Episode 17: Häxan, Mr. & Mrs. Smith

Auf zu unserer siebzehnte Episode. Dieses Mal reisen wir weit zurück in die Vergangenheit: Der Stummfilm Häxan aus dem Jahr 1922 gilt als ein Wegbereiter des semidokumentarischen Kinos, zwischen Fakten und Fiktionen. Daneben ist er auch noch Düstermärchen, Fantasyfilm und Pamphlet für den Säkularismus. Der zweite Film, mit dem wir uns auseinandersetzen ist ein Frühwerk des amerikanischen Hitchcock-Films. In Mr. & Mrs. Smith wendet sich der Meister des Suspense allerdings von seinem Haus- und Hof-Genre ab und legt eine astreine Screwball Comedy aufs Parkett. Ob er damit Erfolg hat, erörtern wir in unserer ausgiebigen Diskussion über das Genre und die Markenzeichen von Alfred Hitchcock.

Zusätzlich gibt es natürlich wieder unsere Toplisten. Wir nennen unsere Lieblingsfilme, die sich zwischen Dokumentation und Fiktion, zwischen Realität und Fantasie bewegen. Und wir schauen nochmal bei den besten Remakes vorbei, die je produziert wurden.

Häxan [Benjamin Christensen]

(Schweden 1922)

Mit Häxan aus dem Jahr 1922 haben wir einen Stummfilmklassiker vor uns der genretechnisch alles andere als leicht einzuordnen ist. Regisseur Benjamin Christensen plante wohl ursprünglich so etwas wie einen Aufklärungsfilm, der unterlegt mit historischen Fakten einen Bogen von der Hexenverfolgung der frühen Neuzeit zur modernen Psychoanalyse schlägt. Herausgekommen ist eine gewagte Mischung aus Essayfilm, ernstgemeinter Dokumentation, die zum Großteil aus gespielten, fiktionalen Szenen besteht, Horrorprototyp und expressionistischem Fantasyreigen.

Häxan erzählt in sieben Kapiteln vom archaischen Aberglauben an Hölle und Teufel, von der Gefangennahme, der Folterung und Hinrichtung vermeintlicher Hexen durch die Inquisition. Er erzählt von Wahn und Aberglaube, präsentiert Folterwerkzeuge, referiert dabei immer auf sich selbst und will gegen Ende gar psychologisches, säkulares Manifest sein. Lange Zeit galt er als obskure Randerscheinung der Stummfilmzeit, bis er schließlich gegen Ende der 60er Jahre neu entdeckt wurde. Mittlerweile zählt er zu den großen Klassikern der Ära, als Kreuzung aus Fakten und Fiktionen, aus Realem und Fantastischen, Tragik und Metaphysik.

Johannes, ist Häxan vor allem ein Zeugnis einer vergangenen Filmepoche oder konnte dich der Film, fast 100 Jahre nach seiner Premiere, immer noch fesseln?

Mr. & Mrs. Smith [Alfred Hitchcock]

(USA 1941)

Alfred Hitchcock macht eine Screwball Komödie! Was für eine Aufregung. Der britische Meister des Suspense in amerikanischem Klamauk. Das muss man sehen…
Ein Pärchen erfährt nach 3 Jahren, dass ihre Ehe nicht rechtskräftig geschlossen wurde und der Ehemann zögert ein klein bisschen zu lang, seiner unerwartet Ex-Frau einen Heiratsantrag zu machen, was sie ihm nicht zu verzeihen bereit ist. Dann sehen wir ihm 90 Minuten dabei zu, wie er versucht seine Frau zurückzuerobern.

Naja. Hmm… Die Story klingt vielleicht etwas dünn, aber HITCHKOCK – der schafft es doch sicher uns das ganze spannend zu verkaufen, oder?
Der Haken an der Sache: Damals war Hitchcock noch nicht DER Meister des Suspense und kam das erste mal nach Amerika und hat diese Auftragsarbeit angenommen, um sich zu beweisen. Plor, was meinst du? Hat er sich bewiesen?

Shownotes:

-> Die Häxan-Version, die wir geschaut haben, auf Youtube
–> Die amerikanische Exploitationvariante von 1968: Witchcraft through the Ages auf Youtube
–> Mr. and Mrs. Smith auf Dailymotion
–> In Search for a flat Earth auf Youtube