Episode 238: Little Shop of Horrors (1986)
Skid Row! Das dreckigste, Gott verlassenste und gefährlichste Viertel der Stadt. Streunende Mädchen ohne Zukunft, harte motorradfahrende Gangster und… der harmlose Seymour im Blumenladen um die Ecke. Oder sieht er nur so harmlos aus mit seiner nerdigen Brille und den nervösen Ticks? Einer wie der kann doch nie einer Fliege was zu leide tun. Nun ja, vielleicht einem Zahnarzt und vielleicht einem Chef eines gewissen Blumenladens, der ihn erpressen will. Aber nur wenn es darum geht, die Frau seiner Träume zu bekommen und nur mit der Hilfe einer… menschenfressenden Pflanze! Dum-dum-duuuuuuuh.
Diese fleischfressende Pflanze, die er Audrey II tauft, nach seiner großen Liebe, die mit ihm im Blumenladen arbeitet, nimmt ihren Anfang als kleines süßes Pflänzchen. Aber als Seymour es ausversehen mit Blut füttert, wächst und gedeiht die Pflanze zu einer Sensation heran die das ganze Viertel anzieht und den Blumenladen und seine Mitarbeiter reich macht.
Wenn die Stadt nur wüsste, wovon sich die Monstrosität ernährt! Kleine Blutstropfen reichen bald nicht mehr. Ganze Körper verschlingt die Pflanze und sie verlangt Morde von Seymour.
Eine Weile macht er das mit, aus Angst und auch aus Ruhmeslust. Dann durchschaut er den Welteroberungsplan des botanischen Bastards und will dem ganzen ein Ende setzen.
Hier nimmt der Film zwei verschiedene Pfade, je nach dem ob man den düsteren Director’s Cut sieht, oder das Hollywood Happy End, das sich die Zuschauerschaft erklagt hat. Wie die aussehen? Darüber wird jetzt zu sprechen sein.
Welches Ende hat dir besser gefallen, Plor?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 238: Little Shop of Horrors (1986) Publishing Date: 2025-07-23T08:32:57+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2025/07/23/episode-238-little-shop-of-horrors-1986/
Johannes Franke: I've given You sunlight. I've Given You rain. Ich hab dir alles Mögliche gegeben. Ich mach hier alles, was ich irgendwie kann, Leute. Mehr kann ich nicht, außer jetzt noch meinen Finger auszubringen. Das ist so diese Allegorie auf den amerikanischen Traum. Eigentlich geht's nicht. Eigentlich ist das völliger Quatsch, was Ihr mir erzählt, was ich mit harter Arbeit machen kann. Eigentlich kann ich's nur machen, indem ich mich korrumpiere. I've given You sunlight. I've Given You rain. Looks like you're not happy. Let's Open My brain. I'll give you a few thoughts. If that will appease. Now please. Oh please, please,
Florian Bayer: please. Oh,
Johannes Franke: please don't destroy my heroes and talk shit about my beloved music. Open Your mind. Grow, grow, Grow beyond that. Grow For me. Grow For me.
Florian Bayer: Feed me.
Johannes Franke: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Muss-Man-Sehen-Podcasts,
Florian Bayer: wo wir uns gegenseitig Filme zuwerfen und wie ihr an dem Song erkannt habt, Hat Johannes diese Woche mir einen Film zugeworfen. Offensichtlich mit der Befürchtung, dass ich einen Film seiner Jugend oder Kindheit zerstören werde. Nämlich?
Johannes Franke: Und zwar haben wir Little shop of Horrors, im Deutschen Der kleine Horrorladen,
Florian Bayer: aus dem Jahre 1986. Wir reden nämlich nicht über den Originalfilm, sondern wir reden über die Musical-Variante, beziehungsweise die... Die Filmvariante der Musicalvariante.
Johannes Franke: Wir werden über alles reden müssen, was da dran hängt, Flor. Ja,
Florian Bayer: auf jeden Fall. Wir werden über Musicalversionen von 60er-Jahre B-Movies reden, genauso, wie wir über verschiedene Enden reden werden.
Johannes Franke: Ja, über dieses Original werden wir reden müssen, den Schwarz-Weiß-Film aus den 60ern. Definitiv. Und natürlich die Musicalversion, diese Verfilmung und eine mögliche Scarlett Johansson-Version. Hast du das mitbekommen?
Florian Bayer: Nein!
Johannes Franke: Oh, mein Gott, Wir werden darüber reden. Bevor wir darüber reden, werde ich euch kurz erzählen, worum es in diesem Film geht, weil ihr ihn gerade nicht gestern gesehen habt, sondern einschaltet, weil ihr denkt, boah, Der war in meiner Kindheit ganz, ganz, ganz groß. Mal gucken, was die beiden dazu zu sagen haben. So, also, Skid Row, Das dreckigste, gottverlassenste und gefährlichste Viertel der Stadt. Streunende schwarze Mädchen ohne Zukunft, Harte motorradfahrende Gangster und der harmlose Seymour im Blumenladen um die Ecke. Oder sieht er nur so harmlos aus? Mit seiner nerdigen Brille und den nervösen Tics? Einer wie der kann doch nie einer Fliege, was zu leide, tun. Nun ja, vielleicht einem Zahnarzt und vielleicht einem Chef eines gewissen Blumenladens, der ihn erpressen will. Aber nur, wenn es darum geht, die Frau seiner Träume zu bekommen. Und nur mit der Hilfe einer... Menschen fressenden Pflanze. Diese fleischfressende Pflanze, die er Audrey 2 tauft, nach seiner großen Liebe, die mit ihm im Blumenladen arbeitet, nimmt ihren Anfang als kleines süßes Pflänzchen. Aber als Seymour es aus Versehen mit Blut füttert, wächst und gedeiht die Pflanze zu einer Sensation heran, die das ganze Viertel anzieht und den Blumenladen und seine Mitarbeiter Reich macht. Wenn die Stadt nur wüsste, wovon sich die Monstrosität ernährt. Kleine Blutstropfen reichen bald nicht mehr aus. Ganze Körper verschlingt die Pflanze, und sie verlangt Morde von Seymour. Eine Weile macht er das mit. Aus Angst. Und auch aus Ruhmeslust. Was ein echtes Wort ist. Ich hab's gerade erfunden. Dann durchschaut er den Welteroberungsplan des Botanischen Bastards und will dem Ganzen ein Ende setzen. Hier nimmt der Film zwei verschiedene Pfade. Je nachdem, ob man den düsteren Director's Cut sieht. Oder das Hollywood-Happy End, das sich die Zuschauerschaft erklagt hat. Wie sehen die aus? Darüber wird zu sprechen sein. Welches Ende hat dir am besten gefallen, Plur?
Florian Bayer: Gleich die wichtigste Frage.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: ICH bin... Total okay mit dem Theatrical end. Ich find's absolut okay. Es passt zu dem Film. Es ist das Ende, was Tim Burton wählen würde. Es geht nichts über das Director's Cut Ende. Und ich würde das Director's Cut Ende jederzeit vorziehen. Und dass sie, keine Ahnung, Wie viele Millionen Dollar an Produktionskosten weggeschmissen haben, wo wir riesige Pflanzen sehen, die die Stadt unsicher machen.
Johannes Franke: Ich sag dir, wie viel. Fünf Millionen.
Florian Bayer: Es ist eine Tragödie. Es ist keine Tragödie, aber es ist gut, dass wir das... Heute mittlerweile auch nachkoloriert und sauber und in guter Qualität sehen können. Das Publikum hat das lange nicht. Dieses Ende ist natürlich das Ende, was ich sehen will. Aber wie geht's dir?
Johannes Franke: Ich muss sagen, ich habe diesen Film geguckt und ich habe aus der Erinnerung des alten Endes darauf gewartet, dass es ein Happy End gibt. Dann kam das Happy End nicht, weil ich idiot nicht vorher herausgefunden habe, dass ich den Directors cut gucke. Und dann kommt dieses Enttäuschende die sterben? Moment, Moment, Moment. Das war doch irgendwie anders. Wie war denn das noch? Und dann sitze ich da und gucke meine Freundin an, der ich auch ein anderes Ende quasi versprochen habe.
Florian Bayer: Schatz, Lass uns einen Film mit einem tollen Happy End gucken.
Johannes Franke: Und dann sitzen wir da. Und was wie jetzt? Und dann... Gibt er das auch noch rituell, der Pflanze zum Essen, Seine Freundin, Und dann wird er auch noch gefressen. Und die ganze Welt wird für 5 Millionen Dollar in Schutt und Asche gelegt.
Florian Bayer: Mit so geilen Special Effects und so geilen Szenen. Aber nochmal, also, man kann wirklich viel Shit auf das alte Ende auskümeln, weil es ist ein Happy End. Ja. Ich finde, das alte Ende ist gut.
Johannes Franke: Ich finde das auch. total, nein, also... Gut ist vielleicht zu viel gesagt. Ich finde das total folgerichtig und ich habe mich auch betrogen gefühlt, als ich es nicht gesehen habe. Ah,
Florian Bayer: wie das Publikum, das damals gesagt hat, Dieser Film ist der letzte Shit.
Johannes Franke: Ich sage euch auch ganz genau, warum, aber dazu müssen wir erst den Film besprechen.
Florian Bayer: Vielleicht ganz kurz noch, du hast mit dem Ende angefangen, Wir müssen das Pferd von hinten aufzäumen. Ich finde, das alte Ende funktioniert auch, weil es so Surreal fantastisch ist. Wie gesagt, Tim Burton würde das auch so machen. Sie bewegen sich am Schluss in dieser... Idylle im Vorgarten, nachdem sie geheiratet haben, Das ist fast wie ein Traum. Du kannst das alte Ende gucken und kannst sagen, ja, ich interpretiere das so, dass sie beide gestorben sind. Und das ist diese Todesvision, die Sie haben. Jeder Filmwissenschaftler würde das wahrscheinlich machen, Wenn das neue Ende nicht existieren würde. Deswegen finde ich, Das funktioniert. Aber es ist halt, wenn man gesehen hat, Wie die Pflanzen... New York Unsicher machen, wie alles zerstört wird. Und am Schluss die Viecher auf der Freiheitsstatue sitzen und dann die Fucking Leinwand eingerissen wird und die Pflanze unsert.
Johannes Franke: Supergeil.
Florian Bayer: Wie ein Erlebnis muss das im Kino sein. Ja,
Johannes Franke: Total geil. Aber mit sieben Minuten doch ein bisschen Arg lang.
Florian Bayer: Nein. Jede Sekunde davon ist absolut Gold wert.
Johannes Franke: Ich hab schon echt da gesessen und hab irgendwann rübergeschaut und gesagt, hm, I got the message. Ich brauch's nicht noch weitere fünf Minuten.
Florian Bayer: Ich hab's in dieser Länge zum ersten Mal gesehen, diesmal. Ich weiß noch, ich wusste, dass es die zwei Enden gibt, schon vorher. Und ich hab das zweite Ende vorher irgendwann mal in einer Shit-Hier-Version gesehen. Als es im Internet kursiert, ist. Das wurde ja sehr spät, dann erst tatsächlich so aufbereitet, wie es jetzt ist. Es gab's eine Zeit lang in Schwarz-Weiß. Ah,
Johannes Franke: krass, ja.
Florian Bayer: Und dann wurde es irgendwie nachkoloriert, so ein bisschen. Und ich weiß noch, dass ich auf YouTube irgendwann mal geguckt habe, Wie ist das Original-Ende. Ja. Und das war auch nicht die... Ich weiß nicht mal, ob es YouTube war. Es war ein Internet-Video.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und das waren nicht die vollen sieben Minuten. Und dann habe ich halt dieses wirklich schlechte Bild gesehen, wie die Pflanze durch New York geht. Und dachte nur so, geil, das ist das, was ich mir für ortreet. 2. wünsche? Das ist das Schicksal, das sie verdient hat? Und warum? Und schade. Und ich war so glücklich, ich habe mich nämlich auch überraschen lassen. Ich habe es angemacht mit dem Wissen über zwei Enten und dachte, okay, ich gucke jetzt einfach und mal schauen, was kommt. Und ich war so glücklich, dass das dieses epische, dystopische, apokalyptische Ende geworden ist.
Johannes Franke: Aber es ist vielleicht auch ein bisschen, Welches Ende hat man zuerst gesehen, weiß ich nicht genau. Ich weiß nicht, wie ich das wahrgenommen hätte.
Florian Bayer: Die meisten von unserer Generation werden ja mit diesem klassischen Happy End aufgeregt sein, weil das lange einfach das allgemeine Konsensende war. Und es gab diese Gerüchte von dem zweiten Ende. Und dann gab es auch irgendwann diese Versionen, die rausgekommen sind. Aber es war ein langer Weg bis dahin, wo wir jetzt dieses Ende in seinem vollen Glanz genießen können. Und damit zurück nach vorne.
Johannes Franke: Und damit zurück nach vorne. Wir fangen mal von vorne an. Little Shop of Horrors. Absoluter Wahnsinn, wie das Ding überhaupt erst in die Welt geboren wurde. In einem Suff, in einer Suff-Idee von Leuten, die einfach gesagt haben, Es gibt dieses Set, Das ist jetzt zwei Tage lang erreichbar, Da wird ein anderer Film gedreht, aber der ist ja jetzt abgedreht, Da können wir jetzt zwei Tage lang uns austoben, und dann machen wir da irgendeinen Scheiß.
Florian Bayer: Roger Corman. Wer sonst, könnte das tun?
Johannes Franke: Roger Corman.
Florian Bayer: DER B-Movie-König, von dem ich viel zu wenig gesehen habe. Ich kenne wirklich, ich kenne keine Handvoll Filme von ihm.
Johannes Franke: Wollen wir seine Liste mal aufmachen? Was hat er denn überhaupt alles gemacht? Alles. Ich habe mir das nicht aufgeschrieben, genau.
Florian Bayer: Roger Corman war einer der großen B-Movie-Regisseure DER 50er, 60er, 70er Jahre. Und vor allem, was vor allem daran liegt, dass seine Filme irgendwie besser rezipiert wurden und dass seine Filme vom New Hollywood geliebt wurden.
Johannes Franke: 500 Features. Also 500, Über 500 Filme hat der Typ gemacht. Er wird als The Pope of Pop Cinema bezeichnet.
Florian Bayer: Um mal ein paar Titel vorzulesen. 1955. Fünf Revolver gehen nach Westen. 1956, Gesandter des Grauens. Da sind noch zehn andere Filme. Ja, ja. 1957, Rock All Night. 1957, Teenage Doll und Carnival Rock. Dann Sorority Girl, Machine Gun Kelly.
Johannes Franke: Ja, Mein Gott.
