etwa weil die Story gut ergänzt wäre, sondern weil der ganze Film eigentlich aus einer Art Nummernprogramm bestand, wie sehr viele der Laurel und Hardy Filme dieser Zeit. Der Hauptplot ist recht simpel erzählt:
Laurel und Hardy gehen an eine Uni und werden nicht gut aufgenommen.
Der Rest sind Slapstick Nummern der alten Schule für kurzweil, ohne dem Publikum große Denkleistungen abzuverlangen. Oder musstest du viel grübeln, Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 15: Laurel und Hardy: In Oxford, Der Club der toten Dichter Publishing Date: 2021-04-14T14:07:26+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/04/14/episode-15-laurel-und-hardy-in-oxford-der-club-der-toten-dichter/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
Johannes Franke: Nein, eigentlich nicht, aber ich...
Florian Bayer: Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so Musicals aus den 50ern?
Johannes Franke: Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme?
Florian Bayer: Mit russischen Untertiteln. Von mir, für dich.
Johannes Franke: Oh Gott, okay.
Florian Bayer: Aber du weißt, dass das für eine Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Definitiv. Das wird lustig.
Florian Bayer: Mit guter Laune.
Johannes Franke: Ja, Blor, mit guter Laune. Ach, es läuft schon. Darf ich dir das sagen? Gute Laune. Es läuft schon.
Florian Bayer: Wann hast du ihn angemacht? Was habe ich als erstes gesagt? Und mit guter Laune. Davor habe ich einmal gemacht, nur um das Publikum auf unseren Level zu bringen.
Johannes Franke: Welches Level willst du das Publikum? Du weißt ja gar nicht, wo das Publikum ist.
Florian Bayer: Ich will raus aus dem März.
Johannes Franke: Du willst aus dem März
Florian Bayer: raus. Ja, wettertechnisch, coronatechnisch. Ich will einfach nur raus aus dem März. Und ihr hört das Ganze Wahrscheinlich in zwei Wochen. Das heißt, ihr hört das in drei Wochen sogar.
Johannes Franke: Ja, also plus, wer hört es sich genau dann an?
Florian Bayer: Frohe Ostern, liebes Publikum. Herzlich willkommen zu unserer Osterausgabe.
Johannes Franke: Osterspecial.
Florian Bayer: Und heute haben wir auch total passende Osterhasenfilme für euch. Johannes, was ist dein Osterhasenfilm?
Johannes Franke: Das kleine niedliche Kaninchen Bubu sucht nach... Babe, genau, Babe.
Florian Bayer: Das kann ich nennen, Babe.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Ja, Babe ist der Spitzname von... Olli gewesen, Oliver Hardy. Das ist mein Film von Stan und Olli diese Woche, A Jump in Oxford.
Florian Bayer: Und ich habe für dich, ich muss gerade kurz drüber nachdenken und er hat das wahrscheinlich nie gespielt, aber Robin Williams als Osterhase wäre echt ganz toll. Das ist cool.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Nein.
Florian Bayer: Man könnte daraus so ein tragikomisches Märchen machen über einen Osterhasen, der ein bisschen den Glauben verloren hat und ihn zurückgewinnen muss. Ja.
Johannes Franke: Also wenn ich einem zutraue, dann Robin Williams.
Florian Bayer: In einer Nebenrolle eine junge Natalie Portman. mit dem Osterhasen den Glauben an Ostern zurückgibt.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Ich hab für dich den Club der toten Lichter. Aus dem Jahre 1989 nicht die erste, aber wahrscheinlich die wesentliche erste ernste Rolle für Robin Williams. Ein Film, der wahrscheinlich gar nicht so viel vorgestellt werden muss, weil den die meisten kennen werden. Wahrscheinlich, ja.
Johannes Franke: Wollen wir damit gleich anfangen? Ja. Dann lass uns doch mit diesem Film anfangen.
Florian Bayer: Wir starten mit dem Club der Toten Lichter und mit dem KPDM. Ähm, ich springe kurz zu meinem Einleitungstext.
Johannes Franke: Ja, spring mal zu seinem Einleitungstext. Möchtest du Tee haben, Flo?
Florian Bayer: Sehr gerne.
Johannes Franke: Zucker ist wie immer hinter dir. Oder du nimmst hier den Kluntier von vorne.
Florian Bayer: Ich nehme ganz vulgär Rohrzucker. Einfach, weil ich Zucker brauche. Viel Zucker.
Johannes Franke: So. Plur geht noch in den Westflügel, um einen Löffel zu holen.
Florian Bayer: Johannes, ich habe dir schon so oft gesagt, du sollst den Drachen anbinden, wenn wir aufnehmen.
Johannes Franke: Ich wollte gerade sagen, ignoriere die Löwen, aber...
Florian Bayer: Nein, ich war im Westfügel.
Johannes Franke: Stimmt. Ja, das bringe ich immer durcheinander.
Florian Bayer: Okay. Oh, Captain, my Captain. So möchte der Englischlehrer John Keating, angelehnt an ein Gedicht des Romantikers Walt Midman, von seinen Schülern genannt werden. Keating wurde gerade eben erst angestellt an einem hochrenommierten jungen Internat in Vermont. In Vermont sorgt aber schnell für Aufsehen mit seinen unorthodoxen Lehrmethoden, seiner hemmungslosen Liebe für Poesie und und seinem Ziel, die Schüler zum selbstständigen Denken anzuregen. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht nur er, sondern ebenso eine Gruppe seiner älteren Schüler – Angesporen von Keatings Enthusiasmus lassen sie den geheimen Club der toten Dichter wieder neu auferstehen. In diesem treffen sie sich heimlich in der Nacht, tragen sich gegenseitig Gedichte vor und saugen das Markt des Lebens in sich auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses rebellische Verhalten mit den konservativen Idealen ihrer Schule kollidiert. Das Drama Der Club der Toten Dichter von Peter Weir wurde im Jahr 1989 veröffentlicht. und wurde schnell zum Box-Office-Hit und Instant-Klassiker. Für Robin Williams, der zuvor nur als Comedian geachtet war, sorgte er fast im Alleingang für ein Dauerabo von melodramatischen und tragikomischen Rollen. Dem antiken Sinsspruch, Kabe Diem, nutze den Tag, verhalf er zu einer riesigen Berühmtheit und hatte auch darüber hinaus... auf die Gestaltung zahlloser Poesiealben einen immensen Einfluss. Aber funktioniert er auch noch heute? Und besitzt er vielleicht auch problematische Seiten, die von seiner pathetischen und enthusiastischen Art vielleicht zu sehr verschleiert werden? Was denkst du, Johannes?
Johannes Franke: Also es gibt definitiv eine Schattenseite von Carpe Diem. Aber von diesem Film? Also ja, natürlich. Der Film hat tatsächlich, ich muss das zugestehen... Eine wesentliche große Schwäche, auf die wir gerne auch gleich am Anfang zu sprechen kommen können, um dann den Rest abzufeiern.
Florian Bayer: Sehr gerne. Ich habe insgesamt... vier Schwächen notiert.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Oh, wow.
Florian Bayer: Und da ist noch nicht mal Nitpicking drin, dass ich beim letzten Mal kurz angerissen habe, was ich das letzte Mal so hervorgehoben habe als große Schwäche, die ich gar nicht mehr so schlimm fand. Da hatte ich das Wort Rape Culture in den Raum geworfen. Und es ging um diese Szene, in der einer unserer Protagonisten, Nox Overstreet ... das Mädchen küsst, in das er verliebt ist, die schläft.
Johannes Franke: Sie schläft auf einer Party.
Florian Bayer: Sie schläft auf einer Party und er küsst sie. Tatsächlich... Ja, natürlich. Es ist problematisch, aber es ist eine sehr unschuldige Szene, finde ich.
Johannes Franke: Nein, nein, nein.
Florian Bayer: Oh, wir sind schon unterschiedlicher Meinung. Und ich verteidige.
Johannes Franke: Und du verteidigst nur?
Florian Bayer: Obwohl ich lästern wollte.
Johannes Franke: Also ich finde, das ist wirklich die ganze Geschichte, die ganze Liebesgeschichte kannst du in die Tonne kloppen.
Florian Bayer: Die Liebesgeschichte ist...
Johannes Franke: Mist, das stimmt. Wirklich, ich habe mich wirklich geärgert zwischendurch. Aber Aber das war tatsächlich das Einzige, wo ich immer wieder, wenn es über die Liebesgeschichte ging, habe ich gedacht, ach scheiße, warum haben sie da nicht was ordentliches draus gemacht? Ja. Auch wenn er mit ihr redet dann vor der Schule und sie dann irgendwie überzeugt und ihr dann nochmal und nochmal und nochmal sagt, aber du willst es doch auch so in der Art. Ich weiß nicht. Das fand ich wirklich immer cringe.
Florian Bayer: Auch sie, dass sie gleich darauf anspringt. Ja. Sie ist eigentlich mit dem Jog zusammen, mit dem Sportler und Schläger, mit dem Proll, könnte man auch sagen. Und der merkwürdigerweise, obwohl seine Eltern ehemalige sind, nicht auf dieses hochrenommierte Junginternat geht, sondern auf eine ganz klassische Highschool. Stimmt. reingeht, um ihr das Gedicht vorzulesen. Und dass sie dann darauf anspringt. Also mal abgesehen davon ... Okay, sie war mit einem Typen zusammen, der komplett anders ist als er, geschenkt. Aber die Art, wie er um sie wirbt, ist jetzt wirklich nicht besonders einfallsreich. Nein. Sie ist originell, aber sie ist nicht gut.
Johannes Franke: Also man hätte das auch erzählen können, dass man sagt, okay, der ist einfach ein bisschen... Vielen Dank. Der kriegt es halt nicht so richtig auf die Reihe, er versucht es aber, er kriegt es nicht hin, aber sie reagiert halt nicht entsprechend, sodass man da irgendwas mitmacht mit dieser Unbeholfenheit.
Florian Bayer: Das ist ja auch okay, dass er sich direkt in sie verliebt und so. Ich meine, ja, das ist halt der jugendliche Hormonhaushalt. Das ist total okay. Aber dass er es so leicht schafft, dass diese Liebe auf Gegenliebe stößt. In drei Szenen, in denen man sie zusammen sieht, wo sie auch wirklich nur in einer Szene davon sich tatsächlich in zwei Szenen davon sich wirklich unterhalten. Und beide Gespräche sind, geh mir nicht auf die Nerven. Doch, du bist die Frau meines Lebens. Hau ab. Nein, du liebst mich und ich liebe dich, sonst wärst du nicht hier.
Johannes Franke: Das ist so bescheuert. Du wärst nicht hier und würdest mich nicht warnen. Und sie warnt ihn davor, dass er ihn umbringt. bringen würde. Natürlich bedeutet, dass ich ihn warne, dass ich ihn liebe. Das ist doch klar, oder Flor?
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Sonst würde ich ihn einfach ins offene Messer laufen lassen.
Florian Bayer: Besprechende Logik. Hoffentlich wird keine Logik unterrichtet an dieser Schule.
Johannes Franke: Es ist auf jeden Fall, das hat mich wirklich immer wieder geärgert zwischendurch.
Florian Bayer: du, das war ein Punkt von toxischer Maskulinität, wie er mit ihr umgeht, wie er sie küsst, wenn sie schläft und wie er sie quasi überfällt mit seinem Gedicht und in dieses romantische Bild, das er hat.
Johannes Franke: Meine Antwort ist natürlich definitiv ja, aber ich möchte gerne erstmal die Definition von Toxic Masculinity vorstellen. Jetzt wird es spannend. Ich habe damit tatsächlich Schwierigkeiten, das wirklich scharf zu umreißen.
Florian Bayer: Es ist auch schwer scharf zum Reißen. Also ich meine deswegen, es ist nicht ohne Grund so, dass darüber seit Jahren debattiert wird. Also Punkt eins ist, es gibt so etwas wie Toxic Masculinity. Und unter Toxic Masculinity leiden sowohl Männer ... als auch aber deutlich stärker Frauen.
Johannes Franke: Ja, deutlich stärker würde ich auch unterschreiben.
Florian Bayer: Und Toxic Masculinity umfasst ein gewaltiges Feld, Das anfängt bei Klischees, was einen echten Mann ausmacht, der am Grill steht, nachdem er einen Bären erlegt hat und dann noch schnell sein Auto repariert mit öligen Fingern. Bis hin zu ... Naja, der Mann ist der, der das Sagen hat. Und der Mann ... muss ich die Frau nehmen und die Frau genießt es, genommen zu werden.
Johannes Franke: Ja, und der Mann muss der... Frau alle paar Worte in den Satz reinfallen und sagen, ich erkläre dir mal, wie du das meinst.
Florian Bayer: Das ist die intellektuelle Variante der Toxic Masculinity. Ganz schlimm, dieses Mansplaining. Wenn ein Laie einer Astrophysikerin erklärt, wie der Urknall entstanden ist.
Johannes Franke: Aber ich muss sagen, dass ich mich immer wieder dabei erwische beim Mansplaining. Also bei diesem, ich falle anderen Menschen ins Wort. Also wahrscheinlich überproportional Frauen ins Wort und erkläre... Wie die Welt funktioniert. Und ich merke immer wieder, dass mir das so irgendwie ist mir das durch die Gesellschaft so anerzogen. Und das ist ganz schrecklich. Und jedes Mal, wenn ich mich dabei erwische, denke ich, mein Gott, wie oft hast du dich nicht dabei erwischt? Das ist wirklich nicht geil.
Florian Bayer: Also, ja, ich kann es auch nur sagen, es ist ... Es gibt so viele Punkte, wo ich merke, dass ich einfach durch meine Sozialisation ... Verhaltensweisen an den Tag lege, die man nicht anders bezeichnen kann als toxisch-maskulin. Und Ja, das ist auch tatsächlich was, ich verstehe mich selbst als Feminist, aber das ist was, womit ich mich ständig auseinandersetzen muss auch. Und ich merke auch, zu dieser toxischen Maskulinität gehört auch, dass es mir unglaublich schwerfällt, mich teilweise damit auseinanderzusetzen. Zum Beispiel, wenn es um Diskussionen geht mit meiner Freundin, was Haushaltsarbeit betrifft. Das ist mittlerweile nicht mehr so schlimm, aber es war deutlich schlimmer und ich weiß, dass es da auch einfach Punkte gab, wo ich mich einfach scheiße verhalten habe und in diese klassischen Rollenmuster gefallen bin und einfach gesagt habe, ja, ich... Ich stehe halt nicht so auf Ordnung wie du und auf Sauberkeit. Mir ist es halt nicht so wichtig. Dir ist es halt wichtig. Ja. ganz schlimme Ausrede. Ich merke es auch in meinem, wie ich auf andere Männer reagiere. Also es gibt ganz viele Punkte, wo ich überhaupt nicht diese klassischen maskulinen, und ich merke, dass es mich verunsichert, wenn ich mit Männern zusammen bin, die die eher erfüllen. Also so die, die dann den ganzen Tag über Autos reden und sich voll gut auskennen mit irgendwelcher Technik und die wissen, wie man Grill anzündet und so. Das ist was, was mich total verunsichert. Also ich mache mich auch lustig drüber. Aber es verunsichert mich auch.
Johannes Franke: Wobei ich an dieser Stelle kurz zurückrudern möchte und sagen, nicht nur, weil man sich mit Autos auskennt und weiß, wie man einen Grill anwirft, ist man toxisch maskulin. Nein, das heißt das überhaupt nicht. Es gibt es in jedem Feld und in jedem Bereich. Definitiv. Genauso im Thema. Wie wir das jetzt ganz oft auch wieder an der Volksbühne gemerkt haben und wie das wieder im Film zu merken ist, in der Kunst gibt es das genauso wie beim Autobau.
Florian Bayer: Absolut, absolut. Und ja, man macht es sich zu leicht, wenn man das so in ein Feld von Prollkultur fasst und dann auch dabei noch... klassistisch wird und sich noch über die einfachen Männer aufregt, die einfach nicht die Schönheit des Lebens sehen. Womit wir wieder bei Club der Toten Dichter werden.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Möchtest du noch was sagen zu dem Thema? Ich wollte nicht so...
Johannes Franke: Nee, eigentlich, ja, ich glaube, Toxic Masculinity ist einfach ein Feld, was man... Was ständig erobert werden möchte, gerade von Männern, die an sich arbeiten wollen. Und dann bin ich immer dankbar für Frauen in meiner Umgebung, die mir das auch einfach sagen. Ja, die wirklich, also es ist zwar für den Moment erstmal so ein, okay, was machen wir jetzt mit dieser Info? Es ist wichtig, es ist wirklich wichtig, dass es darauf hingewiesen wird.
Florian Bayer: Und es sollte nicht Ihre Aufgabe sein. Nein, wir sollten das hinterfragen, wir sollten das bemerken.
Johannes Franke: Definitiv. Aber es ist toll, wenn es... Auch wenn Frauen sich oft nicht trauen, weil ihnen eine andere erzogen wird, dass sie da nichts zu sagen haben in der Richtung. Also natürlich verändert sich das alles und es ist besser als vor 20 Jahren, aber es ist immer bei weitem noch nicht dort, wo es ist.
Florian Bayer: Kleine Trippelschritte.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Wenn wir dabei sind, aktuelle Kritik an dem Film, die in unsere Zeit passt, da finde ich einen Punkt nämlich noch viel krasser, Und der viel mehr aus einer moralischen Perspektive und auch künstlerisch-moralischen Perspektive unserer Zeit kritisch gesehen werden könnte. Und zwar den romantisierten Selbstmord. der auch so was, so ein bisschen was wie ein Revenge-Suicide ist. Und das war auch, in den letzten Jahren war das ganz oft Thema, vor allem einfach durch die Serie, äh, 13 Reasons Why.
Johannes Franke: Ah, ach so, ja.
Florian Bayer: Tote Menschen lügen nicht. Stimmt. Und da wurde ja auch wieder ganz viel drüber diskutiert, wie nicht nur wie... Medien, nicht nur wie Medien, sondern auch wie Kunst sowas darstellt, das Thema. Und ich... Ich denke, Club der Toten Dichter hat eine Darstellung, die heute deutlich kritischer gesehen werden würde. Auch zu Recht, weil natürlich wird dieser Selbstmord sehr pathetisch und sehr elegisch inszeniert.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dieser Selbstmord beinhaltet eine gewisse Rachefantasie, weil der Selbstmord ist natürlich ... Weil der Vater auf die Wünsche des Sohnes nicht eingeht. Und der Sohn sich dadurch in den Selbstmord gezwungen fühlt. Und ... der Vater damit quasi auch kriegt, was er verdient. Böse gesagt. Das erzählt der Film nicht so krass, aber das schwingt natürlich als Subtext mit.
Johannes Franke: Okay, den Subtext habe ich nicht gelesen, deswegen habe ich das nicht so wahrgenommen. Ich bin natürlich, muss ich dazu sagen ... im Laufe des Films immer weiter da hineingerutscht in das Gefühl, was ich hatte, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Und ich habe ihn, glaube ich, wirklich nur dieses eine Mal gesehen, als Jugendlicher und danach nicht nochmal. Okay. Wenn ich mich richtig erinnere. Und ich habe mich plötzlich, das wusste ich letzte Woche nicht, als du es vorgeschlagen hast, da war mir das gar nicht so klar. Ich habe diesen Film gesehen als Jugendlicher und war wahnsinnig beeindruckt und beeinflusst. Der hätte, wenn ich mich richtig erinnert hätte, in meine Liste eigentlich reingehört der einflussreichsten Filme.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber ich habe das alles verdrängt, weil das ein schwieriges Thema ist. Ich glaube, das war für mich... wirklich so eindrucksvoll und so schwierig mit diesem Selbstmord irgendwie klar zu kommen und Auch meine Liebe zum Theater und zur Kunst, das hat mich einfach sehr stark angegriffen damals. Das war schon krass. Ja, und deswegen war ich auch die meiste Zeit des Films jetzt beim zweiten Gucken genauso beklemmt wie damals. Ich habe es kaum geschafft, mich von dieser Beklemmung zu lösen, die ich damals gespürt habe.
Florian Bayer: Es spielt ja tatsächlich erst wirklich im letzten Drittel dieser Selbstmord. Und auch das Theaterspielen wird zwar am Anfang schon angestreift, wenn einer unserer Protagonisten... offensichtlich andere Wünsche hat als sein Vater. Er arbeitet am Jahrbuch mit. Er will sich irgendwie kreativ austoben. Er ist ein Musterschüler. Neil Perry ist das. Das ist auch einer der wesentlichen Protagonisten von den Schülern. Also ich würde sagen, es gibt einmal Todd und einmal Neil. Das sind so die beiden zentralen Figuren. Und Neil ist auch irgendwie der, der den Club der Toten Dichter ins Leben ruft, der am meisten Initiative zeigt. Und durch diesen Club der Toten Dichte wird er dann irgendwann auch zum Schauspieler. Er entdeckt seine Liebe fürs Theater und ... Wird gegen den Willen seines Vaters Schauspieler in einer jungen Theatergruppe.
Johannes Franke: Wobei man sagen muss, dass er erzählt, dass er das schon vorher bevor der Film einsetzt, schon mal versucht hat und schon mal abgelehnt wurde von seinem Vater. Er entdeckt die Liebe zum Theater nicht erst neu während des Films, sondern es ist schon vorher klar. Das ist schon vorher in ihm drin. Und jetzt im Laufe des Films findet er halt die Courage, sich da wirklich zu engagieren.
Florian Bayer: Aber es ist nicht das zentrale Thema. Es ist eine von mehreren Geschichten an dem Film. Es spielen mehrere Schülergeschichten eine Rolle. Und jeder Schüler ... Es sind keine Archetypen, aber die Schüler, die den Club der toten Dichter gründen, sind schon ziemlich klar definiert in ihrem Charakter. Todd, der am ehesten die Identifikationsfigur ist, weil das ist der Schüchterne, der neu an der Schule ist, der ... ein ganz schwaches Selbstbewusstsein hat und der erst lernen muss, dass auch seine Gedanken was wert sind. Dann haben wir Neil, wie gesagt, diesen Anführer, der auch wirklich ... Der immer wieder die Initiative ergreift, wenn es darum geht, die Ideen von Keating in die Tat umzusetzen. Wir haben Nox, unseren hormongesteuerten Verliebten. Dann haben wir eigentlich meine Lieblingsfigur in dem Film, Charlie, aka Nuanda. den Draufgänger und Tedonisten.
Johannes Franke: Wieso ist das denn deine Lieblingsfigur?
Florian Bayer: Ich weiß nicht, ich finde den irgendwie sympathisch und es ist Der, der am ehesten das verstanden hat, was Keating Ihnen sagen will. Eine meiner Lieblingsszenen, in Bezug darauf, wie die Schüler auf das Gelehrte reagieren, ist, wenn Keating die Schüler im Hof... laufen lässt, um zu zeigen, wie wichtig Nonkonformität ist. Und er sagt ihnen ja und geht einfach mal über den Hof und guckt und jeder soll sein eigenes Tempo finden, seinen eigenen Rhythmus. Und Charlie bleibt einfach nur stehen.
Johannes Franke: Er steht da an der Säule und guckt.
Florian Bayer: Keating fragt ihn, wollen Sie nicht mitmachen? Er sagt, nein, ich nehme von meinem Recht, Gebrauch nicht teilzunehmen. Und das ist so eine wunderschöne Szene, weil er in dem Moment der ist, der es am besten verstanden hat.
Johannes Franke: Ja, also zumindest am eindrucksvollsten umsetzt.
Florian Bayer: Am eindrucksvollsten umsetzt. Und er ist auch der größte Rebell in der Gruppe. Er ist der, der sich dann auch... sehr aktiv mit der Schule anlegt, indem er im Namen der Club der Toten Dichter einen Brief veröffentlicht, in dem steht, dass die Schule auch Mädchen aufnehmen soll. und dann in einer denkwürdigen Szene einen Anruf von Gott entgegennimmt.
Johannes Franke: Das war wirklich, ich habe mich gar nicht daran erinnert, dass es diese Szene gab. Ich habe sie sehr gefeiert. Es gibt ... weil eben dieser Artikel in der Zeitung dann erscheint, in dieser Schulzeitung oder was das ist, der hat den Artikel reingeschlichen, gibt es eine große, große Versammlung und es wird sehr ernst und sehr böse. Der Direktor sagt, um Gottes Willen, das wird eine lückenlose Aufklärung dieser Situation geben und es ist fast ein bisschen peinlich, wie schlimm das aufgebaut wird. Und dann lässt er das Telefon klingeln, hat irgendwie ein Telefon dabei? Wie hat er das eigentlich gemacht?
Florian Bayer: Das ist halt mit den Nerdfreunden. Das sind die zwei anderen, die leider gar keine große Rolle spielen. Es gibt da noch Pits und Meeks. Das sind die beiden Nerds und die kleinen Genies, die am Anfang ein Radio bauen.
Johannes Franke: Ah, ja, ja, stimmt.
Florian Bayer: Und dann einmal zu Let's have a party, ordentlich auf dem Dach abrocken. Und die haben das offensichtlich für ihn gebaut.
Johannes Franke: Ja, es gibt diesen großen Saal, wo die ganzen Schüler drin sitzen, alle betreten vor sich hin, starren und dann klingelt plötzlich ein Telefon. Und Charlie geht ran und sagt, Herr Direktor, es ist für Sie. Gott ruft an. Er meint, es sollten dringend Schüler... Schülerinnen aufgenommen werden in dieser Schule. Und er kriegt dermaßen Ärger.
Florian Bayer: Er ist einfach der Rebelliste von allen. Er ist auch der, der bis zum Ende Keating verteidigt. Und der deswegen auch von der Schule fliegt, als einziger von den Jungs. Weil alle anderen unterzeichnen ein Papier, in dem sie sagen, Keating hat uns manipuliert und hat uns dazu gebracht, den Club der Toten Dichter zu gründen. Und hat Neil dazu gebracht, gegen seinen Vater zu rebellieren und ist deswegen quasi direkt Schuld am Selbstmord von Neil. Und die unterschreiben das alle und deswegen fliegt keiner von denen raus. Aber Charlie hält bis zum Ende den Kopf hoch und schlägt den Letzten in der Gruppe, Cameron. jede Gruppe braucht eine Ratte, schlägt diesen Cameron nieder, der auch tatsächlich von Anfang an als der Unsympathen der Gruppe... dargestellt wird. Das ist der, der immer sagt, wir müssen uns an die Regeln halten. Es gibt ja einen Ehrenkodex und der auch immer so ein bisschen was Hinterfotziges hat und was Schleimiges auch.
Johannes Franke: Aber es ist nicht dolle schlimm inszeniert, finde ich. Und das finde ich eigentlich ganz gut daran. dass die Archetypen nicht zu übertrieben dargestellt wurden. Das fand ich schon sehr gut.
Florian Bayer: Es sind auch spannende Charaktere und es sind tolle Schauspieler. Ja, alle jung. Tatsächlich hat keiner von ihnen danach großen Erfolg gehabt, mit Ausnahme von Ethan Hawke, der den... der den Todd spielt?
Johannes Franke: Na, aber hier unser ... Neil ist doch dann bei House spätestens.
Florian Bayer: Ja, genau, stimmt. Neil Perry, ja. Neil Perry wird gespielt von ... Robert Sean Lennart, der später, genau, in Dr. House als... Dr. James Wilson sehr bekannt wurde. Ich habe Dr. House nie geguckt. Also ich habe einzelne Folgen von Dr. House geguckt, aber ich fand es immer lahm.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Ich bin überhaupt kein Dr. House-Fan. Deswegen kann ich nicht viel dazu sagen.
