Episode 139: Pretty Woman – Ein Hollywood Sexwork-Märchen… Geht das?
Wenn wir von den besten Liebesfilmen der 90er Jahre, ja selbst wenn wir von den größten Liebesfilmen aller Zeiten reden, kommen wir an Pretty Woman mit Julia Roberts nicht vorbei.
In unserem Gespräch werfen wir einen Blick auf moderne Märchen, auf den Umgang Hollywoods mit Themen wie Sexwork und Prostitution. Wir schwelgen in unseren Erinnerungen an diesen Romantik-Klassiker, versuchen aber auch seine dunklen Seiten zu durchleuchten. Könnte diese Geschichte so heute überhaupt noch erzählt werden? Wie stehen wir zum Thema Sexwork, und funktioniert eine romantisierte Märchenerzählung made in Hollywood dazu überhaupt?
Transkript
Um den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern und um eine Volltextsuche nach Themen zu ermöglichen, haben wir beschlossen unsere Gespräche auch als Transkription zur Verfügung zu stellen.
Allerdings muss man dazu sagen, dass die heutigen Techniken automatisiert Transkriptionen herzustellen, doch immer wieder an ihre Grenzen stoßen und streckenweise unlesbare Texte hervorbringen. Eine händische Korrektur der Texte, ist ein Aufwand, der die Möglichkeiten dieses Podcasts bei weitem übersteigt. Trotz dieser Nachteile, überwiegen für uns die Vorteile einer (wenn auch fehlerhaften) Verschriftlichung.

Sie können das Transkript aktivieren und mitlesen, indem sie oben im Player auf dieses Symbol klicken.
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 139: Pretty Woman – Ein Hollywood Sexwork-Märchen… Geht das? Publishing Date: 2023-08-30T15:00:58+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/08/30/episode-139-pretty-woman-ein-hollywood-sexwork-maerchen-geht-das/
Johannes Franke: Aber auch hier, die andere Seite ist, dass du vielleicht dann als junges Mädchen diesen Film siehst und denkst, ach das ist das, was ich machen muss. Okay, verstehe. Ich muss charmant irgendwie in der Gegend rumstolpern und sagen, ich habe keine Ahnung, helft mir.
Florian Bayer: Willkommen in Hollywood, im Land der Träumer, wo alle träumen.
Johannes Franke: Ich muss nicht gleich. Ich muss es gleich raushauen. Ich liebe diesen Film, aber ich hasse ihn abgrundtief.
Florian Bayer: Das wird so spannend, darüber zu reden. Pretty Woman 1990, darüber reden wir heute, um das ganz kurz einmal gesagt zu haben, bevor wir anfangen, jetzt schon rumzureden. Ich glaube... Die Freude an diesem Film steht und fällt ein bisschen mit der Frage, wie stehst du zu dem Thema Sexwork slash Prostitution? Und zwar in gesellschaftspolitischer Hinsicht, nicht unbedingt in individueller Hinsicht. Das heißt, wir werden wahrscheinlich auch ein bisschen in diesem Podcast eine ethische Debatte zum Thema Prostitution haben.
Johannes Franke: haben oder zumindest anreißen. Sind wir schon mittendrin? Nein, wir begrüßen unsere ZuhörerInnen da draußen.
Florian Bayer: In Hollywood, im Land der Träume, verdammt nochmal. It's a fairy tale, deal with it. Und jeder träumt, manche Träume werden wahr, manche werden nicht wahr. In diesem Film werden Träume wahr. Und wie und auf welche Weise, das werden wir heute herausfinden.
Johannes Franke: Wir werfen uns jede Woche gegenseitig Filme, also einen Film die Woche an den Kopf und hoffen, den Horizont des anderen zu erweitern. Im Idealfall mit einem Film, den der andere noch nicht gesehen hat. Aber wir haben diese Woche einen Film, in dem man einfach nicht drum rumgekommen ist.
Florian Bayer: Vor allem, wenn man in den 80ern geboren wurde oder in den 90ern sozialisiert wurde. Ein Liebesfilmklassiker aus dem Jahr 1990, großer Kassenschlager. Unfassbar viel eingespielt. Bei einem großen Budget für einen Liebesfilm von 14 Millionen hat er 463 Millionen im Boxoffice gemacht.
Johannes Franke: Was für ein krasses Ding für den Autoren. Ja, total. Der ja total am struggeln war, als er das Ding geschrieben hat und auch ganz anders geschrieben hat, als der Film jetzt ist.
Florian Bayer: Und was für ein krasses Ding für alle Beteiligten, vor allem Julia Roberts, das war ihr großer Durchbruch. Absolut krass.
Johannes Franke: Ja, zwei Sachen hat die vorher gedreht und eine davon war noch nicht mal veröffentlicht und das war überhaupt nicht abzusehen, dass die wirklich das krasse Ding ist.
Florian Bayer: Und auch was für ein krasser Film für den Regisseur, Garry Marshall, der damit quasi einmal so zementiert hat, seinen Ruf der Lieblings- Liebesfilmregisseur der 80er und 90er Jahre zu sein und dann ja auch in der gleichen Besetzung, also mit Richard Gere und Julia Roberts, Gut zehn Jahre später, nicht ganz zehn Jahre später mit Runaway Pride, beziehungsweise die Braut, die sich nicht traut, nochmal einen Liebesfilm gemacht hat. Ist es eine Rom-Com? Ist Pretty Woman eine Rom-Com oder eher ein Liebesfilm? Um damit mal zu starten. Ich habe ein bisschen drüber nachgedacht. Ich finde, er hat zu wenig Humor. wie Slapstick und Albernheiten, um eine Rom-Com zu sein.
Johannes Franke: Ja, das haben die Leute von Disney nicht geschafft, noch genügend hinein zu quetschen, auch wenn sie versucht haben, einiges an diesem Buch zu machen. Aber wahrscheinlich ist Ihnen dann doch aufgegangen, dass der Stoff einfach eine gewisse... Albernheit dann doch nicht verträgt.
Florian Bayer: Ja. Es gibt ja die witzigen Momente. Er hat halt diese Feel-Good-Atmosphäre. Ja, voll. Aber Humor findet man relativ wenig dafür drin, ne?
Johannes Franke: Es ist mehr der alltägliche kleine Humor, der zusammenhängt damit, dass zwei Menschen einander lieben lernen. So kleine Sachen, wie Julia Roberts einfach den Film durchkichert, weil sie Sachen irgendwie süß findet. oder Lust hat an bestimmten Situationen.
Florian Bayer: Dann können wir ja gleich mal mit einem Review-Zitat einsteigen, das ich total toll fand, das den Film wirklich super zusammenfasst. Okay. This is a movie filled with people doing reaction shots to Julia Roberts.
Johannes Franke: Es stimmt.
Florian Bayer: Dieser Film lebt davon, dass Julia Roberts großartig ist. Und Leute auf sie reagieren auf unterschiedliche Art und Weise.
Johannes Franke: Ja, und ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich gleich am Anfang sagen musste, ich liebe diesen Film. Weil ansonsten gibt es wirklich viele Sachen, wenn man anfängt darüber nachzudenken und das werden wir in diesem Podcast. Die wirklich schwierig sind.
Florian Bayer: Ja, werden wir drüber reden. Ich würde dem ganzen ein Fragezeichen geben. Ich finde es deutlich weniger schwierig, als ich erwartet hatte. Ich habe eigentlich... Ich habe den Film schon sehr lange nicht mehr gesehen.
Johannes Franke: Ja, ich auch ganz lange nicht.
Florian Bayer: Ich habe erwartet, dass ich so darauf reagiere, wie du gerade darauf reagiert hast, dass ich sage, ich habe Einmal ganz viele nostalgische Gefühle dafür, weil ich ihn in jungen Jahren gesehen habe und sehr gemocht habe. Und ich sehe das ja hervorragend. hervorragend ist, aber unglaublich manipulativ und das ist schändlich und was sie da alles machen und wie sie romantisieren und so. Und dann stellt sich heraus, das ist gar nicht so, das ist gar nicht so krass, wie ich es erwartet hätte.
Johannes Franke: Ja, also sie romantisieren ja nicht so wahnsinnig viel, sondern sie lassen einfach weg.
Florian Bayer: Sie lassen weg, aber sie thematisieren auch so ein bisschen, wie es in dem Rahmen möglich ist und sie... Und dann sind wir wieder bei der ethischen Frage, zu der wir gleich kommen müssen. Wir dürfen nicht mit der Tür ins Haus fallen. Punkt ist, Das Ding wurde von Touchstone-Films inszeniert, die seit 1984 die Disney sind. 1984 gegründet von Disney, um erwachsenen Filmen ein Haus zu geben, beziehungsweise was bei Disney halt erwachsen heißt, die G-13. Ja. Und weil die haben davor schon Filme gemacht, die ein etwas älteres Zielpublikum hatten, aber irgendwie wollten sie das Ganze mal bündeln. Und dementsprechend war das Ganze immer unterm Disney-Dach, was auch dazu geführt hat, dass zwei... Wichtige Personen von Disney, und zwar einmal Laura Ziskin, Produzentin bei Touchstone, Katzenberg, damaliger Chef von Disney, gesagt haben, dieser Film darf nicht so stattfinden wie ihn, um diesen Namen jetzt auch noch zu sagen, Jonathan Frederick Lawton sich eigentlich gedacht hat. Was hat sich denn der Herr Lorden gedacht?
Johannes Franke: Der hat sich gedacht, das wird nie jemand verfilmen. Ich hau das mal raus als Schriftprobe und ahne nicht, dass Disney tatsächlich sagt, oh ja, gut, nehmen wir. Der hat wirklich nochmal gefragt, habt ihr den richtigen Film gelesen? Habt ihr das Drehbuch wirklich gelesen? Ihr wollt das haben.
Florian Bayer: Es ist ein düsteres Drama, was er da entworfen hat.
Johannes Franke: Ja, volle Kanne.
Florian Bayer: Es geht, wie auch später im Film, um die Beziehung zwischen einer Prostituierten und einem Geschäftsmann. Allerdings ist die Prostituierte drogenabhängig.
Johannes Franke: Ja, und es gibt durchaus Schwierigkeiten zwischen den beiden. Also es gibt diese Szene, wo sie sich die Zähne nochmal flosst. Und eigentlich ist das eine Szene, wo sie tatsächlich Drogen nimmt, also im ursprünglichen Skript. Und am Ende landet sie mit ihrer Freundin, die auch in dem Film vorkommt. In einem Bus nach Disneyland, aber zugekokst und mit Drogen oben voll.
Florian Bayer: Das originale Skript wurde irgendwann geleakt. Das gibt es, man kann dann nachlesen und es ist nicht nur die Grundstory, wo man schon merkt, okay, das ist anders, als das, was später rauskommt. rausgekommen ist. Es sind auch so die Dialoge, die deutlich mehr Schwere haben. Es ist deutlich mehr Drama drin. Es ist deutlich mehr Problemfilme und deutlich weniger Märchen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil das, was dann letzten Endes rausgekommen ist, ist die Geschichte, die wahrscheinlich auch viele, die jetzt diese Episode hören, kennen werden, deswegen nur einmal ganz kurz umrissen. Vivian ist eine Prostituierte, offensichtlich noch nicht lange im Business und sie... reist einen Geschäftsmann auf, und zwar Edward, der unterwegs ist zu seinem Hotel und sich in Hollywood hoffnungslos verfahren hat. Er will eigentlich nur, dass sie ihm den Weg dahin zeigt, aber ist dann doch irgendwie angetan von ihrem Charme? und nimmt sie mit in sein Hotel. Und nachdem sie sich dann nach einigen Preisverhandlungen auf eine Nacht für 300 Dollar geeinigt haben, beschließt er, Er würde sie eigentlich gerne für die ganze Woche buchen, weil er eine Begleitung braucht für seine diversen Geschäfts... Termine, die er hat. Er ist nämlich nicht nur Businessman, sondern er ist so ein typischer Juppie-Finanzhai, der Konzerne aufkauft.
Johannes Franke: So wie du das jetzt schon formulierst, frage ich mich echt, wo dein Fragezeichen an der Problematik des Films hängt. Ja. Weil jetzt schon klar ist, okay, es ist einfach ein Arschloch hier, wie der eine Frau mitnimmt.
Florian Bayer: Ein Arschloch-Juppie, den Redemption-Ark kriegt. Wovon wir viele haben in der Filmgeschichte.
Johannes Franke: Ich möchte ja aber gerne einen neuen Begriff dafür etablieren. Es ist keine Redemption Arc, sondern es ist eine Redemption 180 Grad Drehung ohne irgendeine Arc drin.
Florian Bayer: Stimmt, A gibt es relativ wenig, aber es ist natürlich die Liebe zu den einfachen Dingen. Ja toll. Die ihn ein anderes Bewusstsein dafür entwickeln lässt, was er macht.
Johannes Franke: Vielleicht sagen wir Redemption Hammer. Wie wär's damit?
Florian Bayer: Redemption Hammer nehm ich. Trifft sehr gut. Trifft auch sie. Haben wir sehr viel und sehr oft in Hollywood.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann ist es halt ein klassischer Liebesfilm, die verbinden die Woche zusammen und sie verlieben sich irgendwann ineinander, was peu à peu erzählt wird, was relativ... also meiner Meinung nach nicht relativ sehr gut erzählt wird in der Handlung.
Johannes Franke: Ja, glaubwürdige Entwicklung.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber innerhalb von fünf Tagen, man muss das schon sagen.
Florian Bayer: Innerhalb von fünf Tagen. Sie verändern sich beide in der Woche. Sie kriegt ein volles Makeover, die berühmte Pretty Woman Montage, wie sie in Hollywood rumläuft und Shopping, yeah. Und Konsum. Und er kriegt einen freien Tag. Er kriegt mal Zeit, was anderes zu machen, als die ganze Zeit über Geschäfte nachzudenken. Was deutlich romantischer erzählt wird als ihr Makeover.
Johannes Franke: Ja. muss ja auch sagen, wo kommt man her? Sie macht ja den Aufstieg zum Kapitalismus. Das kann man nicht so romantisch erzählen.
