Episode 109: The Addams Family – Von den Cartoons über die Sitcom bis Wednesday
Meine Güte was hab ich mir nur dabei gedacht. Die Addams Family. Es gibt Unzählige Episoden von Animated Series, Live Action Series und über 50 Comics des Original Mr. Adams, der die Familie erfunden hat, gibt es zu sehen.
Gestartet hat die Addams Family als makabrer und düsterromantischer Gegenentwurf zur braven amerikanischen Vorstadtfamilie der 30er Jahre – gezeichnet von Charles Addams, der sich in den 60ern hat überzeugen lassen, dass es Bewegtbildpotenzial gibt für die makabre Familie.
1964 bis 1966 lief die erste Serie und ihr sollten viele, viele mehr oder minder gute Versuche folgen, den Spirit des Originals einzufangen.
Plor, natürlich müsste ich dich folgerichtig fragen: welche der Vorliegenden Verfilmungen trifft denn für dich den Geist von Charles Adams am Besten. Aber das sollten wir vielleicht erst am Ende resümieren. Deshalb mal ganz von vorn angefangen: gefällt dir die Idee der Addams Family überhaupt? Kannst du mit dieser Gothic-Overkill-Idee etwas anfangen?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 109: The Addams Family – Von den Cartoons über die Sitcom bis Wednesday Publishing Date: 2023-02-01T20:26:08+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/02/01/episode-109-the-addams-family-von-den-cartoons-ueber-die-sitcom-bis-wednesday/
Johannes Franke: Das ist natürlich der Punkt bei der komödiantischen Aufarbeitung des Themas. Also eine ernste Aufarbeitung würde zum Beispiel nicht funktionieren.
Florian Bayer: Nein, nein, nein, ernst funktioniert das nicht. Du darfst da nichts Ernstes reinbringen, wie Killer oder so.
Johannes Franke: Ja, oder irgendwelche Schwulen. Teenage-Love-Stories.
Florian Bayer: Ja, ja, genau. Ihr merkt schon so, es Brode, das ist so ein Rent-Incoming.
Johannes Franke: Musik Musik Musik Musik Musik
Florian Bayer: Badadadam, badadadam, badadadam, badadadam.
Johannes Franke: Oh mein Gott, Bloor.
Florian Bayer: Oh mein Gott. Laufen die etwa?
Johannes Franke: Wir laufen. Wir laufen. Nein. Ich hab's einfach aufgenommen.
Florian Bayer: Herzlich willkommen, liebes Publikum und tut uns schrecklich leid zu dieser besonderen, muss man sehen, Podcast-Episode, wo wir über die Addams Family reden.
Johannes Franke: Die Addams Family. Und ich bin jetzt noch gar nicht eingepegelt, Plur. Dein Mikro ist auch noch gar nicht richtig. Nein, das stimmt einfach so.
Florian Bayer: Gar nichts, aber wir improvisieren. Wir improvisieren uns einfach rein in diese Episode. Johannes hat mir diese Woche eine Aufgabe gegeben. Er hat gesagt, ich möchte, dass du Adams Family Values guckst. Und da meinte ich, ach, Jetzt echt so einen zweiten Teil aus einer Reihe?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann meinten wir...
Johannes Franke: Ich kann dir so gut die Idee, nur den zweiten Teil zu nehmen. Also ich dachte, vielleicht nehmen wir dann wirklich die ganze Addams Family zusammen, weil Wednesday ist ja auch rausgekommen auf Netflix. Vor kurzem? Für uns vor kurzem, aber naja, wie soll ich sagen, wir nehmen lange Feuer auf und Wednesday ist wahrscheinlich seit Dezember erfolgreich und wir strahlen aus, wann? Februar? Ich weiß es nicht genau.
Florian Bayer: Ja, ich glaube, wir sind jetzt ungefähr im Februar, aber verflucht erfolgreich und ist immer noch frisch, würde ich behaupten.
Johannes Franke: Ja, okay, okay. Das heißt, diese Folge wird heißen Why Wednesday Sucks.
Florian Bayer: Wir werden ganz viel über die Addams Family reden. Wir werden natürlich auch ein bisschen über die klassische Sitcom reden, die wir auch so ein bisschen geguckt haben. Ich weiß nicht, wie sehr... Ja, ich hab ein bisschen reingeschaut.
Johannes Franke: Ja, Ich habe so viel geguckt, wie mir irgendwie möglich war in der Zeit, die mir zur Verfügung stand. Ich weiß nicht, was du alles geguckt hast. Genau, das habe ich auch gemacht.
Florian Bayer: Genau, wir werden über die Geschichte der Addams Family reden. Wir werden bestimmt noch kurz zu den Monsters zu sprechen kommen. Weil ich kannte die Monsters vor der Addams Family.
Johannes Franke: Du warst ein Monsters-Guy.
Florian Bayer: Ich war in Monster-Sky, aber vor allem, weil ich glaube, ich kannte die Addams Family gar nicht. What? Sag mal, wie es besser ist. Bei mir ist es, glaube ich, wirklich so, den ersten Kontakt mit der Addams Family hatte ich eben durch genau die beiden Filme, die heute im Fokus stehen.
Johannes Franke: Ich glaube, ich hatte den ersten Kontakt auch mit den Filmen. Und... Die Monsters habe ich kurz reingeschaut nochmal und habe festgestellt, ich kenne die tatsächlich ganz gut. Warum kenne ich die so gut? Und natürlich habe ich sie als Kind anscheinend gesehen.
Florian Bayer: Die Monsters liefen im deutschen Fernsehen und die Addams Family war offensichtlich eher so ein amerikanisches Phänomen. Hans, das waren ja auch populärer als die Addams Family zur Sitcom-Zeit.
Johannes Franke: Das ist auch disputable.
Florian Bayer: Sie waren populärer, sie waren beliebter und sie wurden mehr geguckt. Ich habe jetzt... Als Vorbereitung auf diese Episode natürlich beide nochmal ein bisschen geguckt und festgestellt, ja, die Addams Family ist schon besser als die.
Johannes Franke: Ja, muss man schon sagen. Aber die Monsters, ich kann mir vorstellen, dass die Monsters für Kinder wesentlich mehr Entertainment sind.
Florian Bayer: Ja, vielleicht weil die Monster-Referenzen offensichtlicher sind.
Johannes Franke: Viel offensichtlicher und viel mehr Slapstick habe ich das Gefühl.
Florian Bayer: Viel mehr Slapstick und halt auch viel mehr so diese typischen Frankenstein-Horror-Klischees, während die Addams Family... so ihr eigenes Ding sind. Die haben zwar diesen Gothic-Charme und die haben diese Referenzen an klassische Horror-Tropes, Aber die machen das anders und die machen das auch ein bisschen subtiler.
Johannes Franke: Die sind auch ein bisschen so sophisticated, weißt du?
Florian Bayer: Ja, genau.
Johannes Franke: Und als Kind kann man damit nicht viel anfangen, glaube ich, wenn man dann irgendwie davor sitzt und sagt, ah, es ist ein Wortwitz, ja, ja. Ich will ja Leute auf die Fresse sehen.
Florian Bayer: Ja, und die Monsters sind auch, obwohl sie offensichtlicher monströs sind, viel braver als die Addams Family.
Johannes Franke: Das ist ein bisschen das Ding. Die sind ein bisschen inverted habe ich das Gefühl, weil die Monsterhaftigkeit ist bei den Monsters offensichtlich, also an der Oberfläche, aber eigentlich sind sie eine sehr biedere Familie. Und bei den Adams ist es halt andersrum. Von außen, naja, gut, okay, es sind... Sie sind komisch angezogen, aber sie sind normale Menschen theoretisch.
Florian Bayer: Ja. Und sie sind ja auch in der Sitcom nicht so düster. Also abgesehen von Morticia. Ja. sind sie bei weitem nicht so düster wie später in den Filmen. Da kam ja dieses Barry Sonnenfeld-Ding mit rein. Der für mich immer so ein bisschen eine Mainstream-Variante von Tim Burton war. Also zumindest in den 90ern.
Johannes Franke: Okay, ja gut.
Florian Bayer: Der hat Tim Burton Ästhetik gemacht für Leute, denen Tim Burton ein bisschen zu bizarr und zu crazy ist. Also Adams Family ist natürlich das beste Beispiel, aber auch Man in Black zum Beispiel hat auch diese Burton-Neske-Ästhetik so ein bisschen. Alles so ein bisschen schleimig und so ein bisschen spooky, aber eben... Deutlich drunter, deutlich weniger Burton. Und der hat den Adams einen viel stärkeren Goff-Touch gegeben, als sie vorher hatten. Morticia war ja eigentlich immer so die düstere Morbide von der Familie in der Sitcom.
Johannes Franke: Aber die anderen schon auch, würde ich sagen. Also ich habe nochmal reingeschaut und ich fand, was hältst du überhaupt von diese Serie. Wir haben überhaupt noch keinen Text vorgelesen. Johannes, steig ein. Oh mein Gott. Wir sind schon mittendrin und eigentlich müsste ich erstmal einführen. Mein Text, ich habe nur einen ganz kurzen Text geschrieben, damit wir reinkommen. Meine Güte, Was hab ich mir nur dabei gedacht? Die Addams Family. Es gibt unzählige Episoden von Animated Series, Live-Action Series und Films. über 50 Comics des Original Mr. Adams, der die Familie erfunden hat. Ah, Gestartet hat die Familie als makaberer und düster romantischer Gegenentwurf zur braven amerikanischen Vorstadtfamilie der 30er Jahre, gezeichnet von Charles Adams. der sich in den 60ern hat überzeugen lassen, dass es Bewegtbildpotenzial gibt für die makabre Familie. 1964 bis 1966 lief die erste Serie und ihr sollten viele, viele mehr oder minder gute Versuche folgen, den Spirit des Originals einzufangen. Plor. Natürlich müsste ich dich folgerichtig fragen, welche der vorliegenden Verfilmungen trifft denn für dich den Geist von Charles Adams am besten. Aber, das sollten wir vielleicht erst am Ende resümieren, deshalb fangen wir mal von vorne an. Gefällt dir die Idee der Addams Family an sich überhaupt? Kannst du mit dieser Gothic Overkill Idee etwas anfangen?
Florian Bayer: Ja, absolut. Ich liebe das Konzept der Addams Family und ich liebe ganz bestimmte Sachen an dem Konzept der Addams Family, die in vielen Adaptionen verloren gegangen sind. die im Grunde genommen nur in zwei Adaptionen drin sind. Und das ist diese komplette Unawareness, Darüber, dass sie schräg und skurril und bizarr sind. Das ist für mich der Kern der Addams Family und das ist das Wichtigste. absolut anders. Sie sind gruselig, sie haben ganz merkwürdige Interessen, aber sie gehen auf so niedliche... naive Art davon aus, dass alle anderen auch diese Interessen haben und sie merken nicht, was für Konflikte sie erzeugen, sie merken nicht, wie sie Menschen Angst machen, sie merken nicht, wie sie mobile, düster rüberkommen und so weiter, weil das einfach für sie die Normalität ist. Und das ist das Großartige an der Addams Family, was wir ja in den Cartoons schon haben. Und auch in späteren Adaptionen.
Johannes Franke: Wobei es in den Cartoons gar nicht so genau rauskommt, weil die Cartoons, das sind ja immer nur Einzelpanels gewesen. Und da kann man sich viel denken bei. Ich finde es tatsächlich spannend, weil so Einzelpanels oft... sie eine sehr kleine Welt haben und die haben aber eine sehr große Welt, weil irgendwie auch relativ viel Text, muss man sagen, immer mal wieder dabei steht. Und man dann so eine Geschichte, eine kleine Geschichte erzählt bekommt und man dann sich viel denken kann drumherum. Ich denke nur an den einen Panel, den ich immer wieder im Kopf habe, wo... Gomez einen Brief der Schule vorliest, wo ganz negative Dinge drinstehen, aber er liest ihn sehr stolz vor. Sieht sehr stolz aus seinem Sohn gegenüber. Oder nein, sie liest ihn vor und er steht da und tätschelt seinem Sohn den Kopf zufrieden.
Florian Bayer: Und das ist genau der Kern von dem, was ich meinte. Die Alice Family ist stolz darauf und sie geht davon aus, dass die anderen Menschen das auch so sehen.
Johannes Franke: Ja, und das ist wunderschön.
Florian Bayer: Und das ist so toll. Und diese Naivität, die sie haben, die macht die Familie halt auch liebenswert. Bei all dieser... bei all diesem Horror, den sie in sich tragen, sind sie eine total liebenswerte Familie.
Johannes Franke: Und das finde ich den zweiten wichtigen Punkt der Familie, was auch manchmal verloren geht. dass sie immer supportive sind einander gegenüber, dass sie eine sehr liebende Familie sind und dass die beiden, Gomez und Morticia, das größte Liebespaar der ganzen Welt sind.
Florian Bayer: Ist es nicht fantastisch? Und das ist aber auch was, wo ich sagen würde, also es gibt bestimmte Tropfen von der Addams Family. Ja. Die haben sich erst später entwickelt. Wir reden ja gleich über die 90er-Filme. Aber um das schon vorwegzunehmen, ganz viele Tropes, die ich an der Addams Family schätze, die für mich ganz wichtig sind für die Addams Family, sind im 90er-Film am stärksten. Zum Beispiel diese Besessenheit von Gomez von Morticia. Was für ein großartiges Sinnbild für absolute Liebe. Dieser Mann ist nicht einfach nur besessen von seiner Frau, er würde nicht einfach nur für sie sterben, er würde für sie töten. Er würde beides tun.
Johannes Franke: Absolut. Und zwar delightful.
Florian Bayer: Die sind so ein tolles Liebespaar in den 90er-Filmen. Davor ist es noch nicht so stark. Aber wie Roald Julia die ganze Zeit an Angelica Houston rumknabbert. Und immer wieder in diesen Rausch gerät und dann gar nicht anders kann, als ihr den Arm runter zu küssen und in fremden Zungen zu reden.
Johannes Franke: Ja, genau. Es ist wirklich toll. Bei den beiden ist die Chemie der Hammer.
Florian Bayer: Es ist unglaublich.
Johannes Franke: Die beiden sind wirklich toll. Ich finde aber, auch in der Originalserie sind sie schon sehr, sehr gut. Es ist natürlich, über die 90er kommt nichts, was das betrifft. Da sind wir wirklich auf einem Peak. Aber die beiden... Um dem Schauspieler ein bisschen zu glauben, der im späteren Interview gesagt hat, dass die Chemie zwischen den beiden Schauspielern, die Gomez und Morticia gespielt haben, Dass die ein bisschen daher rührt, dass die tatsächlich auch was miteinander anfangen konnten. aber es nicht getan haben, weil beide irgendwie in Beziehungen steckten. Oder war sie in einer Beziehung? Nein, ich glaube nicht, aber er, ich weiß es nicht mehr ganz genau.
Florian Bayer: Aus der Serie meinst, du bist jetzt noch bei der Serie.
Johannes Franke: Ich bin bei der alten Serie, bei der ursprünglichen. Und die haben auch, ich finde, die haben eine gute Beziehung miteinander und die haben ein gutes Timing.
Florian Bayer: Sie haben eine schöne Beziehung. Es ist halt alles noch ein bisschen braver, als wir das im 90er-Film haben.
Johannes Franke: Nein, wir sind ja auch in den 60ern.
Florian Bayer: Und es ist halt auch alles eher so, sie sind nicht so aufeinander fokussiert wie später, sondern sie sind eher so auf diesen Familien halt fokussiert. Aber sie funktionieren sehr gut zusammen als Team. Und was wir in der Serie zum Beispiel schon haben, ist dieses Konflikt von außen. Das muss man dann irgendwann reinbringen, um da eine Spannung zu erzeugen. Das Tolle ist, dass die Adams das nie als Konflikt begreifen. Sondern der Konflikt ist immer bei den Äußeren. Es gibt zum Beispiel diese Episode, wo die Nachbarn einziehen. Die jungen Nachbarn, die dann irgendwie versuchen, sich mit ihnen zu arrangieren und gleichzeitig feststellen, wir können mit diesen Menschen nicht leben. Und die Adams... freuen sich einfach über die neuen Nachbarn. Onkel Fester kommt durch den Geheimgang und sagt Hallo und wird K.O. geschlagen. Es ist toll, ein ganz wichtiges Job eben, dass es immer wieder Konflikte gibt, Aber die Adams diesen Konflikt nie so als Konflikt wahrnehmen, sondern einfach in ihrer Welt drin sind und in ihrer Welt Spaß haben. Was mich an den 60ern ein bisschen stört an der Sitcom. Die Kinder haben sehr wenig Charakter. Das stimmt. Und um das vielleicht nochmal als Disclaimer, ich komme von dem 90er Film, das war mein erster Kontakt mit den Adams. Das heißt, ich messe eigentlich sehr viel daran und Wednesday ist in den 60ern lame. Wednesday ist jünger als Paxley, das darf nicht sein. sein. Wednesday muss älter sein als Paxley.
