Episode 93: The Boat That Rocked – Piratenradio auf hoher See
Als wir unseren Podcast gestartet haben, hab ich nicht damit gerechnet, dass wir ausgerechnet über Richard Curtis so viel reden würden. Wir hatten schon eine Episode über Yesterday, wir haben extrem lange über Black Adder gesprochen, er hat meine Lieblingsepisode von Doctor Who geschrieben, ich liebe Mr. Bean and you won’t shut up about Vier Hochzeiten und ein Todesfall.
Und jetzt “The boat that rocked” – ein Film über eine Gruppe rebellischer Radio-DJs die auf einem Boot eine Radiostation betreiben, die halblegal den ganzen Tag Rock sendet. In den 60ern, als das United Kingdom davon echt nicht begeistert war. So ist es nicht verwunderlich, dass sie von Regierungsseite versuchen, eine Möglichkeit zu finden die Pirate Radio Stations wie sie sie nennen, gänzlich illegal zu machen.
Ein Komödie voller Musik und einsamer Männer die die einzige Frau an Bord dissen und für cringeworthy Momente sorgen. Und manchmal mehr als nur cringe. Aber darüber können wir dann ja reden.
Richard Curtis hat viele tolle Filme geschrieben, hier hat er auch Regie geführt. Hat seine Regie dem Film gut getan, oder hätte er das Drehbuch lieber abgeben sollen? Was meinst du Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 93: The Boat That Rocked – Piratenradio auf hoher See Publishing Date: 2022-10-12T08:54:13+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/10/12/episode-93-the-boat-that-rocked-piratenradio-auf-hoher-see/
Florian Bayer: Also ihr hört euch mal die erste Episode an. Johannes lästert die ganze Zeit über diesen Film, dass er so unstrukturiert wäre, dass es nur viel Good-Momente wäre, dass das einfach nicht reicht. Und dann schmeißt er mir diesen Film hier vor die Füße. Der zweite Film von Richard Curtis. Er hat noch geübt.
Johannes Franke: Are you doing something dirty? Are you doing something your parents don't know about? Are you breaking the law? Are you breaking the rules? Als Plor. Herzlich willkommen hier zu einer neuen Ausgabe des Muss-Man-Sehen-Podcasts. Hier wieder um 8 Uhr morgens bis um 10 Uhr. Für Sie wieder da. Oh mein Gott. Morning Radio 101.
Florian Bayer: Du hast perfekt angefangen als irgendeine Mischung aus Midnight Mark und The Count und bist dann plötzlich so zu Radio 1 übergeschwenkt.
Johannes Franke: Herzlich willkommen. Wir werden dieses Mal in dieser Episode uns den Film Radio Rock. Nee, wie heißt der? Pirate Radio. Wer heißt der denn jetzt eigentlich? The Boat That Rock.
Florian Bayer: The Boat That Rock war der Originaltitel. Zumindest im Originaltitel Pirate Radio wurde er in Nordamerika genannt und in Deutschland heißt er Radio Rock Revolution. Warum auch immer. Ja, wobei alle drei Titel. Also es ist so ein Film, der eigentlich, der kann so einen random Titel haben. Ja, das ist schon okay. Pirate Radio ist auf jeden Fall der treffendere Titel, weil darum geht es in dem Film und wir werden beide versuchen, unsere beste Radiostimme hier zu präsentieren.
Johannes Franke: Stellt euch schon mal drauf ein, holt euch einen Tee. Und es gibt wieder die Beste der 60er, 70er und... Im Musterhaus Küchenfachgeschäft. Wir richten Musterkültig... Nein! Wir richten Musterkültig ein. Wie kann das? Wie hast du das verkacken können?
Florian Bayer: Verdammt, Schnitt. Johannes, du hast bestimmt einen kleinen Einführungstext geschrieben zu diesem Film.
Johannes Franke: Ich habe einen Einführungstext geschrieben.
Florian Bayer: Haben wir den Zuschauern überhaupt schon, zu Hörern überhaupt schon erzählt, was wir hier eigentlich machen? Wie immer, kurz und bündig, wir präsentieren uns gegenseitig Filme. Wir geben uns die Filme aus Hausaufgaben auf. Im besten Fall einen Film, den der andere noch nicht gesehen hat. Und dann reden wir über diesen Film, nachdem... Möchtest du Teplor? Er gesehen wurde. Immer so ein bisschen, sehr gerne, danke. Immer so ein bisschen unter der Devise, welcher Film könnte deinen Horizont noch ein bisschen erweitern? Welcher Film könnte den Horizont der ZuhörerInnen auch noch ein bisschen erweitern? Und diese Woche hat Johannes The Boat That Rocked auserwählt. Einen Film, den ich nicht nur nicht kannte, sondern von dessen Existenz ich bisher noch nicht wusste, was total merkwürdig ist, weil rein themaartig und was den Cast, Crew und so weiter betrifft, ist es ein Film, der eigentlich so voll auf meinem Speiseplan stehen müsste.
Johannes Franke: Ja, das Ding ist, der war halt nicht so wahnsinnig erfolgreich, aber ich hab von dir erwartet, dass du eigentlich die Filme kennst, die nicht so wahnsinnig erfolgreich sind, aber vielleicht interessant sein könnten. Tja, Plor.
Florian Bayer: Ja, vielleicht kam...
Johannes Franke: Das gibt einen Minuspunkt.
Florian Bayer: Vielleicht wurde dieser Film in einer Phase meines Lebens veröffentlicht, wo ich gesagt habe, ach, naja... Filme... Über Bote im... Rockmusik... Im Meer. Philipp Siemer Hoffmann ist vielleicht doch nicht so spannend. Wann hattest du diese Phase? Die Phase, die kennst du... Oh Gott, das ist ja hart.
Johannes Franke: Hast du eigentlich viel zu Zucker? Auch sehr gerne, ja. Danke.
Florian Bayer: Und dann steigen wir doch einfach mal ein, Johannes hat einen kleinen Text vorbereitet und danach werden wir munter über diesen Filmen diskutieren. Okay.
Johannes Franke: Als wir unseren Podcast gestartet haben, hab ich nicht damit gerechnet, dass wir ausgerechnet über Richard Curtis so viel reden würden. Wir hatten schon eine Episode über Yesterday. Wir haben extrem lange über Blackadder gesprochen. Er hat meine Lieblingsepisode von Dr. Who geschrieben. Ich liebe Mr. Bean. And you won't shut up about vier Hochzeiten und ein Todesfall. Und jetzt? The Boat That Rocked. Ein Film über eine Gruppe rebellischer Radio-DJs, die auf einem Boot eine Radiostation betreiben, die halblegal den ganzen Tag Rock sendet. In den 60ern. Als das United Kingdom davon echt nicht begeistert war. So ist es nicht verwunderlich, dass sie von Regierungsseite versuchen, eine Möglichkeit zu finden, die Pirate Radio Stations, wie sie sich nennen, gänzlich illegal zu machen. Eine Komödie voller Musik und einsamer Männer, die die einzige Frau an Bord dissen und für Cringe-worthy Momente sorgen. Und manchmal mehr als nur Cringe, aber darüber können wir ja später nochmal reden. Richard Curtis hat viele tolle Filme geschrieben, hat nun hier auch Regie geführt. Hat seine Regie dem Film gut getan, oder hätte er das Drehbuch lieber abgeben sollen? Was meinst du, Plur?
Florian Bayer: Gute Einstiegsfrage. Ich muss ja ein bisschen mit dir schelten. Du hast dich sehr über Yesterday aufgeregt. Und zwar hast du vor allem der Hauptkritikpunkt von dir an Yesterday,
Johannes Franke: den ich unglaublich liebe. Du erinnerst dich an meinen Hauptkritikpunkt bei Yesterday?
Florian Bayer: Dass er so zersat wäre. Dass er so wenig Story hätte und einfach nur so von Episode zu Episode hüpfen würde. Das scheint ein Problem von Richard Curtis zu sein. Er macht das ja in The Boat That Rocked noch deutlich extremer. Das stimmt vielleicht. Um das mal so auf den Punkt zu bringen. Also sehr viel Respekt für Richard Curtis. Aber er ist definitiv ein Mann der Feel-Good-Montagen. Ja. Hast du gezählt? In dem Film kommen gefühlt 120 Feel-Good-Montagen vor.
Johannes Franke: Und dann ist der Film auch vorbei. Alle sind Feel-Goodie.
Florian Bayer: Alle sind total Feel-Good. Und das liebe ich auch an Richard Curtis. Also ich fand das ein Yester, der wirklich schön gemacht hat. Da war es meiner Meinung nach auch deutlich besser in die Geschichte eingebettet, nach der Geschichte weiter vorangetrieben. Ja. Hier gibt es ja wirklich nur noch Episoden. und wir können auch nachher, werden wir das tun, über die Geschichte des Films, wie der Film erzählt ist, wie der Film strukturiert ist, in das Placing nochmal diskutieren, weil da gibt es schon einige Sachen, mit denen ich nicht so zufrieden war, auch was die Längen betrifft. Ja. Aber die Montagen von ihm, die sind immer Gold wert. Die sind immer schön. Und die ziehen einen immer rein. Und in diesem Film findet man extrem viele von diesen Montagen. Das stimmt.
Johannes Franke: Ja, vor allem die Montagen, wenn wir schon dabei sind, die einfach musikalisch sind, die irgendwie alle einfach rocken und Party machen. Ich finde, genau diese Montagen gehen über die Längen, die du angesprochen hast, super hinweg. Und deswegen fallen mir die Längen ehrlich gesagt nicht so auf. Und ich habe danach in der Recherche so viele Leute gelesen, die gesagt haben, der Film hat so viele Längen, was soll das, warum? Und ich dachte dann so, ja, eigentlich haben sie recht, aber mir ist das nicht aufgefallen groß. Warum?
