Episode 108: Fight Club – Toxic Masculinity, Midlife Crisis und Faschismus
David Finchers Fight Club aus dem Jahr 1999 ist eine Verfilmung von Chuck Palahniuks gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1996.
Im Mittelpunkt steht ein namenloser, ungefähr 30jähriger Protagonist, der die Leere in seinem Leben durch Konsum und den Besuch diverser Selbsthilfegruppen zu füllen versucht. Auf einer Geschäftsreise lernt er im Flugzeug den Seifenverkäufer Tyler Durden kennen und fühlt sich von dessen anarchischer Lebensweise magisch angezogen. Gemeinsam gründen sie den Fight Club, einen Ort im Untergrund, an dem Männer noch Männer sein und sich gegenseitig die Fresse einschlagen dürfen. Doch schon bald muss unser Protagonist feststellen, dass Tyler Durdens Ambitionen deutlich weiter gehen, als bloß einen Ort für Hinterhofschlägereien zu verwalten.
Also dann: Stylishe Action, eine bizarre Geschichte mit komplexem Subtext, Basic CGI, Konsumkritik, Bullet Time Sex und ein Electroscore von den Dust Brothers. Also wenn das nicht End-90er ist, dann weiß ich es auch nicht. Anyway, Johannes, gegen wen würdest du denn gerne kämpfen?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 108: Fight Club – Toxic Masculinity, Midlife Crisis und Faschismus Publishing Date: 2023-01-25T08:54:10+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/01/25/episode-108-fight-club-toxic-masculinity-midlife-crisis-und-faschismus/
Florian Bayer: Das ist ein Midlife-Crisis-Film.
Johannes Franke: Absolut.
Florian Bayer: Für Teenager.
Johannes Franke: Lieber Plower, werden wir diese Episode damit anfangen, dass wir die First Rule of Fight Club zitieren?
Florian Bayer: Ja, natürlich muss man das. Man muss einmal sagen, wir machen das, was man im Fight Club nicht tun sollte. Wir brechen Tyler Dördens Regeln. Oder tun wir es?
Johannes Franke: Der Podcast ist hiermit zu Ende. Einen schönen Tag noch.
Florian Bayer: Du redest nicht über den Fight Club. Und damit herzlich willkommen. Liebe Zuhörenden, liebe Fight Club-Freunde, liebe Kämpfenden, zu einer neuen Episode vom Muss-Man-Sehen-Podcast.
Johannes Franke: Wo wir uns so richtig auf die Fresse hauen werden, Gerd.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, heute muss es sein. Heute geht es nicht ohne Gewalt, heute geht es nicht ohne Macho-Gehabe, heute geht es nicht ohne Identitätsstörungen. Wir reden nämlich über einen echten... Klassiker, der mittlerweile auch schon über 20 Jahre auf dem Buckel hat.
Johannes Franke: Also Plur redet alleine über den echten Klassiker und weiß nicht, dass er es alleine tut.
Florian Bayer: Hast du den Film etwa nicht geschaut? Das war immerhin meine Hausaufgabe, die ich dir gegeben habe.
Johannes Franke: Laut der ersten Regel unseres Podcasts muss ich ja deinen Film sehen. Und ich habe ihn ja auch ein bisschen von dir gefordert. weil du immer wieder davon redest und immer wieder sagst, dass das ein missverstandener Film ist. Und jetzt möchte ich gerne von dir wissen... In dieser Folge, warum dieser Film so oft so missverstanden zu sein scheint.
Florian Bayer: Oh ja, ich freue mich sehr drauf. Es wird eine spannende Diskussion. Ich glaube, wir werden auch darüber reden, ob der Film auch selbst schuld daran ist, dass er missverstanden wird.
Johannes Franke: Ja!
Florian Bayer: Weil ein Kunstwerk ist aber auch ein bisschen für seine Rezeption verantwortlich.
Johannes Franke: Vielleicht, ja.
Florian Bayer: Ich bin sehr gespannt drauf und ich freue mich. Ich habe einen kleinen Text vorbereitet und dann steigen wir einfach ein in die Diskussion. Ich bin gespannt. Okay, los geht's.
Johannes Franke: Möchtest du Tee? Dann kann ich dir dabei Tee eingissen.
Florian Bayer: David Finchers Fight Club aus dem Jahr 1999 ist eine Verfilmung von Chuck Palahniuk's gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1996. Im Mittelpunkt steht ein namenloser, ungefähr 30-jähriger Protagonist, der die Lehre in seinem Leben durch Ikea-Konsum und dem Besuch diverser Selbsthilfegruppen zu füllen versucht. Auf einer Geschäftsreise lernt er im Flugzeug den Seifenverkäufer Tyler Durden kennen und fühlt sich von dessen anarchischer Lebensweise magisch angezogen. Gemeinsam gründen sie den Fight Club, einen Ort im Untergrund, an dem Männer noch Männer seien und sich gegenseitig die Presse einschlagen dürfen. Doch schon bald muss unser Protagonist feststellen, dass Tyler Dördens Ambitionen deutlich weiter gehen, als bloß einen Ort für Hinterhofsschlägereien zu verwalten. Also dann. Stylische Action. Eine bizarre Geschichte mit komplexem Subtext. Basic CGI. Konsumkritik. Bullet Time 6 und ein Elektro-Score von den Dust Brothers. Also wenn das nicht End-90er ist, dann weiß ich es auch nicht. Anyway, Johannes, gegen wen würdest du gerne kämpfen?
Johannes Franke: Na gegen dich, Plur. Was glaubst du denn sonst? Der einzige, der im Raum ist und der einzige männliche Freund, den ich öfter sehe.
Florian Bayer: Ja, zwischen uns fliegt auch so viel Testosteron rum. Eigentlich müssten wir das mal machen und uns verabreden, um dann so... Menschheit-mäßig aufeinander einzuschlagen. Leider kann ich das nicht zeigen, wir sind kein visuelles Medium, aber so dieses und mit den Händen so rumflattern. So würde ein Kampf zwischen uns aussehen, oder?
Johannes Franke: Ja, oder wir fangen dann an, wieder zu quatschen. Dass wir uns versuchen, gegenseitig im Boden zu quatschen. Wo du wahrscheinlich wieder gewinnen würdest. Scheiße. Ich schlage zu und du redest. Wie wär's damit?
Florian Bayer: Und die Diskussionen zwischen uns haben ja auch immer so was physisch Gewalttätiges. Also wenn ich nicht zur Auswahl stehe, wen würdest du sonst bekämpfen wollen?
Johannes Franke: Wen würde ich sonst bekämpfen? Also ich würde sagen, damit es kurz und schmerzlos ist, nee, kurz und schmerzvoll wahrscheinlich, damit es möglichst schnell vorbei ist, nehme ich einfach Chuck Norris und gut ist. Dann habe ich wenigstens nicht allzu lange zu leiden und gut ist.
Florian Bayer: Oh, das ist großartig, weil wir sind ja End-90er, Anfang 2000er und die Chuck Norris-Memes, die fallen auch perfekt in diese Zeit. Ja, natürlich. Und die sagen auch sehr viel über diese Zeit aus. Also ich meine, ich habe das jetzt so salopp runtergesagt, aber der Film ist schon ein Kind seiner Zeit.
Johannes Franke: So was von, es ist unglaublich. Es geht so weit, dass ich tatsächlich während des Films versuche, mich zu erinnern, Warum fandst du den so geil? Was waren diese Punkte? Ich finde den immer noch gut, aber aus anderen Gründen. Ich weiß noch, dass ich damals so fasziniert von bestimmten Dingen war. Ja, ja. Wo ich heute denke, oh okay, das ist einfach eine Zeitfrage und so viele Sachen sind passiert politisch und auf der Terror-Ebene. Dass man über manche Sachen einfach überhaupt nicht mehr so richtig gut hinwegkommt.
Florian Bayer: Das ist ein Film für die verdorbenen 90er, wo es irgendwie keinen Terror gab, zumindest nicht Krieg direkt vorhanden. Vor der Haustür?
Johannes Franke: Ja, nicht vor der Haustür, jedenfalls.
Florian Bayer: Und irgendwie alle so in diesem Lala-Rave und Europop und Britpop-Land verschwunden waren. Und die 90er fühlen sich so retrospektiv gesehen oft wie so eine, auch ein bisschen unschuldige Zeit an. Kurz vor den Terroranschlägen vom 11. September dann. die das neue Jahrtausend eingeleitet haben und plötzlich ganz viele Probleme sichtbar gemacht haben, die damals natürlich auch schon da waren. Also wir hatten damals auch schon Terror und wir hatten damals auch schon Krieg. Aber es fühlt sich an, als wäre es alles so eine verlorene, unschuldige Zeit ein bisschen.
Johannes Franke: Irgendwie schon und deswegen fällt es mir auch, glaube ich, schwerer noch, auch die Konsumkritik und so weiter, die darin steckt, worüber wir ja sehr viel ausgefühlig reden werden. Um die auch nochmal anders zu betrachten, weil ich damals als junger Mensch... den Film gesehen habe und noch gar nicht in seiner Lage war. Ich habe ja noch gar nicht irgendwie 20 Jahre im Büro gearbeitet und war abgefuckt davon, dass ich irgendwie... Ich hab's gefühlt.
Florian Bayer: Total. Und du warst ja auch damals, genauso wie ich, absolut Zielgruppe. Wir waren die Zielgruppe für diesen Film. Das wäre so mein erster Take auf diesen Film. Das ist ein Midlife-Crisis-Film.
Johannes Franke: Absolut.
Florian Bayer: Für Teenager.
Johannes Franke: Es ist eigentlich ein Comic-of-Age-Film für 30er-Leute. Also...
Florian Bayer: Das ist das, was Fincher gerne gemacht hätte, aber letzten Endes war das Zielpublikum, das haben die dann von Fox, wo er produziert wurde, auch schnell festgestellt. Shit, der Film läuft am besten bei einem Publikum zwischen 16 und 20 Jahren.
Johannes Franke: Ja. Also ich glaube, das ist es auch. Es ist so ein bisschen dieses, ich habe noch nichts erlebt, aber dafür bin ich schon sehr edgy. Also weißt du, ich habe schon sehr viele, ich ahne schon, wie scheiße das alles sein kann. Ich weiß, das ist intellektuell, aber ich habe es noch nicht erlebt.
Florian Bayer: Vielleicht ist es auch noch ein bisschen mehr. Er ist nicht der einzige Film aus der Zeit, der irgendwie so in dieses Spektrum fällt. Der zweite große Film, den man heute auch betrachten denkt, oh ja, das ist ein Film aus den 90ern, ist American Beauty.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Auch Ende der 90er veröffentlicht. Im gleichen Jahr. Der ganz klar Midlife-Crisis als Thema hat. aber der tendenziell eher Teenager angesprochen hat. Woran liegt das? Warum haben sich Teenager in dieser Zeit für Filme begeistert, die mittragen? 30er bis 40er oder mit 40er Menschen zeigen, die mit ihrem Leben unglücklich sind und irgendwas Neues versuchen.
Johannes Franke: Ich glaube, es hat was damit zu tun, dass der Umbruch der Generationen genau dort liegt. Und die Leute, die in der Lage waren, diesen Film zu machen, waren ja auch so abgefuckt davon, dass ihnen... So die Lebensphilosophie der 60er verkauft wird, aber eben in kommerzialisiert. Das sieht man an diesem Yin und Yang Tisch. der dann am Ende irgendwie unten liegt.
Florian Bayer: New Age, yay!
Johannes Franke: emotionalisiert und davon abgefuckt sind und ich glaube, dass dieser Umbruch Einfach noch ein bisschen angedauert hat und dass wir als Jugendliche eben das gleiche Feeling irgendwie schon noch mit hatten, also auch schon geahnt haben, dass uns irgendwie Sachen verkauft werden. kommerzialisiert verkauft werden, die nicht kommerzialisiert gehören. Und das ist natürlich eine ganz andere Dimension angenommen, was Was mir heute den Film fast schon ein bisschen sanft erscheinen lässt in seiner Konsumkritik, weil ich dann denke... Okay, wo sind wir überall gelandet und woran habe ich mich so gewöhnt in meinem Leben, was mir alles verkauft wird?
