Episode 145: The Odd Couple – Jack Lemon und Walter Matthau als seltsames Traumpaar
Diese Woche knöpfen wir uns eine der großen Broadway-Verfilmungen der 60er Jahre und eines der berühmtesten Comedy Duos Amerikas vor: Jack Lemon und Walter Matthau in The Odd Couple aus dem Jahr 1968.
Können uns die Sitcom-Oneliner und der Broadway-Slapstick auch heute noch unterhalten? Wie schlägt sich das Bühnenstück auf der Leinwand und wie schlagen sich Jack Lemon und Walter Matthau in ihrem ersten gemeinsamen Auftritt? Was gibt es zu der Serie sowie späteren Auflagen des Odd Couples zu sagen, und was haben Lemon und Matthau sonst noch gemeinsam auf die Leinwand gebracht?
In der passenden Top 3 reden wir über unsere liebsten Filmfreundschaften.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 145: The Odd Couple – Jack Lemon und Walter Matthau als seltsames Traumpaar Publishing Date: 2023-10-11T19:02:09+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/10/11/episode-145-the-odd-couple-jack-lemon-und-walter-matthau-als-seltsames-traumpaar/
Johannes Franke: Johannes? Ja? Mit wem würdest du lieber zusammenleben? Felix oder Oskar? Zusammenleben? Ja, in einer WG. Also wenn du mir jetzt eine Knarre an den Kopf hältst und sagst Felix oder Oskar, dann sage ich Schieß.
Florian Bayer: Ich würde mich 100% und jederzeit für Felix entscheiden. Es ist nicht großartig, du kriegst tolles Essen, es ist immer sauber und ordentlich und mit den Neurosen kommst du auch irgendwie klar und dann kannst du halt Spaß außerhalb der Wohnung haben. So, Ploa, bist du bereit? Ja, bin ich. Herzlich willkommen, liebe Zuhörende, bei einer neuen Episode des Odd Couple Podcasts.
Johannes Franke: Mir gegenüber sitzt Neurotiker Johannes Franke und mir gegenüber sitzt Oskar Ploa. Wer möchtest du von den beiden sein?
Florian Bayer: Da ich dir jetzt schon die Neurotiker-Ebolle gegeben habe, muss ich zwangsweise ach, der Chaot-Hedonist
Johannes Franke: sein, Mann, Mann, Mann. Ach, wie schlimm, traurig. Ja, das Blöde ist, wenn ich mich hier in meiner Küche umgucke und unsere Situation anschaue, wie ich immer hier vorher räume und da noch die Coaster hinlege, damit wir dann Tee trinken können und keine Stains auf dem Tisch hinterlassen werden. So, dann bin ich wirklich der Neurotiker von uns beiden.
Florian Bayer: Ja, ich glaube, Gott sei Dank können wir die Neurotiker-Stereotype gar nicht so einfach auf uns beide übertragen, weil wie in jedem Menschen steckt in beiden von uns ein bisschen was von Felix und auch ein bisschen was von Oskar, würde ich behaupten.
Johannes Franke: Das hoffe ich jetzt einfach mal, dass ich nicht einfach nur full-on Felix bin. Und damit herzlich willkommen zu einer Episode über den Film The Odd Couple aus dem Jahre 1968.
Florian Bayer: Ein seltsames Paar, wie er im Deutschen heißt. Mhm. Und wie wahrscheinlich viele, habe ich ihn auch zum ersten Mal in Deutsch gesehen. Oh, in Deutsch. Wie findest du die Synchronversion? Ich habe sie jetzt nicht mehr geguckt, deswegen kann ich nur aus meinen Erinnerungen sprechen. Oh, Plur! Aber ich habe doch, ich habe einen Podcast gehört, da haben sie ein paar von den deutschen Szenen eingespielt und da hatte ich das Gefühl, dass es gut synchronisiert. Ich mag aber auch, es gibt eine klassische Synchronstimme für Jack Lem und eine klassische Synchronstimme für Walter Matthau. Und wenn ich das richtig gesehen habe, waren die beide da zu hören. Ich müsste jetzt nach den Namen suchen, um sicher zu sein, wer es war. Also ich kann dir zumindest,
Johannes Franke: Georg Tomala sagen. Das ist der Jack Lem Synchronisator. Richtig. Und den fand ich nämlich wirklich gut, deswegen habe ich ihn aufgeschrieben. Der ist nämlich sehr, sehr gut als Jack Lem. Die Stimme ist irgendwie eingebrannt dann auch im kulturellen Gedächtnis in Deutschland. Absolut.
Florian Bayer: Bei mir total. Und Wolfgang Luschki, um den Namen auch noch zu nennen, ist die Stimme von Walter Matthau. Ah, ja, ja. Und ich glaube, die haben einen guten Job gemacht bei der Synchronisation. Aber es ist wirklich lange her, dass ich den gesehen habe. Das war nämlich so ein typischer Film meines Vaters. Aha. Das war sowas, was mein Vater voll lustig fand und was er dann geguckt hat und dann auch wollte. Mein Vater war kein großer Filmfan und seine Bandbreite, was Filme betrifft, war auch relativ gering. Aber wenn es dann einen gab, den er richtig lustig fand, dann wollte er uns den auch zeigen. Okay. Mit dem Ergebnis, dass wir, wir waren zu dritt, auf der Couch saßen, neben meinem Vater, der sich kaputt gelacht hat. So bis zu dem Punkt, wo es uns vollkommen unangenehm war und wo man auch nicht mehr mitlachen konnte, sondern wo es einfach nur so war, oh alter Mann, bitte hör auf, über diesen alten Herrenwitz zu lachen.
Johannes Franke: Darf ich dir mal sagen, dass du diese Situation schon ein paar Mal heraufbeschworen hast in diesem Podcast? Ja, das ist mein eindrücklich gewesen sein. Mein cineastisches Trauma. Deswegen setzt du dich jetzt so viel mit Filmen auseinander, um das Trauma zu bewältigen. auf jeden Fall.
Florian Bayer: Oh mein Gott. Und du gibst mir ja ständig Filme, die es mir echt schwer machen, das Trauma zu bewältigen.
Johannes Franke: Sehr gut.
Florian Bayer: Du hast einen Filmgeschmack wie mein Vater. Boomer!
Johannes Franke: Um das mal hier klarzustellen. Und du könntest recht haben.
Florian Bayer: Aber ja eigentlich gar nicht ein Film in seiner Ursprungsform, sondern ein Theaterstück.
Johannes Franke: Ja, Broadway. Und zwar auch mit, muss man sagen, Walter Matthau in der Rolle, die er dann auch im Film gespielt hat. Und von demselben Autoren, der dann auch für das Filmdrehbuch verantwortlich war. Neil Simon. Neil Simon, wo ich denke, die ganze Zeit, fuck, ich muss unbedingt mehr von dem sehen. Wir haben von ihm was gesehen. Und zwar Murder by Death. Und da war mir das noch gar nicht so klar, dass der so viel auch Broadway und so weiter gemacht hat.
Florian Bayer: Der hat viel Broadway gemacht. Der hat gar nicht so viele Filme gemacht, sondern vor allem fürs Fernsehen und für den Broadway geschrieben
Johannes Franke: und produziert. Ja. Und der war vor allem für seine One-Liner halt bekannt. Der hat so wahnsinnig viel so wirklich auf den Punkt so Gags geschrieben, wo es gar nicht so sehr um die Dramaturgie des Films, was wir vielleicht in diesem Film auch noch mal uns genauer anschauen müssen, nicht so komplizierte Stoffe geschrieben, sondern vor allem eben Situationen, die sehr gut für One-Liner sind, wo man sich im Broadway einfach hinsetzen und Spaß haben kann und freuen kann über die Wittiness der Figuren.
Florian Bayer: Amerikanisches Unterhaltungstheater
Johannes Franke: der 60er Jahre.
Florian Bayer: Absolut. Und an deinem breiten Grinsen
Johannes Franke: sehe ich schon, dass das total dein Ding ist. Es ist nicht nur 60er, es ist auch heute noch so. Ich war ja in New York nur gerade eben erst und war am Broadway, habe mir Schakt angeschaut und das ist ein unglaublich one-linigeres Ding. Wirklich. Die haben sich das, die haben das so professionalisiert, dass man am Ende nicht mehr weiß, welche Story habe ich eigentlich geguckt, aber ich habe die ganze Zeit so viel Spaß gehabt.
Florian Bayer: Ja. Wirklich krass. Auf die Gags, auf die Pointen. Ja. Es gibt zwei Versionen, wie der Ursprung des Stückes ist. Ein Mel Prooks Biograf hat gemeint, es würde auf Mel Prooks basieren. Während das, was ich für wahrscheinlicher halte, ist die Geschichte, dass es auf Neil Simons Bruder Danny Simon basiert.
Johannes Franke: Es geht vor allem, glaube ich, darum, dass Mel Prooks ja sich getrennt hat und dann mit einem Kollegen zusammengezogen ist oder mit einem einfachen anderen Mann und diese Situation dann dazu geführt hat, dass Neil Simon gedacht hat, ah, okay, da lässt sich was draus machen, da ist was drin. Genau. In der Danny Simon Version
Florian Bayer: ist es so, dass Danny Simon auch sich getrennt hat und dass dann er auch beim Freund eingezogen ist und dann gibt es irgendwie diesen Dialog, der so ein bisschen halt dieses Klischee des alten Ehepaars hat. Was gibt es denn heute Abend zu essen, Schatz? Was hast du für mich gekocht?
Johannes Franke: Das fängt ja mit dem Film schon sehr früh an, weil schon Walter Matthaus sehr, sehr früh, als er ihn einlädt nach Hause, bei ihm einfach nur ein bisschen zu wohnen, so ein paar Tage vielleicht, zumindest in seinem Kopf, er dann sagt, I'm proposing to you, willst du auch noch einen Ring haben oder was? Und das sofort den Tone festlegt für den Rest des Films. Sie reflektieren das ja auch
Florian Bayer: tatsächlich sehr viel, auch am Schluss, wenn es zu dem großen Streit kommt, dann sagt Oscar ja auch zu Felix, ich löse diese Ehe hier auf. So ganz eindeutig, was wir hier machen, ist irgendwie so ein merkwürdiges Eheverhältnis.
Johannes Franke: Aber was passiert genau in der Story? Was passiert genau in der Story? Beide sind getrennt. Walter Matthau ist schon eine ganze Weile, also Oscar ist schon eine ganze Weile getrennt, lebt alleine, ist Sportreporter und kann sich acht Zimmer in New York leisten gegenüber vom Central Park? Was verdient der als Sportreporter? Was zur Hölle? Aber okay, und es ist auch damals, es ist 68 und nicht 2020, wo die Preise, also er wäre Milliardär heute, muss man sagen.
Florian Bayer: Acht Zimmer findest du einfach nicht mehr in New York,
Johannes Franke: sei denn du hast einen
Florian Bayer: von diesen dünnen Wolkenkratzern, die immer so ein bisschen im Wind wehen.
Johannes Franke: Ja, die wirklich
Florian Bayer: eine riesige Strecke zurücklegen im Laufe des Tages, so acht Zentimeter, glaube ich, komplett out of context, es gibt wirklich gruselige Geschichten zu diesen Gebäuden, die sie in New York hochgezogen haben. Also zum einen sind die so schmal und so hoch, weil es hat irgendwelche finanziellen Gründe, weil der Grund und Boden kostet zu viel, wenn er in die Breite geht, aber nicht, wenn er in die Höhe geht. Und dann wurden diese Dinger gebaut von sehr reichen Immobilienhaien für sehr reiche Menschen, damit diese reichen Menschen repräsentative Apartments in New York haben, wenn sie mal zu Besuch sind. Und diese reichen Menschen kommen meistens irgendwie aus dem Nahen Osten irgendwelche Ölscheichs oder so. Das heißt, diese Wohnungen sind aber leer. Ja, die bewohnt keiner. Geisterhäuser. Und es gibt wirklich Beschwerden von Menschen, die da eingezogen sind, die sich da so ein Apartment für 50 Millionen gekauft haben. Das ist keine Übertreibung, die kosten wirklich so viel. Und die dann sagen, ey, es ist kein Mensch, man fühlt sich total einsam, das Ding wackelt, man wird seekrank da drin und es wird nichts gemacht und es ist die Wasserrohre brechen und es ist dreckig und so und das ist so das Gruseligste. Das ist wirklich Worst Case. Ja, das ist so Postkapitalismus in Reinform. Ja.