Florian Bayer: Naja, also dem Film hätte schon so ein bisschen Stutzung gut getan. Ich finde, ein Film, der dieses Thema hat und der das erzählt, was er erzählt, muss nicht über zwei Stunden gehen. Und das tut der Film ja. Der geht 135 Minuten. Das ist eine Menge, das stimmt. Der wurde für die USA offensichtlich noch gekürzt. Und Richard Curtis war mit der Kürzung nicht so wirklich glücklich, weil irgendwie so ein Herz verloren gegangen ist. Ich wüsste jetzt auch gar nicht so genau, wo man die Schere ansetzen müsste. Das Ding ist halt, es gibt so eine gewisse Repetition, weil der Film zeigt sehr oft einfach nur das, was auf dem Schiff passiert. Und das ist eben meistens einer von den DJs, von den Radioleuten, kündigt Musik an. Musik läuft und dann haben wir einen wilden Schnitt durch das United Kinken der 60er Jahre und sehen Menschen, die das Radio genießen. Wir sehen Schülerinnen, die Spaß dran haben. Wir sehen Hausfrauen, die Spaß dran haben. Wir sehen Kinder, die das heimlich im Bett hören, unter der Decke. Und das ist dann einfach mal so eine Minuten, zwei Minuten Sequenz, wo wir das sehen. Und von diesen Sequenzen gibt es sehr viele. Ja, und dann gehen wir natürlich in die Sequenzen rüber, zu den Leuten, die versuchen, das zu verhindern. Genau, wobei das ja, die spielen eine Rolle. Die sind aber immer so ein bisschen außen vor geschaltet, obwohl die natürlich großartig sind. Also die Bösewichter in diesem Film sind ganz großartig. Natürlich Kenneth Branagh, der ohne Bart, dafür mit Schnauzer und mit absoluter Spießerbrille, also eine Brille, die schreit, du bist ein Spießer, versucht als Minister irgendwie gegen das Radio zu kämpfen. Und dann sein großartiger, schmieriger, schleimiger Untergebener mit dem wundervoll passenden Namen. Ach nein, das sage ich nicht.
Johannes Franke: Nein, dieser Name wird bitte nicht... Achso, oder meinst du... Welchen meinst du? Doch, den meinst du...
Florian Bayer: Ja, seine Sekretärin hat... Du meinst seine Sekretärin Messie oder... Ich rede jetzt vom Herrn... Ja, jetzt haben wir es doch gesagt. Ja, wer das nicht kennt, es ist jetzt auch in Deutschland nicht so geläufig, aber es ist ein vulgärer Begriff für die primären Geschlechtsmerkmale einer Frau. Ja, und ein Schimpfwort für schwule Männer. Stimmt.
Johannes Franke: Und deswegen...
Florian Bayer: Und in dem Kontext habe ich das gar nicht gesehen, krass.
Johannes Franke: Ja, und deswegen ist das so einer der großen Fettnäpfchen für mich des Films, den ich nicht so geil finde.
Florian Bayer: Shit, du hast vollkommen recht. Daran habe ich tatsächlich während dieses Films gar nicht mehr gedacht, dass es ja diese Bezeichnung auch gibt.
Johannes Franke: Deswegen, ich werde es vielleicht rauspiepen. Also, wir sollten uns das nicht reinforcen.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Dafür möchte ich mich auch entschuldigen. Ja, genau. Also, es ist auf jeden Fall... Der hat diesen Namen und der wird eben... Das ist so der schmierige, schleimige Untergebene, der auch dann wirklich an die Front geht, der hinter den Frontlinien kämpft, indem er sich einmal auf das Boot schleicht und innerhalb von Sekunden von unserem... dem Verantwortlichen für das Ganze, von dem Produzenten des Radios, enttarnt wird innerhalb von Sekunden. Du siehst nicht aus, als ob du hierher gehören würdest.
Johannes Franke: Was sehr süßes. Bill Nye ist das, der... Also, unser Schauspieler heißt Bill Nye. Ich finde ihn so großartig.
Florian Bayer: Wir müssen hier... Also, das ist der Elefant im Raum. Wir haben unglaublich viele großartige Schauspieler, die in diesem Film mitspielen. Wir haben diese illustre Runde von Radiomenschen und zwar so groß, dass man auch kurz am Anfang denkt, wow, ich bin ein bisschen erschlagen. Soll jetzt wirklich der Einzelne von diesen eine Persönlichkeit kriegen? Ja. Und es gelingt doch recht gut, dass wir irgendwann im Laufe des Films von jedem Einzelnen eine Vorstellung haben. Sogar von dem Morning-Typen, den niemand kennt. Ja. Oder wie er heißt. Wir haben... Also, um mal kurz aufzuzählen. Natürlich muss ich ihn als erstes nennen, weil er ist einfach einer der besten Schauspieler gewesen, mittlerweile leider verstorben. Philip Seymour Hoffman spielt den Count, einen amerikanischen DJ, der das Ding einfach rockt und der einfach so der Star des Dispotes ist.
Johannes Franke: Unglaublich. Er ist auch so als Schauspieler einfach, der rockt auch den Film, muss man sagen.
Florian Bayer: Total. Also er ist wie immer, er ist einfach eine Präsenz. Und das Krasse an Philip Seymour Hoffman, der kann diese komplett schüchternden, in sich gekehrten Figuren spielen. Ja. Und dann spielt er sowas.
Johannes Franke: Und dann sowas.
Florian Bayer: Von einem extrovertierten, exzentrischen Typen, der einfach nur Lebemann ist und laut und vulgär und Spaß und Party und Rock'n'Roll.
Johannes Franke: Das ist krass.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Vor allem, weil ich ja die sensiblen Rollen von ihm so liebe. Ja. Und dann kommt da sowas und der macht das trotzdem mit so viel Herzblut. Es ist großartig.
Florian Bayer: Dann, wie gesagt, haben wir Bill Nye, der immer so zumindest vom Auftreten versucht, die Seriosität dieses ganzen Unternehmens zu verkörpern. Aber der eigentlich genau so eine Schlampe ist, wie die anderen auch alle. Was man dann immer mal wieder in so merkwürdigen Momenten merkt, wenn es so aus ihm durchspricht. Aber er behält seine Würde nach außen hin. Aber er macht den ganzen Scheiß mit.
Johannes Franke: Und er macht das so gut. Es ist so wahnsinnig schwierig, in einem Film über Rebellen jemanden zu haben, der die Obrigkeit darstellt und dazugehört. Ja. Und das ist so krass. Weil der wirklich, der erfüllt im Grunde die Position der Polizei, über die man sich lustig machen will. Der auch die Gags, die sind alle so aufgebaut, wie man sich eigentlich über Obrigkeit lustig machen würde. Und es funktioniert 100 Prozent. Aber er gehört ja dazu. Ja.
Florian Bayer: Und ich finde, das ist ein krasser Move. Er ist auch einer von diesen Party-Menschen, aber er schafft das halt mit dieser hoheitlichen Würde immer so. Ja, genau. Und großartig. Einfach ganz toll. Wir haben Rice Evans, ausgerechnet ein britischer Schauspieler, der den zweiten amerikanischen DJ spielt. Der eigentlich relativ früh schon dann auch zu dem Schiff dazukommt, um die Zuhörer, noch mehr ZuhörerInnen zu gewinnen. Weil sie haben so ein bisschen Struggle mit den Werbegeldern und sie müssen ein bisschen populärer werden. Und deswegen holt Quentin, so heißt der Chef, der von Bill Nye gespielt wird, holt diesen zweiten amerikanischen DJ. Sehr zum Missfallen von The Count, der bisher der Ami-Star war und der jetzt plötzlich Konkurrenz auf dem Schiff sieht. Und die haben auch ein paar tolle Momente zusammengegangen. So zwischen Konkurrenz, Hass und dann irgendwann reißen sie sich doch zusammen. Sehr männliche Momente, muss man sagen. Sehr männliche Momente. Wir haben Nick Frost, den ich ja auch total liebe und der aber auch immer so ein bisschen dieselben Rollen spielt. Das stimmt, ja. Spielt der auch hier diese Rolle wieder, der so ein bisschen lazy und albern und kindig und aber unglaublich erfolgreich damit. Also der hat ständig irgendwelche Groupies an sich hängen. und ist eigentlich ein Arsch.
Johannes Franke: Aber auch irgendwie ein sympathischer Arsch. Ja, irgendwie schafft er das, darauf zu balancieren auf dieser Linie zwischen Arsch und Sympathieträger. Das ist auch schwierig und ich glaube, das macht der öfter. Also Nick Frost hat ja immer diese Rollen und irgendwie sind die auch immer so auf der Balance zwischen Sympath und Arschloch, habe ich so das Gefühl. Ja. Oder er spielt sie immer so, kann auch sein.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Es funktioniert auf jeden Fall so, dass man ihn nie komplett unsympathisch findet und auch irgendwie Spaß mit ihm hat. Auch wenn er mal ziemliche Scheiße baut und das macht er in dem Film. Aber das wird halt auch alles so abgefedert. Womit wir wieder kurz, bevor ich weiter durch den Cast gehe, der noch nicht zu Ende ist, womit wir wieder kurz bei Richard Curtis werden, der das eben auch macht, dass so dramatische Dinge immer abgefedert werden und es nie zu dramatisch wird. Also es passiert sehr viel in dem Film. Aber die größten emotionalen, zwischenmenschlichen Katastrophen werden immer sehr krass abgefedert. Es gibt nicht einen Moment, wo man denkt, okay, jetzt wird wirklich mal, jetzt wird mal in die Dramenkiste gegriffen, sondern es bleibt irgendwie so leicht. Ja. Krassester Moment dabei ist, als unser Protagonist, Jan Kahl, der von Tom Storridge gespielt wird, den ich eigentlich nicht wirklich kannte vorher. Nee, ich auch nicht. Ich weiß nicht,
Johannes Franke: was der danach noch so gemacht hat, aber der macht das ganz okay.
