Episode 22: Batman – The Dark Knight, Yesterday
In unserer zweiundzwanzigsten Episode treten nicht nur Großbritannien und USA gegeneinander an, sondern auch zwei sehr unterschiedliche Blockbustersparten. Yesterday von Danny Boyle ist der Inbegriff eines RomCom-Märchens mit Feel Good Garantie. The Dark Knight ist der Inbegriff des düsteren, realistischen und dennoch mainstreamtauglichen Superheldenfilms. Aber beide Filme können auch mehr. Yesterday ist eben nicht nur romantische Komödie sondern auch tiefe Verbeugung vor der Musik und Songwriterkunst der Beatles. The Dark Knight ist nicht nur Superheldenepos sondern auch ein psychologisch extrem tiefgründiges Thrillerdrama mit einem der faszinierendsten Schurken der Filmgeschichte. Genug Redestoff geben sie allemal beide her.
Und dann sind da natürlich noch unsere Toplisten. In dieser Episode tauschen wir uns über unsere liebsten Superhelden und Superheldenfilme aus und werfen einen Blick auf die faszinierendsten alternativen Realitäten im Kino.
Yesterday [Danny Boyle]
(Großbritannien 2019)
Yesterday von Danny Boyle und Richard Curtis aus dem Jahr 2019 gehört zu der Art High Concept Filme, bei denen ein Satz reicht, um zu verstehen, worum es geht und um Neugierde zu wecken: Erfolgloser Musiker wacht nach einem Unfall in einer alternativen Realität auf, in der die Beatles nie existiert haben. Da er sich sehr gut an deren Songs erinnert, nutzt er dieses Wissen, um seiner eigenen Karriere neuen Schwung zu geben und die Welt mit allen Hits der Fab Four von “I saw her standing” bis “Let it be” zu versorgen… Okay… das waren zwei Sätze. Und um noch einen dritten hinterherzuschieben: Boyle und Curtis packen dieses Märchen in eine traditionelle britische Romcom, deren Liebesgeschichte relativ brav daherkommt und auch nicht groß zu überraschen vermag.
Das ist aber gar nicht so wichtig. Denn neben seinem Auftreten als märchenhafte Liebeskomödie ist Yesterday vor allem ein wundervolles Tribut an Songwriting, britische Popmusik und die zeitlosen Songs der Fabulous Four. Mit einigen wunderschönen Interpretationen, die die Faszination der Beatles-Musik perfekt einfangen, einem sympathischen und selbstironischen Ed Sheeran Cameo und vielen skurrilen Haupt- und Nebenfiguren. Yesterday macht einfach Spaß und vermittelt perfekt, warum die Songs von Lennon und McCartney auch heute noch relevant sind. Vielleicht der am meisten unterschätzte Film des Jahres 2019. Was denkst du, Johannes?
The Dark Knight [Christopher Nolan]
(USA 2008)
Der 2008 erschienene “Dark Knight” ist der zweite Teil der sogenannten Dark Knight Trilogie – und einer der besten DC Superheldenfilme überhaupt. Mit acht Oscar-Nominierungen und viel Lob von der Kritik, ist er Teil der Nolanisierung des Superhelden Genres. Düster, psychologisch hintergründig mit damals ungewohntem Realismus.
Bruce Wayne bekommt es in diesem Film vor allem mit dem Joker zu tun, der es auf Batman abgesehen hat. Der Überfall auf eine Bank? Das Geld interessiert ihn eigentlich nicht. Morde an ranghohen Politikern? Es geht nicht um die Politik. Es geht um Batman. Er will, dass Batman seine Identität offenlegt. Er will mit ihm spielen.
Ein spannendes hin und her, Katz und Maus… oder auch Schachspiel bei dem Batman geradeaus und diagonal ziehen darf und der Joker wild übers Brett fegt und irre lacht. Der Joker ist die eigentliche Hauptfigur des Films, Batman fast nur Stichwortgeber.
Nicht umsonst hat Heath Ledger posthumen den Oscar gewonnen.
Zurecht? Plor, was sagst du?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 22: Batman – The Dark Knight, Yesterday Publishing Date: 2021-06-02T14:37:47+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/06/02/episode-22-batman-the-dark-knight-yesterday/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
Johannes Franke: Nein, eigentlich nicht, aber ich...
Florian Bayer: Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so Musicals aus den 50ern?
Johannes Franke: Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme?
Florian Bayer: Mit russischen Untertiteln. Von mir, für dich.
Johannes Franke: Oh Gott, okay.
Florian Bayer: Aber du weißt, dass das für eine Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Definitiv.
Florian Bayer: Das wird lustig. Herzlich willkommen zu unserer neuen Folge. Johannes, du musst die Ukulele abnehmen. Vom Muss-man-sehen-Podcast.
Johannes Franke: Ach, herzlich willkommen. Danke, Plot, dass du mich mal wieder für irgendeine Scheiße überredest.
Florian Bayer: Viel zu früh, deiner Meinung nach.
Johannes Franke: Oh Gott, es ist für mich sehr früh, es ist vor zwölf.
Florian Bayer: Es ist vor eins, es ist zwölf Uhr fünfundvierzig.
Johannes Franke: Ja, aber du hast dich ja schon früher bei mir eingeschlichen, zwei Minuten vor zwölf warst du da.
Florian Bayer: Mit voller Absicht. Ich wollte dich im Bademantel sehen.
Johannes Franke: Ist dir nicht gelungen.
Florian Bayer: Hat leider nicht geklappt. Ah. Die beiden Songs, die ihr gerade gehört habt, geben schon einen kleinen Hinweis, welche Filme wir heute besprechen werden.
Johannes Franke: Ja, und ich hab mir es verkniffen zu ... Blackbird von den Beatles zu singen, weil leider das nicht ganz meine Tonlage ist. Ich... Ich habe einen tieferen Thornbruch und Blackbird ist doch relativ hoch.
Florian Bayer: Ich habe es mir verkniffen, zu Blackbird zu singen, weil ich zum einen den Text nicht sicher kann und zum zweiten überhaupt nicht singen kann. Ach, Plor, wir sollten es trotzdem mal probieren, wenn uns mal zu viele Zuhörer nerven. Keine Sorge, das wird nicht passieren. Aber dafür habe ich das Batman einmal reingerufen und wir überlegen noch, ob wir es drinnen lassen oder rausschneiden.
Johannes Franke: Es bleibt gefälligst drin.
Florian Bayer: Während ihr das hört, ist die Entscheidung gefallen und ich sitze entweder da mit Schamesröte. Und Johannes sagt, sorry, das kann ich nicht mehr schneiden, das ist zu spät. Das ist jetzt so.
Johannes Franke: Okay, Plur, hast du alle technischen Geräte ausgemacht? Ja. Es machte gerade Pling irgendwo.
Florian Bayer: Mein MacBook hat gerade Pling gemacht und jetzt habe ich Slack gesagt, dass es die Schnauze halten soll. Und Slack ist ruhig.
Johannes Franke: Haben wir gerade Werbung gemacht? Was ist Slack?
Florian Bayer: Slack ist so ein großartiges Kommunikationstool für Teams.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Also so ein bisschen eine Mischung aus Discord und Twitter für den professionellen Bereich.
Johannes Franke: Okay, gut, dass du das nochmal betonst. Das ist so professioneller Bereich.
Florian Bayer: Deswegen kommunizieren wir nicht darüber. sondern über WhatsApp.
Johannes Franke: Für die Noobs. Okay. Ja, wollen wir dann einfach mal loslegen? Herzlich willkommen, liebe Zuschauer, zu Hörer, zu... muss man sehen zu unserem Podcast, wo wir dem jeweils anderen
Florian Bayer: Um den Horizont zu erweitern, den filmischen Horizont. Und diese Woche hat Johannes The Dark Knight vorgeschlagen.
Johannes Franke: Was gar nicht unbedingt den Horizont-Erweiterungseffekt haben wird, weil, Plur, du kennst den Film.
Florian Bayer: Ja, ich kenne den Film, aber ich hatte ihn tatsächlich vor dieser Folge sehr lange nicht gesehen. Mhm. deswegen vielleicht nicht den Horizont erweitert, aber nochmal eine neue Perspektive eröffnet. Einfach weil es ein Film ist, den ich total liebe und den wir beide lieben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: und der für mich, ich hab's letzte Woche im Outro gesagt, zu den besten Actionfilmen des 21. Jahrhunderts gehört, Kann aber natürlich sein, dass sich meine Meinung jetzt auch geändert hat. Weil ich meine, es ist viel Zeit vergangen, seitdem dieser Film gemacht wurde. Es ist über zehn Jahre her. Und wer weiß, ob er noch funktioniert. Das werden wir jetzt im Gespräch herausfinden.
Johannes Franke: Das versuchst du jetzt gerade noch so unterzuschieben, obwohl ich höre schon raus, dass es nicht so ist.
Florian Bayer: Lass uns mal schauen. Johannes, du hast ein Intro für mich.
Johannes Franke: Wollen wir noch erklären, was als nächstes kommt, damit wir auch als zweiten Film, was wir da noch haben, du hast mir ja auch was gegeben.
Florian Bayer: Ich habe Johannes Yesterday gegeben von mit und ohne die Beatles. Rom-Com aus dem Jahr 2019, also ein ganz frischer Film.
Johannes Franke: Ja, und ich bin auch sehr gespannt, wie wir darüber reden werden. Aber erst einmal die ersten drei Stunden The Dark Knight. Ich führe kurz in den Film ein. Der 2008 erschienene Dark Knight ist der zweite der sogenannten Dark Knight Trilogie und einer der besten DC-Superheldenfilme mit acht. Oscar-Nominierungen und viel Lob von der Kritik. Ist er Teil der Nolanisierung des Superhelden-Genres? Was es damit auf sich hat, können wir dann gleich noch besprechen. Düster psychologisch hintergründig mit neuem Realismus. Batman bekommt es in diesem Film vor allem mit dem Joker zu tun, der es auf Batman abgesehen hat. Der Überfall auf eine Bank? Das Geld interessiert ihn eigentlich nicht. Morde an ruanghohen Politikern? Es geht nicht um Politik. Es geht um Batman. Er will, dass Batman seine Identität offenlegt. Er will mit ihm spielen. Ein spannendes Hin und Her, Katz und Maus oder auch Schachspiel, bei dem Batman... geradeaus und diagonal ziehen darf und der Joker wild übers Bett fegt und irre lacht. Der Joker ist die eigentliche Hauptfigur des Films. Batman. Irgendwie? Nur Stichwortgeber. Nicht umsonst hat Heath Ledger Posthum den Oscar gewonnen. Zu Recht, Plur? Was meinst du?
Florian Bayer: Vollkommen zu Recht. Und es ist eine absolute Schande, dass es so lange gedauert hat, bis von den Academy Awards, Superheldenfilme und auch Actionfilme in der Form gewürdigt wurden.
Johannes Franke: Das ist richtig. Ich finde, dass die Academy Awards immer irgendwo zwischen ... zwischen diesem Snobismus gegenüber Unterhaltungskino existiert, aber dann auf der anderen Seite... so bestimmte Arthouse-Sachen wiederum auch hinten runterfallen lässt. Also irgendwo haben sie ein seltsames...
Florian Bayer: Es gibt eine krasse Oscar-Formel und es wird sich viel drüber lustig gemacht, aber halt auch zu Recht. Du hast einen historischen Stoff mit viel humanistischer Botschaft und irgendwie so ein bisschen politisch.
Johannes Franke: Aber nicht zu viel?
Florian Bayer: Nicht bloß nicht zu viel und auch bloß nicht zu viel Pessimismus, sondern so einen gewissen Optimismus. Also so ein klassischer Oscar-Film ist zum Beispiel Das Leben ist schön von Robert. So ein Film, der sagt, hey, es passieren schlimme Sachen auf der Welt, aber alles wird gut. Forrest Gump ist so ein Oscar-Film. Schindlers Liste ist so ein Oscar-Film.
Johannes Franke: Das ist ein bisschen gemein. Also die Filme sind wirklich alle gut, ne?
Florian Bayer: Ja, definitiv. Es gibt gute Oscar-Bate-Filme. Das Wort Oscar-Bate ist auch... auch nicht zu Unrecht aufgekommen. Es ist ein eigenes Genre. Oh Mann.
Johannes Franke: Das ist gemein, das ist halt irgendwie diese Diversitätsdiskussion um den Oscar ist ja auch nicht umsonst so heiß hochgekocht und wirklich... bitter geführt worden teilweise. Ja, auch vollkommen zu Recht.
Florian Bayer: Weil der Oscar war einfach mal sehr, sehr, sehr, sehr lange eine weiße Veranstaltung. Sehr weiß. Man kann es nicht anders sagen. Eine weiße und männliche Veranstaltung. Wenn man sich anschaut, wie die beste Regie-Nominierungen aussahen lange Zeit. Da war nicht viel Platz für Diversität.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und auch teilweise sogar so, dass man nicht einfach nur abstrakt sagen kann, ey, wo sind denn... Warum nominiert ihr nicht mal ein paar Schwarze oder ein paar Frauen, sondern wo man sagen kann, hey, in diesem Jahr gab es gute Leistungen von Schwarzen und Frauen und die wurden komplett ignoriert.
Johannes Franke: Ja, also nicht mal so, dass es das nicht gibt und dass man danach suchen müsste, sondern sie ignorieren es einfach. Und das ist halt echt bitter.
Florian Bayer: Oscar ist auch, glaube ich, einfach kein Benchmark für gute Filme, sondern ein Benchmark für Filme aus einer bestimmten Richtung. Und natürlich auch, also tatsächlich gelingt es in Academy Awards immer, mich auf Filme neugierig zu machen, von denen ich vorher in dem Jahr davor nicht gehört habe oder die so ein bisschen unterm Radar geflogen sind. haben sie auf jeden Fall ihre Berechtigung.
Johannes Franke: Okay. Ja, ich finde, was finde ich eigentlich?
Florian Bayer: Dass mein Mikro falsch hängt.
Johannes Franke: Ich musste Flors Mikro gerade richten, deswegen war ich etwas raus. Ja, und dieser Film mit der posthumen Oscar-Nominierung und... Also die Nominierung kam ja genau ein Jahr, nachdem er gestorben ist. Also der wirklich auf den Tag genau ist diese Oscar-Nominierung rausgegangen, weil die einfach zufälligerweise auf den gleichen Tag fiel wie der... Das Jubiläum, oh Gott, nein, dass ein Jahr Heath Ledger gestorben ist. Und der übrigens nicht, wie wir letztens fälschlicherweise sagten, an Überdosis krasser Drogen gestorben ist, sondern einfach an... einer ungünstigen Mixtur an ganz normalen, er hatte Schlafprobleme. und seine ganz normalen Schlaftabletten hat er halt genommen und irgendwie gab es dann noch andere... Sehr, sehr legale Drugs, von denen ich nicht mehr genau weiß, was es war.
Florian Bayer: Auch ganz wichtig. eine Urban Legend vorzubeugen. Er ist nicht an der Rolle des Jokers zugrunde gegangen. Nein. Es war kein radikales Method-Act-Ding, das ihn total fertig gemacht hat, weil das... Ist natürlich so ein schönes Narrativ, das große Meisterwerk, weil er hat sich komplett verausgabt, nein, er war einfach ein guter Schauspieler. Und er hat das gemacht, was er machen sollte in diesem Film und hat es wirklich perfekt gemacht. Aber die Rolle hat ihn nicht vernichtet.
Johannes Franke: Nein. Ich meine, er hat sich natürlich einen Monat lang in dieses Motel zurückgezogen und hat da einen Monat lang alleine vor sich hingewiesen. Method acted. Und hat irgendwie geguckt, wie er das hinkriegt. Aber völlig legitim und diese, so wie ich ihn... kennengelernt habe, ist natürlich viel zu weit gegriffen, aber so wie ich ihn einschätze über das, was ich an Interviews an seiner Herangehensweise an Rollen und so weiter kennenlernen durfte, er spricht überhaupt nicht dafür, dass er wie Jared Leto dann irgendwie Scheiße einpackt und seinen Kollegen schickt, weil er denkt, dass er das machen muss, um Also so irre Aktionen fährt, weil er irgendwie denkt, Method Acting muss unbedingt bis ans Extrem geführt werden. Kurze Erklärung, Method Acting. Das Wesentliche daran, was an Method Acting gerade so kritisiert wird, auch viel, ist, dass man sehr... stark in diese Rolle hineinwächst, indem man das tut, was die Figur tut. Hut. Also berühmtestes Beispiel, wer war das? der Rain Man gespielt hat, aber in einer anderen Rolle meine ich ihn. Ich habe den Namen gerade... Rain Man?
Florian Bayer: Dustin Hoffman?
Johannes Franke: Dustin Hoffman. der in Frauenklamotten durch die Stadt läuft, um eine bestimmte Erfahrung zu sammeln für eine Rolle. So, das ist Method Acting. Wenn du einen Maschinisten spielst, musst du drei Monate lang Maschinist sein, um das irgendwie spielen zu dürfen. Das ist zumindest der Teil von Method Acting, der jetzt gerade so ein bisschen... kritisiert wird und über den sich viel lustig gemacht wird, wo andere Schauspieler, die nicht in diesem Bereich fallen, sagen, wie wäre es mit Spielen? Aber das tut natürlich Method an sich ein bisschen unrecht, weil da hängt viel mehr dran als diese eine Sache. Aber das ist halt diese eine Sache.
Florian Bayer: Das ist einfach so diese Hollywood-Mythologie von dem Schauspieler, der sich... selbst leiden lässt, um die beste Performance zu machen. Ich glaube, das ist noch ganz stark verwoben mit diesem grundsätzlichen Genie- und Künstlergedanken, den man irgendwie auch aus dem 18 und 19 jahrhundert denkt einfach der mensch der sich komplett verausgabt und an seiner kunst zugrunde geht weil er sich zu sehr mit seiner kunst identifiziert Und ja, viel Mythologie, um eigentlich eine ... gute und interessante Herangehensweise an zu Schauspielern, was man definitiv auch machen kann.
Johannes Franke: Es ist nicht meine, weil Method für mich auch auf anderen Bereichen nicht so gut funktioniert. Aber ich glaube, das führt jetzt zu weit.
Florian Bayer: Wir wollten eigentlich über einen Film reden. Wir wollten über einen Film reden. Und du hast mich so etwas ängstlich angeguckt, als ich vorhin gesagt habe, mal schauen ... Deswegen muss ich dir mal kurz ein paar Sachen klarstellen. Ich halte The Dark Knight nach wie vor für einen der besten Actionfilme des 21. Jahrhunderts. Der ist in der Liste immer noch ganz weit oben. Wenn ich so zurückdenke an die letzten 20 Jahre, wahrscheinlich sogar auch immer noch auf Platz 1.
Johannes Franke: Ja, das kann gut sein.
Florian Bayer: Es sind mir definitiv mehr Schwächen aufgefallen als vor zehn Jahren.
Johannes Franke: Mhm, ja.
Florian Bayer: Oder vor fünf Jahren, ich weiß gar nicht genau, wann ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Es waren auf jeden Fall so mit der Konzentration auf die Geschichte und auf das, was passiert, ist mir aufgefallen, dass es definitiv Momente gibt. die nicht so stark sind. Und das Beste an dem Film ist einfach nicht nur Heath Ledger's Performance, sondern die gesamte Storyline umzusetzen. den Joker.
Johannes Franke: Aber wirklich.
Florian Bayer: Und um dieser herum wird sehr viel gebaut, wovon einiges auch so ein bisschen vernachlässigenswert ist. Auch einiges hätte weggekürzt werden können.
Johannes Franke: Der Film ist sehr lang, muss man schon sagen.
Florian Bayer: Und es ist so ein bisschen so ein Nullenfetisch, Filme sehr lang zu machen und sehr... ausschweifend noch mal so kleine Subplots einzufügen, die eine gewisse Dynamik erzeugen sollen. Was ihm auch oft gelingt, was ihm auch in diesem Film gelingt, ist gut. Viele, viele Momente, die einfach nur für eine bestimmte Dynamik und für eine bestimmte Monumentalität da sind. In anderen Filmen, gerade jüngeren Datums, gelingt es ihm weniger. Und man merkt halt auch, dass seine Art, Filme zu machen, so ein bisschen schematisch geworden ist. Es gibt so eine Nolan-Mixtur, die man in diesem Film ganz stark findet. Vielleicht ist es sogar der erste Film, der die wirklich so krass hatte. Und um das vielleicht mal zusammenzufassen, also zum einen total kalte und sterile Actionsequenzen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: bei denen der Score wie so ein Teppich drüber liegt, wenig Excitement und mehr so getragen und permanent angespannt. Zum Zweiten dieses, trotzdem dieser Pathos, der aber nicht aus so einer persönlichen Ecke kommt, sondern der Pathos ist meistens so ein gesamtgesellschaftlicher Pathos. Es geht nicht darum, wie Batman sich fühlt oder wie der Joker sich fühlt, sondern eher, was das für die gesamte Gesellschaft bedeutet, dass es so einen dunklen Ritter gibt, der selbst Justiz verordnet. der irgendwie kritisch gesehen wird und gleichzeitig geliebt wird. Und es geht weniger um die psychischen Abgründe.
Johannes Franke: Ja, obwohl es in den... Ich glaube, bei Batman Begins ein bisschen stärker war, diese psychologische... wenn ich mich richtig erinnere das lange nicht ich habe den auch den eben lange nicht gesehen aber wenn ich mich richtig erinnere das war das Was mich auch an der Neuinterpretation von Nolan so interessiert hat, so damals, was jetzt dann sehr viel gemacht wurde. Psychologische Hintergründe und sehr düster und sehr, wir leiden alle mit der Background-Story dieses Helden.
Florian Bayer: Was aber durch das MCU ja wieder komplett über Bord geworfen wurde. Und das MCU ist ja der dominierende Faktor im Superheldenkino. Das stimmt. DC hat das weitergemacht, DC hat das weitergetragen, diese düstere Note und hat versucht, das sogar zu kopieren. Also gerade der erste Superman-Film, neueren Daten, der auf Stil war.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Total der Versuch, diese Nolan-Rezeptur neu anzurühren. Und meiner Meinung nach ist es auch ziemlich gescheitert. Also Man of Steel war eigentlich ganz gut. Ich glaube auch, dass Batman vs. Superman besser ist als sein Ruf. Aber das sind beides keine grandiosen Filme. Und das Lustige ist, genau, es gab diese Normalisierung, wie du sie genannt hast, Superheldenkinos. Und gleichzeitig ... Hat die angefangen und wurde aber auch schon wieder beerdigt, weil 2008 kam der erste große MCU-Film mit Iron Man heraus, im selben Jahr wie The Dark Knight. Und dann hat MCU einmal komplettes Popcorn- und Blockbuster-Kino übernommen. Und wenn man heute an Superheldenfilme denkt, dann Marvel. Avengers, Marvel, Spider-Man.