Florian Bayer: Und er macht den Abstieg zur Romantik, zur traditionellen Zweierbeziehung. Und dann am Schluss gibt es natürlich auch Konflikte, die vor allem damit zusammenhängen, dass er... sich scheiße benimmt, dass sie dann aber auch irgendwie feststellen, das endet so nicht, Märchen enden so, aber unsere Geschichte endet so nicht. Und dann gibt es aber das große romantische Finale, das zeigt doch diese Geschichte Ende zu.
Johannes Franke: Meine Güte.
Florian Bayer: Und du hast schon deinen Take rausgehauen. Du liebst den Film und du hast ihn. Ja.
Johannes Franke: Ja, ich finde, das muss man gleich am Anfang sagen, weil wir müssen ja auch wissen, wo wir uns hier lang hangeln. Gerade bei diesem Film. Alles, was ich jetzt an Kritik raushauen werde... spüre ich null, während ich den Film gucke. Während des Films guckens denke ich die ganze Zeit, oh wie schön.
Florian Bayer: Manipulatives, kapitalistisches Machwerk ist dieser Film. Ja. Wir müssen es machen. Ich glaube, das ist auch ganz wichtig, um zu sehen, wo wir herkommen. Wir müssen einmal über Prostitution reden. Okay, gut. Ein großes kontroverses Thema auch in linken und auch in feministischen Kreisen. Also es gibt halt einfach mal so diesen... Zwiespalt zwischen Abolitionismus und Empowerment, könnte man am ehesten sagen. Hast du eine Haltung? Hast du eine starke Haltung? Hast du eine schwache Haltung? Bist du unsicher?
Johannes Franke: Ich finde, ich sollte keine Haltung haben dazu. Keine große, keine starke zumindest.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil mich betrifft das nicht. Ja. Ich bin nicht derjenige, der es beurteilen sollte. Ich sollte niemandem sagen, aber Position ist doch super, weil... Oder ich sollte niemandem sagen, nee, das darfst du auf gar keinen Fall machen, weil... Das ist nicht mein Ding. Ich darf nicht eingreifen in ein Leben, das andere betrifft. Was ich machen könnte, ist Leuten dabei helfen, ein besseres Leben zu führen, innerhalb dessen, was sie machen wollen. Ich muss auf andere hören. und ihnen dann vielleicht Leiter sein. Alles andere kann ich nicht richtig beurteilen und ich würde, wenn ich in die eine Richtung argumentiere, in einer anderen Richtung genauso in die Magengrube treten wie andersrum.
Florian Bayer: der anderen Seite auf. Ich verstehe total deinen Punkt, dass dazu was schwer zu sagen ist, weil du als Mann auf eine Frauenperspektive blickst. 90 Prozent der Prostituierten sind Frauen. oder der Sexworkerin, das ist ja schon was, da fängt schon die Wertung an. Genau, ich würde gerne Sexworker nehmen. Versus Sexworker und das bringt auch schon so diese Konfliktlinien, diese Pole ganz gut zusammen, weil Prostituierte sagen die, die sagen, es ist grundsätzlich ein dreckiges Business, es ist grundsätzlich Gewalt, es ist grundsätzlich sexueller Missbrauch. und sollte verboten werden, während die sagen, dass die den Begriff Sexworker benutzen, sagen, okay, es gibt aber auch eine andere Seite davon und es gibt auch Fragen, Frauen, die das selbstbestimmt machen und wir können denen das nicht verbieten. Aber wir kommen nicht von der weiblichen Perspektive, wir kommen von der männlichen Perspektive. Also beurteile doch mal, die männliche Perspektive soll ein Mann sich Sex erkaufen dürfen. Das ist deine Perspektive.
Johannes Franke: Ich finde, dass es aus der männlichen Perspektive... Und auch aus der weiblichen Perspektive, wenn sie denn die Kundenseite ist, durchaus Fälle gibt, in denen das okay ist. Das hat dann aber mehr mit... therapeutischen Dingen zu tun. Da gehen wir fast schon in Richtung therapeutischer Maßnahme. Es gibt sehr viele Sexworkerinnen, die Menschen mit Behinderungen begleiten. Und berufsnahe Seiten, Leute, wo man vielleicht nicht unbedingt will. diagnostizieren würde, wo es aber tatsächlich trotzdem etwas ist, was sei es sozial oder eben einfach psychischer Gesundheit förderlich eine Seite gibt, die das notwendig macht. Wer bin ich zu beurteilen, wer das braucht? Das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Wie will man das einsortieren?
Florian Bayer: Da fangen wir ja schon bei diesem Spektrum an. Du sagst, okay, ein Autist zum Beispiel hat Schwierigkeiten mit Frauen zu reden und es Und deswegen fällt es ihm leichter, wenn er seine Bedürfnisse befriedigen will, dafür einfach Geld auf den Tisch zu legen, weil es dann ein klares Geschäft ist. Also um mal so ein Beispiel zu nennen. Aber es gibt natürlich auch Menschen, die nicht auf dem Spektrum sind, die aber trotzdem aus welchen Gründen auch immer Schwierigkeiten damit haben, Kontakt zu Frauen zu finden, irgendwie Sexpartnerinnen zu finden. für die das dann natürlich auch eine Möglichkeit ist, das wahrzunehmen.
Johannes Franke: Meine männliche Perspektive ist, dass ich glaube, dass wir viel besser beraten sind, wenn wir aus der Schmuddelecke rauskommen, was ja auch die Tendenz ist. Und das als sehr klaren und reglementierten, weil wir Leute schützen müssen, Bereich sehen, der klare Räume dafür schafft, sodass bestimmte Sachen, die im kriminellen Bereich sich dann eben wiederfinden, einfach weniger passieren oder möglichst nicht mehr passieren, aber da kommen wir wahrscheinlich nicht so gut hin.
Florian Bayer: Es ist halt auch schwierig. Du kannst natürlich die juristische Beurteilung nicht von der moralischen trennen. Ich kann juristisch wirklich wenig dazu sagen, weil ich das Gefühl habe, es ist ein unfassbar kompliziertes Feld. Und es kann unfassbar viel falsch gemacht werden, wenn man es versucht richtig zu machen. Deswegen gibt es ja auch diese verschiedenen Modelle und die Staaten, die es unterschiedlich handeln. Und es gibt ja sehr viel Kritik an der Gesetzgebung, wie sie gerade in Deutschland stattfindet.
Johannes Franke: Jaja, voll.
Florian Bayer: Vor allem auch aus der Richtung, dass okay, Deutschland versucht es irgendwie zu reglementieren, hat es aber voll verbockt und Der Großteil der Prostituierten oder der Sexworkerinnen in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Das heißt, wir haben hier auch das Problem der Migration, Menschen in Armut. Wenn wir davon reden, dann reden wir halt von einem unglaublich hohen Dunkelfeld von Frauen, die mehr oder weniger stark gezwungen sind, sei es aus wirtschaftlichen Gründen, sei es aber auch tatsächlich aus purer Existenznot. Oder sei es eben aus tatsächlichem Zwang, den es ja leider auch gibt, so die krasseste Form, dass sie quasi nach Deutschland gelockt wurden mit Versprechen auf... auf Arbeit, auf Hilfe, auf irgendwie eine Lebensperspektive und dann in die Prostitution gezwungen wurden.
Johannes Franke: Wir sind etwas in einem Feld, das wir nicht trennen können von allen anderen gesellschaftlichen Problemen, die wir haben, weil Leute, die sich... aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sehen, da hineinzugehen, könnten... sie abgefangen sein, wenn wir ein System hätten, in dem es diese extreme Armut nicht gibt.
Florian Bayer: Ja, es betrifft halt sehr viele Jobs und es betrifft auch Jobs, die und das ist Es geht nicht um Relativierung davon, von Sexarbeit. Sexarbeit ist natürlich, also jeder spürt irgendwie so vom Gefühl her, dass das nochmal was anderes ist. Wenn wir von Sexarbeit reden, reden wir von was anderem als von Gebäudereinigung. Aber trotzdem gibt es ja auch sehr viele Menschen, die zum Beispiel in der Gebäudereinigung arbeiten. Und die da einen Knochenjob machen und für den Hunger lohnen. Und wenn du die fragen würdest, die auch sagen, ey, ich würde lieber was anderes machen, aber ich sehe mich gezwungen dazu, ich muss meine Familie ernähren.
Johannes Franke: Gott sei Dank haben die dann meistens, in den meisten Fällen keine traumatischen Erlebnisse, die sie dann...
Florian Bayer: Das kommt halt mit hin, dass Sexarbeit immer dieses Risiko der Traumatisierung hat. dass sexuelle Gewalt, dass es einfach was ist, was in diesem Job deutlich häufiger stattfindet als in anderen Jobs, wo es auch Machtgefälle gibt.
Johannes Franke: Ich möchte nicht ausschließen, dass es ein völlig... legitim kriminell freien Raum gibt, in dem ganz normal Hier, ich habe Geld mitgebracht, ich nehme dich als Mensch wahr und wir machen das wie zwei erwachsene Menschen und alles ist in Ordnung und für beide Seiten vollkommen cool. Will ich nicht ausschließen. Die Statistik sagt halt, dass die Häufigkeit eines Problemfalls... der irgendwo abdriftet in eine Richtung, die einfach richtig scheiße ausgeht für einen von beiden, dass die Statistik einfach... da ein Risikogebiet sieht. Und wie kriegen wir das in den Griff? Das ist halt die Frage.
Florian Bayer: Das ist wirklich eine schwere Frage. Ich finde es gerade voll öde, dass wir offensichtlich auf einer Linie sind, was das betrifft. Es ist ein unglaublich komplexes Feld. Vielleicht um so einen Grundsatz-Take nochmal rauszuhauen. Ich glaube in einer Welt, in der wir irgendwie sowas haben wie Handel. in der wir sagen, Handel ist etwas, was per se nicht schlecht ist. Wir müssen gar nicht eine große Kapitalismus-Diskussion draus machen. Sondern grundsätzlich, dass wir haben, jemand bietet eine Ware oder eine Dienstleistung an und erhält dafür einen Lohn. In einer Welt, die so funktioniert. Und ich glaube, es ist gut, dass unsere Welt so funktioniert. Ich glaube, das ist durchaus ein Gesellschaftsmodell, was ich bevorzuge mit... Es darf mehr Sozialismus sein, aber grundsätzlich ist es nichts Verkehrtes. Und das ist auch was Kapitalistisches. Das ist grundsätzlich nichts Verkehrtes. Und ich glaube, in so einer Welt muss es auch möglich sein, dass man sagt... Sex ist auch eine Dienstleistung wie eine Massage oder Pflege und so weiter. Sprich, ich muss die Möglichkeit haben, diese Dienstleistung anzubieten und dafür eine Gegenleistung anzunehmen. Das muss nicht verboten werden.
Johannes Franke: Das stimmt. Das würde ich auch sagen. Die Staaten, die das verbieten, haben halt das Problem, dass sie keine andere Lösung gefunden haben. Und ich glaube, dass die Staaten, die das verbieten, auch nicht der Meinung sind, dass man es einfach verbieten muss, sondern dass sie einfach denken, okay, ich bin jetzt gezwungen, weil wir einfach keine andere Möglichkeit mehr gesehen haben. Allerdings passiert dann natürlich alles Mögliche unterm Radar und ist auch nicht geil.
Florian Bayer: Das Problem vor allem, also es gibt ja dieses nordische Modell, das es offensichtlich anders machen soll. Oder anders machen will, dass sie eben sagen, okay, die Sexworkerinnen sind nicht die, die in der Illegalität leben, sondern die Frauen, Die Kunden werden belangt. Das finde ich erstmal attraktiv, wobei ich das Gefühl habe, dass das letzten Endes gar nicht so viel ändert, sondern dass das einfach versucht, dieses Misogyne von krassen Abolitionismus rauszunehmen. Aber letzten Endes dann beim selben rauskommt, dass halt einfach das Sexwork illegal ist.
Johannes Franke: Ich glaube, dass es im Einzelfall in kleinen Punkten durchaus eine Besserung darstellt. Also in einzelnen Fällen, in denen man sagt, ja toll, jetzt kann ich nicht mehr arbeiten oder was, sondern sagen zu können, okay, der darf halt nicht mehr Kunde sein.
Florian Bayer: Aber das Ergebnis ist ja auch, dass Sexworkerinnen nicht mehr arbeiten können, weil es vermeintlich dann keine Kunden mehr gibt. Wenn die Kunden nicht wollen, nicht können, wollen.
Johannes Franke: Ja, da gibt es ganz viele Fälle, die man auseinandernehmen könnte und so, wo man Argumente für beide Seiten finden könnte. Ich habe mal einen langen, langen Podcast dazu gehört, zu diesem nordischen Modell und da gab es echt Leute, die das absolut verteufelt haben und Leute, die es total heilig gesprochen haben. Es gibt einfach Argumente. auf beiden Seiten, die absolut legitim sind.
Florian Bayer: Was auf jeden Fall besser ist an diesem nordischen Modell ist eben, dass es nicht so ist wie in vielen anderen Staaten, wie zum Beispiel auch in den USA. Und wir reden hier über einen Film, der in Amerika stattfindet. der 90er Jahre, dass Prostitution, Sexwork in den meisten Staaten verboten ist und dass die Kriminalisierung ganz eindeutig bei den Frauen ansetzt. die Frauen werden kriminalisiert. Und das spielt ja auch eine große Rolle oft beim Verbot davon, dass es eben nicht die Männer sind, die es abkriegen, sondern dass Das sind die Frauen, das sind die Verbrecherinnen, das sind die, die dann festgenommen werden und im Gefängnis landen und so weiter, während die Männer fein davon kommen.
Johannes Franke: Meine Güte, echt. Aber das ist sehr in line mit vielen Sachen, die gerade in Amerika auch passieren. So was so Abortion Rights und so weiter betrifft. Ja, total. Voll.
Florian Bayer: Und genau, in diesem Amerika-, aber in diesem Setup in Kalifornien spielt der Film und da ist Prostitution, Sexwork illegal. Also wir haben...
