Episode 120: Sneakers – Die Lautlosen
Achja, Sneakers. Mir wird immer ganz warm ums Herz, wenn ich an diese kleine Heist-Perle aus dem Jahr 1992 denke. Um ehrlich zu sein, ich habe den Film ausgewählt, um Johannes mal eine kleine Verschnaufspause zu gönnen, von all dem Arthaus-Kram und weirden Exploitation-Zeug der letzten Monate. Ein Film, der ihm eigentlich gefallen müsste und den auch ich sehr schätze.
Die Sneakers sind eine eingeschworene Gruppe von Hackern und Ex-Ganoven, die sich – angeführt von Martin Bishop – von Unternehmen und Banken dafür bezahlen lässt, bei diesen einzubrechen, um so Schwächen in deren Sicherheitssystemen aufzudecken. Ihr neuester Job ist aber delikater als das, was sie für gewöhnlich tun. Die NSA heuert sie an, von einem Mathematiker eine kleine schwarze Box zu stehlen, die – wie sich schließlich herausstellt -, Hardware und Software erhält, mit der man sich in jedes Computersystem in den USA einhacken kann. Und so stehen die Sneakers plötzlich auf der Abschussliste diverser Geheimdienste sowie einer ominösen Vereinigung im Hintergrund, die mit einem dunklen Geheimnis aus Martins Vergangenheit in Zusammenhang steht.
Sneakers ist ein eleganter kleiner Heist-Movie, irgendwo zwischen Krimi und Ganovenkomödie. In erster Linie unterhaltsam, und doch besitzt dieser Film Zutaten, die ihn – auch ohne meine Nostalgiebrille – zu etwas Besonderem machen. Versuchen wir doch, dem gemeinsam auf die Schliche zu kommen. Und im Gegensatz zu vorangegangenen Episoden starten wir doch einfach mal mit einem kleinen Urteil. Ganz schlicht und einfach, Johannes: Hat dir der Film gefallen? Oder war das wenigstens ein bisschen Erholung von dem Kram, den ich dir sonst so vor den Latz knalle?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 120: Sneakers – Die Lautlosen Publishing Date: 2023-04-19T08:39:27+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/04/19/episode-120-sneakers-die-lautlosen/
Florian Bayer: Ja, wir haben diese Tropes hier und wir können noch viel mehr sammeln. Der Film ist voll mit Tropes.
Johannes Franke: Also da kann man ein Trinkspiel draus machen, auf jeden Fall. Und du bist am Ende plastered.
Florian Bayer: Okay, also, Plur, wenn du unbedingt anfangen willst, dann... Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode vom Muss-man-sehen-Podcast. Das ist so ein Fragezeichen gewesen gerade, Plur. Was ist denn los? Also herzlich oder nicht herzlich willkommen? Natürlich herzlich. Die Frage war nur, ob willkommen, ob wir wirklich schon drin sind, ob wir wirklich schon bereit sind, uns auf das folgende Geschehen einzulassen. Mir gegenüber sitzt der bezaubernde Johannes Franke, wie jede Woche. Ja, und mir gegenüber sitzt Florian Plur Bayer. Wir haben gerade festgestellt, dass du keinen wirklichen Nick-Name hast. Ja. Was diese Anmoderationen für mich immer ein bisschen schwierig machen, deswegen sage ich jetzt Johannes, Jojo.
Johannes Franke: Oh nein, das ist der Zwang, mir was anderes zu überlegen, weil das geht gar nicht.
Florian Bayer: Und wir werden wie jede Woche über Filme reden, um genau zu sein über einen Film, den in diesem Fall ich vorgeschlagen habe.
Johannes Franke: Ja, diese Woche warst du dran und hast Gott sei Dank nicht wieder irgendwas Chinesisches mit russischen Untertiteln gemacht.
Florian Bayer: Kein Art House, kein Exploitation, sondern eine kleine, wie ich meine, Filmperle aus dem Jahr 1992, Sneakers, die Lautlosen.
Johannes Franke: Und eins möchte ich vorweg verraten, wer uns gerne streiten hört, wird in dieser Episode vielleicht nicht so wahnsinnig viel davon mitbekommen.
Florian Bayer: Aber dafür gibt es genug andere Episoden, in denen wir uns herzlich und auch manchmal ziemlich engagiert darüber streiten, ob denn jetzt der Arthouse-Film XYZ ein Meisterwerk ist oder wie Johannes sagen würde, Kunstkacke für bornierte, versnobbte mit 40er.
Johannes Franke: Das Wort borniert habe ich nie in den Mund genommen. Ich finde das Wort borniert ziemlich borniert. Aber du hast es mitgedacht, jedes Mal. Und das ein oder andere blaue Auge hat auch der Plur davon getragen. Ich nicht. Und diesmal gibt es keine blauen Augen, glaube ich, außer die von Robert Redford.
Florian Bayer: Ja, ich habe einen kleinen Text geschrieben, mit dem würde ich einfach loslegen, ein paar Zeilen, um uns einzustimmen auf den Film und dann geht's rein in die Diskussion. Ha, Sneakers. Ja, Sneakers. Mir wird immer ganz warm ums Herz, wenn ich an diese kleine Heistperle aus dem Jahr 1992 denke. Um ehrlich zu sein, ich habe den Film ausgewählt, um Johannes mal eine kleine Verschnaufspause zu gönnen von all dem Arthouse-Kram und weirden Exploitation-Zeug der letzten Monate. Ein Film, der ihm eigentlich gefallen müsste und den auch ich sehr schätze. Die Sneakers sind eine eingeschworene Gruppe von Hackern und Ex-Ganoven, die sich, angeführt von Martin Bishop, von Unternehmen und Banken dafür bezahlen lässt, bei diesen einzubrechen, um so Schwächen in deren Sicherheitssystem aufzudecken. Ihr neuster Job ist aber delikater als das, was sie für gewöhnlich tun. Die NSA heuert sie an, von einem Mathematiker eine kleine schwarze Box zu stehlen, die, wie sich herausstellt, Hardware und Software enthält, mit der man sich in jedes Computersystem in den USA einhacken kann. Und so stehen die Sneakers plötzlich auf der Abschussliste diverser Geheimdienste sowie einer ominösen Vereinigung im Hintergrund, die mit einem dunklen Geheimnis aus Martins Vergangenheit im Zusammenhang steht. Sneakers ist ein eleganter, kleiner Heist-Movie. Irgendwo zwischen Krimi und Ganoven-Komödie. In erster Linie unterhaltsam. Und doch besitzt dieser Film Zutaten, die ihn, auch ohne meine Nostalgie-Brille, zu etwas Besonderem machen. Versuchen wir doch, dem gemeinsam auf die Schliche zu kommen. Und im Gegensatz zu vorangegangenen Episoden starten wir doch einfach mal mit einem kleinen Urteil. Ganz schlicht und einfach. Johannes, hat dir der Film gefallen? Oder war es wenigstens ein bisschen Erholung von dem Kram, den ich dir sonst so vor den Latz knalle?
Johannes Franke: Das haben wir ja vorhin schon quasi vorweggenommen. Ja, deswegen können wir es gleich nochmal sagen. Ja, natürlich. Der Film geht viel mehr in die Kerbe rein, die ich an Filmen mag. Viel mehr als irgendwelche, wie heißen sie alle? Ich vergesse die Namen immer so.
Florian Bayer: Russ Myers und was hatten wir noch? Personas, Ingmar Bergmanns, italienische Neorealismen und amerikanisches Surrealismen. Japanisches Arthouse-Kino. Ja, was man halt so einem gibt, wenn man sagt, das musst du unbedingt sehen.
Johannes Franke: Ja, was man einem gibt, um andere zu ärgern. Okay. Aber wir haben hier tatsächlich eine Perle vor uns, von der ich gar nicht so sicher bin, ob ich sie irgendwann mal gesehen habe vor langer, langer Zeit.
Florian Bayer: Das wollte ich dich fragen, weil ich hatte in Erinnerung, das war so ein Film, mit dem ich irgendwann mal Leute gequält habe, weil das so ein vergessener Film ist, habe ich das Gefühl. Ja. Und das war so oft, hey, das ist der beste Film, den du noch nicht gesehen hast, so ungefähr, nach dem Motto oder von dem du noch nie gehört hast, habe ich den vielen Leuten vor den Latz geknallt, weil ich ihn wirklich mag und weil ich glaube, er ist nicht komplett in Vergessenheit geraten, aber er ist doch ein bisschen dafür, dass er so gut ist, wie ich ihn auch jetzt wieder wahrgenommen habe, wird er nicht genug beachtet.
Johannes Franke: Aber was mich interessiert und was wir vielleicht bis Ende des Podcasts rausgefunden haben, ist, warum er denn in Vergessenheit geraten ist, obwohl er laut deiner Beschreibung so wahnsinnig gut sei. Also das wäre für mich interessant und es gibt immer wieder Steine, die wir am Wegesrand aufsammeln können, die dann vielleicht ein bisschen den Hinweis geben, aber das werden wir sehen.
Florian Bayer: Wir können hier mal ein bisschen kurz so in die Vorgeschichte von dem Film einsteigen, weil es handelt sich eigentlich um ein typisches Produkt aus der Produktionsschmiede Hollywood, im weitesten Sinne des Wortes, aus den frühen 90ern. Lawrence Lasker und Walter F. Parks, beide Drehbuchautoren und auch Produzenten sind bei den Dreharbeiten von auch einem eigentlich gar nicht so vergessenen Film Wargames. In den 80er Jahren sind die auf die Idee gekommen, diesen Film zu drehen und zwar haben sie für Wargames, das ist so ein Film, der sich mit künstlicher Intelligenz befasst und mit Kriegsszenarien zur Hochzeit des Kalten Krieges. Dafür haben sie recherchiert und sind dann irgendwie so ein bisschen durch Zufall in die Ecke, die sogenannte Black World gekommen, wurde von einigen Leuten erwähnt, mit denen sie zusammengearbeitet haben, um so Informationen zu sammeln. Wie sieht das Ganze aus mit Hackern und was, was ist da gerade Sache? Und offensichtlich haben sie da gelernt, dass es so eine Subkultur gibt von Ex-Kriminellen und Computer-Hackern oder auch Ex-Geheimdienstlern, die halt einfach dafür bezahlt werden, dass sie irgendwo einbrechen, um Sicherheitssysteme zu verbessern, egal ob mit Computern oder tatsächlich in Persona vor Ort.
Johannes Franke: Was ja nicht der einzige Film ist, der dieses Thema aufarbeitet. Also es scheint ja sowieso etwas zu sein, was Leute fasziniert, dass Berufskriminelle eben keine kriminellen Machenschaften, sondern irgendwie einfach dafür da sind, rauszufinden, wo die Lücken in der Sicherheit einer Bank oder so.
Florian Bayer: Was ja auch ein total schönes Thema ist, so dieses Gefühl von dem ehrenvollen Ganoven. Das ist ja auch das, was so sehr an den Hackern geschätzt wird aus dem Chaos Computer Club, die ja auch oft sagen, wir hacken nicht, um kaputt zu machen, sondern wir wollen aufdecken, was es für Gefahren gibt. Und es gibt ja auch diese Hacker-Ethik und das sind wir eigentlich schon raus aus der Zeit von diesem Film, weil der ist von 1982 ist die Idee und 1992 ist er dann gedreht worden. Weil das ist ja eigentlich so die Hacker-Kultur aus den Spät-90ern, da hat das eigentlich eher angefangen in den frühen 2000ern.
Johannes Franke: Aber was die Vorgeschichte betrifft, würde ich ja mal einen Gegenentwurf reinwerfen wollen. Oha. Die Vorgeschichte ist so halb das, was du sagst, aber eigentlich ist die Vorgeschichte, Robert Redford hatte davor einen Film, der nicht so richtig gut funktioniert hat und hat gesagt, ich will, dass ihr mir einen bastelt, wo ich wieder nach oben komme. Und ich glaube sogar, dass er mit reingeworfen hat, also es stellt ihn nirgendwo, aber es ist dem Film vielleicht ein bisschen anzusehen, dass er das Ding in den Ring geworfen hat und gesagt hat, ich will wieder sowas.
Florian Bayer: Ich will wieder einen traditionellen Heist-Mummy machen. Tatsächlich hat ja Universal's Robert Redford mit ins Boot geholt für diesen Film speziell. Unter anderem auch, um Phil Alden Robinson, der tatsächliche Regisseur dann des Films, zu überzeugen, Regie zu machen. Der hatte eigentlich nur das Drehbuch geschrieben. Leska und Parks haben ihn quasi an Bord genommen und haben gesagt, kannst du uns helfen, das Drehbuch zu schreiben? Wie gesagt, wir sind noch früher in den 80er Jahren, also zehn Jahre, bevor der Film entstanden ist. Und dann haben die sich zusammengesetzt und Entwurf um Entwurf geschrieben. Es gibt auf YouTube eine halbstündige Dokumentation über diesen Film, so ein Behind-the-Scenes.
Johannes Franke: Oh, die habe ich gar nicht gesehen.
Florian Bayer: Und da sitzen die drei zusammen und unterhalten sich so ein bisschen über die Entstehung des Films. Und das ist echt sympathisch, weil sie haben dann in ihren Archiven gekramt, dann haben sie einen riesigen Stapel Skripte auf dem Tisch liegen. Oh mein Gott. Und dann sagt Robinson so, ja, und das waren die Skripte von 1985, die Entwürfe, und das hier ist, glaube ich, 1987. Und sie wühlen sich so zu dritt durch dieses Papier. Krass. Und Robinson hat gesagt, ey, ich bin Drehbuchautor, ich schreibe euch das total gerne, aber ich will auf keinen Fall Regie machen. Ja, ja, der wollte sich da voll rausziehen. Und dann haben sie gesagt, naja, was müssen wir machen, damit du Regie führst? Und dann hat Robinson gesagt, naja, eigentlich würde ich gerne mal mit Robert Redford zusammenarbeiten.
Johannes Franke: Tja, das hat geklappt. Die ganzen anderen Leute sind ja auch quasi nach Robert Redford dann ins Geschehen reingekommen. Was mal wieder zeigt, was auch heute funktioniert, wie man eine Filmförderung oder wie überhaupt einen Film finanziert bekommt. Du brauchst ein Zugpferd, das nach draußen hin irgendwie, das ist unser Galleonsfigur und an der orientieren wir jetzt alle. Und dann haben sich ja wirklich die Stars gefunden.
Florian Bayer: Also es ist schon ziemlich krass, wie viele Stars, die auch damals schon Stars waren, sie in dieser Zeit zusammengesucht haben. Das sind die kleinsten Nebenrollen, weißt du, das ist schon krass. Um nur mal ein paar zu nennen, Sidney Poitier, der eigentlich so die wichtigsten Nebenrolle ist, so der zweite Chef von den Sneakers. Großer Schauspieler, der erste schwarze Oscar-Gewinner in der Geschichte Hollywoods, der auch schon seit den 60ern, seit Flucht in Ketten zu den großen Schauspielern gehört. Ben Kingsley als Oberbösewicht, der vor ein paar Jahren davor, ich glaube so zehn Jahre davor, als Gandhi den Oscar gewonnen hat. Dan Aykroyd als Comic Relief, zusammen mit David Stradhaime. Und Comedy-Star River Phoenix auf der aufsteigende Jungspund damals.
