Episode 298: Project Hail Mary – Buddy Comedy in Space
Was macht man wenn man als Wissenschaftler eine wilde Theorie zu den Bausteinen des Lebens hat, die von der allgemeinen Wissenschaftswelt für unhaltbar gehalten wird? Ganz klar – man wird Grundschullehrer. Und Ryland Grace ist gerne Grundschullehrer, bis ihn ein Spezialkommando abholt, um ihn zu seiner unhaltbaren Theorie zu befragen. Er soll helfen, die Welt zu retten, die von sogenannten Astrophagen bedroht wird. Einem Organismus, der nach und nach die Sonne abdunkelt, weil er sich von ihrer Energie ernährt. Zumindest grob gesagt.
Als er in einem Raumschiff aufwacht, weiß er davon erst einmal nichts. Sein Kopf muss sich erstmal vom Bullshit-Coma erholen und erinnert sich erst nach und nach daran, wie er dort gelandet ist. Zu allem Überfluss sind seine Raumschiff-Buddys gestorben und er irrt alleine im Weltall umher. Weit weg von zu Hause. Bis er von einem Alien, das auch weit weg von zu Hause ist, eine Botschaft erhält, der Start einer interspezifischen Freundschaft.
Überraschend wissenschaftlich nachvollziehbar lernen sie die Sprachen des anderen zu verstehen und machen sich gemeinsam auf eine Mission. Die Erde und den Heimatplaneten von Rocky zu retten.
Ein Buddy-Movie-Science-Fiction Streifen mit Betonung auf Science – aber echter Science?
Plor, du als Astronomie-Profi.. wie würdest hier du die Fakten von Fiktion trennen?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 298: Project Hail Mary – Buddy Comedy in Space Publishing Date: 2026-09-16T09:30:51+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/09/16/episode-298-project-hail-mary-buddy-comedy-in-space/
Florian Bayer: Aber es ist für mich ein Beweis dafür, dass diese ganzen Industriemechanismen von Hollywood Dass es funktionieren kann und dass der Film sich trotzdem nicht generisch anfühlt. Dass es halt nicht der kleinste gemeinsame Nenner ist.
Johannes Franke: Herzlich willkommen ihr da draußen und herzlich willkommen Flor hier in meiner Küche.
Florian Bayer: Herzlich willkommen Johannes, herzlich willkommen liebes Publikum, schön wieder hier zu sein.
Johannes Franke: Schön, dass ihr da seid. Nehmt euch einen Keks, setzt euch hin. Wir reden heute über Project Hail Mary.
Florian Bayer: Aus dem Jahre 2026 und wie wir festgestellt haben, haben wir endlich den Zeitgeist gefunden. Juhu!
Johannes Franke: Yes. Ich bin der Zeitgeist.
Florian Bayer: Es ist nicht das erste Mal, dass wir einen aktuellen Film besprechen, auch in dem Jahr, in dem er rauskommt, aber es hat eher eine Seltenheit.
Johannes Franke: Sehr, sehr, selten. Wir sind ja in der ganzen Filmgeschichte unterwegs und wenn Plor sagt, ich will dir ein 1976 japanischen Filmen mit russischen Untertiteln geben, dann ja, was soll ich machen?
Florian Bayer: Dann musst du den schauen. Da führt kein Weg dran vorbei. Aktuelle Filme haben wir relativ selten, über diesen Film haben wir uns nicht richtig unterhalten, aber der Filmtitel ist immer mal wieder reingeflogen irgendwie in den letzten Monaten.
Johannes Franke: In den letzten Monaten Naja, ich meine, der Film war erfolgreich, der war in den Kinos und man kommt nicht drum rum und ich habe ihn im Kino gesehen und war einfach so begeistert, dass ich gedacht habe, ja, wir müssen den aber auch für den Podcast irgendwie. mit reinnehmen.
Florian Bayer: Ich habe ihn nicht im Kino gesehen.
Johannes Franke: What?
Florian Bayer: Es war der große Blockbuster-Sci-Fi-Film in diesem Jahr. Und der wurde auch ordentlich abgefeiert. Ja. Ich weiß gar nicht, warum er an mir vorbeigegangen ist. Das Ding ist tatsächlich so grundsätzlich, ich bin nicht der große Hartz-Sci-Fi-Fan.
Johannes Franke: Warum das denn?
Florian Bayer: Wenn es zu viel Wissenschaft ist, fängt es an mich zu nerven. Ich bin kein Astrophysiker. Und ich fand zum Beispiel den Marciana absolut okay, so grundsolide. Aber das wäre kein Film, den ich groß abfeiern würde. Der Marciana, die erste große Verfilmung von einem Andy Weir Roman, der hier ja auch wieder... Ja, Pate stand mit seiner Vorlage.
Johannes Franke: Genau. Wisst ihr, ich werde euch einmal kurz erzählen, worum es geht in diesem Film. Ihr habt den Film ja vielleicht nicht gestern gesehen, wo die Wahrscheinlichkeit recht hoch ist. dass ihr ihn gerade erst gesehen habt. Aber ich erzähl's euch nochmal ganz kurz, dann weiß Plor auch nochmal Bescheid. Danke. Und dann geht's los, dann gehen wir in die Diskussion. Also, worum geht's? Was macht man, wenn man als Wissenschaftler eine wilde Theorie zu den Bausteinen des Lebens hat die von der allgemeinen Wissenschaftswelt für unhaltbar gehalten wird. Ganz klar, man wird Grundschullehrer. Und Ryan Grace ist gerne Grundschullehrer, bis ihn ein Spezialkommando abholt, um ihn zu seiner unhaltbaren Theorie zu befragen. Er soll helfen, die Welt zu retten, die von sogenannten Astrophagen bedroht wird. Einem Organismus, der nach und nach die Sonne abdunkelt. weil er sich von ihrer Energie ernährt oder so. Zumindest grob gesagt. Als er in einem Raumschiff aufwacht, weiß er davon erstmal nichts mehr. Sein Kopf muss sich erstmal vom Bullshit-Koma erholen. und erinnert sich erst nach und nach daran, wie er dort gelandet ist. Zu allem Überfluss sind seine Raumschiff-Buddies gestorben und er irrt alleine im Weltall umher, weit weg von zu Hause. Bis er von einem Alien, das auch weit weg von zu Hause ist, eine Botschaft zugeworfen bekommt und damit den Start einer interspezifischen Freundschaft. Rocky nennt Grace den Außerirdischen, weil er wie ein Felsen aussieht. Überraschend wissenschaftlich nachvollziehbar, lernen sie die Sprachen des jeweils anderen zu verstehen und machen sich gemeinsam auf eine Mission, die Erde und den Heimatplaneten von Rocky zu retten. Ein Buddy-Movie-Science-Fiction-Streifen mit Betonung auf Science. Aber echter Science? Plor, du als Astronomie-Profi. Wie würdest du hier die Fakten von Fiktion trennen?
Florian Bayer: Ich muss dir erstmal voll widersprechen. Oh, Herr David. Dieser Film legt den Fokus nicht auf Science. Und ich bin so dankbar. Das war unter anderem eine Sache, die mich beim Marzianer sehr gestört hat, dass es dann ein bisschen zu viel Science-Erklärung waren und man sich teilweise in so einer Vorlesung für Dummies gefühlt hat, was gut ist, dass es für Dummies war, dass es hier auch ähnlich war. mit der Science. Aber ich finde, dieser Film legt im Gegensatz zur Vorlage nicht den Fokus auf Science, sondern auf Comedy.
Johannes Franke: Auf den Buddy-Movie.
Florian Bayer: Auf Comedy. Dieser Film ist eine Komödie. Und ich bin so dankbar dafür, weil es macht... Es macht viele Schwächen, die der Massianer mitgebracht hat und vor allem viele Schwächen, die so harte Science-Fiction-Filme, die so sehr wissenschaftlich genau sein wollen, auch mitbringen. macht der Wett, nämlich, dass sie zu ernst rüberkommen und teilweise dann auch zu nachdenklich, nihilistisch Dieser Film hat die Science drin und dieser Film hat die Science als Rückgrat, aber er musste es nicht die ganze Zeit vor sich her tragen, sondern es ist das Rückgrat und davor wird aber was ganz anderes erzählt und das ist ein Buddy-Move. Das ist eine Komödie und das ist ein wunderschöner Film über die Rettung der Welt.
Johannes Franke: Das, was du beschreibst, ist einfach nur ein guter Hard Science Fiction Film. Das war's. Es ist einfach ein guter Hard-Science-Film. Weil ich finde schon, dass der Film, also man muss sagen, im Buch ist es noch viel krasser. Buch nicht gelesen, aber ich habe viel darüber gelesen und ich habe eine Freundin zu Hause, die das Buch gelesen hat. Also habe ich es quasi selber gelesen. Das ist fast das Gleiche. Und da ist noch viel mehr Science. Ja, ja, das
Florian Bayer: Das Buch hat deutlich weniger Comedy und deutlich mehr Science.
Johannes Franke: Und ich finde, dass dieser Film trotzdem, weil das Rückgrat da ist, ein Hard Science Fiction Film ist. Und deswegen die Betonung für mich trotzdem noch auf der Science ist, weil er überraschend akkurat ist. Ja. Und überraschend... Frictionless, wie man so sagt. Also ohne, dass ich mich daran reibe, dass ich immer wieder in Frage stelle, was da passiert. Weil er in den richtigen Stellen diese richtigen Sachen erklärt. Weiß nicht, es gibt bestimmt so ein, zwei Stellen, wo man sagt, naja, aber das gibt's nicht zum Beispiel. Eben der Astrophagen, also natürlich geht das nicht, weil das auch wieder eine wasserbasierte Sache ist, die in der Nähe der Sonne lebt, was... so biologisch nicht machbar ist. Aber darin erschöpft es sich ja fast schon.
Florian Bayer: Was ich ganz spannend finde, ist, dass schon so ein bisschen was ausgelassen wird, was im Roman so sehr hart ans Seins kommt. Und zwar, der Roman startet damit, dass Grace nicht durch ein Fenster sehen kann, dass er sich im Weltall befindet. Stattdessen baut der Typ ein fokussisches Pendel Um einmal herauszufinden, was das für ein Ort ist, in dem er sich gerade befindet. Weil er merkt, er hat offensichtlich eine Form von Schwerkraft. Und er findet, das ist irgendwie off und es fühlt sich komisch an. Und dann baut er halt, weil er ein Wissenschaftler ist. Und das wird sehr genau erklärt. Das wird in diesem Film einfach weggelassen. Stattdessen sehen wir, wie er durchs Fenster guckt. Oh, scheiße, ich sehe Sterne, ich bin im Weltall.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: Und noch viel mehr, also auch so Sachen wie, also gerade was so die biochemischen Fragestellungen betreffen, zum Beispiel, wie funktioniert Rocky, wie er, ne? Wie überlebt er? Es wird sehr viel davon weggelassen. Aber es wird insofern weggelassen, dass es trotzdem da ist. Also die Wissenschaft steht im Hintergrund. Genau. Aber es wird halt nicht so viel erklärt und es wird nicht so viel erzählt, sondern stattdessen versucht der Film einfach den Fokus darauf zu setzen, wie sie persönlich miteinander klarkommen. Und die ganzen wissenschaftlichen Themen, die ja wirklich viele sind, das ist ja nicht nur Astrophysik, die wir hier im Hintergrund haben, sondern es ist auch... einfach ganz klassische Mechanik. Es ist Quantenphysik, es ist Relativitätstheorie und Biochemie und Linguistik.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Ingenieurswissenschaften, was sonst noch alles, die ist halt einfach im Hintergrund da und wabert immer so ein bisschen mit. Manches wird ein bisschen erklärt, manches wird einfach nur gezeigt. Und ich finde das schön, weil der Film sich dadurch einfach mehr Zeit nehmen kann für andere Dinge. Und ich glaube, das ist mit ein Grund, warum der auch so erfolgreich war, weil diese anderen Dinge sind halt zwei Sachen. Einmal Fun und das zweite ist halt das Emotionale.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Ja, es ist ein Hard-Sci-Fi-Film irgendwie.
Johannes Franke: Es gibt keine Vorlesungen, weißt du, und das finde ich halt gut. Aber wenn du sagst, es ist kein Hard Sci-Fi oder die Betonung liegt nicht auf Hard Sci-Fi, dann sagst du implizit, dass es eine Vorlesung sein müsste, um Hard Sci-Fi zu sein.
Florian Bayer: Nee, aber beim Hard Science-Fiction-Film erwarte ich so ein bisschen mehr... Ein bisschen mehr Akribie in der Erzählung, was passiert. Und zwar nicht mal unbedingt dadurch, dass es erklärt wird. Das nervt natürlich, wenn ein Blatt gefaltet wird, um ein Wurmloch zu erklären, kriege ich Ausschlag. Aber, na ja, halt so ein bisschen mehr Wissenschaftsgerede. Oder ein bisschen mehr Fokus auf die Wissenschaft. Hier gibt es immer mal wieder so diese Fokussetzungen, aber wenn ich den jetzt zum Beispiel vergleiche mit den großen Hard-Science-Fiction-Filmen der letzten 10, 20 Jahre, Wenn ich mir sowas anschaue wie Interstellar zum Beispiel, den wir auch besprochen haben, oder... Oder Arrival. Da wird einfach deutlich mehr Wissenschaftstalk gemacht.
Johannes Franke: Aber er ist auch massiv viel länger, ne?
Florian Bayer: Dieser Film ist extrem lang. Aber er nutzt diese Zeit eben nicht für große wissenschaftliche Exkurse, sondern er nutzt diese Zeit wirklich. Zum einen für ein Charakterporträt von Grace. Zum anderen für natürlich diese Beziehung zwischen Grace und Rocky. Und zum dritten auch um so... auf so einem sehr allgemeinen emotionalen Level so Fragen aufzuwerfen über Verantwortung und über... Was ist man bereit zu opfern, um was zu erreichen und was macht einem Angst, wo steht man im Leben wirklich so sehr allgemeine Sachen.
Johannes Franke: Aber nur um das noch mal den Vergleich zu bringen. Andere Filme machen das ja auch, aber ... Was ich gut finde daran ist, dass er zum Beispiel diese linguistische Sache, wie die sich rausfinden, wie sie miteinander sprechen können. Da steht nicht jemand da vorne und sagt, so und so und so sind die wissenschaftlichen Grundlagen dafür, sondern es passiert einfach. Wir sehen, wie es passiert. Wir sehen die Anwendung. Der Theorie, der linguistischen Theorie dahinter. Und das ist eben das Geile an dem Film, dass er die Anwendung zeigt und nicht sagt, und übrigens das sind die Faktoren.
Florian Bayer: Und die Hinführung wird halt auch nicht so viel gezeigt. Man müsste es gar nicht so viel erklären, sondern man könnte viel mehr Hinführung zeigen. Es wird ja sehr schnell gezeigt, im Roman ist ja auch so, dass das wirklich über Wochen dauert, bis er überhaupt auf einer Kommunikationsebene ist. Und hier wird ja sehr viel drüber gerusht. Und ich kann mir vorstellen, dass viele Fans von der Vorlage und gerade viele Fans von Andy Weir, die voll abgehen auf dieses wissenschaftlich Exakte, dass die sagen, das ist zu wenig, das wird nicht so genau erklärt und das wird nicht genau gezeigt und das ist vereinfacht. verkürzt und so weiter. Ich glaube, in dem Fall ist es gut, weil der Film dadurch halt einfach durch was anderes glänzen kann. Aber ja, ich finde, es gibt in diesem Film eine Verkürzung von den Wissenschaftsthemen, nicht nur auf einer Erklärebene, sondern auch auf einer visuellen, dramaturgischen Ebene. die zumindest erlaubt ein kleines Fragezeichen an die Genre-Zuordnung Hard Science-Fiction zu stellen.