Johannes Franke: Ich stell mal kurz meinen Tee zur Seite, krimpel meine Ärmel hoch. Und dann reden wir über Dr. House.
Florian Bayer: Aber sonst lief er eigentlich immer so unterm Radar erst. Ja, die Jahre davor. Also er hat gespielt, er hat viele Filme gespielt und auch Theater, wenn ich das richtig sehe, genau, auf Broadway. Aber war jetzt nicht so, dass er groß in Erscheinung getreten wäre als Schauspieler. Und Ethan Hawke ist natürlich ein krasses Gegenbeispiel, weil der hat durch die 90er hinweg hat er alles gespielt und in diesen ganzen Slacker-Comedys und Tragikomedien mitgespielt. Dann immer ernstere Rollen, dann auch eine Zeit lang ganz viel im Genre-Kino, so Science-Fiction. Und ja, der ist einfach ein großer Darsteller und Dauergast bei Filmen von Richard Linklater, bei diesen Talk-Movies, wo er dann mit ... Wo er dann mit seiner Freundin durch Paris schlendert und sich einfach nur unterhält.
Johannes Franke: Before Sunrise, Before Sunset. Wer ist der dritte? Es gibt auch noch einen dritten davon.
Florian Bayer: Before Midnight. Julie Delpy heißt übrigens seine Mitdarstellerin in diesen beiden Filmen. Genau, damit hätten wir unser Schülerpanorama. Das sind die wesentlichen Protagonisten, alle so 16, 17 Jahre alt, eher ältere Semester.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und die versuchen, sich irgendwie in dieser Schule durchzuschlagen, die sehr konservativ ist.
Johannes Franke: Und das ist das andere Beklemmende, was von Anfang an für mich war. Ich, der ich sowieso große Probleme mit Autoritäten habe. schon allein, wenn die Kamera nur durch die Gänge fährt von dieser Schule, bekomme ich Beklemmungen. Das kannst du dir nicht vorstellen. Hilfe, das schreit nach keine Selbstbestimmung, bis ich 35 bin. Keine Ahnung, weiß ich nicht.
Florian Bayer: Es wird ja auch tatsächlich so inszeniert. Ganz schön. Der Vater von Neil sagt zu ihm, naja, du machst jetzt die Schule fertig, danach studierst du Medizin, dann machst du deinen Doktor. Das heißt einfach mal, du gehörst mir bis Ende deiner 20er Jahre.
Johannes Franke: Ja, ganz genau das. Und das ist schon echt krass und das hat mich, glaube ich, auch damals schon von Anfang an diesen Film nur unter Magenschmerzen gucken lassen.
Florian Bayer: Krass, also ich hab den, der Film hat mich emotional ja auch sehr bewegt, ich fand den nie so beklemmend, was auch daran liegt, dass es echt schön inszeniert ist, die Bilder, die die er hat aus der Schule und aus der Landschaft drumherum. Das sind wunderschöne Bilder. Das ist eine fantastische Kameraarbeit. Und unglaublich gutes Gespür für die richtige Mischung aus Eleganz.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und komisch. Und dann natürlich das Dramatische, was dann nach und nach mal mehr reinkommt.
Johannes Franke: Und da wird aber auch, er nimmt sich auch Zeit, oder? Und ich glaube, das hat für mich dieses Beklemmen ein bisschen unterstützt, weil ich dann auch genug Zeit hatte, mich darin zu wälzen in dieser Beklemmung, weißt du? Also als Zuschauer, ich habe die Chance, alles, was auch immer ich an Emotionen habe, lange auszuleben. Dann wird so eine Beklemmung natürlich noch schlimmer.
Florian Bayer: Wird stärker, auf jeden Fall, ja. Ich fand gerade diese Szenen, es gibt auch einfach Szenen, wo das wirklich schön anzusehen ist, wenn sie am Anfang das inszenieren, wie diese Schule ihren Jahresanfang zelebriert und die Schüler reinkommen.
Johannes Franke: Aber das fängt doch schon beklemmend an.
Florian Bayer: Natürlich ist das beklemmend. Aber es ist... Aber wenn ich an beklemmende Filme denke, dann denke ich irgendwie an eine düsterere Atmosphäre, eine engere Atmosphäre und nicht so ein... Eine Freude an den Farben und an den großen Räumen und an der riesigen Aula.
Johannes Franke: Da reicht mir schon, wenn jemand eine Fahne mit dem Wort Tradition. Tradition in der Gegend rumschwenkt. Excrement. Es ist wirklich hart gewesen. Für mich war es wirklich von der ersten Sekunde an, oh mein Gott, da bin ich niemals... Landen.
Florian Bayer: Sie machen das auch wirklich gut am Anfang, in nur ganz wenigen Sekunden diese... diese Prinzipien der Schule im Unterricht zu zeigen. Nach dieser Öffnungsszene haben sie so kurz, wir sehen den Alltag der Schüler. Und dann wird von einer Stunde zur nächsten geschnitten und jede Stunde kriegt maximal eine halbe Minute.
Johannes Franke: Ja, und es reicht aus.
Florian Bayer: Es reicht voll kommen, wir sehen den Direktor als Mathelehrer, der sagt, so, Sie kriegen die Aufgaben, die Aufgaben, die Aufgaben und stellen Sie mich nicht auf die Probe, wenn Sie was vergessen zu machen. dann werden sie garantiert eine Note schlechter kriegen. Und wir sehen den ... Den Chemielehrer, der erst mal riesige Bücher auf den Tisch knallt und sagt, wir machen Aufgaben 10 bis 100 jede Woche. Und dann den Lateinlehrer, der an der Tafel steht.
Johannes Franke: Der steht ja nicht mal, der geht ja in der Gegend rum von einer Ecke zur nächsten, pirscht er und brummelt vor sich hin. Akrikula.
Florian Bayer: Agricolam, Agricolars, Agricolaris. Du hattest auch Lateinunterricht, haben wir das letzte Mal festgestellt.
Johannes Franke: Ja, und ich weiß das noch sehr gut.
Florian Bayer: Ich kann das auch noch sehr gut.
Johannes Franke: Allerdings nicht mit dieser Disziplin. Wir haben natürlich auch alle im Chor nachgesprochen, aber es war doch ein bisschen...
Florian Bayer: Im Kur nachgesprochen haben wir nie, aber uns wurde das auch eingetrichtert. Und ich glaube, ich kann heute noch ganz gut lateinisch deklinieren und konjugieren. Okay. Obwohl das mittlerweile 20 Jahre her ist. Wow. Nee, über 20 Jahre sogar. Ich glaube, ich würde es noch hinkriegen, wenn du mir ein ... Wenn du mir ein lateinisches Wort hinlegst, muss ich erst mal kurz überlegen, ist das U-Deklination?
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Aber ich glaube, dann würde ich das tatsächlich noch runterrattern. Einfach, weil das so krass in meinen Kopf geprügelt wurde.
Johannes Franke: Also entweder hängt dahinter eine Begeisterung, weswegen du das noch weißt, oder ein Trauma. Plum müssen wir reden.
Florian Bayer: Nein, Trauma. Definitiv Trauma. Aber ich muss unbedingt noch was zu diesem Lateinlehrer sagen. Was den Film tatsächlich auch heute noch für mich stark macht, sind seine Kleinigkeiten. Und dieser Lateinlehrer ... so wenig Momente er kriegt. Er hat eine ganz tolle Szene und das ist wirklich so eine winzige Kleinigkeit, in der man aber sieht, dass Keating etwas verändert hat an der Schule. Weißt du, was ich meine? die entgeht einem fast, wenn man nicht genau drauf achtet.
Johannes Franke: Gegen Ende des Films oder was?
Florian Bayer: Ja, gegen Ende des Films. Und zwar der Lateinlehrer sagt, er ist Realist und Zyniker und ich will die Kinder nicht zu Freidenkern erzählen und kritisiert Keating ganz stark dafür, dass er mit den Schülern auf dem Hof spazieren war. Als Keating gefeuert wurde, nachdem die Schüler das unterschrieben haben, steht er am Fenster und packt seine Sachen und sieht nach draußen und dann ist der Lateinlehrer da. und geht mit seinen Schülern über den Hof und sagt, da ist die Säule, die heißt so und so, da ist der Baum, der heißt so und so. Und das Ganze heißt so und so. Es ist so eine schöne Szene, weil sie so einen Optimismus versprüht. Er hat es geschafft, diesen Realisten, diesen harten Zyniker zu knacken. Wow. Und seine Art Unterricht zu machen hat Früchte. getragen, nicht nur zu den Schülern, sondern auch zu den Lehrern und das ist eine ganz tolle Szene und es ist so ein kleiner Moment, aber so ein ganz toller Moment.
Johannes Franke: Ja, den habe ich verpasst.
Florian Bayer: Ja, den verpasst man auch, glaube ich, wenn man es nicht zehnmal guckt und wirklich jede Szene auswendig kann. Ich liebe diese Szene einfach, weil es so klein ist, aber so stark in diesem Moment. Und er winkt ihm dann noch und lächelt und es ist toll.
Johannes Franke: Ja, genau. Das Winken und Lächeln, das habe ich im Kopf. Und ich habe mich mal gefragt, hä, was ist denn da los? Warum? Die können sich doch alle nicht leiden.
Florian Bayer: Ja, aber er ist auf dem Hof unterwegs mit den Schülern. Er macht den Keating-Unterricht, also in einer abgeschwächten Variante. Er ist halt kein Comedian.
Johannes Franke: Ach, wie cool. Ja, das habe ich verpasst.
Florian Bayer: Und das macht diesen Film nach wie vor auch stark, trotz aller Schwächen, auf die ich gleich zu sprechen kommen will. Dass er diese Momente hat, in denen kleine Sachen passieren ... die aber immer im Dienst der Geschichte oder der Ideale des Films stehen.
Johannes Franke: Ja, genau. Ja, cool. Bin ich aber mal gespannt, was die anderen Schwächen des Films sind. Also bis auf diese Liebesgeschichte, die dir wirklich gar nicht geht.
Florian Bayer: Kommen wir zum Kapadier. ist ein ganz zentraler Satz. Ich habe es das letzte Mal schon gesagt. Ich finde, das ist echt ein bisschen mies, das so zu sagen. Ich habe das irgendwo mal gelesen und ich fand es einfach total witzig, dass das Carpe Diem das Arschgeweih unter den philosophischen Sinnsprüchen ist. Das Problem mit dem Carpe Diem ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dieser Spruch besitzt natürlich sehr viel Wahrheit. Natürlich soll man den Tag nutzen.
Johannes Franke: Tada!
Florian Bayer: Aber dieser Spruch besitzt so viel Wahrheit, weil er maximal allgemeingültig verfasst ist. Jeder Mensch kann sich mit diesem Sinnspruch identifizieren.
Johannes Franke: Natürlich ist ein allgemeiner Platz klar.
Florian Bayer: Du fragst den Banker, der zwölf Stunden am Tag arbeitet, der sagt, natürlich nutze ich den Tag, ich nutze ihn, indem ich für meine Familie sorge und er hat recht damit. Du fragst den Punk, der auf der Straße sitzt und schnort. Und er sagt, natürlich nutze ich den Tag, in dem ich das mache, worauf ich Bock habe. einfach nur rumhängen und das Leben genießen auf die einfachste Art. Natürlich hat er recht damit. Du fragst den Philosophen, du fragst den einfachen Arbeiter, du fragst die Hausfrau. Jeder wird sagen, natürlich nutze ich den Tag auf meine Weise. Er ist so allgemeingültig, dass er jede Gültigkeit verliert. Es ist einfach kein Sinnspruch, er hat keinen Sinn. Es ist sowas, wie wenn du sagen würdest, lebe. Ja, natürlich. Aber das...
Johannes Franke: Also, also nun ganz so allgemein, also natürlich passt er zu jedem und sagt jedem was. Aber es gibt ja nun genug Menschen, die morgens aufstehen und denken, irgendwie mache ich doch nicht das, was ich will. Weißt du, da gehört das schon rein, finde ich.
Florian Bayer: Da gehört das schon rein. Ich glaube, das sagen tatsächlich die wenigsten Menschen. Ich glaube, es gibt Menschen, die das machen. Ich glaube, es gibt viel mehr Menschen, die sich in die eigene Tasche lügen und sagen, hey, das, was ich mache, ist total cool. Und das ist das, was ich machen will. Und die vielleicht eigentlich anders machen sollten. Und diese Menschen können das Carpe Diem natürlich auch für den Selbstbetrug nutzen. Weißt du, so nach dem Motto, eigentlich sollte ich jetzt rausfahren, ich sollte eine Weltreise machen. Aber nee, Kappediem, ich nutze diesen Tag. Ich sorge dafür... dass ich mir, keine Ahnung, dass es hier weitergeht, dass die Dass der Betrieb am Laufen gehalten wird, ist ganz wichtig. Das ist einfach so allgemeingültig, dass man es auch zum Selbstbetrug nutzen kann.
Johannes Franke: Das stimmt vielleicht, ja.
Florian Bayer: Und das Kapitän wird natürlich sehr groß gemacht in dem Film und das Kapitän wurde danach auch sehr groß und mittlerweile hat es, glaube ich, einen ziemlich beschissenen Ruf einfach, weil wenn du Leute nach Wenn du nach lateinischen Sinnsprüchen fragst, dann kommt als erstes Carpe Diem und dann vielleicht als zweites mit einigem Abstand Per Aspera Ad Astra, keine Ahnung, aber das war es dann auch, ne? Bei mir kommt es...
Johannes Franke: an der Stelle in Vinum Veritas.
Florian Bayer: Genau. Okay. Das ist cool. Das ist wenigstens konkret, auch wenn ich weiß, dass du überhaupt kein Weintrinker bist. Ist das wenigstens was, wo man sagen kann, okay, das ist vielleicht nicht allgemeingültig, darüber kann man streiten, darüber kann man diskutieren. Aber niemand streitet über das Kabel-Diem, weil das einfach so ein Spruch ist, mit dem sich jeder identifiziert. Es gibt darüber nichts zu debattieren. Es ist so, wie wenn ein religiöser Mensch sagt, natürlich habe ich nicht die Vorstellung von einem Gott mit Rauschebart, der im Himmel sitzt. Gott ist für mich irgendwie alles, was uns umgibt. Gott ist der Urknall. Gott ist der Anfang des Universums und das Ende. Und dann sage ich, ja... Aber was du gerade machst, ist Gott zu allem zu machen. Dann kannst du auch einen anderen Begriff dafür nehmen. Und dann lieber den alten Herrn mit Rauschebart, weil darüber können wir wenigstens streiten, aber nicht so was Allgemeingültiges, was einfach nichts mehr sagt, weil es zu viel sagt. Der größte gemeinsame Nenner wird irgendwann halt zum kleinsten gemeinsamen Nenner, beziehungsweise Zur Null-Aussage. Wenn du alles in deine Aussage packen willst, sagst du irgendwann einen Satz, der nichts mehr bedeutet.
Johannes Franke: Okay. Ja. Okay. Ja, ich habe diesen Film als Jugendlicher gesehen. Meinst du, die meisten Menschen werden aus diesem Film am meisten rausziehen, wenn sie ihn als Jugendlichen sehen?
Florian Bayer: Ich denke, ja. Ich habe ihn auch als Jugendlicher gesehen. Er hat mich umgehauen. Er hat mich... Also die Liebe zur Poesie ist daraus entwachsen. Die Liebe zur Philosophie. Auch zum Querdenken? Querdenken ist so ein scheiß Wort. Das ist mir rausgerutscht.
Johannes Franke: Zum Queer-Denken, okay.
Florian Bayer: Viel, viel besser. Natürlich, der Film hat mich total beeinflusst. Ich bin diesem Film auch absolut dankbar dafür. Wenn ihr hören wollt, Welche Filme uns beeinflusst haben, müsst ihr in die letzte Episode reinhören. Da reden wir sehr viel und ausführlich über Filme, die uns beeinflusst haben. Und zwar, weil wir über Benni und Chun reden, der für Johannes einer der wichtigsten Filme überhaupt war.
Johannes Franke: Ja. warum ich diesen Film nicht mit drin hatte. Ich frage mich wieder, warum... Irgendwie habe ich diesen Film verdrängt, aber der hat wirklich viel Einfluss auf mich gehabt als Jugendlicher. Und ich glaube... dass dieses Carpe Diem vielleicht ... Gut, ich meine, wir sind jetzt ... Ende 30, Mitte, Ende 30. Sind wir schon Ende 30? Gott, wir sind schon Ende 30. Okay, wir sind Ende 30 und natürlich gibt uns das Carpe Diem was anderes. als wenn du mit 15, 16 diesen Film schaust.
Florian Bayer: Natürlich, auf jeden Fall. Und er hat... Es hat ja auch seine Berechtigung. Es ist vielleicht allgemeingültig und vielleicht gibt es auch irgendwann den Punkt, wo man sich dann fragt, okay... Soll das meine Lebensphilosophie sein? Ich habe jemals Lebensphilosophie, könnte ich nicht einfach Töd nehmen?
Johannes Franke: Aber ich habe zum Beispiel eben, das merke ich jetzt in der Reflexion, das ganz so stark verinnerlicht, dass ich wirklich mich fast jeden Tag aktiv oder passiv frage, Habe ich noch Spaß am Leben so? Will ich das, was ich gerade mache, machen? Und wenn die Antwort nein hat irgendwann, dann wird es einfach weggeworfen. Ich mache das nicht mehr. Ich mache nur das... worauf ich Spaß habe. Und das ist natürlich ein Luxus, den ich mir erarbeitet habe über die Jahre, durch viel Hunger. Aber weißt du, dass man wirklich das macht, worauf man Lust hat und auch wirklich jedes Mal sich fragt, ist es das noch? Ja, gut, okay, dann mache ich weiter. Und wenn nicht, nicht.
Florian Bayer: Das wäre der zweite Punkt, den man am KBDM kritisieren könnte und der jetzt natürlich ein bisschen auch dem ersten Punkt widerspricht. Aber diese Philosophie, die Keating hier entwirft, ist natürlich eine Philosophie für die Reiche. gesättigte Gesellschaft. Du musst einen gewissen Status haben, um dir diese Philosophie überhaupt erlauben zu können. Und Nicht ohne Grund sind die Protagonisten in diesem Film Anwaltssöhne, Ärztesöhne. Die kommen aus reichen Häusern. Tatsächlich wird es nur bei Neil ein bisschen gebrochen, dass gesagt wird, seine Familie hat nicht ganz so viel Geld. Und deswegen ist sein Vater auch so dahinter, dass er ... Dass er was wird im Leben, dass er es noch ein bisschen leichter hat. Aber die leben natürlich auch im Wohlstand. Es ist eine riesige Wohlstandsblase, in der dieser Film stattfindet. Und das Carpe Diem ist natürlich auch eine Philosophie für diese Wohlstandsblase.
Johannes Franke: Der ganze Film natürlich. befindet sich alles in einer Wohlstandsblase. Aber ich bewege mich genauso in dieser Wohlstandsblase. muss ich sagen. Wir sind beide privilegierte Weiße Sis-Männer, die irgendwie... Auf jeden Fall.
Florian Bayer: Wir haben Geld, wir haben Macht.
Johannes Franke: Ja, also zumindest im Vergleich, den man eben immer mal sich vergegenwärtigen muss. So ist das halt. Aber natürlich soll einen das nicht lähmen und dann sagen, ich habe ja alles, ich darf mich nicht beschweren, sondern ich muss natürlich trotzdem... innerhalb meines Rahmens mich ja trotzdem bewegen. Die Frage ist halt, ob
Florian Bayer: aus dieser Warte aus, dass Kapitiem auch zu einem egoistischen Sinnspruch wird, wenn du für dich den Tag nutzt, ob du dann aufhörst, über gesellschaftliche Missstände nachzudenken, weil das nicht den Tag Nutzen ist, wenn du dir den Kopf zerbrichst darüber, dass es anderen Menschen schlecht geht.
Johannes Franke: Carpe Diem sagt noch nichts darüber aus, wessen... die gekauft wird.
Florian Bayer: Okay. Karten wir weiter das Ding. Ja. Aber ich glaube, man muss es zumindest mitdenken, dass hier natürlich so sehr spezifisch eine spezifische Philosophie, die sehr allgemeingültig ist und einen sehr allgemeingültigen Anspruch hat. propagiert wird. Und das wäre mein zweiter großer Kritikpunkt an dem Film, die über das Philosophische hinausgeht. Der Film beschäftigt sich sehr exzessiv mit Poesie und mit Literatur. Und er hat einen sehr, sehr, sehr spezifischen Zugang zur Poesie und Literatur, weil er feiert einfach mal die Epoche der Romantik ab.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Es geht um romantische Literatur. Und er nimmt diesen sehr spezifischen Zugang zur Literatur und universalisiert ihn. Er sagt, das ist, also Keating sagt, und der Film sagt uns natürlich auch, das ist die richtige Art, mit Literatur umzugehen. Und zwar das Kontempläre, das Genießen. Das Schwelgen und das Auseinandersetzen mit dem eigenen, mit dem individuellen Lebenssinn. Und natürlich, das passt auf die Romantik. Das war die romantische Epoche. Aber, und das hat man ja auch gesehen in der Romantik, das war jetzt keine Literatur, die besonders gut dazu geeignet war, um... die Welt zu verändern. Eigentlich ist die romantische Literatur und diese Art Literatur zu genießen ist sehr regressiv. Und vor allem bei den deutschen Romantikern sieht man das auch sehr herrschaftsstützend. Und aus der Romantik ist natürlich auch der Nationalismus entwachsen. die Romantik hat ganz viel aufs Mittelalter zurückgegriffen und Ich will das genießen und schwelgen in Literatur nicht schlechtreden. Ich mag das auch, wenn Kunst einfach mal eskapistisch ist, wenn man sagt, ich will einfach nur die Kunst genießen und auf der Zunge zergehen lassen. Der Film findet tolle Bilder und tolle Worte. Aber Literatur kann viel mehr. Literatur kann und sollte auch viel mehr machen, Nicht immer, aber es gibt daneben auch noch, es gibt Literatur, die soziale Missstände aufdeckt, die sich... realistisch mit anderen Lebenswelten auseinandersetzt, die den Leser auch damit konfrontiert. Und der Film, der hasst ja geradezu den Realismus. Er hasst ja geradezu den Naturalismus und die Moderne. Und er hat ja offensichtlich auch einen Hass auf alles, was was hässlich ist und was nicht schön ist, was zu realistisch ist und was zu kleist und pragmatisch von der Sprache ist. Aber das gibt es auch. Literatur kann auch pragmatisch sein und wissenschaftlich und rau und steril und kalt. Und der Film sagt, nein, es gibt diese Art, wie man Literatur genießen sollte. Und der folgt ihr jetzt.
Johannes Franke: Wie lang müsste der Film sein, um alle... Um das alles zu bedienen. Also ich verstehe, dass man sich da was raussucht, oder? Also es ist schon, es ist halt ein dramaturgischer Kniff.
Florian Bayer: Es gibt wirklich viele Szenen mit Keatingsstunden. Es wäre kein Problem gewesen, mal einen Realisten mit reinzubringen. Und einfach auch mal zu sagen... Die Romantiker haben das ja auch teilweise gemacht, gerade die englischen Romantiker, die sie lesen, das waren ja auch teilweise politische Revolutionäre, also zumindest Thoreau. dessen Gedicht ganz stark im Mittelpunkt steht. Das ist das Ich-ging-in-die-Wälder-den-ich-wollte-bewusst-leben-Gedicht. Was nicht direkt von ihm ist, sondern so zusammengebaut aus seinen Texten. Der war jemand, der soziale Missstände angeklagt hat, der gegen die Sklaverei gewettert hat und so. Und diese politische Dimension oder diese gesellschaftliche Dimension, die die Literatur auch haben kann, die hätte man da reinbringen können. Keating und der Film, weil Keating spricht für den Film, der Film spricht für Keating. Er zieht seine Schüler dahin, dieses Rebellige, was dem vielleicht auch innerwohnt, zu benutzen, um eine individuelle Rebellion zu starten. um selbstbestimmt zu leben, was total cool ist. Aber das gesellschaftliche und politische, das hätte man unterbringen können. Das hätte nicht viel gebraucht. Aber dafür schwelgt der Film zu sehr in diesem Romantischen, in diesem Sei du selbst, sei frei, lebe für dich. Lebe für die Schönheit und verführe die Frauen. Denn die Frauen zu verführen, das ist das, wofür wir hier Poesie machen.
Johannes Franke: Ja, dann denkst du an diese Cave-Szenen, oder? Wo sie da in dieser Höhle sitzen und sich gegenseitig da irgendwie... was vorlesen und dann aber der eine, der diesen Centerfault in der Hand hat mit der Frau.
Florian Bayer: Ja, das ist ja putzig, das sind ja Jugendliche, das ist total okay. Aber ganz am Anfang ist ja schon die Szene, wo Keating fragt, so, wofür wurde Literatur gemacht? Und dann sagen die Schüler zu kommunizieren, was eine gute Antwort ist. Und die Ding sagt, nein. um Frauen zu verführen. Und ja. Das ist natürlich als halber Witz gemeint, aber es passt zu der ganzen Haltung des Films, dass Literatur was Schwelgerisches ist, was Romantisches und nichts anderes. Die Realisten lassen wir raus. Und dass er am Anfang diese Seiten rausreißen lässt aus dem Buch, wo der Typ Bücher an der X- und Y-Skala, Gedichte an der X- und Y-Skala bewerten will, geschenkt. Das ist natürlich, das ist total am was da propagiert wird. Ich wollte noch mal nachgucken, ob es das wirklich gibt. Und? Keine, habe ich vergessen. Ich wollte wissen, ob es ein Strohmann ist, ob die quasi sowas ganz Negatives erfinden mussten. Ich kann mir vorstellen, dass es das wirklich gab. Geschenk, das ist total okay. Aber trotzdem kann Literatur mehr als Keating vermittelt. Literatur kann... Politisch sein, Literatur kann ernst sein und hässlich und dokumentarisch, sie muss nicht nur schwelgen.
Johannes Franke: Das stimmt, natürlich, du hast auch vollkommen recht und auch die gleiche Begeisterung, man kann auch die gleiche Begeisterung und den gleichen Also ein Schwelgen-Äquivalent finden für die Realisten oder für, naja, was du jetzt sagst. was er sagt. Du kannst dem Film verzeihen. Bis jetzt konnte ich das verzeihen. Jetzt muss ich noch mal drüber nachdenken, ob ich es wirklich kann. Aber bis jetzt konnte ich dem Film verzeihen, dass er... Dass er sich einfach auf eine Sache stürzt, um die wirklich komplett ausheben zu können. Ja. Man muss ja sich dann auch irgendwie konzentrieren bei einem Film von anderthalb Stunden oder zwei.
Florian Bayer: Der Film ist halt auch echt verdammt gut da drin, das zu machen. Der Film ist... findet so starke Bilder und so eine starke Sprache. Und es gibt so viele Momente, wo er einfach ... on point ist und wo du ihm einfach nur folgen kannst. Das Problem der Romantik. Die Romantiker sind in den Krieg gezogen, begeistert und haben sich abschlachten lassen.
Johannes Franke: Egal.