Johannes Franke: Aber das weiß ich zum Beispiel aus dem Film nicht unbedingt.
Florian Bayer: Nein, überhaupt nicht. Und ich weiß auch nicht, Ich kenne mich damit zu wenig aus mit dem amerikanischen Rechtsalltag, wie das gehandhabt wird.
Johannes Franke: Habe ich jetzt so gerne gehabt. Wenn der Film einfach damit endet, dass ein Polizist vorbeikommt und sagt, jo, dann kommen Sie mal mit Frau Roberts.
Florian Bayer: Personalien werden aufgenommen.
Johannes Franke: Und Richard Gere sitzt da und sagt, ja, ich hätte hier noch 100.000 rumliegen, nehmen Sie die doch auch gleich mit, dann nehmen Sie mich nämlich nicht mit. Hahaha. Damit ist der Film zu Ende und wir denken alle, okay Gott, money solves everything.
Florian Bayer: Aber damit kommen wir wieder in diesen Film. Und dann nochmal meine Aussage von eben aufzugreifen. Wenn es eine Welt gibt, grundsätzlich, wir sagen, es muss nicht grundsätzlich etwas Falsches sein, diese Arbeit zu machen. Sprich Dienstleistung, Sex für Geld. Dann muss es auch möglich sein, ein Märchen zu erzählen, Indem das auf diese Art geschieht, in der dieses Verhältnis auch romantisiert wird. Und ich glaube, nichts anderes macht dieser Film.
Johannes Franke: Was ist mit dem ganzen Geld?
Florian Bayer: Wie mit dem ganzen Geld?
Johannes Franke: romantisiert wird ja, also mir ist egal, ob der romantisiert, ob das eine Sexworkerin ist oder nicht, aber Der Film erzählt einem, dass es als Frau einen reichen Typen finden muss, der dich dann mit Geld zuscheißt. Nein. Und du dann die ganze Zeit sagst, oh ja, und jetzt gehe ich da einkaufen, jetzt mache ich das.
Florian Bayer: Es gibt einen sehr guten Grund dafür, warum ihr Makeover so lustig und viel gut und Spaß haben und einkaufen erzählt. während das eigentliche Makeover später stattfindet. Und das ist eigentlich die Erlösungsgeschichte, die Geschichte von jetzt geht's den Menschen besser. Weil sie läuft nachher wieder, klar, sie ist nachher schicker, aber sie ist am Ende des Films näher an dem dran, was sie vorher war, vom Charakter. als Richard Gere, der eigentliche Makeover, findet bei Edward statt. Edward verändert sich. Das ist das viel Wichtigere. Weil da geht es an die Persönlichkeit. Ja, natürlich.
Johannes Franke: Aber das Problem ist, dass diese Geschichte völlig unglaubwürdig erzählt wird.
Florian Bayer: Es ist ein fucking Märchen. Das ist eine Unglaubwürdigkeit, die ich total akzeptiere in diesem Märchen-Setting.
Johannes Franke: Ja, das ist halt das Problem, weil ich eben... Da es dem nicht so richtig folgen kann im Sinne von ich werde gut weitergeführt, halte ich mich halt an die andere Geschichte. Deswegen komme ich die ganze Zeit nur bei dem Geld an. Weil natürlich hast du recht, eigentlich wäre das schöne Makeover bei ihm, wenn der Film das so schön erzählen würde.
Florian Bayer: Aber sein Makeover, wir haben dieses diesen einen Moment, wenn sie mit ihm dann rausgeht und sie verbringen einfach einen Tag im Park. Sie lesen zusammen, sie gehen barfuß über die Wiese. Sie haben einfach Spaß zusammen. Und er stellt fest, dass es noch mehr gibt, als die ganze Zeit in diesen Geschäftsräumen zu sitzen und Menschen über den Tisch zu ziehen. Es ist wunderschön. Also...
Johannes Franke: Auch wenn du vorhin gesagt hast, das ist keine Komödie in dem Sinne. Ich habe sehr viel gelacht in dem Film. Und zwar über die ganzen unbeholfenen Szenen, die sie eingebaut haben. Oh, und dann gehen sie also auch noch in die Oper und sie finden es total toll. Eigentlich die ganze Zeit ein sehr zivilisierter Mensch und sie wird dargestellt vorher als runtergekommen.
Florian Bayer: Ach so, runtergekommen ist sie am Anfang aber auch nicht. Sie erzählt. Sie ist wild, aber sie ist nicht runtergekommen. Dass sie clever ist, das wissen wir von Anfang an. Spätestens wenn sie am Auto steht von Richard Gere und sagt, ah, das ist doch ein... Mustang und der funktioniert auch so und so. Pass auf, ich helfe dir. Ich weiß, wie man das Ding fährt. Da merken wir, dass sie extrem clever ist.
Johannes Franke: Natürlich ist sie extrem clever, aber das ist das, worauf sich der Film dann ausruht. Weil er im Grunde nur alles das, was sie ja sowieso schon hat... Im reichen Milieu erzählt nochmal.
Florian Bayer: Und vielleicht nochmal zum Thema Glaubwürdigkeit. Doch, ich finde es glaubwürdig und zwar einfach, weil... Die Chemie zwischen Richard Gere und Julia Roberts. Ich bin kein Richard Gere Fan. Die Chemie zwischen Richard Gere und Julia Roberts. Ist möglicherweise die beste Chemie, die ich je in einem Hollywood-Liebesfilm gesehen habe. Zwischen dem Paar. Im Paar. Innerhalb. Im Paar.
Johannes Franke: Weißt du was?
Florian Bayer: Zwischen den beiden.
Johannes Franke: Ich geb dir recht. Aber ich gebe dir anders recht, als du denkst. Ich habe die ganze Zeit während des Films, ich habe es auch laut gesagt, weil ich es einfach nicht fassen konnte. Ihr habt gesagt, die Chemie zwischen Richard Gere und Julia Roberts ist ja phänomenal. Allerdings geht sie nur von Julia Roberts aus.
Florian Bayer: Nein! Nein! Das stimmt nicht. Also Julia Roberts spielt Richard Gere an die Wand. Auf jeden Fall. Für 100%. Julia Roberts 300%. 3000%ig. Aber Richard Gere macht das, was er machen muss. Diese Mischung aus leicht pikiert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Nie genervt. Sondern immer amüsiert und auch irgendwie überrascht von ihrem Verhalten. Und das macht er genauso, wie er es machen muss und deswegen funktioniert das voll gut.
Johannes Franke: Es gibt ja diese Anekdote, dass er am Set war, am ersten Tag und Richard Gere hat viel mehr gemacht, viel mehr Energie reingegeben, viel mehr da und viel mehr dort und so und der Regisseur nimmt ihn zur Seite und sagt, Du, es gibt einen sehr aktiven Part in diesem Film und einen sehr passiven Part. Ja. Rate mal, wer du bist. Richard Gere musste halt dann zurückstecken, immer weiter und immer weniger machen. Was ich verstehe als Idee für den Film, was aber dazu führt... Dass ich die ganze Zeit Richard Gere angucke und denke, was ist das? Was passiert da gerade? Gib mir ein paar Hinweise, was da ist. Das ist ein bisschen ah.
Florian Bayer: Quizfrage. Was haben folgende Personen gemeinsam? Sylvester Stallone, Al Pacino, Burt Reynolds, Christopher Reeve, Daniel Day-Lewis, Kevin Kline, Denzel Washington.
Johannes Franke: Die haben alles Casting gemacht für diese Rolle. Die wollten alle diese Leute, bevor sie Richard Gere dann endlich irgendwann bekommen haben, Bei Julia Roberts ganz genau die gleiche Sache.
Florian Bayer: Who am I from?
Johannes Franke: Das ist so krass. Ein paar davon waren noch viel zu jung, muss man sagen. Und Julia Roberts war wirklich so ganz am Ende der ganzen Liste, weißt du? Und dann spielt die Alle an die Wand, nachdem sie die letzte Auswahl war. Wie krass ist das denn? Und sie hat dann das Casting mit Richard Gere gemacht, der eigentlich vorher schon mal abgesagt hatte und steckt ihm dann so einen Zettel zu. als er angerufen wird von dem Produzenten, ob er es denn jetzt machen will, weil die gerade irgendwie die Proben gemacht haben zusammen. Und auf dem Zettel steht einfach nur, please say yes. Und der ist einfach so charmt von ihr und sagt, ja gut, okay, ich mach's.
Florian Bayer: Ja. Das hat super gut funktioniert.
Johannes Franke: Auch viel Improvisation, was ich auch total schön finde.
Florian Bayer: Und man merkt es einfach. Spaß zusammen, die mögen sich. Also das ist vielleicht, man sieht in diesem Film, dass Richard Gere und Julia Roberts, die beiden SchauspielerInnen, sich mögen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das tut den beiden Figuren, Edward und Vivian, halt auch voll gut.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Voll lecker.
Florian Bayer: Die haben so viel Freude zusammen, diese berühmte Szene, wo er ihr das Schmuckkästchen präsentiert und dann zuschlägt. Und sie lacht so großartig. Und es ist sehr privat, weil es einfach improvisiert ist und in dem Moment keiner vorbereitet ist.
Johannes Franke: Und das Schöne ist, weil er ja auch davon überrascht ist, wie sie dann reagiert, hat er dann auch wieder eine genuine Reaction. Und das Geile ist, an genau dieser Stelle... hab ich gedacht, ah, jetzt cuttet er aber sehr schnell weg, was ist denn los? Bis mir aufgegangen ist, ja, die müssen danach irgendwie in schallendes Gelächter ausgebrochen sein. Das konnte er natürlich nicht drin lassen, sodass er schnell wegcutten musste. Ach, es ist sehr süß. Es ist wirklich, du hast vollkommen recht, natürlich ist die Onscreen-Chemie irgendwie dafür verantwortlich, dass man die ganze Zeit denkt, ach wie schön und man hat Spaß mit denen.
Florian Bayer: Es sind halt auch so die kleinen Momente zwischen ihnen. Natürlich, Richard G. ist passiv, aber seine Blicke sind halt on point einfach. Wie er damit umgeht, dass sie sich so unbeholfen verhält beim Abendessen. umgeht, wenn sie im Fahrstuhl ist, vor dem Fahrstuhl steht und dann dieses ältere Paar da ist und sie sagt, oh, hier. Ich hab da ein Loch in meinem Höschen. Ups, ich hab ja gar kein Höschen. Und was sagt er? Sie fährt zum ersten Mal Fahrstuhl. Und es ist einfach on point und es ist genau... Der Raum, der noch zusätzlich True Robots noch mal so ein Stück weiter erhöht.
Johannes Franke: Was für ein Arschloch-Muff ist es eigentlich beim Abendessen, genau die Sachen zu bestellen, mit denen man... überhaupt nicht umgehen kann, wenn man das nicht alles kennt.
Florian Bayer: Ich verstehe das auch nicht, weil er hat sie doch als Begleitung dabei, als Dame von Gesellschaft. Wahrscheinlich hat er gedacht, es kommt gar nicht so weit. Weil ich meine, das endet ja im Streit, das Abendessen. Und wahrscheinlich dachte er, das Meeting geht sowieso nur fünf.
Johannes Franke: Nein, es war einfach nur ein Plot-Device. Es ist einfach nur ein Plot-Device. Und dafür finde ich es halt irgendwie ein bisschen gemein. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Fun Fact, der Kellner, der die Schnecke auffängt, wenn sie versucht zu zerbrechen. Und der sagt, das passiert jedem. Kommt in einem Film irgendwann in den 2000ern plötzlich Prinzessin nochmal vor. Genau.
Johannes Franke: Und hat genau den gleichen Text.
Florian Bayer: Gary Marshall übrigens auch von den Plötzlich Prinzessinnen-Filmen. Genau. Ja, es gibt sehr... sehr, sehr, sehr viele Plot-Devices in diesem Film. Und sie funktionieren alle. Das ist das Erschreckende daran. Und ja, man kann sagen, und dann führt er sie noch in die Oper ein und es wird gezeigt, dass sie die Oper liebt. Sie besteht den Operntest. Ja, genau. Aber was für ein schöner Moment, wenn sie da sitzt, wenn wir diese Ari haben aus La Traviata und dann weint sie und sie ist voll ergriffen. Es ist... Geil!
Johannes Franke: Und wie platt es ist, das Latraviata zu nehmen, wo das Plot von Latraviata auch ist, dass eine Prostituierte sich in Reichen verlegt.
Florian Bayer: großartig ist das, wenn das dann auch nochmal wiederholt wird am Ende und ich sitze da heulend vorm Fernseher. Pretty Woman gehört zu den Filmen, bei denen ich heulen kann. Oh, wie schön.
Johannes Franke: Oh, das ist toll.
Florian Bayer: Und ich heule auch schon, wenn sie in der Oper sitzt. Ja. Weil es ist einfach... Die Kamera lässt sich sehr viel Zeit, ihren Ausdruck einzufangen, wie sie nach und nach die Ergriffenheit einsetzt.
Johannes Franke: Die Kamera ist einfach... 100% verliebt in Julia Roberts, muss man sagen. Vollkommen zu Recht. Wie alle anderen am Set wahrscheinlich auch und wie wir als Zuschauer auch. Und ich glaube, dass... vielleicht so 80 Prozent des Films nicht funktionieren würde, wenn es nicht Julia Roberts wäre.
Florian Bayer: Wahrscheinlich. Sie spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Was der Film Gott sei Dank macht, ist, dass er sagt, okay, sie ist so charming. Wir versuchen gar nicht zu erzählen, dass Leute genervt von ihr sind. Es gibt ein, zwei Charaktere, die sie nicht mögen. Aber sonst mögen sie alle. Der großartige Chef des Hotels. Gespielt vom ebenso großartigen ... Hector Elizondo.
Johannes Franke: Ich finde ... Am Chef kann man gut zusammenfassen, welche Positionen man zu dem Film haben kann. Der Chef kann entweder als wirklich süßer, netter... Typ gewertet werden, der sich einfach um sie kümmert und sagt, ja komm, ich sehe in welche Lage du da bist, ich gebe dir so ein bisschen was mit auf den Weg. Oder man kann ihn sehen im Sinne von, ich bin der Chef von diesem scheiß Hotel und wenn die ganze Zeit hier halbnackt in der Gegend rumläuft, dann habe ich einfach keine Kundschaft mehr. Und ich muss mich jetzt so zusammenreißen, dieser Göre irgendwie beizubringen, wie sie hier in der Gegend rumlaufen soll.
