Episode 94: Der Zauberer von Oz
Es ist nirgendwo so schön wie zu Hause, in diesem Fall im entlegenen schwarzweißen – bzw. sepia-gefärbten – von Landwirtschaft geprägten Kansas. Aber irgendwo hinter dem Regenbogen finden sich große Träume. Und genau dort gelangt unsere Protagonistin – Dorothy – auch hin, nachdem sie zusammen mit ihrem Hund Toto samt Haus von einem Tornado weggeweht wurde. Sie landet im verzauberten und bunten Königreich Oz, zu ihrem Pech direkt auf der bösen Hexe des Ostens, deren Schuhe sie nach dem unfreiwilligen Totschlag auch gleich einkassiert. Aber natürlich will sie zurück nach Kansas und da kann nur der mächtige Zauberer helfen. Zusammen mit einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem Löwen, die alle drei ebenfalls ein paar Herzenswünsche haben, begibt sie sich auf den Weg zum Herzen des Königreichs, nicht ahnend, dass die böse Hexe des Westens – die Schwester der Ermordeten – sich an ihre Fersen geklemmt hat.
Man kennt die Geschichte, wahrscheinlich selbst wenn man weder die Kinderbuchvorlage noch den Film aus dem Jahr 1939 gesehen hat. Songs und Bilder sind ikonisch geworden, gehören zum festen Bestandteil der amerikanischen Kulturgeschichte.
Also dann, worüber überhaupt reden, wenn es um ein Stück Kultur geht, über das ohnehin schon sehr viel und ausgiebig geredet wurde. Hast du ne Idee, Johannes?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 94: Der Zauberer von Oz Publishing Date: 2022-10-19T09:51:37+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/10/19/episode-94-der-zauberer-von-oz/
Johannes Franke: We're off to see the wizard, the wonderful wizard of Oz. We hear he is a wizard of a wiz, if ever a wiz there was. If ever or ever a wiz there was, the wizard of Oz is one. Because, because, because, because, because, because, because of the wonderful things he does. Welcome, Plur!
Florian Bayer: Großen Applaus bitte für Johannes, der es geschafft hat, diesen Zungenbrecher, dieses wirklich schwierige Lied, hier wunderschön zu intonieren. Und jetzt, nachdem du gegangen bist, noch ein paar Mal aufnehmen. Auf jeden Fall. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Episode vom Muss-Man-Sehen-Podcast, wo Johannes und ich uns gegenseitig Filme zuwerfen.
Johannes Franke: Ja, mit der Hoffnung, den Horizont des Anderen zu erweitern. Und du hast meinen Horizont wie versucht zu erweitern,
Florian Bayer: mit einem Film, den ich schon ewig kenne und liebe? Ich will diesen Film schon so lange hier im Podcast besprechen und eigentlich wäre es deine Aufgabe gewesen, mir diesen Film aufzugeben.
Johannes Franke: Hättest du mal was gesagt, dann hätte ich das gemacht.
Florian Bayer: Ich glaube, ich habe hundertmal was gesagt. Ich will ein Musical, ich will die 30er, 40er, 50er Jahre. Ich will Kitsch, ich will Spaß, ich will Freude. Das ist das, was ich von dir erwarte. Und nicht so was Düsteres, Deprimierendes wie eine Taube sitzt auf dem Zweig und denkt über das Leben nach. Ich erwarte solche Filme von dir. Aber wenn du nicht damit rumkommst, dann komme ich halt diesmal rum. Und deswegen habe ich Johannes, den Zauberer von Oz, und zwar die Musical-Version aus dem Jahr 1939. Also die Ultimative.
Johannes Franke: Welche sonst als Hausaufgabe aufgegeben. Ich danke dir, Flo. Es war so schön, ihn wiederzusehen. Also, Spoiler ahead, ich liebe diesen Film und ich werde nichts Negatives darüber zu sagen wissen.
Florian Bayer: Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich glaube, es gibt kaum jemanden, der diesen Film nicht kennt und nicht liebt. Ich würde behaupten, das ist der älteste Film, den ich jetzt mit meinem Kind zusammen geguckt habe. Einfach, weil ich wollte, dass er ihn singt. Und dass er auch so eine Freude dabei hat, die ich damals als Kind hatte. Und das ist schon krass. Der Film ist aus dem Jahr 1939. Und der hat uns als Kinder der 80er Jahre noch begeistert.
Johannes Franke: Ja, und damit wären wir auch schon am Ende dieser Episode. Wir haben alles Wesentliche gesagt. Vielen Dank fürs Zuhören. Es gibt ein großes Aber. Es gibt ein düsteres Geheimnis um diesen Film.
Florian Bayer: Düstere, nicht nur ein düsteres Geheimnis. Düstere Geschichten. Wenn man den Vorhang lüftet, stellt man fest, dass da eine Menge Mist passiert ist.
Johannes Franke: Wenn man den Vorhang lüftet, sieht man den kleinen Kerl hinterm Vorhang, der irgendwelche komischen Sachen macht und gar nicht so großer Wizard ist, wie er gesagt hat. Aber wir wollen nicht,
Florian Bayer: natürlich wollen wir nicht negativ über diesen Film reden. Nein, wir wollen den Vorhang lüften, dahinter zu versuchen. Sondern wollen den Film zu nähern, auch aus filmhistorischer Perspektive. Weil es ist ein wirklich wichtiges Werk. Er hat eine riesige Legacy hinter sich hergezogen, auf die wir bestimmt auch noch zu sprechen kommen. Also in tausend Top-Listen natürlich vertreten, unzählige Male referiert. Er wird teilweise als der am öftest gesehene Film überhaupt in der Filmgeschichte bezeichnet.
Johannes Franke: Wie ist die Steigerungsform von oft gesehen?
Florian Bayer: Am meisten gesehen. Der am meisten gesehene Film in der Filmgeschichte. Das ist der Hammer, oder? Wizard of Oz 1939. Aber natürlich, also jeder kennt Szenen. Selbst Leute, die diesen Film nicht gesehen haben, haben schon mal Szenen davon gesehen.
Johannes Franke: Okay, jetzt kurze Spoiler. Was werden wir in dieser Episode besprechen, damit alle dranbleiben, die jetzt glauben, dass wir uns gegenseitig nur Honig ums Maul schmieren werden? Nein, wir werden sagen, dass Julie Garland ein Drogenproblem hatte. Weil die Filmproduktion so unfassbar schrecklich war.
Florian Bayer: Wir werden darüber reden, wie dieser Film entstanden ist, was für ein absurdes Regier-Roulettes am Anfang und dazwischen und am Ende gab. Und wer alles verletzt wurde während der Dreharbeiten. Ja, wer Asbest einatmen musste und nichts trinken durfte, damit die Gifte nicht der Maske ist. Es gibt unglaublich viel zu entschlüsseln. Ich fange am besten einfach mal an mit einem netten, noch seichten Einstiegstext. Sehr schön, vielen Dank. Es ist nirgendwo so schön wie zu Hause. In diesem Fall im entlegenen, schwarz-weißen, beziehungsweise Sepia-gefärbten, von Landwirtschaft geprägten Kansas. Aber irgendwo hinter dem Regenbogen finden sich große Träumer. Und genau dort gelangt unsere Protagonistin Dorothy auch hin, nachdem sie zusammen mit ihrem Hund Totos Samthaus von einem Tornado weggeweht wurde. Sie landet im verzauberten und bunten Königreich Oss. Zu ihrem Pech direkt auf der bösen Hexe des Ostens, deren Schuhe sie nach dem unfreiwilligen Totschlag auch gleich einkassiert. Aber natürlich will sie zurück nach Kansas. Und da kann nur der mächtige Zauberer helfen. Zusammen mit einer Vogelscheuche, einem Plechmann und einem Löwen, die alle drei ebenfalls ein paar Herzenswünsche haben, begibt sie sich auf den Weg zum Herzen des Königsreiches. Nicht ahnend, dass die böse Hexe des Westens, die Schwester der Ermordeten, sich an ihre Fersen geklemmt hat. Man kennt die Geschichte. Wahrscheinlich selbst, wenn man weder die Kinderbuchvorlage noch den Film aus dem Jahr 1939 gesehen hat. Songs und Bilder sind ikonisch geworden, gehören zum festen Bestandteil der amerikanischen und internationalen Kulturgeschichte. Also dann, worüber überhaupt reden, wenn es um ein Stück Kultur geht? Um ein Stück Kultur, über das in Ihnen schon sehr viel und ausgiebig geredet wurde. Hast du eine Idee, Johannes, womit wir anfangen könnten?
Johannes Franke: Mit Alexander Volkow, der sogar in Russland es geschafft hat, eine amerikanische Geschichte noch mal zu erzählen mit Zauberer der Smaragdstadt, das ich als Kind sehr geliebt habe. Das ich überhaupt nicht kenne.
Florian Bayer: Ha!
Johannes Franke: Your turn.
Florian Bayer: Was ist das?
Johannes Franke: Ich habe nicht recherchiert dazu. Ich weiß es nur aus dem Kopf, weil ich das geliebt habe als Kind. Der hat Zauberer der Smaragdstadt geschrieben, frei nach Zauberer von Oz. Der ist Ende 1800 irgendwann, ist der geboren, ist aufgewachsen damit und hat das dann, wann? 1939? Er hat das Ding geschrieben, als der Film gedreht wurde. Oh, okay. Und dann ist das rausgekommen, Russland, großes, erfolgreiches Teil und hat sechs Bände dazu geschrieben oder sowas.
Florian Bayer: Protagonisten sind ein junges Mädchen aus Kansas, ihr kleiner Hund Totoschka. Ja, genau. Scheuch, eine Vogelscheuche, die gerne Verstand hätte. Der eiserne Holzfäller, dem das Herz fällt in der Fergelüge. Okay, es ist ein Rip-Off.
Johannes Franke: Es ist natürlich ein Rip-Off, es ist ein Plagiat. Absolut. Und ich habe es geliebt. Ich habe ein geliebtes Plagiate. Und ich habe die ganzen Bände dazu gelesen, weil er hat viele Geschichten drumherum erzählt und so weiter. War auch ein ganz guter Autor. Sonst, ja, das hat immer bei mir so einen Widerstreit als Kind gegeben zwischen dieser Version und der Originalversion. Und ich wusste als Kind nicht, welches das Original ist. Oh, spannend.
Florian Bayer: Ja, das Original ist natürlich das große Kinderbuch von Lehman Frank Baum. Das erste wirklich erfolgreiche Kinderbuch von einem Amerikaner. Und zwar 1900 veröffentlicht. Und das dann auch mehrmals verfilmt wurde, für die Bühne umgesetzt und so weiter. Also, wenn wir jetzt zu dem Film kommen, dann ist das Buch 39 Jahre alt und wurde schon in verschiedenster Form adaptiert und ist hoch gefeiert. Und vielleicht, um ganz kurz reinzugehen in das Buch. Ich habe es nicht gelesen. Du hast es gar nicht gelesen? Ich habe es nicht gelesen. Oh. Ich kenne nur diese Filmversion und seine Fortsetzung. Ich kenne auch nicht den 1925er-Film. Ah. Und ich kenne auch sonst tatsächlich nicht viel um den Ost-Mythos. Ich weiß, dass Lehman Frank Baum hat ganz viele Bücher noch geschrieben. Und dann wurden teilweise auch noch, als er schon tot war, wurden noch weitere Bücher geschrieben. Also, es gibt so einen ganzen Ost-Kosmos. Vielleicht ist es kurz vor Mittelerde. Also, auf jeden Fall, es gibt viele Geschichten darum. Und das Besondere an dem Buch ist, dass es eben ein Märchen ist, das versucht, aus dem 19. Jahrhundert rauszukommen. Das ist ein Märchen fürs 20. Jahrhundert. Und es ist ein Märchen, das mehr in der Realität der damaligen Zeit verwurzelt ist. Die Amerikaner haben damals halt auch diese klassischen Kunstmärchen von den Krims und von Hans Christian Andersen geliebt. Und dann gab es noch so ein bisschen die britische Ecke.
Johannes Franke: Ja, und Dickens war groß und so. Und das war ja auch ein großes Vorbild für ihn.
Florian Bayer: Ja. Aber das Besondere war, dass es eigentlich keine dezidiert amerikanischen Märchen gab. Und da ist dann dieses Buch von Lehman Frank Baum so ein bisschen reingekrätscht und hat eben auch Themen behandelt, die für die Amerikaner damals brennt waren. Es geht eben um auch den landwirtschaftlichen Teil Amerikas. Es geht um klassische amerikanische Arbeiter. Und manchmal wird dem Buch ja auch nachgesagt, dass es ein Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft ist. Kennst du diese Geschichte? Mit der bösen Hexe des Westens und des Ostens, die natürlich so die Küstenstädte symbolisieren. Und dann haben wir die einfachen, tapferen Arbeiter, die Bauern, denen nachgesagt wird, dass sie dumm wären, den Arbeitern, denen nachgesagt wird, dass sie kein Herz hätten, weil sie nur eine Industrialisierung sind. Der Löwe soll, glaube ich, so die Künstler darstellen oder zumindest die Intellektuellen.
Johannes Franke: Ja, also gar nicht so sehr auf die Personen bezogen, sondern auf die Zweige der Gesellschaft. Also Industrie, Technik, Kunst und so weiter. Und Baum hat gesagt, das ist totaler Busch.
Florian Bayer: Ja, ja, ja. Das ist keine Allegorie, das ist ein Märchen. Es geht um ein Mädchen, das in einem fremden Königreich landet.
Johannes Franke: Obwohl es nicht weit weg ist, weil er hat vorher so viel Zeitung gemacht. Also Frank Albaum war ein Typ, der wie so ein Glücksritter in der Gegend rumgereist ist. Der ist von New York in den Westen noch gezogen und hat da sein Glück versucht und hat versucht, seine Familie durchzubringen und hat irgendwie eine Idee nach der anderen umgesetzt und danach wieder verloren und so. Also er hat wirklich viel Zeug hinter sich und hat dann irgendwann angefangen mit den beweglichen Lettern, die irgendwo rumlagen bei einem Verkauf und bei den Zeitungsleuten, die da in der Stadt waren, wo er dann gelandet ist, hat er sich das alles eingekauft und war sehr interessiert am Technischen dahinter und hat dann angefangen, eine Zeitung zu verlegen und zu schreiben und hat da irgendwie so Kolumnen quasi rausgebracht. Und die waren nicht unpolitisch.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und deswegen kommt das auch daher, dass man dann denkt, naja, das muss ja auch einen politischen Hintergrund haben, was er da geschrieben hat.