Florian Bayer: Ja, der spielt tatsächlich, sie haben Gott sei Dank darauf verzichtet, was solche Filme gerne machen, wenn sie so ein anarchisches Künstlermilieu zeigen, dass sie so ein Mauerblümchen da reinsetzen. Ja, ja. Und er ist es eigentlich nicht. Er ist zwar noch Jungfrau, das ist auch ein großes Thema in dem Film, dass er seine Jungfräulichkeit verlieren soll, aber er geht damit sehr offen um und er hat eine Erklärung parat dafür. Er war einfach mal die ganze Zeit auf Jungs schulen, er hat einfach keinen Kontakt mit Menschen gehabt. Ja. Und er ist nicht das Mauerblümchen, das total irritiert über dieses Zeug ist. Er ist da wegen Drogenproblemen, er feiert ordentlich mit, er will Sex haben, er will Trucks und Rock'n'Roll, er gehört da einfach dazu. Das rechne ich dem Film hoch an, weil also sowas wie Almost Famous, was so ziemlich der berühmteste Film ist, der in so einem Milieu spielt. Ja. Und das machen fast alle diese Filme. Sie haben als Protagonisten immer so ein Mauerblümchen, mit dem wir uns identifizieren sollen.
Johannes Franke: Ja. Und das macht der Film Gott sei Dank nicht. Genau. Und ich finde dieses Gespräch so großartig am Anfang, wie der Chef der ganzen Sache, ihn begrüßt. Und er sagt, ja, ich soll hierher kommen, um mich zu bessern. Und er so, ähm. Das ist der falsche Platz. Das war das Dämlichste, was ich machen konnte. Wieso?
Florian Bayer: Ausgerechnet bei uns. Und nochmal, um diese Abfederung vom Dramatischen zu kommen, da gibt es nämlich diese eine krasse Szene, wo auch Nick Frost den größten Arsch raushängen lässt. Quentin, der Chef, lädt seine Nichte ein, um sie mit dem Jungen zu verkuppeln, damit die Sex haben, damit er endlich seine Jungfräulichkeit verliert, wo man schon denkt, okay, 60er, Machoismus. Na, auf jeden Fall kommt es dann tatsächlich fast zum Sex, aber dann fehlt ein Kondom und dann muss, muss, muss Carl eben zu Nick Frost, zu Dave heißt der, gehen, um das Kondom zu holen. Und, ähm, dann gibt es ein kleines Unglück, dann geht das Kondom verloren. Auf jeden Fall muss er dann woanders hin und währenddessen schnappt sich dann einfach Dave, also Nick Frost, die Frau und als ob das so super problemlos funktionieren würde. Genau, bei ihm offensichtlich, er hat ständig Sex. Er sieht eine Frau und ja, aber dann wird sie halt irgendwie zur Stehlampe, ne? Die in und her getradet wird. Absolut. Und dann gibt es aber diese wirklich schöne Szene, wo, wo Carl natürlich deswegen total traurig ist und dann setzt er sich irgendwo hin und, äh, ist unglücklich und dann kommen seine Kumpels und dann essen sie zusammen Kekse. Und ich finde das so schön. Es ist so süß. Eine der besten Szene des ganzen Films. Die beste Szene des Films
Johannes Franke: und sie war eigentlich gar nicht so gedacht. Genau, sie haben es überhaupt nicht geplant. Es war so gedacht, naja gut, der sitzt da halt acht Sekunden lang und dann, mö, mö, mö, mö, hat, ist traurig und dann haben die irgendwie dazu improvisiert, haben die dazu gesetzt, die beiden und dann haben die irgendwie einfach Zeug gemacht.
Florian Bayer: Ja. Und das ist so toll geworden. Es ist großartig, es ist total schön und das ist wie der Film mit seinem Drama umgeht. Das ist eigentlich so ein sozialer Konflikt zwischen den beiden und der findet aber nicht statt. Ja. Das ist, damit ist, damit ist diese ganze Episode ist abgeschlossen. Mhm. Ich gehe weiter im Cast. Karl hat einen, einen Zimmer genossen und zwar Kevin, der so ein bisschen der Intellektuelle des Schiffes ist.
Johannes Franke: Ja, naja,
Florian Bayer: Zumindest der Denker.
Johannes Franke: Ja, aber er hat keinerlei Bezug zur Realität und weiß überhaupt nichts über die Welt eigentlich.
Florian Bayer: Aber er sitzt immer mal wieder da und gibt so sehr akademische Sätze von sich, ne? Die wirken ein bisschen auswendig gelernt, aber... Vielleicht, vielleicht. Ja, das könnte sein. Die standen ja auch im Drehbuch. Von Tom Pruke gespielt,
Johannes Franke: der das auch großartig hat. Ja, der macht das gut. Klar. Dann hätten wir noch Chris, also Simon, der sich verheiraten lässt auf dem Schiff. Der ist so süß. Und das ist so süß. Kennst du The IT Crowd? Äh, nee.
Florian Bayer: Ich hab ein, zwei Folgen davon gesehen, aber nichts, was ich irgendwie... Da ist er mit drin und Catherine Parkinson,
Johannes Franke: die die Felicity spielt. Ja, die einzige weibliche Besetzung auf dem Schiff. Die sind bei The IT Crowd dabei und sind wahrscheinlich genau deswegen auch dort zusammen gelandet mit Richard Iody, der leider nicht dabei ist. Das hätte ich ihm noch gewünscht, das wäre noch toll geworden. Aber der ist nicht in dem Film mitgelandet. Aber die drei machen The IT Crowd und daher kannte ich die und die haben im Grunde doch wieder sehr ähnliche Rollen irgendwie. Obwohl, nein, sie nicht unbedingt. Aber ich finde, sie spielt das schon relativ ähnlich.
Florian Bayer: Dieser Chris O'Dowd heißt der, der spielt ja diesen, genau, Simon, der so ein bisschen romantiker ist, finde ich. Ja, natürlich. Natürlich gibt es die Hochzeitepisode mit ihm, aber der ist auch so ein bisschen der Naivling, der immer fröhlich ist, der hat immer Energie, wirkt immer so, dem kann gar nichts Schlimmes passieren. Der ist einfach, der liebt das Leben, der ist fröhlich, der hat immer ein Lächeln auf den Lippen, total sympathisch und vor allem auch irgendwie total süß. Deswegen ist es umso trauriger, dass ihm sowas passiert. Das ist schon hart. Aber zu ihm passt es natürlich. Wir haben Midnight Mark vom Rösten, der Verführer, der mit seiner Radiosendung eben um Mitternacht, bei der er kaum was sagt, aber er spielt so sexy Songs, dass er definitiv, er ist definitiv das Sex-Idle dieses Schiffes. Also die Frauen,
Johannes Franke: die stehen alle auf ihn. Und er ist auch, er wird auch gefragt, was denn sein Geheimnis ist. Weißt du, was er sagt? Weißt du das? Hast du das aufgeschrieben?
Florian Bayer: Ja, er sagt, er wartet einfach, bis dann irgendwie die Spannung so groß ist, dass er nur noch sagen muss, und wie wär's? Und damit kriegt er die Frauen rum und es gibt eine Szene, wo er umgeben von nackten Frauen da sitzt. Kennst du das Bild? Electric Ladyland. Ja, geil. Jimmy Hendrix-Referenz. Ganz toll, ganz offensichtlich wunderschön, wie sie die Frauen dann alle da drapiert haben im Raum und er sitzt halt mittendrin.
Johannes Franke: Das ist das Plattenalbum, um es zu klären kurz. Das ist ziemlich genau nachgestellt. Also wenn man das nebeneinander halten würde, es scheint ziemlich genau zu stimmen. Ich hab's mir nochmal angeschaut.
Florian Bayer: Wir haben's ganz klar so arrangiert, ja. Und dann haben wir noch, jetzt hoffe ich, ich hab keinen vergessen, weil es sind wirklich viele, dann haben wir noch Bob, der etwas ältere Wirrkopf, der den frühen Morgen bespielt und bei dem sich dann später, Achtung, Spoiler, herausstellt, dass er der Vater von Carl ist.
Johannes Franke: Was ich einen schönen Plottwist finde, von der Story her.
Florian Bayer: Ja, wobei dieser Bob tatsächlich bis dato, bis wir das wissen, für mich eine komplett blasse Figur war.
Johannes Franke: Ja, der bleibt ja auch eine blasse Figur, der kriegt ja nicht viel mehr.
Florian Bayer: Naja, er gewinnt Stärke in diesem Unglück, wenn sie dann im Wasser sind, man sieht, er will noch die Platten retten.
Johannes Franke: Ja, aber was ist das für eine Stärke, die er gewinnt?
Florian Bayer: Eine Exzentrik, die noch mal so, die noch lebendiger werden lässt. Ja. Und dann wird Fader in Sand gespielt, während sein Tonio versucht zu retten. Also der Film erzählt sehr viel mit Musik. Es werden eigentlich immer, es werden immer Rocksongs und Popsongs aus der damaligen Zeit und teilweise auch darüber hinaus, es gibt so einige Anachronismen, werden gespielt, um die Stimmung des Films zu unterstützen und zu tragen.