Florian Bayer: The WasP Woman, Die Wespenfrau, natürlich. The Little Shop of Horrors, 1960. House of Ashes, Irgendein Horrorfilm. Pit and the Pendulum, Premature Burial, also lebendig bekramen. Tales of Terror, Tower of London. The Raven, Den habe ich gesehen. The Terror. The Man with the X-Ray Eyes, The Haunted Palace, Die Folterkammer des Hexenjägers, Satanas, beziehungsweise the mask of the red Death. Und so weiter und so fort. Dieser Mann hat am Fließband Filme produziert, in einem Zeitraum von 1955 bis 1990. Er hat Regie geführt bei zahllosen Filmen, Er hat zahllose Filme produziert und die ganzen großen Regisseure des New Hollywood und anschließend in Blockbuster-Kinos, namentlich so Leute wie Steven Spielberg, James Cameron, Martin Scorsese, haben ihn geliebt und sind mit seiner Art von Exploitation-Kino groß geworden.
Johannes Franke: Ja, absolut zu Recht als Pope of Pop Cinema einfach. Also Wahnsinn, wie man so ein Output haben kann. Und das erklärt sich natürlich auch, wenn man weiß, dass das zwei Fucking Drehtage im Studio waren, ein bisschen zweieinhalb und Nacht dazu und so. Hast Du den Film gesehen? Ja. Ich hab ihn auch gesehen.
Florian Bayer: Ich hab ihn leider nicht ganz geschafft. Ach, gerade. Ich hab ihn angefangen, zu gucken und hab geguckt bis zu den ersten Morden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich war so, und es hat mir in der Seele weh getan, das zu sagen. Ich glaube, Roger Corman ist am besten, wenn er nicht Comedy macht. Der Film ist zu viel Comedy für Roger Corman und Comedy kann Roger Corman nicht gut stemmen.
Johannes Franke: Also man muss sagen, dass die Slapstick in diesem Film echt nicht die Beste ist. Es ist leider und der ist Heavily. Mit Slapstick unterlegt. Und das ist ein bisschen das Ding. Also, es ist jetzt nicht der beste Hauptdarsteller, nicht der beste Seymour, muss man sagen. Ich mag den Typen, der den Besitzer spielt, durchaus ganz gerne. Der hat das ganz gut gemacht. Die seltsame Mutter, weiß ich nicht genau, ob die sein musste.
Florian Bayer: Jonathan Hayes spielt hier. Seymour und das Problem, Und das ist das große Problem. Von dem Original ist, Es fehlt das Herz. Es gibt keinen einzigen Moment, wo ich Sympathie mit diesem Seymour empfinde. Wie gesagt, wir reden von der 1960er-Version. 1986 ist ein ganz anderes Ding und Rick Moranis und alles. Mit diesem Seymour aus dem Original von Roger Corman empfinde ich, kann ich nicht andocken. Und dann finde ich ihn tatsächlich einfach nervig in seiner Slapstick. Es ist keine Slapstick, über die ich lachen kann.
Johannes Franke: Ja, aber du bist sowieso nicht der Slapstick-Fan.
Florian Bayer: Ich bin nicht der größte Slapstick-Fan.
Johannes Franke: Ich schon eigentlich, aber dieser Film hat Slapstick, wo ich denke, ja, okay. Vielleicht so ein paar lustige Stellen, aber eigentlich stolpert er mehr als das alles andere. Also, er hat keine Ideen drin, sondern er stolpert einfach nur. Und das ist das Ding.
Florian Bayer: Und es gibt Momente, die ich ganz witzig finde. Ich finde es grundsätzlich ganz spannend, dass der Film deutlich grausamer ist vom Grundton als das Remake.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Vor allem, also, es ist total absurd, Wie der erste Mord passiert. Das ist nämlich ein ganz banaler Unfall.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Ich finde Jack Nicholson beim Zahnarzt geil.
Johannes Franke: Ja, der ist schon ganz gut.
Florian Bayer: Auch wenn der Gag, der daraus gemacht wird, total Albern ist. Grundsätzlich so ein 1960er-Film. Das ist ein kurzer Film. Ich habe ihn nicht ganz geguckt.
Johannes Franke: Eine Stunde, Elf Minuten, glaube ich, ist der lang.
Florian Bayer: Er ist so eine Mischung aus Slapstick, also kein Grusel und kein Horror, sondern Slapstick. Und eher so Horror-Komödie maximal. Aber vor allem Komödie. Und ich fand ihn einfach nicht lustig. Und ich fand ihn dann auch nicht emotional. bewegend. Und ich fand ihn auch nicht ... aufregend, spannend, weil einfach das Horror-Element gefehlt hat, dadurch, dass alles so Slapstick unterlegt war.
Johannes Franke: Ich fand die Thematik interessant, und das ist das, was ja dann andere eben auch fanden, die sich den angeschaut haben und gesagt haben, okay, da ist Potenzial drin, Irgendwas ist da drin. Das Thema ist cool, irgendwie sind da, sind die Campioness-Dichter drin, die dreh ich einmal auf 100 und so. Das ist super. Also, es gibt schon viel Potenzial drin. Ich sehe, warum der ausgewählt wurde. Und warum man Fan davon sein kann, obwohl er vielleicht jetzt nicht Das hat, was man haben will.
Florian Bayer: Ich kann total verstehen, dass irgendwann jemand Anfang der 80er sagt, das ist witzig, Daraus kann man ein geiles Musical machen. Ja. Und ich glaube, Das ist aber auch so ein Phänomen dieser Verliebtheit in die B-Movie-Ecke und in die Exploitation-Ecke, Dass Leute sagen, wir machen eine Reminiscenz daran. Und die Reminiscenz ist in den meisten Fällen viel besser als das, Was Original ist. Wir haben gar nicht so lange Zeit über Rocky Horror Picture Show gesprochen. Das ist genau dasselbe Phänomen wahrscheinlich. Viele Sachen, auf die sich Rocky Horror Picture Show bezieht, ist die Nostalgie von den Leuten von damals auf diese alten Sachen. Und wenn wir heute die alten Sachen sehen, sagen wir, okay, Wir können die Nostalgie nicht ganz nachvollziehen. Wir finden Rocky Horror Picture Show immer noch geil, weil das ein zeitloser Klassiker ist. Aber wenn wir uns angucken, vor, was er sich verbeugt, stellen wir fest, Oh! Da ist ja auch so ziemlich viel Schrott am Ball.
Johannes Franke: Ja, auf jeden Fall. Dieser Film jedenfalls aus den Jahren 1960 wurde ins... Zwei, zweieinhalb mit ein paar Nachdrehs gedreht, wurde viel improvisiert, und es gab einfach diese. Eine Idee dieser menschenfressenden Pflanze, die irgendwie im Suff entstanden, ist. Die haben drei Tage lang vorher geprobt, bevor sie gedreht haben, und das war's im Grunde. Er hat einfach irgendwie ein Set nachgenutzt, was ihm angeboten wurde von einem Produzenten, Befreundeten.
Florian Bayer: Er wurde zum Kultfilm.
Johannes Franke: Er wurde zum Kultfilm. Auch dieser Film hat übrigens eigentlich auch eine Vorlage. Nämlich The Flowering of the Strange Orchid aus dem Jahr 1894 von H.G. Wells.
Florian Bayer: Das heißt, wir haben schon wieder eine Adaption von einer Adaption von einer Adaption.
Johannes Franke: Richtig. Und wer weiß, wo H.G. Wells abgeschrieben hat. Ja, aber genau. Und hier, wir sehen hier halt, was du vorhin schon gesagt, hast, einen sehr jungen Jack Nicholson. Eigentlich seine erste große Rolle in einem Film, wo schon echt zu sehen ist, was er mitbringt. Und was für eine... Krasse Energie. Und was für einen Wahnsinn im Blick er mitbringen kann.
Florian Bayer: Er hat eine komplette Nebenrolle. Er spielt einen masochistischen Patienten. Das hat sich auch in das Remake gerettet. Ausgerechnet das. Einen masochistischen Patienten beim Zahnarzt. In dem Fall ist es allerdings so, dass unser Protagonist Seymour selbst den Zahnarzt geben muss, weil er kurz davor den Zahnarzt umgebracht hat. Und Seymour kann natürlich überhaupt nicht als Zahnarzt arbeiten, Was in dem Fall aber nicht schürt, weil der Masochist das total geil findet, Schmerzen zu empfinden. Und der Gag, dass wir am Schluss seine Zähne sehen, also seine Zahnlöcher, die entstanden sind, ist halt auch eher so schwach.
Johannes Franke: Ja, es ist halt ein Skit, ne? Also eher so ein Sketch fürs Fernsehen.
Florian Bayer: Sehr plump. Aber Jack Nicholson ist irgendwie ganz geil in dieser Rolle, weil es ist halt einfach. Jack Nicholson. Andererseits ist es vielleicht auch, weil wir Jack Nicholson darin sehen.
Johannes Franke: Natürlich, klar. Wir sehen einfach schon, was er mitbringt und was er später machen sollte. Und so, ne? Ja. Ja.
Florian Bayer: Was passiert jetzt mit dieser Vorlage? In Wessen Hände gerät die? Und plötzlich ist 1982 und alle finden, das ist ein Cooler Kultfilm. Und dann... Sagen Leute, hey, lasst uns ein Musical machen.
Johannes Franke: Howard Ashman war totaler Fan des Films. Der mochte den total. Also der hat einfach gesagt, komm, da ist potenzial drin, da kann man was draus machen. Und Off-Broadway war sowieso zu der Zeit, so ein Experimentierfeld. Wir machen Zeug, wir probieren einfach aus. Und das ist total schön.
Florian Bayer: Was ganz spannend ist, Weil dieser Gegensatz zwischen Off-Broadway Off-Broadway und Portrait, Da kommen wir nochmal zurück, Wenn es dann auch so versuche, gibt, das nochmal aufzuführen, später hinaus. Es ist ein Off-Broadway-Musical, sprich, Es ist nicht für die große Bühne gemacht. Es ist nicht die Lion-King-Größe oder so, sondern es sind kleinere Sets, kleinere Bühnen, kleinere Theater, kleinere Räume, weniger Publikum und dementsprechend intimer, Was bei dem Grundszenario natürlich total passt, weil wir haben hier vor allem den Blumenladen, wo eine Pflanze drin ist, die die ganze Zeit halt rumsteht und Menschen frisst. Und dann vielleicht noch ein, Zwei andere Orte, Aber wir haben einfach einen klar definierten Hauptraum. Und das ist auch ein kleiner Raum, nämlich ein Klumenladen.
Johannes Franke: Die Erzählung wurde natürlich grundsätzlich ein bisschen umstrukturiert und da wurde aufgeschuscht.
Florian Bayer: Es wurde viel geändert. Und meiner Meinung nach auch viel zum Besseren. Also zum einen wurde der emotionale Fokus deutlich verstärkt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dadurch, dass die Seymour-Ortier-Beziehung irgendwie ein bisschen stärker in den Vordergrund gerückt war.
Johannes Franke: Ja, viel stärker. Vor allem auch ihre Beziehung zu dem... Dentist und so. Also das ist ja, das macht ja viel aus. Dieses, Ich bin eigentlich vergeben, aber ich mag auch dich und so.
Florian Bayer: Es wurde ein Willen eingeführt mit dem Dentist, der den Tod verdient hat. Alle jubeln, wenn er stirbt. Und der Pflanze verfüttert. Und Seymour wurde entschärft, Was die Bösartigkeit betrifft. Oder das ganze Szenario wurde so ein bisschen entschärft, was die Bösartigkeit betrifft. Weil im Original, im 1960er Film, hat man das Gefühl, dass Seymour so etwas wie ein Gewissen nicht hat. Sondern er getrieben wird von den Sachen, Die passieren. Und im Musical und im 1986er-Film, Das hatte ich übrigens anders. In Erinnerung, ist total geil, was für Streiche der Verstand mit dir spielt. Ich hatte in Erinnerung, dass Seymour deutlich schlimmer ist. Aber Seymour mordet ja gar nicht richtig.
Johannes Franke: Nein, nein, nein, nein. Was Schlimmes? Es passieren ihm die Sachen ja nur.
Florian Bayer: Es sind zwei Leichen, die auf seine Kappe gehen. Und für beide hat er quasi eine Entschuldigung. Das Schlimme, was er macht, ist, dass er halt die Leichen verfüttert. Aber hey, das Fleisch war da.
Johannes Franke: Ja. Und indem er auch ein bisschen unterlassene Hilfeleistung und so weiter. Das sind so Sachen.
Florian Bayer: Aber es wird so gemacht, dass man nie das Gefühl hat, oh, dieser Seymour, Der sollte jetzt wirklich der Polizei ausgeliefert werden. Wir sind auf seiner Seite.
Johannes Franke: Ja, im Film. Vor allem natürlich dadurch, dass er das so wahnsinnig gut spielt.
Florian Bayer: Okay, aber wir sind noch ganz kurz beim Musical. Da haben wir nämlich Rick Moranis noch nicht drin. Richtig,
Johannes Franke: ja.
Florian Bayer: Aber Alan Crean, die wird im Film wieder auftauchen.
Johannes Franke: Es ist so toll. Es ist einer der wenigen Fälle, Wo tatsächlich... Jemand aus dem Original-Musical, aus den vielen, vielen Vorstellungen, die sie gespielt haben. 2209 Vorstellungen in diesem Orpheum. Also, es ist viele Jahre gelaufen. Ich weiß nicht, ob sie alle Vorstellungen gespielt hat. Auf jeden Fall hat sie, die dort gespielt und wurde dann übernommen für den Film. Obwohl das nicht jeder wollte. Es gab Leute, die sich wirklich dagegen ausgesprochen haben. Und Frank Oz hat dann gesagt, Leute, ich habe sie gesehen. Es gibt keine andere, Audrey.
Florian Bayer: Die wollten Cyndi Lauper haben. Und das hat einen ganz, ganz banalen und auch ein bisschen schmerzhaften Grund. Cyndi Lauper war einfach der Großstar der 80er. Die wollten eine Pop-Ikone haben, um den Film besser verkaufen zu können. Warner Bros. Hat gesagt, naja, das kennt jeder. Die ist auch in Wrestling-Shows aufgetreten. Ich durfte ganz kurz wieder Respekt erzielen.
Johannes Franke: Was? Moment.
Florian Bayer: Wrestling wurde unter anderem groß, weil Cyndi Lauper aufgetreten ist. Die hat ein Musikvideo gemacht zusammen mit Lou Albano, der ein großer Wrestler war, damals. Der später dann in der Mario-Serie Super Mario gespielt hat. Ja, genau, DIE Mario-Serie, die eine Verfilmung des Videospiels ist. Wie dem auch sei, Cindy Lauper war der große Popstar, und sie konnte Wrestling groß machen, Also kann Sie auch so einen Film groß machen.
Johannes Franke: Ich habe gehofft, dass wir die Wrestling-Phase überwunden haben. Nein,
Florian Bayer: haben wir nicht. Und dann gab es zumindest Gerüchte, dass Barbaras Try-Send in Frage kommt.
Johannes Franke: Genau. Und ich glaube, die wollte aber dann nicht. Ich glaube, die hatte abgesagt.
Florian Bayer: Und Oz hat aber gesagt, Alan Green. Wer kann dazu nein sagen?
Johannes Franke: Ja, wer kann dazu nein sagen? Sie macht das auch wirklich wahnsinnig gut, muss ich sagen.