Florian Bayer: Aber wer um alles in der Welt würde den Chef so lesen? Wie kann man diese Figur, nachdem er so nett zu ihr ist, nachdem sie so eine coole Vater-Tochter haben zusammen. Wie kann man das lesen?
Johannes Franke: Das Tolle ist, dass er wirklich so geschrieben ist, dass er nicht sich an sie ran macht, dass er nicht irgendwelche komischen Sachen macht, sagt oder so. Es ist wirklich so knapp dran vorbeigeschrieben, dass man es einfach nicht, man kann es eigentlich fast nicht falsch lesen, aber es gibt die Möglichkeit. ihn so zu lesen und auch den Film entsprechend in diese Richtung zu lesen.
Florian Bayer: auch in sehr wenigen Momenten ihrem Charme. Wie sehr viele Figuren in dem Film. Er ist halt am Anfang auch kritisch und fragt sich, hey, was machen sie hier und so weiter. Und dann... Sagt sie, ich konnte die Kleider nicht kaufen. Und dann merkt, keine Ahnung, sie ist halt einfach so charmant. Ich glaube, ich würde auch so reagieren. Wer würde nicht so reagieren, wenn sie einfach so ...
Johannes Franke: Einnehmend ist. Aber auch hier, die andere Seite ist, dass du vielleicht dann als junges Mädchen diesen Film siehst und denkst, ach das ist das, was ich machen muss. Okay, verstehe. Ich muss einfach charmant in der Gegend rumstolpern und sagen... Ich habe keine Ahnung, helft mir.
Florian Bayer: Oh, jetzt ist das eine spannende Frage. Ja. Taugt Vivian Wort? Als Role Model für junge Mädchen. In vielen Punkten durchaus, oder?
Johannes Franke: Es gibt durchaus Punkte, natürlich, klar.
Florian Bayer: Es gibt diesen Empowerment-Move in der Geschichte, dass sie... Nochmal, sie verändert ihn, ne? Sie zeigt ihm, was Spaß macht, nämlich sich einen Hordog am Park zu nehmen und sich da hinzusetzen. Und sie weiß schon, was sie will und sie ist auch die, die in zwei, drei starken emotionalen Momenten sagt, so geht das nicht. Also ich finde den Moment großartig, wenn er sagt, ich hab dich nie wie eine Prostituierte behandelt und dann sagt sie einfach, Gerade eben hast du es getan. Es ist wirklich ein starker Moment von ihr. Und dann auch bei ihrem ersten Streit, auf ihn ist, weil er aus Eifersucht gesagt hat, dass er seinem Arschlochfreund Jason Alexander, der toll ist, Phil, als er ihm gesagt hat, woher sie kommt und deswegen ist sie sauer auf ihn, dann will sie ja weggehen und da auch, da hat sie einfach eine Stärke.
Johannes Franke: Ja, ja, natürlich, die hat sie, absolut. Und das ist auch etwas, was als Role Model absolut taugt. Aber die Basis... Hier in der Geschichte ist halt wirklich ganz, ganz viel, man muss sich irgendwie mit Charme und so irgendwie durchmogeln oder so. Du kannst mit einem Lächeln viel erreichen. Lächeln, charmant sein.
Florian Bayer: Wickel sie um den Finger.
Johannes Franke: Wickel sie um den Finger. Das ist Und das ist eigentlich für kleine Mädchen kein guter Start. Nee, das stimmt. Das finde ich nicht gut.
Florian Bayer: Werde nicht laut, prangere nichts an, sag nicht, was seid ihr für Snobs. Sie ist keine Troublemakerin tatsächlich. diesen einen Moment, wo sie in dem Laden ist und abgelehnt wird, als sie noch ihre Straßenkleidung anhat.
Johannes Franke: Und da stürmt sie dann raus, statt irgendwie wirklich nochmal Stunk zu machen. Genau. Und sie ist, ja, wie gesagt, es gibt viele Szenen, wo sie hätte Trouble machen können. beim Abendessen irgendwie nochmal irgendwie einen Stinkefinger zu zeigen und zu sagen, Alter, was soll das hier, das ist für eine Kapitalistenscheiße. Hätte sie machen können, hat sie nicht gemacht. Dafür ist sie vielleicht auch zu sehr interessiert an diesem Leben. Sie will das ja anscheinend irgendwie. Was auch okay ist, soll man auch erzählen können, dass Leute gerne... auch ein bisschen Status und Geld haben wollen.
Florian Bayer: Oft kondensiert ja so ein bisschen die Kritik an diesem einen Punkt, dass halt wir haben diese Shoppingmontage. Und da wird natürlich gefeiert, hey, Konsum ist geil. Genau. Klamotten für viel Geld zu kaufen und sich so richtig wie eine Prinzessin behandeln zu lassen, weil man eine Kreditkarte dabei hat, ist voll geil. Das ist erstrebenswert.
Johannes Franke: Aber weißt du, was ich damals gedacht habe beim ersten Mal gucken und was ich jetzt auch wieder gedacht habe, obwohl ich natürlich mehr Kapitalismuskritik im System habe als früher. Ich denke, ja komm, wenn du so lange kein Geld hattest, natürlich machst du das. Und es ist vollkommen in Ordnung. Du darfst da gerne auf die Kacke hauen. Und dieser Typ scheint so viel zu haben, dass du da wirklich den ausnehmen kannst, ohne Probleme, ohne schlechtes Gewissen. Einfach mal zu sagen, ich nutze die Gelegenheit, mir was zu gönnen. Warum nicht?
Florian Bayer: Und die Szene ist ja auch... Einfach mal, also ich meine, okay, nee, wir brauchen nicht drüber zu diskutieren, dass die Szenen schön inszeniert sind. Ja, natürlich. Der Film ist inszenierungstechnisch einfach verdammt. Gut. Und deswegen ist halt, vielleicht ist wirklich die Frage, über die man dann streiten muss, wie manipulativ ist dieser Film? Und wie propagandistisch. Und wie sehr ist er halt einfach nur ein naives Märchen. Du bist offensichtlich auf einen anderen Punkt. Du findest ihn deutlich manipulativer als ich.
Johannes Franke: Es ist ein Film, Filme sind immer manipulativ, muss man sagen.
Florian Bayer: Ich hatte, wenn ich so drübergehe, was ich so am krassesten finde, was manipulatives Verhalten betrifft. Finde ich tatsächlich nicht ihre Darstellung am schwierigsten, sondern seine Darstellung. Weil der Film macht alles, um uns zu erzählen, dass es kein Freier ist. Er will nur den Weg wissen. Er will nur, dass sie zum Hotel fährt. Er will dann erstmal mit ihr reden. Er will nicht, dass sie gleich zur Sache kommt und es wird die ganze Zeit eben diese Geschichte vom guten Freier erzählt und ich glaube, das ist eine Geschichte, die sich Freier selbst auch sehr viel erzählen. Aber ich bin anders. Ich kaufe Sex für Geld, aber ich bin der, der nett zu ihr ist. Ich bin der, der sie mal fragt, wie es ihr geht. Ich bin der, der ihr mal schöne Sachen kauft. der nicht genau auf die Uhr guckt. Ja, aber du bist trotzdem frei. Das macht dieser Film natürlich, dass er so eine Geschichte erzählt. Das ist ein Freiertum, was total okay ist. Und nochmal, ich will gar nicht Freiheitum generell verdammen. Ich glaube, es gibt diesen Rahmen. Ich glaube, das muss nicht verdammenswert sein. Ich glaube aber, viele Freier wissen gar nicht, wie sie sich benehmen.
Johannes Franke: Er hat sich gerade am Telefon von seiner Freundin getrennt. Also es ist nicht der Typ, wo ich denke, der ist, was ich vorhin angeführt habe, Menschen mit Behinderungen, Menschen in besonderen sozialen Situationen, Menschen, wo man sagt, okay, das ist etwas... was der psychischen Gesundheit guttun würde. Ich glaube nicht, dass der jetzt gerade in einer Verfassung ist, wo es die psychische Gesundheit braucht.
Florian Bayer: Ja, aber vielleicht ist das der Punkt, wo wir auch auseinander gehen, weil ich glaube, Sexwork muss auch möglich sein, ohne dass es irgendwie diesen Background gibt.
Johannes Franke: Es ist schon richtig. Es geht halt an meiner Lebensrealität vorbei und deswegen habe ich mehr Schwierigkeiten damit gehabt. irgendwie klar zu kommen. Aber ich weiß und ich sehe das auch liberaler, aber irgendwie... Habe ich Schwierigkeiten damit.
Florian Bayer: Ich kann es total gut verstehen. Ich tue mich super schwer mit dem Thema Prostitution. Ich tue mich wirklich schwer damit. Ich oder Sexwork. Ich bin ja leidenschaftlich, aber wahrscheinlich bald nicht mehr, weil es bald nicht mehr existiert, Twitter-User.
Johannes Franke: Und es ist ja jetzt Ex, ne?
Florian Bayer: Es ist jetzt Ex.
Johannes Franke: ein X bekommen.
Florian Bayer: Mach drei X. Twix ist wirklich ein großer Witz in der deutschen Twitter-Gemeinde und die Frage, warum man es nicht Ryder genannt hat. Ja, ja. Sehr gut. Ich folge mehreren Sexworkerinnen auf Twitter und finde das total interessant. Deswegen kriege ich auch relativ viel mit von diesem Streit. Und ich bin da, glaube ich, voreingenommen, weil ich folge nicht so vielen Abolitionistinnen. Weil ich das Gefühl habe, dass es eine sehr hohe Schnittmenge gibt zwischen Sexwork, Abolitionistinnen und TERFs. Also trans exclusive radical feminists. Und das ist nicht meine Welt. Ja, genau. Und deswegen bin ich da wahrscheinlich voreingenommen. Aber ich... Ich glaube, es muss möglich sein, das nicht negativ zu bewerten, sowohl von... Sexworkerin-Seite als auch von freier Seite. Und ich glaube, dass der Großteil der Freier Scheiße baut, Genauso wie es dem Großteil der SexworkerInnen oder in dem Fall dann tatsächlich Prostituierten schlecht geht. Aber ich glaube, es gibt auch die Gegenmodelle. Und die sind wenig.
Johannes Franke: Und ich weiß nicht, wie wenig das ist. Kann ich nicht beurteilen. Das möchte ich nicht beurteilen. Ich will auch keine größere Teile, kleinere Teile aufmachen. Keine Ahnung. Es ist nicht mein... My cup of tea. Ich möchte... Die Dunkelziffer ist einfach so... Unpredictable.
Florian Bayer: Ja, total.
Johannes Franke: Okay, du weißt es einfach nicht. Selbst wenn du jetzt googeln würdest, Statistiken, die stimmen einfach nicht, weil du es nicht weißt.
Florian Bayer: Ja, das ist sehr wahr, ja. True. Wir waren bei Richard Gere, wir waren bei AdWords.
Johannes Franke: Wer ist der gute Freier?
Florian Bayer: Wäre es problematisch, also würdest du es kritisieren, wenn er mit einer Frau Sex hätte, die er in einer Bar aufkommt? hat, nachdem er sich von seiner Freundin am Telefon getrennt hat? Also ist da irgendwie ein moralischer Unterschied? Oder ist das generell doof, mit einer Schluss zu machen und sich dann vielleicht mit Sex einfach zu trösten?
Johannes Franke: Wahrscheinlich ist es nicht so blöd. Es macht bei mir einen komischen Beigeschmack, aber eigentlich sollte es in Ordnung sein, das stimmt schon.
Florian Bayer: Es ist halt echt dieser Widerstreit, den man in sich trägt, wenn man sagt, ich bin sexpositiver Feminist. Und ich glaube, wir würden uns beide so definieren.
Johannes Franke: Ja, ja, na klar.
Florian Bayer: Und das macht es echt verdammt schwierig über dieses Thema.
Johannes Franke: Und ich bin halt auf der anderen Seite auch jemand, starke Meinung zu haben. Der sagt, dass Leute, solange sie einander nicht wehtun, machen können, was sie wollen. Und das fällt da mit rein, absolut. auch wenn es nicht meine Welt ist, sollte es für andere möglich sein, deren Welt es ist. Insofern hast du recht, aber es ist halt so bei mir so ein Widerstreit. Wie du sagst, ne?
Florian Bayer: Ja, und ich glaub, der kommt daher ... Ich versteh total, wo du herkommst, wenn du sagst, not my cup of tea. Aber ich glaub ... und Dunkelziffer und so weiter. Aber ich glaube, wenn man auf die Zahlen guckt, kann man zumindest erahnen, wo die Reise hingeht und die Das heißt halt doch, dass die meisten Frauen, die im Sexbusiness arbeiten, dass es denen nicht gut geht.
Johannes Franke: Okay, von dort aus gesehen, wie realistisch ist Julia Roberts als Sexworkerin? Also es wird wenigstens erzählt, dass sie relativ neu ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wenn sie jetzt schon mehrere Jahre drin wäre, dann würde ich sofort sagen... Keine Chance, niemand bleibt so naiv und so gilly und weißt du, einfach keine Chance. Vielleicht hat sie jetzt ein halbes Jahr lang Glück gehabt, aber selbst ein halbes Jahr ist schon echt lang dafür, dass man dann Glück hat und nicht so viele Männer gefunden hat. die einem irgendwelchen Scheiß an den Kopf werfen oder Schlimmeres tun, dass man so naiv bleibt.
Florian Bayer: Ja, wahrscheinlich nicht. Sie ist ja halt schon auch gerissen, ne? Sie versteht sich das, was sie will, zu nehmen.
Johannes Franke: Ja, ja. Das schon.
Florian Bayer: So Survival-Strategies in dem Business? Ja, ja.
Johannes Franke: Aber es gibt ja verschiedene Ebenen, auf denen man naiv sein kann.