Florian Bayer: Aber es war schon klar ein Buch, was an Kinder gerichtet war. Es war ja auch mit diesen Illustrationen von Danzlo versehen.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und es war also in einfacher Sprache gehalten, schöne Bilder und schon ein Märchen für Kinder. Ja.
Johannes Franke: Aber es gibt da einen Haufen Motive, die in seinen Kolumnen vorher vorgekommen sind. Es gab zum Beispiel mal einen Tornado in der Gegend, über den er geschrieben hat und den er nicht nur einmal geschrieben hat, als er passiert ist, sondern der hat innerhalb der nächsten Monate immer wieder angefangen, darüber zu schreiben, was ihn das so fasziniert hat, weil dieser Tornado nämlich wirklich ein Haus hochgehoben hat und eine Gegend umgetragen hat und wieder abgesetzt. Und das war für ihn einfach so krass, dass er da angefangen hat, darüber zu schreiben. Immer wieder und immer wieder und immer wieder. Das heißt, also es scheint irgendwie Themen gegeben zu haben, die wiedererkennbar sind im Buch.
Florian Bayer: Und das ist ja auch, das ist ja auch wirklich was Besonderes, dass es eben, natürlich spielst du zum großen Teil eben in dieser fantastischen Welt Oz, aber es gibt diese Erdverbundenheit dadurch, dass es diese klare Trennung gibt von der Fantasiewelt und von der Erde. Auch wenn wir eine ganz wichtige Änderung im Film, Dorothy wird ja wirklich von dem Haus in das Land geweht in der Buchvorlage, während in dem Film wird es von Anfang an ganz eindeutig gemacht, dass wir hier eine Traumsequenz vor uns haben, weil Dorothy einfach eins auf den Kopf kriegt und ohnmächtig wird und ganz klar ist, jetzt wird mit so ein bisschen Kameraeffekten wird uns suggeriert, hier beginnt ihr Traum.
Johannes Franke: Und weißt du, warum die das gemacht haben? Die haben echt gedacht, das Publikum ist zu sophisticated. Ja. Die würden uns das nicht mehr abnehmen. Heutzutage geht das nicht mehr. Wir können kein Märchen erzählen, wir müssen das irgendwie so verpacken, dass die Leute sagen können, ja, ja, das ist alles ein Traum. Die kreien das nicht ab. Das ist schon ein bisschen... Ja.
Florian Bayer: Aber auch ein wichtiger Film für die Entstehung dieses Films überhaupt, dass so Kinderstoffe für die große Leinwand in Spielfilmlänge veröffentlicht werden. Zwei Jahre vorher wurde Schneewittchen. Ja. Als erster großer Disney-Zeichentrick-Langfilm veröffentlicht mit riesigem Erfolg.
Johannes Franke: Und auch eine Adaption von Märchen. Und das war so Proof of Concept mehr oder weniger.
Florian Bayer: Hey, wir können Märchen, wir können Kinderfilme machen, lass uns doch mal versuchen. Und dann hat MGM einen ordentlichen Betrag für die damalige Zeit in die Hand genommen, nämlich 75.000 US-Dollar, um das Buch von Frank Baum abzukaufen.
Johannes Franke: Ja, ist schon krass. Und dann haben die mit Disney zusammen viel da gesessen und haben überlegt. Die wollten dann vielleicht eine Kombination aus Zeichentrick und Realfilm machen.
Florian Bayer: Weil Disney auch wollte. Die wussten das vorher gar nicht. Die haben die Rechte gekauft. Disney hatte das auch im Kopf. Genau. Und dann haben sie gesagt, shit, was machen wir denn jetzt? Das wird ja ein Konkurrenzprodukt. Und dann haben sie sich zusammengesetzt und die großen Studios haben wirklich miteinander verhandelt, miteinander geredet. Und der Plan war so ein bisschen, dass MGM die Live-Action macht. Genau. Die hinführt. Und dann Disney ganz klassisch einen Zeichentrick auspräsentiert. Ja. Was nach einem guten Konzept klingt.
Johannes Franke: Ja. Und auch mit dem Löwen waren sie auch unsicher, wie sie das darstellen wollen, weil Löwe nun wirklich eine schwierige Sache ist. Ja. Die haben sogar zwischendurch gedacht, ihren Löwen, den sie ja immer, der immer am Anfang des Films macht, den zu benutzen. Aber nein, nein, nein. Ja, auch ganz cool gewesen.
Florian Bayer: Und es ist ein klassisches Studioprodukt. Nicht nur, dass die dann zusammengesessen haben mit Disney. Das hat sich dann irgendwann verfahren und Disney hat, irgendwann ist diese Zusammenarbeit einfach in sich zusammengefallen und Disney hat gesagt, okay, wir drehen unser Ding auch nicht. Wir haben auch andere Sachen, die wir drehen können. Disney war nicht so sehr an diesem Stoff dann. Und dann hat MGM das allein in die Hand genommen. Aber dann ging das weiter. Die hatten unglaublich viele AutorInnen, die an dem Ding dran saßen. Ja, ja. Es war offensichtlich so ein einziges To-Wa-Bo.
Johannes Franke: Jeder hat Ideen beigesteuert. Was aber auch nicht ganz unüblich für den damaligen Prozess war. Das war das Studiosystem. Also das sagt auch sehr viel über das Studiosystem von damals. Es ist nicht so wie heute, dass ein Regisseur, wie man sich das idealerweise vorstellt, ich habe eine Vision, ich suche mir meine Finanziers, die geben mir Geld für den Film. Ich habe es vielleicht sogar selbst geschrieben, noch den Film. Nee, da ist einfach ein Studio, ein Produzent, der einfach sagt, okay, den Stoff haben wir jetzt und wir suchen dafür einen Regisseur und Drehbuchautoren und so weiter. Und dann geben die das raus, die Idee, an mehrere Autoren gleichzeitig, die nichts voneinander wissen. Die dann einfach daran irgendwie arbeiten und Ideen reinwerfen und dann werden die besten Ideen zusammengekloppt. Und dann gibt es im besten Fall noch einen Writers Room,
Florian Bayer: wo sie zusammensitzen und sich kloppen. Und dann werden zehn Leute über Bord geworfen und immerhin schaffen es noch drei in die Credits und zwar in dem Fall Noel Langley, Florence Ryerson
Johannes Franke: und Edgar Allan Wolfe. Und das ist so traurig, weil derjenige, der die Lyrics gemacht hat für die Songs, der hat auch wahnsinnig viel mitgeschrieben in den Texten. Ja. Und dem ist so viel zu verdanken und der ist nicht mit aufgelistet. Und das zieht sich eigentlich
Florian Bayer: durch die gesamte Geschichte dieses Films, diese Studiogeschichte. Es gab sehr viele Ideen, die gedreht wurden, die geschrieben wurden, die wieder verworfen wurden. Ja. Ganz berühmt ist zum Beispiel, es gab einen ursprünglichen Ansatz, dass Dorothy eine Romanze hat mit dem, mit dem, der die Vogelscheuche ist in dem endgültigen Film. Jeder, der diesen Film gesehen hat, wird über diese Zähne stolpern, wenn sie bei ihren drei besten Freunden ist und dann sagt, und dich Vogelscheuche, dich werde ich am meisten vermissen, weil ich dich viel lieber habe als die anderen beiden. Und man denkt so,
Johannes Franke: was, hallo, die sind alle toll.
Florian Bayer: Wurde ganz großartig persifliert von Family Guy. Family Guy hat ja immer so diese Mini-Episoden und irgendwann wird gesagt, ach, das ist genauso schlimm wie das verkorkste Ende von Zauberer von Oz. Und dann wird halt diese Szene gezeigt, wie sie das sagt. Und dich Vogelscheuche werde ich am meisten vermissen. Und dann sagen der Löwe und der Plechmann, Moment, wir dachten, das wäre hier eine Teamarbeit. Was ist denn das? Kackst du uns gerade vor die Füße an, wenn du weggehst?
Johannes Franke: Es ist ja so, dass Hank hieße, Hank, Hank, Hank, egal, Scarecrow, der sollte am Ende, es war alles geschrieben und alles in Tüten eigentlich schon, bevor sie sich dann über Bord geworfen haben, dass der am Ende in die große Stadt zieht und Landwirtschaft studieren soll. Und dann sollten die sich darüber unterhalten, dass sie dann sagt, aber schreibt mir, ja, jeden Tag. und dann sollte so eine Romanze angedeutet werden. Dorothy soll übrigens 12 sein und er 20.
Florian Bayer: Judy Garland war damals 17. 16. 16? Ich glaube 16. 16, okay. Auf jeden Fall war sie deutlich älter als 12 und dazu werden wir gleich kommen, wenn wir bei den Dreharbeiten sind, was da geschehen ist, weil es gab Versuche, sie jünger machen zu lassen und es gab welche, die Gott sei Dank gescheitert sind, aber es gab auch welche, die es in den Filmen geschafft haben.
Johannes Franke: Und gescheitert ist vor allem Judy Garland daran, das irgendwie zu verarbeiten, ohne Schaden zu nehmen.
Florian Bayer: Okay, aber dazu kommen wir. Gescheitert ist ganz am Anfang das, was Wigda Fleming versucht hat, das war der, nicht Wigda Fleming, Entschuldigung, Richard Forb versucht hat, der eigentlich der zweite Regisseur war. Es gab ein ganz kurzes Intermezzo, Norman Toruk hat am Anfang gemacht, ein bisschen, und wurde ganz schnell gefeuert. Und dann hat Richard Forb die Regie übernommen und der hat auch schon einiges gedreht. Und sein Plan war es, hey, wir müssen Dorothy, wir müssen diese Judy Garland, Jung kriegen. und er hat ihr dann eine blonde Perücke verpasst. Völlig übertriebenes Make-up draufgehauen. So, dass sie aussah wie so eine Babypuppe.
Johannes Franke: Auch ihre Kleid entsprechend.
Florian Bayer: Genau. Und das Ergebnis war, dass sie wenig, also eigentlich sollte erreicht werden, dass sie wie so die Unschuld vom Land aussieht, aber sie sah dann wohl eher aus wie, wie so eine gruselige Puppe. Wie so eine gruselige Puppe.
Johannes Franke: Und sie sollte auch entsprechend spielen, also sehr aufgesetzt. Und das muss echt schlimm gewesen sein. Die haben den dann gefeuert, den Typ. Die Produzenten haben gesagt,
Florian Bayer: das geht gar nicht. Ja, die haben die Deliz gesehen.
Johannes Franke: Victor übernimm. Und dann haben sie Victor geholt. Und Victor hat wirklich, nee, nicht Victor, sondern gab es noch Interimstypen. Der hat dann auch noch dran rumgebaut. Der hat nämlich dann tatsächlich die ganzen guten Entscheidungen getroffen. Er hat gesagt, ich bin hier nur ein paar Tage, aber folgendes. Das geht nicht, das geht nicht und das geht nicht. Und hat ihr die Perücke weggenommen. In meinem Kopf läuft es wie ein Comic ab. Er steht vor ihr, nimmt die Perücke ab, schminkt sich innerhalb von Sekunden ab, zieht ihr ein anderes Kleid und haut ihr auf den Rücken und sagt, sei einfach du selbst. Ja. Es ist so krass.
Florian Bayer: Und dann hat Victor Fleming übernommen, der tatsächlich so der Hauptregisseur des Filmes war. Der aber wohl auch nicht so leicht war für alle am Set. Wir kommen gleich zu den düsteren Geschichten. Einmal kurz die Grundstruktur. Victor Fleming hat das meist übernommen. Kosten sind explodiert.
Johannes Franke: Ja, 48 Millionen wären das heute dann insgesamt.
Florian Bayer: Und Victor Fleming hat auch nicht bis zum Ende gemacht, weil er im selben Jahr vom Winde verweht gedreht hat. Auch für MGM. Das muss man sich vorstellen. Das war eine goldene Zeit von Hollywood. Da wurden riesige Blockbuster-Produktionen, die sauteuer waren. Ja. Wurden in einem Jahr gedreht. Back to back. Ein richtig höher. Und der ist von Set zu Set dann. Und am Schluss hat er dann schließlich, hieß es dann schließlich, okay, jetzt muss ich, jetzt muss ich Victor wirklich auf vom Winde verweht konzentrieren. Wir müssen irgendjemanden haben, der die Südstaaten glücklich macht. Ja. Das ist ja auch so ein eigenes Thema nochmal, vom Winde verweht in der Filmgeschichte. Übel. Und dann hat King Widor, keine Ahnung, ein Freund von Victor Fleming hat übernommen. Und der hat das meiste gedreht, was in Kansas stattfindet. Unter anderem auch Over the Rainbow.
Johannes Franke: Over the Rainbow, ja. Was sehr schön geworden ist. Und was wir hart verteidigen mussten. Fast der Schere zum Opfer gefallen. Ja. Und die haben echt, also so viel kämpfen müssen dafür. Der hat wirklich gesagt, entweder ihr lasst das drin, oder ich gehe, und ihr dürft gar nichts mehr mit mir machen.