Johannes Franke: Guardians of the Galaxy. Genau.
Florian Bayer: Und mit Ausnahme von ein, zwei etwas düsteren Filmen aus der Reihe. sind die ja schon der komplette Gegenentwurf zu dem, was wir hier sehen. Fantastisch, bunt, spaßig, wirklich Comic.
Johannes Franke: Comic, genau, ja, ja. Aber um das mal ganz kurz klarzustellen, aus welcher Ecke kommst du denn eigentlich? Hast du früher Comics gelesen? Hast du irgendeine... tatsächliche, inhärente Beziehung zu diesen Comic-Sachen.
Florian Bayer: Eher weniger. Also ich bin, ich habe als Kind Comics gelesen, aber es waren... selten Superhelden-Comics. Meine Comics als Kind waren tatsächlich eher so die gutbürgerlichen Dinger, die man in der Bücherei gefunden hat. Das heißt Asterix.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: und Gaston.
Johannes Franke: Ah, okay. Und Ich hätte noch IsnoGood anzubieten.
Florian Bayer: Was mir jetzt gerade nichts sagt. Schade.
Johannes Franke: Alle googeln, ist nur gut, ist nicht so berühmt geworden wie Asterix, aber ganz toll, ganz toll.
Florian Bayer: Aber Superhelden Comics habe ich als Kind praktisch... So gut wie gar nicht gelesen. Vielleicht so ein Spider-Man-Heftchen mal hier oder dort. Und als junger Erwachsener habe ich dann angefangen, so ein paar ... mehr Sachen zu lesen, die dann auch alle schon 10, 20 Jahre auf dem Buckel haben. Und ich mag total Superhelden-Comics. Ich mag Aber eher Super-Hidden-Comics, die so ein bisschen ausbrechen aus dem klassischen Prinzip. Und da hat Marvel tatsächlich ganz tolle Sachen gemacht. letzten Jahrzehnt zum Beispiel einfach mal eine schwangere Spider-Woman. Ich glaube, es war eine schwangere Spider-Woman. Oder ein Captain Marvel, die einen Migrationshintergrund hat und Moslem ist.
Johannes Franke: Geil.
Florian Bayer: Und das finde ich tatsächlich spannend, wenn so Grundprinzipien der Superhelden-Comics ein bisschen aufgelöst werden.
Johannes Franke: Ja. Aber du hast ja nicht mal die klassischen, also du hast ja die Grundprinzipien gar nicht gelesen. Das heißt, du bist sofort zu den anderen. Wo kommt das her, dass man das Bedürfnis nach dem Bruch eines Konzeptes, das man gar nicht kennt?
Florian Bayer: Ja, das ist eine gute Frage. Ich habe natürlich auch die klassischen Dinger gelesen. Ich glaube, ich bin dann einfach auch zu sehr verseucht, dass ich die ganzen Filme davon gesehen habe, die ja teilweise auch sehr nah dran sind. Und ich kannte das Schema halt. Also, ich hab als Kind total gerne Superhelden-Serien und Superhelden-Filme gesehen. Total, die Batman-Serie aus den 90ern, die Animated-Serie, die war großartig. Finde ich immer noch super. Ich mochte die Batman-Filme von Tim Burton. Ich mochte die alten Superman-Filme aus den 80ern. So trashig und kitschig, die heute rüberkommen. Ich habe die geliebt als Kind. Das war ja wirklich meine Zeit.
Johannes Franke: Christopher Reeves, ne?
Florian Bayer: Christopher Reeves.
Johannes Franke: Ja, ich fand den... Cool.
Florian Bayer: Ich bin mit Superhelden über das Medium Film in Kontakt gekommen zuerst. Und die Comics kamen dann eher danach.
Johannes Franke: Mhm. Okay.
Florian Bayer: Wie war es denn bei dir?
Johannes Franke: Sehr ähnlich, aber sogar noch weniger. Also ich habe auch eben Asterix und Is No Good und diese ganzen, naja... Ducktales, also hier Eintenhausen, diese ganzen Dinger, das habe ich halt gelesen und mit Superhelden. hatte ich gar nicht so viel zu tun als Kind. Das war irgendwie nicht so, weiß nicht, vielleicht DDR sozialisiert und dann nicht, unsere Superhelden waren Karl Marx und Ja. Die Pullis. Es ist also für mich gar nicht so sehr drin gewesen. Aber irgendwie mit Anfang 20 wurde mir das dann mehr oder weniger aufgedrängt von Maya.
Florian Bayer: Hat die Superhelden-Comics gelesen?
Johannes Franke: Nee, aber die Filme. Sie hat die Filme einfach geliebt.
Florian Bayer: Stimmt, die Spider-Man-Filme, die waren ja Anfang der 2000er total populär. Das war ja das erste Mal, dass Superhelden-Filme wieder gut waren. Es gab ja wirklich eine ganz lange Dürre... in den 90ern, wo diese wirklich schrägen Joel-Schumacher-Batmans rausgekommen sind. Batman & Robin und Batman Forever. die einen unglaublich schlechten Ruf haben und auch wirklich trashige Filme sind und auch wirklich... merkwürdige Filme sind. Die 90er waren keine gute Zeit dann für Superheldenfilme. Und als Sam Raimi Anfang der 2000er Spider-Man verfilmt hat, 2001 oder so kam der ja ins Kino, oder 2002, glaube ich.
Johannes Franke: Könnte sein, ich weiß es nicht mehr genau. Kannst du...
Florian Bayer: Ich kann mal gucken, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es irgendwie so in dem Zeitraum war, weil ich weiß, dass sie eine Szene rausgeschnitten haben, wo die World Trade Center vorkommt.
Johannes Franke: Oh, oh ja.
Florian Bayer: Und dann war plötzlich ... Ja, 2002. hat man plötzlich festgestellt, oh, Superheldenfilme können ja gut sein. Superheldenfilme können auch einen gewissen Anspruch haben in der Geschichte und in der Charakterzeichnung. Das hat Sam Raimi damals ja auch schon hingekriegt. Und ja, genau, 2002, der erste Spider-Man-Film, dann kamen die anderen beiden Spider-Man relativ schnell dahinter und ... Dann kamen die X-Men-Filme und dann war eigentlich schon dieses Ding Nolan Batman und die Anfänge des MCU und plötzlich waren Superheldenfilme der heißeste Scheiß.
Johannes Franke: Ja, total krass.
Florian Bayer: Und das hat sich dann in den letzten zehn Jahren ja ganz krass aufs Popcornkino ausgewirkt. Wenn man sich die Blockbuster, die Sommerblockbuster, die großen Actionfilme der letzten zehn Jahre anschaut, Es ist total superheldenverseucht. Du findest keinen großen Blockbuster daneben, von ein paar Ausnahmen abgesehen. Aber eigentlich war das letzte Blockbuster-Jahrzehnt einfach ein Superhelden-Jahrzehnt. Was schade für all die ist, die jetzt nicht so Superhelden-Fans sind. Oder ...
Johannes Franke: die Marvel-Ästhetik bis hier steht. Also, um das mal abzuschließen noch, meinerseits Also ich habe mit Superhelden sonst, dadurch, dass ich jetzt davon, ich wurde dann gezwungen, diese Filme zu sehen. Und hatte meinen Spaß daran. Aber ich bin nie... nie 100% warm mit dem Genre an sich geworden. Das Konzept Superheld... Ich weiß nicht, ob das mir überhaupt so viel sagt. Und Action-Szenen, die relativ sinnlos sind, sagen mir auch nicht viel. Deswegen bin ich aber sehr dankbar über den Ansatz von so mancher Version im MCU. Wo man dann eine ironische Überhöhung von allem hat, die einfach Spaß macht. Und dann mag ich diese Filme. Und deswegen ist Thor Ragnarok für mich die beste Variante von allem. Weil Thor Ragnarok eben... alles einmal auf die Spitze treibt. Den Humor, diese Art und Weise damit umzugehen und diese Ironie und dieser... Spaß, der da einfach drin steckt. Das ist das, was ich sehen möchte. Das macht mir Spaß.
Florian Bayer: Ich bin ganz bei dir. Thor Ragnarok war meiner Meinung nach auch der beste Film aus dem MCU. Wollen wir unsere Top 3 schnell noch machen? Lass uns die Top 3 machen. Top 3 Superhelden. Jingle.
Johannes Franke: Jingle. Unsere Liste. So, genau, weil bevor wir jetzt in den Film einsteigen und dann irgendwann zwischendurch machen, machen wir das jetzt einfach. Top 3, wo habe ich denn meine Top 3 aufgeschrieben?
Florian Bayer: Ich war unsicher, aber ich dachte, wir machen nicht Top 3 Superhelden-Filme, sondern Top 3 Superhelden, oder? Die habe ich nämlich jetzt. Das ist meine Top 3.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Ich muss schnell umändern. Die Top 3 Superhelden.
Florian Bayer: Ich habe mich echt schwer damit getan, weil es tatsächlich, bei den Superheldenfilmen sind es gar nicht so die Persönlichkeiten der Superhelden, die ich so mitreißend finde, sondern ich mache einfach die Action und den Spaß, ihnen zu sagen, diesen Superhelden finde ich total cool. Fällt mir schwer und ich habe gemerkt, wenn ich jetzt anfange, was ich gleich machen werde, mich zu rechtfertigen, warum die und die Person auf dem und dem Platz ist. Das wird alles so ein bisschen verquast sein, aber ich versuche es trotzdem.
Johannes Franke: Ich bin gespannt. Ich habe leider erstmal nur die Filme, aber ich gucke mal, ob ich rechtfertigen kann, welcher Charakter davon irgendwie besonders geil ist.
Florian Bayer: Ich habe einen Honorable Mention trotzdem.
Johannes Franke: Okay, okay.
Florian Bayer: Und das ist The Crimson Bolt. aus dem Film Super von 2010, der so was wie ein Anti-Superheld ist, ein ... Ein ziemlich einfacher Normalo, der leichte Wahrnehmungsstörungen hat, wird von seiner Freundin verlassen. die ihn für irgendeinen Gangster sitzen lässt. Und er hat das Gefühl, sie wurde von diesem Gangster entführt und beschließt deswegen auch in Verbindung mit einer merkwürdigen göttlichen Vision, die er hat, zum großen Superhelden zu werden. Der dann fortan als Crimson Bolt durch die Nachbarschaft zieht. und dort für Ordnung sorgt. Dieser Typ, muss dazu gesagt werden, hat keinerlei super Fähigkeiten. Deswegen kriegt er auch ordentlich auf die Schnauze. Und er hat einen sehr... sehr abgefucktes Verständnis von Moral, was dazu führt, dass er im Superheldenkostüm wirklich übel einen Normalo verprügelt, weil der sich in der Schlange vorgeträngelt hat. Nein!
Johannes Franke: Ein wirklich...
Florian Bayer: Kräckiger, hässlicher und bösartiger und sarkastischer Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Der so ein bisschen untergegangen ist in der Rezeption. Der aber... eine fantastische Satire ist auf das Superheldenprinzip und wirklich, wirklich, wirklich böse mit großartigen Szenen. Viel derber Gewalt, viel derben Humor sollte man gesehen haben. Super aus dem Jahr 2010 von James Gunn, der dann später Guardians of the Galaxy gedreht hat.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Mein Platz 3 hingegen ist eine Superheldin, die ich sehr mag. Erst seit jüngerer Zeit. Ja. Ladybug von der Serie Miraculous. Eine französisch-japanische Koproduktions- Animationsserie. Für Kinder.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Mit einer riesigen, epischen Story, die immer größer wird. Und wie es sich für eine Kinderserie gehört, eigentlich immer denselben Geschichten. Aber diese Ladybug ist so eine tolle Superheldin, weil ihre Superfähigkeiten bestehen darin, zum einen mit ihrem Jojo einen Glücksbringer zu rufen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Was dann immer ein Gegenstand ist, der ihr in der entscheidenden Situation hilft, auch wenn sie es auf den ersten Blick nicht versteht, weil sie kriegt dann halt zum Beispiel einen Stuhl bei einem Und da muss ich erst mal die Umgebung checken, um zu gucken, wie dieses Stuhlbein ihr jetzt helfen könnte.
Johannes Franke: Wie geil.
Florian Bayer: Und die zum Zweiten dazu in der Lage ist, Böses wieder gut zu machen. Und der Mainplot von Miraculous ist, dass es diesen ... wirklich, wirklich bösen, finsteren Oberschurken gibt, der seine schwarzen Schmetterlinge losschickt, die negative Gefühle ausnutzen, um Menschen zu verzaubern. Das heißt, jemand ist traurig, weil er beim Sport verloren hat. Dann kommt so ein schwarzer Schmetterling und verwandelt ihn in einen super Bösewicht. Und Ladybug versucht ihn dann wieder zurückzuverwandeln, indem sie diesen Schmetterling aus ihm rauskriegt. Zusammen mit ihrem Gehilfen Ketten Großartige Serie. Zielpublikum sind, glaube ich, so neun- bis zehnjährige Mädchen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Denen am besten gefällt es, glaube ich, eher so fünfjährige Jungs. Der Grund, warum ich das sehr viel geguckt habe.
Johannes Franke: Verstehe, verstehe.
Florian Bayer: Tolle Serie, tolle Superheldin.
Johannes Franke: Unbedingt sehenswert.
Florian Bayer: Findet man auf Netflix, soweit ich weiß.
Johannes Franke: Okay. Fuck, ich muss an Sailor Moon denken.
Florian Bayer: Ja, es ist ein bisschen Sailor Moon fürs 21. Jahrhundert. Total süß, total schön, ein bisschen Teenie-Herzschmerz dabei.
Johannes Franke: Jetzt bin ich fast traurig, dass ich Sailor Moon nicht in meiner Liste habe.
Florian Bayer: geguckt. Hast du geguckt?
Johannes Franke: Ganz toll. Ja, ich hab's geliebt. Es war wirklich toll.
Florian Bayer: Deine Honorable Mention. Sag was zu Sailor Moon. Ich kenn die nämlich so gut wie gar nicht. Ich weiß nur, wie sie aussieht. Äh,
Johannes Franke: Ich kann gar nicht mehr so viel dazu sagen. Salomon ist so lange her. Jetzt müsste Maya hier sein. Weil Maya Sailor Moon auch gesuchtet hat. Und das ist auch eine der Sachen gewesen, die uns ganz weird verbunden hat am Anfang.
Florian Bayer: Das passt so zu Maya, dass sie Sailor Moon liebt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das sage ich mit größtem Respekt für Sie.
Johannes Franke: Danke. Ich richte es hier aus. Nein, und dann ist, wie heißt der Typ mit der Maske? Ich weiß es nicht. Ich kann es alles nicht mehr genau wiedergeben. Es tut mir sehr leid. Bitte googelt einfach alle Sailor Moon und guckt euch ein paar Folgen an und freut euch über die... Retro, über dieses Retro-Erlebnis. Das ist großartig. Ja, also wenn wir jetzt auf Superhelden und nicht auf Superhelden Filme sind. Dann bin ich ein bisschen... Dann gehe ich jetzt auf Platz 3 auf den Typen von... Unbreakable. Oh, Bruce Willis? Ja, Bruce Willis, genau. Und der einfach... Und feststellt irgendwann, hä, irgendwas stimmt nicht. Ich bin bei einem Zugunglück nicht ums Leben gekommen wie alle anderen. Irgendwie war ich nie krank in meinem Leben, irgendwas ist hier nicht richtig. Ich musste immer schon sagen, dass ich M. Night Shyamalan immer verteidigen möchte. Und ich weiß nicht, wie du zu diesem Film stehst, aber ich finde den einfach großartig. Diese Premise und diese Voraussetzung und diese Idee, da so ranzugehen an den Superhelden, finde ich einfach ganz toll.
Florian Bayer: Unbreakable gehört zu den guten Filmen von ihm. Aber seine Quasi-Fortsetzung und die Quasi-Fortsetzung von Split-Class... War eine Katastrophe. Und da wirst du mich auch nicht vom Gegenteil überzeugen. Was für ein bescheuerter Film.
Johannes Franke: Vielleicht gucken wir den. Vielleicht müssen wir den einfach nochmal gucken.
Florian Bayer: Ich tu mir das nicht an. Und in der Theorie sogar gut. Und ich war gehypt auf den Film. Ich hab mich gefreut. Obwohl ich Split auch eher lame fand. Ich hab mich wirklich drauf gefreut, weil ich... dachte so, geil, er versucht jetzt wirklich, ein Universum aufzubauen. Und wenn man schon so oft fehlt als Regisseur, dann wenigstens in großem Maße. Aber der war einfach nur langweilig.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Also der hat mir wirklich, der war so nichts sagen und aus dem Grundkonzept hat er so wenig rausgeholt, auch wenn er in einigen Szenen Mut bewiesen hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ohne zu viel zu spoilern, aber nee.
Johannes Franke: Okay. Ach man. Ja. Ich mochte Split sehr. Das weiß ich jetzt nicht mehr genau, ehrlich gesagt.
Florian Bayer: Split war mir zu viel Haut drauf. Psychologie. So die gespaltene Persönlichkeit. alle zwei Minuten mit einer neuen Verkleidung ankommt. Ich meine, gut gespielt natürlich von, wie heißt der? McElroy oder so?
Johannes Franke: Ja, James McArae, glaube ich. Ja, oder? James? Ja, ja, ich glaube so.
Florian Bayer: James McAvoy. Toller Schauspieler, gut gespielt, aber der Film, die Story war so gar
Johannes Franke: Also ich meine, natürlich hat es einen gewissen Trash-Faktor.
Florian Bayer: Einen gewissen Trash-Faktor.
Johannes Franke: Aber irgendwie, ich weiß nicht. Ja, okay. Okay. Gilt das als Guilty Pleasure? Ich sammle jetzt Guilty Pleasure-Filme, weil Maya mich so rund gemacht hat dafür.
Florian Bayer: Split ist ja durchaus ganz gut angekommen bei der Kritik. Ich glaube, dann Guilty Pleasure musste ihr sowas nennen wie The Happening.
Johannes Franke: Ja, okay. Okay, gut. Gut, ich habe einen Guilty Plecher. Fehlt mir nur noch eins. Sehr schön.
Florian Bayer: Mein Platz zwei. einfach wegen dem Style-Faktor und weil ich den Film wirklich mochte. Spider-Man Noir Aus dem Film Spider-Man Into the Spider-Wars aus dem Jahr 2018. Animationsfilm.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der in einer parallelen Welt spielt, in der diverse Peter Parkers Slash Spidermans aufeinandertreffen. Stimmt. Und der coolste von ihnen war einfach mal Spider-Man Noir, der halt angezogen war wie ein Detektiv aus den... 40er, 50er Jahren aus dem Film, Noah. Und der auch entsprechend nur in Schwarz-Weiß rumgelaufen ist die ganze Zeit. Wirklich, wirklich geiler Superheldenfilm. sogar einer der besten Superhelden-Filme der letzten Jahre, der irgendwie so ein bisschen außerhalb des MCUs stattfindet, aber mit vielen von den MCU-Filmen einfach mal den Boden aufwischt. Auf jeden Fall der der beste Spider-Man.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: So, der beste Spider-Man-Film. Spider-Man into the Spider-Wars.
Johannes Franke: Okay. Ich habe, glaube ich, nur Ausschnitte gesehen. Wenn ich bis jetzt so erinnere. Aber Noir sagt mir was. Ja. Aber ich glaube, ich habe wirklich nur Ausschnitte gesehen. Großartiger Film. Okay. Gut, gut, gut. Mach ich. Das war dein Platz 2. Das heißt, ich muss jetzt Platz 2? Ja.
Florian Bayer: Sag ruhig, wenn es der Film ist, dann reden wir über den Film.
Johannes Franke: Der Film ist Black Panther.
Florian Bayer: Ah, ja.
Johannes Franke: Black Panther war es einfach großartig, ganz toll. Ich weiß jetzt nicht, wen ich da rausnehmen soll. Wahrscheinlich einfach Martin Freeman.
Florian Bayer: Genau, nimm den einzigen weißen. Gut gemacht, Johannes.
Johannes Franke: Toller Film. Nein, ganz, ganz, ganz toller Film. Ich war so begeistert davon. Und das Tolle war... Ich war hier bei mir um die Ecke bei der Filmkunst, wo eigentlich, es ist ein ganz kleines Kino, so ganz privat gemacht und ich habe... mit meiner Begleitung alleine drin gesessen.
Florian Bayer: Geil.
Johannes Franke: Und wir haben uns einfach tierisch gefreut über diesen Film. Wir waren so begeistert von... Was der Film einfach einmal reinhaut und alles an Kultur, die einem hier... so verborgen bleibt, wenn man im Toastbrot irgendwie, weißt du, was ich meine? Und es ist so schön und es war so befriedigend, dass zu sehen und den Erfolg zu sehen, die dieser Film hatte, weil das war wirklich ein harter Cut. in Richtung Diversität und in Richtung schwarze Geschichten erzählen. Und da ist die ganze Diskussion wieder hochgekocht, wie dieser Film Schwierigkeiten hatte, irgendwelche finanziell zu finden, Leute, die irgendwie Geld reinwerfen, weil sie alle gesagt haben... Schwarze Geschichten will doch keiner sehen. Und dann ist dieser Film so durch die Decke gegangen. Das war so befriedigend.
Florian Bayer: Ja, toller Film. Fantastischer Film. Ganz toll. Gehört für mich auf jeden Fall auch in die... Oh, das MCU ist so groß. Und es gibt so viele Filme darin, die man einfach vergisst. Ich krieg die auch teilweise nicht mehr sortiert. Wer war da jetzt der Schurke? Wer war da... Der Sidekick. Aber der gehört tatsächlich zu den MCU-Filmen neben deinem Platz 1 wahrscheinlich. den man nicht so schnell vergisst, der einfach im Gedächtnis bleibt, weil er einfach so viel doch halt anders macht.