Johannes Franke: Und wer ist eigentlich, wer ist ein Bruder?
Florian Bayer: Ja, fester ist Mortishas Bruder in der Serie. Genau. Und im Film später und dann auch konsequent nach dem 90er-Film ist er eigentlich immer der Bruder von Gomez.
Johannes Franke: Was er auch schon früher ist, er ist schon in der Comicverfilmung in der ersten 73 glaube ich, ist er auch schon der Bruder von Gomez, wenn ich das richtig erinnere.
Florian Bayer: Aber auf jeden Fall in der Serie, also Wednesday ist in der Serie einfach ein kleines Kind. Sie hatten... Sie hat noch nicht dieses markante Charismatische, was dann später Christina Ricci einfach vor allem durch die Performance reinbringt, aber auch eben durch das tolle Triebuch des Films entsteht.
Johannes Franke: Der Wit fehlt noch so ein bisschen. Ja, definitiv. In der Beschreibung von Charles Adams steht ja, dass sie, also sie kommt nur ganz kurz vor als Beschreibung, she's her mother's daughter. Ja. Und das könnte natürlich viel mehr rauskommen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Und in den Cartoons kommt es ja auch mehr raus. Wednesday Addams. ist in den Cartoons von Adams deutlich morbider, deutlich düsterer als in der Serie. Allein schon durch die Kleidung. Übrigens ganz interessant, wie sich die Optik von den Figuren ändert im Laufe der Zeit. Am markantesten wahrscheinlich bei Gommes. Der von Adaption zu Adaption schlanker und größer wird. Bis er dann schließlich von Royal Julia gespielt wird, der zwei Meter groß ist.
Johannes Franke: Ja, und dann bei Wednesday wieder richtig zurückgerutscht.
Florian Bayer: Und dann bei Wednesday wieder zurück zu den Cartoons gemacht. Ja, wobei in dem Animationsfilm ist er auch wieder auf der, da ist er ganz krass am Katun angelehnt. Für mich war halt auch Gommes immer der Gommes aus dem Film. Ich komme mit beiden Varianten klar, jetzt wirklich beim rein optischen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber ich mag natürlich schon die Eleganz, die Julia reinbringt.
Johannes Franke: Muss ich auch sagen. Also ich finde die Idee interessant... Ich finde den Ansatz von Charles Adams in seinen Comics natürlich klar. Das funktioniert volle Kanne. Ah. Das Problem ist halt die Performance von Giulia, der das wirklich so gut macht.
Florian Bayer: Und um das vielleicht gleich dazu zu sagen, die...
Johannes Franke: Willst du eigentlich Tee?
Florian Bayer: Ja, bitte, sehr gerne. John Astin, der den Gomez in der Serie spielt, macht es wirklich gut. Und John Aston sieht schon sehr anders aus als der Gomez, den wir bei Herrn Adams im New Yorker haben. er macht das interessant und er gibt dem auch schon so zum ersten Mal diese gewisse Eleganz, dieses sophisticated Auftreten, das Das ist in den Comics noch nicht so ganz da, habe ich das Gefühl.
Johannes Franke: Weiß ich nicht, wie sophisticated, also sie ist ja die Eleganz in Person und auch Sophistication in Person, habe ich so das Gefühl. Ich weiß gar nicht, ich habe gar kein richtiges Bild von Gomez aus den Comics. Ist das ein Problem? Ist das ein Problem der Comics oder habe ich nur nicht die richtigen angeschaut?
Florian Bayer: Ja, das ist eine gute Frage. Ich habe ihn in den Comics... So als ein bisschen tölpelhafter und ein bisschen tollpatschiger wahrgenommen. Was natürlich einen schönen Kontrast bildet, einfach weil er... halt so wahnsinnig verliebt ist in diese Morticia, die, wie du sagst, die alle ganzen Personen ist. Und dann ist es natürlich spannend, ihn so als etwas kleinen, untersetzten... etwas töpelhaften Papa zu zeigen.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Aber in der Serie wird die Beziehung einfach auch nochmal stärker zwischen den beiden, weil er eben... mehr von ihrem eleganten Charme hat, weil er auch plötzlich ein sehr charmanter Mensch ist.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Weil er sehr gut reden kann, mit seiner Zigarre immer sehr elegant aussieht.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ob er mit seiner Zigarre wirklich elegant aussieht. Das macht ihn ein kleines bisschen so Studio-Boss-mäßig.
Florian Bayer: Ja, so ein bisschen, das stimmt.
Johannes Franke: Aber dafür schwitzt er zu wenig. Ich finde, John Aston... Der macht das richtig gut auch. Er hat eine eigene Figur entwickelt, wo ich Schwierigkeiten habe, richtig reinzukommen und dann nach der zweiten oder dritten Folge Auch in Verbindung mit Morticia macht das halt Klick und dann ist er das halt, ne?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das macht es bei anderen Verfilmungen nicht unbedingt jetzt, wenn ich an Wednesday denke, aber da können wir auch später drüber reden.
Florian Bayer: Also ich finde, Wednesday ist schon in der Serie, wenn man zumindest die Performance von Christina Ritchie so als Nonplusultra nimmt. Dann ist die Wednesday in der Sitcom schon ziemlich enttäuschend, einfach weil sie nicht viel macht, außer das, was halt fünf, sechs Jahre alte Kinder gibt, soll sie sein. ein bisschen rummeckern, ein bisschen rumjammern, ein bisschen Streit mit ihrem Bruder haben.
Johannes Franke: Aber ein bisschen zur Ehrenrettung der Originalserie. Die haben das erste Mal es geschafft, einfach nur ein Panel-Comics... umzusetzen in eine ganze Geschichte und in eine ganze Bewegbilderzählung, was schon schwer ist. Also du musst da schon viele Lücken füllen. Und dann wirklich jede Figur auf den Punkt zu kriegen innerhalb von, die haben ja nur zwei Jahre gedreht, ne? Danach war ja schon wieder vorbei.
Florian Bayer: Ja, zwei Staffeln, 64 Episoden. David Levy ist der Erschaffer der Serie und er hat gesagt, ihm war es ganz wichtig, die Familie zu Menschen zu machen, die nicht einfach nur Monster sind. Die zwar so das Bizarre und Groteske haben, die aber trotzdem irgendwie... die nachvollziehbar sind und die man auch sympathisch finden soll. Also auch ganz wichtig, um das Erbe von Charles Adams zu würdigen. Vielleicht in dem Zusammenhang auch ganz wichtig, dass eben Charles Adams nicht einfach nur jemand ist, der lustige Bilder zeichnet, sondern jemand, der sich auch ganz viel mit sozialen und politischen Kontexten auseinandersetzt. auseinandergesetzt hat. Charles Adams war natürlich ein politischer Kommentator in der Zeit, in der er gemalt hat für den New Yorker. Er hat einfach auch politische und Sozialkritik Und diese Sozialkritik hassten natürlich auch immer in den Adams so als Gegenentwurf zur amerikanischen Familie.
Johannes Franke: Er hat über tausend Panels gemacht für den New Yorker. Also es ist schon krass.
Florian Bayer: Unglaublich viel gemacht und gar nicht so viele... Nicht so viele Adams-Familie. Ja, genau. Das sind wirklich weniger.
Johannes Franke: Das ist nicht so wahnsinnig viel. Was das Ganze ein bisschen leichter macht, zu akzeptieren, dass der New Yorker während die Serie lief, die Panels ausgesetzt hat.
Florian Bayer: Ja, die haben gesagt, sie haben jetzt keinen Bock mehr. Aber es gab auch einen, William Sean, der Chefredakteur vom New Yorker, der einfach keinen Bock mehr auf die Addams Family hatte.
Johannes Franke: Der hatte vor allem keinen Bock mehr auf die Addams Family, weil die die Serie bekommen haben und dann Er gedacht hat, dass The New Yorker dann irgendwie ins, die waren sehr abgehoben. Kulturindustrie doch. Ja, Kulturindustrie darf nicht sein. Wir müssen irgendwie unser Image wahren. Ja. Und dann haben sie natürlich weiter auch Strips von Charles Adams veröffentlicht, aber eben nicht die Adams Family. Und dann kurz vor seinem Tod haben sie dann wieder damit angefangen.
Florian Bayer: Weil unser Herr Sean nicht mehr Chef von New Yorker war. Aber das hat natürlich auch dazu geführt, dass die Sitcom, zumindest in den USA, lange Zeit irgendwie so als die Visualisierung der Änderung. Adam's Family wahrgenommen wurde. Und ich glaube, viele Amerikaner denken dann, wenn sie an die Adam's Family denken, zumindest bis dann die großen Filme kommen, Anfang der 90er, eben vor allem an die Addams Family aus der Sitcom. Die Titelmusik ist die Addams Musik geworden. bis zum heutigen Tag von Wick Missy.
Johannes Franke: Ganz toller Typ. Ich habe ein kleines Video gesehen, wie er das nochmal alles gespielt hat und ein bisschen was erzählt hat und so. Er hat gemeint, er hat dieses Fingerschnipsen, hat er dann irgendwie improvisiert, als er den anderen gezeigt hat, hier und dann die Melodie und dann hier kommt Percussion oder sowas und dann hat er einfach geschnipst. um das einfach zeigen zu können. Und dann haben alle gedacht, ja, aber es passt doch perfekt. Lass uns das doch drin lassen.
Florian Bayer: Und es ist so großartig, wirklich ein Musterbeispiel dafür, wie man in einem Intro... Musik und Bild miteinander kombinieren. Weil das Intro von der Addams Family gehört mit zu den besten Serienvorspenden überhaupt. Wir haben einfach die Familie da sitzen. Und sie schnippten und wir kriegen jeden Charakter auch so ein bisschen präsentiert. Also Morticia mit dem ernsten Blick und diesem ganz leichten, angedeuteten Lächeln.
Johannes Franke: Dieses Smirking. Das ist großartig.
Florian Bayer: Gommes mit den fiesen Grinsen. Das ist immer so zwischen, ist er jetzt, will er mir was verkaufen? Will er mich quälen? Was will er von mir? Ja. Ich hab Angst.
Johannes Franke: Ist er nicht Anwalt eigentlich? Ich glaube, er ist Anwalt beruflich.
Florian Bayer: Ja, gute Frage. Was machen die eigentlich beruflich? Sie haben auf jeden Fall viel Geld.
Johannes Franke: Ja, Geld ist kein Problem, heißt es von Charles.
Florian Bayer: Auf jeden Fall ein toller Vorspann und es ist halt sehr viel aus der Serie ikonisch geworden. Auch eine Sache, über die wir reden müssen, Fing.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil die Serienmacher waren total unglücklich damit, was aus Fing geworden ist dann später. Und zwar, also David Levy war richtig erbost darüber, dass Fing in den Filmen eine abgetrennte Hand ist, die frei rumläuft. Das Besondere an Fing ist, wir haben hier eine Hand und wir wissen nicht, was dahinter ist. Wir sehen immer nur die Hände von diesem Wesen, aber wir haben eine Vorstellung davon. Dieses Wesen steckt da irgendwo in den Gängen des Hauses, kommt überall hin. Und da ist noch viel mehr dran. Und sobald Fing zum eiskalten Händchen wird, wie es im Deutschen heißt, wirklich einfach Wenn es einfach nur noch eine abgetrennte Hand ist, verliert es diesen Zauber und ich kann diesen Gedankengang erstmal so grundsätzlich verstehen. Es ist schon super charmant, eben dieses Wesen zu haben, das überall lebt.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Das nur seine Hände zeigt.
Johannes Franke: Ja, das irgendwie auch immer wieder aus der Box oder aus einem Buch oder aus einem irgendwo herkommt. Ja. Interessant. Ja, weil nämlich auch tatsächlich, jetzt fällt es mir auf, in der Serie im Original hat Thing auch... Ein Arm, wirklich. Also wir können weiter raus aus dieser Box und dann kommt halt ein Arm zum Vorschein.
Florian Bayer: Fing ist irgendein Wesen und wir sehen von Fing nur die Hände, weil es vielleicht zu schrecklich aussieht, um Menschen gezeigt zu werden.
Johannes Franke: Fing heißt übrigens vollständig... Thing, T. Thing. Natürlich, braucht auch einen Namen. Und T steht für?
Florian Bayer: Thing?
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Die Frage ist, wie ist Feng mit dem Rest der Familie verwandt? Es ist nämlich eigentlich, es ist ja nicht einfach nur ein Haustier, dafür ist es zu sehr in die Familie integriert.
Johannes Franke: Ja, es würde ja zu Addams Family passen, wenn es irgendein Verwandter wäre, der vor 200 Jahren gestorben ist und jetzt da irgendwie… Verwandte, Cousin-It. Ja, Cousin It ist großartig.
Florian Bayer: Der auch schon der Sitcom vorkommt, auch schon der Sitcom großartig ist.
Johannes Franke: Es ist toll, in der Sitcom ist es ganz großartig. Einmal ist Cousin It zum Schauspielerberuf. weil sie irgendeinen Play für die Tochter machen wollen. Und dann versuchen sie Id irgendwie Sprechen beizubringen, versuchen es zu verlangsamen. Ja, das war's. Sehr sonoren, sehr schönen Theaterstimme zu rezitieren und fühlt sich dann berufen, große Dinge zu spielen. Versuchen Sie, Ed wieder zurückzukommen, weil sonst würde er wegrennen und wäre nie wieder zu sehen. Ed ist toll.
Florian Bayer: Er besteht einfach nur aus Haaren. Falls ihr gerade nicht das Bild vor Augen habt. Und dann, es gibt ja tatsächlich in der Sitcom so drumherum wird sehr viel... Wir erfahren, dass Morticia eine Schwester hat, eine ältere, die Gomez eigentlich heiraten sollte. Es gibt eine... Genau, eine Origin-Episode, wo erzählt wird, wie Gomez und Morticia sich kennengelernt haben. Genau. was sehr süß ist. Ja, die Familie von Morticia zu Besuch kommt, weil Gommes sie eben heiraten soll.
Johannes Franke: Soll, Betonung liegt auf Soll. Und er ist tot. Und versucht dann mit Morticia zusammen irgendwie einen Plan zu finden. Das Verlieben, wie die beiden sich verlieben, ist schon sehr verkürzt dargestellt, muss man sagen. Okay, jetzt fangen sie plötzlich an, aneinander rumzuknutschen, was ist los? Also beziehungsweise eher an ihrem Arm, aber das ist...
Florian Bayer: Aber das ist ja das, wie wir schon festgestellt haben, das großartige an ihrer Liebesgeschichte. Sie ist einfach die Frau seines Lebens und er ist sehr hoffnungslos verfallen. Es gibt keine Entkommenheit.
Johannes Franke: Mon Chéri. Oh, das ist Französisch. Du weißt, was mit mir passiert.
Florian Bayer: Hast du denn in die 70er Zeichentricks-Serie so ein bisschen reingeguckt?
Johannes Franke: Und ich war ziemlich schnell genervt.
Florian Bayer: Schön, dass du das auch so siehst. einer Staffel geschafft mit 16 Episoden und war ursprünglich eigentlich nur als so ein Cameo gedacht für Scooby-Doo, dass die mal oft Und dann hat Hanna-Barbera, die das produziert haben, gesagt, ach komm, dann gehen wir denen eine ganze Serie und es scheint schon irgendwie zu funktionieren.
Johannes Franke: Also es gab eine Scooby-Doo-Folge, die anscheinend auch funktioniert hat, die sie mochten. Und dann haben sie halt da irgendwie diese Animated Series draus gemacht. Und ich hab echt reingeschaut und hab gedacht, okay... Grundgedanken sind da, die ich ganz nett finde und es gab auch ein paar Reviews online, die sehr, sehr positiv klangen, aber ich glaube, das ist alles so Kinderbrille. dass du das als Kind gesehen hast und es mega lustig fandest.
Florian Bayer: Ich meine mich zu erinnern, Adams Family Zeichentrick als Kind gesehen zu haben und auch irgendwie ganz nett gefunden zu haben, aber ich kann dir nicht sagen, ob es die 70er oder die 90er Serie war. Und was ich jetzt gesehen habe, sie sind dann ja auch ganz viel unterwegs, sie haben ja dieses komische Auto, das wie ihr da aus ist. Und es ist mir zu aufgekratzt und es hat so diese Hanna-Barbera-Probleme, die ich oft bei Serien von Den sehe, wenn man nicht ein Kind ist, das ADHS hat. dann ist das alles ein bisschen zu viel und zu wild und zu unfokussiert und das Pacing stimmt einfach nicht.