Florian Bayer: Das Studio dachte, das ist zu lang, ne? Die dachten, oh leck, jetzt haben wir diese Kansas-Szenen, die sich sowieso schon relativ ziehen. Wir haben das im Sepiaton und das ist noch nicht das bunte, tolle und so weiter. Und das zieht sich jetzt 20 Minuten. Wir müssen hier kürzen, wo wir können. Ja. Und dann war natürlich Over the Rainbow als drei, vier Minuten Songnummer. Das hätte ja schon fast ein Viertel von dem ganzen Ding weggenommen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also ich hätte wahrscheinlich als Produzent,
Johannes Franke: wenn ich kein Herz gehabt hätte, das auch mal gemacht. Aber Gott sei Dank nicht, weil sie dann auch den Oscar dafür bekommen haben, als besten Song. Und ich hätte mich ja so in den Arsch gebissen als Produzent. Ich hätte echt auf dem Klo gesessen und gedacht, Gottes Willen, ich habe keine Ahnung von nichts,
Florian Bayer: ich werde nie wieder was drehen. Ich verstehe die Idee dahinter, der Gedanke, dass wir, wir haben natürlich so, das Eye Candy ist unser Os. Das, was wir in Farbe produzieren, das, was wir bunt machen, wo die verrückten Figuren rumlaufen, das Märchen eben. Und dann darf das, darf das, was in Kansas passiert, natürlich nicht zu lang sein. Das merkt man vor allem am Ende. Da haben sie wirklich hart gekürzt. Und am Ende, die letzte Szene in Kansas, nach der ganzen Ostreise, die geht ein paar Minuten. Da endet das Ganze sehr abrupt, da hätte man auch noch mehr dran packen können. Der war ja auch noch viel mehr geplant. Also es war so viel geplant und gedreht. Ja. Aber ja, das war dann die Entscheidung und Victor Fleming hat dann den Großteil des Films gedreht und Victor Fleming war schwierig.
Johannes Franke: Ja. Es gibt... Also er hat tolle Sachen gemacht, dann irgendwie hergestellt, aber er hat wirklich viele schwierige Entscheidungen getroffen.
Florian Bayer: Also die Produktion war... Wir müssen zuerst über Judy Garland reden, um dann zu sagen, aber die anderen in der Produktion haben auch gelitten. Ja. Judy Garland war damals 16, 17, wir sind uns nicht 100% sicher, aber ich vertraue dir mal mit 16 und sie sollte ein zwölfjähriges Mädchen spielen und die Art, wie das gemacht wird dann, und das wird auch heute noch so gemacht, da werden die Brüste abgebunden, da werden sie in engen Dress gestreckt und dann wird gesagt, so, und du machst jetzt Diät. Du musst dünn sein, du musst kindlich sein, du musst irgendwie als Kind rüberkommen.
Johannes Franke: Also die Sache ist die, Judy Garland war ja vorher schon, hatte so einen Drei-Jahres-Vertrag bei MGM. Die war vorher mit ihren Schwestern unterwegs, auf der Bühne und dann haben sie sie irgendwie eingekauft. Hatten aber nicht wirklich Verwendung für sie. Das war, also damals sowieso, das Studiosystem war so, dass sie wirklich die Schauspieler angestellt haben fest, ohne zu wissen, die werden da und da und da und da mitspielen, sondern die haben sie einfach das Jahr über bezahlt. Und dann, wenn du so eine Garage voller Schauspieler hast, dann willst du die irgendwann mal einsetzen, weil du sie sowieso alle bezahlst. Und dann haben sie sie irgendwie, weil irgendjemand auf die Idee kam, dass sie doch ganz gut wäre, also Gott sei Dank, weil sie wirklich toll ist, dass man sie unter Vertrag nehmen könnte, aber sie hat immer nur so kleine Sachen bekommen, weil man niemand so richtig wusste, wo setzten wir sie ein, weil sie nicht dem Schönheitsideal dieser Zeit entsprochen hat. Und das als Kind. Und ich finde das so absurd.
Florian Bayer: Aber Judy Garland war schon ein Star damals. Also die hatte so ein gewisses Image. Das war ja auch die Entscheidung des Films, sie zu nehmen, obwohl Jüngere zur Auswahl standen.
Johannes Franke: Ja, Shirley Temple zum Beispiel. Aber Shirley Temple war anscheinend auch musikalisch nicht ganz so auf der Höhe, wie sie es hätten brauchen wollen, können, sollen. Ich hätte sie schon zugetraut.
Florian Bayer: Judy Garland hat irgendwie so ein Image aufgebaut. Sie war so ein bisschen das Mädel vom Land, so ein bisschen das Mädel aus der Mittelschicht. Das hat ja sie nicht aufgebaut. Und das hat sie auch anzukurzt. Das hat das Studio aufgebaut auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und das war nicht ihr Ding. Das wollte sie überhaupt nicht. Aber na gut.
Florian Bayer: Und da haben sie halt voll drauf gesetzt. Und deswegen haben sie sie genommen. Und sie haben halt eine ältere Schauspielerin für eine sehr junge Rolle genommen. Und wie gesagt, dann verschiedene Sachen gemacht, damit sie jünger wirkt. Aber sie wollten sie immer, immer, immer
Johannes Franke: in dieses Bild reinpressen, was sie nicht hatte. Und das ist eben in diesem Film auch zum Tragen gekommen. Und das war auch der erste Regisseur, der es nicht geschafft hat, sich mal damit abzufinden, wie Judy Garland ist und ihr Talent zu lassen, sondern sie eben viel zu viel zu stark zu schminken und sie da reinzupressen und ihr eine blonde Perücke aufzusetzen. Und dann sollen sie eine andere Schauspielerin nehmen. Und ich fand die Entscheidung, wenigstens ihr die Perücke wieder abzunehmen und sie selbst sein zu lassen. Also zumindest für deren Verhältnisse, sie selbst sein zu lassen, schon großartig und wichtig. Und sie macht das wirklich toll.
Florian Bayer: Sie macht das toll. Aber natürlich waren die Dreharbeiten hart. Und sie hat wohl auch, also zum einen, wie gesagt, sie hat eine harte Diät gemacht. Ja, furchtbar. Sie wurde in ein zu enges Kleid gezwängt. Pillen bekommen ohne Ende. Sie hat aufputscher und downer, halt je nachdem, was sie gebraucht hat. Damals gab es auch ein etwas liberaleres Verständnis zum Thema, wie gehen wir mit Drogen um? Mit diesen legalen Drogen, die es halt so gibt. Und damals wurde der Grundstein gesetzt für die jahrelange Abhängigkeit von Judy Garland, die bis zu ihrem Ende eigentlich gehalten hat. Und es gibt ja von, also die Lebensgeschichte von Judy Garland ist einfach nochmal so eine ganz eigene, traurige Geschichte mit Alkoholabhängigkeit, mit Selbstmordversuchen.
Johannes Franke: Furchtbar.
Florian Bayer: Die hat auch im Nachhinein ganz schön gewettert gegen das Studio MGM.
Johannes Franke: Da haben sich viele gewehrt. Und es gab auch viele Stimmen, die gesagt haben, naja, das ist jetzt ein bisschen übertrieben. Das und das stimmt und das, aber ein bisschen zu viel. Aber man weiß am Ende immer nicht, man kann sagen, was man will, aber die Wahrnehmung von Judy Garland ihrer Zeit dort ist einfach größtenteils schrecklich.
Florian Bayer: Ja. Und offensichtlich gar nicht so stark gegen Victor Fleming, obwohl der sie auch ziemlich wie den letzten Track behandelt hat. Es gibt diese berühmte Anekdote. Sie war ziemlich verliebt in ihn. Sie war verliebt in ihn, das ist das Ding. Und es gibt diese berühmte Anekdote, wo sie dem Löwe eine Ohrfeige gibt, den feigen Löwen, weil er Toto beißt. Und das hat wohl nicht so wirklich geklappt, weil sie ständig lachen musste. Ja, weil er so eine tolle Performance hingeliegt hat. Genau, weil er wirklich albern und witzig war. Und sie hat die ganze Zeit gekichert und hat die Ohrfeige nicht richtig hingekriegt. Und dann hat Victor Fleming sie wohl zur Seite genommen und hat gesagt, Schatz, ich zeig dir mal, wie eine Ohrfeige geht. Und hat ihr eine Ohrfeige verpasst. Alter. Das geht gar nicht. Dann hat sie die Szenen danach hingekriegt. Man sieht immer noch, wie muss ich das Lachen immer noch ein bisschen verkneifen. Sie hält Toto vor sich. Aber auf jeden Fall war das wohl eine krasse Sache am Set. Das war wohl so extrem, dass es auch von anderen wahrgenommen wurde. Und Fleming hat sich dann doch ein bisschen geschämt und ihm war das doch unangenehm, was da passiert ist. Und dann hat er gesagt, okay, Leute, jetzt darf mich irgendjemand hauen. Wir müssen jetzt Gerechtigkeit herstellen. Und das hat Judy Gallen wohl mitgekriegt und hat dann gemeint, okay, ich mach's. Und hat ihm dann einen Kuss gegeben auf die Nase. Und das ist die Anekdote davon. Was für mich da vor allem hängen bleibt, ist, dass Victor Fleming ziemlich grausam zu ihr war. Und nicht nur Victor Fleming. Also es muss wohl üblich gewesen sein am Set, dass Kommentare zu ihrer Figur abgegeben wurden. Die Darsteller der Munchkins.
Johannes Franke: Der Munchkins. Munchkins. Aber das ist auch so ein bisschen zweifelhaft. Also es wird immer gesagt, dass die so ein bisschen problematisch waren. Sie sollen sie sehr belästigt haben.
Florian Bayer: Also es heißt wohl, dass die ihr unters Kleid gegriffen haben und sie betoucht haben?
Johannes Franke: Da gab es einen bestimmten. Louis B. Meyer. Ah, du hast sogar den Namen. Sehr gut. Ja, ja, ja. Der hat sie betoucht. Die Munchkins an sich waren vielleicht nicht immer besonders nett zu ihr, aber da ist so ein bisschen die Geschichte hin und her.
Florian Bayer: Die Munchkins. Das Ding ist halt auch Jerry Maron, einer, der eine große Rolle da gespielt hat bei denen, hat erzählt, dass sie wohl alle 50 Dollar pro Woche gekriegt haben als Bezahlung. Und hat dazu noch hinzugefügt. Und Toto, der hat 125 Dollar gekriegt. Willkommen im amerikanischen Studiosystem.
Johannes Franke: Es ist heute manchmal noch so. Es ist manchmal so, weil die Gesetzeslage für Tiere am Set so ist, wie sie ist, dass manchmal Tiere mehr Geld bekommen als die Schauspieler. Alter.
Florian Bayer: Das ist total übel. Also ich finde es, in dem Fall ist es noch übel, weil man das Gefühl hat, dass da ja auch noch so eine gewisse, naja, so eine Abneigung eben gegen kleinwüchsige Menschen, stattfindet, ne? Dass gesagt wird, das sind keine vollwertigen SchauspielerInnen, die brauchen nicht viel und so.
Johannes Franke: Es liegt vor allem an der Masse. Die haben über 100 Munchkins da gehabt. Aber du bezahlst die Leute verdammt nochmal. Ja, natürlich musst du die ordentlich bezahlen. Absolut.
Florian Bayer: Und um noch eine Anekdote reinzubringen, vielleicht um nochmal zu zeigen, dass Judy Garland wirklich nicht cool behandelt wurde. Es gibt diese Szene, wo sie zum Zauberer vorgelassen werden wollen und der Wachmann sagt, ich lasse euch nicht vor. Und dann fängt sie schrecklich an zu weinen. Und dann bricht dem Wachmann das Herz. Und dann sagt er, okay, ich lasse euch rein. Und es werden wirklich viele Tränen vergossen. Es gibt diesen Tränenregen. Angeblich ist das eine ehrliche Reaktion, weil sie ihr erzählt haben, dass ihr Hund gestorben wäre. Ach du Scheiß, das habe ich gar nicht gelesen. Und ich weiß nicht, wie viel wahr daran ist. Könnte auch so ein bisschen Urban Legend sein, dass es gerade bei so alten Filmen ist da natürlich viel Legendenbildung dabei und viel auch so Gossip ist halt auch witzig. Und gerade so Legenden sind toll. Aber angeblich haben sie ihr das erzählt, damit sie die Szene echt spielt und emotional spielt und wirklich weint. Wow.
Johannes Franke: Ich habe nicht den Eindruck gehabt, dass es irgendwie schwierig war, sie in emotionale Szenen zu bringen. Ich habe ja auch dieses rausgeschnittene Somewhere Over the Rainbow, die Reprise, die es gab, wo sie auch so trennen erstickt den Song noch mal singen soll in einer anderen Situation, wo sie gefangen ist. In einem Schloss, der Hexer. Und da gibt es eine Audioaufnahme von, leider keine Videoaufnahme mehr, aber die Audioaufnahme ist da und die klingt so herzzerreißend. Sie hat das so toll gemacht. Nächste Legende, die sollen am Set alle geweint haben, als sie das gesungen hat, weil das so krass war. Ja, genau. Und sie musste es ja auch wirklich am Set singen. Alles andere wird ja gedubt, aber das mussten sie am Set singen, weil sie das gleichzeitig auch spielen musste. Was ja damals, gab es einen Unterschied zwischen Dingen, die eben lippensynchron gemacht wurden am Set oder Sachen, die eben live aufgenommen werden mussten.
Florian Bayer: Okay. Wenn ihr glaubt, das war es jetzt, was wir an Düsterem haben von Judy Garland. Nein. Es war nicht nur Judy Garland.
Johannes Franke: Es gibt noch so krasse Geschichten. Ganz kurz. Judy Garland war 1941 mal schwanger. Also sie war 18 oder so. Und das Studio hat ihr eine Abortion aufgezwungen. Oh, okay. Ja. Weil sie, es war nicht approved. Also ich weiß nicht, ob sie das hätte haben wollen oder nicht. Das habe ich nicht genauer mich reingearbeitet. Aber es ist, war nicht approved, also gab es eine Abtreibung. Übel. Und das ist schon ein krasses Studiosystem. Sie gehört dem Studio.
Florian Bayer: Ja. Ja, so wurden die behandelt. Ah, fuck, Alter. Das Kostüm von Bert La, der den Löwen gespielt hat, das bestand aus echter Löwenhaut.