Johannes Franke: Ich hab das Gefühl, dass der Film im Grunde nur eine riesige Ausrede ist, gute Musik zu spielen.
Florian Bayer: Ja, gute Musik zu spielen und Menschen zu zeigen, die diese gute Musik genießen. Es ist ein einziger Abgesang auf die Rock'n'Roll-Kultur der 60er Jahre. Ja. Das funktioniert auch bis zu einem gewissen Punkt. Also wie gesagt, diese einzelnen Episoden, diese Momentaufnahmen, die machen immer Spaß. Wir sehen halt, der Film tritt sich einfach darum, dass die auf diesem Schiff sind und es gibt diese lose Rahmenhandlung, dass die Regierung gegen sie kämpft und versucht, sie zu verbieten. Aber eigentlich geht es darum, dass sie auf diesem Schiff sind und da passieren verschiedene Sachen. Und kleine aus dem Leben, gegriffene Geschichten, teilweise auch an historischen Vorbildern orientiert. Es heiratet jemand auf dem Schiff, das ist Simon. Und dann stellt sich heraus, dass seine Frau ihn nur geheiratet hat, weil ihr der amerikanische DJ, der neu hinzugekommen ist, Gavin gesagt hat, ich kann nicht heiraten, aber wenn du in meiner Nähe sein willst, dann heirate doch jemanden vom Schiff. Dann hat sie sich als Simon ausgewählt. Und er ist so destroyed. Er ist so fertig mit den Nerven. Es macht ihn total fertig. Und das führt aber dazu, dass die anderen seine Ehre verteidigen wollen, allen voran The Count, Philip Seymour Hoffman, der sowieso die ganze Zeit sauer auf Gavin ist, weil er eben sein großer Konkurrent ist. Und dann lassen sie sich auf so ein Chicken Game ein, wo sie auf den Mast klettern, der wirklich verdammt hoch ist, weil der soll ja weit senden. Sie sind halt mitten auf dem Meer und wollen UK erreichen. Und dann klettern sie den Mast hoch und kämpfen gegen ihre Angst. Und dann stehen sie oben und dann sind sie immer noch nicht fertig. Dann gehen sie an diesem Mast nach links und rechts nach außen. Der Höhepunkt ist dann, dass Gavin als erster sagt, I'm not a chicken und springt von diesem wirklich hohen Mast ins Wasser.
Johannes Franke: Wirklich hoher Mast. Das hätte echt schief gehen können.
Florian Bayer: Das hätte total schief gehen können. Und der Count muss danach machen. Und wir haben einen Schnitt,
Johannes Franke: wie sie beide mit gebrochenen Beinen gegipst. Aber er erzählt, das ist clever. Er erzählt erst Philip Seymour Hoffman mit gebrochenem, was auch immer. Und dann bei Gavin kriegen wir es erst später mit, was ich nette Erzählstruktur finde. Ja. Für die Auflösung. Aber natürlich muss man sagen, dass das eine sehr männliche Truppe. Total.
Florian Bayer: Das ist ein Sausagefest. Das ist absolut ein Sausagefest. Der Film dreht sich um. Es geht ja auch darum, dass sie die ganze Zeit Party machen, dass sie Rock'n'Roll machen. Und dann kommen halt einmal in der Woche die Groupies an Bord. Und dann schnappt sich jeder eine. Und dann gibt es halt auch sehr viel Sex. Wie gesagt, es gibt diese Sexgeschichte von Karl. Der von Quentin mit seiner Nichte. Das ist so krass, dass der ihn mit seiner Nichte verkuppelt. Ja, meine Güte. Und dass dann Dave sie verführt. Was so irgendwie ziemlich, ja. Es ist alles schon, also wir haben, der Film wird jetzt nicht so viele Feminismus-Pluspunkte sammeln. Nein, um das gleich mal klarzustellen.
Johannes Franke: Ich habe leider das nicht in Erinnerung gehabt. Und deswegen war ich während des Guckens ein bisschen verstört streckenweise, weil ich dann wirklich gedacht habe, oh nein. Also diese Groupie-Szenen sind manchmal wirklich, also ich fand sie verstörend, weil sie sind wirklich so kreischend und so ganz viele Frauen, die dann kommen, die sie sich rüberholen, die wirklich wie, so, weiß ich nicht, Ware aus China, wird ein Ramschladen, wird reingetragen, alle wühlen drin rum, suchen sich raus, was sie haben wollen und dann wird sie wieder weggeschickt. Was ist das denn?
Florian Bayer: Also es ist halt so der Klischee, das Klischee von dem Zeitgeist von damals. Wenn man so Berichte hört von großen Bands, die in den 60ern getourt sind, wenn man sowas nimmt wie Led Zeppelin zum Beispiel, werden mir so als konkretesten Erinnerungen, dann hatten die halt auch offensichtlich wilde Partys mit Groupies. Ja. Backstage. Und dann saßen die da und dann standen die Frauen da an der Tür und dann haben die gesagt, die, die, die und die. Und dann war es offensichtlich, hat das einfach dazugehört. Also es gab so eine krasse, krasse Objektifizierung von den Frauen und die wurden halt auch als Sexobjekte verhandelt. Also es war ganz klar, worum es ging und die haben ihren Fame ausgenutzt, um eben die Frauen rumzukriegen. Das hat auch irgendwie geklappt. Inklusive minderjähriger Groupies, was offensichtlich auch so eine unschöne Nebengeschichte von dem Ganzen ist.
Johannes Franke: Also ich meine, insgesamt habe ich nichts dagegen, das als Konzept für sich einmal für vielleicht ein, zwei Jahre zu nehmen und zu sagen, man sagt ja immer so Trophy, ne? Man hat so als Musiker eine Trophäe, das Groupie, aber eigentlich ist es ja auch andersrum. Du kannst ja als Groupie, wenn du dich bewusst dafür entscheidest, auch Trophäen sammeln quasi. Ja, ja. Es ist nicht mein Lebensstil und es ist nicht meine Entscheidung, aber wer das machen möchte, okay. Aber das so in einem Film so darzustellen, wie wir laden uns jetzt die ganze Ware ein und suchen uns aus, was uns gefällt, ist wirklich hart. Ja, auf jeden Fall.
Florian Bayer: Also das hat mich ein ganz bisschen verstört. Also es ist halt auch so dieser sehr männliche Blick auf freie Sexualität. Das wird ja auch oft so retrospektiv gesagt, dass wir, wir haben so ein Ideal, ein Idealbild von den 60ern, freie Liebe und alle dürfen machen, was sie wollen, alle haben Spaß. War die Freiheit der Männer. Das wird dabei oft vergessen, dass das halt genau, dass die auch diese Kommunen und so, wo wilde Sexpartys gefeiert wurden, es stand sehr oft die männliche Sexualität im Mittelpunkt und die männliche Perspektive. Und das sieht man ja auch, wenn Filme diesen Zeitgeist aufgreifen, ist es ja immer so, dass du die Frauen als Eyecandy hast und die Männer sind halt so die Rockheroen, die nicht gut aussehen müssen, die nicht aussehen müssen, als ob sie jetzt die großen Aufreißer wären. Das ist egal, einfach durch ihren Status alles als Rockheroen.
Johannes Franke: Ja, Mann. Ne, an euch da draußen, wenn ihr jetzt sagt, naja, aber natürlich gab es auch Frauen, die das gerne wollten. Ja, gab es auch, absolut, natürlich. Aber es gab eben auch immer noch das Patriarchat, was nicht allen gut getan hat.
Florian Bayer: Ja, und es hat eben auch in diesen liberalen oder anarchischen Milieus hat das weitergelebt. Gehen wir kurz mal auf diese Milieus ein, weil wir haben hier ja einen fiktiven Film. Dieses Radio, was hier erzählt wird, hat so nie existiert. Ja. Aber es orientiert sich natürlich an realen Vorbildern.
Johannes Franke: Ja, also nicht nur das, dieses Ereignis an sich, nämlich so ein Pirate Radio, die es tatsächlich in den 60ern gab, so Piratenschiffe quasi, also einfach Schiffe, die haben sich irgendwo in internationales Wasser begeben und haben dann von dort aus gesendet, weil einfach die offiziellen großen Fernseh, die großen Radiostationen immer nur maximal eine Stunde Rock gespielt haben.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann musste man sich abhelfen.
Florian Bayer: Genau, eines der bekanntesten und das wahrscheinlich so das größte Vorbild war für dieses Radio, was wir hier sehen, war Radio Caroline. Und das wurde von einem Musikproduzenten gegründet, Ron O'Reilly, der das genau aus diesem Grund gegründet hat, weil er eben es nicht geschafft hat, seine Bands von seinem Label bei den großen Radios unterzubringen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und private Radiostationen waren, wie gesagt, in UK verboten. Nicht nur dort, sondern auch in anderen Ländern Europas. Es gab auch in Deutschland, ein bisschen später, gab es auch eine sehr lebendige Piratenradioszene. Und dann haben die halt gesagt, okay, dann gehen wir halt raus aufs Wasser, da können wir senden. Das funktioniert. Und es gab auch ein amerikansches Pondort, das hieß Voice of America, daran haben die sich orientiert. Und dann sind sie rausgefahren, waren drei Meilen vor der Küste und haben dann angefangen, Musik zu spielen unter dem Namen Radio Caroline, was offensichtlich eine Referenz war auf die Tochter von John F. Kennedy. 1964 sind sie hier. Ja, genau, haben die angefangen.