Florian Bayer: Na, die 90er waren ja so, also vor allem, die 90er waren ein gutes Jahrzehnt für Konsum. Die 90er waren auch so der Beginn des digitalen Konsums. Wir haben die 90er als Hochzeit der Videospiele. Zum Beispiel, wo Videospiele quasi zum Konsumgut für jeden Teenager wurden. Jeder hatte zu Hause, je nachdem wie alt er war, entweder ein Gameboy Oder eine Playstation. Oder dann auch eine Playstation 2, so gegen Ende des Jahrzehnts. Und die Popkultur der damaligen Zeit war ... auch sehr konsumorientiert. Also wir haben zum Beispiel den Gangster-Rap, wo es ja sehr viel um Statussymbole geht. und sehr viel darum ging, wer hat mehr Pling Pling und wer sieht cooler aus, wer hat das coolere Auto und wer hat die cooleren Klamotten. Aber auch in der Rockmusik-Szene haben wir sowas wie, nach dem Ende des Crunch kam eben sowas wie der Britpop, der ja so ein bisschen dieses Revival war, der verhandelt. Verdammt, wie hieß nochmal dieser Modestil Mod? Genau. Dieses Mod-Revibe, wo sie plötzlich alle schicke Parkas getragen haben. und wieder Anzüge, also so Oasis und so. Das waren halt auch so Stilikonen, bei denen man auch gemerkt hat, der Konsum ist wichtig.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und vielleicht ist dadurch Konsumkritik in einem Film, auch gerade bei Teenagern, auf sehr dankbaren Boden gefallen, weil wir waren als Teenager ständig damit konfrontiert, wer hat die coolste Levi's, wer hat die coolste... Nike- und Adidas-Klamotten. Wer hat die besten Videospielkonsolen? Wer hat die besten Spielzeuge? Es war einfach ein Konsumjahrzehnt.
Johannes Franke: Aber ist das nicht immer noch so? Also ich meine, hat sich das nicht sowieso noch potenziert und ist das nicht sowieso so ein großes Ding? Oder haben wir uns einfach daran gewöhnt oder was? Die Generationen dann nicht mehr so rebellisch, weil wir angefangen haben, die Rebellion gegen den Konsum zu führen und dann irgendwie die gedacht haben, da können wir nicht auf den gleichen Zug auf springen.
Florian Bayer: Ich glaube, es hat sich geändert. Ich versuche gerade mal so ein bisschen Freestyle, was ist mit dem Konsum passiert in den letzten 20 Jahren. Ich glaube, die Digitalisierung hat einen ganz anderen Twist da reingebracht. Heute geht es nicht mehr so um Konsumgüter im Sinne von Materialien. Sondern die Statussymbole bei Teenagern sind andere geworden. Es geht zum Beispiel darum, wie viele Follower habe ich auf TikTok oder Instagram. Oder auf YouTube. Welche Twitch-Streamer kennen mich persönlich, weil ich in deren Chat rumhänge und so. Ich glaube, es hat sich geändert und ich glaube, dass... Ich glaube, der materielle Konsum ist tatsächlich eher zurückgegangen. Kritik am Konsum, dass das immer schlimmer wird, ist ja eigentlich sowas, was auch Generationen mit sich mittragen und sagen, oh, die Kinder von heute, die Jugend von heute, die konsumieren so viel und es ist alles so oberflächlich geworden. Ich glaube, die 90er waren oberflächlicher als unsere Zeit, was das betrifft.
Johannes Franke: Ja, es kann sein. Also auch gerade weil wir eben irgendwann die Schnauze voll hatten und solche Filme entstanden sind und so und man angefangen hat damit mehr zu reflektieren.
Florian Bayer: Naja, solche Filme sind entstanden, aber so ein Film ist ja auch, Achtung, jetzt komme ich mit Adorno, so ein Film ist ja auch ein Stück Kulturindustrie, ne? Fight Club. Wird so mit dem Namen David Fincher verknüpft. Natürlich großartiger Regisseur. Fight Club war ein Studiofilm. Fight Club wurde von 20th Century Fox, da war das Buch noch nicht veröffentlicht, wurden die Rechte für einen lachhaften Betrag von 10.000 Dollar gekauft.
Johannes Franke: Das ist so traurig.
Florian Bayer: Vorlage Chuck Palenjak. Der Name ist überall anders ausgesprochen.
Johannes Franke: Tut mir so leid. Ich habe auch keine bessere Variante als du.
Florian Bayer: Die haben ihm das abgekauft und die haben dann geguckt, was machen wir. Es wurde darüber überlegt, ob Peter Jackson eventuell Regie führen sollte.
Johannes Franke: Der war aber mit Herr der Ringe beschäftigt schon.
Florian Bayer: Nicht Herr der Ringe, Frighteniers und danach Herr der Ringe.
Johannes Franke: Also die Vorbereitungen waren schon da. Ja.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, er hatte genug anderes zu tun. Und Laura Siskin war damals bei Fox Head of Production irgendwas. Und die ist dann durch Zufall mit Fincher in Kontakt gekommen, weil Fincher selbst auch versucht hatte, die Rechte zu kaufen. Aber wie gesagt, das Ding lag bei Fox und es war klar, dass wir eine Form
Johannes Franke: Ja, aber naja, ich meine, es gab natürlich auch schon Executives, die gesagt haben, das wird ein furchtbarer Film, den will keiner sehen. Also es ist jetzt nicht so, dass es ein No-Brainer war.
Florian Bayer: Es war kein Notebrainer, aber es gab eine Produktion dahinter mit mehreren ProduzentInnen, die gesagt haben, oh, der Film ist spannend. Das Thema ist spannend, wir wollen daraus einen Film machen, der passt irgendwie wie Arsch auf Auge, damit kriegen wir ein Publikum, das haben sie ja auch geschafft. Und genau Siskin hat sich dann halt mit David Fincher ausgetauscht. Der wollte das selbst machen. Der hatte schlechte Erfahrungen mit Fox, weil... Alien 3 war sein Debütfilm. Ein ziemlich misslungener Einstand 1992. Ein Film, der in der Rezeption auch ganz schlecht weggekommen ist. Dreharbeitenprobleme mit dem Budget und es gab Krach mit dem Studio und so weiter und deswegen hat er ein bisschen gezaudert. Fand dann den Stoff aber doch interessant genug, dass er gesagt hat, ja, ich mach es.
Johannes Franke: Und es gab wohl ein klärendes Gespräch mit Fox, dass die wirklich nochmal darüber geredet haben, was ist schiefgelaufen, was können wir besser machen. Und wie kriegen wir das gemeinsam gewuckt?
Florian Bayer: Aber wie gesagt, unabhängig von der Qualität dieses Films, also um das vielleicht mit Spoiler vorwegzunehmen, ich finde den Film immer noch sehr großartig, wirklich stark. ist der Film in einem Spät-90er-Studio-Kontext entstanden. Es ist nicht so, dass wir hier einen Auteur vor uns haben, sondern wir haben hier einen Studiofilm mit einem Drehbuchautoren, der angeheuert wurde. Das war Jim Ull, der auch sonst nichts gemacht hat. Das war sein Debüt als Drehbuchautor. Und dann hat er noch das Drehbuch zu Ciampa geschrieben. Was vielleicht ganz gut verdeutlicht, wie wir uns in diesem Studio-Kontext bewegen. Das war halt einfach jemand, der angehört wurde dafür. Und Gott sei Dank ging das Ganze dann in die Hände von David Fincher, weil man könnte sich vorstellen, dass andere Regisseure oder Regisseuren... das vielleicht mehr als traditionellen Actionfilm umgesetzt hätten oder so ein bisschen bestimmte Momente aus dem Buch runtergespielt hätten um das Ganze braver zu machen und zahmer. Und für einen Studiofilm hat der Film auf jeden Fall Biss und hat auch seine provokanten Momente.
Johannes Franke: Stell dir mal vor, Russell Crowe wäre dabei gewesen. Oh ja. Die Action. Also das ist mehr so Gladiator-Style.
Florian Bayer: Ja, es ist halt auch immer die Frage, worauf konzentriert man sich bei einem Film und gerade bei so einem Werk wie Fight Club als Vorlage. das so sehr viele verschiedene Elemente hat, die zusammengewoben werden, kann man sehr leicht sagen, man konzentriert sich lieber auf die Action der Fight Clubs. Man macht einen Film, einfach um Kämpfe im Untergrund geht.
Johannes Franke: Das war ja auch anscheinend in der Werbung so. Fox hat ja gesagt, okay, wir machen jetzt 20 Millionen Werbung nur mit irgendwelchen Fights. Und dann geht es völlig am Film vorbei eigentlich.
Florian Bayer: Oder man könnte sagen, wir konzentrieren uns auf die politische Botschaft. Oder man könnte sagen, wir konzentrieren uns auf das Seelenleben von unserem Erzähler.
Johannes Franke: werden.
Florian Bayer: Und wofür hat sich eigentlich Fincher entschieden? Was würdest du sagen? Worauf liegt der Fokus am ehesten?
Johannes Franke: Der Film ist ein bisschen konvolutet, muss man sagen. Das ist Und deswegen ahne ich, dass er eben nichts an Entscheidung getroffen hat. Sondern einfach gedacht hat, okay, das klingt alles gut, das machen wir alles.
Florian Bayer: Ich glaube, er hat schon das, was im Roman wohl auch relativ stark im Vordergrund steht, so die persönliche Entwicklung von dem Erzähler, von dem Namen des Erzählers. Jack. Er heißt nicht Jack.
Johannes Franke: Nein, er heißt nicht Jack. Er heißt, glaube ich, Sebastian.
Florian Bayer: Er heißt Sebastian, aber auch nur, wenn wir sagen, die Comics, die Palenjak... später veröffentlicht hat, ich werde diesen Namen jedes Mal anders aussprechen, dass die Comics zum großen... Die gehören zum Kanon. Doch, würde ich schon sagen. Zum Kanon des Films?
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Aber der Film endet anders als das Buch, ne?
Johannes Franke: Mir doch egal.
Florian Bayer: Das ist die größte Änderung, die Fincher gemacht hat, dass er den Film mit dem großen Knall enden lässt, während Palahniuk seinen Protagonisten am Ende in ein... Wir müssen darüber hinwegkommen, dass dieser Name so schwer auszusprechen ist. Johannes giggelt jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn ich den Namen ausspreche.
Johannes Franke: Und ich mache es nie selber.
Florian Bayer: Also Chuck hat das Buch anders enden lassen als Fincher den Film.
Johannes Franke: Der musste aber auch Fincher beim Vornamen nennen. Chuck und David.
Florian Bayer: Chuck und David. Das ist eigentlich so die größte Erinnerung.
Johannes Franke: Wie endet das Buch denn?
Florian Bayer: Das Buch endet damit, dass... Unser Protagonist, unser namenloser Erzähler von der Polizei geschnappt wird, bevor er den großen Terrorakt machen kann und er landet dann in einer Psychiatrie.
Johannes Franke: Für 13 Jahre wie die chinesische Version? die 2020. Das ist voll witzig. 2022 hat China
Florian Bayer: Fight Club ins Kino gebracht und hat diesen Film einfach am Schluss abgebrochen mit einer Texttafel. Keine Sorge, es ist nichts Schlimmes passiert, es wurde nichts in die Luft gesprengt. Der Protagonist, Tyler Durden, wurde von der Polizei festgenommen, kam in die Psychiatrie. Viel näher an der Vorlage, ne?
Johannes Franke: Ja, tatsächlich. Aber das über so Texttafeln zu lösen. Also er erschießt sich. Und dann schießt sich da durch die Wange und so und dann bricht der Film halt einfach ab und du siehst das ganze Ende mit ihr und mit den Hochhäusern überhaupt nicht. Und dann haben sich aber alle beschwert. Das heißt, im Stream gibt es doch wieder die normale Version.