Johannes Franke: Weil die ganzen MCU-Filme irgendwie für mich verschwimmen im Kopf. Ich weiß nicht mehr genau, was war jetzt irgendwie. Endgame weiß ich jetzt noch so ein bisschen so, aber... Aber diese Uniqueness ... Von diesem Film ist einfach ganz großartig. Ich habe mich so gefreut. Und über Lupita Nyong'a, oder wie heißt er? Da habe ich mich auch wahnsinnig gefreut, die das wirklich ganz toll macht. Und natürlich über, wie heißt er, Chadwick?
Florian Bayer: Chadwick Boseman, ja. der letztes Jahr gestorben ist. Ganz toll.
Johannes Franke: Wirklich supergute Schauspieler und toll zusammengebracht.
Florian Bayer: Toller MCU-Film, auch für Leute, die das MCU nicht so geil finden.
Johannes Franke: Wahrscheinlich, ja. Ja, ja.
Florian Bayer: Mein Platz 1 kommt aus dem MCU. Aber es ist ein Superheld. Es ist nicht der Film, aber den Film mag ich auch. Es ist tatsächlich Iron Man. Und jetzt kommen wir zu meiner verquasten Erklärung, warum.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Was ich an Iron Man total cool finde, ist, dass er im Gegensatz zu vielen anderen Superhelden, wenn er nicht gerade gegen den Oberschurken kämpft, Das macht, was Superhelden eigentlich tun sollten. Er fliegt in Krisengebiete und hilft da der zivilen Bevölkerung. Also er ist so ein bisschen ein UNO oder NATO mit Flügeln und einem Superanzug.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber er fliegt nicht rum wie Superman und rettet Katzen aus dem Baum. Und er schwingt sich nicht durch die Stadt wie Spider-Man, um Bankräuber festzunehmen, was auch die Polizei hinkriegt. Nein, er macht das... Woran halt irgendwie die Zivilgesellschaft tatsächlich scheitert und wo das Militär halt auch dran scheitert, er geht in die Krisengebiete rein. Und deswegen ist es einfach für mich ein plausibler Superheld. Weil natürlich, wenn du so Superkräfte hättest oder was entwickeln würdest, was dir diese Superkräfte verleiht, Dann würdest du doch gucken, wo muss ich helfen? Und das ist vielleicht nicht unbedingt die New Yorker Nachbarschaft und das ist nicht unbedingt der Stadtpark von Metropolis, auch wenn da Verbrechen geschehen. sondern es sind Orte, an denen wirklich Chaos herrscht und an denen wirklich Menschen leiden. Deswegen Iron Man.
Johannes Franke: Absolut zu Recht. Ich bin da voll bei dir. wenn ich allerdings, das geht super mit dem überein, wenn ich den Schauspieler wählen müsste, der mir im MCU den meisten Eindruck geschunden hat, dann wäre das Robert Downey Jr., Der hat in diese Rolle reingegangen, also der war ja vorher schon sehr, hatte sehr großen Erfolg, dann ist er irgendwie so ein bisschen aus den Augen verloren aus der Öffentlichkeit. Und dann kommt er mit dem Ding um die Ecke. Und zwar auf eine Art und Weise, die wirklich... Der hat so viele Eier, weißt du, das zu machen und das so, weil das war ja, der hat das ja quasi aus dem Boden gestampft, das Ding.
Florian Bayer: Vor allem war er vorher auch als Charakterdarsteller und Exzentriker eher besetzt. Und dann plötzlich zum Actionhelden zu werden, aber dieses Exzentrische gleichzeitig mitzubringen. Und diesen übersteigerten Millionär zu verkörpern, der halt sich einen Superheldenanzug anzieht und dann durch die Welt fliegt. Toll, Iron Man, erster Film, 2008, selbes Jahr wie Dark Knight.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Die Initialzündung für das MCU, einfach durch seinen Erfolg. Und durch seine Geschichte, auch wenn es ... Nee, es war eigentlich der erste MCU-Film.
Johannes Franke: Genau. Und ich habe mal ein bisschen was darüber gesehen, wie er dazu gekommen ist und wie er das dann vorangetrieben hat und das selber gemacht hat. Ganz toll. Finde ich super. Und da kommen wir dann zu meinem Platz Nummer 1 bei der anderen Person, die mich wahnsinnig beeindruckt, was das betrifft. Aber das erstmal machst du erstmal deinen Platz 1.
Florian Bayer: Das war mein Platz 1.
Johannes Franke: Das war mein Platz 1. Das heißt, mein Platz 1 ist jetzt nicht mehr Thor Ragnarok, weil das wäre der Film gewesen.
Florian Bayer: Das wäre wahrscheinlich bei meinen liebsten Superhelden zumindest auch in der Top-3. Platz eins wäre wahrscheinlich Dark Knight, wenn ich die besten Superheldenfilme nennen müsste. Und dann Thor Ragnarok vielleicht auf zwei oder drei.
Johannes Franke: Aber wenn ich jetzt aber meine liebsten Superhelden an sich nehmen muss, dann muss ich Deadpool nehmen. Ich weiß, ich weiß, der Film ist schon wirklich... Ich bin kein Deadpool-Fan, aber hau raus. Aber ich bin so... Ich war so, ich habe den Trailer gesehen und gesagt, oh Gott, nee, das gucke ich mir nicht an. Und dann hat Maya oder irgendwer, wer war denn das noch? Ich weiß nicht genau. Irgendwelche Leute haben mir dann noch gesagt, komm, jetzt setz dich mal hin und guck dir das mal an. Und dann... Wenn es um Superhelden geht, finde ich, dass er einfach diese Scheißegal-Haltung... Mir doch wurscht, was ihr jetzt denkt und macht. Ich ziehe immer mein Ding durch und habe einfach Spaß. Und das deckt sich mit dem Schauspieler. Der Schauspieler hat das ja nach vorne getrieben. Der hat ja gesagt, ich will jetzt unbedingt dieses Ding machen.
Florian Bayer: Der Hauptmann, der die ganze Zeit hinter der Maske verborgen war. Ja.
Johannes Franke: wirklich einfach seinen Spaß hatte damit. Und das war vollkommen deckungsgleich mit der Figur irgendwie. Ich finde es großartig.
Florian Bayer: Was ich an Deadpool tatsächlich cool finde, ist so ein bisschen der Bruch mit der vierten Wand, der immer mal wieder stattfindet. Das finde ich super witzig. Ich mag einfach Selbstreferentialität. Aber ansonsten fand ich den Film wirklich doof. Vor allem, weil er mir, glaube ich, zu bemüht, so edgy war vom Humor. So, wir wollen jetzt bösen, derben Humor haben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das hat teilweise so forciert gewirkt, dass es ...
Johannes Franke: Ja, ich weiß vollkommen, was du meinst und deswegen wäre der Film auch wirklich nicht in der Liste. Aber wenn es um Superhelden an sich geht, wenn es um den Superhelden geht, dann muss ich Deadpool mit reinnehmen.
Florian Bayer: Was abgefuckte Superhelden betrifft, fand ich übrigens Will Smith.
Johannes Franke: Den habe ich nicht gesehen, sonst wäre er vielleicht mit drin gelandet.
Florian Bayer: Der Film war eigentlich nicht gut. Aber die erste halbe Stunde... Ganz kurz, ich muss einmal kurz googeln, weil das habe ich mir jetzt nicht zurechtgelegt. Moment.
Johannes Franke: Wie jetzt? Du legst dir vorher was zurecht.
Florian Bayer: Hancock aus dem Jahr 2008. 2008 war ein großes Jahr für Superheldenfilm anscheinend.
Johannes Franke: Krass.
Florian Bayer: Aber Hancock ist bei der Kritik auch nicht so gut angekommen. Was daran liegt, dass die zweite Hälfte komplett für den Arsch ist, weil sie wirklich eine merkwürdige, pathetische Story um Superhelden-Geschwisterpaare bauen ... Der dann zumindest Charlize Theron auch echt noch eine geile Rolle spielen darf. Aber das ist alles so pathetisch und verquast. Aber die erste halbe Stunde, in der Will Smith ein obdachloser ... abgefuckter held ist der von allen genervt ist und der auch allen auf die nerven geht Und sich dann am Schluss dieser halben Stunde einen Berater sucht, der ihm so ein bisschen hilft, sein Image aufzupolieren ... Toll, also erste halbe Stunde von Hancock unbedingt gucken, wirklich sauwitzig, tolle Ideen und dann ausmachen.
Johannes Franke: Das bleibt ein netter Kurzfilm in Erinnerung. Ich würde niemals irgendjemandem empfehlen, einen Film anzufangen und nicht zu Ende zu gucken. Aber ich verstehe, was du meinst. Ich hab den Film auch gesehen. Und ich hab das gleiche Problem wie du. Ich fand die Premise nämlich ganz toll. Also dieses ... einer, der einen Superheld, der allen auf den Sack geht und der eigentlich irgendwie, weswegen Deadpool wahrscheinlich für mich der beste Hancock dann war.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Einfach, naja.
Florian Bayer: Aber wir sind wieder im Jahr 2008 gelandet und wir sind wieder bei The Dark Knight.
Johannes Franke: Was für eine Überleitung, Flo. Ich bin ganz begeistert.
Florian Bayer: Um wirklich mal reinzugehen in den Film. Was mich an Dark Knight wieder total beeindruckt hat, ist, wie dieser Film einen ins Geschehen wirft. Und das ist so ein Trend. der für den Chris Nolan auch stark mitverantwortlich ist, was so in den 2000ern angefangen hat, direkt in den Film reinzustarten. Es gibt kein Intro, es gibt keine Credits, nichts. Und bei diesem Film funktioniert das so gut, weil es wirklich schwindelerregend ist, wie wir in diesen ersten Banküberfall vom Joker und seiner Crew eingeführt werden. Ja. Und wir lernen diesen Charakter einfach dadurch kennen, wie andere Charaktere interagieren und über ihn reden. Und er muss gar nicht zu sehen sein. Und wir merken schon ... Das ist eine andere Art von Superschurke. Und dann in diesem tollen Finale, wo er seine Maske abzieht, also sie sind alle als Clowns verkleidet. Und der letzte Überlebende der Clowns, weil die Einbrecher werden einer nach dem anderen niedergemäht, weil sie offensichtlich Geld gekriegt haben, um sich gegenseitig umzubringen, Und der letzte zieht dann seine Clown-Maske ab und darunter ist halt das nächste Clown-Gesicht, nämlich der echte Joker.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und der den total berühmt gewordenen Spruch bringt, der aber auch einfach ... Einfach Tolles. What doesn't kill you simply makes you stranger. So eine schöne Verbeihornung des Zitats. Makes you stronger. Und Es ist einfach eine fantastische Eröffnungssequenz. Wir wissen direkt, dieser Film gehört dem Joker. Mhm. Auch, weil die zweite Eröffnungssequenz, die danach folgt, wo wir Batman kennenlernen, ziemlich lame ist er.
Johannes Franke: Ja. Überhaupt finde ich, muss ich, also jetzt gleich mal am Anfang, damit wir das hinter uns haben, ich finde Christian Bale als Batman gar nicht so geil. Ich weiß, das ist ein bisschen gemein, das sehen viele anders, also ich glaube so 80, 90 Prozent der Leute feiern ihn sehr für diese Rolle, aber... Ich finde ihn irgendwie noch blasser als Batman sowieso schon ist. Batman ist eine blasse Figur an sich irgendwie, aber er macht das in diesem Film... Fand ich im Film davor auch viel besser.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Viel, viel besser. Aber in dem finde ich ihn ziemlich blass.
Florian Bayer: Die Frage ist halt immer, wie willst du Batman anlegen? Und ich bin in den 90ern groß geworden und ich bin deswegen mit Michael Keaton sozialisiert als Batman. Und der ist meiner Meinung nach... bis zum heutigen Tag der beste Batman-Darsteller. Weil er es geschafft hat, dieses düstere und verzweifelte von Batman ... überzeugend zu verkörpern. Das ist die eine Herangehensweise. Ich glaube, ich sehe, was du meinst, dass es im Film davor besser war. Batman beginnt es auch zu spüren, dieses ... düstere, verzweifelte. Und bei The Dark Knight geht es eigentlich eher um Bruce Wayne. Ist Bruce Wayne so der Sunny-Boy-Millionär? Was ja auch eine total wichtige Rolle von Batman ist, so als Gegenpart. Ja. Dass der Batman, wenn er nicht inkognito unterwegs ist, halt eben diesen Millionär mimt. Und das ist... Ja, das ist wahrscheinlich einfach zu viel in diesem Film.
Johannes Franke: Ja, und das ist aber auch noch nicht mal... Also dafür hätte Nolan da vielleicht noch mehr Wert drauf legen müssen, dass das so ein so ein Der hätte vielleicht in ein paar Szenen mal gute Laune haben können oder sowas, aber er ist da eigentlich sehr selten... dieser wirkliche Sunny Boy, sondern er ist halt einfach jemand, der mit Geld um sich schmeißt.
Florian Bayer: Ja, es gibt halt diese Szenen, wo er dann so zu der Party kommt mit mehreren Frauen unterm Arm und wo auch klar ist, dass er diese Rolle nur spielt, um zu verdecken, dass er eigentlich Batman ist und eigentlich leidet. Aber ja, es ist jetzt ... Ich finde tatsächlich ... Christian Bale stört mich nicht in diesem Film.
Johannes Franke: Nee, aber das ist vielleicht das Schlimmste, was man immerhin sagen kann. Er stört nicht weiter.
Florian Bayer: Was mich tatsächlich mehr gestört hat, ist, dass der zweite große Schurke, der Gott sei Dank nur die letzte halbe Stunde wirklich als Schurkenzeit bekommt, Aaron Eckhart als Harvey Dent auch extrem plass ist. Eigentlich ist diese Rolle des Two-Face total spannend.
Johannes Franke: Absolut. Und ich hatte gehofft, dass er damit weiter dann macht, aber dann ist er gestorben. Fand ich total bescheuert.
Florian Bayer: Aber sie hätten, ich finde diese ganze Two-Face-Storyline von der Idee gut und auch wie sie storytechnisch eingebaut haben, dass er vom Joker quasi verführt wird. Mhm. zu lernen, dass das Chaos das ist, was gerecht ist. Er adaptiert dann ja irgendwie das vom Joker, indem er diesen Münzwurf zu seinem Markenzeichen macht. Das ist eigentlich gut von der Story. Es hat aber nicht funktioniert, weil es ein bisschen zu schnell ging.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sie hätten wahrscheinlich im März halt gehen müssen eigentlich. Eine halbe Stunde vorher hätten sie den Two-Face-Storyline schon stärker einsetzen müssen.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und zum Zweiten fand ich tatsächlich Aaron Eckert irgendwie ... Ach, der ... hat es nicht so geschafft, diese Zerrissenheit gut zu spielen. Als Strahlemann, Harvey Dent, hat er irgendwie funktioniert.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Als dieser Weiße Ritter, der Gegenentwurf zu Batman, der mit seinem Gesicht für Gerechtigkeit steht und die Leute vor Gericht zerrt. Ja.
Johannes Franke: Aber auch da spielen die anderen ihn, muss man sagen. Die anderen sorgen dafür, dass einem immer wieder gesagt wird, das ist der... Das Gesicht, also gerade Batman ist ja derjenige, der ist immer wieder, irgendwann kann man es nicht mehr hören. Ja. betont, dass er der große, strahlende, mit seinem Gesicht für Gerechtigkeit stehende Held ist, der den die Stadt braucht.
Florian Bayer: Dringender braucht als Batman.
Johannes Franke: Was ja auch am Ende die Botschaft des Films ist, weil er dann die Schuld von Affident auf sich nimmt.
Florian Bayer: Es ist tatsächlich spannend, wie der Film mit dem Thema Selbstjustiz umgeht. Also ich finde... Gerade so im Mittelteil, nachdem vermeintlich... Gordon, der übrigens toll gespielt ist, wie im Film davor und im Film danach.
Johannes Franke: Oh, toller Schauspieler. Gary Oldman.
Florian Bayer: Nachdem der vermeintlich gestorben ist und dann haben wir so zwei Szenen zum einen wie Batman jemanden verhört. und dann wie Harvey Dent jemanden verhört. Und da wird dieses Selbstjustiz-Thema ja sehr stark gemacht. Und da sehen wir zuerst diese dunkle Seite von Harvey Dent, nämlich mit diesem Münzwurf.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: auch wenn klar ist, er wird ihn verschonen, aber allein schon, dass er eben diese Angst macht, also was eine Art von Folter ist.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und Batman redet ihm ja ins Gewissen und sagt, das dürfte niemand gesehen, wenn das jemand gesehen hätte, das wäre total schrecklich. Und da finde ich es toll, dass dieses Thema Selbstjustiz überhaupt aufgemacht wird. auch ganz aktiv bei diesem Thema auch Batman immer mal wieder in Frage gestellt wird. Nicht zu radikal, aber es kommt vor. Es gibt diese kritischen Zwischentöne.
Johannes Franke: Und das ist ja eigentlich, selbst Justiz ist ja nun das große Thema, was mit Batman ein Problem ist. Also was überhaupt mit Superhelden ein bisschen ein Problem ist. Aber gerade bei Batman, weil der ja nun wirklich alle, ich scheiß dich zu mit meinem Geld, indem ich... Einfach alles mir leisten kann, was dich platt macht. Was ja auch ein bisschen der Iron Man... des Konzeptes.
Florian Bayer: Tatsächlich finde ich, also das spannendste Moment bei Selbstjustiz ist halt tatsächlich, wo Batman... aktiv hinterfragt wird von Lucius, von seinem Gehilfen, als er sagt, hey, und übrigens, ich hab hier diese Überwachungsmaschinerie aufgebaut. Und Lucius sagt dann, fass! Fuck, ich will das Ding nicht bedienen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Batman sagt, du musst das jetzt bedienen, wir müssen diesen Joker fangen. Und er sagt, okay, aber danach höre ich auf. Und das ist wirklich ein spannender Moment.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und es wird vielleicht ein bisschen seicht aufgelöst, dass Batman von vornherein gesagt hat, das Ding wird zerstört, sobald wir einen Joker haben.
Johannes Franke: Ja genau.
Florian Bayer: Man hätte das noch mehr ausreizen können. Wie werden hier ... Wie wird hier der Boden des legitimen Handelns verlassen und wie zwingt auch Joker dazu, Batman? diesen Boden zu verlassen und was macht dieser Joker mit Batman? Das wurde alles, das hätte man noch stärker heraus... hervorheben können.
Johannes Franke: Ich glaube, der Film will einfach zu viel. Ich glaube, diese Two-Face-Geschichte hätte eine ganz eigene Geschichte sein können, hätte einen eigenen Film verdient. Weil Two-Face ist eine ganz spannende Figur, absolut. Aber wenn man die rausgekickt hätte und dafür eben die Sachen, wo du gerade sagst, das hätte man vielleicht näher beleuchten können. wenn man das nochmal gemacht hätte. Wobei ich diese Handy-Sonar-Geschichte total geil finde, weil die zu Batman, also zu dieser... flere Maus total gut passt und irgendwie freut man sich dann davon. Das ist ein cooles Gadget.
Florian Bayer: Und seine Augen leuchten. Toll. Aber es ist cool, dass sie es wenigstens thematisieren. Ein anderer Film hätte da wahrscheinlich einfach drüber gebüsten und gesagt, geil. Das Gadget, das setzt er jetzt ein. Und der Film sagt einmal, ey, was du da gerade machst, ist eine Massenüberwachung.
Johannes Franke: Genau. Aber ich... Von meinem Gefühl her ist es schon so, dass sie das erst sehr spät hinzugefügt haben. Ich glaube, dass sie dieses Überwachungsding hatten und dann ist das Thema aber so groß geworden bei uns. Und dann haben die sich gedacht, das können wir so nicht stehen lassen, dann muss wenigstens der... Muss Morgan Freeman wenigstens einmal mit seiner sonoren Stimme sagen, no, das geht so nicht.
Florian Bayer: Aber es ist auch gut eingebettet. Wie gesagt, es könnte stärker eingebettet sein, aber ich finde ... Ist grundsätzlich begrüßenswert, wenn Superheldenfilme selbst Justiz thematisieren und auch kritisch hinterfragen. Und sie können das natürlich nur bis zum gewissen Punkt machen, weil irgendwie funktionieren sie dann ja doch nach dem Prinzip, wir haben nie unseren Helden und dem gelten unsere Sympathien.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber man sollte es zumindest zu dem Punkt machen, dass einfach die Frage im Raum steht. Und das gelingt ihm. Er stellt die Frage in den Raum. Er löst sie zu leicht auf, aber die Frage ist da.
Johannes Franke: Ja. Wollen wir wenigstens noch einmal kurz, also wir haben jetzt oft Heath Ledger gesagt, aber ich komme da nicht...
Florian Bayer: Wir müssen ausführlich über Heath Ledger reden. Was denkst du, warum ich die anderen Schauspielleistungen jetzt abgehackt habe? Dieser Film gehört dem Joker und dieser Film gehört Heath Ledger. Was ist das für eine Figur, die hier verkörpert wird und wie wird die verkörpert?
Johannes Franke: Ich bin so begeistert. Ich hab's schon mal erzählt, ich hab mit Maya im Kino gesessen damals, wir haben ihn gesehen, angefuckt den Film im Kino und haben da gesessen, haben uns angeschaut und gefragt uns, als der Joker das erste Mal auftaucht. What the fuck spielt er da? Also nicht als er das erste Mal auftaucht, sondern als er das mit dem Stift macht. Er kommt da an zu den Bösewichten der Stadt, um ihnen vorzuschlagen, mit ihnen zusammen den Batman zur Strecke zu bringen. Und um seine Kraft und Verrücktheit unter Beweis zu stellen, jagte die meinen da den Bleistift ins Auge, indem er ihn Und wie er da einfach dieses Zungeschnalzen... Das übrigens zustande gekommen ist, weil eine Prostetik da irgendwie, er hat halt Zeug da am Mund gehabt und da muss er sich immer wieder dran lecken, damit das irgendwie alles dort bleibt, wo es sollte. Und dann hat er es einfach in die Figur eingebaut. Und das ist so großartig. Es passt so gut. Es ist so gut. Und die Art und Weise zu reden und so. Und ich erkenne einfach Heath Ledger nicht in dieser Figur. Ich kann diesen Schauspieler dort nicht sehen. sehen und das finde ich massiv beeindruckend.