Johannes Franke: Das ist ein echter Löwe gewesen. Es muss wohl ziemlich heiß und ziemlich schwer gewesen sein. Ja, und vor allem das Problem ist ja, die Technik damals war ja nicht so weit, dass man dann ganz normal irgendwie bei Tageslicht vielleicht noch oder sowas drehen konnte, sondern man musste im Studio wahnsinnig viele Lampen nochmal hinstellen. Und es war teilweise 38 Grad heiß. Ja. Und wenn du dir dann vorstellst, dass du so ein Löwenkostüm anhast, du stirbst. Es muss wirklich die Hölle gewesen sein. Und der eine Schauspieler hat auch gesagt, später irgendwann, alle fragen ihn, ob es irgendwie spaßig war, diesen Film zu drehen. Und er sagt, nope, es war nicht im geringsten spaßig, sondern es war einfach harte, harte Arbeit.
Florian Bayer: Margaret Hamilton. Ja, für mich so ein bisschen das Beste an dem Film. Ja. Als großartig in der Rolle, als fiese Lehrerin, die Toto einschläfern will und als böse Hexen des Westens und Ostens, hat ein Make-up getragen, ein grünes Make-up im ganzen Gesicht. Übrigens, die Idee, dass Hexen grüne Haut haben, ist damals geboren worden. Krass, krass, krass. War vorher eigentlich gar nicht so ikonisch, wie es mittlerweile ist. Und das grüne Make-up war so giftig, dass sie nicht wollten, dass das mit ihrem Speichel in Berührung kommt, weil das sie hätte vergiften können. Deswegen durfte sie kein Wasser trinken oder nur ganz wenig trinken. Der hat Wahnsinn.
Johannes Franke: Er hat einen Strohhalm und dann, es war echt schlimm. Und dann, wenn wir gerade bei dem Make-up sind, können wir ja zu dem Unfall kommen. Es gibt so eine tolle Szene bei den Munchkins, die mich total überrascht und ich total großartig fand, wo Rauch aufsteigt. Also sie ist in der Szene, es steigt Rauch auf, sie geht in den Rauch hinein und der Rauch verfliegt und sie ist weg. Und auch wie sie auftaucht, ist schon toll. Es ist halt alles im Studio entstanden und sie hatten einen Lift eingebaut in den Boden. Man konnte sie absenken und wieder hochholen. Und das ist ganz toll. Und dann gibt es noch einen Feuereffekt und alle sind begeistert. So, und der Feuereffekt funktioniert beim ersten Mal ganz wunderbar und dann drehen sie es nochmal und dann ist der Feuereffekt ein Stückchen zu früh und sie ist noch nicht weg mit dem Lift. Und der Besen, den sie in der Hand hat, fängt Feuer und explodiert fast. Und sie hat Verbrennungen dritten Grades im Gesicht und das ganze Make-up hat einfach Metallanteile, die sie ihr sofort runternehmen mussten, damit das nicht noch heißer und noch schlimmer wird. Also sie haben sogar das Schlimmste noch verhindert, indem sie unter riesigen Schmerzen abgeschminkt haben währenddessen, damit das Make-up nicht noch weiter schlimme Sachen macht mit ihrem Gesicht.
Florian Bayer: Margaret Hamilton war anscheinend ein großer Fan von dem Buch. Ja. Und sie hat sich total gefreut, als sie die Rolle gekriegt hat. Ja, der Agent hat sie angerufen. Dann hat sie ihn gefragt, was für eine Rolle, was für eine Rolle, was für eine Rolle. Na, die Hexe natürlich, hat er gesagt. Was denn sonst? Was denn sonst? Und sie hatte einiges an Verhandlungen, weil sie wollte nicht zu viel drehen und da gab es einiges so, dass sie versucht hat, irgendwie rauszuschlagen, dass sie nicht so lange dreht. Am Schluss hat sie dann doch
Johannes Franke: ewig gedreht. Ich glaube, sie wollte acht Tage eigentlich und dann hat sie irgendwie die 23 gehabt am Ende. Und sie hat sich sehr gut mit Judy Garland verstanden.
Florian Bayer: Judy Garland hat sie richtig gemocht. Sie haben sich beide total gut verstanden und sie haben sich wohl auch durch diesen schweren Dreh so ein bisschen gegenseitig gehalten. Und Margaret Hamilton ist halt auch einfach fantastisch in diesem Film.
Johannes Franke: Margaret Hamilton war auch dann auch so weit, dass sie, da sie eben Judy Garland so mochte, echt teilweise Leute zusammengeschissen hat. Also richtig laut am Set Leute angebrüllt hat, weil sie nicht damit klarkam, was mit Judy Garland. Zum Beispiel hatte Judy ihr ein Kleid vorgeführt, was sie tragen wollte bei einer Urkundevergabe für die Schule. Ich weiß nicht, ob es ein Abschluss war oder sowas. Und Judy Garland konnte dann aber nicht dahin gehen, weil die drehen musste oder sowas. Und dann hat sie wirklich das Studio angerufen und hat die Leute zusammen gebrüllt, was ihnen denn einfällt, ihr diese Option, diese Möglichkeit zu nehmen, dieses wundervolle Kleid anzuziehen und dann in die Schule zu gehen und dieses Zertifikat in die Hand zu nehmen. Sie muss wirklich eine, das muss wirklich eine schöne Dynamik zwischen den beiden.
Florian Bayer: Und im Teiljude etwas später hat Judy Garland vor allem auch nochmal über Margaret Hamilton gesagt, was für eine großartige Frau und was für eine tolle Schauspielerin. Also es scheint so zu den positiven Momenten des Drehs gehört zu haben, dass sie mit ihr zusammenarbeiten konnte und auch sich mit ihr angefreundet hat. Also wir wollen nicht eure Kindheit zerstören oder sowas damit, dass wir hier irgendwie leider die schlimmen Sachen rausholen müssen. Wir sind noch bei den Kostümen. Kommen wir zum Kostüm unseres Blechmannes, der von Buddy Epson, Moment, nicht von Buddy Epson, sondern von jemand anderem gespielt wurde kurz darauf, was ist denn da passiert? Jack Haley hat dann übernommen. Ja sowas. Warum durfte Buddy Epson den Blechmann nicht mehr spielen?
Johannes Franke: Vor allem, warum durfte Buddy Epson nicht die Vogelscheuche und dann den Tin Man und dann raus spielen? Also den Schritt zurück, die beiden Schauspieler, die den Tin Man und den Scarecrow spielen sollten, waren eigentlich andersrum besetzt. Und dann hat der Typ, der aber den Tin Man spielen sollte, gesagt, ich bin aber doch, ich will aber, ich bin kein Metall, ich bin nicht fest, ich bin fluide. guck mal, ich kann hier Slapstick und sowas und wollte unbedingt, weil er einen Fred Stone hatte auf der Bühne gesehen, 1903 irgendwann mal, das war ein großes Vorbild für ihn und den hat er in dieser Rolle des Scarecrow gesehen und fand ihn so großartig und wollte das unbedingt seinem großen Vorbild nacheifern und hat das irgendwie umgesetzt gekriegt, dass er die alle überredet hat, dass sie die Rollen tauschen.
Florian Bayer: Genau. Und dann musste der arme Epstein in das Kostüm des Tin Mans und das war kein schönes Kostüm. Also es hat wohl wirklich lange Zeit auch gedauert, um zu gucken, was ist jetzt die richtige Kleidung, was ist jetzt das richtige Make-up und dann haben sie gedreht, zehn Tage lang und was ist passiert? Er hat auf das Aluminium, was Teil des Kostüms war, das war so ein Aluminium-Make-ups. Puder, genau, ein Teil des Make-ups, auf das hat er allergisch reagiert und so wie er sich erinnert hat, war es dann wirklich, er hat keine Luft gekriegt.
Johannes Franke: Es hat keiner ernst genommen am Set, es hat einfach keiner richtig ernst genommen und dann musste er abgeholt werden, ins Krankenhaus gebracht werden und hat mehrere Wochen, glaube ich, in einem Sauerstaffzelt zugebracht und erst dann haben die gesagt, oh, na, sowas, okay, dann, ja, wir müssen dich jetzt leider umbesetzen, weil du nicht da bist und du hast also die ganze Scheiße durchgemacht, umsonst durchgemacht und haben dann den Ersatz Jack Haley bekommen, der das auch ganz toll macht, ne, und dann haben sie die, sie haben's geändert, die haben das Make-up geändert.
Florian Bayer: Sie haben, sie haben statt diesem Puder, was man offensichtlich leicht einatmen konnte, haben sie dann so eine Art Paste, so ein Paste, ja, genommen und haben drunter nochmal extra noch eine Schicht von Weiß gemacht, damit das, damit das nicht mehr ganz so gefährlich ist und damit seine Haut geschützt ist, aber er hat wohl trotzdem was in die Augen gekriegt mal und hatte zumindest eine böse, böse Infektion in den Augen,
Johannes Franke: weil er das abgekriegt hat. Und die mussten wirklich, also um das mal einmal nochmal klarzustellen, die haben wahnsinnig lang gedreht und die sind immer morgens um vier in die Maske gegangen, haben sich das alles ankleben und anmachen lassen, mit diesem sehr giftigen Zeug streckenweise und dann sind die nicht vor 19 Uhr wieder rausgekommen aus der Geschichte, sind dann wahrscheinlich direkt ins Bett gefallen, um am nächsten Morgen wieder auf der Matte zu stehen. Das muss der Hammer gewesen sein.
Florian Bayer: Oh, das ist ja
Johannes Franke: ein unglaublicher Dreh. Weißt du gerade auf dem Schirm, wie lange der ging? Ich glaube, ein paar Monate.
Florian Bayer: Er hat sich sehr, sehr lange gezogen. Also es war, wie gesagt, die Kosten sind explodiert und jetzt ist der Moment, wo wir, also es hat am 13. Oktober 1938 hat der Dreh gestartet und sechs Monate hat der Dreh gedauert.
Johannes Franke: Oktober 38 bis März 39.
Florian Bayer: Und wenn ihr glaubt, ja, okay, die Kostüme, das war schon alles ziemlich hart. Es gibt eine Szene, in der Dorothy und der Löwe von der bösen Hexe zum Schlafen gebracht werden und dann gehen sie in diesem Feld zum Schlafen und die gute Hexe sorgt dann für schönen Schnee. Der Schnee. Der sie wach macht. Er ist wunderschön, der Schnee. So schön und so giftig.
Johannes Franke: Sie haben Asbest regnen lassen. Und das Problem ist, was mich richtig irritiert hat, die wussten das schon, dass das giftig ist.
Florian Bayer: Die wussten, dass das giftig ist. Die wussten ja auch, dass die Schminke giftig ist, die die Hexe hatte und die der Tin Man hatte. Das war einfach, wie krass ist das denn? Was ist das für eine Scheißproduktionsfirma? MGM ist böse und dann machen sie sowas Schönes. Ich bin glaube ich durch mit den düsteren, abgefuckten Sachen. Hast du noch was hinterherzuschieben?
Johannes Franke: Moment, lass mich in meine Liste der düsteren, abgefuckten Sachen gucken. Ich weiß es nicht ganz genau. Nein, ich glaube es könnte hinkommen. Also Ray Bolger, der die Scarecrow gespielt hat, war jetzt auch nicht unbedingt gesegnet mit der besten Maske. Der hat wirklich monatelang danach noch Abdrücke im Gesicht gehabt von diesem Sack, den er da quasi rein ins Gesicht gestempelt bekommen hat.
Florian Bayer: Aber wenigstens zu den Tieren waren sie lieb. Die Pferde wurden mit Zucker angemalt.
Johannes Franke: Ich habe die ganze Zeit mich gefragt beim Gucken, oh mein Gott, haben die die wirklich gefärbt, die armen Tiere? Aber nein, es war okay, die haben wirklich so was drüber gestreut, so gefärbtes Jello. Und die Tiere haben halt natürlich angefangen, das abzulecken.
Florian Bayer: Mussten schnell drehen. Mussten sehr schnell drehen, ja. Aber nicht allen Tieren ging es gut beim Dreh. Auf den Hund wurde draufgetreten, ne? Den Totodarsteller, den hat es einmal erwischt. In irgendeiner Szene wurde auf den Hund draufgetreten und ich glaube, er musste dann sogar ersetzt werden durch einen anderen Hund. Oh mein Gott. War gerade platt. Und so grausam die Dreharbeiten waren, MGM hat ja die eigentliche Geschichte entschärft, von Grausamkeiten gereinigt. Das stimmt, das stimmt. Du hast ja gesagt, du hast die Geschichte gar nicht gelesen. Aber im Buch scheint es doch
Johannes Franke: etwas härter zuzugehen als im Film. Ja, ja, es werden Leute geköpft und so. Und der Tin Man ist ja eigentlich einer, der sich immer wieder Sachen selber abgehackt hat aus Versehen und so.
Florian Bayer: Und der Zauberer will nicht nur, dass sie den Besen der Hexe stehlen,
Johannes Franke: sondern er will, die Hexe töten. Sie müssen sich töten, ja, ja, ja. Und im Film passiert es so aus Versehen, aber im Buch müssen sie wirklich sich überlegen, was machen sie, wie kriegen die das hin und dann kriegen sie das mit dem Wasser raus, dass sie allergisch auf Wasser quasi ist und dann machen die das.
Florian Bayer: Ja, das ist so albern, so ein Kom, also Dorothy macht sich zweimal des zufälligen, des unfreiwilligen Totschlags schuldig. Ich wollte doch nur, ich wollte doch nur die Vogelscheuche löschen. Ja. Und das zieht sich aber, finde ich, wie so ein Motiv durch den Film, dass sie versuchen, eine Schönheit hervorzukehren aus diesem Rohstoff, der so ein bisschen rauer ist und so ein bisschen roher. Und natürlich ist das bekannteste davon eben dieser Wechsel von dem Schwarz-Weiß beziehungsweise Sepiaton, den wir in unserem Prolog haben, der immerhin 20 Minuten geht, hin zu dem bunten Technikolor in Oz. Und das ist, eigentlich bist du ja, was das betrifft, so der Tech- und Bilder-Freak.