Florian Bayer: Der Film macht das wirklich gut. Das ist ohne Frage. Ich weiß nicht, ob ich verzeihen sagen würde, aber ich genieße diesen Film. Ich finde diesen Film immer noch ganz fantastisch, weil er hat einfach ... So eine tolle Mischung aus Pathos und ganz wenig Humor nur. Tatsächlich ist es Also mittlerweile ist es nicht mehr überraschend, weil Robin Williams danach ganz viel anderes auch gemacht hat. Aber es ist keine Tragikomödie, es ist wirklich ein Drama. Und Keating ist zwar witzig, Aber dieser Humor dient immer zur Unterstützung des Ideellen, was der Film transportiert. Dass Keating einfach zeigt, Unterricht geht auch anders, Schule geht auch anders. Shakespeare vorlesen und das ist witzig. Ich zeige euch, dass Shakespeare ein Komiker ist.
Johannes Franke: Und das ist, also das hat... Jetzt beim zweiten gucken, beim ersten hat es mich noch nicht so gepackt, weil ich da mit Shakespeare noch nicht so viel zu tun hatte, aber jetzt beim gucken, ich war wahnsinnig begeistert. Ich war so begeistert davon, dass er es geschafft hat, wirklich die Worte von Shakespeare in eine emotionale Delivery zu packen. die wirklich mitreißt, wo Schüler dann wirklich da sitzen und den Witz verstehen, den du einfach nicht verstehst, wenn du es nur liest. Ja, wenn du es still vor dich hinliest und noch mal irgendwie, möglichst noch irgendwelche Versmaße oder so... analysierst, dann entgeht dir alles. Das kannst du nicht, das geht nicht. Du musst es einfach, Shakespeare hat ja auch geschrieben, um es zu spielen und nicht um es zu lesen.
Florian Bayer: Dieser Keating ist halt auch einfach ein Comedian im wahrsten Sinne des Wortes, im Lehreroutfit.
Johannes Franke: Ja, ist toll.
Florian Bayer: Tatsächlich inspiriert von einem echten Lehrer. Ja. Der Drehbuchautor Tom Schulmann hat das Drehbuch auf seinen Erfahrungen mit dem Lehrer Samuel Pickering geschrieben. auf der Montgomery Bell Academy in National Tennessee basieren lassen. Und das war... Das war nicht so ein Romantiker und nicht so ein Schwelger und nicht so einer denkt für euch selbst wie Keating, aber es war jemand, der versucht hat, den Unterricht lustig zu gestalten und der gesagt hat, Wir müssen die Schüler, wenn wir die Schüler für Literatur begeistern wollen, dann müssen wir einfach das einbauen, dass wir so Witze machen, dass wir im Hof mal rumlaufen und sie ein bisschen marschieren und dann feststellen, Moment, ich laufe gerade im Gleichschritt und so weiter. Es war offensichtlich ein großer Entertainer und Alleinunterhalter. Dieser Pickering hat übrigens den Film selbst nochmal kommentiert. Echt? Er hat den Film dann gesehen und fand den Film offensichtlich ganz cool. Meinte aber... Diese ganzen Sachen habe ich nicht gemacht, um die Schüler zu erwecken und um ihnen zu zeigen, wie toll das Leben ist, sondern eigentlich habe ich das nur gemacht, um mich selbst zu unterhalten. I did such things not so much to awaken students as to entertain myself.
Johannes Franke: Oh Gott, ich kann es aber verstehen. Als Lehrer die ganze Zeit, man hat was vorbereitet irgendwann und dann zieht man es alles durch, Jahr für Jahr, Jahr für Jahr. Aber eigentlich ist es doch auch doof. Vor allem, wenn man irgendwie vielleicht eine kleine Ader hat für Dinge, die irgendwie witzig sind oder die man... Also es gibt genug Lehrer, die das einfach nicht haben und das ist auch eine Ordnung, dass man dann einfach Zahlen auch in die Tafel schreibt, aber wenn man das schon hat, dann will man das ja nicht unterdrücken.
Florian Bayer: Nee, genau. Das glaube ich auch. Ich glaube auch, es gibt wirklich Lehrer, die witzig sein können und die tollen andere. damit machen. Es gibt aber auch Lehrer, die versuchen witzig zu sein und dabei grandios scheitern. Und gerade bei den Lehrern denkt man, ach, könntest du nicht einfach wieder trockenen Unterricht machen? Musst du versuchen, Witzball zu sein? Du bist kein Comedian. Wirklich nicht. Lass es lieber. Touchdown Pictures, die diesen Film produziert haben, haben am Anfang vorgeschlagen, dass... Begeisterung der Jungs doch vielleicht nicht für Literatur sein sollten, weil Literatur so trocken ist und so schwer. Begeisterung für Literatur ist so schwer zu vermitteln im Film. Was auch wirklich, ich finde, es ist schwer zu vermitteln und der Film schafft es. Die haben vorgeschlagen, dass es doch tanzen viel spannender wäre, dass man das... die Schüler doch tanzen lassen sollte. Und das Tanz das begeisternde Element sein sollte. Und die wollten den Film Sultans of Swing nennen. Und wollten sich, und es gab auch Überlegungen, den Fokus mehr auf Mr. Keating zu setzen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: irgendwie auch nachvollziehbar, weil sie hatten einfach mal mit Robin Williams einen großen Star und der wäre wahrscheinlich ganz anders geworden. Der Film wahrscheinlich hätten sie wirklich eher eine mehr Tragikomödie draus gemacht. Einfach so einen zweiten Good Morning Vietnam mit ein paar tragischen Elementen.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Aber Gott sei Dank wurde das beides dann abgelehnt. Weil dieser Fokus auf die Schüler ... Finde ich super. Der passt auch gut. Und Flitting kriegt genau die Leinwandzeit, die er braucht.
Johannes Franke: Ganz genau.
Florian Bayer: Weil der Keating ist natürlich auch ein bisschen Selbstdarsteller und es ist ganz schön, dass einfach der Fokus sehr schnell von... ihm weggerückt wird und dahin, was sein Unterricht auslöst in den Schülern. Das wird super, also das Pacing in diesem Film ist phänomenal. Phänomenal.
Johannes Franke: Genau an der richtigen Stelle. Abgebremst oder beschleunigt. Ich finde es super. Das geht so ein bisschen in die Richtung, was mir jetzt noch wichtig wäre. Dieses Gespräch zwischen dem... Lateinlehrer und ihm und Keating. Wo der Lateinlehrer dann sagt, na du... sagst denen jetzt alle, die sind alle große Künstler und dann merken sie irgendwann, ich bin gar kein Shakespeare und ich bin kein Picasso. Und dann hassen sie dich und dann sagt er, es geht nicht darum, dass du Shakespeare oder Picasso bist, sondern es geht einfach darum, dass du selbstständig denken lernst.
Florian Bayer: Selbstständige Jugendliche.
Johannes Franke: Und das ist natürlich der Horror für so eine Schule, so eine durchorganisierte. Aber ich finde einfach einer der zentralen Gespräche dieses Films total wichtig.
Florian Bayer: Deswegen ist es auch so schön, dass dieser Lateinlehrer nochmal diese Story-Arg kriegt, dass er am Schluss ein bisschen aufgeweicht ist. Ja, genau. Bei diesem Gespräch ist ja auch diese tolle Szene, wo der Lateinlehrer dann sagt, ich bin Realist. und zeigt mir einen Geist, der frei ist von komischen Träumen. Und ich zeig dir einen glücklichen Menschen. Keating antwortet dann, aber nur im Traum ist man frei. Oder irgendwie in einem schönen poetischen Zitat.
Johannes Franke: Genau, und er hat ja auch ein Zitat von irgendjemandem. Genau, ja. reden sie über Zitate, über Poesie und seine Funktion. Das finde ich sehr schön.
Florian Bayer: Aber das Tolle ist dann, dass er dann ja Keating fragt, von wem ist das? Und er sagt, Keating. und zwinkert ihm zu. Das ist super. Ja, die Schule. Also bleiben wir mal ganz kurz bei der Schule. Die Schule ist halt wirklich auch ein krasser Ort und natürlich kollidiert das, was Keating macht und das, was die Schüler machen, kollidiert mit den Vorstellungen der Schule. Was auf den ersten Blick total absurd ist, weil sie treffen sich abends, ja, sie gehen aus der Schule und dürfen das eigentlich nicht, aber sie treffen sich, um Gedichte vorzulesen. Kann man sich was Unschuldigeres vorstellen? Ja, sie rauchen dabei die ein oder andere Zigarette, aber soweit ich weiß, trinken sie keinen Alkohol. Sie haben einmal Frauen dabei, aber das ist auch total unschuldig. Die sitzen nur dabei und hören sich die Gedichte an. Und trotzdem ist das offensichtlich schon zu viel Subversion für einen solchen Rahmen, für ein solches Elite.
Johannes Franke: Was mir auch meine ganze Beklemmung bestärkt hat. Weil, weißt du, wenn das schon Rebellion ist, dass du dir gegenseitig Literatur zur dunklen Stunde vorliest, Was muss das für eine Gesellschaft sein, in der das so krass ist? Das ist schon hart.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Es wird ja auch in einer Szene ziemlich explizit gezeigt, nachdem Nuanda... diesen Anruf von Gott gekriegt hat, wird er ins Büro des Schulleiters zitiert und wird da einfach mal ordentlich verprügelt.
Johannes Franke: Ja, das ist total krass. Also so ein Institutionalisierte Gewaltausübung.
Florian Bayer: Wie heißen die Holzplatten nochmal?
Johannes Franke: Das ist eigentlich so ein Cricket-Geschläger oder was? Nee, nee, Baseball.
Florian Bayer: Nee, ist auch nicht Baseball, aber so ein anderes... Ich glaube, es ist tatsächlich wirklich ein Instrument zur Folterung von Schülern.
Johannes Franke: Total krass.
Florian Bayer: Norman Lloyd spielt den Schulleiter und Hervorragend. Und mit diesem Ernst und diesem Würdevollen, das, was er... repräsentieren will, wie er die Schule versteht. Und dann gleichzeitig diese Kälte da drin und dieses Dunkle und Abgründige. In jeder Szene, in der er vorkommt, ist er unfassbar mächtig und unfassbar furchteinflößend. Umso beeindruckender ist es, dass Charlie dann einfach wirklich aufsteht und gegen ihn rebelliert.
Johannes Franke: Ja, krass, ne?
Florian Bayer: Und natürlich auch in der Abschlussszene dann. Wir müssen nur unsere Top-Schulfilme machen. Ich versuche die ganze Zeit irgendwie hinzukommen.
Johannes Franke: Ich habe schon gemerkt, warum hast du gesagt? Ja, und wir sind in diesem Schulkosmos und da ist ja auch, und dann habe ich gedacht, jetzt könnte man einen Haken, aber dann geht es schon weiter. Schule! Schule! Okay, Moment, wir müssen unsere Top 3, unseren Jingle Achtung! Yeah! Unsere Liste. Juhu, Top 3. Top 3 Schule. Wie heißt das? Schule einfach nur? Nein.
Florian Bayer: Ich habe gesagt Mikrokosmos Schule, weil ich das ganz nett fand als Titel. Und ich wollte dann... Damit betonen, dass es Filme ... Ich wollte mir auf die Liste Filme packen, die primär in der Schule spielen. Ja. Ich hoffe, du hast es auch geschafft, weil es gibt natürlich auch viele Filme, in denen Schüler eine Rolle spielen, aber die Schule als Mikrokosmos nicht so einen großen Raum einnimmt.
Johannes Franke: Doch, die Mikrokosmos-Schule an sich ist schon wichtig. Also, dass es mal auch dort bleibt. Sehr gut quasi. Und ich habe zu viele.
Florian Bayer: Ich habe auch zu viele. Willst du mit Honorable Mentions anfangen?
Johannes Franke: Aber weißt du, woran das liegt? Ich habe darüber nachgedacht, aber ich glaube, dass sie einfach in den 80ern einfach angefangen haben, nur noch dieses Zielpublikum von Schülern auf der Highschool, weiß ich nicht.
Florian Bayer: Die 80er, ich hab die gar nicht mit drin. Die ganzen Teenager-Komödien. Aber das ist doch geil. Krass. Unfassbar. Und ich dachte schon, meine Liste ist so lang. Ich hatte die überhaupt nicht auf dem Schirm. Und jetzt fallen mir gleich drei Filme ein, wo ich denke, natürlich können die auch rein. Oh, natürlich einer, der perfekt darauf passt, aber leg mal los mit deinen honorable mentions.
Johannes Franke: Oh, krass. Ich habe noch gar nicht festgelegt, was bei mir auf Platz 1 oder 3 oder 5 ist. Ich weiß es nicht. Also ich nehme als erstes das, was bei mir wahrscheinlich in eins oder zwei sein würde, aber was wir schon behandelt haben. 10 Things I Hate About You.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall, cool.
Johannes Franke: Der ist einfach sensationell, das haben wir schon besprochen und so, der gehört auf jeden Fall in diese Liste, aber eben wird jetzt als Honorable Mention erst mal
Florian Bayer: Und gerade wie die Schule dargestellt wird, so als Mikrokosmos, indem so die ganzen Gruppen aufeinandertreffen.
Johannes Franke: Wo auch genau erklärt wird, das sind die, das sind die, das sind die. Also vielmehr besser passen kann kaum ein Film auf dieses Thema.
Florian Bayer: Ich habe zwei Honorable Mentions, die keine guten Filme sind, aber die ich nennen muss, weil das war meine erste Konfrontation mit... Dem Konzept Mikrokosmos Schule und einen von beiden würde ich auch heute noch hochhalten als guten Film, dem vielleicht auch ein bisschen Unrecht getan wurde. Der erste ist, und der Titel steht jetzt für eine ganze Reihe von Filmen, die Lümmel von der ersten Bank. Sagt dir das was? Oh Gott, nein. Das waren die Filme mit Hansi Kraus. Die Filme, die ich als Kind als erstes gesehen habe, die sich mit Schule auseinandergesetzt haben. Die Schüler immer die Lehrer foppen und verarschen und dann kommt irgendwann Peter Alexander auch mal noch dazu als progressiver Lehrer. Als John Keating der bayerischen Provinz. Und das... Das Witzige an diesem Film ist ja, sie zeigen Schüler, die die ganze Zeit rebellieren gegen die Institution Schule. Aber das ist so brav, wie es nur sein kann. Weil die einzige Art der Rebellion ist halt, dass sie irgendwelche albernen Streiche spielen und den Rauchmelder anwerfen und dass es plötzlich regnet im Schulgebäude und so.
Johannes Franke: Jetzt kommt aber der große Unterschied zwischen uns zutage. Osten gegen Westen.
Florian Bayer: Oh, sehr gut.
Johannes Franke: Also ich habe nichts aus dem Osten, weil es das nicht gab. Es gibt keine Rebellion im Osten. Keine Chance.
Florian Bayer: Das ist es ja, die gab es ja in der Bundesrepublik da auch nicht. Der Film ist von 1968, da sind die Studenten auf die Straße gegangen und haben für eine gerechtere Gesellschaft demonstriert und dafür, dass die Nazis... aus den großen Ämtern fliegen. Und diese Filme, die von 1968 bis spät in die 70er hineingedreht wurden, die machen nichts davon. Das sind keine rebellischen Filme, das sind herrschaftsstützende Filme. Und das ist das Perfide daran, sie tarnen sich als rebellisch, weil sie zeigen, hey, so könnt ihr gegen das System aufbegehren. Und ein bisschen Spaß haben, aber eigentlich haben alle Spaß und das System ist ganz glücklich darüber. Okay. Der zweite Film, kann ich den gleich reinwerfen noch? Mach mal, mach mal, mach mal. Den ich wirklich immer noch schätze, auch wenn er unglaublich brav ist, das fliegende Klassenzimmer aus dem Jahr 1973.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Den ich auch als Kind gesehen habe und der, davon gibt es ja mehrere Verfilmungen, aber ich Mein fliegendes Klassenzimmer ist einfach der Film aus dem Jahr 1973 mit Joachim Fuchsberger. als Justus, den gerechten Lehrer, der seine Schüler auch auf einem Internat einfach mit Respekt behandelt. Kein unorthodoxer Lehrer ist vielleicht ein bisschen, aber eigentlich ist er einfach ein guter Lehrer und der erst Das kollidiert auch jetzt nicht so mit den Vorstellungen der Schule und alle haben Freude und alle sind glücklich und das ist eigentlich so eine totale Utopie eines Internatslebens. Mochte ich als Kind, ist aber auch ein Unterhalt. Unfassbar brav.
Johannes Franke: Okay. Ich habe noch einen, der noch in den Honorable Mention rein muss und ich weiß noch nicht, welchen ich da jetzt... Dein Platz vier. Mein Platz vier. Und zwar Back to the Future.
Florian Bayer: Ah ja, ist da Schule so ein Zentrum?
Johannes Franke: Natürlich, der geht zurück in die Schule bei seiner Mama. Das ist nur die Schule, deswegen ist er jetzt auf Platz 4, weil es eigentlich ein Zeitreisefilm und kein Mikrokosmos Schule ist. Aber es spielt eigentlich an dieser Schule.
Florian Bayer: Es spielt an dieser Schule auch. Aber nicht nur. Er ist auch beim Doc und sie sind in diesem Café und auf der Straße und dann fährt er Skateboard. Fantastischer Film, einer meiner absoluten Lieblingsfilme.
Johannes Franke: Ja, wirklich.
Florian Bayer: Großes Kino. Meine Nummer 4 wäre Monsieur Lassart, glaube ich. Der hat auch irgendwie nicht mehr in die Liste gepasst. Ein Toller französischer Film aus dem Jahr 2011, wo ein Migrant, ich glaube ... Ich weiß nicht, es kann sogar sein, dass er illegal ist. Und er bewirbt sich an der Grundschule, weil er irgendwie arbeiten muss mit gefälschten Papieren oder mit einem gefälschten Lebenslauf. Und er ist kein guter Lehrer. Er ist einfach kein Lehrer. Und er schafft sich aber trotzdem mit den Schülern zusammenzuraufen und Und das Tolle daran ist, dass es ein Film ist, der keinen guten Lehrer zeigt, sondern einfach einen normalen Menschen zeigt. der aber trotzdem es schafft, mit seiner Art irgendwie die Schüler für sich zu gewinnen. Vielleicht auch, weil er eine andere Perspektive aufs Leben hat, weil er andere Sachen erlebt hat und der irgendwie mit den Schülern zusammenwächst, ohne jemals besonders krassen, unorthodoxen Unterricht zu machen, ohne irgendwie groß was didaktisch zu bewegen. Schöner Film, einfach tolle Tragikomödie.
Johannes Franke: Da fällt mir dieser französische Film von einem Chorleiter ein, der auch an der Schule eigentlich so ein Schulkor hat. Es ist nicht so alt, also so vielleicht 10, 15 Jahre höchstens. Monsieur irgendwas und so, weißt du, diese Franzosen mit ihren Monsieur.
Florian Bayer: Ja, genau. Nummer drei.
Johannes Franke: Deine Nummer. Achso, bin ich da jetzt dran?
Florian Bayer: Tut mir leid, du bist dran.
Johannes Franke: Okay, meine Nummer drei. Ich rechne damit, dass dieser Film bei dir irgendwo in der Liste sein wird. Das ist nicht schlimm. Brick.
Florian Bayer: Ist er nicht. Ist er nicht. Aber ist ein guter Film.
Johannes Franke: Aber ist ein super Film, oder?
Florian Bayer: Erzähl, der ist ein bisschen in Vergessenheit geraten, glaube ich.
Johannes Franke: Aber warum? Ich fand ihn großartig. Ich habe ihn irgendwann mal einer Freundin gezeigt, die gar nicht so begeistert davon war und ich war ganz irritiert. Und dann habe ich mich mit ihr unterhalten und habe auch irgendwie verstanden, aber ich habe schon wieder vergessen, wieso das nicht so. Es ist ein Noir-Film.
Florian Bayer: Ja, was für eine Grandiosität.
Johannes Franke: Ein Noir-Krimi? Es ist ein Noir-Krimi in schwarz-weiß?
Florian Bayer: Nee, ist nicht schwarz-weiß.
Johannes Franke: In meinem Kopf ist er schwarz-weiß.
Florian Bayer: Aber er könnte schwarz-weiß sein. Ich glaube, er ist in Farbe.
Johannes Franke: Und Joseph Gordon-Lewitt In der Hauptrolle?
Florian Bayer: Regisseur Rian Johnson, der für den mittleren Teil der aktuellen Star Wars Trilogie verantwortlich war.
Johannes Franke: Okay, krass. Naja, jedenfalls völlig Schüler-untypische... Art und Weise zu erzählen, so ein Noir-Ding, weißt du? Und dann haben die aber so unglaublich bodenständige Probleme von Jugendlichen. Und das erzählt sich aber so wie so ein ganz krasser Noir-Krimi aus Frankreich, keine Ahnung.
Florian Bayer: Es ist so unrealistisch, aber es macht so viel Spaß, weil sie die ganze Zeit diese Dialoge haben, die einfach von Humphrey Bogart sein können. Und sie geben ihm so einen Nerd an der Schule...
Johannes Franke: Und im Laufe des Films, der schläft, glaube ich, überhaupt nur eine Stunde oder sowas im ganzen Film. Und sieht immer abgefuckter aus. Und seine Monologe drüber, seine Gedankenmonologe, die er da irgendwie hat. werden auch immer abgefuckt. Und es ist irgendwie so, ah, und dann musste ich das und das machen.
Florian Bayer: Und es war ein totaler Low-Budget-Streifen. 450.000 Dollar hat das Ding gekostet. Was? Oh mein Gott. Und das ist so, und das sieht überhaupt nicht danach aus, dass es so gut ist. Die Bilder, die Darsteller, es hat alles dieses Look und Feel von klassischen Norrfilmen aus den 30ern und 40ern und es funktioniert einfach so gut. Ganz großartig. Toller Film, ja. Ja. Meine Nummer 3 ist Half Nelson aus dem Jahr 2006 über ein... Drogenabhängigen Lehrer, der in einem harten Viertel in New York unterrichtet und irgendwie auch versucht, seine Schüler zu begeistern. Eigentlich wäre es eine klassische Geschichte von einem unkonventionellen Lehrer, der Menschen aus sozial schwierigen Verhältnissen versucht, was beizubringen, sowohl für die Schule als auch über das Leben. Aber dieser Lehrer ist komplett drogenabhängig. Und natürlich sind seine mit Drogenabhängigen oder auch seine Drogendealer hängen natürlich mit dieser Jugendszene zusammen. Mit Ryan Gosling als Lehrer. Oh. Und ein Drama, sehr trauriger Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und auch teilweise ein sehr düsterer Film. Und auch kein optimistischer Film, aber mit einer unfassbaren emotionalen Wucht Und toll, dass einfach mal ein Lehrer gezeigt wird, der überhaupt nicht glorifiziert wird. sondern der sich bemüht, aber der auch echt einen ganzen Sack voll Probleme mit sich rumschleppt.
Johannes Franke: Cool. Okay. Mein Platz zwei ist The Breakfast Club.
Florian Bayer: Das war der Film, an den ich dachte, oh nein, die 80er stimmt.
Johannes Franke: Ja, der Klassiker.
Florian Bayer: Ja, total.
Johannes Franke: Also viel besser kann man, ganz toll, die sitzen halt alle nach und müssen sich da irgendwie, die müssen miteinander klarkommen und sitzen dann halt da.
Florian Bayer: Spreadpack. Angelehnt an das Rat Pack wurden diese Darsteller, die ganzen Jungen damals, Rat Pack genannt. Geil.
Johannes Franke: Ja, also tolle Gespräche, tolle Auseinandersetzungen miteinander.
Florian Bayer: Und ganz toll das Spiel mit den Klischees, weil da gibt es natürlich auch die Klischeefiguren, den Sportler und den und den Nerd. Und dann werden diese Klischees nach und nach aufgelöst. Und sie finden irgendwie zusammen für einen kurzen Moment bei diesem Nachsitzen und werden Freunde zumindest. Für einen Augenblick.
Johannes Franke: Zumindest für den Augenblick, ja. Man weiß nicht, ob sie danach irgendwie nochmal was miteinander anfangen können, aber es ist wirklich schön, diesen Moment zu erleben und dann... Und dieses ikonische Ende, dieses Bild, wie er auf die Kamera zuläuft, da irgendwie faustgereckt und das Musikstück.
Florian Bayer: Won't you. Forget about me. Ich kann nicht singen.
Johannes Franke: Es war gar nicht so schlecht, Flor. Danke.
Florian Bayer: Du Lügner.
Johannes Franke: Ich muss dich doch bei Laune halten.
Florian Bayer: Okay, dein Platz 2. Mein Platz 2 ist der, der am ehesten dem Thema Mikrokosmos Schule gerecht wird, glaube ich. Von Gus van Sand Elephant. Ein Film, der fast konsequent in der Schule spielt und der einen Amokloff Zum Thema hat in der Schule und zwar war es der tatsächlich sehr konkret, als das wirklich Anfang der 2000er, als das so stark in den Medien war, nach dem Columbine Amoklauf. der er 1999 war. Und dieser Film zeigt wirklich einfach nur den Mikrokosmos Schule. Schüler, die rumlaufen und die ... ihren Alltag haben und keine großen Tramen, keine großen Geschichten, sondern einfach nur der deprimierende Alltag von Schülern. von Außenseitern, von Sportlern, von Helden und von Feiglingen. Und in diesen ... wirklich langweiligen und deprimierenden Tagesablauf platzt dann der Amoklauf von zwei Jungs. Die aber auch relativ differenziert charakterisiert werden und die halt einen Amoklauf geplant haben, wirklich wie ein Columbine. Es ist ein unfassbar belastender Film. Und Gus Van Sant inszeniert ja gerne sehr langsam. Und auch langatmig, würden auch viele sagen. Und er zeigt halt ganz oft einfach nur Schüler, wie sie durch diese Gänge dieser Highschool gehen. Also wenn du Club der Toten Dichter beklemmend findest, Schau dir den an, der ist fucking beklemmend. Weil du siehst einfach nur Schüler, wie sie da rumlaufen, wie sie in ihren Klassen sitzen, wie sie... Ja, wie sie irgendwie, man hat die ganze Zeit das Gefühl von verlorener Zeit und dann kommt diese brutale Attacke und raubt Die Zeit wirklich im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Gewaltakt, der dann einfach einbricht in diesen sowieso schon deprimierenden Alltag. Krasser Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Warum sind deine Filme so fröhlich und meine so deprimierend? Ja.
Johannes Franke: Es gibt so ein paar Unterschiede zwischen uns, Flor.
Florian Bayer: Ich bin eigentlich kein pessimistischer Mensch.
Johannes Franke: Aber offensichtlich stehe ich auf diese deprimierenden Stimme. Was ich auch schon mich gefragt habe, während du das gesagt hast. Gar nichts mit dem Thema zu tun, aber warum sagst du immer, wenn ich einen Film in die Liste setze, ach der, ja der war toll und wenn du einen Film sagst, sag ich... Aha, den gibt es auch. Ist das schon auffällig?
Florian Bayer: Ja, ich weiß nicht. Nein, ich glaube, das ist... Wenn du mit deinen 30er Slapstick-Filmen kommst, dann kenne ich die auch nicht. Und dann kann ich nur allgemein sagen, na natürlich, weil es für Charlie Chaplin ist, aber... Ich habe nicht alle Filme von ihm gesehen.