Johannes Franke: Mhm. Naja, ich meine, ich habe das Buch nicht gelesen so genau und so, aber wenn ich mir die Interviews mit Andy Weir anschaue, der das Ding geschrieben hat... Dann scheint er ein großer Fan davon zu sein, von dem, was gemacht wurde.
Florian Bayer: Natürlich ist er das.
Johannes Franke: Er liebt diese Filme. Weil er zwei Filme, er hat drei Bücher veröffentlicht. Zwei davon sind verfilmt. Und das dritte... was eigentlich das Zweite ist, soll eigentlich auch eine Verfilmung bekommen. Und hätte auch eine vor Project Hail Mary bekommen sollen. wenn die Verkaufszahlen des Buches ein bisschen besser gewesen wären. Er war nicht ganz so erfolgreich mit diesem Buch und dann haben sie gesagt, ja, ja, wir machen den Film noch. Aber lass uns mal das andere, erfolgreichere Buch vorziehen.
Florian Bayer: Sie haben das Buch vorgezogen, bevor es veröffentlicht. MGM hat die Rechte für die Verfilmung 2020 verkauft. Das Buch wurde 2021 veröffentlicht.
Johannes Franke: Krass, ne?
Florian Bayer: Und sie haben gesagt, wir machen einen Film daraus und wir machen Ryan Gosling zum Star von diesem Film. Die haben nicht gezögert. Also der Massianer war natürlich ein großer Erfolg.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie haben, sie wussten wahrscheinlich, also es gab bestimmt von Andy Weir so ein Pitch oder so, wo drin stand, worum es ging. Und die haben gesagt, das wollen wir verfilmen.
Johannes Franke: Ich will bloß sagen, dass Andy Weir, wenn der damit einverstanden ist, Und sagt, ja komm, lass doch den ganzen Science-Quatsch, der zu viel ist, der im Grunde nur im Weg steht, um die Geschichte zu erzählen. lass den doch weg, das ist doch in Ordnung, dann vertraue ich dem. Dann würde ich sagen, okay, ist doch vollkommen in Ordnung. Und vor allem, weil er ja auch mit entschieden hat, was rausgeht und was nicht. Und als der gefragt wurde... Worum ist es dir am meisten schade, dass das nicht im Film gelandet ist? Hat er nicht die Science-Sachen genommen? Er hat die Fun-Sachen genommen. Und er hat gesagt, dass das, was ich gerne drin gehabt hätte, wäre noch, dass sie auf der Erde einen Haufen... um die Erde zumindest so lange noch bewohnbar zu halten, bis irgendwann diese Mission erfolgreich ist. Und unter anderem die Antarktis einmal bombardieren, um das Methan daraus zu sprengen, damit die Erderwärmung fortgeschritten wird. Weil die Sonne ja immer weniger wird und dadurch zu kalt wird. Und das ist ein Fun-Part. Du willst im Film dann sehen, wie Antarktis bombardiert wird. Das ist sein Ding, weißt du?
Florian Bayer: Ja, ich bin froh, dass sie das rausgelassen haben und ich bin froh, dass der Fokus so sehr auf dem Weltraum sitzt.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Dass relativ wenig gezeigt wird von dieser Vorgeschichte der Erde, aber die wichtigen Sachen... Ja, natürlich. Andy Weir ist ein cleverer Mann und der weiß auch einfach, was gut ankommt beim Publikum.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Das ist natürlich so ein Ding, so wie dieser Film inszeniert ist, so wie er mit seiner Science umgeht, geht der natürlich voll in die Richtung Crowdpleaser, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist ein Studiofilm. MGM sagt, wir machen das.
Johannes Franke: Ja. Also Amazon.
Florian Bayer: MGM ist später Amazon. Vier Jahre nachdem sie die Rechte gekauft haben, wurden sie von Amazon gekauft.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Nee, Quatsch, zwei Jahre. Zwei Jahre? Zwei Jahre. 2020 haben sie die Rechte gekauft, 2022 sind sie übernommen. Das ist ein Studio, das sagt, wir wollen diesen Film machen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und wir wollen mit diesem Film Geld verdienen. Sie nehmen drei Millionen Dollar in die Hand, um die Rechte abzukaufen. Und dann gucken sie, wen sie nehmen können für Regie und für Drehbuch. Und das ist geil, da guckt man natürlich drauf als Filmkritiker und als Cineast und sagt so, ah, eigentlich schreit alles in dieser Produktion, in dieser Art, wie es zu diesem Film kommt danach. Ich mag diesen Film nicht. Das ist kein Auteur-Projekt von einem Liebhaber, das ist kein großer Indie-Film. Von einem Filmmacher, der sagt, ich habe hier ein Herzensprojekt, sondern das ist ein Studio, das drauf guckt und sagt, Andy Weir hat sich gut verkauft mit Massiana.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Damals war es Matt Damon, heute ist es Ryan Gosling. Lass uns daraus einen Film machen, das wird sich auch gut verkaufen.
Johannes Franke: Ja, und Ryan Gosling, wenn du den Namen schon sagst, war ganz am Anfang mit drin. Also er ist gleich am Anfang mit verpflichtet worden und ist auch derjenige, der mit dem Skript in der Hand losgegangen ist, um Leute mit reinzuholen. Zum Beispiel eben die Regisseure.
Florian Bayer: Und es schreit natürlich nach seelenlose Industriepflanze. Sagen wir es mal so knallhart. Und auf irgendeiner Ebene ist sie das auch.
Johannes Franke: Auf irgendeiner Ebene, die wir alle nicht zu Gesicht bekommen haben, weil wir nur das Endprodukt sehen, ist das ein knallhartes wirtschaftliches Ding.
Florian Bayer: Absolut. Das ist ein Film, der... Der weiß, wo er mit Pathos und mit Humor und mit Action das Publikum abholt. Wie gesagt, ein Crowdpleaser.
Johannes Franke: Absolut.
Florian Bayer: Ich find's total erstaunlich, dass es funktioniert. Ich will nicht mein Fazit vorwegnehmen.
Johannes Franke: Nee.
Florian Bayer: Aber es ist für mich ein Beweis dafür, dass diese ganzen Industriemechanismen von Hollywood. Ja. Und wir machen jetzt einen Film, der allen gefällt, dass es funktionieren kann und dass der Film sich trotzdem nicht generisch anfühlt, dass es halt nicht der kleinste gemeinsame Nenner ist. Der größte gemeinsame Nenner wäre jetzt vielleicht ein bisschen hochgegriffen, aber dass es ein Film ist, der es schafft, viele Dinge zu tun, die einfach viel gut sind und trotzdem genug Substanz zu haben. Dass man ihn sich anschaut und sagt, nein, nein, ich habe da kein Problem damit. Macht mal euer Industrieding, es kann ein wirkliches Kunstwerk dabei rauskommen. Krass, ne? Authentizität und Auteurs werden voll überschätzt. Das ist mein erstes kleines Fazit. Phil Lord und Christopher Miller. Die hat er angeschleppt, unser Ryan Gosling. Phil Horton, Christopher Miller, die produzieren. Die animieren, die Drehbücher schreiben und ab und zu auch mal Regie führen, wenn sie Bock drauf haben.
Johannes Franke: Lego Movie. sind sie mit dabei gewesen, bei Spider-Man Into the Spider-Verse waren sie dabei. Ich weiß nicht genau, in welcher Position gerade, das steht
Florian Bayer: Da haben sie auch teilweise Regie geführt. Bei 21 Jump Street und 22 Jump Street haben sie Regie geführt. Bei Lego-Movies haben sie glaube ich nur, beim Lego-Movie haben sie glaube ich nur produziert, nee, haben sie auch geschrieben. Produktion und Drehbuch. Und Lego Movie 2 und Spider-Man A New Universe war auch Drehbuch. Das Geile ist, das sind alles so Filme, ne? Also Lego Movie ist auch so ein Film, wo du drauf guckst und sagst Industriepflanze, Werbevideo für Lego. Und du guckst diesen Film und der haut dich um. Spider-Man in the New Universe ist ein großartiger Spider-Man-Film. Vielleicht einer der besten Spider-Man-Filme, die in den letzten 30 Jahren rausgekommen sind. Ich muss weit greifen. Das gibt es weiter schon so lange als große Filme. 21 Jump Street war so eine geile, witzige Actionkomödie. Das ist wirklich ein Tribut an diese Serie aus den 90ern mit Johnny Depp und wie hieß der andere? Teeny Star hat ständig die Bravo geziert, weil alle Mädchen in ihn verliebt waren. Moment, den Namen will ich einmal haben. Richard Crico. Richard Crico und Johnny Depp, die großen, sehr oft auf Bravo-Titelseiten zu sehen, Idole von Teenager-Mädchen. Okay. 21 Jump Street, der Film aus dem Jahr 2012, ist eine Komödie, die sich nie ernst nimmt und die wunderbar Tribut zollt an diese Serie und einfach ein großes, spaßiges Vergnügen ist. Okay. Ich glaube, sie haben die richtigen Leute dafür gefunden. Sie haben die nämlich gefunden, die sagen, ja, wir machen euch einen großen Film, wir machen euch einen Film, der ein Blockbuster ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber wir bringen da ein bisschen Juice rein, der dafür sorgt, dass er sich von anderen Blockbustern unterscheidet.
Johannes Franke: Warum haben wir von Phil Lord und Christopher Miller so wenig gehört?
Florian Bayer: Weil die vor allem im Hintergrund beschäftigt waren. Das sind am ehesten Produzenten. Wenn du dir anguckst, wie ihre filmische Vita aussieht... Dann haben die ein paar Regiearbeiten, aber dann haben die eine Menge Shit mitproduziert, wie sowas wie Lego Batman Movie, Lego Ninjago Movie. Und Mitchells gegen die Maschinen, die haben nicht unbedingt den Hauptfokus auf die künstlerische Arbeit, sondern die sind auch einfach Techniker und das sind auch einfach Leute, die die anpacken. und im Hintergrund halt diese großen Projekte wuppen.
Johannes Franke: Ja, krass. Aber es ist so seltsam, weil die Regiearbeit... Ist ja wirklich phänomenal gut, muss ich sagen.
Florian Bayer: Absolut, total.
Johannes Franke: Also das nur als Produzent dann zu machen, ist fast ein bisschen Verspendung. Wenn man so kreative Kraft hat, weißt du?
Florian Bayer: Ja. Ja, finde ich auch. Also vor allem gerade, was Regiearbeit betrifft, ist natürlich diese wirklich mutige Entscheidung, wir wollen keine Greenscreens, wir wollen Practical Effects, wir wollen Puppenspiel. In unserer heutigen Zeit, wo jedes Studio eigentlich sagt, nee, nee, da haben wir noch eine CGI-Unit dafür, die wollten wirklich viel praktisch machen.
Johannes Franke: Also das Alien ist zu 50% trotzdem CGI, weil da noch ganz viel gemacht werden musste. Aber die Grundlage ist die Puppe. die wahnsinnig gut animiert ist. Boah, ich bin so beeindruckt von dieser Puppe.
Florian Bayer: Das Geile ist ja, du guckst Auf diese Puppe, James Ortis, ne? Ja, genau. Unser wirklich großer Puppenspieler ist verantwortlich dafür. Du guckst da drauf auf diesen Rocky und dann liest du, dass das nicht mit CGI gemacht wurde, sondern dass 50 Prozent nur digitale Effekte sind. Und dass da wirklich jemand war, der eine Puppe gesteuert und gesprochen hat und denkst so, wow, das sieht man nicht. Und das ist krass in unserer Zeit, dass wir sagen, oh wow, das sieht eigentlich zu gut aus für eine mechanische Puppe. Ich dachte, das wäre CGI.
Johannes Franke: Das ist krass, aber du hast trotzdem das Gefühl und deswegen überrascht es mich trotzdem wieder nicht, dass es kein CGL war, weil die so physisch da ist vor Ort. Man hat wirklich das Gefühl, und sie war es ja auch, dass das Ding wirklich dort ist. Es gibt vor allem so Sachen, wo er mit seinem Käfig da in dem anderen Raumschiff rumpoltert und da so, oh, dirty, dirty. und da so rumrennt. Das ist viel mit CGI gemacht, weil er da in einer Großaufnahme die totale zeigt ihn komplett und da kann schwerlich jemand als Puppenspieler noch dranhängen. Insofern, da haben sie viel gemacht mit CGI und so, aber sie haben auch in anderen Aufnahmen mit CGI noch ein bisschen nachgeholfen und hier noch was gemacht und dort noch was gemacht und Puppenspieler auch viel entfernen müssen aus dem Bild.
Florian Bayer: Ich find's grundsätzlich geil, dass sie ausgerechnet für diesen Rocky ne Popo genommen haben, Dieser Film lebt ja gerade davon, dass der Mensch und das Alien miteinander interagieren und Ohne direkt im gleichen Raum zu sein, weil es gibt ja diese große Barriere zwischen Rocky und Grace, dass Rocky ganz andere atmosphärische Bedingungen braucht. dass es bei ihm viel heißer ist, dass Sauerstoff für ihn Gift ist, Säure, tödlich und dementsprechend kommunizieren sie fast 90% des Films über, durch Glaskästen. Sie sind nicht Direkt aneinander.
Johannes Franke: Aber trotzdem braucht ja auch, Ryan Gosling ist ein großartiger Schauspieler, dem traue ich alles Mögliche zu. Aber wenn der jemanden hat, der vor Ort ist, mit dem er spielen kann, dann ist das so viel besser für jeden Schauspieler.
Florian Bayer: viel leichter. Ich finde es total überzeugend, wie dieser Rocky als außerirdische Entität inszeniert wird. der in gewissen Punkten den Menschen überlegen ist und in gewissen Punkten den Menschen unterlegen Und dass das so im Gleichgewicht gehalten wird, dass es einfach eine Plausibilität kriegt, die man sonst selten sieht in Filmen, weil meistens ist es dann halt doch so, dass die Aliens entweder uns hoffnungslos überlegen sind technisch, was ja auch Sinn macht, wenn sie zu uns kommen und wir haben noch keine Raumschiffe entwickelt. Oder auch manchmal, dass es so naive, putzige, niedliche Tierchen sind. Es gibt eine Szene im Film, die ist so eine Banalität, zu der komme ich ganz am Schluss zu sprechen, die mich wirklich nervt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wo sie, finde ich, das ein bisschen brechen, komplett überflüssig.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber ansonsten ist es halt einfach so, es gibt dieses Gleichgewicht. Wir haben hier eine Alienrasse, die ins Weltall geflogen ist, um das Problem zu lösen. Wir haben hier die Menschen, die ins Weltall geflogen sind, um das Problem zu lösen. Und sie treffen sich in der Mitte. Und sie haben beide unterschiedliche Vorstellungen von Physik. Sie haben beide unterschiedliche Vorstellungen von Technik.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Bedingt durch komplett unterschiedliche Wahrnehmung und Kommunikation. Und sie müssen irgendwie zusammenfinden. Und beide haben dabei ihre Probleme und beide haben dabei ihre Erfolge. Und das ist halt einfach ein sehr schönes, plausibles Gleichgewicht.