Johannes Franke: Es ist großartig. Ich meine, es ist nicht der erste Film, es wird oft gesagt, dass es der erste Film in Technikolor ist, aber es stimmt ja nicht, es gab es ja vorher schon. Aber er macht das so großartig. Es gibt diese eine Szene, wo der Übergang ist, wo wirklich Teile des Films noch Sepia sind und durch die Tür sehen wir dann ins Bunte hinein. Weißt du, wie sie das gemacht haben? Ja, und es ist so großartig. Sie haben es gemalt. Sie haben das Set schwarz-weiß gemalt quasi, also Sepia gemalt.
Florian Bayer: Es wurde, also es wurde, Oz wurde wirklich für Free-Trip-Technikolor gedreht und Kansas wurde in schwarz-weiß getreten und dann anschließend Sepia gefärbt. Und dann gibt es eben diesen tollen Effekt, wenn sie nach Oz reintritt, dass ihr Rücken ist noch in Sepia und das ist nicht sie, sondern das ist ihr Stuntdouble. Ihr Stuntdouble, ja. Stuntdouble. Und die hat dann extra ein Kostüm in Sepia-Farben gekriegt und sie haben dann das Haus Sepia gestrichen. Und der Effekt ist wohl in früheren Aufführungen im Fernsehen dann irgendwann verloren gegangen. Ja. Weil wenn das schwarz-weiß war, davor, was schwarz-weiß war und dann kam dieses Sepia und diese Farbe, das hat einfach nicht diesen Effekt ausgelöst, diesen Seamingless-Wechsel,
Johannes Franke: sondern es war einfach so. Ja, der war wirklich für die Zeit, das ist ein großartiger Gedanke und großartige Idee. Und viel, da ist viel, viel Mad-Painting dabei. Also du hast viele, man muss sich vorstellen, einfach eine Leinwand von, wie weiß ich nicht, A3-Größe einmal angemalt. Du hast da ein Set dran gemalt und dann hast du in der Mitte einen Platz reserviert für das, was tatsächlich gedreht wird. Das, was heute am Computer gemacht wird, Compositing, also dass du Sachen zusammenbringst am Computer, die zwei verschiedenen Quellen sind. und dann haben sie das gemalt, das auf dem A3, das abgefilmt und dann zusammengebracht mit dem, was sie gefilmt haben vom Set, dass die da irgendwie einen Gang langlaufen zum Beispiel und dann ist der Rest des Ganges einfach gemalt. Aber eben auf einem A3-Blatt und nicht irgendwie an den Seiten riesige Aufbauten und die sind alle gemalt. Und es ist so großartig, so tolle Technik, so tolle Ideen und so seamless zusammengebaut, dass man wirklich, also Meisterarbeit muss man schon sagen. Ja, es ist schon
Florian Bayer: ziemlich fantastisch. Also der Film lebt sehr viel von seinen schönen Bildern und auch von den vielen Ideen, die da mit reinfließen. Wir haben wirklich, wir haben bunte Landschaften, wir haben bunte Kostüme, es steckt sehr viel Liebe im Detail. Man merkt, wo das Geld hingegangen ist, was sie da reingepulvert haben. Ja. Und die Kostüme, ich meine, so tödlich sie sind, sie sehen toll aus. Ja, absolut. Absolut.
Johannes Franke: Der Tin Man ist aus Buckram. Das habe ich hier zu Hause, als ich angefangen habe, Hüte zu bauen, habe ich mir Buckram bestellt. Das ist so festes Zeug, das ist so Stoff, aber eben mit Leim behandelt und dadurch wird es sehr fest. Und dann haben sie es noch mit Leder bezogen und so. Und das sieht natürlich jetzt, ich weiß nicht, wie du es heute machen würdest, das sieht ein bisschen nach Kostüm aus. Und der Löwe sieht auch nach Kostüm, Kostüm aus. Ja.
Florian Bayer: Also total, der Löwe ist ganz eindeutig ein Mensch, sie versuchen das gar nicht zu verbergen. Genau.
Johannes Franke: Aber sie haben es so großartig gemacht und ich finde die Scarecrow so gut. Ja.
Florian Bayer: Es ist so toll gemacht. Scarecrow, also ich finde alle drei Kostüme toll auf ihrer eigenen Art. Ich finde den Löwen, beim Löwen ist es krass, weil es so sehr stark dieses Broadway-Musical-Feeling hat, weil du siehst einfach am stärksten, dass das nicht das ist, was er darstellen soll. Ja, bei Cats quasi. Ja, genau, genau so ein bisschen. Aber es funktioniert trotzdem in diesem gesamten Setup, weil man ist sehr schnell drin, dieser Suspension of disbelief einfach, weil man erkennt die Figuren vom Anfang und es wird ja auch ein bisschen darauf referiert. Also der Schauspieler, der den Löwen spielt, hat ja im Kansas diese kurze Szene, wo er zu Dorothy sagt, hey, du brauchst ein bisschen mehr Mut, wehr dich mal gegen die Lehrerin, versuch's mit Mut. und dann ist er ausgerechnet der Dandelion, der halt sich nicht traut, richtig, richtig mutig zu sein und diese, durch diese Verknüpfung ist das super, dass man eben doch noch die Menschen dahinter erkennt und direkt sieht, ach, das sind doch die Leute aus Kansas, das sind doch die, mit denen sie am Anfang Kontakt hatte, da geht gar kein Zweifel.
Johannes Franke: Das ist total schön, ja. Ja, haben wir denn überhaupt über die Geschichte, was will uns die Geschichte denn überhaupt sagen, wenn wir jetzt mal da ein bisschen reingehen? Was ist die Moral der Geschichte für uns?
Florian Bayer: Es ist ja eine wirklich einfache Märchenmoral. Es ist ein, also das ist einfach die Kinderbuchherkunft und es ist ganz klar, hey, ihr sucht nach etwas und ihr fühlt euch, wie ihr seid, nicht richtig. Ihr habt das Gefühl, dass ihr gewisse Anforderungen nicht erfüllen könnt, aber denkt doch mal, drüber nach, wahrscheinlich zum einen seid ihr doch so gut, wie ihr seid und zum anderen seid ihr vielleicht doch besser, als ihr denkt und erfüllt diese Anforderungen schon und es ist wirklich schön eingewoben, wie die einzelnen Figuren nicht zu der Erkenntnis kommen, sondern der Zauberer ihnen das am Schluss präsentieren muss, aber wie wir als Zuschauer zu der Erkenntnis kommen, hey, Moment, da war die Vogelscheuche doch ziemlich clever gerade. Ja, genau. Hey, da war der Löwe doch verdammt mutig und hey, jetzt heult der Blechmann schon wieder. Moment mal, was wollen die eigentlich? Warum behaupten die, sie wären dumm, feige und hätten kein Herz? Ja,
Johannes Franke: ich finde es total schön gemacht. Das ist so auf den Punkt erzählt. Da waren zwar 20.000 Autoren dran, was ich immer für eine seltsame Idee halte, aber in diesem Fall hat es einfach gut funktioniert. Sie haben es gut zusammengekriegt.
Florian Bayer: Und ich mag total diese, auch dann diese ein bisschen Gesellschaftskritik, die mitkommt, wenn der Zauberer von Oz ihnen ihre Placebos gibt und sagt, ey, bei uns sind so viele Leute, die sich für intelligent halten und die sind es gar nicht, aber die haben alle ein Diplom. Komm, ich gebe dir auch ein Diplom, die Vogelscheuche. Und hey, Löwe, bei uns gibt es so viele Feiglinge, die sagen, sie werden mutig, die haben einen Orden. Pass auf, ich habe hier einen Orden für dich. Und es ist so klar, das ist eigentlich nicht notwendig, aber diese Placebos, das ist ganz schön und wir dürfen uns da mit ihnen freuen, dass sie jetzt alle ihre Auszeichnungen kriegen. Auch wenn diese Herzlösung, ich weiß nicht, das mit der Uhr, das ist eigentlich so. Ja,
Johannes Franke: das ist ein bisschen seltsam.
Florian Bayer: Hätte, wäre ich da nicht was Besseres eingefallen? Aber das ist auch schon bei der Vorlage so.
Johannes Franke: das ist auch bei der Vorlage so, wenn ich mich richtig erinnere.
Florian Bayer: Und die Vorlage macht natürlich viel, dass die Geschichte funktioniert. Da sind sie auch sehr, sehr vorlagentreu, bei dem was passiert. Eben abgesehen von diesem großen Ding, dass Dorothy von Anfang an in dieser Fantasie drin hängt.
Johannes Franke: Ja, und im Film sind es rote Schuhe, obwohl es im Buch silberne Schuhe sind. Solche Sachen.
Florian Bayer: Aber die Entscheidung ist auch sehr bewusst gefallen, weil sie gesagt haben, hey, jetzt haben wir Farbfilm, lasst uns klotzen. Ja, Und natürlich sehen die roten Schuhe besser aus. Müssen wir was zu den Schuhen sagen? Wollen wir nochmal zurück zum Schrecken? Weiß ich nicht, waren die zu eng? Die haben wir getan. Es gab extra nochmal andere Schuhe, die sie getragen hat, die weich waren. Und es gibt wohl auch Szenen, in denen man die nochmal so ein bisschen sieht. Genau, sie hat immer gewechselt. Aber die Szenen, in denen sie nahe zu sehen waren, mussten sie die halt tragen. Oder wo sie zu sehen waren. Und dann hatte sie diese Ersatzschuhe, aber die müssen wohl ziemlich weh getan haben. Und wahrscheinlich hat sie da, mit dem Grund, dass sie dann auch ein bisschen Schmerzmittel noch genommen hat während des Drehs. Oh Mann.
Johannes Franke: Ja, nein, wieder zurück zum schönen Inhalt des Films. Das ist großartig. Also ich finde es ganz toll erzählt.
Florian Bayer: Also diese Spiegelung von den einzelnen Personen in der Fantasiewelt. Also wir haben die böse Lehrerin, die Toto umbringen will. Die wird die böse Hexe. Wir haben die drei Freunde, die auf der Farm arbeiten von Dorothy. Die werden dann ihre drei Freunde in der Fantasiewelt. Der Plechmann, die Vogelscheuche und der Löwe. Und dann haben wir natürlich noch den Zauberer von Oz, der eher so eine kleine Rolle spielt in Kansas, auf den sie ja auch eher zufällig stößt und den sie vorher nicht kannte. Der so ein Wahrsagertyp ist und der sich dann als Scharlatan entpuppt und als der Mann hinter dem Vorhang. Das ist so viel ikonig von dem Film. Wenn wir vom Mann hinter dem Vorhang reden, dann reden wir von Zauberer von Oz. Ja, das ist krass, der hat viel bewegt. Yellow Brick Road ist auch zumindest im Amerikanischen
Johannes Franke: ein geflügeltes Wort. Ja, Wahnsinn. Es sind auch viele Sachen in der Inszenierung drin, die irgendwie später nochmal auftauchen. Zum Beispiel, wenn der Tin Man das erste Mal seinen Tanz hat und sich nach vorne lehnt, wie Michael Jackson später das gemacht hat.
Florian Bayer: Und es sieht toll aus. Es sieht toll aus. Es ist so schön. Es ist auch, um das vielleicht auch noch zu sagen, das Musical Pacing von diesem Film ist unfassbar gut. Ja. Wie sie diesen We're off to see the wizard in diesem großen Musical Zentrum, es gibt ja das Musical Zentrum, die letzten 30 Minuten sind eigentlich nur noch Abenteuer, aber davor gibt es dieses große Musical Zentrum, wo sie wirklich Stationen abarbeiten. Sie trifft auf einen, der darf sein Lied singen und dann gehen sie zusammen zum Zauberer. Und das Pacing ist so krass. Da können sich auch Filme heute noch wirklich eine Scheibe davon abschneiden, wie sie es schaffen, immer wieder auf das Lied zurückzukommen. We're off to see the wizard und dann nochmal über die Straße tanzen. Zuerst sind sie zu zweit, dann sind sie zu dritt, dann sind sie zu viert. Und es ist nicht nervig, sondern es ist wirklich so ein Hauptthema, was sich dann durchzieht durch diese Reise über die Straße. Und es ist einfach großartig gemacht. Das Tempo ist perfekt da drin. Das ist toll. Und diese Reise ist ja auch, die ist ja auch relativ kurz. Also es geht ja wirklich so Schlag auf Schlag. Ja, das stimmt. Und es fühlt sich eigentlich fast so an wie eine große Musicalnummer, eine große Suite, die so aus einzelnen Teilen besteht und die sich wirklich wunderbar ergänzen. Hast du einen Lieblingssong? Oh, gute Frage. Gute Frage.
Johannes Franke: Weil also Somewhere Over the Rainbow ist einfach ein großartiger Song. Kann man nicht anders sagen. Definitiv.
Florian Bayer: Und sie singt es auch großartig. Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, ich mag das Lied des Löwen. Aha. Okay. Ich mag, weil das vom Ton ein bisschen anders ist als die Songs von Plechmann und von Scarecrow, weil die ja beide so sehr ähnlich sind. Ja. Also auch ganz klar mit so klaren Zielen. If I only had a brain and if I only had a heart. Ja. Und dann kommt der Löwe und singt darüber, dass er nur so ein Dandelion ist und dass er nicht akzeptiert wird und dass keiner Angst vor ihm hat. Wir müssen später noch mal kurz, wenn wir zur Legacy kommen, darüber reden, wie dieser Film, was für einen Einfluss dieser Film auch auf die homosexuellen Kultur hatte. Ah, ja, ja. Ja. Und ich finde, der Löwe singt das ganz toll so. Das ist eine gute Mischung zwischen La Moyante und gleichzeitig hat es so einen Empowerment-Geist und es ist wirklich ein schönes Lied. Das heißt tatsächlich, If I only had a nerve, aber bei mir bleibt vor allem hängen, wie er über sich singt und dass er so ein Dandelion ist.