Johannes Franke: Last State Capitalism. Es ist natürlich großartig, weil du dann irgendwie zwar diesen riesigen Blick hast, und aber wahnsinnig viel Geld ausgegeben hast für den Scheiß und dann seekrank aufwachst und den ganzen Tag
Florian Bayer: überall hin und her schwankst. Du weißt, du hast keine Nachbarn, du hast diese eine Etage für dich, diese oder zwei Etagen sind es dann ja auch ganz oft. Minimalismus, aber du kannst von einem zum anderen Fenster gucken und du stehst in diesem riesigen Apartment, das aus drei Zimmern besteht, links siehst du die Skyline New York, rechts siehst du den Central Park und was machst du da?
Johannes Franke: Da kannst du doch nur depressiv werden, oder? Da kannst du depressiv werden. Du hast dir selbst ins Knie geschossen
Florian Bayer: mit deinem Geld, das ist unglaublich. Und die Fenster sind dann auch extra so Sicherheitsfenster, dass du nicht mal springen kannst. Oh nein. Dasselbe Schicksal, das auch unser Felix hat.
Johannes Franke: Um wieder in die Story, die wir eigentlich erzählen wollten, zurückzukommen. Walter Matthaus' Charakter Oscar ist schon geschieden und in diesem Moment, wo der Film losgeht, ist halt auch Felix getrennt worden von seiner Frau. Die wollte nicht mehr. Warum, werden wir sehr schnell mitbekommen, aber der Film erzählt uns erstmal nur den Mordversuch, den Selbstmordversuch von Felix, der erstmal sehr düste daherkommt, aber mit sehr lustiger Musik unterlegt ist und er schafft es halt einfach nicht und kriegt irgendwie einen Hexenschuss und graucht dann irgendwie mit Schmerzen im Rücken zu seinem Freund Oscar, der gerade Poker Night hat, wo er ja eigentlich auch dazu gehört. Dann kriegen sie alle mit, dass er selbstmordgefährdet ist, versuchen ihn irgendwie einzulullen und zu sagen, hier bleiben erstmal hier und dann ziehen die beiden zusammen. Oscar holt Felix zu sich nach Hause. Und Oscar weiß, dass Felix verrückt ist.
Florian Bayer: Schon bei diesem Pokerabend wird ziemlich klar, dass Oscar und Felix wirklich gute Freunde sind und Oscar auch offensichtlich der in der Runde ist, der Felix am besten kennt und er referiert ein paar Mal auf dessen Neurosen und Ängste und Reinlichkeit. Wie wir dann auch sehr schnell erfahren, ist basiert der Humor des Zusammenlebens der beiden darauf, dass sie sehr unterschiedliche Charaktere sind. Während Oscar wirklich so der klassische Junggeselle, der vielleicht etwas zu lang Junggeselle ist, der sehr chaotisch lebt, sich keine Gedanken macht, nicht an seine Pflichten denkt, so in den Tag hinein lebt und ständig Chaos hat, ist Felix ein kompletter Neurotiker, der alles sauber haben will, alles ordentlich haben will und sich um alles sehr genau kümmert.
Johannes Franke: Also natürlich das klassische Pairing auch schon vorher. Es lohnt sich, dem hinzugeben und es ist auch nicht umsonst so gewesen, dass ganz, ganz viele danach das einfach genommen haben, dieses Konzept und neu aufgelegt haben. Jedenfalls werden die beiden einfach erzählt in ihrem Alltag, was sie so erleben, was für Probleme existieren. Auch wie sie versuchen, mit Frauen dann wieder in Kontakt zu kommen, um, naja, ihr Leben wieder irgendwie in Bahnen zu lenken, die sie gerne hätten eigentlich. Und es kommt natürlich am Ende zum großen Eklat und sie trennen sich wieder und er zieht bei den Nachbarn ein. Also Felix zieht bei den Nachbarn ein, nicht Oscar aus seinem eigenen Hause. Aber das ist im Grunde die ganze Story, es ist gar nicht so viel dazu zu erzählen, aber das Interessante passiert natürlich in diesen ganzen One-Linern und diesen ganzen kleinen Situationen dazwischen.
Florian Bayer: Ja, bei den, bei den Verwitweten beziehungsweise geschiedenen Schwestern Cecil und Gwendolyn zieht Felix dann ein, mit denen auch kurz so ein Anbandeln stattfindet, weil Oscar hat die Schwester gefunden und bringt sie ins Apartment. Und das ist unter anderem ein großes Streitthema, dass Felix ihnen dann vermeintlich den Arm versaut, indem er halt nur lamentieren kann darüber, wie er von seiner Frau verlassen wurde.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und zum Schock von Oscar gehen die beiden Frauen, mit denen er eigentlich Spaß haben wollte, da voll drauf ab auf dieses Rumgeheule und trösten ihn und wollen ihn eigentlich wieder zu sich einladen und, aber da muss Oscar hin und stellvertretend.
Johannes Franke: Aber Oscar ist flexibel genug zu sagen, okay, das ist, du hast sie rangeholt jetzt, also gut, dann stehen die auf sowas, was soll's, ich gehe voll drauf ein, ich denke darüber, nachhysterisch zu werden, das ist super, ich gehe drauf ein, ich mache das auch. Und naja, dann ist halt leider Felix nicht in der Lage, sich auch weiterhin den Abend zu gönnen, sondern sagt, nein, Gottes Willen, ich kann nicht mehr, ich gehe jetzt ins Bett. Und damit ist der Abend auch gelaufen für Oscar. Aber wir sind weit voraus, ich glaube, bei dem Film lohnt es sich so ein bisschen durchzugehen, weil da so viele Sachen drin stecken und dann eins den anderen die Klinke in die Hand gibt und da kann man vielleicht gut durchgehen, oder? Ja. Meine erste Notiz. Deine erste Notiz. Können wir über Selbstmordversuche in der Form lachen heute? Ja, das können wir. Ich glaube, über Selbstmord sollte man Witze machen. Genauso wie alle anderen Sachen. Wenn wir über Al-Qaida und den ganzen Scheiß Witze machen, obwohl es ein sehr problematisches Ding ist und darüber lachen können, dann können wir auch darüber lachen.
Florian Bayer: Ich glaube, ich hätte mir gewünscht, dass diese offensichtliche Verzweiflung, die Felix hat durch die Trennung, ein bisschen mehr Gewicht gekriegt hätte, nur ein ganz klein bisschen. Es hätte gar nicht so viel gefehlt, aber es war mir dann doch ein bisschen zu leicht.
Johannes Franke: Aber hat er das nicht gespielt? Er spielt es wirklich sehr intensiv die ganze Zeit. Es ist fast für eine Komödie schon zu düster, habe ich das Gefühl.
Florian Bayer: Ich finde es dadurch wiederum zu trüber. Also Jack Lemmon ist ein großartiger Schauspieler. Jack Lemmon und Walter Muttow sind, wir müssen so viel über beide reden, auch über beide als Paar, sind eine tolle Kombi zusammen. Aber ich finde, er spielt es schon eher so wie der Clown. Er ist, ich fand, ich hatte kein, ich hatte kein emotionales Gewicht in dieser Szene gespürt, sondern wirklich halt das Lustige. Ich meine, hey, er sagt, wenn sie zu ihm sagt Good Night im Hotel und er sagt Goodbye. Ja, das ist ein Gag. Es ist kein Moment, wo man mit ihm irgendwie mitleidet oder mitfühlt. Und wenn er dann versucht, das Fenster zu öffnen, um sich umzubringen und die Rückenschmerzen kriegt, dann ist das auch ein Gag. Dann ist das auch kein Moment, wo ich Mitleid mit ihm habe.
Johannes Franke: Aber es ist mehr die Inszenierung der Situation, nicht sein Spiel. Ich finde, sein Spiel ist schon sehr wirklich dran. Ich habe überhaupt das Gefühl, dass Walter Muttow eigentlich mehr sich selbst spielt und Jack Lemmon wirklich eine Rolle angenommen hat. Walter Muttow hätte ja gerne den Felix gespielt. Ja, das war ihm leider nicht vergönnt. Er hat wirklich mit dem Drehbüroautor und Nils Halmon nochmal geredet und hat gesagt, kann ich nicht vielleicht irgendwie, weil es damals auch der Regisseur stand nicht genau fest. Eigentlich sollte Billy Wilder das machen, aber der hat dann auch was anderes gemacht.
Florian Bayer: Billy Wilder, der ja dafür verantwortlich ist, dass Walter Muttow und Jack Lemmon überhaupt erst zum großen Paar wurden, weil er hat die beiden zusammen besetzt in Der Glückspilz. Der Glückspilz, was die erste Zusammenarbeit von ihnen war. Sie waren vorher schon befreundet, sie kannten sich und es sollte dann wirklich der Beginn einer sehr langen und fruchtbaren Zusammenarbeit werden. Ja, Wahnsinn,
Johannes Franke: die haben zehn Filme zusammen gemacht.
Florian Bayer: Elf, wenn man den mitzählt, wo Jack Lemmon noch so ein Cameo hat. Naja, okay. Aber genau, sie haben auf jeden Fall viel zusammen gemacht, von den 60ern bis zu dem Tag und tatsächlich waren sie auch ein bisschen Odd Couple bei diesem Film, weil Jack Lemmon war schon ein etablierter Darsteller, vor allem dank Manche mögen es heiß, Billy Wilder. Er war auch Billy Wilder-Stammbesetzung. Ja, genau. Während Walter Matthau gerade erst so im Kommen war, der war schon älter, aber der hatte, war eher so ein unbekannter Nebendarsteller gewesen und hat eigentlich erst durch das Broadway-Stück, wo er ja auch die Hauptrolle gespielt hat, hat er Anerkennung eben als Bühnendarsteller gekriegt. 1965 war das Broadway-Stück, also nur ein paar Jahre Er muss auch irgendwie schon
Johannes Franke: fast 40 gewesen sein oder ein bisschen älter. Er war über 40 schon. 40, über 40. Also das ist schon krass, ein Late-Bloomer würde man so sagen.
Florian Bayer: Ja, genau. Es gab Bedenken, Billy Wilder wollte ihn ja offensichtlich auch für manche mögen es heißen. Nee, Billy Wilder wollte ihn auf jeden Fall schon vorher mal besetzen. Das weiß ich nicht. Aber die Produzenten waren dagegen und er musste sich auch, und in diesem Fall war es auch wieder so, dass es ein Kampf gegen die Produzenten war, die nicht so ganz überzeugt davon waren, diesen Walter Matthau, diesen obskuren Bühnendarsteller zu besetzen.
Johannes Franke: Das Ding war, dass in der Bühnenfassung von Walter Matthau und Art, Nachnamen vergessen, Art Carney, gespielt wurde und Walter Matthau wurde übernommen und Art Carney, die arme Sau, der wurde nicht übernommen. Das ist total furchtbar, weil das ist ja wirklich so ein Zwei-Mann-Stück quasi ist mit ein paar anderen Leuten noch. Und dann nicht übernommen zu werden, während der andere übernommen wird, ist schon krass. Aber man muss sagen, der hat schon auch noch eine eigene Karriere gehabt. Art Carney gehört
Florian Bayer: zu den großen Comedians, Bühnendarstellern, Filmdarstellern in Hollywood.