Florian Bayer: Sie ist so eine Erscheinung und so eine Präsenz. Und das Krasse ist ja, Sie spielt diese komplett schüchterne, Lispelnde Frau mit einer dünnen, ein bisschen kratzigen Stimme. Aber sie ist halt groß.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und in jeder Szene, in der Sie ist, nimmt sie irgendwie Raum ein.
Johannes Franke: Total, total. Sie hat eine unglaubliche Ausstrahlung.
Florian Bayer: Und das ist wichtig, wenn man so viele kleine, komische Charaktere hat, jemanden zu haben, der da ist, der präsent ist.
Johannes Franke: Als Leuchtturm oder was?
Florian Bayer: Ja, so ein bisschen als Leuchtturm.
Johannes Franke: Ja, okay. Die wollten, um das beim Theater noch kurz zu bleiben, Die WAREN JA off-off-Broadway. Das ist lustig, dass es das auch noch gibt. SO off-Broadway, off-off-Broadway im MPA-Theater. Und dann sind sie tatsächlich umgezogen. ins... Off-Broadway-Pofeo.
Florian Bayer: Ein Aufstieg quasi.
Johannes Franke: Das erste Theater, wo sie waren, Da passten 90 Leute rein oder sowas. Vielleicht ein bisschen mehr. Und im Zweiten passten dann schon sehr viel mehr Leute rein. Da haben Sie eben so lange gespielt. Und sie hatten auch das Angebot, richtig auf den Broadway zu gehen. Aber da hat jemand gesagt, ich glaube, das funktioniert nur in diesem kleineren Rahmen. Das ist nichts für richtig. Große Bühnen.
Florian Bayer: Es gab doch irgendein Revival, wo sie das nochmal versucht haben. drei?
Johannes Franke: Ich weiß nicht genau.
Florian Bayer: Und da, genau, Und dann ist es auch tatsächlich am Broadway im Virginia Theater gestartet. Und das Gros der Kritiker hat gesagt, nee, das funktioniert nicht. Das ist zu groß.
Johannes Franke: Dann hatten sie recht.
Florian Bayer: Der Raum muss kleiner sein, Das ist ein kleiner Klimaladen. Und das haben Sie ja auch in den Film rübergerettet, wozu wir gleich kommen. Ja, ja, ja. Das ist dieses Off-Broadway-Feeling, Dass es das die ganze Zeit gibt, dass du diese falschen, kleinen Räume hast, wo alles eng ist und wo du nie das Gefühl hast, Das ist für ein großes Publikum, Aber da gewinnt es natürlich eine gewisse Größe.
Johannes Franke: Das tragische daran ist, dass die Tony Awards die ignorieren mussten, weil die Voraussetzungen dafür sind, am Broadway zu einer bestimmten Größe gewachsen zu sein. Und da sie sich die Größe versagt haben, Aus guten Gründen, sind sie leider nicht berechtigt gewesen. Sonst hätten sie sicherlich einen Tony Award bekommen. Für die Sache.
Florian Bayer: Wir haben jetzt dieses Musical. Howard Ashman Hast du schon eben erwähnt.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Der großer Fan von diesen B-Movies und der verschiedene Musicals gemacht hat und so weiter. Und der das Drehbuch dann geschrieben hat, das auf die Bühne gebracht hat und der auch hauptsächlich für die Lyrics verantwortlich war, Musik war Alan Menken. Und jetzt haben wir einen Produzenten, der ins Spiel kommt, nämlich David Geffen. Und wenn ich Produzent sage, meine ich das im weitesten Sinne des Wortes. David Geffen hat nämlich nicht nur Filme produziert, sondern David Geffen hat auch, wie blöd Musik produziert, Was man auch teilweise auf Platten sieht, nämlich Geffen Records. Und der hat Cher und Guns, N' Roses, und ich glaube auch irgendwann mal. Metallica.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und der hat alles Mögliche produziert in den 80ern. Und gleichzeitig hat er später, Er hatte einen sehr engen Draht zu Spielberg. Er sollte später mit Spielberg und Katzenberg zusammen DreamWorks gründen, 1994.
Johannes Franke: Also großer, großer, großer Name.
Florian Bayer: Ganz wichtiger Name, ganz, Ganz wichtiger Produzentenname, sowohl für die Musik als auch für das Filmbusiness. Und
Johannes Franke: die kannten sich schon, Alan menken und er kannten sich schon sehr früh. Die haben irgendwie, glaube ich, in der Jugend zusammengearbeitet. Und das war eigentlich ein Dreamteam, wie die zusammengearbeitet haben. Ja. Und das ist schon toll, das zu sehen, Weil das natürlich auch viel, Da muss viel zusammenkommen, um sowas so erfolgreich und so gut zusammenzubringen. Und die kannten sich einfach gut und die waren einfach ein sehr, sehr gutes Team. Und die Musik, muss man sagen, ist einfach 80 Prozent der... Des Weges zum Erfolg. Ja,
Florian Bayer: absolut.
Johannes Franke: Bei diesem Musical. Und die anderen 20% sind Alan Green.
Florian Bayer: Ich weiß gar nicht, ob... Ja, also, es ist auf jeden Fall... Ich würde gar nicht... Es ist nicht nur die Musik. Also, die Musik spielt natürlich eine große Rolle, aber der Film macht auch neben der Musik sehr viel richtig.
Johannes Franke: Ja, ja,
Florian Bayer: ja. Sonst würde es, glaube ich, für mich auch nicht reichen. David Geffen hat gesagt, daraus können wir einen Film machen. Steven Spielberg hat gesagt, Oh ja, daraus könnten wir einen Film machen. Und dann haben Sie gesagt, daraus könnten wir einen Film machen, den Martin Scorsese macht. Und das ist der Moment, wo ich sage, hä? Moment. Ihr meint jetzt so Taxi Driver Martin Scorsese. Die letzte Versuchung Christi Martin Scorsese. Ne, Also sorry, ich seh's nicht.
Johannes Franke: Der war aber auch wirklich eine ganze Weile im Gespräch. Und dann ist er irgendwann abgesprungen, Gott sei Dank. Aber er war echt eine Weile drin.
Florian Bayer: Ich versteh's nicht. Ich seh's nicht, wirklich nicht. Also Martin Scorsese ist ein großartiger Regisseur.
Johannes Franke: Ja, natürlich, aber ganz anders.
Florian Bayer: Martin Scorsese ist kein großartiger Regisseur für diese Art von Film.
Johannes Franke: Nein. Es wäre auch eine ganz andere Art von Film geworden, natürlich.
Florian Bayer: Und dann hat Geffen gesagt, Moment, habt ihr die Muppets gesehen?
Johannes Franke: Ja, genau. Die haben ja gerade eben in Manhattan. Muppets... Manhattan oder wie hieß der Film? Ja,
Florian Bayer: Muppets in Manhattan war in den 80ern auf jeden Fall einer von den Muppets.
Johannes Franke: Genau, den hatten sie gerade gedreht. Und Frank Oz war jetzt noch nicht der ganz, ganz, ganz Große. Die haben natürlich Muppets zusammen gemacht mit, Wie hieß der andere? Ich habe den Namen gerade nicht mehr. Jim Hansen. Jim Hansen, genau. Haben die das zusammen gemacht? Und so, Aber er hatte noch keinen Credit, so richtig alleine. Ich glaube, Manhattan war so das Erste, was er so alleine gemacht hat, und das kam noch nicht. raus. Das heißt, sie wussten es noch nicht ganz genau. Wie er drauf ist, Aber sie haben ihn genommen und er hat viel, viel, viel, viel für diesen Film getan.
Florian Bayer: Frank Oz war einfach mal der Master of Puppets. Jim Henson hat gesagt, das ist der größte Puppenspieler der Welt. Niemand ist so gut wie er.
Johannes Franke: Wahrscheinlich Recht zu Recht.
Florian Bayer: Und Frank Oz hat von Anfang an, hat früh mit Jim Henson zusammengearbeitet, seit den 60ern, Muppets, Sesamstraße und so weiter. Und ist aber in das Filmbusiness sehr krass reingerutscht, dadurch, dass er dann angefangen hat in diesem neu aufblühenden Blockbuster-Kino, das wir immer mal wieder erwähnen, Das Ende von New Hollywood, Blockbuster werden groß. Dass er da viel gearbeitet hat. Frank Oz hat Yoda gemacht. Und zwar genau, Star Wars. Also ich meine, Viel größer konnte es damals nicht werden, Anfang der 80er. Und dann hat er Zusammen mit Hanson hat er der dunkle Kristall gemacht. Das war 82. Und das war eigentlich auch so ein bisschen die Initialzündung, dass er gesagt hat, okay, Regie funktioniert, Ich kann das auch. Ich kann mich ein bisschen lösen von dem Jim. Und dass er auch so ein bisschen sein eigenes Ding gemacht hat. Und Gertner hat dann gesagt, lass uns doch Frank nehmen.
Johannes Franke: Eine wahnsinnig gute Entscheidung. Ja, wenn ich mir Audrey 2 anschaue, diese Puppe, wenn wir jetzt schon bei Puppenspieler sind, Die absolut beste Entscheidung, die man irgendwie treffen kann. Ich bete dafür, dass wenn irgendwann der kleine Horrorladen nochmal verfilmt wird, was ich mir vorstellen kann. Zurzeit hat sich keiner herangetraut, aber Es gab ja... Einen Plan mit Scarlett Johansson. Ja,
Florian Bayer: zu dem musst du gleich was sagen, ich weiß es nämlich nicht.
Johannes Franke: Es gibt nicht viel dazu zu sagen, und deswegen mache ich es jetzt einfach schnell.
Florian Bayer: Scarlett Johansson Als was?
Johannes Franke: Na, Als Audrey.
Florian Bayer: Als Audrey, nicht als Audrey 2.
Johannes Franke: Nein. Als Audrey. Es schwirrten andere Namen rum. Es gab eine große Ankündigung. Und 2021 haben Sie gesagt, wir verschieben das mal. Also verschieben im Sinne von, Es ist abgesagt. Okay. Aber es gab diese Idee. Und Scarlett Johansson ist großartig, aber als Audrey, Ich weiß nicht. Vielleicht, Vielleicht hätte sie es auch geil hingekriegt. Aber es ist einfach ein großer Stoff, also daraus, also, was heißt ein großer Stoff, Aber es sind große Schuhe, in die man tritt, wenn man was macht.
Florian Bayer: Vor allem so ein Kultfilm ist immer extrem.
Johannes Franke: Und ich bete, dass wenn Sie es irgendwann machen sollten, Niemand CGI für diese Pflanze benutzt. Ja. Bitte nicht.
Florian Bayer: Ja, mich grüßt jetzt auch ein bisschen bei dem Gedanken. Die Puppe von Audrey 2, Natürlich vor allem in der ausgewachsenen Form. Ja,
Johannes Franke: ja, ja.
Florian Bayer: Es ist so geil.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Wenn die den Maul... Das Maul aufmacht und siehst dann, was da für Liebe zum Detail drinsteckt.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Wie geil das aussieht. Lyle Conway, Um den Namen jetzt auch noch zu nennen, der viel mit Oz und mit Hanson zusammengearbeitet hat. Bei der Muppet Show, war für das Original-Puppendesign quasi verantwortlich. Und dann haben Sie natürlich das gemacht, was Sie in den 80ern mit den Puppen gemacht haben. Viele Animatronics.
Johannes Franke: Die große Puppe, Die größte Version davon, Sie haben sechs Stück gehabt, sechs verschiedene Größen. Und die größte Version hat 50 bis 60 Leute gebraucht, die diese Animatronics bedienen.
Florian Bayer: Unfassbar.
Johannes Franke: Absoluter Wahnsinn.
Florian Bayer: Und dann haben Sie trotzdem drauf geguckt, als das Ding fertig war und bewegt wurde. Und haben gesagt, das sieht irgendwie nicht so natürlich aus. Irgendwas ist falsch. Irgendwas funktioniert nicht so richtig. Und dann sind sie auf eine Geile Lösung gekommen.
Johannes Franke: Die beste Lösung überhaupt. Hast du es beim Film Gucken gemerkt?
Florian Bayer: Nein, überhaupt nicht.
Johannes Franke: Überhaupt nicht, ne? Und ich habe auch da gesessen und gedacht, das geht doch nicht. Wie machen die das? Und dann bin ich aber auf die Lösung gekommen, weil ich mir genau das angeschaut habe und gedacht habe, Eigentlich geht es nur auf die Art und Weise. Und ich bin sehr stolz darauf, dass ich auf die Idee gekommen bin und dass ich damals wahrscheinlich die gleiche Idee gehabt hätte. Ja, das schreibe ich mir jetzt auf die Fahne.
Florian Bayer: Hätten Sie in den 80ern den Johannes damals fast noch nicht so alt genommen, der hätte das auch gemacht. Wie Frank Oz. Was haben Sie gemacht?
Johannes Franke: Der beste Puppenspieler kann nicht so schnell in dieser Präzision, in dieser Vielfalt Die Lippen bewegen. Das geht nicht in dem Tempo. Und deswegen haben sie... Halbe Frameszahl, Also, wenn man 24 Frames per Second hat, also Man hat 24 Bilder die Sekunde, die eine Bewegung darstellen.
Florian Bayer: Das klassische Kinoformat.
Johannes Franke: Haben Sie halbiert und im gleichen Zeitraum nur zwölf Bilder aufgenommen, um sie dann aber wieder als 24 Bilder die Sekunde abzuspielen. Das heißt effektiv, halb so langsam aufgenommen und dann eben so abgespielt, dass es also doppelt so schnell ist.
Florian Bayer: Wodurch die Bewegungen viel schneller wirken und natürlicher.
Johannes Franke: Ja, richtig, richtig gut. Rick Moranis musste dafür aber in Zeitlupe spielen. Und er macht das. Auch wahnsinnig gut.
Florian Bayer: Er macht es so,
Johannes Franke: weil wir es nicht sehen.
Florian Bayer: Es gibt gar nicht so viele Szenen, in denen wir diese Interaktionen haben, in denen direkt Rick, Moranis und Pflanzenmaul zusammen zu sehen sind, aber es gibt sie. Und was macht Rick Moranis in diesen Momenten? Er bewegt alles langsam.
Johannes Franke: Ja, und er macht das sehr gut. Es gibt nur einen Moment, wo er zu ihr rüberschaut, wo ich denke, oh, das ist aber schnell. Ansonsten total glaubwürdig. Und man kommt überhaupt auf gar keine Idee, dass das irgendwie viel. Anders gemacht wurde, als es zu sehen ist.
Florian Bayer: Ja, es ist total beeindruckend. Also, die Idee ist erstmal total geil. Also Kudos, Johannes. Super Idee.
Johannes Franke: Danke, danke.
Florian Bayer: Und die Umsetzung ist einfach. Peak-Trick-Technik. Und wie gesagt, wir reden hier nicht von einem Low-Budget-Film, wenn wir von Little Shop of Horror reden. Aber wir reden jetzt auch nicht von einem Riesen krassen. Mammutprojekt. 25 Millionen Dollar, Das ist ein ordentliches Budget für so eine Art von Film.