Johannes Franke: Es ist ja, die waren ja nie wirklich illegal und der Film erzählt das ja auch einigermaßen akkurat, dass sich das Government dann natürlich schon auch gedacht hat, irgendwas müssen wir machen. Und dann gab es halt nicht die Möglichkeit, die Leute direkt zu verbieten, sondern halt die Partnerschaft mit denen halt.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Also die Werbepartnerschaft zum Beispiel.
Florian Bayer: Es gab immer wieder so kleine Gesetze, die dann halt versucht haben, da rein zu grätschen und denen einfach das Leben schwer zu machen, was auch dazu geführt hat, dass das kein 100% zuverlässiger Radiosender war, sondern die mussten immer mal wieder den Radiobetrieb komplett einstellen. Und manchmal lag es auch nicht nur an der Regierung, sondern manchmal war es auch einfach so, dass das Wetter das nicht zugelassen hat. Die waren halt mitten auf dem Meer. Ja, und auch das eine Schiff ist ja auch tatsächlich gesunken, die Mi Amigo oder wie sie heißt. Das war von einem anderen Radio, anderen Piradiosender und zwar, genau, Mi Amigo. Ah ne, genau, das war auch von Radio Caroline.
Johannes Franke: Genau, ja. Und der konnte der arme DJ auch seine große Plattensammlung nicht retten. Das war auch sehr traurig anscheinend.
Florian Bayer: Ja, und der Film hangelt sich so ein bisschen an diesen realen Ereignissen. Auch so was, das erzählt wird, dass eben zum Beispiel die Werbegelder nicht mehr fließen, weil die Regierung genau da eingegriffen hat. Das sind reale Ereignisse, die da stattgefunden haben. Aber was ich ganz nett finde, der Film versucht nicht komplett Realität nachzuerzählen, sondern macht so sehr kondensierte Realität und packt alles, was da geschehen ist. Es gab auch mal eine Hochzeit an Bord von dem Radio Caroline. Der packt das halt alles so zusammen und bündelt das so ein bisschen. Aber es ist natürlich spannend. Also Piratensender gab es nicht nur in Großbritannien, in den USA, gab es auch in Deutschland. Und die waren auch immer staatlichen Repressionen ausgesetzt und haben eben versucht, so ihr Ding durchzuziehen. In Deutschland war es tendenziell eher politisch orientiert. Ja. Und also aus so der autonomen, linken, alternativen Szene. Und war auch ein bisschen später. Aber auch bis tief in die 80er hinein. Und mittlerweile ist es ja so, dass, also es ist immer noch so, dass Piratensender haben es schwer. Also es gibt immer noch Gesetze, die es dir nicht so einfach machen. Du darfst eigentlich nicht einfach senden. Das ist ja auch diese ganze Diskussion um die Twitch-Streamer jetzt. Achso. Ab wann bist du eine Sendeanstalt?
Johannes Franke: Ah, ja, wegen irgendwelcher Gesetze, die dann für dich gelten.
Florian Bayer: Genau. Und es gibt mittlerweile, also in Deutschland ist es zum Beispiel so, dass Sendeldizenzen vergeben werden seit Ende der 80er Jahre an Privatradios. Also so mit dem Privatfernsehen ein bisschen. Später kam eben auch diese private Radiolandschaft auf. Aber es gibt immer noch Piratensender, die meistens über Kurzwelle senden und sich dafür Sender mieten in anderen Ländern mit einer liberaleren Gesetzgebung, was Radio betrifft.
Johannes Franke: Achso, dass sie von woanders aus senden.
Florian Bayer: Genau. Nee, nee, sie senden aus Deutschland, aber sie machen diesen Umweg. Also ich weiß nicht so genau, wie es technisch funktioniert.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber damit umgehen sie offensichtlich das deutsche Recht. Also sie machen, sie dürfen es aber eigentlich nicht. Eigentlich ist ganz klar, wenn du senden willst, egal ob Radio oder Fernsehen, brauchst du eine Rundfunklizenz.
Johannes Franke: Ja, was ist dann mit einfach nur Internetradio? Das ist ja kein Senden im Sinne. Was ist bei uns? Darüber wird sehr viel debattiert. Die sind ein Podcast.
Florian Bayer: Technisch ist es ein bisschen was anderes. Ja, technisch genau. Und das macht auch einen großen Unterschied. Das ist zum Beispiel die großen Twitch-Streamer. Bei denen ist das eine Debatte. Und auch die YouTube-Streamer. Und ich weiß, dass sich da auch einige um eine Sendelizenz bemüht haben. Ich habe ja in meinem Dayjob, mache ich ja auch WebTV. Und unsere Sender haben auch Sendelizenzen. Wow. Die haben die auch beantragt, auch für das Online-Ding. Und dann gibt es immer mal wieder, ich glaube, so alle vier Jahre, wir haben mit dem Prozess nicht so viel zu tun, weil das unsere Kunden machen, dass die Anträge ausfüllen müssen. Und dann wollen die Sender anstalten, wollen genau wissen, was für ein Programm läuft da, für welches Alter ist das geeignet. Und dann telefonieren wir mit den Verantwortlichen, dann sagen die, okay, lass uns nochmal zusammen drauf gucken, weil wir müssen das jetzt ausfüllen und wir müssen denen ein Sendeschema geben. Und das ist wirklich wichtig, dass das stimmt, damit du die Lizenz kriegst. Weil ohne Lizenz zu senden, ist Gesetzesverstoß. Der kann dich dann auch wohl teuer zu stehen bekommen. Damit hatten wir Gott sei Dank noch nichts zu tun. Aber wenn diese Lizenzen beantragt werden, dann nehmen das alle immer einmal sehr ernst.
Johannes Franke: Hm, krass. Wow. Aber dann würde, eigentlich würde ja mal ein Fall bekannt werden, oder? Wenn jemand wirklich mal keine Lizenz hat und das Haupts genommen werden würde, das würde doch groß an die Glocke gehängt werden.
Florian Bayer: Es gab Fälle. Ich gucke einmal kurz für YouTuber. In Deutschland gab es auf jeden Fall die Frage, wann sie eine Rundfunklizenz brauchen. Und lass mich einmal gucken, ob ich was finde. Es gab nämlich ein oder zwei berühmte Streamer. Aber Kronk, der auf Twitch regelmäßig live gestreamt hat, die Landesmedienanstalt von Nordrhein-Westfalen hat ihn abgemahnt, nachdem es eine Beschwerde gab, die an sie gegangen ist. Und zwar haben sie ihm gesagt, entweder er stellt das Angebot ein, was er macht, oder er beantragt eine Rundfunklizenz dafür. Wow. Und Kronk hat dann, der ist ja auf Twitch unterwegs vor allem, hat dagegen geklagt, dass das, was er macht, als Rundfunk angesehen wird. Ja. Und hat dann aber irgendwann offensichtlich gesagt, okay, es bringt nichts. Und hat eine Lizenz beantragt und hat die auch.
Johannes Franke: Wow. Und es endet mit einer Rundfunklizenz. Wow. Aber dann sind wirklich sehr, sehr, sehr viele Twitcher und Co. illegal unterwegs.
Florian Bayer: Ja. Es ist halt so, ich glaube, es ist so ein Ding, wo es keinen Kläger gibt. Gibt es kein Problem. Aber es können, es ist, glaube ich, als Konkurrenz musst du dich beschweren, dass das irgendwie Wettbewerbsrecht verzerrt oder so. Okay. Wenn du eine Rundfunklizenz hast, für die musst du ja auch bezahlen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und der andere das ohne macht und dementsprechend du Einbußen hast ihm gegenüber. Ja. Und es wird vor allem, wenn ich das richtig verstanden habe, als Waffe benutzt. Ein ganz berühmtes Beispiel ist auch der Drachenlord. Ich weiß nicht, ob du diese ganze Geschichte kennst, die ganz schrecklich ist mit diesem Rainer Winkler, der ... Irgendwas habe ich da Leuten, aber ich weiß nicht genau was. Der macht Videos über YouTube und der ... Es hat sich so eine Zeit lang ... Es hat sich so eine Fangemeinde, eher so eine Hassgemeinde gebildet, die ihn verarschen und dann teilweise auch zu ihm nach Hause fahren. Oh Gott. Riesiger Tumult. Und gegen den wurde dann auch zum Beispiel eine Beschwerde von irgendeinem von seinen Hatern, so werden die genannt, die Hater, gemacht. Und der hat keine Zulassung gekriegt zu senden. Und warum das denn? Und der darf deswegen nicht mehr streamen. Das ist so ein bisschen ... Also ich glaube, es ist tatsächlich so, es gibt diesen Moment, die Landesmedienanstalten sind verantwortlich und da gibt es, glaube ich, so eine gewisse Blackbox. Du beantragst die Lizenz und du musst ... Es gibt auch irgendwie so Bedingungen, die du erfüllen musst dafür. Aber ich glaube zumindest, da man es von außen nicht so ganz einblicken kann, gibt es so einen Willkürmoment. Du weißt nicht, wann du zugelassen wirst.
Johannes Franke: Da muss man irgendwie klagen können auch. Also ich meine, das kann ich mir nicht vorstellen, dass du dann nicht senden darfst. Das ist ja hart.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil ich meine, du machst ja nichts Illegales. Du rufst ja nicht auf, so Massenmorden oder was auch immer.
Florian Bayer: Ja, es ist halt, in Deutschland gibt es einfach diese Rundfunklizenzpflicht. Und das ist ein total antikes Gesetz. Ja. Das ist aus einer Zeit, in der es sowas wie Internetstreaming einfach noch nicht gab. Das ist auf die analoge Welt zugeschnitten, aber es ist noch intakt, soweit ich weiß. Krass, Mann. Meine Güte. Ich glaube, es geht um wirklich, wenn du live sendest, und einen signifikanten Anteil am Tag. Das heißt, VOD ist kein Problem. Also YouTube-Videos hochladen ist kein Problem. Podcasts sind kein Problem. Aber wenn du anfängst live zu senden, und das so dein Hauptgeschäftsmodell ist, dann brauchst du eigentlich eine Sendelizenz. Wenn das regelmäßig läuft. Okay, verstehe.