Florian Bayer: Die Maske ist halt auch wirklich fantastisch und das Kostüm, also irgendwie... So eine Mischung aus Punkrock, Zirkusunterhalter und dann wirklich abgefuckt wirkendem Bösewicht. Er hat sich offensichtlich auch an dem... Alex aus Clockwork Orange. Das merkt man auch, dieser Spaß an der Bösartigkeit. Und das Krasse ist ja wirklich, dass diese Figur durch ihre Manierismen so die ganze Zeit unberechenbar virganten Ganz toll auch dazu, dass er zwei Origin-Stories erzählt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Die... Natürlich so kompletter Gegensatz sind. Einmal die Geschichte, dass sein Vater das gemacht hätte. Mit den Worten, why so serious? Und zum Zweiten, dass er es selbst gemacht hätte, um eine Frau, die ... glücksspielsüchtig war und die Schulden hatte und deswegen verletzt wurde auf diese Weise, um ihr zu zeigen, dass es ihr egal ist und sie verlässt ihn dann. Also er erzählt zwei Origin-Stories und es ist ziemlich sicher, klar, beide stimmen nicht. Und das ist dann auch die Frage, die irgendwann komplett in den Hintergrund tritt, weil der Joker ... eine Verkörperung von etwas ist, was keine Origin-Stories braucht. Ich würd sogar so weit gehen und sagen, keine Origin-Story haben darf. Und das ist ganz toll, dass er das macht. Dass der Film das macht. Dass er bewusst darauf verzichtet und der Joker einfach zur Verkörperung des Chaos wird.
Johannes Franke: Er will die Welt einfach brennen sehen.
Florian Bayer: Das wollte ich jetzt auch zitieren.
Johannes Franke: Und das ist wirklich gut, so gut gemacht und er hat das so, ich weiß nicht, es ist immer schwer auseinander zu halten, was steht im Drehbuch und was hat der Schauspieler dazu gebracht und was ist die Inszenierung und was ist angelegt und was ist hinzugefügt. Aber wahrscheinlich ist es auch ganz gut so, dass man es nicht auseinanderhalten kann, weil sonst würde man da viel zu sehr drüber nachdenken. Aber ich würde einfach Heath Thatcher wahnsinnig viel Credits dafür geben, für das, was er da macht. und was er da einbringt. Und die haben auch am Set gestanden, er hat das erste Mal gespielt und die haben sofort festgestellt, scheiße, da passiert was richtig krasses gerade, was richtig Gutes. Also es gibt Zitate von einem Regisseur und von Schauspielern. Gary Oldman hat auch gesagt, er hat ja ich vorher nie getroffen und da ist so ein das erste Mal das Spielen gesehen und hat gesagt, er hatte richtig Angst.
Florian Bayer: Und dann hat die Fletcher zu ihm am Ende der Szene gesagt, that is what acting is all about.
Johannes Franke: Ja, aber das war nochmal was anderes, weil die vorher, bevor Action gerufen wird, hat Heath Ledger, wie das viele Schauspieler so machen, eben... vor sich hin, brabbelnd, sich in die Rolle reingeredet. Weißt du, so irgendwie Zeug. Und dann hat... Gary Oldman, glaube ich. War das Gary Oldman? Nee, das war der andere.
Florian Bayer: Es war der, der Harvey Dent spielt. Ja, genau. diese Bewegung imitiert.
Johannes Franke: Ja, genau. Und dann hat Heath Ledger genau diese gleiche Bewegung
Florian Bayer: Ja, er hat seinen Arm ruckartig bewegt und die Fletcher hat direkt aufgegriffen, diese Bewegung.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und der Actor von Harvey Dent muss dann wohl gesagt haben, das war voll gruselig, dieser Moment. Und ich hatte wirklich Sorge, was ist das für ein Typ? Was macht der da? Das ist ja total krass. Und am Ende der Szene muss dann Heath Ledger aber doch aus der Rolle komplett rausgesprungen sein. Und deswegen, das ist, worum es geht beim Schauspielern, oder? Das war doch eine geile Szene, die wir gerade hatten.
Johannes Franke: Genau, ja. Und was auch dafür spricht, dass eben Heath Ledger nicht zu tief ist. in die Rolle und dann irgendwie deswegen sich umgebracht hat oder weil irgendwas, nein, er ist einfach ein guter Schauspieler und geht am Ende der Szene ganz normal aus der Rolle wieder raus und geht dann ein paar Sekunden vorher rein in die Rolle.
Florian Bayer: Es ist auch keine Rolle, die man... psychologisch tief ergründen muss, weil diese Rolle so parabolisch ist. Weil diese Rolle steht für Chaos. Diese Rolle steht für das extreme Gegenbild von Batman.
Johannes Franke: Aber das Krasse ist ja, du brauchst ja als Schauspieler sowas. Du brauchst ja psychologische Ansätze, um eine Rolle zu spielen. Und wenn die Figur keine haben darf... Wie zur Hölle spielst du das? Das ist so beeindruckend.
Florian Bayer: Und es gelingt. Er ist so präsent in jeder Szene, in der er ist. Und alles, was er sagt, Egal wie albern es ist, egal wie konfuz es ist, es kriegt alles so ein unglaubliches Gewicht. Ja. Vor allem diese Szene, wenn sie ihn dann zum ersten Mal festgenommen haben und seine Sachen durchschwühlt haben. Und dann sitzt er im Knast und dann wird er verhört. Und wie er dann mit Batman redet und wie er sagt, naja, ich bin das, was entstanden ist, weil du da bist. Ich bin quasi dein Sohn.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: So, hallo, Papa. Und du merkst schon, diese Figur ist einfach mal mehr als nur so ein Psychogramm von irgendeinem psychisch gestörten Täter. Es ist wirklich... Es ist das, was Comics ganz oft machen sollten. Eigentlich ist es eine Projektion, es ist ein Entwurf. Es soll keine tiefere Erklärung kriegen, sondern das ist Chaos. Und es gibt so viele Szenen, in denen das so stark ist, wenn er auf der Straße steht und Batman fährt auf ihn zu und er steht da und sagt, hit me! Hit me! Und bleibt einfach stehen. Batman schreit und wir wissen genau, Batman wird ausweichen. Der Joker weiß es nicht. Der Joker spekuliert darauf, dass Batman nicht ausweicht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und wie abgefuckt dieser... Und wenn er den Geldhaufen verbrennt.
Johannes Franke: Er ist richtig enttäuscht, als er ausweicht. Ja. Wahnsinn.
Florian Bayer: Wenn er als Nurse verkleidet aus dem Krankenhaus kommt und die Bombe nicht hochgeht, die Explosion.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Fun Fact.
Johannes Franke: Fun Fact Nummer 567. Die Bombe, also sie haben ein Gelände gehabt, was übrigens, als das hochgegangen ist. auch noch von ganz vielen Leuten der Polizei gemeldet wurde. So nach dem Motto, oh mein Gott, da ist eine Explosion, weil keiner gewusst hat, dass da irgendwie gedreht wird. Das ist ein paar Mal passiert bei dem Film, dass irgendjemand die Polizei gerufen hat. Jedenfalls... hat die Bombe nicht funktioniert. Also den Pyro-Effekt, den sie da gebaut haben und der... das ganze Ding sollte in die Luft sprengen und das ist etwas, was du nur einmal machen kannst eigentlich. Und der Schauspieler, also Heath Thatcher steht da, löst die ganzen Sachen aus, Aber natürlich nicht live, sondern irgendjemand anders hinter der Kamera löst dann die Sachen aus. Und das Problem ist, das eine klemmt und es ist nicht losgegangen. Und der hätte eigentlich schon längst los müssen, der Schauspieler. Aber es ist halt nicht losgegangen. Und er wusste, okay, stimmt nicht. Und hat weitergespielt. Er hat nicht sich umgedreht und gefragt, hä, was ist denn los? Wollen wir nochmal von vorne machen? Nein, er hat einfach weitergespielt und hat... eine der großartigsten Situationen der Filmgeschichte geschaffen. Was für eine Szene.
Florian Bayer: Und dann auch dieses erschreckte Zurückzücken, wenn es dann wirklich explodiert und zur Seite springt. Das ist so super. Das passt so perfekt.
Johannes Franke: 100% der Joker. Wahnsinn.
Florian Bayer: Und das Großartige ist ja, so chaotisch er ist und man hat das Gefühl, er selbst weiß nicht genau, was er als nächstes tun wird. Er hat immer die Kontrolle.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wenn sie ihn im Gefängnis haben und er sitzt da und er ist gefesselt und sie haben ihn. Und er sitzt da total zufrieden und man weiß... Er hat immer noch die Kontrolle. Und dann dieses sarkastische Klatschen.
Johannes Franke: Ah, das war es auch nicht im Drehbuchstand. Hat er auch so gemacht einfach. Großartig. Der Blick dabei, der Blick, wenn er sich da sitzt und die Kamera fährt auf ihn zu und er fängt an zu klatschen, so dieses sarkastische...
Florian Bayer: You complete me, sagt er zu Batman. You're a freak like me. Das trifft so gut. Er hat fast so eine Liebesbeziehung zu Batman. Ja. Das ist super. Was für eine fantastische Rolle und was für eine tolle Rolle, weil sie eben nicht versucht, ihn psychologisch zu ergründen, sondern irgendwie als Als was anderes.
Johannes Franke: Und das macht am meisten Angst.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weißt du, vor der neuen Joker-Verfilmung hat man zwar irgendwie auch Angst, aber nicht so... wie vor dem Unbekannten, vor dem, was man nicht einsortieren kann, wo man nicht weiß... wo man ansetzen soll, um jemandem irgendwie beizubringen, dass das vielleicht jetzt keine gute Idee ist.
Florian Bayer: Es ist für mich die beste Joker, nicht nur die beste Joker-Darstellung von einem Schauspieler, sondern auch die beste Joker-Erklärung.
Johannes Franke: Weil das
Florian Bayer: das ist das, wofür der Joker eigentlich steht. Und wenn du dann sagst, okay, er wurde ... Er ist das geworden, was er ist, weil er in einen Säuretank gefallen ist und sein Gesicht verätzt wurde. oder er ist das, was er ist, weil er ein erfolgloser Comedian war, der irgendwann amok gelaufen ist. Dann ist das alles schwach. Dann macht das die Figur kleiner. Und diese Figur funktioniert einfach so gut, weil es für sie keine Erklärung gibt, weil sie einfach da ist. Und auch ganz zentral dabei, du hast es vorhin schon erwähnt, wenn Alfred mit Bruce Wayne redet und ihm diese Geschichte erzählt von dem Diamantenraub,
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann haben sie die Diamanten irgendwann wiedergefunden. Und ein Kind hat da mitgespielt. Die Bösewichter waren gar nicht interessiert an die Diamanten. Sie wollten die Welt einfach brennen sehen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann nochmal aufgegriffen gegen Ende, wenn Bruce Wayne fragt, und wie habt ihr die dann letzten Endes gekriegt? Und dann meint er, wir haben den Wald niedergebrannt. Das war die einzige Möglichkeit, diesem Chaos Herr zu werden. Auch schöne Szenen, um das noch... Zu vervollkommenen schöne Szenen mit dem Joker, wenn er aus dem Gefängnis geflohen ist und dann diesem Polizeiauto sitzt und seinen Kopf aus dem Fenster hält. Ja. Und so total zufrieden aussieht und glücklich wie so ein Hund, der rausguckt aus dem Autofenster. Und einfach nur die Zugluft genießt. Fantastisch.
Johannes Franke: Die ersten vier Tage des Drehs waren übrigens keine Drehtage. sondern Filmgucktage. Was haben sie denn geguckt? Christopher Nolan hat einfach Screenings angesetzt für die Filme. Und zwar ... In der Reihenfolge Heat von 95, Katzenmensch von 42, Citizen Kane von 41, King Kong und die weiße Frau. Nein, 33. Batman Begins. Natürlich. Schwarzer Sonntag 1977 und Clockwork Orange 1971 und Stalax 17? Stalax 17? Keine Ahnung, 1953. Sagt mir auch nichts.
Florian Bayer: Ich glaube auch tatsächlich, also wie gesagt, fantastische Leistung von Heath Ledger, aber ich glaube, man darf auch nicht unterschätzen, wie Christopher Nolan die Figur angelegt hat, wie er sie gedacht hat und wie er auch sie im Gesamtkonzept des Films gedacht hat, gerade mit diesen Spielen dann und diesem ... diesem krassen, also es gibt ja zwei große Spiele, die Joker mit Batman spielt. Zum einen, dass er sagt, dass Rachel und Javier an verschiedenen Orten sind.
Johannes Franke: Das ist hart, das ist richtig hart.
Florian Bayer: Oh, einen retten. Das ist übrigens so ein netter Rückgriff. Der Riddler war eigentlich für mich immer dieser Rätselsteller, der genau dasselbe in diesem absurden Batman Forever macht. von Jim Carrey gespielt, wo genau dasselbe da ist und Batman schafft es beide zu retten. Und das wird hier umgedreht. Hier ist Batman wirklich ohnmächtig. Und umso bösartiger, dass er die Orte vertauscht, wenn er erst Batman sagt, weil Bruce Wayne natürlich direkt zu seiner Frau rennt und die retten will. Ah. Ohne zu zögern. Und dann das zweite Spiel, was eigentlich noch krasser ist, was wirklich ein interessantes... Ein interessanter Experimentaufbau ist, also mal abgesehen davon, dass viele Menschenleben auf dem Spiel stehen, wenn er das Häftlingsschiff und das normale Passagierschiff mit Bomben ausstattet. und dann sagt, eines von diesen beiden Schiffen wird explodieren. Ihr habt den Auslöser für das jeweils andere Schiff.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und mal schauen, wer zuerst den Knopf drückt. Und denkt daran, die anderen werden auch darüber diskutieren, ob sie den Knopf drücken sollen.
Johannes Franke: Das ist für mich das Kernstück eigentlich, obwohl es nur so einen kleinen Teil einnimmt. Für mich ist dieses Ding so, okay, das... Das ist eine typische Joker-Aktion. Das hätte ich fast irgendwie zentraler gelegt. Überhaupt der ganze Film, ich kann dir jetzt im Nachhinein, wenn ich mich jetzt nicht damit beschäftigt hätte noch, könnte ich dir gar nicht sagen, was der Film alles macht.
Florian Bayer: weil er so viel macht.
Johannes Franke: Er macht so viel und irgendwie ist es auch schwierig, die Storyline tatsächlich richtig zusammenzufassen oder zu fassen oder zu wissen, wie... Auch so ein bisschen wie der Joker. Einfach Chaos. so ein bisschen hier und da und dorthin gerannt. Und Batman wird irgendwie so zum Detective fast angekommen. der irgendwie Ermittlungsarbeit leisten muss von einem ins nächste. Aber du kannst so viele Sachen nicht wirklich fassen und das ist ein bisschen schade. Es ist nicht sehr geradeaus erzählt.
Florian Bayer: Der Film hat so ein typisches Nolan-Problem, was sich vor allem in den jüngeren Actionfilmen immer mal wieder gezeigt hat, also insbesondere in Tenet. Sein letzter Film?
Johannes Franke: Ja, den hab ich ja noch nicht gesehen.
Florian Bayer: Dass er Ereignisse sehr schnell abhandelt, ohne sie vernünftig einzuordnen. Ich hab das Gefühl ... Nolan kann das nicht so gut, uns zu erklären, warum macht ein Akteur gerade das? Und das hat er zum Beispiel bei ... Inception hat er das aufgefangen, indem er am Anfang einfach mal so eine 20-Minuten-Talk hat, wo alles erklärt wird, was sie machen. Wirklich einfach sagt, Leute, ey, hier kriegt ihr eure Erklärung und jetzt genießt die Action.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Bei Tennis hat er darauf verzichtet, was auch ganz gut ist, weil dadurch ist diese Länge nicht da. Mhm. Aber oft ist es so, dass man dann in diesen Filmen, wenn die fehlt, ein bisschen verloren ist. Zum Beispiel reist ja Batman ... nach, jetzt weiß ich nicht mal welches Land das ist, nach Asien, um diesen Lau zu entführen, der das Geld von den Verbrechern hortet. Und der deswegen ein wichtiger Zeuge für sie ist. Und er weiß, wenn er den hat, dann kommt Harvey Dent an die Verbrecher ran. Und das wird alles so sehr schnell abgehandelt. Da wird nicht viel erklärt, sondern es wird gemacht und es wird zwischendurch ein bisschen geredet. Meistens ist es auch so ein Musikteppich im Hintergrund. Und bei Nolan-Filmen fühlt man sich oft so ein bisschen verloren, weil man denkt, okay, so das ein oder andere Erklärungspiece Das hättest du ruhig im Raum stehen lassen können und hättest es nicht so in diesen Fluss einbauen müssen. Die Ermittlungsarbeiten, die du jetzt angesprochen hast, ist genau dasselbe. Es passiert alles so schnell und... so im Fluss, dass vieles verloren geht. Und wenn man dann genauer drauf guckt, merkt man auch, dass es teilweise nicht 100% plausibel ist. Also zum Beispiel das Gordon seinen Tod vortäuschen muss. Das ist einfach nur ein Gimmick, um einen Plot-Twist zu haben.
Johannes Franke: Ja, genau. Es ist so ein bisschen wie bei... dass man nicht ganz genau weiß, wie kommst du jetzt dahin? Warum? Was? Warum?
Florian Bayer: Vielleicht ist Nolan sogar ein bisschen inspiriert vom sehr klassischen Actionkino aus den 60er und 70er Jahren, wo das viel gemacht wurde, wo es viele Ortswechsel gab. in schneller Reihenfolge, ohne große Erklärungen. Und das moderne Actionkino ist da eigentlich so ein bisschen erzählfreudiger und baut mehr Erzählung um die Action herum.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und zwar teilweise so, dass es das Publikum für dumm verkauft und man das Gefühl hat, okay, das ist zu viel davon. Also jetzt nicht um zu sagen, Nolan ist ein schlechter Actionrichter, weil vieles, was er macht, ist richtig. Und es ist gut, dass er ... Mehr Show, weniger Tell hat. Das ist schon gut und das passt auch zu dem Genre. Und er verkauft sein Publikum definitiv nicht für dumm. Seine Actionfilmer haben vollkommen zu Recht. den Ruf, eher intellektuelle Actionfilme zu sein.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: aber es kann ermüden und es kann auch so ein bisschen den Fluss stören, weil man sich dann doch manchmal fragt, Moment, Wie konnte Joker jetzt einfach so simpel aus dem Gefängnis fliehen? Ja, okay, er hat diesen einen Korb reingelegt und ihm ein Messer an den Hals gehalten. Aber wie konnte er so schnell entkommen? Ach egal, coole Action-Szene.
Johannes Franke: Ja, genau, genau. Man nimmt das dann einfach mit. Das ist halt der Unterschied zum Moonwacker. Weißt du, Moonwacker hat mal genug Zeit, sich zu fragen, was das jetzt soll. Bei diesem Film hat man einfach keine Chance. Man nimmt das dann hin und freut sich über die nächste Action-Szene.
Florian Bayer: Vielleicht auch daran liegt, dass Moonraker mehr mit Humor gearbeitet hat und Christopher Nolan. Also wenn man Christopher Nolan etwas vorwerfen kann, Humor kann er nicht. Und dieser Film hat ein, zwei Momente, wo er versucht, witzig zu sein, aber Christopher Nolan ist nicht witzig.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und... Es ist fast so, dass man sagen würde, dann hättest du auf die 1-2-One-Liner auch verzichten können. Weil du bist ein todernster Film. Du nimmst diesen Film todernst und dann ziehst auch durch und lass die Gags. Das sind ja wirklich nicht viele Gags. Aber wenn Gags kommen ... sind sie fast so ein bisschen cringe-worthy, weil sie diesen gewaltigen Pathos kaputt machen ein bisschen.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Weil Joker ist halt auch nicht lustig in dem Film. Also Joker ist einfach erschreckend. Jokers Witz funktionieren, weil sie nicht... für das Publikum als witzig gedacht sind, sondern nur für ihn und das Publikum Angst davor haben sollen, das funktioniert.
Johannes Franke: Das funktioniert, ja genau.
Florian Bayer: Aber wenn Batman dann sowas sagt, wie wenn Joker sagt, ah, du bist widerspenstig, das gefällt mir, dann hört man von Batman, dann wirst du mich lieben. Und er kriegt einmal eine auf die Schnauze. Das soll ein witziger One-Liner sein, aber es ist einfach nur so deplatziert in diesem ansonsten sehr ernsten und sehr düsteren Film.
Johannes Franke: Vor allem, weil ... Das müssen wir kurz mal sagen, wenigstens. Warum rülpst er so... Das ist ja nun zum Gespött geworden überall und immer wieder. Where are they? Völlig übersteuert, Plur. Es ist einfach nicht und er hat es ja auch am Set nicht so gemacht. Das wurde im Nachhinein entsprechend und es ist schlimmer als im ersten Teil.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und ich weiß nicht, das ist eine ganz schlechte Entscheidung für dich.
Florian Bayer: Ja, glaube ich auch. Bin ich ganz bei dir. Nee, hätte einfach nicht sein müssen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich sehe, was er damit machen wollte. Er will diesen Batman so inszenieren, dass er sich wirklich als der Schrecken der Unterwelt versteht. Das heißt, dass er Angst verbreitet. Offensichtlich denken sowohl dieser Batman als auch Nolan, dass eine tiefe Stimme, eine tiefe röhrende Du hast Gerülps gesagt, das trifft's.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Stimme, Angst verbreitet, aber tatsächlich sorgt eher für so ein bisschen unfreiwillige Kompetenzen.
Johannes Franke: Ja und Irritation und das nimmt ihm so viel weg, so viel Präsenz und so viel Würde nimmt ihm das einfach weg. Keine gute Entscheidung.
Florian Bayer: Und es ist ja auch, das Problem ist halt auch, man sieht es und man sieht schon die Karikatur drin. Man weiß, das wird das ist perfekt, um parodiert zu werden. Und natürlich, dass wenn jemand Batman parodiert, macht er das mit dieser Stimme, weil das so albern ist eigentlich. Ja.
Johannes Franke: Ich bin Batman. Ja. Vielleicht muss ich ihn bitten, mir das einmal aufzunehmen und dann schneiden wir es hier rein.
Florian Bayer: Wollen wir noch kurz was zu den Action-Szenen sagen?
Johannes Franke: Also ich meine, hast du was über die Action-Szenen zu sagen. Ich bin ja immer bei Action-Szenen, steige ich ja meistens aus, weil da keine Story passiert, aber in diesem Film überwältigt mich das so, dass ich denke, okay, ist gut, mach.