Johannes Franke: Ich glaube,
Florian Bayer: der hat einen Oscar bekommen. Also insofern. Ich werde ihn ewig verbinden mit seiner wirklich schrecklichen Rolle im Star Wars Holiday Special. Oh, okay. Wo er sehr viel Würde verloren hat. Oh nein. Walter Matthau hat gesagt, es gibt so ein paar wirklich lustige Interviewfetzen zu Art Carney, dass der, er hätte wirklich gerne diese Rolle gespielt und Art Carney ist mit dieser Rolle eigentlich überhaupt nicht klargekommen und muss wie total viel gesoffen haben. Oh nein. Und muss die unglaublich schwer gefunden haben. Walter Matthau hatte wohl auch das Gefühl, dass das eigentlich die Rolle ist, die so ein bisschen anspruchsvoller ist, die ein bisschen spannender ist, ein bisschen mehr Fleisch hat
Johannes Franke: vielleicht auch. Ja. Tja, schade. Für die Schauspieler. Aber man muss sagen, der Film ist natürlich so, wie er jetzt besetzt ist, gar nicht anders zu denken.
Florian Bayer: Ja, total. Und genau, eben durch dieses Paar und natürlich auch genau in dieser Konstellation. Also ich, ich tue mich echt schwer damit, mir eine Version vorzustellen, wo Walter Matthau den Felix spielt und Jack Lemmon den Oscar. Gar nicht möglich. Jack Lemmon passt einfach so saugut auf dieses ängstliche, neurotische, lamoyante, vorsichtige. Das passt, das spielt Jack Lemmon einfach großartig. Und Walter Matthau hatte einfach auch schon, allein durch seine Physiognomie sowas schnodderiges, die ihn perfekt dafür macht, den Oscar zu spielen.
Johannes Franke: Als der Film wieder anfing und ich ihn wirklich lange nicht gesehen hatte, nun war ich ganz erschrocken, wie extrem Walter Matthau in dieser Rolle eigentlich ist am Anfang. Wie schlampig, wie schlimm diese Wohnung aussieht, wie diese Pokerrunde auch irgendwie sich damit arrangiert hat, aber irgendwie trotzdem noch die ganze Zeit angeekelt und das Gegend rum guckt. Und es ist wirklich hart und er dann an einer Stelle sagt, ich habe ein braunes und ein grünes Sandwich. Was ist das grüne Sandwich? Entweder es ist ganz teurer Käse oder es ist ein sehr altes Fleischstück. Und du denkst dir, oh Gott, oh Gott, ich fasse nichts an
Florian Bayer: in dieser Wohnung. Das Geile ist ja vor allem diese lakonische Art, wie er mit seinem eigenen Chaos umgeht und mit seiner eigenen Schlampigkeit. Er ist da so furztrocken.
Johannes Franke: Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Und es ist einfach geil, wie er einfach so genervt so Sachen rausschmettert, auch wenn sie sich dann in der Runde unterhalten über Felix. Und er hat es eigentlich immer so von der Seite kommentiert wie, ach ja, der wollte sich umbringen. Er hat den Boten geschickt und seine Frau musste noch Geld bezahlen. Wer bitte schickt
Johannes Franke: ein Selbstmord-Telegramm? Felix. Felix, natürlich. Es ist wirklich krass, weil die Beziehung und die Komik zwischen den beiden natürlich auch vor allem davon lebt, dass eben Walter Matter so trocken ist. Dass er bei vielen Situationen einfach nur an der Seitenlinie steht, kommentiert und man das Gefühl hat, es interessiert ihn nicht, ob er sich jetzt umbringt oder nicht. Natürlich weiß man, dass es ihn interessieren würde und dass es ihn irgendwie treffen würde, wenn es tatsächlich passieren würde. Aber seine Art und Weise damit umzugehen, die ist einfach so furztrocken und bringt so viel Komik rein, das kann man fast gar nicht schreiben.
Florian Bayer: Ja. Ja, die Figur lebt ganz viel davon, dass Walter Matthau ein... Underperformed ist der falsche Ausdruck. Nein. Dass er einfach... Einfach underwhelmt ist die ganze Zeit. Vor allem, weil es dann ja diese Momente der emotionalen Ausbrüche gibt und die sind dann umso lustiger.
Johannes Franke: Also wenn er sich
Florian Bayer: dann später bei Felix beschwert darüber, dass er nicht mehr kann, dass er... Wie sagt er, ich habe jetzt so lange allein gelebt, es war alles in Ordnung und jetzt bin ich kurz davor, einen Nervenzusammenbruch zu haben, seitdem du da bist.
Johannes Franke: Und es ist wirklich... Der Kontrast ist sehr, sehr stark zwischen vorher überhaupt kein... Also richtig Stoneface. Alles egal, nichts kann mich treffen und dann... Felix bringt ihn zur Verzweiflung.
Florian Bayer: We are all out of cornflakes. F you. Took me three hours to figure out if you was Felix Anger.
Johannes Franke: Das ist super. Das ist wirklich toll. Das freut mich, dass du solche Sachen aufgeschrieben hast. Das heißt, das hast du auch ein bisschen mit den... Du kannst mit den One-Linern was anfangen. Nicht mit allen,
Florian Bayer: aber mit einigen. Das heißt, ich würde noch nicht mal sagen mit vielen, aber mit einigen. Und die One-Liner sind auch... Die One-Liner und das Spiel von Walter Mata und Jack Lemmon ist auch das, was dem Film genug Kraft gibt, dass ich...
Johannes Franke: Oh nein! Oh Gott, jetzt kommt's. Weißt du, lass mich mal ganz kurz überlegen. Du sagst immer, dass ich derjenige bin, der bei Dosengelächter sofort anspringt und sagt, oh ja, will ich angucken. Was nicht stimmt. Das ist dein Bild von mir. Ja. Wenn man unter diesen Filmen Dosengelächter legen würde, würde es mich nicht wundern. Überhaupt nicht.
Florian Bayer: Das wurde ja auch
Johannes Franke: in das Sitcom ein paar Jahre später. Die übrigens sehr lustig ist. Die auch einen langen Run hatte. Sehr, sehr gute Schauspieler dafür auch. Die auch für diesen Film in Frage kamen, aber zumindest 50% davon. Also einer davon. Jedenfalls ist dieser Film irgendwie wie eine lange Sitcom-Episode, habe ich das Gefühl. Ja. Deswegen hatte ich mir ein bisschen Sorgen gemacht, dass du vielleicht sagen könntest, ah, ist nichts für mich. Ist das so?
Florian Bayer: Teilweise ja. Also das Problem ist halt, die One-Liner machen halt Spaß. Also ich musste einfach mehrmals bei dem Film lachen. Das funktioniert auf jeden Fall. Und ich glaube, wäre Dosengelächter da gewesen, hätte ich das nicht getan. Wäre Dosengelächter da gewesen, hätte jemand anders für mich gelacht, dann hätte ich gesagt, oh, der Film ist doof. Okay. Es ist sehr voll das Sitcom-Setup. Es ist halt auch vom Broadway, ne? Es ist halt ein Kammerspiel. Ja. Es hat mich dann tatsächlich eher gestört, dass diese Szenen, die da rausgerissen sind, wo man gemerkt hat, sie wollen jetzt noch ein bisschen mehr filmisches Set haben, dass die so ein bisschen erzwungen wirken. Ja. Also wir haben ja diese Momente, wo sie unterwegs sind oder wo einer von beiden unterwegs gezeigt wird. Es ist fast schon überflüssig. Ich glaube, ich hätte mir gewünscht, dass sie das konsequent als Kammerspiel, als Broadway-Umsetzung mit nur einem Set beibehalten.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, wie viele Sitcoms du kennst, aber es gibt ja auch bei Sitcoms immer mal so erzwungene Sachen draußen. Das ist voll verstörend.
Florian Bayer: Ich finde es ganz schrecklich. Dieses typische, dieser typische Shot, der einmal, Etablishment-Shot, ne? Ja, genau. Und der so bescheuert ist und dann wird ein Gebäude von außen gezeigt. Ja, ja, ja. Und dann zeigen sie halt, keine Ahnung, die Freiheitsstatue und dann schnitt und dann sieht man sie auf Bänken sitzen in irgendeinem grauen Raum und du weißt genau, nein, sie sind nicht in der Freiheitsstatue. Schrecklich.
Johannes Franke: Das ist wirklich dämlich. Und aber auch in Sitcoms, ich meine nicht nur sozusagen diese einen Etablishment-Shots, sondern ich meine auch, wie Leute dann im Taxi sitzen oder sowas, um von einem Set zum anderen zu kommen, vermeintlich. weil jemand jemanden besucht in seinem Set von Wohnung. Und dann gibt es so einfach so zwischendrin gepfropft bei, ob es jetzt Seinfeld ist oder ob es Friends war oder ob es, ne? Sollte sitzen zwischendurch im Taxi in New York und reden über irgendwas. Und das ist diese eine Außenszene, die sie haben, die wirklich immer reingepfropft wirkt und immer noch in das Studio aussieht. Aus irgendwelchen komischen Gründen.
Florian Bayer: Ja, auch so vor der Haustür sieht man ja öfter mal Szenen.
Johannes Franke: Jemand steht vor der Haustür
Florian Bayer: und du siehst halt auch, das ist offensichtlich ein Set.
Johannes Franke: Absolut. Und genau das gleiche Gefühl habe ich in diesem Film, dass man so reinpfropft wie so ein Außenset. Guck mal, wir können auch draußen und es geht überhaupt nicht auf.
Florian Bayer: Und dabei ist es noch nicht mal das, ne? Ich meine, sie haben Walter Matthau im Stadion sitzen als Sportreporter und die Szene ist einfach komplett überflüssig. Die Szene gibt mir nichts und sie ist auch noch
Johannes Franke: nicht mal so lustig. Sie erzählt was. Sie erzählt, dass Walter Matthau so sehr von Felix eingenommen ist, dass er seinen Job nicht mehr ordentlich machen kann.
Florian Bayer: Ja, aber es reicht nicht. Die könnte man wegschneiden. Und man könnte auch tatsächlich den ganzen Anfang könnte man auch wegschneiden. Zumal, also diese ganze Selbstmordszene. Ja. Weil einfach genug in dieser Männerrunde, wenn sie beim Pokersitzen darüber geredet wird, was mit Felix los ist und was, und das ist ja offensichtlich aus dem Stück, damit die Figuren etabliert werden. Ja. Und in dem Fall würde ich tatsächlich sagen, Tell Don't Show because you're already told.
Johannes Franke: Also ich finde den Anfang sehr, sehr spannend. Das hat was damit zu tun, dass, wenn du die Musik wechseln würdest, sofort voll die Suspense-Nummer draus wird. Weil das so gedreht ist von der Kamera und so weiter, wenn dieser eine blöde Gag von Goodbye nicht wäre oder wenn er das ein kleines bisschen kleiner spielen würde, dass er jetzt einen Hexenschuss hat. das jetzt aber sehr viel was anders sein müsste. Nein, das sind nur zwei Sachen. Aber die Szene geht auch nur drei Minuten. Und dann die Musik halt wechseln. Dann würdest du sofort einen Krimi haben. Neil Hefty hat echt eine gute Musik gemacht. Das muss man wirklich sagen.
Florian Bayer: Du siehst den Film, du hast nach zehn Minuten in dem Film hast du bereits eine Ohnung von der Melodie und ich habe nicht die Sitcom gesehen. Ich weiß, die Musik wurde wieder verarbeitet für die Sitcom. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es Leuten geht, die die Sitcom gesehen haben. Die Musik bleibt einfach komplett im Ohr hängen und passt auch total zu dem Setup.
Johannes Franke: Großartige Musik.