Johannes Franke: Und das ist total schwammig. Na gut. Das heißt, wir müssen wieder den Umweg über andere Länder gehen, senden. Aber macht hier nichts draus, in Großbritannien gibt es auch noch Gesetze dafür. Ja, und es gibt auch noch Pirate Radios quasi. Ja. Caroline gibt es ja auch immer noch.
Florian Bayer: Genau, die haben aber mittlerweile eine feste Lizenz. Die sind im Establishment angekommen. Buh, buh, buh. Ihr habt den Rock'n'Roll verraten. Und in Großbritannien ist es offensichtlich so, dass freie Sender maximal 28 Tage im Jahr senden dürfen. Und die haben auch relativ hohe Kosten. Krass. 28 Tage im Jahr? Genau. Das ist viel zu wenig. Und deswegen gibt es da tatsächlich auch noch eine lebendige Piraten-Sender-Community. Krass. Wow. Wollen wir irgendwie in den Film zurückfinden?
Johannes Franke: Soundtrack. Oh, so ein schöner. Willst du alle Lieder einmal runterrattern? Das ist so großartig. Also der Soundtrack ist voll. Ich habe tatsächlich eine, also wenn ihr das einmal gucken wollt, auf Spotify gibt es eine ganz tolle About the Rock'n'Roll-Playlist. Die läuft bei mir rauf und runter.
Florian Bayer: Die ist ja auch toll. Also wir haben...
Johannes Franke: Es ist unglaublich.
Florian Bayer: The Who, Cream, Jimi Hendrix, Supremes, Beach Boys, Kings, Turtles, Hollies. Wir haben alles aus der Zeit, was halt irgendwie coolen Rock'n'Roll gemacht hat. Außer? Außer die Beatles. Ja. Es gab Lizenzprobleme. Nein, warum? Ausgerechnet die Beatles in einem Film über den Rock'n'Roll der 60er Jahre. Es ist unglaublich.
Johannes Franke: Aber trotzdem, ich vermisse sie in dem Film nicht, weil sie irgendwie trotzdem omnipräsent da sind. Aus irgendwelchen Gründen gibt es einfach ein Gefühl für die Zeit, wo die Beatles einfach nicht rauszudenken sind und deswegen sind sie einfach da.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und es scheint ja für Richard Curtis dann ein Happy End mit Yesterday gegeben zu haben.
Florian Bayer: Vielleicht hat ihn das wirklich so gewurmt, dass er die Beatles nicht unterbringen konnte. Vielleicht. Vielleicht war das eine späte Rache daran. Aber ich stimme dir vollkommen zu. Also der Soundtrack ist wirklich erlesen. Tolle Bands.
Johannes Franke: Tolle Songs.
Florian Bayer: Und sie ziehen sich natürlich durch den gesamten Film. Etwas trauriger neben dem Aspekt. Hans Zimmer ist eigentlich der Verantwortliche für den Soundtrack des Films. Aber Hans Zimmer ist halt nicht zu hören, ne?
Johannes Franke: Doch, er hat einen Cue. Man hört etwas. Man hört am Ende irgendwas von ihm. Und das ist wirklich nicht viel. It's a six minute cue during the finale. Also er hat keinen Credit so richtig, oder?
Florian Bayer: Ja, nee, er hat die sechs Minuten am Schluss und er wird nicht als Komponist benannt. Ja. Und es ist ja auch klar, ich meine, es ist ein Film, der halt von seiner Rockmusik lebt. Und wie gesagt, der Soundtrack, die Songs ziehen sich die ganze Zeit durch den Film. Wir haben eigentlich immer diese Abwechslung, Dialoge, Episode, wo irgendwie ein bisschen was passiert. Aber es ist auch nicht viel. Es gibt so ein paar, drei, vier kleine Geschichten, um die sich der Film spannt. Und dann wird halt Radio gemacht und die Leute feiern und die Leute haben Spaß an der Musik. Ja. Reicht das? Absolut. Dir reicht das?
Johannes Franke: Ich habe diesen Film genau deswegen vorgeschlagen. Weil ich gemerkt habe, irgendwie aus, ich weiß nicht aus welchem Grund, ich würde jedem anderen Film, würde ich es auch um die Ohren hauen. Und jedem anderen Film würde ich auch nicht verzeihen, dass er da dieses sehr unreflektiert Sexistische drin hat. Der ganze Sexismus ist kompliziert und schwierig, finde ich. Aber irgendwie liebe ich diesen Film trotzdem. Seiner Musik wegen, seiner Schauspieler wegen, die es schaffen, die Party so. So zugänglich zu machen und man sich so mitfreut mit jedem Einzelnen, der irgendwie Spaß hat. Und sogar mitfreut, wie der Typ rauskommt und gerade Sex hatte und alle draußen stehen und sagen, yeah, und hier ist keine Jungfrau mehr. Ich liebe es einfach.
Florian Bayer: Ich finde es unglaublich, dass du genau das, was an dem Film noch viel stärker ist, Yesterday um die Ohren gehauen hast. Weil ich finde, Yesterday ist die deutlich bessere Regiearbeit von Richard Curtis, ohne jeden Zweifel. Weil die Songs viel stärker in das emotionale Grundgerüst der Story eingebaut sind, weil es eine Story gibt. Und weil das viel, viel besser um die Songs herum strukturiert ist, während es hier ja wirklich nur Episoden sind. Und also wenn man hart sein will, könnte man sagen, es ist eigentlich alles egal. Es ist so Party und Pop und am Schluss reichen sie in den Sonnenuntergang.
Johannes Franke: Nichts, nothing matters in diesem Film. Wirklich, also es gibt ja keine Konsequenzen, keine echten für irgendwas. Nee. Es ist einfach nur, jeder Schauspieler zeigt einmal, was er schauspielerisch drauf hat und ist großartig. Wir können jeden einmal abfeiern und wir können die Musik abfeiern. Aber es ist natürlich kein, es gibt kaum emotionale Kurven, durch die du wirklich durchgehst und sagst, oh mein Gott, hoffentlich schaffen sie es oder was auch immer.
Florian Bayer: Und bei Yesterday hast du halt meiner Meinung nach zumindest dieses emotionale Zentrum.
Johannes Franke: Du hast sympathische Charaktere, du hast einen besseren Fokus. Weißt du, was das Problem ist? Yesterday versucht mehr zu sein und schafft es nicht. Und der versucht es gar nicht erst wieder. Yesterday ist auf jeden Fall mehr. Also dieser Film ist ehrlich einfach nur ein Partyfilm. Ja, genau. Und Yesterday versucht mehr zu machen, schafft es aber nicht.
Florian Bayer: Yesterday schafft es, dass ich mich gut fühle und erzählt nebenbei wirklich noch eine wirklich nette, süße Geschichte. So, willst du dich einmal kloppen gehen? Ja. Ich kann es einfach nicht fassen. Also ihr hört euch mal die Yesterday-Episode an. Johannes lästert die ganze Zeit über diesen Film, dass er so unstrukturiert wäre. Dass es nur viel Good-Momente wäre, dass das einfach nicht reicht. Und dann schmeißt er mir diesen Film hier vor die Füße. Der zweite Film von Richard Curtis. Er hat noch geübt. Das, was er da noch geübt, hat er bei Yesterday dann wirklich, wirklich verfeinert.
Johannes Franke: Nein, bei Yesterday hat er gedacht, ich muss auf die blöden Kritiker hören, die gesagt haben, dass The Boat That Rocked zu wenig Substanz hat. Also versuche ich es mal. Und hat es nicht geschafft.
Florian Bayer: Das Witzige ist ja, dass er bei Yesterday, ist er ja gar nicht Regisseur, da ist ja Danny Boyle eigentlich Regisseur. Ach so. Aber Richard Curtis hatte bei Yesterday auch deutlich mehr die Hand drin beim Regie-Führen. Naja. Ich finde auch, es gibt nicht viele Filme, bei denen er Regie geführt hat. Es gibt genau genommen drei Filme. Das ist Love Actually, dann The Boat That Rocked und 2013 zwischen The Boat That Rocked und Yesterday hat er noch About Time gemacht. Und das war ein wirklich schöner Film, in dem er auch gezeigt hat, in dem er auch so sehr episodisch erzählt. Ja. Aber in dem er gezeigt hat, dass er es schafft, dieses Feel-Good-Ding noch ein bisschen mehr in eine Geschichte einzubetten.
Johannes Franke: Ist Love Actually nicht auch so ein bisschen episodisch? Aber auch, der war ganz gut, glaube ich. Das ist so ein episodischer Weihnachtsfilm. Den fand ich gar nicht so schlecht.
Florian Bayer: Der war ein bisschen sehr kitschig. Ja, Richard Curtis ist voll die Kitschnudel. Ja, ja. Ich meine, guck dir Yesterday an. Und About Time ist so ein Zeitreise-Film. Ach, okay. Aber über eigentlich eine Zeitreise-Rom-Com. Okay. Da macht er das meiner Meinung nach auch besser. Also ich finde, das jetzt mal so zu sagen, ich finde The Boat That Rocked ist ein guter, netter Entwurf. Okay. Aber wenn man sich Yesterday anschaut, der zehn Jahre später gemacht wurde, sieht man, dass Richard Curtis seitdem einiges gelernt hat und deutlich strukturierter ist und deutlich mehr Herz noch reinbringen kann in diese Party-Landschaft. Okay.
