Episode 138: M – Eine Stadt sucht einen Mörder und Fritz Lang sucht den Tonfilm
Wir haben endlich mal wieder Besuch. Aus Zürich ist uns Weinkenner und Filmliebhaber Christian zugeschaltet, der mit seinem eigenen Podcast 101 Jahre des Filmes durch die komplette Filmgeschichte wandert. Uns hat er den Fritz Lang Klassiker „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ aus dem Jahr 1931 mitgebracht.
Gemeinsam sprechen wir über Fritz Langs Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm, über die Darstellung von Stadt und Milieu in diesem dokumentarischen Film und über die Verschränkungen von Thriller und Drama, Realismus und Fiktion, Expressivität und Sachlichkeit.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 138: M – Eine Stadt sucht einen Mörder und Fritz Lang sucht den Tonfilm Publishing Date: 2023-08-23T08:27:34+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/08/23/episode-138-m-eine-stadt-sucht-einen-moerder-und-fritz-lang-sucht-den-tonfilm/
Florian Bayer: Ich stelle mir ganz gerne so eine alternative Realität vor, in der Fritz Lang Goebbels Angebot annimmt und Deutschland im Jahr 1936 pleite ist, weil er den großen Propagandafilm für die NSDAP dreht und die Reichsfilmkammer alles an Geldern da reinpulbern muss, so Metropolis-Style und dann der Nationalsozialismus beendet wird, weil sie einfach kein Geld mehr haben, weil Fritz Lang alles für seinen großen Film gebraucht hat.
Johannes Franke: Es ist wieder Mittwoch. Mittwoch, Mittwoch, wir veröffentlichen Mittwoch, richtig? Herzlich Willkommen Plor hier in meiner Küche und wir haben einen Gast hier. Herzlich Willkommen Christian. Hallo. Hallo zusammen.
Florian Bayer: Christian, der leider nicht in deiner Küche sitzt, sondern wo sitzt du Christian? Ich sitze in meinem Arbeitszimmer.
Johannes Franke: Und in welcher schönen Stadt? In Zürich. Zürich. In der schönen Schweiz. Man hört das gar nicht. Du hast keinen typischen Züricher. Kannst du den rausholen soeben mal? Würde ich gerne, aber ich bin Deutscher. Verdammt. Wann hat es dich dann in die Schweiz verschlagen? Vor vier Jahren. Mit meiner Freundin, sie ist Schwarzerin und von der UK, wo wir damals gewohnt haben, sind wir dann in die Schweiz gekommen, vor vier Jahren. Vier und halb schon fast.
Florian Bayer: Das heißt, wir haben einen Klobetrotter heute zu Gast. Du warst in Deutschland und dann in den UK und jetzt bist du in der Schweiz.
Johannes Franke: Ja, also Deutschland habe ich schon seit 15 Jahren verlassen. Oh, okay. Ja, 16 Jahre verlassen. Also in England, Schottland, zehn Jahre. Also auf der Insel, sagen wir mal so. Zehn Jahre und jetzt vier Jahre in Zürich. Und davor noch ein Jahr. Ja, da war ich wirklich mein Österreich, mein Spanien. Wie es halt so ist, mit 23, 24. Ja, wie man das so macht. Ich war auch, ich war zehn Jahre in Berlin. Du bist wirklich ein Berliner Urgestein, ne? Nein, ich bin ja in Leipzig geboren, aber ich habe ja, naja. Aber das heißt, du bist nicht nur Klobetrotter im geografischen Sinne, sondern du bist auch filmischer Klobetrotter? Oh, schöne Überleitung, ja. Wir haben uns heute von dir verführen lassen, M. Eine Stadtsucht, einen Mörder zu gucken von Fritz Lang. Ein Langfilm.
Florian Bayer: Oh mein Gott. Ich habe den extra aufgeschrieben. Den ganzen Tag, oder?
Johannes Franke: Ja, dann hätten wir die Liebe umschauen müssen. Der geht für eineinhalb Stunden. Ach, okay, verdammt.
Florian Bayer: Um das vielleicht noch abzurunden, du machst ja auch selbst einen Podcast, ne? Wie heißt denn der?
Johannes Franke: Ja, genau. Der ist 101 Jahre des Filmes, wo ich halt 101 Filme vorstelle aus 101 Jahren Filmgeschichte. Das heißt, die Idee kam mir vor einem Jahr, vor knapp über einem Jahr, wo ich gesagt habe, ich interessiere mich schon sehr für Filme. Ich möchte mich aber halt weiterbilden. Gerade jetzt die Stundenfilmzeit oder so, da habe ich eigentlich nicht so viel Ahnung. Deswegen wollte ich mich so richtig mal tief in die Materie einarbeiten, verschiedene Filme schauen. Und dann habe ich mir gedacht, ach, wieso, ich möchte das mit anderen auch teilen. Vielleicht gibt es auch ein paar Freaks, Verrückte, die das so mögen und lieben, Nerds, die auch so auf Stummfilme stehen und auf 30er, 40er, 50er Jahre Filme. Und da kam die Idee.
Florian Bayer: Das heißt, du hast angefangen, 101 Jahre, das heißt, du hast 2022 angefangen?
Johannes Franke: Genau, 2022. Letztes Jahr habe ich angefangen, aber ich fange von 1919 an. Also der erste Film, den ich vorgestellt habe, er war das Kabinett des Dr. Caligari. Muss natürlich ein deutscher Film sein, um das anzufangen. Und ich habe mir gedacht, ja, eigentlich sagen viele 1920, aber der wurde produziert 1919. So, und die Uraufführung war auch Ende 1919. So habe ich den mit reingenommen. Okay. Großenrolle, also wirklich Hammer. Genau, und dann halt geht es dann sukzessive weiter. 1920 dann. Gott, was war 1920 eigentlich? Oh, die Wissen.
Florian Bayer: Oh, oh. Es ist schon ein Jahr her. Moment, ich habe es ja tatsächlich vor mir. Aber viel spannender ist die Frage, wie weit bist du denn mittlerweile? Bist du schon im 21. Jahrhundert angekommen? Ähm, nee. Wo befinden wir uns gerade?
Johannes Franke: Das Ding ist, ich habe die ersten zehn Episoden ziemlich rasant rausgehauen, so ungefähr zwölf Wochen oder so. Aber jetzt, dadurch, dass es jetzt mehr Material gibt, dauern die länger. Also ich habe jetzt gemerkt, dass ich mir doch mehr Zeit nehmen möchte. Ich bin jetzt bei 1935.
Florian Bayer: Oh, noch nicht mal im Zweiten Weltkrieg angekommen.
Johannes Franke: Also es wird wahrscheinlich ein Projekt sein, das mich, ja, dieses Jahrzehnt da beschäftigt. Ja. Ja, aber.
Florian Bayer: Das Tolle ist ja, wenn du dann fertig bist mit dem 20. Jahrhundert, dann ist das 21. Jahrhundert schon so weit fortgeschritten, dass du dann wahrscheinlich als Klassiker Oppenheimer machen kannst. Und weißt, dass noch 20 weitere Filme kommen, wirst du überhaupt irgendwie in unserer Zeit der dann.
Johannes Franke: Wer kann sich da erinnern, ne? The Flash, was? Ja, genau. Zum Beispiel, ja, ja. Aber ja, es ist auf jeden Fall eine große Liebe und ich liebe es einfach, mich mit den Filmen zu beschäftigen und so weiter. Und man sieht auch diese ganzen Querverweise und Filmeschichtliche auch und man schaut halt auf, auf welche Filme diese heutigen auch bauen. Also jetzt bin ich gerade jetzt bei 1935, ein kleiner Spoiler. Es ist Captain Blood unter Piratenflagge und ein wunderschöner Film mit Arrow Flynn in der Hauptrolle von 1935. Ah, der gute alte Arrow Flynn.
Florian Bayer: Nur echt mit schickem Schnauzer. Oh ja. Also Leute, wenn ihr mehr von Christian hören wollt, sucht nach 101 Jahren des Films. Also man findet ihn auf Instagram, man findet ihn auf Amazon Music und überall sonst, wo es Podcasts gibt. Und hört mal rein, es lohnt sich auf jeden Fall. Und Reisen in die Filmgeschichte sind natürlich immer hörenswert. Ja, immer hörenswert.
Johannes Franke: Und das machen wir auch heute. Ich nehme an, wir werden viele Querverweise von dir hören. In M, eine Stadt sucht einen Mörder. Wir haben ja durchaus mit Fritz Lang jemanden, der eine sehr bedeutsame Filmgeschichte hat. Da werden wir vielleicht auch drauf eingehen. Naja, den einen oder anderen Darsteller des Films.
Florian Bayer: Wir haben total spannende Geschichten eigentlich rund um die ganzen Leute, die an dem Film beteiligt waren. Weil es ist natürlich auch eine spannende Zeit und es ist viel passiert. Und wir haben eigentlich alles. Wir haben die Kollaborateure, genauso wie die Emigranten, die die um ihr Leben gefürchtet haben. Die die dann irgendwie mitgemacht haben. Das ist alles vorhanden in diesem Film, was Carsten Crew betrifft. Aber vielleicht ganz kurz, warum hast du denn M ausgesucht für uns als Film für heute?
Johannes Franke: Ja, wie ich es schon eingeteasert habe, für mich eines der besten deutschen Filme überhaupt. Ich denke mal, der ist einfach... Von Fritz Lang kennt man eher so Metropolis zum Beispiel. Das ist so der Große. Der ist natürlich auch super, aber ich finde halt, da hat Fritz Lang alles vereint, was ihn ausmacht, finde ich. Und er hat auch sehr viel experimentiert. Man muss sich überlegen, 1931. Tonfilm gab es seit drei Jahren maximal. Und er hat so viel, wir werden bestimmt darauf eingehen, was den Ton angeht. Und davon hat er so vieles erfunden oder weitergeführt, dass sich viele andere Filme haben den als Beispiel genommen für die Filmmeschichte. Von daher, er wurde auch sehr viel analysiert. Ich glaube, es gibt keine Filmschule, die er nicht analysiert. Aber er ist nicht trocken. Ja, es ist spannend. Es ist wirklich... Ich habe ihn gestern nochmal gesehen und du bist einfach drin. Und die zwei Stunden gehen so schnell vorüber. Und der ist so, wie sagt man, so tight, oder? Ja. Da gibt es halt so viele verschiedene... Die Charaktere machen Spaß. Es ist ein richtiger Berliner Film, weil man sich den anschaut, oder? Ja, stimmt. Und von daher, ja, Fritz Lang kann man sagen, was man will. Aber dieser Film ist einfach ein Meisterwerk, finde ich. Okay, über Fritz Lang werden wir sagen, was wir wollen. Aber wir können ja mal in den Film so ein bisschen reingehen, was den Film denn genau so sehenswert macht. Oder vielleicht, wo die auch Probleme liegen vielleicht. Aber bevor wir das tun, ich möchte euch gerne Tee anbieten. Dir, Christian, kann ich leider keinen Tee anbieten. Es tut mir leid. Plur, möchtest du Tee? Ja, bitte.
Florian Bayer: Womit wir auch während Johannes Thärenschenk noch mal zu einem ganz wichtigen Fakt kommen können. Christian ist nämlich nicht nur Filmliebhaber, sondern auch Weinliebhaber. Du arbeitest nämlich auch als...
Johannes Franke: Ich arbeite als Sommelier. Das heißt, ich berate rund um Wein. Was zum Essen passt, passt der richtige Wein. Fragt mich, ich weiß alles. Und ja, diese Liebe halt, Filme und Wein. Und das geht natürlich auch sehr gut zusammen.
Florian Bayer: Was für einen Wein würdest du denn empfehlen für... Was müssen wir trinken, um diesen Film gut genießen zu können? Berliner Wein? Gibt es gute Berliner Weine? Es gibt keinen Berliner Weine, oder?
Johannes Franke: Es gibt leider keinen Berliner Weine. Berliner Weiße vielleicht. Berliner Weiße, Rot. Blutrot, bitte, ja. Aber passt auch wirklich besser als ein Wein vielleicht zum Film, muss man schon sagen. Ja, ich denke mal, Bier, es kommt auch vor, ein 1, 2, 10. Es kommt auch Cognac vor, aber Cognac über zwei Stunden, ein bisschen hartmäßig, oder? Ja, aber ich denke mal, obwohl eigentlich in dem Film wird ja nicht gesagt, dass er Berlin spielt. Das ist einfach eine Metropole, aber man hört die Leute, wie die miteinander reden, das ist sehr berlinerisch. Und der Alex spielt eine Rolle und so, ne? Alex spielt eine Rolle, genau. Also Berliner Kindl, Berliner Weiße, ich denke mal, das passt eigentlich sehr ganz gut.
Florian Bayer: Aber vielleicht so ein guter Wein zu einem Mörderfilm oder zu einem Thriller? Irgendwie, keine Ahnung, ich bin echt kein Weinexperte. So ein schwerer Rotwein?