Johannes Franke: Ja. Und das war auch eine der wichtigsten Sachen, die mir beim Film aufgefallen sind. dass diese radikale Augenhöhe dargestellt wird. Die radikale Augenhöhe zwischen diesen beiden Spezies... Und es so leicht abdriften könnte, weil er wie so ein Hund sein könnte. Die Puppe, das Charakterdesign und so, das legt nahe, dass man so ein Machtgefälle aufmacht. Und das gibt es null. Und das finde ich so geil. Das unterstützt aber auch der Film auf allen Ebenen. Nicht nur im Charakterdesign, nicht nur im Drehbuch, was die wissen und was was sie nicht wissen, sondern auch, wie die das spielen, wie die miteinander reden, wie die das überhaupt insgesamt inszenieren. Jeder hat mal seinen glänzenden Moment und jeder muss mal gerettet werden und ich finde, das ist so geil ausgeglichen und das ohne irgendwie bemüht zu wirken. Das finde ich ganz toll.
Florian Bayer: Das sind dann auch so die Kleinigkeiten, dass wir so im Nebensatz erfahren, dass Rocky keine Vorstellung von Relativitätstheorie hat, dass sie das einfach nicht
Johannes Franke: kennen.
Florian Bayer: Und es macht auch total Sinn, wie diese Lebewesen angelegt sind, dass das für sie keine Rolle spielt. Und dass sie halt eine komplett andere visuelle Wahrnehmung haben als wir Menschen, dass sie überhaupt erst lernen müssen, sich gegenseitig was zu zeigen. Weil Rocky kann halt keine Bildschirme anschauen. Entsprechend sieht sein Raumschiff auch komplett anders aus, weil er halt einfach nicht diese... diese optischen Voraussetzungen hat, die Menschen haben. Und es ist einfach stimmig, was er weiß. und was er nicht weiß und was seine Spezies gelernt hat über interstellare Reisen und was sie nicht gelernt hat. Wo er Vorteile hat und wo er Nachteile hat. Es funktioniert einfach.
Johannes Franke: Und ich finde es schön, und da kommt wieder dieser leicht Hard Science mit rein, dass das so wahnsinnig... folgerichtig ist, weil die Menschheit ihre blinden Flecken aufgrund ihrer Biologie haben, was Wir haben bestimmte Sinne nicht, die bestimmte Sachen wahrnehmen könnten, wie jetzt Rocky zum Beispiel und Rocky hat durch seine Biologie andere Sachen nicht, die er nicht wahrnehmen kann und deswegen auch bestimmte, was mit der Relativitätstheorie. Er kann es nicht Er kommt da natürlich nicht drauf, weil er die Sinne dafür nicht hat, um das wahrzunehmen oder darauf gestoßen zu werden. Was es ein kleines bisschen interessant macht, wie Rocky überhaupt, oder die Spezies von Rocky, überhaupt in den Weltall, ins Weltall gekommen ist, weil die Atmosphäre wird so beschrieben, dass man nicht nach draußen gucken kann. Das ist so dicht, dass man überhaupt nicht auf die Idee kommt, dass da oben drüber was sein könnte. Und dann da irgendwie... ohne einen Sehsinn da hochzuwollen und noch weiter zu wollen und noch weiter zu wollen. wo sich meilenweit nichts ändert, ist ein bisschen, weiß ich nicht genau...
Florian Bayer: Naja gut, wir Menschen haben ja auch Geräte entwickelt, um unsere rudimentären Sinne zu erweitern. Und man kann sich einfach vorstellen, dass sie auch sehr viele Gerätschaften entwickelt haben und diese Echolokation, das ist ja die Art, wie sie wahrnehmen hauptsächlich. dass man die verstärkt, so wie wir mit einem Fernrohr was verstärken. Kann man sich total gut vorstellen. Und dann kann man sich vorstellen, dass sie irgendwas haben... was Richtung Weltraum ausgerichtet ist und was ihnen Geräusche zurückgibt, was ihnen genau sagt, wo sitzen die Planeten, wo sitzen die Himmelskörper. Dass sie ihnen genau sagt, wie funktioniert unser Sonnensystem. Also ich finde es schon schlüssig, dass sich die Spezies einfach, weil sie intelligent ist, weil sie offensichtlich ähnliche Intelligenz wie wir Menschen hat. dass sie nach mehr strebt und dass sie sowas entwickelt wie eine Wissenschaft, die mehr herausfinden will, als das bloße Auge erlaubt. Und darin sind wir Menschen ja auch ziemlich gut, dass wir deutlich über die Wahrnehmung hinauswachsen und Werkzeuge entwickelt haben, die es uns erlauben. Dinge zu untersuchen, die wir überhaupt nicht wahrnehmen können, gerade wenn wir in der Quantenphysik zum Beispiel unterwegs sind.
Johannes Franke: total geil finde, so in Interviews, so habe ich das erst so richtig rausgefunden oder verstanden, was damit gemeint ist. dass Rocky durch diese Echolokation, die sie haben, also einfach Geräusche ausgeben können, jederzeit im Grunde nur in die Hand klatschen müssen. Um den Raum einmal zu sehen. Selbst wenn es keinerlei Geräusch sonst gibt, können Sie das Geräusch einmal herstellen und man kann dann dadurch irgendwie rausfinden wie sieht es denn aus und dass der Körper von oder der Kopf oder was auch immer von Rocky nicht die Fähigkeit hat, das im Kopf zu behalten. Also dass du nicht, wie wir, wir sehen, da drüben ist ein Baum, wenn ich weggucke, weiß ich, der Baum ist immer noch da. Das haben die nicht, weil es nicht nötig ist. Weil die ganze Zeit ein ununterbrochener Stream von Echolokationen da ist.
Florian Bayer: Er hat ja so eine universelle Wahrnehmung. Er nimmt alles um sich herum wahr. Es gibt auch keine konkreten Sehorgane, sondern es ist quasi der gesamte Körper ist das Organ. Das Wahrnehmungsorgan quasi, was bei uns das Taktile ist, die Haut, die irgendwie wahrnimmt. Aber was natürlich viel kleiner ist, weil wir nehmen nur das, was uns direkt berührt, während er wahrnimmt, was komplett im Raum geschieht.
Johannes Franke: Ich finde es total faszinierend und geil und ich finde, dass Andy Wears Gedankenwelt da wahnsinnig spannend ist.
Florian Bayer: Ja, Andy Weir hat sich da ja viel mehr Gedanken gemacht, als das, was im Film gezeigt wird. Es wird ja auch sehr viel im Buch Im Buch wird viel mehr beschrieben, wie Grace versucht herausfindet, was Rocky ist und wie Rocky funktioniert. Und es gibt zum Beispiel auch den Moment, Erste Hilfe leisten will und versucht viel mehr von seinem Körper zu verstehen. Und wir erfahren einfach deutlich mehr, was die... Nicht nur was die Wahrnehmung betrifft, sondern auch was die Ernährung betrifft von Rocky. was seine Fortpflanzung betrifft. Da werden im Buch wirklich viele Sachen erzählt, die im Film weggelassen werden. Oder im Film halt irgendwie wirklich nur so am Rande stattfindet, zum Beispiel das Ding mit der Ernährung, dass er sich da wirklich einfach was reinschiebt und dann wieder rauszieht.
Johannes Franke: Es ist alles sehr humorvoll, ne?
Florian Bayer: Ja, es ist total humorvoll erzählt.
Johannes Franke: Also es ist wirklich... Geil, weil im Grunde ja das, was im Buch drin ist, im Film auftaucht, aber jeder sagt, die haben wirklich die lustigste Variante, das darzustellen gesucht.
Florian Bayer: Ich find's halt schon geil, also die Entscheidung aus unserem Protagonisten zum einen so einen wissenschaftlichen Nerd zu machen, der clever ist. Aber gleichzeitig jemand, der auch so ein bisschen tollpatschig ist. Und nicht nur tollpatschig im körperlichen Sinne, sondern auch im geistigen Sinne. Und dann diesen... Also ich meine, die erste Kontaktaufnahme von Rocky ist einfach großartig, wenn er ihm diese Kapsel rüberwirft aus seinem Raumschiff. Und Grace total Angst hat und so weiter und dann prallt sie ans Raumschiff und fliegt weg. Und dann kommt sie nochmal und Grace so, warum ist sie so langsam? Sie halten mich für dumm.
Johannes Franke: Das ist toll. Es ist so ein menschlicher Moment.
Florian Bayer: Absolut. Und wir wären ja alle da. Und ich meine, Grace hat keine Ahnung vom Weltraumspaziergang. Er ist kein Astronaut. Er hat sehr oft davor auf der Erde betont, dass er kein Astronaut ist. Und natürlich stellt er sich dann so dumm an und... Das ist eine gute Entscheidung, weil es halt diesen Beginn der Begegnung und diesen Beginn der Kommunikation witzig gestalten kann, weil er ist halt ein bisschen verpeilt. Er versteht nicht gleich, wie man so ein Ding öffnet. Ich würde so ein Ding auch nicht geöffnet kriegen. Ich würde da genauso albern sitzen. Und das entschärft halt auch das Wissenschaftliche, weil wir da mitfühlen können.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Wenn er ein fokursches Pendel baut, dann sitzen wir da und sagen, ja, da wäre ich auch drauf gekommen. Wenn er aber diese Kapsel in der Hand hat, die gegen den Tisch schlägt und er nicht weiß, dass er drehen muss, dann sagen wir, yes, that's me. Mit jeder Cola-Dose. Okay, das war jetzt ein bisschen übertrieben, aber du weißt, was ich meine.
Johannes Franke: Ich hab dich schon gesehen. Nein, ich find's großartig, das fängt ja schon an, wenn er aufwacht da in diesem Raumschiff und keine Ahnung hat und diese Geräuschkulisse, die er von sich gibt und... durch die Gegend geschleppt wird von diesem Roboter. Und es ist einfach... Es ist so wahnsinnig menschlich. Und es wird nie so richtig unrealistisch, weil es dann irgendwie nur noch für die Comedy ist. sondern es ist immer auf einer bestimmten menschlichen Ebene und es gibt irgendwie alles immer noch Sinn. Also auch, dass er doch immer wieder mit sich selbst redet, würde ich vielleicht im Raumschiff auch machen. Wenn ich alleine wäre und mit der Zeit, würde ich wahrscheinlich... einen Haufen One-Liner mir selbst erzählen, damit ich irgendwie ein bisschen das Gefühl von ich bin noch ein Mensch und ich lebe noch habe.
Florian Bayer: Denke ich auch. Also ich glaube, gerade in dem Moment, wo er wach wird, macht es total Sinn, weil du willst deine Stimme hören. Du weißt nichts und du versuchst überhaupt herauszufinden, wer du wo im Raum bist. Auch so dieses Verzweifelte, bin ich klug?
Johannes Franke: Warum weiß ich das? Das ist ganz genial. Aber es ist logisch.
Florian Bayer: Ja, total. Und das ist schon geschickt gemacht und ich finde, der Film hat hier strukturell auch, er ist strukturell wie er Roman fasst, was das betrifft. Er hat eine sehr clevere Art der Erzählung und zwar dieses Umschalten von Weltraummomenten. zu diesen Flashbacks auf der Erde, die am Anfang wirklich nur Flashbacks sind und nichts sagen, aber dann sehr schnell so eine Handlung etablieren. Und es wird im Film gar nicht so thematisiert, aber im Buch wissen wir, dass es wirklich das ist, dass er sich so bröckchenweise das Wissen nimmt. Hier sind es eher wir als Publikum, die so bröckchenweise das Wissen mitkriegen, wo kommt dieser Grace her, was hat er auf der Erde gemacht? Und das ist sehr geschickt eingebaut in die Gesamterzählung. Und natürlich auch, das ist ja so quasi sein erster emotionaler Halt zur Erde, den wir kennenlernen. Das ist niemand aus seiner Vergangenheit, sondern jemand, der ihn direkt in diese Mission begleitet hat, nämlich Eva Stratt.
Johannes Franke: Na ja, ja.
Florian Bayer: Unsere deutsche Wissenschaftlerin, gespielt von einer deutschen Schauspielerin, Sandra Hüller.
Johannes Franke: Sie darf. Sie darf, sie darf, sie darf. Und sie darf natürlich Deutsche spielen, die keinen Humor verstehen. Beziehungsweise sie ist keine Deutsche, oder?
Florian Bayer: Im Buch ist sie eine Niederländerin im Film, sie ist eine Deutsche.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Ich finde, dass Sandra Hüller die heimliche Heldin dieses Films ist.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Das ist ja unglaublich. Also sie als Schauspielerin einfach so gute Entscheidungen, Spielentscheidungen getroffen, um... jegliche Form von überbordender Dramatik rauszunehmen und das alles so... Ausländer würde sagen so deutsch, aber...
Florian Bayer: Sie ist so fucking deutsch in diesem Film.
Johannes Franke: sie ist so, dadurch, dass sie das alles sehr formalistisch spielt, kriegt sie eine Emotionalität absurderweise, die genial ist.
Florian Bayer: Sie ist das Straight Guy? Also grundsätzlich, ne? Wir haben auf jeden Fall, es gibt ja quasi zwei Buddy-Movies in diesem Film, zum einen den zwischen Rock und Kreis im Weltall und zum zweiten den zwischen Kreis und Strath auf der Erde. Und da haben sie ganz klar diese Straight-Guy-Funny-Guy-Dynamik. Es gibt diese tolle Szene, wenn Grace zu ihr auf dem Schiff kommt und sagt, sie sind mysteriös und sie sagt, so, nee, eigentlich nicht. Und dann sagt Grace, ich wäre auch gern mysteriös, aber ich quatsch zu viel, das ist so ein Problem von mir. Das ist vor allem clever, dass Strath halt nicht zu dieser mysteriösen kalten Wissenschaftlerin machen, sondern wir merken irgendwann, sie kann auch Sessi sein.
Johannes Franke: Ja, und sie ist vor allem einfach trocken.
Florian Bayer: Sie hat diese Art von trockenem Humor, den wir Deutsche wahrscheinlich bekannt sind.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Die zuerst gar nicht als Humor rüberkommt, die aber teilweise zum Schreien komisch ist.
Johannes Franke: Ja, ja. Und dann natürlich eine perfekte Ergänzung zu Grace. Und vor allem verdient sie sich dann auch diesen Song. Also dieser Song ist ja wirklich der Hammer.
Florian Bayer: Meiner Meinung nach die beste Szene im 2026er-Kino. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die noch geschlagen wird. Es ist Kunst. Also es ist wirklich von Anfang bis Ende ist dieser Moment unfassbar Gold wert. Es ist einfach die, ich wollte gar nicht so früh davon erzählen, aber es ist für mich die beste Filmszene dieses Jahres und ich glaube nicht, dass sie noch geschlagen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Film noch was draufsteht. packen kann.
