Episode 107: Schultze gets the Blues
„Schultze gets the Blues“ aus dem Jahr 2003 handelt von Schultze.
Schultze hat ein sehr eingetaktetes Leben in einem kleinen anhaltinischen Ort. Sein Leben pendelt zwischen Arbeit im Bergwerk, Kneipenbesuch, Schrebergarten, Musikverein und Angeln. Aber Schultze und seine Kumpels Manfred und Jürgen werden in den Vorruhestand geschickt.
Plötzlich gibt es eine Lücke im Leben zu füllen, die offenbart, dass Schultze vielleicht auch noch andere Ambitionen gehabt hätte. Er hört einen Song im Radio, der ihn erst zu schockieren, dann zu faszinieren scheint: Zydeco, Musik aus Louisiana – die er gleich an seinem Akkordeon ausprobiert. Irgendwie lässt es ihn nicht los, trotz seiner erfolglosen Versuche, die anderen für diese Musik zu begeistern.
Aber sein Musikverein erkennt seine Leidenschaft und schickt ihn zum Kulturaustausch nach Louisiana – wo er zur “Wurstfeier” mit Jodlern und deutscher Nationalhymne, seine Polka spielen soll.
Eine späte Reise zu neuen Leidenschaften.
Plor, welche Leidenschaften könntest du dir vorstellen im alter zu entdecken?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 107: Schultze gets the Blues Publishing Date: 2023-01-18T13:39:33+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/01/18/episode-107-schultze-gets-the-blues/
Johannes Franke: Du hast ja schon Liebe für die Figur, bevor der nach Amerika geht und davor ist es ein pifiges Leben, das ich nicht haben will. Und trotzdem liebe ich ihn. Das ist schon eine Leistung, auf jeden Fall. So, Plur, und wieder eine Woche vorbei. Ah, schön. Ja. Ich vermisse dich immer, wenn du nicht da bist, Plur.
Florian Bayer: Ich dich auch, Johannes.
Johannes Franke: Kannst du das noch auseinanderhalten? Weißt du noch, was du gedacht hast, in welche Richtung es geht? Schulze Gets the Blues heißt der Film. Was erwartet man bei diesem Titel? Das Leben ist schön. Okay. Dank Blues. Na, dann bin ich mal gespannt, ob deine Erwartungen erfüllt wurden. Ich würde mal einen Text vorlesen kurz, einfach damit wir auf demselben Blatt Papier sind am Ende und über denselben Film reden. Auch für euch da draußen. Schulze Gets the Blues handelt von Schulze. Schulze hat ein sehr eingetaktetes Leben in einem kleinen anhaltinischen Dorf. Sein Leben pendelt zwischen Arbeit im Bergwerk, Kneipenbesuch, Schrebergarten, Musikverein und Angeln. Aber Schulze und seine Kumpels Manfred und Jürgen werden in den Vorruhestand geschickt. Plötzlich gibt es eine Lücke im Leben zu füllen, die offenbart, dass Schulze vielleicht auch noch andere Ambitionen gehabt hätte. Er hört einen Song im Radio, der ihn erst zu schockieren, dann zu faszinieren scheint. Seidico, Musik aus Louisiana, die er gleich an seinem Akkordeon ausprobiert. Irgendwie lässt es ihn nicht los. Trotz seiner erfolglosen Versuche, die anderen für diese Musik zu begeistern. Aber sein Musikverein erkennt seine Leidenschaft und schickt ihn zum Kulturaustausch nach Louisiana, wo er zur Wurstfeier mit Jodlern und deutscher Nationalhymne seine Polka spielen soll. Eine späte Reise zu neuen Leidenschaften. Plor, welche Leidenschaften könntest du dir vorstellen, im Alter zu entdecken? Vielleicht Polka? Was für eine schwierige Frage. Ja, aber die Frage ist ein bisschen, ob der Typ das brauchte bis dahin. Also er entdeckt sie, aber er scheint sich ja sehr gut eingelebt zu haben in diese Ödnis, die ich von außen sehe. Aber das sieht man ja intrinsisch vielleicht gar nicht so sehr so. Er hat noch seine Mutter, die er pflegt, ab und zu mal besucht im Altersheim, aber das war es, ne? Ja, von außen, ne? Und es ist das, was mir damals schon Sorgen gemacht hat, dass ich dachte, wenn man da drin ist, sieht das anders aus als von außen. Ich finde das Leben furchtbar, was mir da gezeigt wird. Ich finde diese pifigen Dörfer und diese Routine und dieses ganze Ding schwer zu ertragen, wenn einem das da so gezeigt wird. Aber irgendwie entwickelt man Liebe dafür durch den Film, weil der Film irgendwie sehr viel Liebe für seine Figur hat, ne? Ja, das ist krass, ne? Und das ist so ein Bild von einem Leben, das man nicht haben möchte, was aber manche vielleicht einfach brauchen. Ob er es jetzt gebraucht hat oder nicht, oder ob er vielleicht besser dran gewesen wäre, wenn er früher diese Leidenschaft entwickelt hätte, ist so eine Frage. Aber ich weiß gar nicht, ob der Film das so