Florian Bayer: Ich finde die Action-Szenen beeindruckend, weil sie so kalt und steril sind. Und weil fast komplett der Pathos-Score fehlt. manchmal diesen Klangteppich, aber manchmal setzt die Musik auch einfach komplett aus. Zum Beispiel in der einen großen Verfolgungsjagd, wenn sie... kurz überlegen, wenn sie mit dem Gefängniswagen fahren, wenn Gordon heimlich da sitzt und Joker das überfällt und dann Batman mitfährt und dann fahren sie alle durch diese Tunnels und Es kommt noch ein LKW dazu, der versucht, den Gefangentransport entgleisen zu lassen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann setzt die Musik einfach aus und wir haben wirklich einfach nur diese ziemlich rohe und kalte Ätchen. Das ist teilweise fast wie in einem Kriegsfilm.
Johannes Franke: Okay. Und das habe ich nicht mehr so in Erinnerung, aber ja.
Florian Bayer: Und das macht die Action irgendwie spannend und intensiver, als man es oft kennt vom Actionkino, weil sie einfach so einen gewissen Ernst mit sich bringt.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und es ist ja tatsächlich, es gibt keine krassen... sensationalistischen Action-Szenen. Es ist nicht Spektakel, sondern es ist eher so ...
Johannes Franke: Es sind vor allem aber auch, muss man sagen, solide Ideen. Wie, dass der Joker sie umleitet in diesen Tunnel, wo er dann mit dem Lieferwagen kommt und fährt. von der Seite. Also solide Ideen für Action-Umgebungen, die irgendwie spannend sind. Ähm, Also gut umgesetzt und gut gemacht, aber ich weiß nicht, also so richtig Sensationssachen, wie du sagst, gibt es tatsächlich nicht.
Florian Bayer: Ich fand die Szene sehr stark am Schluss, wenn Batman in das Gebäude eindringt, in dem der Joker die Geiseln als Clowns verkleidet hat.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und ihnen die Waffen an die Hände gebunden hat und er dann die Geiseln rettet vor den Scharfschützen von der Polizei. Das ist eine ziemlich spannende Szene, aber auch das ist eine Szene. die intensiv dadurch wird, dass sie sich zu einem gewissen Realismus wahrt. Das ist ja auch dieses Nolan Action Prinzip, alles ist realistischer, alles ist hässlicher und klobiger. Das Batman-Auto ist nicht das, was man als Batcar liebt, nicht schlank, nicht schnell, sondern es ist einfach mal so ein Panzer, der unterstützt. umgebaut wurde. Und das finde ich gut. Das ist ein schönes Konzept für einen Superheldenfilm. Und Und ich glaube, viele DC-Filme in der Folge waren so schlecht, weil sie das Konzept nicht so ganz verstanden haben und einfach versucht haben, das Düstere davon zu kopieren. Und dann irgendwie bei Superman's Jesus angekommen sind. Aber das kann man diesem Film nicht vorwerfen.
Johannes Franke: Nein, überhaupt nicht. Überhaupt die Gadgets, ich finde es ganz witzig, dass er dann, also Morgan Freeman irgendwann fragt, Kannst du mir was Neues designen? Ich muss meinen Kopf bewegen können. Weil die ganzen anderen Filme früher hatten halt irgendwie so eine Art Helm, wo man sich eigentlich gar nicht mehr bewegen konnte drin und das ist eine schöne Referenz. Und dieses neue Kostüm hat also echt... 200 Einzelteile, ne? Krass. Und es ist schon anspruchsvoll, dieses Kostüm. Und er konnte sich halt viel mehr bewegen und der Schauspieler hat auch für den Film davor sehr viel mehr trainiert als für den jetzt. Ich glaube, er... Hatte einfach keine Lust, aber er hat gesagt, dass er in diesem Film einfach agiler sein muss. Und wenn man zu sehr muskelbepackt ist, dann kannst du dich kaum noch bewegen, so wie er das muss. Und in diesem Kostüm war er sehr viel beweglicher und agiler und deswegen...
Florian Bayer: Dabei kommt es gar nicht so drauf an, weil der Film letzten Endes ein Joker-Film ist.
Johannes Franke: Ja. Ein großartiger Joker-Film.
Florian Bayer: Das ist der erste Batman-Film, der das Wort Batman nicht in seinem Titel trägt.
Johannes Franke: Stimmt, ja. Und das sehe ich Ihnen auch als toller Actionfilm.
Florian Bayer: Der komplett vom Joker lebt und von seiner Lache. Auch großartig, um noch mal ganz kurz auf den Joker zurückzukommen. Seine Idee, dass er den Typen der Batman enttarnen will, dass er auf denen Kopfgeld ansetzt. was wirklich bitterböse ist und sag so, ey, der macht mir den ganzen Spaß kaputt, bringt den mal bitte um. Und dann, was wirklich düster und abgefuckt ist, dass er den als erstes Opfer des Joker, diesen falschen Batman, dass er den jagt. gefangen nimmt und dann vom Haus baumeln lässt und mit der Nachricht würde sich der richtige Batman bitte melden und dieses Dieses Ruffer-Video, wo er ihn gefangen genommen hat und umbringt. hat ja auch mittlerweile so eine gewisse Ikonität entwickelt. Also immer, wenn irgendwie der Joker thematisiert wird oder parodiert wird, wird ja diese Szene auch wieder parodiert. Weil die auch wirklich eine intensive und starke Szene ist und auch nichts verloren hat von ihrer Intensität.
Johannes Franke: Ja. Ich glaube, wir hätten noch sehr viele Themen, aber eigentlich kann man nicht alle Themen bearbeiten, die dieser Film hat. Weil er hat eine Palette an Farben, die einfach jede für sich genommen schon eine halbe Stunde oder eine Stunde Thema bieten würde. Insofern, weiß ich nicht, hast du noch irgendwas, was dir wichtig wäre?
Florian Bayer: Ja, also ich kann dir nur zustimmen, es gibt viele Themen, das Selbstjustizthema haben wir schon relativ lange abgehandelt, es gibt das Außenseiterthema, die sich auch vermeintlich brauchen, also zumindest das Die Ansicht des Jokers, sie sind beide Freaks, sie brauchen sich. Die Quintessenz von einem Superbösewicht ist der Joker eigentlich, weil er das Chaos verkörpert. Das, was uns bei Bösewichten am meisten Angst macht, dass sie nicht berechenbar sind.
Johannes Franke: Er thematisiert
Florian Bayer: die Obsession von Batman mit seiner Tätigkeit, also was wir noch gar nicht angesprochen haben, die Beziehung zwischen Rachel und Batman, dass sie ...
Johannes Franke: Ja, sowas haben wir noch gar nicht.
Florian Bayer: Dass Bruce Wayne sagt, hey, und jetzt, wo es Harvey Dent gibt, braucht Gott vom Batman nicht mehr. Und sie sagt dann irgendwann zu ihm, ja, aber du brauchst Batman. Diese ganze Obsession mit seiner Rolle. Spannendes Thema. Ja. Ja, es gibt einfach viele Themen und du sagst viele Farben. Das ist vor allem grau, weiß, schwarz, aber wunderbar schattiert.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau.
Florian Bayer: Kein bunter Film.
Johannes Franke: Kein bunter Film, nee, nee.
Florian Bayer: Auch mitverantwortlich für dieses Critty-Color-Correction. die im Nachfolgenden viele, viele Actionfilme gemacht haben.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Und tatsächlich, wenn man dem Film was vorwerfen will, dann, dass viele ihn auf ganz miserable Weise imitiert haben oder versucht haben, ihn zu imitieren. Und dass dieser Look ... sich teilweise so festgefressen hat dann in der Zeit im Action-Kino. Und auch wirklich genervt hat. Und irgendwann hat man das Gefühl, Leute, ich will wieder Farben sehen.
Johannes Franke: Ja, und ... Danke, Marvel. Ja, genau. Einer der wichtigsten großen Themen fand ich halt tatsächlich diese beiden Schiffe. Und ganz stark und natürlich, klar, das will man dann auch sehen, dass dieser eine Gefangene kommt und das Ding aus dem Fenster wirft.
Florian Bayer: Tolle Szene, gut gemacht.
Johannes Franke: Gut gemacht. Und der Film hat nicht das ganz platt erzählt und dann so einfach drauf los, sondern man fragt sich wirklich ganz lange, was machen sie denn jetzt nur? Und man will eigentlich, dass dieser Gefangene aufsteht und das Ding wegwirft, aber er reizt es lang genug aus, dass es nicht platt wirkt. Ja. Okay, ja, viele moralische Fragen. Vielleicht, wenn ihr irgendwas habt, worüber wir nicht geredet haben, was euch an diesem Film interessiert hat, schreibt uns gerne. Mich würde sehr interessieren, was andere in diesem Film gesehen haben, außer der Action. Weil der Film hat viel mehr zu bieten, als die Action.
Florian Bayer: Ja, ich finde nach wie vor die Frage spannend, funktioniert er auch heute noch? Ja. Mittlerweile über zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung. Für mich ist die Antwort ganz klar ja.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich glaube auch, dass dieser Film den Test der Zeit auch länger bestehen wird und einfach Mittlerweile kann man ihn einfach zu den großen Klassikern des Action-Kinos rechnen.
Johannes Franke: Ja. Schön. Danke, Plur, dass wir ihn noch mal geguckt haben.
Florian Bayer: Ja, vielen Dank. Also es hat mich total gefreut, die Erinnerungen an den Film wieder aufzufrischen. Und ich fand es toll, dass ich ihn immer noch mochte.
Johannes Franke: Schön. Sehr schön. Okay, dann machen wir jetzt eine kleine Pause und dann geht es weiter mit den Beatles. Okay, seid gespannt. Bis gleich. Bis gleich. So, da sind wir wieder. Das war schrecklich. Das war ein bisschen awkward. Flor sagt das Gleiche. Okay.
Florian Bayer: Wir reden zu oft zu synchron. Wir haben auch ein paar Mal, wo wir ein Ciao gleichzeitig sagen, das ist nicht abgesprochen. Wir wollen nicht wie ein Chor klingen. Das passiert manchmal einfach.
Johannes Franke: Wir sind so aufeinander abgestimmt, Floor.
Florian Bayer: Diese Harmonie.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Können wir ein bisschen streiten jetzt?
Johannes Franke: Wollen wir streiten?
Florian Bayer: Ich weiß nicht.
Johannes Franke: Okay, dann lass uns streiten. Plor, was hast du mir da angetan? Tu's nicht.
Florian Bayer: Wie kannst du diesen Film nicht mögen? Das ist ja schrecklich. Okay. vielleicht finden wir einen Punkt zu streiten, aber ich habe so ein bisschen die Befürchtung, den finden wir nicht, wenn wir über den Film reden.
Johannes Franke: Lass uns mal reingehen. Lass uns mal reingehen. Wir haben jetzt Yesterday einen Film über, aber ohne die Beatles.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Plur, führ doch einmal in den Film ein.
Florian Bayer: Yesterday von Danny Boyle und Richard Curtis aus dem Jahr 2019 gehört zu derart High-Concept-Film bei denen ein Satz reicht, um zu verstehen, worum es geht und um Neugierde zu wecken. Erfolgloser Musiker wacht nach einem Unfall in einer alternativen Realität auf, in der die Beatles nie existiert haben. Da er sich sehr gut an deren Songs erinnert, nutzt er dieses Wissen, um seiner eigenen Karriere neuen Schwung zu geben und die Welt mit allen Hits der Fab Four von I Saw Her Standing bis Let It Be zu versorgen. Okay, das waren zwei Sätze. Und um noch einen Dritten hinterherzuschieben, Boyle und Curtis packen dieses Märchen in eine traditionelle britische Rom-Com, deren Liebesgeschichte relativ brav daherkommt und auch nicht groß zu überraschen vermag. Das ist aber gar nicht so wichtig. Denn neben seinem Auftreten als märchenhafte Liebeskomödie ist Yesterday vor allem ein wundervolles Tribut an Songwriting, britische Popmusik und die zeitlosen Songs der Fabulous Four. Mit einigen wunderschönen Interpretationen, die die Faszination der Beatles-Musik perfekt einfangen, einem sympathischen und selbstironischen Ed Sheeran Camillo und vielen skurrilen Haupt- und Nebenfiguren. Yesterday macht einfach Spaß und vermittelt perfekt, warum die Songs von Lennon und McCartney auch heute noch relevant sind. Vielleicht sogar der am meisten unterschätzte Film des Jahres 2019. Was denkst du, Johannes?
Johannes Franke: Ich denke, dass Richard Curtis den Rom-Com teilgemacht hat und von Boyle kam eigentlich was ganz anderes. Richard Curtis hat das ein bisschen sehr in seine Hand genommen, wenn ich das richtig recherchiert habe. Und mich würde es ja interessieren, was Boyle draus gemacht hätte.
Florian Bayer: Nee, Boyle hat ja was draus gemacht. Boyle war ja Regisseur.
Johannes Franke: Achso, nee, was der Ursprüngliche. Genau, so rum, nicht Boyle. Verdammt, jetzt habe ich euch den Namen durcheinander gebracht.
Florian Bayer: Was der ursprüngliche Autor draus gemacht hätte.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und da gab es ja durchaus auch gewisse... Widerrede und auch gewisse Unzufriedenheit damit, was daraus geworden ist. Jack Bart.
Johannes Franke: Bart, genau.
Florian Bayer: Cover-Version ist das Original-Screenplay. Und Bart wollte diese Geschichte jahrzehntelang erzählen und wollte daraus einen Film machen. Und Er hat das auch angefangen zu schreiben und sein Drehbuchentwurf war... mit Sicherheit düsterer und tragischer als das, was letzten Endes rausgekommen ist. Und zwar geht es nämlich im Original-Drehbuch darum, dass Jack... unser Protagonist, keinen Erfolg hat mit den Beatles Songs. Dass er es nicht schafft, dass diese Leidenschaft erneut zu entfachen und das ist einfach so ein bisschen eine gescheiterte Künstlerbiografie ist von einem Künstler, der sich durch Imitationen erhofft Ruhm zu erlangen oder vielleicht auch der Welt die Musik zu geben, die sie verdient hat und der daran aber scheitert. Und viele Jahre nachdem Bart das angefangen hat, dieses Drehbuch, was so halb fertig war, hat sich das Richard Curtis geschnappt. Mhm. Und für ihn war klar, ich will daraus eine Rom-Com machen. Dazu muss man sagen, Richard Curtis ist auch tatsächlich ein totaler Rom-Com-Mensch. Ja, der hat einfach in seiner Filmografie mit so die großen britischen Rom-Coms der 90er-Jahre stehen, also 4.18. ein Todesfall, Notting Hill. Und Bridget Jones sind so die drei großen Rom-Coms, die er gemacht hat.
Johannes Franke: Er hat nicht nur Rom-Coms gemacht.
Florian Bayer: Nee, er hat nicht nur Rom-Coms gemacht, aber er ist schon, er kann Rom-Coms. Ja, okay. Und ich muss sagen, in dem Fall und bei diesem Thema bin ich auch sehr glücklich darüber, dass daraus dieser positive Film geworden ist. Was zum einen daran liegt, dass ich totaler Beatles-Fan bin. Und dass ich es schön finde, wenn sich vor der Musik der Beatles verbeugt wird. Aber auch tatsächlich zum anderen, weil ich finde, dass das wirklich sehr gut harmonisch miteinander funktioniert. So eine romantische Komödie, die vielleicht auch ein bisschen seicht ist. Definitiv kann man ihr vorwerfen. In Verbindung mit dieser Liebe zur Musik. Und jetzt lass uns streiten. Lustig, los, auf, Schattenboxen.
Johannes Franke: Also, Plur, ich habe ganz große Schwierigkeiten damit, wie der Film montiert ist. »Aus irgendwelchen Gründen komme ich ganz schwer rein.« Warum auch immer, weil eigentlich ist es eine... Alles an dem Film... sagt, das kann nur erfolgreich da einmal durchgehen. Aber irgendwie... Entweder hat sich Boyle gedacht, ich muss irgendwas anders machen oder weiß ich nicht genau, aber irgendwie finde ich, Ist der so montiert und so irgendwie inszeniert, dass ich ganz große Schwierigkeiten habe, dem... die Vorschusslorbeeren, die ich ihm gebe, auch zu nutzen. Irgendwie, weiß ich nicht.
Florian Bayer: Was meinst du mit montiert? Meinst du das Arrangement der Story?
Johannes Franke: Nee, sowohl im Schnitt als auch Also ich meine, der ist logisch geschnitten. Du hast nicht plötzlich einen Schnitt auf irgendwie, wo du denkst, hä, da passiert doch gar nichts. Also das ist es nicht. Aber wie die Szenen miteinander arrangiert werden und wie ich von einer in die nächste komme und wie... Man gewöhnt sich irgendwann dran, aber der ist irgendwie nicht im Rhythmus. Ist ein Musikfilm und der ist nicht im Rhythmus.
Florian Bayer: Ich weiß nicht genau, was du meinst. Du stolperst dadurch Gegen These. Der Film ist in einem Rhythmus. Und zwar in einem sehr britischen Rhythmus. Und auch tatsächlich in einem sehr beatlesken Rhythmus. Du sagst, du stolperst dadurch. Ich glaube ... Das ist teilweise auch was, was man bei vielen Beatles Songs hat, die ja auch manchmal einfach abweichen von einer klassischen Harmonie, die auch manchmal abweichen von einem klassischen Songarrangement und so. eben nicht einfach Strophe Raffra, Strophe Raffra, sondern irgendwie so ein bisschen austicken und ein bisschen ungewöhnlich werden. und trotzdem einen gewissen Pop-Appeal haben. Vielleicht ist es das, vielleicht ist es ... Weil ich hab tatsächlich, wenn ich diesen Film sehe ... Ich habe das Gefühl, der atmet die ganze Zeit die Beatles. Und zwar was diesen britischen Charme betrifft, aber auch was dieses Balancieren zwischen Pop und und zwischen Besonderem betrifft. Und ja, es ist definitiv ein Film, der auch ganz stark von seinen Szenen lebt. Also wenn man ihm was vorwerfen kann, auf jeden Fall, dass er manchmal ein bisschen zu szenengeil ist, dass er wirklich eine wunderschöne Szene hat und dass es klar ist, die Story drumherum dient ihm. irgendwie, um zu dieser Szene zu kommen. Um diese Szene sich entfalten zu lassen. Wir stolpern zu dieser Szene und dann haben wir wirklich ein... schönen emotionalen Moment. Aber was sind das für tolle Szenen, die er teilt. Was sind das für großartige Szenen?
Johannes Franke: Okay, Moment. Ganz kurz, bevor wir zu den großartigen Szenen kommen. Ich glaube einfach... Bis zu dem Moment, in dem sich dann ... Der Erfolg einstellt für ihn. Bis dahin. Und bis dahin muss der Film ja kommen. Film versucht, möglichst nicht sofort dahin zu kommen, damit er eine Entwicklung hat und so. Aber irgendwie... habe ich das Gefühl, dass es nicht gut genug ausgearbeitet ist, dort hinzukommen. Natürlich gibt es diese ganzen Momente, wie er ist erfolgloser Künstler, sehen wir gleich am Anfang, er ist... mit seiner Managerin unterwegs, die ihn sehr mag offensichtlich. Und irgendwie versucht sie daran festzuhalten, dass er weitermachen soll und so. Und er will irgendwann einfach nicht mehr, weil er aufgibt und sagt, nee, es funktioniert einfach nicht. irgendwie versucht er mir alles das zu geben, was ich da brauche, um da hinzukommen. Aber er arbeitet es so komisch ab. Ich weiß nicht. In dem ersten Teil steckt keine Liebe. Sobald er an die Beatles rangeht und sobald der Erfolg kommt, steckt viel mehr Liebe drin. Aber am Anfang steckt da nicht viel drin. Ich habe nicht genug Liebe für die Figuren irgendwie am Anfang. Das kommt irgendwann, sicher, natürlich und er hat auch irgendwann Liebe für die kleinen Momente der Figuren, aber das hätte er gleich am Anfang haben können und irgendwie bin ich nicht reingekommen.
Florian Bayer: Der Anfang ist ja tatsächlich relativ kurz, also bis zu diesem Unfall, keine Ahnung, 15 Minuten vielleicht maximal.
Johannes Franke: Ja und ich frage mich da schon, was will er denn jetzt noch alles erzählen, wenn er jetzt schon da ist? Das ist schon krass. Und vielleicht ist es das. Vielleicht ist es mir zu schnell. Vielleicht hat er zu viel vor, der Film, als dass ich irgendwie... Ich bin da so reingeworfen und irgendwie komme ich nicht mit genug Liebe da durch. Ich hake da so Szenen ab, die dann... irgendwann darin münden, dass er dann endlich die Musik feiert.
Florian Bayer: Also ich mag zum Beispiel sehr diesen Zusammenschnitt am Anfang, wenn man einfach sieht, Das ist ein erfolgloser Musiker und das wird schnell erzählt und wir haben einfach so ein Schnittfest. Wie er auf der Straße steht und musiziert und kein Publikum hat. Und wie er in der Bar steht und musiziert und kein Publikum hat.
Johannes Franke: Die Barszene fand ich auch ganz cool.
Florian Bayer: Und wie einer von seinen Freunden reinruft, Sommersong, weil das offensichtlich sein Hit ist. Und das wird auch so zum Running Gag, dass immer wieder dieses ... Summer Song verlangt wird, der so sein großer Hit ist, der aber im Vergleich zu den Beatles komplett abstinkt und alle sagen dann nachher so, den hättest du dir echt schenken können. Und ja, und dann gibt's dieses Festival ... Was auch toll geschnitten ist, wenn man dieses große Festival sieht und ganz viele Leute machen Party und alles, total viel Action. Und dann steht er in diesem kleinen Zelt, wo drei Kinder spielen auf dem Boden. Ich weiß nicht, klar, natürlich, das ist so hopp, hopp, hopp. Ich sehe, was du da meinst, aber ich finde das einfach sympathisch und schön. Ich finde die Szenenauswahl ganz sicher.
Johannes Franke: An sich finde ich die Szenenauswahl nicht schlecht. Also ich finde auch die Ideen nicht schlecht, aber irgendwie irgendwas an der Erzählung und an der Montage, wie es im Schnitt dann zusammengeworfen ist, sperrt für mich. Und dann brauche ich sehr lange, um mich damit... zu arrangieren und um in das reinzukommen, was der Film wirklich erzählen will.