Johannes Franke: Und er darf ja später If I Were King of the Forest noch singen, was ja auch so in der Art und Weise der Präsentation des Schauspielers doch recht ähnlich ist. Ja,
Florian Bayer: was für mich tatsächlich der einzige irritierende Musical-Moment ist, weil ich nicht ganz verstehe, warum der Löwe in diesem Moment noch eine Musical-Nummer kriegen muss. Also, T platziert ist ein bisschen zu viel gesagt, aber eigentlich sind wir durch mit dieser Reise und mit den Charakteren. Wir haben sie alle verstanden und wir sind jetzt in Oz und hey, jetzt geht's los, jetzt kommt das Wellness-Programm, was übrigens ganz toll ist. Ja. Ich verstehe nicht so ganz, warum Bert La, danke, jetzt habe ich den Namen, ich verstehe nicht so ganz, warum Bert La dann noch als einziger von denen einen zusätzlichen Song kriegt. Und auf den hätte ich auch verzichten können. Ist es okay? Ja,
Johannes Franke: ich verstehe schon.
Florian Bayer: Aber ich will eigentlich jetzt sehen, was in Oz passiert, was mit denen gemacht wird und ja, es ist so schön, wenn die Vogelscheuche nochmal gestopft wird und ordentlich gemacht wird und der Blechmann wird poliert und der Löwe kriegt eine Schleife ins Haar. Das ist so toll. Ich könnte jedes Mal quietschen, wenn ich diesen Moment dann sehe. Sie werden schick gemacht für den Zauberer und dann haben wir den Löwen und er hat diese wunderschöne rote Schleife im Haar und er sieht so toll aus. Das ist sehr süß.
Johannes Franke: Und da schließt sich noch so ein kleiner Dauner an. Und die mussten drei Tage Dreharbeiten wegwerfen, weil sie nachdem, die sie diese Szene gedreht haben, wie das der Tin Man poliert wird, haben sie vergessen, den Tin Man wieder in Rusty umzuwandeln, weil sie dann Szenen gedreht haben, die davor passieren. Und sie haben drei Tage gedreht, ohne festzustellen, dass das ja gar nicht
Florian Bayer: Continuity! Continuity, wo bist du? Fuck, Alter. Wurde damals, glaube ich, auch noch nicht so ernst genommen wie heute. Ja, na ja, klar. Mittlerweile ist es ja wirklich so, wenn du am Set bist, du hast mindestens eine Person bei einem solchen Dreh, wahrscheinlich eher mehrere Personen, die darauf achten, dass wirklich jedes Kostüm so aussieht, wie in der Szene, die davor stattfindet. Und wie Johannes schon gesagt hat, die werden ja nicht chronologisch gedreht, die Szenen. Das heißt, es kann sein, dass du eine Szene drehst, die in Minute 80 stattfindet und kurz darauf eine Szene, die in Minute 5 stattfindet, einfach weil der Drehort dasselbe ist oder aus anderen Gründen, weil das Kostüm dasselbe ist, vielleicht mit einer gleichen Änderung. Und dafür gibt es dann halt die Continuity, die wirklich am Set steht und die Quality of Service wird es auch gerne genannt, die unbeliebtesten Leute überhaupt, aber auch die wichtigsten, die nämlich darauf achten und sagen, ey Moment, du musst deine Lockerabstehen haben,
Johannes Franke: sonst funktioniert das nicht. Genau. Meine Güte, drei Tage Uhr Arbeit, einfach wegwerfen. Ja. Da hat Victor Flemming bestimmt sehr laut rumgebrüllt. Kann ich mir auch vorstellen. Oder ein paar Uhrfeigen verteilt.
Florian Bayer: Oh Gott. Hast du ein Lieblingslied? If I Only Had A Brain. Ah ja. Ja, okay. Verstehe ich total. Es fällt voll in dein Beuteschema.
Johannes Franke: Mein Beuteschema.
Florian Bayer: Nein. Nein. Sowohl vom Tanz als auch vom Lied, also von der Atmosphäre.
Johannes Franke: Meine Damen und Herren, es ist raus. Johannes Franke hat ein Beuteschema, was Musical-Nummern betrifft.
Florian Bayer: Ach komm schon. Wenn du in Wizard of Oz mitmachen würdest, du würdest Scarecrow spielen wollen und nichts anderes. Ja, aber natürlich. Und er macht das wirklich gut. Er macht das super. Er ist so toll.
Johannes Franke: Er tanzt ganz großartig. Er bewegt sich toll. Es gab davon eine Extended Version. Sie haben es eingekürzt. Sein Tanz ist kürzer, als er hätte sein müssen. Mann, Noah. Das hätte ich alles gerne gesehen, aber leider gibt es davon nicht viel.
Florian Bayer: Und das Scarecrow ist halt auch einfach ein cooler Charakter. Das ist toll mit dem Stroh, was in ihm drin ist. Das immer mal wieder. Er verliert es manchmal. Es wird rausgezogen. Es wird reingestopft, ohne dass das je brutal wirken würde. Ja, das ist toll. Aber es sind tolle Effekte, mit denen da auch gearbeitet wird. Also ich mag einfach die Zähne, wenn er dann in Os auch liegt und sie an ihm rumstopfen. Und ich mag es, wenn er mal im Kampf ein bisschen Stroh verliert, weil es macht die Figur so greifbar und lebendig.
Johannes Franke: Also wenn ihr beeindruckende Special Effects für die Zeit sehen wollt, dann auf jeden Fall auch angucken. Okay, Song. Dann haben wir das hinter uns. Aber ich mag auch tatsächlich We're Off to See the Wizard. Auf jeden Fall. Das ist kurz, knackig und es ist großartig. Immer wieder aufgegriffen. Drei oder vier Mal singen sie es.
Florian Bayer: Es wird nicht nervig, weil sie es immer kurz halten und weil es das wirklich schön strukturiert,
Johannes Franke: auch den ganzen Mittelteil. Wo man übrigens in der Aufnahme noch den alten Schauspieler durchhört. Das ist nicht der neue Schauspieler des Tin Man, sondern der alte. Die haben die Aufnahmen vorher gemacht. Der mit der Stick der Stimme singt.
Florian Bayer: Okay, sie haben die Aufnahme, um das dazu zu sagen, nicht am Set gemacht. Die haben die Songs vor dem Studio aufgenommen.
Johannes Franke: Ja, und die machen dann am Set Lip Sync dazu. Und natürlich mussten sie mit dem neuen Schauspieler die Nummer von ihm irgendwie, die er wirklich singt, neu aufnehmen. Aber bei dem We're Off to See the Wizard ist das noch drin.
Florian Bayer: Um noch eine Sache zu sagen, ich mag als Lied auch sehr gerne The Merry Old Land of Oz. Wenn sie sehr lange allein zu viert auf der Straße unterwegs waren und dann kommen sie in Oz an und dann kommen die ganzen Bewohner da raus und dann sehen wir das Leben in der Stadt. Mag ich auch lieber als den Munchkin Song. Ja, der Munchkin Song. Weil es irgendwie mehr Dynamik hat. Der Munchkin Song ist so ein bisschen zerfleddert, weil sie so sehr viele Themen reinbringen. Also man hat das Gefühl, es sind so fünf Songs in einen gepresst. Ja. Und sie nerven irgendwann. Ja, so ein bisschen. Ja. Aber The Merry Old Land of Oz ist toll, weil dann haben wir plötzlich das Leben der Stadt und es passiert sehr viel und alle sind aufgeregt, was passiert als nächstes. Ja. Ja, es ist schön.
Johannes Franke: Okay. Der Film hat ja leider nicht sofort sein Geld wieder eingespielt.
Florian Bayer: Nee, der war fast so als halber Flop.
Johannes Franke: Naja, das ist Urban Legend. Der ist kein Flop gewesen.
Florian Bayer: Er war nie ein Flop, aber es gab durchaus eine gewisse Enttäuschung darüber, was er am Anfang gemacht hat.
Johannes Franke: Das Problem ist aber vor allem, das ist ein Kinderfilm und die Ticketverkäufe waren recht hoch. Das Problem ist bloß an Kinder und da kostet ein Ticket halb so viel.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das heißt, das Geld reinzukriegen hat eine Weile gedauert. Die haben halt dann, als sie es wieder hochgeholt haben, 1949, haben sie dann langsam das Geld wieder reingekriegt und dann natürlich über die Zeit ihr Film lief.
Florian Bayer: Bei ReRelease ist es besser als bei seinem Start. Krass ist allerdings auch, dass sie sich wirklich bemüht haben, den Film zu pushen, auch für ihr Zielpublikum, für die Kinder. Zum Beispiel in Kanada, Montreal, gab es harte Gesetze, dass Kinder unter 16 Jahren nicht ohne Erwachsene Begleitung ins Kino durften. Oh. Und für diesen Film, das hat MGM durchgesetzt, wurde das gelockert. Also die hatten da, hatten wirklich Lobbyarbeit gemacht und Einfluss auf Gesetzgebung genommen. Lustigerweise hat Disney das ein Jahr vorher auch versucht mit Snow White und die war nicht erfolgreich. Krass. Disney wollte auch diesen Einfluss ausüben und hat gesagt, ey, Montreal können wir nicht Kinder reinlassen, ohne dass die Eltern dranhängen, weil das natürlich viel leichter ist, wenn die Eltern 90 Minuten Babysitter haben. und für diesen Film wurde das zum ersten Mal gelüftet.
Johannes Franke: Ja und gar nicht so viel später, 1956 gab es dann ja die Television-Premiere, also das fürs Fernsehen und dann saßen die echt alle davor. Die haben Millionen von Leuten haben vor dem Fernseher gesessen, na gut, es gab nicht viel anderes im Fernsehen, aber die haben sich das Ding angeschaut und da haben sie eine Tradition losgetreten.
Florian Bayer: Es wurde echt jedes Jahr gezeigt dann. Was unter anderem dazu geführt hat, dass eben zumindest laut einer Studie dieser Film der am meisten gesehene Film in der Filmgeschichte ist, einfach weil er so oft im Fernsehen gezeigt wurde und weil es wirklich viele Re-Releases gab. Den gibt es mittlerweile in sehr guter 4K-Qualität. Total krass. Man kann den sich als Ultra-HD, Blu-Ray, irgendwas angucken und es lohnt sich auch. Die haben da wirklich, die haben mühevoll restauriert. Es gab auch eine 3D-Restauration. In der Restauration haben sie auch eine 3D-Version davon gemacht, die ich, keine Ahnung, wie das aussieht. Muss ein bisschen gruselig sein. Kann ich mir vorstellen.
Johannes Franke: Und er ist sogar bei der UNESCO Memory of the World Register aufgenommen worden. Da sind ja nicht sehr viele Filme drin.
Florian Bayer: Das ist schon krass. Ja, 1989 wurde auch im National Film Registry in den USA aufgenommen. Ja, genau. Er wurde vom American Film Institute auf Platz 6 der 100 besten amerikanischen Filme gewählt. Und auf Platz 1 der besten Fantasy-Filme. Und genau, er ist Weltdokumentenerbe von der UNESCO seit 2007. Oscars hat er gekriegt für den besten Song Over the Rainbow, haben wir schon gesagt. Und Herbert Stoffert wurde für die beste Filmmusik ausgezeichnet. Und dann wurde er noch mit Nominierungen zugeschüttet. Und zwar bester Film, beste Kamera, beste Szenenbild und beste visuelle Effekte. Und damit haben wir nun nur im Ansatz seine Legacy auf ein oft gesehener Film, ein oft zitierter Film, unzählige Musical-Umsetzungen. Over the Rainbow, was wurde vom amerikanischen Filminstitut bei den 100 Greatest Songs in American Films auf Platz 1 genommen. Wie gesagt, mehrmals digital restauriert. 1988 wurden die roten Schuhe für 90.000 Pfund verkauft,
Johannes Franke: die Judy Garland während des Drehs betragen hat. Also es gab mehrere Paar Schuhe, die sie da hatten. Also insofern, es ist nicht das einzige Paar Schuhe. Vielleicht wäre es auch
Florian Bayer: dann teurer geworden. Maybe. Morris Sendak, der Autor von Where the Wild Things Are, wo die wilden Kerle wohnen, hat gesagt, dass Wizard of Oz eines der seltenen Beispiele ist, wo der Film stärker ist als das Buch. Besser ist als das Buch. Hm.
Johannes Franke: Aha.
Florian Bayer: Widerspruch.
Johannes Franke: Weiß ich nicht genau. Vielleicht, vielleicht schon. Ich habe allerdings im Kopf diese ganze, der ganze Rattenschwanz da dran hängt. Nämlich die ganzen Fortsetzungen, die Frank L. Baum geschrieben hat. Die Sachen von Alexander Wolkow oder wie er hieß. Das ist alles in einem riesigen Wurst in meinem Kopf und hat ein, natürlich, eine ganz andere Welt, also eine riesige Welt. Also du hast von so ein bisschen Herr der Ringe mit reingeworfen als Vergleich und ich stimme dir irgendwie zu oder vielleicht hast du es auch nur als Scherz reingegeben, aber ich glaube, es ist tatsächlich so eine Welt wie in Herr der Ringe entstanden. Ja. So eine ganz eigene Sache oder wie Harry Potter so eine eigene Welt hat.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und da kann natürlich ein Film nur so einen kleinen, einmal die Tür öffnen und sagen, guck mal kurz rein und dann macht er wieder die Tür zu und du hast einen kleinen Einblick gekriegt, aber naja.
Florian Bayer: 1985 hat Walt Disney eine Fortsetzung gedreht, die auch so als MGM-Fortsetzung zumindest vermarktet wurde von diesem 1939er-Film. Zwar Oz eine fantastische Welt. Hast du den gesehen? Den habe ich nicht gesehen. Der ist krass. Den könnte man fast für den Podcast auch irgendwann mal hervorkramen. Das ist nämlich ein Beispiel für einen Kinderfilm, der extrem dark ist. Oh, okay. Es geht nämlich darum, dass Dorothy, diesmal gespielt von einer wirklich jungen Schauspielerin, die so 13 ist, unmittelbar nach den Ereignissen aus dem ersten Film ständig davon erzählt und dann sagen ihre Tante und ihr Onkel, Moment, mit dem Mädchen stimmt doch irgendwas nicht. und dann kommt sie in ein Krankenhaus und dann wird sie mit Elektroschocks behandelt. What the fuck? Ja. Es ist ein Kinderfilm. Es ist ein Kinderfilm. Und dann landet sie wieder in Oz mit der Hilfe von einem anderen Mädchen und dann ist sie in diesem Oz, das aber so eine apokalyptische Version von dem Oz ist, das sie eigentlich kennt. Die Stadt ist, die Smaragdstadt ist komplett zerstört.