forciert, dass man sich darüber Gedanken macht. Der Film will ja eigentlich eher zeigen, dass es schön ist, vielleicht die Lücke, die entstanden ist durch das Ausscheiden aus der Arbeit, irgendwie mit etwas zu füllen, was mit dem bisherigen Leben nicht viel zu tun hatte. Was das Schöne ist, dass die ganzen Nebenfiguren jetzt nicht die drei Hauptmänner, die da irgendwie zusammen in den Ruhestand gehen, aber die ganzen anderen Nebenfiguren sind ja fast alles Laiendarsteller. Die haben ja sonst kaum Erfahrung zu spielen. Was man ihnen leider nun auch anmerkt, was mir aber den Film gar nicht so viel schlechter macht, als das bei vielen anderen Filmen der Fall ist. In dem Fall kann ich es irgendwie verzeihen, weil dieser Film sowieso zwischen Dokumentarfilm und fiktionalem Film irgendwie oszilliert. Das ist so spannend. Gerade weil die Leute eben Laiendarsteller sind und direkt vor Ort gecastet wurden. Und gecastet ist ein großes Wort. Die sind halt da hingekommen und haben gefragt, wollt ihr mitmachen? Ich finde, dass der Film genau das schafft, was ich vielen anderen Filmen, die so versuchen, ganz avantgardistisch oder ganz tolle Sachen neu zu machen, so ein bisschen vorwerfe, dass er es schafft, eine neue Idee reinzubringen. Nämlich, dass man einen Laiendarsteller für bestimmte Sachen benutzt und das Ganze irgendwie halb dokumentarisch wirken lässt und inszeniert, aber dann auf allen anderen Gebieten noch gute Arbeit leistet. Du hast noch einen guten Schauspieler im Zentrum, an dem du dich festhalten kannst. Du hast eine sehr gute Kameraführung streckenweise. Nicht immer, aber sehr, sehr gut nachgedacht. Und gute Leute, die auch Dokumentarfilmerfahrung haben und wissen, was sie da machen müssen und so. Und es ist einfach sonst handwerklich sehr, sehr gut, sodass man sich das leisten kann, die Laiendarsteller da reinzuhauen. wo wir wirklich die Tristesse einfangen. Ja, ich glaube, sie ist Schauspielerin. Nee, ne? Der Regisseur hatte große Diskussionen mit verschiedenen Leuten, die an dem Film beteiligt waren, und die dann gesagt haben, das ist doch kein Spielfilm mehr. Wenn die Leute da in die Kamera gucken und da irgendwie das alles so unbehäufig vor sich hinstolpert, kannst du die nicht rausschneiden. Und der meinte, der Film ist eine Stunde lang gelaufen schon. Die Leute wissen inzwischen, dass es kein Ordinary-Spielfilm ist, sondern dass es ein bisschen anders sich begreift alles. Und das finde ich absolut richtig. Die Haltung ist perfekt. Wie er kocht zum Beispiel, ne? Was total abgefahren ist, weil du natürlich nicht in einem Film sitzt, wo du das jederzeit erwartest. Überhaupt nicht. Das ist ein ganz anderer Film. Ja. Das finde ich schon ein bisschen beeindruckend, weil das ist sein erster langer Film. Also er hat vorher ein paar andere Projekte gemacht, aber das ist sein richtiger Spielfilm. Sein erster richtiger. Er hat auch nicht viel mehr danach gemacht. Er hat auch nicht mehr viel danach gemacht, aber das ist schon krass, weil er das irgendwie so beherrscht. Und selbst Roger Ebert hat den Film gesehen und hat echt vier von fünf Sternen, glaube ich, gegeben. Die Amerikaner waren voll begeistert von dem Film. Total krass, ne? Und ich finde es total schön, dass das so ankommt. Leckern sie an den Steinlampern. Na, 100 Prozent. er will raus, er will raus. so ein bisschen raus. Ja, Mann, ist so krass. Die ersten Szenen sind so langsam und das erste Wort ist einfach nur schön, weil er die Lampe sich anschafft. Und dann wieder Pause, sagt irgendjemand, weil er sich, weil er da dran an seinem Finger leckt und er noch dran gehalten hat, oh, salzig. Und dann ist wieder lange Ruhe und dann sagen sie irgendwann Prost. Das ist so super. Das ist, man hat sofort das Gefühl, das ist eine Trauerfeier, die die da abhalten wegen dem Vorurstand. Das hat so Trauerfeier-Vibes und aber auch so eine Dorftrauerfeier, wo sie dann halt alle irgendwie, beim Bier sind sie alle wieder zusammen, egal wie böse sie aufeinander waren. Das ist ja auch später nochmal zu sehen, wenn die dann bei Schulze das erste Mal, wo der eine dann feststellt, wir waren jahrelang zusammen auf einer Arbeitsstelle, wir haben jahrelang miteinander zu tun gehabt, haben Bier getrunken und alles und jetzt sitzen wir das erste Mal hier bei Schulze zusammen und essen.
Florian Bayer: ist ja auch der Hammer. Es ist ja unglaublich.