Johannes Franke: Ja, Chirass zum Beispiel oder ein Cabernet Sauvignon oder ein Pinot Noir, wenn es ein Noir-Film ist. Ah, oh, okay, sehr gut. Okay. Ja, so ein schöner, aber so ein schöner Schweizer, aber Chirass finde ich auch von der Farbe her, oder Syrah, wie es in Europa genannt wird, der hat schöne Noten von Bärennoten, aber hat auch was Pfeffriges. Und das passt eigentlich ganz gut zu vielen Schülern. Okay, wir machen ein Trinkspiel draus. Also nicht für uns, sondern für die Zuhörenden. Wenn immer das Wort, welches Wort nehmen wir? Lang fällt, wird getrunken. Okay, ich verlasse mich auf euch da draußen. Gut. Noir Jägermeister. Noir Jägermeister, okay. Oh, okay. Gut, dann wollen wir durch den Film durchgehen oder haben wir irgendwie, vielleicht einmal kurz
Florian Bayer: so die Handlung zusammenfassen, worum geht es denn in dem Film so in ein paar Worten? Es ist ja ein relativ, also auf der Handlungsebene ist es ja tatsächlich ein relativ überschaubarer Film. Wir haben die Geschichte von einer Stadt, die schon ziemlich eindeutig Berlin ist, wenn wir nach Einwohnerzahlen gehen, die von einem Kindesmörder terrorisiert wird. Die Menschen haben Angst. Die Polizei versucht ihn zu fangen, wird ihm nicht habhaft. Und was dann gezeigt wird, eigentlich so als großes Panorama, wie die Öffentlichkeit damit umgeht, welche Paranoia entstehen, wie die Leute sich gegenseitig beschuldigen. Und neben dem Panorama werden sehr viele polizeiliche Ermittlungen gezeigt und auch dieser Kindermörder, wie er sich in der Öffentlichkeit bewegt und wie er mit seiner Krankheit umgeht. Und dann kommt ein großes Plottelement hinzu und das ist die Berliner Unterwelt. Das sind die Kriminellen, die nämlich so überhaupt nicht glücklich darüber sind, und dass der Mörder nicht nur, dass der Mörder Kinder tötet, sondern auch, dass er ihnen das Geschäft kaputt macht, weil die Polizei eben deutlich mehr kontrolliert, deutlich mehr festnimmt, deutlich mehr in der Unterwelt sucht. Und dementsprechend beschließen die Kriminellen dann zusammen mit den Bettlern, den Mörder selbst zu fangen, weil sie sagen, die Polizei kriegt das sowieso nicht hin. Und die zweite Hälfte des Films fasst sich dann vor allem damit, wie die Kriminellen Jagd auf den Mörder machen, wie sie ihm versuchen, habhaft zu werden. Und das mündet in einem ziemlich bizarren Schauprozess, wo der Mörder sich vor Gericht, vor dem Gericht der Unterwelt verantworten muss.
Johannes Franke: Sag mal gleich als erstes, was mir so ein bisschen einfällt, ist, wie kommt dir damit klar, dass dieser Film eigentlich keine wirkliche Hauptfigur hat, vom Gefühl her? Ich find's großartig. Christian, was meinst du? Ja, ich finde auch, das macht den gerade den Reiz aus. Wir haben verschiedene Schlüsselpersonen halt, wie zum Beispiel Lohmann, der Hauptkommissar, natürlich auch den Kindermörder an sich, obwohl wir den erst, ich glaube, erst nach 30 Minuten sehen. Wir hören ihn zwar, sein Motiv hören wir, kommen wir bestimmt danach. Aber wir sehen den relativ früh eigentlich, ich finde. Also sein Gesicht nicht, aber wir sehen über seinen Rücken sehr, sehr früh, wir sehen seinen Schatten sehr, sehr früh. Ja, aber das sind ja wirklich Anleitungen. Wir nehmen aber sehr, sehr früh, auch wenn er den Brief schreibt, sehr, sehr früh seine Perspektive ein. Ist schon so.
Florian Bayer: Um vielleicht da mal so vermittelnd einzugreifen, wir sehen ihn zum ersten Mal vom Spiegel nach 17 Minuten. Ja. Spannend finde ich, ich würde, also ich gebe dir total recht, Christian und dir auch, Johannes, dass wir eher so ein Panorama haben, dass es diese Personen gibt. Aber es gibt meiner Meinung nach schon irgendwie einen Protagonisten und das ist tatsächlich das Berlin. Berlin, aber nicht einfach nur Berlin als große Stadt, sondern vielmehr das Berlin, das Berlin der kleinen Leute. Wir sehen die Arbeiter, wir sehen die Gebrochenen, wir sehen die Kriminellen, die Proletarier, die Bettler, die Gauner. Und das ist für mich so ein bisschen der Protagonist von dem Film. Ja, Berlin Alexanderplatz. Das Berlin der Unterwelt.
Johannes Franke: Ja, ich weiß nicht. Wir sehen halt Berlin, was der Film halt ist, ist noch ein bisschen so die Zeit nach dem ersten Weltkrieg, oder? Es zeigt halt die Stadt, pulsierende Metropole auf der einen Seite, aber Armut und wahrscheinlich noch die Nachwehen vom ersten Weltkrieg. Gerade jetzt die Bettler, die wir sehen, also manche auch mit ein Bein oder zwei Beine halt wahrscheinlich im Krieg verloren. Blind zum Beispiel, genau. Die Veteranen halt und die sehen wir dann auch. Und genauso haben wir auch die Moderne, die da auch mitspielt. Aber wir sehen wirklich diese pulsierende Metropole. Und ich weiß nicht, ob ihr den Film gesehen habt, da geht es schon los, Querverweise. Ob ihr die Dokumentation gesehen habt, Berlin von 1927. Das ist mehr so eine Dokumentation, die über den Tag läuft, also wo man Berlin in einem Tag sieht. Wurde aber gedreht über, keine Ahnung, ein halbes Jahr, neun Monate. Aber es zeigt halt von Anfang an, wie sich halt Berlin nach dem ersten Weltkrieg, und das war für mich faszinierend, wie doch modern das war. Weil ich hatte immer so das Gefühl, oder was mir in der Schule erzählt wurde, ist, dass im ersten Weltkrieg, gerade nach dem ersten Weltkrieg, das alles in Schutt und Basche liegt. Und dass Deutschland bezahlen muss, weil sie ungerecht behandelt wurden und so weiter. Aber wenn man den Film sieht von 1927, Berlin, Großstadt-Sinfonie einer Großstadt, dann sieht man, dass es ziemlich modern ist. Und ich denke mal, darauf tut sich auch ein bisschen lang darauf stützen halt, dass man Berlin als große Stadt sieht, als Metropol, als florierende Metropole. Aber mit der Unterwelt oder mit den Bettlern auch sieht, hey, es ist nicht alles Gold, was glänzt da. Es gibt auch viele Schattenseiten und so weiter.
Florian Bayer: Ich hatte das Gefühl, dass es gerade schon so eine Konzentration eben auf die Gassen gibt. Also man hat auch oft, ich hatte ganz oft auch so einen Kleinstadt-Flair, oder nicht Kleinstadt-Flair, aber so einen Gassen-Flair, so eine Beklemmung, dass gar nicht so sehr diese großen Räume gezeigt werden. Wir sehen nicht sowas wie den Alexanderplatz. Wir sehen nicht sowas wie die Friedrichstraße, sondern wir bleiben irgendwie ganz oft in diesen Häusern, in diesen Gassen, in diesen einfachen Hinterhöfen. Und das, finde ich, macht sehr viel von der Spannung aus, dass wir immer dieses Narrativ von der Großstadt drumherum haben. Aber dass wir eigentlich auch so, naja, dass wir wirklich bei den Leuten sind, die in dieser Großstadt leben. Dass wir halt nicht bei dieser glänzenden Fassade sind, sondern wir sind eben bei denen, die so eine kleine, schäbige Mietwohnung haben und die irgendwie so über die Runden kommen. Und wir sind bei denen, die ihr Geld mit dem Betteln verdienen und abends in so einer Kaschem irgendwo im Hinterhof sitzen, um noch ein Bier zu trinken.
Johannes Franke: Ja, ich würde sogar noch weiter gehen. Ich habe fast das Gefühl von einem Dorf, aber eben nur durch die Art und Weise, wie es gefilmt ist. Gar nicht so sehr durch die Themen oder durch das, was mit der Polizei passiert ist. Ja, ein großes Aufgebot und dann wird gezeigt, wo die alles lang gehen. Aber es sind nicht die ganz großen Totalen, die die Rolle spielen, sondern das sind tatsächlich die kleinen Schicksale, die kleinen Geschichten, die kleinen Interaktionen, die für mich bedeutender sind in dem Film als jetzt das große Großstadtfeeling da irgendwie. Deswegen widerspricht sich das für mich ein klitzekleines bisschen. Aber es ist halt auch im Studio entstanden, muss man dazu sagen. Obwohl es sehr nach, also es sieht nicht so sehr nach Studio aus, oder? Es ist schon cool. Es kommt ein bisschen schon rüber, gerade vom Tontechnischen her. So manchmal hat man schon das Gefühl, man ist eher im Studio, wenn man so ein bisschen darauf achtet. Man hört so ein bisschen Hallen, aber wenig. Also wie gesagt, gerade wenn man es jetzt ein paar Mal gesehen hat, finde ich, dann stellt sich das vollkommen ein, dieses Gefühl von Großstadt. Für mich jedenfalls. Also für mich hat es sich dann, man sieht auch die verschiedenen Läden und so weiter und was dann angeboten wird. Man sieht das Hupen von Autos zwar nicht sehr, aber man hat das schon das Gefühl, man ist in der Stadt. Aber auf der anderen Seite sieht man halt diese kleinen Gästen, man hat halt einen engeren Rahmen von dem Bild. Und das schränkt es dann ein bisschen ein, aber das bringt auch die Spannung.
Florian Bayer: Das ist außerhalb der Kartrage, das ist dabei natürlich auch spannend. Du hast gerade Hupen gesagt, wir haben ja diese Szene, wo wir das Autohupen hören außerhalb des Bildes. Und ich finde das total krass, das ist Fritz Langs erster Tonfilm. Der Tonfilm ist noch wirklich jung. Also ich meine, der allgemeine als erste Tonfilm genannte Film ist ja Jazzsinger. Der war vier Jahre vorher. Und es ist unglaublich, was Fritz Lang in diesem jungen Medium oder in dieser jungen Art von Film alles schon macht, um mit Ton und Bild zu spielen. Und dabei spielt zum Beispiel auch eine Rolle, dass er ganz oft außerhalb des Bildes mit Tönen irgendwie so eine Größe suggeriert. Dass er sagt, da ist mehr. Die Autos, ihr seht die Autos jetzt nicht, aber das sind Autos. Hört ihr das Hupen? Und ihr seht die Leute jetzt nicht, aber da sind Geräusche, da passieren Dinge außerhalb des Bildes. Und das ist schon krass, wie er das macht. Also es ist wirklich, Tonfilm ist jung. Er zeigt, was mit Ton möglich ist, wie man mit Ton über das auf der Leinwand gezeigt hinausgehen kann.
Johannes Franke: Allerdings muss man dazu sagen, dass ich nicht das Gefühl habe, dass er in die absolut Vollen gegriffen hat, was Großstadt-Sound betrifft. Er hat das sehr ausgewählt gemacht. Man hört das Hupen, man hört Kinder in bestimmten Momenten. Und zwei Drittel des Films sind ja auf Stummfilm gedreht, gar nicht auf Tonfilm. Und es hat natürlich Kostengründe und so, wie auch das Studio Kostengründe hatte und all das. Aber es hat natürlich eine ganz bestimmte Stimmung, die ich sehr gut finde. Was zwar wieder von dem Großstadt-Ding, von dem Feeling für mich wieder ein bisschen was wegnimmt. Was aber dem Film eine sehr eerie Stimmung gibt. Also so sehr, sehr, halt im wahrsten Sinne des Wortes, der Horror in der Stille, der da irgendwie stattfindet. Ja. Aber wie findet ihr das also, ihr müsst euch mal reinversetzen, 1933, oder? Wenn die meisten Menschen eigentlich so Stummfilme kennen. Obwohl eigentlich Stummfilm ist ja nie Stummfilm. Das ist ja immer eine musikalische Begleitung gewesen, oder? Entweder ein Orchester hat gespielt, oder es spielt halt immer irgendwas, oder ein Piano. Aber Fritz Lang hat sich auch bewusst dafür entschieden, einfach mal gar nichts spielen zu lassen. Gerade am Anfang haben wir gar keinen Ton. Und dann hören wir auf einmal in die Hupen. Ich glaube, manche werden sich schon in der Schrauben haben. Und auf einmal ist es dann den Hupen da. Also solche kleinen Feinheiten, denke ich mal, macht das halt aus, um noch mehr in diesen Film mit reingerissen zu werden. Also ich finde, jetzt, nach 90 Jahren, oder keine Ahnung, fühle ich mich immer noch reingerissen. Durch seine Art, wie er halt Stimmung macht. Wie er Ton einsetzt. Auch mal gar nichts spielen lassen. Wo ich, ich weiß nicht mehr, wo ich das erste Mal gesehen habe, den Film. Und da war dort diese Polizeipatrouille, oder? Die ist ja ausgestiegen. Und ich habe nichts gehört. Und ich dachte, mein Fernseher ist kaputt. Ja, total. Vorher war immer, oder irgendwann war irgendwie Sound da. Und auf einmal nichts, hä, haben sie was verpasst jetzt zu irgendwas? Aber es hat er halt bewusst gewählt. Und dann aber wieder ein Hupen. Oder eine Sirene. Oder irgendwas, was dann wieder diese Stille halt durchkreuzt. Und das finde ich sehr effektiv.
Florian Bayer: Dieser radikale Verzicht auf Musik und auf Ton in ganz vielen Momenten, der macht gerade die Momente, in denen dann der Sound auch eine wesentliche Rolle spielt. Und davon gibt es sehr viele. Wo der Sound wirklich ganz wichtig ist. Allein schon dieses Leitmotiv von dem Bergkönig, von dem Kriegsstück, das immer wieder gepfiffen wird, macht die umso eindringlicher.
Johannes Franke: Ja, absolut. Man muss aber dazu sagen, dass wir natürlich über die letzten Jahrzehnte voll daran gewöhnt sind, dass immer wieder Filmmusik drunter liegt. Es gibt ja tatsächlich ein komplette, wenn man sich die ganzen Marvel Cinematic Universe Filme anguckt, eigentlich ist keine einzige Minute da, in der nicht Filmmusik drunter liegt.
Florian Bayer: Aber die Leute von damals waren es auch gewohnt durch die Stummfilme. Weil die Stummfilme kennen auch keine Stille. Stummfilme sind eigentlich viel lauter als dieser Film, weil da auch permanent ein musikalisches Thema drüber liegt. Und ja, natürlich, Stummfilme haben auch diese Momente, wo keine Musik zu hören ist, aber die sind sehr spärlich. Das stimmt, ja. Eigentlich immer, wenn was passiert, hast du musikalisch untermauern.