Florian Bayer: Neil Hefty, fantastischer Job. Absolut. Ja, also ich hätte auf diese Zehn verzichten können. Ich glaube, der Film hätte vielleicht nochmal ein bisschen mehr Power gehabt, wenn er in diesem Set geblieben wäre, in dieser Wohnung. Das kann sein. Okay, würde ich ja absolut geben. Hast du recht. Und dann ist ja tatsächlich, dann sind wir in dieser Wohnung, wir haben diese Zehn in dieser Wohnung. Es sind erstaunlich wenige Zehn und auch sehr vom Broadway, so Aktdenken,
Johannes Franke: Zehendenken
Florian Bayer: und es sind aber halt immer so Schlüsselzehn. Und spannend fand ich, dass wir, dass wir, nachdem Felix bei Oskar eingezogen ist, wir sehen nichts von ihrem Zusammenleben, sondern das Erste, was wir sehen, ist die Pokerrunde, in der Oskar sich drüber beschwert, wie Felix drauf ist. Stimmt. Bevor wir überhaupt sehen, was Felix alles in dieser Wohnung gemacht hat, haben wir Oskar, der anfängt drüber zu reden und sich drüber zu ärgern, was Felix alles geändert hat.
Johannes Franke: Beziehungsweise, wir sehen es schon auch. Die kommen nämlich an zu der Pokerrunde und stellen fest, wo sind die ganzen Pizzakartons, wo sind die Berge von Sachen, die irgendwo rumliegen und es fällt einem wirklich sofort auf. Man denkt, wow, okay, du könntest vom Boden essen. Total krass.
Florian Bayer: Und dann wird es halt vor allem erzählt in dieser Runde und ich finde tatsächlich diese Männerrunde echt gut inszeniert. Also auch schon beim Ersten, ich mag dieses, dass es so ein bisschen so ein bisschen Chaos gibt,
Johannes Franke: so ein bisschen durcheinander quatschen. Ja, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie ein kleines bisschen mehr kumpelhaft miteinander sein könnten, weil sie beschweren sich schon sehr viel übereinander und ich denke die ganze Zeit, warum spielen die überhaupt Poker miteinander? Warum? Es sind Männer
Florian Bayer: in einem 60er Jahre Film. Das ist die Art, wie Freundschaft ausgedrückt wird. Auch eigentlich, wie Oskar die ganze Zeit über Felix redet, auch schon bevor Felix einzieht, das ist eigentlich die Art, wie Freundschaft ausgedrückt wird. Das sind Best Buddies.
Johannes Franke: Ja, also bei den beiden kann ich es dann verstehen. Das kriege ich hin tatsächlich, obwohl die sich die ganze Zeit in den Haaren haben. Aber die Gruppe, die ist wirklich sehr, die beschweren sich sehr viel übereinander. Die meckern die ganze Zeit übereinander.
Florian Bayer: Aber es hat halt auch so was von einer lustigen Männerrunde, auch weil die so in unterschiedlichen Momenten ihres Lebens stehen. Der eine sagt die ganze Zeit, dass er nach Hause muss zu seiner Familie und dann planen sie ihren Urlaub.
Johannes Franke: Ja, immer wieder, wenn er da ist, ah, wir fahren aber nächstes Morgenende, ich muss schnell nach Hause, wir fahren dann morgen los
Florian Bayer: zum Irgendwo hin. Und dann haben sie diesen geilen Urlaub geplant in Florida, irgendwie zu so einer ganz komischen Zeit im Jahr und er sagt, was das für Vorteile hat, weil kein Mensch da ist und so weiter. Off-Season. Und genau, in einem leeren Hotel, ohne was zu tun, bei Scheißwetter.
Johannes Franke: Toller Plan. Ganz großartig. Ja, also natürlich sind die Figuren an sich sehr schnell etabliert und funktionieren sofort. Und der eine ist der Cop und diese ganzen,
Florian Bayer: der Steuerberater.
Johannes Franke: Der Steuerberater und so weiter. Ja, genau. Also das funktioniert.
Florian Bayer: Das ist halt auch so eine typische Männerrunde. Also alles in dieser Runde schreit danach, wir sind eine Männerrunde. Wir brauchen unseren Man-Cave, wo wir Poker spielen können. Gott sei Dank ist unser Freund Oskar geschieden.
Johannes Franke: Und ich finde auch super, wie das Verhältnis erzählt wird über das Telefonat. Oskar geht ans Telefon und fängt an, heftig zu flirten und verschämt zur Seite zu schauen und ach so und oh. Und sagt dann zu ihm, deine Frau. Es ist ein unglaublich guter Gag. Ich liebe das. Allein deswegen denke ich, ich muss unbedingt mehr von Neil Simon gucken. Es ist unglaublich, was der drauf hat. Ich finde das super.
Florian Bayer: Das ist die Pokerrunde. Dann haben wir, wenn die Frauen zu Besuch sind, unsere beiden Witwen slash Geschiedenen. Die eine ist, nee, sie ist eigentlich, sie ist ja auch Witwe. Sie war nur im Scheidungsprozess, als dann der Mann gestorben ist. Du meinst die Pigeon Sisters. Genau, die Pigeon Sisters. Und dann die große Streitszene. Das sind eigentlich so unsere drei Schlüsselzähnen. Mehr große, also es gibt gar nicht so viele kleine Alltagsmomente, sondern es gibt wirklich diese drei großen Szenen, die aber dann darum bemüht sind, den ganzen Alltag einmal in Schlüsselzähnen zu umfassen.
Johannes Franke: Und es funktioniert, finde ich auch. Obwohl ich natürlich mir tatsächlich gewünscht hätte, dass ich bevor dieser eine Pokerabend kommt, wo das alles erzählt wird, ich das einmal sehen kann. Aber an sich erzählen mir all diese Schlüsselszenen, die irgendwie dann doch nach besonderen, herausstechenden Sachen aussehen, erzählen die mir schon genug darüber, wie der Alltag ausgesehen haben könnte.
Florian Bayer: Ja, es hat auch einfach diesen witzigen Moment der Reflexion. Das finde ich auch ganz, also ich finde es in diesem Film ganz passend, dass wirklich weniger gezeigt wird und mehr reflektiert wird. Wir erfahren, wie ihr Alltag aussieht, darüber, dass sie entweder darüber streiten oder dass Oskar sich bei seinen Freunden drüber aufregt oder dass Jack Lemmon sich halt bei den Frauen ausheult. Und es ist die ganze Zeit, es hat die ganze Zeit diese Reflexionsebene, es hat unglaublich viel erzählt und wenig gezeigt. Was aber halt auch die Möglichkeit gibt, diese ganzen One-Liner rauszuholen, diesen trockenen Humor beziehungsweise diesen verzweifelten Humor, so Jack Lemmon als der traurige Clown. Deswegen funktioniert in dem Fall halt auch dieses, dass es sehr wenig zeigt und sehr viel erzählt. Die Pigeons ist das.
Johannes Franke: Wie findest du das? Das Ding ist ja immer, dass man so ein bisschen Angst vor solchen Szenen in 60er-Jahre-Filmen hat oder früher, 50er, 40er oder sowas, weil man dann schnell merkt, da ist doch ein großer Unterschied inzwischen existiert in der Inszenierung der Frauen damals und der Inszenierung von Frauen heute. Stichwort Sexismus. Wie findest du die beiden gelungen in diesem Film? Weil die kichern ja sehr wohl vor sich hin.
Florian Bayer: Ja, sie sind halt schon so ein bisschen die Stichwortgeber für Walter Muttow und Jack Lemmon, obwohl die beiden das wirklich, also erstmal grundsätzlich, die spielen das extrem gut. Also Monica Evans und Carol Shelley spielt dieses Schwesternpaar, das auch als Singles zusammenlebt und offensichtlich auch so ein bisschen exzentrisch ist. Aber dann fungieren sie in dieser Szene halt vor allem, um nochmal die Dynamik zwischen Felix und Oscar zu zeigen. Oscar, der Spaß haben will, der Party machen will und Felix, der halt total schnell wieder in dieses Lamoyante abfällt.
Johannes Franke: Ich find aber, dass das gar nicht so schlimm dolle ist, dass die nur die Stichwortgeber sind. Die haben zwar nicht so wahnsinnig viel eigene Geschichte, aber die haben wenigstens einen eigenen Willen, weil ich nehme mich sofort sehe, die sind down with it. Die wollen, die kommen da an und gehen auf die Gags, die Walter Matthau macht, total ein, kichern vor sich hin und freuen sich und sind auch irritiert erstmal von Felix und versuchen darüber hinwegzukommen und wieder in dieses Flirty reinzukommen.
Florian Bayer: Aber sie haben keine eigenständigen Persönlichkeiten. Das ist ein bisschen ein Problem,
Johannes Franke: aber sie wollen was.
Florian Bayer: Das finde ich immer richtig. Wenn ich dir die beiden Fotos zeigen würde von ihnen und würde fragen, wer ist Tassili, wer ist Gwendolyn? Also ich kann's dir nicht sagen.
Johannes Franke: Nein, das will der Film ja auch nicht. Der will das ja, der macht ja am Ende in den Credits und macht dann auch den Namenstausch nochmal, weil einfach keiner weiß, wer von den beiden wer ist. Und übrigens, kleiner intellektueller Einschub.
Florian Bayer: Klugscheißen mit Johannes.
Johannes Franke: Bei Oscar Wilde in The Importance of Being Earnest heißen die beiden auch Cecily und Gwendolyn. Das weiß ich, weil das eine meiner ersten Stücke ist, die ich als Schüler im Schülertheater gespielt habe. The Importance of Being Earnest hat immer Einstein im Brett bei mir. Du weißt, was für ein Jingle du da vorspielen musst. Oh nein!
Florian Bayer: Ich hoffe, ihr habt diesen Jingle jetzt gehört, bevor Johannes damit angefangen hat, für Oscar Wilde zu zitieren. Okay. Die Pigeons ist das. Wo waren wir stehen geblieben? Sie sind halt Stichwortgeber für diese tatsächlich charmante und lustige Szene. Es gibt halt einfach also es gibt nicht so die Gelegenheit für das Sexistische. Zum einen habe ich das Gefühl, der Film hat so ein bisschen einen Haste-Code im Kopf bei diesem Moment, weil es ist auch nie so ganz klar, was Oscar eigentlich will. Also Oscar will die flachlegen.
Johannes Franke: Es ist sowas von klar, was Oscar will.
Florian Bayer: Aber der Film versucht alles.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Alles, um zu zeigen, dass es nicht eindeutig ist. Es geht nur um Sex. Natürlich geht es ihm nur um Sex, aber ich habe das Gefühl, der Film versucht es die ganze Zeit zu verschleiern.
Johannes Franke: Echt, wirklich? Habe ich überhaupt nicht den Eindruck, habe ich gar nicht. Oder zumindest Haste-Code zu verschleiern. Na, ja, vielleicht das, vielleicht das, aber, aber nein. Eigentlich ist ihm doch total klar, also wenn er beim Bowling ist, sagt er doch irgendwie, wenn ich innerhalb der nächsten drei Wochen nichts Weiches in den Fingern habe. Genau. Voll Haste-Code. Aber was ist denn das bitte für eine Formulierung? Es ist doch wohl klar, was gemeint ist. Und er ist die ganze Zeit rattig. Das ist sowas von...