Johannes Franke: Die ist auch so reingeworfen. Ich liebe diese Schachszene. Gott, so stelle ich mir das vor, wie ich mit kindlichem Gemüt davor sitze und dann sage, ach scheiße, ich will aber nicht verlieren. doch richtig großartig? Sie ist großartig. Allein wegen dieser Szene lohnt sich's. Und jetzt die andere Szene, die ich auch noch großartig, aber sehr, sehr traurig finde, ist, nachdem die, ja, ihren Vorruhestand gegangen sind, gehen wir bei dem einen mit, der zu seiner Frau geht. Ja. Und die sitzt als erstes mit der Zeitung da und guckt die Stellenanzeigen durch. Die haben offensichtlich einfach nicht genug Geld, um das irgendwie aufzufangen, das, was jetzt wegfällt. Ein Vorruhestand und die Rente reicht anscheinend auch nicht unbedingt. Sonst würde sie nicht so verzweifelt in diesen Zeitungen rumgucken und liest dann vor, 70.000, bis zu 70.000 im Jahr Mitarbeiter jeden Alters gesucht und versucht, ihm das irgendwie so ein bisschen unterzuschieben. Und es ist so traurig. Und er macht dabei mit dieser Angel, die er sich da irgendwie neu gekauft hat und sagt, während sie das vorliest mit den 70.000 und Mitarbeiter jeden Alters, sagt er, oh, butterweich. und da ist dann seine Angel dran. Es ist großartig, aber es ist echt, echt traurig. Naja, es ist so ein bisschen Wir sind jetzt zehn Jahre Die abgehängt sind auch, ja. Und das Filmteam hatte echt großes Glück. Die haben echt Angst gehabt, dass die da, die kommen da hin und dann sind die das Filmteam aus Berlin und dann sagen die alle, naja, und dann wollt ihr uns so wieder hier irgendwie schlecht dastehen lassen oder uns verarschen oder sowas. Aber es war gar nicht so. Die kamen da hin und alle, die dort waren, in diesem Dorf, Teutschental, das kenne ich auch. Da bin ich auch aufgetreten schon.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Es ist halt, naja, in der Nähe von Halle und ich bin halt in Leipzig aufgewachsen und ist man da irgendwie so ein bisschen rumgekommen. Das heißt, ich kenne dieses Dorf und ich kenne die Gegend auch und das ist schon echt gottverlassend, muss man sagen. Da ist auch nichts, ne? Na, genau. Da ist ein Windrad und eine riesige Straße. Richtig, genau das. Und das war's. Ja, und ich bin auch in dieser Zeit, in der das gedreht wurde, dort aufgetreten. Ah. Ja, ein Stückchen früher sogar. Ja. Und es ist so krass, weil die Leute wirklich gesagt haben, naja, klar, kommt. Wir machen das für euch. Es ist kein Problem. Wir setzen uns da mit rein und dann gucken wir mal, wie das wird und die haben das echt aus... Diese, naja, Drehtage, ne? Acht bis zehn Stunden am Tag oder zwölf Stunden. Manchmal, wenn du Pech hast für Kinofilme, da kommt das auch öfter mal vor. Also wirklich lange Drehtage und die halten da aus und dann haben die da diese riesige Szene, wo der Chor auftritt und diese ganzen anderen Sachen auftreten und so. Das ist eine aufwendige Szene und die haben da echt durchgehalten und haben sich da mit alle mit reingesetzt und haben gesagt, ja, wir machen jetzt einen Film über unsere Gegend und wir haben gar nicht so die Angst davor, dass ihr uns schlecht dastehen lasst, sondern wir werden ja mit ins Boot geholt und sind ja alle transparent und so. Das fand ich toll auch, dass das Filmteam das für sich in Anspruch genommen hat zu sagen, wir gehen einfach mit denen rein, erzählen alles und sind offen mit allem, was wir machen wollen und die haben so eine Authentizität dadurch erreicht. Das ist unglaublich. Also gerade dieser Chor zum Beispiel, wie der da singt. Also mir rollen sich die Fußnägel hoch, aber allein dieser Chorleiter, der da steht und das dirigiert, so authentisch kriegst du das
Florian Bayer: Großartig.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Aus den Südstaaten, sagt er.
Florian Bayer: Das Wurstfest ist so geil.
Johannes Franke: Aber du musst da jetzt hin. Aber wir sehen, was deine persönliche Leidenschaft da ist. Und das finde ich sehr, sehr schön am Film. Dass man tatsächlich sagen kann, diese Ambiguität, ne? Ich finde, was du da machst, also ich kann damit nichts anfangen, ich finde es total scheiße, aber ich sehe, was du willst und ich will dir helfen. Ja. Das ist jetzt nicht sofort passiert, sondern eine Weile braucht, bis die Leute sagen, na gut, okay, ja, du hast recht. Aber auch nicht besonders lange, ne? Also es kommt relativ so. Er hat dann halt irgendwann Geburtstag und dann schenken sie ihm das quasi so ein bisschen in den Arsch tritt, wenn auch sehr vorsichtig. Ja, und sie sagt ja, du musst mal ordentlich, wenn du richtig Geld verloren hast in der Spielhalle, dann nimmst du manche Sachen einfach nicht mehr so ernst. Ja. Super Motto. Und dann, wenn sie gestorben ist, geht er halt mit deinen Freunden da in die Spielhalle. Hier zu Ehren. Und dann kloppen die alles auf
Florian Bayer: und setzen einmal. Weißt du, nicht, dass sie das irgendwie aufteilen oder sowas. Nein, sie setzen alles einmal und verlieren alles.