Johannes Franke: Sie haben mit 9 Millionen angefangen. Ja,
Florian Bayer: das ist auch typisch für die Zeit. Wenn wir einen Film haben, wo irgendwie Leute drin hängen, die irgendwie aus dem Spielberg-Umfeld kommen und die irgendwie mit großen Produktionsfirmen zusammenhängen und bei denen um Geld betteln können, in dem Fall bei Warner Bros., Dann wird das Budget mehr als einmal überzogen. Und es ist wirklich überzeugend, es sieht wirklich geil aus. Und natürlich ist eine... Ist so eine Geile? Animation, Nichts ohne eine Geile Stimme, Die dazugehört.
Johannes Franke: Ja, Levi Stubbs, Wahnsinn. Fühlt mich.
Florian Bayer: Das ganze Musical atmet ja diesen Soul und Frank. Ja, ja, ja. Und seine Stimme, die wirklich gewaltig rauskommt.
Johannes Franke: Zum Hinknien.
Florian Bayer: Und meiner Meinung nach auch für die besten Songs verantwortlich ist des Films. Ohne jetzt die anderen schlecht zu reden. Aber meine, also wenn ich... Wenn ich an die Songs denke, die bei mir am meisten Hängen geblieben sind und am meisten Spaß gemacht haben, sind so ganz eindeutig. Die Levi Stubbs. Outreel Zwei Songs, nämlich Feed Me, Supper Time und natürlich Mean Mother. Ich will immer Mutter verkassen, aber es ist einfach nur mean Mother.
Johannes Franke: Mean Green Mother vom Outer Space. Und das Ding hat nicht mal Augen, weißt du? Man schafft es trotzdem dem Ding. Heutzutage wird man überall Augen ranhauen, weil man sagt, ja, die Augen sind der... Die Seele und so. Und du musst da irgendwie... Und das Ding funktioniert völlig ohne Augen. Richtig, richtig, richtig gut. Und Levi Stubbs hat einen absoluten Anteil daran, weil er das so lebendig und so geil rüberbringt, Die Stimme.
Florian Bayer: Sowohl sprechend als auch singend. Und einem schafft er es, dass wir immer wieder Sympathie mit der Pflanze empfinden. Weil sie ist geil. Sie ist wirklich ein mean Motherfucker. Aber großartig, ne? Oh,
Johannes Franke: so schön. Also wirklich ganz tolle Schauspielleistung. Er hat auch, wenn wir gerade bei Mean Green Mother from Outer Space dabei hatten, eine Oscar-Nominierung bekommen. Für den Song. Und es ist der erste Song der Oscar-Geschichte, Der Schimpfwörter im Text hatte.
Florian Bayer: Und ich hab nochmal drauf geguckt. Das ist nicht viel, aber es ist schon...
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: So was wird nicht für einen Oscar nominiert. Also zum einen ein Villain-Song. Das ist auch ein Villain-Song. Und dann ein Song, in dem es kommt. Und zwar sagt die Pflanze irgendwann, Ich trete dir in den Arsch oder so. Sagt sie nicht so. Ich such gerade das Wort. Es ist auf jeden Fall ein gefluchter Song. Ja. I'm gonna trash your ass. Das hat eigentlich bei der Oscar-Fallerie nichts zu suchen.
Johannes Franke: Also nicht in die Zeit.
Florian Bayer: Nicht in der Zeit. Vor allem nicht, wenn es von einer fleischfressenden Pflanze gesungen wird, Die sagt, dass sie die ganze Welt erobern will.
Johannes Franke: Ja. Und da kommt wirklich zur Geltung, dass oz. Der perfekte Regisseur dafür ist, dass der auch wirklich dafür gesorgt hat, Dass das Ding so geil lebendig ist, Weil jeder andere Regisseur hätte sich mit viel weniger zufrieden gegeben. Bin ich mir absolut sicher. Also selbst große, Tolle Regisseure hätten da nicht 60 Leute mit Mechatronics in dieses Teil reingebaut.
Florian Bayer: Ganz wichtig, dass Frank Oz einfach auch diesen Jim-Hanson-Perfektionismus da mitgebracht hat.
Johannes Franke: Das ist der Ansatz, was er glaube, ich gesagt hatte, war Character first.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also, es geht nicht darum, einfach nur irgendwas da zu haben, damit das gut aussieht. Oder sowas. Es ist nicht visuals first, sondern Character first. Und der Character braucht das einfach. Absolut.
Florian Bayer: Und das ist ja auch was, was im Rest des Setups komplett gegeben ist. Also dieses ganze Szenario, auch, um nochmal den 1960er-Film dagegen zu halten. Im 1960er-Film haben wir einen ziemlich Standard-Blumenladen, ziemlich Standard-Kundschaft. Ja. Es ist auch irgendwie Skid Row, aber es ist nicht Skid Row, wie es in diesem Film ist. Nämlich in diesem Film haben wir wirklich dieses Gefühl von SO einer... Von einem New Yorker Ghetto.
Johannes Franke: Total.
Florian Bayer: Irgendwie so am Rand der Gesellschaft ist. Und die Menschen leben an diesem Rand, aber sie machen das beste draus. Und das geht dann halt von diesem kleinen Laden, in dem irgendwie alles so sehr familiär ist, bis hin zu unserem griechischen Chor, der von Anfang an präsent ist. Geilerweise dann auch sowohl in Kostümen in diesem komplett fantastischen Setup auftaucht, als auch in diesem sehr geerdeten Setup, Als junge Mädchen, die Halt auf der Straße rumhängen und sagen, ihr könnt uns gar nichts.
Johannes Franke: Griechischer Chor, nicht gemeint im Sinne von, Die haben alte griechische Klamotten an oder sowas, sondern das ist halt das Konzept eines griechischen Chores, das immer im Stück, wie so bei einem Musical auf der Bühne, Im Hintergrund, du die Figuren immer wieder stehen. hast, die die Szene beobachten, teilhaben und dann kommentieren.
Florian Bayer: Und genau wissen, was passiert. Noch warnen, das ist auch ganz wichtig für einen griechischen Chor. Und unser griechischer Chor ist in diesem Fall vor allem ein Soul-Funk-Chor, nämlich Crystal, Ronette und Chiffon. Benannt nach den großen Soul-Bands der 60er Jahre. Und ganz großartig, wie die durch den Film führen, mit ihren unterschiedlichen Kostümen, mit ihren unterschiedlichen Vibes und das... Ist aber auch wieder so diese Gesamt-Vibes des Setups.
Johannes Franke: Ja, ja, total.
Florian Bayer: Fühlt sich alles, Es fühlt sich total stimmig und heimisch an.
Johannes Franke: Dann gehen wir doch mal kurz in den ersten Song herein. Skid Row, Der erste Song. Downtown, etabliert das Setting, in dem wir alle sind. Und natürlich fungiert als I-Want-Song für die beiden. Absolut,
Florian Bayer: ja. Und dann haben wir wirklich diesen schüchternen, hilflosen Rick Moranis, der Halt durch diese Stadt stolpert, Wo überall Gangster sind, die ihm ans Leder wollen.
Johannes Franke: Das ist so ein Charakter zum Liebhaben. Er spielt das so süß. Das ist natürlich eine typische Rick Moranis Figur. Man hat so das Gefühl, man hat die Figur schon ein paar Mal gesehen. Bei ihm. Vielleicht auch erst aus späteren Filmen, Aber das ist jetzt schwer auseinanderzuhalten, wenn man ihn ein paar Mal gesehen hat. Aber das ist so eine typische Figur von ihm. Aber man will ihn die ganze Zeit knuddeln und sagen, es wird alles gut, mach nichts draus.
Florian Bayer: Er war ja davor schon in Ghostbusters zu sehen. Ghostbusters war zwei Jahre vorher. Aber, so seine großen Comedy-Rollen sollte er erst danach machen. Wir haben da auch über einige gesprochen. Wir haben über SpaceBalls gesprochen. Ein Jahr später sollte er als Lord Hampton auftreten. Und Rick Moran, der irgendwann seine Karriere beendet hat, hat gesagt, ich habe keinen Bock mehr.
Johannes Franke: Naja, Der hat aber auch... Was war denn das eigentlich? Ich habe das nicht mehr nochmal recherchiert. Aber der hatte eine kranke Frau, glaube ich, oder so. Und deswegen hat er sich dann auch zurückgezogen.
Florian Bayer: Und der hier wirklich so diese niedliche Rolle des Armen Kerls, des Armen Schluckers, der eigentlich zu zart ist für die Umgebung.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber er kann nicht anders. Er muss da halt leben. Er hat halt kein Geld. Er arbeitet in diesem Laden. Er ist auch offensichtlich, ähnlich wie im Original, Die ganze Zeit diese Angst, dass der Laden schließen könnte, Weil wirklich nichts da ist. Der Laden ist komplett leer. Und er hat natürlich die Liebe seines Lebens, die da ist. Und das ist schon sweet. Und das ist auch Sweet im zweiten Song, der auch von ihm ist. Dieses Dadu, wenn er erzählt, wie er die Pflanze, Ortrid 2, gefunden hat. Und dann auch auf den Straßen schlenkend unterwegs ist, sich fast einer Akap... Kapella-Gruppe auf der Straße anschließen?
Johannes Franke: Auf jeden Fall ist es ein sehr, sehr schöner Song, oder? Ja,
Florian Bayer: absolut.
Johannes Franke: Es gibt so einen großartigen ersten Song, mit dem wir da reinkommen. Und auch mit dem griechischen Chor, die da einfach von Anfang an dabei sind.
Florian Bayer: Die da vorher nochmal den Prolog singen dürfen, Diesen Little Shop of Horrors Song, der einführt in das Große, was wir jetzt erleben werden. Das ist dann ganz klein, ist mit diesen... Staged.
Johannes Franke: Es ist wirklich staged. Lass uns darüber reden. Was macht das Ganze... So wahnsinnig staged, weil du das Gefühl hast, du guckst eigentlich einem abgefilmten Theaterstück zu, oder?
Florian Bayer: Ja, weil Sie es nur in Fucking Studios gedreht haben.
Johannes Franke: Und das war auch eine bewusste Entscheidung. Sie hätten es auch woanders drehen können. Sie hätten auch nach New York gehen können, um dort ein paar Straßenzüge abzusperren und zu drehen, wie jeder andere Film. Aber nein, sie haben gesagt, nee, Die ganze Atmosphäre ist so ein Stückchen drüber, über dem Realismus nochmal drüber. Also, das muss irgendeine Form von Künstlichkeit haben.
Florian Bayer: Und auch hier wieder, was für eine richtige Entscheidung. In den Hynwood Studios in England haben sie es gedreht und dieses leicht Surreale, Man kennt das vor allem auch als Zuschauer von heute bei Filmen, die es nicht so wollen, die eigentlich wirken wollen wie am Set gedreht, kennt man, dass das alles so ein bisschen Surreal traumhaft wirkt, wenn du Außenaufnahmen hast, aber Du merkst irgendwie, da ist eine Decke. Das ist alles irgendwie so abgeschlossen. Es fühlt sich einfach so an, obwohl ein Himmel simuliert wird. Und das erzeugt aber in dem Fall wirklich... Naja, So eine Intimität. Man fühlt sich in diesem Szenario drin und auch gleichzeitig so eine Abgehobenheit, dass es halt, Wir wissen, es ist ein Stageplay. Wir wissen, es ist ein Play und vom Chor bis zu diesem Setting, dem Dreh in den Studios, Das vermittelt das alles. Es stößt uns aber nicht ab, sondern es bringt uns den Figuren und dem Setting eigentlich umso näher.
Johannes Franke: Total. Es ist auch so, durch den griechischen Chor, was wir gerade gesagt haben, dass die da ja im Himmel im Hintergrund stehen. Und so, Das hat auch total was Bühnenhaftes. Ja. Und es gibt auch so Szenen, wo dieser, zum Beispiel der Besitzer des Blumenladens, Der tritt einmal so wie an die Bühnenkante, um seinen Monolog zu halten. Weißt du, so, wo man denkt, okay, das ist jetzt einfach wie auf der Bühne. Stage, Wer geht, wohin, wer muss sich wo positionieren. Und du hast oft Bilder, in denen tatsächlich einfach die Leute wie auf einer Bühne. Positioniert werden.
Florian Bayer: Sie spielen so sehr damit. Also am besten finde ich immer noch diesen Moment, wenn Mr. Muschnick, heißt unser Verkäufer, zu Seymour und Audrey, sagt, ey, Wegen so einer Pflanze kommt doch niemand einfach so in den Laden. Tür springt auf. Und dann kommt dieser Mensch rein. Christopher Guest. Ich habe den Namen extra notiert. Es ist eine ganz kleine Rolle, aber er ist so wichtig. Der kommt rein und sagt, Moment, Ich habe diese Pflanze gesehen und dachte, ich müsste hier reinkommen. Wenn ich schon mal hier bin, dann könnte ich auch gleich Blumen kaufen. Und es ist wie ein gesprochener Werbeclip. Und es ist so, also. In diesem Moment ist da so viel Bewusstsein für die Künstlichkeit und Absurdität der Situation.
Johannes Franke: Christopher Guest ist ja tatsächlich ein sehr bekannter Comedian gewesen, dort zu der Zeit. Und den haben Sie ja natürlich deswegen eingeladen. Weil sie auch in den kleinsten Rollen eben diese Cameos haben von berühmten, tollen Leuten. Vor allem SNL-Umgebung und so. Ja. Saturday Night Live. Und der ist ans Set gekommen und hat den Satz erstmal völlig anders gemacht. Er hat ihn als ernsthafter Schauspieler gemacht. Er wusste nicht, an welches Set er da gekommen ist. Und hat dann mitbekommen, oh, die spielen alle anders als ich. Vielleicht probiere ich es mal anders. Und hat dann das Angeboten und sofort gesagt, jup, das nehmen wir.
Florian Bayer: Das ist so geil. Dieser Moment der kompletten, absoluten Künstlichkeit.
Johannes Franke: Es ist toll und das zieht sich immer wieder durch den Filmen durch, dass es solche Situationen gibt, wo du das Gefühl hast, okay, Wir entfernen uns noch ein Stückchen von der Realität und machen einfach diesen Werbe-Jingle auf. Ich finde es so toll.
Florian Bayer: Absolut. Absolut. Und ich bin dankbar, dass es nicht wie im Original der Blumenfresser ist.
Johannes Franke: Ach, Gott, Oh Gott, Oh Gott.
Florian Bayer: Das war im Original, so albern. Aber das,
Johannes Franke: ja, weiß nicht, das gehörte noch zu den besseren, absurden Sachen, fand ich.
Florian Bayer: Ich fand,
Johannes Franke: dass er einfach... Der kommt in den Laden rein, kauft Blumen, guckt sich das an, riecht dran und plötzlich beißt er einfach rein.