Florian Bayer: Ja, total. Aber sie sagt es nicht. Richard Gere Edwards sagt es. We both screw people for money. Er sagt das oder sagt sie das?
Johannes Franke: Ja, er sagt das, weil er sie vergleicht und sagt, wir sind doch gar nicht so unendlich.
Florian Bayer: Wäre auch ein Satz, den sie sagen könnte, glaube ich.
Johannes Franke: Ich glaube, sie reagiert nicht positiv darauf.
Florian Bayer: Nee, aber es wäre trotzdem ein Satz, den sie auch sagen könnte.
Johannes Franke: Vielleicht, weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Interessant ist ja, das ist zum Beispiel was, was ich nicht mehr in Erinnerung hatte, womit ich gar nicht so gerechnet habe, dass der Film ja damit anfängt, dass er uns eine tote Sexworkerin in der Gasse zeigt.
Johannes Franke: Und alle sind unbeeindruckt davon.
Florian Bayer: Die Touristen fotografieren sie. Was ist das? Fuck, was macht ihr da?
Johannes Franke: Und die beiden sagen, ach ja, das ist, weiß ich nicht mehr den Namen, Minnie, die hatte sowieso Drogenprobleme, was soll's.
Florian Bayer: Sagt Kit, die beste Freundin von Vivian, die auch Drogenprobleme hat und die auch Zuhälter hat. Die dunklen Seiten dieses Milieus werden gezeigt. am Anfang.
Johannes Franke: Ja, aber alle zucken mit den Schultern und gehen weiter.
Florian Bayer: Ja, aber das ist wahrscheinlich genauso, wie es sowohl innerhalb des Milieus als auch außerhalb des Milieus passiert. Das Problem ist aber,
Johannes Franke: Ja, der Film zuckt mit den Schultern. Das finde ich irgendwie das Problem. Ich verstehe vollkommen, wenn die Figuren das irgendwie so... Aber dann erklär mir das und zucke nicht selber mit den Schultern, lieber Film. Weil ich das Gefühl habe, wenn es den Film nicht interessiert, dann nimmt er das Milieu nicht ernst.
Florian Bayer: Ich rechne dem Film... hoch an, dass er es zumindest zeigt und damit auch irgendwie so ein bisschen das Narrativ mit sich trägt. Was wir hier erzählen, ist nicht die Realität. Das ist nicht so, wie es läuft. Ich erzähle hier ein Märchen und es gibt daneben auch noch andere Ebenen und nicht... Wie sie ist, sind nicht alle Sex-Worker. Das ist nicht das typische Leben eines Sex-Workers. Und das rechne ich dem Film hoch an, weil ich das nicht mehr in Erinnerung hatte, dass er das so macht. Ich dachte, der wäre so ... würde so voll auf diese Romantisierungsschiene fahren und alles wäre irgendwie in Plüsch getaucht. Und ja, natürlich ist das so ein bisschen so ein Strohhalm auch, aber den packe ich in dem Moment gerne. Auch retrospektiv, weil ich dann einfach die ganze Zeit während des Films denke, hey, er macht doch vieles besser, als ich erwartet habe.
Johannes Franke: Ja. Das stimmt. Das ist absolut richtig. Die Erwartungen waren sehr viel niedriger. Vor allem, wie ich gesagt habe eingangs, die ganze Zeit während des Schauens wenn ich nicht drüber nachdenken kann, was da gerade passiert, denke ich die ganze Zeit, oh ja, wie schön. Also ich habe schon wirklich sehr viel Spaß und ich liebe es.
Florian Bayer: Es ist halt ein kapitalistisches Märchen. Ja. Das ist halt, und ich kann mir total gut vorstellen, dass das dir vor allem Probleme macht. Vielleicht noch viel mehr Probleme als das Sexwork-Ding. Das ist halt so, dieser Film trägt den Kapitalismus ganz stark in sich. Er ist aber ... Es ist anders als die 80er in den 80ern hatten wir sehr viele Feel-Good-Movies, die auch so Kapitalismus als Thema hatten. Und in den also abgesehen von den großen Dramen wie Wall Street, wird das kapitalistische Element darin deutlich weniger... Ich denke jetzt vor allem zum Beispiel an diese Komödien mit Michael J. Fox. Michael J. Fox und Tom Cruise waren irgendwann die, die immer diese Yuppies spielen mussten. Und wenn die das gespielt haben, gab es keine Kapitalismuskritik in dem Film, sondern das war so, es gibt einen klaren Weg, das Geheimnis meines Erfolges. Und dann bist du oben angekommen und hey, du hast alles richtig gemacht, du bist jetzt ein guter Kapitalist, das ist das Happy End. Und hier ist das Happy End halt ein bisschen anders. Der Film ist nicht kapitalismuskritisch. Der Film hat keine sozialistische Komponente oder so. Aber zumindest wird... zumindest wird seine Entwicklung, seine positive Entwicklung besteht nicht darin, dass er in die Hände klatscht und tolle Geschäfte macht, sondern seine positive Entwicklung steht darin, dass er auf die Bremse tritt.
Johannes Franke: Okay, lass uns mal auf seine Entwicklung Das haben wir vorhin schon ein bisschen versucht, aber ich glaube, wir sollten da genauer reingehen. Es geht im Film, wie du vorhin gesagt hast... Ja, im Wesentlichen gar nicht um ihre Entwicklung, sondern darum, dass er irgendwann mal an den Punkt kommt... dass ihm etwas am Herzen liegt, was nichts damit zu tun hat, dass er in seine Brieftasche greift und Geld dafür ausgibt. Was er den ganzen Film übertut. Er gibt auch für sie Geld aus. Sie ist zu bezahlen. So, und der Film will ja dann an den Punkt ankommen, dass er am Ende etwas heißt, was er liebt, was nicht bezahlbar ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wo im Film findet die Entwicklung statt? Außer in den letzten fünf Minuten.
Florian Bayer: Ich glaube, eine ganz wesentliche Szene, und die kommt auch nach ihrem Makeover, nach ihrem Einkauf, ist, wenn sie zusammen in der Badewanne sitzen und er so ein bisschen Er erzählt aus seinem Leben und vor allem zur Beziehung von seinem Vater. Und erzählt dann, dass sein ... Die Firma seines Vaters war die dritte, die er aufgekauft hat. Und sein Vater war streng zu ihm und hat ihm zu dem erzogen, was er ist. Und er hat dann irgendwann seinen Vater ... Er hat seinen Vater stolz gemacht, indem er in eins reingewirkt hat.
Johannes Franke: Ich glaube, es war sogar der erste. Ja, ich dachte, er hätte gesagt, das wäre der erste gewesen.
Florian Bayer: Und das ist so ein Therapiemoment. Und dann sagt sie nochmal, so witzig, ich bin Therapie mit... Der Spruch ist wirklich witzig. Did I mention my leg is 44 inches from hip to toe? So basically we are talking about 88 inches of therapy. Wrapped around you for the bargain price of $3.000. Das ist süß. Das ist eine süße Szene. Das ist ein ganz wichtiger Moment auch zwischen den beiden, weil da wird es so persönlich.
Johannes Franke: Ja, es wird persönlich, aber das ist ja immer noch keine Charakterentwicklung bei ihm. Das erzählt immer noch, wie ist der Status Quo. Wenn man einen Film macht, erzählt man den ersten Drittel so ein bisschen, also ganz grob, also nicht mal im ersten Drittel, sondern im ersten Drittel muss sich schon was mehr bewegen.
Florian Bayer: gekauft hat.
Johannes Franke: Egal. Er hat jedenfalls, normalerweise würde man im Film sagen, okay, das ist der Status Quo und dann gehen wir weiter. Und Und von seiner Person sehen wir den ganzen Film über, bis auf die letzten 5 Minuten seinen Status Quo, würde ich sagen. Weil er auch nur verliebt sich, hat er aber auch schon mal im Leben gehabt. Es ist nicht so, dass er sich das erste Mal verliebt. Es wird dieses Verlieben gezeigt, okay. Aber er erzählt sonst immer nur und bleibt Arschloch in ganz vielen Situationen, ohne eine Veränderung durchzumachen. Wenn sie sich zum Beispiel eben erzählen, was sie jeweils gemacht haben und sie sagt, ich habe es nur bis zur elften Klasse geschafft, sagt er im nächsten Satz, I got all the way through. und reibt ihn nochmal so richtig aufs Brot, dass er der große, erfolgreiche Typ ist. Was für ein Arschloch-Move. Dann fühlt sie sich noch richtig schlecht. Und sie spielt das auch.
Florian Bayer: Ja. Ich seh in dieser Badezähne Reue bei ihm. Er erzählt das nicht einfach nur, weil er verarbeitet das auch schon in dem Moment. Und das ist auch schon eine Verarbeitung, die entsteht durch die Begegnung mit ihr. Ich finde ein ganz wesentlicher Punkt in seiner Entwicklung und du wirst sagen, ja, er war vorher auch schon eifersüchtig. dass er eifersüchtig ist. Das ist ja der Grund, warum er Phil sagt, schieße ho.
Johannes Franke: Das ist die gute Erzählung der Beziehungen zwischen den beiden. Das finde ich super. Wie es sich entwickelt, wie sie sich ineinander verlieben, ist gut gemacht. Aber er macht persönlich keinen Entfick im Gericht dadurch.
Florian Bayer: Pass auf, er ist eifersüchtig und sagt ihm das deswegen. Und das sorgt ja für den ersten Streit mit ihr, wo sie fast geht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich glaube, das ist das erste Mal, dass er sich in so einer Art von Beziehung wirklich ernsthaft, genuin entschuldigt. Dass er das wirklich meint und dass er wirklich nicht will, dass sie geht. Dass er zum ersten Mal zu einem Menschen sagt, ich möchte nicht allein sein. Und zwar nicht nur wegen ihr, nicht nur weil... Es geht nicht nur um ihre Beziehung, sondern auch um sein Gefühl, dass er nicht mehr diese Attitüde hat, ich brauche niemanden, sondern er will in diesem Moment, bitte bleib. Und er sagt das offen. Das ist eine Entwicklung.
Johannes Franke: Aber das ist ja auch kurz vor Schluss.
Florian Bayer: Naja, das ist vom letzten Drittel. Dann haben wir die Badeszene davor.
Johannes Franke: Die Badeszene ist lange davor, ja. Aber dass er sich entschuldigt, ist ja wirklich so, das ist ja der letzte, wie man das so sagt, der Turning Point, den man kurz vorm Ende hat.
Florian Bayer: Mehr habe ich leider nicht für dich. Ich finde, das sind Zwei wesentliche Szenen. Und ansonsten, Gott sei Dank, nimmt sich der Film ja vor allem Zeit für sie.
Johannes Franke: Ja, und er nimmt das so schön. Sie ist wirklich...
Florian Bayer: Die Momente, die er kriegt, das reicht mir, um seine Charakterentwicklung einigermaßen plausibel in diesem Märchensetting zu finden. Mehr brauche ich davon nicht. Dann will ich sie sehen. Und dann will ich sehen, wie Leute sie sehen und Leute sich über sie freuen. Und dann will ich auch sehen, wie sie mit den Taschen rumläuft, in diesen Laden geht und sagt, oh... Du arbeitest auf Kommission, das ist zu schlecht.
Johannes Franke: Big Mistake. Das Problem ist bloß, dass sie da rausgeht und die in dem Laden zucken mit den Achseln wahrscheinlich einfach nur und fragen sich, wer war das denn? Okay, gut. Vergessen wir wieder.
Florian Bayer: Aber das ist uns viel geld durch die Lappen gegangen.
Johannes Franke: Nein, das kriegen die dadurch nicht. Die sind so überrannt. Da hätte Julia Roberts ihnen schon noch mehr aufs Brot schmieren müssen und sagen müssen, folgendes, ich war gestern hier, ich hätte was gekauft, ich hätte richtig viel Geld durchgelassen. Das hat sie aber nicht gemacht. Gott sei Dank nicht. Aber ich meine, gut, Julia Roberts fühlt sich jetzt besser. Auch gut. Ich gönne es ihr.
Florian Bayer: Also ja, genau, es gibt so viele Momente. Ich will sie in der Oper sehen. Ich will sehen, wie sie einfach nur in der Badewanne sitzt und untertaucht, weil sie sich freut. Ich will sie ohne Perücke sehen.
Johannes Franke: Und vor allem will ich auch eher schiefes Gesinge hören. Ich find's so geil. Ja, geil. Auf jeden Fall. Das ist so schön, dass sie nicht wunderschön singt, sondern dass sie einfach da so mit grölt fast schon. Und natürlich die Haare, das stimmt, du hast recht. Wenn die da morgen dann steht... Diese Haare. Es sieht so aus, als hätten sie drei Stunden nur für dieses eine Bild gebraucht, um sie da hinzustellen mit diesen perfekten Haaren. Mit diesem Gesichtsausdruck und dem Licht.
Florian Bayer: Die Haare sind übrigens gefärbt.
Johannes Franke: Ja, ja, sie haben die Haare nochmal gefärbt. Sie hat eigentlich auch so rötliches Haar, aber eben nicht so rotes Haar.
Florian Bayer: Nicht rot genug, offensichtlich. Man, man, man. Julia Roberts ist einfach toll. Und ja, sie ist als Prostituierte, als Sexwerkerin nicht 100% glaubwürdig. Ja, es ist vielleicht nicht das beste Role Model, dass sie so viel mit ihrem Charme und mit ihrem Lächeln durchspringt, aber sie ist so göttlich in diesem Film. Ich will Julia Roberts sein in diesem Film.
Johannes Franke: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das?
Johannes Franke: Wo sind wir?
Florian Bayer: Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Shit. Ganz schnell, ganz schnell, damit wir ihn zurück zum Besprech können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind, also auf Spotify oder Instagram.
Florian Bayer: iTunes, Beam, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-musmann-sehen.de oder florian-at-musmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, wir sind schnell durchgekommen.
Florian Bayer: Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch.
Johannes Franke: Es gibt noch eine Situation, wo es mir ein bisschen kalt den Rücken runterläuft. Wie sie die Reruns von I Love Lucy sieht im Fernsehen. Und sie sitzt da wie so ein 14-jähriges Mädchen.