Johannes Franke: Man sieht, dass Richard Curtis wahnsinnig an Musik hängt. Ja, das auf jeden Fall. Und das finde ich sehr sympathisch. Und das freut mich total, weil er eben auch an Musik hängt, an der ich hänge. Ja. Und die irgendwie einfach Spaß macht und emotional ist.
Florian Bayer: Ich finde es so krass, dass Richard Curtis ja eigentlich für so seichte Stoffe als Drehbuchautor bekannt ist, zumindest seit den 90ern. Also ja, er hat zusammen mit Rowan Atkinson hat er Blackadder gemacht, was alles andere als seicht ist. Ja. Wirklich düstere, schwarze Comedy. Ja. Aber dann in den 90ern hat er sowas geschrieben wie Bridget Jones und Notting Hill. Ja, ja. Und den Bienen-Film und das ist ja so, das ist ja schon eher so seicht.
Johannes Franke: Und ja, ja, klar, aber irgendwie hat er seine Roots mit Ron Atkinson zusammen und in diesem schwarzhumorigen und ich finde, dass das eine Lockerheit mitbringt. Es gibt so viele Autoren, die so sehr verkrampft an Humor rangehen, die versuchen da irgendwie sehr viel reinzubringen, weil sie wissen, naja, man muss ja auch ein bisschen humorig sein. Und er hat eine Lockerheit da drin, die ich sehr schön finde. Ja, hat er. Und das verträgt sich, glaube ich, einfach sehr gut mit seinem Kitsch.
Florian Bayer: Er haut auch nicht so auf die Pointen drauf, ne? Er muss nicht so krasse Pointen raushauen, sondern es bleibt so eine grundsätzliche, lustige, entspannte Haltung. Ja. Ich finde, bei Richard Curtis kann man halt immer sagen, es ist so, alles, was passiert, ist schon sehr seicht und sehr leicht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das ist halt krass, wenn man dann zurückguckt, womit er seine Karriere angefangen hat. Aber ich verzeihe ihm da auch sehr viel, weil eben die Liebe zur Musik sehr viel raushaut. Die Filme, die er auch, die er geschrieben hat, haben immer so einen musikalischen Background, der sich drüberlegt, der irgendwie immer mitschwingt. Und das macht die Filme schon sehr sympathisch. Auch The Boat That Rocked, aber ich fand, das war halt wirklich, also zum einen zu episodisch, zu repetitiv in diesem Episodischen. Okay. Und zum anderen, ja, einfach eine Nummer zu lang, zu viel. Echt? Das wäre auch kürzer gegangen.
Johannes Franke: Ja, ich habe es echt oft gelesen, dass das so viele Leute sagen, aber ich saß davor und dachte, ach, schon zu Ende, schade. Ich hätte noch ein bisschen Party machen können.
Florian Bayer: Ich glaube, es hätte besser funktioniert, wenn er sich auf eine große Story fokussiert hätte. Er hat ja die Story, also groß in Anführungszeichen. Einmal der Kampf der Regierung gegen das Schiff.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dann zum Zweiten den Konflikt zwischen den beiden amerikanischen DJs, zwischen Count und Gavin. Ja. Und dann zum Dritten Karl, der halt rausfindet, dass sein Vater offensichtlich an Bord ist. Und er hätte vielleicht, zwei davon hätte er ein bisschen im Hintergrund lassen können und eine deutlich mehr in den Fokus. Dann hätte er nämlich auch irgendwie so was Emotionales gehabt, was einen trägt durch den Film.
Johannes Franke: Ich verstehe, was du meinst. Das zum Beispiel, dass mit dem Vater hätte man tatsächlich richtig ausbauen können als richtige. Das hätte es auch getragen, glaube ich. Hätte schon klappen können. Aber irgendwie hat es mich nicht gestört und irgendwie habe ich es nicht unbedingt gebraucht. Aber ich verstehe die ganzen Kritikpunkte durchaus. Aber erst nachdem ich sie mir angucken musste. Ich habe wirklich erst so viel Kritik in der Recherche gelesen und gedacht, ja, okay, ja, okay. Und jetzt, was du so sagst, ja, okay, hm. Aber irgendwie, mich hat das alles nicht gestört. Aber Rock'n'Roll. Rock'n'Roll. Rock'n'Roll. Rock'n'Roll. Ja. Uh. Wollen wir unsere Top 3 machen? Jingle.
Florian Bayer: Top 3 Rock'n'Roll. Herzlich willkommen zum Piraten-Podcast muss man sehen.
Johannes Franke: Wir haben die Top 3 Rock'n'Roll. Ich kann mich nicht entscheiden, Claude. Ich finde die Liste schwer zu sortieren. Ich auch. Weil es so viele Möglichkeiten gibt, die irgendwie geil sind. Aber die, ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Ich habe drei Filme, die für mich am ehesten den Rock'n'Roll-Geist gut auf die Leinwand bringen. Und es sind eigentlich, nee, zwei, nee, eigentlich gar keine nostalgischen.
Johannes Franke: Wir hängen nicht unbedingt so wirklich an spezifisch Rock'n'Roll, sondern irgendwie so an, naja, man, man, so was.
Florian Bayer: Was ist an Rock'n'Roll spezifisch? Naja, genau, das meine ich. Rock'n'Roll ist alles von Early Chuck Berry bis hin zu Metallica. Ja, okay, gut. Gut, gut, gut, gut. Okay, ich muss anfangen, ne? Ja, dann fangen wir doch mal an. Tradition immer der, der, ähm.
Johannes Franke: Moment, nein, da muss ich anfangen. Nein. Nee, du musst anfangen.
Florian Bayer: Damit du letzter bist. Richtig, genau. Wo waren wir? Genau, Rock'n'Roll, mein Platz 3, High Fidelity aus dem Jahre 2000. Eine Verfilmung von einem Nick Hornby-Roman mit John Cusack in der Hauptrolle von Stephen Frears, der damals doch ein bisschen kritisiert wurde, weil er das sehr britische von Nick Hornby nach Amerika verpflanzt. Aber ganz großartig, die, das ganze Feeling des Indie und Alternative Rocks der 80er und vor allem auch 90er Jahre auf die Leinwand bringt. Nick Hornby's Roman ist ja schon ein bisschen älter, der ist von 1995. Und High Fidelity hat so diese fünf Jahre, die er weiter ist quasi, durchaus genommen, um zu sagen, ey, ich mach jetzt hier keine 80er-Nostalgie-Show, sondern ich bringe auch ein bisschen mehr die 90er mit rein. Natürlich getrieben von einem tollen Soundtrack und es geht halt um einen Slacker, der einen Plattenladen hat und der irgendwie versucht, damit klarzukommen, dass er schon wieder von einer Frau verlassen wurde und sich die ganze Zeit die Frage stellt, zum einen, warum verlassen mich ständig die Frauen? Und zum anderen, was war zuerst da? Unsere Traurigkeit oder die traurigen Lieder? Hören wir traurige Lieder, weil wir traurig sind? Oder sind wir nur traurig geworden, weil wir traurige Lieder hören? Und das wird unterstützt von einem großartigen Soundtrack von The King, Velvet Underground, Bob Dylan, Elvis Costello, Nirvana und es ist einfach alles versammelt. Schöner Film, auch ein bisschen seicht, könnte man sagen, aber macht sehr viel Spaß und atmet eben diesen Rock'n'Roll-Geist.
Johannes Franke: Schön. Bei mir wäre auf Platz 3, deswegen auf Platz 3, weil wir den schon mal besprochen haben und ich den nicht ganz nach vorne schieben möchte, This is Spinal Tap. Einfach ein so großartiger Film über eine fiktive Band. Ihr müsst euch unbedingt die Episode anhören und diesen Film angucken. Es ist großartig. Willst du dazu noch irgendwas sagen? Oder wollen wir das im Dunkeln lassen?
Florian Bayer: Wir lassen das im Dunkeln. Fantastische Doku über eine Rock'n'Roll-Hardrock-Band, die in den 80er Jahren versucht, an frühere Erfolge anzuknüpfen und auf Tour ist. Sehr ernsthaft, sehr ernste Dokumentation.
Johannes Franke: Fantastisch. Ja, ja, ja, ja, ja, ja.
Florian Bayer: Mein Platz 2 und wenn man den Namen hört und wenn man das Plakat sieht, dann denkt man auch, dass es Mist und wenn man dann den Film sieht, stellt man fest, das ist ein unfassbar guter Film. Total unterschätzt. Ich weiß nicht, ob er unterschätzt ist, aber er fühlt sich an wie ein Film, der unterschätzt ist. School of Rock von Richard Linklater mit Jack Black in der Hauptrolle. Yay! Yay! Hätte ich auch fast in der Liste gehabt. Den habe ich gerade rausgeschmissen. Jack Black ganz großartig als ein, auch ein Slacker-Typ offensichtlich. Slacking und Rock'n'Roll passen einfach gut zusammen. Der zum Lehrberuf verdonnert wird und dann, weil er nicht weiß, was sie sonst machen, soll den SchülerInnen Rock- und Metal-Geschichte beibringt und mit ihnen zusammen eine Band macht und es klingt wie ein totales Kitschfest. Aber es ist von Richard Linklater. Natürlich ist Jack Black großartig. Es ist ein ganz toller Film mit vielen Rock-Referenzen, toller Musik und es macht einfach unglaublich viel Spaß. Und er ist viel, viel, viel, viel besser, als man ihn sich vorstellt, wenn man das Plakat sieht oder wenn man einen Trailer davon sieht. Wirklich absolut sehenswert.