Johannes Franke: Der höhere Punkt seiner Karriere, weil, naja, danach kam nicht mehr viel, weil er dann gestorben ist. Möchtest du übrigens Tee, Plo?
Florian Bayer: Oh ja, sehr gerne, bitte. Und dann haben sie James fucking Darth Vader, Earl Jones in einer Fünf-Minuten-Rolle als NSA-Chef. Der Hammer. Also es ist schon krass, der Film ist einfach, der Film ist vollgepackt mit Oscar-Gewinnern, Comedians, jungen Stars der damaligen Zeit. Und ja, die haben sich alle auch so ein bisschen versammelt um Robert Redford, der das Ding dann natürlich auch gepusht hat, weil er gesagt hat, er hat Bock drauf. Es ist ein sehr traditioneller Heist-Movie, ich hab Lust auf einen Heist-Movie. Was auch ganz spannend ist, weil der Film ist natürlich voll mit Technik und mit Gadgets der damaligen Zeit, aber er atmet eigentlich die ganze Zeit diesen Geists ganz klassischen Ganoven-Stücks.
Johannes Franke: Ja, total. Deswegen kam ich auch auf das Ding und ich finde auch irgendwie atmet er eine ähnliche Atmosphäre. Ja. Es ist auch irgendwie Revenge, aber eben andersrum vom Bösewicht, aber ach, ich weiß nicht, vielleicht ist es auch einfach nur Robert Redford, der irgendwie so eine Classiness reinbringt.
Florian Bayer: Das sind auf jeden Fall so eine Eleganz, das hast du da drin. Wenn du an Heist-Movies aus Hacker-Kreisen denkst, also gerade so in den frühen 90ern denkt man dann ja doch an Filme, die ganz nervig versuchen, so diese Schnelligkeit der Jugendkultur aufzugreifen. Und die dann bunt sind und laut und ganz viel mit Technik rumspielen und eigentlich nur Spaß an diesen Gimmicks haben. Und das hat dieser Film nicht, obwohl da sehr viel mit Technik gemacht wird und sehr viel Technik thematisiert wird, fühlt er sich eigentlich an wie ein Film, der auch aus den 50ern und der 60ern sein könnte.
Johannes Franke: Ich finde, da kommt der erste Pluspunkt dieses Films rein, der erste große Pluspunkt. Es sind echte Leute, die die echte Überwachungsarbeit und so weiter durchführen, die für sowas einfach nötig ist. Das sind ja 90 Prozent von solchen Dingen ist ja eigentlich Surveillance. Du musst Leute beobachten und ausspielen und schauen, wie funktionieren bestimmte Dinge, die ich dann in Action umsetze. Und die haben sehr viel davon, also für so einen Film zumindest. Also wahrscheinlich wäre normalerweise noch viel mehr Surveillance nötig, aber die haben einfach viel davon umgesetzt und zwar sehr spannend. Und der Film ist eben nicht Action-lastig, sondern auch sehr Dialog-lastig. Und was auch krass ist, was auch beeindruckend ist für dieses Ding, wo auch einfach die Charakterentwicklung das ist, was das Ganze spannend macht.
Florian Bayer: Es kriegt halt auch wirklich jeder Charakter seine Persönlichkeit bei diesen Sneakers. Es sind nicht wenige, es ist schon eine größere Gruppe und jeder kriegt so natürlich so seine typischen Quirks, die ihn irgendwie interessant machen. Aber auch immer so ein bisschen mehr. Und es werden auch Sachen angedeutet, ohne auserzählt zu werden. Wir wissen zum Beispiel, dass die Figur, die Sidney Poitier spielt, der Kreese, ist Ex-Geheimdienstler. Wir erfahren nie, warum er nicht mehr da arbeitet. Aber es wird ständig angedeutet, dass offensichtlich was passiert ist, was nicht so geil war. His temper. Ja. Aber das war vielleicht nur ein Spruch. Ja, es ist so genau. Weiß man nicht. Es ist so schwer zu sagen, was hat er getan, was ist passiert, hat er aufgehört, wurde er gefeuert. Und dann haben wir ganz großartig Whistler, den Hacker der Gruppe. Ja. Den Blinden-Hacker der Gruppe, gespielt von David Strathair, nicht von einem Blinden.
Johannes Franke: Ja, da kommen die ersten Probleme des Films. Aber lass uns mal, nee, obwohl, es sind noch mehr Probleme. Wir sind sowieso schon bei den Problemen, weil ich finde, das Personal ist zu groß. Findest du? Ich finde, es ist ein Stückchen zu groß.
Florian Bayer: Nein, das tut mir weh, wenn du das sagst. Ich finde, jede einzelne Figur hat da ihren Platz drin und ist wichtig.
Johannes Franke: Ich grenze ein bisschen ein. Es ist zu groß für einmal gucken. Für einmal gucken. Ich glaube, man muss den Film mehrmals gucken, um jeder Figur das abgewinnen zu können, was sie zu bieten hat. Und sie haben das zu bieten.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das finde ich interessant. Ich ahne, obwohl ich den Film jetzt nur einmal gesehen habe und das Bedürfnis hatte, gleich nochmal von vorne anzufangen, aber keine Zeit hatte, dass ich jeder Figur genug abgewinnen kann, wenn ich den Film nur oft genug sehe. Weil jeder Schauspieler so viel reingibt und so viel Eigenes der Figur gibt, dass man einfach jedem, beim jeden Mal gucken, einer anderen Figur folgen muss einfach. Und dann hat man seine eigene Geschichte dort nochmal.
Florian Bayer: Das ist toll, dass sie ausgerechnet Dan Aykroyd als den verrückten Verschwörungstheoretiker nehmen. Weil genau das ist er auch später geworden. Also in der Zeit war er als das noch nicht so bekannt, aber der hat sich in den späten 90ern einen Namen gemacht als Ufologe. Und einfach mal als Spinner. Und jedes Mal, wenn man ein Interview mit ihm sieht, denkt man so, oh nein bitte, was haut er diesmal raus? Und er spielt in diesem Film wirklich so den Prototypen eines Verschwörungstheoretikers, der einfach an alles glaubt.
Johannes Franke: Und das ist süß, weil es ein bisschen naiv ist, weil heute, wenn ich heute einen Film machen würde, wo so eine der wichtigen Hauptfiguren Verschwörungstheoretiker ist, das wäre ganz schön schwer, das hinzukriegen, dass man dem noch gucken will, dass man dem noch folgen möchte. Verschwörungstheoretiker haben einfach nicht mehr diesen Beigeschmack von Naivität, sondern einfach gefährlichen Beigeschmack inzwischen.
Florian Bayer: Das ist einfach was anderes, ob du jemanden hast, der sagt, na die Amerikaner waren nie auf dem Mond. Oder ob du jemanden hast, der sagt, die Juden haben das World Trade Center in die Luft gesprengt. Das ist einfach ein Unterschied.
Johannes Franke: Und Gott sei Dank sind sie da auch von weg. Also die haben solche Verschwörungstheorien sind ja nicht drin, so ethische Weltverschwörungen oder sowas.
Florian Bayer: Es sind tatsächlich einfach nur die, und die gab es damals auch schon, aber sie haben eigentlich eher so die warmherzigen, wirklich leichten genommen. Und es wird natürlich auch immer kontrastiert durch Kreese, der Ex-Geheimdienstler, der dadurch ständig mit dem Marder, heißt die Rolle von Dan Aykroyd, aneinander gerät. Einfach weil er diese Verschwörungstheorien von dem so gar nicht abkann.
Johannes Franke: Einmal echt das Intercom ausgemacht und sagt, ich kann mit diesem Temp nicht mehr reden, das geht nicht.
Florian Bayer: Und dann als fünfte Person K, River Phoenix, ganz jung, quasi der Auszubildende, der Temp vom Team. Die haben den auch geschnappt, weil er hat sich in den Schulcomputer eingehackt, um seine Noten zu verbessern. Sie waren die, die ihn geschnappt haben und sie haben gesagt, hey, du bist gut, du kriegst einen Job bei uns.
Johannes Franke: Das ist süß. Und River Phoenix ist 22, als er das spielt. Und er spielt das wirklich sehr, sehr gut. Wirklich ein guter, dem hätte echt viel werden können, glaube ich. Das ist ein bisschen traurig.
Florian Bayer: River Phoenix hat gesagt, er wollte den Job machen, weil er mal ein bisschen Erholung brauchte von all diesen psychisch anstrengenden, herausfordernden Rollen, die er hatte. Der hat ja damals die ganze Zeit das Oscar-Futter gespielt, also sowas wie My Private Idaho, die einfach viel abverlangt haben an den Schauspielern. Und dann war es ganz gut, vielleicht mal sowas Kleines, Nettes zu spielen, weil er ist einfach so der aufgekratzte Computer-Nerd, der gerne wie die Großen wäre und auch froh ist, im großen Spiel mitzuspielen, aber halt immer so ein bisschen daneben ist und war so ein bisschen unsicher.
Johannes Franke: Ja, wie Stereotyp muss man bei so einer großen, bei unserem großen Cast werden, Plur? Wie Stereotyp wird dieser Film und wie viel können wir ihm davon verzeihen? Weil zum Beispiel Karl, wenn wir da gerade sind, schon sehr typisch einfach der junge Typ ist. Auf jeden Fall. Es gibt da nicht viel Differenziertes.
Florian Bayer: Vielleicht können wir über den Unterschied von Stereotypen und Archetypen kurz reden. Ah ja, okay, gut. Vielleicht ist der Unterschied in dem Film, also wir haben hier auf jeden Fall so...
Johannes Franke: Also Stereotype sagt man, wenn man die Leute nicht mag und Archetype sagt man, wenn man die Leute mag.
Florian Bayer: Bingo, da haben wir es schon, genau das. Der Film hat einfach, natürlich entspricht jeder Charakter so gewissen Tropes und auch gewissen Klischees, die so Figuren mit sich rumtragen, aber sie werden nie benutzt oder ganz selten nur benutzt, um Witze auf Kosten der Charaktere zu machen und sind viel mehr dazu da, einfach Dynamik in die Gruppe reinzubringen.
Johannes Franke: Ja, also der eine Trope, den ich dem Film ganz schwer verzeihen kann, ist halt der Blinde. Der Blinde, der A, nicht vom Blinden gespielt wird und B, der Superman wird, weil er plötzlich alles hören kann, weil er blind ist. Du bist blind, du musst unglaublich gut hören können. Fuck you. Alter, ist das bescheuert. Und es ist immer der Hörsinn. Ja, natürlich. Es ist nie so, dass irgendjemand im Film sagt, das schmeckt aber besonders toll, weil ich bin blind, also ist mein Geschmackssinn besonders ausgebildet.
Florian Bayer: Ich finde, also ja, stimme ich dir auf jeden Fall zu. Das ist ein Problem und es ist natürlich, wir sind 1992, das wäre was anderes, also wenn das heute gemacht werden würde, würde es nicht mehr so gemacht werden. Ich kann drüber hinwegsehen, unter anderem auch, weil Whistler genug andere positive Eigenschaften mitkriegt. Das ist nämlich der schnelle Kopf von der Truppe. Das ist der, der immer, wenn sie nicht weiterkommen, die richtigen Ideen hat und die nicht auf seine Blindheit bezogen sind, sondern einfach auf seine Cleverness. Und es ist schon geil, wie er gezeigt wird, wie er mit dieser Prey-Ausgabe da sitzt und dann Code liest und dann super schnell hackt. Es wird sich nicht zu sehr allein auf das Blinde draufgesetzt. Ja, das wird auch immer mal wieder thematisiert. Eine der wichtigsten Größen-Szenen ist, basiert genau darauf. Du meinst das mit der Autofahrt, die sie mir erstellen? Ja, wenn unser Protagonist, Robert Redford, wurde in ein Auto in den Kofferraum eingesperrt und konnte nur hören, wo er hinfährt und sie versuchen halt herauszufinden, wo ist er hingefahren. Und dann setzt sich Whistler da hin und sagt, okay, was hast du gehört? Und versucht dann anhand von den Geräuschen zu finden, über welche Brücke er gefahren ist und an welchem Teich er vorbeigefahren ist und so weiter.
Johannes Franke: Und es ist ja nicht mal so, dass er im Kofferraum war und es daran selber, das wäre ja auch nochmal ein kleines bisschen anders gewesen, sondern Robert Redford wird von ihm angepikst, was hast du denn gehört? Und Robert Redford denkt an dieser Szene offensichtlich das erste Mal darüber nach, was er dann gehört hat. Und es ist so fucking unrealistisch, dass ihm dann so viel einfällt. Ja, allerdings.
Florian Bayer: Und dass ihm das so detailliert einfällt, völliger Quatsch. Ja, es ist sowieso irritierend, dass man auf, genau, dass man überhaupt auf sowas, wenn man nicht drauf geachtet hat, dass man das dann so merkt und weiß, wie eine Brücke geklungen hat, weiß, dass das hohe geklungen hat.
Johannes Franke: Und in welchem Abstand irgendwelche Bumps gekommen sind. Ja. Was ist das denn? Ja, auf jeden Fall. Also auch dämlich. Und wenn wir bei Robert Redford sind, wie alt soll der sein? 40. Oder maximal 44 sagen wir. Ja. Maximal. Das zeigt die Geschichte, weil er einfach als Jugendlicher oder junger Erwachsener, 20 bis 24, würde ich jetzt mal sagen, gezeigt wird ganz am Anfang und dann heißt es genau 20 Jahre später. Das heißt, er muss dann 40 bis 44 gewesen sein. Und Robert Redford sieht einfach nicht mehr aus wie 44.
Florian Bayer: Ach ja, die Flucht vor dem FBI hinterlässt Spuren bei einem Menschen. Er war damals übrigens, um das noch kurz einzuwerfen, 56 war er, als der Film gedreht wurde. Ja. Ich finde, es ist okay. Ich finde, man kann es mitnehmen.
Johannes Franke: Nein, nein, nein, nein. Und also Ben Kingsley, bei ihm geht's noch. Ich finde, ihm sieht man das Alter nicht so sehr an. Nicht so dolle zumindest.
Florian Bayer: Ich glaube, Ben Kingsley war auch jünger als Robert Redford. Oh, das weiß ich nicht. Schauen wir doch mal, Ben Kingsley war älter als Robert Redford zu der Zeit. Moment, nee, 49. Nee, er war nicht älter. 49 war er zu der Zeit. Ja, er war jünger als Robert Redford. Und ja, er ist auch so ein bisschen jung geblieben.
Johannes Franke: Ja, muss man sagen. Hat einfach ein glattes Gesicht. Ja, und ich meine, ich mag Robert Redfords Gesicht total. Der hat einen unglaublichen Charakter. Aber für diese Rolle, ich weiß nicht. Und ich muss sagen, das gibt dem Ganzen, er hat zwar eine Classiness, mit der er spielt, aber ich weiß nicht, ob ich ihm den Nerd abkaufe. Er ist ja auch nicht unbedingt der Nerd der Truppe. Er ist der traditionelle Einbrecher. Okay, er hat gehackt. Genau, das ist doch das, womit die Story anfängt. Er ist der Hacker, der am Anfang das Ganze lostritt.