Florian Bayer: Es wird so viel über Zensur geredet, aber China hat vielleicht auch einfach gedacht, Moment, wir müssen der Vorlage gerecht werden. David Fincher hat die Vorlage von Chuck Palahniuk falsch umgesetzt. Hahaha! Und deswegen müssen wir jetzt das wieder so machen, wie es eigentlich sein sollte. Hey Chuck, das ist für dich...
Johannes Franke: Es ging nicht um Politik. Der war auch total froh. Er hat sich ja auch gefreut darüber. Natürlich. Er hat ja auch dem Film vorher nicht etwa gesagt, dass der Film seine Geschichte nochmal verbessert hat.
Florian Bayer: Was man wirklich fast nie erlebt. Pelenek war begeistert von diesem Film. Er war richtig begeistert. Er war hin und weg und... Hat gesagt, ja, dieser Film hat meine Geschichte vervollkommend.
Johannes Franke: Ja, total krass. Ich kann mir nicht vorstellen, das als Autor in Erwägung zu ziehen. Selbst wenn der Film besser ist als mein Buch, das sage ich nicht als Autor. Nein, genau, das ist wirklich das Letzte, was du sagen willst. Aber geil. Also natürlich schön Kudos. Freut mich, wenn das tatsächlich so... da reingeht, in diese Kerbe reinschlägt, die er da sowieso hatte, wollte, Und der Film ist halt kondensierter und viel stärker darin, das so wirklich genau zu erzählen.
Florian Bayer: Aber du hast schon den richtigen Punkt genannt. Der Film entscheidet sich nicht so wirklich, was er sein will. Er versucht wirklich alles reinzupacken und da passt er natürlich auch sehr gut in die Zeit. Wir haben hier so einen postmodernen Film. der sehr viel macht. Er ist Drama, Thriller, Actionfilm, Satire. Er ist Psychofilm, er hat noch einen Plottwist mit drin, er ist vollgestopft mit so kleinen CGI-Spielereien, die schlecht gealtert sind.
Johannes Franke: Aber die ich trotzdem süß finde. Ich find's trotzdem süß. Vollkommen in Ordnung. Da durch den Papierkorb einmal durch. Komm, mach schon.
Florian Bayer: Es wirkt heute wie so eine Fingerübung, weil das würde heute keiner mehr machen. Damals hatte man so die Möglichkeiten und hat gedacht, okay, was kann man daraus machen?
Johannes Franke: Und es hat ewig gedauert. Wir haben mehrere Wochen den Rechner laufen lassen müssen, um das bisschen rauszurendern.
Florian Bayer: Wir haben ganz banale Alltags... Nicht Alltagsgegenstände, durch die die Kamera fährt. Also berühmt ist ja mittlerweile ... Die Eröffnungssequenz, das Intro, der Vorspann. Und David Fincher war immer ein Held der großen Vorspende. Der hat das immer geschafft, einen tollen Vorspann zu erzählen. Und hier macht der was ziemlich Cooles. Er fährt durch den Kopf von unserem Protagonisten. Mhm.
Johannes Franke: Man sieht die ganzen Neuronen, wie sie abfeuern.
Florian Bayer: Genau, wir sehen das Gehirn und darauf halt die Musik von den Dust Brothers. Und ja, auch hier ist es so, es wirkt wie eine Computeranimation eben aus dem Jahr 1999.
Johannes Franke: Das ist schon ziemlich geil. Ich finde es vollkommen in Ordnung. Es gab natürlich so viele Stimmen online, die gesagt haben, oh, schlecht. schlecht, schlecht, schlecht. Aber ich finde, man muss das der Zeit irgendwie anrechnen. Und man sitzt nicht davor und denkt sich, ach Gott, wie schlimm schrottig. Das ist es nicht.
Florian Bayer: nicht rottig, man merkt, dass Geld drin steckt. Kevin Todd Hoke, man merkt, war der Verantwortliche für die Whistle-Effekts. Ja. Und nicht nur Geld, sondern auch Erfahrung und Ahnung. Der hat vorher schon für The Game einige Special Effects gemacht. Und der hat das schon drauf, der macht das irgendwie cool mit den Möglichkeiten, die er halt hat. Aber es sind so ein bisschen die Möglichkeiten der 90er und es ist auch so ein bisschen das Verspielte der 90er. Um noch einen Film in den Raum zu werfen, der damals auch rausgekommen ist, Matrix, 1999, der gerne als der Gründungsvater der Bullet-Time-Technologie genannt wird. Die haben wir ja auch. Wir haben hier Bullet-Time-Sex. Wir haben hier keinen Bullet-Time-Kampf, sondern die Sexszene zwischen Tyler und Maler. wird mit dieser Technik fotografiert.
Johannes Franke: Was ich aber sehr, sehr schön finde. Ich finde es total gut umgesetzt. Eine total schöne Idee.
Florian Bayer: Und es ist besser gealtert als zum Beispiel die CGI-Fahrt durch den Mülleimer.
Johannes Franke: Ja, definitiv.
Florian Bayer: Es ist interessant, weil es eben auch ganz gut dieses Zerrissene von unserem Erzähler zeigt, der ja eigentlich die Person ist, die Sex mit Mahler hat. Und so wirkt es wie eine Traumsequenz, die er erlebt und wo alles so ein bisschen unwirklich ist, aber trotzdem hat er die Bilder im Kopf. Es ist auch... Es macht inhaltlich auch irgendwie Sinn, die an dieser Stelle so zu platzieren.
Johannes Franke: Und ich habe mal ein kleines Interview gelesen mit den Doubles, die das gemacht haben, die Sex-Doubles. Ja. Und die dann sagten, dass die recht viel mit Fincher gearbeitet haben und der recht viele Takes gemacht hat, aber... Also sie fanden wirklich alles, was sie gemacht haben, richtig toll und richtig gut. Und er hat auch Beschreibungen, so Wortfetzen und Beschreibungen der Szenerie, wie... Hier so ein Fluss, durch den er strömt oder der um euch drum herum strömt oder sowas. denen wirklich irgendwie Bilder gegeben, die sie umsetzen sollten, dann irgendwie im Kopf haben und dann im Sex umsetzen sollten. Und sie meinte, alles was der gegeben hat, findet sich tatsächlich irgendwie auf irgendeine Art und Weise in diesen Sequenzen wieder. Und was sehr abstrakt war innerhalb dieser Dreharbeiten, aber dann irgendwie doch sehr... greifbar im Film wurde. Und das fand sie sehr beeindruckend. Und das finde ich auch beeindruckend, weil ich es immer schwierig finde, Schauspielern wirklich was zu geben, womit sie arbeiten können, irgendwie Fantasie zu geben, irgendwelche Bilder zu evozieren. die dann dazu führen, dass man das bekommt, was man haben will. Und wenn das so konkret ist, obwohl es so abstrakt ist, finde ich es schon krass.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, auch wenn man dem Film mittlerweile das Alter ein bisschen ansieht, sehr starke Leistung hinter der Kamera. Vielleicht um noch die Person zu nennen, die die Kamera gemacht hat. Das war Jeff Cronenweff, der hier sein Debüt hat. Und zwar hat Fincher mit dessen Vater schon zusammengearbeitet. Für Alien 3, glaube ich, wenn ich mich richtig erinnere. Und hat ihn dann hier reingepackt und hat gesagt, hey, du kannst das doch auch.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und Jeff hat offensichtlich seinem Vater alle Ehre getan, hat wirklich eine Herausforderung. Der Film hat sehr viel Verspieltes, sehr viel Experimentelles, auch was die Kamera betrifft. Es ist, wir haben hier nicht, auch wenn es ein Blockbuster ist, haben wir hier nicht unsere typische Blockbuster-visuelle Erzählung vor uns, sondern wir haben... Sehr viel Spielereien, sehr viel Spaß daran, originelle Kameraperspektiven auszuprobieren, zwischen totalen und extrem nahen hin und her zu springen.
Johannes Franke: Und auch gut Konzept überlegt, weil es gibt, glaube ich, tatsächlich keine einzige Overshoulder über Tyler Durden. Weil der ja nicht existiert, also gibt es auch keine physische Präsenz im Anschnitt quasi. Also Overshoulder, um das für die Leute zu erklären, die sich nicht auskennen. Das ist eine ganz typische Sache, um einen Dialog zu erzählen. Du hast eine Person. Die redet und am anderen Bildende sieht man so ein bisschen die Schulter noch von der anderen Person, in dessen Rücken wir quasi stehen. Und dann schneidet man hin und her zwischen der Perspektive der einen Figur und der Perspektive der anderen Figur und schon hat man einen Dialog. Aber man sieht immer so ein bisschen im sogenannten Schmuddelanschnitt die andere Person, damit man mitspürt, dass sie da ist. Und dadurch, dass Tyler Durden nie im Schmuddelanschnitt ist, ist er auch für die Kamera nie wirklich da. Was ich auch eine spannende Entscheidung finde. Ja.
Florian Bayer: Es gibt viele visuelle Tricks und audiovisuelle Tricks, mit denen dieses Nicht-Vorhandensein, dieses Imaginäre von Tyler Durden immer mal wieder angedeutet wird. So viel, dass wenn man den großen Twist kennt, wir haben keine Spoilerwarnung, der Film ist 20 Jahre alt, es ist sowieso schon zu spät. Wenn man den Twist kennt, fällt einem das krass auf, wie viel darauf hingearbeitet wird.
Johannes Franke: Total, du hast so viele Sachen, nicht nur audiovisuell, sondern auch inhaltlich oder vom Dialog her, so viele Hinweise, wo du dann denkst... Warum zur Hölle bin ich damals nicht drauf gekommen? Warum ist mir das nicht sofort aufgefallen?
Florian Bayer: Ich bin damals gespoilert in den Filmen gegangen. Er gehört zu den Filmen, in die ich gespoilert gegangen bin, weswegen ich mich wirklich ärgere. Weil ich werde die Frage nie beantworten können, ob ich vielleicht clever genug gewesen wäre, den Twist vorherzusehen, wenn ich ihn einfach unbefleckt im Kino gesehen hätte.
Johannes Franke: Fuck. Nein, du wärst nicht clever genug gewesen.
Florian Bayer: Keine Ahnung. Ich meine, es ist auch die Zeit von Sixth Sense. Man war so ein bisschen auf so Twists vorbereitet.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Sixth Sense hat mich übrigens kalt erwischt. damals. Ja, ich auch. Mein liebstes Plottwist-Erlebnis im Kino wird für immer das Sixth Sense bleiben.
Johannes Franke: Ja, aber der ist auch dafür verantwortlich, dass so viele Leute dringend unbedingt einen Plottwist in ihrem Film haben wollten.
Florian Bayer: Das war auch so ein Ding Ende der 90er. Kein Film ohne Plottwist. Und der hier macht's aber gut, weil ... selbst wenn man den Plot Twist weiß, hat er noch seine Qualitäten erarbeitet, zwar daraufhin, aber er wird Es ist nicht essentiell, dafür den Film genießen zu können, dass man nichts von dem Plottwist weiß.
Johannes Franke: Das ist genau die Frage, die ich mir gestellt habe, bevor ich den Film gesehen habe noch. Weil ich wusste, wohin geht's, wo war das Film. Und ich dachte, vielleicht ist es total langweilig, weil ich ja alles weiß. Aber ich weiß ja nicht gar nicht alles. Das stimmt ja gar nicht. Das ist ja nur eine Grundidee, die vielleicht sich durch den Film zieht. Aber der ganze Film hat natürlich viel, viel mehr zu bieten. Viel mehr Elemente und viel mehr interessante Kommentare auf Gesellschaft und etc.