Florian Bayer: Und sagt, dass er gerne Blumen so und so isst. Das ist okay, aber sie spielen diesen Gag tot. Dieser Blumenesser ist dann in jeder Szene dabei und fängt die ganze Zeit an, Blumen zu essen und über kulinarische Feinheiten von Blumen zu reden. Und irgendwann denkst du dir, Ja, Leute, ich hab geschmunzelt, bitte hört auf. Papa, du hast den Witz lang genug, erzählt. Bitte.
Johannes Franke: Das ist sehr süß. Ja. Dadurch, dass die in diesem riesigen Studio sind, übrigens das größte Studio der Welt, 007, Stage 007, Und die war so groß, dass sie sich nicht richtig beheizen ließ. Das heißt, man hat oft genug ihren Atem gesehen.
Florian Bayer: Vor allem bei einer Nummer, ne?
Johannes Franke: Ja, ich weiß nicht mehr genau, welche Nummer. Hast du das aufgeschrieben?
Florian Bayer: Das Platten liest Seymour. Da sitzen Sie und der Regisseur sagt, ey, das ist die große Liebesballade, ne? Wo Audrey plötzlich sieht, dass Seymour ja doch der Mann für sie sein könnte. Und dann sitzen die da und dann kommen Nebelschwadden aus ihrem Mund. Dann sagt Oz, nee, das geht nicht, das können wir so nicht machen. Nee, ich hab aber eine Lösung für euch.
Johannes Franke: Und dann mussten sie Eiswürfel im Mund haben, damit der Atem abgekühlt wird, Damit er im Vergleich zur Umgebung nicht wärmer ist.
Florian Bayer: Hier haben Sie gesungen. Schatten, Grüß dich.
Johannes Franke: Die haben Sie natürlich kurz vorher rausgenommen, aber es ist so, meine Güte, was man so machen, durchmachen muss als Schauspieler. Oh, mein Gott, Plur, Was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: OH, MEIN Gott, Ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo.
Florian Bayer: Nein, shit, Ganz schnell, damit wir zurückfinden.
Johannes Franke: Ihr da draußen, Es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen, könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über Buymeacoffee.COM Slash muss man sehen. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro, geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen, wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular. Auch machen.
Johannes Franke: Oder Ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes. Mussmanssehen.de und Florian At mussmanssehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, Egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn Ihr uns so fünf Sterne oder herzchen oder sonst irgendwas, Was auch immer euer Podcatcher anbietet, Gebt und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben.
Florian Bayer: Ah, super. Fehlt noch irgendwas?
Johannes Franke: Nee, ich glaube, wir haben alles, wa?
Florian Bayer: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode. Aber ja, also, wir haben dieses Surreale Studio-Setting. Wir haben ganz eindeutig, so, okay, Ihr seht jetzt ein Stück, hier habt Ihr euren Chor, Hier habt Ihr eure Bühne, Hier habt ihr jemanden, der sich bewegt wie eine Werbefigur. Und hier rein packen wir jetzt ein bisschen Horror und ein bisschen auch einen Bösewicht. Nämlich, genau, Wir fangen mit dem Bösewicht an. Mit Oren Skrivello, He is a dentist. Yeah!
Johannes Franke: Es ist so toll. Da, wo wir gerade bei der Soundstage waren, nur, um das nochmal zu klären, Die haben auch die Performance, wenn wir beim Dentist sind, von ihm genommen, mit ihm probiert und daraufhin das Set gebaut. Die haben nicht das Set vorher gehabt, Sie haben mit ihm geprobt. Und dann hat der Sohn so viele Schritte zur Tür gebraucht, Dann haben Sie die Tür dahin gebaut. Die haben das mit dem Motorrad so gebaut, dass das mit dem Motorrad funktioniert. Er hat das echt alles, Die haben das für ihn gebaut. Wie Krass ist das denn?
Florian Bayer: Und wenn wir von ihm reden, müssen wir uns einmal kurz verbeugen und sagen, wir reden. Von Steve Martin.
Johannes Franke: Steve Martin, Ich habe nicht gedacht, dass der so eine Hammergeile Performance hinlegen könnte.
Florian Bayer: Ich bin tatsächlich auch nie ein großer Steve Martin Fan gewesen. Nein, der ist witzig.
Johannes Franke: Er ist eine Legende, irgendwie, auf irgendeine Art und Weise, Aber ich habe nie so richtig den richtig großen Hype, um ihn verstanden. Jetzt habe ich das gesehen und gedacht, ja, völlig zu Recht, das ist der Hammer, was der macht.
Florian Bayer: Was für ein Asi! Was für eine Geile Mischung aus Rocker und Sadist.
Johannes Franke: Ja, und das bringt er mit. Du hast das nicht im Drehbuch, du hast das nicht im Originalfilm. Du hast das so in der Form auch nicht auf der Bühne, Sondern er bringt das in der Form einfach mit und hat seinen Spaß damit.
Florian Bayer: Und wie schafft er es mit kompletter, kompletter, kompletter Übertreibung? Immer noch ein bisschen mehr, immer noch ein bisschen fieser, immer noch ein bisschen arschiger.
Johannes Franke: Ja. Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Es ist der Wahnsinn.
Johannes Franke: Und wer kann dann überhaupt... Noch mit ihm in einer Szene bestehen, außer...
Florian Bayer: Rick Moranis?
Johannes Franke: Nein!
Florian Bayer: Bill Murray?
Johannes Franke: Bill Murray,
Florian Bayer: meine ich natürlich. Okay, also. Rick Moranis kann... Bill Murray, ja.
Johannes Franke: Bill Murray ist ja der Hammer, Der setzt da einen echt noch drauf.
Florian Bayer: Bill Murray als unser Masochist, der zum Zahnarzt geht, zu unserem sadistischen Zahnarzt. Und wie gesagt, wir haben hier diese Szene, die wir auch im Original haben und die ich im Original eher so meh finde, trotz Jack Nicholson. Und hier denke ich nur, Gott sei, dank habt Ihr Sie genommen. Und die beiden... Es ist natürlich auch eine Competition. Du hast hier zwei Starter der Nightlife-Stars, Die sagen, ich bin der größte Comedian, ich bin der größte. Ad-Lib-Typ, Ich bin der größte Improvisationskünstler.
Johannes Franke: Die haben das improvisiert.
Florian Bayer: Und dann kämpfen die gegeneinander und tanzen miteinander und spielen miteinander. Und es ist der Hammer.
Johannes Franke: Und es könnte komplett rausgestrichen werden aus dem Film. ES macht... Es macht nichts für die Handlung, aber es ist so geil.
Florian Bayer: Im 60er-Jahre-Film hat die Szene mehr Relevanz, weil unser Protagonist was macht, nicht unser Antagonist. Aber dieses Spiel des Sadisten mit dem Masochisten und vor allem dann dieses, Der Sadist merkt langsam, dass er einen Masochist vor sich hat und hat keinen Spaß mehr daran, sadistisch zu sein, während Bill Murray wirklich einer abgeht. Ja,
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Es ist unglaublich.
Johannes Franke: Absoluter Wahnsinn. Die gehen echt voll all in. Mit 200 Prozent. Es ist toll.
Florian Bayer: Es ist eine komplett irrelevante Szene für den Film. Ja,
Johannes Franke: total.
Florian Bayer: Es ist eine fantastische Szene. Bill Murray als Masochist, der beim Steve Martin, dem sadistischen Zahnarzt ist. Ah,
Johannes Franke: schön. Und ich finde, Steve Martin hat so ein wahnsinnig gutes Timing. Weil der, als er am Anfang das erste Mal mit seinem Motorrad. Und so weiter, wir noch nicht gesehen haben, dass er der Dentist ist. Ja. Und er das irgendwie vorbereitet. Er da so langsam reinkommt und dann die Tür aufmacht. Und dann reißt er sich die Klapphaut. Und singt los. Und ich bin so überrascht und ich finde es so geil. Und er hat so ein gutes Timing dafür. Es ist toll.
Florian Bayer: Du siehst ja vor allem am Anfang diesen Rocker, diesen coolen Typen mit Lederjacke, der seine Freundin prügelt, der auf dem Motorrad fährt, Das auch vor diesem komplett unglaubwürdigen Hintergrund ist. Fantastisch. Und dann ist es aber der Zahnarzt.
Johannes Franke: Und dann denke ich, ja, Da hat jemand Angst vor dem Zahnarzt gehabt und dann ist voll ausgeschlachtet.
Florian Bayer: Und ich kann es voll nachvollziehen. Und das sind die schlimmsten Szenen in diesem Film. Die Zahnarzt-Szene. Ich leide mit. Ich sitze da wirklich und denke, oh, ich will das nicht sehen.
Johannes Franke: Deswegen heißt das Ding der kleine Horrorladen. Eigentlich nicht wegen der Pflanze, sondern wegen des Zahnarztes.
Florian Bayer: Wir haben hier übrigens auch, um das Kurz am Rande zu erwähnen, Einen Cameo-Auftritt von der Tochter von Jim Henson, die nämlich als Zahnarzt-Patientin auftaucht. Mit einem riesigen Gestell im Gesicht. That's the daughter of Jim Henson.
Johannes Franke: Verstehe.
Florian Bayer: Hollywood. Alle haben Spaß daran, ihre Familie mit reinzubringen.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Aber bei unserem tollen, sollen wir trotzdem noch mal kurz auf unseren Protagonisten zurückkommen, der natürlich im Mittelpunkt steht, wenn er versucht, Audrey Groß zum Audrey 2 groß zu machen. Und dann haben wir den Song, den du am Anfang wirklich wunderschön intoniert. hast, In deiner speziellen, muss man sehen, Variante Grow for
Johannes Franke: Me
Florian Bayer: Melancholisches Stück Ja, ein albernes, melancholisches Stück, weil ja, Wir wissen ja, worauf es hinausläuft.
Johannes Franke: Es ist so, das ist das Stück, was mir auch zusammenfasst, was dieser Film so für ein Verhältnis zum amerikanischen Traum hat. So dieses, dieses, I've given you sunlight, I've given you rain, Ich hab dir alles Mögliche gegeben. Ich mach hier alles, was ich irgendwie kann, Leute. Mehr kann ich nicht, außer jetzt noch meinen Finger auszubringen. Jetzt kommt das Blut. Und das fleischfressende Monster, das blutsaugende Monster quasi zu füttern. Und das ist so diese Allegorie auf den amerikanischen Traum. Eigentlich geht's nicht. Eigentlich ist das völliger Quatsch, was Ihr mir erzählt, was ich mit harter Arbeit machen kann. Eigentlich kann ich es nur machen, indem ich mich korrumpiere.
Florian Bayer: Ja, und dann... Und gleichzeitig sagst du damit aber, dass die ganz doll schuld daran sind, Weil Die Pflanze wird ja erst zum Monster dadurch, dass sie von Seymour gefüttert wird.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Würde Seymour sich nicht die Finger abhacken, quasi, um der Pflanze Blut zu geben, Dann würde sie nicht zu diesem Monstrum heranwachsen, dass sie dann innerhalb kürzester Zeit ist.
Johannes Franke: Das ist halt das Konzept des Kapitalismus, sagen wir so. Feed me, Feed me.
Florian Bayer: Es ist großartig, auch von diesem ersten Feed me, wenn Sie wirklich so als kleine Pflanze, Es gibt verschiedene Größen von der Pflanze, wie sie dann schließlich zu diesem ausgewachsenen Soul-Sänger wird. Und aus dem Feed Me ein Feed Me wird.
Johannes Franke: Kriegst Du diese wahnsinnige Grow-Szene, Wie das Ding da sitzt in dieser kleinen Dose, und dann gibt es diese Beulen in dieser Dose. Und dann fängt das Ding an, zu wachsen. Und ich denke, fuck, wie haben Sie das gemacht? Es gibt kein CGI in diesem Film. Sondern es ist nur Puppetry. Wie zur Hölle ist diese Pflanze gewachsen? Ich sag's dir. Forced Perspective. Nein.
Florian Bayer: Schon wieder Forced Perspective. Hatten wir letzte Woche. Hatten wir über 80er Jahre Special Effects geredet.
Johannes Franke: Die haben es tatsächlich geschafft, die Kamera so aufzustellen, dass man nicht sieht, dass die Pflanze gar nicht in dieser Dose drin ist, sondern die ist dahinter.
Florian Bayer: Oh, ja.
Johannes Franke: Und dann haben Sie diese Dose, ist natürlich keine Metalldose, sondern irgendwie aus Gummi. Und dann haben sie diese mit so Mechatronics, die Beulen reingemacht und hinter dieser Dose die Pflanze langsam ran. geschoben, sodass sie größer wirkte nach und nach.
Florian Bayer: Das sieht so geil gut aus. So präzise sein, damit das vernünftig funktioniert. Unglaublich.
Johannes Franke: Und ich denke mir, scheiße, ich habe keine Ausrede mehr, ich muss einen Film machen. Das ist die einfachste Methode überhaupt. Ich muss sie nur ordentlich machen.
Florian Bayer: Aber da hast du auch wirklich lange Erfahrung mit sowas. Ja, natürlich. Und das sind alles, Die wissen, wie Sie Puppen mit Kamera positionieren, wie sie Puppen vor Kamera bewegen, ohne dass irgendwas auffällt.
Johannes Franke: Ja, Wahnsinn. Absoluter Wahnsinn.
Florian Bayer: Total krass.
Johannes Franke: Echt. Und es sieht so gut aus.
Florian Bayer: Und dann natürlich die ausgewachsene Pflanze als Monster. Ist natürlich das Beeindruckende.
Johannes Franke: Die man zwei Tage lang brauchte, um diese zu bewegen. Wenn man Sie von irgendwo nach irgendwo bewegen muss, ist es zwei Fucking Tage.
Florian Bayer: Und dann nochmal, ich war erstaunt, Wie wenig die Pflanze tötet. Ich meine, Es gibt zwei Opfer, die die Pflanze hat. Einer ist schon tot. Nämlich...
Johannes Franke: Der Zahnarzt?
Florian Bayer: Oren? Der hat sich selbst über den Jordan geschickt und wird dann von Seymour zerhackt. In einer geilen Szene übrigens. Auch diese Reaktion, wenn Seymour auf ihn einhackt. Das ist super gut gemacht. Man weiß natürlich, dass sie es auch machen. Sie können nicht Seymour zeigen, wie er einen Menschen wirklich zerhackt. Nein. Das wäre zu viel. Auch wenn sie nachher die Körperteile haben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann der zweite, den sie umbringt, ist halt Mr. Muschnik.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist gar nicht so ein blutrunstiger Film. Also, es sei denn, Wir nehmen nachher das Ende.
Johannes Franke: Genau, das Ende, vielleicht noch. Ja.
Florian Bayer: Aber ansonsten ist da wenig. Mord und Totschlag drin. Und auch Seymour wenig der Mörder und Totschläger, sondern naja, der ist halt, Er füttert die Pflanze einmal mit einer Leiche, und er guckt einmal zu, wie sie sich den zweiten schnappt.