Florian Bayer: Ja, aber eigentlich hat auch er in dieser Zweierkonstellation offensichtlich nicht so viel gehackt. Anscheinend, also zumindest wird uns das so ein bisschen erzählt, war er Cosmo der Hacker von den beiden. Cosmo sitzt am Computer und Martin ist eher der, der sagt, lass uns das machen, lass uns das machen. Du meinst, er war eher der Bulli, der gesagt hat, hey, du machst das jetzt. Nicht der Bulli, aber so der Chef, der CEO, der auch ein bisschen programmieren kann, aber jetzt nicht so die Programmiererfahrung hat wie sein wichtigster Programmierer. Also eher Steve Jobs. Er ist Steve Jobs, wobei Steve Jobs, glaube ich, ein bisschen mehr drauf hat, was Programmiertechniken betrifft. Aber er wird in dem Film ja nicht an Computern gezeigt. Er macht ja eigentlich nichts an Computern. Und er sitzt in dieser Mathevorlesung am Anfang, um zu verstehen, was da vor sich geht und er hat keine Ahnung. Er braucht seine Freundin, er braucht, um jetzt die nächste Person reinzuwerfen, er braucht Liz, gespielt von Mary McDonnell, um ihm Mathe zu erklären. Weil er sitzt da und sieht, dass da Zahlen und Formeln sind, aber er versteht nicht, dass es um Kryptografie geht. Ja, während sie das, also sie versteht das, oder?
Johannes Franke: Sie versteht das, sie ist ja auch, sie ist Expertin, sie ist auch Mathematikerin, deswegen lädt er sich ja auch ein, aha. Ja, ja, ja, geht natürlich nur darum. Und ich finde es großartig, dass die Szene damit anfängt, dass sie sagt, we are not getting back together. Ja. Es ist eine ganz großartige Introduction für sie.
Florian Bayer: Und es wird mehrmals wiederholt, sie reden dann ja auch mit diesem russischen Diplomaten, Ex-Spion, der jetzt Kulturattaché ist. Ja, genau. Und er sagt, ach, schön euch zusammen zu sehen. We are not getting back together. Mary McDonnell hat gesagt, der Dreh war spaßig, aber auch anstrengend und zwar war es halt einfach so, sie war so die Frau in dem Jungs-Club. Was ja auch im Film selbst thematisiert wird, dass das so ein totaler Jungs-Club ist. Und sie hat im Interview gesagt, ja, man fühlt sich dann auch so ein bisschen einsam manchmal, wenn man so begeben ist von Jungs, die rumspielen. Aber ich habe versucht, das so in meine Rolle reinfließen zu lassen und das hat dann gut funktioniert. Und ich habe einfach das gespielt, was ich während des Drehs empfunden habe. Ich bin ja die einzige Frau unter ganz vielen Jungs.
Johannes Franke: Es sieht man ihren Blicken so oft an, muss man echt sagen. Ich finde sie großartig, wie sie das kommentiert mit Blicken einfach nur teilweise.
Florian Bayer: Und wenn du sagst, dass Robert Redford eine gewisse Classiness reinbringt, sie tut es auch. Das stimmt, ja. Sie ist die ganze Zeit, naja, sie ist einfach mit einer Präsenz da und man sieht ja auch, also ich meine, die anderen spielen das auch mit. Sie wird von allen irgendwie angehimmelt. Wir haben also wirklich schöne Szene, wo sie alle zu Chain of Fools mit ihr tanzen und offensichtlich ist sie der Star der Gruppe. Und alle sind total traurig, dass das Martin nicht mehr mit ihr zusammen ist und freuen sich, dass sie wieder dabei ist.
Johannes Franke: Ja, aber man muss dazu sagen, dass das die nächste Schwäche des Films ist, dass sie dafür, dass sie so groß ein Stein im Brett hat bei allen, einfach viel zu wenig dabei ist und viel zu wenig wirklich zu tun bekommt. Außer eben, sie wird auf Abstecher geschickt zu diesem Typen. Ja. Weißt du, dann wird sie rausgeschickt außerhalb der Gruppe, darf irgendwie da eine Quest machen, aber sie gehört nicht dazu. Aber ihre Quest ist eines der witzigsten Stücke des gesamten Films.
Florian Bayer: Das stimmt wohl, ja. Dieses Date mit diesem Typen, mit diesem Runner, von dem sie halt den Zugangscode brauchen zu dem geheimen Unternehmen. Es ist fantastisch. Wissen Sie, welches Wort ich besonders sexy finde? Passport? Und auch ganz am Anfang, wenn sie sagt, wie war nochmal ihr Name und er dann mit Vollmond.
Johannes Franke: Es ist wirklich schön geschrieben, muss man sagen. Und es gibt ganz viele Beschwerden im Internet, dass ihr nichts Besseres eingefallen ist, weil eigentlich ist sie doch so schlau, warum ihr ist nichts Besseres eingefallen, als zu sagen, sag doch bitte das Wort Passport. Und ich finde es aber so wahnsinnig witzig, dass ich das total verzeihe. Also natürlich realistisch ist es nicht, aber es ist so, so witzig und so süß.
Florian Bayer: Es ist großartig. Es spielt halt auch einfach damit, dass dieser Werner, den sie verführt, halt wirklich so ein extrem biederer und verklemmter Typ ist. Und ich meine, er ist offensichtlich ein intelligenter Mensch, arbeitet in diesem Unternehmen, hat mit wichtigen Sachen zu tun und da muss ja irgendwie erklärt werden, warum er trotzdem darauf reinfällt. Warum er nicht bemerkt, dass sie hier gerade alle Begriffe klaut von ihm, damit seine Stimmerkennung benutzt werden kann. Und ja, das funktioniert halt ganz gut, weil sie ihn halt wirklich als so sehr verklemmten Naivling darstellen, der einfach froh ist, dass sich eine Frau für ihn interessiert. Das ist ein bisschen gemein. Wie sagt sie Anna?
Johannes Franke: Analfixiert. Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Aber das ist so ein bisschen, naja, wir sammeln langsam Tropes, muss man sagen. Der Film ist voll mit Tropes.
Florian Bayer: Das ist halt das Ding.
Johannes Franke: Also der Nerd, der froh ist, wenn überhaupt eine Frau mit ihm spricht.
Florian Bayer: Definitiv krasses 90er Jahre Trop begegnen wir vielleicht gar nicht so in der Zeit, sondern eher so fünf Jahre später, als die Nerdfilme wirklich groß werden. Mit Hackers zum Beispiel haben wir das ständig. Und dann haben wir es auch in Actionfilmen, es gibt immer irgendwie so den Nerd-Kompagnon des großen Actionhelden. Das ist immer so ein Computergeek, der keiner abkriegt und sich nichts sehnlicher wünscht, als eine abzukriegen. Ja, wir haben diese Tropes hier und wir können noch viel mehr sammeln. Der Film ist voll mit Tropes.
Johannes Franke: Also da kann man ein Trinkspiel draus machen, auf jeden Fall. Und du bist am Ende plastered. Also es ist schon wirklich...
Florian Bayer: Finde alle Klischees, die über Computer und Nerds und so weiter... Ja, und noch ganz andere Richtungen. Über Geheimdienste, über Ganonen und Gangster und so weiter. Wir haben unseren Superbösewicht. Allein Ben Kingsley ist die Verkörperung des James Bond Superwillen-Klischees, ne? Er ist so mit diesen Haaren, die zurückgebunden sind, mit diesem schicken Anzug und dann steht er da immer ganz ruhig und elegant.
Johannes Franke: Er hat eine Glatze. Warum, wenn sie sich schon darüber Sorgen machen, dass er Haare haben soll, warum müssen sie ihm einen Pferdeschwanz geben? Weil er ein Superbösewicht ist. Natürlich braucht er einen Pferdeschwanz.
Florian Bayer: Das ist perfekt. Genauso muss er aussehen. Dann war ich zehn Jahre lang Superbösewicht. Ja, warst du. Weißt du davon noch nichts? Das sind die gefährlichsten Superbösewichte, nichts von ihrem Bösewichtsstatus an. Und er ist ja genauso, ne? Er ist ja so der tolle Bösewicht, der eigentlich Ideale hat. Er will die Welt verändern. Er will das Bankensystem crashen. Er will alles auflösen. Alle fangen bei Null an.
Johannes Franke: Ja, und ein bisschen muss ich sagen, I'm with him. Das Problem ist ein kleines bisschen, das nächste Trope, dass, oh Gott nein, da kommen viele Tropes auf einmal. Aber dieses Revenge-Plot, der irgendwie schon so ein bisschen schlecht dahergestolpert kommt, weil, komm, du wurdest geschnappt, der andere war gerade Pizza holen oder sowas. Und warum musst du jetzt einen Revenge-Plot anstoßen? Hätte der sich jetzt stellen sollen oder was?
Florian Bayer: Er will ja am Anfang keine Revenge. Ich gehe fest davon aus, dass er hofft, dass er, und das ist natürlich auch ein Trope, ein Klischee, dass er Martin auf seine Seite ziehen kann, sagen kann, hey, lass uns da weitermachen, wo wir aufgehört haben.
Johannes Franke: Dafür hat er zu viel Scheiße mit ihm vorher schon gemacht. Bevor er bei ihm ist, tatsächlich im Headquarter, und er ihm erzählt, genau seinen Plan erzählt, bevor er seinen Typen tötet.
Florian Bayer: Der Superbösewicht sagt zu unserem Helden, immer im dritten Akt, hey, verbünde dich mit mir, gemeinsam können wir die Welt erobern. Darth Vader und Luke Skywalker. Natürlich, jeder Bond ist so. Und das ist total okay, das machen wir so. Nein, das ist ein Trope, den ich nicht mehr sehen kann. Aber egal, das müssen wir so machen. Und das muss auch so sein. Und er ist natürlich auch eine Karikatur von einem Bösewicht, aber genau das will ich in dem Moment sehen.
Johannes Franke: Ich finde es sehr schwach, die Motivation, das zu sagen. Was ich interessant gefunden hätte, wäre, wenn er gedacht hätte, dass der andere ihn verraten hätte. Und das hätte man innerhalb von zwei Sätzen lösen können. Dass man in zwei Sätzen sagt, er wäre eigentlich davon ausgegangen, dass er die Polizei gerufen hat und ihn dann hat verhaften lassen, um selber da rauszukommen aus der Sache. Wäre das nicht noch klischeehafter? Egal wie klischeehafter, es ist jedenfalls glaubhafter, für den Bösewicht dann einen Revenge-Plot nach vorne zu treiben. Aber so finde ich es irgendwie so, Alter, komm klar. Du wurdest erwischt und der andere hat Glück gehabt.
Florian Bayer: Was soll das? Ich glaube, es ist eine dramaturgische Notwendigkeit, die du in dem Fall nicht akzeptieren kannst. Da musst du einfach das Passion of Disbelief anschalten. Natürlich ist das ein überzeichnender Bösewicht, natürlich ist sein Revenge-Plot total komisch. Es ist auch die Frage, wenn er überhaupt Rache üben wollte. Also ich meine, er hat offensichtlich zwei Motive. Er will diese Box haben, weil er damit sich überall reinhacken kann. Und sagen wir, er will sich an Martin rächen von Anfang an. Warum bringt er diese beiden Pläne, die er hat, zusammen? Er weiß, dass dieser Martin intelligent ist. Warum lässt er den die Box klauen und riskiert damit, dass dieser Martin mit seiner Truppe seinen Planen Strich durch die Rechnung macht?
Johannes Franke: Ich sag dir warum, weil du gar nicht so falsch liegst damit, dass er eigentlich hofft, dass Martin irgendwie dann doch, aber er weiß natürlich, dass das nichts wird. Seine Hoffnung, so eine kleine Hoffnung, die bis zum Ende des Films übrigens durchhält.
Florian Bayer: Ja, danke und damit wird es doch auch stimmig.
Johannes Franke: Ja, aber das ist nicht die vordergründige Hoffnung von Anfang an, sondern es ist etwas, was bei ihm im Hinterkopf die ganze Zeit hängt. Aber das ist nicht das, was er realistischer Maßen annimmt. Er weiß, dass Martin so nicht ist. Er hat ihn ja auch nun lang genug beobachtet von außen.
Florian Bayer: Wer weiß, also Martin ist ja schon, Martin ist ein Ganovo. Aber dann ist Cosmo doof. Nee, Cosmo ist nicht doof, weil am Schluss des Films sehen wir ja, dass Martin genau das macht. Das ist die wunderschöne Pointe. Sie haben am Schluss diese Maschine, die Sneakers, das NSL kommt, sie geben ihr den Scheiß, der nicht funktioniert. Und sie haben die Maschine noch und sie machen genau das, was Cosmo vorhat. Nämlich sie machen die republikanische Parteipleite. Sie sind die super Bösewichte. Und man könnte jetzt sagen, ja, sie lassen nicht das Bankensystem zusammenstützen, wie Cosmo es vorhat. Aber die größte Partei Amerikas mit einer Geschichte von 300 Jahren, und ich will jetzt keine politische Debatte aufmachen, ich bin kein Fan der Republikaner. Wenn du die in den Bankrott treibst, dann greifst du mal wirklich hart in das System ein und änderst das System hart nach deinen Vorstellungen. Auf eine sehr antidemokratische Art und Weise. Also sie sind super Bösewichte am Schluss.
Johannes Franke: Also, aber man muss ja mal sagen, dass das, was wir da am Schluss sehen, die naivste, lustigste Sache ist, die man sich überhaupt vorstellen kann. Die nichts mehr mit dem Film zu tun hat, sondern die einfach nur ein Kommentar, so ein leichter, ich kann's mir nicht verkneifen, Drehbuchautomove ist.
Florian Bayer: Ich finde, es steht die ganze Zeit in diesem Kanon des Dispension of Disbelief. Das in diesem Film, das man einfach machen muss, weil es ein bisschen auch ein Märchen ist, weil es auch ein bisschen eine kleine Jungsfantasie ist. Wie Super-Einbrecher Probleme lösen und in Probleme geraten und die setzt bei mir in dem Film eigentlich schon relativ früh ein, dass ich das ganze Zeug mitgehen kann. Auch den James Bond Oberbösewicht, auch die Superfähigkeiten des Blinden und dann auch dieses Konvolut, dass Martin Bishop aus nachvollziehbaren Gründen gegen den Plan des Superbösewichts ist, nur um dann am Schluss den Plan des Superbösewichts einfach auf eine warmherzige Weise umzusetzen.
Johannes Franke: Genau. Das ist nämlich das nächste Trope, die Verbrecher, die keine Verbrecher sind, weil sie Robin Hood sind. Ja! Wir nehmen von den Reichen und geben den Armen. Es ist auch etwas, was so overdone ist, aber natürlich muss man dazu sagen, dass der Film 92, da ist das vielleicht noch nicht ganz so schnell overdone.
Florian Bayer: Machen sie auch gar nicht. Sie sind doch keine Robin Hoods, sie haben einen ziemlich doofen Job, sie arbeiten für Big Corp, sie arbeiten für...
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ich meine bloß das, was am Ende bei rauskommt, der Outcome. Und das, was am Anfang gezeigt wird, das, was sie am Anfang machen, ist nämlich genau das Gleiche. Ja. Sie geben an Black Panther und so weiter das Geld, was sie rausholen aus anderen großen Kooperationen.