Johannes Franke: Werden wir nachher nochmal besprechen. Platz 1.
Florian Bayer: Ja, Platz 1.
Johannes Franke: Heathers.
Florian Bayer: Oh, krass. Ich weiß, welchen du meinst. Es geht auch um Amoklauf, ne? Warte mal.
Johannes Franke: Naja, Amoklauf ist zu viel gesagt.
Florian Bayer: Er will sie alle umbringen, ne?
Johannes Franke: Naja, nee, er will sie nicht alle umbringen. Er will vor allem so den und die, also so ein paar. Die es verdient haben. Und zieht sie so ein bisschen mit und irgendwie zwischendurch sagt sie, du hast einen Arsch offen, ich will nicht mehr, aber irgendwie funktioniert es trotzdem.
Florian Bayer: Oh, der war krass.
Johannes Franke: So ein krasser Film. Aber auch so ein bisschen trashig.
Florian Bayer: War das bei Nona Ryder?
Johannes Franke: Oh Gott. Bei Nona Ryder. Ja, es war bei Nona Ryder.
Florian Bayer: Krass.
Johannes Franke: Und der Typ, der bei Mr. Robot mitspielt. Wie heißt der Typ? Ich hab's ...
Florian Bayer: Christian Slater.
Johannes Franke: Ja, genau, Christian Slater.
Florian Bayer: Das ist ewig her, dass ich den gesehen habe. Ich habe auch keine Erinnerung mehr dran.
Johannes Franke: Und ich liebe es, wie er spielt und ich liebe es, wie, wie, wie diese, wie damit funktioniert und wie, wie sie sich da ausdenken, was sie machen wollen und das irgendwie so halb durchziehen und dann doch nicht oder doch.
Florian Bayer: Der war auch echt gehässig, der Film.
Johannes Franke: Ja, der ist schon, der hat echt keine...
Florian Bayer: War das nicht so, dass sie dann die Mitschülerin irgendwie vergiften mit Plausäure oder so irgendwas und sie wirklich so diesen krassen Anfall hat und in der Küche zusammen...
Johannes Franke: Ja, sie hat dann noch ein Messer in der Hand in der Küche und sagt ihm, sie hat keinen Willen mehr. zwingt sie, nötigt sie so ein bisschen mitzumachen. Also der Film ist gehässig. Der Film ist nicht Lebensbejahend irgendwie. Aber auf eine ganz quere Art und Weise. Irgendwie habe ich den...
Florian Bayer: Der war auch lustig. Ja, genau. Er ist wirklich lustig.
Johannes Franke: Er ist wirklich auch lustig und alles, aber irgendwie bleibt einem das ständig im Hals stecken, weil man sich denkt, mein Gott, was macht das? Was?
Florian Bayer: Was machen die da? Danke, dass du mich an den Film erinnert hast. Das ist wirklich geil. Den habe ich als Jugendlicher gesehen und ich weiß noch, dass ich ihn voll lustig fand. Aber ich kann mich nicht mehr an Details erinnern.
Johannes Franke: Ja, guck den mal wieder. Du musst unbedingt nochmal gucken.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Meine Nummer eins ist das erste Mal, dass wir einen Dokumentarfilm in dieser Liste haben.
Johannes Franke: Oh mein Gott, ein Dokumentarfilm? über Schüler in der Schule?
Florian Bayer: Aus dem Jahr 2002, Etre et avoir. Haben und Sein. Von Nicolas Filibert. Ein Dokumentarfilm über eine Schule, eine Grundschule in der französischen Provinz. wo alle Schüler, weil es halt wirklich eine kleine Schule ist und ein kleiner Ort, in einer Klasse unterrichtet werden. Oh! Und er begleitet ... auch den Lehrer, der wirklich sehr sympathisch ist, aber vor allem auch die Schüler und ist immer auf Augenhöhe mit den Schülern und filmt die und dabei, was sie machen und Schafft es wirklich zu erzählen, wie diese unterschiedlichen Charaktere schon in diesem jungen Alter sind und wie sie ihren Alltag bestreiten und wie sie das Leben entdecken und wie sie lernen. Und es ist ein unfassbar schöner Film. Und ein unfassbar warmherziger Film. Und auch so, naja, französischer Dokumentarfilm, es wird halt nicht kommentiert. Es sind einfach nur Bilder. Du siehst halt einfach nur ... fast zwei Stunden lang den Alltag an dieser Schule Und das ist toll.
Johannes Franke: Du musst mir einen Link schicken. Also es ist das erste Mal im Podcast, dass ich so konkret werde, dass ich sage, schick mir einen Link, Plur.
Florian Bayer: Okay, ich muss gucken. Ich weiß nicht, ob man den online findet. Das ist auch schon länger her, dass ich den gesehen habe. Aber ich weiß noch, dass ich den so schön fand. Das ist so ein Film, den man guckt und danach denkt man, ach, das Leben ist schön.
Johannes Franke: Toll.
Florian Bayer: Kindheit ist schön. Kindheit ist toll und lernen und leben und Wachsen ist was ganz Großartiges.
Johannes Franke: Da fällt mir eine andere Sache ein, die habe ich jetzt nicht auf die Liste gesetzt, aber stimmt voll mit dem Thema überein. Auf Netflix gibt es eine schöne Doku über gehörlose Schüler an einer... Gallaudet oder wie heißt die in Amerika? Das ist eine Schule, eine Universität, die sich eben wirklich ausschließlich an Gehörlose richtet. wo auch von der ganzen Welt Gehörlose nach Amerika pilgern, um dort auf die Uni zu gehen, um dann wieder nach Hause zu fahren. Und da werden ein paar Schüler einfach begleitet und haben ihre eigenen Probleme wie jeder andere auch. und das halt in Gebärdensprache und mit Untertiteln und allem.
Florian Bayer: Ah, cool.
Johannes Franke: Es ist total, total schön.
Florian Bayer: Eine Miniserie oder eine...
Johannes Franke: Miniserie.
Florian Bayer: Cool.
Johannes Franke: Also guckt euch das an. Das ist ganz toll. Und man hat einen ganz anderen Zugang noch mal zu einer die man vielleicht sonst nicht so kennt, die Gehörlosenkultur. Das ist total schön.
Florian Bayer: Ja. Du hast ja natürlich auch viele Anknüpfungspunkte, weil du oft mit Gehörlosen zusammenarbeitest.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Sonst wäre ich vielleicht auch nicht unbedingt darauf gekommen, aber ich finde es toll, dass es Netflix gemacht hat und Netflix das eben in diesem ganzen... Netflix-Kosmos einmal reingeworfen hat, gesagt hat, wir schauen mal, wer das außer der golösen Community noch anguckt. Auf jeden Fall.
Florian Bayer: unterstützenswert.
Johannes Franke: Ja, total unterstützenswert.
Florian Bayer: Ein weiterer Grund, Netflix zu mögen, dass sie auch sowas machen.
Johannes Franke: Ja, genau. Und es ist wirklich gut gemacht. Es ist nicht so dahingerotzt. Also es ist kein, wir schicken da mal einen Kameramann hin und gucken mal, was passiert. Sondern es ist wirklich mit Budget und... Cool, toll. Ja. Springen wir nochmal kurz zurück zum Film. Ja, es gibt noch ein paar Sachen, gibt es schon noch zu sagen.
Florian Bayer: Ja, willst du loslegen?
Johannes Franke: Wie ist das, wie gut kommst du damit klar, wie aus Todd dieses Gedicht im Unterricht, während des Unterrichts rausgeholt wird?
Florian Bayer: Ich finde die Szene schon ziemlich geil.
Johannes Franke: Aber die ist mir inzwischen ein bisschen zu erzwungen.
Florian Bayer: Du meinst, der Lehrer wendet zu viel Zwang an in dem Moment?
Johannes Franke: Also es ist für den Zuhörer... Es ist so, dass es die Szene gibt, in der alle Schüler ihre Gedichte vorlesen sollen, die sie geschrieben haben sollen bis zu diesem Tag. Und Todd hat sich gequält damit, dieses Gedicht zu schreiben, weil es ihm auch wichtig ist, das gut zu machen. Aber auch vor anderen dann reden zu müssen, das vortragen zu müssen. Und dann sagt er ... Ich habe es nicht gemacht, damit er nicht vortragen muss. Und er hat es auch vorher zerrissen. Also er hat es wahrscheinlich auch wirklich nicht dabei.
Florian Bayer: Ja, mehrere hat er zerrissen. Ja. wo er auch wirklich gute Anfänge hat, wo man merkt, er hat tatsächlich Poesie in sich drin.
Johannes Franke: Und man eigentlich erahnen könnte, dass der Film das noch erzählt, dass er da wirklich Zukunftsraum sieht. Man merkt, dass das brodelt. Und dann hat er halt nichts. Und dann sagt Keating halt, komm nach vorne. Und macht es mit ihm live, vor der Klasse, kitzelt er irgendwas aus ihm raus, was irgendwie nach Gesicht, ja genau.
Florian Bayer: Das barbarische Job.
Johannes Franke: Genau, lässt ihn Jorp rufen, das barbarische, also immer lauter Ruf, Ruf, damit er erstmal überhaupt auf ein Energielevel kommt. Und dann hält er ihm die Augen zu und dreht sich mit ihm irgendwie so im Kreis und versucht ihn davon abzulenken, dass die Schüler da sind. Und sagt, komm, was siehst du, wenn du die Augen zumachst? Und dann holt er es aus ihm raus. Aber es ist halt wirklich sehr viel... Also ich, gut, ich hätte kein Problem damit, vor Schülern was zu erzählen, mein Gedicht vorzulesen oder was, aber... Ich wäre zu überforscht gewesen.
Florian Bayer: Die ganze Szene hat natürlich was Übergriffiges. Total übergrifflich. hält ihm die Augen zu und dreht ihn dann. Die Szene ist natürlich unfassbar pathetisch und gewaltig erzählt, weil es gibt dann diesen Moment, wo er... Zuerst versucht, irgendwas rauszustammeln, dann erzählt er was von der Decke. Die Wahrheit ist wie eine Decke und man kriegt immer kalte Füße und alle lachen. Und dann sagt Keating noch mal nicht ablenken lassen, mach weiter, mach weiter. Und dann fängt er an weiterzureden und dann gibt es diesen Moment, wo plötzlich alle schweigen und er wirklich einfach mal so ein Vers da raushaut. Und dann sind alle still und alle sind schockiert und begeistert. Es ist dieser klassische Moment in dem Film, wenn die Person mit der Fiepsstimme plötzlich aus vollem Halse Tenor singt. Die Sister-Act-Szene. Und alle sind überrascht. Und diese Person natürlich am meisten.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ja, natürlich. Es passt eigentlich so in den Kontext von meiner Kritik an dem Film, dass er ... dass er uns verführt und auch ein bisschen manipuliert mit diesem Pathos und diese Seiten darüber wegspielt dadurch. Genau. der Pathos ist so stark in dieser Szene und er schafft es so erfolgreich zu sein, dass man dann denkt, okay, cool, super und gar nicht mitkriegt, dass hier eigentlich was stattgefunden hat, was vielleicht ein bisschen Grenzen überschritten hat. Ja, grenzwertig, ja, wirklich. Und ja, ich hatte das letzte Mal, als ich gesagt habe, manipulativ wollten wollte ich so auf Keating schießen. Ich finde, Keating ist gar nicht so manipulativ. Aber der Film ist unfassbar manipulativ. Weil der Film uns natürlich... genau sowas dann verkauft mit seinem Pathos und mit seinem Eifer und sagt, das ist richtig. Und so verkauft er uns auch die Art, wie Keating Gedichte liest. Und so verkauft er uns auch den Selbstmord. Und es ist ... Es gibt eine manipulative Ebene in diesem Film, die ich nicht mal den Protagonisten Keating anlassen würde, der ist ja tatsächlich ein guter Lehrer. Ja. Er schafft es ja wirklich, was bei den Schülern rauszukitzeln, er manipuliert sie nicht. Sie haben Interesse am Club der Toten Dichter, sie fragen ihn, was das war und sie sind davon angetan. Und er kriegt das natürlich mit und gibt ihnen dann noch was an die Hand, ein Buch, aber eigentlich ist es ihre Initiative. Es ist nicht so, dass sie ihm folgen wie so Lemminge, sondern sie sind wirklich selbstdenkend und er entzieht sie zum Selbstdenken. Aber der Film ... Ist nicht so. Der Film erzieht uns nicht zum Selbstdenken, sondern der Film verkauft uns was. Der verkauft uns diese Ideale, ohne sie zu hinterfragen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er macht das toll. Er macht es wirklich gut. Ja, ja, ja.
Johannes Franke: Aber nur mal ganz kurz abschließend zum Thema Romantik und warum es Romantik sein muss, ich glaube, dass es schon ganz gut ist, weil genau das... das Thema der Schüler in dem Moment ist. Also du kannst es mit Realisten oder mit anderen, also Die Realisten sind jetzt so der böse Gegenentwurf. Das ist gar nicht so gemeint. Egal was. Ja, aber ich glaube, das Thema des Films braucht ja eben die Romantiker... um überhaupt das erzählen zu können, was er erzählen will. Also ich finde es schon eine gute Entscheidung.
Florian Bayer: Die Literaturausfall von dem Film ist auch tatsächlich top-notch. Also sie haben, bei den Romantikern gibt es viele, die echt... ätzend waren und irgendwie so rückwärtsgewandt und schwelgend und bis hin zum Proto-Faschistischen und die spart er alle aus. Er nimmt wirklich die Top englischen Dichter, Farrow und Whitman und Frost, die irgendwie alle cool waren und die wirklich, also es sind einfach mal geile Gedichte, die in dem Film gelesen werden. Und jeder einzelne von diesen Texten, die da zitiert werden, ist ein kleines Meisterwerk. Ja. Eine gute Seite des Films motiviert, sich mit den Dichtern auseinanderzusetzen. Ich kann es auch nur empfehlen, Whitman zu lesen. Whitman ist einfach mal ein toller Poet. Und Thoreau und Frost sind auch tolle Poeten. Und die haben wahnsinnige Gedichte geschrieben. Und in dem Film ... kriegt man einen guten Eindruck davon, was sie geschrieben haben, was im Mittelpunkt ihres Denkens und Schaffens stand. Das sind einfach tolle Texte und der Film hat wirklich gute Texte ausgewählt.
Johannes Franke: Mein Lächeln friert so ein bisschen ein und ich versuche nicken zu überzeugen davon, dass ich die natürlich alle gelesen habe und das ist alles. bei mir die gleiche Begeisterung hervorgerufen hat und in Wahrheit habe ich nichts davon gelesen.
Florian Bayer: Google ist dein Freund. Ich habe auch noch mal ein bisschen nachgelesen.
Johannes Franke: Ach so. Hattest du nicht mehr alles im Kopf, ja? Nein.
Florian Bayer: Ich kenne mich mit der englischsprachigen Romantik auch wirklich nicht gut aus. Ich habe mich mit der deutschsprachigen Romantik im Studium ziemlich viel beschäftigt. Dann festgestellt, dass ich die deutschsprachige Romantik ziemlich doof finde.
Johannes Franke: Naja. Okay, ja, das war so eben eine Szene, diese Unterrichtsszene, die ich ein bisschen ... schwierig dann fand zum Angucken, weil ich gedacht hätte, mich hätte es vollkommen überfordert, wenn mich jemand so übergriffig. Das funktioniert nicht.
Florian Bayer: Ich hätte den Lehrer dafür auch gehasst, für den Rest meines Lebens.
Johannes Franke: Was ich auch seltsam finde, ist, dass im ganzen Schulalltag nur noch dieser eine Unterricht zu gelten scheint. Also es gibt nichts anderes mehr. Lateinunterricht ist völlig unwichtig. Keiner lernt mehr für andere Fächer.
Florian Bayer: Sie werden alle durchfallen. Das ist die eigentliche Feuerte des Films. Wir haben hier fünf Schüler, die alle ihren Abschluss nicht schaffen werden. Nox sitzt wegen versuchter Nötigung im Gefängnis. Nuwanda hat sich eine Tripper geholt.
Johannes Franke: Was ich sehr süß finde, ist, dass sie in der Höhle sitzen und die beiden Mädels sind dann da. Ja, das ist schön. Und er geht auf sie eine zu und sagt, shall I compare thee to a summer's day? Habe ich mir gerade ausgedacht. als schamlos Shakespeare, um seine eigenen Dinge nach vorne zu bringen. Das ist halt...
Florian Bayer: Charlie ist einfach cool. Auch am Anfang, beim ersten Treffen, als er sein Gedicht vorträgt mit dem Saxophon und dann über Chaos und dieses ... Dissonante spielt und dann wenn man sich wirklich gut Saxophon spielt.
Johannes Franke: Ja, stimmt. Und alle sind auch überraschend und begeistert.
Florian Bayer: Von Charlie hätte ich gerne mehr gesehen. Ich hatte noch die Abschlussszene. Die natürlich, all das, diese großartig pathetische Inszenierung, dieses On-Point, das kulminiert natürlich in dieser Abschlussszene, die wahrscheinlich emotional mit zum Verführerischsten gehört, was das amerikanische Kino... der 80er und darüber hinaus je zustande gebracht hat. Denn die Schüler da sitzen, Keating muss gehen, weil er eben wegen dem Selbstmord gefeuert wurde. Und er muss noch einmal durch die Klasse. Der Direktor unterrichtet Englisch. Er packt seine Sachen zusammen. Todd hat einen kurzen Ausbruch und sagt, wir wurden dazu gezwungen, das zu unterschreiben. Es tut mir leid, Sie sind unschuldig, ich weiß es. Der Direktor sagt, hören Sie auf, wenn Sie noch eine Sache sagen, dann fliegen Sie von der Schule. Dann bricht Todd komplett aus sich heraus, tritt auf den Tisch. Anlehnung an eine Szene vorher, wo Keating gesagt hat, sie müssen auf den Tisch steigen, um eine neue Perspektive aufs Leben zu kriegen. Ja. auf die Welt zu kriegen. Er tritt auf den Tisch und sagt dieses, oh Captain, mein Captain, womit Keating angesprochen werden wollte, was ein Zitat von Whitman ist, ein Gedicht von von Walt Whitman, aber das ist vollkommen egal, was er in diesem Moment sagt. Und der Direktor schimpft und andere Schüler trauen sich auch. Und nicht nur die aus dem Club, sondern verschiedene Schüler. Und dann stehen ... Ja, es ist Gott sei Dank nicht die ganze Klasse. Tatsächlich sollte im Original-Drehbuch stand, dass Cameron, die Ratte ... auch auf den Tisch steigen sollte. Und der Darsteller von Cameron, Dylan Cusman, Hat dann gesagt, ey, das passt überhaupt nicht zu meiner Rolle, Leute, darf ich bitte sitzen bleiben? Sehr gut. Und dann meinte Peter Wehr, natürlich, du musst sitzen bleiben, du hast vollkommen recht, bleib sitzen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber ganz toll, ein Schüler tritt auf den Tisch. Jetzt sind wir wieder bei diesen Kleinigkeiten. Das ist dasselbe mit dem Lateinlehrer. Es gibt einen Schüler, der gegen Keating-Stil rebelliert. Immer wieder in so kleinen Szenen. Ich glaube, der kriegt nicht mal einen Namen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und zwar ist das der Schüler, der einmal, als sie das Gedicht vortragen sollen, dieses The Cat was on a ... Ja, stimmt.
Johannes Franke: ... Map. Ich weiß nicht mehr, was das heißt.
Florian Bayer: Vorträgt einfach nur, um sozusagen, das ist doch scheiße, was du hier machst. Und dann Keating reagiert eigentlich relativ cool und sagt, naja, Selbst auf dieser komischen XY-Geschichte hättest du eine Negativpunktzahl gekriegt. Auf dieser Pritchett-Skala.
Johannes Franke: Und nochmal sagt, don't let your poems be ordinary.
Florian Bayer: Genau, genau.
Johannes Franke: Ja, auch ein guter Satz.
Florian Bayer: Und er hat noch eine zweite Szene, wo sie Fußball spielen, da müssen sie, sollen sie aufs Tor schießen und dabei große Sachen heraussagen und da sagt er auch nur so, keine Lust.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dieser Schüler tritt auch auf den Tisch und guckt Keating dann auch nochmal bewusst an und es wird einmal kurz ins Bild genommen, dass er auch auf den Tisch tritt, das finde ich auch eine schöne Szene. Er hat auch den Rebellen überzeugt, der so rebellig war, dass er sogar gegen Keating rebelliert hat. Den hat er auch überzeugt, auch wenn diese Person sonst überhaupt keine Rolle spielt, aber schön, dass er auch diesen Moment kriegt. Ja, krasse Szene.
Johannes Franke: Krasse Szene, also ... Wirklich unglaublich. Und ganz viele Filme danach, die versucht haben, dieses heroische Ende hinzukriegen. Das ist einmalig in diesem Film.
Florian Bayer: Ich kriege immer noch eine Gänsehaut, auch wenn ich den Film als manipulativ ansehe. In dem Moment hat er mich gewonnen. Und dann auch die Musik, die einsetzt. Es ist einfach groß. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen, glaube ich.
Johannes Franke: Ja, jetzt hast du den Selbstmord ein bisschen übersprungen.
Florian Bayer: Oh stimmt, du wolltest über das Theater reden, weil das für dich auch so was Wichtiges ist. Also Dezentrales, ne?
Johannes Franke: Ja, wirklich, was unglaublich wichtig ist und zentral ist für mich, ist eben diese Liebe zum Theater und dieser Versuch von von Neil irgendwie seinem Vater gegenüber zu bestehen. Aber er hat dann einfach... an der Übermacht scheitert und es auch nicht schafft zu sagen, jetzt möchte ich aber doch nochmal meine Haltung dazu erzählen oder meine emotionale Beteiligung am Theater erklären oder sowas. Das kriegt er einfach dann nicht hin. Und ich Ich finde eben nicht, wie du sagst, dass einem dann diese Rache-Fantasie irgendwie noch unterkommt. Sondern für mich ist es wirklich einfach nur tragisch. Und ich finde es wahnsinnig gut erzählt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also auch hergeleitet und die Bilder sind wahnsinnig gut. Du weißt sofort, was los ist und du kriegst diese Vorbereitung. mit und es ist nie billig gezeigt. Es ist immer gut gemacht. Jedes Bild ist gut ausgesucht und es ist nicht Obwohl es relativ lang ist, dann erzählt es, finde ich alles... Vom Timing her richtig gut erzählt und zieht mich immer nur weiter rein.
Florian Bayer: Ja, es ist wirklich auch eine tragische Geschichte, die erzählt wird, weil dieser Neil Perry wirklich Und man merkt, er versucht, was zu bewegen. Und er will was bewegen. Und er wird ständig ausgebremst. Und alle seine Versuche, und er versucht es ja wirklich... Schlangen ins Leere. Und ja, es gibt diesen Moment, wo er seinen Vater dahinter geht, indem er den Brief schreibt, der ihm erlaubt, Theater zu spielen. Aber er versucht ihn auch zu konfrontieren. Er sagt, ich muss doch darüber reden können, was ich fühle. Ich muss dir doch sagen können, was ich fühle. Und der Vater... schmettert ihn da so nieder, weil er irgendwie, er fragt sogar, was fühlst du, aber er macht das auf eine solch einschüchternde Art und Weise, dass klar ist, in diesem Moment, kannst du nicht sagen.
Johannes Franke: Und ich finde, er spielt das den ganzen Film über so gut, diese Not und dieses ich will unbedingt und diese Freude, als er es bekommen hat und diesen Brief dann schreibt. Der hätte das auch ganz anders spielen können, aber er hat immer Lust daran gespürt, so viel Energie und ich will in jeder Sekunde, dass er das schafft. Und deswegen ist der Tod so tragisch. Das ist wirklich hart.
Florian Bayer: Ja, definitiv.
Johannes Franke: Und ich erinnere mich halt dann einfach nur an mich als Jugendlicher, der wirklich devastated war von diesem Ende.
Florian Bayer: Das ist auch... Ja, auch diese Szenen dann, wenn Todd wach wird und seine Freunde ihm sagen, dass Neil sich umgebracht hat, dann geht er ja noch raus in den Schnee und übergibt sich. Es ist einfach so ein Moment, wo wirklich die Tragik voll reinhaut, wo der Film einfach ... mal so das komplette melodramatische Programm abzieht. Aber total überzeugend. Da will ich überhaupt nicht kleinreden. Das ist wirklich ... Unfassbar bewegend, auch im Theater, wenn er im Theater anfängt zu spielen und dann sieht er seinen Vater und dann verstummt er kurz für einen Moment. Er muss sich jetzt sammeln, aber er schafft es dann trotzdem und er spielt wirklich gut.
Johannes Franke: Und er spielt richtig gut.
Florian Bayer: Ja, er spielt ganz gut. Ganz fantastisch.
Johannes Franke: Und die Leute rasten auch aus am Ende, aber der Vater lässt sich davon nicht überzeugen. Also es ist noch der Moment, wo ich noch... als Zuschauer denken könnte, okay, jetzt sieht der Vater, der Sohn hat Erfolg auf der Bühne und der ist wirklich gut und so, da könnte man dem das ja erlauben. Aber nein, nein, keine Chance. Und das ist jetzt der Rückgriff zu dem Satz von dem Lateinlehrer. Es geht nämlich nicht darum, festzustellen, dass man kein Shakespeare ist, sondern festzustellen, dass ich kein Shakespeare sein darf.
Florian Bayer: Ja, das ist hart, ja. Du darfst es nicht mal versuchen. Ich sehe die Enttäuschung schon kommen, deswegen probiere es gar nicht erst. Und ich als dein Vater schütze dich davor. Mit maximalem Einsatz, indem ich dir die Flügel abschneide, bevor du versuchst zu fliegen.
Johannes Franke: Ich werd grad voll emotional.
Florian Bayer: Ja, Robert John Lennart, toller Schauspieler. Und sein Gegenspieler, also Kurtwood Smith, der den Mr. Perry spielt. Auch ein ganz großartiger Darsteller. Einer der Schauspieler in dem Film, die bekannter waren schon damals, als er das gespielt hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es gibt von Kurtwood Smith eine Aussage, ein Interview, wo er sagt, er war auf der Premiere von dem Film. Und er seine Familie mit einem Vater, der seinen Sohn... vom Gefühl her auch so eng hatte wie Mr. Perry Neal. Okay. sehr dominiert hat und ganz klar die Vaterfigur war und der Herrscher des Hauses. Und so weiter. Und Smith hat dann gemeint, und dann hat er gesehen, als die Familie nach dem Film aus dem Kino gegangen ist, dass der Vater geweint hat und dass sie das bewegt hat.
Johannes Franke: Es kann sein, dass der Film dann was verändert hat. Also mich hat er auf jeden Fall immer erwischt.
Florian Bayer: Ich glaube, der Film hat das Potenzial und ... Manipulativ ist so ein böses Wort, aber der Film propagiert gewisse Ideale, aber er hat tatsächlich das Potenzial, mit diesen Idealen auch viel Gutes zu tun. Ich glaube, der Film hat auch viel Gutes getan für viele, viele, viele Jugendliche, die irgendwie auf einer Sinnsuche waren, die irgendwie auf einer Suche nach ... was waren, was sie begeistert, die nicht wussten, wo es hingehen soll im Leben. Ich glaube, der Film hat wirklich viel Gutes getan und ich bin definitiv einer davon, dem der Film Gutes getan hat. Und das werde ich ihm auch immer zugute halten. Dafür wird ja immer einen Platz in meinem Herzen haben.