Florian Bayer: Und du sagst, es wird besser nach seinem Unfall, wenn die Beatles reinkommen?
Johannes Franke: Es wird besser in dem Moment, wo er erfolgreich wird damit.
Florian Bayer: Wo er erfolgreich wird. Was ist denn mit dieser ersten Szene, wenn er Yesterday spielt, was die anderen nicht kennen?
Johannes Franke: Die ist wirklich schön.
Florian Bayer: Das ist so eine tolle Szene. Da gibt es diesen ganz kleinen Schnitt auf den Park... Also er sitzt da mit seinen Freunden auf der Bank und Ellie, seine Managerin, schenkt ihm eine Gitarre und er sagt, für diese Gitarre brauche ich einen großen Song und dann spielt er Yesterday. Und er spielt es wirklich gut.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann sehen wir so ein paar Bilder, wie sie da sitzen. Und dann wird kurz geschnitten in den Park. Irgendwie so Kinder, die mit ihrem Vater und einem Hund spielen. So ganz, ganz einfache Sachen. Ein paar Boote, die vorbeifahren. Während dieses Lied erklingt und dann wieder ein Schnitt auf ihre Gesichter, wie sie darauf reagieren auf diesen Song. Und er fasst so gut dieses Gefühl von dem Song, was dieser Song immer noch vermitteln kann, so gut in einfache, subtile Bilder.
Johannes Franke: Ja, das stimmt, absolut.
Florian Bayer: Also diese kleinen, subtilen Momente, ich finde, das ist ... Da hat er mich auch irgendwie, weil ich sage, hey, ich liebe die Beatles. Und ja, er spielt die Hits ... Der Film konzentriert sich auf die Hits der Beatles, auf das, was in der One ist. Und das ist aber total okay. okay, weil es ist vielleicht auch so ein bisschen Einstieg in die Beatle-Musik, aber ich als Beatles-Fan, der von den Beatles auch tendenziell eher nicht die Hits oder Popsongs mag, sondern eher die experimentellen Sachen sagt, Das ist wundervoll. Ich bin total verliebt da drin und ich fühle meine Begeisterung für die Beatles, finde ich da perfekt. eingefangen und aufgefangen.
Johannes Franke: Aber weißt du, ich glaube, das ist das, was du vorhin gesagt hast, Das ist es, um mein Problem mit dem Film nochmal zusammenzufassen und dann auch abzuhacken. Ich glaube, das ist es. Der Film hat sich Szenen überlegt. zu denen er kommen möchte. Und ich finde, er kommt nicht gut von der einen zur nächsten.
Florian Bayer: Ich glaube, ich sehe, wo du herkommst. Und ja, das kann man ihm vorwerfen. Es ist durchaus berechtigt, das zu sagen, weil er ist kein Meisterwerk des Storytellings. Ich meine, da haben wir diese Liebesgeschichte. Die ja wirklich so ein bisschen halbgar erzählt ist. Es ist auch so eine Liebesgeschichte, die voll von Rom-Com-Klischees ist. Also wir haben natürlich die Frau, die den Künstler anhimmelt. Ja. Und sie ist eigentlich nur da, um ihn zu unterstützen. Und sie kriegt zwar einen Charakter, aber der wird jetzt nicht perfekt ausgearbeitet. Es ist kein perfekt erzählter Film. Aber er schafft es, von Szene zu Szene zu kommen, von Episode zu Episode ... Und irgendwie entwickelt dabei einen wirklich verführerischen Rhythmus, gerade in... in diesem Beatles-Kontext, dass wir wundervolle Momente haben Und dass es auch irgendwie plausibel ist, wie er von einem Moment zum anderen kommt. Also zum Beispiel auch wir. dann seinen Erfolg entwickelt, wenn er seine ersten erfolglosen Auftritte hatte, fast verzweifelt. Und dann kommt dieser tolle Gavin, Dieser Musikproduzent, der ihn in sein Studio lässt, wo sie dann neben den Schienen... die Beatles-Songs aufnehmen. Und sie nehmen dann ja auch wirklich die ältesten Beatles-Songs auf. Also die Anfang der 60er. Und machen dann halt so eine EP-Song. mit den großen Pop-Hits der Beatles, irgendwie fünf oder sechs Songs. Und das ist einfach eine tolle Szene. Der Film führt mich aber auch natürlich dahin. Es ist eben nicht gleich das große Musikstudio, sondern es ist halt erst mal so an dieser Bahnstrecke und Zug fährt vorbei und dann wird kurz pausiert und dann stehen sie da mit den Handschuhen und Klatschen, um diesen Sound zu erzeugen. Auch ganz tolle Idee.
Johannes Franke: Ich finde auch diese... So einzelne Szenen, diese Highlights, die sie sich halt überlegt haben, die sind wirklich toll. Also ganz schöne, tolle Ideen dabei. Und ich muss sagen, dass ich finde, dass die... Hauptfigur, ganz wunderbar gewählt ist, weil es kein Sunnyboy ist, er ist kein Beetle. Weißt du?
Florian Bayer: Jack Malick. Himmash Patel, ein toller Schauspieler.
Johannes Franke: Ja, super.
Florian Bayer: gut schafft, diese Balance zwischen Comedy und ein bisschen ernstere, dramatischere Szenen.
Johannes Franke: Und er kann toll singen.
Florian Bayer: Und er kann fantastisch singen.
Johannes Franke: Wahnsinn. Ganz toll. Also gute Stimme für genau diese Songs.
Florian Bayer: Ich glaube, ich habe dir letzte Woche nicht auf dem Band, aber ich glaube, ich habe dir so off-record gesagt, dass der Film zwei Songs hat. Ja, die ich besser finde als die originalen, weil sie nicht unbedingt besser, aber die tatsächlich, also der eine tatsächlich besser, eine Cover-Version.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und das zweite, den Geist des Originals perfekt eingefangen und nochmal ein bisschen stärker hervorgehoben.
Johannes Franke: Welche zwei sind das für dich?
Florian Bayer: Also, das erste ist ... Long and Winding Road. Und zwar nach dem Konzert mit Ed Sheeran von Ed Sheeran, Jack zum Gesangswettbewerb raus.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und Ed Sheeran spielt einen Song von sich. Und danach kommt Jack mit schlechtem Gewissen und spielt natürlich keinen ... schnell dahingeschriebenen Songs, sondern Long and Winding Road. Übrigens angemerkt, offensichtlich waren sowohl Danny Boyle als auch Richard Curtis eher McCartney-Fans, weil alle Songs, abgefeiert werden, sind McCartney-Songs. Yesterday, Long and Winding Road, Let It Be und Ja, genau. Irgendwie mehr McCartney als Lennon offensichtlich.
Johannes Franke: Ich vermisse Blackbird.
Florian Bayer: Ja stimmt, Blackbird kommt nicht vor.
Johannes Franke: Nein, kommt nicht vor und ich bin ganz enttäuscht. Wirklich.
Florian Bayer: Aber dafür hast du es gerade sehr schön gespielt. Na, danke. Auf jeden Fall spiele dann Long and Winding Road. Und Long and Winding Road ... ist kein Song, den ich unbedingt mochte. Weil der auf dem Album, auf dem er ist, Let It Be, komplett zugekleistert ist mit Orchester und mit Kitsch und Theatralik. Ah. wundervollen, simplen McCartney Song. Einfach nur auf dem Piano in einer Bar wiedergegeben zu hören. War es so toll.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Es hat mir mehr Freude gemacht, den Song so zu hören als auf dem Album. Es war wirklich eine tolle Darbietung. Und ich finde halt auch diese ganze Szene schön, weil Ed Sheeran, der übrigens großartig ist in dem ganzen Film, und ich bin kein Ed Sheeran-Fan, Aber ich mag ihn total in dem Film. Ich finde den so sympathisch und so witzig. Auf jeden Fall, Ed Sheeran verbeugt sich vor den Beatles, indem er einfach nur dasteht mit runtergeklappter Kinnlade. Während Jack halt dieses Long Unwinding Road spielt. Und es ist so eindeutig, okay, ich hab keine Chance gegen diese Art von Songwriting.
Johannes Franke: Also, es ist ... Wundervolle Szene. Wirklich, wirklich eine tolle Szene. Dieser Song entfaltet in dieser Szene eine unglaubliche Kraft und Emotion. Wirklich toll. Also da musst du dir absolut recht geben. Ich habe das Original allerdings nicht mehr im Kopf gehabt, deswegen weiß ich, habe ich nicht mitbekommen, wie groß der Unterschied ist.
Florian Bayer: Das Original ist totproduziert. Setzt es an wie in dieser Bar wirklich Piano? Und einfach nur Stimme.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Long and winding road. Und dann... das Orchester aus dem Hinterkopf und denkst, wow, wer hat das da zur Show eingeladen? Das hat hier nichts verloren.
Johannes Franke: Okay. Jetzt wo du sagst Ed Sheeran, muss ich wiederum sagen, dass ich Ed Sheeran ganz, ganz dolle unsympathisch finde in diesem Film.
Florian Bayer: Findest du?
Johannes Franke: Ja, wirklich.
Florian Bayer: Ich mag den so.
Johannes Franke: Vielleicht liegt es daran, dass er nicht spielen kann und er irgendwie steif dasteht und versucht, irgendwas zu machen, was er nicht kann.
Florian Bayer: Das ist aber Ed Sheeran, ne? Ed Sheeran ist auch bei Konzerten immer so. Echt? Der hat so eine schüchterne, steife, verlegene und gleichzeitig selbstverliebte Art. Aha. Ich finde das unglaublich charmant.
Johannes Franke: Nee, nee, gar nicht. Ich konnte damit nicht umgehen. Ich mochte ihn in diesem Film überhaupt nicht.
Florian Bayer: Er spielt sich übrigens selbst. Also tatsächlich kommt Jack Malicks Erfolg dann letzten Endes daher, dass diese EP, die er aufgenommen hat, im örtlichen Radio ein bisschen gespielt wird. Und durch Zufall hört sie Ed Sheeran und er ist total begeistert. Eine Vorband von ihm ist abgesprungen. Und er fragt dann ... Ja, das ist alles ein bisschen märchenhaft. Er fragt dann Jack, ob er einspringen will und fliegt mit ihm nach Russland, wo er auch dann Back in the USSR spielt. Und alle sind total hin und weg von seinem Songwriter-Talent und deswegen fordert Ed Sheeran ihn zu dem Gesangswettbewerb auf, wo sie dann ihre Songs spielen. Und Ed Sheeran kann nur sagen, oh Gott, ich bin Salieri und du bist Mozart.
Johannes Franke: Was ganz tolle Referenz ist. Ich habe mich so gefreut über diese Referenz. Das war ganz toll.
Florian Bayer: Wobei man mal dazu sagen muss, es ist schon sehr selbstverliebt von Ed Sheeran in diesem Film, dass er sich die ganze Zeit mit den Songs der Beatles misst und so ganz klar ist, bei diesem Wettbewerb geht es darum, wer der beste Songwriter ist. Es ist keine andere Wahl, entweder McCartney oder Sheeran. Und so, ja, nein, Einspruch.
Johannes Franke: Es macht aber Sinn innerhalb des Films insofern. Aber ich habe wirklich... Schwierigkeiten mit Ed Sheeran in diesem Film und ich glaube, das ist der nächste Stolperstein. der für mich diesen Film eben so schwer zugänglich macht. dass ich immer wieder über was drüber muss. Zum Beispiel eben über Ed Sheeran muss ich erstmal hinwegkommen. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Magst du Ed Sheerans Musik?
Johannes Franke: Ich finde den okay irgendwie. Ich glaube, ich finde die Musik okay. Ich kann damit klar, aber es ist jetzt nicht unbedingt was, was ich höre viel. Ich glaube, es gab so ein, zwei Songs, wo ich tatsächlich gedacht habe, ja, ganz gut. Aber ich könnte jetzt noch nicht mal sagen, welche.
Florian Bayer: Ich glaube, dass so das klassische Urteil über Ed Sheeran Musik ist. Ja, okay. Ich finde, glaube ich, ein paar Songs ganz gut. Ich könnte nicht sagen, welche. Also so geht es mir mit ihm auch. Ich finde ihn einfach gut. sehr seicht und nichtsagend. Ich mag ihn tatsächlich als Charakter. Ich finde auch immer, wenn ich ihn auf einer Bühne sehe, Es ist bei mir so ein Widerstreit, weil ich denke, wow, wie kann jemand, den ich so sympathisch finde, über so langweilige, belanglose Musik machen? Ich mag ihn wirklich. Ich finde, der hat irgendwie eine Ausstrahlung, die mir extrem sympathisch ist.
Johannes Franke: Naja, seine... Mein bisheriges Bild von ihm aus Interviews war auch wirklich besser als in dem Film. Also ich habe ihn in dem Film nicht so wiedererkannt, wie ich ihn von Interviews kenne. Ja.
Florian Bayer: Du fandst ihn arroganter im Film? Oder was hat dich gestört?
Johannes Franke: Hölzern.
Florian Bayer: Hölzern.
Johannes Franke: Arrogant, ja. Und nicht... Er hat keine Emotionen, die er zeigt. Er ist kein Schauspieler.
Florian Bayer: Das ist Dauerkrinsen, ne?
Johannes Franke: Ja, so ein Grinsen, aber auch so ein, er hat irgendwie eine Default-Einstellung eingestellt für den Film, weil er, glaube ich, einfach Panik hatte. Er kann nicht spielen. Ich mache das jetzt einfach und ich will dabei sein und das ist irgendwie cool, aber ich weiß gar nicht, wie es geht. Ich setze mich jetzt hier hin und die... Den Text habe ich gelernt und den hier hast du.
Florian Bayer: Habe ich gar nicht so krass wahrgenommen. fand, das war wirklich ein süßer Kameo und ich fand ihn sympathisch. Ja, es war keine große Schauspielleistung, aber er musste ja auch tatsächlich nicht viel machen, außer da rumstehen und ab und zu mal was sagen und ab und zu mal Jack bewundern und ab und zu darauf hinweisen, dass er auch ein guter Songwriter ist.
Johannes Franke: Ja, ja, ich weiß nicht. Irgendwie fand ich es nicht so... Das große Highlight, finde ich, ist McKinnon.
Florian Bayer: McKinnon ist die Stepra. Die Produzentin von Ed Sheeran, die dann Jack auch unter ihre Fittiche nimmt und sagt, hey, komm nach Kalifornien, wir machen verflucht viel Geld mit dir.
Johannes Franke: Die wirklich genau solche Sachen sagt. So, mich interessiert überhaupt nicht, was du machst. Wir machen einen Haufen Geld und wir nehmen dann so 80 Prozent davon und den Rest bekommst du.
Florian Bayer: Okay? Kate McInnes ist so eine verflucht witzige Schauspielerin. Wenn man die sieht, das ist, egal in welchem Film, das ist schon so ein Instant Win, finde ich. Das ist so sau witzig. Und so, expressiv und die Rolle ist natürlich schon auch so ein bisschen auf sie draufgeschneidert oder sie hat noch drin rumgeschneidert. als sie sie ja wahrscheinlich noch mit drum herum geschneidert. So dieser arrogante, arschige Habitus, so... Ey, ich interessiere mich nicht für Menschen, ich interessiere mich nur für die Knete. Und die werde ich von dir kriegen.
Johannes Franke: Und so voll drauf gedrückt. Und einfach so gut die Lines, die sie bringt, einfach so gut auf den Punkt, was... was diese Produzentin an purer Kapitalismus, purem Kapitalismus mitbringt.
Florian Bayer: Sie ist Musikindustrie, verkörperte Musikindustrie.
Johannes Franke: Wundervoll.
Florian Bayer: Und sie spielt das wirklich so toll überzeichnet. Und jedes Mal, wenn sie vorkommt, du weißt, du kriegst so eine Menge Zynismus in die Fresse. Und es ist einfach nur geil. Und dann auch natürlich im Zusammenspiel mit Jack, der da sitzt, sowieso ... eingeschüchtert und sich dann erstmal anhören muss, dass sein Gesicht ein bisschen zu rund ist und dass sein Körper ein bisschen zu dünn ist.
Johannes Franke: Was ist dieser Satz? Habe ich den rausgeschrieben? Sorry, jetzt muss ich den ganz kurz raussuchen. Sie hat diesen Vortrag darüber, du kommst nach LA und schreibst Songs, we make a ton of money, wir nehmen das meiste des Geldes. Und dann noch ganz am Schluss die Frage, is this the best you can look at? ist das gemein. Das ist so geil.
Florian Bayer: Sie haut dann immer noch so einen raus, wo du denkst, ah, okay, ja, das hat noch gefehlt. Toll.
Johannes Franke: Fuck, Mann.
Florian Bayer: Ja, diese Überzeichnung, es passt halt auch sehr gut.
Johannes Franke: Und sie ihm nochmal sagt, vor einem Monat warst du ein absolutes Failure. Und ich weiß nicht, was passiert ist, aber wir machen jetzt Geld.
Florian Bayer: Der zweite Song.
Johannes Franke: Ah ja, der zweite Song.
Florian Bayer: Die zweite fantastische Songinterpretation. Und zwar das Release-Konzert von seiner CD, wenn er auf der Dachterrasse von dem Hotel steht und Help singt. Ja, und Help wird so gerne als dieser klassische Beatles-Popsong interpretiert. Aber Help steckt voller Verzweiflung, voller Zorn, voller Angst. Und er haut dann so eine Mischung aus Punkrock um. Ja, großartig. abgefucktem Crunch raus und schreit dann auch noch wirklich ins Mikro. Und es ist so eine tolle Interpretation, on point.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ... Das, was der Song auch für mich aussagt, was halt meistens untergeht, weil man sagt, hey, das Ding ist tanzbar und das Ding macht Spaß. Aber das ist hell. Das hat das so gut auf den Punkt gebracht.
Johannes Franke: Stimmt, es ist auch toll. Und ich finde auch toll, wie er diese Szene, da hat der Film das dann irgendwie geschafft hinzuleiten. Dass er wirklich da steht und dann diesen Song auf dieser Art singt und auf diesem Dach und dann diese beiden und was ich ganz toll finde, diese beiden die sich auch an die Beatles erinnern können.
Florian Bayer: Ja, genau, der Russe.
Johannes Franke: Die dann immer mal wieder ankommen, irgendwie irgendwo auftauchen und mit einem seltsamen Gesichtsausdruck, du weißt nicht, okay... Werden die jetzt die Antagonisten? Man ahnt schon, dass sie sich auch an die Beatles erinnern können, weil einfach der Gesichtsausdruck sagt, ich erkenne hier, was hier passiert. Und man irgendwie Angst hat, dass sie ihn auch fliegen lassen und dann kommen die und sagen einfach nur Danke. Wir sind so froh, dass du das machst.
Florian Bayer: Es ist ein schöner Moment, weil es auch zeigt, weil es eigentlich auch... Also, dass er die Songs schreibt, ich meine, es steht offensichtlich das Interesse dahinter. Er will Erfolg haben mit den Songs. Ja. Er macht das nicht uneigennützig.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber in dieser Szene wird natürlich nochmal so schön verdeutlicht, warum das so wichtig ist, dass es die Songs gibt und sie sagen, ey, es ist uns doch scheißegal, dass du damit Geld verdienst. Du kriegst diese Songs wieder. ans Licht. Wir hätten nie gedacht, dass wir nochmal Yesterday hören können oder nochmal Let It Be und jetzt hast du diese Songs wieder in die Welt gebracht. Und das ist was ganz Großartiges.
Johannes Franke: Das ist ein wunderschöner, ganz, ganz wunderschöner, emotionaler Moment. Wirklich schön. Ich bin zwiegespalten bei Hey Dude.
Florian Bayer: Das ist so geil, ey. Ich finde die Idee so geil, aber es tut so weh. Jude ist so altbacken, nimm einen anderen Namen. Wie wär's mit Hey Dude? Oh ja, Hey Dude ist super. Und er komplett hilflos und ich glaube jeder, der Kunst macht und man in so einem Rahmen, wo Produktion auf einen einredet, weiß, wie man sich in diesem Moment fühlt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und manchmal schafft man es einfach nicht mehr, Widerstand zu leisten und beugt sich dem. Und das Ergebnis ist dann, dass der Song nicht mehr Hey Jude heißt, sondern Hey Dude.
Johannes Franke: Und es ist so, aua, es tut so ein toller Weh. Aua.
Florian Bayer: Das ist auch sehr schön, wenn er mit ihnen redet und er sagt, können die mir kurz helfen? Ich glaube, ich habe so einige Arrangements etwas durcheinander gebracht. Ja, alles ist durcheinander. Du hast die Texte nicht mehr richtig drauf gehabt. Du hast die Bridge falsch gesetzt.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Das finde ich auch schön, weil es die Komplexität von Beatles Songs nochmal auf den Punkt bringt. Gerade auch diese Szene, wenn er Elner Rigby spielen will.
Johannes Franke: Es ist schon so völlig unrealistisch, dass er das überhaupt hinkriegt. Song hinkriegt.
Florian Bayer: Ja, wie viele Songs von dieser Band? Also er muss der größte Beatles-Fan auf diesem Planeten gewesen sein. Ja. Aber das sind wirklich komplizierte Songs und schwierige Songs.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Aber ich finde es geil, dass es diese eine Szene gibt, wo ihr dann überlegt, wie Elna Rigby, wie der Text ist. Und dann sieht man auch, wie er sich das vorstellt. ach fuck, was macht die nochmal in der Kirche? Und das ist genau, dass so viele Beatles-Songs sind so, ey fuck, wie war das nochmal in dem Text, weil das so ... Surreal ist, was da passiert. Ja, genau. Gerade wenn sie zum Geschichtenerzählen ausholen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann weißt du nur noch, ja, Lonely People, aber was passiert dazwischen? Da war eine Kirche und da waren Leute und was machen die da?
Johannes Franke: Wirklich schön. Ich finde, ich habe mich sehr gefreut über James Corden in seiner Traumsequenz, der dann sagt, und hier sind ... Zwei Leute, die behaupten, sie haben diese Songs eigentlich geschrieben. Und zum Kernstück ... Das Emotionalste und ich war völlig weggeblasen. Da macht John Lennon die Tür auf. Ein alter John Lennon macht die Tür auf.
Florian Bayer: Robert Carlyle.
Johannes Franke: Ich habe ihn sofort erkannt.