Johannes Franke: Aber es kommt darauf an, in welcher Vorstellung du sitzt. Ja, das stimmt. Also ich meine, es gab die kleinen Kinos, die sich das nicht leisten konnten, irgendwie mehrere Musiker zu beschäftigen. Die haben maximal jemanden am Klavier gehabt vielleicht. Und der hat dann die ganze Zeit rumgedudelt.
Florian Bayer: Oder der war krank.
Johannes Franke: Und dann, weißt du, ich meine, ich denke nur, wie war das praktisch umzusetzen? Aber ich glaube, ich hatte irgendwas gehört, dass sie irgendwas gespielt haben, weil es ein Plattenspiel ist. Ja, das kann gut sein, ja. Aber das nimmt natürlich auch wieder so die Perspektive ein, oder? Also ich finde halt, wenn man einen bestimmten Film schaut und dann eine bestimmte Musik hat, das macht schon viel aus.
Florian Bayer: Du hast Caligari als einen von deinen, du hast gesagt, Caligari war der erste Film, den du besprochen hast, ne? Und dass du den Film liebst. Und von Caligari gibt es ja unzählig viele Tonfassungen. Und es gab eine zum Beispiel, das ist meine Lieblingsfassung, die, jetzt müsste ich googeln, um es genau zu wissen, irgendeine Experimental Jazz Band aus den 60ern und 70ern hat den mal vertont. Stimmt. Wir haben darüber geredet. Ja, Moment.
Johannes Franke: Das suche ich ganz kurz. Dann gebe ich kurz den Hinweis raus. Wir haben Caligari einmal besprochen. Also hört euch die Episode gerne an. Da ist alles an Facts sofort da. Man muss Plur gar nicht erst suchen. Das ist so traurig, weil das wirklich meine liebste Fassung ist. Oh nein. Und es gab damals ja auch die Sheet-Music, muss man sagen. Es gab ja ganz lange einfach den Doktor Sieg improvisiert was Schönes Musikalisches. Dann gab es Leute, die wirklich gut waren darin, spontan das Richtige zu spielen. Aber es gab dann ja auch irgendwann diese Sheet-Music, dass man wirklich auf Papier die Noten rausgegeben hat und gesagt hat, okay, wenn ihr ein Orchester habt, macht das. Wenn ihr einen Pianisten habt, macht das. Wirklich mit Timing und damit die vor Ort live das Richtige spielen. Genau. Das wurde auch mitgegeben, dass man, wo der Regisseur halt eine Idee oder richtige Vorstellung hat, was gespielt werden sollte. Also, und da haben es das natürlich auch mitgegeben. In großen, ja, dann gab es auch ein ganzes Orchester in großen Kinos, die da gespielt haben. Eine von meinen Lieblingsfassungen ist, was man gesehen hat, die Passion der, oh Gott, Jean-Arc von Karl Dreyer. Und da gibt es eine Version, die ist von 1991 von Richard Einhorn. Genau, und die heißt Voices of Light. Und die heißt absolut fantastisch. Also, der Film an sich ist fantastisch. Habe ich auch besprochen, 1928, glaube ich. The Passion of Jean-Arc. Und mit der Musik, die ist fantastisch. Gibt es aber leider nur auf der Criterion Collection Blu-ray. Okay, aber die ist wirklich, die hat alles. Die hat wirklich dieses Orchester und so weiter. Und dann merkt man halt, ich meine, ich weiß nicht, ob ihr den Film gesehen habt, aber auf jeden Fall kann ich das sehr gut empfehlen. Sehr Totalaufnahmen, sehr schnelle Schnitte, aber richtig, richtig gut gespielt, auch von Maria Fortunetti. Ja, und dann noch mit diesem Score im Hintergrund. Und der, was erst 1991 aufgenommen wurde. Und da gab es auch eine Jazz-Version und so weiter. Und die ist...
Florian Bayer: Ich bin zurück aus dem Google-Rapital, in das ich reingeklettert bin. John Zorn war es.
Johannes Franke: Wer?
Florian Bayer: John Zorn, der ein ziemlich bekannter Jazz-Musiker, Komponist und auch Instrumentalist. Okay. Hatte verschiedene Bands und hat aber auch so Solo-Musik gemacht und hat auch gerade in den 90ern ganz viel mit Industrial und Experimental-Bands zusammengearbeitet. Genau, der hat einmal eine... Mit Naked City zum Beispiel ist, glaube ich, eine seiner bekannteren Bands. Muss man nicht unbedingt kennen. Großartig. Genau, und der hat auf jeden Fall eine musikalische Untermalung gemacht für den Film. Aber ich glaube, es war doch in den 80ern und 90ern, also etwas später. Und total großartig. Und wir sind hier gelandet, weil wir gesagt haben, dass Musik ganz viel ausmacht bei Filmen. Wir müssen irgendwie wieder zurückklettern zu M. Zum Ton, wie M mit Ton arbeitet. Vielleicht eine kleine Sache. Es ist so banal, aber es ist für mich ein großartiges Beispiel für das, was Fritz Lang hier mit Ton macht. Wenn er uns Texte lesen lässt im Film, dann lesen wir die Texte. Dann werden die nicht vorgelesen, sondern wir lesen die Texte mit den Protagonisten. Dann gibt es diese großartige Szene, wie unser Lohmann, unser Kommissar, eine Mitteilung liest der Polizei und wir lesen mit ihm mit. Und dann stolpert er, genauso wie wir, über einen Rechtschreibfehler. Und wie gesagt, wir sehen einfach nur diesen Text vor uns. Und wir sind dann an dieser Stelle, wo dieser Rechtschreibfehler steht und hören ihn dann einfach nur ganz trocken sagen, Idiot. Und den Fehler korrigieren. Und es ist fantastisch. Es ist wirklich eine meiner Lieblingsszenen. Es macht es so lebendig. Also ein Abschied davon, dass er auch wirklich so ein kleines Augenzwinkern hat und witzig ist. Es ist auch einfach wirklich ein Moment, wo wir uns voll reingezogen fühlen.
Johannes Franke: Ja, genau. Und das hat er ja auch Humor, finde ich. Ich meine, das Thema an sich ist ja nicht wirklich lustig. Es geht um einen Kindermörder. Aber trotzdem baut er halt Humor mit rein. Also er hat wirklich ein sehr gutes Timing dafür. Gerade Lohmann, ich finde, Lohmann ist mit halt Peter Lorre, glaube ich, mein liebster Charakter. Also ich mag ihn sehr gern. Also man muss schon sagen, gerade Lohmann ist ja wirklich der Archetyp geworden für einen Kommissar im deutschen Fernsehen. Oder? So ein bisschen, ja. Mit dieser trockenen, etwas zynischen Art. Ja, und dieses breite Grinsen manchmal.
Florian Bayer: Syphysant, selbstgefällig auch ein bisschen.
Johannes Franke: Ja, syphysante, selbstgefällige. Wenn man an Babylon Berlin denkt, sind auch Figuren davon angelehnt. Aber auch im deutschen Fernsehen, wenn man sich einfach die Krimis anschaut. Tatort. Ganz, ja, Tatort. Wenn man sich das alles anschaut. Ich habe das Gefühl, das kommt alles daher. Es ist krass. Otto Werniger. Also er ist wirklich fantastisch. Ich finde es halt Lohmann. Und dann kommen wir natürlich zum anderen großen Namen. Neben Peter Lorre. Gustav Gründgens. Als Goebbels.
Florian Bayer: Oder zumindest als SRS-Verschnitt. Als dieser fantastische Schränker.
Johannes Franke: Das ist so krass. Als Goebbels, ja, muss man schon sagen. Ich bin Schauspieler. Und Gustav Gründgens kennt man vom Namen her, bevor man ihn wirklich irgendwo gesehen hat. Als Schauspieler muss man den Namen Gustav Gründgens kennen. Und man darf nicht sagen, dass man noch keinen Film gesehen hat, den man mitgespielt hat. Weil es der große Schauspieler dieser Zeit ist. Ja, aber Peter Lorre. Die meisten wissen auch gar nicht mehr so richtig, dass Peter Lorre eigentlich in Deutschland gearbeitet hat. Österreicher, glaube ich, ursprünglich. Österreich-Ungarn. Und Österreich-Ungarn, genau, ja. Aber deutsch aufgewachsen. Also sein Roboter. Und ist dann nach Berlin gekommen. War in Berlin der große Theaterschauspieler. Innerhalb kürzester Zeit, muss man dazu sagen, erst gekommen. Und hat dann innerhalb kürzester Zeit die Theaterszene dominiert. Und dann hat ihn halt schlusslang dazu geholt. Und M war eigentlich sein großer Durchbruch. Genau, sein erster großer Durchbruch. Und dann durfte er nur noch Bösewichter spielen. Ja, genau. Das hat ihn echt sein Leben lang begleitet, die Rolle, ne? Ja, leider, ja. War auch in Zürich. Im Schauspielhaus. Hat er auch, ich weiß nicht, ein Jahr oder so gearbeitet. Ja, also er war auch hier, wo ich herkomme, ist er auch begnadeter Schauspieler auf jeden Fall. Und da seine Performance, gerade die letzten fünf Minuten, heißt der besten der Filmgeschichte. Also ich finde, ich finde er absolut fantastisch.
Florian Bayer: Das ist total krass. Wir reden, wenn man über M redet, redet man darüber, wie großartig Peter Lorre ist hier als Kindermörder. Und er ist in so wenigen Szenen zu sehen, ne? Wenn man es zusammenfassen würde, wären es vielleicht zusammen 10, 20, 20 Minuten vielleicht.
Johannes Franke: Ja, höchstens, oder?
Florian Bayer: Allein sein erster Auftritt, wenn er vorm Spiegel steht und diese Krimassen macht. Und wir hören halt aus dem Off, auch wieder so großartig, wie mit Ton gearbeitet wird. Das ist der Beginn des Off-Erzählers, des Voice-Overs. Und es wird über ihn geredet als Mörder und wir sehen ihn dann vorm Spiegel, wie er diese Krimassen macht. Und das ist beängstigend und faszinierend zugleich.
Johannes Franke: Absolut. Und die Szene, wo er dann vorm Schaufenster steht und das Mädchen in der Spiegelung sieht. Und da wirklich, man merkt, dass es über ihn kommt und dass er eigentlich gegen sich kämpfen will, aber auch schon weiß, dass er verlieren wird. Und dass es ihn wirklich treibt und dass er diese Not in sich hat. Das ist hart. Also das Thema ist hart. Und das ist bis heute nicht in der Ausführlichkeit so richtig behandelt, oder? Fällt euch ein Film ein, wo das so paritätisch beide Seiten irgendwie erzählt werden in der Not?
Florian Bayer: Das Krasse ist halt tatsächlich, dass wir, wenn wir emotional bei einer Person sind in dem Film, dann ist es am ehesten die Figur des Beckert, also Peter Loris, der von Peter Loris gespielte Mörder. Wir haben sonst sehr viel Panorama und sehr viel Professionellnäher. Also zum Beispiel zu Lohmann haben wir sehr viel Professionellnäher. Aber wenn es wirklich darum geht, in den Geist oder in die Emotionen für jemanden einzutauchen, dann ist es am ehesten, ja.
Johannes Franke: Oder auch die Szene, wo er im Café war und sich erst einen Kaffee bestellen wollte und dann einen Cognac und wo er dann gepfiffen hatte. Und man merkt dann, ja, diese Stimmen, man merkt richtig, das sind Stimmen in ihm und dass seine Dämonen treiben ihn. Und ja, und das stellt sich natürlich die Frage, kann man mit ihm Mitleid haben? Kann man das, man stellt sich halt diese Fragen und ich finde, für mich mit das vielleicht nie, aber man leidet schon irgendwo, weil er ist getrieben halt und seine Dämonen sind halt sehr, sehr stark. Und das verkörpert er wirklich sehr, sehr gut. Also ein Method Actor, bevor es dem Method überhaupt gegeben hat, fand ich. Also er hat sich wirklich da richtig da reingesteigert in die Rolle.
Florian Bayer: Krass ist ja, wenn wir was von ihm wahrnehmen. Wir sehen ein bisschen was von seiner verschlagenen Seite, wenn er Kinder anspricht. Also gerade am Anfang, es gibt ja so irgendwie nur zwei Szenen gezeigt, wo er mit Kindern interagiert. Und da sehen wir so seine verschlagene Seite, wie er so dieses Grooming macht. Aber ansonsten sehen wir ihn ja eigentlich nur in den Zuständen Angst, hilflos, verzweifelt. Und ja, natürlich wird da auch irgendwie Empathie geweckt. Also ich finde, der Film macht es halt auch so. Also es ist, glaube ich, schon eine sehr bewusste Entscheidung von Fritz Lang, dass wir nicht Sympathie, aber Empathie mit ihm empfinden. Und ja, dass wir auch mitleiden, wenn er Angst hat, wenn er sich auch so ganz banal, wenn er sich versteckt in diesem Bürogebäude und weiß, dass die kommen, um ihn zu holen. Und er hat Angst um sein Leben.