Johannes Franke: Und ich glaube, das ist für den Film eine gute Wahl. Also in dem Musical kann ich mir vorstellen, dass man das mehr macht. Da kann ich mir sogar vorstellen, dass man da eigentlich eine Art Rough Cut braucht von ganz vielen Mordopfern. Ich hab eigentlich erwartet,
Florian Bayer: ich hätte schwören können, dass es diese Szene gibt. Wo noch zwei, drei andere Leute drauf sind.
Johannes Franke: Ja, man erwartet das so ein bisschen. Aber ich glaube, das Film kann sich das nicht leisten. Genau aus dem gleichen Grund, warum er sich das Ende nicht leisten konnte, Was dann eben umgeschnitten wurde. Nämlich, es liegt daran, was Oz dann auch später gesagt hat selber. Auf der Bühne hast du A, als Publikum sowieso einen Abstand zu den Figuren, weil du keine Nahaufnahmen hast. Von Tränen, von Emotionen und so weiter. Du hast diese Verbindung, die Baust du anders auf. Ich würde gar nicht sagen, dass es weniger Verbindung ist, Aber es ist eine andere Verbindung.
Florian Bayer: Es ist eine andere Art von Kartrage. Du weißt, es ist mehr Außen, anderes Außen.
Johannes Franke: Außerdem kommen die toten Schauspieler, also nicht die toten Schauspieler, Die Toten Figuren, Die Schauspieler kommen am Ende des Abends und verbeugen sich. Du hast eine andere Verbindung dazu. Du hast ein anderes Gefühl dafür. Das muss so nicht sein. Und ich glaube, dadurch, dass du so eine enge Verbindung mit Rick Moranis hast, der darf nicht morden, Der darf nicht so viel dafür verantwortlich sein, dass so viele Leute umkommen, sondern es muss alles Unfall sein. Und wenn da zu viel Blut fließt, dann kann man ihn nicht mehr mögen. Ja,
Florian Bayer: der Film setzt ganz stark darauf, Auch im Gegensatz zum 1960er-Film, dass du eine Sympathie mit der Hauptfigur empfindest. Das heißt, du der Hauptfigur wenig moralische Fragwürdigkeit. Anlasten kannst. Und dann natürlich auch, Und das hebt die Hauptfigur auch hoch, dadurch, dass die Liebesgeschichte mit Audrey einst, sehr ausführlich erzählt, wird. Zum einen haben wir mehrere Songs, in denen das vorkommt, Ihre Sehnsucht und dann auch ganz konkret ihre Sicht ineinander verlieben.
Johannes Franke: Und wie findest du den denn? Es ist ein schöner Song,
Florian Bayer: auch trotz der Eiswürfel.
Johannes Franke: Ich liebe diesen Song. Es ist einer meiner absoluten Lieblingssongs, was so ein Musical groß ist. Musical, Pathos Musical betrifft, Weil der so drüber ist, weil der so eine ironische Überhöhung hat und ich ihn ironisch lieben kann. Und gleichzeitig liebe ich ihn total. unironisch. Das ist so ein Widerspruch, den ich in mir trage, die ganze Zeit mit diesem Song, den ich total geil finde. Das ist ein Song, das hinkriegt.
Florian Bayer: Ich muss ja sagen, der Song, der da vorkommt, somewhere That's Green, den mag ich mehr. Der ist auch toll, ja. Ich bin grundsätzlich gar nicht so ein Fan von Musical-Balladen. Immer wenn wir über Musicals reden, mache ich die Balladen schlecht. Ich finde, somewhere, that's Green funktioniert so gut, weil es diese übersteigerte Sehnsucht ist. Wir haben diese Frau, die von ihrem Freund verprügelt wird. Und wir haben diesen sehr hilflosen Arbeiter im Blumenladen. Und wir haben eigentlich das Gefühl, die können nicht zusammenkommen. Und da gibt es keine Zukunft. Die werden weiter so leben, wie sie leben. Und dann gibt es diese ultra übertriebene Fantasie von ihr. Dieses spießige Haus mit Vorgarten, Das Grün drumherum. Und es wirkt alles wie im Traum. Und gleichzeitig wie aus einem kitschigen Traum, den sie in irgendeiner Zeitschrift bei irgendeinem Friseur aufgeschnappt hat.
Johannes Franke: Genau, das ist eine Zeitschrift, Das ist so krass. Und dann auch noch die Plastikbezüge auf dem Sofa. Ich find's so hart.
Florian Bayer: Und dann die Kinder, die sie sich vorstellen. Sie haben einen Jungen, der wie Rick Moranis aussieht und eine Tochter, die aussieht wie Alan.
Johannes Franke: Das ist toll.
Florian Bayer: Und dadurch komme ich mit dieser Ballade so gut klar, weil ich merke, dass diese Kitsch... Kommt nicht von dem Setup des Films, sondern dieser Kitsch kommt aus ihr heraus. Das ist Ihre Wahrnehmung des Glücks und seine Wahrnehmung des Glücks. Und dadurch funktioniert das ziemlich gut. Und bei Suddenly Seymour ist es auch noch da. Aber ich finde bei Somewhere that's green, finde ich es ein bisschen stärker, weil es noch ein bisschen überhöhter ist.
Johannes Franke: Und ich glaube, Auch hier geht der Film Volle Kanne in diesen amerikanischen Traum rein. Ja. Alle, die dieses Plastiksofa haben, wissen, dass das nicht so geil ist.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Das ist eigentlich nicht so.
Florian Bayer: Und es ist das, worüber man sich eigentlich sonst lustig macht und was Filme als Dystopie erzählen, nicht als Utopie.
Johannes Franke: Richtig. Und hier ist es halt umgedreht. Und deswegen verstehen wir total und sofort, was gemeint ist. Es ist so großartig.
Florian Bayer: Ich habe vorhin ja schon Tim Burton gesagt, wir haben der mörderische Friseur, Barbier.
Johannes Franke: Verdammt, Jetzt fällt mir der nicht ein. Fleet Street, der Barbier der Fleet Street, heißt der, aber nicht.
Florian Bayer: Es ist ein Name.
Johannes Franke: Es ist ein Name. Scheiße.
Florian Bayer: Wollen wir noch kurz über... Ja. Wollt Ihr zuhören, wie wir live überlegen oder wollt Ihr jetzt hören, wie ich tippe? Ganz schnell und um auf den Film zu kommen. Ich habe schon Tim Burton, und jetzt muss ich kurz seine Filmografie einmal angucken. Und dann habe ich Sweeney Todd.
Johannes Franke: Sweeney Todd.
Florian Bayer: Bei Sweeney Todd haben wir auch so eine Szene. Und zwar, wenn die, die Halt immer in seinen Filmen spielen, Helena Bonham Carter für Johnny Depp Ein Song singt und sagt, Sie werden glücklich zusammen. Und dann sind sie auch in dieser kitschigen, Grünen Wieso unterwegs und haben... Ein Picknick zusammen. Und Johnny Depp wirkt die ganze Zeit total genervt davon. Und so irritiert, weil er das Gefühl hat, dass er da nicht reinpasst in dieses Szenario.
Johannes Franke: Er ist vor allem einfach apathisch vor sich hin scharrend. Das ist es.
Florian Bayer: Es ist ähnlich. Und das mag ich. Also dieses bewusste Spiel mit Kitsch in so einem Musical. Weil Musicals haben per Se einen Hang zum Kitsch und eine sehr dichte Nähe zum Kitsch. Und dann diese ironische Brechung durch radikale Übertreibung, was wirklich schwierig ist. Und was zum Beispiel Tim Burton nicht so gut gelingt, Aber hier gelingt es, ihm das trotzdem zu wünschen.
Johannes Franke: Ja, voll. Ich will,
Florian Bayer: dass sie glücklich wird, in dem Moment. Es gibt ein emotionales Attachment, das ich habe, obwohl ich ihren Traum nicht nachvollziehen kann, Ihren Traum nicht teile. Sehe ich, was das ist, kann verstehen, Woher die Sehnsucht kommt, weil Sie lebt in einer Fucking abusive Relationship. Und die hat echt ein schweres Leben, da in Skid, Row und sage, ja, es hat. Trotz dieser ganzen ironischen Brechung, hat es einen wahren, emotionalen Kern.
Johannes Franke: Total, absolut. Ja, das ist besonders tragisch, glaube ich, Auch durch diese Überhöhung, Durch diese Plastikweltüberhöhung wird es besonders tragisch, weil das ist das, was Sie sich als Wunsch vorstellen kann, das ist das Beste, was Sie sich vorstellen kann. Genau. Meine Güte. Das ist,
Florian Bayer: So weit reicht deine Fantasie und das liegt nicht daran, dass du dumm bist oder dass du fantasielos bist, sondern das liegt einfach daran, dass du so eng eingeschlossen bist, da, wo du jetzt lebst.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: So ein hässliches Sofa im Vorort, Das ist schon das absolute Glück.
Johannes Franke: Sie haben sich übrigens mehr oder weniger einen Nummer-eins-Hit verbaut, in dem sie nicht Suddenly Someone, sondern Suddenly Seymour machen. Damn it! Sie haben überlegt, das zu ändern, Suddenly Someone, Weil man das viel mehr auf alles beziehen kann. Und dann ist das im Radio für jeden irgendwie zugänglicher. Und Suddenly Seymour hat das zu sehr personalisiert, sodass man da nicht mehr so reinkommt. Und dann ist das zu sehr auf den Film gemünzt. Ja. Aber ich bin auch froh, dass sie es nicht gemacht haben, weil Suddenly Seymour passt viel besser, natürlich.
Florian Bayer: Ja, ES ist, ja, es passt einfach. Es ist ja auch einfach ein Song für diesen Film. Es ist auch kein Song, den ich mir anhören würde, wenn ich das nicht in diesem Filmsetup hätte. Da wäre ich, glaube ich, eher genervt, davon.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ob wir jetzt zu deepcuttig werden, Aber hast du ein Gefühl dafür, was Sie mit Ihrer Stimme macht? Weil sie hat ja dieses Lispelnde und dann, wenn Sie singt und wenn Sie leidenschaftlich wird. Dann bekommt sie plötzlich eine Qualität an Stimme, die da absolute Hammer ist. Ich finde, dass sie musikalisch die Beste in diesem Film auf jeden Fall, Aber vielen anderen überlegen ist, die ich sonst in Musicals auch liebe. Sie ist richtig, richtig, richtig gut, gesanglich. Ja. Und das holt sie nicht. nur... Nicht nur für die Figur raus, sondern auch einfach musikalisch, weil sie es drauf hat. Und weil das da auch in der Leidenschaft und in dem, was sie da will. Und diesem Drängen sehr viel Raum gibt. Ich finde das toll, was Sie mit ihrer Stimme macht.
Florian Bayer: Es ist total Krass, und das sind natürlich auch zehn Jahre. Bühnenerfahrung, die da raussprechen. Und sie hat diesen Song, du hast vorhin eine Zahl, Wir haben tausende Male gespielt.
Johannes Franke: Ja, ja, 2200 irgendwas.
Florian Bayer: Ja, es ist schon krass, Es ist sehr beeindruckend. Und doch sind die folgenden Pflanzen-Songs Von Seymour 2 sind meine Lieblingsstücke. Von Audrey 2 sind meine Lieblingsstücke im Film, Egal ob Supper Time oder die mean Green Mother from Outer Space oder auch Beat Me. Es ist einfach, die Pflanze ist dann einfach geil und die Pflanze ist dann einfach der Star, Auch wenn sie sich nicht bewegt, auch wenn sie sich nicht vom Platz bewegt. Und auch wenn sie nur zwei Leute killt, nee, einen Killt und einen so frisst, ist die Pflanze einfach der Star. Und man fragt sich Die ganze Zeit, kommen nämlich jetzt auch so dazu. Warum?
Johannes Franke: Warum macht Sie das,
Florian Bayer: Die Pflanze? Wie schafft es eine Pflanze, wenn Sie so klein ist, schon die Aufmerksamkeit? Wie ist das möglich, dass so viele Menschen plötzlich in diesen Laden wollen? Und dass tatsächlich dieses ganze Szenario von Stardom wahr wird. Wegen so einer hässlichen, Entschuldigung, Hässlichen, kleinen und dann größeren Pflanze?
Johannes Franke: Es gibt so viele Leute, die begeistert sind von Pflanzen. Du bist einfach in der falschen Bubble unterwegs.
Florian Bayer: Das könnte gut möglich sein. Ich sehe diese Pflanze und denke so, ah, okay. Ich meine, ich sehe die Pflanze, wenn Sie sich bewegt, wenn Sie frisst und so weiter. Das wissen wir nicht, Das ist seamores Geheimnis. Das stimmt. Und denke, geil. Aber wenn Sie einfach da kopfhängend im Laden steht, denke ich, jo. Ist halt einmal eine langweilige, kleine Pflanze und einmal eine langweilige große Pflanze.
Johannes Franke: Einzige Exemplar seiner Sorte. Das ist der Hammer. Absoluter Wahnsinn. Ja.
Florian Bayer: Aber Gott sei dank, darf sie singen und dann hat sie mich auf ihrer Seite. Ja, ja, ja.
Johannes Franke: Übrigens, Ashman selbst lehnte die Bezeichnung Camp. Für sein Werk sehr ab. Er sagte, Camp hat eine Fiese Seite, während der kleine Horrorladen. Ein Märchen ist, das das Publikum bittet, seine Charaktere zu lieben. Er verlangte von seinen Schauspielern Authentizität und warnte sie davor, in Karikaturen zu verfallen. Ich finde das einen guten Punkt, der auch in diesem Film total rauskommt. Das wichtige ist, dass die Schauspieler auch wenn sie eine bestimmte Art und Weise zu spielen haben, die überhöht ist. Sie nehmen ihre Rollen ernst und ihre Beziehungen ernst. Und das ist total wichtig für unsere Beziehung zu ihnen. Weil sonst würden wir da nicht reinkommen. Sonst würden wir auch nicht für sie routen, so sehr. Sonst würden wir auch sagen, naja, ob die jetzt zusammenkommen oder nicht, ist mir egal. Aber dadurch, dass sie das so ernst nehmen und wir das auch für sie wollen.
Florian Bayer: Es ist so witzig, weil es ist halt trotzdem drüber. Es hat auf jeden Fall diesen Camp-Kitsch-Aspekt. Aber es bleibt dabei, dass ich sage, es sind Emotionen, die ich nicht teilen kann. Und Emotionen, die irgendwie merkwürdig sind, teilweise, aber, die ich soweit verstehen kann, dass ich absolut dafür bin, dass sie es schaffen und dass sie drüber entmerken. Und das ist dann ja auch offensichtlich das, was das Testpublikum empfunden hat, als sie diesen Film vorgeführt haben. Weil wir kommen relativ früh schon zu diesem Scheideweg von den zwei Enden.
Johannes Franke: Relativ früh, Sieben Minuten, Zwölf Minuten vor Ende.
Florian Bayer: Ja, aber es fühlt sich früher an. Nachdem Muschnik gefressen wurde, nachdem Audrey entführt wurde. Und dann ist das Publikum, Die Personen in dem Film sind dem Publikum ans Herz gewachsen. Und dann kriegt das Publikum. Bei der Testaufführung, kriegt es ein Ende vorgesetzt, Wo
Johannes Franke: Audrey, Ja, Audrey, die die ganze Zeit schon geschunden wurde, den ganzen Film über.
