Kategorie: Horror

Episode 180: The Rocky Horror Picture Show – Zwei Jungfrauen machen den Time Warp

Brad und Janet sind das vorzeigepärchen der Amerikanischen Vorstadt. Auf einer Hochzeit von Freunden gestehen sie einander singend ihre Liebe und schmieden Hochzeitspläne… Auf dem Friedhof neben der Kirche.

Als sie ihren alten Lehrer Everett Scott besuchen wollen, bleibt der Wagen liegen und wir landen in einem guten alten Grusel-Horrorfilm der 30er oder 40er Jahre. Das alte Schloss bei dem sie sich Hilfe mit dem Wagen erhoffen, entpuppt sich als Brutstätte unzüchtigen Treibens. Eine Truppe sehr diverser Gestalten feiert, tanzt, singt und mordet. Wobei sie das morden dem Obermotz der Gruppe überlassen: Frank N. Furter stellt sich als Alien vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania vor. Er verführt die beiden braven Amerikaner*innen und bis sie in Netzstrumpfhosen und knapp bekleidet mit ihm tanzen und singen.

Allerdings will Riff Raff wieder nach Hause. Der Bedienstete des Herrn des Hauses zückt kurzerhand die Waffe und beschließt Frank umzubringen, bevor er das Raumschiff in Form des Schlosses wieder ins All steuert. Frank stirbt, die beiden Besucher bleiben im Schutt zurück. Kein Happy End… or is it? Was meinst du Plor, Happy End oder nicht?

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Episode 173: Get Out – Horror, Rassismus und ein fettes Happy Birthday

Unsere Stammhörerin Liz ist dieses Jahr mit einem Horrorfilm-Wunsch vorbeigerauscht, und den wollen wir ihr natürlich erfüllen. Und so reden wir über Jordan Peeles Get Out aus dem Jahr 2017. Themen sind natürlich die Verknüpfung von Horror und Humor, sowie die Verknüpfung von Horror und Gesellschaftskritik. Es geht aber auch um die vorhandene oder vielleicht auch fehlende Subtilität von Jordan Peeles Satire, um Pseudoscience im Genrekino, Hypnose und die alles entscheidende Frage: Wie cool ist Rod?

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Episode 161: Gozu – Takashi Miikes bizarres Yakuza-Horror-Theater

Also Leute, eigentlich wissen wir doch alle, worum es in diesem Podcast geht. Keine Horizonterweiterung, kein Ausgraben und Präsentieren vergessener Juwelen, kein kollaboratives Kanonisieren… Nein, eigentlich wollen wir doch nichts anderes, als den jeweils anderen mit unserem merkwürdigen Filmgeschmack zu ärgern. 

Umso ärgerlicher, dass Johannes sich heute so gar nicht ärgern lässt, und das, obwohl Plor einen seiner bizarrsten Lieblingsfilme mitgebracht hat: Gozu von Takashi Miike aus dem Jahr 2003. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als die groteske Mischung aus Yakuza-Thriller, Mysterydrama à la David Lynch, Bodyhorror und surrealem Drogentrip zusammen abzufeiern. Gozu ist Trash, ist Kunst, ist Satire, ist freudianische Psychoanalyse, ist apokalyptischer Alptraum und alberner Goofball. Werden wir überhaupt verstehen, worum es überhaupt geht? Können wir euch irgendwas für den Genuss dieses Werkes mitgeben? Oder sind wir dieses Mal wirklich komplett verloren?

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Episode 152: Gremlins – Monströs brutale Weihnachtsstimmung

Was ist besser als ein Christmas Special? Vier Christmas Specials! Frei nach diesem Motto bringen wir euch dieses Jahr vier Episoden, die der schönsten Zeit des Jahres huldigen. Vier Episoden, vier weihnachtliche Filme. Los geht es mit dem Horrorklassiker Gremlins aus dem Jahr 1984, und weil es so schön ist, reden wir auch gleich noch über dessen Fortsetzung aus dem Jahr 1990.

Können die beiden Filme einfangen, worum es eigentlich an Weihnachten geht? Wie feiern kleine Monster Weihnachten? Und passen Horror und Comedy überhaupt in diese sonst so besinnliche Zeit? Und damit hinein in eine wundervolle mussmansehen-Weihnachtszeit mit Johannes „The Grinch“ Franke und Plor „Oh my god, I love Christmas so much!“ Bayer.

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Episode 132: Tod Brownings Freaks (1932)

Nach den ganzen Blockbustern und aktuellen Filmen widmen wir uns endlich mal wieder einem echten Klassiker. Tod Brownings Freaks aus dem Jahr 1932 wird gemeinhin in den großen Horrorkanon des frühen 20. Jahrhunderts einsortiert. Ob er wirklich dahin gehört, versuchen wir in unserem Gespräch zu ergründen. Es geht um die Darstellung von Behinderten im Kino von damals und heute, um Merkmale von klassischen Monstern und die Dekonstruktion von Monsterbildern. 