Johannes Franke: Das stand nicht im Drehbuch, ne?
Florian Bayer: Ja. Sie hat den Song ausgesucht, aber sie hat wohl relativ einfach so neuer Popsong, den nehme ich Ich glaube, sie hat sogar gesagt, sie hat einfach das Erste auf der Liste oder so genommen. Sie kannte den Song.
Johannes Franke: Wer hat das für sich in Anspruch genommen aussuchen zu dürfen, weil sie relativ kurzfristig damit gekommen sind? Sie hat beim Dreh in den Gängen privat gesungen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und Ryan Gosling hat irgendwann gesagt, Alter, wenn wir diese Frau nicht in unserem Film singen lassen... Dann verschenken wir ein riesiges Potenzial. Und dann sind sie halt, sie hat währenddessen noch am Theater hier in Deutschland gearbeitet, hat irgendwie... Hat er irgendeine Theaterproduktion? Und dann haben sie sich quasi nach einer Theaterproduktion überfallen und haben gesagt, du musst was singen, aber eben in ein paar Tagen schon. Der Dreh ist ja dann in ein paar Tagen oder sowas. Und dann hat sie gesagt, okay, mache ich kurzfristig, aber... Ich darf den Song aussuchen. Und dann hat sie vielleicht auch einfach was genommen, was sie gut genug kannte, um es auch singen zu können.
Florian Bayer: Entschieden hat sie sich für Harry Styles, den wir kennen als ehemaligen Boybandsänger von One Direction. der den Robbie Williams gemacht hat, eigentlich so dann nachdem... mit One Direction 2016 zu Ende war, nämlich irgendwie so Adult Pop zu machen.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Der sehr viel Pathos hat. Und ich höre den nicht wirklich, ich kenne von dem auch nicht wirklich viel, aber Sign of the Times ist ein unglaublich guter Popsong.
Johannes Franke: Ja, muss man schon sagen. Harry Styles hat einiges Gutes gemacht anscheinend. Also es ist nicht mein Ding, nicht meine Richtung und so, aber wenn ich Harry Styles mitbekomme… Was ich von ihm mitbekomme, absolute Hochachtung vor diesem Typen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Willst du Tee, Plur?
Florian Bayer: Ja, sehr gerne, bitte. Ja, also vor allem ein korrekter Typ. Er hat sich offensichtlich sehr für diese He-for-She-Kampagne von Emma Watson eingesetzt. Ja, genau. Er ist politisch aktiv, er unterstützt so sehr Pride Month, also genau, wenn 90% deiner männlichen Hörer schwul sind, dann machst du das auch. Das passt irgendwie. Nee, das sieht echt gut aus, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also ich glaube, niemand, der Harry Styles-Fan ist, kann mir nicht erzählen, dass seine Optik auch eine gewisse Rolle dabei spielt. Aber was ich eigentlich sagen wollte, Sign of the Times ist ein wirklich unglaublich guter Song. Ich kannte den Song vorher gar nicht so richtig.
Johannes Franke: Nee, ich auch nicht.
Florian Bayer: Ich hatte den irgendwie vielleicht mal irgendwo gehört, weil das war ja ein großer Hit.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das heißt, ich hab den eigentlich so richtig zum ersten Mal von Sandra Hüller gehört.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und als ich die Szene das erste Mal gesehen habe, dachte ich, Ist das irgendein alter David Bowie Song, den ich nicht kenne?
Johannes Franke: Ja, das ist eine sehr gute Frage. Also ist es natürlich nicht, aber genau dieses Feeling, ne? Kommt voll von, also das ist ja auch von David Bowie.
Florian Bayer: Oder Pink Floyd aus so Space Rock, ne?
Johannes Franke: Ja, ja, ja, total.
Florian Bayer: So wabernd und so Ground Control to Major Tom.
Johannes Franke: Genau das, ja.
Florian Bayer: Und dann habe ich den Song von Harry Styles gehört. Richtig. Und festgestellt, ich mag den Song auch von ihm gesungen.
Johannes Franke: Ja. Aber klingt schon ein bisschen anders, oder?
Florian Bayer: Klingt anders. Ist halt... Einfach eine große Pophymne. Aber es kommt nichts an diese Sandra-Hüller-Interpretation heran. Also diese, sorry, jetzt muss ich kurz auf diese Szene wirklich abgehen. Dieses ruhig starten, auch dieses ein bisschen unsicher starten. Wir wissen, sie kann singen. Sie hat gesagt, dass sie im Chor war. Der Charakter kann singen. Das wissen wir, nicht nur die Schauspielerin. Und dann dieses ein bisschen unsicher starten und dann aber die volle Wucht reinlegen. Und es ist ja so ein Karaoke-Abend. Das heißt, die sitzen da alle so betrunken und alle feiern mit. Und dann haben wir so diesen leichten Kontakt, den sie mit Grace hat, ne? Nicht viel, aber immer so einen Blick hin und dann einmal so ein sehr bewusstes Zunicken, wenn sie sagt, denkt dran, alles wird in Ordnung.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Es ist schon wirklich gut aufeinander abgestimmt. Und es zeigt zum einen, wie ihre Beziehung funktioniert. Dass da eine emotionale Nähe ist, trotz professioneller Nähe, die das dominiert.
Johannes Franke: Man hat schon so zwischendurch das Gefühl, da könnte irgendwie in einer anderen Universum, könnte da was laufen.
Florian Bayer: Ich glaube das, nein, das ist, nein, Buddies. Best Buddies forever, aber nicht mehr. Und vor allem Das ist die zweite Komponente. Sie ist die, die die Astronauten in den Tod schickt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie ist die ganze Zeit sehr nüchtern dabei. Grace sagt, mach dich das fertig. Und sie sagt so, nee, nee, nee. Da sehen wir zum ersten Mal, dass es sie bewegt. Dass sie hier einen Raum von Toten vor sich hat.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann die dritte Komponente, dass sie gleichzeitig wie so ein Todesengel rüberkommt, Sie singt diese Abschiedshymne. Sie sagt, it's a sign of the times. Stop Crying und so. Sie ist der Todesengel in diesem Moment, der diesen Leuten ihr jüngstes Gericht singt. Ah. Und diese, diese, Entschuldigung, dass ich gerade so viel labere. Ich liebe diese Szene. Diese Mehrschichtigkeit in dieser Szene, dass sie halt zum einen Todesengel ist, zum anderen jemand, der das Schicksal der Astronauten beweinst, zum anderen jemand, der Kreys Trost stammt. der die ganze Zeit unsicher durch diesen Film stolpert. Diese Mehrschichtigkeit.
Johannes Franke: Und dass sie auch ihre Emotionalität allgemein hat.
Florian Bayer: Und dass sie auch zeigt, hey, ich bin auch ein Mensch, der Emotionen hat. Genau. nur die kalte Wissenschaftlerin. Das hebt diese Szene auf ein komplett anderes Level.
Johannes Franke: Und das Perfekte ist... dass sie dann den Song mittendrin beendet und sagt, so Leute, das war's.
Florian Bayer: Das reicht. Es ist einfach fantastisch.
Johannes Franke: Oh, so toll.
Florian Bayer: Und sie ist vorher schon total großartig. Sie hat teilweise diese trockenen Szenen. Ja. Wenn Grace am Flugzeugträger ankommt und sagt, oh, Kaffee wäre gut. Und sie sagt, nee, nee, beide Kaffees sind für mich. Das ist so on point zu ihrem Charakter. Krass, ne? Wenn sie sich kurz mit ihren Leuten berät und sagt, nee, wir sind alle der Meinung, du solltest am Leben bleiben. Das wäre vorteilhaft. Sie hat einfach diese Sessi-Momente. Und hier kriegt sie den großen emotionalen Moment. Und es ist nicht nur ein Meisterstück in Charakterbuilding, sondern auch ein Meisterstück in das Thema des Films. Hoffnung, Überleben, alles wird gut. Kämpfen und Verschwinden in drei Minuten zu packen. Wahnsinn. Meisterwerk.
Johannes Franke: Absoluter Wahnsinn, ja.
Florian Bayer: Entschuldigung, jetzt bin ich fertig.
Johannes Franke: Ich weiß gar nicht, was ich jetzt anstellen soll. Wo soll ich denn jetzt andocken?
Florian Bayer: Leute, das war die Episode für diese Woche. Pro hat eigentlich das gesagt. Hört euch den Song an. Es gibt ihn auf YouTube. Das sage ich, weil ich ihn schon zehnmal auf YouTube geguckt habe. Nein, wir laufen tatsächlich, ich hab das Ding tatsächlich ein paar Mal geguckt, auch mit meinem Sohn zusammen, aber auch alleine. Und wir laufen zu Hause rum und trällern das immer mal wieder, weil dieses Lied sich bei uns allen festgefressen hat.
Johannes Franke: Also ich finde, dass Sandra Höhler einfach, um das mal zusammenzufassen, Wahnsinnig gut darin ist, das was kitsch werden könnte, komplett kitschfrei zu gestalten als Schauspielerin. Und das ist ein Verdienst, den kriegt nicht jeder Schauspieler so hin. Das ist einfach toll.
Florian Bayer: Sie ist absolut zu Recht in Hollywood angekommen. Ich fand sie in The Zone of Interest, fand ich sie wirklich gut.
Johannes Franke: Habe ich noch nicht gesehen.
Florian Bayer: Absolut sehenswert.
Johannes Franke: Vielleicht gibst du mir den irgendwann mal.
Florian Bayer: Ich finde sie halt auch gut in Filmen, die ich gar nicht so mag. Ihre großen Filme, weder Toni Erdmann ... Noch Anatomie eines Falls sind für mich diese bedingungslosen Meisterwerke, als die sie andere Leute lesen. Ich finde das sind okaye Filme.
Johannes Franke: Ja, natürlich einesfalls fand ich ziemlich gut, muss ich sagen, aber auch gerade wegen ihr.
Florian Bayer: Sie rettet diese Filme. Also nee, das ist zu viel gesagt. Das wären auch ohne sie okay Filme. Aber sie glänzt in diesen Filmen, die ich nicht gut finde. Und das muss man halt auch erstmal schaffen, wenn ich einen Film sehe und denke, ach ja, ist so ganz okay. Und sehe sie und denke, sie ist Wahnsinn.
Johannes Franke: Toll. Ach man.
Florian Bayer: Nein, großartige Schauspielerin und großartige Ergänzung zu Ryan Gosling und gerade als Straight Guy, weil Ryan Gosling macht halt sein Ding mit seinem Hundeblick.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und mit seinen Albernheiten.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie bringt so ein bisschen Gravitas da rein dann.
Johannes Franke: Was ich geil finde, ist, dass dann auf der anderen Seite im Grunde auf dem Raumschiff ja eher der Straight Guy für Rocky ist. Ja, ja, ja. Das ist wirklich eine geile Umkehr, weil Rocky ist knallhart und Rocky hat echt derbe Sprüche drauf. Das ist unglaublich. Es ist so unglaublich, vor allem, weil wir einen Charakter für uns haben, den wir gar nicht kennen können, von dem wir auch nicht andocken können oder so. Und sie haben ihm genug menschliche Trademarks gegeben, dass man ihn so feiert.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: für seine Sprüche und für seine Art und Weise zu reden und Kommentare zu geben an der richtigen Stelle. Man hat das Gefühl, dass der ein kleines bisschen zu schnell versteht, wie die Kultur von Menschheit funktioniert.
Florian Bayer: Ich finde es auch total unlogisch, dass er, wenn er ins Schiff von Grace kommt, dass er Sachen als schmutzig bezeichnet. Stimmt. Es könnte funktional sein, aber... Nur weil da eine Hose auf dem Boden liegt, er weiß ja nicht, dass das Chaos von einer Junggesellenbude ist.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Aber das ist okay für mich, ne? Genau.
Florian Bayer: Und es wird ja so ein bisschen angedeutet, dass Rocky eigentlich Humor nicht versteht und dass sein Humor, böser Humor eigentlich eher daherkommt, dass er einfach Sachen ehrlich sagt, dass er einfach offen zu Grace sagt, Kannst du nicht, du wirst uns alle töten. Und ähnliche Dinge. Es gibt diesen Moment, wo Rocky sich total freut, dass er einen Witz gemacht hat. Und dass er einen Witz verstanden hat und das deutet so ein bisschen an, dass der Humor bei der Spezies der Eridiana nicht so vorkommt wie bei uns Menschen. Aber trotzdem, ja, Rocky ist der Beziehung zwischen den beiden der witzigere, weil er halt auch einfach der vorderndere ist. Ja, genau. Diesen Moment, wenn Grace sein Tagebuch Richtung Erde schickt und dann sagt, und er will von mir den Begriff haben, für das, wie er sich verhält. Und ich hab den Begriff. Bossi.
Johannes Franke: Und es ist geil, James Ortis, der Puppenspieler ist von Rocky, der wurde richtig gecastet. Ja, also es wurde nicht einfach nur gesagt, wir brauchen irgendeinen Puppenspieler, der die Bewegung macht, sondern der wurde richtig gecastet, damit das Zusammenspiel funktioniert. Und er ist zum Casting gekommen, hat erstmal seine eigene Puppe mitgebracht, seine eigene Vorstellung davon. Hat die da auf den Tisch geknallt, hat mit denen dann Szenen gemacht und hat im Casting schon Ryan Gosling total rumgeschickt. Und hat genau diese Art und Weise, wie sie sich auch vorgestellt haben, wie einfach Rocky ist. schon im Casting an den Tag gelegt und haben sie festgestellt, okay, das ist der perfekte Typ. Und er ist aber die ganze Zeit davon ausgegangen, dass seine Stimme zumindest... am Ende ausgetauscht wird. Also er hat am Set die Stimme gemacht, hat die Dialoge gesprochen Und dann haben alle gesagt, ja, ist aber perfekt, wie du das machst. Und am Ende ist es auch seine Stimme geworden.
Florian Bayer: Und das ist geil. Was geil ist, weil es ist ja eine Computerstimme, die mit Grace redet. Ja, ja. Eines der großen, für mich spannenden wissenschaftlichen Themen des Films ist halt nicht die Astrophysik, sondern die Lingoistin, wie sie lernen miteinander zu kommunizieren. wie sie zueinander finden und es wird wirklich geschickt erzählt, dass hier die Menschen die sind, die den Vorteil haben, weil Grace hat diesen Laptop, mit dem er Sachen aufzeichnen kann, und live übersetzen kann. Und es wird geschickt gezeigt, wie sie anfangen, ein Vokabular aufzubauen. Und dann sagt der irgendwann, ja, jetzt haben wir so 120 Wörter zusammen, jetzt kann man schon ein bisschen kommunizieren. Und es wird dann ja nach und nach mehr. Und klar, es wird schnell erzählt. Ich finde, es wird aber trotzdem plausibel erzählt.
Johannes Franke: Total plausibel. Ich finde es super. Also es gibt schon durchaus ein paar Leute, die sich beschweren, dass das viel zu schnell geht und so. Das sind meistens Leute, die das Buch gelesen haben, weil es im Buch halt viel länger dauert. Aber ich finde, dass es nicht an Plausibilität eingebüßt hat, sondern einfach filmisch verkürzt wird. Das war's.