Florian Bayer: Und dann ist diese Audrey wirklich hart von der Pflanze gebissen worden, liegt in Seamores Arm, gibt nochmal so ein Reprise von Something West Green, weil sie nämlich sagt, wunderbar, sie können für immer zusammen sein, wenn er Sie jetzt, weil sie sowieso stirbt, an die Pflanze verfüttert,
Johannes Franke: dann wird sie im Grünen sein.
Florian Bayer: Und dann macht er das. Und jetzt sind wir nämlich beim Unterschied, dann haben wir einmal das Kinoende, wo Seamores sie rettet, wo das nicht passiert, und wo wir dann noch einmal diesen Moment haben, übrigens das, was ich wirklich am originalende schätze, das ist einfach das Jim Belushi. Da ist.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Dass der noch seinen Gastauftritt kriegt. Mr. Bluesbrother, Der Dan Aykroyd hat auch einen Auftritt. Gastauftritt als Radiomoderator. Und dann gibt's eigentlich ein klassisches Fantasy-Science-Fiction- Ende, nämlich der Kampf gegen die Pflanze, der Sieg über die Pflanze und es gibt das Happy End im Grün. Nicht so in dieser Test... Nicht so in dieser Version des Endes, dass dem Testpublikum aufgesetzt wird. Audrey wird verfüttert. Wir kriegen diesen großartigen Song in beiden Versionen, wo noch einmal die Pflanze sagt, wer Sie eigentlich ist, nämlich eine böse Mutter aus dem Weltall. Und sie will fressen.
Johannes Franke: Das ist eine absolute Katastrophe bei den Testaufführungen.
Florian Bayer: Der Seymour wird gefressen.
Johannes Franke: Der Seymour wird noch gefressen und die Pflanzen übernehmen, Wie gesagt, die Weltherrschaft. Und die Leute... Die den ganzen Film über total begeistert waren und dabei waren und gelacht haben und applaudiert haben. Und so weiter in den Testvorführungen, geben plötzlich ein Rating von 13% Empfehlungsrate. 13%! Du brauchst mindestens 50%, um vom Studio gesagt zu bekommen, okay, das ist ein okayer Film, den könnt Ihr veröffentlichen.
Florian Bayer: Dann können wir sagen, diese Idioten in San Jose, Die haben uns den Film vermasselt. Aber nein, die haben das in L.A. Auch probiert.
Johannes Franke: Ganz genau, die haben noch mal eine Testvorführung gemacht.
Florian Bayer: Und dann in L.A. Haben die auch gesagt, das stings.
Johannes Franke: Die Zeit war noch nicht so weit.
Florian Bayer: Diese Idioten. Und dann Frank Oz, komplett ohne Stolz, hat gesagt, ja, okay, ich hab's verstanden. Wir haben hier 5 Millionen Dollar ausgegeben, Ich hab's verstanden. Ich weiß es nicht. Kudos, dass er so aufs Publikum reagiert.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Oder Schande, Schande, Schande.
Johannes Franke: Es hat, was mit dem Studio auch zu tun. Du machst da einen Film mit Sweat und Blut. DU musst... Den irgendwie so weit kriegen, dass das Studio sie noch wirklich veröffentlicht. Eine Empfehlungsrate von 13%, wo 13% Der Zuschauer sagen, ja, würde ich meinem Freund empfehlen. Damit kannst du nicht rausgehen als Studio.
Florian Bayer: Ja, so hat Ossi auch gesagt. Natürlich waren wir ein bisschen unglücklich, damit. Wir wollten eigentlich ein anderes Ende, aber wir haben es verstanden. Wir wollten diesen Film releasen und der Film war ein guter Film.
Johannes Franke: Ich finde, das Ende ist leider ein kleines bisschen zu kurz. Er hat sich zu wenig dafür Zeit genommen. Also ich meine, Natürlich haben sie toll viel Aufwand betrieben und das ist wahnsinnig interessant. Schaut euch. Die beiden Enden Back to Back an, weil das eine mit dem anderen verschnitten ist. Und man sieht, Was haben Sie aus dem Original gerettet und was haben Sie neu gedreht und wie haben Sie es zusammengebracht. Und es gibt Leute Da draußen, die sagen, Na, sieht man voll, der Kanne, Das ist doch ein Nachdreh.
Florian Bayer: Nein, nein, nein.
Johannes Franke: Ich finde überhaupt nicht, dass man das sieht. Es ist so gut gemacht. Es ist toll zusammen verheiratet und es sieht gut aus. Ich finde aber, dass Sie ein bisschen... Gewascht haben. Also, es ist ein bisschen zu schnell. Das Ende. Ja,
Florian Bayer: das ist es. Das stimmt. Das ist so ein großes Kampf gegen das Monster-Finale, das sehr schnell. Ein Kampf, der sehr schnell vorbei ist.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Ich gehe einfach so auf das Original-Ende. Das Ende in der Tester-Stion. Das, zu dem das Publikum gesagt hat, das finden wir doof, das wollen wir so nicht. Ich finde, es passt alles. Ich finde auch diese tragische Romantik der Audrey, die sich verfüttern lässt. Das ist so ein toller Moment. Und es ist so eine tolle... Es passt auch so zu der Figur. Es zeigt nämlich diese Vision, die sie hat von einem glücklichen Leben, wie die sowieso so übersteigert, ist, dass so ein bisschen was davon zu kriegen in der Art, Das passt einfach zusammen.
Johannes Franke: Aber es bedrückt mich schon um die Figuren. Ich wäre eine dieser Leute gewesen im Testvorführungen, die gesagt hätten, Netter Film, Aber könnt ihr nicht, bitte ein Happy End bekommen?
Florian Bayer: Ich glaube, ich nicht. Ich glaube,
Johannes Franke: ich referiere für das tragische Ende.
Florian Bayer: Ich fühle mich total wohl mit dem tragischen Ende. Ich finde das auch nicht schlimm. Ich finde auch Audrey, Es ist ein Moment des Glücks und es ist ein Moment des Zusammenseins von Audrey und Seymour. Das ist das Entscheidende und das Wichtige für das Ende.
Johannes Franke: Ich verstehe es total. Ich will auch der Coole Filmemacher sein, der sagt, nein, nein, Das Original ist viel geiler. Aber ich muss ehrlich zu mir selbst sein, Ich bin der Hollywood-Typ. Ich muss es einfach zugeben.
Florian Bayer: Deswegen machen wir diesen Podcast.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Aber auch, Ich finde das Theatrical end, finde ich okay. Ich sage nicht, das wird ein schlechter Film, dadurch. Ich sage auch nicht, das ist eine Nullnummer. Ich sage auch nicht, das ist ein fauler Kompromiss. Das ist absolut okay, weil die Art, wie Sie dieses Happy End inszenieren, mit diesem absurden Traumgrün, Das hat dieses Traumhafte. Das passt zu dem Szenario. Es ist nicht das Happy End. Im Hollywood-Film, Wo dann wirklich alle glücklich sind. Und alles ist auf dem Rücken der Realität. Sondern es bleibt dieses Vage Gefühl, Ist das vielleicht doch nur ein Traum?
Johannes Franke: Ja, und man sieht die kleine Pflanze dann nochmal.
Florian Bayer: Ja, das ist aber eher so.
Johannes Franke: Aber das hilft, dem Ganzen die Möglichkeit des anderen Endes zu geben. Es gibt so ein kleines Überleben des anderen Endes. Ja,
Florian Bayer: ein kleines bisschen. Aber wir haben diese Geile Apokalypse, die ja auch Spaß macht. Es ist ja auch, Das originale Ende ist ja auch so, Das verstehe ich auch nicht, Warum das Publikum das Doof fand. Wir sind voll auf der Seite von Audrey 2 in dem Moment, weil das einfach Spaß macht. Diese Pflanzen sind ja nicht einfach. Zerstörerische Monster. Diese Pflanzen haben verdammt viel Spaß dabei, die Welt untergehen zu lassen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich will die Party mitfeiern.
Johannes Franke: Ich glaube, was ich auch noch besser finde. An dem anderen Ende, an diesem weltzerstörerischen Ende, dass es Konsequenter ist. Weil dieser faustsche Pax... Um mal Hochtrabend zu werden.
Florian Bayer: Normalerweise bin ich dafür verantwortlich. Also. Achtung, Klugscheißer Jingle bitte.
Johannes Franke: Scheiße.
Florian Bayer: Die Bugscheißen mit Johannes.
Johannes Franke: Also dieser Pakt, den Rick Moranis, also Seymour, eingeht. Ich will den Ruhm, Ich will die Liebe, ich will die Macht und ich will aus diesem Scheiß hier rauskommen. Der Faustschepakt, den er macht, Der muss ja zu Ende gedacht werden und der geht einfach nicht gut aus. Wenn man sich den Faust anschaut. Wie ihn Goethe geschrieben hat und festgeschrieben hat, der darf nicht anders enden. Ja, wie auch immer. Aber wie soll das gut ausgehen?
Florian Bayer: Der Kapitalismus, der zum Monstrum wird.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Durch die Arbeiterschaft, die sich zu sehr mit dem Traum vom Tellerwäscher zum Millionär verbindet.
Johannes Franke: Weil dann auch bedeutet, dass Seymour davonkommt mit diesem Scheiß, mit diesem Ding, mit diesem Traum und mit diesem, Ich gehe den Pakt mit dem Teufel ein. Und und dieses Davonkommen finde ich eigentlich nicht gut. Es ist bloß emotional, das bessere Ende für mich, weil ich bei den beiden sein will und will, dass die gewinnen. Aber naja. Ich glaube,
Florian Bayer: diese Interpretation ist mir in dem Moment scheißegal. Ich finde tatsächlich, emotional bin ich näher am zweiten Ende. Zum einen, weil ich diese Tragik total bewegend, finde. Das hat, was Katastrophes.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Zum zweiten, weil ich vor allem Spaß habe, mit diesen Pflanzen.
Johannes Franke: Ja. Die haben eine riesige Party. Es ist der Wahnsinn. Der Typ, der das gemacht hat, als Sie diese Extended Version, die den Director's Cut rausgebracht haben, Was ja viel, viel später passiert ist, war der Typ, der das gemacht hat, dessen Name mir Leider nicht...
Florian Bayer: Brian Farren?
Johannes Franke: Ah, sehr schön, danke. Der hat, der war schon recht alt, dann. Und dieses Teil wurde nie irgendwo veröffentlicht. Er hat 5 Millionen Dollar in den Sand gesetzt und es ist ein riesiges... Meisterwerk eigentlich, dieses Teil. Das ist so geil.
Florian Bayer: Das ist das Ende des Musicals, auch um das dazu zu sagen, das Musical geendet hat.
Johannes Franke: Ja, und das dann nicht zeigen zu können, hat oz natürlich auch das Herz gebrochen. Und er war total glücklich, als er dann gehört, hat, dass das Studio eben diese originäre Version einmal rausbringen möchte. Und es hat ihn so befriedigt, dann diesem Künstler nochmal sagen zu können, guck, Wir haben es noch. Es dürfen die Leute jetzt endlich auch sehen, was für einen Krassen Scheiß du da gemacht hast. Und der war schon recht alt und so. Und deswegen ist es nochmal ein schöneres Ding.
Florian Bayer: Es ist total beeindruckend. Und sie mussten wirklich einiges an Restaurierungsarbeit machen. Ja, ja, ja. Wir hatten da so ganz miese Versionen davon. Es war offensichtlich schwarz-weiß oder so.
Johannes Franke: Ich weiß nicht genau.
Florian Bayer: Aber sie mussten einiges einsetzen, und es ist gut, dass sie das Ende gerettet haben. Ich weiß, dass dieses Ende ganz lange so als Urban Legend herumgegeistert ist. Und ich weiß, wie gesagt, Ich habe Fetzen davon gesehen und dachte nur, das ist geil, Ich will das komplett sehen. Und ich finde die sieben Minuten auch nicht so lange. Ich finde es gut. Und das liegt halt einfach daran, dass das dieser Moment ist beim Musical. Wenn alle nochmal, Und das ist anders als beim klassischen Musical, wenn alle nochmal auf die Bühne kommen, nochmal einen großen Song singen, wenn alle nochmal Spaß haben, Alle feiern und sich anschließend vom Publikum verbeugen. Und das sind die Wichtigen. Dann doch. Das sind die Pflanzen. Das sind die, die Party machen, Die Spaß haben. Verbeugung vom Publikum ist dann, wenn wir ganz am Schluss diese Leinwand sehen. Und die Pflanze, die wirklich rauskommt, aus der Leinwand, die die Leinwand zerreißt, um uns zu fressen.
Johannes Franke: Sehr schön.
Florian Bayer: Das ist einfach eine riesige Party.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau.
Florian Bayer: Und ich sehe diese Notwendigkeit, dieser Wunsch nach einem Happy End. Und wie gesagt, das ist ja auch irgendwie ganz nett und ganz schön. Aber ich will die Party. Der ganze Film ist eine Party. Der Film ist eine böse, gehässige Party. Warum soll das am Ende was anderes werden? Trotz der Romantik. Die ist trotzdem da. Die bleibt auch da.
Johannes Franke: Kannst du das mit Rocky Horror Picture Show vergleichen? irgendwie? Kannst Du sagen, welcher der bessere Film ist oder so?
Florian Bayer: Ich mag Rocky Horror Picture Show. Deutlich lieber. Also, wenn ich sagen würde, Meine Top Two von Musicals, 80er Jahre Musicals, die inspiriert sind von Campy, 60er Jahre, Filmen. Auf jeden Fall Rocky Horror Picture Show, ganz klar auf Platz 1. Das spricht aber nicht gegen diesen Film. Es ist einfach, Rocky Horror Picture Show spricht mich mehr an, weil es vielleicht ein bisschen Wilder ist, Vielleicht auch ein bisschen, weil es ein bisschen sexueller ist, weil ich das irgendwie cool finde bei Filmen. Es sind beides großartige Filme, aber Rocky Horror Picture Show ist doch eindeutig mein Favorit. Was würdest du denn sagen?
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ich bin ins Wanken gekommen, als ich den gesehen habe, jetzt nochmal, weil ich ihn wirklich, wirklich toll finde, weil ich so viel darin sehe, was ich liebe. Diese Campiness und auch diese, was du als Werbejingel bezeichnet, hast, so dieses viel zu gut ineinandergreifende, Guck mal, Das wird doch keiner sehen wollen. Klingeling, Ich will es sehen. Dieses Krasse Ding, Ich liebe es einfach, wie sie es zusammengebastelt haben. Ich glaube,
Florian Bayer: Das Pacing, Vor allem in der zweiten Hälfte, ist bei Little Shop of Horrors ein bisschen besser. Der behält nämlich so ein Racing.