Johannes Franke: Man muss sagen, filmemacherisch ist das natürlich total clever, weil alles, was mit ihm passiert, ist das, was wir normalerweise Helden passieren lassen, mit denen wir mitfiebern sollen. Es ist wirklich, es ist quasi eine Heldenreise irgendwie, auch wenn es ein Anti-Held ist. Aber es ist so formuliert und so inszeniert, dass wir natürlich, wenn er da wie so eine Ratte in dem Verschlag sitzt und hofft, nicht entdeckt zu werden, es ist einfach krass inszeniert. Und dann eben seine Not in seinem Monolog ist natürlich krass. Man muss natürlich dazu sagen, schauspielerisch ist das alles, wir kommen aus einer Theaterzeit und Peter Lohre kommt vom Theater und so. Also es heißt, wenn man sowas nicht gewohnt ist als Zuschauer, es geht an euch da draußen jetzt, liebe ZuhörerInnen, falls ihr das nicht gewohnt seid, dann lasst euch einfach auf dieses Spiel ein. Das ist ein bisschen anders als das, was wir heute kennen. Ist aber ein Stilmittel, mit dem man absolut mitgehen kann, wenn man sich darauf einlässt. Du meinst ein bisschen Overacting? Ja, natürlich. Einfach größer gespielt und es kommt einfach, es wird anders produziert. Als Schauspieler hat man das damals anders produziert, als man das heute machen würde. Also insofern, man hat da einen anderen Zugang vielleicht zu. Man muss sich ein bisschen umstellen. Aber es wird nicht unrealistisch dadurch, oder? Nein, es wird nicht wirklich unrealistisch. Aber du musst dir schon vorstellen, dass du im Zuschauerraum eines Theaters sitzt. Ja, ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Also ich finde schon, wenn ich an Overacting denke, dann habe ich immer das Gefühl, dass so ein Stück Immersion, ein Stück Realismus verloren geht. Ach so. Und das habe ich in diesem Film eigentlich nicht. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich hier jemanden sehe, der was darbietet, sondern ich habe das Gefühl, ich sehe hier wirklich einen Menschen am Rande seiner Verzweiflung. Okay, ein bisschen Schauspieltheorie. Folgendes. Klugscheißen mit Johannes.
Johannes Franke: Das Wichtige ist ja, dass das, was du spielst, von einem Platz in deinem Körper kommt, der Wahrhaftigkeit mit sich bringt. Und die Wahrhaftigkeit ist die Grundlage, die dann dafür sorgt, dass der Zuschauer das glaubt. Das ist im Theater so und das ist im Film so. Wenn du ein Theaterschauspieler bist und die Wahrhaftigkeit weglässt und einfach nur laut deklamierst, dann kannst du immer noch das Publikum irgendwie erreichen und vielleicht einen lustigen Abend haben, aber er ist nicht wahrhaftig. Sobald du das allerdings im Film machst und nicht wahrhaftig wirst und dann auch noch groß bist, dann hast du ein Problem. Dann glaubt ja keiner. Aber Peter Lorre ist natürlich ein guter Schauspieler und schafft es, seine Wahrhaftigkeit trotzdem zu behalten und größer zu spielen. Und dadurch glauben wir ihm trotzdem noch. Auch wenn es größer ist und vielleicht viel größer, als wir es gewohnt sind heute. Ja, die Subtilität ist natürlich nicht so da, wie wir es vielleicht von heute kennen, oder? Aber man muss ja sozusagen im Stummfilm-Zeitalter ging es ja nicht anders. Da musste man ein bisschen theatralischer auftreten. Und ich denke mal, das sind noch die vielen Hollywood-Filmen der damaligen Zeit, dass es aber noch so einige mitkommen. Wir haben halt dieses Stummfilm-Zeitalter, dieses Theatralische, dass das noch ein paar Jahre mitgeschwungen hat, bis zu knapp die Mitte 30er und die Nuancen. Aber ja, wie gesagt, wie du es schon gesagt hast, ich gehe voll mit. Es ist vielleicht ein bisschen viel, aber es ist nicht unglaublich. Also man nimmt ihm das ab, auf jeden Fall, dass er da leidet. Und wenn man so in die Ecke getrieben ist, was kann man anderes machen? Ich meine, wenn man die Szene gesehen hat, da waren 50 Leute oder mehr, die auf ihn gestarrt haben. Und er hat da um sein Leben gekämpft irgendwo. Er wusste nicht, was passiert. Das ist nicht die Polizei da. Das sind die Unterwettler. Das kann alles passieren. Und ich denke mal, sein Stilmittel war Flucht. Ja, also verbale Flucht. Was ich aber auch noch wichtig finde, ist, dass es nicht nur um das Schauspiel an sich geht, sondern schon auch noch um die Inszenierung. Die ist auch natürlich in den 20er, 30ern anders als heute. Heute ist sie wesentlich subtiler und sehr viel mehr Subtext, den du in diesem Film oft in Dialogen nicht so richtig hast. In den Bildern schon. Ich finde, dass man viel in den Bildern, wo kein Text gesprochen wird, sehr viel Subtext hat. Also im Spiel, in den Augen der Leuten, in den Bildern sehr viel Subtext steckt, in der Visualisierung. Aber im Textbuch an sich, in dem Text, der gesprochen wird, steckt nicht viel Subtext. Da wird gesagt, was gedacht wird.
Florian Bayer: Ich finde es total spannend in diesem Film, wie sich das Bild zum Ton verhält. Weil wir haben noch sehr viele Momente des Stummfilms drin. Ich glaube, das ist das, was du auch damit meinst. Ich sehe den Film immer und denke, der würde auch eigentlich grundsätzlich als Stummfilm funktionieren. Ganz viele Szenen. Kannst du dir mit Musik untermalt in einer kleinen Texttafel vorstellen? Ja. Was dieser Film halt macht, dann mit dem Ton ist, nicht den Subtext, aber erfüllt die leeren Stellen, die man im Stummfilm sonst hatte. Und erfüllt die wirklich geschickt. Also wir haben so zum Beispiel sehr, sehr detailreiche Schilderungen von Polizeiarbeit. Das stimmt, ja. Von Forensik, von Kriminalistik. Dass ich fast im Stummfilm nicht möglich wäre. Ja. Und das finde ich, das ist schon eine interessante Art, wie Tonfilm mit so einem Stummfilmgerüst, sage ich jetzt mal, umgeht. Und ich sehe da irgendwie noch das Stummfilmgerüst. Man könnte diesen Film zusammenkürzen, hätte irgendwie einen funktionierenden Stummfilm, wo irgendwie das Wesentliche da wäre. Mit den paar Texttafeln, die man halt bräuchte, für das, was er sagt zum Beispiel am Schluss. Und was der Ton damit macht, dann ist halt wirklich eine faszinierende Ergänzung, die irgendwie Lücken füllt und die dem Ganzen dokumentarische Substanz gibt, maybe. Vielleicht.
Johannes Franke: Aber das Wichtige ist ja trotzdem das Pfeifen, oder? Christian, wie siehst du das? Genau. Also dieses Leitmotiv, oder? Dieses Pfeifen, dass wir direkt dann assoziieren nach einer Weile, oder? Jedes Mal, wenn wir das hören, dann wissen wir, der Mörder ist in der Nähe. Und das ist wie so ein Visuell, oder wie so ein Audiosignal für die Zuschauer. Und ich denke mal, das hat es im Stummfilm-Zeitalter nicht gegeben. Ich glaube, dann hätte er ja mit Schatten gearbeitet. Was wir am Anfang des Films gesehen haben, als wir den Mörder zum ersten Mal sehen, war das Schwert der Schatten. So, das ist halt dieses Expressionistische damals, was natürlich auch ein Stilbild gewählt war, vorhin lang, um halt an diesen deutschen Expressionismus zu erinnern, der Ende der 20er eigentlich fast total weggefallen ist. Da haben wir ihn halt, das haben wir halt im Stummfilm. Wir haben dann dieses Audio noch mit dazu, dieses Pfeifen, dieses Leitmotiv. Und das erinnert, wissen wir ganz genau, ah, da ist der Mörder. Und das hätte im Stummfilm-Zeitalter nie funktioniert. Und selbst in Hollywood gab es das nicht. Ich glaube, King Kong war eines der ersten, wo wir ein Leitmotiv hatten, 1933. Wo es dann wirklich, aha, wir haben mehr musikalisch und normal, und wir haben ganze Musikstücke komponiert für den Film. Davor gab es das auch nicht in Hollywood. Aber das wurde meistens, wenn man sich die Filme anschaut, von 21, 32, die sind mehr Stille. Vielleicht am Anfang und am Ende. Ansonsten hatten wir eigentlich keine Musik. Und halt M war wirklich der Erste, der das wirklich gezeigt hat, dass wir da ein Motiv haben für eine Person, die dann aufgegriffen wurde. Und jetzt, jetzt hat jeder ein Motiv, wenn wir das anschauen, die Filme, oder?
Florian Bayer: Stichwort Expressionismus. Also ich glaube auch, dass Bilder ganz viel dieses expressionistische Erbe in sich tragen. Und um das nochmal stark zu machen, der Ton macht dann halt dieses mehr. Und ich komme ja schon mal als Literaturwissenschaftler daher. Wir haben ja so Ende der Zwanziger in der Kunst, es war so krass von diesen Abwechslungen, von diesem Wandel zu sprechen, weil natürlich ist das alles so ein Kontinuum und uns ist so schwer zu sagen, danach kommt das, danach kommt das, danach kommt das. Anyway, gerne wird das aufgemacht, dass nach dem Expressionismus auch als Gegenbewegung die neue Sachlichkeit kam. Und die sehe ich ganz stark in diesem Film. Durch diesen dokumentarischen Ansatz und ganz viel durch das Voice-Over. Dadurch, dass wir so zum Beispiel eine Szene haben, wo erklärt wird, was machen die Polizisten gerade. Und dann sehen wir wirklich diese Montage von Bildern, was die Polizei macht, wie eingekreist wird, wie Leute befragt werden, wie Sachen untersucht werden. Und das passt voll in dieses literarische Genre der neuen Sachlichkeit. Deswegen würde ich auch mich mit Händen und Füßen dagegen werden, diesen Film als expressionistisch zu bezeichnen. Aber ich bin total bei dir, dass dieser Expressionismus mit drin ist bei den Bildern. Diese Schatten und so, dass es ganz viel Expressionistisches. Und das war in der Literatur genauso. Die neue Sachlichkeit hat da auch ganz viel noch so Expressionismus mitgezogen, expressionistisches Stilmittel. Und Fritz Lang kommt ja auch irgendwie vom expressionistischen Film. Also Mabuse und Metropolis waren ja eher so im Geist von diesem expressionistischen Stummfilm. Und ich glaube, ganz stark auch dank des Tons schafft er es hier, dieses Sachlichkeit-Ding reinzubringen und irgendwie zu zeigen, wie man halt auch Kino weiterdenkt, dadurch, dass es jetzt Tonfilm gibt. Also ich glaube, es ist ein ganz wichtiger Beitrag für den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm, weil er jetzt sagt, okay, wir haben jetzt hier diesen Werkzeugkasten, was können wir alles damit machen? Und dann legt er los mit dem Leitmotiv, dann legt er los mit den Voice-Overs, dann legt er los mit ganz großartigen Text, Bildscheren und so weiter. Und wahrscheinlich gäbe es noch zehn andere Sachen, die man aufführen könnte. Parallel-Motage, ja.
Johannes Franke: Es ist ja doch ein bisschen Zeit ins Land gegangen, bevor Fritz Lang dann angefangen hat, wirklich Tonfilm zu machen. Also Tonfilm gibt es seit vier Jahren sehr beliebt. Also mit dem Jazz-Singer hat es halt irgendwie angefangen, dass wirklich Leute gesagt haben, ja, ich will keinen Stummfilm mehr sehen. Ich will wirklich Tonfilme haben. Und wenn Fritz Lang dann wirklich vier Jahre braucht, wenn ich das auf heute übertrage, 3D-Filme oder was auch immer, irgendwas, was neu ist, alle stürzen sich drauf. Und Fritz Lang sagt erst mal, okay, ich muss erst mal darüber nachdenken, warum das überhaupt sinnvoll ist. Und das finde ich gut, gut zu sagen, okay, ich stürze mich nicht einfach so darauf und sage, okay, es gibt jetzt Tonfilme, also mache ich das, weil es sein muss, weil alle das machen. Sondern ich überlege mir, was ist der Mehrwert des Tonfilms?
Florian Bayer: Müssen wir jetzt ein Zitat vorlesen?
Johannes Franke: Ja, wir müssen jetzt ein Zitat vorlesen. Klar, bitte lese ein Zitat vor.
Florian Bayer: Trotz jahrelanger intensiver Forschungsarbeit, die in technischer und künstlerischer Hinsicht den Tonfilm zur Vollendung führen will, stehen wir heute noch an der Wiege einer neuen Kunst, die sich aber noch in keiner Weise ihre Existenzberechtigung gesichert hat. Man hat vorläufig erst durch negative Erfolge die Grundfläche zur Aufbauarbeit geschaffen. Man hat gelernt, wie man es nicht machen soll. Der Tonfilm ist eine neue Kunst und verlangt als solche neue Formen. Ich würde das so gerne in der Stimme von Fritz Lang vorlesen. Fritz Lang hat so eine tolle Stimme. Okay, weiß gar nicht. Kleine Empfehlung. Leute, schaut euch mal die Interviews mit Fritz Lang aus den 50ern, 60ern, 70ern an. Man findet sie auf YouTube. Und der Typ ist schon eine Erscheinung. Also so, er hat so einen, ich weiß gar nicht, jetzt würde ich sagen, so einen trockenen Pathos in der Stimme. So ein Kompass überhaupt nicht zusammenpasst. Aber hört ihn euch mal an, das ist toll. Ein trockener Pathos. Jetzt bin ich sehr neugierig.
Johannes Franke: Aber wenn ihr was hört und wenn ihr seine Interviews hört, bitte immer 70 Prozent abzunehmen. Ja, Fritz Lang, ne?
Florian Bayer: Fritz Lang talks a lot of Bullshit.
Johannes Franke: Es ist geil, weil man irgendwie so viele conflicting material findet, wo Leute dann sagen, ja, nein, das war so nicht. Insofern scheue ich mich die ganze Zeit davor, wirklich irgendwie Facts rauszuhauen über Fritz Lang und was, wie gemeint war oder wann was gemacht wurde oder wie er sich vielleicht doch mit Goebbels oder nicht getroffen hat oder auf welche Art und Weise.
Florian Bayer: Weil die einzige Quelle immer Fritz Lang ist.