Florian Bayer: Ja, voll. Sie wird sehr viel als femme infantil inszeniert.
Johannes Franke: Es ist wirklich ein bisschen... Nicht nur in diesem Moment. Schwierig. Das ist halt so der Moment. wo es bei mir richtig so dolle Klick gemacht hat und ich gedacht habe, oh scheiße, nicht, dass sie zu sehr als Lolita inszeniert wird.
Florian Bayer: Also sie ist halt groß, das macht es so ein bisschen weg, dass sie sehr groß ist. Aber ja, zumindest diese kindliche Naivität, und das gehört ja auch einfach zu diesem Lolita-Image dazu.
Johannes Franke: Ja, voll.
Florian Bayer: Und sie ist ja auch relativ jung, die Schauspielerin war Anfang 20.
Johannes Franke: 21 haben sie angefangen und dann wurde sie irgendwie 22 noch, aber das ist... Wirklich sehr, sehr, sehr jung.
Florian Bayer: Auch wenn sie auf dem Polofeld sind und dann das Gras machen, dieses Ritual, dass das Gras zurecht gemacht wird und sie giggelt und freut sich dabei und ja, Es wird sehr viel mit ihrer Kindlichkeit gespielt. Vielleicht ein bisschen zu viel.
Johannes Franke: Ja, also gerade bei dem Fernseher ist mir das halt so aufgefallen. Sonst kann man da, glaube ich, vieles durchgehen lassen, aber da war es wirklich... Und dann auch sein Blick dazu, weißt du, der sitzt sehr erwachsen auf seinem Stuhl und guckt auf dieses Kind hinab.
Florian Bayer: Und fünf Minuten später gibt es einen Plotjob.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Also es ist schon... Oh, aber apropos Thema Fernsehen, absolut unpassend fällt mir aber gerade ein Funfact. Unser Podcast hat mittlerweile so viele Episoden. dass wir mittlerweile Filme gucken, in denen Filme geguckt werden, über die wir schon in unserem Podcast geredet haben. Johannes, dein Film.
Johannes Franke: Mein Film?
Florian Bayer: Ja, sie gucken...
Johannes Franke: Achso, ja, ja, ja. Sie gucken Scharade.
Florian Bayer: Sie gucken Scharade?
Johannes Franke: Ja. Ich war so glücklich, es war toll.
Florian Bayer: Ja, es ist schon ein bisschen länger her, dass Johannes mir diesen typischen Johannes-Film empfohlen hat. Audrey Hepburn und Cary Grant aus dem Jahr 1963. Und sie schauen diese letzte Szene. Das ist voll der Spoiler, ne? Für einen 40 Jahre alten Film, aber trotzdem.
Johannes Franke: Aber naja, nicht genug, um das wirklich groß zu spoilern, wenn man gerade den gucken wollte oder sowas. Ich glaube, es ist okay. Aber hört euch die Episode an, die war auch sehr, sehr schön.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Und der Film ist auch sehr witzig und sehenswert. Ein klassisches Hollywood-Kino, das auch so... Also ich meine, Pretty Woman ist... ist sehr stark inspiriert von sehr vielen klassischen Hollywood-Märchen. Das merkt man einfach. Und der Er hat so diesen Geist nicht mal in einer bestimmten Ära, sondern eher fast schon der Geschichte der Liebesfilme, die sehr märchenhaft sind, aufgesaugt und bedient sich da kräftig.
Johannes Franke: Und man muss schon sagen, deswegen habe ich vorhin so reagiert, das ist schon relativ... Platz, die Sachen, die aneinandergereiht sind, die Situationen, wie sie dann da irgendwie auch noch barfuß im Gras und die Oper und die Das Ganze, wo man wirklich denkt, ah, okay, also es ist schön inszeniert und ich habe irgendwie Spaß dran, aber es ist schon... Oh, das auch noch und das auch noch. Okay, verstehe. Die einfachen Freunden des Lebens. Oh, wie schön.
Florian Bayer: Ich würde ja sagen, es ist höchst effizient. Auf jeden Fall. Es ist flach. Es ist sehr simpel. Dieser Film ist nicht sonderlich tiefgründig. Überraschung, dieser Film ist nicht besonders reflektiert. Aber er ist so nicht effizient und effektiv da drin. Es funktioniert halt die ganze Zeit. Und ich glaube, ich habe so das Gefühl, du siehst es genauso. Ich Ich bin an den Film rangegangen und dachte, jetzt gucken wir uns mal meinen Klassiker an, mal schauen, wie manipulativ wir ihn finden und wie doof wir ihn finden. Und dann sitze ich da und heule. Und denke nur, was für ein schöner Film.
Johannes Franke: zweites Mal drüber nachdenkt, wie sie in der Oper sitzt, finde ich es total schön und weine mit ihr mit und dann gucke ich in sein Gesicht und denke mir, ah ja, der hat... Keinerlei emotionale Reaktionen mehr. Der hat sich einmal zu oft mit Geldscheinen die Trennen weggewischt.
Florian Bayer: Ich bin echt der Letzte, der Richard Gere verteidigen würde, aber ich finde ihn in diesem Film einfach klasse. Er macht genau das, was er machen soll. Das ist nicht viel. Das ist wirklich nicht viel, das ist ja das Problem. Aber es ist genau das, was er machen soll und was er machen muss.
Johannes Franke: Dann spielt sie auch noch Schach und dann gibt es auch noch Shakespeare-Wiecher vorzulesen.
Florian Bayer: Auch um zu zeigen, wie intelligent sie ist. Ja, natürlich. Man kann diesen Film wunderbar auseinandernehmen und so auf die Punkte zeigen, die so voll Stereotyp und Klischee sind.
Johannes Franke: Der ungeschlöffene Diamant, den man nur einmal da rausholen muss aus dem Slum.
Florian Bayer: Aber wenn ich den Werkzeugkasten während des Guckens ignorieren kann, dann funktioniert der irgendwie.
Johannes Franke: Natürlich, volle Kanne, absolut. Du musst den Werkzeugkasten auf jeden Fall ignorieren und wegstellen.
Florian Bayer: Aber ich kann es auch, ne? Also der Film macht es mir nicht sonderlich schwer, das zu ignorieren.
Johannes Franke: Das stimmt, ja, ja, voll.
Florian Bayer: Und ja, danach kann man sich auch ein bisschen manipuliert fühlen. Ich glaube, ich habe damit auch gerechnet, dass ich so die ganze Zeit das Gefühl habe, das ist so manipulativ. Aber ich hab dieses ... Ich kauf diesen Film ab, dass er ... Der Film ist nett. Der ist zu nett, natürlich. Aber der Film ist nett. Der Film meint es nicht böse. Der Film meint es wirklich gut. Und der Film ist auch... Es gibt so viele Filme, die eine schöne, vermeintlich schöne Liebesgeschichte erzählen, aber zutiefst sexistisch sind in ihrem Kern. Und das ist dieser Film nicht. Und deswegen ist es okay.
Johannes Franke: Was ich seltsam finde...
Florian Bayer: Er ist naiv, aber er meint es gut.
Johannes Franke: Was ich seltsam finde ist... Die Art und Weise, wie der Film an sich sehr naiv und sehr platt mit seinen Sachen ist. Und dann aber... Die Ambiguität mit Richard Gears Figur hat... Weil alle Situationen, in denen er eigentlich sich wie ein Arschloch verhält, so eine romantische Note eigentlich haben. Ich nehme zum Beispiel mal das mit dem Klavier. Der spielt da unten ein Klavier?
Florian Bayer: Er spielt selbst.
Johannes Franke: Er spielt selbst. Und hat es auch selbst komponiert.
Florian Bayer: Das ist total krass.
Johannes Franke: Es ist unglaublich. Und irgendwie spielt der für die Leute, die da sind? Warum auch immer?
Florian Bayer: Das sind die Arbeiter, oder? Die räumen da auf.
Johannes Franke: da. Und dann kommt sie runter und er hat einfach die Macht zu sagen, so und jetzt geht mal bitte alle raus hier, damit wir hier vögeln können. Was für eine Welt lebt dieser Mensch, dass er glaubt und das auch noch machen kann, dass das geht. Einfach so.
Florian Bayer: Und es wird auch in dem Moment als Charming verkauft.
Johannes Franke: Oft, ne? Als charming und als romantisch und als what the fuck? Ja. Und das gibt's ganz oft so kleine Situationen, in denen es so ein bisschen so... in denen er eigentlich eine romantische Situation hat oder als Charme das Ganze verkauft, aber das Ganze total arschlochig ist.
Florian Bayer: Der Film macht das viel, was auch viele andere Hollywood-Filme machen, die solche Charaktere haben. Er verkauft uns das, was dieser Protagonist ist. Zum einen sagt er, ich bin... kritisch dem gegenüber, weil es gibt ja diese Entwicklung. Aber gleichzeitig inszeniert er es auch die ganze Zeit als erstrebenswert. Richard Gere sieht gut aus. Richard G. ist cool, er ist intelligent. Und eigentlich wollen wir doch alle so sein. Beziehungsweise eigentlich wollt ihr doch schon auch so sein. Und jetzt muss er nur noch ein bisschen Menschlichkeit finden, ein bisschen Mitmenschlichkeit, dann ist er der perfekte Typ. Also das Einzige, was fehlt, damit er perfekt ist, ist, dass er ein bisschen Empathie hat. Sonst ist schon alles super. Dieses Workaholic-Ding ist total toll. Es wird komplett romantisiert, wie er abends da sitzt. nachdem er mit ihr Sex hat und dann nochmal arbeitet und dann auf der Couch einschläft.
Johannes Franke: Mann, Mann, Mann.
Florian Bayer: Und das ist natürlich auch so ein Kind seiner Zeit. Wir kommen aus den 80ern. Juppie-Filme, Juppies sind cool.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: hartes Arbeiten, der amerikanische Traum, viel Geld machen, um noch mehr Geld zu machen und mit dem Geld spielen, um noch mehr Geld zu machen, ist cool.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und da steckt er voll in dieser Zeit drin.
Johannes Franke: Ich habe mir noch aufgeschrieben an einer Stelle, und du wirst wissen welche, wenn ich sage, How do you treat a prostitute? Er fragt irgendwann mal, sagt irgendeiner von den beiden, er würde sie halt einfach nur wie eine Prostituierte behandeln. Und ich denke mir, ja, wie mal. Warum behandelt man denn eine Prostituierte? Ist das jetzt der Gegensatz? Wird das als Gegensatz verkauft? Und ja, der Film macht das. Der Film macht auf, die Spannung zwischen einer schlechten und einer guten Prozess. Julia Roberts als gute Prostituierte, die man da rausholen darf und muss, die belohnt werden soll. Und alle anderen dürfen im Mülleimer landen, wie unsere Getötete ganz am Anfang. Außer Kit.
Florian Bayer: Ja, Kit ist nämlich auch eigentlich ganz cool. Also ich meine, Kit ist halt so der Gegenentwurf zu ihr.
Johannes Franke: Aber die kriegt auch kein Happy End in dem Sinne oder so.
Florian Bayer: Sie kriegt Geld.
Johannes Franke: Ja, sie kriegt Geld.
Florian Bayer: Sie kriegt Geld von J.R. Watson. Das ist so geil.
Johannes Franke: Problem löst man mit Geld. Nachdem der Film zu Ende ist, setzt sie sich einen goldenen Schuss von dem ganzen Geld.
Florian Bayer: Nein. Ich glaube, also in diesem Märchen-Setup wird Kit das Geld nehmen und wird Irgendwie ein zweiter Bildungsweg. Und Kit endet als Lehrerin.
Johannes Franke: Nein, sie wird sich weiterbilden. Nicht zweiter Bildungsweg, sondern Weiterbildungsweg. Sie wird dann noch... Sextechniken. Nein.
Florian Bayer: Nein, mach mir das Märchen nicht kaputt. Kit kriegt auch ein Happy End. Auf jeden Fall. Der Einzige, der kein Happy End kriegt und der doch wirklich kein verdient ist Phil, der aber... Du hast Seinfeld auch geguckt.
Johannes Franke: Ja, und ich habe ihn nicht ernst nehmen können von Anfang an. Einfach wegen der Figur von Seinfeld, wo er einfach der, weiß ich nicht, das ist so ein
Florian Bayer: Ich liebe Jason Alexander. Ich finde, Jason Alexander ist ein toller, charismatischer Typ. Und das Problem ist, man sieht immer Jason Alexander in den Rollen, die er spielt. Ich find ihn geil. Und ich finde ihn, ja, und genau, weil Seinfeld ist er halt so dieser Neurotiker. Und er kann auch echt gut Arschlöcher spielen offensichtlich. Also ich finde ihn auch überzeugt als Arschloch in diesem Film.
Johannes Franke: Ja, ekelhaft. Er spielt dieses ekelhafte gut.
Florian Bayer: Ja, und ich mag... Jason Alexander ist so ein Typ Schauspieler, den ich, wenn ich ihn in Talkshows, Late-Night-Talks oder so sehe, freue ich mich immer drüber. einfach ein unglaublich charmanter Typ ist. Und er ist eigentlich komplett anders als die Rollen, die er spielt, Gott sei Dank. Und ich mag ihn ... Das Problem ist, ich mag die Rollen immer, die ich von ihm sehe, weil ich den Schauspieler so mag. Das gehört zu der Gruppe Menschen, die einfach sympathisch rüberkommen, wenn sie im Fernsehen zu sehen sind.
Johannes Franke: Ja, man sollte es aber trennen, Bloor.
Florian Bayer: Ja, welcher ist ein Alexander? Es gibt so drei, vier Schauspieler, bei denen es mir echt schwerfällt, das zu trennen.
Johannes Franke: Mir fällt es wahnsinnig schwer zu trennen, aber im negativen Sinne bei Mission Impossible bei Tom Cruise, den ich immer ekelhaft finde. Egal wie sympathisch seine Figur sein soll, ich komme nicht davon weg, was das für ein Mensch ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich finde es so furchtbar schwierig. Ich kriege das nicht hin. Ich kann diese Filme nicht gut gucken.