Johannes Franke: Hanna-Barbera, das ist die Produktionsfirma, oder?
Florian Bayer: Ja, genau. Scooby-Doo ist, glaube ich, so ihr bekanntestes.
Johannes Franke: Es gibt dieses Logo mit diesem Bären, der in dem Wald lebt.
Florian Bayer: Ja, genau. Das war... Jogi Bear? Jogi Bear ist von Hanna-Barbera. Und Tom und Jerry ist von denen.
Johannes Franke: Ach ... Ah, okay. Ja, das zur Einsortierung für euch da draußen. Und für mich.
Florian Bayer: Und dann kommen wir eigentlich schon zum Kern unserer Episoden.
Johannes Franke: Ja, also es gab nicht mehr sehr viel anderes. Es gab noch das Halloween- Halloween mit The New Adams Family, wobei The New Adams Family, es verspricht was Neues, aber es ist genau das Alte. Ja. Sie haben einfach die alte Crew nochmal nach zehn Jahren, elf Jahre später zusammengekriegt und haben dann nochmal was gemacht.
Florian Bayer: Aus der Serie wurden wohl auch Comics gemacht, die in den 70ern dann auch relativ kurzlebig waren. Aber die Addams Family war auf dem besten Weg, so Mitte der 70er bis weit über die 80er hinaus in Vergessenheit zu geraten, abgesehen von ein paar Reruns im Fernsehen.
Johannes Franke: Ja, vielleicht kann man noch mit dazu sagen, dass es sich lohnt, die erste Folge zu sehen, weil Jodie Foster als Kind mit zehn Jahren Pugsley ist. synchronisiert hat in der 1973er Comic-Verfilmung. Das ist ja... Und wer möchte, dass es besonders nah am Original von der Zeichenweise ist? Die sehen schon sehr original aus.
Florian Bayer: Definitiv.
Johannes Franke: Das muss man sagen.
Florian Bayer: Sie haben nicht eine Serie gemacht und dafür erstmal so grundsätzlich Kudos. Sie haben sich nicht an den populären... Sitcom-Figuren orientiert, sondern sie haben eine Serie gemacht, die visuell Ganz klar das Erbe des Cartoons an sich getragen hat.
Johannes Franke: Außer, dass sie nicht schwarz tragen. Die Kinder tragen kein Schwarz. Ja. Total dämlich.
Florian Bayer: Ja, verstanden. Keine Ahnung, was das soll. Muss bunt sein, das Zeichen kriegt.
Johannes Franke: Und Gomez hat irgendwie auch eine sehr falsche Stimme. Der hat so quäkt so in der Gegend rum. Ich finde es furchtbar. Und dann die Halloween-Folge, die Halloween mit The New Addams Family, kurz zusammengefasst, die bekommen und versuchen, die zu überfallen und das war's. Aber das kriegen sie nicht hin. Dann kommen irgendwie Family Reunion, ganz viele Leute aus der Familie und feiern Halloween. Irgendwie sehr lame. Ich habe es ausgemacht irgendwann. Und da etablieren sie Ladyfinger. Das ist auch so eine ganz blöde Ausgeburt von irgendeinem, weiß ich nicht, wer das sich ausgedacht hat. Es gibt eine weibliche Version von Thing.
Florian Bayer: Und die lebt bei Ihnen?
Johannes Franke: Ja, die ist einfach plötzlich da und...
Florian Bayer: Es gibt eine Episode, in der Thing eine Romanze hat. Oh. Da kommt jemand vorbei ... Eine Freundin von der Familie, glaube ich. Und die hat ein weibliches Fing dabei.
Johannes Franke: Ach so, dann ist das das vielleicht.
Florian Bayer: Aber das ist eine Episode aus der 60er-Serie, wo es auch nur einmal diesen Gastauftritt gibt, aber es gibt diese Romanze zwischen Fing und dieser anderen Hand, was ganz nett ist. nett ist, weil Fing dadurch ein bisschen mehr Leben kriegt, aber wenn wir zur Lebendigkeit von Fing kommen, dann müssen wir auch Müssen wir auch auf die 90er-Filme eingehen, die das ja total falsch gemacht haben, dass sie aus Fingern einfach nur in der Hand gemacht haben.
Johannes Franke: Ja, aber die ist doch gut. Also jedenfalls die Halloween-Folge ist nicht sehenswert. Und man muss auch ein bisschen sagen, jetzt der Schauspieler Aston hat einfach sein Leben dann... Auf diese Rolle fokussiert. Er hat wirklich alles gesprochen, was irgendwie möglich war. Die Comicverfilmung hat er alles seine Stimme gegeben für Gomez und so. War auch als Grandpa Gomez dann später in der späteren Serie, die es auch noch gab, Ende der 90er. Also er hat wirklich diese Rolle nochmal gemolken und seine Popularität ausgekostet. Also ich weiß nicht, ob ich das zu sehr negativ konnotiere gerade.
Florian Bayer: Ich finde es ein bisschen traurig, weil dann kommt Raoul Julia. Sag einfach mal in allem, ich bin der bessere Gomez Adams.
Johannes Franke: Okay, kommen wir. Also, dann jetzt, nachdem wir die 70er hinter uns gelassen haben und eine kleine Pause haben. Ins Jahr 1991, wo Barry Sonnenfeld, nachdem Tim Burton abgelehnt hat, diesen Stoff in die Hand bekommt.
Florian Bayer: Terry Gilliam war offensichtlich, zumindest laut Sonnenfeld auch, im Gespräch das zu machen. Scott Rudin hat das Ding bei Fox gepitcht und hat gesagt, hey, komm. lasst uns doch mal eine moderne Adaption der Addams Family Cartoons machen. Und es gab durchaus so ein bisschen Zögern, weil zum einen die rechte Frage nicht ganz klar war. Und zum Zweiten waren die Monsters, wie gesagt, die beim Publikum beliebtere und erfolgreichere Serie. Aber das Studio hat dann doch gesagt, okay, komm, lass uns das machen. Allerdings wollte Orion, die die Rechte hatten, nicht die Rechte verkaufen, weil die eben ein Reboot von der TV-Serie geplant
Johannes Franke: geplant hatten.
Florian Bayer: Und dann gab es eben auch noch die Witwe von Charles Adams, die zusätzlich auch noch Rechte hat. Also es war irgendwie alles ziemlich problematisch. Die Witwe von Adams hat dann die Rechte an Orion verkauft. die eben mit Tim Burton und Terry Gilliam geredet haben. Und Tim Burton hat gesagt, naja, ich habe hier so einen Superhelden, den ich...
Johannes Franke: Ja, den muss ich noch drehen, ja.
Florian Bayer: Er war nämlich gerade mit Batman beschäftigt. Und dann haben sie gesagt, wer ist ähnlich wie Tim Burton? Ach, nehmen wir doch Barry Sonnenfeld.
Johannes Franke: Ja, aber Barry Sonnenfeld, das ist ja sein erstes Ding. Die wussten ja noch gar nicht, dass der so ähnlich ist. Der war ja vorher als Kameramann unterwegs und hat gute Sachen gemacht. Der hat Racing Arizona gemacht.
Florian Bayer: Und Platz Simple, der hat mit den Cones zusammengearbeitet. Und die Kamera von Schmeiß die Mama aus dem Zug.
Johannes Franke: Vielleicht schmeißt die Mama aus dem Zug? Was ist das denn?
Florian Bayer: Schmeißt die Mama aus dem Zug ist ein ganz großartiges Remake. Quasi-Remake von Alfred Hitchcocks Der Fremde im Zug. Und zwar treffen sich zwei Leute im Zug. Der eine hat einen tierischen Hass auf seine Ex-Frau. Billy Crystal. Der andere hatte einen tierischen Hass auf seine Mutter, die ihn unterdrückt, weil er lebt. Danny DeVito.
Johannes Franke: Oh Mann.
Florian Bayer: Und dann beschließen sie halt gegenseitig die Morde an den jeweilig gehassten Personen zu machen. Nicht so richtig. Es gibt... Eine schwarze Komödie, die ein bisschen bizarr ist, ein bisschen albern und wirklich gut regiert. Kann man sich angucken. eine alberne Thriller-Komödie, schwarze Thriller-Komödie aus den 80ern sehen wollt, von Danny DeVito inszeniert und mit ihm in der Hauptrolle. dann schaut euch meist die Mama aus dem Zug an. From Mama, from the train. Das ist der Originaltitel. Die Deutschen haben nicht gesponnen diesmal. Sie haben einfach übersetzt.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Und tatsächlich sieht man bei diesen Filmen, wo er Kamera gemacht hat, auch bei Misery von Stephen King und Big auch so ein bisschen, er hat schon diese, er hat so ein bisschen diese Burton-Ansätze.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Was Bildsprache betrifft. Er mag es Cookie. Ein bisschen, genau, leicht cookie, so ein bisschen bizarre Bildsprache.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: nicht so extrem und so eine Schönheit in diesem Goffsch haben und natürlich, wenn wir auf sein Debüt gucken jetzt als Regisseur Adams Family, ist es sehr offensichtlich, aber auch Man in Black, um das nochmal zu Schaut euch mal die Bildsprache von Man in Black an und vergleicht das mit dem Tim Burton der 90er Jahre. Das ist gar nicht so unähnlich. Das hat dieses Bizarre, das hat dieses so... Es ist nicht Body-Horror, aber es hat zumindest dieses Spiel mit den Körpern und es ist alles ein bisschen schleimig und ein bisschen gruselig.
Johannes Franke: Okay. Naja, gut.
Florian Bayer: Und wie gesagt, er ist kein Tim Burton, aber er versucht's. Und bei Addams Family gelingt sie meiner Meinung nach auch ziemlich gut.
Johannes Franke: Ich finde das super. Also ich finde, dass er da eine ganz, ganz tolle Bildsprache entwickelt hat. Es ist ja so, dass er eigentlich nur als Regisseur reingekommen ist und dann hat er irgendwie einen Kameramann, der nach einem Monat dann das Projekt verlassen hat, weil er einen anderen Film noch drehen wollte. Und dann kam ein anderer Kameramann, der wiederum musste ins Krankenhaus oder sowas und dann hat er selber die Kamera gemacht. Hat Adam's Family zu Ende gedreht mit ihm selbst an der Kamera? Gleichzeitig Regie und Kamera ist eine Herausforderung, muss man mal sagen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, ja.
Johannes Franke: Also es gibt so Leute, die das immer mal machen. Ich habe auch mit jemandem zusammengearbeitet, der das gemacht hat. Das war echt krass. Jetzt guckst du mich so an. Verdammt. Ja, okay. Ja, ich spiele ja auch noch gleichzeitig. Egal. Nein, aber es gibt Leute, die das machen und ich finde in großen Projekten fürs Fernsehen oder fürs Kino ist das eine krasse Sache.
Florian Bayer: Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und er hat mit einem Tatortregisseur zusammengearbeitet, der hat das gemacht und ich war ein bisschen verwirrt als Schauspieler, muss ich sagen. Also ich fand die gut, er hat es gut gemacht. Aber ich war die ganze Zeit so, Moment mal, du gehst jetzt auch noch an die Kamera? Was ist denn los? Wir haben doch gerade eben... Dinge besprochen, wie kannst du denn sehen, was ich mache, wenn du Kamera gleichzeitig machst. Als Kameramann kannst du nicht aufs Spiel achten, da musst du auf andere Sachen achten. Ist die Kartrasch richtig?
Florian Bayer: Aber es ist schön, dass in so einem Studiosystem, in dem wir uns befinden, dann doch fast so ein Auteurgedanken entsteht, dadurch, dass das Sonnenfeld zumindest Kamera und Regie übernimmt. Und auch so eine sehr klare Vision davon hat, wie das Ganze aussehen soll, wie das Ganze inszeniert sein soll. Und um das gleich mal vorwegzunehmen, ich glaube, ich Ich bin schon an den Punkt gekommen, ich liebe die Atmosphäre in diesem Film und für mich ist das wirklich so, für mich ist das die ultimative Adams-Adaption. Nicht die ultimative Adams-Adaption, sondern die ultimative Adams-Version, weil sie auch eben den Gedanken von den Cartoons natürlich nicht einfach... nimmt, sondern weil sie wirklich eine eigene Welt erfindet, mit den Figuren und auch ganz viel mit den Witzen arbeitet, die schon da sind. unglaublich viele Witze aus der Sitcom werden recycelt. Die sind aber auch einfach gut und zeitlos.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Und dann in diesem Gothic-Setting, was Anfang der 90er auch unter anderem dank Tim Burton sehr populär war. Das ist ein Krufti, ein bisschen gothic, düster, viktorianisch, mit Augenzwinkern. Das funktioniert verflucht gut und es sieht wirklich gut aus und es ist für mich einfach die beste Version der... Adams, besser als die Cartoons, besser als die Sitcom.
Johannes Franke: Aber man muss sagen, dass es einen gab, der nicht so ganz... begeistert davon war, weil so ganz originär ist es ja nicht. Wie du gesagt hast, sie haben Gags aus der alten Serie übernommen. Und der Macher der alten Serie war nicht so begeistert und hat echt nochmal geklagt, weil er ja Sachen für die 60er Jahre Serie erst erfunden hat. die dann dazukamen und er hat es halt dann zweitverwertet.
Florian Bayer: Ich glaube, Adam Levy war grundsätzlich ziemlich bitter gegenüber dieser Verfilmung. Er hat sich ja auch haben ja schon gesagt, sehr erbost über die Umsetzung des Fings geäußert. Er hat gesagt, die haben Fing einfach nicht verstanden. Ich hatte bei Fing eine klare Vision und das ist doch logisch, was Fing ist und das Besondere an Fing ist eben, dass es das Unbekannte gibt und jetzt ist Fing einfach zu so einem... Händchenhaustier gemacht. Bullshit! Fing ist großartig. Wer spielt Fing?
Johannes Franke: Moment, Moment. Thing wird von Lurch. Nee, in der Originalserie.
Florian Bayer: Christoph Hart.
Johannes Franke: Macht das in den 90ern?
Florian Bayer: Macht das in den 90ern.
Johannes Franke: Aha. Und der ist?
Florian Bayer: Christopher Hart ist ein britischer Magier und Schauspieler. Und der spielt Fing in Addams Family, Addams Family Values und Addams Family Reunion.
Johannes Franke: Auch da nochmal. Oh. Das ist einer der wenigen, der zurückgekommen ist.
Florian Bayer: Und er gibt dem... Er gibt der Hand Leben.
Johannes Franke: Ja, absolut, natürlich.
Florian Bayer: Und Charakter, Persönlichkeit.
Johannes Franke: Ja, total gut. Ich muss nur daran denken, wie er da hineilt zu Gommes und ihm irgendwas erzählt. und versucht das zu vermitteln und total exhausted aussieht und man echt das Gefühl hat, man sieht einen Menschen, der gerade zwei Kilometer durchgerannt ist und total nach Atem japst und so und aufgeregt versucht zu erzählen, was los ist.
Florian Bayer: Wir sind natürlich bei früh 90er Computertechnik. Das heißt, es wirkt teilweise ein bisschen dated, wenn wir die Hand da rumlaufen sehen. Ja. Man sieht, wir sind in einer Zeit, in der sie das mit CGI noch nicht so 100% drauf hatten. Ja, ja. Aber es wird eben einfach weggemacht, weil Christopher Hart Fing so viel Persönlichkeit gibt. Und wohlgemerkt in der... ursprünglich ein Sitcom, wo Fing von dem Darsteller, von Butler, von Lurch gespielt wird, die Hand. Da fing auch schon Persönlichkeit und ist auch irgendwie sympathisch und dann freut sich, wenn man es sieht. Aber Christopher Hart hebt das in diesem Film noch mal auf ein neues Level. Du grimmst so, als würdest du mir zustimmen.
Johannes Franke: Absolut, hundertprozentig. Der hat so viel Charakter und so viel Freude. spricht ja Bände, dass sie im zweiten Teil in einfach mal so eine Szene reingehauen haben, wie er mit dem Skateboard in der Gegend rumfährt. Unglaublich, oder? Das hat überhaupt nichts mit dem Film zu tun, nichts mit allem anderen, aber natürlich, alle freuen sich darüber, dieses Ding einfach zu sehen, wie das in der Gegend rumfährt.
Florian Bayer: Und wenn wir schon Fing einmal abgehakt haben, kommen wir zum restlichen Cast. Krass.
Johannes Franke: Es ist einfach der Hammer. Es gibt nicht einen einzigen schlechten Schauspieler dabei.
Florian Bayer: so unfassbar gut gecastet.