Florian Bayer: Natürlich ist er die ganze Zeit rattig, aber es ist in der Inszenierung doch verborgen, hinter dieser blumigen, merkwürdigen Sprache und es ist auch so, naja, wie das ganze Arrangement, es ist halt so, dass der Sex wird halt doch komplett vermieden, der wird komplett ausgeklammert. Aber wer das nicht mitbekommen ist, wirklich, also... Natürlich, weil die sich mittlerweile darauf eingestellt haben, weil wir sind 1965, wir sind kurz davor, dass das Ding gar keine Rolle mehr spielt. Aber hier haben sie wirklich so diese Wege gefunden. Natürlich geht es die ganze Zeit ums Ficken. Ja, voll. Aber es wird nichts, nichts in der Richtung gezeigt oder angedeutet. Ja, gut. Was ich aber eigentlich sagen wollte, in dieser Hinsicht fällt der Sexismus in dieser Szene sehr flach aus, einfach, weil Oscar nicht zum Stechen kommt, weil der Film es ihm zum einen verwehrt und zum zweiten, weil es ihm Felix verwehrt und wir ganz schnell in diesem awkward Moment sind, wo Felix halt da sitzt und rumheult und übrigens auch ganz toll, wenn Oscar Felix vorstellt und sie dann so ein Gespräch führen und dann Felix irgendwann, they say it will rain on Friday mit überhaupt keinem Gespür für was in der Situation angemessen ist.
Johannes Franke: Vor allem, weil vorher die lebendige Situation da ist. Es war so fröhlich und alle gut gelaunt. Und es gibt eins das andere und Oscar macht irgendeinen flirty Witz und die Mädchen gehen voll drauf ein und dann gibt es einen ganz kurzen Moment, wo mal Felix rein könnte und er sagt diesen awkward Satz und es macht einfach nur noch Chilp. Ja, Chilp.
Florian Bayer: Und dann ist ja ganz schnell so dieses Abfallen, wenn Oscar in die Küche geht, um nach dem wichtigen Essen von Felix zu gucken und es dann verbrennen lässt und dann Felix halt auf dieses Heul-Thema kommt und das fand ich auch nicht so lustig.
Johannes Franke: Ich finde es auch gut entwickelt, weil die Mädchen versuchen immer noch mal das wieder hochzuholen und sich wieder in diese gute Situation zu bringen und er dann einfach kein Gefühl dafür hat, was jetzt angebracht ist und ihnen einfach ewig dieses Foto vor die Nase hält, bevor sie dann wirklich darauf eingehen und sagen, okay, was willst du sagen? Ich war so ein bisschen lost
Florian Bayer: in dieser Szene, weil ich nicht genau wusste, also sie will witzig sein, aber ich fand sie nicht witzig. Okay. Also spätestens,
Johannes Franke: wenn Felix anfängt zu heulen, hört es irgendwie auf. Ich meine, es ist natürlich wahnsinnig awkward und die Frage ist, wie gut kommt man mit awkward Situationen klar? Bist du da generell mit awkward Situationen in Filmen? Es gibt ja Leute, die wirklich dann nicht mehr können und dann kurz rausgehen müssen oder sowas, weil es einfach zu sehr an einem nagt. Ich finde es schrecklich,
Florian Bayer: unerträglich, aber ich sehne mich auch so nach so vielen Momenten. Ich gucke sowas sehr bewusst, weil das ist wirklich der härteste Stoff, den es gibt. Ja, es ist manchmal schlimmer als Horrorfilme. Auf jeden Fall. Ich habe Stromberg ja geliebt und ich finde Stromberg, da brauchst du echt harte Nerven. Stimmt, ja. Wenn sich Menschen unangenehm, dumm, blöd verhalten und die Office US, es gibt auch teilweise diese Momente und wirklich, wo ich auf der Couch sitze und mich winde und sage, es soll aufhören, ich kann nicht mehr. Ich suche eben die Extreme. Ja, ich mag das tatsächlich. Living on the edge. Und ich finde es auch echt hart manchmal und auch in diesem Film, es könnte mehr sein in diesem Film auch, aber es ist halt auch 1965 awkward, aber es ist auch in diesem Film wieder, ich denke manchmal so und gleichzeitig denke ich, ja, das ist doch irgendwie lustig. Ja, okay. Ich glaube, es wird zu viel, wenn er anfängt zu heulen. Dann ist ein bisschen zu viel Broadway und zu wenig Film oder zu viel Sitcom
Johannes Franke: und zu wenig Film.
Florian Bayer: Vielleicht.
Johannes Franke: Okay, damit könnte ich vielleicht leben, auch wenn mir das das nicht kaputt gemacht hat. Ich muss trotzdem sagen, dass der Film tatsächlich gar nicht die Gag-Dichte hat, die ich in Erinnerung habe. Ich habe das Gefühl, dass andere Stoffe von Neil Simon Dichter sind und das ist gar nicht, dass es hier in diesem Film fast ein bisschen zu sehr um die Figuren noch gehen soll, noch ein bisschen zu sehr versucht wird, den Figuren mehr Fleisch zu geben, was sie aber nicht hinbekommen. Nein, die Figuren sind halt schon
Florian Bayer: krass Stereotype, ne? Ja, voll. Alles ist in dieser Stereotypie vom Ordentlichen,
Johannes Franke: Neurotischen und vom Chaotischen, Lebendigen. Und das wurde Neil Simon ja immer vorgeworfen mit allem, was er gemacht hat, dass er irgendwie nur Stereotype aufeinandertreffen lässt, um seine Situationen durchsetzen zu können, weil er irgendeine lustige Idee hatte und das müssen die beiden jetzt machen und das müssen Stereotype sein, damit das funktioniert und damit die One-Liner untergebracht werden können. Und hier habe ich das Gefühl, hat er versucht, dem mehr zu geben, aber ist einfach nicht so richtig gut geschafft, leider. Ich kenne von
Florian Bayer: Neil Simon nichts. Murder by Death. Murder by Death. Das war's. Ich kenne von diesem Mann nichts. Ich bin ja überhaupt kein Broadway-Kenner im Gegensatz zu Johannes. Alles, was jemals in New York gespielt wurde,
Johannes Franke: gesehen hat
Florian Bayer: an Originalschauplätzen. Er hat offensichtlich das Apartment auf die Bühne gebracht, Promises, Promises, 1968. Großartig. Als Musical. Also nicht auf die Bühne gebracht, sondern Drehbuch geschrieben. Wahrscheinlich hat es jemand anderes inszeniert. Er ist eher Autor als Regisseur oder macht er beides? Ich glaube, er ist mehr Autor. Und ich kenne nicht viel von ihm. Ich fand halt, was den Humor in diesem Film betrifft, es gibt wirklich Momente, über die ich richtig lachen muss. Das ist schön. Das gibt es nicht oft in Filmen. Die Momente kann ich wahrscheinlich an zwei Händen abzählen, vielleicht auch an einer Hand.
Johannes Franke: Nein, an drei Minuten.
Florian Bayer: Komm, gib dir Mühe. Drumherum passieren halt Sachen, wo ich merke, dass sie witzig sein sollen, aber dass ich sie nicht ganz so witzig finde, dass ich sie doch zu drüber finde. Vielleicht, was du gesagt hast, dass es dann in die Sitcom-Richtung geht, dass es dann in die Broadway-Richtung geht. Ja. Wo ich auch ein paar Mal auspusten muss und denke, ja, ist unterhaltsam, hat ein Tempo, aber es hat keine Tiefe, es hat null Tiefe. Also auch die Art, wie ihre Freundschaft, diese ungewöhnliche Freundschaft inszeniert wird, hat keine große emotionale Tiefe. Es gibt einen emotionalen Moment in diesem Film, der funktioniert und das ist halt die Schlusssekunde.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ansonsten, und selbst die ist, wenn ich dann gucke, wie die Serie geendet hat, ist die in der Serie viel besser. Okay, das weiß ich gar nicht. Wie ist denn die Serie geendet? Dann muss ich kurz sagen, wie der Film endet. Am Film sitzen sie halt zusammen und Walter Matthau sagt zu der Runde, das ist kein Schweinestall, hier macht mal euren Dreck da weg. Ja. Quasi so als Referenz an Felix. In der Serie ist es offensichtlich so, dass Felix irgendwann wieder heiratet und dann auszieht bei Oskar und dann verabschieden sie sich und irgendwo liegt Dreck rum oder so und Felix sagt, ah ja, und wenn ich weg bin, denkt bitte dran, das wegzumachen und Oskar sagt, den Teufel werde ich tun, ich werde es liegen lassen und Felix geht raus und dann sagt Oskar so zu sich beziehungsweise zum Publikum, Felix würde es liegen lassen und räumt es dann auf. Was nochmal stärker ist, weil es zeigt, dass sich beide verändert haben und beide voneinander gelernt haben. Ja. Das fand ich einen sehr schönen Moment. Okay. Also ich habe ihn nur gelesen, ich habe ihn nicht geguckt. Ach, du hast noch nicht mal das. Ich habe ihn nicht mal geguckt, ich habe ihn gelesen und gedacht, ja, das wäre das emotional noch stärkere Ende. Aber das ist dann halt so für einen Film, der, wenn der Humor nicht so im Mittelpunkt steht und es vor allem darum geht, um die Charaktere, dann scheitert der Film. Ja, das tut er dann auch. Ja, auf jeden Fall. Und dann wird dieses Shattern so ein bisschen aufgefangen, dadurch, dass Walter Mata und Jack Lem groß sind.
Johannes Franke: Ja, die sind einfach großartig als Schauspieler und als Couple zusammen. Das funktioniert einfach gerade dadurch und ich würde wahnsinnig gerne eine Inszenierung auf der Bühne sehen, um mal zu schauen, was man sonst noch damit machen kann mit diesem Stoff. Auf der Bühne musst du ja einfach viele Sachen nochmal, nochmal neue Ideen haben, nochmal neue Inszenierungen probieren und so. Ich glaube, da steckt noch viel drin, noch viele Möglichkeiten drin.
Florian Bayer: Um vielleicht nochmal kurz zu Jack Lem und Walter Mata zu kommen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Die haben ja, haben ja diese Karriere mit den zehn Filmen. Wenn ich drüber nachdenke, wo ich sie wirklich schätze, gehe ich sehr weit in die Zukunft, nämlich in die 90er. Und da haben sie, 1998 gab es ja die Odd Couple 2. Ja, der war eine Katastrophe. Den ich nicht gesehen habe. Ich habe ihn gesehen. Aber sie haben fünf Jahre davor, 1993, Crumpy Old Man gedreht. Mhm. Der, jetzt müsste ich nochmal nachschauen, wie er im Deutschen heißt. Das verrückte Paar, ein verrücktes, sie haben den gleichen Titel genannt. Autsch. Ja, ja. Okay, das ist dumm. Aber ist ja egal, Originaltitel war nicht so. Crumpy Old Man. Und die Vorschung
Johannes Franke: Grumpier Old Man.
Florian Bayer: Habe ich auch gesehen, waren durchschnittlich. Aber Crumpy Old Man ist der bessere Film. Ja? Ja. Okay. Crumpy Old Man ist ein wirklich toller Film mit den beiden, die mittlerweile schon ziemlich alt sind. Ja. Und die auch andere Rollen spielen, nicht Neurotika versus Chaot, sondern einfach so zwei alte, die sich die ganze Zeit gegenseitig Streiche spielen und die so eine Hassliebe miteinander verbinden. Man weiß ganz lange nicht, was es genau ist. Und dann wird's irgendwann, kriegt's aber so den Twist, dass man versteht, ah, das ist eine komische Art von Freundschaft, aber die konkurrieren auch um dieselbe Frau und haben die ganze Zeit Streit und sind auch wirklich ätzend zueinander und böse zueinander.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und da sind sie großartig drin nochmal. Also das ist so fantastisch. Ich mag diesen Film total. Es ist natürlich auch eine relativ seichte Komödie aus den frühen 90ern. Ja. Jeder, der Komödien aus den frühen 90ern kennt, weiß, wovon ich rede. Aber er ist wirklich gut und er macht wirklich Spaß. Ich kann ihn nur empfehlen. Ich hatte, ich musste an diesen Film nochmal denken und dachte, ja, an diesem Crumpy Old Man hatte ich mehr Spaß als an Die Odd Couple, am Klassiker.