Florian Bayer: Ich habe Robert Carlyle nicht erkannt in der Maske.
Johannes Franke: Nein, ich habe John Lennon erkannt. Ich habe John Lennon sofort erkannt und ich war total, what the fuck, ja natürlich, absolut, das muss ja da rein, aber oh mein Gott, was für ein emotionaler, toller Moment.
Florian Bayer: Ja. Das Gespräch ist auch wirklich schön, auch wirklich diese Freude darüber, okay, du hattest ein schönes Leben und vielleicht ist es gar nicht so wichtig, dass du der Autor dieser Songs bist. bist, sondern du hattest ein schönes Leben, du hattest ein längeres Leben. Ja. Und ja, toll besetzt. Also Robert Carlyle ist ja wirklich ein Urgestein britischer Schauspieler, der schon zig Sachen gemacht hat. Und ich finde es krass, weil ich liebe diesen Schauspieler und ich habe ihn nicht erkannt, weil er so in dieser Maske untergeht und weil er einfach zu John Lennon wirkt. Und so kurz ... Weil er zu John Lennon wird. Und so kurz diese Szene ist, sie ist toll. Ganz, ganz, ganz toll. Schönen runden Abschluss.
Johannes Franke: Ja, das ist auch wirklich was, wo einem dann nochmal, also ich werde ja dann Schnell emotional, wenn es um solche Sachen geht, wenn so eine Arschkrampe jemanden... Entschuldigung, aber... sich jemand erschießt, John Lennon erschießt, der das nur gemacht hat, um berühmt zu werden, weswegen man seinen Namen nicht mehr nennt, sondern nur noch sagt, die Arschkrampe, die Arsch... Arschkrampe? Ja, genau. die John Lennon erschossen hat. Es ist einfach... Das ist das Schlimmste, was wir, so lässt sich die schlimmste Seite der Menschheit zusammenfassen.
Florian Bayer: Furchtbar.
Johannes Franke: Ja, und deswegen finde ich es einen ganz, ganz tollen und wichtigen Moment für diesen Film und ich habe nicht damit gerechnet, aber eigentlich... Es ist völlig folgerichtig und ohne diese Szene hätte diesem Film viel gefehlt.
Florian Bayer: Ja. Um kurz noch mal zu Richard Curtis zurückzukommen und zu seiner Art, Rom-Coms zu schreiben. Ich bin großer Fan von seinen Rom-Coms. Ja, ich auch. Und ein Todesfall dürfte wahrscheinlich auf Platz 1 meiner liebsten romantischen Komödien sein. Und Notting Hill kann ich auch sehr viel abgewinnen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und was ich an seinen Filmen schätze, ist, dass sie bei allem Märchenhaften, was einfach eine Rom-Com mit sich bringt, immer eine gewisse Erdenheit haben. Das ist zum Beispiel bei vier Hochzeiten ein Todesfall. Ist das ganz krass, dass die Liebesgeschichte, die da erzählt wird, zwischen Hugh Grant und Andy McDowell, dass die aufgebaut wird anhand von One-Night-Stands. Dass es nicht so dieses Klischee ist, wie man es von den ... von sowas wie Schlaflos in Seattle kennt, dass sie sich groß verlieben und hinterher schmachten und dass das nichts physisches hat. Nora Ephron ist die Regisseurin für diese romantischen Komedien. Sondern dass es irgendwie so ein bisschen ... Kritty ja ist zu viel gesagt, aber dass es zumindest so ein bisschen mehr in der Realität verwurzelt ist. Und so ein bisschen weniger unschuldig, naiv und ein bisschen mehr Menschlichkeit dadurch einfach transportiert, weil sie haben halt sehr... Sex erst mal. Es geht immer um Sex. Und sie haben zweimal Sex. Einmal haben sie sogar Sex, während sie verlobt ist. Und ... Deswegen mochte ich für Hochzeiten deinen Todesfall immer. Das ist das eine. Und das zweite ist, dass er immer super schräge Nebenfiguren hat, die trotzdem sympathisch sind. Also Rom-Coms haben das ja eigentlich immer. Es gibt immer die besten Freunde der Protagonist sind, des Protagonisten. die irgendwie komisch sind, die irgendwie verrückt sind und irgendwie aus der Reihe tanzen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Curtis schafft es in seinen Filmen, diese schrägen Protagonisten wirklich sympathisch zu machen und denen wirklich auch so ein bisschen ... mehr Persönlichkeit mitzugeben als bloße Projektion der Protagonisten oder Protagonistin. Und das dritte ist, dass Richard Curtis ein wirklich gutes Gespür hat für so kleine, subtile Spitzen, die er einbaut. Und ich finde, das trifft er in Yesterday auch. Und deswegen mag ich auch tatsächlich den Rom-Com-Aspekt von Yesterday.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Um mal so eine typische Richard-Curtis-Szene zu nennen. Jack war in London und war in Liverpool, um sich inspirieren zu lassen für seine Songs. und hatte über den Zufall Ellie wiedergetroffen. Sie hätten fast einen One-Night-Stand gehabt, aber sie hat dann gesagt, nee, ich will nicht. Und dann sitzen sie am Flughafen und die Entscheidung fliegt ja jetzt wieder nach L.A., nimmt sein Album auf oder bleibt bei ihr und dann reden sie da drüber. Und zum einen, wie sie mit ihm drüber redet. Nämlich sie sagt, hey, du triffst hier jetzt eine Entscheidung. Das ist einfach ein... Für Rom-Com-Verhältnisse einigermaßen realistisches Gespräch, aber dann gibt es dann diesen tollen Moment, wo Jacks bekloppter Freund steht und immer wieder in ihre Chips reingreift. Und ich bin so verzweifelt, ich habe mein Leben lang darauf gewartet, von dir was zu kriegen und es kam einfach nichts von dir. Sieht sie so aus den Augenwinkeln, wie dieser Typ die ganze Zeit ihre Chips greift und sie sagt, not all the crunches. Schreit sie ihn einfach mal so zwischendurch an. Und es ist so eine... Tolle menschliche Szene, weil es einfach diese Alltäglichkeit kriegt. Und das hat Richard Curtis einfach drauf. Ich liebe solche Momente. Und solche Momente machen für mich eine Rom-Com besonders. Weil viele Rom-Coms verzichten darauf, weil sie einfach den Fokus so krass auf die Liebesgeschichte lenken, dass sie keine Zeit haben für so... ich weiß gar nicht, wie ich es nennen soll, für so einfache, simple, menschliche Momente. Für Hochzeiten, ein Todesfall steckt voll davon, Notting Hill steckt voll davon und Yesterday steckt auch voll davon.
Johannes Franke: Okay, ich bin da voll bei dir. Vollkommen richtig. Und ich hätte auch diese Szene einmal nach vorne stellen wollen, weil die tatsächlich wirklich... Ist natürlich ein Turning Point, ist ein gutes, gut geschriebenes Gespräch für einen Turning Point und für eine Entscheidungsszene mache ich oder mache ich nicht. Und natürlich vollkommen richtig, dass er trotzdem sein Album aufnimmt und ihn nicht hinterherreißt und dass das irgendwie am Ende... Und ich finde, wollen wir schon übers Ende reden? Es gibt ja nicht so wahnsinnig viel mehr. Ja. Ich finde es eine ganz tolle Entscheidung, dass er sagt, okay, ich stelle mich jetzt hin und sage, okay, das... Ihr haltet mich jetzt alle für verrückt, aber die Songs sind nicht von mir. Und ich geb die jetzt frei. Das ist wahrscheinlich einer der ersten wichtigen Ideen für den Film gewesen, nehme ich an. Dass er darauf hinarbeiten will, dass er irgendwann... Schon ganz früh der Drehbuchautor gedacht hat, also Richard Curtis vielleicht in diesem Fall, gedacht hat, ich brauche diese eine Szene. wo ich einmal sage, diese Musik gehört allen Menschen auf dieser Welt und nicht nur irgendwelchen Musikproduzenten.
Florian Bayer: Ja, Plattenstudios.
Johannes Franke: Ja, und das ist, finde ich, einen ganz tollen, wichtigen Moment und eine tolle, schöne Botschaft für den Moment. allein dafür hat sich der Film gelohnt.
Florian Bayer: Das ist ja auch die Botschaft, die John Lennon ihm tatsächlich mitgibt, dass er ihm einfach sagt, ähm, Sei immer ehrlich, erzähl immer die Wahrheit und sei für die da, die dich lieben. Das ist das, was er dann macht, weil er merkt, der Erfolg hat zum einen ... Zum einen seine mögliche Beziehung zu Ellie torpediert. Und zum zweiten ... War ja einfach mal ein Lügner und Betrüger, weil er Lob kassiert hat, Lobbären kassiert hat für etwas, was nicht seine Kunst ist. Und dann lässt er einfach einmal den Knopf drücken und haut die Beatles-Songs raus. Übrigens, Kudos für den Film, dass er nicht... dass alles war ein Traumende nimmt. Sondern, dass er einfach in dieser Realität bleibt. Beatles, Coca-Cola und Harry Potter nicht existieren. Weil man wartet eigentlich die ganze Zeit drauf, dass es irgendeine Auflösung gibt, aber nein, er bleibt in diesem märchenhaften Setup, das ist die Welt, in der dieser Film spielt. keine Änderung mehr.
Johannes Franke: Ich liebe den Satz von McKinnon am Ende. Stop in the name of money!
Florian Bayer: Noch einmal ein großer Auftritt, wenn sie ihn jagt und er mit Ellie einfach nur abhaut.
Johannes Franke: Oh Gott, sie ist toll. Was bleibt am Ende?
Florian Bayer: Ein wunderschöner Zeitraffer nochmal, in dem wir noch einmal eines der größten Beatles-Pop-Lieder hören dürfen. dass er vor der Schule singt und dann dieser tolle Zusammenschnitt, wo sie eine Familie gründen und irgendwie Ey, der Film ist natürlich ein totaler Feel-Good-Movie. Ja. Es ist absolut Optimismus und Happy End. Und er kommt dann eben doch mit der Frau zusammen ... Wo so oft was im Weg stand. Sie werden übrigens auch eine schöne Szene, wenn sie geflohen sind vom Konzert und sie fährt und er liegt eigentlich nur auf dem Beifahrersitz und schläft. Mhm. Sie kümmert sich um ihn. Das ist irgendwie süß, weil das auch so ein bisschen die Rollen vertauscht ist, weil sie ihn gerade in dem Moment irgendwie rettet. Also es gibt so einen Rettungsmoment von ihr.
Johannes Franke: Wo du gerade die Oplada sagst, was ist dein Lieblingssong von den Beatles?
Florian Bayer: Uff.
Johannes Franke: Hast du einen Lieblingssong von den Beatles?
Florian Bayer: Also. Wenn ich eine Top-Liste mache mit meinen liebsten Songs aller Zeiten und sage, ich packe von jeder Band nur einen Song rein, dann landet... von den Beatles mit hoher Wahrscheinlichkeit A Day in a Life drin, weil ich das einfach als Komposition die eine Geschichte erzählt und so einen Stimmungswechsel hat zwischen Komik und Tragik. weil ich das einfach großartig finde, auch wie über den Pop hinausgewachsen wird in diesem Song. Übrigens, dass... Dieses Crescendo aus dem Song wird angespielt, kurz bevor Jack seinen Unfall hat mit dem Fahrrad. Da ist so ganz subtil im Hintergrund zu hören. Das wäre wahrscheinlich ... Der Song, den ich als... am ehesten nennen würde. Aber ich finde es so schwer, von den Beatles einen Lieblingssong oder ein Lieblingsalbum zu nennen, die so unterschiedlich sind. Und weil es wirklich krass auf meine Stimmung ankommt. Also, ja, die Beatles hatten so viele tolle Songs. Ich meine ...
Johannes Franke: Wirklich tolle, viele, viele tolle Songs und ich habe versucht nochmal nach Alben zu gucken, aber eigentlich... Ich kann nicht wie bei Bob Dylan sagen, das ist die Phase, das ist die Phase, da komme ich da rein und da komme ich da rein. Bei den Beatles ist es einfach... querbeet. Ich kann auf Shuffle stellen und ich finde jeden Song toll. Außer Und jetzt kommen wir zu dem Least-Favorite-Song. Mein Favorite-Song wäre Blackbird tatsächlich, den ich am Anfang gespielt habe auf der Gitarre.
Florian Bayer: Ich will jetzt nicht Revolution 9 nennen, weil das ist irgendwie, da haben sie halt rumgespielt und da sind sie ausgefreakt. Gibt es einen Least-Favorite-Song von den Beatles? Es ist nicht ein Least-Favorite-Song, aber es gibt Songs von den Beatles, wo ich nicht verstehe, warum sie so beliebt sind. Also Let It Be ist zum Beispiel nicht mein least favorite Song von den Beatles, aber es ist jetzt kein Song, wo ich sagen würde, das ist für mich ein Beatles-Meisterwerk.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und ja... so schwierig. Ja, wahrscheinlich wäre es Let It Be. Einfach, weil ich sage, ja, das ganze Album ist jetzt auch nicht so meins. Ich find Yellow Submarine tatsächlich nicht so geil. Aber das ist auch nicht, das ist ... zu gut, um Least-Favorite-Song zu sein. Das ist einfach so wider Hype. Und hey, es gibt so viel bessere Songs von ihnen. Ja, Yellow Submarine, Let It Be.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: In dieser Kategorie. Wie sowas würdest du sagen?
Johannes Franke: Ob der Diabla da. Nein. Der Anfang ist so, nee, was macht ihr mit der Instrumentierung da? Was soll das denn? Das ist ein toller Song.
Florian Bayer: Ich mag den Song vor allem, weil dieses Wild-Album, wo der drauf ist, ist so voll experimentell und sie machen wirklich schräge Sachen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann hauen sie diesen Jamaiken-inspirierten Song da drauf, der auf jeden Kindergeburtstag passt. Und das ist so geil, weil sie einfach einen astreinen Popsong, ich würde sagen, die Oplada ist einer der besten Popsongs, die je geschrieben wurden. Was? Und die Beatles haben ganz tolle Popsongs geschrieben. Also ich liebe auch die Popsongs der Beatles übrigens.
Johannes Franke: Also ich glaube... Ich würde nur sagen, der Anfang von Ob la Die, Ob la Da ist für mich am schwersten zu ertragen. Der wird irgendwann besser, der Song. Nein! Nein! Ich finde die Instrumentierung und wie sie da, das ist, nein, irgendwie, nein.
Florian Bayer: Ach, Johannes, warum... Weißt du, du sagst so total vernünftige Sachen? Dann kommt sowas... Das ist so ein bisschen ... Ja, und übrigens, dass die Hälfte der Menschheit dezimiert werden sollte.
Johannes Franke: vergleicht mich gerade mit dem Bösewicht von... Ja, fuck! Wie heißt er? Ich hab den Namen gerade... Thanos. Fairness, genau.
Florian Bayer: Ja, wie kannst du... Du redest wie ein vernünftiger Mensch und dann sagst du, da ist ein scheiß Song. Das... Das geht nicht in meinen Kopf rein, was für ein Gedanke steckt. dahinter.
Johannes Franke: Kennst du diese Unpopular Opinion Sache von so einem Radiosender, glaube ich, ist das und dann laden sie immer... bekannte Schauspieler an und fragen sie nach ihrer unpopular Opinion. Dann wäre das wohl sowas.
Florian Bayer: Okay, aber ich glaube tatsächlich, ich weiß gar nicht, ob er da so ein beliebter Song ist, aber ich mag ihn. Okay. Aber wenn ich Let It Be und was habe ich gesagt? Und Yellow Submarine, das ist glaube ich auch unpopular Opinion, oder? Geht auch.
Johannes Franke: Wahrscheinlich, ja. Ja, ja. Das stimmt.
Florian Bayer: Leute, ihr hört mehr Beatles. Es gibt so viele tolle Beatles-Alben.
Johannes Franke: Definitiv. Also ganz toll.
Florian Bayer: ganz kurz Werbung für die Beatles zu machen. Das White-Album ist total großartig. Ist eigentlich mein Lieblings-Beatle-Album. kann ich verstehen, dass es viele zu anstrengend finden oder zu experimentell. Mein liebstes Popalbum von Beatles ist wahrscheinlich Help. Toll, Soundtrack. Und das erste Mal, dass sie auf Albenformat zu hören waren und die Songs arrangiert waren, ein Gesamtkonzept ergeben und nach Help kann man nichts falsch machen. Alles, was nach Help kam, ist großartig. Rubbersole, Revolver, ähm, ähm, ähm, ähm, Ich hänge kurz Sgt. Pepper.
Johannes Franke: Ich bin total beeindruckt, weil normalerweise sitzt du jetzt am Rechner und du googelst das alles, aber du hast jetzt gerade alles aus dem Kopf.
Florian Bayer: Kopf rausge...
Johannes Franke: Wie viele Stunden um Stunden um Stunden hast du mit den Beatles verbracht? Also ich meine, ich liebe die Beatles, aber... Viele Stunden. Ich habe mir eine Phase gehabt nach meiner Schulzeit, wo die Beatles schwierig waren für mich, weil meine Lehrerin... Musiklehrerin, die Beatles für uns totgetrampelt hat. Also die mochte sie so sehr, dass wir sie nicht mehr mögen konnten. Wir haben einfach einen Beatles-Song nach dem anderen gesungen und dann war es irgendwann so, ja, reicht doch wieder.
Florian Bayer: Ich habe, glaube ich, ganz lange Probleme mit den Beatles, weil ich die falschen Songs gehört habe. Und oft waren die Beatles für mich so nette Gitarrenmusik, die halt jemand am Lagerfeuer spielt. Also so Yesterday und ... Ja, ja, ja, genau. Entschuldigung, Blackbird. Ich mag den Song auch. Aber das war irgendwie so das, was ich mit den Beals interpretiert habe. Und dann, eigentlich eher so Anfang meiner 20er, hab ich angefangen, die Beatles wirklich zu hören und hab festgestellt, shit, haben die krasse Sachen gemacht. Und auch so wegweisende Sachen haben die viel experimentiert und haben die Songs genommen und zertrümmert. Und man findet bei den Beatles... Metal, Proto-Metal. Man findet bei den Beatles Proto-Proc-Rock und Psychedelic. Ja. Dann dazwischen aber auch immer wieder diese tollen Popsongs. Und die Beatles konnten sowohl saugut Songs schreiben, sowohl McCartney als auch Len.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie konnten sowohl diese eingängigen Songs schreiben, die direkt ins Ohr gehen, als auch die emotionalen, die dich einfach direkt bewegen. Hm. Und sie konnten aber auch diese wirklich schrägen Songs schreiben, die irgendwie die Hörgewohnheiten herausfordern und wirklich neue Horizonte eröffnen. Ich höre die Beatles viel und oft und quäle auch manchmal meine Familie damit, weil ich sie gerne zum Frühstück höre.
Johannes Franke: Weil ich glaube, dass die Beatles genau darf, also einfach missverstanden werden von Leuten von neuer Generation, die nicht irgendwie damit sowieso tot gequält wurde. als eben so leichte, seichte Musik. Und das ist es eben halt nicht.
Florian Bayer: Überhaupt nicht.
Johannes Franke: Und dann muss man halt die Alben einmal so ein bisschen durchforsten. So haben wir sie auch schon mitverstanden.
Florian Bayer: Ja, wir waren auch die neue Generation. Als wir geboren wurden, war das letzte Beatle-Album 20 Jahre alt oder so.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Ja, über 20 Jahre alt. Ja, ich liebe die Beatles und ich finde, Yesterday ist tatsächlich ... ein guter Einstiegsfilm auch für die Beatles, weil er tatsächlich verschiedene Songs ... gut nach vorne bringt, was an ihn toll ist. Er hätte vielleicht den ein oder anderen experimentellen Track noch reinbringen können. Es wäre nicht verkehrt gewesen, nochmal so auf ... einen Song aus der Sgt. Pepper-Zeit zu referieren, noch mal ein bisschen stärker.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Aber seine Songmischung ist eigentlich gut. Und ja, es ist so ein bisschen Best-of, was gespielt wird. Und es sind auch eher die bekannteren Songs.
Johannes Franke: Ja ...
Florian Bayer: Aber dafür wird gut herausgekehrt, warum die Songs so toll sind. Warum ist Yesterday so bewegend?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dazu reicht halt diese Szene auch einfach, wo man ... an ihren Blicken und an ihren Schnitten sieht. Warum ist Long and Winding Road so bewegend? Vor allem, wenn auf das Orchester verzichtet wird. Warum ist Helps so krass wütend verzweifelt?
Johannes Franke: Gibt es nicht diese alte Rivalität zwischen Beatles-Fans und Rolling Stones-Fans Hast du da Lagerbildung festgestellt? Definitiv.
Florian Bayer: Voll Team Beatles. Aber es liegt auch einfach daran, dass ich ... Ich kenn mich mit den Rolling Stones nicht aus. Ich hab die nicht viel gehört. Ich könnte bei den Rolling Stones nicht Alben unterscheiden. Für mich waren die Rolling Stones immer so alt Herrenrock und ich weiß, dass ich ihnen damit auch unrecht tue.
Johannes Franke: Absolut unrecht tust. Wirklich. Ich liebe die Stones.
Florian Bayer: Ich sollte mal mehr Rolling Stones hören, es stimmt.
Johannes Franke: Und ich habe das nie verstanden, diese Lagerbildung, deswegen frage ich, weil das mir irgendwie, ich weiß nicht, das sind... beide so unglaublich geile Sachen gemacht.
Florian Bayer: Ist das so ein UK versus USA Ding?
Johannes Franke: Keine Ahnung, ich weiß nicht, was soll das in Deutschland? Ich kenne diesen Streit.
Florian Bayer: Vielleicht einfach, weil sie beide erfolgreiche Rockbands zur selben Zeit waren. Keine Ahnung. Also ich bin tatsächlich ... Ich bin kein Rolling Stones-Fan, aber nicht wegen der Beatles, weil ich sage, die Beatles sind die Besseren und deswegen will ich keine Rolling Stones hören, sondern einfach ... Mir sind die Rolling Stones oft zu blues- und zu rock'n'rolllastig. Vielleicht ist es das.
Johannes Franke: Das liebe ich. Das ist halt die Sachen, die ich wirklich toll finde daran. Na gut. Gibt es einen ordentlichen Stones-Film? Dann müssen wir den auch noch irgendwann machen.