Johannes Franke: Jack Black ist einfach großartig, muss ich sagen. Jack Black ist geil, ja. Und deswegen ist auf meinem Platz zwei eben nicht School of Rock, sondern sogar noch Tenacious D. Yay! Pick of Destiny. Ja, auf jeden Fall. Also der ist wirklich, also so anarcho teilweise. Der ist so, da sitzt oft davor und denkt sich, what the fuck, wer hat diese Entscheidung durchgewunken? Es ist wirklich der Hammer. Es ist so krass.
Florian Bayer: Ich finde es großartig. Ganz, ganz toll. Toller Film. Mein Platz eins, wahrscheinlich auch ein großes Vorbild für Tenacious D. Wayne's World aus dem Jahr 1992. Ach so. Ja. Mit Mike Myers und Dana Carvey, die zwei Typen spielen, die aus ihrem, aus dem Keller ihres Elternhauses einen Fernsehsender machen. Wo es natürlich auch um Metal und Rock geht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und unvergessen die großartige Szene, wenn sie zu viert im Auto sitzen und zu Bohemian Rhapsody abrocken. Und ein Film, der auch voll ist mit diesen großartigen Szenen. Ein Film, der Rock'n'Roll atmet. Und auch gerade so diesen Rock'n'Metal, Hardrock der frühen 90er Jahre. Ziemlich cheesy, ziemlich corny. Fantastisch. Meisterwerk.
Johannes Franke: Sehr schön. Also, mein Platz eins ist, ist gerade so schwer. Back and forth. Was, was, was nehme ich jetzt? Es ist die Get-Back-Doku der Beatles von Peter Jackson. Die ich noch nicht gesehen habe. Die du noch immer nicht gesehen hast. Ich könnte dich würgen dafür. Du musst diese, du musst es unbedingt angucken. Ich meine, du musst auch langsam mal anfangen, weil sonst wirst du nicht mehr fertig, bevor du stirbst. Ja. Es ist halt einfach eine lange Doku.
Florian Bayer: Ich weiß nicht, ob ich sehen will, wie sich die Beatles gegenseitig im Studio zerlegen.
Johannes Franke: Das machen sie nicht. Es ist großartig. Es ist so, so, so gut. Ich liebe diese Figuren. Natürlich hasst du mal zwischendurch jeden Einzelnen. Aber dann liebst du sie auch alle wieder. Und dann stehen die auf dem Dach und geben ihr Konzert und du liebst sie alle wieder und die ganze Welt. Es ist so, so toll und so großartig.
Florian Bayer: Was mich bis jetzt ein bisschen abhält, davon das zu gesehen zu haben, ist zum einen, ich will nicht sehen, wie sie sich zerlegen. Ja. Und ich bin großer Beatles-Fan, um das gleich dazu zu sagen. Disclaimer. Es geht hauptsächlich um die Produktion des Albums von den Beatles, das ich so am wenigsten mag. Ah. Um Let It Be, um die 70er-Beatles, die eigentlich schon durch waren und die ihre Meisterwerke schon hinter sich hatten. Ja. Und ja, das hält mich bis jetzt so ein bisschen davon ab.
Johannes Franke: Ah nein. Es gibt so, so tolle Momente. Und wenn du siehst, wie die innerhalb dieser Tage so viele Songs herbei improvisieren. Es ist so magisch. Plot, du musst es unbedingt sehen. Okay. Ich meine, es ist natürlich, es dragt. Es ist lang, ne? Ja. Aber es ist auch notwendigerweise so lang, um wirklich zu verstehen, wie die drauf sind. Weil die natürlich, auch Yoko Ono, völlig zu Unrecht immer wieder in eine Ecke gedrängelt wurde. Und man sieht da endlich mal so ein bisschen, dass sie da eigentlich ganz harmlos sitzt. Manchmal nervt sie ein bisschen, aber nur, weil sie da sitzt. Nicht, weil sie sich einmischt und sagt, nee, wir müssen das aber so machen oder so. Sondern weil sie einfach so viel zugegen ist und man sich fragt, kannst du mal zur Seite rücken? Ich will gerne auf John gucken können. So, aber ansonsten. John Lenn war der Bösewicht. Ja, John Lenn war quasi der, John war schuld, genau. Okay, cool. Also die ist wirklich toll. Guckt es euch an, hört es euch an. Ja, es sind drei Teile und jeder einzelne Teil dauert fast drei Stunden, so, ne? Ja, ungefähr. Ja, sowas in der Richtung, genau. Ah, es ist so toll. Okay, okay. Vielleicht müssen wir das mal zusammen, na, ich glaube, ich weiß nicht, ob das für einen Podcast geeignet ist. Das werden wir nochmal diskutieren. Müssen wir diskutieren. Okay, dann gehen wir raus aus unserer Top 3 und zurück in den Film.
Florian Bayer: Das war unsere Top 3.
Johannes Franke: Ich glaube, wir können fast schon so ein Fazit ziehen, oder? Wollen wir ein Fazit ziehen? Uh, das wäre, dann haben wir alles besprochen, Plur. Wir sind noch gar nicht, wir haben noch keine Drei-Stunden-Episode. Wie weit sind wir denn? Wir sind bei nicht mal einer Stunde. Nicht mal Podcast länger? Das ist so ein bisschen.
Florian Bayer: Wie viel Zeit müssen wir denn noch füllen? Wir müssen, also, wir müssen noch. Wenn nicht, kann ich, kann ich nochmal irgendwie eine Wrestling-Anekdote von mir geben. Oh Gott, nein.
Johannes Franke: Ich glaube, das ist angeeigneter Stelle, also nie, vielleicht später nochmal. Wir können gerne noch ein Medley singen aus der Zeit. Natürlich, dann lieber über Wrestling reden. Okay. Nein, also was möchtest du nochmal irgendwie sagen, warum dieser Film unbedingt gesehen werden muss? Muss er nicht.
Florian Bayer: Großartiger Soundtrack. Ja. Wirklich nette Episoden. Richard Curtis kann gut inszenieren, dass man sich gut fühlt. Wenn man Lust hat, sich einfach mal zwei Stunden gut zu fühlen. Ja. Zumindest als Mann. Oh Gott, ja. None|Fuck. Dann ist der Film auf jeden Fall sehenswert, aber er ist für mich kein unbedingtes Muss. Dafür war er dann doch ein bisschen zu unstrukturiert, ein bisschen zu seicht und ein bisschen zu repetitiv. Hm. Okay. Entschuldigung für den Downer.
Johannes Franke: Dann hole ich das wieder hoch. Also, es ist der großartigste Film über Rock'n'Roll überhaupt. Also, von Richard Curtis zumindest. Und es macht wirklich Spaß. Der beste Film über Piratenradio, der 2009 gedreht wurde.
Florian Bayer: Mann, oh nein. Mach's nicht kaputt.
Johannes Franke: Okay. Es ist wirklich ein toller Film und ihr schaut euch ihn alle an und dann schreibt ihr uns. Ja, er war wirklich großartig. Bloor hat eine Scheißmeinung. So. Und als Ende möchte ich gerne nochmal den Count zitieren, der an alle draußen sich nochmal gewandt hat, als ihr Boot unterging. To all our listeners, this is what I have to say. God bless you all. And as for you bastards in charge, don't dream it's over. Years will come, years will go. And politicians will do fuck all to make the world a better place. But all over the world, young men and young women will always dream dreams and put those dreams into song. Nothing important dies tonight, just a few ugly guys on a crappy ship. The only sadness tonight is that in future years there'll be so many fantastic songs that will not be our privilege to play. But believe me, they will still be written, they will still be sung and they will be the wonder of the world. Tolle Schlusswarte. Dazu muss ich nichts weiter sagen. Insofern, guckt euch den Film an, wir sehen uns nächste Woche wieder, wir hören uns nächste Woche wieder und wenn ihr wissen wollt, was wir nächste Woche besprechen, dann werden wir das Ganze kurz besprechen, nachdem wir nochmal den Jingle gespielt habt, den ihr alle schon nicht mehr hören könnt. Bis dann. So, was haben wir denn fürs nächste Mal, Plur? Du hast dich so viel beschwert. Ich hab mich beschwert? Ja, dass ich dir so viel Filmgeschichte gebe. Okay, das heißt, du wirst das noch weiter ausreizen?
Florian Bayer: Deswegen kriegst du noch mehr Filmgeschichte. Oh nein. Und ich hab mich beschwert. Ja, worüber hast du dich denn beschwert? Dass ich von dir keine Musicals kriege. Okay. Obwohl du eigentlich der Musical-Mensch bist und deshalb werde ich dir jetzt ein Musical aus der Filmgeschichte geben, ein großes Musical aus der Filmgeschichte und vor allem spannend, weil es ein Film ist, den ich noch nie im Original geguckt habe, weil ich den nur als Kind geguckt habe oder mit meinem Kind zusammen und ich will den mal im Original schauen. Ja, also Filmgeschichte, Musical, Zauberer von Ost, 1939. Nein. Lass uns über The Great and Wonderful reden. Aber warum kommt das nicht von mir, dieser Vorschlag? Weil ich warte jetzt seit fast 100 Episoden darauf, dass dieser Vorschlag von dir kommt. Wenn du ihn nicht bringst, bringe ich ihn. Lass uns Wizard of Oz gucken. We're off to see the wizard, the wonderful wizard of Oz. Ach Gott. Das nächste Mal kann ich den Text. Wir werden ganz viel Spaß haben, ganz viel Freude haben. Dann reden wir über Judy Garland und dann ist die Stimmung komplett im Eimer. Oh nein. Okay. Gut. Sehr schön. Na dann. Bis dann. Bis dann. Ciao. Tschüss.