Johannes Franke: Und verschiedene Fritz Langs aus verschiedenen Zeiten. Ja, und das Tagebuch von Goebbels, in dem es nicht drin steht. Obwohl er eigentlich peinlich genau alles aufgeschrieben hat. Also, naja, es ist also schwierig, einige Geschichten Wahrheitsgehalt abzuringen. Es ist halt, mit Fritz Lang ist es halt, er ist ein begnadeter Künstler absolut als Mensch hoch. Ja, also was da für Storys hochkam. Also, ich denke mal, in unserer heutigen Zeit wäre er bekannt.
Florian Bayer: Ja, er ist als Tyrann bekannt, ne? Also, Peter Lorre zum Beispiel wollte dann auch nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten. Irgendwann so in den 50ern, 60ern
Johannes Franke: wollte er nochmal
Florian Bayer: Peter Lorre für einen Film haben und der hat gesagt, nee, Lang, nee, muss nicht sein.
Johannes Franke: Und das in den 50ern, wirklich 30 Jahre, nachdem das Ding hier passiert ist, dann immer noch zu sagen, nee, lass mal, es ist, da muss schon einiges passiert sein. Er musste ja diese Treppe runterfallen, da in diesem Keller, wo das Tribunal stattfindet. Und das haben sie echt ein Dutzend Mal gemacht. Und das, das tut weh. Das tut einfach weh. Und nach Peter Lorres Aussage waren ungefähr 10 Takes oder so einfach nur statistische Freude von Lang. Also, das hat nichts zu der Story beigetragen, weil die hatten es eigentlich. Das war einfach, mach's nochmal. Und so soll es wirklich gewesen sein. Also, es gab auch bei Metropolis gab's einige Geschichten da mit Brigitte Helm, die ja in dem in dem in dem Roboter war. Also, wo keine Schauspieler ist, war sie. Und sie fast umgekippt wäre, weil Sie musste ja auch mit Strohhelm irgendwie da Luft und so weiter. Versorgt werden mit Wasser und so. Das muss nicht gut gewesen sein, da die Dreharbeiten, das stimmt.
Florian Bayer: Nein. Da hat's ja einen Ruf weg. Können wir das mal ganz kurz, weil dieses Gespräch mit Goebbels, ich dachte, das hätte stattgefunden. Zumindest das wüsste man, dass das stattgefunden hat und dass Goebbels ihm das angeboten hat. Oder ist selbst das eine Reiberpistole?
Johannes Franke: Es ist unklar. Also, ich bin auch ein bisschen geneigt, das zu glauben, weil ich wirklich vorstellen kann, weil Goebbels hat reingeschrieben, er hat den Film gesehen und fand ihn ganz toll und das ist ein super ohne irgendwelche humanitären Was? Goebbels hat den Film nicht verstanden. Ja, hat überhaupt nicht verstanden, was der Film soll. Es ist so geil. Dabei hat aber Goebbels doch immer so viele Filme angeguckt und so tief analysiert und für sich irgendwie überlegt, ob man das nutzen kann. Und vielleicht hat er schon auch verstanden, dass das nicht so ist und hat versucht, den irgendwie umzudrehen. Das kann natürlich auch sein.
Florian Bayer: Was man ihm geben kann, Fritz Lang bleibt, also er positioniert sich nicht eindeutig, auch in diesem Trial und auch wenn der Schränker so ein bisschen wirkt wie eine Karikatur von einem SS-Schergen oder SA-Schergen damals. Ja. Es ist doch trotzdem so, dass Fritz Lang beiden Positionen, also einmal lünchen und einmal freilassen und behandeln, also bei den Extrempositionen vielleicht auch, Raum gibt und sich nicht eindeutig positioniert. Oder wie seht ihr das?
Johannes Franke: Also ich finde es auch, er wird sich nicht eindeutig positionieren, aber man kann das halt auslegen, wie man möchte und die NSDAP hat es halt ausgelegt, oh ja, ein Führer für die Todesstrafe. Ey, er ist einer von uns sozusagen und deswegen, ich denke, ob es auch bei einem Treffen stattgefunden hat, weiß ich nicht. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie ihn haben wollten und es gab ja auch diese Aussage, das wissen wir auch nicht, aber das könnte eigentlich passen, dass Goebbels das gesagt hätte und zwar, soll jetzt Fritz Lang bei diesem Gespräch, Anführungsweise ein fiktiven Gespräch, weiß man nicht, auf jeden Fall soll er gesagt haben, ja, aber ich bin ja halb Jude, meine Mutter ist ja Jüdin und Goebbels soll zu ihm gesagt haben, ja, wer Jude ist, das bestimmen ja wir, ne? Das könnte ich mir vorstellen, dass er es gesagt hätte, das würde schon passen zu Herrn Goebbels, aber ob es halt der Fall war. Was nicht der Fall war, ist, Lang hat ja gesagt, dass er nach am selben Abend oder Tag danach abgereist ist und Deutschland verlassen hat und das war, das war eine Lüge, weil in seinem Pass, in seinem Reisepass war, von dem Treffen ein halbes Jahr später ist das Stemmel gewesen nach Paris.
Florian Bayer: Und darum hat er ja auch
Johannes Franke: ganz viel Bullshit erzählt
Florian Bayer: und wie er geflohen ist und wie er dann Angst hatte und sich versteckt hat und schlafend gestellt hat, um den allen zu entkommen, weil die alle auf der Jagd nach ihm waren, das ist glaube ich Quatsch. Ja, er ist halt ein Storyteller,
Johannes Franke: oder?
Florian Bayer: Und man kann es ihm
Johannes Franke: nicht mal übel nehmen,
Florian Bayer: ich meine, hey, er verdient mit Geschichten sein Geld, er macht tolle Geschichten und ich stelle mir ganz gerne so eine alternative Realität vor, in der Fritz Lang Goebbels Angebot annimmt und Deutschland im Jahr 1936 pleite ist, weil er den großen Propagandafilm für die NSDAP dreht und die Reichsfilmkammer alles an Geldern da reinpulbern muss, so Metropolis-Style und dann der Nationalsozialismus beendet wird, weil sie einfach kein Geld mehr haben, weil Fritz Lang alles für seinen großen Film gebraucht hat.
Johannes Franke: Oh Gott, das wäre so geil gewesen. Pleite Nazis. Ach, wie schön. Stell ich mir sehr gut vor. Was hast du? Jawohl. Ich musste wirklich zum Mond. Das drehen wir nicht im Studio. Sehr gut. Die V2 muss da hoch. Ich geh mit.
Florian Bayer: Ja, diese Unterwelt. Also, um mal so eine harten Katze zu machen. Ich finde es fantastisch, wie Fritz Lang die Unterwelt darstellt und es gab ja offensichtlich wirklich diese Vereinigung, die auch mit einer gewissen Professionalität sowas wie Betteln und andere und kriminelle Akte wie Diebstahl verwaltet haben. Aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie realistisch ist das, wie Lang das darstellt, weil das ist ja unfassbar, mit welcher Akribie allein die Bettler da sitzen und Notizen machen und Zeug sammeln und das sortieren. Und ich denke die ganze Zeit so, wow, die sind viel professioneller als die Polizei. Kein Wunder, dass die ihn zuerst kriegen.
Johannes Franke: Das ist schon, also das Gegenüberstellen von Polizei und Kriminalbande, die beenden jeweils den Satz des anderen in dem einen Zusammenschnitt. Ich finde den Zusammenschnitt großartig, richtig gut, unglaublich gute Idee und gut umgesetzt. Aber was will uns Lang damit sagen? Also er hat kein, er hat nicht viel übrig für die Polizei, habe ich so das Gefühl. Und auch vor allem nicht für die upcoming Polizei der Nazis, oder? Ja, das stimmt. Das ist eigentlich auch ein Fakt, würde ich schon mal sagen, dass er ziemlich unzufrieden ist, weil, was man bedenken muss, der Film beruht auf wahren Tatsachen. Es gab ja wirklich einen Mörder, Peter Kürten, der wirklich rumgegangen ist und keine Kinder, aber trotzdem schon. Und es hat sich halt hingezogen und das war lang in Dorn im Auge, dass immer alles so lange gedauert hat. Und als er den Film gedreht hat, ich glaube zwei Wochen bevor er fertig war mit dem Film M, wurde Peter Kürten verurteilt. Also es hat sehr, sehr lange gedauert und damit war halt unser Film. Ich glaube, es ist so eine Art auch Kritik, dass man zwar viel tut, aber eigentlich nicht wirklich von der Stelle kommt. Und ob das jetzt sozusagen, ob er jetzt sagt, die Unterwelt kann das besser regeln, ist aber dahingestellt. Aber auf jeden Fall ist es schon eine Kritik für die damalige Polizei gewesen, dass es halt alles so lange sich gedauert hat, bis es irgendwie mal zu einem Vorteil oder bevor man ihn geschnappt hat und so weiter. Also das kann man schon davon ausgehen.
Florian Bayer: Was ich oft gespürt habe in dem Film, ist halt auch nicht nur, dass die Unterwelt im Kontrast zu der Polizei irgendwie als professioneller teilweise dargestellt wird, sondern auch, dass es so eine, dass Fritz Lang fasziniert zu sein scheint, wie die sich organisiert und auch wie die zusammenhält. Also ich fand dieses, als die Verbrecher beschließen, okay, wir müssen die Bettler mit einspannen und dann gibt es den Schnitt zu den Bettlern. Und ich finde es richtig sympathisch, wie die da zusammensitzen und dann das Brot sortieren und so. Wie sagt der? Oh, voll daibel. Dieser Käse riecht aber großartig. Und dann sitzen die da und haben Freude daran, machen wirklich einen guten Job.
Johannes Franke: Es ist aber auch ein bisschen, also ein bisschen Karikatur, oder? Also die sortieren sehr deutsch sowohl die Brote als auch die Stummel von den Zigaretten, die sie da irgendwo aufgesammelt haben. Es ist die Bettler so darzustellen als organisiertes, sehr deutsches, fast schon nach Archiven vorgehend. Sie haben ja dieses Buch, wo sie dann die Leute die Namen eintragen und genau gucken, die Reviere zuteilen. Die scheinen organisierter zu sein als die Polizei. Ja! Und das ist schon, also es geht, ich weiß nicht, ob es vielleicht in beide Richtungen irgendwie so ein kleiner Tritt ist, oder? Aber sie stehen auch füreinander ein, ne?
Florian Bayer: Also es gibt in diesen Verbrecherkreisen auch so einen sehr starken Zusammenhalt. Wenn wir zum Beispiel sehen, der blinde Ballonverkäufer, wie der so direkt seine Leute organisiert kriegt und die das erledigen und wir haben, wie die in der Kneipe zusammensitzen, die Verbrecher und es ist irgendwie sympathisch, wie sie sich unterhalten und der Kontrast dazu ist ganz am Anfang, der stammt sich von den guten Bürgern, die sich gegenseitig vorwerfen, Mörder zu sein und aufeinander losgehen.
Johannes Franke: Können wir einmal akknoten, dass es diese tolle Kamerafahrt gibt bei den Bettlern, wenn er in diese Bettler reingeht? Es ist ja unglaublich. Total lang, einfach so eine Plansequenz über die Sachen drüber, wie er das mit den Broten macht, rüber zu den anderen. Es ist wirklich beeindruckend und er geht auch einmal in einem anderen Shot von den, nach oben, die Wand hoch und dann ist da ein Fenster durch das Fenster, durch, dass wir so ganz, wenn man gut aufpasst, sehen, wie jemand die Glasscheibe zur Seite schiebt, damit die Kamera durchgehen kann. Aber unglaublich, oder? Es ist schon toll. Ja, und das sieht man auch die Weiterentwicklung von Lang. Also, wenn man sich seine früheren Werke anschaut, das ist alles so statische Kamera gewesen und jetzt diese Kamera einfach fließen zu lassen, das sieht man auch die Entwicklung. Also, technisch ist der wunderbar und der erzählt auch viel. Also, wie gesagt, man braucht, da kommen wir wieder zum Stummfilm, oder? Man braucht die Bilder erzählend die Geschichte eigentlich und ich finde das absolut fantastisch, was er da gemacht hat mit der Kamerafahrt auf jeden Fall und dann halt bis zu den, bis zu der Tafel, wo dann alles minutiös aufgerüstet wird, was es alles gibt. Das ist ja krass. Also, man muss sagen, er ist für die Zeit wahnsinnig modern. Ja. Sowohl in der Kamera als auch im Thema als auch in der Umsetzung, dass, auch das ist ein psychologisches Gutachten für einen Täter gibt, das ist ja auch nicht, das war ja bei Kürten, den du vorhin erwähnt hast, auf den das Ganze vielleicht so ein bisschen basieren könnte, da war es auch das erste Mal, dass man ein richtiges psychologisches Täterprofil entwickelt hat, um ihn zu fangen. Und das ist in dem Film eben einmal sehr modern und sehr zeitnah an dem, was es tatsächlich gab, erzählt. Das ist schon beeindruckend. Ja, so krass dieser Diskurs, dann was mit dem Täter geschieht
Florian Bayer: und wie er verantwortlich ist.
Johannes Franke: Ja. Lang ist er natürlich sehr interessiert an alles, was halt neu ist und so weiter und ein sehr großer Zeitungsleser auch. Also er verfolgt wirklich sehr viel, was in der damaligen Zeit passiert und das lässt er mit einschließen in seine Arbeit. Also von, ja, auf jeden Fall merkt man das dann auch. Der ist wirklich am Puls der Zeit. Ja.
Florian Bayer: Ich fand es teilweise, ich finde es so krass am Puls der Zeit, dass ich es wirklich überraschend fand nach dem Motto, ach krass, so weit waren die Anfang der 30er schon, dass auch dieser Diskurs geführt wurde, ist dieser Mensch krank, muss er behandelt werden, kann er für seine Taten verantwortlich gemacht werden, wie geht die Gesellschaft mit sowas um. Ich war ehrlich gesagt überrascht, dass selbst, also auch wenn ich lang als progressiv wahrnehme, dass das überhaupt auch unter Progressiven schon Thema war. Also total, total krass, ja.