Johannes Franke: Oh, schade. Und ich muss dir dazu sagen noch, weil wir ja vorhin bei dem Typen waren, dem Arzt und dem Bahntypen, der da die Schranke öffnet. Ich habe das Gefühl, dass wir immer mal so Leute sehen, die irgendwie Ambitionen hätten. Ja. Also wie er eben auch, wie Schulze ja am Ende dann eben auch den Schritt geht und nach Amerika geht. Aber die anderen bleiben halt gefangen in ihrem Dingens, hätten aber eigentlich Ambitionen gehabt. Der Arzt wollte Opernsänger. Ja. Auch nur so reale Szene. Absolut surreal. Und du denkst dir, what, warum singt der jetzt einfach los? Ja, und seinen Gedichten, die er zitiert und so. Es ist schon gut. Und es läuft auch ein anderes Zitat mal durch, was ich auch aufgeschrieben habe, was ich wahnsinnig wichtig finde für den Film. Nämlich, soll sich mein hochfliegender Geist an den Schneckengang der Materie ketten lassen. Was natürlich den Film irgendwie auch als Überthema begleitet. Ja. Aber natürlich... Macht er das nicht gerade auch?
Florian Bayer: In einem Alter, ja ja.
Johannes Franke: Ich finde das so irgendwie so schön selbstreferenziert und so schön in sich selbst verkettet drin im Film und im Thema. Und Schulze nun leider halt einfach in einem Alter ist, wo er einfach nicht mehr viel Zeit hat, das alles zu machen. Nein. Ich auch nicht. Ich habe die Musik noch nie vorher, also natürlich, als ich den Film das erste Mal gesehen habe, aber da habe ich keinen Wert drauf gelegt. Aber ja, coole Musik, gute Musik, also sehr swingy und auch so eine Arbeiterwurschung. Ja, es ist ja, es gab ja auch die französische Inspiration, Musik Creole, oder wie das ausgesprochen wird, keine Ahnung. Auf jeden Fall gibt es Einflüsse, auch europäische Einflüsse davon und die ersten, die ersten Recordings davon waren es schon 1929 und die Entwicklung dahin kann man, wenn man will, zurück bis 1600 irgendwas ziehen. Also es ist schon ein langes Ding, was sich lange entwickelt hat und wird heute noch viel gespielt mit Waschbrett und mit... Akkordeon und ein Schlagzeug noch oder so. Das ist schon eine geile Entwicklung, oder? Dass der wirklich, der steht am Radio, hört diesen Song, erst mal so mit so einem, oh Gott, was ist das? Ich mach das wieder aus. Und dann bleibt er stehen und denkst, nein, Moment, ich muss da nochmal ran. Mach das nochmal an und ich finde, man kann seinen Kopf so gut denken sehen. Ja. Es ist so toll und so der Widerspruch in sich und so dieses, ist das jetzt interessant oder ist das doof? Und dann, wie er rangeht an sein eigenes Instrument und das langsam erhöht das Tempo und dann schon fast manisch da drin steckt und das immer weiter versucht, irgendwie in diese Richtung zu biegen. Und das kommt ja auch dort an, tatsächlich irgendwie, aber eben auch so ein bisschen, so eine deutsche Schulzart. Ich find's so schön, dass du sagst, dass die Musik dem deutschen Folklore auch gar nicht so fern ist, weil der Film macht das auf vielen Ebenen. Dieses Gefühl von irgendwie ist das zwar anders und exotisch aus der Ferne, aber wenn du dort bist, er geht nach Amerika, dann sind das genau die gleichen Fressen. halt in der Kneipe und kloppen Skat und dort sitzen sie in der Kneipe und machen mit Dominosteinen irgendwas. Und die sehen ganz genau so aus, das ist ganz genau das Gleiche. Und sie haben auch Oh Gott, oh Gott. Aber er packt bei dem Festival dann sein Akkordeon weg und haut ab quasi. Das ist zu deutsch. zukommen lässt. Man hat immer wieder das Gefühl, dass es nur wenig Drehbuch gab, aber das stimmt gar nicht. Also es ist wirklich sehr, also es gab ein sehr durchgeskriptes Drehbuch, wie das normalerweise so ist, aber der Film schafft das irgendwie, das alles sehr dokumentarisch und sehr improvisiert fühlen zu lassen. Es wird komplett frei, also ich habe das Gefühl, wenn du da bist. Vor allem, Bobby Jones Tschech Band. Die Tschech Band, ja. Und dann fragt er sie auf Russisch, ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, Gavrej Sproski. Sprecht ihr Russisch, könnt ihr Russisch, weil er dann die Verbindung, seine eigene Verbindung, DDR-Vergangenheit und so weiter, da irgendwie sieht und die haben aber kein Russisch drauf. Natürlich nicht. Oh nein, das ist so traurig. Und die, sie scheinen sich zu versuchen zu unterhalten und dann tanzen die durchs Bild und wir verlieren sie wieder so ein bisschen und dann sind sie wieder da und dann geht sie plötzlich aus dem Bild raus und er steht da und denkt sich, äh, äh, äh, was jetzt? Und dann geht er raus und dann kommt sie später wieder mit zwei Getränken und sucht nach ihm und das ist so eine traurige Szene.