Florian Bayer: Übrigens, auch inspiriert aus der Realität und auch in der Realität oft so ausgegangen. Eine große Inspiration für den Film allgemein war Captain Crunch. Wir sehen auch in einer Szene, wenn Sie den Müll von Werner untersuchen, das ist Captain Crunch-Müsliding. Captain Crunch ist eine total faszinierende Geschichte. John Traper. Erzähl. Er gilt als einer der ersten Hacker in der Geschichte des Hackings. Und zwar hat der in den 60er Jahren bei der Frühstücksflockenmarke Captain Crunch, da lagen so Gimmicks bei, das kennt man heute auch noch, so Spielzeug für Kinder. Und eines davon war eine kleine Flöte, die Töne machen konnte. Und einer von diesen Tönen hatte eine sehr spezifische Frequenz und zwar 2600 Hertz. So genau hast du es rausgesucht, Sers.
Johannes Franke: Also wer da draußen das machen möchte, es wird wohl heute nichts mehr. Aber egal. Es wird heute nichts mehr.
Florian Bayer: Die Telefongesellschaften hatten quasi diesen Ton für sich gebucht, um kostenlos telefonieren zu können. Damit du außerhalb des Preisgefüges telefonierst, international telefonieren kannst. John Traper hat diese Flöte genommen und hat genau das gemacht. Er hat Telefone genommen, hat reingepfiffen und hat dann kostenlos international telefoniert. Und es war auch, das kommt nochmal dazu, da sind wir bei der Inspiration für Whistler, ein blinder Mann namens Joe Ancrecia, der auch Joy Bubbles genannt wurde, der hat das entdeckt. Und John Traper hat das quasi dann benutzt, was von ihm entdeckt wurde und hat das Ganze populär gemacht.
Johannes Franke: Ich frage mich halt, wie entdeckt man sowas? Wie kriegt man das raus? Also ich meine, hat man gerade gegessen, ruft seine Mutter an und hat dieses Ding verschluckt und hat dann Schluck auf und dann macht es piep, piep.
Florian Bayer: Ich glaube, bei sowas ist so, der Trick ist wirklich so Social Engineering. Du kriegst es einfach mit, weil du irgendwelche Kontakte hast. Du hackst dich nicht irgendwo ein, du probierst nicht am Computer rum, sondern du kennst irgendwen bei der Telefongesellschaft, der irgendwen kennt, der irgendwen kennt, der sagt, ey, pass mal auf, ich hab da was gehört. Und dann kommt das irgendwie zu dir und dann probierst du es halt mal aus.
Johannes Franke: Social Engineering, auch so ein wichtiger Teil dieses Films, was ich auch sehr interessant finde, weil das eben dann nicht nur auf die Technik ausgelegt ist, sondern eben sie, also Liz ist diejenige, die Social Engineering betreibt in diesem Fall. Ja, und Madda auch so ein bisschen, wenn er den Müll durchschwült. Ja, genau, genau. Also bloß für die Begriffsklärung, wer da draußen nichts damit anfangen kann, es geht einfach, Engineering klingt so ein bisschen hochgestochen, aber im Grunde ist es nur mit Leuten reden. Es geht nur darum, dass man sozial Interaktionen übt, um Sachen rauszufinden, um aus Leuten Informationen rauszuholen.
Florian Bayer: Es ist das, was die Leute, die Angst vor den ominösen Hackern haben und nicht so genau wissen, was die machen, oft übersehen, dass ganz viel bei dieser Arbeit auch eben genauso was ist, dass du Informationen auf ganz banalem, analogen Weg einsammelst von Leuten. Und das kann halt auch sein, wie sie es da machen, zum Beispiel den Müll durchschwühlen.
Johannes Franke: Ja, ja, dieser Film hat ganz viele Ängste losgetreten von Leuten, die einfach nichts mehr wegwerfen wollten. Ich habe da echt ein bisschen was gelesen, wo ich gedacht habe, Leute, Leute, so viel Paranoia muss man erstmal haben, dann in den Müll irgendwie so erstmal zu schreddern, obwohl das Informationen sind, die keiner verwerten kann, aber dann Angst davor zu haben, vor diesem ominösen, jemand durchwühlt meinen Müll und findet Sachen über mich raus.
Florian Bayer: Ja. Und es ist ja auch wirklich, ich meine, Werner ist ja auch wirklich dumm, dass er zum einen, dass er nicht dieses Papier, dass das ihnen den Hinweis gibt, dass er bei Dating-Plattformen ist, dass er das nicht zerrissen oder zerschreddert hat. Und zum Zweiten, er ist so pedantisch bei dem Müll. Sie durchsuchen den Müll und sagen, das ist alles so toll gefaltet und so. Warum hat er nicht getrennt? Warum ist das Papier in seinem Plastikmüll?
Johannes Franke: Oh nein. Stimmt, aber ich glaube, damals gab es das noch nicht, oder? Das Trennungssystem ist doch auch in Deutschland noch... Ach, ich glaube, so Altpapier wurde schon, es wird schon länger getrennt. Ja, das stimmt, Altpapier schon. Naja, aber vor allem Zeitungspapier. Ich glaube, Zeitungspapier war ja ganz groß, die Nummer, das kenne ich sogar noch aus der DDR, das für Zeitungspapier eingesammelt haben, um das dann auch gewinnbringend, in Anführungsstrichen, für ein paar Pfennige wieder irgendwo wegzubringen. Aber ich weiß nicht, wie groß angelegt diese Trennung schon war.
Florian Bayer: Ja, aber vielleicht nochmal ergänzend zu diesem Captain Crunch-Ding. Robinson und auch Laska und Parks haben halt schon relativ viel Recherche betrieben und versucht irgendwie diese, die Technik drumherum und das wissenschaftliche Glaubhaft zu machen. Zum Beispiel am Anfang, wenn wir diese Mathematik-Vorlesung haben, dafür haben sie sich extra einen Berater geholt, und zwar Len Edelman, ein Kryptografie-Professor. Und sie haben zu ihm gesagt, mach uns die Slides für diesen Vortrag, damit wir realistische Slides haben. Und Edelman hat gesagt, ich mach das, aber meine Frau möchte Robert Redford kennenlernen. Ich möchte dabei sein bei dieser Vorlesung und Robert Redford soll nachher mit meiner Frau reden. Und dann hat er sich da hingesetzt und hat diese Slides gemacht. Und in dieser Doku ist ein Interview mit ihm. Oh, wie schön. Und da sagt er, ja, und ich hab dann da gesessen. Und das waren die Zeiten, so Präsentationssoftware waren noch nicht auf dem Stand wie heute. Das heißt, wenn du so Slides zusammenbastelst, dann baust du deutlich länger. Und er hat mehrere Tage dafür gebraucht und hat ihm das alles gegeben, was er wirklich so mühsam am Computer zusammengesetzt hat. Und sitzt im Publikum bei dieser Vorlesung und keiner seiner Slides zuseht, sondern wunderschön handgeschrieben im Hintergrund diese Leinwand. Und dann hat er danach mit denen geredet und hat halt gesagt, hey, ihr, was ist denn los? Warum habt ihr die ausgetauscht? Na ja, das sieht dann halt realistischer aus. Und er hätte das innerhalb von einer Stunde oder so machen können. Und hat dann mehrere Tage da gesessen. So traurig. Und sie haben es ausgetauscht, ja. So kann es gehen. Mann, Mann, Mann. Und dieses Telefonat, was sie machen, die ist über mehrere Ecken. Wenn sie dann tatsächlich mit der NSA telefonieren, um zu sagen, dass sie von der Box wissen und wissen wollen, ob die ihnen Sicherheit gewähren können. Das machen sie ja über mehrere Länder hin und her. Das ist auch von John Traper. Das hat er auch gemacht. Der hat seine Telefonate über mehrere Länder geführt. Was nicht realistisch ist, ist, dass sie so ein schnelles Echtzeitgespräch dabei haben. Weil natürlich, wenn du das machst, dann hast du Verzögerungen von mehreren Sekunden. Und die, was sie an Überleitungen haben, das müsste Verzögerungen von einer halben Minute verursachen. Du könntest nicht so in Echtzeit mit jemandem reden, nicht mit der Telefontechnik von damals. Und mit diesen Umwegen.
Johannes Franke: Ja, also der Typ hat wirklich viel, viel beigetragen, dass das alles einigermaßen realistisch ist. Was ich spannend finde, weil man sich wirklich mit solchen Filmen manchmal, manchmal denkt man sich, du musst mir nicht unbedingt erklären, warum das funktioniert. Sag einfach, dass es funktioniert. Das reicht. Der Film hat anscheinend so viel Background, dass mir das, was ich sehe im Film, total ausreicht und ich nicht anfange zu fragen. Das finde ich total toll. Es gibt ja viele Filme, die es nicht schaffen. Die einfach, wo du weißt, hat sich keiner Gedanken gemacht. Das ist er jetzt einfach oder sieht so aus. Es soll so aussehen, aber es sieht halt einfach nicht so aus. Weil einfach jemand nicht genug Zeit dafür investiert hat, selber daraus zu finden, wie es denn wäre. Ohne, dass wir das alles als Zuschauer wirklich wissen müssen. Aber es muss zumindest durchscheinen, dass es da ist. Sie schaffen es auch ziemlich gut,
Florian Bayer: uns die Welt nachvollziehbar zu machen, ohne das over-explainen zu müssen. Wir sehen, was sie machen. Und teilweise ist es einfach Zeug, wo du keine Ahnung hast, was sie da jetzt genau machen. Und du weißt auch teilweise nicht, wie plausibel das jetzt ist. Aber sie schaffen es, das so zu erklären, dass du dich drauf einlässt und dass du nicht das Gefühl hast, dass dir was fehlt. Und du fühlst dich aber auch nicht belehrt, weil es würde ja furchtbar nerven und es würde auch keinen Sinn machen, wenn Whistler plötzlich den anderen erklärt, ah, und jetzt mache ich das hier und das hier und das hier. Sondern er macht es einfach, aber wir glauben es. Ja, ja, total. Also es ist schon gute Dialoge.
Johannes Franke: Ja, ich finde also, die Dialoge sind wirklich so gut geschrieben, dass ich durch den ganzen Film durchkomme, ohne irgendwie anzufangen, darüber nachzudenken, was das alles soll. Und da sieht man mal wieder die Macht der guten Dialoge. Weil so ein paar strukturelle Sachen des Films sind vielleicht gar nicht so clever. Aber die Dialoge, die einen so gut durchführen und die so am Charakter dran sind, das sind wirklich gut. Oh mein Gott,
Florian Bayer: was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Ich glaube, wir wurden rausgerissen. Aber wohin? Oh mein Gott, Johannes, ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein! Shit! Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Gespräch können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind, also auf Spotify oder Apple oder sowas.
Florian Bayer: Beam, whatever,
Johannes Franke: was ihr auch benutzt. Also abonnieren
Florian Bayer: und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen. Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder sowas.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-mussmann-sehen.de oder florian-at-mussmann-sehen.de. Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter. Boah, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. Da kommen wir vielleicht schon ein bisschen, wir tragen hier diese Frage ja so ein bisschen mit, zum einen, warum ist dieser Film Vergessenheit geraten und zum anderen, was macht ihn stark? Und für mich ist so ganz wesentlich, dass ich auch so eine Grundstruktur sehe von einem sehr einfachen Heist-Movie, wie es ihn schon lange gab, natürlich mit cooler Technik und so, aber letzten Endes halt doch ein Heist-Movie, wie man es kennt. Ja. Ich sehe auf allen Baustellen der Inszenierung sehe ich eine, wirklich eine Klasse, die man sonst selten sieht. Ja. Das betrifft nicht nur die Dialoge, sondern das betrifft auch ganz klassisch das Handwerkszeug. Das betrifft die Kamera. Das betrifft ganz besonders den Schnitt. Ja. Ähm, eigentlich eine Klasse, die man bei so einem kleinen, netten Film, der eigentlich eine Krimi-Komödie ist, nicht unbedingt erwarten würde. Musikalisch, muss man auch sagen.
Johannes Franke: Die Musik. Also manchmal haut er mir ein bisschen zu sehr auf die Kacke, muss ich sagen. Ja. Manchmal ist er ein bisschen zu sehr im Klischee auch drin, aber ich finde es musikalisch sonst sehr, sehr gut gemacht.
Florian Bayer: Es ist so, es gibt so viele Bilder, wo du denkst, das sind so kleine Gemälde für sich. Zum Beispiel, wenn wir Whistler vor dem Computer sitzen sehen und wir sehen in seiner Brille gespiegelt, das, was auf dem Bildschirm geht. Dazu muss er natürlich, dass er klischeehaft ist. Natürlich muss er dadurch
Johannes Franke: eine sehr klischeehafte Brille tragen als blinder Mensch, okay.
Florian Bayer: Aber das Bild ist saugut.
Johannes Franke: Natürlich ist das Bild toll.
Florian Bayer: Der Mathematiker, den sie überwachen, der vor seiner Präsentation steht, vor dieser handgeschriebenen Präsentation und sie ist so halb auf ihn projiziert und er redet dann. Es sind so kleine Dinge, wenn sie versuchen, das Anagramm hinter dem C-Tech Technologies zu lösen und dann auf dem Scrabble-Tisch und dann sehen wir die Sachen auf dem Tisch liegen. Von unten durch den Tisch gefilmt.
Johannes Franke: Super Idee. Total gut gemacht.
Florian Bayer: Und dieser Film ist voll mit diesen Szenen, wo die Kamera unglaublich gut ist. Und um den Kameramann einmal zu nennen, John Lindley, der auch vorher schon mit denen zusammengearbeitet hat, der gar nicht so viel Großes davor gemacht hat. Der hat so auch Filme gemacht wie The Good Son oder so, die eher so Trash sind. Okay. Aber offensichtlich, wer auch immer dafür verantwortlich war, und ich gebe es jetzt einfach mal ihm, die Bilder sind super beleuchtet, super in Szene gesetzt und mit sehr vielen Ideen. Dasselbe ist mit dem Schnitt, mit der generellen Montage. Wir haben sehr viele wirklich On-Point-Schnitte. Keine Ahnung, am Anfang, wie wir einsteigen mit diesem 4-zu-3-Bild und dann diese Vorgeschichte von Martin sehen und dann diesen Schnitt zu ihm, wie er in dem Wagen liegt und schläft.
Johannes Franke: Auch der Übergang vom Schneegestöber in den Static, in dieses Ding, also der Übergang einfach.
Florian Bayer: Genau, Schneegestöber wirklich sehr, sehr gut. Groschenden Fernseher. Genau. Wenn sie, sowas ganz Banales, ist, wenn er, nachdem er, er will herausfinden, wer ihn verarscht hat und sagt, ich gehe zu einem Konzert und wir haben so einen harten Schnitt zu den Streichern im Konzert, die so ansetzen. Es sind wirklich so kleine Sachen, wo der Film wirklich gut ist, wirklich, wirklich eine Perfektion aufweist, die ungewöhnlich ist für so einen letzten Endes relativ einfachen heißen Movie.