Johannes Franke: Weiß jemand, wie das wahrgenommen wurde damals? Also, weil das ja wirklich so ein progressives Thema ist und dass sicherlich nicht jeder auf der Straße sich mit diesem Thema irgendwie auseinandergesetzt hat und sicherlich auch ganz viele gedacht haben, wieso soll ich jetzt Mitleid mit dem haben? Weil sie eben nie darüber nachgedacht haben. Weiß jemand, was damals gedacht wurde? Ich habe nämlich nichts gefunden gerade. Na, Goebbels war ja offensichtlich angetan. Ja, Goebbels war jetzt toll. Super. Weil er es so ausgelegt hat in eine Richtung. Ich weiß es nicht, ob man das so wahrnimmt, wie wir das jetzt wahrnehmen oder ob Peter Lorre und seine Darstellung seiner Zeit voraus war. Das kann natürlich auch sein. Auf jeden Fall war es ein Hit. Das weiß ich. Das war wirklich sehr ein Film, den man gesehen hat, auch international. Viele, ich glaube, ja, viele Hollywood Studios haben den sozusagen genommen, den Film und sagen, da müssen wir hin, auf dieses Niveau. Also auf jeden Fall war der sehr prägend und auch sehr erfolgreich. Was Metropolis nicht war. Metropolis war ein Job. Ja, genau, also das war wirklich so sein, ich glaube, sein Smash-Hit.
Florian Bayer: Warum wird ausgerechnet so ein Film Smash-Hit, der jetzt wirklich ein schwieriges Thema hat? Es geht um einen Kindermörder, der nicht klare, sympathische Protagonisten hat, denen wir folgen können, der, wie wir schon festgestellt haben, mit Musik sehr spärlich umgeht. Was ist das, was die Menschen damals an dem Film begeistert hat? Ist es dasselbe, was uns heute an dem Film begeistert und fasziniert? Ist es einfach, dass er als Thriller besonders einfach ein cooles Thema hatte? So, einfach Mord macht Spaß?
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ja, ich weiß ja nicht, wie das Marketing war, oder? Es kann ja sein, dass es auch dieser Peter-Kürten-Fall war ja in den Medien und so, und dass man das irgendwie damit aufgefasst hat, dass man sozusagen auf der Welle mitgeschwommen ist, weil man das eher fassen konnte, M, oder diese, ein Mörder eher fassen konnte, als zum Beispiel ein Metropolis. Metropolis war seinerzeit viel zu weit voraus und Leute können sich gar nicht vorstellen, was das eigentlich sein soll. Das könnte ich mir erklären, warum der so erfolgreich war, weil es halt etwas, was die, was die Menschen in der Zeit halt interessiert hat und was in den Medien all gegenwärtig war. Und jetzt gibt es den Film dazu sozusagen, das kann ich mir ganz gut vorstellen.
Florian Bayer: Diese Faszination am Morbinen wird ja eigentlich schon in der Eröffnungsszene gezeigt, wenn die Kinder diesen Abzellreim vortragen, wo es um den Killer geht, der an der nächsten Ecke lauert. Kinder sind da gnadenlos. Und dann schreit ja die Mutter noch runter, ihr sollt doch diesen Abzellreim
Johannes Franke: nicht sagen. Aber solange sie noch was sagen, ist ja gut. Ja, ja, genau. Solange wir sie hören können. Hören, genau. Hören können ist alles gut. Wie fandet ihr die Anfangssequenz überhaupt? Also wo die jetzt die Mutter gewartet hat und so und man sieht die Ohr ticken und sie kommt nicht. Da merkt man auch schon, oder? Wie Zeit eine Rolle spielt auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch die Angst. Also man hat wirklich dieses Gefühl kommt von Anfang an mit rein, oder? Diese Angst, diese Unwohlsein, oder? Also für mich hat es in den ersten fünf Minuten hat mich der Film eigentlich schon. Ja. Wie seht ihr das? Ist das die Anfangssequenz? Es gibt ja diese,
Florian Bayer: also ich finde die Kontrastierung halt total stark, weil wir haben hier so dieses fast schon romantisierte Bild von der wartenden Mutter. Sie hört die Glocken schlagen, guckt auf die Uhr und freut sich, dass ihr Kind nach Hause kommt und dann parallel das, wie halt den Weg des Kindes zusammen mit dem Mörder verfolgen und wissen, oh shit, da passiert was Schlimmes und das sorgt einfach dafür, dass du deine Fingernägel in den Kinosessel bohrst und dann natürlich auch wie die Szene endet. Wir sehen ja nicht den Mord, wir sehen gar keinen Mord, sondern wir sehen einfach nur dieses Gelände und den Ball da rollen
Johannes Franke: und es ist schon krass. Also Fritz Lang macht da die magische Kiste ganz weit auf. Er sagt wirklich, okay, ich mache ganz große Kontraste auf. Zum einen den Kontrast zwischen der Mutter, die so liebend auf ihr Kind wartet und sich freut wie keine Mutter
Florian Bayer: Ich habe ein Kind und ich kann sagen, wenn die Schule zu Ende ist, gucke ich nicht so zufrieden auf die Uhr.
Johannes Franke: Und dann den Kontrast eben dazu, dass das Kind nicht kommt und natürlich die Kontraste, indem man einfach ganz viele leere Bilder zeigt. Dort wäre das Kind jetzt glücklich. Dort könnte es jetzt am Tisch essen. Also das ist schon auch plakativ, muss man sagen. So gemacht, aber auf eine sehr effektive Art und Weise. Schon wirklich toll. Aber er greift da wirklich tief in diese Kiste rein, habe ich so das Gefühl. Ich würde gerne, weil ich glaube, es passt dazu,
Florian Bayer: über die Szene reden, die mir überhaupt nicht gefällt an dem Film. Ja bitte.
Johannes Franke: Wir haben so viel dem Film Honig ums Maul geschmiert.
Florian Bayer: Es gibt eine. Ich liebe diesen Film, aber ich hasse die letzte Einstellung. Diese beiden Frauen, die da sitzen und sagen, ja meint, müssen wir ein bisschen besser auf die Kinder aufpassen. Und ich frage mich, Fritz, musstest du uns das
Johannes Franke: wirklich jetzt noch erzählen? Das geht voll in die normale, in das Pacing des Films rein. Natürlich, Fritz Lang haut einem, wie gesagt, das hat keinen Subtext groß, in dem was ausgesprochen wird. Er haut einfach nochmal raus, was die Frauen da denken. Und man muss dazu sagen, dass das Gesicht natürlich auch sehr entrückt ist von dieser Frau. Es ist nicht so, dass Fritz Lang sagt, ich mache hier nochmal eine realistische Szene mit einem realistischen Appell, wie Chaplin jetzt beim großen Diktator am Ende. die Effizienz hat dieser Monolog da nicht. Das ist ja auch kein richtiger Monolog, sondern nur nochmal, wir müssen halt nochmals auf unsere Kinder aufpassen. In diesem Moment wurden Helikoptereltern geboren. Ja. Oder Christian, wie siehst du das? Ich meine, es ist ja kein richtig realistisches Bild. Nein, ich glaube, das ist halt die letzte Einstellung, mit der man halt, das ist nochmal so dieses Nachwirken irgendwie, diesen Druck, das bringt uns Kinder auch nicht mehr zurück. Also für mich hat sie funktioniert. Man könnte sich streiten, wie sie halt gesagt wurde, weil sie ist ja wirklich dann halt sehr, das bringt sie auch nicht mehr zurück. Aber man fühlt es einfach mit. Also ich weiß nicht, also für mich hat es auf jeden Fall funktioniert. Das ist so der letzte Eindruck und so. Und für mich hat das noch mitgehalten. Also ich habe dann, als ich das erste Mal gesehen habe, ich habe dann schon darüber nachgedacht, was das halt heißt. Weil wir wissen wahrscheinlich, dass der in die Anstalt geht, oder? Dass er nicht verurteilt wird. Er wird halt als krank und so weiter. Und das.
Florian Bayer: Ich finde die erste Hälfte von dem Text ja auch gar nicht schlimm. Dieses, davon werden unsere Kinder auch nicht lebendig, ist super, ist okay. Aber warum sagt sie dann, also und das sagt sie fast so an uns, als ob das ein Leer-Film wäre in diesem Moment. Warum gibt es plötzlich nochmal diese Botschaft, wo der Film die ganze Zeit so eine tolle Ambiguität hatte und die ganze Zeit so unsicher ist. Wo stehen wir jetzt? Wie gehen wir damit um? Und dann kommt aber nochmal, als ob es die ganze Zeit in dem Film nur darum gehen würde. Und das Schlimme ist, Fritz Lang sagt das ja sogar. Fritz Lang sagt über den Film, er hat ihn gedreht, jetzt muss ich das Zitat suchen, damit Frauen mehr auf ihre Kinder aufpassen oder so. Und Fritz Lang wird seinem Film dann nicht gerecht, wenn er das sagt. Ja, genau. Weil der Film hat so viel, so viel Ambivalenz, so viel Diskurs, so viel Moderne. Und ich weiß nicht, ob es diese letzten drei Sekunden gebraucht hätte.
Johannes Franke: Das ist ein bisschen zu plakatativ. Natürlich ist es ein plakatatives, Moralstück geworden. Aber ich glaube, dass der Film sowieso von Genre zu Genre wechselt. Und wenn er dann am Ende zum Moralstück-Genre wechselt, dann ist das halt nur ein weiterer Wechsel in einem sehr umtriebigen Film, was das betrifft. Er ist ja nicht nur Thriller, ne? Ja, er ist nicht nur Thriller. Er ist auch einfach tatsächlich so, so eine Kriminalarbeit wird ja wirklich sehr dokumentarisch gezeigt. Und da hätte ich mir fast vorstellen können, dass man im Kino sitzt in einer Wochenschau wie damals.
Florian Bayer: Ja. Psychologisches Drama.
Johannes Franke: Ja, psychologisches Drama. Genau, solche Sachen. Und wie wir schon gesagt haben, Neuesachlichkeit. Also auch sehr reale Personen, finde ich. Gerade jetzt die Bürger, die Berliner. Oder? Also wie sie auch dargestellt werden. Also ich fand, oder wo ist ja das vorgelesen, das hört doch niemand.
Florian Bayer: Ja, genau. Es ist so großartig.
Johannes Franke: Einfach dieses Zeug von der Seite. Diese Berliner Schiener. Total. Ja, genau. Aber da muss man an dieses komische Gespräch denken. Das, was sie da, die Männer an dem runden Tisch da, der Stammtisch. Und wie schnell entwickelt sich das dahin, dass der eine sagt, aber ich hab dich auch mal mit so einem Mädchen gesehen. Oh, du Schwein. Ich prüge mich gleich mit dir.
Florian Bayer: Aber ich find's total geil, auch wenn sie den Typen aus dem Bus rausholen und er sagt, ja, da, den Mörder sollten sie doch verhaften. Und irgendjemand unten, Was? Das ist der Mörder?
Johannes Franke: Das ist der Mörder. Das ist der Mörder. Es ist schon sehr schnell und eine Entwicklung, sehr plakativ. Aber es ist so geil, weil allein der Sound
Florian Bayer: ist so großartig. Diese Berliner Stimmen in diesem Dialekt und mit diesen schnoddrigen Sachen.
Johannes Franke: Das ist toll. Und da hab ich mir überlegt, beim ersten oder zweiten Mal schauen, warum gibt's das nicht mehr? Also diese Dialekte mit Dialekten arbeiten im deutschen Film, im großen Mainstream deutschen Film. Finde ich so schade. Oder ich weiß nicht, ob ihr Westfront gesehen habt. 1918 von Papst. Der steht genauso damit. Da hast du einen Bayer, den du fast gar nicht verstehst, aber es prägt was zur Authentizität. Das war sehr, sehr groß geschrieben damals, gerade durch Papst und durch Lang halt. Und das, finde ich, bringt nochmal so einen extra Effekt mit in den Filmen, wo ich mir die Realität vorstellen kann, dass es halt real ist. Wer früher stirbt,
Florian Bayer: ist länger tot. Das ist der letzte Dialekt, den ich gesehen habe und ich musste die ganze Zeit Untertitel drauf haben, weil ich es nicht verstanden habe.
Johannes Franke: Aber international ist das viel besser gehandelt, finde ich. Es gibt ja so viele amerikanische, unterschiedliche Dialekte, die in Filmen vorkommen. Britische Dialekte. Wenn du jemandem einen Posch-Star stehen willst, dann hast du einen ganz anderen Londoner Dialekt, als wenn es so ein Arbeiterklasse ist. Die faken auch viel mehr Dialekte.
Florian Bayer: Ja, du musst das lernen. Also gerade wenn du einen großen Hollywood-Star hast oder einen großen Star aus New York, der dann plötzlich im Südstaaten Redneck-Akzent redet,
Johannes Franke: ist das manchmal auch etwas irritierend. Ja, es kommen auch oft genug Sachen vor, wo man denkt, oh, der Ami versucht unbedingt, den Briten darzustellen und es funktioniert überhaupt nicht. Also es gibt solche Unfälle, gibt es durchaus. Oder in Australien. Ja, ja, genau. Ich stehe ja voll drauf,
Florian Bayer: wenn amerikanische Schauspieler versuchen, Deutsche zu machen, indem sie in so einem deutschen Akzent. Ich liebe es. Wirklich, ich finde es wirklich schön, weil der deutsche Akzent ist ja echt hart. So Englisch von Deutschen gesprochen ist. Also vor allem von mir. Ist immer schrecklich und brutal. Und ich liebe es, wenn Amerikaner versuchen,
Johannes Franke: das nachzumachen. Wie schmutzig kommt man sich denn dabei vor, jetzt dem Mörder Mitgefühl entgegen zu bringen? Um mal wieder zu den ernsthaften Themen zurückzukommen. Schmutzig. Oh. Ja, ich muss sagen, ich hatte Mitgefühl, also Empathie auf jeden Fall. Und ich sehe es halt, ich sehe ihn halt als getrieben hin. Also er passt nicht in unsere Gesellschaft, er muss aber nicht weg, weg. Ja, es ist halt, wir wissen ja auch nicht, wie sein Leben halt ist. Was wir wissen ist, er ist nicht aus Berlin. Er ist ein Außenseiter. Er kommt woanders her. Ich würde sagen, Österreich, so von seinem Akzent her. Ja, das ist ja Schauspieler. das ist ein Österreicher. Ja, aber wie gesagt, man hat die ganzen Berliner da und er ist halt von außerhalb. Das bringt ja noch was mit. Er ist nicht von hier, er ist ein Außenseiter. Das ist nicht nur Außenseiter von seiner, dass er ein Kindermörder ist, sondern er ist auch Außenseiter. Er ist kein Berliner, er ist von außerhalb. Und das kommt noch mit dazu. Und wir wissen nicht, wie er seine Kindheit verlebt hat und sonst irgendwas. Aber dadurch, dass er halt so emotional war und wie er es halt sich geschrieben hat, ich kann nicht, ich kann nicht anders. Das, also für mich ist das, hat er kein Mitleid, aber auf jeden Fall Empathie. Und ja, ich sehe es einfach, er gehört nicht in unsere Gesellschaft, auf keinen Fall. Aber er gehört auch nicht tot. Also ja, es ist schwierig. Es ist ein schwieriges Thema, auf jeden Fall. Klar. Wie schmutzig fühlst du dich?