Florian Bayer: Gerade weil der Film so voll ist, spielt es nicht so eine große Rolle. Und weil der Film auch so allegorisch ist, könnte es sogar sein, dass man auf diesen Plot-Twist komplett verzichten könnte. Und das Publikum könnte trotzdem drüber sinnieren, ob Tyler Durden und unser Erzähler nicht zwei Aspekte derselben Person sind und ob sie nicht eine Person darstellen in Wirklichkeit. Das würde auch funktionieren, wenn es nicht so hart, wie es hier gemacht wird, erzählt werden würde als psychische Dissoziation oder wie auch immer man es nennen will.
Johannes Franke: Was ich mir übrigens, wenn wir dann schon dabei sind, wo ich beim Reveal dann dachte, jetzt haust du ganz schön auf die Kacke. Jetzt sagt er... Ich bin die Manifestation deiner Wünsche, wie du gerne sein würdest. In vielen Worten, in simple turn eigentlich erzählt, was mir so, wo ich dachte, ja okay, du kannst mir das jetzt auch ein bisschen, versuch es mir nicht zu sehr zu verkaufen. kaufen jetzt. Was soll das? Ist doch in Ordnung. Ich krieg's mit.
Florian Bayer: Der Film hat sehr viel Spaß am Explanen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der Film hat sehr viel Spaß am Schwätzen, so wie sein zweiter Protagonist, wie Tyler Durden. Der Film quatscht sehr viel. Wir haben einen Voice-Over-Narrator. Der auch sehr viel erzählt und zwar sowohl von seinem Inneren als auch von seinem Äußeren als auch von der Welt. Also wir finden im Voice-Over auch alles, was Tyler Durden sagt. Wir finden Kritik an der Gesellschaft, an der Politik. Wir finden die ganze Zeit, jammern darüber, wie schrecklich das Leben doch ist, wenn man 40 ist und nicht schlafen kann. Und wir kriegen aber auch zusätzlich erzählt, was passiert. Dann hat Tyler Durden da einen Fight Club gegründet, dann wurde das gemacht. Und dann haben wir aber zusätzlich noch Tyler Durden, der das auch nochmal alles drauf hat, der halt auch total geschwätzig ist. Und es ist ein Film, der sehr viele Monologe hat.
Johannes Franke: Ja, David Fincher hatte ja eine Skriptversion, wo gar keine Aufstimme war, ne? Ursprünglich. Und dann hat er irgendwie festgestellt... Irgendwie wäre es schön, wenn man noch eine komödiantische Ebene hätte. Das war sein ursprünglicher Plan für diese Aufstimme. Und dann gucke ich mir den Film an und denke mir... Ja, weiß nicht, zwei, drei kleine Kommentare, die dann witzig sind, sind drin, aber ansonsten ist es over-explaining.
Florian Bayer: Ja, das Problem ist, ich sehe, was Fincher da machen will und ich finde das gut.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das Problem ist, dass der Film es nicht genug schafft, eine Distanz aufzubauen zwischen seiner Erzählhaltung und der Erzählhaltung von unserem Erzähler. Das heißt, die Satire, die wir eigentlich wollen, dass dieses Yaman, dieses Lamoyante, dieses machoistische, maskulinistische... Dass das satirisch gebrochen wird, diesen Moment erreichen wir nie, weil die Erzählerstimme viel zu sehr damit beschäftigt ist, den Konsum und die... Und dieses gelangweilte Leben satirisch zubrechen. Also dieser zweite satirische Bruch klappt nicht. Und deswegen bleibt der Film oft auf dieser Ebene ... Er macht sich über den Konsum lustig, er macht sich über das langweilige Leben der mit 90er Leute lustig, die ihren Alltag haben und ihrem Job nachgehen. Aber er schafft es nicht wirklich, sich über diese Möchtegern-Anarchisten lustig zu machen. Davon hätte ich gerne ein bisschen mehr gesehen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Ich finde auch, dass irgendwie diese ganze Konsumkritik, die er in der Aufstimme und so weiter hat, dass die mich irgendwie nicht mehr so erreicht wie früher. Am Anfang habe ich ja schon gesagt, ich glaube, wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, wo es einfach... warum wir so viel mehr ertragen mussten, dass wir so viel mehr Scheiße erlebt haben mit dem Kapitalismus und der Auswüchse. dass ich schon ein bisschen abgestumpft bin und dass mich das fast schon langweilt und ich das eigentlich zur Seite schieben möchte und diese ganzen, diese Entstehung des Faschismus sehen möchte.
Florian Bayer: Ja. Und das ist das, was der Film sich ja wirklich bemüht zu erzählen. Und das ist, um das jetzt reinzuwerfen, mein zweiter Take auf den Film. Also der erste war ja, es ist ein Midlife-Crisis-Film für Teenager. Und, oh nee, das ist das dritte.
Johannes Franke: Du hast auch noch Zahlen dafür.
Florian Bayer: Dann werfe ich noch kurz das zweite ein, weil das ist ganz kurz und das führt auch zum dritten. Das zweite ist, er ist ein Thinking Man Action Film. Mit Betonung of Man. Dazu kommen wir gleich. Wie haben wir schon genannt? Matrix?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und auch Memento, der auch ungefähr aus der Zeit ist und David David Fincher war zu diesem Moment dann so ein bisschen, wirkte er, als wäre er die Zukunft des Thinking Man Action. Und dann kam Chris Nolan, der das dann auch nochmal übernommen hat.
Johannes Franke: Oh ja, stimmt.
Florian Bayer: Actionfilme, die einen Subtext haben und eine Cleverness, die man von früheren Actionfilmen nicht kennt. Und die deswegen einfach ... die weiter über das ursprüngliche Action-Publikum hinausgehen, ohne dieses komplett zu verschrecken. Fight Club ist dafür ein Musterbeispiel, Matrix dürfte wohl das zweite große Musterbeispiel sein.
Johannes Franke: Stimmt, ja.
Florian Bayer: Aber ich betone noch mal das Man mit Ausrufezeichen, weil das ein cleverer Actionfilm ist, das führt zu nicht viel, aber dass er für Männer ist. Das führt zu verdammt viel. Mein dritter Take, nämlich, wir haben hier Toxic Masculinity, the movie.
Johannes Franke: Ja, ja, genau, absolut. Total krass. Ich denke, die ganze Zeit der Film will doch eigentlich davon weg. Und warum schafft er das nicht? Warum kommt er da nicht raus?
Florian Bayer: Er will sich drüber lustig machen.
Johannes Franke: Er baut es voll auf und steht auf der Klippe und springt dann aber nicht runter.
Florian Bayer: Also wir haben ganz viele Momente da drin. Und zwar wirklich diese Erzählung, dieses Narrativ von Männern, die Männer von heute sind viel zu schwach und viel zu sensibel. Sie wurden von Frauen aufgezogen. Wir haben original das Zitat von Tyler Dörden, wir sind eine Gruppe von Männern, die von Frauen erzogen wurden, was natürlich ganz schlimm ist.
Johannes Franke: Ey, furchtbar.
Florian Bayer: Unser Protagonist jammert ständig über Frauen, also es gibt nicht viele Frauen, es gibt eine Frau, nämlich Marla Singer, aber über die wird sehr viel gejammert. Es kommen halt so Sachen vor wie, why do guys like you and me know what a Duvet is? So diese Decken. Es wird ständig so in Frage gestellt, hey, warum sind wir... Warum sind wir so weich? Warum sind wir so sensibel? Warum konsumieren wir? Wir gehören doch eigentlich raus in die Natur. Wir müssen doch jagen, wir müssen kämpfen, wir müssen rohes Fleisch essen.
Johannes Franke: So, und das könntet ihr jetzt aufbauen, alles nehmen, alles aufbauen, nach und nach, dieses männliche Gebäude. Und vielleicht hast du es sogar geschafft, lieber Film, uns das irgendwie schmackhaft zu machen und wir als Männer stehen davor und denken uns, ja, warum weiß ich überhaupt, was eigentlich weh ist? Und am Ende musst du aber das Gebäude dann wieder einstürzen lassen, sonst ist ja diese Tiere weg.
Florian Bayer: Okay, das ist voll gut, dass du jetzt, du sagst es jetzt ganz klar, knallhart, er schafft es nicht.
Johannes Franke: Nee, überhaupt nicht.
Florian Bayer: Okay, er hat die Ansätze dazu. Wir haben ja diese Entwicklung von Tyler Durden. Der am Anfang wirklich der coole Anarchist ist, den man gerne folgt, den man voll sympathisch und witzig findet, der zwischendurch stilisiert wird wie fast so eine Jesusfigur. Es gibt so eine Märtyrer-Szene, wo er sich verprügeln lässt von einem Typen, dem die Kneipe gehört, wo sie unten drin kämpfen. Und dann lässt er sich von dem verprügeln, um den dazu zu kriegen, die Kneipe zu behalten. Und dann tragen sie ihn am Schluss mit ausgebreiteten Namen auf ihren Schultern. Und das ist so eine Jesus-Pose. Und irgendwann zwischendurch sagt der Erzähler in Tyler we trusted, also es ist so ganz eindeutig teilweise dieser religiöse Subtext. Und dann haben wir natürlich die Entwicklung von Tyler Durden zum faschistischen Leader. Auch ziemlich klar, wenn er seine Rekruten dann draußen stehen hat, die ihn mit Sir ansprechen. Und sie müssen hart sein und sie müssen da draußen stehen, um eben Teil des Projekt Mayhems zu kommen. Wenn sie da reinkommen, verlieren sie ihre Individualität. Sie kriegen ihren Namen weggenommen, sie kriegen ihre Schädel rasiert. Er nennt sie selbst als Space Monkeys, ready to sacrifice for the greater good.
Johannes Franke: Ich hatte zwischendurch die Gedanken, da baut jemand Kliemannsland auf. Aber das ist...
Florian Bayer: Ja, genau. Kliemannsland hätte es diesen Shitstorm nicht gegeben und das Aufgedeckte von dem ganzen Mist. Vielleicht wäre Kliemannsland genau in diese Richtung gelaufen. Aber dieses Project Mayhem ist dann halt einfach, wir sind plötzlich knallhart im Faschismus angekommen. Ich finde es erstmal super spannend als Allegorie auf den Faschismus. Das ist das, was ich ja immer gesagt habe über den Film. Dass hier natürlich gezeigt wird, wie dieser libertäre Anarchismus... den viele total sexy finden. Und auch heute noch. Wir haben das heute ganz viel... wie der peu à peu zu Faschismus führt einfach, weil es eben ... nur noch um das Recht des Stärkeren geht. Wir haben hier eigentlich Sozialdarwinismus am Werk und das, was vermeintliche Freiheit von diesen Menschen ist, bedeutet eigentlich, wir nehmen uns unsere Freiheit und uns sind andere Leute scheißegal. Also wir rempeln mit Schultern durchs Leben.
Johannes Franke: Ja und wir sagen, los geht jetzt raus in die Welt und prügelt euch mit wildfremden Leuten. Fangt Prügeleien an und lasst euch und verliert. Die Szene ist so sehr lustig. Ich finde gerade den Typen, der mit dem Wasserschlauch da ist, sehr, sehr lustig. Das ist voll assi. Natürlich, es ist voll assi. Und dann lässt er ihn auch noch verprügeln von einem kirchlichen.
Florian Bayer: Aber es ist noch nicht mal die Sache, wenn sie anfangen wirklich in die Welt rauszugehen, wo sie andere Menschen stressen, sondern es ist davor schon dieses ganze Zeug, was geredet wird, dieser ganze maskulinistische, machoistische
Johannes Franke: Schrott.
Florian Bayer: Das ist was. Und die Frage ist, dieser Film ist vielleicht total geil, weil er seiner Zeit weit voraus ist und antizipiert, was mit Männlichkeitsbildern im 20. im 21. Jahrhundert passiert, so als Gegenbewegung zum Feminismus. Oder er ist mitverantwortlich, dass es diese Bewegung überhaupt gab, weil ich glaube, viele von den Leuten, die heute rumlaufen und sagen, ey, wir Männer müssen wieder Männer sein, Wo das alles dazu gehört, Homophobie, Transfeindlichkeit. Transfeindlichkeit ist gerade das große Ding dieser Szene. aber auch Antifeminismus, Maskulinismus, dass die auch teilweise auf diesen Film voll abgehen. Ja. Und dann haben wir natürlich eine ganz merkwürdige Mischung von Libertären und Rechtsradikalen.