Johannes Franke: Ja, kann ich mir auch vorstellen, weil ich muss auch sagen, wie vorhin schon so angerissen, ich finde für eine Sitcom ist die Gagdichte nicht hoch genug. Die beiden Schauspieler machen volle Kanne das Ding überhaupt möglich und für einen dramatischen Film sind die Figuren nicht tief genug oder haben überhaupt irgendeine Art von Tiefe über eine Stereotype hinaus. Deswegen war ich schon auch danach mit so einem leichten, sauren Geschmack im Mund, weil ich gedacht habe, ja irgendwie für das eine oder das andere fehlt hier, weil es ein kleines bisschen was.
Florian Bayer: Das Problem ist halt auch, dass die Sachen, die Potenzial haben, emotional tief zu sein, so ein bisschen dadurch kaputt gemacht werden, dass es halt immer wieder diese Gags gibt auf Felix Kosten, auf seine Neurosen. Ich finde es auch, ich habe die Frage am Anfang gestellt, ob man über Selbstmord lachen kann. Ich finde es tatsächlich schwierig, über diese emotionale Erpressung zu lachen, die dann kommt, wenn sie dieses Zerwürfnis haben und Felix sagt, ich haue jetzt ab und alles, was jetzt passiert, geht auf deine Kappe. Das fand ich nicht gut. Und das war nicht witzig. Und das ist mit Sicherheit ein Unterschied auch von 1965 zu heute, aber wo wir heute auch wissen. Also das ist zum einen nicht witzig und zum anderen ist es ein No-Go und es ist einfach Kacke.
Johannes Franke: Absolut, da hast du vollkommen recht. Das ist eine Szene, die wirklich auch sehr bitter im Hals stecken geblieben ist in dem Moment.
Florian Bayer: Und sie wurde halt auch eher so als Gag inszeniert, auch weil es dann Oscar die ganze Zeit darum geht, diesen Fluch loszuwerden. Stimmt, ja, ja. Und dann ist das große Versöhnen ist ja auch, dass das Felix zu ihm sagt am Schluss, wenn sie nochmal zusammentreffen in der Pokerrunde, ja, ich befreie dich davon und verschwinde jetzt. Warum? Nein. Ja, nein, nein.
Johannes Franke: 1965, Kacke. Egal, blöde. Überhaupt, das Ende dann auch, wie er dann zu den Pigeon Sisters zieht und man sich dann denkt, oh, ich weiß nicht, ob das, da hat er sich den nächsten gesucht, der er terrornisiert hat. Oh, sie werden ihn schnell rauswerfen. Ja, oder wir gehen davon aus, dass er was gelernt hat, aber dafür ist es nicht inszeniert. Nee, überhaupt nicht. Es gibt keine Entwicklung der beiden Charaktere.
Florian Bayer: Es gibt die Entwicklung, dass sie, nee, in einem komischen Twist hat man das Gefühl, es wird die Entwicklung erzählt, dass sie ein bisschen mehr Toleranz füreinander aufgebaut haben und Oscar kaufe ich da sogar ab. Also ich meine, er hatte diese Schlussszene. Ja, Oscar kaufe ich es auch ab, aber leider Felix nicht. Aber Felix ist fröhlicher, als er sich verabschiedet dann von der Pokerunde hat er zumindest so, man hat das Gefühl, er hat wieder ein bisschen Freude am Leben gefunden. Ja, das auf jeden Fall, das stimmt.
Johannes Franke: Insofern könnte ich mir auch vorstellen, dass er vielleicht was gelernt hat, auch ein bisschen mehr Rücksicht zu nehmen auf die Leute, mit denen er zusammen wohnt. Und vielleicht muss man auch sagen, sind die Pitchens, ist das auch selber ein bisschen anders drauf, als jetzt Oscar. Und deswegen ist der Kontrast nicht so groß, sodass man nicht so schnell an einem Punkt gerät, wo keiner mehr kann. Das Krasse ist ja,
Florian Bayer: dass der Film immer so Momente hat, wo man denkt, da legt er was hin, was man wunderbar für was Emotionales benutzen könnte. Es gibt zum Beispiel diese Szene, in der Felix eine Tasse in der Hand hat im frühen Streit und dann nicht an die Wand wirft. Er hat gefragt, warum wirfst du die Tasse nicht? Ja, ich würde so.
Johannes Franke: Und er sagt,
Florian Bayer: naja, ich würde mich immer noch ärgern und hätte eine kaputte Tasse. Ja, er hat recht. Er hat recht. Aber es gäbe doch diesen tollen Moment, den man inszenieren könnte, dass er dann irgendwann in einem wirklich ernsten Streit dann doch was an die Wand wirft. Man könnte auch inszenieren, dass Oscar, okay, die Nudeln an die Wand werfen, muss er irgendwie machen. Sint Linguini. Aber da gäbe es tatsächlich Sachen, die man nehmen könnte, die vorher ein Gag waren und denen man eine emotionale Stärke geben könnte. Und das macht der Film halt einfach nicht. Er verpasst das.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Ah, schade. Nein, aber ich halte am Genius Neil Simon fest, was einfach die One-Liner und die geilen Ideen betrifft. Wie ist denn das mit,
Florian Bayer: weil das ist mir so ein bisschen aufgefallen, das ist mir halt auch ein bisschen aufgestoßen, fandst du das nicht so am gewissen Punkt ein bisschen repetitiv und redundant wie so die, weil ich meine, der Film setzt sich auf diesen Eingag ja eigentlich. Ja, ja, genau, das Eingag. Gibt es da nicht den Moment, wo du denkst, okay, ich habe es verstanden, er ist chaotisch, ich habe es verstanden, er ist neurotisch.
Johannes Franke: Das ging mir in der Serie so, aber nicht in dem Film. Okay. Die Serie schafft das leider nicht so gut, mich bei der Stange zu halten, was dieses Thema betrifft. Die müssen natürlich mehrere Themen noch mit hinzufügen, die haben auch jeder Episode neue Geschichte und so und ich fand es ja auch sehr witzig, aber ich habe das Gefühl, dass die Beziehung, die sich darauf ausroht, dass der eine eben neurotisch ist und der andere schlampig, dass das irgendwann sich einfach auslatscht. wie so ein paar Schuhe. Ja. Und in dem Film habe ich das nicht, weil der Film irgendwie kurzweilig genug ist und doch dann genug passiert und schnell genug passiert und ich dann nicht in die Verlegenheit komme, darüber nachzudenken.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Die Serie 1970 bis 1975,
Florian Bayer: du hast schon gesagt, wirklich fünf Staffeln. Ja, das ist viel. Waren das nicht vier Staffeln? Fünf Staffeln. Fünf Staffeln. Gary Marshall, der verantwortlich für die Serie, hat für die Dick Van Dyke Show gearbeitet und hat später einen Film gedreht, über den wir auch reden in seinem Podcast, nämlich Pretty Woman. Uh. Und Tony Randall und Jack Lukeman. Und Jack Lukeman ist auch von der Bühne, weil die spielen Felix und Oskar. Auf der Bühne gab es ja auch mehrere Umbesetzungen. Also Walter Muthau hat ja tatsächlich die Rolle auch nur ein Jahr oder so gespielt. War relativ erfolgreich und hat dann auch tatsächlich noch mal mehr nach sich gezogen.
Johannes Franke: Es gab einen Cartoon. Es gab einen Cartoon. Es gab eine Version mit Frauen, eine Version mit schwarzen Darstellern.
Florian Bayer: Ja, eine chileanische Version gab es, die noch ein bisschen noch so zusätzlich Two and Half Men mit reingenommen hat. Genau, es gab die nur mit schwarzen Darstellern, mit Ron Klaas und Damon Wilson.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es gab eine mit einem Hund und einer Katze. Und dann ein amerikanisches Remake noch mal 2015 mit Matthew Perry,
Johannes Franke: als Oskar und Thomas Lennon als Felix, wo ich mir das Bild angeschaut habe und gedacht habe, ich weiß nicht, wer wer sein soll. Was ist so?
Florian Bayer: Alles nicht gesehen. Und dann gab es natürlich die Fortsetzung 1998, den du offensichtlich gesehen hast, der ein ziemliches Desaster war.
Johannes Franke: Bei der Kritik auch komplett durchgefallen. Bei mir auch. Also es gab ein paar schöne Situationen, aber eigentlich war es insgesamt, es ist so ein Roadmovie, wie sie unterwegs sind und es ist eigentlich nicht gut. Ja. Es gab auch in Deutschland Varianten davon. Es gab 1980 vom ZDF eine sechsteilige Serie mit dem Titel Felix und Oskar und Heinz Baumann hat Oskar gespielt und Horst Bollmann hat Felix gespielt. Und dann gab es auch noch eine Harald-Junke-Version. Harald Junke als Oskar und Eddie Arendt als Felix. Harald Junke als Oskar. Das sehe ich. Ja, voll. Natürlich, Harald Junke als Oskar, wie er betrunken in der Gegend rumrennt und alles genau dort fallen lässt,
Florian Bayer: wo er gerade ist. Das ist perfekt. Und was ist dieses Männerwirtschaft-Ding? Das hast du letzte Woche irgendwie so gesagt und dann so hoppla, ah nee, doch nicht.
Johannes Franke: Genau, Männerwirtschaft ist ja der deutsche Titel der Serie, der amerikanischen Serie.
Florian Bayer: Ah, die, okay, verstehe. Das habe ich verpasst. Die wurde als Männerwirtschaft gesendet. Verstehe. Finden wir den Titel cool? Weiß ich nicht genau.
Johannes Franke: Boah, es klingt so, ähm. Es gab auch, es gibt auch von Deris Dörr hier irgendwas mit Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht fürs ZDF 2003 war das. Okay, jetzt wird's, jetzt wird's, jetzt wird's übel, glaube ich.
Florian Bayer: Das sind mehrere Namen, die gar nicht gehen. Entschuldigung. Store Story. Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht sind die Reiter der filmischen Apokalypse in Deutschland im Kino der 90er. Halt sie mir vom Leib. Möchtest du das genauer erklären, Plur?
Johannes Franke: Nein, bitte nicht. Okay. Also, okay. Es gab auf jeden Fall sehr, sehr viele Sachen, die sich nachgezogen haben. Sehr viele Verfilmungen, die auf diese Sache aufspringen wollten. Und ich finde auch, dass das Konzept natürlich irgendwie so ein Comedy-Gold-Ding ist. Natürlich. Du willst zwei gegensätzliche Figuren haben, die sich miteinander auseinandersetzen müssen. Und ich liebe es. Und ich will das auch, macht das auch viel mit Maya auf der Bühne und so. Wir spielen zusammen Kindertheater und wir haben auch eine Burlesque-Show zusammen gehabt eine ganze Weile. Du weißt gerade, dass du gerade gesagt hast,
Florian Bayer: das Konzept funktioniert entweder für Kinder oder mit Titten.
Johannes Franke: Oblur. Aua. Der saß tief. Also, auf der Bühne mit Kindern funktioniert es ganz wunderbar, weil zwei Figuren, die sich streiten, sind für Kinder total großartig. Und in der Burlesque-Show, weiß ich nicht, ob das damit zu tun hat, dass das irgendwie klappt, aber wir sind halt zwei Moderatoren eines Abends. Da kann man sich auch super streiten.
Florian Bayer: Es ist natürlich ein super Konzept. Ich glaube, man kann es auch mit weniger Stereotypen umsetzen. Man kann es auch ein bisschen, man kann den Figuren ein bisschen mehr Ambivalenz geben. Man kann ihm auch ein bisschen mehr Schwere geben. Ich glaube, sowas schadet dem nicht. Nehmen wir mal als Kontrapunkt, ich lästere so viel über Sitcoms. Sitcoms machen das ja auch ständig. Nehmen wir mal einen Gegenentwurf aus den frühen 2000ern, die Serie Scrubs. Das war quasi, das war vielleicht der Moment, wo man gemerkt hat, ah, die klassische Sitcom ist tot, Gott sei Dank. Und dann kam Big Bang Theory, aber das ist was anderes. Bei Scrubs ist ja nicht die Sitcom-Inszenierung, sondern es gibt die bewegliche Kamera und es ist an richtigen Sets gedreht und so weiter. Alles, was Sitcoms nicht machen. Und da haben wir ja auch diese Stereotypen-Figuren. Ich weiß nicht, bist du gut bewandert mit Scrubs?