Johannes Franke: Ja, das ist auch in den Büchern angelegt.
Florian Bayer: Ah ja. Und dann trifft sie aber wieder auf ihre alten Bekannten und versucht, die Welt von Oz zu retten. Also die Vogelscheuche ist dann da und der Tin Man und der Löwe. Und die Geschichte, die sie in Oz erlebt, ist wie bei unserem jetzigen Film auch so eine Allegorie auf das, was ihr in der Realität wieder erfahren ist. Also diese Figuren, der böse Arzt aus dem Krankenhaus, der ihr Elektroschocks gibt, die böse Krankenpflegerin, die sie quält, die kommen alle in Fantasiegestalten davor. Und wenn ich mich richtig erinnere, endet der Film auch damit, dass dann das Krankenhaus abbrennt, während sie auf der Flucht ist. Es ist wirklich düster. Wow. Was man als Fortsetzung von diesem Film erwartet, aber viel besser als sein Ruf. Ein wirklich sehenswerter Film. Okay. Wow. Und dann 2013, habe ich nicht gesehen, Oz the Great and Powerful, die Vorgeschichte von dem Zauberer, wie er nach Oz kommt, von Sam Raimi. 2013. Hast du den gesehen?
Johannes Franke: Den habe ich nicht gesehen, aber der wurde ja groß beworben und es gibt so geteilte Meinungen dazu. Aber es ist ein riesiges Abenteuer, bildgewaltiges Abenteuer-Ding, glaube ich. Ja. Ich habe ihn halt nicht gesehen, nur diesen Trailer, immer wieder ein paar Ausschnitte.
Florian Bayer: Ich habe ihn auch nicht gesehen, er sah für mich zu sehr nach Tim Burton aus. Und Tim Burton hat mir auch diesen unsäglichen Alice-Film um die selbe Zeit gedreht. Ja, ja, ja, genau. Und deswegen habe ich, glaube ich, davon auch Abstand genommen. Aber ja, Oz, wie gesagt, eine große Geschichte der Rezeption. Begeistert aufgenommen, über Generationen hinweg Leute fasziniert und er ist immer noch immer noch nicht copyright free. Verdammt! Eigentlich sollte das sollte das 1995 auslaufen, 56 Jahre nach dem, nach der Veröffentlichung im Theater, nach der Veröffentlichung im Kino. Und es wurde dann auf 2014 verlängert, als dieser Copyright Act von 1976 gesetzt wurde. Und dann wurde es aber nochmal verlängert und jetzt ist der Jahr 2034, also und zwar 36 Jahre nach dem Re-Release von Warner Bros. aus dem Jahr 1998. Also so diese Tricks, um das weiter auszudehnen. Und eigentlich ist es so ein Film, der in Public Domain gehört und wirklich da mal drin stehen sollte.
Johannes Franke: Ist ein bisschen gemein, ist ein bisschen fies.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Hm. Naja. Kennst du zufälligerweise das Phänomen des The Wizard of Floyd? Nein. Oder auch genannt Dark Side of the Rainbow? Ah, meinst du Dark Side of the Moon? Die Geschichte von Pink Floyd?
Florian Bayer: Ja, ja. Erzähl mal erst bitte.
Johannes Franke: Und zwar gibt es ja ein Album Dark Side of the Moon von Pink Floyd 1973. Und wenn man den Film anmacht, während das Album läuft, beim dritten Raw, dieses, das Löwen am Anfang, muss man starten, den Film mit der, gleichzeitig mit dem Album. Und dann hat man ganz, ganz, ganz viele parallel laufende Sachen, wo man denkt, what? Das kann kein Zufall sein, dass der gleichzeitig irgendwie Sachen singt, die im Film passieren. Ich hab das mal probiert. Und es geht nicht? I call it bullshit. Wirklich? Ja. du hast die falsche Version gefühlt angemacht. Weil es gibt ja einen Unterschied zwischen der NTSC Version und der 25 Frames per Second Call Version.
Florian Bayer: Das ist, diese Frames sind entscheidend. Ja, ja, das ist ein 4% Unterschied
Johannes Franke: in der Geschwindigkeit.
Florian Bayer: Also ich glaub, das ist Bullshit. Aber ich mag solche Verschwörungstheorien oder solche Ideen. Ich find's total toll und Pink Floyd haben sich wahrscheinlich einen Ast abgelachen, das das erste Mal aufkam. Kennst du die Geschichte von dem angeblichen Selbstmordopfer am Set?
Johannes Franke: Oh Gott, The Midget, der sich im Hintergrund erhangen hat. Aber das stimmt natürlich auch nicht.
Florian Bayer: Also als die Strohmann und Blechmann, als sie die eingesammelt hat und sie Richtung der Esmaragdstadt gehen, ist im Hintergrund eine dunkle Gestalt zwischen den Bäumen zu sehen. Und es sieht ein bisschen aus, als würde die an einem Ast hängen. Also man pausiert, man macht Zeitlupe, um sich das genau anzugucken. Und irgendwann kamen die Gerüchte auf, dass das einer von den Munchkin-Darstellern gewesen sein soll, der Selbstmord begangen hätte. Oh Gott. Erweitert, der aus Liebeskummer Selbstmord begangen hätte. Und das Studio hat natürlich gesagt, Bullshit, das ist ein Vogel. Wir haben da Tiere hingesetzt, die sind da rumgelaufen auf dem Set, damit das Ganze ein bisschen natürlicher wirkt. Was total merkwürdig ist, weil ich irgendwie nicht viele Tiere da sehe. Und das war offensichtlich ein Kranich oder ein Strauß oder irgendein Tier, was sie da halt hingestellt haben. Und das stand da.
Johannes Franke: Also es ist schon krass. Legendenbildung für solche Filme. Es ist halt so, wenn sowas so groß ist und so viel Zuschauer hat, dann fangen die Leute an,
Florian Bayer: irgendwie rumzuspinnen damit. Der NIS, die Investigation USA-Polizei-Sitte, wusstest du, dass die ganz schön lange nach Dorothy gesucht haben? Wie? Die wollten Dorothy finden, weil sie haben irgendwann mitgekriegt, dass ganz viele Homosexuelle Friends of Dorothy sind. Diese Dorothy muss jemand sein, der irgendwo im Hintergrund irgendeine Organisation gründet, wo sich homosexuelle, Homosexualität war damals verboten, wir reden von den frühen 80ern oder zumindest sehr kritisch beäugt und Repressalien unterlegt. Und dann haben die tatsächlich eine Zeit lang nach Dorothy gesucht, bis dann klar wurde, Friends of Dorothy war ein Codewort für Homosexuelle. Die versucht haben, sich gegenseitig zu finden. Genau. Was gar nicht so einfach war
Johannes Franke: in Zeiten der Repression. Man sitzt in der Kneipe, findet jemanden sehr sympathisch vor sich und wenn man sich traut, fragt man, are you friends of Dorothy? Und wenn der Gegenüber Bescheid weiß, was das bedeutet, dann haben sie sich vielleicht gefunden.
Florian Bayer: Das ist Tipp auf die Eisberg. Dieser Film ist Kultfilm für die queere Kultur, vor allem für Homosexuelle.
Johannes Franke: Das ist vor allem wegen des Songs. Also Somewhere Over the Rainbow ist halt so ein Heilsversprechen für Leute, die unterdrückt sind, die sich denken, es muss doch irgendwie was geben, wo ich nicht sein kann.
Florian Bayer: Aber auch der Löwe, der so er selbst sein, der sich selbst sucht, der eigentlich so I'm a Dandy Lion. Ja, stimmt. Und der eigentlich böse sein soll und der wild sein soll, wie es sich für einen Löwen gehört, aber der eigentlich über andere Sachen nachdenkt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das ist auch so dieses große Empowerment. Es gibt immer mal wieder das Gerücht, dass die Regenbogenfahne davon inspiriert wäre, ist sie aber nicht, von Over the Rainbow.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Das ist tatsächlich einfach glücklicher Zufall. Aber dieser Film ist genau, hat in diesen Kreisen einen Kultstatus entwickelt und ist total schön, wie dann auch so was aufgekommen ist. Eben wie das Codewort Friends of Dorothy. Ja, genau. Und wie Leute einfach das Gefühl hatten, hey, ich kann mich mit ganz vielen Themen in diesem Film identifizieren.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das zeigt, wie universell auch einfach diese Botschaft ist. Absolut. Du selbst stehst zu dem, was du bist. Du bist nicht falsch,
Johannes Franke: so wie du bist. Ja, ich glaube, das ist auch einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg dieses Films. So arschlochartig sich die Produktionsfirma teilweise verhalten hat, so toll ist aber die Geschichte und die kriegt man auch mit Scheißkapitalismus nicht rausgerased.
Florian Bayer: Es ist unter düsteren Voraussetzungen ein großartiges Meisterwerk entstanden und vielleicht muss man manchmal dann doch Werk und Entstehung ein bisschen trennen. Ja, ja. Und um noch eine Kuriosität in den Raum zu werfen, es gibt einen Film, der heißt Of Oz The Wizard, findet man auf Vimeo, haue ich euch in die Shownotes. Da hat sich jemand im Jahr 2014 rangesetzt, Wizard of Oz neu zu schneiden und zwar alphabetisch. Aber was für alphabetisch? Na, alphabetisch im Sinne von erst alle A's, dann alle B's, dann alle C's. Ich mach's euch mal ganz kurz an. Ich glaub, wenn ich's laut mache, kann man das auch ein bisschen durchs Mikro hören. Er hat gesagt, ich bin kein Warnsinniger, ich hab das ein Programm übernehmen lassen. Ja, okay. Und er ist Programmierer, Techniker und er hat, wir starten mit den A's. Moment, es ist noch, die Credits laufen noch normal durch. Das sind die A's.
Johannes Franke: Oh my fucking God. Ich buhle mal vor zu denen.
Florian Bayer: Wir sind bei den Gats. Fuck.
Johannes Franke: Die müssen mal rumkommen und mir das Bild anschauen. Jetzt sind wir bei Girl.
Florian Bayer: Also, auf jeden Fall, auf jeden Fall sehenswert sollte man, glaub ich, nicht gucken, wenn man zu Epilepsien neigt. Weil es ist schon
Johannes Franke: so sehr trippy. Und wenn man ein bisschen zu sehr auf Drogen steht, sollte man das auch nicht. Ich weiß nicht, das macht vielleicht,
Florian Bayer: löst nichts Gutes aus. Und ich meine mich zu erinnern, irgendwann mal, vor vielen, vielen Jahren von einer extrem Slowdown Version als Kunstprojekt gelesen und das gesehen zu haben. Ich hab's leider online nicht mehr gefunden. Wenn ihr das findet, schickt's mir mal bitte. Also, ihr könnt auch nochmal gucken. Google hat mir nicht wirklich weitergeholfen. Ich glaube, irgendeine Künstlerin hat mal vor ein paar Jahren eine Version gemacht, die extrem verlangsamt wurde. Eventuell auch nur von dem Lied Somewhere Over the Rainbow. Aha. Und die so richtig spooky ist, weil sie so ganz, ganz langsam ist und so düster wirkt, einfach durch die, durch den Hall, der dadurch entsteht.
Johannes Franke: Ja, okay. Wollen wir in unsere Top 3 gehen? Lass uns zu unserer Top 3 gehen. Jingle. Unsere Top 3. So, wir haben eine Top 3 und ich hab mich falsch gepegelt und war schon drüber. Okay.
Florian Bayer: Noch was ikonisches, ne? We are not in Kansas anymore. Auch eher im Amerikanischen, weniger bei uns, aber so ein geflügelter Satz, wenn man irgendwo plötzlich gelandet ist, wo man nicht genau weiß, wo man jetzt ist.
Johannes Franke: Ja, genau. Und das ist ja, es spielen ja sehr viele Filme mit sowas, gerade so Zeitreisefilme und so und Fantasy-Sachen es gibt so viele Fantasy-Filme, wo irgendwelche Portale irgendwo sind und man da durchläuft und dann ist man hier. Wo bin ich denn hier? Und so. Also, es gibt einiges davon in der Filmgeschichte. Ich hatte aber trotzdem Schwierigkeiten zu entscheiden, was ich denn nehmen will, weil ich auch nicht die ganz typischen Sachen nehmen wollte.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich fand's auch schwierig.
Florian Bayer: Ich glaub, ich hab relativ typische Sachen, aber ich bin zufrieden mit meiner Liste. Okay. Möchtest du mal reinhauen mit der Nummer 3?
Johannes Franke: Bin ich dran? Ja, muss ich anfangen?
Florian Bayer: Möööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö Und dann vor allem dieser richtig tolle Kansas-Nichten-Kansas-Moment ist dann ja, wenn er zum ersten Mal in der Stadt so über den Dorfplatz geht und dann läuft auch noch die Musik, ich glaube Mr. Sandman, Bring Me a Dream und er sieht die Tankstelle, wie die Leute an der Tankstelle das Auto tanken und wie alles halt so nach 50s aussieht. Toll, ja, wunderschöner Not-in-Kansas-Moment. Platz 3, Most Obvi ist ein Film, den ich gar nicht so krass mag, der aber trotzdem ein Klassiker ist mittlerweile, aber die Szene ist toll, Matrix. Ich bin gar nicht der größte Matrix-Fan, aber der Moment, wenn Neo nach dem Schlucken der Pille aufwacht, in dieser Gebärmutter, die von Computern gestellt wird und sich dann die Kabel aus dem Körper zieht, der hat keine Haare mehr, er ist nackt und er fällt dann runter in ins Wasser und er weiß überhaupt nicht, wie ihm geschieht. Das ist ein großartiger Not-in-Kansas-Moment, der, wie gesagt, es gibt viel, was ich an Matrix nicht so doll finde und ich finde den auch so generell überbewertet, aber diese Art, wie jemand mit einer fremden Welt konfrontiert wird, ist fantastisch inszeniert.