Johannes Franke: Und das muss man erstmal schaffen. Eine breite Masse mit Literatur. Davon zu überzeugen, dass eine ganze Klasse Literatur begeistert wird, nur weil ein Lehrer einmal Shakespeare lustig vorliest. Er hat es mal überspitzt formuliert. Spielt Ende der 50er, insofern ist es auch noch eine andere Zeit. Heute ist es vielleicht noch schwerer, mit Literatur zu begeistern. Aber ich war hin und weg.
Florian Bayer: Was der Film auch geschafft hat, war, dass er tatsächlich Peter Weir auch in Amerika ins Auge der Öffentlichkeit gerückt hat, etwas stärker. Der ist eigentlich ein australischer Regisseur. Und sein größter Film davor war ... Picnic at Hanging Rock, Picnic am Valentinstag, so ein Mystery-Drama.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Über das wir uns auch, glaube ich, schon mal unterhalten haben. Ich glaube, das haben wir sogar zusammen geschaut. Vielleicht hast du keine Erinnerung mehr dran. wo eine Mädchenklasse einen Ausflug macht und Dann verschwinden Mädchen und es fehlt die ganze Zeit so ein Mysterium über den ganzen Film. Ich glaube, wir haben den zusammen geguckt.
Johannes Franke: Das klingt nach Hause gerade.
Florian Bayer: Es kann auch sein, dass ich den zusammen mit Maja geguckt habe. Oh, dann... Kann ich mir gut vorstellen, dass du auch dabei warst.
Johannes Franke: Das stimmt vielleicht ja. Aber wenn du mit Maya geguckt hast, dann müsstest du doch einen gnadenlosen Verriss im Ohr haben.
Florian Bayer: Nee, ich glaube Maya fand den auch gut. Echt?
Johannes Franke: Meier fand das gut, was du vorgeschlagen hast.
Florian Bayer: Nein. Nein, nein, nein. Ich habe diesen Film nicht vorgeschlagen. Ich habe den damals zum ersten Mal gesehen. Oh. Und ich glaube, Maya hat ihn vorgeschlagen. Aber es kann auch sein, dass Maja ihn vorgeschlagen hat und dann habe ich ihn allein geguckt oder dass Maja davon erzählt hat und dann habe ich ihn allein geguckt. Das kriege ich nicht mehr so ganz zusammen.
Johannes Franke: über Maja beim Podcast geredet. Ich glaube, wir müssen Maja einfach mal einladen.
Florian Bayer: Müssen wir auf jeden Fall. Also wenn ihr glaubt, dass Johannes und ich einen unterschiedlichen Filmgeschmack haben.
Johannes Franke: Dann müssen wir Maya hören.
Florian Bayer: Es gibt eine krassere Antipode. Definitiv.
Johannes Franke: Und Maja lässt kein gutes Haar und die hat sehr viel Spaß daran, kein gutes Haar zu lassen. Okay.
Florian Bayer: Und der Film hat es geschafft, dass Robin Williams auch endlich mal mehr für dramatische Rollen besetzt wurde. Der große Comedian, der davor mit ... Good Morning Vietnam zum ersten Mal eine tragischere Rolle gespielt hat, aber da trotzdem sein Comedy-Talent im Zentrum stand. Mhm. Und das war eigentlich zusammen mit Club der Toten Dichte der Beginn von einer ganzen Reihe von Filmen mal mehr, mal weniger gut in den Robin Williams-Filmen. zwischen Tragedy und Comedy spielen durfte. Und egal, wie schwach der Film war, es gab auch schwächere Filme davon, er hat das immer überzeugend gemacht. Das sind einige tolle Filme mit ihm entstanden. Das ist wirklich gut, dass jemand, der Mitte seiner Karriere, man denkt eigentlich, Der hat seine Nische gefunden. Der ist ein Entertainer und jemand, der derbe Witze macht.
Johannes Franke: Aber nein, der kann da plötzlich nochmal ganz anderes auf der 180-Grad-Wendung da nochmal richtig gut. Also wirklich beeindruckend. Und ich glaube, das ist auch der Moment, wo mir Robin Williams tatsächlich erst so richtig in seiner ganzen in seinem ganzen Talent klar wurde. Also vorher habe ich ihn halt irgendwie nicht so...
Florian Bayer: Man sieht das auch überhaupt nicht. Wenn man seine Filme davor sieht, und ich kenne fast keine von seinen Filmen davor, dann sieht man wirklich einen Clown. Und das war er, ja. Es waren ja auch nicht nur die Filme, sondern er war ja auch, er war einfach mal Stand-up-Kommett.
Johannes Franke: getourt in Amerika. Das war sein größtes Betätigungsfeld überhaupt erst mal. Ja. Aber wenn man sich die ganzen Interviews anschaut, er ist einfach auch wahnsinnig, wahnsinnig schnell, wahnsinnig witzig, wahnsinnig, also wahnsinnig, wahnsinnig.
Florian Bayer: Ich liebe es immer, ihn in so einem Live-Kontext zu sehen, weil dieser Mann so unglaublich gut improvisieren kann und so toll genau, wie du sagst,
Johannes Franke: Und immer alle Leute an die Wand spielt. Weißt du, wenn wir so ein Interview und dann sitzen alle mit Mund offen daneben und denken sich... What the fuck, was passiert hier gerade? Welcher Hurricane geht gerade über uns hinab? Das ist schon krass.
Florian Bayer: Aber Filme wie Good Will Hunting oder König der Fichter oder Zeit des Erwachens wären wahrscheinlich ohne diesen Film nicht möglich gewesen. Robin Williams wirklich in dramatischen Rollen einfach nur geglänzt hat.
Johannes Franke: Schön. Okay. Flo, sind wir durch mit diesem Film?
Florian Bayer: Ich glaube, wir sind durch.
Johannes Franke: Schön. Ich bin sehr froh, ihn wieder gesehen zu haben und mich zu erinnern an diese Sache. Vielen, vielen Dank für diesen Vorschlag, Flo.
Florian Bayer: Vielen Dank, dass tatsächlich kam es ja von dir so ein bisschen, du hast gemeint, hey, den könnten wir doch nochmal gucken, als wir das letzte Mal die Liste gemacht haben. Danke, dass du das vorgeschlagen hast, dass du mir vorgeschlagen hast, das vorzuschlagen. Ich bin auch sehr froh, drüber Dinge sehen zu haben wieder.
Johannes Franke: Ja, schön. Cool. Ja, dann machen wir jetzt eine Pause und dann geht's ab in ...
Florian Bayer: In die 30er.
Johannes Franke: die 30er in die ganz andere Richtung. Stan and Ollie. Bis gleich. So, jetzt haben wir es wieder ploppt.
Florian Bayer: Es läuft wieder. Wir sind zurück mit der Auflösung einer Urban Legend, weil wir haben gerade neuen Tee aufgekocht und Johannes hat ja fast vergessen, den Teebeutel reinzumachen. Da meinte ich, Moment, gab es nicht sogar so eine Urban Legend? Die Geschichte des Tees, dass zufällig irgendwie was reingefallen ist bei den Briten?
Johannes Franke: Und dass die vorher nur heißes Wasser getrunken haben? Ich weiß ja nicht.
Florian Bayer: Turns out. It's the Urban Legend.
Johannes Franke: Das kommt von Asterix und Obelix.
Florian Bayer: Ja, ich weiß. Aber es gibt tatsächlich die Legende aus China von einem Herrscher, den ich jetzt nicht, ich hab's gerade geschlossen. der vor 4000 Jahren im Garten Wasser gekocht hat. Dann ist ein Blatt reingefallen, dann hat sich das Wasser gefärbt und hat gesagt, aha, das geht genauso, wenn ich glaubwürdig bin.
Johannes Franke: Okay, in diesem Sinne aber Prost. Prost. Wir trinken immer schwarzen Tee, Bünding-Tee, Grünpack. Wie viel Werbung darf ich machen? Es gibt auch noch von Ikea den schwarzen Tee, der ist auch ganz toll.
Florian Bayer: Hier könnte Ihre Tierwerbung stehen.
Johannes Franke: Okay, willkommen im zweiten Teil, wo es um Physical Comedy geht in einem Podcast. Ja, genau. Wir hören uns in zwei Stunden wieder. Zwischendurch machen wir hier Ratschlag und Kopfstand.
Florian Bayer: Physical Comedy verliert wahrscheinlich auch ziemlich viel von ihrem Humor, wenn sie erklärt und erzählt wird.
Johannes Franke: Plot zündet gerade seinen Furz an. Das war der Roadrunner gerade noch. Wir müssen eigentlich nichts machen, außer hier einfach gegen Sachen zu klopfen, die hier rumhängen. Na ja, gut. Bevor wir das ausweiten, kannst du die Melodie von Dick und Doof?
Florian Bayer: Die habe ich bestimmt schon tausendmal gehört, aber ich wüsste sie jetzt tatsächlich nicht so gut ordnen.
Johannes Franke: Das ist das Wiedererkennungsmerkmal von Dick und Doof gewesen. wenn wir jetzt schon auf dick und doof einsteigen.
Florian Bayer: Nennen wir sie jetzt eigentlich Stan und Ollie, Laurel und Hardy, dick und doof.
Johannes Franke: Ich finde, alle drei sollten in diesem Podcast gewürdigt werden. Der einzig wahre Bezeichnung ist natürlich Laurel and Hardy.
Florian Bayer: Für mich waren sie immer dick und doof. Ich habe das auch wirklich nur als Kind geguckt. Ich habe ja schon gesagt, ich habe nie einen Feature-Length-Film von denen gesehen. Immer nur die Shorts halt.
Johannes Franke: Gut, dass du das mal jetzt gemacht hast.
Florian Bayer: Oder Ausschnitte, keine Ahnung.
Johannes Franke: Ausschnitte ist auch sehr wahrscheinlich, aber darüber reden wir gleich.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Okay, ich würde mal eine kleine Einführung geben. Oh, hier klingelt gleich der T. Einen Moment, bevor wir die Einführung machen... muss ich noch den Tee einmal vom Beutel befreien.
Florian Bayer: Wenn ihr das jetzt sehen könnt, wie Johannes das gerade macht. Aber ich kann das nicht erklären, weil Physical Comedy einfach nicht funktioniert. Okay.
Johannes Franke: Wie, und dafür kriege ich jetzt keinen Applaus, oder was? Danke, danke, danke, danke. Gut, leg mal los. Dann lege ich mal los. A jump at Oxford. Der in Deutschland unter dem Titel Dick und Doof als Studenten erschienene Film aus dem Jahre 1940 unter der Regie von Alfred... J. Golding hat mehrere Fassungen durchlaufen. Eigentlich war er ursprünglich als 40-minütige Featured geplant und ist als solcher auch in amerikanischen Kinos gelaufen. Für den europäischen Markt kam zu der Zeit allerdings schon nur noch ein Langfilm in Frage. sodass sie dem Film eine recht unmotivierte 20-minütige Sequenz hinzufügten. Eine gekürzte Fassung von 20 Minuten erschien unter dem Titel Alter Ego später im Fernsehen. Scheinbar ließ sich ohne große Verluste im Verständnis der Geschichte einiges wegstreichen. Allerdings muss man sagen, es ist kaum zu merken. Nicht etwa, weil die Story so gut ergänzt wäre, sondern weil der ganze Film eigentlich aus einer Art Nummernprogramm bestand. wie sehr viele der Laura und Hardy Filme dieser Zeit. Der Hauptplot ist recht simpel erzählt. Laurel und Hardy gehen an eine Uni und werden nicht gut aufgenommen. Der Rest ist Slapstick-Nummern der alten Schule für kurzweil, ohne dem Publikum zu große Denkleistungen abzuverlangen. Oder musstest du viel grübeln, Plur? Nein.
Florian Bayer: Ich bin kaum mitgekommen. Du hast das Stichwort schon gesagt. Nur mal eine Revue. Ich hab tatsächlich gedacht, das ist der erste Feature-Link-Film von Laurel und Hardy, den ich gesehen habe. Aber wenn die so aussehen, dann ist es vollkommen egal. Dann hab ich auch genug von Laurel und Hardy gesehen, was ich selbst zu einem Feature-Link-Film zusammenstückeln könnte.
Johannes Franke: Man muss schon sagen, dass der besonders zusammengestückelt ist, dieser Film. Es gibt schon auch noch andere... Way Out West, finde ich, ist noch ein bisschen stärker von dem Thema an sich bestimmt, nämlich, dass es wirklich im Wilden Westen spielt oder so. Und dann gibt es eben eine bestimmte, schon eine Storyline, die sich durch den ganzen Film durchzieht. Während sich in diesem Film eigentlich keine Storyline den ganzen Film durchzieht, sondern ganz am Ende hast du dann halt irgendwie diese... Geschichte mit der Uni, aber eigentlich... Naja.
Florian Bayer: Und es gibt ja tatsächlich etwas, was so Chancen für einen Mainplot hätte.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das... Genau, die letzten fünf Minuten des Films ein.
Johannes Franke: Und eigentlich den tollsten Plot überhaupt. Einheitlich für den Film hätte ich es total großartig gefunden, wenn sie die ganzen Filme darauf aufgebaut hätten.
Florian Bayer: Da hätte man locker 30 Minuten draus machen können. Aber sie haben wirklich, also es geht um den... Um den Sinneswandel von Stan, der einen Schlag auf den Kopf kriegt und dann fortan Professor Paddington ist. Ein distinguierter, höchstgebildeter Uniprofessor. Und Olli arbeitet auch für den dann. Aber dieses Ding dauert tatsächlich genau fünf Minuten und dann kriegt der Lieder was auf den Kopf.
Johannes Franke: Und ist wirklich am Ende des Films. Also die ganze Vorgeschichte, die es eigentlich überhaupt nicht braucht, das aber finde ich, Genau in dem Rahmen, für den ich Laurel und Hardy so liebe.
Florian Bayer: Das war auch Also ich bin kein Experte von Lauren Hardy, aber das war für mich so klassisch dick und doof, wie ich es auch in Erinnerung habe. Und auch die Rollen so ganz klar markant dargestellt. Ja. So wie man sie halt einfach kennt. Ja.
Johannes Franke: Was würdest du sagen, wofür stehen die beiden Figuren? Also nicht nur dick und doof, sondern schon ein bisschen... Differenzierter, gibt es das? Geht das? Kann man das Differenzierte sagen oder ist es nur platt das?
Florian Bayer: Willst du jetzt eine freudianische Deutung?
Johannes Franke: Nein, aber ich meine, es gibt doch so... Sachen, für die, die berühmt wurden.
Florian Bayer: Also ich habe, ich glaube, es war sogar unter dem Film auf YouTube. Das Zitat. Und das finde ich total toll. Und das ist doof, dass ich das jetzt als YouTube-Zitat zitieren muss, weil ich das als YouTube-Common-Zitat ... Weil ich das davor eigentlich schon gedacht habe. Stan und Olli sind eigentlich charakterisiert als zwei dumme Menschen, wovon der eine weiß, dass er dumm ist und der andere es nicht weiß.
Johannes Franke: Das ist schön. Beziehungsweise eigentlich muss man fast sagen, ist Stan, der immer als der Dumme dargestellt wird, wenigstens bauernschlau. Ja, weißt du, der bringt eine Schleuer mit, die manchmal echt... gut ist. Also er hat manchmal richtig gute Pläne, die aber dann irgendwie, weil Olli sich so als der Kopf der ganzen Sache sieht, einfach alles boykottiert und seinen eigenen Stiefel durchdrücken möchte.
Florian Bayer: Ja, was für eine Beziehung haben dieses Dan und Oli. Sie sind halt tatsächlich, irgendwie hängen sie aneinander. Und Stan macht daraus auch keinen Hehl, aber Olli ist ständig genervt von Stan. Ja. Und Olli hat auch das Gefühl, dass Stan ihm ständig irgendwie das Leben schwer macht durch seine Tollpatschigkeit, die Olli auch hat. Aber Stan dann doch nochmal ein gutes Stück mehr. Sie sind nicht besonders schlau und sie versuchen halt irgendwie durchzukommen.
Johannes Franke: Ja. Und sie versuchen es zu reflektieren, dass sie nicht besonders schlau sind, vor allem in diesem Film. Ja. Indem sie dann irgendwann, während sie Müll von der Straße sammeln als Job, da sitzen und sagen irgendwie, hm, Warum kommen wir nie nach oben? Warum kommen wir nie weiter im Leben? Woran liegt das? Und damit reflektieren sie im Grunde auch die ganzen Filme, die sie vorher gedreht haben, die so immer nach dem gleichen Schema laufen. Wie Serien auch oft so sind, du bist am Ende des Films, am Anfang des Films.
Florian Bayer: Und das wird knallhart durchgezogen. Aber in diesem Film ist es ja tatsächlich so, dass das Ende des Films Sind sie glücklich darüber, dass sie am Anfang sind? Ja, meine Erinnerung an alte Stan- und Olli-Nummern ist eigentlich immer, dass es damit endet, dass Olli Olli stinksauer ist und Stan hinterherläuft oder Stan halb verprügelt und dann geht's ins Black. Aber diesmal umarmt er ihn.
Johannes Franke: Und das ist wirklich, wirklich selten gewesen. Das ist wirklich so mein Ende. Und die haben viele, die haben über 100 Filme zusammen gemacht. 107 Filme.
Florian Bayer: Feature-Length oder alles?
Johannes Franke: Alles zusammen. Also so Kurzfilme, ich glaube 40 Kurzfilme. Oh Gott, ich habe das gar nicht irgendwo. Moment. Das schneiden wir raus. Nein, ich kann es dir nicht sagen. Ausgerechnet das habe ich mir nicht rausgeschrieben.
Florian Bayer: Ich kann mal kurz gucken, ob ich es schnell finde.
Johannes Franke: Aber ich muss das sagen.
Florian Bayer: Ja, du darfst es sagen. Ich sag's dir und du darfst es sagen. Keine Sorge. Das ist definitiv dein Job, weil du hast ja schon angesetzt.
Johannes Franke: Jetzt will ich das drin lassen, dass wir das...
Florian Bayer: 34 Silent Shorts, 45 Sound Shorts und 27 Full Length. 34 Silent Shorts. Sprich mir nach.
Johannes Franke: Also es waren wirklich 40 oder ungefähr 40 Silent Shorts, 34 mit Gesprächen. gesprochene Manoa, Floa.
Florian Bayer: 34 Sturmfilme, 45 Soundfilme und 27 Full Length. 34, 45, 27. Moment, ich halte dir die Augen zu und dreh dich. Schau dir das Bild von Laurel und Heidi an. An welche Zahl denkst du?
Johannes Franke: Also es gab 34 dieser Stummfilme, wo sie noch keine Stimme hatten. Und es war eigentlich relativ... Smooth für die dann in den Tonfilm einzugehen, was für viele Stummfilmstars damals überhaupt nicht möglich war. Die hatten dann halt eine piepsige Stimme oder so. Wie das halt bei Singing in the Rain angespielt wird. Und dann haben sie 45 dieser Talkies gemacht. Und dann gab es eben die Langfilme und das sind 27 Stück und das ist schon echt viel. Das ist schon krass.
Florian Bayer: Und sie haben, das habe ich gelesen, einen Großteil ihrer Karriere, ihrer Filmchenkarriere bei diesem... bei dieser Produktion von Hail Roach gemacht. Und mit dem hat sich Stan Laurel ziemlich verstritten. Was irgendwie offensichtlich eine ziemlich krasse Geschichte war, weil Stan Laurel war ja der, der die Filme geschrieben hat und der Regie gemacht hat.
Johannes Franke: Beziehungsweise der Kopf der Bande. Was sehr schön ist, weil im Film sind sie halt andersrum.
Florian Bayer: Und Hal Roach, der Produzent, wollte dann immer mehr Einfluss auf die Filme haben, was Stan Rowell überhaupt nicht gefallen hat. Und Stan Rowell hat dann auch kurzfristig aufgehört, da zu arbeiten. Hal Roach hat offensichtlich versucht, Oli einen anderen ...
Johannes Franke: Ja, ja, ja. An die Seite zu stellen, was gar nicht funktioniert hat. Obwohl er es versucht hat. Also Stan zum Beispiel hätte es nicht versucht. Olli hat sich da so ein bisschen breitschlagen lassen auf den Versuch. Aber Stan war da immer strikt dagegen.
Florian Bayer: Aber Olli war auch einfach nur Schauspieler, ne? Der war eigentlich der, der das umgesetzt hat, was ihm gesagt wurde.
Johannes Franke: Muss man schon sagen, ja. Und der hat auch... sich dann nicht so geschert drumrum, was es nun genau ist, weil er eher der Hedonist von den beiden war. Der hat dann einfach gelebt gerne und war so Frauenheld.
Florian Bayer: Ah ja. Ja, ja. Aber er wurde Babe genannt, weil er keinen Altgetrunkener hat von seinen Highschool-Freunden.
Johannes Franke: Ja, weil seine Frau hat dafür aber sehr viel getrunken und das war ein bisschen problematisch. Naja, und Stan hat übrigens siebenmal geheiratet.
Florian Bayer: Wow.
Johannes Franke: Ja, aber nur... Vier Frauen, glaube ich. Siebenmal. Seine erste Frau hatte einmal geheiratet, seine zweite Frau zweimal. seine dritte Frau dreimal und seine vierte Frau einmal.
Florian Bayer: Moment, er hat in einer Fibonacci-Reihenfolge gearbeitet.
Johannes Franke: Das war Absicht bestimmt.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Krass.
Johannes Franke: Wo waren wir eigentlich? Oh mein Gott.
Florian Bayer: Ja, wir waren bei den beiden, wie sie nicht clevere Künstler sind, die sich ... toll vom Stummfilm zum Tonfilm und vom Kurzfilm zum Feature-Length-Film gearbeitet haben.
Johannes Franke: Was auch krass ist, aber diese Feature-Length-Filme, wie man das eben merkt, ne ... die sind halt zusammengestückelt aus Revuenummern im Grunde. Und das finde ich so wahnsinnig spannend daran und deswegen habe ich das auch als Kind so wahnsinnig geliebt, weil du im Grunde Du kannst aus jedem Film so fünf Minuten machen. Ja, definitiv. Das ist schon krass.
Florian Bayer: Auch diese einzelnen Nummern funktionieren komplett losgelöst von der Story. Egal, ob die beiden einen Bankräuber fangen, weil sie eine Bananenschal auswerfen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: ob sie sich im Labyrinth verirren und dann verarscht werden und mit einem Gespenst irgendwelche Slapstick-Nummern machen oder ob sie bei einer Tinder-Party nackt auftreten, weil es heißt ... ohne Dressing. Es sind einfach Shorts, die aneinander gestückelt sind. Und es wirkt auch tatsächlich so. Dieser Film ist ein Flickenteppich an kleinen Slapstick Shorts.
Johannes Franke: Und das ist aber auch spannend dann zu sehen, weil das hier die Tradition der Woodville-Nummern von damals ist. Weswegen der Übergang ja so spannend ist zum Film, dass du erstmal verstehst, ich nehme hier nicht nur einfach... Slapstick-Nummern von der Bühne auf. Das, was Chaplin viel gemacht hat, was die ganze Tradition von damals Keystone und die Produktionsfirmen einfach propagiert haben und immer rausgehauen haben, einfach diese ganzen Slapstick-Nummern von der Bühne. Und dann auch noch, Lauren und Hardy haben das ganz viel gemacht, alte Nummern aus alten Filmen nochmal verwertet in einem neuen Film. Also es ist im Grunde ein Haufen Remakes von Ideen, die nochmal und da nochmal genutzt werden und dort nochmal genutzt werden. Das hat auch dazu beigetragen, dass es einen Wiedererkennungswert gibt. gibt. Das traut sich heute keiner mehr, weil alle immer denken, ich kann Plagiat und so und dann werde ich verklagt oder sowas. Aber das war Tradition damals. Ja.
Florian Bayer: Was mir tatsächlich aufgefallen ist, und ich weiß nicht, ob das tatsächlich sich so zieht durch die Filme von ... Stan Loren, Oliver Hardy, dass sie, sie haben nicht diese Epicness von Buster Keaton oder Charlie Chaplin, weil, also, So diese Dinger, dass Charlie Chaplin in einer riesigen Fabrik durch die Zahnräder gezogen wird. wo das Bastaketen an der Uhr hängt. Das haben wir hier nicht. Hier haben wir ja wirklich sehr reduziertes Slapstick. Es wird nicht eine große Kulisse eingesetzt, sondern es sind wirklich die beiden und sie... Kloppen sich halt oder rutschen aus und fallen hin. Aber es ist nicht diese Epicness, würde ich sagen. die anderen Slapstick-Künstler haben, die ich kenne.
Johannes Franke: Es gibt ein ganz tolles Zitat von damals, von jemandem, der es gesehen hat, Graham Greene. Ich weiß nicht, es steht nur Spectator dabei. Ich weiß nicht, ob er einfach wirklich nur da war und gesehen hat und dann irgendeiner Zeitung gesagt hat, das ist meine folgende Meinung. Und zwar sagt er, Laurel und Hardy sind wieder da. Das ist eine erfreulichere Nachricht als jede frohe Botschaft, welche Zeitungen sonst verkünden. Herr Trump At Oxford gehört zu ihren besten Filmen, die nach Urteil mancher Lestermäuler erfreulicher sind als die von Chaplin. Ihre Klaunerien sind pure. Sie geben nicht vor, eine unverbesserliche Welt verbessern zu wollen. Und sie hatten nie den Ehrgeiz, auch noch den Hamlet zu spielen. Ja, also es stimmt. Absolut. Und das finde ich auch toll, dass man sagt, okay... Chaplin in allen Ehren und ich liebe ihn sehr dafür, für diesen höheren Anspruch. Aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist, wie Laura und Hardy das waren, zu sagen, wir machen eine ganz bestimmte Form von Unterhaltung und die ziehen wir durch und die... Da geben wir das beste Rennen, was wir können. Das ist total schön, ehrliche Unterhaltung.
Florian Bayer: Es fehlt genau, es fehlt auch dieses melancholische Moment. Dieses tiefenpsychologische Moment, auch wenn Stan, der ja doch öfter mal sensibel ist, weint oder so. Das ist was komplett anderes als Charlie Chaplin in seinen sensiblen Momenten. Diese Melancholie des traurigen Clowns, die gibt es da überhaupt nicht. Es ist von Anfang bis Ende purer Spaß.
Johannes Franke: Genau, ja.
Florian Bayer: Es gibt keinen psychologischen Subtext. Es gibt keine ... tief eine Interpretation, sondern es sind diese Nummern. Und es ist Physical Comedy und zwar auch Barebone, wirklich so mit ... Slapstick-Stöcken gegen Köpfe hauen.
Johannes Franke: Und du darfst halt auch nicht danach fragen, welchen tieferen Sinn eine Einbettung von irgendeiner Nummer in diesem Film hat. Also du weißt, okay, die haben sich gedacht, jetzt sind wir schon hier in diesem Labyrinth, da können wir noch eine... Nur mal durch eine Hecke durch, mit einem Arm noch einen dritten machen. Was ein Klassiker ist. Weißt du? Und dann sind das halt so klassische Nummern, über die du dich einfach freust. Das finde ich schön. Man muss aber dazu sagen... Dass ich über Laurel und Hardy nicht so weine wie bei Chaplin, aber auch tatsächlich am Ende nicht so sehr lache wie über Chaplin. Es ist schon so. Diese Extreme in beide Richtungen habe ich nicht. Ja. Oder wie geht es dir da?