Florian Bayer: wo mir es leider sehr schwer fällt, und das tut mir auch echt leid für ihn, ist bei John Krasinski. Wir haben schon mal über den John Krasinski-Film geredet, da habe ich sehr lange... ausführlich gesagt, warum ich diesen Typen so mag, weil er einfach in der Talkshow so cool ist, der spielt mittlerweile Actionhelden. Und der ist so der Guy next door eigentlich. Das ist so seltsam. Ich kann keine Filme von ihm gucken, wo er einen Actionhelden spielt, weil ich sehe diesen netten, etwas schluffigen Typen, der da halt bei Conan sitzt und ein paar mitzumacht. Und es geht einfach nicht. Und jetzt spielt er plötzlich Superhelden. Das ist so seltsam.
Johannes Franke: Die Entwicklung ist wirklich komisch. Naja, gut. Mal gucken, ob er nochmal den Regiestuhl nochmal annimmt.
Florian Bayer: Bestimmt. Hat er nicht bei Quiet Place auch Regie geführt? Oder kam jetzt vor kurzem der zweite raus?
Johannes Franke: Ah, okay. Da kam nochmal ein zweiter raus.
Florian Bayer: Ja, genau. Der war aber nicht so doll. Aber ich fand den ersten auch schon so okay.
Johannes Franke: Na gut.
Florian Bayer: Ja, ich glaube, also offensichtlich, warum streiten wir nicht?
Johannes Franke: Ich hätte noch eine Situation, die ich irgendwie echt seltsam fand. Sie steht auf, das erste Mal, ne, so und er sagt, ich hab dir einfach alles vom Menü bestellt, weil wenn ich wusste, was du magst. Und da stehen dann zwei crappy Sachen da. Zwei crappy Sachen, die aussehen, als wären sie von, weiß ich nicht.
Florian Bayer: Grührei mit Speck und Croissant.
Johannes Franke: Ja, genau. Das war's. Und sie nimmt halt die Croissants. Und ich denke, was? Das ist ein Fünf-Sterne-Hotel. Warum gibt's auf dem ganzen Menü nur zwei Teller mit crappy Zeug? Was ist da los?
Florian Bayer: Ich kaufe den Film in dem Moment den Wagen ab, der im Oft ist, der nicht zu sehen ist, wo voll viel Zeug draufsteht. Frisches Obst, Müsli... Porridge, alles, was das Herz begehrt.
Johannes Franke: Und wahrscheinlich hat dieses ganze komplette Menü, was er da bestellt hat, mehr gekostet als sie zwei Wochen lang.
Florian Bayer: Ja, davon ist auszugehen.
Johannes Franke: Okay, also er hat mehr Geld für Essen ausgegeben in dem Film als für sie. Ah, da fühlt man sich aber auch abgespeist mit so Portokasse, oder?
Florian Bayer: Jetzt musst du echt die Stimmung runterziehen, oder? Alter, waren wir uns nicht einig darüber, dass das ein wunderschönes Märchen ist, wir total glücklich und verliebt in Julia Roberts sind?
Johannes Franke: Ja, aber wirklich, Julia Roberts ist einfach der Hammer. Guckt euch es an und ignoriert den Rest. Ihr könnt gerne eine Compilation zusammenstellen, nur Jerry Roberts die ganze Zeit. Das ist vollkommen in Ordnung.
Florian Bayer: Ja, und die Reaction Shots, die sind auch ganz wichtig. Es gibt so viele davon. Wie gesagt, wenn sie durchs Hotel geht, wenn sie zum ersten Mal den Großeinkauf gemacht hat und dann der Barney, der Hector ... Alessandro einmal nur so kurz guckt und lächelt. Geil.
Johannes Franke: Ich glaube, es ist ein guter Moment, um in die Top 3 reinzugehen.
Florian Bayer: Bitte.
Johannes Franke: Unsere, äh, Top 3. So, Modern Fairytale.
Florian Bayer: Ja, moderne Märchenwold. Ich habe zwischen zwei Top-3-Kategorien geschwankt. Entweder Top-3-Sexwerk. Oder Top 3 Fairy Tales. Und weil ich den Film als Fairy Tale viel besser finde als als Sexwork-Geschichte. Es gibt viel bessere Filme über dieses Thema als ihn. Einfach, weil es Filme gibt, die sich halt viel... viel dezidierter damit auseinandersetzen, dachte ich, die Top 3 Märchen sind es.
Johannes Franke: Es hätte auch die Top 3 Filme, die einen Songtitel haben, sein könnten.
Florian Bayer: Oh, das wäre auch cool gewesen. Verdammt. Okay, das müssen wir das nächste Mal nehmen. Wir brauchen von dir einen Film mit einem Songtitel.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Und dann müssen wir dazu eine Top 3 finden.
Johannes Franke: Yesterday hatten wir schon, tut mir leid.
Florian Bayer: Aber den mochtest du ja gar nicht so sehr. Nicht so sehr. Okay, Top 3 Märchen, die modern sind, beziehungsweise in der modernen Zeit spielen.
Johannes Franke: Ich möchte raten, du hast John Wick mit drin.
Florian Bayer: Nein. Ah! Ich hatte überlegt, John Wick mit reinzunehmen, aber ich wollte es mal nochmal ein bisschen... Aufpeppen mit anderen Sachen, die wir noch nicht hatten. Mir ist das nicht gelungen.
Johannes Franke: Ich hab wieder die üblichen Verdächtigen.
Florian Bayer: Dann bring mal deine Top 3. Aber das ist ja auch gut, so setzen sich die Filme nach und nach beim Publikum fest, die du für besonders sehenswert hältst.
Johannes Franke: Ah, okay. Dann wiederholen wir einfach, was wir schon ein paar Mal hatten. Was ist dein Platz 3? Ich muss auch traditionell erstmal sortieren. Also, ich sag jetzt einfach mal Platz 3. Edward Scissorhands.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist sehr nah am Märchen dran. Voll. Also es ist noch nicht einmal so richtig modern. Also es ist irgendwie in die Moderne geholt. Ja. Aber es ist schon sehr, sehr, sehr artifiziell überhöht, dass man sagen könnte, das ist so eine 50er Bonbonfarben-
Florian Bayer: amerikanisches Vorortmärchen passt schon. Auch weil sich sehr viel mit der sozialen Dynamik in den Suburbs auseinandergesetzt wird. Also das auf jeden Fall würde ich, gebe ich, auf jeden Fall. Hätte ich auch bei meinen Honorable Mentions drin gehabt.
Johannes Franke: Ach schön. Okay, dann Platz 3.
Florian Bayer: Mein Platz 3 ist ein meiner Meinung nach unterschätzter Film, der oft bei den von M. Night Shyamalan, dem großen Regisseur. Das Mädchen aus dem Wasser, Lady in the Water, der oft zu seinen schlechten Filmen gezählt wird. Es gibt ja bei ihm so... Zwei Kategorien von Filmen, entweder die, wo sie alle sagen, oh ja, jetzt hat er mal wieder was ganz gut hingekriegt und die, wo sie sagen, totale Katastrophe.
Johannes Franke: Nein, die zweite Kategorie heißt nicht totale Katastrophe, sondern die heißt, okay... Wieder nicht so richtig glaubwürdig, aber sehr entertaining.
Florian Bayer: Ja, aber nur aus falschen Gründen. Also so Filme wie The Happening. die wirklich, wo man sich fragt, wie kann jemand in Hollywood rumlaufen, der solche Filme dreht?
Johannes Franke: Ich glaube, seit der ersten Episode, die wir aufgenommen haben, verteidige ich schon mal an.
Florian Bayer: Lady in the Water wird zur zweiten Kategorie gezählt und ich kann es nicht verstehen, er gehört definitiv, also meiner Meinung nach gehört er zu seinen besten Filmen und Ganz toll die Geschichte von einer Meerjungfrau, die in einem Pool ist und in einem, in so einem kleinen Wohnblock und die dann von dem Hausmeister da gefunden wird und darum wird dann Wirklich eine schöne, ein bisschen düstere Märchengeschichte.
Johannes Franke: Ich wollte gerade sagen, ein bisschen düster ist es schon.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, ja.
Johannes Franke: Okay, Platz zwei bei mir. Ich kann es schon fast nicht mehr hören, aber ich liebe diesen Film und täglich grüßt das Mummeltier.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Eine Liebesgeschichte, ein Liebesmärchen irgendwie, was aber viel größer ist als nur der Liebesanteil. Aber wir haben da lange drüber geredet und auch in einer anderen Episode später nochmal angefangen darüber zu reden. Völlig aus dem Nichts raus. Also häute ich einfach den anderen Rest an. Es ist großartig. Wir haben auch einen interessanten Take auf dem Film.
Florian Bayer: Wenn es eine Konstantin in unserem Podcast gibt, ist es, dass wir jede zweite Episode täglich größtes Murmeltier referieren.
Johannes Franke: Wieder und wieder und wieder und immer wieder.
Florian Bayer: Ein gutes Zeichen dafür, wie zeitlos dieser Film ist. Vielleicht der beste Film aller Zeiten.
Johannes Franke: Zeitlos im wahrsten Sinne des Wortes.
Florian Bayer: Mein Platz sei, ich komme nicht aus dem Meerjungfrauen-Thema raus, von Guillermo del Toro, The Shape of Water aus dem Jahr 2017. Das ist mit Water. Ja, ich hab's mit Worte offensichtlich, der die Geschichte von einem Wesen im Wasser erzählt, in das sich dann eine Frau verliebt, die da arbeitet und wie man es von Guillermo del Toro gewöhnt ist, diese Mischung aus Pathos und Romantik und sehr viel Düsternis an wunderschöner
Johannes Franke: Ich glaube fast alle seine Filme lassen sich ins Märchen-Genre irgendwie einsortieren.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Der ist ja wirklich sehr in der Richtung verwurzelt. Gehen wir in meinen Platz 1 und ich glaube, das habe ich noch nicht zu oft genannt, aber ich frage mich warum, Pushing Daisies.
Florian Bayer: Eine Serie. Wow, die ist alt, ne? Die ist 2000er.
Johannes Franke: Ja, weiß ich nicht ganz genau. Moment, Moment, das müssen wir jetzt ganz genau rausfinden. Pushing Daisies. 2007. 2007.
Florian Bayer: Als gerade dieser Hype angefangen hat, dass Serien gut sein können, so nach Lost. und so Breaking Bad ... Wann war Breaking Bad? Das waren ja so ... Breaking Bad war so nach Lost das zweite große, wo sie gesagt haben, Serien können was. Breaking Bad hat 2008 angefangen. Und das war ne tolle Zeit für Serien, ne?
Johannes Franke: Ja, absolut. Das ist natürlich, wo die Scheunenklappen plötzlich aufgehen, wenn man denkt, oh, okay, das geht also auch. Also volle Kannereien bitte. Und Pushing Daisies hat leider nur zwei Staffeln bekommen. Die sind irgendwann einfach abgesägt worden, weil es irgendwie dann doch zu quietschbunt und nice war. Zu speziell. Ja, es war zu speziell und die Leute mochten, glaube ich, eher die Breaking Bad-Richtung, ne? So dieses... düstere und sich da rein fühlen und oh, was für ein Scheißkerl, aber ich mag ihn. Und hier war halt immer zuckersüß alles. Und das mit Kristen Chenoweth, die ich total liebe, die ein unglaubliches Comedy-Talent hat und eine unglaubliche Gesangsstimme. Und die beiden Figuren, wo einfach die sich nicht berühren können, weil die eine sonst stirbt, weil... Weil sie schon mal gestorben ist und der andere sie zum Leben erweckt hat. Und wenn da Berührung nochmal passieren würde, dann würde sie wieder sterben.
Florian Bayer: Was für eine bizarre Geschichte. und so toll und bunt erzählt und wirklich schön und naiv. Das ist so süß.
Johannes Franke: und ich liebe es und es gab so einen süßen Humor dabei, der auch so ein kleines bisschen nicht nur zuckersüß war, sondern in diesem zuckersüßen Setting immer mal so kleine Seitenhiebe, wo man dachte, oh mein Gott, wie geil. Also es war schon wirklich toll. Sehr märchenhaft, sehr fairytale.
Florian Bayer: Auf jeden Fall sehenswert. Wenn ihr eine gute, etwas vergessene Serie gucken wollt aus den 2000ern, die ist es.
Johannes Franke: Dass du die mochtest, ist mir ein bisschen suspekt.
Florian Bayer: Ich fand, die Serie hat damals gezeigt, es gab so ein Zeitfenster, wo Serien besser waren als Kino. Die hat so Zeug gemacht, was Tim Burton damals halt schlecht gemacht hat, hat die Serie plötzlich gut gemacht. Barry Sonnenfeld übrigens in der Produktion.
Johannes Franke: Ja, ja, stimmt, genau.
Florian Bayer: Mein Platz 1.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Habe ich auch schon mal genannt. Beasts of the Southern Wild. Ein amerikanischer Film über eine... über ein kleines Mädchen, das mit ihrer Familie in Louisiana lebt. Und die werden... permanent bedroht davon, dass halt da gebaut werden soll und sie sollen von ihrem Land vertrieben werden. Und neben dieser Geschichte wird dann eben erzählt, wie sie sich in so einer Art Traumwelt bewegt, die voll ist mit Naturgeistern und Monstern, die sich in der Natur bewegen. Fast schon zu realistisch für ein Märchen. Es bleibt auch immer so ein bisschen schwammig, ob was jetzt Fantasie ist und was Wirklichkeit ist, aber eine tolle Kombination von moderner Sozialkritik mit diesem märchenhaften Ambiente.
Johannes Franke: Schön. Wieder eine Top 3. Wow. Unsere Top 3. Okay, aber lass uns zurück in den Film gehen, in unser modernes Märchen, das... auch teilweise ein bisschen sehr zuckersüß daherkommt.