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ja. Aber er lernt nicht viel dazu, was sehr realistisch ist in dem Zusammenhang. Was ich total gut finde, dass das nicht so magisch, plötzlich kann er irgendwie sich da verständigen und wir haben Gespräche ganz große. Ne, Ja, das ist toll, dieses Gefühl von, okay, ich wurde jetzt einmal geschubst und jetzt nutze ich aber diese Chance auch und stolpere weiter. Stolpere einfach weiter, einen Fuß vor den anderen, egal wo es hingeht, Hauptsache es wird schon irgendwo landen. Und wirklich stolper an dem Wasser. die Frau ist so großartig. Und ich finde ganz toll, dass Schulze nicht dorthin kommt und dann irgendwie, weiß ich nicht, was würde ein amerikanischer Film machen? Tut mir leid, das ist jetzt ein bisschen Amerika-Bashing. Das ist wirklich eine Liebeserklärung an Amerika. Ja, aber was würde Hollywood draus machen? Sagen wir es so, das ist ja nicht Amerika. Das ist ja Hollywood, das ist ja eine eigenständige Identität. Es gibt keinen Talent-Scout, der ihn entdeckt und sagt, so, du bist der Deutsche, dich holen wir jetzt hier groß in einen Talent-Dingen. Oder er findet nicht seine große Liebe. Oder solche Sachen. Das ist nicht irgendwie, dass er dann sein Leben völlig andere Flüge bekommt und dann hat er ein Happy End mit irgendeinem großen Ding, was sich entspinnt. Nein, es ist ganz ruhig, es bleibt der leise Film, den er vorgibt zu sein. Der Film hat nicht umsonst viele Preise gewonnen, muss man mal sagen. Die haben ja auch bester Film, bestes Debüt, bestes Drehbuch, bester Hauptdarsteller beim Stockholm International Film Festival 2003, bester Film, beste Regie, bestes Szenenbild, Filmfest Guillaume 2003. Also es ist, die Liste ist auch relativ cool, was so die Festivals betrifft. Special Directors Award bei den Filmfestpielen in Venedig. Das ist schon auch geil. Und es ist, man muss dazu sagen, es ist ein kleines Fernsehspiel. Weißt du, was das Konzept kleines Fernsehspiel ist? Ist das nicht TV-Filme? Ja, genau. Dass Fernsehsender öffentlich-rechtlich diesen Topf, diesen Fördertopf erstellt haben, um neuen Regisseuren eine Chance zu geben. Mit kleinem Budget. Und das wird dann im Fernsehen verheizt so ein bisschen. Also es gibt die positive und die negative Konnotation davon. Es ist halt Unterstützung, positiv, aber es ist halt echt wenig Geld, muss man sagen. Und es wird so ein kleines bisschen dann im Fernsehen da versendet, nachts, und dann ist gut. Das ist so traurig. Naja, ich weiß nicht, wie der Stand der Dinge ist, aber das war so zwischendurch der Tenor-Unterfilme. Aber er hat es ins Kino geschafft, oder? Und der ist aber im Kino gelandet und hat es ein bisschen bis nach Amerika geschafft und international im europäischen Raum sehr anerkannt worden. Und das finde ich schon toll, dass so ein kleines Fernsehspiel es geschafft hat, wirklich so ein Kino-Release zu bekommen und so hoch zu kochen. Das ist wirklich, sie haben nicht viel Geld gehabt. Und dann sind sie nach Louisiana gekommen und haben gedacht, naja, und das sind dann wieder Leute, die wollen dann irgendwie Geld und wir haben nicht viel Geld und was machen wir denn da? Und dann, genauso wie in Deutschland, wo das Dorf locker hätte sagen können, ihr wollt euch einfach nur über uns lustig machen, wir machen nicht mit und es trotzdem gemacht haben und gesagt haben, ihr macht das schon, sind die nach Louisiana gekommen und die Leute haben nicht etwa gesagt, ah, die reichen Filmemacher kommen, wir lassen euch bluten, sondern ganz im Gegenteil, die sind da hingekommen und haben gesagt, na, das ist ein Erstlingsfilm und wir haben nicht viel Geld und dann haben die gesagt, ja, wir haben hier alle wenig Geld, wir kriegen das schon hin. Und das ist so eine schöne, es ist schön, Ja, und dann haben die ein ganz tolles Tonkonzept gehabt, das muss ich auch mal nach vorne stellen, weil ich ja immer die verschiedenen Departments im Kopf habe und dieser Film lebt ja sehr viel von seinen Tönen auch, weil eben so viel, ja, also ohne Dialog läuft und dann sind die Töne wahnsinnig wichtig und die haben da irgendwie mit sechs Mikros gearbeitet, die sie im Raum platziert haben, um den ganzen Raum akustisch irgendwie abbilden zu können und das so als wesentliches Konzept, um das irgendwie hinzukriegen. Du hörst ja auch nicht viel anderes als Raum. Ja. Und wenn wir dabei sind, dass diese Dörfer in Deutschland und die Dörfer in, oder Rurals oder wie man das auch immer nennt in Amerika, dass das dann doch am Ende gar nicht so unterschiedlich ist, dass die Menschen halt Menschen sind und auch in bestimmter Art und Weise leben und, liebevoll miteinander in ihrer Community sind, möchte ich doch trotzdem eine Top 3 gesehen, die in die pifigen Dörfer geht und nicht in die liebevollen Dörfer.