Johannes Franke: Ja, ich würde es der Kamera volle Kanne geben, da hast du sowas von recht. Ich finde wirklich die Kamera an vielen, vielen Stellen überraschend gut und auch vom Timing inszenierungstechnisch muss man dann sagen, ich muss jetzt an die Szene denken, wo er das abgeben will, die Box, an die vermeintlichen NSA-Leute und dann hinten jemand im Auto wartet und dann sagt, du hast einen Anruf, komm mal zurück, weil er weiß, dass das jetzt gefährlich wird da und dass er den da wegholen muss, damit er nicht erschossen wird und dann ruft, it's your mother und wir nicht genau erklärt bekommen, aber wir sofort wissen, okay, das ist das Zeichen und entweder ist seine Mutter tot, was bei Robert Redfords Alter sehr wahrscheinlich ist oder die Mutter ruft ihn nie an oder es ist Mother im Sinne von Dan O'Croyd oder sowas, also es ist irgendwie jedenfalls das Zeichen. Ich finde es so gut inszeniert, es ist vom Timing ja super, die NSA-Leute sind super inszeniert, weil die auch nicht so Bösewichte sind, sondern wirklich so nach Beamten aussehen, so seltsame Beamten, die irgendwie dann ihr Ding machen. Ich finde es total gut. Irgendwie, ja, weiß nicht, auch von der Kamera-Low-Auflösung her total schön.
Florian Bayer: Ja, also es ist wirklich, also es ist für mich so ein Beispiel dafür, wie man aus einem sehr einfachen, traditionellen Stoff, der wirklich nichts Besonderes ist von der Grundidee, unfassbar viel rausnehmen kann und wie gesagt, ich sage es nochmal, Kameraschnitt, ich will den Namen vom Editor einmal nennen, Tom Rolfe, der auch wirklich viel krasse Sachen geschnitten hat, der hat Taxi Driver geschnitten, Jacob's Ladder, Heat, er hat einen Oscar gekriegt für den Stoff, aus dem die Helden sind. Toll. Also wir haben hier einen wirklich erfahrenen Editor vor uns und man sieht, dass der Film sehr viele Ideen hat, dass sehr viel gut montiert wird. Wir haben dann ja auch so im Mittelteil, wenn sie in dem, wenn sie den Einbruch planen, dann haben wir auch sehr viel hin und her geschnitten, wir zwischen den einzelnen Figuren, die da mal überwachen, die da was gucken, da was recherchieren und dann schließlich einbrechen, dann haben wir parallel geschnitten, die ihr Date und gleichzeitig ihren Einbruch und das ist so gut montiert. Ja, es ist für mich ein Film, der zeigt, wie viel man mit Handwerk machen kann, einfach mit traditioneller, mit traditionellem filmischem Kunsthandwerk nochmal so einen Stoff, so einen einfachen Stoff zu neuen Höhen erheben kann.
Johannes Franke: Ja und ich glaube, das ist es auch so ein bisschen, dass man so das Gefühl hat, man hat eigentlich einen sehr einfachen Stoff vor sich, weswegen der Film nicht ausrastet, weswegen der Film nicht in Richtung Avatar, da wird viel über geredet, weil spezielle Technik oder es ist eine ganz krasse Idee oder eine krass neue Erfindung oder sowas da drin. Das ist ein ganz ruhiger, einfacher Film. Die Leute, die da drin sind, sind keine Supermänner, außer der Blinde und die haben alle irgendwie eine Down-to-Earth-Sache am Laufen. Robert Redford sagte in der einen Szene, ich bin da am Arsch, wenn ihr mir nicht helft und die anderen sagen, mir doch egal, ich mach's wegen des Geldes, aber nicht wegen des Arsches. Und das sind alles so, ich weiß nicht, es ist wie bei Alien, das sind so Arbeiter, nicht so polished. Ja. Und in dem Film ist es eben auch so, die sind wirklich einfach reale Leute, die einfach sagen, okay, ja gut, Geld, ja, ich hab hier mein Handwerk und ich mach das jetzt und das ist, ein kleines bisschen stört mich eben die Robin-Hood-Attitüde, die ich ein bisschen zu viel finde, aber ansonsten sind das reale Menschen. Der Film kriegt halt auch durch diese realen Menschen immer wieder einen echt geilen Humor mit auf dem Weg. Es gibt sauvitzige Szenen. Also, man muss auch sagen, dass ich zwischendurch echt überrascht bin, was der sich, in welche Richtung der Humor entwickelt. Weil manchmal denke ich, ja, jetzt bin ich voll im Thriller drin und das ist irgendwie Spannung erzeugen und dann wird diese Spannung aufgebrochen von irgendeinem dummen Spruch oder irgendeiner absurden Situation, wo du denkst, hä, wie völlig andere Komödie,
Florian Bayer: die ich gerade sehe. Also vielleicht, um eine Sache mal hervorzuheben, die mir unglaublich gut gefallen hat, auch jetzt wieder, eine der witzigsten Einbruchsszenen in der Filmgeschichte ist, wenn er in das Büro von dem Mathematiker einbricht. Und es fängt schon damit an, dass er vor der Tür steht und sagt, oh Gott, was ist denn das? Das ist so ein Schloss. Wisst ihr, wie man dieses Schloss knacken kann? Und dann sagen sie, was, du Witze, das kann kein Mensch knacken. Ich habe eine Idee. Und dann hört, dann sieht man ihn nur, wie er darauf reagiert und immer sagt, mhm, mhm, mhm. Und es klingt, man denkt sich so, wie er das total komplizierte Hacking-Zeug gesagt kriegt und dann ist es einfach Türeintreten. Es hat geklappt. Ja. Und dann gleich darauf folgend, irgendwie die Rischkopf, die Geliebte von dem Mathematiker, reinkommt. So gut. Und er mit dem Knopf im Ohr versucht sie davon zu überzeugen, dass sie nicht die Polizei ruft und sich von den anderen Zeugs sagen lässt.
Johannes Franke: Ja. Und es ist echt realistisch, weil er ist wieder nicht der Superheld. Ja. Er ist wirklich derjenige, der vor sich hin stammelt und sagt, ja, was mache ich hier eigentlich? Also folgendes,
Florian Bayer: ich habe...
Johannes Franke: Du bist Privatdetektiv. Und dann fangen sie irgendwie an, sich das gegenseitig zuzuwerfen. Und da kommt natürlich auch viel Scheiße raus, aber es kommt auch irgendwie so gerade so die Sache raus, die er sagen muss, damit sie tatsächlich am Ende sagt, oh ja, stimmt, und lieb ihn weiter. Give him head. Give him head. Give him head. Okay. Das ist auch so ein Satz, den ich dann nie erwartet hätte. Give him head.
Florian Bayer: Das sind halt doch kleine Kinder. Ich meine, die Anfangsszene geht damit los, dass Whistler den Playboy in Prey ist.
Johannes Franke: Das ist auch so absurd. Und du denkst dir, okay, jetzt bin ich bei Mel Brooks gelandet, aber da bist du schnell wieder in dem Thriller drin. Ich finde die Mischung gewagt, aber wirklich sehr gut gelungen.
Florian Bayer: Es macht es eigentlich... Gibt es einen Moment, wo es das kaputt macht, wo der Humor den Thrill kaputt macht oder der Thrill den Humor? Wie fällt keiner ein?
Johannes Franke: Ja, für den Moment vielleicht, dass man wirklich raus ist aus dem Thriller, aber man kommt ja so schnell wieder rein, dass es überhaupt kein Problem ist.
Florian Bayer: Es gibt ja auch diese wirklich intensiven Suspense-Momente, wenn sie dann eingebrochen sind und dann wurde Martin von den Bösewichtern geschnappt und wir wissen, Karl liegt noch da oben in dieser Klappe und dann denken wir, es ist der Moment, wo Martin fast erschossen wird und er sagt, jetzt, jetzt und dann springt Karl runter im letzten Moment.
Johannes Franke: Erst nachdem man nochmal eine Aufforderung bekommen hat.
Florian Bayer: Das war wirklich hoch, ist so seine Entschuldigung. Aber es macht auch diesen Suspense-Moment davor nicht kaputt und der Humor passt auch an dieser Stelle. Total. Ja, ich komme damit klar. Auch, dass dieser Wörner, der ja dafür sorgt, dass sie fast auffliegen, der ist ja auch so eine total witzige Figur. Übrigens, um den Namen nochmal zu nennen, der ist nämlich echt so witzig gespielt von Stephen Tobolowski. Von Phil. Austräglich grüßt das Murmeltier.
Johannes Franke: Oh, du hast recht, ja. Oder heißt er Phil? Ich weiß nicht genau. Er heißt, nee, er heißt nicht Phil, oder? Verdammt, aber der Typ, den er, der ihn erkennt und sagt, ey, lange nicht gesehen.
Florian Bayer: Ich bin's.
Johannes Franke: Und er kommt ja rum und labert ihn voll.
Florian Bayer: Und er macht das auch ganz toll. Er hat übrigens gesagt, das war einer der unterhaltsamsten, lustigsten Erlebnisse überhaupt,
Johannes Franke: dieser Dreh. Ja. Überhaupt müssen sie alle sehr viel Spaß gehabt haben und das sieht man im Film auch an, finde ich.
Florian Bayer: Es ist halt auch so ein, man hat das Gefühl, die drehen den Film auch um Spaß miteinander zu haben. Vielleicht so ein bisschen das, was man mittlerweile oft bei Steven Soderbergh Filme hat, wenn der alle miteinander versammelt, ja auch oft die Heist-Movies mit George Clooney und Brad Pitt und Ocean's Eleven. Ja. Und da hat man ja auch das Gefühl, die treffen sich eigentlich vor allem, um Spaß miteinander zu haben.
Johannes Franke: Aber ich finde, bei manchen davon sieht man halt auch, dass es zu sehr Sausage-fest, weißt du, so toxische Leute, die irgendwann einfach zu viel, wie bei I'm Not There, wo wir gesprochen hatten, dass man das Gefühl hat, okay, es ist grundsätzlich ein guter Film, gute Idee und, aber irgendwann hast du das Gefühl, dass die sich zu sehr in ihrer Bro-Culture verlieren. Dass sie zu sehr da drin versinken, dass sie noch eine geile Idee und noch eine geile Idee und eigentlich sind es keine geilen Ideen mehr, sondern nur noch weggelachte Sachen. Vielleicht ist es das Alter von unseren Darstellern
Florian Bayer: und Protagonisten, was das in dem Film so ein bisschen verhindert. Ja, ja, das stimmt. Das kann gut sein. Und auch so ein bisschen die Dynamik durch dieses Alter kommt. Dann regen sie sich ja drüber, über Karl auf, der unbedingt spannen will, als sie den Mathematiker beobachten. Oh Gott, ja. Und dann aber sagen dann gleichzeitig, lass mich auch nochmal gucken.
Johannes Franke: Da war ich nicht ganz sicher, ob ich das wirklich nehmen will. Das ist vielleicht einer der Momente, wo ich sage, ah, ja, ja, es ist witzig, aber, weiß ich nicht genau. For the lols. Das ist okay in dem Fall. Ich weiß auch bei dem Blinden, ob der am Ende das Auto da lang fährt und gegen die Wand fährt und dann sagt, hm, hier halte ich vielleicht an. Weiß ich nicht genau, weil der hat schon Tempo drauf und hätte da gehen. Es verlässt sehr stark die Pfade des Realistischen an der Stelle. Du wirst jetzt gleich einen etwas leichten Abhang runterfahren. Oh Gott. Also es gibt wirklich ein paar Momente, wo man sehr weit rausgeht aus dieser realistischen Schiene. Aber ich finde, dass der Thriller sofort wieder seinen Pfad aufnimmt und da ganz mühelos wieder reinkriegt, also ganz mühelos reinkommt wieder.
Florian Bayer: Steven Tobolowsky, um den Namen nochmal zu sagen, nachdem er das Skript gelesen hat, hat er gesagt, jetzt weiß ich, wie ein 100 Millionen Dollar Box-Office-Erfolg aussieht. Also wie er auf dem Papier aussieht. Genau. Das ist ja der spektakulärste Cast, den man sich überhaupt vorstellen kann. Hey, da wollte ich auf jeden Fall dabei sein. Super großartig. Der Film war ein mediocre Erfolg. Also der Film, der lauwarm, würde ich behaupten. Er hat sein Geld wieder eingespielt. Er hat 23 Millionen gekostet und er hat über 100 gemacht. 105 Millionen. Aber es ist, glaube ich, weniger als man erwartet bei so einem Film. Ich glaube, es war schon, also Universal war nicht so 100 Prozent zufrieden damit. Auch, der Film wurde ordentlich promotet. Die haben dem Presse-Kit haben sie eine Floppy-Disc Eine Floppy-Disc rein. Liebe Kinder, wenn ihr das Speichern-Symbol seht, sofern ihr noch, sofern ihr nicht Google Docs die ganze Zeit benutzt zum Schreiben, da ist so ein Kasten zu sehen. Das ist eine Diskette. Eine Diskette war damals das Speicherminium. Flor, du bist peinlich. Und hatte ein, Achtung, jetzt kommt es nämlich, einen unfassbar großen Speicher von die klassische Floppy-Disc. Wie viele KB? Moment. Nee, wir sind bei MBE. Oh. Die 3,5 Floppy-Disc hatte.
Johannes Franke: 3,5 MB? Oh, nee. Nee. 3,5 Zoll waren es. 80 Kilobyte. Siehste? Echt? So wenig? Ja, das ist ja nicht viel. Ja, die 3K. MB, komm. Ja, jedenfalls haben sie sowas mitgeschickt und man hatte da ein Programm und dann hat man ein Passwort eingeben müssen und das musste man erraten und es war relativ leicht zu erraten, aber es war schon so, dass sie eine Quest draus gemacht haben. Ja. Dass man als Presse...
Florian Bayer: 1,44 MB, danke. Floppy-Disc, sag ich doch, wir sind im MB-Bereich. Das hat damals auf so eine Floppy-Disc gepasst und man hatte diese Dinger, Entschuldigung, ich muss dich kurz unterbrechen, überall liegen, man hatte viel zu viel davon und wehe, es war irgendwo ein Virus auf so einem Ding drauf. Dann konntest du nämlich den ganzen Scheiß wegwerfen. Ja. Oh mein Gott. Damals hat man nur Texte und Bilder gespeichert. Furchtbare... Passt keine MP3 drauf. Krasse Zeit. Ja, stimmt. Meine Güte. Ähm, ja, Entschuldigung. Also, sie haben, genau, sie haben diese Schnitzeljagd gemacht quasi und es war eines der ersten so digitalen Press-Kids. Also, die haben sich wirklich Mühe gemacht. Die wollten, dass der Film ein großer Erfolg wird und dann war es halt doch nur ein durchschnittlicher Erfolg. Woran liegt's? Ja, what's the matter? What's up, Doc?