Florian Bayer: Genau, es wird ja nicht gesagt, wie lange dieser Zeitraum ist. Wir merken einfach, und es ist halt auch einfach logisch. Und Grace übernimmt da ja eine Auch voll die Rolle des Wissenschaftlers, der sagt, okay, wir müssen einen Punkt finden, wir müssen anfangen, wir fangen an mit Mathe, wir fangen an, uns Sachen zu zeigen.
Johannes Franke: Das ist eine Eins, das ist eine Zwei, das ist eine Drei und so weiter. Und was ich total geil finde, es sind ja offensichtlich zwei Leute, die zu einer gemeinsamen Mission gekommen sind. Auch wenn sie noch nicht wissen, dass sie die gleiche Mission haben. Das heißt, die müssen beide Grundvoraussetzungen mitbringen, um diese Mission überhaupt zu verstehen. Und über dieses Basiswissen erarbeiten die sich die Sprache. Er muss wissen, wie so ein Atom aufgebaut ist. wie so ein anderes Element aufgebaut ist, was diese ganzen Sachen sind. Rocky macht ihm ja nur ein CO2 und versteht dadurch, was da eigentlich... Und darüber... sich Sprache anzueignen. Ist doch auch eine geile Sache.
Florian Bayer: Das ist vor allem das Rocky-Verständnis. Rocky ist offensichtlich eine Spezies, die sehr materialwissenschaftlich auch orientiert ist, weil sie halt viel bauen und dementsprechend ist die erste Kommunikation, die Rocky mit ihm macht, nicht seine Geräusche, sondern er gibt ihm Zeug. Er baut sein Sonnensystem, baut er ihm, er baut ihm sein Raumschiff. Er zeigt ihm mit seinen Bauten, dass er zu seinem Raumschiff zurückgehen soll, was er zuerst nicht versteht. Oh, du klopfst gerne. Ah, nein, du willst mir was zeigen. Okay, alles klar.
Johannes Franke: Es ist so geil. Und es ist wieder. Es ist logisch und es ist aber die lustigste Version, wie man sowas machen kann. Absolut. Es ist toll. Und dass Rocky auf Puppetry besteht. Nein, mach die Papa-Show, mach die Papa-Show.
Florian Bayer: Und es ergibt total Sinn. Es ergibt total Sinn. Das ist die Art, wie die Iridianer denken. Die denken in diesen Modellen, die kommunizieren in diesen Modellen. Wahrscheinlich sieht eine wissenschaftliche Arbeit auf Irida so aus, dass da sehr viele Modelle rumstehen. Das ist wahrscheinlich komplett anders als bei uns Menschen. Und deswegen ist das logisch, dass er auch darauf besteht, weil er sagt, das ist meine Art, Wissenschaftskommunikation zu betreiben. Es ist wirklich clever gelöst.
Johannes Franke: Ja, es ist super clever gelöst.
Florian Bayer: Und dann, dieser Weg zur Sprache ist natürlich auch süß mit denen. Wenn sie sich dann die Stimmen anhören und dann haben sie Meryl Streep. Und Ryan Gosling sagt so, ah ja, Meryl Streep kann einfach alles.
Johannes Franke: Ich glaube, irgendwo gelesen zu haben... Also ich habe es gelesen, aber ich weiß nicht, ob es 100% stimmt. Aber ich kann es mir gut vorstellen, dass Ryan Gosling in dieser Szene nicht wusste, welche Stimmen kommen werden. Sie haben ja wirklich auch ab und zu mal improvisiert. Also die Gespräche zwischen Rocky und Ryan Gosling sind... streckenweise improvisiert. Zum Beispiel, dass er über Marc redet.
Florian Bayer: Ja, er hat eine Frau und jetzt ist sie mit Marc zusammen. Rocky hasst Marc.
Johannes Franke: Das ist so geil, dass Rocky das im Moment sagt. Und das ist ein Dialog, den die improvisiert haben. Und dann ist der drin geblieben. toll. Und Marc, weißt du, wer Marc ist? Mit Marc arbeitet Ryan Gosling seit zehn Jahren zusammen. Der saß neben der Kamera, während das passierte. Sehr geil.
Florian Bayer: Fantastisch.
Johannes Franke: Ich finde es so lustig. Und es ist schön, dass die auch über Improvisation an solche Sachen rangekommen sind.
Florian Bayer: Ja. Was ganz toll ist in dieser Entwicklung der Sprache, das sehen wir ganz am Ende, dass sie dann irgendwann so weit sind, dass sie die Sprache des anderen verstehen, ne? Am Schluss kommunizieren sie ohne Laptop. Wo wir dann auch wissen, dann sind sie wahrscheinlich schon Monate zusammen auf Rockies Planeten. Und es ist total toll, Rocky redet in seiner Sprache, Grace redet in seiner Sprache, sie verstehen sich gegenseitig. Und es ist so eine natürliche Entwicklung von Sprache. Es ist wirklich... Ich habe keine Linguistik studiert, ich habe aber ein bisschen mich mit Linguistik auseinandergesetzt im Studium. Ich finde, es ist wirklich gut getroffen.
Johannes Franke: Schön. Sehr schön. Ach, das freut mich. Oh mein Gott, Plur, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo.
Florian Bayer: Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurückfinden.
Johannes Franke: Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld da lassen wollt, macht das doch bitte über buymeacoffee.com. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, Ist das eure Chance? Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes at... muss man sehen.de und Florian at muss man sehen.de
Florian Bayer: Jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns... so 5 Sterne oder Herzchen oder sonst irgendwas, was auch immer euer Podcatcher anbietet, gibt und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben. Ah, super. Fehlt noch irgendwas? Nee, ich glaube, wir haben alles, wa?
Florian Bayer: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode.
Johannes Franke: Yes!
Florian Bayer: wenn wir schon so im Wissenschaftsrausch sind. Tau Ceti existiert wirklich und ist wirklich... 11,9 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Johannes Franke: Du willst jetzt in die Wissenschaft reingehen? Ich habe ganz viel.
Florian Bayer: Aber willst du den Downer bringen zu Taut City oder soll ich es tun?
Johannes Franke: Mach du.
Florian Bayer: Es gibt keine Planeten.
Johannes Franke: Ja, unser Autor ist ja eigentlich davon ausgegangen, dass es da welche gibt. Und in dem Moment war es auch noch offen, ob es da welche gibt.
Florian Bayer: Genau. Die Wissenschaft hat damals gedacht, es gibt welche. Sie haben festgestellt, es war nur... Dreck auf der Linse. Nicht ganz so schlimm, aber es war Dreck. Es ist Dreck um die Sonne herum, wenn ich das richtig verstanden habe.
Johannes Franke: Und es ist ein bisschen traurig, dass der Autor das in dem Moment, wo alle glauben, dass ein Planeten das genommen hat, um... um das wissenschaftlich fundiert machen zu können. Und dann schätze ich raus, die existieren gar nicht. Schade drum. Aber naja... Wissenschaft, wenn es um Wissenschaft geht, die Petrova-Line. Ja, es ist durchaus plausibel halbwegs. Dass es eine Art Infrarotsignatur gibt, die eine Linie darstellt, die auch nur Infrarotlicht emittiert und alles andere quasi unsichtbar passiert. Das ist durchaus plausibel. Allerdings ist es nicht plausibel, dass es Astrophagen gibt, die direkt in der Nähe der Sonne wasserbasiert leben. Biologisch ist das nicht möglich. Vor allem auch nicht möglich, dass die Energie auf die Art, wie behauptet wird, direkt von der Sonne umwandelt und direkt ausgibt. Die benutzen die ja dann, um eben diesen Antrieb zu machen. Nahezu 100% Energie rein und wieder raus, funktioniert nicht, keine Chance.
Florian Bayer: Ja, ich finde es ganz spannend. Hier wird ja neben Rocky eine zweite fremde Lebensform etabliert. nachher noch eine dritte Lebensform kennenlernen, deren Wahrnehmung als Lebensform im Gegensatz zu der Wahrnehmung von Rocky als Lebensform deutlich niedriger ist. Aber wir haben es hier mit einer Lebensform zusammen. Genau. Und so wird es auch etabliert, dass es sowas ist wie Bakterien oder wie Viren. Ja. Es sind eigentlich Parasiten. Sie ernähren sich von Sonnen und sie sind ja auch offensichtlich nicht nur eine Bedrohung für unser Sonnensystem, sondern für das gesamte Weltall. Also wenn wir es richtig deuten, dann sind diese Viecher, können die Millionen von Sterne vernichten und können hier wirklich für Dunkelheit sorgen. Das ist eine spannende Frage, ob wenn sie ihre Sonnensysteme gerettet haben, ob sie weiterziehen und diese Taumöbel überall aussetzen, damit die Planeten nicht sterben. Was ich ganz spannend finde ist, wie unterschiedlich dann doch eben Leben bewertet wird. Wir haben hier einen Organismus und hier haben wir einen Organismus, den wir auf jeden Fall töten müssen. Das ist die Mission. ist, dass dieser Organismus vernichtet wird.
Johannes Franke: Ja, naja, weil er auch nicht beherrschbar ist.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Bisher zumindest. Und ich gehe schon auch davon aus, dass wenn wir mehr Wissen darüber haben würden, dass es genug Stimmen geben würde, die sagen würden... Wir müssen die dort loswerden, weil sie uns bedrohen, aber wir müssen sie trotzdem erhalten.
Florian Bayer: Naja, spannend ist ja, also ich meine, so gehen wir ja auch mit Viren und Bakterien um. Also wir vernichten Leben quasi, weil wir überleben, weil wir selbst überleben wollen. Und das ist dann vielleicht auch Einfach so die evolutionäre Grausamkeit. Ich finde dieses Konzept auf jeden Fall deswegen auch spannend, weil das halt dann nochmal eine Lebensform ist, die etabliert wird. die so ganz komplett anders ist von dem, was wir kennen, was wir sind, was Rocky ist oder was irgendwelche Pflanzentiere auf der Erde sind, weil es wirklich... eine Weltraumlebensform ist und die halt leider nicht plausibel ist. Und es ist mir so vollkommen egal, weil es halt einfach... Weil es halt einfach spannend genug ist als exotische Lebensform, die anders gedacht wurde. Wenn wir Menschen uns versuchen, Spezies von anderen Planeten vorzustellen, verfallen wir halt viel zu schnell dem Fehler, dass wir uns bei dem bedienen, was wir kennen. Und selbst bei Rocky, bei dem schon sehr tief in die Trickkiste gegriffen wurde, auch da haben wir ... Extremitäten, Bewegungsmuster, die an Tiere erinnern und so weiter.
Johannes Franke: Und
Florian Bayer: Und deswegen bin ich so dankbar, wenn versucht wird, darüber hinaus zu denken. Wenn ein Science Fiction Film versucht, Lebensformen zu entwickeln, die halt nicht wir mit grünem Gesicht und Antenne auf dem Kopf sind, sondern irgendwie mehr. Und deswegen finde ich die Astrophagen als Konzept total geil, total interessant.
Johannes Franke: Ja, das stimmt toll. Na, wenn du bei den Lebewesen bist, dann geh doch in die Taumöben. Ich habe nur die englische Version gesehen. Du hast die deutsche Version ja auch gesehen, oder?
Florian Bayer: Ich habe die englische Version geguckt und die deutsche Version. Genau, die Taumöben sind Parasiten. Raubtiere, die offensichtlich sich von den Astrophagen ernähren und die nur in Tau Ceti vorkommen und deswegen ist Tau Ceti Das ist der Grund, warum die Sonne nicht stirbt.
Johannes Franke: Gott sei Dank ist das aufgegangen, ne? Weil keiner wusste, was da eigentlich passiert. Es hieß ja nur, dieser Planet lebt noch. Warum zur Hölle?
Florian Bayer: Ja. Finde ich aber tatsächlich, ich meine, sie nennen das Ding ja auch Hail Mary. Es ist so, die Erfolgsaussichten sind, also eigentlich am Stratt belügt sie all. Die Erfolgsaussichten sind so gerettet. Sie sagt schon, die Erfolgsausrichten sind gering, aber sie sind noch viel geringer, als sie sagt. Sie schicken da Leute ins Weltall, um das irgendwie zu untersuchen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Was würde Grace machen, wenn Rocky nicht auftauchen würde?
Johannes Franke: Keine Chance.
Florian Bayer: Was würde Rocky machen, wenn Grace nicht auftauchen würde?
Johannes Franke: Ja. Er hätte auch keine Chance. Die greifen alle nur nach Strohhalmen, das ist halt so. Und diese Tauböben sind natürlich auch irgendwie wissenschaftlich an Bakterien angelegt, die die tatsächlich diese Art von Fressverhalten an den Tag legen. Auch einigermaßen plausibel.
Florian Bayer: Es kriegt so einen gewissen Twist, ich verstehe nicht so ganz, warum das überhaupt noch drin ist. Ich habe das Gefühl, damit wird es so ein bisschen übertrieben in die Länge gedehnt, dass sie diese Taumöben nochmal züchten.
Johannes Franke: nochmal eine Selektion betreiben, um diese... Naja, es geht darum, dass wir dann darauf hinaus wollen, dass ja Rocky wieder in Gefahr gerät, damit er nochmal
Florian Bayer: gerettet werden kann. Ja, ich weiß, es wird zum einen, es wird vor allem als dieses dramaturgische Mittel. Genau. Aber ich finde dieses, das bringt einfach nochmal so einen Klotz rein, so wir müssen die jetzt stickstoffresistent machen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und jetzt haben wir jetzt unsere Züchtungsstation und so weiter, wo ich denke, uff, eigentlich habt ihr das Wichtigste erzählt und Ihr findet bestimmt auch einen anderen möglichen Weg, das dramaturgisch, da eine Gefahr aufzubauen.
Johannes Franke: Wenn sie schon bei Science sind, warum nicht auch da bleiben? Ja.
Florian Bayer: Ja, aber das ist zum Beispiel so ein, meiner Meinung nach überflüssig klingt so hart, aber es ist so ein Science-Part, den ich nicht unbedingt brauche. Weil ich hab das Gefühl, wir hatten so einen dramatischen Höhepunkt und jetzt wird diese Story nochmal in die Länge gezähnt und nochmal verkompliziert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: ohne dass es so einen wirklich storytechnischen Grund gibt.
Johannes Franke: Okay. Wenn wir schon bei der Wissenschaft sind, diese Astrophagen als Antrieb zu benutzen, wenn die Astrophagen existieren würden... dann kämen wir damit sicherlich irgendwie auf 90% Lichtgeschwindigkeit. Was ich sehr gut finde, ist, dass sie nicht über Lichtgeschwindigkeit hinausgehen. Das ist total wichtig.
Florian Bayer: Science, bitch.
Johannes Franke: Ja, also das finde ich schon sehr, sehr, sehr gut und auch, dass dann die Reise dauert vier Jahre, für die Leute auf der Erde sind es zwölf Jahre. Relativität und so weiter. Das wird ja auch alles erzählt. Das finde ich super.
Florian Bayer: Das macht absolut Sinn, so wie sie es erzählen. Es wird relativ, es wird halt auch nur am Rand gestreift. wie das funktioniert, wie dieser Antrieb funktioniert. Es wird halt großer Wumms, der uns weit wegfliegen lässt. Genau. langer Zeitraum, den wir unterwegs sind, künstliches Koma. Es sind so diese klassischen Space-Tropes, die dabei eine Rolle spielen.