Florian Bayer: Unsere äh, äh, Top 3 Deprimierende Dörfer. Das heißt,
Johannes Franke: Okay. Also, ich muss schon sagen, dass ich die Dörfer, die da dargestellt wurden, schon auch deprimierend fand. Deswegen hab ich die Top 3 gegeben. Ich gebe zu, dass sie mit sehr viel Liebe dargestellt sind, aber ich möchte da nicht leben. Trist, aber nicht deprimierend. Definitiv. Architektonisch toll, aber sobald du da durchgehst und mit mehreren Menschen zu tun haben musst, ja. So, nachdem wir es uns mit allen Menschen vom Land
Florian Bayer: Sorry, Melly. Sorry, Melly. Es tut mir sehr leid.
Johannes Franke: Hm. Ich hätte einen Augenzwinkern als Platz 3. Oh. Ja. Die Schöne und das Biest.
Florian Bayer: Sie will da raus. Ja. Der must be more to this provincial life. Ich find's sehr süß. Das Dorf ist natürlich sehr süß und so.
Johannes Franke: der mit Disney nichts anfangen kann.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber sie will da raus und ich kann's verstehen. Natürlich. Sie will in die große, weite Welt und Dinge erleben. Und deswegen pöpelt sie den Buchhändler an.
Florian Bayer: Der ihr gerade ein Buch geschenkt hat und sie sagt immer,
Johannes Franke: Schön und das Bistoller-Film, sollten wir mal wieder schauen. Ja, ist ein bisschen schwierig mit dem Stockholm-Syndrom und so. Straw Dogs. Mein Platz zwei ist ein deutscher Film, ein weiterer. Weil ich das Gefühl habe, dass die Deutschen das mit den deprimierenden Dörfern irgendwie drauf haben. Das ist ein bisschen krass. Und zwar ein Film namens Vergiss Amerika aus dem Jahr 2000, 2001, irgendwie sowas. Von Vanessa Joop. Und da geht es um drei Typen, drei Freunde. Eine Frau und zwei Typen, die da aufgewachsen sind in so einem kleinen Ort, kleinen Örtchen und da irgendwie alle raus wollen. Die haben alle auch Ambitionen, wie auch in diesem Film.
Florian Bayer: Und, ah, Floor.
Johannes Franke: Ja, und Johannes spielt in diesem Film mit. Das ist mein erster Film, den ich mitgespielt habe. Oh, es ist sogar dein Debüt. Ja, genau. Aber nicht meinetwegen guckt den Film, nicht meinetwegen guckt den Film, weil wirklich diese drei Hauptfiguren... Spielst du nicht den kleinen Fascho? Ja, also, ich hab Platz. Also, folgendes. Es gibt eine Frau, die will Schauspielerin werden. Und am Ende gibt's eine Szene, wo sie, also nicht ganz am Ende, aber es gibt so zwischendurch eine Szene, wie sie in ein Synchronstudio kommt und dann Porno synchronisieren soll. Das sind so die Gegenüberstellungen von Wünschen und Träumen in die Zukunft und dem, was am Ende draus wird, weil es irgendwie schwierig ist. Man scheitert an der Realität. Und der eine will Luxusautos verkaufen, amerikanische, und baut da irgendwie in diesem Ort, wo es einfach niemanden interessiert, so einen Autohof auf mit ganz vielen amerikanischen Luxusautos. Wer will die dort? Aber es ist ein Traum. Und dann endet er halt darin, dass er irgendwie für Polen, die ihren Verschiebebahnhof für geklaute Autos irgendwie dort betreiben, die ihnen Geld geben, dass er das in der Gegend rumfährt, die Autos. Ah, was eine schwierige Sache ist. Und dann gibt es den Fotografen, also den, der gerne Fotograf werden will, der halt bei einem Dorffotografen endet, der da so einen, naja, seinen Background hat und sein gesetztes Licht. Und da müssen alle Leute durchgeschickt werden, ohne große Ambitionen. Und dann muss er am Ende schließen, der Dorffotograf, und der ist wieder arbeitslos, unsere Hauptfigur da. Und es sind halt alles so Wünsche von jungen Menschen, die alle mal raus wollten, wo die Entwicklung aber irgendwie echt stecken bleibt, weil man an der Realität scheitert. Natürlich eine Liebesgeschichte auch zwischen dem Mädel und den beiden Männern und so. Und dem kleinen Bruder, der Fascho ist. Oh Gott, das klingt so, als ob ich Angst davor haben müsste, dass du mir diesen Film gibst.