Florian Bayer: Ja, ich bin nicht der größte Slapstick-Fan.
Johannes Franke: Sowieso nicht Slapstick-Fan.
Florian Bayer: Ja, und es gibt... Es gab definitiv Momente in diesem Film, wo ich schmunzeln musste. Aber ein lautes Lachen ist es nicht. Und wenn ich zurückdenke an ... Chaplin-Sachen, die ich gesehen habe, die bringen mich auch eher zum Lachen. Und emotional ist es eine ganz andere Liga, emotional. Ich fand es tatsächlich, beim Gucken hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ach, schön putzig.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und ja, nett und ja, sweet. Und gleichzeitig dachte ich immer, es ist so, ich guck das so ... aus so einer filmhistorischen Perspektive. Und da komme ich nicht raus. Und ich kann verstehen, dass damals drüber gelacht wurde. Aber ich kann mit diesem Film nicht den Spaß haben ... den die Leute damals hatten oder den heute vielleicht jemand anderes hat. Und so geht es mir nicht mit allen Filmen, mit allen Komödien aus. Aus der Zeit, es gibt durchaus Komödien aus der Zeit, die mich wirklich begeistern und wirklich zum Lachen bringen.
Johannes Franke: Aber das sind eher so die psychologischen Sachen, wo die Komponente eben dann mit reinkommt. Wo ich dann das Gefühl habe, dass dieser Film das ganz kurz anreißt, dass das könnte, mit eben... Dem Stan Laurel, der dann irgendwie einmal auf den Kopf bekommt und dann wieder... richtig schlau ist und dann einen Akzent aufsetzt, den er nur, also er hat nie in seinem Film vorher und nachher nicht... Anders gesprochen als der typische Stan Loren. Und in diesem Film hat er sich diesen Akzent beigebracht. Das ist toll.
Florian Bayer: Wenn dieser Film etwas kann, dann zeigen, wow, Stan Laurel ist ein guter Schauspieler.
Johannes Franke: Ja, das ist unglaublich.
Florian Bayer: Mach mal was anderes. Also es ist tatsächlich... Denke ich, ich hätte es total spannend gefunden. Gibt es das? Du bist eher der Experte. Gibt es eine ernste Rolle von Stan Rowell? Nicht, dass ich wüsste. der hat auch konsequent mit Hardy zusammen das Ding durchgezogen. Und dann haben die auch beide aufgehört. Ja, also haben getourt und
Johannes Franke: Genau, die haben halt Theater gespielt, ganz viel, diese Sketche, also wirklich als auch Laurel und Hardy. eben diese Filme gemacht und die haben zusammen eben diese 107 Filme gemacht und vorher hat... Stan aber auch schon 50 Filme gemacht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also 50 ist so eine krasse Nummer, aber das sind alles so Kurzfilme, die so 10 Minuten sind. Und Oliver Hardy hat vorher 250 Filme schon gemacht.
Florian Bayer: Hardy war der Dicke. Der wurde tatsächlich als der Dicke besetzt. Das finde ich total krass. Wenn sie irgendwie jemanden gebraucht haben, der böse ist ... Ja. der sollte dick aussehen und streng sein, dann haben sie den besetzt und haben den halt neben irgendwelche lustigen Leute gestellt. Und sieben Jahre bevor sie als Paar wirklich zusammengearbeitet haben, sind sie auch zusammen in einem Film aufgetreten, wo sie genau... wo Hardy eine Nebenrolle hatte und Stan der lustige Protagonist war und Hardy einmal der Böse sein durfte in einer Szene, der dann kurz kommt und den fiesen Dicken mimt.
Johannes Franke: Und da haben die aber noch nicht so zueinander gefunden. Die kannten sich dann irgendwie so, aber ja gut. Und dann haben sie dann irgendwann dieses Duo zusammengecastet. Das war ja im Grunde nicht die Beispiele. Beiden haben sich nicht klickt und wir müssen unbedingt zusammen, sondern es war wirklich so, du machst jetzt mit dem zusammen das Ding und das Ding hat dann halt funktioniert und dann haben sie weitergemacht.
Florian Bayer: Und dann von Anfang an funktioniert. Und dann plötzlich kamen Filme nach Film. Und was witzig ist, diese iconic wardrobe, die sie dann haben mit den Melonen ... Die haben sie auch erst seit einem Film, der deutlich später gedreht wurde, wo sie Detektive spielen mussten und dafür so angezogen wurden. Und 1929, nee, da war der Wechsel zum Tonfilm. Also irgendwann mittendrin in ihrer Stummfilmzeit haben sie mal die Detektive gespielt. Und seitdem hatten sie auch diese Kostüme. Davor war es bunt gemixt, mal dies, mal jenes.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und dann irgendwann gab es plötzlich diesen iconic wardrobe, den sie immer anhatten.
Johannes Franke: Wie sich sowas entwickelt hat und wofür man dann so bekannt ist. Und man überhaupt nicht sagen kann, was, also ich werfe jetzt ganz viel an die Wand und mal gucken, was da hängen bleibt. Wie zum Beispiel eben das so... So Sachen wie Kopfkratzen von Stan, wenn der einfach, wenn es so doof und dann, das ist halt ikonisch dann. Oder der Blick von Oli. Der Blick. In die Kamera.
Florian Bayer: Dieses Brechen der vierten Wand. Das ist super. Das ist ganz großartig. wenn das passiert. Und tatsächlich hat Stan auf die Kamera ein bisschen länger laufen lassen, um den Blick zu kriegen, weil Olli dann einfach gucken wollte, ist die Zähne jetzt vorbei? Hahaha. Wir sehen tatsächlich, offensichtlich sehen wir in manchen Filmen den wirklich genervten Olli. der am Ende eines Drehtags keinen Bock mehr hat und einfach guckt jetzt so, okay, können wir jetzt?
Johannes Franke: Gut, fertig, kann ich jetzt nach Hause?
Florian Bayer: Und dann sind sie ja wirklich zusammengewachsen und ja, man kennt sie einfach nur als Duo. Also ich hab nichts gesehen von Stan oder Olli mal Solo. Obwohl es offensichtlich davor ja einiges am Material gibt. Aber das ist ...
Johannes Franke: Habe ich auch nicht gesehen. Keine Ahnung. Nicht relevant. Obwohl, das sollte ich vielleicht wirklich mal machen, mal reingucken, aber das habe ich halt bis jetzt nicht geschafft. Ist dir übrigens aufgefallen, dass Peter Cushing zu sehen ist? Nein, ist es nicht. Peter Cushing als Student. Geil. Ganz früher, also er ist 26.
Florian Bayer: Oh, großartig.
Johannes Franke: Und klopft dann mit den Studenten mit.
Florian Bayer: Fantastisch.
Johannes Franke: Das ist total geil.
Florian Bayer: Ich hätte fast Dracula gesagt, aber Peter Cushing war immer der Vampirjäger eher, oder? Ah, er war Frankenstein.
Johannes Franke: Ich kann dir gar nicht genau sagen, was er alles gemacht hat.
Florian Bayer: Cushing war der Van Helsing in den Hammer-Drakula-Filmen. Daher kenne ich ihn. Ich musste kurz überlegen, aber ... Genau. Er war nicht der Dracula, sondern der Dracula war natürlich Christopher Lee. Und Peter Cushing war der Van Helsing, der ihn gejagt hat. Aber er hat auch Frankenstein gespielt und er war irgendwie in diesem Hämmer. Horrorfilm aus UK war ja Dauergast. Ja, geil. Aber es war nicht seine erste Rolle, oder? Oder eine seiner ersten Rollen wahrscheinlich?
Johannes Franke: Ja, ich glaube, es war seine erste... Ich glaube, es war wirklich seine richtige erste. Also wenn ich das jetzt richtig, also wer weiß.
Florian Bayer: Ich muss noch mal schauen, ob mir sein Gesicht auffällt, weil ich kenne ihn natürlich nur in dieser markanten, viktorianischen Gothic-Horror-Rolle. Und jetzt so bei Jump at Oxford als lausiger Student, der zwei Idioten verarscht hat.
Johannes Franke: Ja, genau. Also irgendwo dazwischen auch. Also es ist ja nicht der Hauptstudent, der kommt und sagt, sondern es ist auch irgendwie irgendwo in der dritten Reihe, weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Die Dinner-Szene. Die ist ja davor geschoben. Das sind wirklich die ersten 20 Minuten.
Johannes Franke: Das ist übrigens ein Remake. Also ein Remake? Diese Dinner-Szene hatten sie schon mal in einem anderen Film. Ein bisschen anders, aber es ist ein Remake von dieser ... Und dann haben sie aus einem anderen Film noch das Ende der Dinnerszene genommen und haben das da mit reingebaut. Also sie haben alles verwurstet nochmal neu.
Florian Bayer: So wenig die zum Rest des Films passt, am wenigsten von allem. Und war ja auch genau das, was sie aus dem 42-Minuten-Cut ursprünglich rausnehmen wollten. Das war die lustigste Szene. An der hatte ich am meisten Spaß. Ja, die fand ich auch toll. Ich fand das Cross-Dressing toll. Ja. Ich bin ein schlichter Mensch. Ich fand das mit dem Salat Without Dressing großartig, weil es wirklich unerwartet kam. Es wird dann natürlich ein bisschen vorbereitet, wenn er zu Olli sagt, die wollen, dass ich mich ausziehe. Und Olli sagt, mach, was dein Gastgeber dir sagt. Es ist toll. Es ist sau witzig. Das war die lustigste Szene des Films. Von Anfang bis Ende.
Johannes Franke: Ein blöder Wortwitz und ich liebe es. Ich liebe es.
Florian Bayer: Und die Szene funktioniert halt auch so gut, weil wir so ein tolles Spiel haben zwischen dem obrigkeitshörigen Olli, der das alles richtig machen will, weil sie echt Geld brauchen, Stan, der einfach nur orientierungslos durch die Gegend läuft.
Johannes Franke: Weil er betrunken ist. Und zwar, weil ihm der Gast ist Was der Geber vorher gesagt hat, er soll jetzt den Wein wegschaffen, aber eben auf Englisch in einer Art und Weise, wo man auch verstehen könnte, du musst ihn vernichten im Sinne von trink ihn.
Florian Bayer: Und dann diese distinguierte Partygesellschaft. Toll, wunderschöne Szene. Genau, beste Szene des Films meiner Meinung nach, passt überhaupt nicht zum Rest.
Johannes Franke: Ja, ist schön. Ja, und dann musste ich natürlich an manche mögen es heiß denken, weil im Grunde ist dieses Cross-Dressing auch zustande gekommen. Weil sie einen Job brauchen. Und im Grunde danach gefragt wurde ein Butler und eine Maid, die verheiratet sind. brauchen sie und dann musste er sich halt als mate verkleiden
Florian Bayer: Und er drückt nicht doll drauf auf das Crossdressing. Es wird als Witz gezeigt natürlich, am Anfang, wenn sie dann kommen. Aber das war es auch. Okay, sein Schlüpper rutscht montant. Aber die Zähne war gut. Wirklich schön. Spaß gemacht.
Johannes Franke: Ja, und dann landen sie aber, dann werden sie wieder rausgeschmissen natürlich, weil alles schief geht. Und dann müssen sie den Müll aufsammeln. Und da kommt für mich auch so eine ganz typische Stan und Olli Sache, die ich einmal rausziehen möchte als ganz typisches Ding. Die essen, sitzen dann da und essen. Und zwar... Holt Stan erstmal die Brotscheiben raus und sortiert die neu. Und Olli hat dann erstmal nichts zwischen den Brotscheiben, weil er die irgendwie so sortiert hat, dass es nicht geht. Und holt dann ein Ei raus. gibt Olli ein Ei, haut das Ei an seinem Bein auf und erst wirft er Salz drüber. Und haut es dann an seinem Bein auf. Natürlich. Und Olli? sieht das und haut sein Ei halt auch so auf sein Bein und er hat aber ein rohes Ei erwischt. Und das ist so ganz typisches, ich baue eine Erwartungshaltung auf, nämlich, dass ich jetzt mein Ei schäle. Und auf der anderen Seite wird sie gebrochen, weil das Ei halt roh war in dem Fall. Und dieses Konzept zieht sich durch fast alle Gags dieser Ära. Du hast einen Aufbau auf der einen Seite und eine Auflösung auf der anderen Seite, die dir dieser Erwartung widerspricht. Und das ist so ganz, ganz klassisch. Und heute kann man es kaum noch mehr anschauen, wenn man... Weil es immer gemacht wurde. Man kennt es so sehr. Aber damals ist das halt so wirklich, die haben alle sich auf die Schenkel geklopft vor Lachen.
Florian Bayer: Wenn sie heute sowas machen, dann funktioniert es nur noch, indem sie Erwartungen nochmal brechen, weil jeder sieht das und weiß, was passieren wird. Und dann muss was anderes passieren zur Überraschung.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Oder indem sie besonders edgy sind. Das ist ja irgendwie so.
Johannes Franke: Oder besonders brutal.
Florian Bayer: Genau, das meine ich auch mal mit edgy. Der Slapstick-Film der letzten, keine Ahnung. 30, 40 Jahre.
Johannes Franke: Das ist ein netter Versuch. Okay, du referierst jetzt auf die letzten 30, 40 Jahre. Wollen wir da vielleicht eine Top 3 draus machen?
Florian Bayer: Ach ja, komm, lass uns mal eine Top 3 Liste machen. Begeisterung.
Johannes Franke: Oh ja. Unsere Liste.
Florian Bayer: War das Slapstick? Ja. Was ist mit dem Slapstick los? Was ist mit dem Slapstick der letzten 30 Jahre los?
Johannes Franke: Ja, das war halt wirklich, damals war das geil. Und dann irgendwann haben... Naja, ich meine, irgendwann nutzt es sich halt ab und dann sagt der Film, komm, lass uns mal was anderes machen. Und gab es das in den letzten 40 Jahren? Unsere letzten 40 Jahre, als ich das vorgeschlagen habe, habe ich gedacht, Naja, dann haben wir die 70er, die 80er. Moment, wir sind 2021, die letzten 40 Jahre sind nur bis zum 80er.
Florian Bayer: Johannes hat zuerst die letzten 30 Jahre vorgeschlagen. Das heißt, wir würden 1990 starten.
Johannes Franke: Und das ist natürlich tödlich, weil es gibt nicht viel. Es gibt wirklich nicht viel wirklich gute Slapstick in... Weil alles so verkauft ist.
Florian Bayer: Viele gute Slapstick gibt es nicht. Es gab tatsächlich so ein Slapstick Revival, habe ich das Gefühl.
Johannes Franke: Ja, aber war das ein gutes?
Florian Bayer: Nein, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Ganz schrecklich.
Johannes Franke: Also Scary Movie und so, die haben das halt gemacht.
Florian Bayer: Genau, diese ganze Ecke und diese Stelza-Filme, die es bis heute gibt, Disaster-Movie und Teen-Movie. Spartaner. Es gibt diese ganzen, die eigentlich so als Poof-Movies angelegt sind, aber vor allem mit Physical-Comedy-Punkten. Ja. Und Physical Comedy, die besonders stark auf Ekel und Krassheit setzt. In meiner Liste ist ... ist was drin, was so ein bisschen Schuld daran ist an dieser Entwicklung, glaube ich. Ja, aber genau, wir reden über... Physical Comedy wollte Johannes. Top 3 Physical Comedy und ich dachte, oh mein Gott. Und dann sagt er die letzten 30 Jahre und ich dachte, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Weil ich hab gesagt, ich bin kein Slapstick-Fan.
Johannes Franke: Ja, dann haben wir es ausgeweitet auf die letzten 40 Jahre, was ja immerhin schon was ist. Und dann immer noch die Sachen rausfallen, die ich eigentlich gedacht habe, dass ich sie unterbringen könnte, weil ich einfach... vergessen habe, wie lange das her ist und wie alt ich bin.
Florian Bayer: Cartoons machen das heute immer noch tatsächlich. Das stimmt. Aber die zählen da nicht wirklich rein, weil Physical Comedy ist ja so geil, weil es reale Menschen machen. machen, denen es passiert. Natürlich ist es krass, was bei Simpsons, South Park und Family Guy teilweise passiert, aber es ist was anderes.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil wenn du zeichnest, kannst du das halt alles machen. Genau. Das ist einfach nochmal was anderes, wenn du die Gewalt auf den Darsteller loslässt. Und trotzdem habe ich hier fünf Dinger stehen.
Johannes Franke: Du hast fünf Dinger stehen?
Florian Bayer: Ich habe fünf Dinger da stehen, aber natürlich Honorable Mentions, die eigentlich, ich weiß nicht, so richtig in der Top-Liste gehören.
Johannes Franke: Ich habe noch nicht einmal drei Dinger da stehen. Also ich habe schnell noch irgendwas hinzugefügt jetzt gerade, aber eigentlich ist es ja nicht...
Florian Bayer: Dann kann ich vielleicht dein Gedächtnis so ein bisschen aufrichten. Ja, bitte. Also Anfang der 90er. Slapstick-Comedy ist nicht das große Ding, aber es gab einen Slapstick-Film, den ich Anfang der 90er gesehen habe, den ich echt witzig fand, als Kind. Kevin allein zu Haus. Das war der große Slapstick-Hit Anfang der 90er Jahre.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Und der funktioniert auch tatsächlich so gut, weil wir das haben, was für Slapstick total wichtig ist. Wir brauchen... ernste, düstere Leute, denen der Slapstick passiert. Und bei Kevin allein zu Hause haben wir einfach mal Zwei fantastische Darsteller. Macaulay Culkin ist auch toll.
Johannes Franke: Aber die beiden Räuber sind wirklich toll.
Florian Bayer: Wir haben Joe Pesci und Daniel Stern, die wirklich als ernste Räuber, vor allem Joe Pesci, Als wütender, der sonst eigentlich immer die Gangster spielt in den Brutalo-Filmen und auch immer brutale Gangster spielt. Und hier ist er einfach nur mal einer, der die ganze Zeit auf den Kopf kriegt von einem zehnjährigen Jungen und sich darüber tierisch aufregt.
Johannes Franke: Ich wünschte mir, ich hätte damals gewusst, dass Joe Pesci sonst diese Sachen Gangster spielt. Das war mir nicht so bewusst. Das ist großartig. Ja, aber man muss schon dazu sagen, dass vieles davon doch auch sehr platt geworden ist. Also das ist größtenteils Gewaltausübung. Definitiv. Verbrennungen, weiß ich, wie viel den gerade ist. Also es ist schon wirklich hart.
Florian Bayer: Und der steht auch am Anfang, so ein bisschen am Anfang von diesem Trendslapstick- brutaler werden zu lassen. Es wird dann noch krasser in den 90ern. Und Slapstick war auch in den 80ern und 70ern schon brutal. Also bei Monty Python zum Beispiel...
Johannes Franke: Ja, aber ich hätte Monty Python wahnsinnig gerne auf die Liste gesetzt, aber verdammt nochmal, die wichtigen Sachen sind erst in den 70ern passiert und nicht in den 80ern.
Florian Bayer: Und bei Monty Python war halt auch nie reiner Slapstick, weil bei Monty Python hatte immer diese absurde, skurrile Note. Ja.
Johannes Franke: Aber es gibt bei Monty Python zum Beispiel, völlig egal, welche Intellektualität da drüber liegt oder nicht drüber liegt, Aber wenn du dir den Ministry of Silly Walks anschaust, ich meine, ist doch, also ich meine, was? Es ist halt pur Slapstick, ist großartig.
Florian Bayer: Das Tolle bei Monty Python ist halt, dass sie den Slapstick mit wirklich bizarren, fast schon Kafka-esken Geschichten gekreuzt haben.
Johannes Franke: Oder den Fisch-Slapdance- Wo einfach einer, da stehen zwei Menschen voreinander, der eine holt zwei kleine Fische aus seiner Hosentasche oder was, keine Ahnung. Tanzt da irgendwie vor dem anderen rum und haut ihm die beiden Fische um die Ohren. Dann hört sein Part auf, er steht wieder da und der andere holt einen riesigen Fisch raus, haut ihm den einmal gegen die Umge und der fällt halt in den Fluss nebenan. Und das war's. Mehr hast du nicht, dass du keine intellektuellen Überbau, das ist einfach nur Slapstick.
Florian Bayer: Ich überlege gerade, ich glaube, bei Monty Python mag ich tatsächlich eher die Wortwitze. Ich liebe den Parrot is that.
Johannes Franke: Ja, ja, Parrot. Da gibt es auch so
Florian Bayer: ein bisschen Physical Comedy dazwischen, aber eigentlich lebt es vor allem vom Wortwitz.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Und Ich würde behaupten, bei Monty Python gefallen mir die Wortwitz-Sachen besser als die Slapstick-Sachen. Vielleicht muss ich das auch einschränken. Der Kampf mit dem Schwarzen Ritter bei den beiden and the Holy Grail, das ist auch irgendwie eine Form von Brutales.
Johannes Franke: Ja, aber da bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich den so sehr mag. Irgendwie finde ich die grundsätzliche Idee irgendwie geil, aber irgendwie, ich weiß nicht. Ja, oder es gibt eine ganz tolle Szene, ich weiß gar nicht, wo das herkommt. Könnte Not Five O'Clock News, nee, wie hießen die? Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls, Hugh Laurie, als Polizist, steht da, guckt ganz ernst, wirft dann plötzlich seine Beine und Gliedmaßen von sich... in alle Richtungen, irgendwelche verqueren Bewegungen, steht wieder ganz ruhig da und sagt, it's mostly like work this job. Das ist wirklich schrecklich. Aber das ist alles so 70er, glaube ich. Ich weiß nicht genau, ob das jetzt auch in den 70ern war oder schon in den 80ern.
Florian Bayer: Das ist wahrscheinlich 80er, aber ich weiß nicht.
Johannes Franke: aber es gibt ganz viele sachen steven frei und die haben ganz ganz viele ganz großartige slapstick und auch intellektuelle sachen die die ganz großartig
Florian Bayer: Soll ich jetzt meine Nummer 3 sagen, nachdem ich auch noch mehr Menschen hatte? Also es gab zwei großen Namen, glaube ich, in den 90ern, die für einen... Slapstick-Trend in Mitte der 90er gesorgt haben. Und das sind zum einen die Pharelli-Brüder. Mit Filmen wie Verrückt nach Mary. Und auf der Hinter-der-Kameraseite und auf der Vor-der-Kameraseite ganz klar Jim Carrey.
Johannes Franke: Ja, definitiv.
Florian Bayer: Und die beiden zusammen ist natürlich eine Traumfahrung. Und das gibt es auch. Dumm und dümmer. Aus dem Jahre. Oh, nein.
Johannes Franke: Und ich hab gedacht, ja, nein. 1994.
Florian Bayer: Und ich habe diesen Film vor allem in der Liste, weil er eben eine Kombination ist von den Farrelly-Brüdern, die wirklich diesen edgy Slapstick-Humor gemacht haben. Und eigentlich ist aber der bessere Film von den Farrelly-Brüdern ist Verrückt nach Mary, der aber auch so total edgy ist, wo wir sehen, wie ein Hoden eingeklemmt wird und total dick anschwillt. Aber genau, das sind die großen Namen für mich, was 90er Jahre, Mitte 90er Jahre Stepstick betrifft. und Dümmer ist ein guter Film. Das ist ein total blöder Film. Der ist, wie der Titel schon sagt, aber das ist auch nicht dümmer als dick und doof. Und es funktioniert auf andere Art, weil wir hier keine ernsten Typen haben, denen wirklich die ganze Scheiße passiert. Aber es ist die 90er-Variante davon, weil wahrscheinlich waren genau die 90er so. Die Dummheit der 90er war ... wie Jim Carrey und Jeff Daniels, der übrigens krass ... seltsamerweise als Komiker funktioniert in diesem Film.
Johannes Franke: Ja, das kann der auch. Also das kriegt ja schon auch gut hin. Aber der große Unterschied zwischen dick und doof und dumm und dümmer ist halt, zu dem einen trinkt man Tee und zu dem anderen Bier. Ganz gut, definitiv. Okay, aber du hast einen meiner wichtigen. den wichtigsten Slapstick-Menschen der letzten Jahrzehnte vergessen, Mr. Bean. Oh ja, Ron Atkinson ist für mich, für diese Zeit ... Der Große, sogar vor Jim Carrey. Obwohl Jim Carrey slapstickmäßig wirklich der absolute Hammer ist, total krass ist. Aber Mr. Bean hat für mich sehr viel Tiefe immer mitgebracht, obwohl das sehr Slapstick-lastig ist und man irgendwie gar nicht so Aber der hat irgendwie immer eine Tragik mit drin gehabt, die ich wirklich sehr schön fand und immer sehr spannend und deswegen auch in meiner Liste gelandet ist. Blöderweise nicht auf Platz 3. Verdammt. Ich vergebe keine Plätze in dieser Runde. Mr. Wien. Und zwar in jedem Film.
Florian Bayer: Ich fand ja tatsächlich Roman Atkinson auch nicht als Slapstick-Darsteller, sondern als ...
Johannes Franke: Der hat auch gute Sachen so gemacht.
Florian Bayer: Als Black-Comedy-Typen...
Johannes Franke: Obwohl das auch, also Blackadder ist ja nun auch tiefstes Slapstick, aber eben auch intellektueller kopflastiger Humor. Ja. Das ist eine gute Kombi.
Florian Bayer: Ich hab's nicht als Slapstick-Ding in Erinnerung, sondern eher als wirklich schwarzhumorige Sitcom.
Johannes Franke: Stimmt, die haben so viel Slapstick, es ist nicht. Ja.
Florian Bayer: Okay. Also Mr. Bean ist total natürlich, das ist der Slapstick-Typ, der das Erbe von den klassischen Slapstick-Leuten auch weitergetragen hat und auch weiterentwickelt hat.
Johannes Franke: Ja, und der auch ganz eindeutig diese alten Meister als Vorbilder deklariert. Also sie wirklich sagt Chaplin und Buster Keaton, das sind so seine großen
Florian Bayer: Das sieht man auch, weil er hat auch diese Ernsthaftigkeit, die das so schön konterkariert, wenn die ganze Welt brennt. Und er versucht immer seine Würde zu bewahren. Genau das macht es so großartig.
Johannes Franke: Und die Serie noch mehr als die Filme an sich. Die Filme waren teilweise ein bisschen... drauf gedrückt. Also war mir zu viel teilweise.
Florian Bayer: Ich glaube, ich habe keinen MrBean-Film gesehen.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Es gibt wahrscheinlich irgendwas, was sich mir sträubt, wenn ich dran denke, Slapstick in Feature-Length zu sehen. Und dann die Sketche.
Johannes Franke: Wenn du sowieso nicht der große Fan von Slapstick bist. Aber, ja.
Florian Bayer: Mein Platz Nummer zwei steht Anfang der 90er und ist die letzte Komödie in dieser Liste. Ich habe nämlich auf Platz eins was gefunden, was keine Komödie ist.
Johannes Franke: Slapstick ohne Komödie?
Florian Bayer: Ja. Mein Platz zwei ist aber, wir waren bei Ernsthaftigkeit. Slapstick funktioniert am besten, wenn man es mit wirklich knallharter Ernsthaftigkeit kombiniert. Und meiner Meinung nach hat das in den letzten 40 Jahren Niemand besser hingekriegt als Lassie Nielsen.