Johannes Franke: Künstliches Koma ist völliger Quatsch wiederum, das auf gar keinen Fall machen, du hast danach Brain Damage ohne Ende, dass das zu überleben ist völliger...
Florian Bayer: Wird aber auch thematisiert. Wir haben drei Astronauten fliegen los, zwei sterben, einer ist komplett neben der Spur, wenn er wach wird.
Johannes Franke: Ja, aber auch komplett in der Spur ist total untertrieben. Also der wäre Banane danach, das wird nicht gehen. Im Buch wird erklärt, dass die drei Gene haben, die sie das Koma überleben lassen. Also er sucht sich im Buch einen Ausweg, der auch ein bisschen Bullshit Science ist. Aber der sozusagen das nochmal adressiert.
Florian Bayer: Immerhin. Ich glaube, es muss nicht erklärt werden. Wir sehen, dass einer überlebt hat. Wir haben davor erfahren, dass es eine extrem kritische Mission ist, dass sehr viel schief gehen kann. Dass wahrscheinlich nicht alle überleben werden, das reicht mir tatsächlich als Erklärung. Die künstliche Gravitation.
Johannes Franke: Hast du die verstanden beim Film gucken?
Florian Bayer: Nein, ich habe sie jetzt verstanden.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Nachdem ich einen sehr langen Text drüber gelesen habe. Ja, genau. Und mehrere Fragen an Chachi Pitia gestellt habe. Bis zu dem Punkt, wo ich gesagt habe, jetzt erklär es mir nochmal, als wäre ich fünf Jahre alt.
Johannes Franke: Das ist krass. Ich habe auch recht gebraucht, wie Zentrifuge drehen und so und überhaupt und Schub oder nicht Schub. Also, wenn du unterwegs bist und du hast einen Initialschub, Dann sorgt der Schub dafür, dass du nach hinten, also das Raumschiff drückt dich quasi ans Heck.
Florian Bayer: Wenn ihr in der Achterbahn sitzt, werdet ihr in die Sitze gedrückt.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Wenn ihr im Auto sitzt und es wird beschleunigt, werdet ihr in die Sitze gedrückt.
Johannes Franke: Und das ist dann in dem Moment für diese Zeit dein Boden.
Florian Bayer: Ja. Das heißt, ihr müsst euch vorstellen, er liegt quasi, wenn er wach wird auf dem Boden liegend, ist er ganz hinten im Raumschiff. Und der Boden ist eigentlich die Rückseite vom Raumschiff, hinter dem die Schubkraft ist, die beschleunigt.
Johannes Franke: Genau. Und auf der Hälfte des Weges dreht das ganze Ding. und bremst ab quasi. Also du hast auf die eine Hälfte des Weges einen Schub Und auf der anderen Hälfte des Weges bremst du aus, damit du genau am Schluss des Weges zum Stillstand wiederkommst. Das ist so der, ne? Und wenn du dann bremst, genau das gleiche, der gleiche Effekt. Bremsen im Auto bedeutet, dass du nach vorne gezogen bist. Und da hast du wieder deinen Boden.
Florian Bayer: Und dann ist es aber das Drehen. Was den Boden erzeugt.
Johannes Franke: Wenn du stehst, wenn du nicht mehr in Bewegung bist, dann ist es halt, ja.
Florian Bayer: Aber es ist genau dasselbe. Die Bewegung, die Drehung sorgt dafür, dass du an die Außenwand gepresst wirst und in diesem Moment ist die Außenwand dein Boden. Das heißt, der Boden ändert sich je nachdem, wie die Bewegung stattfindet. Und es gibt so eine geile Jahrmarktsattraktion, in der ich vor 30 Jahren oder so war, die heißt Rotor. Da steht man in so einer Trommel mit mehreren anderen, so 10, 12 Leute. Ich glaube, das Ding steht noch in Hamburg. Ich war damals in Saarbrücken drin. Und dann wird das ganz schnell gedreht. Und du wirst an die Wand gezogen. Und dann fährt der Boden runter und du bleibst aber an der Wand kleben, weil die Zentrifugal kraftig an die Wand geht. Das ist genau das Prinzip. Du kannst durch eine schnelle Rotation kannst du an die Wand gedrückt werden und...
Johannes Franke: Aber der wird ja auch massiv schlecht, oder? Auf dem Jahrmarkt.
Florian Bayer: Mir ist damals schlecht geworden, ein bisschen. Aber nicht so schlimm, dass ich kotzen musste oder so. Es war okay. Aber ja, natürlich. Du stehst im Extremtränen, das ist ein Zentrifizier.
Johannes Franke: Fuge.
Florian Bayer: Aber es ist halt leicht, es ist nicht vergleichbar mit dem, was Astronauten bei ihrem Training ausgesetzt sind.
Johannes Franke: Aber das Ding ist, Astronauten wird ja auch schlecht sonst. Das heißt, das Ding muss eine bestimmte Größe haben. Wenn du ein Raumschiff hast, das... 100 Meter hat, dann funktioniert das. Dann kannst du das um dich selbst drehen lassen. Dann 100 Meter, da ist das der Mittelpunkt weit genug weg vom Außenpunkt, sodass dir In der Kreisbewegung, die der Außenpunkt macht, dann ist das nicht zu schnell und wird nicht zu sehr schlecht. Das, was du im Film siehst, können maximal 50 Meter sein. Also der Film ist ein bisschen daneben, was das betrifft.
Florian Bayer: A gleich V Quadrat durch R. Genau.
Johannes Franke: Genau das, das wollte ich gerade sagen. Hä, was?
Florian Bayer: Die Beschleunigung am A. V ist die Geschwindigkeit entlang der Kreisbahn und R ist der Abstand der Drehachse und ihr könnt es ausrechnen.
Johannes Franke: Wollen wir nochmal dazwischen sagen, dass wir keine Wissenschaftler sind?
Florian Bayer: Übrigens, Wissenschaft Wenn ihr das viel besser als von uns erklärt haben wollt. Es gibt einen deutschen Podcast, der heißt Hinter den Kulissen.
Johannes Franke: Geil.
Florian Bayer: Und das sind Leute, die sich mit Wissenschaft auskennen und die haben auch über diesen Film gesprochen. Das sind 90 Minuten oder 120 Minuten, ich weiß nicht. Filmpodcast mit seins, den ich euch sehr ans Herz legen kann. Ich verlinke ihn auch nochmal in den Shownotes. Um dieses Thema künstliche Gravitation mit einer Zentrifuge abzuschließen, ist nicht alles Theorie. Es ist noch nicht praktisch angewandt worden.
Johannes Franke: Noch gar nicht?
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Oh, interessant.
Florian Bayer: Also nicht in einer rotierenden Weltraumstation, dass man eine Zentrifuge hat, also auf dem Jahrmarkt offensichtlich. Das heißt, die NASA macht damit auch Experimente. aber es wurde noch nicht so angewandt, dass man eine künstliche Schwerkraft im Weltraum hat. Es gibt wohl einen Plan jetzt für ein Pilotprojekt, aber ohne Menschen. Dass sie was hochschießen, in der Schwerelosigkeit sich drehen lassen und dann gucken, wie die Kräfte wirken und ob das funktioniert.
Johannes Franke: Ich finde das super interessant. Deswegen habe ich mich auch damit so viel beschäftigt jetzt hier und deswegen ist ja der Teil der Wissenschaft jetzt in diesem Podcast auch so groß, weil ich es einfach wahnsinnig spannend finde.
Florian Bayer: Das Zentripedal bzw. Zentrifugal-Ding finde ich auch total interessant. Hintergrund ist übrigens... 2001 der Space Odyssey hat das ja auch schon gemacht, so zu zeigen. Als sie mit der Raumfahrt angefangen haben, waren sie sich nicht sicher, ob der Mensch überhaupt in der Schwerlosigkeit klarkommt. Der Gedanke war, und wir wissen das ja auch, dass da was dran ist, die Muskeln verkümmern komplett, du kommst nicht klar, das macht dich komplett fertig, das wird scheiße, wir müssen was finden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann, als sie angefangen haben mit den Raumflügen Ende der 60er und dann vor allem auch mit den Raumstationen, also jetzt in unserer Zeit, es wurde nach und nach klar, nein, wir können dem entgegenarbeiten. Man kann auch Monate auf einer Raumstation verbringen, man macht dann halt entsprechend Training, die müssen ja viel Krafttraining da machen. Und dann geht das schon. Deswegen ist der Leidensdruck nicht mehr so hoch und deswegen wird das nicht so krass verfolgt, weil wir mittlerweile wissen, es geht auch ohne.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Aber du kannst, also wenn du so große Pläne hast, wie eine komplette Gesellschaft da hochzuschicken, dann brauchst du Gravitation. Mir bleibt vor allem noch Rocky als wissenschaftlich checken, ob das soweit funktioniert. Und es ist einigermaßen plausibel. Es ist tatsächlich einigermaßen plausibel, vor allem wenn man das Buch liest. Aus dem Film kriegst du das glaube ich nicht zusammengesetzt.
Florian Bayer: nicht so viel erzählt. Im Buch erfahren wir, dass er offensichtlich ein eidätisches Gedächtnis hat. Das wird im Film auch nur tangiert. Rocky sagt einmal, ich kann nicht vergessen.
Johannes Franke: Okay. Ja, aber die Beschreibung des Heimatplaneten ist tatsächlich ziemlich gut. Und auch wenn er nicht wirklich existiert, zu Leidwesen des Autoren. Aber es ist gut beschrieben, diese globale Temperatur von 210 Grad. Sorgt dafür, dass der Körper eine bestimmte Biologie haben muss, die auch gut beschrieben ist, die offensichtlich auch tatsächlich funktioniert innerhalb dieser Parameter.
Florian Bayer: Die Atmosphäre besteht aus Ammoniak und Sauerstoff und Stickstoff sind nicht geil für Rocky, ne?
Johannes Franke: Genau, solche Sachen. Also es ist insgesamt sehr gut beschrieben. Ich muss das jetzt nicht alles auseinandernehmen, was das alles bedeutet.
Florian Bayer: Spannend finde ich es, ein Lebewesen zu entwickeln, das... partiell klassische tierische und pflanzliche Zellen hat, so wie wir es auf der Erde kennen, aber auch sehr aus Mineralien besteht. Also grundsätzlich dieser Steinkörper ist jetzt sehr verkürzt dargestellt. Das finde ich ganz spannend. Belegt Rocky die Theorie von Grace? Braucht er Wasser? Verdammt, weil ich dachte noch so, es wird im Film ja nicht so genau erklärt, das ist ja ein Plotthema, ein Thema, warum Crazy überhaupt reinkommt, ist, dass er diesen Text geschrieben hat und gesagt hat, Lebewesen brauchen nicht zwingend Wasser und alle haben gesagt, das ist Quatsch. Und er hat gesagt, doch, doch, doch, es kann auch möglich sein, dass Lebewesen ohne Wasser leben. Und er hofft dann bei den Astrophagen, dass die ein... dass die ein Beispiel dafür sind und stellt dann fest, scheiße, nein, da ist auch Wasser drin. Schöne, dramatische Szene.
Johannes Franke: Sehr dramatische und sehr, sehr lustige Szene. Ich bin bei fast allen Szenen in diesem Film voller Begeisterung dafür, wie sie es geschafft haben, aus einem trockenen Thema trotzdem noch eine lustige Inszenierung zu finden. Es ist so geil. Und du bist ja nicht der große Slapstick-Fan oder sowas, ne? Aber der Film ist voller Slapstick, muss man sagen.
Florian Bayer: Ja, der Film hat guten Slapstick, der nicht einfach nur zum Selbstzweck ist. Ja, genau. Der auch eine dramatische Komponente hat. Ich finde die Szene, wenn Grace feststellt, in diesen Astrophagen ist Wasser, Wasserstoff. Und dann ausrastet. Ich fand die gar nicht so lustig, sondern ich fand die tatsächlich dramatisch. Ja, auch das, aber auch lustig. Diese Stille in dem Raum und dann wirft er die Tonne hin und das ist halt wirklich einer, der gerade gehofft hat, dass er jetzt allen sagen kann, ha, ich hatte recht. Und dann entpuppt sich das als Irrweg.
Johannes Franke: Es ist ja auch der Trope. Der Film oder das Buch eigentlich widerspricht ja diesem Job. Er lädt das Ganze mit der Erwartung auf, dass dann Grace am Ende was findet, was tatsächlich ohne Wasser klarkommt als Lebewesen. Aber nein...
Florian Bayer: Und Rocky auch nicht.
Johannes Franke: Und warum Rocky unter 210 Grad in Ammoniak nicht sofort in Wasserdampf aufgeht. liegt an den 29 Atmosphären, die dieser Planet hat, die einen ganz bestimmten Druck auf das alles ausüben und dieser Druck den Siedepunkt des Wassers verändert.
Florian Bayer: Okay. Interessant.
Johannes Franke: Ich kenne die Hintergründe nicht, aber das ist das, was ich gelesen habe und das fand ich sehr spannend. Dass selbst das sozusagen unser Autor wirklich minutiös genau geguckt hat, ob das geht.
Florian Bayer: Wenn wir schon dabei sind mit den Wissenschafts-Dropes, die ja auch so ein Ding sind, die bricht der Film auch mehrmals. Wenn nämlich Craze mit vermeintlich echten Wissenschaftlern konfrontiert, wird, wenn er zu diesem Projekt Hail Mary stößt. Und dann gibt's ja diesen Moment, wo er sich sowas zurechtstammelt und sagt, was er gemacht hat. Und wir denken jetzt, die finden den alle zum Kott Die finden den alle doof, weil er sagt, okay, und dann haben wir so eine Box gebaut und haben gesagt, hup, der hier ist. Und dann greifen die das aber auf und es zeigt sich diese WissenschaftlerInnen, die da sitzen und die zum ersten Mal hören. sind auch Menschen und die respektieren, was er getan hat und sagen, geil, hast du gut gemacht, willkommen im Projekt. Schön. Und das finde ich so großartig, weil wenn er zum ersten Mal vor diesem Raum steht und da mit den Fragen konfrontiert wird, dann fragt die eine Frau, ist das Miose?
Johannes Franke: Ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Sie fragt auf jeden Fall was zur Zellteilung und er kann es nicht beantworten und dann der andere fragt ihn was und er kann es nur so halb beantworten. Wir denken schon, okay, jetzt Ist der Moment, wo die Profis über ihn herfallen? Nein. Ist es nicht. Er wird respektiert.
Johannes Franke: Zu Recht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Zu Recht, jeder hat seinen eigenen speziellen Bereich und er eben auch, aber er hat halt nie gelernt unter Wissenschaftlern zu bestehen, weil er einfach zum... Naja, Freak. Er ist halt in die Grundschule gegangen dann.
Florian Bayer: Und dann ganz toll auch diese Astronauten, die wir ja nur kurz sehen, wo sie dann mit ihm drüber reden und er sie fragt, ja... Ihr traut euch da raus und ihr seid bereit zu sterben. Und dann erzählen sie ja, wir dürfen uns entscheiden, wie wir sterben wollen. Und dann sagt die Astronautin, ich möchte eine Mischung aus Heroin und Schlafmittel. Und der andere sagt... Ich möchte das, was Sie haben. Ja, es ist geil. Es ist super gut. Menschen. Und es ist relativ toll. Trocken formuliert.