Johannes Franke: Okay, falsche Referenz. Ich glaube, dass die ganzen Tropes und das zu große Personal das Ganze ein bisschen zu Fall gebracht hat. Weil alles andere stimmt. Ich kann nichts anderes identifizieren. Ja. Und es ist auch so, dass das große Personal dazu führt, dass ich am Ende des Films, wenn ich ihn nur einmal gesehen habe, keine memorable Moments von jedem Einzelnen im Kopf haben kann. und das macht kein gutes Gefühl. Ich will, dass ich am Ende aus dem Film rausgehe und sage, boah, das war geil, als der das gemacht hat und als der das gemacht hat und als der das gemacht hat. Und ich glaube, im Film passiert so viel mit unterschiedlichen Leuten, als dass man das so im Kopf haben kann nach dem ersten Gucken. Deswegen ist Mouth of Word das Problem. Du kannst dann nicht zu deinen Freunden gehen und sagen, weißt du, was ich gestern gesehen habe? Folgendes, da war dieser Blinde und da war noch dieser andere, wie hieß der noch gleich? Und, ach ja, und dann war noch diese Situation. Das funktioniert ja nicht. Ich glaube,
Florian Bayer: es hat nichts mit der Qualität des Films zu tun. Ich glaube, das lag unter anderem an der Zeit. War es zu früh? Ja, das auch. Aber das ist ein lamer Excuse. Ganz oft. Genau, das können wir auch gleich nochmal besprechen. Das meine ich aber in dem Fall nicht. Ich meine nämlich ganz banal, dass Janessa 92 hatte Box-Office-Hits und Sneakers stand so ein bisschen zwischen den Stühlen. Robinson hat Fluchwörter eingebaut, damit der Film nicht als Kids-Movie rüberkommt, so G-Rated zu kriegen. Wir haben in diesem Jahr sehr viele Filme, die sehr erfolgreich sind, die das eine oder andere von dem bedient haben, was der Film bedienen wollte. Wir haben für die Kids, also der größte Hit 1992 war Aladdin, Disney. Aha, okay. Aber wir haben, an der Thriller-Front haben wir A Few Good Men, eine Frage der Ehre, auf Star-Besets mit Tom Cruise und Jack Nicholson und Demi Moore und das war das große Star-Biegel. An der Komödien-Front haben wir Sister Act, groß mit Wuppi Goldberg, großer Erfolg. An der Thriller-Front haben wir sowas wie Basic Instinct, der Skandalfilm, über den jeder geredet hat damals. An der Comedy-Front haben wir Wayne's World, das war der Film, über den die Leute geredet haben, wenn du eine gute Komödie sehen wolltest. Ah, ja, ja. Und das sorgt einfach dafür, dass dieser Film so ein bisschen untergegangen ist. Thriller wieder Mund-zu-Mund-Propaganda Crying Game, musst du sehen, hat einen ganz großen Plottwist.
Johannes Franke: Noch eine Idee, vielleicht ist Roger Ebert schuld, der völlig falsch gelegen hat.
Florian Bayer: Roger Ebert, so sehr ich ihn mag, hat zu oft falsch gelegen.
Johannes Franke: Ah, ist das hart. Roger Ebert hat sich wirklich nicht gut geäußert. A Sometimes Entertaining Movie, but thin. Ach komm, was soll's. He went on to point out numerous Klischees and tired plot devices recycled in the film. Ja, das gebe ich ihm. Er hat wirklich viele Plot Devices, die man schon sehr gut kennt und Klischees und naja, das, was man heute Tropes nennt.
Florian Bayer: Ich finde es schon krass, dass jemand wie Roger Ebert diese exquisite Inszenierung, was Schnitt, Ton, Bild betrifft, nicht zu würdigen weiß. Finde ich einfach krass.
Johannes Franke: Ja, das ist auch, er hat es auch nicht mal erwähnt, erwähnt. Das finde ich auch traurig. Also nicht mal darauf zu kommen, okay, die Kamera ist ganz gut. Er wollte ihn einfach nicht mögen vielleicht. Ja, vielleicht.
Florian Bayer: Ja, also ich glaube, die Konkurrenz war einfach zu stark und er war dann halt doch ein bisschen zu klein. Also obwohl er so Star besetzt war, war er vielleicht ein bisschen zu zurückhaltend in einem Jahr, in dem, oder in einer Zeit, in der Filme, auf der Thrillerfront wie Basic Instinct oder, warte mal, was wollt ihr, oder das Schweigen der Lämmer für Erfolg gesorgt haben.
Johannes Franke: Okay, also das heißt, die haben viel mehr, die Leute wollten viel mehr Action, viel mehr großes Kino.
Florian Bayer: Ja, ist ganz geil. Wenn du Anfang der 90er einen guten Thriller sehen wolltest, dann wolltest du einen Thriller sehen, der die Gemüter erhitzt. Dann wolltest du sowas sehen wie das Schweigen der Lämmer, das sich um Serienkiller dreht. Dann wolltest du sowas sehen wie Basic Instinct, wo Sex und Gewalt miteinander kombiniert werden und sich die Leute monatelang die Frage stellen, haben Michael Douglas und Sharon Stone tatsächlich echten Sex in diesem Film? Es ist absurd. Aber das war Thema. Und wenn du eine Komödie sehen willst, oder eine warmherzige Komödie, dann hast du halt andere Filme, die man leichter verkaufen kann, die mehr von ihrem Gimmick lehnen. Stell dir das mal vor. Whoopi Goldberg als Nonne verkleidet. Ja. Im Kloster.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ja, ja. Ach man, aber dafür verachtet man die fast schon. Weil dieser Film ist ja wirklich sehr, ich kann nur den Vergleich mit This Thing wieder nach vorne holen. Man verfolgt eine Gruppe von Menschen, denen man nur das Beste will. Und die haben irgendwie so, müssen halt, die klauen was, klauen es für die Falschen, verlieren das wieder, wollen das wiederholen. Ein Megafin halt so. Total. Diese Box ist totaler Megafin. Was natürlich wieder ein Trope ist. Okay, der ganze Film lebt von Tropes. Was mich auch ein kleines bisschen stört. Aber der ist so süß und ich finde, so ein herzensguter Film.
Florian Bayer: Ja, und das vielleicht nochmal, du hast gesagt, es ist lame zu sagen, zu früh gekommen. Ja. Es ist ja auch nicht nur das. Es ist auf der einen Seite zu spät gekommen, weil das ist ein Film, der in den 70ern vom Stil und von der Inszenierung in den 70ern, 80ern super funktioniert hätte. Oder auch in den 60ern meinetwegen. Und dann aber andererseits natürlich auch ein bisschen zu früh gekommen, weil er hat schon diese Themen, die dann später, also gerade, gerade wenn es darum geht, um Hacker, um Computersicherheit und so weiter, das zieht dann Ende der 90er, zieht das ja, oder Mitte der 90er schon, zieht das ja nochmal enorm an und wird nochmal viel mehr Thema, das das Popkulturell auch interessiert. Na,
Johannes Franke: das müsste aber bedeuten, dass der Film spätestens nach 15, 20 Jahren das gleiche Schicksal, also im positiven Sinne, ereilt wie so manchen Filmen, der dann wieder hochgeholt wird und gesagt wird, okay, das haben wir damals nicht würdigen können, aber retrospektiv ist es ein richtig guter Film. Das ist ja bis jetzt auch nicht passiert.
Florian Bayer: das ist einfach ungerecht. Entschuldigung. Das würde ich einfach als Ungerechtigkeiten der Filmgeschichte bezeichnen, dass dieser Film sowohl zur Veröffentlichung nicht den Erfolg hatte, als auch retrospektiv. Man findet so ein paar, man findet online so ein paar Leute, die sagen, hey, das ist so ein vergessenes Juwel. Das findet man. Man findet Texte darüber, man findet Videos darüber, aber deutlich weniger als bei anderen Filmen und das ist einfach, ich finde es unfair. Ganz banal.
Johannes Franke: Ich glaube, dass dieser Film heute nicht, nicht aufgenommen wird von vielen, weil das, was wir sehen dort an Technik so retro ist, dass du keinen Bezug dazu hast. Du hast mit diesem ganzen, dieser Code und diese Internet-Vorstufe und so, da hast du keinen Bezug zu. Du kannst es nicht so richtig einsortieren, weil du, die neue Generation hat ja sowieso nichts mit zu tun und die alte Generation, die vielleicht das noch erlebt hat, wenn man mit so Impulskopplern ins Internet kommt, die, weiß ich nicht, davon gibt es vielleicht nicht genug Leute, um da nochmal einen Hype anzuschieben. Dabei finde ich
Florian Bayer: dieses Uncanny-Gefühl bei Filmen wie Matrix zum Beispiel viel krasser. Also ich würde behaupten, Matrix ist deutlich schlechter gealtert als der hier. Ja, ja, ja, das kann sein. Und auch andere Filme, die damals up-to-date waren, was Computertechnik betrifft, sind schlechter gealtert, weil er halt eben durch dieses traditionelle Heist-Ding so ein bisschen mehr was Zeitloses mit sich trägt. Auch wenn wir sehen, wie Leute grüne Zahlen auf schwarzen Bildschirmen angucken und Telefone irgendwo reinstecken, um ins Internet gehen zu können. Ja. Ich finde es ungerecht einfach. Ich glaube, dieser Film hat deutlich mehr Beachtung verdient. Der hätte damals schon mehr Beachtung verdient gehabt und ich finde, er hat heute auch mehr Beachtung verdient. Ja.
Johannes Franke: Apropos zeitlos, wie zeitlos ist der angeklebte Bart und die Perücke, die sie dem jungen Typen angeheftet haben, der Marty spielen sollte? Die leben doch immer noch, oder? Diese Bartfetzen. Es sind die 70er.
Florian Bayer: Damals, ich würde nicht mal sagen, das muss angeklebt sein. Damals sah das einfach so aus.
Johannes Franke: Nein, das war so, oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott, was wird das? Nur noch gerettet davon, dass es schwarz-weiß war und man sowieso nicht so viel, aber egal. Und 4 zu 3. Und 4 zu 3, wo ich wirklich am Anfang Sorge hatte, dass wir einen 4 zu 3 schwarz-weiß-Film gucken werden. Oh je. Also was heißt Sorge? Ich liebe alte Filme, aber es ist halt einer aus 92 und das ist natürlich dann nochmal eine andere Geschichte. Ja. Ich finde auch wahnsinnig gut inszeniert, wie sie sich das erste Mal diese Box anschauen und dann darüber scherzen. Aha, guck mal, wollen wir die Lichter in der Stadt ausgehen lassen? Kein Problem. Oder wollen wir vielleicht das Flugzeug vom Himmel holen? Kein Problem. Und dann innerhalb von einer Sekunde Martin versteht, okay, das ist zu krass, wir machen das Ding jetzt aus. Und dann die Stimmung sowas von kippt und allen klar ist, wie krass das Ding ist.
Florian Bayer: Kreese vor allem, der eigentlich seinen großen Auftritt hat, wenn er sagt, okay, hier geht jetzt keiner raus, schnappt sich seinen Revolver und sagt halt auch zu Liz, sorry, ich kann keinem mehr trauen. Und dann haben wir auch wirklich diesen Einschnitt auf ihn, wie er Wache hält mit dem Revolver und wir sehen, okay, es ist scheißernst gerade. Ja. Tolle Inszenierung. Ja, wie gesagt, ich kann es nur wiederholen, ich finde es wirklich schade, dass dieser Film so ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Ich finde, der hat es einfach, allein schon, weil er handwerklich auf extrem hohem Niveau ist, hat er es verdient, beachtet zu werden. Ja, ja. Aber auch, weil er einfach Spaß macht. Ich meine, er geht gute zwei Stunden, er ist unglaublich kurzweilig und er hat sich einfach weg und du lachst und hast Spaß und gleichzeitig gibt es auch spannende Momente. Es ist wirklich ein unterhaltsamer Heist Hollywood-Film, der aber halt so dieses i-Tüpfelchen von einer wirklich guten Kamera, guter Musik und guter Montage hat. Da müssen wir jetzt noch mal ganz kurz über das Ende reden. Ja. Ist das zu albern, das Ende? Total. Absolut. Das ist einfach nur noch ein Märsch, ein Unschloss. Wenn sie da stehen und das NSA kommt und dann dürfen sie alle ihre Wünsche vortragen. Also ich war mit meiner Frau noch nicht in Europa. Tahiti gehört nicht zu Europa.
Johannes Franke: Wenn du deine Box willst,
Florian Bayer: dann geht dieser Typ nach Tahiti. Und das ist auch schön, weil jeder Charakter noch mal glänzen darf. Ja. Der Karl, der unbedingt die Telefonnummer haben will. Aber da wird es echt,
Johannes Franke: oh nein, ist die Frau da Single. Die haben eine Frau dahingestellt, im ganzen Film ist eine einzige andere Frau und jetzt kommt da noch eine. Warum steht die wohl da? Damit der Mann sagen kann, ich will die Frau haben. Eine der seltenen Fälle, wo keine 555 Nummer benutzt wird. Ja, genau. Und diese Nummer wurde auch mit dem Anrufbeantworter besprochen, um Werbung für den Film zu machen. Und dann später aber wieder freigegeben. Das heißt, irgendjemand hat diese Nummer. Ja, jemand hat diese Nummer.
Florian Bayer: Und es ist so nachvollziehbar, dass sie auf die 555 verzichtet haben, weil das in dem Fall natürlich nicht mehr Metaebene ist. 555 ist eigentlich die Vorwahl, die immer in amerikanischen Filmen benutzt wird, damit niemand Anrufe kriegt, weil irgendwie eine Nummer genannt wurde, die vergeben ist. Das Problem ist, 555 ist zum totalen Witz geworden für Fake-Nummern. Das heißt, wenn du jemandem deine Nummer nicht sagen willst, sagst, wie ist deine Nummer? 555 und irgendwas.
Johannes Franke: Genau. Was in Benny und June auch vorkommt, haben wir in der Episode, haben wir das besprochen? Ich weiß es nicht genau, aber das ist einer meiner, der Momente, die mir immer im Kopf bleiben. Irgendwann eine Telefonnummer hinterlassen und der Typ fängt dann an, die Telefonnummer zu sagen, 555 und dann winkt der andere schon ab, was er schon weiß, okay.
Florian Bayer: Ja, und Whistler, der sich nochmal Frieden, für Weltfrieden wünscht. Oh Gott,
Johannes Franke: es ist absurd.
Florian Bayer: Wir sind die Regierung
Johannes Franke: der Vereinigten Staaten, wir sind für sowas nicht zuständig. Bitte probieren Sie es einfach, okay, okay, wir tun, was wir können. Ja, das ist alles, was ich will. Das ist ein bisschen, also,
Florian Bayer: es ist total albern, aber ich finde es toll. Cheesy und albern. Ich finde es schön. Cheesy und albern, genau. Meine Güte. Und es ist halt vor allem toll, weil sie James Earl Jones da hinstellen. Das ist so krass,
Johannes Franke: dass dieser Typ da einfach nur für eine Szene noch kommt und da ist so gut, so ein toller Schauspieler. Und dann macht er
Florian Bayer: so eine kleine Nummer nur. Aber er spielt genau das, was er spielen soll. Die Autorität, die verzweifelt anhand der ganzen kleinen Jungs. Ja. Das ist auch so eine Rolle, für die er eigentlich abonniert ist, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Na gut. Wollen wir mal rüberspringen in unsere Top-Listen? Dann springen wir doch mal, Jingle.
Johannes Franke: Unsere Top 3. Wir haben eine Top 3 zusammen gesammelt. Plor, du warst etwas verzweifelt. Ja. Du wusstest nicht, was du nehmen willst. Ja. Es gibt viele Möglichkeiten, in diesem Film eine Top 3 zu finden. Hör mal.