Johannes Franke: Und ich habe auf Platz 2 die nackte Kanone. Da ist viel, viel Tolles drin, auf jeden Fall.
Florian Bayer: Erster seriöser Blick, ein Cop, der nur seine Arbeit macht. Und dabei zufällig an dem Penis einer Statue hängt. Wenn er dann nach oben biegt.
Johannes Franke: Also Slapstick hat halt auch in den letzten Jahrzehnten... Diese Komponente der Unterhosenvariante stark zugenommen und da bin ich immer nicht ganz so, weiß ich nicht. Das ist mir dann irgendwie zu, da kann ich nicht mehr den Tetro trinken, den ich trinken möchte.
Florian Bayer: Pass auf, wenn man zu dick und doof Tee trinkt und zu dumm und dümmer Bier, was trinkt man zur nackten Kanone? Alkopops. Alkopops. Nein, dem würde ich widersprechen. Ich glaube, man trinkt so einen riesigen Cocktail, der aussieht wie ein Urwald. Okay. Es gibt, glaube ich, sogar so eine Szene, wo er genau sowas bestellt. Okay.
Johannes Franke: Nein, es stimmt, also Leslie Nielsen hat schon wirklich tolle Sachen, tolle Momente drin. Vor allem auch tatsächlich ist geschafft, diese ganzen alten Konzepte, nach denen Physical Comedy funktioniert, Dinge sind zu groß, als sie sein dürften. Dinge sind an der falschen Stelle. Dinge verschwinden ganz plötzlich aus dem Bild. Wie zum Beispiel, ich weiß nicht, ist es bei ihm irgendwo in einem Gerichtsraum, dass er sich hinsetzt und beim Hinsetzen einfach hinter diese Wand verschwindet, die da noch ist. Ja. Und es rumpelt einmal und es ist einfach nur danach wieder still. Also Leute, die plötzlich verschwinden oder plötzlich auftauchen, sind einfach... ganz klassische Muster für solche Dinge und die hat er da stark mit untergebracht. Wie Steve Martin...
Florian Bayer: Ja. Auch ganz viel. Das Tolle an Leslie Nielsen ist natürlich auch, dass er einfach auch In die Kategorie Feld erlebte er einen zweiten Frühling als Comedy-Darsteller, weil der hat 30 Jahre lang ernste Rollen gespielt und in Katastrophenfilmen und in Kopffilmen und in Science-Fiction-Filmen. Und dann, als er eine Nebenrolle hatte nur in der unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug von Sucker Abraham.
Johannes Franke: Aha. Ja.
Florian Bayer: Da hat er wirklich nur eine ganz kleine Rolle als dieser Arzt, der sich total bekloppt verhält. Ja. Aber da wurde er entdeckt und das Publikum hat ihn geliebt. Und dann durfte er diese nackte Kanone-Serie spielen und dann den nackte Kanone filmen. Und dann durfte er mit Mike Brooks zusammenarbeiten und war plötzlich rein. Comedy-Darsteller, nachdem er 30 Jahre lang einfach nur ernsthafte Rollen gespielt hat, ohne groß aufzufallen.
Johannes Franke: Das ist eine ganz schlechte Liste jetzt gerade, weil ich jetzt nur noch frei assoziiere. Kommen wir jetzt an Mel Brooks natürlich nicht vorbei.
Florian Bayer: Oh, Mel Brooks. War auch wieder die Frage, ist es Slapstick, was Mel Brooks...
Johannes Franke: Frühling für Hitler, ich weiß nicht, da ist viel Slapstick dabei.
Florian Bayer: Ja, Frühling für Hitler ist nicht die letzten 40 Jahre. Beim besten Willen nicht. Das sind nicht mal die letzten 50 Jahre.
Johannes Franke: Aber das ist Remake. Ja, das Remake auf jeden Fall. Also es heißt auch nicht Frühling für Hitler, das heißt ja The Producers.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Genau, aber da ist viel Slapstick dabei auch bei der neuen ...
Florian Bayer: Total viel Slapstick gemacht. Also wir hatten ja, wenn ihr es hören wollt, wenn ihr was über Matt Brooks hören wollt, müsst ihr in unsere... Blazing Settles-Episode reinhören. Du weißt wahrscheinlich auch nicht aus dem Kopf, welche Nummer das ist. Eine relativ frühe Episode. Aber danach so, er hat dann ja irgendwann wirklich so stark auf diese Parodiefilme gesetzt, so nach Spaceballs. Und da, ja, da gibt's natürlich auch Slapstick, ja, das stimmt schon. Aber die sind vor allem witzig wegen der Referenzen und wegen der Verballhornung von anderen Titeln.
Johannes Franke: Es gibt diesen Film The World's End, glaube ich. Mit Simon Peck oder wie heißt der?
Florian Bayer: Ja, The World's End, wo sie durch die Kneipen gehen.
Johannes Franke: Ja, genau. The Golden Mile machen einmal und alle Kneipen durchgehen wollen. Da ist wahnsinnig viel Slapstick dabei, was ich ziemlich geil finde. Und Visual Comedy im Sinne von, dass auch ein Schnitt das Konzept eines Cutters auch in Slapstick ausarten kann. Weil du hast dann Ganz knappe Bilder, die aneinandergereiht werden, ganz klare Geräusche wie ein Bier einschenken Geräusch gegen Schlürfen und Glas auf dem Tisch. Weißt du, das irgendwie kann Schnitt auch Slapstick.
Florian Bayer: Ja, definitiv.
Johannes Franke: Das find ich spannend.
Florian Bayer: Simon Peck und Nick Frost unter der Regie von Edgar Wright. Genau. Dieser Zombie-Film, da gab's ja drei Filme, so diesen Zombie-Film. Shaun of the Dead und den Hot Fuzz, diesen Cop-Film. Stimmt. Und dann The World's End. Und die waren alle ... Ja, die hatten alle einen großen Slapstick-Anteil.
Johannes Franke: Ja. Und das finde ich eben spannend, auch wegen, weil in diesen Filmen mir das so aufgefallen ist, dass der Schnitt viel mehr kann, als ich dachte, was so Slapstick betrifft. weil das eigentlich irgendwie Physical Comedy ist, aber nur durch den Schnitt erstellt. Und das finde ich beeindruckend.
Florian Bayer: Jetzt ist mir tatsächlich noch ein Name eingefallen, den ich überhaupt nicht auf der Liste habe. Aber ein Schauspieler, den ich wirklich gerne mag und der eigentlich total kleine Jungsfilm macht, Seth Rogen. Oh, stimmt. Der hat auch immer diese Physical-Comedy-Elemente drin, aber nicht nur, weil es bei ihm halt auch ganz viel ums Kiffen geht und ums Rumhängen zusammen. Aber vor allem, also, Neighbors fand ich total gut. Ich weiß, kurz überlegen, wie der auf Deutsch heißt. Ähm ...
Johannes Franke: Nachbarn?
Florian Bayer: Bad Neighbors heißt der auf Deutsch. Und This is the End, wo er einmal so die kompletten ... Wo er einmal halb Hollywood eingeladen hat, in einem riesigen Haus zu feiern. Und dann geht die Welt unter drum herum. Und Emma Watson ist dabei. Und ... die ganzen Typen, mit denen er immer zusammentritt, James Franco und Jonah Hill und ... Michael Cera, der sonst immer den lieben, netten, jungen Typ spielt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und der ist dann aber total verkokst und sie sind halt so die ... hedonistische Hollywood-Bande, die einfach nur feiert und total dekadent lebt und dann geht die Welt und landen nach und nach in der Hölle.
Johannes Franke: Geil.
Florian Bayer: Und Emma Watson klaut ihnen dann ihr letztes Bier oder so und haut ab.
Johannes Franke: Okay, cool. Das weiß ich nicht, das habe ich nicht gesehen.
Florian Bayer: Aber ich weiß auch nicht mal, ich glaub, das fällt nicht so 100% in den Bereich von Slapstick. Aber es ist ein toller Film. Am Schluss tanzen sie zu den Backstreet Boys im Himmel. Okay. Backstreet's back. Alright. Das zweite Mal, dass ich in dieser Episode singe. Und ich verspreche euch das letzte Mal.
Johannes Franke: Sag nichts, was du nicht halten kannst. Versprich nichts, was du nicht halten kannst. So geht es.
Florian Bayer: Wir sind in dieser Liste etwas merkwürdig hin und her gesprungen. Hast du Nummer 1?
Johannes Franke: Ähm, Moment, da muss ich noch mal kurz ... Ja, natürlich, ich hab Nummer 1.
Florian Bayer: Du hast Nummer 1, sehr schön.
Johannes Franke: Mr. Bean. Nein, die Dinger sind austauschbar. Der Grinch.
Florian Bayer: Jim Carrey.
Johannes Franke: Jim Carrey in The Grinch. The Grinch ist einfach unglaublich. Es ist... Das spricht mir nicht nur aus dem Herzen. Ich bin der Grinch. Du bist der Grinch? Ja, ich bin ein ziemlicher Grinch.
Florian Bayer: Weihnachtstechnisch?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Oh, ist das traurig. Das hätte ich nicht von ihr gedacht. Wirklich?
Johannes Franke: Du guckst so ... Ich bin schockiert. Nein, wirklich?
Florian Bayer: Ich liebe Weihnachten. Was? Weihnachten ist das Geilste. Nein, Weihnachten ... Es gibt Geschenke, es gibt einen riesigen Baum, es gibt Party, es gibt leckeres Essen. Wie kannst du Weihnachten nicht mögen? Das kann doch nicht sein, du bist der Cringe. Oh mein Gott. Du bist der Letzte, den ich als Weihnachtskönig gedacht hätte. Man steht unterm Baum und singt Weihnachtslieder und packt Geschenke aus und dann gibt's ein Festessen und man stoppt viel zu viele Kekse in sich rein.
Johannes Franke: Ja, genau. Christmas! The Who's in Whoville. Nein, ich finde, Weihnachten hat keinen guten Einfluss auf die Menschen gehabt über die Jahre. Ja. Okay, und ich will auch einfach nur geliebt werden. Der Grinch ist eigentlich ja, eigentlich mag der Grinch ja Weihnachten, aber er gehört halt nicht dazu.
Florian Bayer: extra schon eine Karte gebastelt für die Weihnachtsparty dieses Jahr. Für meinen liebsten Podcast-Partner. Wenn man sie hochklappt, kommt ein Wichtel raus und winkt.
Johannes Franke: Hallo, dein liebster Podcast. Ich bin dein einziger Podcast-Partner.
Florian Bayer: Das erklärt einiges. Oh Mann, du kriegst das nächste Mal sowas von Weihnachtsfilm aufs Auge. Oh nein!
Johannes Franke: Oh Gott. Nein, ich finde Weihnachten oft so geheuchelt. Also... Also es ist nicht so, dass es aus meiner eigenen Erfahrung in meiner Familie kommen würde. Das stimmt nicht, weil ich eine gute... Ich habe wirklich immer... das Glück, dass Weihnachten in der Familie einigermaßen dort bleibt, wo es hingehört. Aber ich sehe das Viel zu sehr in dieser Welt, dass da viel zu viel kapitalistischer Scheiß betrieben wird, den ich einfach überhaupt nicht abkann und irgendwie überfordert mich das auch emotional. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Wir gucken das nächste Mal.
Johannes Franke: Ich mag diesen Blick nicht.
Florian Bayer: Ich hab einen tollen Film für dich. Oh Gott, ich hab Angst. Den Weihnachtsfilm überhaupt.
Johannes Franke: Nein, jedenfalls, die Slapstick bei The Grinch ist einfach unglaublich geil. Ja.
Florian Bayer: Und Jim Carrey ist echt gut. Die Filme sind teilweise dumm, die er gedreht hat. Gerade in den 90ern, in seiner Hochzeit. Er hat es voll drauf.
Johannes Franke: Ja, und die Maske ist natürlich auch riesig, was den Slapstick betrifft bei ihm. Also Wahnsinn. Aber das wird natürlich durch die Special Effects nochmal unterstützt. Aber beim Grinch ist es einfach wirklich pur er, der das wirklich einfach hinkriegt.
Florian Bayer: Die Maske ist halt auch geil, weil es so ein bisschen zeigt, wie man Slapstick erweitern kann. Weil es ist natürlich auch viel, was Carrie macht in diesem Film. Und dann wird es so sehr natürlich erweitert. Das ist krass. Mein liebster Carrie-Film, also reiner Carrie-Film, nicht seine ernsten Rollen später. Also natürlich ist Truman Show total cool, aber das ist kein ... Carrie-Film. Tatsächlich fand ich Laia Laia, der Dummschwätzer, fand ich total toll.
Johannes Franke: Stimmt.
Florian Bayer: Weil der so herzallerliebst ist und trotzdem diese derben Slapstick-Momente hat. Und sonst war mir Carrie oft zu ... dann doch nicht zu derb. Ich meine, ich habe verrückt nach Mary drin, aber ... Zu viele Krimassen. Zu drüber. Ja, zu viele Krimassen und zu wenig emotionales Gegengewicht. Und beim Cringe hat er das natürlich auch das emotionale Gegengewicht.
Johannes Franke: Ja, genau. Und das finde ich eben auch wichtig.
Florian Bayer: Wegen Weihnachten, weil das einfach schön ist. Und jeder liebt Weihnachten.
Johannes Franke: Ich gehe mir gleich den Mund auswaschen.
Florian Bayer: Okay, nach diesem Schock muss ich meine Nummer 1 Das ist keine Komödie. Meine Nummer eins ist Evil Dead 2. Was? Von Sam Raimi, über den wir, glaube ich, schon mal gesprochen haben. Ja.
Johannes Franke: Ja, der Name kommt mir inzwischen bekannt vor.
Florian Bayer: Sam Raimi, Tanz der Teufel, war der große Horrorfilm mit Low Budget, der so einen Kultstatus erlangt hat.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und der ernst gemeint war, zum größten Teil, aber einfach teilweise ziemlich goofy geworden ist, weil das Geld nicht da war und weil die Darsteller nicht so gut waren. Und dann hat Sam Raimi eine Fortsetzung gedreht, die eher ein Remake ist.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und hat einfach noch mal denselben Darsteller genommen. Und hat den Anfang, also das, was in Teil 1 passiert, noch mal in den Film gepackt. Und zwar innerhalb von 5 Minuten abgehandelt. Und die restliche Zeit, es ist einfach nur ein Slapstick-Feuerwerk, wie er gegen Dämonen kämpft, die ihm versuchen, die Augen auszupiksen und die... mit Beilen nach ihm schlagen und seine Freundin, die mittlerweile eine Art besessener Zombie-Hexe irgendwas ist, jagt ihn ... Und sein Kopf verdreht sich. Und es ist die wundervollste Kombination von ... Slapstick-Comedy und Splatter-Horror, die man sich vorstellen kann und das ist einfach mal einer der besten Horror-Komedien aller Zeiten.
Johannes Franke: Bist du sicher, dass du die Definition von Slapstick durchdringen hast?
Florian Bayer: Du musst diesen Film sehen. Ich weiß noch nicht, ob ich dir zuerst Weihnachten vorsah. Er ist sau witzig. Und er ist natürlich auch ordentlich brutal. Er ist aber nicht richtig düster. Es ist eine Horrorkomödie, ganz klar. Und der Nachfolger ... Armedia Finsternis genauso. Und der Hauptdarsteller in diesem Film... ist einfach mal perfekt. Also der Protagonist, Ash, Wird gespielt von Bruce Campbell und das ist nicht ein guter Darsteller, aber er ist echt gut, was Physical Comedy betrifft und was Fratzen betrifft. in Verbindung mit Physical Comedy und toller Film. Jeder Slapstick-Liebhaber. sollte diesen Film gesehen haben.
Johannes Franke: Okay, ja, gut. Wollen wir dann irgendwie zurückfinden von Horror-Slapstick zu richtigem, echten, ursprünglichen Slapstick? Ja.
Florian Bayer: Das Original.
Johannes Franke: Das Original. Obwohl natürlich das auch nicht stimmt. Ich meine, alles kommt von irgendwo her und auch die haben nur ihre Sachen ausgeliehen aus anderen... Generationen von Komikern.
Florian Bayer: Und Stan und Ollie sind mit ihrem Slapstick groß geworden, als Charlie Chaplin schon groß war mit seinem Slapstick. Und Buster Keaton auch, ne? Nicht so parallel, sondern Chaplin war schon vorher eine Nummer.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Chaplin war vorher eine Nummer, Chaplin hatte ja schon 19... Neun oder sieben oder elf, ich weiß nicht mehr genau, aber um die Zeit seiner ersten Erfolge gefeiert. und dann große Hochzeit in den Zwanzigern gehabt und dann Laura und Hardy waren ja erst in den 30ern. Obwohl, die haben auch in den 20ern angefangen, aber in den 30ern, 40ern waren dann die großen Filme. Ja, stimmt.
Florian Bayer: Fun Fact, bevor er zum Film kam, hat Stan Laurel als Tramp im Poster... äh, ein Poster, als Trump Impersonator Erfolg gehabt.
Johannes Franke: Das wusste ich gar nicht.
Florian Bayer: Also nicht Erfolg gehabt. Er war Trump Impersonator. Er hat auch offensichtlich mal, irgendwie haben sich seine und Chaplin Zwiegel gekreuzt und in wirklich jungen Jahren.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber Chaplin wurde erfolgreich und er erst... Er nicht und hat sich halt so durchgeschlagen und Trump Impersonator war er. Eine Sache davon irgendwie. Ich glaube, frühe 20er, aber ich kriege es jetzt nicht. Krass.
Johannes Franke: Weißt du eigentlich, dass Chaplin mal in einem Wettbewerb der Trump-Impersonator selbst teilgenommen hat? Nein, Charlie Chaplin, es gab diese Wettbewerbe, ganz viel, weil Chaplin eben einfach so bekannt war, dass irgendwie das so ein Sport wurde. Wer kann am besten aussehen und gehen wie Chaplin? Und Chaplin wurde in diesem Wettbewerb nur Zweiter. Sehr schön. Großartig. Es wäre natürlich geil, wenn Sie sich herausstellen würden, dass Stan Laurel der bessere Chaplin war. Hast du irgendwie bei dem Film, gibt es noch irgendwelche Highlights, die du nach vorne stellen möchtest? die so, wo du sagst, das war noch ziemlich cool.
Florian Bayer: Ähm, ich fand's, ich fand die Labyrinth-Szene irgendwie nett.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber ich hab so viel nett da stehen. Ja. Aber es ist süß und es ist schön, weil es die Charaktere von Stan und Olli so schön auf den Punkt bringt, oder? Olli sagt, hier lang geht's. Und Olli natürlich keine Ahnung hat, wo es lang geht. Und es ist toll geschnitten, weil wir dann auch diese Szene... und sie laufen hin und her und laufen ständig im Kreisen, wie als Publikum Wissen ist. Ja. Und sie wissen es nicht und das ist gut gemacht.
Johannes Franke: Und in dem Moment, wo sie festlegen, okay, wir trennen uns, du gehst da lang, du gehst da lang. Findet Stan den Weg innerhalb von einer Minute? Ja. Und dann ist er da, nimmt das Schild, Ausgangsschild und geht zurück zu Olli und sagt, hier, ich habe den Ausgang, hat den dabei. Und dann laufen sie wieder stundenlang, weil der Weg natürlich nicht mehr.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Also ich finde, die grundsätzlichen Ideen sind natürlich für heutige, aus heutiger Perspektive sehr naiv und sehr... Ich weiß nicht, man lacht nicht mehr so laut drüber, aber ich finde es immer noch schön, das einfach anzuschauen. Und ich finde schon, dass diese Szene, die dann kommt, wo dieser Typ, der sie da fobbt, Durch die Hecke einmal seinen Arm legt, um dann die Zigarette einmal von einem zum anderen, das Gewertuch da auszutauschen. Und Stan einfach mal drei Hände hat, um zu rauchen und sich überhaupt nicht wundert sehr lange, dass da noch eine dritte Hand ist. Finde ich wunderschön.
Florian Bayer: Die Konklusion ist ja tatsächlich, dass sie ärgern wollen und Stan und Olli sind einfach zu doof, um sich ärgern zu lassen in diesem Moment. Ja.
Johannes Franke: Es ist wirklich toll. Ich mag das sehr, diese Sequenz und diese ... Reminiszenz auf wirklich alte Woodville-Nummern, die einfach so funktioniert haben und die wirklich schön sind. Ich mag das.
Florian Bayer: Süß. Ich mag total die Idee von dem Rollenwechsel, aber sie wird halt fünf Minuten runtergebrochen.
Johannes Franke: Ja, ist schade. Da könnte so viel passieren. Und der beste Gag der ganzen Geschichte, wenn Stan dann als Lord Paddington plötzlich ganz klug ist, weil ihm das Fenster auf den Kopf fällt, wie dann der Zeitsprung ist. Und er dann irgendwie auf seine Wand starrt, wo ganz viele, er hat innerhalb von kürzester Zeit unglaublich viele Urkunden sich erarbeitet. athletischer Art, intellektueller Art, auf jedem Gebiet. Dann kommt auch noch der Dean der Universität und sagt... Professor Einstein möchte gerne eine Audienz haben. Er braucht Hilfe. Er braucht Hilfe bei seiner Theorie. Und dann kommt Olli, steht daneben als Butler angestellt jetzt. Und muss das machen, was Olli sonst mit ihm macht. Schickt ihn rum und sagt, jetzt hol das und hol das. Und neben ihm, direkt neben ihm liegt sein Kalender. Und er will einen Termin raussuchen, ob das geht mit Professor Einstein, glaube ich. Und sagt, gib mir meinen Kalender und zeigt drauf, Und könnte nur zwei Millimeter weiter einfach die Hand aufmachen und danach greifen. Aber Olli muss kommen, um das Ding ihm in die Hand zu geben. Das war einfach eine der Szenen, die mich als Kind besonders begeistert haben.
Florian Bayer: So eine tolle Dynamik zwischen den beiden. Und dann nennt er ihn noch Fetty und schubst ihn rum. Ja, genau. weil Stan mal der sein darf, der die Oberhand hat. Genau.
Johannes Franke: Das ist wunderschön. Und auch zu Recht, weil er ist ...
Florian Bayer: Der Kluge. Er ist der Gebildete und dann kriegt er leider wieder das Fenster auf den Kopf.
Johannes Franke: Ja, und tja.
Florian Bayer: Ende. Aber Olli freut sich darüber. Das ist eine schöne Szene. Olli ist wirklich froh, den alten Stan wieder zu haben.
Johannes Franke: Und man freut sich für Stan, dass er wieder doof ist. Warum?
Florian Bayer: Ja genau, warum eigentlich? Das ist voll ätzend.
Johannes Franke: Ja, aber...
Florian Bayer: Er hat seine wahre Bestimmung gefunden als Genie.
Johannes Franke: Ja, tja. Und die Uni hat jetzt wieder einen Genie verloren, an dem wahrscheinlich die ganzen Gelder überhaupt gehangen haben, die diese Uni noch bei Unterstützung bekommen hat.
Florian Bayer: Und Einstein kriegt die Relativitätstheorie nicht gebacken, obwohl er sich vor 15 Jahren fertig geschrieben hat.
Johannes Franke: Ja, damit endet dieser Film. Ziemlich abrupt, weil es einfach nur noch bedeutet, oh ja, wir sind wieder so, wie wir sind und jetzt gehen wir zurück nach Amerika und dann war's das.
Florian Bayer: Schlanke 62 Minuten. Ja. Mehr braucht der Film auch nicht.
Johannes Franke: Nö, überhaupt nicht.
Florian Bayer: Und ich frage mich, sind die anderen Feature-Lengths auch ungefähr die Länge?
Johannes Franke: Ich glaube, ja. Also ich kann es gerade nicht genau sagen, aber so vom Gefühl her ist es das.
Florian Bayer: Ja, dann würde ich mir wahrscheinlich so einmal die filmhistorische... Die volle Trönung geben und einmal schauen, was sind die Besten von Laurel und Hardy.
Johannes Franke: Ja, guck mal Way Out West, den finde ich nämlich auch noch ziemlich geil, weil der hat auch noch ein bisschen mehr Story.
Florian Bayer: Dick und doof als Cowboys hab ich auf jeden Fall auch im Kopf. Davon hab ich definitiv 10 gesehen oder was sie dann später für den Film verwurstet haben.
Johannes Franke: Es gibt eine ganz tolle Sequenz, wo sie tanzen vor dem Saloon, so eine Musik, eine Choreografie, die super ist. Dann singen sie in dem Salon. Plötzlich hat Stan so eine ganz hohe Stimme. Und singt da irgendwie so in höchsten Tönen und kriegt auf Kopf und dann singt er ganz, ganz tief. Also solche Slapstick-Sachen sind dabei. Und sein Daumen, der plötzlich brennt, weil er irgendwie, er hat kein Streichholz dabei, also zündet er seinen Daumen an, als wäre es ein Feuerzeug. Solche Sachen, weißt du? Das ist so ein Klassiker drin, die ganz toll sind.
Florian Bayer: Ich habe einmal geschaut, was ich meinem Kind zeigen könnte und habe dann Babes in Toyland gefunden, der offensichtlich zu den Bekannteren gehört, weil es ein Weihnachtsfilm ist. Ein Musical, wo Stan und Olli in irgendeinem Spielzeugland sind aus dem Jahr 1934. Ja. Und der geht sogar ein bisschen länger, der geht 78 Minuten.
Johannes Franke: Wow, den muss ich mal gucken.
Florian Bayer: Ja, aber auf jeden Fall, ja, einfach aus filmhistorischem Interesse, glaube ich, dass ich mir mal so ... zwei, drei von den Dingen noch geben werde, die findet man bestimmt auch alle auf YouTube. Bestimmt. Den übrigens auch, ne? Ja. Die 62-Minuten-Variante gibt es auf YouTube in guter Qualität.
Johannes Franke: Würde ich sagen. Ist okay. Könnte ein bisschen besser, aber eigentlich ist es schon.
Florian Bayer: Und es ist halt auch, also es ist wirklich, wenn man sich so ein bisschen informiert über... Laurent Hardy, es ist eine Tortur, weil diese Filme so unterschiedliche Titel gekriegt haben und immer mal wieder neu aufgelegt wurden und zerstückelt und wieder neu zusammengesetzt und mal die Länge und mal die Länge. Und noch schlimmer, wenn man in Deutschland lebt und dann stellt man fest, es gibt dann 20 Dick-und-Doof-Titel für einen Film.
Johannes Franke: Ja, klar.
Florian Bayer: Und man findet die Filme teilweise nur unter dem Titel oder nur unter dem Titel. Ähm ... Wenn man bei Amazon zum Beispiel Babes in Toiland sucht, dann findet man den Film, es gibt zehn DVD-Veröffentlichtungen von diesem Film, immer unter anderem Titel.
Johannes Franke: Ach du Scheiß.
Florian Bayer: Leute, in Amazon-Rezensionen regen sich Leute auf. Überraschung. Leute empören sich in Amazon-Rezensionen. Dass das nur Geschäftemacherei wäre, weil die Leute, wenn sie nicht genau hingucken, denselben Film zweimal bestellen, der einfach unter anderem Titel mit anderem Artwork veröffentlicht wurde.