Johannes Franke: Ja, total gut. Angelica Houston für mich eine der Also natürlich die beiden, Gomez und Morticia. Aber Angelica Houston ist der Hammer.
Florian Bayer: Diese Eleganz, dieser Sex-Appeal, unglaublich.
Johannes Franke: Es ist unglaublich. Und dann hat die eine Delivery in ihren Lines, was sie sagt, das ist so... So auf den Punkt und so gut. Und, nun hatte sie natürlich Qualen damit, aber wie sie... immer genau auf den Punkt an die richtige Stelle tritt, um im Licht zu stehen, wie sie genau auf den Punkt sich bewegt. Sie bewegt oft gar nicht ihren Oberkörper getrennt von ihrem Unterkörper, sondern sie dreht sich wenn dann komplett, was ihr eine ganz, ganz... spezielle Stiffness gibt. Das hatte viel damit zu tun, dass sie ihr ganz viel Zeug ins Gesicht geklebt haben, was da abgegangen wäre, wenn sie sich zu viel bewegt hätte. Sie haben ihr zum Beispiel die Augen nach hinten gezogen, damit sie eine bestimmte Augenform hat. Und das musste dann unter der Perücke irgendwo versteckt werden. Das heißt, jedes Mal, wenn sie irgendwie, also sie hat auch Kopfschmerzen davon bekommen, das heißt, sie haben versucht fürs Mittagessen ihr das wieder abzumachen, mussten dann aber wiederum stundenlang... Also wirklich Stunden, sie haben zwei Stunden gebraucht, um das alles hinzukriegen mit dem Make-up, mit den Augen, mit der Perücke und so. Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Und sie hat dadurch so eine ruhige und langsame Eleganz. Sie sagt ja auch relativ wenig. Und es sind meistens auch so One-Liner, wenn Gommes sie fragt, bist du unglücklich? Und sie sagt, ja... Absolut. Und es ist so schön. Und einfach so Sachen, wie wenn sie die Rosen schneidet. Immer eine unglaublich krasse Präsenz. Und natürlich perfekt ergänzt durch Roald Julia. der an ihr hängt wie ein Besessener, der einfach nicht von ihr ablassen kann.
Johannes Franke: Ich finde, es bringt sich so auf den Punkt im zweiten Teil, wenn sie im Kreißsaal ist. Und total ruhig eigentlich dann unter was erzählt und auch in Eleganz, wie nichts da liegt und trotzdem auch dieses Licht bekommt. Es ist großartig. Sie ist wirklich toll.
Florian Bayer: Fantastisch. Platz drei, nicht Platz drei eigentlich, Platz eins, aber so viele Platz eins. Christina Ritchie.
Johannes Franke: Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Christina Ritchie als wirklich junges Mädchen. Sie spielt ja bis heute. Sie ist auch in der Wednesday-Serie zu sehen. Christina Ritchie, großartige Schauspielerin. Es ist nicht mal ihr Debüt. Sie hat davor mehr Jungfrauen Küssen besser gespielt. Da war sie auch schon ganz toll. Ja. Aber es ist so einer ihrer ersten Filme.
Johannes Franke: und sie ist toll, Alter. Gleich am Anfang, also gleich von Anfang an, ich habe das Gefühl, in dem ersten Film trauen sie ihr noch nicht ganz so viel zu. Sie merken im ersten Film, was sie alles mitbringt und schlachten das im zweiten natürlich auch.
Florian Bayer: Im zweiten steht sie ganz stark im Mittelpunkt, was auch verdient ist. Die wenigen Momente, die sie im ersten hat, sind halt toll, wenn sie einfach dem vermeintlichen Fester hinterher spioniert. Und dann einfach durch so diesen eiskalten Blick, wenn sie Paxley auf einen elektrischen Stuhl setzen sagt, komm, lass uns spielen. Is there a God? Wie heißt dieses Spiel?
Johannes Franke: Is there a God?
Florian Bayer: Die ganze Zeit dieses sadistische, bösartige, versteckt hinter so einer kalten Fassade.
Johannes Franke: Ja, sie kriegt das 100%.
Florian Bayer: Und dann mit diesen wahnsinnigen Augen, mit diesem krassen eiskalten Blick, der dich wirklich durchfährt, sie ist unglaublich gut.
Johannes Franke: Und das kulminiert natürlich in dieser ganz wundervollen Rede dann im zweiten Film, wenn sie das alles abbrennen. Aber da können wir gleich noch drüber reden.
Florian Bayer: Christopher Lloyd als fester Adams. Super.
Johannes Franke: Ich liebe Christopher Lloyd in jeder seiner Rollen. Also ich kann ihn einfach nur großartig finden.
Florian Bayer: Das Witzige ist ja, wenn man mich fragen würde, Christopher Lloyd, den man vor allem aus Zurück in die Zukunft kennt, als Professor, das ist so ein Meine erste Assoziation, wenn ich seinen Namen höre, könnte der Fester Adams spielen? Nein. Ja, mein erster Gedanke, nein, um Gottes Willen. Viel zu dür, viel zu akademisch. Ja, genau. Das funktioniert alles nicht. Ja. Und dann ist er in diesem Kostüm und spielt ihn ganz toll.
Johannes Franke: Er sieht... Aus irgendwelchen komischen Gründen, obwohl er einfach so groß ist, wie er nun mal ist, sieht er aus wie ein kleiner, dicker Typ.
Florian Bayer: Ja, er sieht nicht aus wie Christopher Lloyd, er sieht aus wie Fester Adams und ich weiß nicht, wie das funktioniert und er spielt auch nicht wie Christopher Lloyd. Nein. Christopher Lloyd ist der verrückte Professor, der irgendwelche merkwürdigen Dinge vorhat. Aber nein, er ist es nicht in diesem Fall. Er ist einfach fester. Es ist fester.
Johannes Franke: Und er hat so eine beeindruckende Gesichtsakrobatik am Laufen. Und so eine Freude an Dingen, überhaupt die ganze Familie, was ja der Film hier zugrunde liegt, was wir ganz am Anfang gesprochen haben, dass die sich über ganz viele Dinge freuen. Wo andere Leute vor Schreck wegrennen und die dann so delighted davon sind, auch wenn sie auf dem elektrischen Stuhl am Ende sitzen in einem zweiten Film. Und sie, die blutige Serienmörderin, erzählt, warum sie das tut. Und dass sie sich immer nur geliebt fühlen will. Und die sitzen da auf ihren elektrischen Stühlen, werden gleich getötet und sagen, oh ja, voll, stimmt, hast recht, kann ich gut verstehen.
Florian Bayer: Können wir mal kurz zu dem Problem kommen, was ist es mit der Addams Family? Sind die übernatürlich? Ignorier bitte Waddle. Ich ignoriere Wednesday einmal, das ist wichtig. Offensichtlich bringen sie sich die ganze Zeit gegenseitig selbst um.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Und was für eine Bedrohung ist es dann, wenn sie von irgendeinem Killer festgehalten werden und der ihr eine Pistole an die Schläfe hält? Warum ist das plötzlich eine bedrohliche Situation? Also was ist das?
Johannes Franke: Das ist ein grundsätzliches Problem der Addams Family natürlich.
Florian Bayer: Ja, wie übernatürlich sind sie.
Johannes Franke: Was auch ein großes Problem dann eben bei Wednesday wird. Was das offenbart, weil sie einen Finger drauflegen und dann sagen, guck mal hier, hier haben wir die große Schwäche unserer...
Florian Bayer: Machen wir eine Serie draus.
Johannes Franke: Was soll das? Und dann, naja, gut.
Florian Bayer: Das Tolle ist natürlich, solange es... Es ist stark, dass es im Obskvon gehalten wird, dass man spekulieren kann. Weil sie spielen Killen, sie versuchen sich wirklich gegenseitig umzubringen, sie können offensichtlich sterben. Ja, irgendwie schon. Es gibt ein bedrohliches Element und auch zum Beispiel, wenn Paxley und Wednesday versuchen, ihren... Den Nachwuchs zu töten im zweiten Film. Dann ist ja auch so, dass die Eltern ernst mit ihnen reden. hey, ihr könnt euren kleinen Bruder nicht aus dem Fenster werfen, das ist nicht richtig, macht das nicht. Aber gleichzeitig machen sie es die ganze Zeit. Also ich meine, es gibt ja auch diese... Ganz banalen Szenen, wo Paxley mit einem Messer am Tisch vorbeiläuft und Fester sagt, nein, nein, nimm ich das, nimm das, hier das Beil.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und sie versuchen die ganze Zeit, sich gegenseitig umzubringen.
Johannes Franke: Ja. Aber ich glaube, wir sehen onscreen immer nur, wie es elektrisch wird.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: So, electrocution ist, glaube ich, das, was sie auf jeden Fall aushalten, fester auf jeden Fall von der Kanne.
Florian Bayer: Ja, natürlich fest, das Gimmick ist immer noch das mit der Klühbirne, wie schon in der Serie.
Johannes Franke: Ja, was auch sehr, sehr schön ist. Und was du in der Serie gleich mal als erstes in der ersten Folge raufgekauft hast.
Florian Bayer: Da waren sie bestimmt total stolz drauf, damals in den 60ern. Dass sie irgendwas mit einer Batterie so gebastelt haben, dass er mit seiner Zunge die Lampe anmachen kann, eine Glühblende leuchtend im Mund hat.
Johannes Franke: Voll schön. Und sie leuchtet sehr schwach, muss man sagen.
Florian Bayer: Man sieht keine Computereffekte, es ist alles echt.
Johannes Franke: Aber vielleicht geht es darüber nicht hinaus.
Florian Bayer: Sie kramen die Toten aus? Also zumindest gibt es so diese Halloween-Feiern, wo sie dann am Schluss rumlaufen und sagen, komm, wir graben euch aus. Fing ist ein Fing.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Also ich meine, sie haben eine Hand. Eine abgetrennte Hand, die lebt.
Johannes Franke: Also es gibt eine übernatürliche Komponente bei der ganzen Geschichte. Auf jeden Fall, das auf jeden Fall.
Florian Bayer: Aber sie wird nie groß thematisiert. Es bleibt so sehr vage. Einfach nur ein stummer Butler, der nicht gut reden kann und gruselig aussieht? Oder ist er ein Monster? Ist er ein Frankenstein? Man weiß es nicht so genau.
Johannes Franke: Wir wissen es dann aus der Animated Series. Da ist er... Aus dem Asylum für Criminal Insane.
Florian Bayer: Was übrigens zu den guten Ideen des Animated Films gehört. dass die Lurch fast überfahren und dann sagen, komm, lass ihn uns mitnehmen. Und dann drücken sie ihm die Koffer in die Hand. Ist einfach ihr Paddler und fertig. Ja, es bleibt... immer so ein bisschen unklar. Sie reden ja auch ganz viel über Übernatürliches. Sie reden über Reisen ins Bermuda-Dreieck und sie reden über Hexenverbrennungen. Sie haben diese Historie. Es gibt das Haus, das lebt. Ja. Der Zaun greift ganz am Anfang unseren Versicherungsvertreter an. Also es gibt immer so... Es gibt so Momente des Übernatürlichen, aber sie werden offensichtlich nicht nur von den Adams, sondern auch von allen anderen Charakteren akzeptiert. Sie werden als gruselig wahrgenommen, aber niemand sagt, was ist das? Diese Hand. Sondern es ist einfach kurz gruselig, dass da eine Hand ist, aber dann ist es halt okay, das gehört einfach zu ihrer verrückten Welt.
Johannes Franke: Ja, ich glaube, es ist auch die beste Entscheidung, das nicht zum Thema zu machen. Und das ist ja auch die Entscheidung der Eigentlich aller Serien. Ich hab jetzt gedacht, bei Wednesday ist es nicht so, aber es stimmt auch nicht. Das Dorf akzeptiert das ja eigentlich im Grunde auch. Findet sie bloß halt scheiße alle.
Florian Bayer: Ja. Wednesday. Ja, egal.
Johannes Franke: Reden wir nachher über Wednesday. Aber Nein, ich finde es wahnsinnig wichtig. Ich finde es einen wichtigen Faktor, dass man über bestimmte Sachen einfach hinweggeht und dass man bestimmte Sachen nicht thematisiert. Und das ist natürlich der große Punkt bei der komödiantischen Aufarbeitung des Themas. Also eine ernste Aufarbeitung würde zum Beispiel nicht funktionieren.
Florian Bayer: Ja, nein. Nein, ernst funktioniert das nicht. Du darfst da nichts Ernstes reinbringen, wie Killer oder sowas.
Johannes Franke: Oder irgendwelche Schwulen. Teenage-Love-Stories.
Florian Bayer: Ihr merkt schon so... Das ist so ein Rent-Incoming. Und das Schlimme ist, ich bin davon ausgegangen, dass ich rante und du anfängst und du verteidigst. Nein, nein, nein.
Johannes Franke: Also ich finde es schön, dass die Serie auch sehr nah am Original bleibt. Die beiden tollen 90er Jahre Filme an dem Original viel bleiben, aber viele neue eigene Ideen haben.
Florian Bayer: Also der erste Film wurde ja gar nicht so groß rezipiert. Der ist ja nicht auf so viel Anklang gestoßen.
Johannes Franke: Naja, bei der Kritik nicht so sehr. Ja, genau. Im Publikum schon. Und die haben richtig viel Geld gemacht.
Florian Bayer: Das war das Krasse. Die haben das Studio gerettet quasi. Orion hat richtig, richtig finanzielle Probleme zur damaligen Zeit.
Johannes Franke: Aber Orion hat doch das Ding verkauft in Paramount. Während der Produktion. Genau. Das heißt, die haben ja gar nicht Orion gerettet, sondern Orion hat ja dooferweise vorher verkauft in Paramount.
Florian Bayer: Und die waren froh, das verkaufen zu können, weil... 5 Millionen über Budget.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Naja, das Budget ist hochgegangen. Was total merkwürdig ist, weil die haben, das ist schweigende Lämmer und der mit dem Wolfteil. Das waren große Hits zur damaligen Zeit. Das waren zwei großen Orion-Filme, aber die haben halt auch unglaublich viel Flops. Die haben es irgendwie nicht so richtig hingekriegt.
Johannes Franke: Schade.
Florian Bayer: Und dann, genau, in Paramount verkauft und Adams Family wurde zum Hit.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und von der Kritik nicht geliebt. Und ich verstehe es nicht.
Johannes Franke: Ich verstehe es auch total überhaupt nicht.
Florian Bayer: Ich kann es nicht nachvollziehen. Und im zweiten Teil haben sie dann vielleicht so ein bisschen überkompensiert, weil der zweite Teil wurde dann sehr wohlwollend aufgenommen. Und es ist merkwürdig, weil der zweite Teil sehr nah am ersten Teil ist. Und wenn ich was an diesen beiden Filmen kritisieren würde, ich mag den zweiten Teil auch sehr, ich kann... ehrlich nicht sagen, welche ich besser finde, weil sie sind so dicht aneinander. Aber wenn ich was kritisieren würde an den beiden Filmen ist es vor allem, dass sie im zweiten Teil quasi dieselben Motive nochmal erzählen, nämlich diese Entzweihung von Fester von der Familie. Im ersten Teil ist es so, dass es der Fester vermeintlich ein Betrüger ist und auch selbst denkt, er wäre ein Betrüger. Und dann kommt eigentlich am Schluss raus, es ist doch der echte Fester, nachdem er sich mit allen angefreundet hat und super. Und im zweiten Teil wird dann nochmal erzählt, wie Fester sich von der Familie entfremdet, von dieser Heiratsschwindlerin in Beschlag genommen wird und...
Johannes Franke: Das ist irgendwie blöd.
Florian Bayer: Finde ich eine komische Entscheidung, zwei Filme um ihn herumzubauen.
Johannes Franke: Ja, aber er bietet sich natürlich an, weil er keine Ties ansonsten zu den restlichen Figuren hat. Wednesday zu entführen wäre, ne, weiß ich nicht. Die hat ihr Dingens in diesem Summer Camp.
Florian Bayer: Ja. Was auch übrigens im zweiten Film wahrscheinlich die besten Momente sind, die Summer Camp Szenen.
Johannes Franke: Überhaupt finde ich von den beiden Filmen die besten Sachen sind. Also wirklich. Also ganz nah kommt noch die Szene, wo sie dann so eine Shakespeare-Szene haben. Oh ja. Was übrigens gar nicht Shakespeare ist.
Florian Bayer: Sie kämpfen einfach gegeneinander, beleidigen sich und dann fallen. Spritzen sie Blut ins Publikum.
Johannes Franke: Und das ist so großartig gemacht. Ich bin ja kein großer Fan von Gore, aber das ist wirklich richtig gut gemacht. Und vom Timing so toll und man muss sagen, sie spielt das einfach wieder so großartig. Sie ist einfach toll.
