Episode 21: James Bond 007 – Moonraker – Streng geheim, Wie im Himmel

Pathos, Spaß, Action und Kitsch stehen im Fokus unserer 21. Episode. Mit Moonraker aus dem Jahr 1979 haben wir den wohl am meisten überzeichneten, schrägsten James Bond Film überhaupt vor uns. Wie im Himmel aus dem Jahr 2004 auf der anderen Seite ist eine pathetische Ode auf das dörfliche Leben und die Macht der Musik. Wird Johannes an der trashigen – bei Bond-Fans allgemein unbeliebten – Bond-Variante ähnlich diebische Freude haben wie Plor? Und wie kommt Plor mit der transzendentalen Sentimentalität des schwedischen Publikumshits zurecht? Dem werden wir in unserer aktuellen Diskussion auf den Grund gehen.

Natürlich gibt es auch wieder ein paar redaktionelle Filmempfehlungen. In den Bestenlisten dieser Episode schauen wir auf die Meisterwerke des Agentenfilms und Spionagethriller-Genres und auf die schönsten filmischen Liebeserklärungen an die Musik.

James Bond 007 – Moonraker – Streng geheim [Lewis Gilbert]

(Großbritannien 1979)

Sein Name ist Bond, James Bond. Und er ist wahrscheinlich der beliebteste Geheimagent der Filmgeschichte. Obwohl oder gerade weil seine Filme immer der gleichen Formel folgen, extrem schematisch sind, begeistern sie seit 1962 eine treue Fangemeinde. Sein Name ist Moore, Roger Moore. Und obwohl er in insgesamt sieben Filmen als 007 seinem Vorgänger Sean Connery quantitativ ebenbürtig ist, stand er als Bond Nummer zwei (oder Nummer 3 wenn man es genau nehmen will, oder Nummer 4 bzw. Nummer 5 wenn man es richtig genau nehmen will) immer in dessen Schatten.

In Moonraker (mit dem deutschen Zusatztitel “Streng geheim”) aus dem Jahr 1979 durfte er in dem für eine lange Zeit teuersten Bond-Film die Hauptrolle übernehmen. Wie üblich hat die Story nichts mit der gleichnamigen Vorlage von Ian Flemming gemein: Das Space Shuttle Moonraker wird entführt, und James Bond wird vom MI6 damit beauftragt, die teure Raumfähre wiederzufinden. Dafür reist er von deren Herstellungsfabrik in Kalifornien über Venedig bis nach Brasilien, kämpft mit einem alten Widersacher und muss sich im großen Finale gar im Weltraum gegenüber einem Superschurken behaupten, der … naja … was sonst, die ganze Menschheit ausrotten könnte.

Moonraker gilt gemeinhin als schwacher oder gar schwächster 007-Film, insbesondere bei eingefleischten Bond-Fans. Kein Wunder: Mit seiner übertriebenen, trashigen Art hält er der gesamten Serie den Spiegel vor. Er ist praktisch die Quintessenz der Franchise, mit allem, was dazu gehört: Verschwenderische Reisen, Easy Sex, unrealistische Actionsequenzen, übermenschliche Gegenspieler und ein Roger Moore, dessen Blick jederzeit zu fragen scheint “Wo zur Hölle bin ich da reingeraten?”. Aber genau deswegen ist er vermutlich auch der unterhaltsamste Film der Reihe, wunderbar pulpig, absurd und Over the Top. Für mich mehr als nur ein Guilty Pleasure.

Für dich vielleicht auch Johannes? Oder nicht einmal das?

 

Wie im Himmel [Kay Pollak]

(Schweden 2004)

Das Musikfilm-Drama Wie im Himmel aus dem Jahre 2004 von Kay Pollak ist eine Liebeserklärung an die Musik, an die Menschen und an das Leben. Der Versuch eines Weckrufes an die kommerzialisierte Musikindustrie und ein Appell an Solidarität.

Stardirigent Daniel Dareus erleidet einen Herzinfarkt, mitten in einem seiner kräftezehrenden Konzerte. Er kommt zur Einsicht, dass er sein vielbeschäftigtes Leben ändern muss. So gelangt er in das Dorf seiner Kindheit und wird hier erstmal nicht als Heimkehrer, sondern nur als Stardirigent erkannt. Er übernimmt die offene Kantorenstelle und lernt die Dorfbewohner zu lieben. Besonders Lena…

Schwedens karge Landschaft entfaltet hier ihre Schönheit, es entsteht ein Panorama menschlicher Leidenschaften und Schwächen, aber auch liebenswürdiger Skurrilitäten. Der Film reizt nur wenige seiner Erzählungen aus, gleitet nur selten in großen Pathos ab… nur einmal aber dann heftig. Am Ende. Aber das hat er sich wirklich verdient – oder was meinst du Plor?