Florian Bayer: Ich zitiere den Guardian. Aus dem Jahr 2015. Retrospektive auf den Film. Pretty Woman is the Story of a Sex Worker. Not the story of a victim of sex trafficking. Linking the two is like saying nearly every romantic comedy ist ein Myth, weil Arranged Marriages oder Domestic Violence still entstehen. Wir sollten nicht glauben, dass das Myth der Romantik Liebe ist.
Johannes Franke: Okay, okay, ja. He's got a point.
Florian Bayer: Ich glaube, das ist noch sie, aber ich weiß es nicht sicher. Ich sollte nicht nur... They've got a point. Ben Beaumont Thomas. Es ist offensichtlich ein He.
Johannes Franke: Wir wissen es nicht. Das ist auch ein Name, den man sich als Non-Binary durchaus aussuchen würde, um das ein bisschen zu... Also es ist nicht so klar.
Florian Bayer: Ja, okay, du hast recht. Das Schöne, ich finde es toll, weil das im Guardian ist, das große britische linke Blatt.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Dass nun wirklich nicht dafür bekannt ist, Hollywood-Kapitalismus zu verteidigen mit diesem Take auf den Film und das ist der Take, den ich auch nehmen würde.
Johannes Franke: Ja, also ich glaube, es ist der schlauere Move, auch wenn man sich nicht immer aussuchen kann, wenn man einen Film guckt, aber der schlauere Move, sich den Film einfach... so anzuschauen, dass dieser ganze Kapitalismus-Scheiß und dieses ganze Furchtbarkeit, Ich bin glücklich, wenn ich Geld habe, endlich oder so. Ich werde die große Liebe finden, indem ich... ich weiß nicht, aufsteige im sozialen Gefüge, ich weiß nicht, solche Sachen. Wenn man die sich einfach wegnimmt und einfach nur Spaß an Julia Roberts hat. Oder? Also ich meine, man muss einfach sein Gehirn mal ein bisschen davon lösen. Ausschalten. Nein, richtig, ausschalten nicht. Aber das wäre zu böse. Aber ich glaube... Man nimmt sich zu viel weg, wenn man sich das Vergnügen wegnimmt.
Florian Bayer: Es ist ein Märchen. Und wir schauen gerne Märchen. Wir schauen... oft Märschen, die auch Themen romantisieren und ohne das zu kritisieren und ja, natürlich bei dem Thema ist es schwieriger. Aber ich glaube, auch dieses Thema kann als Märchen erzählt werden, ohne dass man sich dabei schäbig fühlen muss. Sowohl das kapitalistische Thema, Thema, was ja ständig in Märchen vorkommt, wie Christmas Carol oder so, als auch das Sexwork-Thema. Und dieser Film ist halt so perfekt inszeniert, dass er das möglich macht.
Johannes Franke: Könntest du dir vorstellen, einen Pretty Woman Film von Werner Herzog zu sehen? Richard Gere hat Werner Herzog einmal angesprochen, ob er, als es noch ein düstereres Drama war, ob er das vielleicht die Regie führen würde.
Florian Bayer: Es wäre ein komplett anderer Film geworden.
Johannes Franke: Völlig komplett anders.
Florian Bayer: Aber ich kann mir vorstellen, dass es trotzdem ein guter Film geworden wäre. Ich glaube, dann wäre es halt nicht mehr das Märchen, was wir heute kennen, dann wäre es nicht der große Erfolg geworden. Aber es wäre bestimmt auch ein guter Film geworden. Ich glaube, man kann das Thema auch, das Originalskript von Lawton kann einiges. Das ist auf jeden Fall gut. Das ist nicht dieser Film. Aber das könnte man nehmen. Daraus könnte man einen guten Film machen. Und ich find's total okay, dass Touchstone und Disney gesagt haben, nee, wir wollen was anderes machen. So funktioniert halt Hollywood auch irgendwie. Das Ergebnis ist gut und deswegen glaube ich, kann man beides sehen. Man kann das als wirklich tollen Film sehen und froh sein, dass dieser Film existiert. Und gleichzeitig, ja, interessant wäre es trotzdem noch mal zu sehen, wie Werner Herzog das düstere Drama gemacht hätte. Vielleicht nicht mit Richard Gierden, vielleicht wäre das dann eher Daniel Lewis gewesen.
Johannes Franke: Ja, ja. Würde der Film auch mal funktionieren, jetzt stelle ich die ganzen bösen Fragen, wenn wir eine schwarze Schauspielerin gehabt hätten?
Florian Bayer: Es hätte auf jeden Fall einen anderen Ballast mit sich getragen und wäre, glaube ich, auch möglich. Ich weiß nicht, ob das ein bisschen... Es wäre vielleicht ein bisschen unglücklich. Also man würde sehr schnell in dieses White Xavier Phänomen reinrennen. Wobei, wenn sie es schaffen, Wenn sie es schaffen, dass trotzdem was Julia Roberts gemacht hat, wenn das eine andere Schauspielerin auch umsetzen kann, das heißt, diese starke und dieses Empowerment, betonen. Ja, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Das Ding ist halt, dass der Hypocrite-Ansatz dieses Films dann noch stärker rausfallen würde. Auf jeden Fall, ja. weil Amerika einfach nicht so funktioniert hat. Also auch immer noch nicht funktioniert. Es ist einfach völlig an der Realität vorbei dann.
Florian Bayer: Ja, das stimmt.
Johannes Franke: Und es macht einem das Ganze sehr bitter. Deswegen glaube ich, dass das nicht so gut funktionieren würde. weil sich Hollywood dann zu sehr da reinsetzen würde in, oh, wir haben da ein Problem, ein gesellschaftliches und wir Drück mal richtig schön rein in die Wunde.
Florian Bayer: Glaubst du, wer der Film... Jetzt darf ich nochmal eine Frage stellen. Glaubst du, wenn der Film heute inszeniert werden würde oder ein Film, der ähnlich ist, der auch so ein Thema hat und so inszeniert werden würde... Glaubst du, das würde beim Publikum durchkommen? Oder muss ein Film heute mehr leisten, wenn er so ein Thema hat?
Johannes Franke: Das ist eine schwierige Frage, weil nämlich ich in der heutigen Zeit diesen Film gucken kann und Spaß daran haben kann. Aber Natürlich weiß ich, dass der Film sehr alt ist. 1990? Mhm. Das ist lange her und ich sortiere den im Kopf beim Gucken ein in die Zeit. Ich glaube, es funktioniert nicht mehr so gut.
Florian Bayer: Ja, ich glaube auch. Ein Film müsste heute ein bisschen mehr liefern. Und ein Film müsste sich anders damit auseinandersetzen.
Johannes Franke: Mhm. Was ja nicht heißt, dass er nicht trotzdem funktioniert, aber eben nur aus der Warte heraus, dass er eben in dieser Zeit entstanden ist. Und dass die ganzen Verhaltensweisen, wie sie sich zueinander verhalten und so, sind sehr, sehr authentisch diese Zeit. Und dadurch nehme ich dem Film auch alles das ab.
Florian Bayer: Aber um das vielleicht noch dazu zu sagen, ein Film kann auch anders funktionieren und sich trotzdem das Märchenhafte bewahren. Und ich glaube, ein Beispiel hatten wir in diesem Kinosommer mit dem Barbie-Film. der es geschafft hat, dieses Gesellschaftskritische reinzubringen und trotzdem Märchen zu bleiben.
Johannes Franke: Okay. Ja, ich hab Barbie noch nicht gesehen.
Florian Bayer: Bevor ihr mit Teer und Federn loszieht, wir zeichnen sehr viel... vorher auf. Das heißt, der Barbie-Film läuft, während wir diese Episode aufzeichnen. Jetzt ein tiefer Blick hinter die Kulissen und vergesst das bitte ganz schnell. Der Barbie-Film läuft erst eine Woche, wenn wir das gerade aufzeichnen. Ich wette mit euch, wenn ihr diese Episode hört, hat Johannes den Barbie-Film gesehen. Ja, Barbenheimer.
Johannes Franke: Ich hab alle beide wahrscheinlich hintereinander geguckt.
Florian Bayer: Ich hab Oppenheimer noch nicht geguckt.
Johannes Franke: Ah, du musst den Flemmen gucken. Ich habe ihn auch nicht gesehen. Es muss einfach passieren. Ich bin sehr gespannt. Wir haben eigentlich viele Filme zu besprechen. Es gibt jetzt auch Dingens of Light. Wie heißt das? Egal, ist jetzt auch auf Disney Plus, das müssen wir uns auch irgendwann anschauen. Aber es sind so aktuelle Filme, wir müssen ein bisschen Varianten
Florian Bayer: Ihr könnt uns ja mal schreiben. Also wir diskutieren auch öfter drüber, wie aktuell wollen wir sein. Und natürlich ist das Ziel dieses Podcasts eher so die ollen Kamellen wieder hervorzuholen, die man liebt.
Johannes Franke: Aber wir wollen eine gute Mischung zu haben.
Florian Bayer: Ja, eine gute Mischung zu haben. Würdet ihr lieber öfter neue Reviews hören zu neuen Filmen? Schreibt uns das gerne. Weil wir sind da auch selbst so, wir schlackern da immer so ein bisschen hin und her. Ich könnte mir total gut vorstellen, dass wir mal noch eine Bartenheimer Review machen, wo wir beide Filme besprechen gleichzeitig oder so. Schreibt uns, soll... Sollen wir mal mehr neues, frisches Material hervorkraben? Oder sagt ihr, nee, nee, ich will nur Filme aus den 30ern. Das ist das, was ich von euch hören will.
Johannes Franke: Ich hab die tolle Vision davon, wie wir beide Filme, Barbie und Oppenheimer besprechen, aber ich spreche immer nur über Barbie und du immer nur
Florian Bayer: Ich hätte ja gedacht, wir machen eine Review, wo wir das so machen, als ob das ein Film wäre. Wir versuchen darüber zu reden, sowohl in der Kritik als auch in der Inhaltszusammenfassung, als auch im Subtext, als ob es ein Film wäre, ein Fünf-Stunden-Meisterwerk, Badenheimer. Krita Gerwig und Christopher Nolan in Zusammenarbeit.
Johannes Franke: Fuck, Blor, kriegen wir das hin?
Florian Bayer: Wir könnten es versuchen. Schreibt uns, ob ihr das hören wollt oder ob ihr die Idee total gaga findet. johannes-at-mussmann-sehen.de oder florian-at-mussmann-sehen.de Ah, okay.
Johannes Franke: Überhaupt schreibt uns, ne?
Florian Bayer: Und macht das, was in diesem komischen Jingle vorhin gesagt wurde.
Johannes Franke: Genau. Also Reviews und Sterne helfen uns eigentlich am meisten. Wenn ihr uns irgendwie unterstützen wollt, schreibt. uns und irgendwie so eine Review bei Apple und bei Spotify oder sowas und dann könnt ihr Sternchen hinterlassen. Also am besten fünf oder so.
Florian Bayer: Und wir freuen uns über jede Zuschrift.
Johannes Franke: Ja. Das haben wir doch schon gesagt.
Florian Bayer: Wir müssen jetzt irgendwie zu einem Punkt kommen, wo wir das Publikum gebührend verabschieden. Das Urteil.
Johannes Franke: Okay, toller Film. Guckt ihn euch an. Schaut ihn auch nach 30 Jahren, 40 Jahren, wenn auch in der Zukunft irgendwie, guckt ihn immer wieder an, es lohnt sich und wenn er auch nur eine Zeitreise ist in eine andere Welt. Wo die Dinge noch anders funktioniert haben. Wo man mit Geld alles lösen konnte.
Florian Bayer: Mehr habe ich dazu auch nicht zu sagen. Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche. Danke Johannes, dass du den Film geguckt hast und es freut mich sehr, dass du doch auch so begeistert davon warst.
Johannes Franke: Danke, dass du ihn vorgeschlagen hast.
Florian Bayer: Und wenn ihr wissen wollt, was Johannes mir nächste Woche aufgibt, dann müsst ihr kurz dranbleiben. Ansonsten euch eine gute Woche. Wir hören uns.
Johannes Franke: Bis dann. Ciao. So, Plo, ich hab dann noch was für dich.
Florian Bayer: Ja, lass hören.
Johannes Franke: Ich hätte, weil wir seltsamerweise noch gar keinen Tim Burton hatten. Wir hatten mal einen Pseudo Tim Burton, das war Nightmare Before Christmas.
Florian Bayer: Der auch Tim Burtons Nightmare Before Christmas heißt.
Johannes Franke: Der aber nicht wirklich von Tim Burton ist. Also der hat als Produzent und so. Aber das ist auch echt.
Florian Bayer: Das ist echt gemein. Wir haben auch viel darüber gesprochen, wie gemein, dass Henry Selig gegenüber ist. wirklich einen tollen Film gemacht hast.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Und auch einen sehr Burton-esken, nicht Burton-Film.
Johannes Franke: Ja, genau. Und der hat sich da voll reinbegeben.
Florian Bayer: Was hast du denn von Burton? Da gibt es ja einiges.
Johannes Franke: Es gibt einiges. Und ich weiß, dass du irgendwann mal einen Threshold hattest, wo du sagtest, jetzt nicht noch ein Tim Burton. irgendwie hat er immer noch den gleichen Stil. Das ist wie bei Wes Anderson bei dir irgendwie ein bisschen.
Florian Bayer: Genau. Burton habe ich irgendwann gelernt zu... Zu hassen ist zu viel gesagt, aber langweilig zu finden.
Johannes Franke: Jetzt bin ich gespannt, ist Big Fish in dieser Phase oder ist der noch früher gewesen?
Florian Bayer: Ich muss jetzt nicht spoilern für die nächste Episode, oder? Big Fish habe ich gesehen. Aber es ist auch schon lange her. Ich habe gar keine große Erinnerung mehr dran.
Johannes Franke: Jetzt bin ich mal gespannt. Okay, wir verraten es nicht. Ich bin gespannt. Du schaust den Film nochmal und überlegst nochmal, ob der schon drüber ist oder ob das noch okay ist. Ja, dann bin ich gespannt. Wir gucken Big Fish. Viel Spaß. Nächste Woche sehen wir uns, hören wir uns wieder. Bleibt gesund. Bis dann.
Florian Bayer: Bis dann. Ciao. Ciao.