Johannes Franke: Ja, das ist halt auch, das Schicksal hat viele Filme dieser Zeit ereilt, die so in dem Konzept gemacht wurden. Also es gibt ja so, die haben ja auch mit Harry Langdon. Ich glaube, das war das, was du vorhin angesprochen hattest. Die haben wie Oli versucht, mit einem anderen zusammenzubringen. Das war Harry Langdon, glaube ich. Und der war auch wahnsinnig bekannt und hat wahnsinnig viele tolle Filme gemacht. Und ich glaube, bei dem war das auch so. Oder bei Harold Lloyd, der... der übrigens derjenige ist, der an dieser Uhr hängt, wenn man so dieses ikonische Bild im Kopf hat. an dieser großen Turmuhr an dem Zeiger hängt. Das ist Harold Lloyd.
Florian Bayer: War das nicht Pastor Keaton?
Johannes Franke: Nee, das ist nicht Pastor Keaton. Das ist Harold Lloyd.
Florian Bayer: Ah, okay.
Johannes Franke: Der war auch sehr mit so viel Unfällen und über Dächerspringen und so.
Florian Bayer: Ach krass, okay.
Johannes Franke: Auch ein ganz toller. Ja. Auch guckenswert. Also 1923.
Florian Bayer: Ja, ich sollte meinen Slapstick wissen. Etwas ausbauen. Ich habe noch als Zusatzinfo, das waren diese Hellroach Studios, die ganz viel diese Slapstick-Filme in den 30ern gemacht haben. Laurel und Hardy gearbeitet haben.
Johannes Franke: Ja, und Keystone. Keystone waren die, die mit Chaplin viel gemacht haben, die so diese Keystone-Cops hatten. Die hießen extra so. Weil es nur diese Verfolgungsjagden zwischen Gangster und den fahrenden Autos, die wirklich halsbrecherische Stunts da gemacht haben. wo einfach die Polizisten in Affenzahn hinterhergefahren sind. Das waren die Keystone-Cops.
Florian Bayer: Wow, okay. Und die wurden auch am Fließband produziert und auch nicht so... Es ging nicht darum, große Meisterwerke zu schaffen, sondern einer nach dem anderen.
Johannes Franke: Einfach raushauen, ja. Dafür sind es auch Kurzfilme gewesen, so von 10 Minuten oder so.
Florian Bayer: Und mit Sicherheit sind viele, viele Filme aus dieser Zeit auch einfach mal Weg. Verschollen. Wenn da nicht mit Liebe behandelt, nicht dran gedacht, dass das irgendwann mal einen historischen Wert haben könnte.
Johannes Franke: Definitiv, ja. Ja, schade drum. Aber ich mag diesen Blick in diese Vergangenheit, um auch ein bisschen den Bogen zu spannen zu dem, was wir heute so haben. Also Dick Van Dyke zum Beispiel, der Nachfolger quasi von Dick und Doof, weil der auch großer Fan war davon und der hat viel übernommen von Stan Laurel, ganz viel übernommen. Der hatte so einen Tanzstil, den er so ein bisschen von Stan Laurel übernommen hat. Und Dick Van Dijk gibt den Staffelstab weiter an andere Leute. Und dann haben wir irgendwie so ein ... Ich weiß nicht, gerade in der Comedy, finde ich, ist dieser Staffelstab, die Weitergabe sehr schön verfolgbar und hat so eine Emotionalität, die ich sehr schön finde.
Florian Bayer: Umso merkwürdiger, wie die Slapstick-Landschaft heutzutage aussieht.
Johannes Franke: Ja, ich finde es schade, dass es gerade nicht so die rühmlichste Zeit ist für Slapstick.
Florian Bayer: Aber es ist auch schwierig. Wie kann man das wiederbeleben? Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. War Slapstick einfach eine Zeit lang tot, dann wurde es wiederbelebt und jetzt sieht es halt aus wie ein verwester Zombie. Ist das das Problem? Wir müssen mit diesen Filmen, mit diesen Date und Scary-Movies leben.
Johannes Franke: Ich glaube, es liegt daran, wer... wer das wiederbelebt. Und zwar eben Scary Movie belebt das wieder. Und das ist halt einfach der falsche Partner. Weil die halt einfach nur draufhauen und irgendwie relativ niveaulos das irgendwie versuchen zu... zu melken. Aber das hat nichts mit der Liebe zum Slapstick zu tun. Das ist halt ein bisschen das Traurige. Und dann hast du eben Mr. Bean, der wirklich diese Liebe zum Slapstick hat.
Florian Bayer: Dass sie auch tatsächlich geschafft hat, in den 90ern relativ bekannt zu sein.
Johannes Franke: Jaja. Der muss halt den Staffelstab weitergeben an wer auch immer dann noch.
Florian Bayer: Es gab einen Versuch, einen Laurel & Hardy-Film zu machen, 1999. The All-New Adventures of Laurel & Hardy in For Love Oh, Mami. Offensichtlich mit Mumie und ...
Johannes Franke: Aber wer hätte das spielen sollen?
Florian Bayer: Und das war geplant als Serie. Deswegen heißt es The All-New Adventures. Und es blieb aber bei diesem einen Film, weil der ein kompletter Flop war, Und zwar mit Bronson Pinchot. Okay, die Namen sagen mir nichts, ich lese sie gerade nur vor.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Gaias, ist das ein Amerikaner? Oder Franzose? Ich weiß nicht, wie man den Namen ausspricht. Ich habe ein paar Szenen davon gesehen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und die haben das gut gemacht. Man hat gemerkt, das war ganz klar, die versuchen eins zu eins die Vorbilder zu treffen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und das hat in dem Rahmen funktioniert, in dem so was halt funktioniert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der Film drumherum soll ziemlich scheiße sein. Ich hab den Film nicht gesehen. 85 Min. 1999 ... Kann man vielleicht mal reingucken. Man merkt den Film, also zumindest den Szenen, die ich gesehen habe, merkt man den Enthusiasmus an, den Geist... der Vorlage zu treffen. Ich gehe davon aus, dass sie es nicht geschafft haben und dass sie es visuell und mit dem Schauspiel einigermaßen hingekriegt haben. Wahrscheinlich wird der Film sonst ein ziemliches Desaster sein.
Johannes Franke: Naja, es ist auch so, wenn du jetzt versuchst, nach dem Vorbild von damals einen Film zu machen, dann hast du ja keine Story. Ja, also dann hast du wirklich wieder dieses Nummernprogramm und das funktioniert halt beim Publikum halt eigentlich nicht.
Florian Bayer: Ja, das ist auch ein bisschen schade. Ich finde es auch schade, dass so diese Tradition der Kurzfilme die Silly Symphonies und die Mary Melodies, das, was Disney und Warner Bros. damals gemacht haben. Das ist schade, dass das nicht mehr so da ist, weil dieses ... Konzept. Wir machen hier keine Langfilme, sondern wir machen hier auch einfach mal so fünf Minuten. Häppchen für zwischendurch, Comedy-Häppchen oder einfach nur Musik-Häppchen, weil die waren ja auch unglaublich vielfältig. Da gab es ja nicht nur Comedy, sondern es gab dann ja auch wirklich so was wie Jahreszeiten- als musikalisches Programm und dann singen wir Frühling, Herbst und Winter und hören Musik dazu und das ist schön gezeichnet. Das ist so ein bisschen schade, dass es da keine große Tradition mehr gibt, weil alles vor allem aus kommerziellen Sichtspunkten, vom Langfilm verdrängt wurde.
Johannes Franke: Ja, und Pixar hat das so ein bisschen mit seinen Vorfilmen gemacht.
Florian Bayer: Genau, Pixar hat das eigentlich wieder aufgegriffen.
Johannes Franke: Aber ich hoffe, dass wir die Chance, ich glaube, da haben wir auch schon mal drüber gesprochen, die Chance durch Disney Plus und Netflix und so, die das eigentlich könnten.
Florian Bayer: Die können das, ja.
Johannes Franke: Also warum nicht? Was spricht dagegen? Einfach mal eine 10 Minuten Rubrik zu erstellen.
Florian Bayer: Vielleicht das Publikumsinteresse leider. Ich weiß, dass es Kurzfilme auf Netflix gibt. Ich stolpere immer mal wieder, wenn ich durchklicke auf 10 Minuten, 15 Minuten, dann denke ich tatsächlich, ich will ja eigentlich was gucken, was mich jetzt im Amt unterhält. Also ich bin auch schuld daran.
Johannes Franke: Okay, jetzt weiß ich, wen ich verprügeln muss.
Florian Bayer: Ja komm, hast du mal 10 Minuten auf Netflix geguckt?
Johannes Franke: Ich habe noch keinen gefunden. Also diese kleinen, es gibt Serien, die auf zehn Minuten basieren. Dann hast du irgendwie... Eine Miniserie von insgesamt 60 Minuten, sechs Folgen, zehn Minuten.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber es ist was anderes. Dann binget man diese Folgen und dann ist gut.
Florian Bayer: Oh, eine Serie, die das ganz toll gemacht hat, war ... Master of None.
Johannes Franke: Das ist super, ganz tolle Serie.
Florian Bayer: Immer unterschiedliche Episodenlänge. Und zwar wirklich so einfach das, was es halt braucht für diese Folge. 20 Minuten bis 60, 70 Minuten? Ich versuche gerade zu finden, weil ... Das ist total toll. Ja, genau. Von 20 bis zu 60 Minuten war alles dabei.
Johannes Franke: Geil.
Florian Bayer: Und das...
Johannes Franke: Es ist mir nicht so aufgefallen von der Länge her. Das habe ich gar nicht so im Kopf gehabt. Aber ich habe es natürlich auch gebinget und dann merkt man das nicht so. Ganz, ganz tolle Serie. Kann ich nur empfehlen. Großartig, ja.
Florian Bayer: Und das ist mutig. Und ich glaube, viel zu viele... Filmemacherinnen denken immer noch in klassischen TV-Formaten, was das betrifft, oder in klassischen Kino-Formaten. Im schlimmsten Fall sogar in Überlängeformaten, dass plötzlich Filme immer 120 Minuten plus sein müssen. um noch drei Euro zusätzlich aus dem Kinopublikum rauspressen zu können.
Johannes Franke: Aber dann musst du, wenn du für Netflix arbeitest, musst du das ja nicht bedenken.
Florian Bayer: Nee, musst du eigentlich nicht. Aber ich glaube, das ist sowohl Produktionsseite als auch Publikumsseite so ein bisschen drauf konditioniert. Eine Serie ... Eine Episode in einer Serie dauert 45 Minuten. Mhm. In der Dramaserie und in der Comedy-Serie 25 Minuten. Und ein Film dauert 90 Minuten.
Johannes Franke: Vielleicht muss man anfangen, eine Serie zu erstellen wie bei Black Mirror, dass du eigentlich nur ein Oberthema hast und dann hast du halt einen kurzen Haufen Kurzfilme drin. die diesem Oberthema folgen, wo du das Gefühl hast, okay, das ist alles zwar in einem Guss, aber eigentlich ist alles eine Story für sich.
Florian Bayer: Ja. Es gab dieses Love, Sex and Robots auf Netflix. Auch so... so ein bisschen der Versuch, was wie Black Mirror zu machen, wo halt irgendwie immer KI im Mittelpunkt steht. Aber ich glaube, die hatten auch alle die gleiche Länge, die Folgen. Weiß ich nicht mehr. Müsste ich nochmal nachschauen. Und es war natürlich Science-Fiction mit viel... düsteren Geschichten und Gewalt. Okay.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Jetzt sind wir ein bisschen abgeschweift, aber ich glaube, wir ...
Johannes Franke: Wir sind abgeschwoffen, aber eigentlich sind wir ziemlich durch. Ja.
Florian Bayer: Ich danke dir ganz ehrlich und total für diesen filmhistorischen Ausflug, der wirklich meinen Horizonte erweitert hat. Auch ganz viel Wissen habe ich aufgesammelt auf dem Weg über Stan und Laurel. Stan und Ollie, von denen ich vorher nichts wusste tatsächlich. Also nichts über ihre Karriere, nichts über ihre Filme. Ich wusste nicht, dass die so viele Langfilme gemacht haben. Ich wusste nicht, dass sie... Zuerst Stummfilme, dann Tonfilme, dann Langfilme gemacht haben und immer schön den Switch geschafft haben. Ich habe ganz viel gelernt über die beiden und das ist total toll. Also mein Filmwissen... Ist in dieser Episode und für diese Episode total gewachsen. Und vielen Dank dafür.
Johannes Franke: Guck dir gerne noch den Biopic an. Die beiden Schauspieler machen das richtig gut.
Florian Bayer: Den hab ich mir extra besorgt für diese Folge. Ich wollte ihn auch vorher gucken, hab's aber leider nicht geschafft. Aber der liegt auf meinem Zusehenstapel ziemlich weit oben jetzt.
Johannes Franke: Und alle, die zuhören, guckt diesen Film unbedingt.
Florian Bayer: Ja. Guckt euch zumindest irgendwas von Stan und Olli an und sei es nur, um nochmal so ein bisschen in die Filmgeschichte einzutauchen. Und der Film eignet sich auf jeden Fall gut, weil er... Weil er lustig ist.
Johannes Franke: Und weil er genau das wiederbringt, was Lauren Hardy einfach ausgemacht hat. Dieses leichtfüßige Slapstick.
Florian Bayer: Und weil er sich wirklich gut innerhalb von 60 Minuten wegkonsumieren lässt. Und danach habt ihr immer noch Zeit für die neueste Folge von ... Was guckt ihr gerade? Expanse.
Johannes Franke: The Expanse, okay. Oh Gott, Kontrastprogramm. Na dann. Ja gut, sehr schön. Dann wünschen wir euch eine schöne Woche. Wir hören uns dann nächste Woche wieder.
Florian Bayer: Bleibt dran, wenn ihr wissen wollt, worüber wir nächste Woche reden werden.
Johannes Franke: Ich bin schon gespannt.
Florian Bayer: Ich auch. Bis dann.
Johannes Franke: Ciao. Plower. Wir sagen ja immer, dass uns die Leute schreiben sollen.
Florian Bayer: Ja, stimmt. Tun wir.
Johannes Franke: Hat uns mal jemand geschrieben?
Florian Bayer: Ich befürchte nicht.
Johannes Franke: Musst du nochmal nachschauen, bitte.
Florian Bayer: Ich glaube, mein E-Mail-Posteingang hat Depressionen. Er ist zumindest gerade sehr still. Alles okay mit dir? Wir haben eine Mail. Die ist in meinem Spam-Ordner gelandet.
Johannes Franke: Oh nein. Kannst du mal gucken, ob wir noch mehr Mails bekommen haben vielleicht?
Florian Bayer: Ja, wir haben eine Mail, die in meinem Spam-Ordner gelandet ist vor drei Tagen.
Johannes Franke: Mir wurde nämlich mitgeteilt, dass uns geschrieben wurde. Lies mal vor.
Florian Bayer: Von Melanie.
Johannes Franke: Ah ja, Melanie.
Florian Bayer: Hallo lieber muss man sehen Podcast. Hallo lieber Plor. Hallo lieber Johannes Schatz. Ich verfolge euren Podcast schon länger und in der Zwischenzeit ist es ein richtiges Ritual geworden, dass ich am Ende des Tages euren Podcast anmache und verfolge. Ich habe bis jetzt jede Folge gehört und bin aktuell bei Folge 9 angekommen. Ich habe wirklich so viel Spaß dabei und höre ihn wirklich gern und das nicht nur, weil ich den Johannes kenne. Und dann so ein bisschen ein Gefühl von Geborgenheit bekomme. Ich freue mich wirklich schon auf die Folge 10, dass endlich mal ein Film enthält, den ich gesehen habe. Ist das cool. Was ist denn unsere Folge 10? Ah, Soul und... 10 Dinge, die ich an dir hasse? Nee, nee, nee, Soul und der...
Johannes Franke: Ah, News of the World, genau.
Florian Bayer: Bis jetzt habe ich keinen einzigen Film vorher geschaut, den ihr besprochen hattet und manchmal tut mir der Johannes schon ein bisschen leid. Was er von dir so für Filme bekommt. Ich glaube, ich habe einen ganz anderen Filmgeschmack als du, sie, Kloa. Was ist das? Total okay. Und du ist vollkommen in Ordnung. Ich würde wetten, du magst den Film The Big Lebowski, oder? Ja, den mag ich sehr gerne. Echt, ja?
Johannes Franke: Ja. Sie hatte mich schon mal gefragt und ich hab gesagt, ich frag mal. Und dann hab ich aber nicht gefragt.
Florian Bayer: So würde ich dich zumindest einschätzen. Auf jeden Fall, Big Lebowski, toller Film. Das würde mich interessieren. Vielleicht kannst du da mal in einem Podcast was dazu sagen. Du wolltest ja in der letzten Folge, für mich Folge 8, Wissen, wie das geht, wenn zwei Menschen auf sich zulaufen, dass dann einer in den Abgrund fällt? Ist mir auch etwas schleierhaft. Aber ich stelle es mir vor, dass wenn man auf sich zuläuft und dann ganz nah beieinander steht, um sich zu umarmen oder zu küssen, dass man sich ja auch noch etwas bewegt und gerade wenn man dann fertig ist, ja wieder auseinander geht. Moment, ich muss einmal ganz kurz gucken. Ich kann mich an diese Diskussion aus der Folge erinnern.
Johannes Franke: Ich auch.
Florian Bayer: Ah, Annie Hall war das. Die tragische Geschichte einer Liebe, die nicht funktioniert.
Johannes Franke: Ist das Annie Hall gewesen?
Florian Bayer: War es Annie Hall?
Johannes Franke: Nee. War das Annie Heuer, wo diese Beschreibung ... Nein, das war ... Manche mögen es heiß. Wo ... Er das formuliert und sie sofort verständnisvoll sagt, ach ja, schlimm, tragisch. Und wir davor sitzen und denken, Moment.
Florian Bayer: Aber ich stelle es mir so vor, dass wenn man auf sich zuläuft und dann ganz nah beieinander steht, um sich zu umarmen oder zu küssen, Dass man sich ja auch noch etwas bewegt und gerade wenn man dann fertig ist, ja wieder auseinander geht. Und oft geht die Frau ja weg und dann nach hinten. Und während man sich umarmt hat, auch ein Stück nach hinten bewegt hat, Dann passiert das Unglück. So stelle ich mir das zumindest vor. Ja, Melanie. Dann hätte er die Geschichte aber anders erzählen müssen. Der Step Backwards, der hat irgendwie gefehlt in dieser Geschichte.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die Macher von Manchmögenzeit so viele Gedanken darüber gemacht haben. Aber jetzt kommt's. Ich hätte da noch ein paar Filmanregungen oder Wünsche. Also hier mal ein paar Filme, die ich interessant fände oder die ich mag. Miss Marple Filme und besonders der Wachsblumenstrauß und 16 Uhr ab Paddington sind großartig. Finde ich auch. Und auch für die damalige Zeit zeigen sie ein überraschendes Frauenbild, da Miss Marple ja von den älteren Männern am Ende umgabt wird. Beziehungsweise, sie wird ja sogar gebeten, ob sie ihn heiratet. Ja, und sie sagt ab. Das stimmt, Miss Marple ist echt eine coole, starke Frau.
Johannes Franke: Sollten wir uns vielleicht Miss Marple mal vornehmen?
Florian Bayer: Miss Marple könnten wir uns wirklich mal vornehmen. Finde ich auch cool. Und 16 Uhr Paddington ist, glaube ich, der, wo sie den Mord im Zug beobachtet, wenn ich mich richtig erinnere. Und das war auch der erste mit Margaret Rutherford als Miss Marple. Ich hoffe, du meinst den. Es gibt ja mehrere Verfilmungen davon, aber für mich ... war es immer Margaret Rutherford. Und diese Filme sind toll, die funktionieren zwar alle nach dem selben Prinzip, aber ... 16.50 Uhr ab Paddington.
Johannes Franke: Wirklich schön.
Florian Bayer: 16 Uhr ab Paddington. Und das, obwohl sie weder schön, noch jung, noch damenhaft ist, scheint man da. Ja, vollkommen recht. Und sehr laut ist und sagt, was sie denkt. Das hat mir in dem Film sehr gut gefallen. Ja, da bin ich ganz bei dir. Jedoch nicht bei dem, was folgt. Dann noch Jerry-Louis-Filme wurden auch noch nicht besprochen. Das ist voll deine Kategorie, oder? Melanie hat deinen Filmgeschmack.
Johannes Franke: Wie cool.
Florian Bayer: Ich finde den so ultra witzig. Ich war nie ein großer Jerry Lewis Fan. Tja, ja.
Johannes Franke: Ja, Jerry Lewis ist halt auch so ein spezieller Fall, muss man schon sagen. Aber kennst du die Schreibmaschinen-Szene von ihm? wo er zu Musik Luftschreibmaschine schreibt. Du guckst so, als wenn du sie nicht kennst. Das heißt, wir werden einen Jerry-Lewis-Film gucken.
Florian Bayer: Ich habe einigermaßen im Gedächtnis, das war so ein Gruselfilm, wo sie auf dem Mississippi-Dampfer unterwegs sind, wenn ich mich recht erinnere, und dann zu einer Gruselwilla fahre.
Johannes Franke: Aha.
Florian Bayer: Da war ich sehr jung, als ich den gesehen habe. Und ich glaube, es waren Jerry Lewis und Dean Martin. Aber ich bin mir nicht 100% sicher. Und dann noch, ich weiß nicht, wie man den Namen ausspricht, Louis de Finet, Finesse, Finet.
Johannes Franke: Louis de Finet haben wir, sagen wir immer, aber keine Ahnung.
Florian Bayer: Filme auch sehr unterhaltsam. Ist auch eher Johannes-Geschmack.
Johannes Franke: Wahrscheinlich.
Florian Bayer: Ich muss dazu sagen, ich habe auf jeden Fall von dem Film gesehen, aber ich könnte jetzt nicht sagen, welchen... Nein, doch! Oh! Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Die zwölf Geschworenen. Aber das Original, toller Film. Hatten wir auch bei den besten Kammerspielen dabei.
Johannes Franke: Stimmt.
Florian Bayer: Das ist wirklich ein guter Film. Ja, also Miss Marple hätte ich auf jeden Fall mal Lust drauf, mal wieder zu sehen. Big Lebowski, fände ich, wäre ein... Tolles Gesprächsthema. Hast du den gesehen?
Johannes Franke: Ich habe ihn gesehen, klar.
Florian Bayer: Und mochtest du ihn?
Johannes Franke: Damals mochte ich ihn, aber vielleicht mochte ich ihn nur aus Gruppenzwang, weil wir den damals irgendwie... Der wurde so hoch gejubelt von den Leuten, wo ich dazugehören wollte.
Florian Bayer: Er ist so krass Kultfilm geworden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er ist ein Cone-Film, aber eigentlich ein untypischer Cone-Film. Für einen Cone-Film sind sie nicht so trocken, sondern wild und lauter. So, das waren die Filme, die ihr eventuell schon kennt oder mögt oder so. Einer der witzigsten Filme aller Zeiten ist für mich, leg dich nicht mit Sohan an. Der Titel kommt dir bekannt vor, aber ich kenne ihn nicht. Der würde mich besonders freuen, wenn der mal besprochen werden würde. Da erwischst du mich tatsächlich... Auf kaltem Fuß. Aus dem Jahr 2008 mit Adam Sandler in der Hauptrolle. Aha.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Okay. Nee. Interessant Leg dich nicht mit Zorn an. Den Titel habe ich definitiv schon mal gehört. Das ist natürlich ein Begriff.
Johannes Franke: Vielleicht muss man den mal ...
Florian Bayer: Sollen wir den das nächste Mal machen. Und ein Miss Marple Film. Wir machen eine spezielle Melanie-Folge.
Johannes Franke: Eine Melanie-Folge. Melli, schöne Grüße. Wir machen jetzt für dich.
Florian Bayer: Moment, es kommt noch was. Ich muss die Melle auch noch fertig lesen. Und da ihr euch mit Filmen so gut auskennt, würde mich eine Folge interessieren, wo ihr über Filme spricht. die etwas zum ersten Mal gemacht haben. Also so ein bisschen über Filmgeschichte. Das finde ich auch noch toll.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ich habe noch viel mehr Ideen und Wünsche, möchte euch aber nicht überfordern. Das hast du bereits getan. Deswegen beende ich jetzt diese Mail und sage, danke für so viele tolle Stunden mit euch. Passt auf euch auf. Liebe Grüße, Melli. Vielen Dank, Melanie. Geil. Unsere erste Fanpost, auch wenn sie am Anfang schreibt. Keine Fan ... Ach, kleine Fan-Mail. Doch, sie schreibt jetzt eine Fan-Mail. Unsere erste Fan-Mail. Melanie. Unsere Herzen sind ganz bei dir.
Johannes Franke: Ach schön. Ja, dieser denkwürdige Tag wird in die Geschichte eingehen.
Florian Bayer: Und es ist in meinem Spam-Ordner gelandet. Ich sollte öfter meinen Spam-Ordner überprüfen. Ich bin schon drei Tage alt. Melanie, tut mir schrecklich leid. Wir werden dir auf jeden Fall auch noch schriftlich antworten. Diese Episode nehmen wir auf drei Wochen, bevor sie gesendet wird.
Johannes Franke: Ja, und wollen wir nicht erst antworten, wenn wir wirklich senden. Ja, vielen Dank, Melli. Schöne Grüße. Bis nachher. Ich rufe dich gleich an.
Florian Bayer: Grüße nach München.
Johannes Franke: Ja, genau, München. Cool. Ja, genau. Also nach diesem Vorbild schreibt uns gerne, was auch immer ihr auf dem Herzen habt an Wünschen oder Gedanken oder... Wenn ihr uns widersprechen wollt oder wenn ihr uns beipflichten wollt. Alles schicken.
Florian Bayer: Wir freuen uns über jede Mail. Und wir nehmen auch jede Anregung gerne an. Und ich glaube... Wir haben Anregung für die nächste Episode gefunden. Es gibt also keinen Weihnachtsfilm für Johannes. Yes. Glück gehabt. Und du hast es immer noch nicht.
Johannes Franke: Flor, was ist denn los? Weihnachten ist so schrecklich. Nein! Was hast du von Weihnachten?
Florian Bayer: Süßkram, Geschenke, Kekse, gutes Essen, Familie, Spaß, Streitereien, Ärger. Weihnachten ist großartig.
Johannes Franke: Das kannst du alles ein ganzes Jahr über haben.
Florian Bayer: Ja, aber nicht so konzentriert. Ja, Gott sei Dank. Wenn es nach mir gehen würde, würden wir jede Woche Weihnachten feiern.
Johannes Franke: Okay, okay, das wäre mal ein Film wert.
Florian Bayer: Weihnachtsmannmützen anziehen und durch die Wohnung springen zu einer Best-of-Weihnachtsmütze. Musik. Du gibst nach drei Wochen Aufplor. Das glaube ich nicht. Challenge accepted.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Okay, nun gut, dann werden wir uns nächste Woche wiederhören. Das hatten wir schon, die Verabschiedung hatten wir schon, aber das ist jetzt hinten dran gestellt. Wir sehen uns nächste Woche wieder. Plur wird völlig verkartet und mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf auftauchen und sagen, nie wieder Weihnachten. Und wir werden Miss Marple geguckt haben, hoffentlich.
Florian Bayer: Ja, Miss Marple.
Johannes Franke: Leg dich nicht mit so an.
Florian Bayer: Ja, cool. Bis dann.
Johannes Franke: Bis dann. Ciao.