Florian Bayer: Wenn sie auf die Bühne fällt und dann so ihre letzten Geräusche macht und dann sehen wir einfach nur, wie das Blut ins Publikum spritzt und vorne sitzt ein. Und alle total erschüttert.
Johannes Franke: Und ich find's geil, dass Christina Ricci in diesem Alter versteht, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Spiel der Figur der Wednesday. und dem Spiel, was die Wednesday Adams auf der Bühne macht. Und es ist so großartig, weil Wednesday Adams kann nicht so überzeugend spielen wie Christina Ricci. Ja. Und das macht sie ganz toll.
Florian Bayer: Sie spielt Wednesday Addams, die eine sterbende Kämpferin spielt.
Johannes Franke: Das ist super. Überzeugend.
Florian Bayer: Das ist super. Genau, das Camp. Ganz toll. Mercedes Alicia McNabb, um den Namen einmal zu sagen. Die große Kontrahentin.
Johannes Franke: Die auch im ersten Film schon auftaucht.
Florian Bayer: Die im ersten Film schon auftaucht, als Girl Scout, die die Plätzchen verkauft. Are they made of real Girl Scouts? Dieser kleine Konflikt zwischen den beiden fanden die Produzenten wahrscheinlich so toll, dass sie gesagt haben, okay, da müssen wir was Größeres draus machen. Und dann wird die im Camp zum großen Nemesis von Christina Ricci. Neben den beiden Camp-Typen, die das leiten, und zwar ... Peter McNigol und Christine Berensky spielen, die beiden Leiter des Camps. Ja, großartig. Die versuchen mit Kumbaya, my lord ... Wednesday und Paxley und Joe. Ich habe wieder so flach geredet.
Johannes Franke: Man sitzt einfach da und kann einfach nicht mehr. Es ist so toll. Es ist fantastisch. Und ich glaube, der größte Teil, warum das so fantastisch ist, ist, dass sie vollkommen auf Logik scheißen. Echt? Die sind plötzlich wieder zu Hause, machen diese Hochzeit. Zeit und dann sind sie wieder in dem Camp und es ist alles, es macht ganz viel, überhaupt keinen Sinn. Aber es ist einfach, sie haben so viele Ideen einfach reingeworfen und gesagt, okay, das muss jetzt alles da rein. Wir haben diese Ideen, die sind alle großartig, also machen wir jetzt einen Film draußen.
Florian Bayer: Das ist allein schon die Idee, Paxley und Wednesday in dieses Camp-Setting zu kommen. Okay, was passiert, wenn wir Wednesday mal hier an den See stellen und ihren Badeanzug anziehen? Kann das funktionieren? Und dann steht sie da und hat dieses geile schwarze Ganzkörperteil an und du sagst, ja, es funktioniert. Das ist perfekt, genau so sieht sie aus, wenn sie schwimmen geht im See.
Johannes Franke: Und sagt ganz, ganz trocken, nachdem die eine da reingesprungen ist ins Wasser, ich kann nicht schwimmen. Man sieht sie runtergluckern. Und das ist so toll, weil eigentlich Wednesday Addams kann schwimmen. Wir wissen das aus einer Episode der alten Serie. Die haben angegeben damit, dass sie besonders gut schwimmen kann. Und ich glaube, das war denen auch bewusst, den Filmemacher.
Florian Bayer: Und dann lässt sie Amanda ihre große Feinden absaufen mit dem wirklich einfach nur lakonischen Spruch, ich kann nicht schwimmen.
Johannes Franke: Und sie hat das alles kommen sehen. Sie wusste genau, worauf es hinausläuft. Das ist super.
Florian Bayer: Ohnehin diese Lakonie, die Wednesday die ganze Zeit hat. Also zum einen sind sie total erschrocken über die Sachen, die da passieren in dem Camp. Ich meine, es gibt Lagerfeuer und es gibt Lagerfeuermusik und es gibt Disney-Filme.
Johannes Franke: Und es gibt diesen Raum.
Florian Bayer: Mit dem Poster von Michael Jackson. Weißt du, warum Michael Jackson da hängt?
Johannes Franke: Der sollte ja eigentlich einen Song dabei haben. Aber der Song wurde dann nicht, und man sagt, es war wegen seiner ganzen Affären, die Probleme mit Kindersong. missbrauchen und so. Aber das war wohl gar nicht der Grund, sondern der Grund war eigentlich irgendwelche produktionstechnischen Unbestimmigkeiten, die nicht miteinander zusammengekommen sind, wirtschaftlich.
Florian Bayer: Und es passt heute so retrospektiv so gut, dass Joe, der asthmatische Junge, der sich mit Wednesday und ein paar Klee anfreundet, dass er das Poster sieht von Michael Jackson und wirklich einfach nur aus Todesangst laut kreicht, wenn er dieses Heal-the-World-Plakat hat.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Und ist das nicht süß, wie sie dann am Zaun stehen und sich küssen und dann den Mund abwischen?
Florian Bayer: Wunderbar, wie die Romanze zwischen Gomez und Morticia so wiedergespiegelt wird, ihre Romanze mit ihm. Er kriegt dann ja auch nachher am Schluss noch mal diesen Schnauzer.
Johannes Franke: Großes Lied. Es ist wirklich sehr, sehr süß. Und überhaupt die ganze Szene von dem Thanksgiving.
Florian Bayer: Natürlich, wir haben ja das, was die Addams Family in den Cartoons auszeichnet, diese Sozialkritik, die ihr natürlich voll reinhaut, wenn sie einfach mal dieses Thanksgiving-Rituale, die voll mit Rassismus sind.
Johannes Franke: Sowas von. Und sie haben sich echt gut Mühe gegeben und es gut reingebaut, diese ganzen Rassismus. Die stecken da echt sehr gut drin und sehr glaubwürdig, ohne drauf gepfropft zu werden.
Florian Bayer: Bessergestellten, privilegierten Bildungsbürgern, die einfach auf alles und jeden herabblicken, der nicht zu ihrer Bubble gehört.
Johannes Franke: Und man auch im Camp an sich schon sieht... wie die ganzen blonden Mädchen zusammengerottet werden, auch von den beiden Instruktoren. Und dann daneben das kleine Häufchen von underprivileged, Kindern steht.
Florian Bayer: Und wo sie wirklich so einmal gezeigt haben, ja, wer wird hier ausgegrenzt? Dann haben wir Wir haben einen schwarzen Jungen, wir haben ein etwas dickeres Mädchen, einen Jungen, der offensichtlich irgendeine Gehbehinderung hat.
Johannes Franke: Ja, es gibt einen im Rollstuhl, glaube ich, ne?
Florian Bayer: Ich weiß nicht, Rollstuhl, aber auf jeden Fall.
Johannes Franke: Es gibt auch einen Rollstuhl. Da bin ich mir sicher. Der kommt später auf die Bühne und macht noch irgendwas.
Florian Bayer: Dann Joel, der Intellektuelle. der Asthma hat und der eigentlich keinen Bock auf Sport hat und natürlich Wednesday und Paxley, die halt irgendwie so als Adams die Outsider sind. Und es ist so krass und es wird wirklich ... es wird schön erzählt, es wird nicht zu sehr drauf gehauen.
Johannes Franke: Ja, es wird schon sehr, also man muss sagen, subtil ist ja nicht.
Florian Bayer: Subtil ist, nein, aber die Addams sollen auch nicht subtil sein. Und es ist auch nicht so subtil wie Wednesday dann das ganze Theaterstück sprengt.
Johannes Franke: unglaublich tollen Rede. So richtig flammende Rede. Als Pocahontas.
Florian Bayer: Weiteres Highlight, wenn wir bei Nemesis sind oder Kontrahenten von der Familie aus dem ersten Film. Ganz großartig. Dana Ivey. die die Margaret Alford spielt, und zwar die Frau von dem Finanzberater, der Gomez eigentlich übers Ohr hauen will. Und die wirklich so die Verkörperung einer schrecklichen Mutti ist. Mhm. Ist das ihr Sohn, dem sie einmal mit dem Taschentuch und leckt das Gesicht ab? Das wird nämlich mehr thematisiert.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Auf jeden Fall verliebt sie sich in Kuss & Kass & It.
Johannes Franke: Und das ist so toll.
Florian Bayer: Und sie kommen zusammen und sie schaffen es. es sich aus dieser toxischen Beziehung, in der sie ist mit ihrem Mann, der nichts auf die Reihe kriegt und einfach ein Betrüger ist, sie schafft es sich daraus zu lösen und sie wird einfach ein Mitglied der Familie. Und das Schöne ist, dass sie dann auch im zweiten Teil nochmal vorkommen darf und sie hat mit It ein Kind gekriegt. Ja, das ist so süß.
Johannes Franke: Das Kind ist sehr, sehr süß. Kommt ganz nach dem Vater, muss man sagen.
Florian Bayer: Und dann gibt es diesen tollen Moment, wenn die eine sagt, was? Und die Frau, die nicht zu den Adams gehört und das Kind gesehen hat, sagt, ich habe nichts gesagt. Dann sagst du, nein, nein, was ist sein Name?
Johannes Franke: Was Namen betrifft, ich find's ganz toll, dass Wednesday mit dem zweiten Namen Friday heißt.
Florian Bayer: Ja, das ist...
Johannes Franke: Wir könnten uns jetzt wahnsinnig viele Zitate auch um die Ohren hauen, muss man mal sagen. Ich habe hier so viel aufgeschrieben, was ich einfach richtig geil finde, aber guckt euch einfach die Filme an und findet es selber geil.
Florian Bayer: Es ist einfach voll mit witzigen Gags.
Johannes Franke: Aber man muss sagen ... Es ist fast ein bisschen, es verkommt manchmal eventuell, aber nur eventuell, zu so einer Parade von One-Liners.
Florian Bayer: Ist es, natürlich.
Johannes Franke: Aber das ist die Originalserie auch, muss man sagen. Und die Comics irgendwie auch.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Die Cartoons sind ja auch so ein One-Panel-Ding.
Florian Bayer: Ja. Ich würde sogar noch mal die Meinung stark machen, dass die Story von den beiden Filmen eher zur Schwäche gehört. Weil es eben dieses fester zentrierte ist, das gar nicht so notwendig ist. Die Filme würden auch funktionieren, wenn es gar nicht so eine große Story gäbe und Hier ist es auch so ein bisschen lame, dass sie die Story wiederverwerten im zweiten Teil quasi. Und dass Fester immer so ein bisschen der Außenseiter in der Familie sein muss in beiden Filmen. Was schade ist, ich ... halt mir mehr so sympathische Interaktionen zwischen Fester und den Kindern. Ja, genau. Weil Fester ist halt in der Serie immer so der coole Oddball, der irgendwie witzig und Spaß macht. Das ist ein bisschen lame. Aber das ist ja egal. Diese Filme dürfen Nummern-Revues sein. Das ist total okay für mich.
Johannes Franke: Und das ist, glaube ich, das Wesentliche daran. Die dürfen Nummernrevues sein und müssen nicht anfangen, irgendwie... viel zu große Dinge haben zu wollen, worauf wir auch später nochmal bei Wednesday... Ja, müssen wir wohl. Ich meine, man muss sich an irgendetwas... Du brauchst einen roten Faden für die One-Liner, sonst hängen die ja nirgends dran. Das muss also irgendwie passieren.
Florian Bayer: Aber es muss nicht so viel Drama sein.
Johannes Franke: Ja genau, es muss gar nicht so viel Drama sein.
Florian Bayer: Deswegen funktioniert das Camp auch besser, als die Festa-Geschichte. Weil das in dem Camp einfach natürlich sich einen Konflikt hat und sich dann daran entlanghangelt, wie die wie die Adams drauf sind und wie das nicht passt mit dem Camp. Und da gibt es auch, der Konflikt wird auch gelöst, indem nämlich am Schluss die Bösen gegrillt werden.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Aber das war es auch. Es ist keine große Charakterentwicklung, kein großes persönliches Drama.
Johannes Franke: Weißt du, was das ist? Das ist nämlich genau das, was Sie in der Originalserie damit gemacht haben, dass Konflikte von außen reinkommen. Es geht immer darum... Die Addams Family, wie sie ist, trifft auf die Welt, wie sie ist. Und du brauchst keine große Geschichte drumrum, sondern du willst sie bloß einfach zu interagieren sehen.
Florian Bayer: Und auch immer mit dem Vorzeichen, dass die Adams eigentlich voll nette Leute sind. Und die Außenwelt ist böse. Die Leute von außen wollen sie betrügen, wollen sie ausrauben, wollen sie umbringen. Und die Adams sind einfach nur lieb in ihrer morbiden Lebensweise.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Wollen wir einfach, du hast dieses Reunion, hast du dir auch angetan oder hast du das dann irgendwann ausgemacht? Ach so, stimmt. 1998, der dritte Film, der... Direct to Video habe ich mir komplett angeschaut. Nicht gut rezipiert, ich habe ihn nicht gesehen.
Johannes Franke: Du hast ihn nicht gesehen? Nee. Okay, lass mich kurz ausholen.
Florian Bayer: Carl Stryken, der Lurch, der war wieder dabei, als einziger.
Johannes Franke: Ja, gut, aber ... Kriegt nicht viel zu tun. Nee, das funktioniert alles leider gar nicht. Viele sagen noch, dass Tim Curry noch einigermaßen okay ist, der von Rocky Horror Picture Show.
Florian Bayer: Tim Curry spielt Gommes? Oh, aber Tim Curry ist schon alt, wenn der Film gemacht wird, oder?
Johannes Franke: Der ist, ja, ja, ja, also was heißt alt, alt, aber er ist so viel älter, dass man ihn eigentlich nicht mehr erkennt aus Rockwee Horror Picture Show.
Florian Bayer: Und Pennywise aus Stephen King's It. Im 90er-It spielt Tim Curry Pennywise.
Johannes Franke: Ah. Okay, das weiß ich nicht gesehen. Keine Ahnung. Auf jeden Fall finde ich, auch wenn viele sagen, dass er das irgendwie noch hinkriegt, nee. Es gibt so zwei, drei Momente, die ganz gut geworden sind dann später im Film, aber vielleicht hat man sich auch einfach nur daran gewöhnt, dass der Film so ist, wie er ist. Aber er liegt ganz, ganz, ganz weit daneben. Also wirklich jeder Gag, den die haben, wo man sieht, okay, da hat sich jemand was... gedacht dabei, hat irgendwie geklaut und man weiß, dass der Typ, der dafür verantwortlich war, das Ganze zusammenzuhalten von der Produktionsseite her, den Drehbuchautoren einfach alles verboten hat, was sie selbst neu erfunden haben und wollte im Grunde nur eine Shitshow von Dingen, die alle schon funktioniert haben schon mal. Also alle Gags sollten mal nochmal wiederverwertet werden und alles sollte irgendwie... weiß nicht, so eine Wiederholung sein, damit man das nochmal melken kann.
Florian Bayer: So auf Nostalgie gebaut auch ein bisschen.
Johannes Franke: Ja, und es war aber überhaupt nicht... Es ist überfrachtet mit Comic-Geräuschen an unpassender Stelle. Es ist überfrachtet mit schlechtem Comicspiel, was wirklich nur für Kinder funktioniert, was Erwachsene dann sofort sagen, nee, lass mal, will ich nicht. Also es ist so ganz, ganz schlimmes, billigstes Kinderfernsehen. Es ist wirklich nicht gut. Ich habe ganz viel aufgeschrieben, warum das nicht funktioniert, aber eigentlich ist es auch egal. Ihr guckt euch das sowieso nicht an, hoffentlich.
Florian Bayer: Was hältst du denn von dem 2019er Animationsfilm?
Johannes Franke: Ich fand den Animationsfilm tatsächlich ganz gut.
Florian Bayer: Oh Gott, wir sind heute nur einer Meinung. Das ist so schrecklich. Das ist ja auch überhaupt nicht gut angekommen bei der Kritik. Was, wirklich? Ja, du hast keine gute Rezeption erfahren.
Johannes Franke: Aber warum?
Florian Bayer: Ich verstehe es auch nicht. Ich finde, er kann nicht mit den 90ern bei den Filmen mithalten. Nein, ich Aber ich finde, es ist total okay, was sie machen. Und es ist ganz klar mehr für Kinder gemacht. Ich finde Wednesday wieder super.
Johannes Franke: Ja, Wednesday ist sehr gut gemacht, tatsächlich. Ich finde, die haben so schöne Ideen, wie zum Beispiel, dass sie eben Lurch überfahren und ihn dann einfach zum Butler erklären. Und dass sie gleich am Anfang sich mit der Asche ihrer Mutter schminkt und so. Also man hat eine Etablierung der Familie. mit guten und gut gesetzten Ideen.