Florian Bayer: Warum?
Johannes Franke: Okay, wir machen folgendes. Das wird ein Special und wir nehmen uns dabei auf. Wie wir ihn gucken? Wie wir ihn gucken. Wir gucken ihn zusammen hier auf Leinland und dann nehmen wir uns dabei auf, wie ich dich umbringe. Okay.
Florian Bayer: Oh Gott, es wird ganz viele Rauchpausen auf dem Balkon geben.
Johannes Franke: Dann müssen wir uns aber im Winter gucken, damit du möglichst in die Kälte musst. Okay. Dein Platz 1. Mein Platz 1. Fargo. Ich fand diesen Film immer schon wahnsinnig beeindruckend. Ich finde auch die Serie, die sie daraus gemacht haben, tatsächlich gut. Es ist ein, boah, du guckst dir den Film an. Es ist so ein bisschen Western-artig fast, aber eben Schnee-Western. Es ist halt alles unter dieser Decke von Schnee, die auch diese ganzen Aggressionen und die ganzen Probleme und Konflikte dieses kleinen Örtchens irgendwie bedeckt und abdämpft und sodass nie irgendwas richtig rauskommt. Und dann rastet halt der Familienvater einmal aus und er bringt seine Frau um. Und es ist wirklich, wirklich krass. Gut erzählt. Sehr, sehr gut erzählt. Auch sehr langsam, streckenweise. Und mit einem trockenen Humor, der manchmal echt gut ist. Die Coens. Ja, die Coens haben es drauf. Ja. Auf jeden Fall, fantastischer Film. Ja. Vielleicht auch besprechenswert. Das war unsere Top 3. Okay, zurück zu Schulze Get the Blues. Ja, es gibt auch diese Tradition von den Amis, dass man so Sitcoms um Schauspieler-Comedians drumrum schreibt, die dann einfach so heißen, wie sie heißen und dann ihre Show haben. Ja, aber ich erinnere mich, da gab es doch schon noch ein paar Sachen. Egal, dieses Argument verbrennen wir jetzt wieder. Und Horst Krause, das ist einfach so eine Figur, weißt du, so eine Kultfigur, die einfach so da ist, wo einfach jeder sagt, okay, das ist doch der Horst. Der braucht doch seine eigene Show. Ich glaube, das ist das, was den Film, was die Schauspieler betrifft, also nicht die Leihendarsteller, sondern was die Schauspieler betrifft und die Schauspielführung durch den Regisseur, Kudos, dass der es schafft, diese Natürlichkeit und völlig frei von irgendwelchen prätentiösem Zeug, er ist einfach nur da. Weißt du, oft steht er auch einfach nur in der Ecke und muss nicht viel tun und er ist einfach präsent und da. Und wenn er anfangen würde zu spielen, im Sinne von, ich bin ein Schauspieler, ich sage euch jetzt, dass ich traurig bin, das wäre tödlich für den Film. Genau, genau. Und ich finde, dass sie das so verinnerlicht haben. Ich weiß nicht genau, wie viel vielleicht auch davon in den Schauspielern schon drin ist. Der eine hat ja, Warmbrunn, glaube ich, wurde gefragt. Ob er es machen will. Und er meinte, oh ja, ich kann mich auch bei euch mit ins Set setzen, wenn ihr wollt. Wenn das mit meiner Hüft-OP sich nicht in Konflikt gerät, mache ich das. Das ist kein Ding. Ja, das passt so zu dem. Ich glaube, er war ein kleines bisschen traurig, dass er nicht mit Amerika durfte. Ja, das kann ich mir vorstellen. Weil er muss ja in der Heimat bleiben und immer die Briefe bekommen mit den Fotos, was jetzt passiert. Und ich finde es so süß, die Gegenüberstellung von dem, was in Amerika passiert, wirklich. Und wie die sich das vorstellen. Der wird jetzt ein Star. Der nimmt jetzt sein Album aus.
Florian Bayer: Der nimmt jetzt sein Album aus und dann kennt er uns nicht mehr.