Johannes Franke: Ich finde die Stelle großartig.
Florian Bayer: Es sind einfach, genau, wie du gesagt hast, wir lernen diese Wissenschaftler kennen und haben das Gefühl immer so für einen kurzen Moment, dass Vorsicht. Ja, genau. Und dann stellen wir fest, nein, das sind Menschen mit Emotionen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Von Stratt bis zu den Astronauten, die hochfliegen sollen.
Johannes Franke: Genau. Ach man, ist das schön. Ich habe noch viel, aber ich weiß nicht genau, wo wir weitermachen am besten.
Florian Bayer: Soll ich?
Johannes Franke: Mach ruhig, ja, ja.
Florian Bayer: Versuchen wir es mal von den wissenschaftlichen Themen zu dem allgemeinen Thema. Grace ist kein Held.
Johannes Franke: Großes Thema. Großes Thema. Grace ist kein Held. Was ich schwierig finde, ist, dass in der Rezeption so viel das Gegensatzpaar aufgemacht wird zwischen Held und Feigling. Ja, völliger Quatsch. Was ist denn das für ein Gegensatzpaar? Was soll das denn?
Florian Bayer: Naja, der Film macht's natürlich oft, ne? Grace wird als Feigling gezeigt.
Johannes Franke: Nee. Grace wird als Mensch gezeigt und die Interpretation, die wir davon haben, ist feigling. Und das finde ich, macht der Film nicht unbedingt, der legt das ein bisschen nahe, damit wir das auch haben, damit wir das hinterfragen können dann später. Aber der Film sagt das nicht innerend.
Florian Bayer: Ich finde, der Film sagt das vor allem durch Stratt, die zu ihm sagt, als er sagt, ich muss für meine Schüler da sein, don't bullshit me. Du musst nicht für deine Schüler da sein. Schieb das nicht vor. Also in diesem Moment erleben wir ganz klar einen nachvollziehbar verängstigten Christoph. Und wir können diese Angst nachvollziehen, weil jeder von uns diese Angst hätte. Aber gleichzeitig ist es natürlich in... In dem Universum, in dem wir uns befinden, mit klassischen Storytropes und so, ist das ganz eindeutig ein Feiglingsverhalten.
Johannes Franke: Nein, nein, nein.
Florian Bayer: Er lässt die Menschheit sterben, weil er Angst hat, in den Weltraum zu fliegen. Das ist die Konsequenz und das weiß er.
Johannes Franke: Das ist nur vorgeschoben mit seinen Kindern, das ist klar.
Florian Bayer: Sieben Milliarden Menschen werden sterben. Er weiß es. Er hat die Möglichkeit, sieben Milliarden Menschen zu retten und er sagt, nein, ich habe Angst. Du kannst mir natürlich erzählen, natürlich funktioniert die Welt nicht so wie Filme. Natürlich ist die Welt komplexer als Filme. Aber in diesem Story-Konstrukt, in dem wir uns bewegen ... ist er ganz eindeutig als Feigling gekennzeichnet. Und auch zu Recht, weil er sieben Milliarden Menschen tötet. Er ist ein Killer. Das ist das Crony-Problem und er hat versagt. Er hat gesagt, da auf der einen Schiene stehe ich und auf der anderen Schiene stehen acht Milliarden Menschen. Ich lenke den Zug um, dass acht Milliarden Menschen überfahren werden.
Johannes Franke: Eben nicht. Er macht das ja nicht aktiv. Sondern er bleibt passiv.
Florian Bayer: Das ist ne andere Nummer. Ich seh den Zug auf mich zufahren. Ich seh den Zug auf mich zufahren. Nee, ich sehe den Zug auf acht Milliarden Menschen zu fahren, ich muss eine Weiche stellen und dann überfährt der Zug mich. Ich stelle die Weiche nicht. Das ist eine andere Nummer, aber er versagt trotzdem bei dem Trolley-Problem. Es gibt immer eine richtige Antwort.
Johannes Franke: Aber kann man bei dem Jolly-Problem versagen?
Florian Bayer: Ja, es gibt immer eine richtige moralische Antwort. Das ist ganz einfach. Ich könnte dir die Formel jetzt aufzeichnen, aber das ist leider ein Podcast.
Johannes Franke: Ein auditives Medium, das... Okay, Moment, wir machen kurz Pause, du schmalst mir das auf.
Florian Bayer: Ich gehe davon aus, dass sich das auch philosophisch überfordern würde, wie die meisten Menschen. Aber das Trolley-Problem lässt sich immer ganz leicht lösen. Man muss einfach nur eine Formel dagegen werfen, dann weiß man, ob man die Weiche umstellt oder nicht.
Johannes Franke: Okay, also er hat nicht die richtige Formel dagegen geworfen. Nein, also ich finde es ganz großartig, dass er sagt, nein, ich will nicht. Ich habe Angst, ich habe zu viel Angst. Er hat auch... Glaube ich, zu nicht unwesentlichen Teilen nicht Angst um sein Leben, sondern Angst davor zu versagen. Also in dem Moment, wo er im All ist, nicht das Richtige zu machen. Und das wäre noch schlimmer für ihn, wenn er es versucht hätte und durch seine Inkompetenz sieben Milliarden Menschen sterben würden. Weißt du, was ich meine? Also es ist schon nicht ganz trivial und ich kann ihn zu 100% verstehen, ich kann ihn also emotional total nachvollziehen, wir hätten alle Angst.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und wir würden vielleicht auch nicht alle sofort die richtige Antwort geben.
Florian Bayer: Würden wir nicht.
Johannes Franke: Und die Frage ist halt, ob er vielleicht noch die richtige Antwort gegeben hätte, nachdem er bei dem Termin bei Stratt dann gesagt hat, nee, ich will wirklich nicht gehen. Weil das ist nicht viel Zeit. Er hat drei Stunden Zeit gehabt. Alter, das ist gar nichts.
Florian Bayer: Und trotzdem wird sein Verhalten im Film ganz klar als Feiglingsverhalten erzählt.
Johannes Franke: Ich weiß nicht genau, ob der Film das wirklich so eindeutig macht oder ob das eigentlich nur eine Nummer ist, um uns zum Nachdenken zu bringen. um uns darüber nachreflektieren zu lassen, was das bedeutet, was Feigling bedeutet in dem Zusammenhang.
Florian Bayer: Natürlich, klar, der Film wirft dieses Thema auf. Es gibt ja auch diesen Moment, wo Rocky und Grace sich unterhalten und... Rocky sagt, was ist das Wort dafür, wenn jemand sich opfert, um Milliarden zu retten und Grace sagt zu ihm dumm und schreibt dann aber auf den, genau.
Johannes Franke: Ich finde es eine total tolle Szene.
Florian Bayer: Es ist sehr schön. Also es ist diese Einfachheit natürlich, es ist ja wirklich... Ich finde, dieser Film ist jetzt nicht so, dass er tief in diese moralischen Fragen reingeht. Der Film erzählt von jemandem, der unfreiwillig zum Helden wird.
Johannes Franke: Aber er gibt uns die Möglichkeit, tief reinzugehen. Er macht uns genug Türen auf, dass wir jetzt hier zwei Stunden lang darüber reden können.
Florian Bayer: Das stimmt. Aber wir können über alles zwei Stunden reden. Wir haben zwei Stunden über Manor's Hand of Fate und über Werner Beinhardt geredet. Das ist kein Argument.
Johannes Franke: Ich glaube, Bernhard Bein hat keine zwei Stunden. Aber egal. Ich finde interessant noch, was der Film noch eben da dran hängt, ist dieses... Was haben denn die anderen für Motivationen? Die anderen haben die Motivationen für andere.
Florian Bayer: Zumindest der eine, der beantwortet es ihm ja, aber diese... Russische Astronautin, mit der redet er glaube ich nicht darüber. Die sagt nicht, warum sie losfliegt.
Johannes Franke: Ja, aber es liegt nahe. Und das sagt der eine ja, dass man nicht in sich das nur finden muss, sondern dass man es im Grunde für andere macht. Und er hat nur speziell diese Leute, für die er es macht. Und der Film ja dann erzählt, dass am Ende Rocky derjenige ist, für den man... brave genug sein kann, um das Leben zu riskieren. Wobei man trotzdem noch sagen muss, dass es einen Unterschied gibt zwischen Stratz sagt dir, du wirst auf jeden Fall da hinten sterben, weil du musst deine Mission machen und dann darfst du dir das Heroin mit dem Todesserum... Oder ob du dir denkst, ich komme halt nicht zur Erde zurück und rette dafür Rocky. Das ist eine andere Nummer.
Florian Bayer: Das ist eine andere Nummer. Natürlich erzählt uns dieser Film das. Achtung jetzt, ich werde es einmal sagen. Und ich werde es in dieser Geschichte des Podcasts nie wieder sagen. Das ist natürlich eine Heldengeschichte. Sehr schön.
Johannes Franke: Ich bin immer derjenige, der sagt, das ist eine Heldengeschichte.
Florian Bayer: Das unterstützt auch einen kritischen Punkt, den ich habe. Das hat natürlich eine extreme Einfachheit, ne?
Johannes Franke: Es wird erzählt, wie ein Mensch, der ein Feigling war.
Florian Bayer: der voller Unsicherheiten war, der nicht geglaubt hat, dass er irgendwas auf die Reihe kriegt, über sich hinaus wächst, gezwungenermaßen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: und mehrmals die Möglichkeit hat, zum Helden zu werden und zu lernen, was es heißt, ein echter Held zu sein. Ich glaube nicht, dass dieser Film... Dieser Film bringt keine schwere Moralphilosophie mit. Das hat nicht die Tiefe von anderen Filmen, die moralphilosophische Fragen stellen.
Johannes Franke: Also er dekliniert sie vielleicht nicht aus, aber ich finde hier, dass total viel angelegt wird, weil auch Strutt ja nicht schwarz-weiß recht oder nicht recht hat. Sondern weil es einfach viel darüber nachzudenken gibt.
Florian Bayer: Natürlich hat Stratt recht. Sie rettet acht Milliarden Menschen. Was ist das denn überhaupt für eine Frage? Es geht hier um den Planeten und es geht um die Menschheit. Es ist nicht so, dass er zehn Leute rettet, die vom Bus überfahren werden.
Johannes Franke: Es geht ja nicht um die große Drumherum-Frage, sondern um die Art und Weise, wie sie es macht, dass sie ihn dann betäubt und da einfach reinsetzt. Weil es keinen anderen Weg gibt. Das sagst du jetzt so einfach so, aber das stimmt ja nicht. Es gibt doch noch andere Wege.
Florian Bayer: Ich gebe es zu, ich habe dich vorhin beim Trolley-Problem natürlich getrollt, logisch. Das ist ja auch ein Trolley-Problem. Aber unabhängig davon ist doch ganz klar, dass sie Recht hat. Wenn es keine andere Option gibt, dann muss sie ihn jetzt betäuben und in dieses Raumschiff zwingen, wenn sie glaubt, dass sie damit acht Milliarden Menschen retten.
Johannes Franke: Aber da fällst du auf sie rein. Das heißt ja nicht, dass das die einzige Möglichkeit ist.
Florian Bayer: Aber der Film erzählt uns das, dass das die einzige Möglichkeit ist. Und sie hat recht. Und Grace, sag zu ihr, du hattest recht. In seiner letzten Videobotschaft sagt er, sie hatten Recht, was mich betrifft. die Rettung für die Menschheit. Sie hat es erkannt, er hat es nicht erkannt. Sie musste handeln, sie hat richtig gehandelt. Er ist über sich hinausgewachsen, hat es gelernt. Heldenreise.
Johannes Franke: 30 Jahre, die vor ihnen liegen, nicht andere Möglichkeiten mit sich bringen können.
Florian Bayer: Offensichtlich nicht, weil sie am Schluss durch die Arktis tuckern.
Johannes Franke: Das macht sie. Sie war gerade 30 Jahre im Gefängnis, wenn du mal richtig hingeschaut hast.
Florian Bayer: Sie war 30 Jahre im Gefängnis?
Johannes Franke: Ja, sie hat ein Tattoo auf dem Hals. Von einem Gefängnis, wo Leute verurteilt werden in Frankreich für lebenslang, weil sie harte, große Verbrechen begangen haben.
Florian Bayer: Und du meinst, sie war im Gefängnis, weil sie Grace in den Tod geschickt hat? Siehst du, was sie aufgegeben hat? Sie ist eine Heldin. Sie war von Anfang an eine Heldin. Aber nochmal, worauf ich eigentlich hinaus will. Das ist eine sehr einfache Moralphilosophie, die uns hier erzählt wird. Grace hatte recht mit dem, was sie getan hat. Er hat ein Unrecht mit seiner Angst, hat jetzt aber Recht mit seinem Heldenmut, der gewachsen ist. Wie kann man mit Angst recht haben?
Johannes Franke: haben oder nicht recht haben. Das ist eine Emotion. Das hat nichts mit Recht zu tun.
Florian Bayer: Er hatte Unrecht damit, dass er gesagt hat, ich will nicht hoch. Und dass er gezwungen werden musste. Aber er war feige und jetzt hat er diesen Heldenmut entwickelt und deswegen war das richtig, dass er da hingeschickt wurde und deswegen kriegt er ja auch sein Happy End. Ich finde, das ist eine sehr einfache Moralphilosophie. Ich will das gar nicht so negativ werten, Aber ich glaube, wenn man auf Moralphilosophie schaut, gibt es Genrefilme, die deutlich mehr in die Tiefe gehen als dieser Film.
Johannes Franke: Ja, vielleicht, vielleicht, ja. Onscreen, aber ich finde die Themen interessant, die das Ganze lostritt. Und darüber redet man ja dann, darum geht es ja auch, dass man eben selber dann... Mach dir deine eigenen Gedanken.
Florian Bayer: Aber siehst du da noch irgendeine Ambivalenz in deiner Wertung?
Johannes Franke: Also ich meine total, absolut.
Florian Bayer: Aber acht Milliarden Menschen.
Johannes Franke: Trotzdem. Also ich glaube, dass dieser Film das eben nicht macht, dass er sagt, es gibt nur diese eine Möglichkeit. sondern das Ambivalente dadurch entsteht, dass er eben nicht will und dass er so Angst hat und dass sie ihn zwingt auf eine Art und Weise, die die durchaus problematisch ist.
Florian Bayer: Ich kann nicht sehen, wie man diesen Film sehen kann und Ich kann wirklich nicht sehen, wie man das so interpretiert, dass ihre Handlung als ambivalent gezeigt wird und seine Handlung als ambivalent. Natürlich kann ich da Ambivalenz reinlesen, aber ich finde, der Film drückt so drauf, dass er der Feigling ist und sie die, die die richtige Entscheidung trifft, weil notwendig ist. Eine harte Entscheidung und auch eine brutal wirkende Entscheidung, aber definitiv die richtige Entscheidung. Allein schon dadurch, dass er ihr nachher Recht gibt.