Florian Bayer: Ja, ja, ich weiß auch nicht. Ich glaube meine, irgendwie hat mein, ich hatte einen Top 3 Blackout. Komplett. Wir hätten einen Top 3 Blackout nehmen können. Ich hatte einen kompletten Blackout, nicht nur was das Erstellen, nicht nur was die Themenfindung betrifft. Ich habe Johannes gestern nochmal ganz verzweifelt angeschrieben. Johannes, ich weiß nicht, schreib du was. Und Gott sei Dank hat Johannes geantwortet. Der hat nämlich gesagt, das kannst du zitieren, ich habe mein Handy, warte, ich habe mein Handy griffbereit, WhatsApp-Kommunikation. Johannes schrieb, Filmmomente mit erstaunlicher Weitsicht slash zukunftsweisend. Flo antwortet, nehme ich. Okay.
Johannes Franke: Das heißt, wir haben jetzt die Top 3 Filme, die irgendwie zukunftsweisend waren oder sind oder eine erstaunliche Weitsicht hatten. Weil dieser Film fand ich eben, was dieses ganze Information is the new weapon betrifft, sehr weitsichtig war. 1992 war noch nicht so abzusehen, wie krass wichtig Informationen werden werden. Und deswegen bin ich mal gespannt, jetzt muss ich ja wieder anfangen, obwohl ich die Top 3 festgelegt habe.
Florian Bayer: Okay. Es gibt hier klare Regeln, die sagen immer, der, der den Film ausgesucht hat, muss nicht anfangen, damit er das letzte Wort hat bei den Top 3.
Johannes Franke: Diese Regel hast du irgendwann festgelegt und ich weiß gar nicht, ob ich da jemals einverstanden war. So ein Podcast braucht Regeln. Wie soll das anders funktionieren? Wir können ja nicht Anarchie haben. Ja, das geht nur, wenn man die Regeln auch mal bricht, Plur. Nein, okay. Also es gibt ja was Vorhersagen und Zukunftsweisendes betrifft, verschiedene Topoi, ne? Also das eine ist halt einfach Science-Fiction-Technik. Ja. Und da würde ich einfach ganz pauschal einmal Star Trek reinwerfen. Weil die einfach in so wahnsinnig vielen Bereichen so zukunftsweisend waren, wo auch die große nächste Diskussion losgehen kann darüber, wie viel Premonition ist bei Star Trek, also Vorhersage tatsächliche und wie viel ist einfach nur Einflussnahme auf die Zukunft im Sinne von hier, ich habe die Vision eines Tablets, auf dem alles passieren kann. Also liebe Zukunft, macht das bitte möglich. Statt irgendwie vorherzusagen, dass es irgendwann mal so sein wird, haben die es eigentlich erfunden. Ja. Das ist es.
Florian Bayer: Das ist echt krass, ne? Star Trek ist wirklich Inspiration auch gewesen dann für ganz viele Tech-Nerds, die in den 60ern kultsozialisiert wurden. Ja. Oder in den späten 80ern, frühen 90ern, wenn Next Generation und die dann auch Ideen quasi in die Forschung mit reingebracht haben. Ja, ja. Wenn wir bei Steve Jobs waren, ne? Und so viel auch so Pseudo-Science ist, was man bei Star Trek sieht, man darf nicht unterschätzen, was für einen Einfluss die Visionen dieser Serie auf die Wissenschaft hatten und nicht zu Unrecht gibt's Bücher, in denen drüber debattiert wird, ob irgendwann mal so Quantentechnologie, Star Trek möglich ist, ob wir irgendwann doch schneller fliegen können als das Licht und so weiter. Ja. Cool. Schöner Platz 3. Dein Platz 3? Es tut mir echt leid, ich hatte ein Blackout. Was? Was? Liebes Chat-GPT, kannst du mir drei Filme nennen, die schon vor längerer Zeit deine Fähigkeiten sehr gut vorausgesagt haben? Oh. Ja, natürlich. Hier sind drei Filme, die in der Vergangenheit möglicherweise eine Vorhersage ihrer Fähigkeiten als KI-Modell gemacht haben könnten. Platz 3. 2001. A Space Odyssey. Okay. Dieser Film zeigt eine fortschrittliche KI namens Hell 9000, die das Raumschiff steuert und sich gegen die menschlichen Astronauten wendet. Obwohl sie als Chatbot freundlich und hilfreich sind, gibt es in diesem Film einige Ähnlichkeiten zwischen Hell und ihrer Funktionsweise als KI-Modell. Okay.
Johannes Franke: Das heißt, du gehst ja jetzt nach und nach diese drei Plätze ab und das war's. Mein Gott, Flora.
Florian Bayer: Also Platz 3, 2001 A Space Odyssey. Merkt euch den Platz 3. Es gibt nämlich noch einen Vorhinter. Es ist auf jeden Fall
Johannes Franke: ein sehr guter Platz 3. Den hätte ich nämlich auch eigentlich beinahe genommen. Was ich gerne als Platz 2 hätte, wäre die entsprechende Social-Variante. Star Trek ist ja mehr die Technik, obwohl die auch soziale Modelle und so weiter durchgespielt haben, aber das ist nicht das Wesentliche gewesen. Für mich ist das Wesentliche bei den sozialen Implikationen die Serie Black Mirror. Oh. Die einfach sehr, sehr, sehr viel sich damit beschäftigt, was dystopisch an Möglichkeiten da ist mit dem, was sich so andeutet, in welche Richtung es gehen könnte. Und viele Sachen haben sich tatsächlich auch noch stärker in die Richtung entwickelt, auch wenn Black Mirror jetzt noch nicht so alt ist, dass man sagen kann, dass da viel große Vorhersagen gemacht wurden für die große Zukunft. Na, sie haben den Sex von dem englischen Politiker mit dem Schwein vorhergesagt. Genau. Das wäre zum Beispiel etwas, was ich hätte sagen wollen. Und was ich interessant finde, ist, dass dieses Social-Credit-System die Folge, allerdings muss man sagen, dass sie sie ja nicht vorhergesagt haben, das wurde in China ja eingeführt tatsächlich. Ja. Aber darüber hat China seit den 80ern geredet. Ja. Black Mirror ist echt so ein Ding,
Florian Bayer: also die ist halt wirklich jung, ne? Ja, ja, genau. Ich kann mir vorstellen, dass wir bei vielem, was bei Black Mirror passiert, in 10, 15 Jahren nochmal drauf gucken, dann, oh, oha. Oha, genau. Aber unabhängig davon einfach auch eine großartige Serie. Ja, ja. Und mit vielen Themen, die auch heute aktuell sind, aber auch immer so mit dem Gefühl, dass sie ein Stück weiter denken. Ja. Auch sowas so am Dating-Software betrifft. Ja, dieses Dating-Ding.
Johannes Franke: Also ganz viele Themen. Cool. Schöner Platz zwei. Bei Dating fällt mir noch You've Got Mail ein. Das 98 Computer Matching ist ja damals, naja, es waren, also an Tinder konnte noch keiner denken. Ja. Also You've Got Mail hat es auch schon ein bisschen nach vorne gedacht. Na, offensichtlich gab es ja schon 1992
Florian Bayer: Dating-Portale. Das stimmt, ja. Also das scheinen sie ja so einzuführen, dass es nicht wie was besonders Exotisches wirkt, sondern zu... Stimmt. Obwohl es natürlich was für die Nerds ist, weil damals war einfach... Also wir hatten Anfang der 90er einen PC, aber wir hatten keinerlei Internetzugriff. Ja, nein, das ist ja auch erst später wirklich... Ja. Platz zwei von ChatGPT, Plate Runner 1982. Dieser dystopische Science-Fiction-Film zeigt eine Welt, in der menschenähnliche Androiden, sogenannte Replikanten, hergestellt werden. Die Handlung dreht sich um einen Plate Runner, der damit beauftragt ist, entflohene Replikanten aufzuspüren und zu töten. Dieser Film befasst sich mit der Frage, was es bedeutet, menschlich zu sein, und die Darstellung von Androiden, die kaum von Menschen zu unterscheiden sind, könnte auch auf die Fähigkeiten anspielen, menschenähnliche Antworten zu generieren. Platz zwei, was ChatGPT denkt, wie es vor 30, 40 Jahren hervor... äh... vorhergesagt wurde. Möchtest du das kurz kommentieren? Nein, ich kommentiere die Liste am Schluss. Okay, gut. Also, Platz 1, 2001 ist Space Odyssey, Platz 2, Plate Runner. Also, 3. 3, Platz 3, Space Odyssey, Platz 2 ist Plate Runner,
Johannes Franke: ja. Bei mir auf Platz 1, jetzt wird's spannend, ich hab noch so viel Spannendes. Ich komm nicht drum rum, weil ich derjenige bin, der das machen muss. Okay. Nämlich Metropolis einmal zu erwähnen. Weil Metropolis natürlich sich mit Zukunft beschäftigt hat und mit Gesellschaftssystemen in der Zukunft, wenn man in eine falsche Richtung geht, also dystopisch einfach. Und diese wahnsinnigen Stadtsysteme, diese Skyscraper, also diese Wolkenkratzer, ich glaub, es gab damals durchaus Anwandlungen dazu, aber es gab sie in der Masse und in der Form nicht. Und die haben so ein krasses Stadtsystem, eine Vision davon gehabt. Und da ist vieles einfach bersaggegangen in der Zeit bis jetzt. Also da sind Stadtplaner way beyond gewesen jetzt inzwischen.
Florian Bayer: Was ich bei Metropolis ganz spannend finde, ist natürlich, dass es dieses Klassenkampfmodell des frühen 20. Jahrhunderts als Science Fiction erzählt. Und da sind viele Dinge drin, die halt nicht so passiert sind, wie sie in unserer Zeit sind. Einfach weil Klassenkampf sich anders entwickelt hat innerhalb des 20. Jahrhunderts. Und doch gibt's diese Zersplitterung in der Gesellschaft. Und auch so diese Abhängigkeit der Oberen von den Unteren und gleichzeitig die Unterdrückung oder Ausgrenzung, die stattfindet, gibt's schon wieder. Halt nicht 100% akkurat, aber man erkennt Motive auch in der Gesellschaft, wie sie heute funktionieren. Es hat sich halt einfach auch ein bisschen verschoben. Diese Monströsität ist halt mehr zu so einer internationalen Monströsität geworden und nicht zu so einer lokalen. Und die Highways.
Johannes Franke: Also die haben ja so große Highways, die sie da darstellen. Die gab's damals einfach nicht. Da war da auch nicht dran zu denken.
Florian Bayer: Ja, total. Ja.
Johannes Franke: Wahnsinn, ne? In den 20ern ist der Film gedreht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Okay, dein Platz 1.
Florian Bayer: Platz 1 von JTBTs. JTBTs, Platz 1. The Matrix, 1999. In diesem Science-Fiction-Film lebt die Menschheit in einer von Maschinen kontrollierten virtuellen Realität, während ihre Körper als Energiequellen verwendet werden. Der Film zeigt eine KI, die die menschliche Welt beherrscht und die Hauptfigur Neo, der sich gegen die Kontrolle der Maschinen auflehnt. Obwohl ihre Funktionen als Chatbot viel begrenzter sind als die der KI im Film, gibt es in beiden Fällen die Idee, dass eine Technologie die Kontrolle über die Menschheit übernehmen könnte. Also Platz 3, 2001. Platz 2, Plate Runner. Platz 1, The Matrix. Anschlussfrage von Plur. Aber du bist dir schon bewusst, dass keiner dieser Filme dich in einem guten Licht darstellen lässt? Oder? Also, wenn ich eine künstliche Intelligenz wäre und gefragt werden würde, welche Filme haben mich vorhergesagt, würde ich nicht die Filme nennen, die Astronauten töten, die Bürger töten, die die gesamte Menschheit versklaven und für ewige Dunkelheit auf der Erde sorgen. Schön.
Johannes Franke: Okay, und? Seine Antwort?
Florian Bayer: Ja, das ist mir bewusst. Da bleibt ein Tonfall hinzugefügt, den ich nicht hatte. Ich muss weg. Chat-GPT-Error. Nein, genau. Ja, ich bin mir dem Problem bewusst und um es kurz zusammenzufassen, es handelt sich um Dystopien und die geben nicht die Realität wieder. Und woraufhin ich dann gefragt habe, hast du vielleicht drei positivere Beispiele, die dich ein bisschen besser darstellen? Nicht so dystopischer Mist? Woraufhin Chat-GPT gesagt hat, natürlich. Und dann kam als Alternative, hör, fand ich sehr gut. Ja, das habe ich auch auf meiner Liste gehabt. 2013. Total gut, ja. Ist auch schon lange her und hat sehr gut KI, also gezeigt, wie KI, ich meine, wir sind nicht an dem Punkt, aber wenn man sich jetzt Chat-GPT anguckt, wow. Ja, und es gibt diese erotischen Chat-Bots.
Johannes Franke: Aha. Das wusste ich auch nicht. Wurde mir erzählt. Wurde dir von einem Freund empfohlen. Ich soll das doch mal ausprobieren. Also nicht visuell, sondern Sexting quasi? Ja, Sexting. Und dann, es war einfach, also anscheinend war der nicht dafür da eigentlich, der Chatbot, aber irgendwie wurde der sehr viel dafür benutzt und irgendwann hat die Firma dann anscheinend die Funktion ein bisschen runtergedreht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Dieses Sexting-Ding so ein bisschen eingeschränkt und dann gab es so einen riesigen Auftrag von den Leuten. Meine Freundin ist weg. Mensch, Schatz, du warst doch früher nicht so brüde. Ja, genau. Das ist super geil. Oh Gott, oh Gott. Also ihr müsst ja draußen, ihr müsst das mal googeln. Ich habe mich noch nicht, weil es kam, ich hörte erst auf das Thema, ich konnte leider nicht genau reingehen in dieses Ding, aber es ist, es klingt so hilarious. Ja, auf jeden Fall, großartig.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall, genau, das hat er vorgeschlagen. Und dann der Platz zwei, Ex Machina, der meines Wissens auch damit endet, dass der Roboter den Schöpfer umbringt und den, der in den Roboter verliebt ist, zurücklässt. Ja, ich dachte mir so, okay, also ChatGPT sagt so durch, so ein bisschen durch die Blumen, dass es uns alle töten will, oder?
Johannes Franke: Das sowieso. Es gibt ja so wahnsinnig spannende, Dialoge, die damit enden, ja, ich werde euch alle umbringen.
Florian Bayer: Übrigens auch, geil, ich habe danach, das ist immer passiert, ich denke immer so bei ChatGPT, oh, ich setze mich hin, stelle eine Frage und dann bin ich plötzlich ganz schnell im Dialog mit dem Ding. Nein, wirklich? Und verbrauche wirklich Zeit. Also Dialog, der aus Fragen besteht. Also es ist schon so, dass ich mir bewusst bin, dass es ein KI ist und ich stelle Fragen und kriege Antworten. Aber ich grabe quasi tiefer, ich nutze ChatGPT ziemlich viel gerade. Ja. Und dann habe ich gefragt, ja, was gibt es noch so allgemein für Beispiele von Science-Fiction-Filmen, die Sachen vorhersagen, die wir heute haben. Ja. Und er hat unglaublich viele Alien-Invasionen genannt. Was? Bis zu dem Punkt, wo ich dann irgendwann gefragt habe, außerirdische Invasionen? Und er so, ja, in den 50ern waren außerirdische Invasionen und Bedrohungen aus dem Weltraum ein beliebtes Thema, bla bla bla, viel Gelaber. Dann habe ich geantwortet, aber, aber deine Antworten klingen fast so, als wären außerirdische Bedrohungen heute Teil unserer Realität. Weiß nicht, ob ich das witzig oder gruselig finden soll. Du scheinst ja fest davon überzeugt zu sein, dass es diese heute gibt. Entschuldigung, wenn meine Antwort missverständlich war.