Johannes Franke: Ja, aber ich, ach. Brauche ich es vielleicht sogar zu viel gesagt. Ja, es ist ja ein Happy End eigentlich, weil er wirklich nochmal das machen durfte, was er entdeckt hat und das nochmal erleben durfte und dann, naja. Genau. Es ist einfach die Blaskapelle und wie, er stirbt es auch total. Naja, gut, okay, er hat jetzt so diesen kleinen Herzinfarkt oder was auch immer das ist und dann wird er daraus begleitet und man macht da aber auch nicht ein großes Fass auf. Nee, es wird kein großer Aufrüst drum gemacht. Er wird dann halt da hingesetzt, oben, ja, schlaf mal hier, Decke und dann gibt es halt den hörbaren letzten Atemzug, den ich auch ganz, ganz, ganz minimalistisch eingesetzt inszeniert finde und dann zieht sich der Mond zu und das war es. Ja, genau. Und es ist schön, ein Ausblick auf ein kleines, anderes Leben, was er vielleicht hätte haben können, aber was jetzt einfach, vielleicht reicht das auch, ist in Ordnung. Er hat das gehabt und es ist schön. Ja, vielleicht. Aber es ist ja auch ein Rückgriff auf ein Bild, was vorher ist, genau dieses gleiche Bild hat er ja schon, wenn er mit seinem Fahrrad da langfährt. Anhalt, ja, Anhalt, wichtig, wichtig, Unterschied. Frage noch wieder zurück, welche Leidenschaft könntest du dir vorstellen, im Alter zu entdecken? Filme? Ich finde es schwierig, ich werfe die Frage mal zurück, was denkst du denn? Naja, was man alles im Rest des Lebens nicht gemacht hat, was sind das für Sachen? Das Problem ist bloß, entdecke ich dann Steuern für mich? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es sowas, Zahlenspieler? Aber das ist alles dein Kind, ich sag's dir. Solange dein Kind in dem Alter ist, in dem es monatlich neue Leidenschaften entwickelt, tust du das auch dann nicht mehr. Glaube ich nicht. Ja, okay. Verstehe. Okay. Ja, das ist so ein bisschen das Fazit. Fazit. Man sollte das vielleicht durchziehen. Man sollte die Sachen am Shop verpacken und einfach wirklich, auch wenn man, weiß ich nicht, wie alt ist der? 60, 70, Mitte 60, weiß ich nicht. Naja, Anfang 60. Also Vorurstand heißt ja, muss 65 sein. Stimmt, ja. Also um die 60. Wenn man da nochmal eine Leidenschaft entwickelt, dann nimm's, nimm's. Auf jeden Fall. Sei froh, dass die Leidenschaft um die Ecke kommt. Es passiert mir auch selten genug, dass ich dir mal einen Film zeige, den du noch nicht kennst und von dessen Existenz dir noch nicht so richtig bewusst war. Ja. Vielen Dank, dass du den geguckt hast. Ja, danke, dass du ihn mir gegeben hast. Schön. Ja, dann, wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht nächste Woche, was für einen Film wir dann besprechen werden, was Plor mir vorsetzt. Ja. Oh, ich sehe schon dieses diabolische Grinsen. Bleibt dran. Dann bleibt dran und hört es euch an. Ja, euch eine schöne Woche bis dahin und bis dann. Bleibt gesund. Oh, okay, okay, okay. Die jedenfalls nicht gängig ist für die männlichen Männer, die das aus männlichen Männlichen Männer, die aus männlichen Männergründen diesen Film männlich-männlich Bis dann, ciao. Oh, und dieser Daim, wie er schmilzt im Mund. Ich hatte ja nur eine Frage, die mir jetzt so völlig durchgegangen ist. Ich höre, aber ich futtere dabei weiter daim. Ja, ja. Wie ist das? Es gibt ja nun viele Leben, die man von außen betrachtet und sagt, naja, oh Gott, so will ich nicht leben und was ist das für ein Typ. Schafft man es, jedes Leben mit so viel Liebe zu erzählen, dass man als Zuschauer diese Liebe entwickelt und sagt, oh, ein toller Typ ist zwar nicht meins, aber. Ja. Schaffen wir es also aus jedem Leben so in 90 Minuten gepresst, die kleinen Heldentaten des Lebens rauszuholen und uns das schmackhaft zu machen oder wenigstens dem Zuschauer ein Gefühl dafür zu geben, dass das so seine ganz eigene Heldenhaftigkeit und Liebe mit sich bringt. Die Frage ist ja nicht, ob ich das als Filmemacher schaffe, überhaupt generell, sondern die Frage ist, ob jedes Leben das Potenzial bietet. Ob ich jedes Leben so erzählen kann. Im schlimmsten Falle Hitler, das will ich natürlich nicht, aber könnte ich das? Aber weißt du, bei dem Sexualstraftäter ist noch das Ding, dass es natürlich ein großes Thema ist, es ist bei Schulze Get the Blues, da passiert ja gar nicht so viel. Du hast ja schon Liebe für die Figur, bevor der nach Amerika geht. Und davor ist es ein pifiges Leben, das ich nicht haben will. Und trotzdem liebe ich ihn. Das ist schon eine Leistung. Ich glaube, dass das Erkenntnis daraus ja im Grunde dann ist, dass ich nur meine Umgebung besser beobachten muss, um die Liebe und die tollen kleinen Momente des Lebens eines jeden, weiß ich nicht, Finanzbeamten oder was auch immer sehen zu können. Ja. Also, ob ihr Filmemacher seid oder nicht, lasst euch auf eure Leute ein in der Umgebung. Auf jeden Fall. Ciao. Oh mein Gott, jetzt das war preachy. Hey man, hey man, hey man. Ich hatte jetzt einen Diamond und gehe dann eine rauchen. Er friert schön auf meinem Balkon. Rauch eine. Bis dann.