Florian Bayer: Ich sehe zwei Probleme in dem Animationsfilm. Und zwar ein kleineres Problem. Dass der Konflikt innerhalb der Familie ein bisschen zu stark gemacht wird. Der Konflikt zwischen Wednesday und ihrer Mutter, wenn Wednesday anfängt, sich für die Außenwelt zu interessieren und dann plötzlich anders rumläuft. Und das Zweite ist ein viel größeres Problem, dass der Konflikt zwischen den Addams und der Außenpolitik Dass die Adams den Konflikt wahrnehmen, dass sie am Anfang gleich aus dem Dorf vertrieben werden. Ja, genau. Dass sie die ganze Zeit Stress haben mit dieser bösen T-Frau-Troller.
Johannes Franke: Das ist der Kinderfilmansatz der Zeit, muss man sagen.
Florian Bayer: Vielleicht.
Johannes Franke: Auch diese, überhaupt diese Geschichte zu nehmen, dass die Individualität, also ich kann mir vorstellen, wie die alle da sitzen. und sich überlegen, was können wir denn erzählen? Wir wollen irgendwas erzählen. Und eine Produktion sitzt da und denkt sich, okay, was macht denn die Addams Family aus? Sie sind anders. Okay, erste Idee. Wir lassen Sie auf Leute treffen, die alle gleich sind. Und die sollen dann in einen Konflikt geraten. Assimilation, das ist ja schon das... Das wird ja richtig als Stempel draufgedrückt. Die Sendung heißt ja schon so, die sie da irgendwie mitnehmen. Und irgendwie ist das so ein Lama, okay, das ist die erste Idee, die wir hatten und damit sind wir jetzt durchgebrannt. Also die Grundidee finde ich nicht richtig gut, aber ich finde die Ausführungen in vielen Stellen richtig toll.
Florian Bayer: Ja, also die Geschichte, die stört mich, weil der Film auch sehr auf die Geschichte fokussiert ist. Also er will wirklich deutlich mehr Geschichte erzählen als... als die 90er-Filme oder als die Sitcom. Ich muss dazu sagen, mein sechsjähriger Sohn hatte extrem viel Spaß mit dem Film.
Johannes Franke: Das glaube ich. Ja, glaube ich sofort.
Florian Bayer: Und sowas macht einen Film natürlich auch immer schöner nochmal, wenn man zusammen mit einem Kind guckt. Ich fand ihn okay. Es waren viele witzige Ideen dabei. Ich mochte es, dass sie mal wieder einen Gomez Adams gezeigt haben, der aussieht wie ein Cartoon. Dass sie wieder komplett weggekommen sind von diesem schlanken Typen.
Johannes Franke: Genau, ja.
Florian Bayer: Ich mochte Wednesday. Ich fand's super, dass endlich mal Paxley ein bisschen Geschichte kriegt. Stimmt, ja. komplett unter als Figur. Paxley läuft einfach nur so mit und hier wird erzählt, wie Paxley versucht, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Und diesen Leistungsdruck spürt, dass er so toll sein muss wie Gomez, obwohl er eigentlich ganz andere Ideen hat.
Johannes Franke: Und löst es dann auch auf seine eigene Art?
Florian Bayer: Genau. Also das sind wirklich gute Momente. Also auf jeden Fall überdurchschnittlich... Die Fortsetzung habe ich nicht gesehen. 2021 hat der Film eine Fortsetzung gekriegt. Wednesday.
Johannes Franke: Ich finde, einer der großen Gags von dem Animationsfilm ist, dass Fester ein Tattoo hat, das lautet No Regards. Also nicht no regrets, sondern no regrets.
Florian Bayer: Das ist wirklich putzig. Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Ja, also die Serie, die Animation, die lohnt sich tatsächlich. Das könnt ihr euch auf jeden Fall anschauen. Ja, kommen wir zum Elephant in the Room.
Florian Bayer: Wednesday, 2022. Ja. hoch erwartet von vielen und hat eingeschlagen wie eine Bombe. Ich glaube, es ist ziemlich beliebt.
Johannes Franke: Es ist das beliebteste seit ... Also es ist glaube ich nicht ganz wie Squid Game angekommen, aber es ist besser noch als Stranger Things gestartet.
Florian Bayer: Kritik und Publikum feiern, alle wollten es gucken. Der Rotten Tomato ist gut angekommen.
Johannes Franke: Es wird überall rauf und runter gemimt. Ja. Mit dem Tanz und allem.
Florian Bayer: Und?
Johannes Franke: Und ich denke die ganze Zeit, um Gottes Willen, was ist denn da los? Warum haben sie die Adams Family kaputt gemacht?
Florian Bayer: Ich will wirklich kein konservativer Dogmatiker sein. Jeder darf seine Geschichte erzählen, wie er will. Und wenn sie sagen, okay, wir nehmen das Addams Family Setup, um ... Teenage-Fantasy-Zeug zu erzählen. Okay, es ist in Ordnung. Dann ist es nicht, was ich unter Addams Family verstehe, aber sollen sie machen. Aber die Serie ist schlecht. Die Serie ist, also ich hab's nicht ganz geguckt, weil es mich auch wirklich genervt hat.
Johannes Franke: Ich hab sie komplett geguckt.
Florian Bayer: Jenna Ortega ist cool. Jenna Ortega spielt meiner Meinung nach gut, auch wenn sie nicht das ist, was ich unter Wednesday verstehe.
Johannes Franke: Sie macht das, was sie gesagt bekommt, was sie machen soll, macht sie gut tatsächlich. Sehr gut.
Florian Bayer: Der Rest der Serie ist meiner Meinung nach komplett unoriginelle Grütze, die irgendwie versucht, so eine Mischung aus Harry Potter und keine Ahnung, was soll das? Und ich bin schockiert, dass du meiner Meinung bist, weil ich bin davon ausgegangen, dass du die Serie geil findest. Tim Burton hat in den ersten beiden Episoden Regie geführt.
Johannes Franke: Nee, vier. Vier sogar. Ich glaube, er hat vier gemacht und dann hat er weitergegeben und Jenna hatte irgendwann mal im Interview gesagt, dass Tim Burton ganz fest... daran festgehalten hat, dass sie ganz minimalistisch spielen soll, kaum Gesichtsregungen und so haben soll. Und dann die anderen Regisseure, die übernommen haben, dann damit... in Konkurrenz gegangen sind und gesagt haben, naja, du machst Emotionen, mach mal ein bisschen mehr hier, mach mal ein bisschen mehr da. Und da kommt das große Problem mit verschiedenen Regisseuren bei einer Serie zum Tragen, das muss man mal sagen.
Florian Bayer: Also ich glaube, man muss so zwei Sachen unterscheiden. Zum einen, warum das nicht als Addams Family funktioniert.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau.
Florian Bayer: Dafür gibt es viele Gründe.
Johannes Franke: Und warum es nicht als Serie funktioniert.
Florian Bayer: Warum es nicht grundsätzlich als Serie funktioniert.
Johannes Franke: Du hast damit angefangen, warum es nicht als Serie funktioniert. Dann gehen wir damit weiter erstmal.
Florian Bayer: Naja, weil es nichts Originelles hat. Ja. Es ist komplett zusammengestückelt, so wie Fing in diesem Fing zusammengenäht ist. Mhm. Sieht übrigens ganz gut aus.
Johannes Franke: Ja, sieht sehr gut aus. Auch von einem Zauberer gemacht.
Florian Bayer: Die Hand. Die Serie ist alles zusammengenäht. Wir haben Elemente von Harry Potter, natürlich haben wir Elemente aus der Addams Family. Aber wir haben halt auch Elemente von Tribute von Panem, von jedem Fantasy-Teenager-Spiel. der in den letzten Jahren rauskommt, Twilight. Wir haben Twilight, ich meine, wenn du Adams Family als Vorlage hast, musst du nicht von Twilight für deine Geschichten
Johannes Franke: Du hast so viel Potenzial für alles mögliche in der Addams Family. Warum musst du wildern gehen überall?
Florian Bayer: Und es ist so ein Frankensteinsmonster geworden. Ich mag es ja sogar, wenn Sachen überladen sind, wenn verschiedene Emotionen reinkommen. Aber es funktioniert an dieser Stelle einfach nicht, weil es ist eine Fantasy-Geschichte, es ist eine Grusel-Geschichte, es ist eine Teenager-Romanze. Es ist eine schwarze Komödie und das schwarze Komödiantische geht immer mehr unter im Laufe der Zeit. Es sind fast keine Gags mehr.
Johannes Franke: Es ist so Sabrina-
Florian Bayer: Ja, Sabrina, genau. Und das fand ich auch schon nervig, das Sabrina-Remake. Und ich glaube sogar, dass es qualitativ hochwertiger ist.
Johannes Franke: Ich fand Sabrina tatsächlich ganz gut. Aber Sabrina wollte ja auch nichts. Naja, ja gut, okay. Die Originalserie von Sabrina ist auch eher komediatisch gewesen.
Florian Bayer: Ja genau, Sabrina hat schon ziemlich gebrochen, aber auch so Genau so Sabrina, Buffy, sie nehmen. Und es ist halt, du hast das Gefühl, es ist nichts Originelles an dieser Serie.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann sind die Charaktere auch noch nicht so gut getroffen. Wir sehen fast nichts von den Adams.
Johannes Franke: Die Charaktere sind ... Null, nichts davon ist übrig geblieben. Wenn wir jetzt mal rüber gehen, was ist von der Addams Family, warum funktioniert das als Addams Family nicht, Das erste ist, die Familie ist eigentlich voll supportive, alle lieben einander. Normalerweise wären Morticia und Gommes nur aneinanderklebend. Während, und das tut mir so leid, Catherine Sitter-Jones ist so... Was ist das für eine Morticia? Die hat überhaupt gar keine Leidenschaft. Esprit, ein bisschen Eleganz vielleicht, aber es fehlt alles, was ich an Morticia mag. Es fehlt alles, was ich an Gomez mag.
Florian Bayer: Sie kommt ja auch nicht viel vor. Ich find Gomez tatsächlich, Louis Guzman find ich cooler als Gomez. Irgendwie witzig.
Johannes Franke: Aber was ist denn an Gomez schon zu sehen? Das Wichtige, was zu sehen wäre, ist die Beziehung zu Morticia und die ist nicht zu sehen.
Florian Bayer: Ja, das stimmt. Wir sehen sowieso nicht viel von den Adams. Und das, was wir von ihnen sehen, das passt halt auch nicht zu dem Bild, was ich von den Adams habe. Das übernatürliche, also sie geben Wednesday, geben sie übernatürliche Fähigkeiten, ganz direkt. mit denen sie den Kriminalfall lösen kann. Sie hat einen Sixth Sense, sie hat irgendwie einen Sinn, mit dem sie Dinge sehen kann, die andere nicht sehen können. Sie packen sie auf diese Schule, es ist dieser, genau, die Adams leben ja auch von diesem Konflikt mit der Außenwelt, diese Schule. Das ist das Problem. Was ist das? Thomas ist auf diese Schule gegangen. Äh?
Johannes Franke: Nein. Das Wichtige ist doch, dass wir sehen, dass die... liebende Kuki-Familie auf die seltsame Außenwelt trifft und die sich dann irgendwie in einem Konflikt befinden. Und jetzt sehen wir innerhalb dieser, da gibt es ja keine gesellschaftlich relevante Entwicklung mehr. Das ist ja völliger...
Florian Bayer: Ich habe die Serie nicht ganz geguckt. Aber es ist mir total unklar geblieben, wie mit den übernatürlichen Phänomenen umgegangen wird. die Außenwelt auf diese übernatürlichen Phänomene reagiert.
Johannes Franke: Für die ist das nicht, also wie auch in der Serie, gibt es da keinen Kommentar zu.
Florian Bayer: Ja, aber es ist so merkwürdig, weil es so eine Relevanz hat. Es gibt Werwölfe, die Menschen umbringen. Es gibt Monster, die da rumlaufen. Das hat auf einmal eine wirkliche Relevanz. In der Serie bleibt es ja auf so einem abstrakten Niveau. der bleibt auf so einem abstrakten Niveau und hier ist es plötzlich so konkret und es ist ja wirklich eine Bedrohung, es sind die X-Men. Oh mein Gott, es gibt Mutanten,
Johannes Franke: Ruf irgendjemand mal beim Präsidenten an. Genau. Und diese... diesen Realismus bringen die da rein, der dann bedeuten würde, dass viel mehr passieren müsste, dass viel mehr auf die Außenwelt reagieren müsste und sagen müsste, was passiert hier, das kann nicht sein. Da müssen wir was tun. Dann fehlt mir aber auch, finde ich auch ganz furchtbar, dass Wednesday überhaupt in dieser Phase der Rebellion ist und dann aber nicht rebelliert. Also wogegen rebelliert sie denn? Aber sie hat so einen typischen... Teenager-Vibe von ich breche mit meinen Eltern. Warum sollte sie mit ihren Eltern brechen? Das ganze Ding der Familie ist doch, dass die supportive miteinander sind. dass das alles irgendwie funktioniert. Das ist keine dysfunktionale Familie.
Florian Bayer: Das Traurige ist ja, ich hatte in den ersten zehn Minuten wirklich Hoffnung, dass sie eine coole Geschichte erzählen, als wir Wednesday und Paxley auf dieser normalen amerikanischen Highschool, wo sie dann die Piranhas auf die Bullis hetzt, die ihren Bruder geärgert haben. Das ist die Story, die ich sehen will. Da könnte das funktionieren und dann ist die Familie stolz auf sie. Konflikte. Man kann ja auch an der Highschool was erzählen, aber dann wird sie, dann baut die Serie darauf, dass sie eben in diese Harry Potter Welt geschickt wird. Wo Menschen sind, die wie die Adams anders sind. Aber nicht genau wie die Adams, weil sie act offensichtlich ja mit ihrer Art da. Und keiner ist wie Wednesday in dieser Schule. Sie ist die Außenseiterin, obwohl das eine Außenseiterschule ist.
Johannes Franke: Naja, ich meine, das ist natürlich so ein Ding, was von vielen irgendwie gemocht wird, dass sie selbst unter Außenseiter ein Außenseiter ist. Das ist so ein... Aber das ist ja auch nur ein Lamer-Versuch, das Konzept zu behalten, was immer schon in ganz vielen Filmen funktioniert, der Außenseiter. Ja. So. Im Grunde ist es ja kein Außenseiter unter Außenseitern, sondern es ist einfach nur ein Außenseiter. Das war's.
Florian Bayer: Das ist der Harry Potter. Aber es ist so wie in Harry Potter Teil 5 oder so. Niemand Harry Potter glaubt und der irgendwie so von Lehrern gehasst wird und von Mitschülern gehasst wird.
Johannes Franke: Das ist ein doppelter Boden, der einfach eingezogen werden muss, damit das Konzept an sich überhaupt noch funktioniert. Aber es ist nicht clever und nicht original.
Florian Bayer: Und dann haben sie halt diese Detektiv-Geschichte. Teenager, die im Mord hinterher fanden, weil die Erwachsenen zu blöd sind. Oh, wie originell. Haben wir ja noch nie gesehen, Mensch, sowas. Stranger Things habe ich noch gar nicht gesagt, Stranger Things werfen sie damit halt auf.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Diese ganzen Zeit übernatürliche Phänomene und Whodunits und wem kann man trauen und so weiter.
Johannes Franke: Und es nervt so sehr, dass sie alles kann. Sie kann einfach alles. Sie gewinnt jeden Kampf. Sie kann alles sehen und rausfinden und so. Was für Schwächen hat sie denn? Sie verliert den Fecht.
Florian Bayer: Kampf am Anfang gegen diese...
Johannes Franke: Das stimmt. Das ist noch... Da wird es kurz interessant. Ja. Und dann ist aber wieder das Gleiche. Sie rauscht durch alle Rätsel durch und findet es halt problemlos raus irgendwie mehr oder weniger. Und dann hat sie natürlich irgendwann die Schwäche, dass sie nicht so gut menschlich mit anderen kann. Und dass sie das dann irgendwann auch stört.
Florian Bayer: Es wird aber viel zu viel thematisiert. Es wird viel zu viel reflektiert. Das ist einfach, bei der Addams Family wird das nicht so reflektiert, sondern es gibt dieses unschuldige Moment der Familie und der Figuren.
Johannes Franke: Aber das Problem kann natürlich daran liegen, dass das Ganze dramatisiert ist und damit du nicht über die komödiantische Überhöhung darüber hinwegtäuschen kannst. Ja. Mit einer Komödie kannst du ganz viel machen, ganz viel unrealistischen Kram, aber mit dem Drama ist das schwierig. Da ist so wenig Comedy drin. Ja, wenig ist noch übertrieben, also da ist ja gar nichts drin.