Johannes Franke: Und jetzt die Frage, die mir die ganze Zeit unter den Nägeln gebrannt hat. Funktioniert das überhaupt? Ist es möglich? dieses Gebäude aufzubauen, zu sagen, okay, hier sind ein Haufen Leute, die irgendwie cool sind. Unsere heutige Zeit, da ist es leichter, das zu entlarven, aber wenn wir damals im Kino gesessen haben, dann sind wir eben schneller auf den Zug aufgesprungen und haben gedacht, oh ja, cool. ist es möglich, das tatsächlich aufzubauen und dann so einstürzen zu lassen, dass selbst der letzte Depp noch versteht, so geil war es vielleicht doch nicht.
Florian Bayer: Es ist möglich, denke ich, aber die Frage ist, ob du das willst, ob du dann nicht zu viel Fingerzeig und zu bedankt pädagogisch wirst in deinem Film.
Johannes Franke: Da hast du die Welle.
Florian Bayer: Genau, genau. Das ist doch ein gutes Beispiel und das macht die Kunst kaputt.
Johannes Franke: Naja, weiß ich aber nicht genau. Weil die Stärke von Falk... Du hast eine Verantwortung!
Florian Bayer: Aber die Stärke von Fight Club liegt natürlich auch in seiner Ambiguität. Die Stärke liegt darin, dass Leute aus dem Kino gehen, Das ist vielleicht auch so ein bisschen Nebeneffekt. Leute gehen aus dem Kino und sagen, oh, dieses Projekt Mayhem ist voll cool. Übrigens, wenn wir uns jetzt noch mal so ganz kurz in unsere Zeit springen, ich glaube ganz viele Leute, die ja aus dem Kino gegangen sind, gesagt haben, Projekt Mayhem ist cool und die heute noch sagen, Geiler Dörden ist cool. Das sind die gleichen Leute, die sich tierisch über die letzte Generation aufregen, wenn die sich auf die Straße klebt. So geil, diese Terroristen und Anarchisten, die zeigen es mal richtig. Ihr klebt euch aber nicht auf die Straße, wenn ich hier mit meinem BMW vorbeifahren will. Selbe Zielgruppe.
Johannes Franke: Kann sein, ja. Oh Mann. Ach, scheiße. Das ist halt mein Problem, dass ich den Film überdenke. Es muss doch aber möglich sein, dass wirklich die Leute dann am Ende... dastehen und denken, okay, fuck, das sollten wir nicht tun. Ganz schlechte Idee. Weil David Fincher wollte das definitiv.
Florian Bayer: David Ed Fincher wollte das, ein Chuck Pollenjong wollte das auch.
Johannes Franke: Was? Okay, Moment, Ehrenrettung, sag den Namen nochmal. Pelenjak.
Florian Bayer: Okay, gut. Ähm... Ja, und bei ganz vielen Momenten bleibt das so ambivalent. Ich frage mich auch zum Beispiel diese Küchenphilosophie, die Tyler Roth haut. Ist das absichtlich teilweise dumm und oberflächlich? Ja, ich denke schon. Ist es Absicht und will er sich damit auch darüber lustig machen, wenn der so sinnlose Sachen sagt und unserem Erzähler irgendwelches Zeug an den Kopf wirkt?
Johannes Franke: Ich glaube schon, ja.
Florian Bayer: Und das ist dann ja alles schon stark, weil eben eine gute Parabel muss auch ein bisschen kryptisch sein und darf nicht zu offensichtlich sein, sonst ist es halt wirklich plump und dann geht halt die Kunst verloren. Ist die Ambiguität Schwäche und Stärke zugleich? Ich hab keine Ahnung, mir fällt's auch schwer. Weil ich weiß, dieser Film würde mich furchtbar nerven, wenn da zu viel Zeigefinger drin wäre und wenn diese Allegorie zu sehr ausgeschlachtet werden würde. Wenn Tyler am Schluss zertrümmert werden würde und nochmal gesagt würde, übrigens, liebe Zuschauer, Tyler war böse. Ich find's schon gut, dass Dass er aufgebaut wird, dass ihm eine Eleganz gegeben wird, Charisma und so weiter.
Johannes Franke: Das muss passieren. Also der Aufbau der Figur muss passieren. Es muss halt irgendwie auch die Zerstörung der Figur entsprechend funktionieren. Ich glaube schon, dass es gut, eine gute Idee und ein guter Zug ist, die Figur des Narrators, also unsere Hauptfigur, die ihr keinen Namen bekommt, Sebastian, was weiß ich. Dass der dann als Stellvertreter für den moralisch integren Zuschauer sagt, ich muss das aufhalten. Das geht nicht. Unser muss losgehen und alles irgendwie retten.
Florian Bayer: Aber auch unser Protagonist bleibt ambivalent. Also ich meine, wenn der Jared Leto zu Prei schlägt, Ist jetzt nicht so, dass man das Gefühl hat, man hat hier einen sympathischen Protagonisten vor sich.
Johannes Franke: Ist richtig, aber das ist ja bevor er feststellt, dass es vielleicht alles ein bisschen zu weit geht. Also natürlich ist es eine ambivalente Figur, bleibt es. Finde ich auch wichtig und richtig. Die Frage ist halt... Was fehlt denn eigentlich? Was fehlt mir? Weil eigentlich ist es ja die richtige Methode, denke ich. Die Figur muss auf den Weg gehen und sagen, okay, das geht alles nicht, ich muss losziehen und Tyler aufhalten. Und stellt dann fest, okay, er muss sich selbst aufhalten. Was er dann ja auch tut. Was ein bisschen unlogisch ist, weil er sich in die Wange schießt und dann ist die Figur weg. Warum? Keine Ahnung. Sie ist ja auch weiterhin da, wenn man die Comics mit rein nimmt.
Florian Bayer: Und selbst da bleibst du ja ambivalent, weil er hat ja irgendwie doch die Moral von Tyler aufgesaugt und am Schluss steht er mit Maler in einer fast romantischen Pose da und guckt sich... fröhlich an, wie diese Häuser gesprengt werden. Es ist jetzt nicht so, dass man das Gefühl hat, er ist teilerlos geworden und damit hat er nichts mehr mit dem Faschismus und dem Terrorismus zu tun, sondern er ist Tyler losgeworden und es hat so eine Art Verschmelzung fast schon stattgefunden, der beiden Persönlichkeiten. Tja, ich finde es wirklich schwer zu sagen, weil ich finde diese Ambivalenz stark. Und es ist auch wichtig... Man darf das nicht so fingerzeigend erzählen, man will ja auch irgendwie das Publikum erreichen, dass das für sowas einen Softspot hat, für diese harten Künstler. Kerle, die coole Sachen machen, die ihr Schicksal in die Hand nehmen, sich nicht mehr alles von den Frauen erzählen lassen. Ich glaube, die Lamoyanz, die dahinter steckt, wird viel zu wenig gezeigt. Ja. Weil das ist ja auch so ein Kind der Zeit. Wir hatten Kerle, die eigentlich... voll die Jammerlappen sind. Ich meine, hey, was für fucking First-World-Problems habt ihr?
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Ihr seid zu reich. Oh, ihr Armen.
Johannes Franke: Das war mein großes Gedanke am Anfang, als der da durch seine Wohnung geht, was total geil gemacht ist. Überall ein Label dran, das hat so viel gekostet, das hat so viel gekostet. Und du denkst dir, okay, du hast hier eine richtig, also jammernde Oberschicht.
Florian Bayer: Ja, absolut. Oder jammernden.
Johannes Franke: Also einfach die Wohlstandslangeweile.
Florian Bayer: Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Die stattfindet.
Florian Bayer: Und das zieht sich ja auch bis zum heutigen Tag in das... Wo der Film auch ein bisschen visionär ist, das finde ich ist heute noch viel schlimmer, wo wir die Männer haben, die drüber jammern, dass es ja Schwarzen und... und Transsexuellen und Homosexuellen und Frauen viel leichter gemacht wird als Ihnen. Alle haben das leicht im Leben. Nur der Weiße... Der 40-jährige Mann, der hat es richtig schwer. Dem werden nur Steine in den Weg gelegt. Der wird nicht vernünftig repräsentiert in den Medien. Der kriegt keine Jobs mehr, weil ihm die weggenommen werden. Es ist ein Jammer. Wenn du ein 40-jähriger Mann bist oder ein 30-jähriger Mann, dein Leben ist total im Eimer. Du bist... Komplett unten, du bist das Letzte.
Johannes Franke: Du findest überhaupt nicht mehr statt. Ja, ja. Es ist voll traurig.
Florian Bayer: Und diese... Genau. Diese Lamoyanz wird zu wenig parodiert in dem Film. Darüber wird sich ein bisschen zu wenig lustig gemacht.
Johannes Franke: Ja, ich glaube auch. Obwohl es Ansätze hat am Anfang, aber die gehen in eine andere Richtung. Man kann viel zu viel andocken, habe ich so das Gefühl. Man kann viel zu sehr sagen, ja, ja, stimmt, statt zu sagen, was?
Florian Bayer: Der Film bietet ja quasi als Ausweg aus dieser Lamoyanz, die total absurd ist, der Film ja wird wieder ein Mann. Und das ist ja das, was wir auch haben in den toxischen männlichen Gesellschaften, die man sich auch heute kennt, dass die Leute sagen, ich bin wieder ein echter Kerl. Die Pick-up-Artists ... Eine schreckliche Subkultur. Wer es nicht kennt, das sind die Typen, die Bücher lesen bzw. Bücher schreiben und Kurse besuchen oder Kurse geben. Darüber, wie man Frauen aufreißt und das als Game bezeichnen. Und dann gibt es so Taktiken, die vor allem auf Erniedrigung und... Arschlochsein basieren. Sei ein Arschloch und dann kriegst du die Frau. Und diese Pickup-Artist-Szene ist noch so ein bisschen älter als die Insel-Szene, die auch so irgendwie daraus entstanden ist. Das sind, glaube ich, Pickup-Artist-Szene. die keinen Erfolg haben. Insitz sind diese unfreiwilligen Jungfrauen. Es gibt Foren von diesen Typen, aber was, wo man erstmal denkt, ist ja, Nicht schlimm, wenn sich Leute, die keine Jungfrau mehr wären, sich treffen und unterhalten. Wenn man diese Foren geht, sind das halt vor allem Leute, die darüber jammern, dass die Frauen so gemein zu ihnen sind und sie keinen Sex haben, weil die Frauen alle scheiße sind und nur auf Geld achten. Ah, fuck. Also auf jeden Fall diese männlichen Subkulturen, die sagen, wir holen uns unsere Männlichkeit zurück, die sind heute auch sehr präsent in den Medien heutzutage. Auch jedes Jammern und Meckern über den nächsten Disney-Film, bei dem es eine schwarze Protagonistin oder ... einen lesbischen Kuss gibt. Oh mein Gott. Die sind sehr präsent und war Fight Club Visionär. Hat Fight Club das schon vor... rausgesehen oder hat Fight Club das mit befeuert, weil die Typen, die das damals gesehen haben, gesagt haben, so, ich werde jetzt ein richtiger Mann. Ich lese jetzt ein Pick-up-Artist-Buch und behandle Frauen wie den letzten Dreck.
Johannes Franke: Also im Wesentlichen sind Filme ja fast immer nur... ein Spiegel der Zeit oder des Zeitgeistes und der Entwicklung, die das alles nimmt. Insofern würde ich sagen, ist der Film eher zukunftsweisend als... Zukunftsbildend.
Florian Bayer: Er hat ja schon einiges ausgelöst. Es gab Faltklappgründungen dann.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Fuck, Alter.