Florian Bayer: Ich fühle mich nicht schmutzig. Ich glaube, ich bin bei Christian. Ich glaube, wir sind halt auch einfach im gesellschaftlichen, kriminologischen Diskurs weiter, als die es damals waren. Also es gibt immer noch sehr viele Menschen, die für die Todesstrafe sind in Deutschland, aber die ist ja Gott sei Dank abgeschafft. Und es ist wirklich spannend, dass hier genau, zumindest der Diskurs auch aufgemacht wird, ja, das sind eigentlich auch Menschen, die Heilung brauchen, Menschen, die krank sind. Und was kann man machen? Es geht vielleicht gar nicht, nicht im Sinne von Resozialisierung, aber im Sinne von verhindern, dass er weitere Straftaten macht und gleichzeitig nicht die Menschenrechte komplett ignorieren.
Johannes Franke: Aber es ist natürlich hypothetisch, ne? Ja. Ich finde es wahnsinnig spannend, wie realistisch das alles, erzählt wird, wie er, was für Aktionen er fährt, was er macht. Es gibt diese eine Szene, wo das Mädchen dran ist, weil er angefangen hat zu pfeifen und dann kommt die Mutter und rettet das Kind gerade noch so. Und dann stellt er sich da in die Ecke, ganz verschämt und versucht irgendwie unsichtbar zu werden und ist danach völlig fertig mit den Nerven, setzt sich da hin in diese Kneipe und trinkt erst mal zwei Korn oder was auch immer, dass er bestellt und ist wirklich hart getrieben. Und das sind Sachen, die tatsächlich viel beobachtet werden bei so Triebtätern slash Kindermördern, die aus sexuellen Motiven sowas machen, wo auch das einfach drin ist und so dieses Getriebene drin ist. Es gibt einen Fall von einem Kindermörder aus Leipzig, der über die Jahre aus den 80ern bis in die 90er immer wieder gemordet hat und sexuellen Missbrauch betrieben hat, wo man so viele Parallelen sieht zu dem, was hier gezeigt wird, was mir nicht so bewusst war. Also auch gerade dieses sich Mut antrinken mit Alkohol und dieses Getriebene, wie das dargestellt wird, ist einfach sehr realistisch. Das finde ich sehr spannend. Was mich dann rausreißt, ist ein kleines bisschen, dass er diesen Brief schreibt, weil ein Brief Stimmt. eigentlich ja etwas ist, was eine Selbstgefälligkeit darstellt. Und der ist nicht so. Er ist nicht so selbstgefällig und er hat auch kein Bedürfnis, kein Geltungsbedürfnis in dem Sinne. Und das reißt mich ein bisschen raus. Wie kann man das begründen? Wo kommt das her?
Florian Bayer: Ich glaube, es ist in dem Moment auch so ein bisschen ein narratives Mittel, weil sie versuchen irgendwie, also der Film gibt ja durch den Polizisten ein bisschen mehr in die Hand, als Kinder werden umgebracht. Und das ist natürlich nicht geil. Ich fand es okay in dem Zusammenhang, weil ich das Gefühl hatte, sein Brief ist auch ein bisschen ein Hilfeschrei. Ich glaube, er will auch irgendwie gefasst werden. Ja. In diesen Momenten, in denen er sagt ja, in diesem Schauprozess sagt er ja. Und dann frage ich mich, war ich das wirklich? Habe ich das getan? Und es scheint Momente zu geben, in denen er sich eigentlich wünscht, gefasst zu werden.
Johannes Franke: Ja, okay, dann in dem Zusammenhang würde es vielleicht Sinn ergeben, vor allem, weil er reinschreibt, es ist noch nicht zu Ende, um den Leuten zu sagen, hey, wenn ihr mich nicht bald mal einsperrt, dann gibt es hier ein Problem. Aber dafür geht der Film natürlich sehr wenig darauf weiterhin ein. Also am Anfang sehen wir ihn ja als Monster, finde ich, dieses halt, dieses gesichtslose Monster und am Ende mehr als Mensch. Ich weiß nicht, ob das irgendwie so eine Reise, wie wir es gesagt haben, so eine Anti-Helden-Reise ist. Weiß ich nicht, ob es ein zielistisches Mittel ist. Auf jeden Fall macht es für mich im Nachhinein nicht viel Sinn, dass er diesen Brief geschrieben hat. Was ich manchmal das Gefühl habe, ist, dass er so zwei Persönlichkeiten hat, oder? Auf der einen Seite ist es so wie in, vielleicht ein blöder Vergleich, aber wie in Gollum und in Smiok, oder? Er ist auf der einen Seite halt dieses Schizophrenium. Das eine ist dieser Trieb, ich muss das, aber diese Szene im Café, finde ich, ist eine Schlüsselszene für mich, weil ich zum ersten Mal sehe, wer er eigentlich ist. Er will das eigentlich nicht. Er will diese Stimmen loswerden. Das ist einfach zu laut, aber er kann nicht. Ja. Und dann, sobald er dann mit dem Mädchen zusammen ist, dann ist er wie die andere Person, die genau weiß, wie er was machen muss. Ah, ich schenke jetzt Früchte oder Süßigkeiten und dann gehe ich da hin und dann mache ich das. Ja. Und dann, das ist die einzige Zeit, wo er mal Ruhe hat. Ich glaube, das sagt er auch im letzten Monolog halt, also am Ende, das ist das Einzige, wo ich nichts höre. Ja. Ist halt, wenn ich das gemacht habe.
Florian Bayer: Und wir sehen es ja auch vor dieser Kaffee-Szene, wie zerrissen er ist, ne? Wenn er in die Schaufensterscheibe schaut und dann sieht er die Spiegelung von dem Kind und sein erster Impuls ist, oh mein Gott, Hilfe. Und also es ist nicht nur einfach so, ah, Opfer, da ist ein neues Opfer, sondern er hat Angst davor, er fühlt sich hin und her gerissen. Er kämpft dagegen. Ja, er kämpft
Johannes Franke: im wahrsten Sinne des Wortes. Er kämpft, genau, er kämpft. Und meistens verliert er halt, weil es zu stark ist.
Florian Bayer: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Ich glaube, wir wurden rausgerissen. Aber wohin? Oh mein Gott, Johannes. Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein. Shit. Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Gespräch können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind. Also auf Spotify oder Apple oder sowas.
Florian Bayer: Beam, whatever, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Genau, also abonnieren und anderen sagen,
Florian Bayer: dass sie uns abonnieren sollen. Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch,
Johannes Franke: was auch immer euer Podcatcher anbietet. Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder sowas.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-mussmann-sehen.de oder florian-at-mussmann-sehen.de. Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, das, oh, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. So, Leute, die Zeit ist relativ fortgeschritten. Normalerweise haben wir an dieser Stelle dann unsere Top 3. Wir haben jetzt keine richtige festgelegt, aber ich würde dich gerne nach einer Top 3 fragen, aber erst machen wir unseren Jingle. Unsere, äh, Top 3. So, wir sind wieder zurück.
Florian Bayer: Nach dieser kurzen Unterbrechung von
Johannes Franke: Johannes braucht für alles einen Jingle. Egal. Jedenfalls würden wir gerne von dir einmal deine Top 3 Filme ever, also deine Lieblingsfilme aller Zeiten. Die für die Insel. Die für die Insel, genau. Was du mitnehmen würdest, wenn du auf die Insel gehst und nichts anderes mehr hättest, außer diese drei Filme. Gut, also ich hätte, ähm, von ein Potpourri an verschiedenen Filmen, ähm, was ich euch sehr ans Herz legen will. Unbedingt schauen ist, äh, Sunrise, A Tale of Two Humans von, ähm, Wurnau. Oh. Von 1927. Absolut fantastischer Film. Ist Stummfilm, ähm, aber so berührend erzählt. Und, ähm, ja, also mir kamen die Tränen. Ich hab, ich hab, ich hab gebildet am Ende. Krass. Kenn ich nicht. Okay, sehr gut. Absolut fantastischer Film, ja. Ähm, als, das ist Nummer 3. Die Nummer 2 ist Jurassic Park. Es ist einfach der Film, mit dem ich, ähm, das, das Kino sozusagen erlebt habe zum ersten Mal. Ich glaube, ich war 8. Wow. Wahrscheinlich 4 zu jung, ähm, im Kino und hab zum ersten Mal Dinos gesehen, wie sie real über die Kino, nicht Stop Motion, die sahen real aus. Und ich glaube, das, das war so dieser, dieser Moment, wo ich mit Kino und mit Filmen einfach, ja, das ist dieser, dieser eine Moment, oder? Wo man sich zurückerinnert. Und da bin ich, hab ich so geliebt. Und, äh, diese Liebe ist ein Leben lang geblieben. Und jetzt, 30 Jahre, oder?
Florian Bayer: Ja, 30 Jahre, 1993. 30 Jahre. Also, man kann ja viel über ihn lästern, aber ich glaube, es gibt unzählige Menschen, die ihre Liebe zum Film über Steven Spielberg entdeckt haben. Und wahrscheinlich hat er für meine Sozialisation auch eine wahnsinnig große Rolle gespielt.
Johannes Franke: Wahrscheinlich so viele, wie es Jaws gesagt haben, dass, da bin ich mit Kino, äh, mich ins Kino verliebt. Oder E.T. Für mich ist es Jurassic Park. Ja, krass. Und mein, ähm, absoluter Lieblingsfilm, es ist nicht leicht, aber es ist Blade Runner. Oh. So, das ist, okay. Ja. Wow. Ich liebe Blade Runner. Es ist so ein fantastischer Film, ich glaube, von den Effekten, die immer noch standhalten in unserer heutigen Zeit, sind auch von der Geschichte halt. Die ist so philosophisch auch, die hat so viel zu erzählen, das ist so viel, ähm, wo man hineininterpretieren kann. Es wird nicht alles erzählt, was ich auch ganz gut finde, es hält halt den Raum frei für Interpretation. Ist Deckard der Replikant? Ist er es nicht? Oder wo kam die her? Wie war die Welt, wo die Replika herkam? Ähm, ähm, Belt of Orion. Also ich finde den absolut fantastisch, immer noch meinen Lieblingsfilm und den könnte ich mir immer und immer wieder anschauen und immer wieder was Neues finden.
Florian Bayer: Dann musst du, wenn das schon dein Lieblingsfilm ist, musst du ganz kurz noch sagen, was du von dem sehr, sehr viel späteren Sequel hältst.
Johannes Franke: Ah, ich war so glücklich, dass der gut war. Ich bin so, ähm, wie gesagt, ich, ich, ich hab Mitleid für alle, äh, Indiana Jones Fans oder Star Wars Fans.