Johannes Franke: Ja,
Florian Bayer: absolut. Rocky Horror Picture Show hat ein bisschen Hänger in der zweiten Hälfte. Stimmt. Oder im letzten Drittel, sagen wir mal so. Ja,
Johannes Franke: ja. Im Übergang zum letzten Drittel, glaube ich.
Florian Bayer: Während Little Shop of Horrors eine Dynamik behält bis zum Schluss. Ja. Ich finde die Songs bei Rocky Horror Picture Show eindeutig besser.
Johannes Franke: Das kann ich nicht so sagen. Also, es sind anders und vielleicht, Ich weiß nicht. Die haben dieses...
Florian Bayer: Werden. Ich bin eher der Rock- als der Soul-Typ.
Johannes Franke: Ja, okay, verstehe, verstehe.
Florian Bayer: Das ist wahrscheinlich, das ist wirklich ganz billiger. Musikalischer Geschmack. Also einfach, Ich bin einfach damit groß geworden.
Johannes Franke: Rocky Horror Picture Show ist Party. Der Film Hier hat zu viel balladige Sachen.
Florian Bayer: Ja, das ist auf jeden Fall auch. Das ist schwer zu sagen. Also ich finde, die Top-Songs dieses Films, Die können meiner Meinung nach ohne Probleme mit den Top-Songs von Rocky Horror Picture Show mithalten. Aber genau, es ist ein bisschen zu viel Ballade. Die Party ist hier halt, vor allem am Schluss.
Johannes Franke: Hm.
Florian Bayer: Rocky Horror Picture Show ist vielleicht letzten Endes auch einfach ein bisschen wilder.
Johannes Franke: Vielleicht, ja. Das stimmt. Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Aber wie gesagt, ich würde sagen, ich habe einen eindeutigen Favoriten, Aber das spricht nicht gegen Little Shop of Horrors, Weil allein, dass er sich mit Rocky Horror Picture Show vergleichen kann, IST schon... Ja,
Johannes Franke: ja, ja, ja, ja, absolut. Ah, ich finde es so toll. Ach, ich liebe diesen Film. Wollen wir einfach mal in unsere Top 3 hineingehen? Und dann... Unsere Top 3.
Florian Bayer: Top 3 Immobile Charaktere.
Johannes Franke: Immobile Charaktere. Ja. Charaktere, die sich nicht groß von der Stelle bewegen können.
Florian Bayer: Ich habe jetzt voll den Downer, weil wir haben so viel über die Party und den Spaß gesprochen. Ich habe einfach nur drei Fucking. Deprimierende Filme.
Johannes Franke: Nein, es ist auch schwierig, und ich habe auch deprimierende Filme dabei. Ich gehe aber, ich steige einfach. Nee, du steigst ein. Ich muss einsteigen.
Florian Bayer: Platz 3, Johnny Gattes Gun. Wir haben heute was drüber gesprochen.
Johannes Franke: Autsch.
Florian Bayer: Ein Soldat wird im Krieg so sehr verletzt, Dass er Arme und Beine verliert und sein halbes Gesicht weggesprengt wird. Er kann nicht mehr reden, er kann nicht mehr hören, er kann nicht mehr sehen, Er kann sich nicht mehr bewegen und er liegt im Bett und versucht, irgendwie mit der Außenwelt zu kommunizieren, während er in seinen Träumen so ein bisschen Flucht vor seinen Schmerzen hat. Sehr starker Film von Dalton Trump. Du warst nicht so 100% angetan, davon.
Johannes Franke: Vor allem, weil er zu sehr weh tut. Also ER tut... Echt extrem weh, weil man da so stark drin verschwindet in dieser Tragik dieser Figur.
Florian Bayer: Einer der besten Pazifismusfilme. Ja.
Johannes Franke: Ich hab einen Gegenentwurf dafür. Und zwar auch ein Locked-In-Ding mit Metalling und Taucherglocke.
Florian Bayer: Mein Platz 2 auch.
Johannes Franke: Wirklich? Wie geil. Ich wusste gar nicht, ich hab ihn irgendwann bei einer Classic Sneak gesehen, also einem Überraschungsabend, wo man...
Florian Bayer: Ist der schon Classic?
Johannes Franke: Den haben Sie als Classic gef...
Florian Bayer: Von 2007?
Johannes Franke: Naja,
Florian Bayer: naja. Wir waren mehr als volljährig,
Johannes Franke: dass der rauskam. Ich fand auch, dass das ein bisschen gewagt ist bei einer Classic Sneak. Überhaupt bin ich nicht unbedingt immer einverstanden mit dieser Auswahl, Aber ich gehe da wahnsinnig gerne hin, um mich einfach überraschen zu lassen. Und dann habe ich diesen Film gesehen. War am Anfang total wie Johnny Got Your Gun, God has Gun, wo ich dachte, ach, Gott, will ich das? Fuck, scheiße, Jetzt bin ich da voll drin in diesem Locked-In-Ding. Und dann entwickelt er sich aber viel dynamischer als... Johnny Gottes Gun. Und deswegen bin ich dann nicht ganz so schlimm wieder rausgegangen, sondern viel, viel beschwingter und mit mehr Optimismus.
Florian Bayer: Es ist auch ein realistischer Film, weil er basiert tatsächlich auf der echten Geschichte von jemandem, der die aufgeschrieben hat, in dem er kommuniziert hat mit
Johannes Franke: Blinzeln. Und diese Geschichte, wie er zu diesen Blinzeln kommt und wie er das Buch schreibt. Und so und dann, Ich glaube, vier Wochen später stirbt oder so, nachdem er das Buch veröffentlicht hat. Krass. Jean, Jean, Jean, Jean, Jean Dominique. Bobby.
Florian Bayer: Ja, der war ein groß, Großer Name in der französischen Medienlandschaft.
Johannes Franke: Ja, ehemaliger Chefredakteur der französischen Zeitschrift Elle. Ja. Nach einem Schlaganfall im Lockdown-Syndrom.
Florian Bayer: Toller Film. Du musst gleich weitermachen mit deinem Platz 2.
Johannes Franke: Platz 2 ist bei mir Liebe. Haneke. Auch wieder ein Schlaganfall. Die Frau kann sich nicht mehr groß bewegen. Sie kann sich irgendwann nicht mehr richtig äußern. Und ihr Mann kümmert sich um sie und aufhopferungsvoll. Und und auch ein wahnsinnig guter Film, aber eben auch einfach sehr, sehr schwer.
Florian Bayer: Von Michael Haneke. Wir haben auch drüber geredet im Podcast. Toller Film. Einer der Besten von Haneke. Mein Platz 1, Eraserhead, Das Baby.
Johannes Franke: Okay, okay, ja. Verstehe. Den habe ich übersehen. Der wäre vielleicht auch in die Top 3 gekommen. Ich habe dafür auf Platz 1 Rear Window. Oh ja.
Florian Bayer: Wie interpretieren wir Immobilien?
Johannes Franke: Er kann sich nicht viel bewegen.
Florian Bayer: Hey, dieses Crybaby, Er hat das Bein gebrochen. Er hat Krücken.
Johannes Franke: Er sitzt nur am Fenster und seine einzige Möglichkeit, Sein einziger Kontakt nach draußen ist dieses Fenster. Ja, das stimmt natürlich nicht.
Florian Bayer: Er hat noch im Syndrom weggesprengte Körperteile und ein Monsterbaby.
Johannes Franke: Wir müssen doch so eine Liste mit was Positivem beenden. Das gibt es da wohl nicht.
Florian Bayer: Nehmen wir den Frauenmörder. Yay,
Johannes Franke: positiv.
Florian Bayer: Ja, toll. Cooler Film Auf jeden Fall. Haben wir auch gesprochen. Also, wir haben wieder sehr viele Filme, über die wir schon im Podcast gesprochen haben. Guckt euch diese Filme an. Alles sehenswert. Und hört euch danach die Episoden an.
Johannes Franke: Ja. Hinweis zu Real Window, weil man nicht immer den englischen Titel kennt. Fenster zum Hof von Alfred Hitchcock. Wo einfach jemand da sitzt, nach draußen schaut und einen Mord beobachtet. Und sich denkt, um Gottes Willen, was passiert hier? Und versucht, das Ganze irgendwie zu lösen und rauszufinden, Was passiert, ist. Wir gehen aus unserer Liste wieder zurück in unseren Film. Das war unsere Top
Florian Bayer: 3. Und wir schauen, ob wir noch was zu sagen haben. Der kleine Horrorladen, Eigentlich können wir schon Richtung Fazit springen. Ja,
Johannes Franke: lass uns gleich ins Fazit springen.
Florian Bayer: Willst du einen Vergleich? Ja, ich Fang an, weil dir gibt ja das Schlusswort.
Johannes Franke: Oh, danke.
Florian Bayer: Der, der den Film ausgesagt hat. Ja, es ist halt einfach ein gottverdammtes Meisterwerk. Was soll man dazu sagen? Es ist eines der besten Musicals der Filmgeschichte. Es ist genau die richtige Mischung aus Silliness, Emotionalität, Geilen Songs, Toll gespielt. Es ist alles drin. Verbeugung vor 60er Jahre, B-Movies, Da hat er mich sowieso schon. Aber ein absoluter Muss-man-sehen-Film.
Johannes Franke: Was soll ich dazu noch sagen? Also... Mich hat der Film 100 Prozent. Von der ersten Minute an, von dem griechischen Chor an, der sich da irgendwie durchsingt und uns in eine wahnsinnig gute Stimmung versetzt. Und diese Geschichte einfach auf ganz, ganz eigene Art und Weise, erzählt. Ich glaube, es ist wirklich die perfekte Mischung zwischen Stage und Film. Und das ist sehr selten, dass das jemand mal schafft.
Florian Bayer: Ja. Es ist, also vielen Dank, dass du mir gegeben hast. Es ist so lange her, da ich ihn gesehen habe, dass ich jetzt wieder dachte, ach, ich habe mich neu drin. Verlieben können. Schön. Und vor allem habe ich endlich mal das Ende komplett gesehen. Das echte Ende. Das Ende, das sein sollte. Entschuldigung.
Johannes Franke: Ja, es ist ja auch großartig.
Florian Bayer: Nein, okay. Tatsächlich, Egal, ob Original oder Directors Cut, egal ob kinoende oder original intendiertes Ende, Dieser Film ist sehenswert. Mit allem drum und dran. Also keine Frage. Auch, auch. Auch wenn ich ein Ende präferiere, mit beiden Enden ist das Ding absolut ein Muss-man-sehen-Film.
Johannes Franke: Wir haben bestimmt die ganzen tollen Schauspielleistungen nicht genug gewürdigt und nicht genug abgefeiert. Wir haben Frank Oz bestimmt, auch nicht genug Credit gegeben für all den Fucking Scheiß, den er da macht. Es ist unglaublich. Es ist wirklich, wirklich auf allen Ebenen. Der perfekte Film. Wahrscheinlich einer der besten Filme, die wir je besprochen haben.
Florian Bayer: Oje, Da müsste ich mal gucken, wie meine Liste aussieht. Aber ich glaube, er würde nicht so weit vorne auftauchen. Wie gesagt, hinter Rocky Horror Picture Show auf.
Johannes Franke: Wir haben ja unsere Top-Filme auf unserer Webseite aufgelistet. Und ich überdenke immer wieder meine eigene Liste, meine eigenen zehn besten Filme. Und weiß ich nicht, ob ich den dann reinbringen muss oder nicht. Weil ich sage jetzt sprosspurig, dass es einer der besten Filme ist. Aber dann habe ich wieder andere Filme, wo ich dagegen gehe und sage, na, ja, aber der ist mir mehr wert. Oder der ist mir wichtiger oder keine Ahnung.
Florian Bayer: Deshalb sollten Menschen mehr Top 100 und weniger Top 10 schreiben. Ja,
Johannes Franke: vielleicht. Okay,
Florian Bayer: euch, da draußen, vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank, dass Ihr uns eure Zeit widmet. Ich hoffe, Ihr habt auch ein bisschen Spaß gehabt an der Episode und habt euch auch wieder an dem Film erfreuen können.
Johannes Franke: Ja, nicht nur ein bisschen Spaß, teilt unseren Spaß, also euren Spaß mit uns und schreibt uns, schreibt uns, was wir besprechen sollen, schreibt uns, wie schlimm Ihr unsere Meinung findet. Ja, teilt einfach euch mit, weil wir auch das Gefühl gerne haben, dass wir nicht die einzigen sind, die hier sind. Daran beteiligt sind, sondern dass ihr einfach auch da mit dabei seid. Und wir kriegen das Gefühl auch immer wieder, Wir freuen uns über Spotify-Kommentare, die haben wir immer wieder. Auf YouTube, glaube ich, nicht so wahnsinnig groß. Viele Kommentare, immer mal wieder. YouTube,
Florian Bayer: KOMM rein, Wir sind nämlich ein Podcast. Wir gehören eigentlich gar nicht in diese Gated Community von YouTube.
Johannes Franke: Aber ihr dürft euch gerne bei uns melden und feedbacken und so. Und wir kommen einfach ins Gespräch über die Filme.
Florian Bayer: Ansonsten, wenn Ihr Wissen wollt, was ich, Johannes, Nächste Woche gebe. Bleibt noch kurz dran, Das erfahrt ihr nämlich nach dem Jingle und sonst habt eine schöne Woche. Lasst es euch gut gehen. Bis dahin.
Johannes Franke: Bis dahin. Ciao. Ciao. Und steckt wieder ein, steckt wieder ein. Wer will noch mal? Es geht weiter mit dem nächsten Filmvorschlag von Plur.
Florian Bayer: Aus den
Johannes Franke: 80ern? Schon wieder die
Florian Bayer: 80er? Aus den 80ern heraus. Ach so. In die 90er.
Johannes Franke: Okay. Ein Jahrzehnt. Komm, da hättest du einen größeren Sprung hingerichtet.
Florian Bayer: Und Weg von der Selinas, die wir jetzt bei den letzten beiden Episoden hatten.
Johannes Franke: Oh nein, Wieder ein ernsthafter Kunstwerkfilm von Plur.
Florian Bayer: Wir haben schon Lars von Trier besprochen, aber wir hatten noch keinen richtigen Dogma. 95 Film. Oh. Und ich will dir meinen liebsten. Meiner Meinung nach den besten Dogma 95 Film geben. Aus dem Jahr 1998 von Thomas Winterberg, Das Fest.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Harter Tobak.
Johannes Franke: Hab ich den schon gesehen?
Florian Bayer: Ein wirklich guter Film.
Johannes Franke: Okay. Harter Tobak. Okay, ich hatte gehofft, wir machen dieses Jahr einfach Party.
Florian Bayer: Nee, tut mir leid.
Johannes Franke: Gut, okay.
Florian Bayer: Wir haben die letzten Episoden so viel gelacht. Mit Loriot, mit dem kleinen Horrorladen, mit der Reise ins Ich und mit Cocteau. Wir haben mit ihm gelacht, nicht über ihn. Aber jetzt will ich noch mal was Ernsteres besprechen.
Johannes Franke: Okay, ich bin gespannt. Gut,
Florian Bayer: bis dahin.
Johannes Franke: Ciao.