Florian Bayer: In den 2000ern, Gentleman's Fight Club in Kalifornien und an diversen anderen Stellen und Kids und Jugendliche und Kinder haben in verschiedenen Staaten in den USA Fight Clubs gegründet und es kam auch zu Verletzungen und... Ja, die Leute waren inspiriert davon. Entiler we trust.
Johannes Franke: Meine Güte. Ja gut, aber dann, wir können ja den Film nicht wirklich dafür verantwortlich machen, weil du musst ja auch Filme machen können, die ein bisschen auf die Kacke hauen und dir ein bisschen... nicht, wie du sagst, am Ende alles dann komplett umkehren und sagen, das ist übrigens böse.
Florian Bayer: Na, die Frage ist, hat der Film was Prophetisches? Oder haben wir hier eine selbsterfüllende Prophezeiung? Und der Film ist Teil von einer gewissen Kultur, die das verursacht hat.
Johannes Franke: Das können wir nicht auflösen. Ich nehme an, dass die Arbeit irgendwo dazwischen liegt, aber das können wir, glaube ich, nicht beurteilen groß. Wie will man das auseinanderklammeln? Ja. Aber ich nehme an, dass der Film ja nur auf etwas basieren kann, was kulturell schon angelegt ist.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall kulturell angelegt, aber er kann es ja trotzdem verstärken. Ja, natürlich. Also es ist ja ganz klassisch, wenn du gewisse Tropes kolportierst, dann verstärkst du sie auch. Egal wie ironisch gebraucht wird. Wenn du was ironisch wiederholst, tausendmal Rassismus oder so, dann setzt sich das trotzdem an. trotzdem fest, dann hilft dir deine Ironie halt auch nichts. Und die 90er war ein gutes Zeitalter für Ironie und auch ein ganz schlimmes Zeitalter für Ironie.
Johannes Franke: Ja. Ja, Reinforcement. Also es ist ja wie viele Filme, die so versuchen, diese toxische Männlichkeit zu... ironisieren oder sich darüber lustig zu machen und am Ende vielleicht sexistische Stereotype trotzdem nach vorne bringen.
Florian Bayer: Und trotzdem, das klingt jetzt so, als würde ich diesen Film fertig machen, das klingt für uns beiden glaube ich so, der Film ist wirklich stark. Ich mag auch diese Ambivalenz. Ich bin froh, dass er eben nicht so einen Fingerzeig hat und nicht so einen erhobenen Zeigefinger. Das macht ihn natürlich stark, weil er steckt voller starker Momente. Er hat sehr viele Zitate, in denen das so auf den Punkt gebracht wird. Aber halt nie diese, es bräuchte die doppelironische Brechung. Man hat das Gefühl, was ironisch gebrochen wird, wird eben Der Konsumismus und dieses gesellschaftlich Angepasste, das wird ironisch gebrochen und dadurch findet der Film keinen Raum. dieses vermeintlich rebellische ironisch zu brechen.
Johannes Franke: Lass uns mal gucken, ob wir vielleicht eine Figur gehabt hätten, die das hätte vorantreiben können, wie mit Marla Singer.
Florian Bayer: Oh, nee.
Johannes Franke: Weiß nicht, doch, die hätte doch... Können, können, ja, okay.
Florian Bayer: Wir sind im Konjunktiv.
Johannes Franke: Ja, ja, wir sind im Konjunktiv. Okay, alles klar. Das ist das Problem. Weil ich glaube, der Film hat große Chancen auch nochmal ein bisschen links liegen lassen. Fürs Reinforcement der toxischen Männlichkeit, ob jetzt ... Ob jetzt ironisch oder nicht, aber du hast halt irgendwie das Problem, dass die Figur, die da angelegt ist mit der Mala, die ganz großartig von Helena Bonham Carter gespielt hat.
Florian Bayer: Anna Singer, die einzige Frauenfigur, viel zu dünn gezeichnet, aber genau, Helena Bonham Carter macht unfassbar viel Gutes aus dieser Figur.
Johannes Franke: Das ist so toll, weil wenn du das Drehbuch alleine liest, denkst du, naja, gut, okay, ja. Aber sie hat so viel Hintersinnigkeit in ihrem Spiel, das steckt so viel drin bei ihr und hat so viel Gefühl für diese Figur, obwohl die gar nicht alles ausspricht, was da drin steckt. Das gibt dem Film so viel und rettet den Film, glaube ich, auch an manchen Stellen einfach. Das ist toll. Also sie macht das hervorragend.
Florian Bayer: Sie macht das wirklich gut.
Johannes Franke: Aber sie hätte sozusagen mehr bekommen können, um dann auch vielleicht nochmal eine andere Ebene reinzuziehen.
Florian Bayer: Fun Fact, Citation Needed, angeblich hat Hannah Bauer im Karte darauf bestanden, dass sie ... dass die Maskenbildnerin sie mit der linken Hand schminkt, weil sie sagte, es passt besser zum Maler Singer, dass sie nicht so perfekt geschminkt ist, sondern so ein bisschen, naja.
Johannes Franke: Das ist süß. Es ist ein bisschen süß, aber es ist auch ein bisschen nervig.
Florian Bayer: Ich weiß auch nicht, ob das stimmt.
Johannes Franke: Es könnte absolut stimmen.
Florian Bayer: Es könnte total stimmen. Das Problem mit Mahler Singer ist, es gibt diese Momente, wo sie den Machoismus und maskulinen von Tyler, von unserem Protagonisten, infrage stellt. Aber sie macht das so, dass dem Protagonisten immer einen Ausweg gegeben wird, stolz darauf zu sein.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sie sagt, du bist, you're the worst thing that ever happened to me oder sowas, kurz bevor sie sich verabschieden. Aber davor hat sie halt gesagt, du bist klasse im Bett, du siehst gut aus, du bist intelligent und so. Und es ist auch dieser maskulinistische, auch dieser Pickup-Artist-Stolz. Du bist ein schrecklicher Mann, mir geht's richtig dreckig, aber hey, du warst eigentlich geil. So wollen die sich sehen, für die ist das Lob. Es fehlt dieser Moment, wo einfach mal von ihr gesagt wird, you're pathetic. Irgendwie sowas, wo gezeigt wird, was... Was bist du eigentlich für ein Jammerlappen? Was bist du eigentlich für eine Dusche? Mit allem, was du hier machst. Du glaubst, du wärst hier ein großer Schöpfer, indem du ein paar... desorientierte 20-jährige Leute um dich versammelst und ihnen die Haare rasierst und ihnen sagt, sie würden jetzt zu was Größerem gehören.
Johannes Franke: Tada! Und das Ende hilft dem Ganzen leider nicht. Die stehen dann so romantisch in der Gegend rum und dann gehören die zusammen. Und weiß ich nicht, das macht halt die Frauenfiguren nochmal schwächer und das ist so traurig.
Florian Bayer: Es ist die einzige Frauenfigur. Und über sie wird entweder gejammert, gemeckert, Oder sie ist so eine Projektionsfläche, so hey, die würde ich auch gerne mal flachlegen und hey, jetzt habe ich sie so richtig gezeigt. Tyler Dörden mit gelbem Handschuh, der an der Tür steht und sagt, willst du? als nächstes.
Johannes Franke: Ja, und das war aber Brad Pitt's Idee, ne?
Florian Bayer: Ja. Mit dem Handschuh. Und wir haben ihren Namen schon mal gesagt, Laura Siskin, die Produzentin von Das Vollkack. Und dann hat sie aber in der Testvorführung gesehen, dass die Leute sich kaputt gelacht haben drüber und hat gemeint, okay, das ist vielleicht doch ganz witzig, dann lassen wir es. Und es ist natürlich auch so dieses Bild von dem harten Kerl, der jetzt so richtig brutalen Sex mit ihr macht und der es ihr so richtig gibt. Und naja halt ... Tyler Dörden ist eine Projektion von ihm.
Johannes Franke: Er will sein wie Tyler Dörden. Und es ist natürlich auch ein Kind seiner Zeit. Das muss man vielleicht auch so sehen. Und... Frauen in dieser Zeit sind natürlich Kind des Patriarchats, dieser männlichen Fantasie, die dann auch versuchen, die männliche Fantasie mit zu übernehmen oder beziehungsweise Nicht versuchen, das wäre viel zu bewusst, sondern unbewusst einfach das alles übernehmen und dann glauben, dass das das ist, was sie wollen sollten. Und dann ist die Figur natürlich ein Ergebnis dieser Welt. Das verstehe ich schon auch, aber es ist halt nicht besonders progressiv, sondern eher rückständig. Auch für die Zeit schon.
Florian Bayer: Ja. Na, Mahler hat ja eigentlich mal die Gelegenheit, so wirklich ein feministischer Gegenentwurf zu sein zu dieser Männerkultur. Weil sie ist ja, also ich meine, sie wird... wird als Figur präsentiert am Anfang mit diesen Selbsthilfegruppen, die sie besuchen, die genauso irgendwie durch ist wie Tyler selbst, die auch irgendwie nicht genau weiß, wo sie hingehört, und die sich so eine Fassade aufgebaut hat, um dagegen zu arbeiten. Und in dieser Fassade ist sie extrem stark, extrem cool, ihr macht nichts Angst. über die Straße und ignoriert jedes Auto, das kommt. Sie klaut schnell mal Wäsche aus der Wäscherei, um sie zu verkaufen. Also sie hätte eigentlich das Potenzial, eine starke Frau zu sein. Total. Sobald sie in die richtige sexuelle Beziehung mit Tyler gerät, Wird sie so schwach gemacht, weil sie dann nur noch da ist, um entweder Sex mit ihm zu haben oder zu sagen, du bist der Albtraum meines Lebens. Ja. Und sonst, da kann sie eigentlich nicht mehr viel machen und er muss sich umdrehen, damit er nicht sieht, wo sie hinfährt, weil er eine Gefahr für sie sein könnte und das ist so... Sie ist so schwach auf einmal. Sie ist eine Gefahr für ihn.
Johannes Franke: Sie sollte eine Gefahr für ihn sein. Und wenn man einen Film schon macht über toxische Männlichkeit und über dieses Problem und dieses... krasse Zusammenrotten von Männern, die irgendwie dann anfangen faschistische Vereinigungen zu bauen. Warum kommt man denn nicht auf die Idee, die weibliche Figur als Gegenpol zu inszenieren? Ich meine, das ist doch das naheliegendste überhaupt. Oder hat er gesagt, ah, das ist zu naheliegend, ich mach das anders. Aber wo macht er das anders?
Florian Bayer: Nee, es ist vielleicht, also vielleicht war es auch unter anderem einfach nicht die Zeit, wo man Frauen solche Rollen gegeben hat.
Johannes Franke: Aber hast du schon mal Heil in einer fucking Bonham Carter?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann gibst du ihr nichts zu spielen. Obwohl, natürlich hatte sie was zu spielen. Sie hat es auch sehr, sehr gut gemacht. Aber sie hätte da mehr geben können noch.
Florian Bayer: Schauspieltechnisch ist der Film super. Ja, sowieso. Ich meine, es fühlt sich fast so ein bisschen lame an, weil natürlich sind Edward Norton und Brad Pitt großartig. Den muss man fast nicht betonen, dass die Toll-Spielenden beide mit Mut zur Hässlichkeit. Edward Norton, der sich komplett... nachdem er im Film davor extrem bullig den Nazi gespielt hat in American History X. Brad Pitt dagegen, der ins Fitnessstudio geht. Ja, so von wegen Self-Perfect.
Johannes Franke: Ich hab gerade darüber nachgedacht, wie krass, der sagt ja im Film Self-Perfection oder Self-Improvement.
Florian Bayer: Self-Masturbation. Genau.