Johannes Franke: Ich habe es gesehen. Mein erster Versuch war katastrophal, weil ich gedacht habe, ich komme nicht mit, was ist hier los? Slapstick und Wortwitz in einem. Und ich war ein bisschen überfordert, obwohl ich ja eigentlich das Zielpublikum für Slapstick und Wortwitz bin. Aber da war ich ein bisschen, ich fand es ein bisschen drüber. Und dann habe ich einen zweiten Versuch gestartet und habe gedacht, ja, eigentlich ist es ganz geil. Und da habe ich ein bisschen was geguckt, aber bei weitem nicht alles.
Florian Bayer: In dieser Serie haben wir halt auch mehrere Odd-Couples. Zum Beispiel unseren Protagonisten, JD, mit seinem besten Freund Turk, die sehr unterschiedlich sind. Der eine ist so der schüchterne, nee, nicht schüchterne, der komische, nerdige, weiße Typ. Und sein bester Freund ist der coole, schwarze Sportler. Und die dann aber halt nicht die ganze Zeit als Konflikt inszeniert werden, sondern eben auch, was sie verbindet, obwohl sie so unterschiedlich sind. Und auch unser Protagonist hat auch eine Beziehung zu, eine Odd-Couple-Beziehung zu seinen Mentoren und Vorgesetzten, diesem sehr harten, roughen Arzt, der ihn die ganze Zeit einweist. Und die Serie erzählt das auch, aber sie schafft es, diese Stereotype nicht einfach nur wieder und wieder wieder zu keuern, sondern eben auch aufzubrechen und zu zeigen, okay, dieser Mensch hat auch Seiten, die komplett anders sind als das, was wir bisher erzählt haben.
Johannes Franke: Weißt du, ich glaube, was diese Serie richtig macht in der Odd-Couple-Beziehung ist, dass sie sich vor allem humortechnisch darauf setzt, dass es so Egoismen von J.D. gibt. Ja. Der ist halt wahnsinnig egoistisch, hat sehr viele Sachen, die er einfach durchzieht und seinen Freund damit in die Scheiße reitet. Ja. Und dadurch, dass man egoistische Sachen zeigt, musst du dich mit der Figur auseinandersetzen und ihr mehr Schattierungen geben, damit du diese verschiedenen egoistischen Situationen verstehst. Ja, und vor allem bist du auch gezwungen,
Florian Bayer: ein bisschen mehr Empathie für die Figuren zu entwickeln, die daneben erzählt werden. Ja. Weil die einfach, naja, auf jeden Fall finde ich, es kriegt halt einfach mehr Tiefe dadurch. Und es gibt da auch wirklich starke emotionale Momente und das, was diese Serie halt gut macht, ist dann das, was auch mal für ein Gag da war, dann für einen emotionalen Moment zu nehmen und es funktioniert sowohl bei dem einen als auch dem anderen. Ja. Und dieser Film halt, der nimmt halt nur die Gags. Der versucht gar nicht groß eine emotionale Tiefe herzustellen und das habe ich ein bisschen vermisst. Das Lachen ist auch ein Befreien da, wenn du, wenn du... Ich glaube,
Johannes Franke: er versucht es schon, aber das Traurige ist halt, dass er scheitert. Dann scheitert er dabei, ja. Ich glaube schon, dass er es versucht. Allein durch den ersten Teil, wo wir wirklich sehen, wie er sich versucht umzubringen und es nicht schafft. Allein das, weil das inszenatorisch, außer der Musik, die im Hintergrund sehr viel Heavy Lifting in Richtung Komödie macht, ist das schon sehr düster inszeniert und kehrt auch immer mal wieder ins Düstere zurück, finde ich. Das versuche ich dem Film auch ein bisschen zugute zu halten, aber es klappt nicht. Ich fühle es einfach überhaupt nicht. Ja.
Florian Bayer: Weil es ist dann einfach, weil diese vermeintlich tragischen Momente basieren halt auf der Lamoyanz von Felix und da ist Jack Lemmon einfach witzig. Aber ich habe nicht einmal Mitgefühl mit Felix. Ich habe nicht einmal das Gefühl, dass ich ihn in seinen Gefühlen ernst nehme. Ich lache, im besten Fall lache ich nicht über ihn, sondern lache darüber, wie er, wie diese Diskrepanz zwischen ihm und der Außenwelt ist und wie er versucht, die zu überwinden und wie das nicht ganz gelingt. Und im schlimmsten Fall lache ich halt über ihn als Clown. Hm. 1,2 Millionen Budget und 44,5 Millionen Dollar hat der Film eingespielt. Ein riesiger Erfolg. Ein riesiger Erfolg. Auch bei der Kritik. Ja, Flo, du hast einfach nicht recht. Ja, das stimmt. Ich liege einfach falsch in diesem Fall. Ja. Manchmal muss man auch auf die Leute hören, die falsch liegen. 98 Prozent fresh bei Rotten Tomatoes. Ja, es gibt ja die lustigen Momente. Ich muss ja bei diesem Film lachen. Ja, sehr gut. Sehr gut. Es gibt ja die unterhaltsamen Momente und wie gesagt, Jack Lemmon und Walter Muttow sind wirklich stark. Ich bin schon beim Fazit. Aber wir müssen ja vorher ja noch in den Top 3 Floor.
Johannes Franke: Wir können jetzt nicht, das kannst du nicht machen.
Florian Bayer: Ja, genau. Du musst immer deine Ordnung haben, ne? Ja, dann mach doch halt jetzt das Ende. Ich bin immer gespannt. Nein, nein, mach deine Top 3. Du bist für alles verantwortlich, was danach passiert. Ist schon okay. Spiel, fälle ich die Top 3 ein. Okay.
Johannes Franke: Unsere Top 3 Freunde. Ja, Top 3 Freunde. Was für eine lame Top 3. Das kam von mir leider. Hatten wir das nicht schon mal? Ich glaube, wir hatten sowas auch schon mal. Aber ich glaube, ich habe anderes als damals. Ich glaube, ich auch, aber ich habe mich ein bisschen schreckt. Ich glaube, wir hatten Best Friends Forever und das ist was anderes. Ja, stimmt. Nur Freunde. Stimmt. Vor allem, weil auch dieser Ursprung, The Odd Couple ist ja auch eine andere Richtung.
Florian Bayer: Ich habe auch so das Gefühl, ich habe versucht, so ein bisschen so unlikely friendships zu finden. Freunde, bei denen es nicht auf den ersten Blick offensichtlich ist, warum sie Freunde sind, aber sie halten zusammen. Sie halten zusammen. Ich muss anfangen. Okay, bin gespannt. Mein Platz 3, The Shawshank Redemption, die Verurteilten, einen Film, in dem Tim Robbins einen zu Unrecht Verurteilten spielt, der irgendwann in den 50ern, glaube ich, im Gefängnis landet und sich dort mit einem Mitgefangenen anfreundet, der von Morgan Freeman gespielt wird. Und die beiden durchleben mehrere Jahrzehnte gemeinsam im Gefängnis. 1947 fängt der Film an und Tim Robbins, der ein Buchhalter ist, schafft es halt sehr schnell, sich Freunde unter den Wärtern zu machen und unter der Gefängnisleitung, einfach weil er ihnen halt hilft, ihre Steuererklärung zu machen und später dann auch Geldwäsche und Schmiergelder und so weiter. Und die Freundschaft zwischen ihm und dem von Morgan Freeman gespielten Gefangenen ist halt sehr ungewöhnlich, weil der von Morgan Freeman gespielte ist schon mehrere Jahrzehnte im Gefängnis und hat eigentlich aufgegeben und kriegt aber nochmal so einen neuen Lebenswillen durch den von Tim Robbins gespielten und der von Tim Robbins gespielte, der kriegt durch ihn halt gleichzeitig irgendwie so ein bisschen Gefühl dafür, wie es überhaupt im Knast funktioniert. Das heißt, es fängt eigentlich als Zwecksgemeinschaft an und wird dann zu einer wirklich, wirklich engen Freundschaft, die toll inszeniert ist. Gibt es da so
Johannes Franke: Alterungs-Make-Up-Zeugs? Machen die sowas? Oder digital oder irgendwie? Nein, nicht digital. Ist ja zu alt. Ja, ist aus den 90ern.
Florian Bayer: Also es wird auf jeden Fall alter gezeigt, weil da geht über mehrere Jahrzehnte. Aber das muss man bei Morgan Freeman ja nicht machen.
Johannes Franke: Der ist ja immer 40 und gut ist... Der ist immer 50 eher. Ja, oder so.
Florian Bayer: Ich überlege gerade, ja, Morgan Freeman war glaube ich schon so alt, dass sie ihn eher wenn dann auf Jung geschminkt haben und Tim Robbins, ich weiß es nicht, das ist auf jeden Fall nicht störend. Kannst du dir einen jungen Morgan Freeman vorstellen? Ich überlege gerade, welchen Film ich mit einem jungen Morgan Freeman gesehen haben könnte, aber ich lasse er ja auch schon alt aus. In Miss Daisy und der Chauffeur war er relativ jung. Das weiß ich, weil sie ihn da sehr auf Alt schminken nachher.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Sonst würde mir spontan nichts einfallen.
Johannes Franke: Ich hätte auf Platz, ich hätte erstmal Honorable Mentions. Wir müssen alles aus dem Weg räumen, was irgendwie Herr der Ringe ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ne? Also... Aber ist das nicht
Florian Bayer: eine schöne Szene, wenn Legolas und Gimli da stehen und Gimli sagt, ich hätte niemals gedacht, neben einem Elfen zu sterben. Genau, das ist die Freundschaft, die ich meine bei Herr der Ringe. Und Legolas sagt, neben einem Freund, das ist die bessere Freundschaft. Ey, Frodo und Sam sind die ganze Zeit so zusammen und Sam ist ja auch mehr der Bedienstete von Frodo. Im Buch ist er sogar. Ist das wirklich? Er ist einfach mal der fucking Diener. Kein Wunder, dass der so loyal ist. Habt ihr mal darüber nachgedacht.
Johannes Franke: Der Film entschärft das doch sehr. Und man muss auch Wizard of Oz mal rausnehmen. Das ist... Die machen Freunde auf dem Weg. Ich hab kein Herz, ich hab kein Hirn, ich hab kein... Und die werden Freunde, best friends forever. Das... Das... Ja, lass uns das ausklammern. Das klammern wir aus. Pitch Perfect würde ich noch anbringen. unser Girls' Night Film. Girls' Night Film, den mochte ich sehr. Und das ist so irgendwie so Freundschaften, unlikely Freundschaften auch unter Leuten, die mehr so Underdogs und Leuten, die mehr so die beliebten Schülerinnen der Schule und so sind. Diese Sachen. War nicht alles nicht drin. Ziemlich beste Freunde ist auch rausgeflogen. Den haben wir besprochen. Der ist leider nicht ganz so gut weggekommen, wie wir gedacht hätten. und deswegen ist auf Platz 3 bei mir eine Freundschaft, die keine mehr ist. Oha. Die aber einmal eine war und zwar The Banshees of Innesheeran. Ich hab ihn endlich gesehen. Du hast ihn gesehen? Mhm. Meinst du, wir sollten den mal machen im Podcast oder ist der... weil für mich das Ende oder die Entwicklung über das hinaus, was der Trailer gebracht hat, irgendwie dann doch nicht ganz das gehalten hat, was er versprochen hat.