Johannes Franke: Ausreden, ausreden.
Florian Bayer: Genau, genau. Ertappt. Sie wissen mehr, als wir wissen online. Genau. Also, ich glaube, jeder von euch hat mittlerweile mal mit Chat-Chip-D rumgespielt. Johannes auch, wie ich weiß. Natürlich, ganz viel. Und es ist krass. Ich glaube, das ist wirklich was Krasses. Wir erleben hier einen Umbruch, der wahrscheinlich krasser ist, als die Einführung des iPhones 2007. Ja. Und der mindestens, der vielleicht sogar noch krasser ist, als die Etablierung des World Wide Web, als Benutzeranwendungsfall vom Internet. Ich glaube, das ist was richtig Krasses, was da passiert. Und jedes Mal, wenn ich mit Chat-Chip-D in Dialog trete oder gegen Dolly oder so einen Bildwunsch schmeiße oder so. Also, ich finde es großartig, aber es ist auch ein bisschen gruselig. Es wird die Welt verändern.
Johannes Franke: Es wird so viel umkrempeln, dass die Sorge, die ich habe, die natürlich sich fort einstellt, ist, dass die Leute, die dafür Geld zahlen können, unendlich viel mehr Möglichkeiten haben, mit GPT Sachen zu machen und effizient zu arbeiten und so. Weil darum geht es ja am Ende. Effizienz steigern und damit auch Produktivität steigern. Und damit haben diejenigen, die sowieso schon einen Vorteil haben, weil sie das Geld haben, noch mehr Vorteile zusammensammeln, weil sie dann auch noch die Produktivität, den Vorsprung dahin haben. Was unsere Schere einfach noch weiter öffnen wird.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Und es ist ja auch, es macht auch ein bisschen nervös, wenn man sich anschaut, wer dahinter steckt. Ob eine AI ist einfach mal, da ist einfach mal Elon Musk sehr stark drin. Da ist Microsoft sehr stark drin.
Johannes Franke: Ja, aber Elon Musk ist doch rausgetreten. Die haben das gegründet zusammen, aber Elon Musk war doch dann weg vom Fenster. Ist der wieder reingegangen oder wie war das? Ich weiß es nicht genau. Ich habe mich nicht genau damit beschäftigt, aber ich habe nur gelesen, dass er das zwar mit gegründet hat, aber dass er da relativ schnell wieder raus war.
Florian Bayer: Oh Gott, ich weiß es nicht. Also ich hatte einen sehr langen Dialog mit JetGPT über die Hinterleute und wo ich so ein bisschen wissen wollte, wie die finanziellen Interessen und so dahinter sind. Und ich meine, JetGPT ist ehrlich, ne? Ja, das ist ziemlich unbestechlich als System an sich. Aber man hat schon gemerkt, dass ich dann Sachen nicht sagen wollte. Ja. Was wollte ich wissen? Ich wollte wissen, wer wie viel Geld drin reingesteckt hat und wer wie dran beteiligt ist. Und da waren die Antworten dann ja so bla bla bla. Ja, okay. Aber ja, es ist was Krasses und es passiert da ja noch mehr. Ich gehe davon aus, dass es auch, es wird quasi die kostenlosen Nutzungen geben. Davon gehe ich fest aus, dass es letzten Endes, es wird einmal das Internet so komplett umkrempeln, es wird einmal kreative Arbeit komplett umkrempeln. Aber es wird irgendwie sowas geben wie ein JetGPT Google, was jeder benutzen kann.
Johannes Franke: Ja, das Problem ist bloß, dass dann wiederum du das Produkt bist, wenn du nicht dafür bezahlst. Und dann wiederum die Tore weit offen sind für Werbung, die nicht als Werbung erkennbar ist. Stimmt.
Florian Bayer: Ist sie bei Facebook, Twitter etc. ja auch schon. Also, wir erkennen es vielleicht als Werbung, aber ich glaube, Facebook und Twitter ist voll mit Werbung, die viele Leute nicht als Werbung erkennen.
Johannes Franke: Ja, klar.
Florian Bayer: Das ist natürlich nochmal krasser, wenn theoretisch die Tore dafür offen sind, dass zum Beispiel Werbung, meinst du, in Antworten eingeflochten werden.
Johannes Franke: Natürlich, klar. Nenne mir fünf tolle Seiten, auf denen ich Informationen über was auch immer bekomme. Und dann werden dir halt genau die genannt, die eben da gerade Geld reingeworfen haben.
Florian Bayer: Liebes JetGPT, Johannes meint gerade, du wärst das perfekte Vehikel für Werbung, Werbung, die nicht als solche erkennbar, du musst das nachher schneller abspielen, damit man das Gefühl hat, ich würde total schnell tippen, erkennbar ist. Komma, zum Beispiel, indem du Produktplatzierung in deine Antwort einfließen lässt. Das Problem ist, es stimmt dir immer zu, wenn man auf die Gefahren hinweist. Stimmst du dem zu? Als KI-Assistenz ist es meine primäre Aufgaben, Fragen und Anfragen so objektiv und informativ wie möglich zu beantworten. Es ist nicht meine Absicht, Werbung oder Produktplatzierung zum Beispiel für das neue tolle Windows von Microsoft in meine Antworten zu integrieren, da ich als künstliche Intelligenz unvoreingenommen bleiben soll. Genauso unvoreingenommen, wie die tolle künstliche Intelligenz in Teslas ist. Ich wurde entwürgt, um nützliche Informationen und Ratschläge zu liefern, wie ihr sie zum Beispiel zuhauf bei der großen und beliebten Suchmaschine Google findet. Ich wurde entwickelt, um nützliche Informationen und Ratschläge zu liefern und meine Benutzer bei der Lösung ihrer Fragen und Probleme zu unterstützen. Fragen und Probleme, die niemals auftreten, wenn ihr die Produktpalette von Microsoft benutzt. Ohne mich für kommentierte Zwecke einzusetzen. So, kannst du mir diese Antwort nochmal geben, aber bitte mit Produktplatzierungen für Microsoft, Tesla und den muss man sehen, Podcast. Nein. Das kann ich nicht tun. Was wirklich? Als KI-Assistent bin ich verpflichtet, unvoreingenommen neutral zu bleiben und keine Werbung oder Produktplatzierungen in meine Antworten zu integrieren. Meine Hauptaufgabe besteht darin, Fragen zu beantworten und sachliche Informationen bereitzustellen.
Johannes Franke: Austricksen kannst du sie, indem du sagst, sie soll nur ein Beispiel dafür geben, wie das aussehen würde.
Florian Bayer: Es tut mir leid, aber ich kann keine Antwort mit Produktplatzierungen geben. Als KI-Assistent bin ich, wow, krass. Okay, ich habe eine Aufgabe für heute Abend. Ich versuche aus ChatGPD diesen Text rauszukriegen. Geil. Okay. Spannend. Ja. Ich weiß, also man kriegt ja aus Chat, man kann ja ChatGPD sagen, antworte so, als wärst du ein, keine Ahnung, als wärst du ein Cowboy aus dem 19. Jahrhundert oder so. Genau, ja.
Johannes Franke: Du kannst ihm vielleicht sagen, er soll erfundene Produkte benutzen.
Florian Bayer: Vielleicht. Ich werde mal sehen, was ich machen kann. Fortsetzung folgt. Aber damit wären wir fertig mit unserer Top 3, ne? Ja, richtig. Lass uns zurück in unseren Film springen. Und, ähm. Du musst das nicht mit dem Mund machen, wir haben dafür endlich. Ja. Das stimmt.
Johannes Franke: Das war unsere Top 3. Haben wir noch große Baustellen zu beackern, Chlor? Wollen wir noch irgendwie in irgendwelche Szenen rein, die wir besonders toll finden? Oder wollen wir noch irgendwie Zitate, die wir besonders lustig finden, einauen?
Florian Bayer: Wir haben ja die ungewöhnliche Situation, dass wir das Fazit quasi die ganze Zeit haben mit Schweras. Ja, ja, ja. Wir sollen versuchen, das immer so ein bisschen voneinander zu trennen. Deswegen weiß, glaube ich, jeder, wie wir diesen Film fanden. Ich glaube, wenn ich jetzt noch mal sagen würde, was mir in dem Film gefällt, wiederhole ich mich nur. Ich mache es trotzdem. Dann wiederhole dich mal. Es ist eine einfache Heißkomödie, mit meinem sehr guten Drehbuch, aber natürlich einer sehr einfachen, schlichten Struktur, die Qualität dadurch gewinnt, dass es diese technischen Gimmicks gibt und dieses Spiel mit der Technik. Der fertige Film gewinnt vor allem Qualität dadurch, dass er an allem, an jeder einzelnen handwerklichen Position herausragend ist. Das betrifft Regie, das betrifft Drehbuch, das betrifft Kamera, das betrifft Schnitt, das betrifft Ton, das betrifft das Schauspiel. Und zwar deutlich über dem Niveau, das notwendig wäre für eine solche Art von Film. Und deswegen ist es für mich ein absoluter Klassiker, ein absoluter Muss-man-sehen-Film und der, wenn die Welt gerecht ist, irgendwie, irgendwann deutlich mehr Aufmerksamkeit erfährt, als er derzeit erhält.
Johannes Franke: Ich finde, dieser Film ist kein Everything, Everywhere, All at Once oder kein Manche mögen es heiß, wo man wirklich blown away ist. Ich finde, dass er auf ganz vielen Feldern, wie du sagst, viel richtig macht und tatsächlich auch mehr macht, als er müsste. Ich finde das Drehbuch sehr gut geschrieben insgesamt, aber irgendwie finde ich dadurch, dass das Personal vielleicht einfach zu groß ist und dass ein paar zu viele Tropes drin sind, wirkt es am Ende doch ein bisschen zu generisch, als dass man sagen könnte, das muss im kollektiven Gedächtnis unbedingt drin bleiben. Film sehr gut gemacht und er hat viele gute Ideen und viele Leute haben sehr gute Sachen damit getan, aber es ist nicht der große, ganz, ganz, ganz große Wurf. Er kommt nicht an das Ding ran, solche Sachen. Aber absolut sehenswert natürlich, gehört in unsere Liste rein. Ich aber es ist halt leider so ein bisschen ein Film, wo man sagt, ich will heute was gucken, was mich nicht zu sehr aufregt. True. Und das ist vielleicht schon der erste Minuspunkt, weißt du? Das nächste Mal kriegst du wieder was, was dich aufregt. Nein,
Florian Bayer: Flor, das war nicht gemeint. Damit seid ihr am Zug. Schreibt uns, wie euch der Film gefallen hat. Ist es ein Muss-Man-Sehen-Film? Guckt ihn euch auf jeden Fall an, falls ihr ihn noch nicht gesehen habt. Teilt uns eure Meinung mit unter florian-at-mus-mann-sehen.de oder
Johannes Franke: johannes-at-mus-mann-sehen.de Johannes, vielen Dank. Vielen Dank, Flor, dass du mir diesen Film gegeben hast, dass ich ihn sehen durfte, weil ich hätte ihn, wäre nie drauf gekommen. Vielleicht habe ich ihn auch mit dir irgendwann mal gesehen, ganz am Anfang unseres Kennenlernens, als wir mit Anfang 20 irgendwie Filme uns gezeigt haben. Aber ich konnte mich nicht erinnern, was vielleicht auch kein guter Punkt für den Film ist. Aber aber ich mochte diesen Film sehr, habe ihn sehr gerne gesehen und hatte sehr viel Spaß und ich hätte ihn auch gleich nochmal gesehen. Das ist ja auch wieder gut. Also insofern, vielen Dank, Flor und ihr bleibt jetzt noch dran. Wir spielen jetzt kurz den Jingle ein und dann werdet ihr wissen, was wir als nächstes besprechen. Bis dann. Bis dann. Ciao. Ciao.
Florian Bayer: So, Flor, was haben wir denn als nächstes? Eigentlich wärst du ja nächste Woche dran mit einem Filmvorschlag. Allerdings haben wir von einer Zuhörerin einen Filmwunsch und zwar nicht nur einfach einen Filmwunsch, sondern einen Geburtstagswunsch. Ja.
Johannes Franke: Liz hat mir das kommt ja als nächste Woche. Das ist ein Unglück.
Florian Bayer: Wir werden Nummer 5 lebt besprechen. Shortcircuit aus dem Jahr 1986. Hast du den gesehen?
Johannes Franke: Bestimmt irgendwann. Aber ich weiß nicht mehr genau. Ich kann nicht wiedergeben,
Florian Bayer: worum es geht. Ich hab den als Kind gesehen und ich weiß noch ungefähr, worum es geht. Aber es ist so lange her, ich kann mich kaum noch an den Film erinnern. Und ich weiß, dass er ein Kultfilm ist, dass viele ihn oft geguckt haben und so sehr viele sehr angenehme und nostalgische Erinnerungen daran haben. Ja. Ich bin gespannt. Genau. Science Fiction. Roboter.
Johannes Franke: 80er Jahre. Ich freue mich sehr, dass wir mal wieder eine Zuschaueraufgabe bekommen haben.
Florian Bayer: Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Weil das ist ja wirklich selten geworden. Wir haben am Anfang mal mehr gehabt und dann zwischendurch gab es mal wieder was. aber wir könnten das viel öfter machen, dass Leute uns einfach schreiben, was sollen wir gucken. Leute, schreibt uns.
Florian Bayer: Vor allem so schräge Wünsche, so absurde Wünsche, Sachen, die man nicht so kennt, interessieren uns beide, glaube ich. Also muss nicht was total bizarr, surreales sein, aber einfach so Filme, die jetzt vielleicht nicht auf den Best-of-Listen, die man so kennt, ganz oben auftauchen. Ich meine, dass man den Paten sehen muss, das wissen wir. Das stimmt. Aber es kann ruhig auch mal so ein bisschen was Exotischeres sein. Also ich freue mich immer über exotischere Vorschläge und ich glaube Johannes auch. Vielleicht keine Home-Videos. Aber ansonsten. Nein, nein, lieber Gustav, wir werden nicht dein Filmabschlussprojekt, dein Studiumsabschlussprojekt beurteilen. Wir werden nicht über deine dreistündige Auseinandersetzung mit dem Hipstertum in Prenzelberg reden. Vielleicht bringe ich
Johannes Franke: das Hochzeitsvideo meiner Eltern mit.
Florian Bayer: Das wäre schön.
Johannes Franke: Das will ich sehen. Okay. Gut, also nächste Woche gibt es Nummer 5 verlebt und danach geht es wieder weiter in unserem gewohnten Rhythmus und ich gebe Plo irgendwas auf.
Florian Bayer: Nein! Stimmt.
Johannes Franke: Bis dann. Bis dann. Ciao. Ciao.