Dabei sprechen wir auch sehr viel über die Produktionsgeschichte des Films, nicht zuletzt auch die verschiedenen Darsteller*innen und deren Lebensgeschichten.

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Episode 128: Scream und das Slasher-Genre

Wir sprechen über Wes Cravens Scream aus dem Jahr 1996, der ein großes Revival des Slashers ausgelöst hat. In unserem Gespräch geht es um die Ursprünge des Genres, seine absurden Tropes und seinen mörderischen Konservatismus. Außerdem reden wir über den Spaß am selbstreferenziellen Kino, Filme, die sich sehr bewusst sind, Filme zu sein, und mit diesem Status spielen. Kann Scream mit diesen Zutaten auch bei einem Horror-Verächter wie Johannes auftrumpfen oder zünden die Inside Jokes nur bei wahren Genreinsidern? Macht in Scream die Gewalt den Spaß kaputt? Oder der Humor den Horror? Und warum muss Drew Barrymore in den ersten Minuten sterben?

In der Top 3 werfen wir einen Blick auf die besten Masken der Filmgeschichte: Ob lustig, ob schräg, ob gruselig, oder einfach nur schön.

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Episode 123: The Painted Bird (2019) – Wie viel Grausamkeit verträgt ein Film?

Wir sprechen über Václav Marhouls radikale Tragödie „The Painted Bird“ aus dem Jahr 2019. Auf dem kontroversen Roman von Jerzy Kosiński basierend erzählt er die Geschichte eines kleinen Jungen, der in den 1940ern durch das vom zweiten Weltkrieg verheerte Osteuropa irrt.

Um die Diskussion ein wenig vorwegzunehmen: Selten waren wir bei unserem Podcast so sehr unterschiedlicher Meinung. Während Plor in dem Film ein radikales Meisterwerk sieht, dass sowohl realistisch als auch parabolisch menschliche Abgründe darstellt, sieht Johannes darin eher einen übertriebenen Torture Porn, dessen pessimistisches Menschenbild ihn unzumutbar macht. So oder so, es handelt sich um einen speziellen, einen krassen Film, der Sehgewohnheiten herausfordert und dem Publikum einiges abverlangt.

Passend dazu listen wir in unseren Top 3 Filme auf, die uns gequält und zermartert haben, im guten wie im schlechten Sinne.

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Episode 114: Alien – Science Fiction und Horror im Einklang?

Wir befinden uns in den ausgehenden 70er Jahren. Dank Star Wars boomt Science Fiction… und zwar gewaltig. Dank Halloween boomt das Slahergenre… und zwar gewaltig. Und Dank dem weißen Hai boomen Tier- und Monsterhorrorfilme… you guessed it… gewaltig. Und so schließt das filmische Jahrzehnt mit einem Hybrid aus diesen drei Genres.

Alien von Ridley Scott aus dem Jahr 1979 ist eine düstere Mischung aus Horror und Science Fiction. Die Besatzung der Nostromo – die hier als kaltes Buffet für das Wesen aus einer unheimlichen Welt dient – besteht aus einfachen Leuten: eine Frachtschiffcrew, Proletariat, Trucker im Weltall, wenn man so will. Und so ist der Alptraum auch nachvollziehbar, wenn diese – ohne es zu wollen – mit einer fremden und tödlichen Lebensform konfrontiert werden.

Neben der Erfindung des SciFi-Horrors, der Etablierung H.R. Gigers als ästhetische Referenz für Bodyhorror im Kino wird dann auch noch mit Ripley en passent die moderne Actionheldin geboren, die als einzige Überlebende dem Monstrum den Gar ausmacht.

Aber das ist ja auch irgendwie alles Filmgeschichte… und wir befinden uns im Jahr 2023, nicht nur 40 Jahre nach diesem Film, sondern auch nach zahllosen Fortsetzungen und Spin Offs.

Versuchen wir einen frischen Start. Wie hast du den Film wahrgenommen, der so viele Jahre auf dem Buckel hat? Unheimlich? Spannend? Beklemmend? Oder egal und vielleicht sogar unfreiwillig komisch?

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Episode 104: 28 Days Later und das Genre des Zombiefilms

Es ist mal wieder Zeit für Horror, und darüber hinaus für ein Subgenre des Horrorfilms, das ich Johannes schon lange vorsetzen wollte. Der Zombiefilm wurde von George A. Romero mit seiner herausragenden Living Dead Trilogie in den späten 60ern und frühen 70ern definiert, verkam dann aber sehr schnell zum Synonym für billige, alberne und vor allem überflüssig Brutale Splatter-B-Movies. Erst in den 2000ern erlebte er ein unfassbares Revival, das ihm zu einer Popularität verhalf, die – The Walking Dead sei Dank – bis zur heutigen Zeit anhält.