Florian Bayer: Also jetzt würde ich schon spoilern, wenn wir eine Episode machen würden für diese Episode. Ich fand den sehr schön. Ich fand den auch sehr traurig. Und ich hab so ein bisschen, ich müsste den glaube ich nochmal gucken, weil ich hab den Film zusammen mit meiner Freundin geguckt, die Geschichtslehrerin ist. Und die saß dann da so zurückgelehnt so, ja ist doch ganz klar, es ist eine Parabel auf den Nordirland-Konflikt. Und ich saß da und so, wo? Und ich seh es nicht. Als da hinten der Krieg gerade ist. Nein, ich fand das war wirklich einfach ein sehr intimer, schöner Film, sehr trauriger Film über, genau, das Ende einer Freundschaft, wo aber trotzdem noch so eine Verbindung da ist, die man nicht einfach lösen kann. Egal, wie sehr man sich darum bemüht, sich zu lösen. Und ich fand den besser als erwartet. Ich dachte nämlich, das wäre so ein Gimmick-Film, wo alles darauf hinausläuft, dass wir am Schluss erfahren, warum er die Freundschaft beendet. Aber wir erfahren das sehr früh, was dem Film extrem gut tut. Und dann müssen wir einfach nur noch die Konsequenzen durchschauen. Ja. Und ich mochte den Film sehr und ich hab diesen Nord, aber ich kämpfe noch mit dem Film, weil ich diesen Nordirland-Konflikt-Interpretation überhaupt nicht rauslese, aber die offensichtlich da ist. Ja, ja, die ist da. Und es gibt mehrere Leute, die das so sehen und ich seh es überhaupt nicht. Und das macht mich ein bisschen wahnsinnig.
Johannes Franke: Okay, dann müssen wir den Film mal besprechen, das machen wir. Komm, wir setzen ihn auf die Liste. Okay.
Florian Bayer: Ja, gerne. Mein Platz 2. Ein Ticket für zwei. Ein Film, den ich, glaube ich, auch schon ein paar Mal erwähnt habe, den wir auch irgendwann mal gucken müssen. Ein wirklich Feel-Good-Film aus den späten 80er Jahren mit John Candy und Steve Martin, die sich, es ist ein Film über ein Road-Movie, bei dem Freundschaft entsteht, die gezwungen sind, als Odd-Couple zusammen auf Reise zu gehen und sich dann nach und nach dabei anfreunden und sehr unterschiedlich sind. Und eigentlich die klassischen Klischees auch von zwei sehr unterschiedlichen Menschen. Der Chaot, der irgendwie nicht so genau weiß, was er machen soll mit seinem Leben, von John Candy gespielt und der verantwortungsbewusste Familienvater von Steve Martin. Und auch hier lebt der Film vor allem davon, dass Sachen, die zuerst als Witz herhalten, später eine emotionale Tiefe kriegen und uns dafür ein wirklich tolles Gefühl für die Freundschaft von den beiden, die immer entstehen ist, geben. Also der bessere The Odd-Couple-Film. Er ist anders. Okay. Und es ist halt, es ist natürlich auch eigentlich eine seichte Komödie aus den 90er, aus den End-80ern, aber unglaublich schön und in seinen emotionalen Momenten unglaublich stark.
Johannes Franke: Okay. Bei mir auf Platz zwei ist, weil ich einfach diese Filme liebe, The Breakfast Club. Da haben wir immer mal wieder festgestellt, dass ich so Brad-Pack-artige Filme das ich einfach sehr mag. Den haben wir auch nie geguckt, ne? Wir haben nur diesen St. Almas Fire geguckt. Stimmt. Warum haben wir den nie geguckt? Ich wollte St. Almas Fire gucken,
Florian Bayer: weil ich von dem Film gehört habe und du weißt, dass der so unglaublich mies rezipiert wurde und ich immer Bilder davon gesehen habe und gedacht habe, das sieht doch eigentlich gar nicht so schlecht aus. Ja, und dann haben wir ihn gesehen und haben gedacht, oh mein Gott, ist der schlecht. Und ich habe immer noch gedacht, das ist gar nicht so schlecht. Das ist ein Film, der wirklich gut aussieht. Ja. Wenn man die Bilder zusammenschneidet zu einem Trailer, sieht das toll aus. Ja, ganz toll, ganz toll.
Johannes Franke: Auf jeden Fall, das stimmt. Aber es gibt so viele schlimme Momente. Hört euch das Gespräch dazu an, es ist unglaublich. Okay, das war dein Platz 1? Nein, Entschuldigung, ich habe dich voll unterbrochen. Dein Platz 2 Breakfast Club. Achso, ja genau, mein Platz 2 Breakfast Club, weil sich einfach dort eine Freundschaft einfach entwickelt zwischen vielen Leuten, was auch selten genug ist. Und wird sie halten? Ja, naja, auf eine bestimmte Art und Weise. Ich glaube, es ist so zwei, drei Leute, die so vorher auch schon mehr miteinander zu tun haben, sich eher enger behalten werden. Aber ich glaube, das ist etwas, was diesen Menschen, das will der Film zumindest, glaube ich, erzählen, für immer bleiben wird. Dass die sich auch noch mit 50 daran erinnern werden, wie die zusammen dort gesessen haben.
Florian Bayer: Ja, sehr schön. Meine Freundschaft muss ja nicht ewig halten. Ja. Mein Platz 1, Simon Frodo aus Zettel der Ringe. Oh nein. Dein Gesicht ist kurz eingefroren. Platz 1, Freundschaft muss nicht ewig halten, um wirklich Gewicht zu haben. Stand by me, das Geheimnis eines Sommers. Ich glaube, den muss ich dir auch irgendwann mal geben. Meiner Meinung nach die beste Stephen King-Verfilmung. Kein Horrorfilm von Stephen King, sondern ein Drama über Jungs, die gemeinsam losziehen, um eine Leiche zu sehen. Unter anderem mit Will Wheaton und River Phoenix. Und die schon Freunde sind. Und die, glaube ich, so ihren letzten gemeinsamen Sommer erleben, bevor sie in verschiedene Schulen abdüsen und unglaublich bewegen da wirklich wunderschöner Film. Warum ist E.T. nicht in der Liste? Ach ja, ich weiß nicht. Nein, E.T. ist ein toller Film, aber Freundschaft, E.T. hat sehr viel starke Momente, aber Freundschaft ist es, glaube ich, nicht unbedingt. Okay.
Johannes Franke: Na gut, darüber reden wir nachher nochmal. Bei mir auf Platz 1 ist auch nicht E.T. Bei mir auf Platz 1 ist der schlechteste Film in der Liste, aber die beste Freundschaft, die ich mir vorstellen kann. A Hard Day's Night. Die Beatles, wie sie einfach nur Freunde sind und in der Gegend rumrennen und irgendwie in Schwarz-Weiß mit richtig krassen, neuartigen, für die Zeit neuartigen Kameraeinstellungen und Kamerabewegungen und Zeug einfach nur Goofballs sind. Ich finde es großartig. Das war vor Yoko Ono. Ja, das stimmt. Oh Gott, stell dir A Hard Day's Night mit Yoko Ono vor. Oh nein. Also nichts gegen Yoko Ono und die hat auch nichts damit zu tun, John Lennon war schuld. Ja, genau. Aber ich hätte Yoko Ono nicht in dem Film haben wollen.
Florian Bayer: Okay. Dann raus aus unserer Top 3 und rein ins...
Johannes Franke: Das war unsere Top 3 Unser Fazit. Das funktioniert so als Überleitung nicht, weil wir zwei verschiedene Jingles haben. Nein, du musst ja nur einen machen. Achso. Du wolltest einen Jingle einsparen? Ja. Du hast mich gerade gezwungen einen Jingle einsparen. Ich bin der Master auf Jingles.
Florian Bayer: Ich habe es extra in meinem Skript stehen. Hier steht Versuch einen Übergang zu finden, sodass Johannes nicht zwei Jingles gleich hintereinander spielt, sondern auf einen verzichten muss.
Johannes Franke: Kommen wir also nun zum Das Urteil. Jetzt habe ich ihn doch noch runtergebracht. Hast du jetzt wirklich den...
Florian Bayer: Oh Mann. Na gut, ich gebe es auf. Ist... Tatsächlich dafür, dass er so gefeiert wird als große Komödie eher durchschnittlich. Was? Walter Matthau ist toll, Jack Lemmon ist toll, Walter Matthau und Jack Lemmon sind Gott. Ja. Es gibt manche richtig gute One-Liner, aber auf dieser lange Strecke zu wenig, zu viel Repetition im Humor und naja, leider zu wenig Tiefe, zu wenig Fleisch.
Johannes Franke: Ich glaube, dass es eine der Filme ist, die man einfach manchmal dringend braucht. Die nicht genug Tiefe haben, um irgendwie einen dramatischen Abend zu bescheren, sondern einfach Spaß machen, wenn man sich darauf einlässt und wenn man vielleicht auch 1965 ist oder 68 ist und nicht 2023, wo man einfach vielleicht andere Sachen gucken will, wenn man sich einfach nur hirnlos vor den Fernseher setzen möchte. Ich finde ihn sehr gut. Er hat wirklich ein paar verschenkte Momente. Man hätte vielleicht hier und da die Dramatik ein bisschen besser hinkriegen können oder dem mehr Tiefe geben können oder eben dann doch noch mehr One-Liner. Ich hätte gerne gesehen, wie ihn Billy Wilder inszeniert. Billy Wilder hätte dem Film mehr Tiefe gegeben wahrscheinlich. Definitiv. Ich glaube auch. Naja, ja, hier und da eine verschenkende Chance, aber absolut sehenswert und gehört in diese Liste, egal was du sagst.
Florian Bayer: Auf jeden Fall voll Kanon und deswegen gehört ja auch irgendwie in die Liste. Okay. Gut, vielen Dank, Plur, dass du den gesehen hast. Danke, dass du ihn mir gegeben hast. Gerne. Genau, ja. Warum eigentlich? Weil ich dich nächste Woche mit was anderem quälen kann, was komplett anders ist. Okay,
Johannes Franke: ich bin sehr gespannt und ihr könnt auch gespannt sein, nach dem Jingle werden wir euch einmal um die Ohren hauen, was ihr über die Woche gucken sollt, damit wir uns nächste Woche wieder hören. Danke fürs Zuhören und noch eine schöne Woche euch. Tschüss. Bis dann. Tschüss. Das war der beste Abschied, den wir je hingekriegt haben. So geradeaus haben wir uns noch nie verabschiedet, sonst haben wir immer gestammelt. Ja, vielleicht nächste Woche, bleibt doch schön dran, ihr Jingle und so.
Florian Bayer: Wollen wir gleich hinterherziehen und dann eine kurze Pause machen?
Johannes Franke: Ja, machen wir. So, was haben wir denn nächste Woche,
Florian Bayer: Blur? Nächste Woche muss ich dir als Kontrast, wenn du mir schon so eine olle Kamerle gibst, was Neues geben. Was Neues? Was gerade mal ein bisschen älter als fünf Jahre ist und zwar wollte ich dir eigentlich schon die ganze Zeit Viktoria geben aus dem Jahr 2017. Ist das dieser One-Shot-Film?
Johannes Franke: Ah, ja, ja, dieser One-Shot-Film, der so ein bisschen gimmicky vielleicht rüberkam.
Florian Bayer: vielleicht, werden wir sehen. Da werden, das werden wir nicht sehen. Wird es ein Gimmick-Film
Johannes Franke: oder
Florian Bayer: ist es mehr?
Johannes Franke: ja, ja,
Florian Bayer: schalten Sie nächste Woche wieder ein,
Johannes Franke: wenn es heißt. Ein deutscher Film. Ein deutscher Film, ja. Ja, ein deutscher Film, sehr schön. Viktoria aus dem Jahr 2017. Ah, ja, okay. 2015.
Florian Bayer: Oh mein Gott. 2015 von Sebastian Schipper. Wir sehen uns nächste Woche. Bis dann. Ciao. Bis dann. Ciao.