Johannes Franke: Und Self-Destruction. Und dann hat der Sohn
Florian Bayer: So wirklich einen muskelgestählerten Körper. Er sieht wirklich gut aus in dem Film. natürlich hässlich durch die Art, wie er sich bewegt und wie er sich verhält. Und nicht nur was sie körperlich machen, sondern sie spielen auch einfach gut. gute Schauspieler. Edward Norton noch relativ unbekannt damals. Fred Pitt irgendwie schon so ein Star, der zum zweiten Mal Mut zur Hässlichkeit bewiesen hat in 12 Monkeys von Terry Gilliam war er ziemlich abgefuckt.
Johannes Franke: Eigentlich ist er hier so ein bisschen fast schon die seichtere Variante von dem 12-Monkey-Typ. ziemlich hässlich.
Florian Bayer: Hier ist er definitiv stärker und kann irgendwie auch noch so als Sexsymbol herrschen. Einfach allein durch die Muskeln.
Johannes Franke: Wollen wir kurz Pause machen?
Florian Bayer: Nein, alles gut. Um vielleicht noch eine Schauspielleistung zu erwähnen, die ich wirklich überraschend fand. Meatloaf. Meet Fucking Love spielt sau gut. Er spielt diesen Bob, den Tyler bei dieser Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennenlernt und er hat weil er eine Therapie hat, nachdem er Prostatakrebs hatte. Was, Prostatakrebs?
Johannes Franke: Oh, wenn ich das jetzt so wüsste.
Florian Bayer: Oder Hodenkrebs. Na, auf jeden Fall hat er eine... Oh, ich glaube, Hodenkrebs. Hormontherapie und dadurch sind ihm Brüste gewachsen und er wird irgendwann auch Mitglied von diesem Project Mayhem und vom Fight Club. Er ist nicht so viel zu sehen, aber er spielt... Spielt das echt saugut? Ja, absolut. Der Hardrock-Singer Mietloff, der in diesen kitschigen Hardrock-Videos in den neuen... 80ern und 90ern aufgetreten ist auf dem Motorrad und als Phantom der Oper. Kann Schauspielern.
Johannes Franke: Ja, das ist nicht schlecht. Das ist wirklich ganz gut. Hat er gut gemacht. Und jetzt muss ich nochmal darauf, ich weiß, wir haben das jetzt schon ein paar Mal gemacht, aber diese Selbsthilfegruppen von den Männern sind Alle so inszeniert, dass wir sie doof finden sollen, dass wir die verweichlichten Männer scheiße finden sollen. Und das ist schon etwas, wo ich mir denke, okay Film, du willst mir das wirklich richtig hart reinprügeln.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Und das ist halt auch wieder was, wo diese ironische Brechung fehlt, dass gezeigt wird, dass... die im Fight Club vielleicht viel größere Jammerlappen sind, weil die in den Selbsthilfegruppen, die trauen sich zu weinen, die trauen sich, sich in den Arm zu nehmen. Und ja, der Film benutzt das eigentlich nur als Setup. Um sich drüber lustig zu machen, um den coolen Gegenentwurf zu zeigen.
Johannes Franke: Wobei natürlich er trotzdem erzählt, dass es ihm hilft, ne? Also es ist ja nicht so, dass er da ist, um sich lustig zu machen nur, sondern es hilft ihm ja auch zu schlafen. Er kann ja mit denen dann auch weinen und was ja hilfreich für sein Leben ist. Also so ist nicht, aber der macht sich halt wirklich so, so stark über diese Männer her. die da Selbsthilfegruppen weinen, dass einem das wirklich so um die Ohren geprügelt wird, als kein richtiges männliches... Bild, was du hier abgibst.
Florian Bayer: Das ist halt die Zeit. New Metal, Gangster Rap, WWF Attitude. Der Film wurde übrigens auch bei Wrestling-Veranstaltungen ganz stark promotet.
Johannes Franke: Oh Gott, ja.
Florian Bayer: Das ist das Zielpublikum gewesen. Und das haben die Produzenten erkannt. Und David Fincher fand es richtig kacke. Aber wahrscheinlich auch, weil er es auch erkannt hat, dass der Film eben genau das männliche Publikum anspricht, das hier satirisch hinterfragt werden soll. Richtig.
Johannes Franke: Meine Güte. Nur kurz einen kleinen Funfact, weil ich gerade drüber stolper. Er erklärt zwischendurch, weil er ja Projektor ist, Projectionist. im Kino, dass dieser Hinweis, wann der Film gewechselt werden, die Filmrolle gewechselt werden muss mit diesem kleinen Symbol, was er dann Cigarette Burns nennt. Es wurde nie Cigarette Burns genannt. Niemals, das ist einfach nicht so. Es stimmt nicht, das haben sie erfunden. Bitte glaubt den Scheiß nicht. Weil es gut klingt. Also ich meine, es ist natürlich wahr, dass es das Zeichen zum Wechseln der Filmrolle ist, aber es ist kein Cigarette Burn.
Florian Bayer: bevor der Film digital wurde, gab es so etwas, das nennt man Filmrollen. Die mussten zusammengeklebt werden.
Johannes Franke: Das war Adultismus gerade.
Florian Bayer: Allerdings. Vielleicht kann man bei einem solchen Film nicht anders. Übrigens, Edward Norton hat davor Rounders gespielt und hat sich geweigert, in diesem Film zu rauchen. Und den Fight Club hat er dann angefangen. Mit Qualm. Übrigens, coole Männer rauchen. Heute würde man das nicht mehr so inszenieren. Heute würden die coolen Männer nicht rauchen, sondern eher die schwachen Männer.
Johannes Franke: Auch spannend. Das müssen wir auch mal auseinandernehmen irgendwann. Dieses Rauchding in Filmen.
Florian Bayer: Oh ja. Fun Fact 2, wenn du schon random Fun Facts reinwirfst, der Film, so konsumkritisch der Film ist, Er hat eine Menge Konsum an Bord in Form von Product Placement. Und zwar, um mal kurz die Liste zu nennen.
Johannes Franke: Stimmt, das war auch einer dieser großen Beispiele für dieses... Erwachende Product Placement von Cola und Co.
Florian Bayer: Pepsi. Ikea, Volkswagen, Starbucks, Krispy Kreme und Apple.
Johannes Franke: Hieß es nicht, dass in jeder Szene irgendwo ein Starbucks-Kaffeebecher rumsteht?
Florian Bayer: Ja, so viel auf jeden Fall. David Fincher hat dann aber gesagt, okay, machen wir, klar, brauchen ja ein bisschen Geld, aber wir machen die Sachen kaputt. Seid ihr damit einverstanden? Die waren alle damit einverstanden. Nicht alle. Starbucks wollte nicht. Aber Apple. Und Apple wird gesprengt. Der Apple Store wird richtig in die Luft gejagt. Und die Volkswagen, die Beatles werden verprügelt. Also es ist so, ich finde Product Placement in späten 90ern, Anfang 2000er Filmen immer schwierig, weil es sehr stark auffällt.
Johannes Franke: Ja, aber in dem Film gar nicht so sehr, finde ich.
Florian Bayer: In der Film hat es auch elegant gelöst. Also ich finde es auch grundsätzlich witzig, weil vielleicht ist es nochmal so ein Teil der Ambivalenz dieses Films, dass er halt dieses Product Placement drin hat. Ja. die Produkte zerstört, aber es halt trotzdem hat. Der Film hat die ganze Zeit sowas Bigottes. Genau wie Tyler. Das ist Und diese Heuchelei trägt der Film in sich, aber der ist Teil seiner Ambivalenz und das ist auch irgendwie cool.
Johannes Franke: Wenn wir schon bei Funfact sind, auch noch, ein großer Sponsor des Films wollte zwischendurch raus... weil der Film doch immer teurer wurde und dann irgendwo bei 67 Millionen oder so gelandet ist. Der wollte da halt raus aus dem Dingens und dann hat er gesagt, ja jedem mein Geld behalte ich lieber selber. Und dann haben ihnen die Produzenten drei Wochen lang Dailies vom Dreh geschickt. Also immer wieder, was haben wir heute gedreht? Guck dir das mal an, so geil sieht das aus und so. Und nach drei Wochen hat er gesagt, ja komm, ich bin wieder dabei.
Florian Bayer: Ich gebe dir das Geld. Man muss nur nervig genug sein. Vielleicht kommt man schon damit durch. Ja, dann pass auf. Wir haben jetzt sehr viel, ich habe das Gefühl, wir winden uns die ganze Zeit um diesen Film rum und kommen nicht zu einem abschließenden Fazit. Wollen wir einfach mal eine Top 3 einwerfen, die es uns ein bisschen leichter macht und dann schwingen wir zurück zum Film und Jingle.
Johannes Franke: Unsere, äh, Top 3. Top 3 Konsumkritik. Top 3 Konsumkritik. Oh, schöne Liste. Ich dachte immer, das wäre ein sehr, sehr beliebtes Thema bei Filmen, aber ich habe so viele gar nicht gefunden, die mir irgendwie wirklich was gesagt hätten, die ich toll fand.
Florian Bayer: Ich fand es auch gar nicht so einfach. Ich habe jetzt drei, mit denen ich relativ zufrieden bin.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber keine Ahnung, wie zufrieden. Lass uns einfach mal gucken. Willst du loslegen?
Johannes Franke: Ich lege los. Ich lege los mit Exit through the Gift Shop. Hast du auch in deiner Liste.
Florian Bayer: Mein Platz 1.
Johannes Franke: Dein Platz 1? Oh mein Gott, okay. Möchtest du was dazu sagen?
Florian Bayer: Nein, bitte. Du hast als erster gesagt, du darfst sagen.
Johannes Franke: Wir heben uns auf bis zum Schluss.
Florian Bayer: Oh ja, genau, machen wir es so.
Johannes Franke: Also Exit Through the Gift Shop wird jetzt an die Wand gepinnt und wir holen das später wieder auf.
Florian Bayer: Dann nehme ich dir jetzt deinen Platz 1 weg. Platz 3 ist bei mir Wally.
Johannes Franke: Nein, es ist nicht mehr im Verband.
Florian Bayer: Ein kleiner Roboter, der die Erde aufräumt, weil die Menschen verdammt viel Schrott da gelassen haben. sich in einen anderen Roboter verliebt. Die sind übrigens ganz klar männlich und weiblich markiert. Ich habe kurz überlegt, ob ich sage eine Roboterin. Das hat sich ruhig angefühlt. Und dann mit ihr zusammen ins Weltall fliegt, zu einem Raumschiff, auf dem die Menschen jetzt leben und die machen nichts anderes als konsumieren. Bewegen sich gar nicht mehr. Und toller Konsumkritikfilm, toller Pixar-Film. Großartig. Cool.
Johannes Franke: Hattest du eigentlich Konsumkritik oder Kapitalismuskritik gesagt? Konsum? Kritik. Oh, jetzt wird es nämlich schwierig. Aber der ist wichtig, der Film. Der ist so, so wichtig, dass ich den drin lassen muss, trotzdem so oder so. Modern Times von Charlie Chaplin.
Florian Bayer: Oh ja?
Johannes Franke: Das ist mehr Kapitalismuskritik, mehr Kritik am Optimieren des Produktionsprozesses und des Menschen. Aber es ist so gut und so wichtig auch für die Zeit gewesen, dass das mal aufs Tableau kommt. Das ist ein Film, der eigentlich schon in der Tonfilmzeit entstanden ist und trotzdem eine Art Stummfilm geblieben ist.
Florian Bayer: Mit diesen Geräuschen, die drin sind.
Johannes Franke: Mit Geräuschen drin und ab und zu mal einem Monolog von einem Chef oder sowas, der irgendwie... Der Arbeiter will mal Pause machen, sitzt auf... Klo, wo er vorher seine Karte gestempelt hat, dass er nicht bezahlt wird für die Zeit, in der er auf Toilette ist, was schon für sich so ein Ding ist Und dann geht plötzlich ein riesiger Bildschirm an auf der Toilette und der Chef sitzt da und sagt, was machen Sie da und gehen Sie zurück zur Arbeit. Es ist ein ganz wundervoller Film. Ja, auf jeden Fall. Und das ist die berühmte Szene, wo er zwischen den Zahnrädern stecken bleibt. Cool. Also wer den Film noch nicht kennt, gucken.