Florian Bayer: Letzte Episode haben wir Indiana Jones besprochen, nicht letzte, vorletzte. Also es ist länger her. Ja, ja,
Johannes Franke: ja. Ja, ja, und, ähm, ich, ich weiß nicht, ich möchte es gar nicht mehr, also für mich, Indiana Jones hat geendet, als er in den Sonnenuntergang geritten ist mit seinem Vater. Das war das Ende. Okay. Ich bin froh, dass es halt Villeneuve gemacht hat, er hat wirklich, ähm, er hat das richtige Handling gehabt. Vielleicht ein bisschen lang gewesen, es gab ein, zwei Szenen, okay, aber er hat die Essenz auf jeden Fall von Blade Runner sehr gut getroffen und, äh, ich hab ihn zweimal im Kino gesehen. Ich war, ich war absolut heilfroh, dass es halt wirklich der Soul, dieser Film geworden ist, wie er geworden ist, äh, das wirklich gut weitererzählt hat und, äh, wo wir auch die Legacy-Charaktere wie Harrison Ford, dass er halt nicht der alte gebrochene Mann ist, sondern, ja, es hat, es hat, es war schlüssig für mich. Und, von daher fand ich, ähm, okay, sehr würdiges Sequel, aber jetzt hab ich wieder Angst, weil es ist ein neuer Blade Runner in, äh, in der Macht. Wir dürfen wieder zittern. Okay. None|Genau. Okay, ähm, dann gehen wir jetzt wieder aus unserer Top 3 raus. Das war unsere, äh, Top 3. Und damit natürlich jetzt die Frage, haben wir noch große Baustellen, die wir bearbeiten müssen? Hast du noch, Christian, Themen, die du gerne auf, äh, den Tisch bringen würdest, was dir viel zu kurz gekommen ist in so einem Gespräch? Oder gibt es noch irgendwas? Für mich haben wir eigentlich so alles, was für mich ist, ist, wie gesagt, dass es, äh, M ist aus filmhistorischer Sicht wahrscheinlich der, der wichtigste Film der Nachttonzeit, also der Frühtonzeit. Ähm, und wie gesagt, wie er das eingeflochten hat und so weiter und wie er die Emotionen gesteuert hat mit seinen, äh, mit seiner Bild- und mit seiner Tonsprache, ist absolut fantastisch. None|Ähm, Ähm, was ich natürlich noch dazu sagen muss, ist, äh, dass er Referenzen hat. Äh, wir sehen nämlich M in, äh, den verschiedensten Filmen, zum Beispiel in Kevin Allein zu Haus. Wusstet ihr das? Was? Was? Echt? Ja, was? Das musst du jetzt genauer erklären. Ja, das musst du sagen, ich weiß es nämlich wirklich nicht mehr. Es gibt eine M-Referenz in, äh, Kevin Allein zu Haus, und zwar, wenn die, äh, wenn die beiden Einbrecher in Callagans, ähm, einbrechen, ähm, ein großes M dran. Ah! Yeah. Okay. Geil. Ja, oder soll, ähm, laut Christopher, äh, Christopher Columbus eine Referenz sein zu M, weil die haben sich genau das gleiche M auf der Hand. Ja. Oder auch, äh, Indiana Jones, äh, hat auch so eine leichte Referenz gehabt. Äh, Jäger des verlorenen Schatzes mit dem Bösewicht, der dann sich sozusagen auch die Hand verbrannt hat. Genau. Und das soll dann auch das Titelspiel, du hast dich da auch verbeugt, äh, ähm, zu dem Fritz Lang Film M. Okay, das ist vielleicht ein großer Stretch, oder? Also, hm, weiß ich nicht genau. die Berg war ja schon sehr stark beeinflusst. Das stimmt. Das stimmt, wenn sich das stimmt, der irgendwie die Hand verbrannt.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: das sind so, äh, Es gibt, es gibt,
Florian Bayer: es gibt ja durchaus Leute, die sagen, mit M haben wir eigentlich so einen der ersten Film-Noors auch vor uns. Und gerne wird ja auch darauf verwiesen, dass der Film-Noor sehr inspiriert war vom expressionistischen Film. Vielleicht ist er zumindest so ein bisschen Scharnier mit seiner Bildsprache, nicht mit seinem Inhaltlichen, sondern einfach nur mit der Bildsprache, wie das vom Expressionistischen weitergetragen wird, ein realistischeres Setting, weil diese, diese, diese Gassen, diese Beklemmung in der Stadt, diese, diese engen Räume und so, das sind ja alles so typische, sind einfach so typische Film-Noor-Merkmale.
Johannes Franke: Ich würde noch ein Stück zurückgehen und sagen, Universal-Filme, oder? Die hatten ja auch diese, diese Schatten. Ich glaube, das ist auch so ein bisschen dann, was da mit reinkommt. Auf jeden Fall, M, als frühe noirische Film zu sehen, ja, habe ich auf jeden Fall, auf jeden Fall, die Deutschen, die dann nach Hollywood kamen, haben das ja mitgebracht, ne? Wenn man sich überlegt, gerade Seat Mark, zum Beispiel Robert Seat Mark, hat ja viel da rein, oder auch in Fritz Lang, ja.
Florian Bayer: Und Peter Loche durfte dann ja auch,
Johannes Franke: im Film-Noor, durfte der ja auch nochmal ein paar Mal ran, ne? Ja, sehr, sehr gut in, in, in, die Spur des Falken. Ja. Ne? Toller, toller Bösewicht, ne? Bösewicht, ja. Wirklich sehr gut gespielt, muss man sagen. Ja, Peter Loche hat natürlich sehr viel, große Karriere gemacht, nicht zu, nicht zu Unrecht, aber leider immer diese Bösewichte. Ja. Casablanca hatte eine Rolle, ja. Stimmt. Ah, genau. Und dann, ähm, hat er ein paar Komödien auch gedreht, oder, ich weiß auch, wie ihr den Film kennt, wo er diesen Japaner spielt, wie hießt er? Oh ja,
Florian Bayer: er hat einmal ganz fies Yellowfacing gemacht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ja, aber es war eine Reihe,
Johannes Franke: ich glaube, es waren so bei fünf Filmen. Ja. Gott, oh Gott, oh Gott. Oh, wie ist der?
Florian Bayer: Fuhlmann Show? Warte mal. Nee, nee, es war was anderes, ich weiß, was du meinst.
Johannes Franke: Irgendwas mit,
Florian Bayer: ja. Und er hat im ersten Bond-Film gedreht, ne? Er war der erste Bond-Bösewicht, wenn man es genau nimmt. Weil er hat einen Casino-Royal, 1954 hat er den, den Bösewicht gespielt. Mit Barry Nelson als James Bond.
Johannes Franke: David Niefen als James Bond. Okay, okay, ich gehe mal kurz dazwischen. Wir wollten eigentlich abschließen. Oh ja, wir müssen zu unserem Urteil kommen. Johannes, spiel den Urteil-Jingle. Ich spiel den Jingle ein. Das Urteil. Was für ein Jingle. Großartig, ich liebe ihn. Okay, also, das Urteil eigentlich, Christian, hast du das Urteil schon gegeben, aber wir, ich würde sagen, dir gebührt das letzte Wort. Das heißt, erst muss Plur, dann mach ich und dann darfst du noch mal was sagen. Also Plur.
Florian Bayer: M ist ein fantastischer Film. M ist ein wirklich großer Film. Unglaublich wichtiger Film für die Entwicklung des Tonfilms und für die Entwicklung von visueller Erzählung, von der Arbeit mit Text, mit Bild und Ton, wie man das zusammen denken kann, wie man es auseinander denken kann und hat wirklich einen Pionier, was das betrifft, seiner Zeit weit voraus. Aber er funktioniert nicht nur als Pionier und nicht nur als Anschauungsmaterial für das Filmseminar, sondern er ist auch einfach an und für sich ein wirklich guter Film, den man auch heute noch genießen kann, der einfach immer noch spannend ist und immer noch mitreißt.
Johannes Franke: Na, ich hab immer noch das Ding, dass ich natürlich sehe, dass dieser Film in einer anderen Zeit entstanden ist und sehr stark aus dem Theater rauskommt und auch in der Inszenierung sehr, weiß ich nicht, wie will man das einsortieren, im Brechtschen Sinne fast arbeitet. Weiß ich nicht genau, ob das zu weit aus dem Fenster gelehnt ist. Ja, ist es. Aber irgendwie ist es sehr geradeaus und sehr ausgesprochen und da stellt sich jemand hin und hat fast schon ein Seminar. Precht und Fritz Lang konnten überhaupt nichts miteinander.
Florian Bayer: Die wollten was zusammen machen, nur es Adern und die sind zueinander geraten, weil der episches Theater Precht und der große Filmmacher Fritz Lang.
Johannes Franke: Aber ich hab manchmal das Gefühl, dass er doch sehr geradeaus alles erzählt und mir ein bisschen mehr verstecktes Spiel mich das interessieren würde. Aber es ist auch der Zeit geschuldet und ich finde es eine tolle Methode auch für sich gesehen. Man muss sich halt drauf einlassen. Ja, also es ist ein ganz toller Film. Natürlich hat viel zu bieten und ich will dem jetzt nichts in Abrede stellen. Ich will bloß das einsortieren. Ja, hab ich mir jetzt im Kopf und Kragen geredet? Habe ich. Verdammt. Christian, rette die Episode. Dein Urteil zu dem Film M. Für mich ganz einfach der beste deutsche Film aller Zeiten. Okay. Und ja, das ist eine fantastische Erzählweise. Ich finde, die Charaktere machen es halt. Wir haben die unterschiedlichsten Charaktere, nicht nur Peter Lohre. Auch ein, ähm, ähm, äh, der Lohmann. Ja. Zum Beispiel, äh, klar, ne, ähm, wahnsinnig gute Story. Auch wie wir die Berlin sehen oder die verschiedenen Charaktere, wie wir die Kamerafahrten, die Voice-Over, alles diese technischen Spielmittel, aber dann trotzdem zusammengepackt in einen Film, der ihn von Anfang an nicht loslässt und man einfach nur bis zum Finale mitfiebert. Also für mich auf jeden Fall Pflichtprogramm für jeden, für jeden Filmliebhaber und, äh, ja, einfach anschauen. Schön. Und sich auf die Zeit einlassen, ne? Einfach sagen, okay, das ist jetzt, äh, über 90 Jahre alt. Aber, wie gesagt, absolut.
Florian Bayer: Ich glaube, das ist ganz wichtig. Man kann ganz viel, ganz, also gilt für alle Hörenden da draußen, man kann unglaublich viel für sich selbst gewinnen, wenn man ein paar Bedenken über Bord wirft und sich auf die, auf die alten Schinken einlässt, weil da gibt's auch heute noch sehr viel zu entdecken.
Johannes Franke: Ja. Ich finde gerade, dass man an diesem Film sieht, dass Menschen immer Menschen waren. Also, dass wir zwar in einem modernen Zeitalter irgendwie leben und immer, wenn man so im Kopf zurückdenkt, an, an, an eine ganz andere Gesellschaft im Kopf hat und eine Schwarz-Weiß-Gesellschaft, aber, ähm, dass man daran sieht, dass Menschen einfach immer gleich funktioniert haben und sich immer die gleichen Gedanken gemacht haben und auf die gleiche Art und Weise vielleicht in einer anderen, leicht anderen Sprechweise oder Sprache genutzt haben. Aber es ist einfach, der Mensch ist der Mensch und mit all seinen Nöten und all seinen Problemen und, ja, es ist wirklich spannend, so ein altes Ding zu sehen und trotzdem den Menschen so von heute quasi da zu sehen. Ich finde es, ich finde es halt zeitlos irgendwie. Also, ich, man kann sich damit identifizieren. Man hat genauso die gleichen Ängste. Ich glaube, jeder, jeder Elternteil hat Angst, wenn sowas passiert. Und, ähm, auch von der Erzählweise, ja, klar, haben wir jetzt forensisch wahrscheinlich andere Möglichkeiten als damals, aber die Angst schwirrt mit und wenn wir das in den Medien hören, wenn ein Kind vermisst wird, dann suchen wir immer noch alles ab. Ja. Per Suchtrupp und so weiter, ne? Also, von daher, ich finde, ja, zeitlose Klassiker, den man einfach sicher anschauen soll und dann niemals vergessen werden sollte.
Florian Bayer: Christian, vielen Dank, dass du dabei warst. Leute, hört euch den Podcast von Christian an. Ja, gerne, hat Spaß gemacht. Ja, war schön, dich da zu haben. Und, äh, genau, hört euch den Podcast an, 101 Jahre des Films. Wenn euch das gefallen hat, was Christian erzählt hat, da gibt's noch ganz viel mehr zu hören, gerade noch zu den Klassikern, also zu den, zu allem, was, was vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist und in ein paar Jahren dann wahrscheinlich auch so die 50er und 60er. Aber da gibt's jetzt schon total viel zu entdecken zum Stummfilm und zu großen Klassikern.
Johannes Franke: Christian, vielen Dank, dass du dabei warst. Das war großartig. Vielen Dank für eure Zeit und, äh, ja, dass ich mitmachen durfte. War ziemlich cool, ja? Sehr, sehr gerne. Ich genieße euren Podcast. Großer Fan auf jeden Fall und, äh, höre euch weiterhin. Und, ja, vielleicht kommt's mal wieder zustande. Ja, ja, wäre total cool. Voll gut, ja, gerne.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, welchen Film es nächste Woche gibt, ich glaube, ich bin dran. Ich glaube, ich mach Johannes einen Vorschlag. Dann bleibt noch dran. Nach dem Outro reden wir einmal drüber, was es nächste Woche gibt. Ansonsten nochmal vielen Dank, Christian. Vielen Dank euch fürs Zuhören. Vielen Dank, Plur. Vielen Dank, Johannes.
Johannes Franke: Bleibt gesund da draußen und hört nächste Woche wieder rein, wenn es wieder heißt. Ach, egal. Ihr wisst schon. Bis dann. Ciao. Ciao. Tschüss.
Florian Bayer: So, Johannes. So, Plur. Ich muss dir ja noch was geben. Ja, stimmt. Und ich muss ehrlich sagen, es nagt an mir. Es zerreißt mich innerlich. Was? Ich hab dich nämlich mal vor einiger Zeit sehr enttäuscht. Ja, das stimmt. Und das will ich wieder gut machen. Welches der vielen Male meinst du denn? Es ging darum, als wir gesagt haben, wir machen eine Girls' Night.
Johannes Franke: Oh ja. Oh, oh.
Florian Bayer: Und ich hab dir einen wundervollen Film gegeben, der auch tatsächlich seine, seine Frauen ernst nimmt. und dieser Film war dir zu feministisch, um zu einer Girls' Night zu passen. Nein, der war mir nicht zu feministisch. Nein, der war einfach nur todtraurig. Plur, ich will sexistischen Kackscheiß haben, hast du damals gesagt. Nein, Plur. Ich wollte bloß nicht depressiv aus so einer Girls' Night ausgehen. Wie auch immer, ich schulde dir eine Girls' Night. Ja. Du sollst deine Girls' Night haben. Und zwar? Pretty Woman.
Johannes Franke: Das ist sexistischer Kackscheiß.
Florian Bayer: Jetzt ist es zu spät. Wir gucken einen echten, es ist, glaube ich, gar nicht mal eine Rom-Com, sondern eher ein Liebesfilm, einen echten Liebesfilm-Klassiker, der aber auch sehr viele amüsante Momente hat und ziemlich viel Gut ist mit Julia Roberts und Richard Gere und yay, Prostitution und greift dir deinen Märchenprinzen. Pretty Woman aus dem Jahr 19, lass mich nichts Falsches sagen, Ende 80er, Anfang 90er. Okay. Ich freue mich sehr drauf. Dann your homework. Ist ja erst nächste Woche dran. Bis dahin habe ich die Veröffentlichung drauf. Okay. Bis dann. Bis dann. Ciao.