Florian Bayer: Vielleicht machen wir überlegen. Wüsste jetzt nicht, dass... Also ich glaube, es gibt eine Doku irgendwie. Konzertfilme oder sowas von ihm, ja.
Johannes Franke: Aber... Okay, wenn ihr sowas wisst, schreibt uns gerne. Wir würden uns das gerne mal...
Florian Bayer: Ja, und ich nehm gerne eine Rolling Stones-Empfehlung ab. Ich kenn von den Rolling Stones auch nicht viel. ich weiß jetzt nicht mehr, wie das eine Album heißt, aber das ist das, was ich ein bisschen gehört habe, um zu verstehen, warum die Rolling Stones so toll sein sollen, dass das immer am meisten gelobt wird. Und dass ich jetzt nicht mal auf den Namen komme, sondern gerade, wie Johannes so gerne sagt, Google anwerfen muss. um einmal den Albumtitel hier reinzuwerfen, dass ihr mir dieses Album nicht empfehlen müsst, weil ... Das hat es nicht geschafft, mir die Faszination. Moment. Ja. Dieses Album hat es nicht geschafft, mir die Faszination an den Rolling Stones klarzumachen, dass es das, was immer oft genannt wird, dass man es unbedingt hören sollte. Und zwar Excel on Main Street von 1972.
Johannes Franke: Das ist ein tolles Album. Das ist floor. Das ist nett. Ey.
Florian Bayer: Das ist nett.
Johannes Franke: Na gut, okay, über die Stones reden wir dann, wenn wir vielleicht ein Stones-Thema diesen Film, vielleicht muss ich einfach einen Stones-Film drehen. Wenn es den noch nicht gibt, muss er gemacht werden.
Florian Bayer: Mit Johannes Franker als Mick Jagger.
Johannes Franke: Ja, die Ähnlichkeit ist definitiv da.
Florian Bayer: Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Oh Gott, wer soll das denn spielen? Mick Jagger ist nun wirklich... Absolut einzigartig. Also diese Physiognomie kriege ich nicht. Prosthetics, Prosthetics, Prosthetics.
Florian Bayer: Lass mich mal überlegen, wer wäre ein guter Schauspieler für Mick Jagger? Jeder muss jetzt einen raushauen. Wie Fletcher hätte er spielen können.
Johannes Franke: Ja, aber auch nur, weil er auch den Joker gespielt hat, was so völlig weit weg war. Das hat übrigens kaum jemand dem Zug traut. Die Produzenten waren alle dagegen, dass Heath Ledger das macht. Ach krass.
Florian Bayer: Irgendwo stand, dass Robin Williams in Frage kam, aber ich glaube, das ist ein Vokes.
Johannes Franke: Ja, nee, es gab mehrere ... die von vornherein einfach Interesse gezeigt haben.
Florian Bayer: Aber Chris Nolan war ziemlich früh von Heath Ledger angetan, ne?
Johannes Franke: Er hat schon auch andere Leute angeguckt. Er hat ja Heath Ledger für den Batman in der ersten, Batman Begins, einmal angeschaut. Dann haben sie beide aber gesagt, irgendwie passt das nicht, stimmt nicht ganz. Und dann hat... Chris Nolan schon auch noch andere Schauspiele für den Joker angeschaut und Castings gemacht und so. Bis er dann irgendwann wieder auf... Ja, auf Heath Ledger kam. Wenn wir schon bei Lieblingssongs sind, wollen wir unsere Top 3 dann mal anschließen?
Florian Bayer: Wir haben ja noch eine Top 3. Was war denn unsere Top 3? Jingle! Jingle!
Johannes Franke: Unsere Liste.
Florian Bayer: Unsere Top 3. Ich habe tatsächlich vergessen. Ah, alternative Realität. Damit habe ich mich schwer getan. Es gibt wenig gute Filme mit alternativen Realitäten.
Johannes Franke: Ich muss es ein bisschen weiter fassen. Also alternative Realitäten in dem Sinne von Yesterday, das ist schwierig zu finden. Das gibt es nicht so oft.
Florian Bayer: Gibt es ganz selten. Und tatsächlich ist auch keiner... da drin, der in diese Richtung fällt bei mir. Ich hätte ein paar honorable mentions. Also nicht als müsst ihr sehen erwähnt, aber einfach erwähnt. soll die Serie Sliders werden aus den 90er Jahren, die so in der Zeit des großen Mystery-Booms mit ActiX und Outer Limits entstanden ist. Und in der es um eine Gruppe von Leuten geht, die durch Dimensionen reisen. Und zwar der Leader der Gruppe hat tatsächlich so eine Art Dimensions- Maschine entwickelt, in der er Portale aufmachen kann. Und dann reisen sie durch Dimensionen, zum Beispiel in denen die Deutschen den Zweiten Weltkrieg geworden haben. Oder in denen... die Kommunisten Amerika beherrschen oder in denen alle Frauen Bärte tragen. Es ist so eine sehr bunte Mischung aus verschiedenen Dimensionen. In der Theorie klingt das super, in der Praxis ist es teilweise nicht so gelungen. Die erste Staffel ist sehenswert und unterhaltsam. Und ja, irgendwie so zwischen Mystery, Science-Fiction und Comedy. Und sie stolpern halt durch diese verschiedenen Dimensionen, die teilweise echt merkwürdig sind. Und macht Spaß. Spider-Man New Universe, also Into the Spider-Wires, habe ich schon erwähnt. Da geht es auch um Dimensionen. Und... Mal Holland Drive noch von David Lynch zumindest einmal kurz erwähnt, als so ein Film, der zwei Realitätsebenen nebeneinander stellt und wo oft... die Interpretation gebracht wird, dass ein davon einfach ein Traum ist, aber der sehr gut funktioniert als Film, der zwei Realitätsebenen erzählt, die sehr unterschiedlich verlaufen, aber die ständig... Bezüge zueinander haben.
Johannes Franke: Ich hätte auch eine Honorable Mention, bevor du mit deinem Platz 3 loslegst.
Florian Bayer: Du musst sowieso mit dem Platz 3 loslegen. Ich hab mich voll vorgeträngelt.
Johannes Franke: Weil wir einfach diesen Film schon so oft in diesem Podcast in irgendwelchen Listen oder irgendwas in Glorious Bastards.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich habe ihn jetzt in die Honorable Mention verbannt, weil es einfach nervt irgendwann. Zu oft. Dieser Film ist einfach großartig und der hat einfach diese ganz wundervolle Fantasie, Rache-Fantasie an den Nazis erfüllt. Alternative Realität, die ich gut und gerne als Realität gehabt hätte. Oh ja.
Florian Bayer: Ja, dein Platz drei.
Johannes Franke: Mein Platz drei ist Big Fish.
Florian Bayer: Schön, ja.
Johannes Franke: Tim Burton? Tim Burton? Der Vater seiner Tochter?
Florian Bayer: Seinem Sohn?
Johannes Franke: Seinem Sohn, verdammt. Ich weiß es einfach nicht mehr so genau, aber einfach Geschichten erzählt aus seinem Leben. Und irgendwie weiß man nicht, okay, was davon stimmt jetzt. Ganz viele offensichtlich Sachen, die offensichtlich nicht stimmen können.
Florian Bayer: Er ist mit einem Riesen unterwegs. Ja. Kommt dann in dieses Dorf.
Johannes Franke: Ja, genau. Schöner Film. Wirklich ein schöner Film. Ich muss ihn mal wieder gucken. Ist lange her. Deswegen kann ich jetzt auch gar nicht mehr so genau sagen, wer wem was erzählt.
Florian Bayer: Man fällt auch in die Reihe von Filmen, die ich sehr mag, äh, Auch aus den Gründen, warum ich zum Beispiel The Fall mag, den wir in einer vergangenen Episode behandelt haben, dass er... dieses Erzählungen versus Realität aufmacht und das sehr schön miteinander spiegelt. Weil es kommen dann natürlich so Dinge ans Tageslicht, was ... wie der Vater einfach Geschichten ausgeschmückt hat. Der Riese, den sehen wir dann nachher, das ist einfach ein besonders großer Mensch zum Beispiel. Und die siamäßischen Zwillinge, mit denen er zusammen war, sind dann halt einfach Zwillinge. Und solche Geschichten. Und das ist sehr schön. Ja, es ist auch so ein bisschen eine Oda ans Geschichten erzählen.
Johannes Franke: Ja, und so schön. Ich glaube, die Hauptfigur ist so frustriert davon, dass sie nicht genau weiß, was jetzt eigentlich stimmt. und was nicht. Dann sieht man diese Beerdigung am Ende, glaube ich, ist das. Und da geht alles so ein bisschen...
Florian Bayer: sich so ein bisschen auf. Und der Sohn ist vor allem frustriert, weil er das Gefühl hat, dass sein Vater nur durch diese Geschichten mit ihm kommunizieren kann.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er überhaupt nicht weiß, was Realität und was einfach nur Fiktion und Erfindung ist.
Johannes Franke: Schöner Film, wirklich schöner Film.
Florian Bayer: Mein Platz 3 ist... Once Upon a Time in Hollywood. Ich habe ihn genommen, weil ich einen Glorious Bastards nicht nehmen wollte.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Wunderschöne Fiktion von einem Hollywood, das seine Unschuld nicht verliert, weil die Manson-Familie von... keinen Erfolg hat bei ihrem Versuch, Shannon Tate zu töten. Und es ist ein totaler... totales Märchen von Quentin Tarantino, der einfach mal Hollywood abfeiert durch die rosa-rote Brille und dabei einen wunderschönen, romantisierenden weit weg von der Realität geschehenen Film aufs Parkett legt. Ja, super ist. Ja, aber ...
Johannes Franke: Man muss irgendwie echt darüber hinwegkommen, dass er da etwas hinstellt an Wahrheit, die keine Wahrheit ist, dazu muss man sich auskennen, sonst glaubt man ihm das halt. Weißt du, was ich meine? Nicht nur den Fakt am Ende, dass eben die Manson-Familie nicht zu dem kommt, was sie gerne... was sie wollte, sondern diese ganze Erzählung, die ganze goldene Zeit, die ja nie so, also die, boah. Völlig kritikfrei irgendwie. Ich mochte den Film beim Gucken, aber im Nachgang ist es halt, fand ich es ein bisschen problematisch.
Florian Bayer: Es ist ein reingewaschenes Hollywood. Es ist ein Hollywood-Märchen. Ich finde, es ist okay, weil es irgendwie aus der Feder von ... Quentin Tarantino kommt, der sowieso immer Märchenonkel ist, der immer glorifiziert und romantisiert, sei es Gewalt, sei es Selbstjustiz oder sei es das Gangsterleben und so.
Johannes Franke: Vielen Dank.
Florian Bayer: Da kann ich es verschmerzen.
Johannes Franke: Okay. Das war jetzt dein Platz 3. Dann kommt mein Platz 2. I'm a cyborg, but that's okay.
Florian Bayer: Oh man, ja.
Johannes Franke: Der ist so schön. Der ist so toll.
Florian Bayer: Ja, das ist so lange her, dass ich den gesehen habe. Fuck, den muss ich unbedingt mal wieder sehen.
Johannes Franke: Ja, unbedingt.
Florian Bayer: In der Anstalt, wo sie, sie glaubt, sie werden Roboter?
Johannes Franke: Genau. Und sie kommuniziert dann mit dem Radio oder was? Ja. Und dann verliebt sie sich und
Florian Bayer: Johannes, das ist, glaube ich, ein koreanischer Film. Das ist von Wong Kar Wai. Ist es Hongkong oder? Ich glaube, es ist Hongkong. Aber es ist auf jeden Fall ein asiatischer Film. Oh, großartig. Doch, es ist koreanisch. Es ist nicht Wong Kar-Wai, weißt du, von... Warte mal. Es ist... Das ist nicht Wong Kar-Wai, weißt du von wem das ist? Das ist von Park Chan-Wook. Das ist der Regisseur von Rock Boy.
Johannes Franke: Ach, krass. Ja. Oh, das ist aber so ein unglaublich toller und schönerzählter und romantisch und süß und aber auch eben sehr tragisch und irgendwie... Toller Film, ganz toller Film.
Florian Bayer: Ja, oh Mann, den muss ich unbedingt mal wieder sehen. Ja, das ist so lange, den habe ich ja nur einmal gesehen. Und genau, von Park Chan-wook. Dem Regisseur von Oldboy. Drei Jahre nach Oldboy entstanden. Nachdem er seine Rache-Trilogie abgeschlossen hat, hat er den Film gedreht.
Johannes Franke: Über Oldboy haben wir auch gesprochen in einer Elfstraße. Episode, wenn ihr da reinhören wollt, das lohnt sich.
Florian Bayer: Letzte oder vorletzte Episode, glaube ich. Das ist noch nicht so lange her.
Johannes Franke: Mein Platz 2 ist ein deutscher Film.
Florian Bayer: Und zwar Lola rennt aus dem Jahr 1998 von Tom Tück war. Lola, die durch Berlin rennt und dabei dreimal dieselbe Geschichte erlebt. Ist das geil.
Johannes Franke: Das wirst du gleich sehen bei meinem Platz 1.
Florian Bayer: Nach dem Butterfly-Effekt mit kleinen Änderungen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: große Veränderungen erzeugt. Und dadurch immer so ein bisschen was gerade biegen kann. Weil eigentlich geht's darum, dass sie ihrem Freund helfen will, der eine ... der als Kleinganova einen Geldüberbringungsjob vermasselt hat und das Geld verloren hat unterwegs und sie muss das Geld auftreiben und rennt dafür quer durch Berlin. Toll erzählt, experimentell mit viel elektronischer Musik und einer großartigen Franka Potente.
Johannes Franke: Ja. Das ist wirklich ein beeindruckender Film. Warum ich so gelacht habe, ich habe Groundhog Day. Und das sind natürlich auch die Wiederholungen, dass man etwas nochmal macht und nochmal macht und es einfach so oft machen kann. Weil man jeden Tag am selben Tag wieder aufwacht.
Florian Bayer: Dein Platz 1? Das ist mein Platz 1. Übrigens auch ein Film, der so high concept, man hört einen Satz und man weiß genau, worum es geht.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und ein Film, der sein Märchen Fantasy Setup benutzt, um eine Rom-Com zu erzählen.
Johannes Franke: Ja, sehr, sehr schön. Das ist wirklich einer der tollsten und für mich natürlich, weil ich ihn gesehen habe in einem Alter, wo man besonders impressionable ist, wo man dann so ganz beeindruckt, ah, Toll, Film, was Film alles kann. Toller Film und ich liebe diesen Wecker am Anfang mit dem Song.
Florian Bayer: I got you, babe. Immer und immer wieder. Sunny and Cher, ne?
Johannes Franke: Ich liebe diesen Song.
Florian Bayer: Ja, cool. Und Bill Murray.
Johannes Franke: Bill Murray. Und Bill Murray. Bill Murray ist unglaublich. Ganz toller Schauspieler. Okay.
Florian Bayer: Dein Platz 1.
Johannes Franke: Dein Platz 1.
Florian Bayer: Donnie Darko aus dem Jahr 2001 von Richard Kelly. Mystery, Satire, Fantasy, Mischmasch, wo alles so ein bisschen drin ist, ein bisschen... Ein bisschen 80er-Comedy, ein bisschen David Lynch, ein bisschen Science-Fiction und am Schluss geht es auch irgendwie um Paralleldimensionen und welchen Portale. total drüber.
Johannes Franke: Du bist verstört und weißt nicht mehr, was eigentlich was ist.
Florian Bayer: Aber sau unterhaltsam und Für einen Film, der mit dem Surrealismus flirtet, extrem gut konsumierbar und extrem spaßig.
Johannes Franke: Okay. Cool. Ah, schöne Top 3 diesmal.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Fand ich sehr schön. Tolle Liste.
Florian Bayer: Ja, cool.
Johannes Franke: Schön. Wollen wir zurück zu unserem eigentlichen Film, beziehungsweise den einfach nochmal so abschließen, weil wir haben im Grunde alles gesagt. Bei welchem Film waren wir noch gleich?
Florian Bayer: Ich bin verwirrt, du musst eine Zahl von 1 bis 10 sagen. Wie viele Punkte von 10 gibst du denen? Ich habe verstanden, dass du ihn wirklich anstrengend fandst, was den Rhythmus betrifft, das Narrativ. Und dass dich Achievement genervt hat. Und dann hast du trotzdem in einigen Szenen Begeisterung geäußert. Mach mal was, was wir sonst nie machen. Sag mal, wie viele Punkte von 10 gibst du diesem Film?
Johannes Franke: Nee, ich würde von 100 Punkten geben. Oh Gott. Das kann man nicht, das muss differenzierter sein. Und zwar, Moment... Nein, das geht nicht. Also folgendes, ich habe zwei Filme vor mir. Ich habe einen schlecht montierten Film vor mir und ich habe einen sehr gut erzählten Musikfilm vor mir. Ich liebe die Szenen und die Ideen dahinter. Und ich finde ganz furchtbar teilweise, wie er da durchstolpert. Also ich gebe den Szenen und dem, was er erzählen will, bestimmt 90 von 100 Punkten, weil ich es wirklich toll finde und weil die Situationen ganz toll sind. Situationen an sich, in sich selbst auch gut inszeniert sind. Bei dem Überbau und dem Versuch, das irgendwie zusammen zu montieren, was er da an Ideen hatte, gebe ich ihm vielleicht 20 oder 30 Punkte.
Florian Bayer: 90 plus 20 plus 30 sind 120. Das heißt, du gibst ihnen insgesamt 60 von 100 Punkten.
Johannes Franke: Okay, okay.
Florian Bayer: Mathematik ist toll. Ja, schade. Also ich liebe diesen Film. Ich finde, er ist ja auch tatsächlich bei der Kritik eher so verhalten wahrgenommen worden. Also er hat irgendwie so ein... so eine 60er-Wertung bei Rotten Tomatoes, was immer eher gegen einen Film spricht.
Johannes Franke: Hey, 60er-Wertung, das ist doch genau das, was ich... Wow, okay, ich lieg voll drauf.
Florian Bayer: Wow, Critical Consence, aber Kritiker sind ja auch dumm, das haben wir doch schon öfter versucht. Verdammt. Ich finde, das ist ein ganz toller Film, einer der besten Rom-Coms der letzten Jahre. Und ein wirklich schöner Film mit viel Liebe zur Musik, mit tollen Szenen, tollen Charakteren und Bei mir auf jeden Fall in der Liste der besten Filme 2019 relativ weit oben.
Johannes Franke: Okay. Okay. Gut, also mit dir Filme gucken, aber nicht Filme machen.
Florian Bayer: Autsch. Das tut im Herzen weh.
Johannes Franke: Nein, Flor, du weißt, ich würde jede Zeit gerne wieder Filme mit dir machen, aber du hast ja keine Zeit.
Florian Bayer: Wenn ihr mir zustimmen und Johannes-Hass-Mails schreiben wollt, dann macht das unter johannes-at-mussmann-sehen.de. Und wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche drankommt, dann... Bleibt einfach noch kurz dran.
Johannes Franke: Bleibt noch dran. Danke, Plur, für diese wundervolle Episode. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Florian Bayer: Vielen Dank, Johannes.
Johannes Franke: Und wir sehen uns nächste Woche wieder. Bis dann. Bis dann. Ciao. Das war's.
Florian Bayer: Johannes, da wäre noch was.
Johannes Franke: Da wäre noch was.
Florian Bayer: Was hast du nächste Woche für mich?
Johannes Franke: Ich bin gespannt, was du für mich hast. Ich war so hin und her gerissen. Sag du erst mal, ich muss mich noch entscheiden.
Florian Bayer: Also ich wollte in den 2000ern bleiben, weil ich hab einen Film, ich glaub, wir haben so oft off-record drüber gesprochen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Einer... Ja, meiner liebsten Kinderfilme überhaupt. Aus dem Jahr 2009, wo die wilden Kerle wohnen, Where the Wild Things Are. Von Spike Chauncey.
Johannes Franke: Ja, das Plakat sah so unglaublich cool aus. Das war aber irgendwie... habe ich mich nicht reingetraut, weil das Plakat sieht so aus, als wenn es so über Depressionen oder sowas, weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: Echt, ja?
Florian Bayer: Es ist eine Auseinandersetzung mit dem Inneren eines Kindes.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und ich liebe diesen Film und der bringt mich auch regelmäßig zum Weinen. Ganz toller Film. Ich bin gespannt, wie du ihn findest.
Johannes Franke: Wow, ich auch, ich auch. Okay, gut. Was mache ich? Was mache ich? Ich wollte mal wieder meinem Ruf gerecht werden. Alt, alt, alt. Vergangenheit. Was ganz Altes, genau. 50er. Nee, noch früher. 40er. Noch früher. 30er. 26. Also zumindest bin ich dort jetzt gelandet. Ich hatte überlegt, ob es vielleicht Harold Lloyd sein könnte, aber Harold Lloyd ist zu... zu, vielleicht ein bisschen zu unbekannt noch, ich möchte dich so langsam ranholen und Buster Keaton kennst du schon.
Florian Bayer: Basta Keaton kenne ich und wir haben vor kurzem festgestellt, dass ich Basta Keaton immer für den gehalten habe, der an der Uhr hängt.
Johannes Franke: Was Harold Lloyd ist.
Florian Bayer: Also mein Filmwissen, was Slapstick betrifft, ist nicht stark ausgeprägt. Und ja, Buster Keaton, ich meine, ich kenne ihn, also ich kenne sein Gesicht. Ja. Und ich weiß, dass mal so eine Hausfassade auf ihn draufgefallen ist. Und ich weiß, dass er viele Filme gemacht hat und neben Chaplin der ist, der immer genannt wird.
Johannes Franke: Ich hatte auch überlegt, ob ich den mit der Hausfassade nehme, aber eigentlich dachte ich dann, ähnlich wie bei Jacques Tati, dass ich eher das nehme, was dann... Gemeinhimmel im Nachhinein als das Meisterwerk von Buster Keaton gilt. Und gar nicht so richtig typisch für was der Kicken ist, aber du musst ihn einfach sehen. Du musst ihn einfach sehen. Das ist unglaublich. Und zwar The General.
Florian Bayer: Okay, kenn ich nicht. Ich bin voll gespannt. Aber Slapstick-Komödie, give it to me. Okay.
Johannes Franke: Okay, gut. Ja, na dann, viel Spaß damit und wir sehen uns nächste Woche.
Florian Bayer: Bis nächste Woche.
Johannes Franke: Bis dann, ciao.