Florian Bayer: Auf jeden Fall sehenswert. Mein Platz 2. Dawn of the Dead aus dem Jahr 1978. Das war kardisch. Original-Zombiefilm, der zweite Teil von der Living-Dead-Trilogie von George R.R. Romero. Wenn ihr mehr zu Zombiefilmen wissen wollt, hört euch die letzte, vorletzte Episode an. Da reden wir über Zombiefilm. 28 Days Later und über das Zombie-Genre. Hier verschlägt es die Überlebenden in einer Zombie-Apokalypse in ein Kaufhaus beziehungsweise in einem Mall. in ein Shoppingcenter und da machen sie sich erstmal gemütlich und konsumieren, was das Zeug hält. Und dann kommen Rocker und die konsumieren auch, was das Zeug hält und dann kommen Zombies und Und die laufen genauso wie die Konsumenten durch das Kaufhaus, nur halt, dass sie es auf Menschenfleisch abgesehen haben und nicht auf die schicken Uhren und Kleider. Toller Film mit wunderbar satirischem Subtext und gleichzeitig viel Horror, viel Gore, viel Splatter. Dawn of the Dead.
Johannes Franke: Okay. Dann darfst du jetzt raten, welcher mein Platz 1 ist, weil eigentlich ist er offensichtlich.
Florian Bayer: Nee. Was ist denn Platz 1?
Johannes Franke: Konsumkritik. Wir hatten gerade Weihnachten.
Florian Bayer: Ach so. Ah, natürlich, ja. Aber welcher?
Johannes Franke: Ja, natürlich How the Grinch Stole Christmas, die Variante mit Jim Carrey.
Florian Bayer: Ah, den 99, ist das 2099er-Nacht? 2000?
Johannes Franke: Ach du Scheiße.
Florian Bayer: Aber es ist auch die Zeit, in der wir uns befinden bei Fight Club. Wirklich, du ziehst den Jim Carrey-Film, den Chuck-Jones-Zeichentrick-Film vor, wo wir reden,
Johannes Franke: Nein, aber das Ding ist, Chuck Jones hat ja das gar nicht so sehr in den Vordergrund gestellt, diese Konsumkritik.
Florian Bayer: Ach so, ja. Oh nein, oh nein. Wow, was für ein schrecklicher Platz 1. Okay. Tim Carries the Cringe ist dein Platz 1. Danke, dass du genauso reagierst, wie ich gedacht habe, dass du reagieren würdest. Und dafür hast du Exit Through the Gift Shop auf Platz 3 gepackt. Ja. Der mal wirklich...
Johannes Franke: Ja, der war wirklich richtig toll.
Florian Bayer: Ein geiler Konsumkritikfilm, sondern auch einer, der gegen uns schießt. Als Kunstkenner und Kunstfreunde. Die Banksy abfeiern.
Johannes Franke: Was uns richtig böse aufstoßen dürfte, weil es geht ja natürlich darum, dass... Der Kunstbetrieb und das alles, was so um Kunst drumherum läuft und da ist Banksy natürlich der Beste, um das zu erzählen, als Street Artist. Der ja eigentlich keinen Ausstellungsraum hat, wo irgendwelche Price Tags dran sind, sondern es ist halt einfach die Öffentlichkeit. Und der macht sich halt darüber lustig oder zeigt uns allen, wie scheiße wir mit Kunst und Konsum umgehen.
Florian Bayer: Ja. Aus dem Jahr 2010 ein großartiger Banksy-Film, der legendär ist. Den sollten wir eigentlich auch mal besprechen. Eine Doku oder Pseudodoku? wo man weiß nie so genau, was ist Fake, was ist echt. Fantastisch inszeniert und ein richtig fieses Spiel mit dem Publikum und ständig im Hintergrund so, ey, schaut euch mal diesen absurden Kunstbetrieb an, von dem ich Teil bin, von dem wir alle Teil sind und denkt mal darüber nach, was hier überhaupt passiert gerade.
Johannes Franke: Das ist toll, ganz großartig. Das ist der Moment gewesen, wo Banksy bei mir den großen, also richtig groß Klick gemacht hat und ich gedacht habe, aha. Ja. Das ist sein Ding. Sehr gut. Weiter so.
Florian Bayer: Und Banksy ist auch jemand, der das beherrscht, ähnlich wie Veitklappen. Auch so diese Ambivalenz, diese Kritik an der Industrie und gleichzeitig voll Mitglied sein. Also letzte große berühmte Aktion war ja dieses sich selbstzerstörende Kunstwerk.
Johannes Franke: Das ist aber jetzt schon lange her.
Florian Bayer: Das ist auch schon ein paar Jahre her auf jeden Fall.
Johannes Franke: Ist das die letzte große Aktion? Danach war doch Disneyland in Böse und das Hotel am Grenzstreifen und so.
Florian Bayer: Okay, es gab noch ein paar Sachen. Naja, aber konkret was Konsumkritik betrifft, wo er seinen eigenen Status als Mainstream-Künstler, der konsumiert wird, kritisch hinterfragt und gleichzeitig Teil davon ist. Also es gibt bei Banksy und das ist auch bei Exit Prude Gift Shop immer so eine Ambivalenz dieses, er ist Künstler, aber gleichzeitig ist er auch Produkt. Ja. Und er wird konsumiert und er findet es kacke, aber er findet es auch irgendwie geil und er macht sich drüber lustig, aber gleichzeitig umarmt er es und man weiß nie genau, wo er steht, weil es die ganze Zeit so oszilliert zwischen... Kritik, Satire und halt doch das Ganze akzeptieren. Resignation vielleicht sogar.
Johannes Franke: Ja, stimmt. Ja, dann sind wir jetzt schnell durch die Top 3 durchgekommen.
Florian Bayer: Das war...
Johannes Franke: Unsere, äh, Top 3.
Florian Bayer: Und dann sind wir wieder bei Fight Club und steht Fight Club auch da irgendwo in so einer Ambivalenz, aus der er nicht ganz rauskommt?
Johannes Franke: Ja und für mich bleibt die Frage, ob ein Film überhaupt da rauskommen kann, wenn er sich da auf dieses gefährliche Eis begibt. Weil das dann, wie du sagst, entweder ist man dann mit dem Zeigefinger und hat dann irgendwie einen Film vor sich, wo man denkt, ja, irgendwie scheiße. Weil mit der Zeigefinger zu dolle ist. Oder man hat einen, der einfach sich immer wieder gefallen lassen muss, dass man sagt, naja, aber du befeuerst das, was du kritisierst.
Florian Bayer: Ich glaube auch, da kommen wir nicht so ganz raus. Und irgendwie diesen Balanceakt, müssen solche Filme, solche Kunstwerke machen? Ich finde, Fight Club gelingt eher partiell. Er bleibt als künstlerisches Statement extrem stark. Er ist auch als Film extrem unterhaltsam. Ich hatte wieder unglaublich viel Spaß, den zu gucken. Der guckt sich einfach gut weg.
Johannes Franke: Das Ding ist halt, man ist dann irgendwie, wenn man ihn lange nicht gesehen hat und nicht mehr weiß, wie gut er eigentlich war, sondern nur noch so die groben Eckdaten im Kopf hat, dann ist man so genervt von den Typen, die den Film halt geil finden. ihr findet den Film gut, dann darf ich den eigentlich gar nicht gut finden, weil ihr so maskulinistisch und so toxisch-männlich an die ganze Sache rangeht. will man dann nicht auf der gleichen Linie bleiben.
Florian Bayer: Aber er ist ein guter Film. Ja, Fantastisch inszeniert, toll gespielt.
Johannes Franke: Obwohl wir jetzt die ganze Zeit so viele Argumente dagegen gefunden haben. Das ist eine seltsame Episode gewesen, Flo. Er ist die ganze Zeit darüber aufgeregt, wie dieser Film inszeniert ist und dass er irgendwie die Frauenrolle nicht und das und das, aber irgendwie ist er am Ende doch wirklich gut.
Florian Bayer: Das ist einer der besten Filme der 90er Jahre und stilprägend für die Zeit auch. Also wenn du definitiv 90er Jahre Filme denkst, Finde ich, steht dieser Film ganz weit oben. Auch gerade, weil er so das Jahrzehnt abschließt.
Johannes Franke: Das kann sein, ja. Spannend. Okay, dann guckt euch den Film nochmal an. Vielen Dank, Plor, dass du diesen Film vorgeschlagen hast, nachdem ich ihn dir vorgeschlagen habe, dass du ihn mal vorschlagen könntest.
Florian Bayer: Das ist eine sehr ambivalente Folge.
Johannes Franke: Ich freue mich darüber und wir sind auch unter anderthalb Stunden geblieben. Yeah! Juhu! Das hört sich alles super weg. Da könnt ihr gleich die nächste Episode anhören. Die nächste Episode, worum es da geht, werdet ihr erfahren. Johannes wird mir für den nächsten
Florian Bayer: Woche einen Film aufgeben. Wenn ihr wissen wollt, wie meine Hausaufgabe aussieht, dann müsst ihr jetzt kurz dranbleiben. Ansonsten Euch eine schöne Woche.
Johannes Franke: Ja, euch eine schöne Woche. Bleibt gesund und so.
Florian Bayer: Ja, und weiterhin geradeaus durch das Jahr 2023. Sehr schön.
Johannes Franke: Gut für's denn. Ciao. So, da haben wir es wieder. Dann erzähle ich dir jetzt, lieber Plur, was ich dir fürs nächste Mal aufgebe.
Florian Bayer: Oh ja, ich bin gespannt.
Johannes Franke: Und zwar, weil wir ein kleines bisschen mehr Zeit haben als sonst, weil wir nämlich, liebe ZuhörerInnen, zwischen den Jahren stecken dann. Weil wir ja voraus aufnehmen und ihr die Episoden immer ein bisschen später bekommt, als wir sie aufnehmen. haben wir etwas Zeit und können uns ein bisschen intensiver mit etwas beschäftigen. Und zwar würde ich sagen, weil Wednesday irgendwie so groß geworden ist als Serie auf Netflix. Interessiert mich doch nochmal, uns die Addams Family anzuschauen. Welche? Die Addams Family aus den 90ern, die beiden Filme würde ich gerne sehen.
Florian Bayer: Die Filme unserer Kindheit? Ja, genau.
Johannes Franke: Und dann würde ich uns bitten, dass wir beide drumrum, so wie wir das beim Grinch gemacht haben und wie wir das auch letztes Jahr zu Weihnachten für die... Weihnachtsgeschichte gemacht haben, dass wir uns ein kleines bisschen mit dem beschäftigen was links und rechts noch passiert ist, was es so für Ursprünge gibt, was es vielleicht für Serien, dass wir in die Serie reingucken, die von... Und dass wir in die Wednesday-Serie auf Netflix reinschauen und so ein bisschen uns darüber austauschen, was da drin steckt und was alles rausgeschlachtet wurde.
Florian Bayer: Sehr cool, klingt nach einem guten Plan. Du weißt, es gibt unglaublich viel rund um die Addams Family. Ja, es ist wirklich viel. Es kamen noch zwei Animationsfilme raus vor ein paar Jahren, die habe ich mit meinem Kind zusammen geguckt, deswegen habe ich die noch so wahrgenommen. Erinnerung. Zumindest den einen. Und ich glaube, es gibt noch mehr, als man meint. Finde ich total cool. Also lasst uns einfach mal gucken, wie viel Addams Family wir schaffen. Addams Family 1 und Addams Family 2 aus Anfang der 90er Jahre ist unsere Basis. Und darüber hinaus versuchen wir so viel Adams Family aufzusaugen, wie wir können.
Johannes Franke: Ich freue mich, bin sehr gespannt drauf. Ja, ich auch. Ich wollte jetzt nicht noch bis Halloween nächstes Jahr warten, deswegen.
Florian Bayer: Perfekt, okay.
Johannes Franke: Bis dann, ciao.