Verantwortlich für dieses Revival ist unter anderem Danny Boyles “28 Days later” aus dem Jahr 2002: Der Fahrradkurier Jim wacht nach einem Koma in einer Welt auf, die von Menschen, die mit “Wut” infiziert sind, überrannt wurde. Die Infizierten haben keinerlei Vernunft mehr in sich, keinerlei Moral und keinerlei Menschlichkeit. Alles was sie wollen, ist verletzen und töten. Wer mit ihrem Blut in Berührung kommt, wird innerhalb von Sekunden selbst infiziert. Jim irrt durch das evakuierte, immer noch von Infizierten heimgesuchte London. Er findet in Selena eine Retterin und Mitstreiterin und flieht schließlich mit ihr und Frank, sowie dessen Tochter Hannah aus der verlorenen Stadt. In der Nähe von Manchester hoffen sie, Rettung in Form einer paramilitärischen Zufluchtstelle zu finden.

Zombie-Puristen mögen anmerken, dass es sich bei den Infizierten in 28 Days Later ja gar nicht um Untote handelt, aber ansonsten besitzt der Film alle Ingredienzen eines Zombiefilms: Eine Postapokalypse, in der der Schrecken hinter jeder Ecke lauert, ein soziopolitischer Subtext sowie ein Mäandern um Themen wie Verlorenheit, Einsamkeit, Hilflosigkeit. Gedreht in dreckigem Digitalformat gehört er zum Realistischsten, Bedrückendsten und Immersivsten, was das Genre aufzuweisen hat.

Also dann Johannes: Meckere erst mal über die Technik, die räudigen Bilder und die übertriebene Gewalt… und dann lass uns zum Kern dieses Meisterwerks vordringen.

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Episode 90: Manos: The Hands of Fate – Einer der schlechtesten Filme aller Zeiten

Ihr müsst jetzt alle kurz ganz stark sein. Ich habe Johannes nämlich für den Beginn dieser Episode zum Schweigen verurteilt. Ich habe ihn gebeten, Regie übernehmen zu dürfen. Und die Einführung alleine zu machen.
Also erst mal die allgemeinen Eckpunkte für alle, die hier zum ersten Mal reinhören. Das Konzept unseres Podcasts ist wie folgt: Für jede Episode kriegt einer von dem anderen ne kleine Hausaufgabe in Form eines Films auf. Frei nach dem Motto: Den musst du sehen. Und in der jeweiligen Episode reden wir dann über den Film, tauschen Informationen aus, reden über den Kontext des Films, seine Bedeutung und streiten uns ordentlich über dessen Qualität.

Diese Woche war ich der Hausaufgabengeber und ich habe Johannes den Film als Youtube-Link in folgender Mail geschickt:

Ich zitiere:
So hier meine Hausaufgabe für Dienstag, die du wirklich unvoreingenommen, unbeeinflusst von filmhistorische Fakten sehen solltest.

Daher gebe ich dir nur diese Rahmeninfos mit auf den Weg:

Es handelt sich dabei um einen Vertreter der sog. Last Roughness. Bezeichnet werden damit surreale, experimentelle unkonventionelle Produktionen aus dem Low Budget Bereich Mitte der 60er Jahre, die sehr bewusst gegen filmische Konventionen verstoßen und als Vorläufer des New Hollywood gelten (Auf das filmtheoretische Werk dieses Regisseurs „Weapons against the Aristotelian unities“ werde ich bestimmt in unserer Besprechung eingehen).

Aber wie gesagt, am besten nicht so viel über den akademischen Background nachdenken, sondern einfach genießen. Speziell, aber wegweisend.

Zitat Ende…

Was ich Johannes mit diesen Worten – die ich mir komplett aus den Fingern gezogen habe – aufgegeben habe, ist Manos – The Hands of Fate aus dem Jahr 1966. Ein Film, der eigentlich nur aufgrund von Großmäuligkeit und einer albernen Wette entstanden ist. Und ein Film, der von seinem Regisseur bereits nach der Premiere als womöglich schlechtester Film aller Zeiten bezeichnet wurde… und in der Folgezeit nicht nur von ihm.
Spoiler, zumindest wenn man nach dem Review-Score auf Rotten Tomatoes geht, ist er was Schlechtigkeit betrifft nur auf Platz 2; immer noch geschlagen von Ed Woods Plan 9 from Outer Space.

Aber, genau wie dieser ist er meiner Meinung nach ein Film, den man absolut gesehen haben muss. Praktisch eine Blaupause für Filmstudierende, vor welchen klassichen Fehlern man sich in Acht nehmen muss. Hier sind sie alle vorhanden, mitunter wirklich so, als wäre der Film fürs Lehrbuch gemacht.

Und in diesem Sinne. Lasst uns mal wieder dem Trash huldigen. Lasst uns schauen, was hier alles wie schief läuft. Lasst uns analysieren und ein wenig Spaß haben. Und damit genug der einleitenden Worte. Johannes, your turn.

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