Johannes Franke: Ja, ich wollte den eigentlich auch in der Liste tun, aber das hast du ja jetzt schon gemacht, also werde ich wohl meinen Platz ändern und nehme Dr. Who rein. Und zwar eigentlich jede fucking Szene, wenn jemand zum Beispiel neu in diese TARDIS kommt und es fällt immer der Satz, it's bigger on the inside und man irgendwie denkt, what the fuck, wo bin ich hier gelandet? Das Ding ist nicht mal einen Quadratmeter groß von außen gesehen und dann steige ich da rein und denke, wow, okay, ich muss noch mal kurz rausgehen und gucken, wie groß das Ding eigentlich ist.
Florian Bayer: Das ist ja so ein bisschen Grundkonzept von Dr. Who, dass er immer irgendwie so seine Assistentinnen dabei hat, die dann total, ja, die halt einfach die sind, die mit unseren Augen das sehen und sie reisen in Dimensionen und Zeiten und sind immer irgendwo, wo man denkt, ah, das ist auch nicht Kansas. Genau. Also es ist mit Dr. Who im Grunde all over. Ja. Mein Platz zwei ist einer der schönsten Studio-Ghibli-Filme und einer der schönsten Filme von Hayao Miyazaki, Chihiros Reise ins Zauberland, wo ein junges Mädchen mit seinen Eltern zu einem alten, verlassenen Rummel kommt und sie bedienen sich dann einfach beim Essen, was da rumsteht, verwandeln sich in Tiere und sie weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Und stolpert dann plötzlich so in diesen Palast, der da entstanden ist, wo die fantastischen Kreaturen leben und das Merkwürdige ist, es ist so ein ganz merkwürdiger Wechsel zwischen dieser realen Ebene, aus der sie kommen und dieser Fantasie-Ebene. Und es ist nicht so wirklich durch ein Portal stolpern, sondern es findet in unserer Welt statt, aber dann nimmt es alles ein und dann gibt es eigentlich nur noch dieses Fantastische. Aus dem Jahr 2001. Ganz toller Anime. Wunderbar auch für Kinder. Einer der, der gibt die Filme, die man auch mit ganz jungen Kindern gucken kann. Toll.
Johannes Franke: Schön. Mein Platz 1 ist ein Moment, der gar nicht so plötzlich passiert, sondern es ist einfach auf einem Weg, sagt eine Figur plötzlich, ich weiß nicht, ob du das Zitat vielleicht zuordnen kannst, Meister Frodo, wenn ich jetzt noch einen Schritt weitermache, dann bin ich weiter weg von zu Hause, als ich jemals zuvor war. Ja. Das ist jetzt schwer zuzuordnen. Ja, auf jeden Fall, stimmt. Das ist eigentlich mein absoluter Lieblingsmoment von der ganzen Herr der Ringe-Sache. Der treue Sam. Ich liebe ihn einfach. Sam ist so toll.
Florian Bayer: Und Herr der Ringe steckt ja auch voller Not-in-Kansas-Momenten. Ja, natürlich. Auch wenn sie in diese Elfenstadt kommen, dann erstmal staunen, wie groß die Welt sein kann. Ja. Wie groß so eine Stadt sein kann. Ja. Wenn sie nach Mordor rein stolpern und plötzlich sehen, wie düster und wie unheimlich und wie tot ein Land sein kann. Ja.
Johannes Franke: Die einfachen Hobbits, die aus dem Auenland kommen und nur grüne Wiesen und saftige Hügel kennen. Ja. Und das ist für mich dieser Satz, der hat mich im Buch am meisten beeindruckt. Mhm. Und im Film habe ich darauf nur gewartet. Ich habe da richtig hingefiebert darauf. Ja. Der zweite Moment, auf den ich hingefiebert habe im Film, war Tom Pompatil, der nicht vorkommt im Film, was total dämlich war. Aber zum Glück gab es den ersten Moment.
Florian Bayer: Ich war froh, dass sie den nicht reingepackt haben. Der ist so random in die Buchvorlage reingeschmissen, wo man sich fragt. Ja, ich liebe das. Tolkien, was hast du?
Johannes Franke: Wir könnten eine ganze Episode nur darüber reden, warum Tom Pompatil jetzt wichtig ist oder nicht. Weil natürlich, er ist ein bisschen random, aber ich glaube, er ist einer der wichtigsten Figuren. Er ist random, er ist OP und er trägt nichts zur Geschichte bei. Okay, da müssen wir uns, glaube ich, mal genauer darüber unterhalten, was da so wichtig ist. Aber da muss ich mich vorbereiten für.
Florian Bayer: Oh, das wird ein hartes Duell. Mein Platz 1. Wir haben über den Film auch im Podcast schon gesprochen. Stalker. Und wir haben auch den Wechsel von Schwarz-Weiß zu Farbe. Wenn sie plötzlich in dieser Landschaft sind und das Tolle ist, man sieht keinen Unterschied. Und trotzdem ist allen bewusst, sowohl den Protagonisten, die dort stehen, als auch dem Publikum, sie sind nicht mehr in Kansas, beziehungsweise in der Sowjetunion. Für all, die es nicht kennen, Stalker ist ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1979 von André Tarkowski. Eine Romanverfilmung, in der ein Pfadfinder einen Literaten und ein Pfadfinder, er nennt sich selbst Pfadfinder oder so. Und er bringt einen Literaten und einen Wissenschaftler in die sogenannte Zone, die entstanden ist durch einen Meteoriteneinschlag. Und in der soll es angeblich einen Raum geben, der alle Wünsche erfüllt, die man hat. Und deswegen wollen Menschen dahin pilgern und diese Pfadfinder, dieses Stalker, die helfen halt Menschen in die Zone zu kommen. Und dann müssen sie sich da reinschleichen, weil der Staat die Zone abgeriegelt hat und sie werden auch von Soldaten beschossen. Und dann landen sie über so eine Tresine, fahren sie auf Schienen in diese Zone rein und davor wurde alles in Schwarz-Weiß erzählt und dann sehen wir Farbe. Und dann stehen sie einfach in so einer Natur, die sich die Welt zurückgeerobert hat, weil diese Zone lange von Menschen verlassen ist. Und es gibt nichts, was irgendwie anders aussieht, als halt Gras, das über Bunker und über Panzer wächst. Aber sie spüren alle, sie sind an einem anderen Ort gelandet und irgendwas Merkwürdiges geht hier vor sich.
Johannes Franke: Ja, aber vor allem, weil dieser komische Typ die ganze Zeit diesen Stein wirft und wir nicht wissen, was soll das zur Hölle.
Florian Bayer: Das kommt erst später. Am Anfang stehen sie ja nur erst mal noch da. Aber großartige Szene, großartiger Film, nicht für ihn. Ich glaube, aber du bist damit klargekommen, ne?
Johannes Franke: Ich bin damit klargekommen, aber er macht es einem leicht, sich über ihn lustig zu machen. Drei Stunden, eine lange Reise, ohne große Ereignisse, ins Innerste des Menschen. Ja, ins Innerste des Menschen, naja. Meisterwerk. Naja, ein Film, der anfängt wie ein Witz. Treffen sich in Literaten, Pfadfinder und wer? In der Bar. Ein Wissenschaftler.
Florian Bayer: Treffen sich echt in der Bar und beschließen, das zu machen. Das ist ein bisschen... Ein Science-Fiction-Film voll mit Telekinese-Anschlägen. Voll mit Telekinese, hallo, und ganz am Schluss gibt es ein kleines bisschen Telekinese. Übersinnliches und technisches. Und sehr viel Langeweile. Sehr, sehr viel Langeweile. Naja, es gibt Dinge, da werden wir uns nie einig werden.
Johannes Franke: Okay, ja sehr schön. Dann lass uns doch wieder zurück in unseren Film reingehen, beziehungsweise es gibt ja nicht mehr viel zu sagen, oder?
Florian Bayer: Ich glaube, wir haben alles abgegrast, was abzukrasen war.
Johannes Franke: Es war wirklich wunder, wunder, wundervoll. Vielen Dank, Plur, dass ich diesen Film nochmal sehen durfte. Ich hätte ihn auch so nochmal sehen können, aber durch deinen Anstoßen habe ich einfach wirklich nochmal ganz, ganz, ganz wundervolle Zeit gehabt. Ich liebe diesen Film einfach.
Florian Bayer: Toller Film. Ich fand es schön, jetzt auch nochmal so geballt zu recherchieren über die Dreharbeiten, auch über die Rezeption des Films, die ja auch beides ist, außergewöhnlich. Und ich fand das spannend. Es ist einfach auch wirklich ein Stück Filmgeschichte und allein deswegen sollte man den Film auch gesehen haben. Nicht nur, weil er toll ist, weil er immer noch bewegt, obwohl er fast 100 Jahre alt ist, Mann.
Johannes Franke: Ja, das ist der Hammer. Der ist einfach so alt und die Geschichte ist aber so universell, dass du einfach, es ist wie, also jetzt ein großer Vergleich, aber wie Geschichten von Shakespeare einfach nicht altern können, weil sie so universell erzählt sind, weil die Plotpoints einfach so klar sind, dass man einfach, es kann nicht an Aktualität verlieren. Menschen sind Menschen, Schluss ist. Und das macht dieser Film, da geht er voll rein. Und deswegen wird dieser Film auch in 100 Jahren noch genauso aktuell sein.
Florian Bayer: Das lasse ich gerne so stehen. Wenn ihr wissen wollt, worüber wir nächste Woche reden, bleibt noch kurz dran. Nach dem Outro gibt Johannes mir eine Hausaufgabe auf. Ansonsten euch eine schöne Woche.
Johannes Franke: Wir sehen uns dann wieder, hören uns dann wieder und bleibt gesund. Bis nächsten Mittwoch. Bis nächsten Mittwoch. Ciao. Blor it looft wieder. Erzähl mir mal, was willst du dann? Achso, Moment, ich muss ja.
Florian Bayer: Ja, du musst. Was hast du denn für mich?
Johannes Franke: Verdammt, jetzt haben wir so viel darüber geredet, was wir uns gegenseitig geben könnten, dass ich dachte, du musst mir einen geben. Aber nein, ich bin ja dran. Plor, ich werde dir endlich mal wieder einen Animationsfilm geben. Oh, großartig. Ja, und zwar aus dem Jahre, was mich nicht lügen, 2011. Rango über ein Chamäleon, das irgendwie Schwierigkeiten hat und philosophisch in der Gegend rumspaziert und irgendwie helfen will und da von einem Auto fällt, also als Pet, als Haustier dann in der Wildnis landet und da irgendwie klarkommen muss.
Florian Bayer: Okay, interessant. Und weil wir davor wie immer drüber geredet haben, was wir uns gegenseitig geben, habe ich jetzt doch ganz schnell noch bei Google einmal Gore Verbinski eingegeben, das ist der Regisseur, weil ich wissen wollte, woher ich den Namen kenne. Und das ist der Mann hinter den Fluch der Karibik-Filmen. Ach. Deswegen ist mir der Name so geläufig, weil der Name dann einfach oft auf Filmplakaten stand, weil davon gibt es ja mittlerweile ein paar. Ja, 200 oder so. Er hat bei nur drei davon Regie geführt, ich weiß auch gar nicht, ob es noch mehr gab. Keine Ahnung. Ja, es gab noch mehr, dann wahrscheinlich ohne ihn. Okay. Überhaupt kein Fan von diesem Film, deswegen bin ich sehr gespannt, ob mir Rango gefällt.
Johannes Franke: Ja, hat er nur das Einzige, hat er nur Fluch der Karibik gemacht? Hat er nicht irgendwie einen Film gemacht, den du kennst und gut findest?
Florian Bayer: Ja, er hat das Ring-Remake gemacht aus dem Jahr 2002, japanischer Horrorfilm. Deswegen kommt mir der Name bekannt vor. Und der war gut. Das war sogar, würde ich so weit gehen, einer der wenigen Fälle, wo das amerikanische Remake besser ist als das japanische Original. Okay. Und der hat The Weatherman gemacht, das auch ein ganz toller Film war, eine Tragikomödie mit Nicolas Cage. Ja, genau. Das sagt mir was. Als Weatherman, der irgendwie so versucht, den Widrigkeiten des Lebens zu trotzen. Und er hat offensichtlich viel mit Johnny Depp gedreht, weil er hat, genau, Pirates of the Caribbean. Und dann hat er auch diesen Lone Ranger Film gemacht, den ich nie gesehen habe, der von der Kritik verrissen wurde. Ja, der war so ein bisschen, ja. Der wurde richtig übel von der Kritik verrissen. Also, der hat ganz krass, daran erinnere ich mich noch, der hat, also, der hat die Karriere von Johnny Depp fast mehr vernichtet als diese Amber Heard-Geschichte. Oh, Mann. Und The Cure for Wildness hat er getreten. Toller Horrorfilm aus dem Jahr 2016. Ich bin sehr gespannt. Ein Hit-or-Miss-Regisseur.
Johannes Franke: Ja, mal schauen, ob das jetzt Hit-or-Miss wird. Ich kenne ihn nicht. Ich habe ihn lange nicht gesehen. Also, ich habe ihn gesehen, als er rausgekommen ist. 2011, 12 irgendwie muss es gewesen sein. Und fand ihn damals ganz großartig. Ich bin gespannt, ob ich ihn heute noch großartig finde.
Florian Bayer: Ja, cool. Also, wenn ihr wissen wollt, ob Johannes ihn heute noch großartig findet und ob er mich damit catchen kann, dann schaltet nächste Woche ein.
Johannes Franke: Sehr schön. Schaltet ein. Klingst so nach Radio. Ganz altmodisch. Schaltet wieder ein. Wenn es wieder heißt, muss man sehen. Ja, genau. Okay. Gut. Sehr schön. Bis dann. Bleibt gesund. Tschüss. Tschüss. None|Tschüss. None|Tschüss. None|Tschüss. None|Tschüss. None|Tschüss. None|Tschüss. None|Tschüss.