Florian Bayer: Und es wird gefühlt auch von Folge zu Folge krasser, je mehr der Konflikt hochkommt, je mehr... die Spannung erzeugt wird und wir langsam diese Hauptstory entschält sehen, was hier los ist.
Johannes Franke: Obwohl es stimmt nicht, es gibt ein paar lustige Sachen, die ich tatsächlich gut fand. So wie die Statue, die sie da aufstellen von diesem Typen, irgendwann plötzlich in Flammen steht und sie da Cello schlägt.
Florian Bayer: spielt.
Johannes Franke: Und Thing macht halt das Feuer. Und sie hat aber ein Alibi, weil sie ja da sitzt und Cello spielt.
Florian Bayer: Das ist wirklich eine schöne Szene.
Johannes Franke: Und weil auch ihr Blick sehr gut ist dann am Ende. Ja, das ist natürlich sehr gut.
Florian Bayer: von dem Mädchen, das vor dem brennenden Haus steht und so lächelnd. Genau das. Das haben sie sehr gut getroffen und auch mit dem Geigen spielen. Das ist wirklich schön. Christina Ricci spielt wieder mit. Und ich muss die ganze Zeit dran denken, mein Pitch für eine Serie, die Wednesday heißt, würde so aussehen, dass Christina Ricci wieder Wednesday spielt und wir haben eine Erwachsene Wednesday. Die irgendwie in der Außenwelt mit dem typischen schwarzen Addams Family Humor ausgezogen ist bei ihrer Familie, ihre eigene Wohnung hat, die dann natürlich auch so eine Horrorwohnung ist.
Johannes Franke: Genau. In einem Plattenbau.
Florian Bayer: Aber sie hat einen Job. sie hat vielleicht auch eine Romanze mit irgendwem und das wird einfach nur im schwarzhumorisch gezeigt, wie sie mit der Ostenwelt, mit ihren Nachbarn, mit ihrem Arbeitgeber und so weiter kommuniziert. Ich würde Christina Rich die... Ich meine, es liegt doch da. Nimm wieder Christina Ricci. Sie ist immer noch gut.
Johannes Franke: Sie ist immer noch verdammt gut. Und ich finde, auch hier ist sie wirklich sehr gut. Sie darf aber nicht so viel machen, wie ich gerne sehen würde von ihr. Das ist ein bisschen das Problem. Die Frisur versteckt sie eigentlich mehr, als dass sie sie zeigt. Das ist auch ein bisschen schade mit der Brille und der Frisur. Sehe ich nicht so viel von ihr. Und sie springt ja auch nur ein. Sie springt ja für Thora Birch ein, die ich auch gerne gesehen hätte. Thora Birch?
Florian Bayer: wäre übrigens auch eine tolle Wednesday.
Johannes Franke: Stimmt.
Florian Bayer: For a bird könnte wirklich gut Wednesday-Adams spielen.
Johannes Franke: Stimmt, ja. Naja, gut.
Florian Bayer: Okay, ihr seht schon, ich kann nicht viel Gutes über diese Serie sagen. Und ich war ... Eigentlich, ich war nicht nur gewöhnt, mich drauf einzulassen, ich hab mich darauf irgendwie gefreut. Ja, ich auch. Es wird eine Wednesday-Serie gemacht, geil.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und hey, Netflix, cool. Und es ist so ... Manchmal hat man bei Netflix-Serien das Gefühl, ihnen fehlen die Ideen und deswegen werfen sie alles zusammen, was sie noch so finden in ihren Kisten und in ihren Schubladen. Das ist auch schon bei den letzten beiden Stranger Things Staffeln so gewesen. Da ist es unterhaltsam genug, dass ich trotzdem gucke, aber da ist habe ich auch schon so das Gefühl, es wird viel aufgewärmt, viel recycelt. Es fehlt so ein bisschen die Kreativität.
Johannes Franke: Aber ich weiß nicht ... Wie viel dabei dann an Netflix liegt oder wie viel an den Leuten, die sie dann beschäftigen? Netflix ist ja eigentlich ein Partner, der nicht so viel reinredet, angeblich. Aber vielleicht ist das auch eine alte Info und die haben sich inzwischen da so ein bisschen eher ins Einmischen gemacht. Ich weiß nicht, keine Ahnung. Das ist ein bisschen traurig, weil auch die Leute, die das gemacht haben, ja ursprünglich gute Voraussetzungen mitbringen. Was haben die denn gemacht? Die hatten doch, lass mich das kurz gucken.
Florian Bayer: Alfred Koff. Koff. Koff. Der hat geschrieben für den zweiten Spider-Man-Film.
Johannes Franke: Die Produzenten meine ich.
Florian Bayer: Und Miles Miller, der immerhin für Smallville produziert hat.
Johannes Franke: Ah ja, genau, Smallville, das war das.
Florian Bayer: Charlie's Angels Reboot, Into the Badlands. Das sind auch alles Sachen, die ich nicht wirklich kenne. Ich versuche gerade zu finden, ob er ... Er hat für Mad Men geschrieben. Das wäre zumindest eine etwas größere Referenz.
Johannes Franke: Auf jeden Fall bringen sie Erfahrungen mit und irgendwie, weiß ich nicht, vielleicht hatten sie zu viel Angst. Dass man dann irgendwie auf Nummer sicher geht und sagt, okay, wir nehmen das, was wir wissen, was funktioniert.
Florian Bayer: Es ist eine General Audience Serie, so wie Stranger Things zum Beispiel. Hm. Und das haben sie offensichtlich getroffen, weil es extrem gut angekommen ist, als wir das geguckt haben.
Johannes Franke: Also eigentlich haben sie alles richtig gemacht in wirtschaftlichen
Florian Bayer: Ich mag ja eigentlich an der neuen Serienlandschaft, dass es nicht mehr so viele General Audience Produktionen gibt.
Johannes Franke: Das war ja das, was Netflix versprochen hat. Das war doch das, warum Netflix gesagt hat, wir sind wichtig für die Landschaft.
Florian Bayer: Und das haben Netflix auch geschafft. Netflix hat ja hervorragend. hervorragende Serien gemacht, wie Better Call Saul, wie Orange is the New Black, und wie auch die erste Staffel von Stranger Things, die alles andere als General Audience sind. Aber offensichtlich, vielleicht hat sich das auch ein bisschen geändert. Vielleicht sind mit die Streaming Wars schuld. Vielleicht ist der Aufstieg von Disney Plus in diesem Jahr... Paramount Plus, die am Horizont lauern, vielleicht ist das mit Schuld daran, dass Netflix anfängt eher so Richtung großes Publikum zu schielen.
Johannes Franke: Es ist ja so, dass Netflix jetzt ganz viele Titel, die sie nicht selbst produziert haben, abgeben müssen. Gerade wegen Paramount Plus, weil die wirklich alle ihre... Lizenzen alle zurückholen. Und dann hast du natürlich nicht mehr so viel im Programm, was Zuschauer hält. Das heißt, du musst wirklich selber auch produzieren. Und dann ist natürlich der Druck größer, große Produktionen zu machen, die alle irgendwie erreichen, damit die Leute kommen.
Florian Bayer: Tim Burton ist vielleicht auch ein Problem.
Johannes Franke: Weiß ich nicht, keine Ahnung. Ich fand diese Serie sah gar nicht so sehr nach Tim Burton aus. Nicht nach dem schlimmen Endzeit Tim Burton, der in den letzten Jahren gewildert hat, wo man gedacht hat, okay, jetzt hat er seinen... seine Ästhetik gefunden, die er nie wieder ändern wird. Mit ganz vielen Kringeln an den Enden von irgendwelchen Dingen und viel zu langen Gliedmaßen.
Florian Bayer: Martin Bertner hat schon sehr großen kreativen Einfluss gehabt auf
Johannes Franke: Ja, genau. Ich finde Tim Burton gar nicht den schlechtesten Einfluss. Also er hat es jetzt irgendwie gut geschafft, von dem, was man von ihm kennt, wieder so ein bisschen Abstand zu nehmen. Du hast keine Nightmare-before-Christmas-Ästhetik da drin.
Florian Bayer: Ja. Hilft nichts.
Johannes Franke: Ja, hilft nichts. Ich weiß es nicht. Es tut mir sehr leid, aber ihr habt es irgendwie gleichzeitig alles richtig gemacht und es verkackt.
Florian Bayer: Warum? Aber vielleicht sind wir auch einfach nicht das Zielpublikum und offensichtlich hat die Serie ja Zielpublikum gefunden. Und wie gesagt, um das nochmal zu sagen. Es ist total okay, vom Uhrstoff abzuweichen und mit der Figur Wednesday was anderes zu probieren. Man muss hier kein krasser Geldkeeper und konservativ sein und sagen, das ist nicht mehr die Addams Family, weil es kann trotzdem was Gutes draus werden.
Johannes Franke: Ist es in dem Fall halt nicht. Schade. Sehr schade. Ich habe mich sehr darauf gefreut und war sehr enttäuscht. Leider. Na gut, so wollen wir ganz elegant in unsere Top 3 hineinrutschen.
Florian Bayer: Lass uns mal elegant reinrutschen. Jingle. Jingle.
Johannes Franke: Unsere Top 3.
Florian Bayer: So, unsere Top 3. Was wollten wir? Familien? Coole Familien?
Johannes Franke: Coole Familien.
Florian Bayer: Die im besten Fall viel gut zusammenhalten?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ja, keine dysfunktionalen Familien, davon gibt es mehr als genug im Fernsehen.
Johannes Franke: Das ist halt das Ding. Das war jetzt auch in der Recherche so ein bisschen so, oh okay, Moment, das sind alles dysfunktionelle Familien, die will ich alle nicht haben. Deswegen wurde es doch ein bisschen dünn am Ende.
Florian Bayer: Ja. Aber es gibt sie. Es gibt die tollen Familien, die man sieht und denkt, wow, so möchte ich mit meiner Familie auch leben.
Johannes Franke: Ja, genau. Wer muss denn eigentlich anfangen?
Florian Bayer: Ich muss anfangen. Deine Liste, mein Anfang. Mein Platz 3 ist, ich habe relativ junge Filme diesmal in der Liste. Aus dem Jahr 2016. Captain Fantastic von Matt Ross. Und zwar geht es um eine Aussteigerfamilie. Der Vater lebt mit seinen sechs Kindern zusammen im Wald. Leben in der Wildnis und Überleben in der Wildnis jenseits der Zivilisation.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: haben halt wirklich so einfach ihre Überlebensstrategien. Sie gehen jagen, sie sammeln Früchte, sie haben sich quasi ein bisschen was aufgebaut da. Die Mutter stirbt und die Familie will zur Beerdigung fahren. Und dann reisen sie mit so einem kleinen Bus durch Amerika, um bei der Beerdigung von der Mutter dabei zu sein. und stoßen mit der Zivilisation zusammen. Ganz toller Film, irgendwo zwischen Drama und Komödie. Und eine Familie, die es super zusammenhält, aber die Probleme innerhalb der Familie werden auch nicht einfach unter den Teppich gekehrt. Es ist auch nicht einfach nur so eine Abrechnung mit der Zivilisation, sondern es ist durchaus ambivalent erzählt. Großartig gespielt, Vicko Mortensen als Vater. Tolle Geschichte von der Außenseiterfamilie, die gezwungen ist ... ihr Leben zu überdenken und trotzdem stets dabei zusammenhält.
Johannes Franke: Toll. Schön. Bei meinem Platz 3, ich habe auch so neuere Sachen dabei, mein Platz 3 wäre Paddington. Die Familie ist einfach sehr, sehr süß. Vor allem, weil sie auch mit dem Bären dann, sie nehmen ihn auf und er gehört zur Familie. Das ist jetzt so. Und so stelle ich mir dann auch Familie vor, sagen zu können, okay, wir nehmen Leute in der Familie auf, ohne dass man irgendwie Blut... Verwandtschaft haben muss, sondern das ist irgendwie einfach, man wählt sich seine Familie. Und ich habe das Gefühl, die würden ihre Familie jederzeit genau so wieder wählen. Und das finde ich toll.
Florian Bayer: Was für ein schöner Gedanke, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ja, cool. Paddington auf jeden Fall. Absolut sehenswert. Mein Platz 2 ist auch ein Familienfilm. Ein ganz junger Familienfilm aus dem Jahr 2021. The Mitchells vs. The Machines. The Mitchells gegen die Maschinen. Eine ziemlich verrückte Familie.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: die alle so einen leichten Schuss haben. Und die geraten bei einem Roadtrip in eine Invasion von künstlicher Intelligenz, also ein großer... Unternehmer Steve Jobs verschnitt, hat eine super KI entwickelt, die sich dann gegen ihren Schöpfer stellt und mit Maschinen versucht, die Menschheit zu unterdrücken. Und die Familie muss zusammenhalten, um die Gefahr zu besiegen. großartig erzählt, total wild, überladen, so ein bisschen Film definitiv für die Generation. Welche Generation haben wir gerade? Sie? Für die jetzige Generation mit ganz vielen Memes und Emojis und Animationen und Social Networks und YouTube und alles zusammengeworfen. Aber im Kern vor allem ein Film über eine Familie, die ziemlich schräg ist, aber trotzdem sich im richtigen Moment zusammenraufen kann und ganz toll zusammenhält. Absolut sehenswert. Toller Kinderfilm, toller Familienfilm. Mitchells gegen die Maschinen.
Johannes Franke: Okay. Von wann ist der? 2021.
Florian Bayer: Okay. Wow.
Johannes Franke: Ja dann. Platz Nummer zwei bei mir sind die Weasleys. In Harry Potter. Die sind auch so eine Familie, die ist natürlich dazu da, um Harry zu zeigen, wie verfolgt. Wie eine Familie funktionieren kann, wenn man denn mal eine hätte, die nicht dysfunktional und nicht egoistisch und alles wäre.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und natürlich ist sie dadurch fast unrealistisch großartig.
Florian Bayer: Allein ihr Haus, der Fuchsbau, es ist so toll.
Johannes Franke: Es ist auch ein Buch, so, so, so schön beschrieben und es war eine der großen Sachen, auf die ich mich gefreut habe. Und von denen ich gehofft habe, dass der Film es irgendwie hinkriegt, das darzustellen. Weil das ist so einer, das ist wie bei Herr der Ringe, Tom Bombadil, den sie dann weggelassen haben. weil sie es nicht hingekriegt hätten.
Florian Bayer: Tom Bombadil ist vollkommen lustig. Danke Peter, dass du ihn rausgelassen hast.
Johannes Franke: Nein, warum? Egal. Also die Weasleys sind wirklich eine tolle Familie.
Florian Bayer: Muss man sagen. Sind sie auf jeden Fall. Und haben sie sie
Johannes Franke: Ich finde, der Film hat es einigermaßen gut hingekriegt. Der Film hat vieles nicht hingekriegt, aber das finde ich einigermaßen okay. Und immer noch eine Familie, in der man gerne sein möchte und ein Haus, in dem man auch gerne sein möchte.
Florian Bayer: Mein Platz 1. 2002, The Happiness of the Katakuris von Takashi Mika. Wer Takashi Miike kennt, weiß, dass es jetzt schräg wird. Ein japanischer Regisseur, der... unfassbar viele Filme dreht. Wir müssen auch irgendwann mal über einen von seinen Filmen reden, aber ich weiß nicht über welchen.
Johannes Franke: Hatten wir nicht schon einen von Takashi Miike?
Florian Bayer: Nee, ich glaub, wir haben noch nicht über Takashi Mika geredet. Der hat so viele Filme produziert. Der produziert mehrere pro Jahr. Und auch total unterschiedlich. Mal Horrorfilme, mal Thriller. Mal Historiendramen, der macht einfach alles. Ich mag vor allem seine schrägen und absurden Filme. Und Happiness of the Katakuris gehört mit zu seinen schrägsten Filmen. Aus einem Jahr, in dem er sehr viele schräge Filme gemacht hat. Es geht um eine Familie, die aufs Land zieht. um da eine Pension zu eröffnen. Und dann soll da allerdings eine Autobahn gebaut werden. Und die Familie muss natürlich irgendwie so zusammenhalten, um dagegen zu kämpfen. Wobei sie das eigentlich gar nicht so viel machen. Sie haben nämlich viel mehr ganz andere Probleme. weil ständig ihre Gäste wegsterben. Und weil sie Angst haben, dass das ihr Geschäft gefährden könnte, verspuddeln sie die Gäste überall im Wald. Genau da, wo die Autobahn nachher gebaut werden soll. großartige Mischung aus Heimatfilm, Grusel-Thriller.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und Musical, bei dem auch mal Zombies zanzen dürfen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Wirklich merkwürdiger Schreiber. Mega-Film, aber der in seinem Kern auch einfach nur die Geschichte von einer Familie ist, die sich wirklich ganz doll lieb hat und zusammenhält.
