Episode 22: Batman – The Dark Knight, Yesterday

In unserer zweiundzwanzigsten Episode treten nicht nur Großbritannien und USA gegeneinander an, sondern auch zwei sehr unterschiedliche Blockbustersparten. Yesterday von Danny Boyle ist der Inbegriff eines RomCom-Märchens mit Feel Good Garantie. The Dark Knight ist der Inbegriff des düsteren, realistischen und dennoch mainstreamtauglichen Superheldenfilms. Aber beide Filme können auch mehr. Yesterday ist eben nicht nur romantische Komödie sondern auch tiefe Verbeugung vor der Musik und Songwriterkunst der Beatles. The Dark Knight ist nicht nur Superheldenepos sondern auch ein psychologisch extrem tiefgründiges Thrillerdrama mit einem der faszinierendsten Schurken der Filmgeschichte. Genug Redestoff geben sie allemal beide her.

Und dann sind da natürlich noch unsere Toplisten. In dieser Episode tauschen wir uns über unsere liebsten Superhelden und Superheldenfilme aus und werfen einen Blick auf die faszinierendsten alternativen Realitäten im Kino.

Yesterday [Danny Boyle]

(Großbritannien 2019)

Yesterday von Danny Boyle und Richard Curtis aus dem Jahr 2019 gehört zu der Art High Concept Filme, bei denen ein Satz reicht, um zu verstehen, worum es geht und um Neugierde zu wecken: Erfolgloser Musiker wacht nach einem Unfall in einer alternativen Realität auf, in der die Beatles nie existiert haben. Da er sich sehr gut an deren Songs erinnert, nutzt er dieses Wissen, um seiner eigenen Karriere neuen Schwung zu geben und die Welt mit allen Hits der Fab Four von “I saw her standing” bis “Let it be” zu versorgen… Okay… das waren zwei Sätze. Und um noch einen dritten hinterherzuschieben: Boyle und Curtis packen dieses Märchen in eine traditionelle britische Romcom, deren Liebesgeschichte relativ brav daherkommt und auch nicht groß zu überraschen vermag.

Das ist aber gar nicht so wichtig. Denn neben seinem Auftreten als märchenhafte Liebeskomödie ist Yesterday vor allem ein wundervolles Tribut an Songwriting, britische Popmusik und die zeitlosen Songs der Fabulous Four. Mit einigen wunderschönen Interpretationen, die die Faszination der Beatles-Musik perfekt einfangen, einem sympathischen und selbstironischen Ed Sheeran Cameo und vielen skurrilen Haupt- und Nebenfiguren. Yesterday macht einfach Spaß und vermittelt perfekt, warum die Songs von Lennon und McCartney auch heute noch relevant sind. Vielleicht der am meisten unterschätzte Film des Jahres 2019. Was denkst du, Johannes?

The Dark Knight [Christopher Nolan]

(USA 2008)

Der 2008 erschienene “Dark Knight” ist der zweite Teil der sogenannten Dark Knight Trilogie – und einer der besten DC Superheldenfilme überhaupt. Mit acht Oscar-Nominierungen und viel Lob von der Kritik, ist er Teil der Nolanisierung des Superhelden Genres. Düster, psychologisch hintergründig mit damals ungewohntem Realismus.

Bruce Wayne bekommt es in diesem Film vor allem mit dem Joker zu tun, der es auf Batman abgesehen hat. Der Überfall auf eine Bank? Das Geld interessiert ihn eigentlich nicht. Morde an ranghohen Politikern? Es geht nicht um die Politik. Es geht um Batman. Er will, dass Batman seine Identität offenlegt. Er will mit ihm spielen.

Ein spannendes hin und her, Katz und Maus… oder auch Schachspiel bei dem Batman geradeaus und diagonal ziehen darf und der Joker wild übers Brett fegt und irre lacht. Der Joker ist die eigentliche Hauptfigur des Films, Batman fast nur Stichwortgeber.

Nicht umsonst hat Heath Ledger posthumen den Oscar gewonnen.

Zurecht? Plor, was sagst du?