Johannes Franke: Komm, was Volles. Süß. Mein Platz 1 ist, und ich habe ihn schon öfter genannt in den Listen, Little Miss Sunshine.
Florian Bayer: Ja, was für eine tolle Familie, ne?
Johannes Franke: Es ist so großartig. Das ist so der Inbegriff von wir gegen den Rest der Welt. Weil unser Kind das gerne möchte, machen wir das jetzt einfach so. Und wir setzen alles, was wir haben, auf diese Karte. Und es ist so süß, wie sie sie versuchen, da irgendwie durchzubringen und da irgendwie ihr Großvater Sache beibringt, die man sehen sollte und so.
Florian Bayer: Familienfilme funktionieren echt gut als Roadmovies, wenn alle so auf engstem Raum im Bus zusammen sind und durch Amerika fahren, weil sie unbedingt zu dieser Misswahl wollen. Ja, das ist echt ein schöner Film, toll besetzt.
Johannes Franke: Lange nicht gesehen. Vielleicht sollten wir den irgendwann mal gucken.
Florian Bayer: 2006. Großartige Tragikomödie und toll besetzt. Tolle Darsteller.
Johannes Franke: Ich hätte noch so bei Menschen Boyhood als Familie. Ist auch irgendwie schön.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also auch wenn sie nicht die klassische Familie ist, weil sie sind halt getrennt, die Eltern, und es ist ein bisschen schwierig und da und so. Aber ich finde trotzdem, dass das irgendwie die Geschwister und der Vater und dann irgendwie Auch Schwierigkeiten mit der Mutter, naja, dass es trotzdem irgendwie in der Familie ist.
Florian Bayer: Also eine Erzählung von einer Familie, die ständig von außen irgendwie bedroht ist, weil die Mutter hat dann ja diese wechselnden Beziehungen, die alle nicht gut für sie sind und nicht gut für ihre Kinder. Einfach diese gewalttätigen Arschlöcher, die alle Alkoholprobleme haben. Aber ja, es gibt viele schöne Familienmomente in diesem Film auch.
Johannes Franke: Mir fallen vor allem die mit dem Vater ein, muss ich sagen. Was ein bisschen gemein ist, weil es ein bisschen traurig ist, weil der Film sich da so ein bisschen draufsetzt, Das ist eher so die Rolle des, ich darf mit den Kindern spielen, Wochenendpapa.
Florian Bayer: Genau, und sie muss das Leben von denen irgendwie zusammenhalten währenddessen.
Johannes Franke: Ein bisschen traurig, aber... Ja, deswegen nur Honorable Mention und Fantastic Mr. Fox. Auch eine tolle Familie.
Florian Bayer: Stimmt. Ach ne, hab ich gar nicht gedacht. Ja, einer der ersten Filme, die wir besprochen haben.
Johannes Franke: Ja, und der ist wirklich toll. Gehört mal da rein in die Filme.
Florian Bayer: Das ist eine sehr, sehr alte Episode vor zwei Jahren. Irgendwann haben wir über Fantastic Mr. Fox geredet von Wes Anderson.
Johannes Franke: Wes Anderson, ja, der dir schon ein bisschen über ist. Aber du mochtest den Film trotzdem.
Florian Bayer: Ich mochte den Film. Ähm... Wenn ihr wirklich wissen, hören wollt, wie Johannes und ich streiten, müsst ihr hören, wie wir über Wes Anderson reden. Zwei Filme haben wir von ihm gesprochen. Einmal Fantastic Mr. Fox.
Johannes Franke: French Dispatch war der andere.
Florian Bayer: French Dispatch ist noch nicht so lange her, den haben wir glaube ich im letzten Jahr irgendwann gemacht.
Johannes Franke: Und der ist wirklich einer meiner Lieblingsfilme geworden.
Florian Bayer: Oh krass.
Johannes Franke: French Dispatch ist großartig.
Florian Bayer: Naja, es ist ja auch Wes Anderson pur.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Wer braucht schon eine Geschichte, wenn er schöne Bilder hat.
Johannes Franke: Das war Unsere Top 3. Ja, raus aus der Top 3 rein in den Film nochmal, beziehungsweise in die Filme. Hast du irgendeinen Take noch irgendwie darauf? Du bist natürlich bei den 90ern ganz groß.
Florian Bayer: Ja. Ich kann mich nicht entscheiden, welchen ich besser finde. Ich finde es wirklich schwierig. Ich halte dem zweiten Teil so ein bisschen vor, dass er den ersten Teil so vom Konflikt sehr nachgemacht hat. Ich fand die Bösewichter im ersten Teil ein Zacken cooler.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Also auch so mit der Voraussetzung, dass Fester ganz lange irgendwie so zwischen Bösewicht und cooler Figur wechselt.
Johannes Franke: Was ich so toll finde, weil er dann das erste Mal überhaupt mit den Kindern bondet. Ja. Wenn es dann anfängt, dann hat er plötzlich Spaß mit den Kindern. Das ist so festerartig.
Florian Bayer: Das ist so geil. Er ist schuld an ihrer tollen Aufführung.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und dann diese großartige Tanzszene, wo er dann zum ersten Mal so richtig mit Gomez zusammen ist und sie diesen Matruschka-Tanz machen.
Johannes Franke: Matruschka ist das falsche Wort, aber egal.
Florian Bayer: Matruschka? Irgendwas osteuropäisches. Oh nein.
Johannes Franke: Mamuschka? Das kann sein, Mamuschka könnte stimmen.
Florian Bayer: Ich mag am zweiten Teil, so wie du auch, sehr die Camp-Szenen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ja, der Humor ist in beiden Filmen einfach super. Deswegen ist es so schwer, weil beide Filme einfach sehr ähnlich sind. Und gerade wenn man die so hintereinander wegguckt, sie sind wirklich ähnlich. Aber es stört in dem Fall nicht. Es sind genug tolle Witze drin, dass man an beiden sehr viel Freude hat.
Johannes Franke: Wir hatten am Anfang unseres Podcastes mal den Begriff des Varietéfilms. Das hatten wir öfter mal irgendwie, dass wir das Gefühl hatten, dass wir einen Varieté-Film von uns haben. Und das ist bei denen auch so, oder?
Florian Bayer: Ja, ist es.
Johannes Franke: Dass man so das Gefühl hat, die gehen von einer Sensation zur nächsten. Das ist sehr abenteuerlich und auch sehr schnelles Tempo. Und diese Nummer, jetzt gucken wir mal hier, da jonglieren sie noch und da sparen sie Feuer und da ist noch der Jongleur. Das ist schon sehr viel los einfach.
Florian Bayer: Sehr auffällig, dass die Story vor allem dazu dient, von einem Pan zum nächsten vorzunehmen. von einer absurden Situation zur nächsten zu führen. Sie machen es abwechslungsreich genug, deswegen funktioniert es, weil es sind eben nicht nur die Gags, Sondern es sind auch die coolen Bilder, es sind auch die absurden Ideen. Und diese Kombination, die funktioniert einfach. Und deswegen ist es okay, dass es tatsächlich vor allem ein von Gag zu Gag ist, von Pointe zu Pointe.
Johannes Franke: Ja, schön. Das ist interessant. Wie weit würdest du die anderen Verfilmungen absetzen? Also... Wie lang kommt erstmal nichts? Hast du Platz 2, 3, 4, 5, 6 erstmal nicht besetzt und dann kommt...
Florian Bayer: So schlimm ist es nicht. Die Sitcom ist wirklich okay. Es ist halt ein amerikanisches Sitcom aus den 60er Jahren. Das macht es für mich grundsätzlich schwierig.
Johannes Franke: Mit den Lachern und allem.
Florian Bayer: All die Probleme, die ein Sitcom mit sich bringt. Aber sie ist unterhaltsam. Ich hatte Spaß bei den Episoden. geguckt habe, aber das wäre nichts, was ich binge-watchen würde. Also bei dem Gedanken, dass ich zwei Staffeln gucken muss, schlafen mir die Füße ein. Ich fand den, ja, aber es ist okay, es ist halt, es ist was, es ist Und als das ist es in Ordnung. Lieber das als die Dick Van Dyke Show. Tut mir leid.
Johannes Franke: Wirklich?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Echt? Ja, weil sie ein bisschen...
Florian Bayer: Natürlich, aber halt auch so als Sitcom. Aber ich finde, Adams Family ist dann halt doch ein bisschen anarchischer und ein bisschen böser.
Johannes Franke: Ich finde die Dick Van Dyke-Fotoshow mehr auf den Punkt.
Florian Bayer: Muss ich sagen. Also von Production Value ist Dick Van Dyck schon stärker. Aber Addams Family ist einfach, ich mag halt, wenn schon so ein Sitcom-Rahmen, dann muss der auch irgendwie gesprengt werden und dann muss es so ein bisschen was Böses haben.
Johannes Franke: Okay, na gut.
Florian Bayer: Und der Animationsfilm war wirklich okay. Das ist nette Familienunterhaltung, Kinderunterhaltung. Und sonst ist aber...
Johannes Franke: Wir haben uns über die 90er-Jahre-Serie nicht unterhalten. Nicht die Zeichentrickserie, sondern die tatsächlich neue New Addams Family... mit vollkommen neuer Besetzung.
Florian Bayer: Ja, und? Hast du davon was geguckt?
Johannes Franke: Ich hab ein bisschen was geguckt und fand's richtig schlecht.
Florian Bayer: Sehr gut, dann haben wir ganz viel auf der schlechten Seite. Ich muss sagen, ich fand, was sonst drumherum gemacht wurde, was ich gesehen habe, fand ich ziemlich krütze. Die Zeichentrickserie hat mich genervt. Und Wednesday hat mich total genervt. Und ich bin ganz froh, dass ich die Reunion an dich abgeben konnte.
Johannes Franke: Die war auch wirklich schlecht. Das hat auch wirklich wehgetan beim Gucken, muss ich sagen.
Florian Bayer: Ich gehe nicht davon aus, dass mir das gefallen würde.
Johannes Franke: Nein, im Gotteswillen gar nicht.
Florian Bayer: Offensichtlich, in einem Podcast, in dem wir sonst so gerne streiten, sind wir bei Adams Family extrem einer Meinung.
Johannes Franke: Ja, sehr. Also ich mag auch die beiden 90er-Filme, die sind total geil. Ich finde auch die Originalserie vollkommen in Ordnung und kann ich mir auch anschauen. Finde ich allerdings die Dick von Dark Show, sehr viel besser. Und ich finde die süßen Ideen und die grundsätzlich, die sind Cartoon einfach toll. Die Idee von Charles Adams finde ich großartig. Und ich finde es traurig, dass so viel dran vorbeiproduziert wurde. Das ist für mich so ein bisschen eine bittere Erkenntnis. Aus der ganzen Recherche, die ich jetzt hatte. Ich habe jetzt wirklich wahnsinnig viel geguckt davon. Und du ja auch. Und dann sitzt man davor und denkt sich, warum haben wir nicht einfach nur die beiden Filme besprochen?
Florian Bayer: Ja, die beiden Filme sind wirklich... Die beiden Filme sind das Beste, was aus der Addams Family gemacht wurde an Adaption. Obwohl die Sitcom wirklich gut ist.
Johannes Franke: Und das Original wirklich auch toll. Als Original ist es einfach großartig.
Florian Bayer: Ja, es ist so ein bisschen schade, weil ich hab das Gefühl, es ist auch so ein Fall, wo einem zig Ideen einfallen, die besser sind. Wie gesagt, macht eine Wednesday-Serie mit einer Erwachsenen Wednesday. Versucht einfach noch mal ein Reboot mit der Adams Family. Meinetwegen mal, macht noch mal eine 25-Minuten-Sitcom. Aber doch nicht so half-ass Teenage-Fantasy-Gedöns, wirklich.
Johannes Franke: Naja, der versucht das Ganze zu modernisieren, so ist das halt. der Zeitgeist gerade, Flora. Du bist einfach nur nicht mehr drin. Du bist alt geworden.
Florian Bayer: Aber es gibt Es gibt zwei Arten, mit dem Zeitgeist umzugehen. Entweder ihn zu nehmen und nach vorne zu entwickeln oder ihm hinterher zu stolpern. Die Serie stolpert ganz eindeutig dem Zeitgeist hinterher.
Johannes Franke: Absolut. Absolut richtig, ja. Das ist das Traurige. Die haben nichts eigenes, neues entwickelt. Traurig.
Florian Bayer: Na gut, vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank Johannes, dass du Adams Family vorgeschlagen hast, es hat Spaß gemacht. Ich habe mich gefreut, die 90er-Filme wieder zu sehen.
Johannes Franke: Sehr schön.
Florian Bayer: Und ich bin froh, dass ich endlich mal ein bisschen was von der Sitcom sehen konnte und da ein bisschen gefestigtere Meinung dazu habe. Und ich bin sehr enttäuscht von Wednesday, aber das hätte ich auch geguckt, wenn wir nicht drüber geredet hätten.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Und ich hätte es genauso, wie ich es jetzt gemacht habe, nach ein paar Episoden abgebrochen. Fünf Episoden habe ich, glaube ich, geschafft. Es interessiert mich wirklich nicht, wer der Mörder ist. Es interessiert mich wirklich nicht, was für ein düsteres Geheimnis da liegt. Das ist mir scheißegal.
Johannes Franke: Ja, es ist auch sehr konstruiert am Ende. Egal. Egal. Gut, dann schaut euch Wednesday nicht so viel an, sondern schaut euch lieber die 90er-Jahre-Filme an und vielleicht ein bisschen die Originalserie. Ist alles sehr sehenswert. Der Rest, den dürft ihr links liegen lassen oder beerdigen oder verbrennen, wenn ihr es noch auf VHS habt.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes für nächste Woche als Hausaufgabe aufgebe und euch damit auch. Guckt euch den Film ruhig an, bevor wir drüber reden. Dann bleibt jetzt noch kurz dran. Dann erfahrt ihr, worüber wir nächste Woche sprechen. Ansonsten euch eine schöne Woche. Vielen Dank.
Johannes Franke: Und bleibt gesund.
Florian Bayer: Bis dann.
Johannes Franke: Tschüss. Ciao.
Florian Bayer: Du seufzt. Ja, ich habe das Gefühl, wir haben sehr viel Spaß gehabt. Wir müssen mal wieder ein bisschen akademischer werden.
Johannes Franke: Ich ahne, dass das Gegenteil der Fall ist.
Florian Bayer: Und richtig akademisch. Ich glaube, einer der akademischsten Filme, die ich je gesehen habe... Es ist aber wirklich lange her. Ich habe den Film nur einmal gesehen und ich war damals Student und er hat mich umgehauen. Ich fand ihn richtig cool. Aber wenn man so ein Anfang 20-Jähriger Student ist, dann steht man manchmal auch auf so prätentiösen Scheiß, der vielleicht gar nicht so gut ist.
Johannes Franke: 68.
Florian Bayer: Von Pier Paolo Pasolini. Ich freue mich total darauf, über diesen Regisseur zu reden. Theorema. Ein wirklich, kein überlanger Film, kein komplexer, doch ein verdammt komplexer Film. Irgendwie eine Allegorie oder Parabel, vielleicht auch ein bisschen surreal. Ich glaube, so ein bisschen Marx, so ein bisschen Kafka und... Und so ein bisschen Nietzsche und alles, was drumherum gehört. Ich bin so gespannt. Es ist 20 Jahre her, da ich den Film gesehen habe und ich fand ihn großartig.
Johannes Franke: Wenn ich jetzt mir einen Film angucken muss, den der 20-jährige Plor, der sich für sehr intellektuell gehalten hat. angucken muss, dann ahne ich Schlimmes.
Florian Bayer: Ja, ich auch. Und ich bin so gespannt. Auf jeden Fall ein Klassiker des italienischen Kinos. Ich finde es auch toll, mal über Pasolini zu reden, weil dann haben wir auch gleich abgedeckt, was passiert da eigentlich. nach dem italienischen Neorealismus. Was haben die Italiener sonst so im 20. Jahrhundert an Filmen gemacht? Total spannend.
Johannes Franke: Ich glaube, es ist auch Spice World geworden. Wir müssen Spice World gucken.
Florian Bayer: Ja, dann machen wir die Woche drauf Spice World. Nächste Woche will ich nochmal voll auf die intellektuelle Kacke hauen. Lass uns Pasolini gucken, lass uns Theorema gucken.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Okay, danke. Vielen Dank, Plur. Dann bis zum nächsten Mal. Bis dann. Ciao.
Florian Bayer: Ciao.