Johannes Franke: Ich finde es immer schwierig, Recht oder nicht Recht von hinten aufzuzäumen. Klar, wenn du den Ausgang einer Geschichte kennst, kannst du sagen, ja, sie hatte die ganze Zeit recht, aber du weißt das in dem Moment nicht.
Florian Bayer: Aber auch davor schon. Naja gut, wenn der Film uns das erzählt, ist er so weit fortgeschritten, dass du weißt, dass sie recht hatte. Weil da hat Grace schon gezeigt, dass er Heldenmut hat.
Johannes Franke: Ja, aber sie weiß es ja noch nicht.
Florian Bayer: Nein, nein, aber wir sehen ja den Film. Es geht ja darum, was in dem Film für uns als Publikum geschieht, nicht darum, was auf dieser fiktiven...
Johannes Franke: Aber eine Moral leitet sich ja nur nach dem ab, was du in dem Moment weißt, indem du Sachen machst. Du kannst eine Moral nicht danach bewerten, was in der Zukunft sein wird.
Florian Bayer: Nein, es geht um unsere moralische Bewertung. Wir bewerten ja moralisch, wenn wir das schauen. Und wenn wir das schauen und das moralisch bewerten, dann finde ich es schwierig. Durch das, was wir sehen, dass man da zu einem anderen Urteil kommt, als sie trifft die richtige Entscheidung. Verstehst du, was ich meine? Es geht nicht darum, wie ein Gericht auf der Erde über sie urteilt oder wie sie über sich urteilt, sondern wie wir als Publikum durch das, was wir sehen, über sie urteilen. Und dann haben wir die Art, wie hier mit Kamera gearbeitet wird, mit Musik, mit Dialogen und so weiter. Und das schubst, finde ich, so eindeutig in die eine Richtung und
Johannes Franke: Ja, habe ich verstanden. Das sehe ich nicht so. Nein, ich will, dass du mir zustimmst. Das funktioniert so nicht. Okay. Im Buch ist es übrigens noch krasser. Dann gibt sie ihm noch Drogen, damit er sein Gedächtnis verliert und sie gibt auch diesem anderen Typen Drogen. Weil der mitbekommen hat, dass sie ihm Drogen gegeben hat, um das Gedächtnis zu verlieren, damit die das nicht weitererzählen können.
Florian Bayer: Es ist ihr sehr wichtig, dass er als Held in Erinnerung bleibt. Das sagt sie im Film kurz, als sie sagt, wir werden das nicht an die Öffentlichkeit geben, dass du gerade gezwungen wurdest. Du wirst als Held in Erinnerung bleiben und als Held sterben.
Johannes Franke: Ja. Aber ich finde es toll, dass Grace dann Rocky findet, um jemanden zu haben, für den es sich lohnt. dieses Risiko einzugehen und dass es keine romantische Sache ist, für die man dann das Risiko eingeht. Dass man nicht sagt, ich mache das für einen Partner, sondern Partner im Sinne von freundschaftlich. Das finde ich total gut, weil es das super selten gibt in Filmen.
Florian Bayer: Und dann geht er ja voll auch auf diese emotionale Ebene, dass er vor allem diese Frage, wie wird jemand zum Helden erklärt durch das Emotionale. Also es gibt so viele tolle emotionale Momente zwischen Grace und Rocky, dass sie sowas wie, wenn ganz am Anfang, wenn Rocky sagt, er ist froh, dass er nicht allein ist. Und sagt, Moment, kurz gucken, ah genau, wenn Grace von seiner Mannschaft erzählt, die gestorben ist und sagt, jetzt gibt es nur noch mich und dann sagt Rocky, only us als Antwort. Und dann sagen sie, wir retten gemeinsam die Erde. Und es kommt zu diesem Fistpump. Bump my fist. Ja. Dieser Moment, wenn Grace Rocky umarmt durch diese Kapsel. Als er gehört hat, dass Rocky ihm helfen kann, nach Hause zu kommen. Und dann fragt Rocky nochmal, wie lange? Du fühlst es schon, wir müssen noch ein bisschen umarmen. Wenn sie gemeinsam feiern und diese Partyhüte haben.
Johannes Franke: Ach Gott. Es gibt so tolle emotionale Momente, wo ich wirklich auch den Tränen nahe bin.
Florian Bayer: Es gibt so viele schöne Momente. Momente da drin. In dieser Beziehung zwischen Rocky und Grace. Auch einfach, wenn er ihm die Erde zeigt und dann erzählt er im Videotagebuch, naja, Rocky denkt, ich würde auch nach Hause gehen. schadet vielleicht nicht, eine Zeit lang noch so tun als ob. Und dann zeigt der ihm, wie schön die Erde ist und die Bäume und die Wellen und Surfen und so. Und dann gucken sie Rocky zusammen. Ja. Einfach so schön. Adrian! Und natürlich ist es auch total emotional, wenn Rocky sich opfert für ihn. Also wenn wir nicht wissen, ob Rocky überlebt hat.
Johannes Franke: Vor allem, weil sie es wahnsinnig lange ausspielen. Rocky ist ja wahnsinnig. Also im Buch anscheinend denkt man wirklich, Rocky ist tot. Also weil es wirklich so lange ist, über so lange Strecken. das Buch einfach weitererzählt und Rocky ist halt tot, dass man irgendwie echt richtig mitgenommen ist.
Florian Bayer: Im Buch gibt es diesen Moment, wo Grace versucht Rocky zu helfen. Der Rocky, der von Sauerstoff mitgenommen wurde und der versucht ihm irgendwie durch Hitze und so irgendwie zu heilen. Also es gibt diese medizinische Sektion. Ich finde tatsächlich, wir werden nachher noch den Kommentar von jemandem hören, der eineinhalb Minüter... als Kommentar zu dem Film geschickt hat. Ich finde, es ist eine kleine Schwäche, dass dieser Film dann sehr viel Freude dran hat an diesem Springen von Drama zu Drama und dieses Drama wieder aufzulösen. Es gibt diesen Moment, wo wir denken, Rocky ist jetzt tot. Und dann ist er doch am Leben. Ja. Es gibt diesen Moment, wo wir denken, jetzt fliegen beide zu ihrem Planeten. Und dann ist plötzlich das Problem am Schiff. Wir denken, jetzt ist Rocky in Gefahr. Es gibt einfach diese Momente. die sich so ein bisschen aufbauen, wo wir merken, es ist so ein bisschen, wenn ich hart wäre, würde ich sagen, eine emotionale Manipulation. Uns wird als Publikum Angst gemacht. Wir wissen nicht, ob jemand überlebt hat. Und dann werden wir Gott sei Dank Richtung Happy End geschubst. Und ich finde das Ende perfekt so. Ich finde, dieser Film hat nichts anderes als so ein Happy End verdient. Aber es ist vielleicht ein Umweg zu viel.
Johannes Franke: Ja, vielleicht, vielleicht. Ich finde es auch tatsächlich, man merkt dann die Länge durchaus. Zwischendurch vielleicht auch genau nachdem Rocky tot war oder nicht tot war. Man freut sich dann wieder mit dem, weil er wieder da ist, aber man hat so das Gefühl, okay, hier werden Schleifen erzählt, die eigentlich vielleicht nicht nötig sind. Allerdings muss er sich ja irgendwie auch dieses Ende noch verdienen und das tut er irgendwie schon auch mit dem letzten Teil.
Florian Bayer: Ja. Es ist halt gut, also von der ganzen Atmosphäre hat dieser Film dieses Ende verdient. Es ist immer diese große Debatte, wie viel Happy End macht man bei so einem Film. Ich finde, dieser Film hat ein volles Happy End. verdient. Das heißt, Rocky und Grace überleben. Sie retten ihre Sonnensysteme. Und sie werden nicht einfach getrennt, es gibt keinen traurigen Abschied, sondern sie sind nach dem Ende noch zusammen. Und natürlich ist Grace auf Rockys Planeten viel glücklicher, als er auf der Erde war. Ja, das macht absolut Sinn.
Johannes Franke: Total, ja, ja. Und auch auf diese Erde wieder zurückzukommen... Ah, ich weiß nicht.
Florian Bayer: Nein, nein, aber alles wird gut. Das ist auch so ein Ding. Ich will gar nicht wissen, was auf der Erde passiert ist und wie viele Milliarden Menschen gestorben sind in der Zwischenzeit. Ich weiß es. Ja. Das Happy End muss das aussparen. Es gibt keine Toten. Alles ist gut. Remember everything.
Johannes Franke: Und sie haben die Antarktis nicht genuket.
Florian Bayer: Nein. Ich finde, das, wo es hinführt, ist der richtige Ort. Aber natürlich gibt es sehr viele Schleifen, die da hinführen. Und es könnte vielleicht eine weniger sein.
Johannes Franke: Es sind ja auch mehr oder weniger drei Enden. Ja, absolut. Dass man denkt, oh, jetzt kommt der Film zu seinem Ende, mal gucken, wie sie es auflösen und dann lösen sie halt mit drei weiteren Enden auf.
Florian Bayer: Ich finde es gut, dass es am Schluss noch mal dieses Nicken Richtung Erde gibt, dass wir noch mal Stratt sehen auf dem Schiff.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Ich find's tatsächlich so sweet, wie er dann in diesem Biotop auf Rockys Planeten ist. Mhm. Und die Eridianer eben offensichtlich so ein kleines Terrarium gebaut haben, in dem ihr neues Haustier jetzt leben kann, während sie planen, die Erde zu erobern.
Johannes Franke: Es ist wirklich schön.
Florian Bayer: Und dass er dann auch wieder Grundschullehrer sein darf.
Johannes Franke: Meine Fresse. Da war ich wieder so ein bisschen, okay, das ist das Hollywood-Ende.
Florian Bayer: Absolut. Nochmal, dieser Film ist, was Tiefe betrifft, was Pathos betrifft und was so Crowd-Pleasing-Attributes betrifft, und durch Hollywood-Film. Das ist ein absoluter Studio-Film. Und ich verbeuge mich vor ihm, weil Es ist möglich. Es ist ein Studiofilm, der nicht kalt wirkt, nicht steril wirkt, nicht falsch wirkt, sondern der die ganze Zeit so eine Authentizität mit sich trägt. Und eine emotionale Schwere, die mitreißt. Klar ist er dabei ein bisschen kitschig und klar ist er dabei ein bisschen albern. Und das Besondere ist vor allem Hard Science Fiction. Wir haben in den letzten 15 Jahren sehr oft von sehr ambitionierten FilmemacherInnen Filme gesehen. die Science-Fiction-Filme philosophisch erzählen. Wir haben sowas gesehen wie Ad Astra. Wir haben sowas gesehen wie Interstellar. oder Arrival und diese Filme waren alle schwer, alle philosophisch und hatten alle ProtagonistInnen, bei denen man das Gefühl hatte, du brauchst eine Therapie. Und die hatten immer dieses depressive, dieses niedergeschlagene, grau in grau, auch ohne Farben. Und ich bin so glücklich, dass Hollywood sich dem annimmt und sagt, Alter, wir sind Hollywood. Wir erzählen keine depressiven Geschichten. Wir wollen Popcornkino machen. Und ich bin so glücklich, mal so einen Hard Science Fiction Film zu sehen, der diese ganze, auch so ein bisschen artifizielle Schwere von sich wirft und sagt, ich bin einfach nur...
Johannes Franke: Es ist kein Nolan.
Florian Bayer: Es ist kein Nolan und ich bin so dankbar dafür, auch nachdem ich die Odyssee gesehen habe in diesem Sommer.
Johannes Franke: Ich habe sie noch nicht gesehen.
Florian Bayer: Es ist kein Nolan und ich liebe Nolan und ich finde, Nolan ist ein großartiger Regisseur, aber Als wir das letzte Mal über den Film geredet haben, habe ich es auch gesagt. Ich bin froh, wenn ein bisschen, ein Stück Naivität zurück ins Kino kommt. Ins Blockbuster-Kino. Wir hatten eine sehr lange Zeit unserer Zack Snyders, unserer Christopher Nolans, unserer graumilierten Filme. mit Nebel, mit Schatten und alle haben irgendwie einen Knacks und alle sind depressiv Und alle sind unglücklich. Es ist vielleicht mal Zeit für so einen Film wie Superman, Supergirl, Project Hail Mary ... Es gab jetzt ein paar. Life of Chuck. Ich will noch ein paar mehr davon sehen. Ich brauche nicht die x-te Variante von einem Superhelden, der total düster wirkt?
Johannes Franke: Naja, es sind ja Wellen. Also als Nolan das alles gemacht hat, Haben ja alle Filme gemacht. Okay, gut. Und das haben wir jetzt 20 Jahre gesehen? Und jetzt können wir auch langsam mal woanders hingehen. Aber das hier wird dann vielleicht 20 Jahre sein und dann sagen alle Leute, Alter, ich kann dieses naive Kino nicht mehr sehen.
Florian Bayer: Ich wäre der Erste sein, der das sagen würde. Aber ja. Aber ich bin froh, es jetzt zu sehen. Es soll ein neuer Trend entstehen. Der neue Superman-Film und der neue Supergirl-Film. Also Superman ist nicht so neu, aber Supergirl aus dem Jahre 2026 war ein großer Misserfolg, aber guckt ihn euch an. Fantastischer Film. Bunt, laut, vergnügt, quietschig. Masses of the Universe aus dem Jahr 2026. Guckt es euch an. Nimmt sich kein bisschen ernst. Total albern bunt. Filme dürfen wieder bunt sein. Es ist so erleichternd. Endlich, Color Correction der letzten 20 Jahre bestand darin, dass irgendein Typ am Regler saß und sagte, da muss Farbe raus. Ich will wieder bunte Filme sehen.
Johannes Franke: Danke.
Florian Bayer: Danke Hollywood. Gib mir mehr Popcorn.
Johannes Franke: Ich komme über eine Stelle nicht hinweg, über die ich so lange gelacht habe, dass ich den Film vergessen habe. Dieses Maßband, die Prop-Comedy, die Rocky mit diesem Maßband hat, was sie wirklich lange auserzählen. Es ist... Absoluter Hammer, wie kann ein Stein Prop Comedy mit einem Maßband machen? Ich fand es so gut.
Florian Bayer: Es ist wirklich sehr clever gewesen.
Johannes Franke: Und das ist tatsächlich die Leichtigkeit auch, die du meinst. So eine Slapstick Comedy, die wieder funktioniert, die nicht nur für einen visuellen Gag, sondern tatsächlich in sich irgendwie geil ist. Und ich habe es so flach gelegen. Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Ja, es war super witzig. Okay, ich würde gerne noch eine Sache einwerfen zu Rocky, weil ich habe es vorhin schon angekündigt. Dieser Moment, wo der Film Rocky ein bisschen verrät. Oh. Grace ist in seinem Biotop, Rocky klopft an der Tür, ist sauer, dass Grace zu spät geöffnet hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Rocky läuft wie ein Hund ins Wasser und springt rein. Ich finde, das ist richtig schlecht. Ich bin richtig sauer über diesen Moment. Was ist da passiert?
Johannes Franke: Ich weiß es nicht genau, aber ich weiß, was du meinst.
Florian Bayer: Wer hat die Entscheidung getroffen, um zu sagen, und jetzt ist Rocky ein Haustier? Warum? Und vor allem, weil er davor und danach nicht mehr Haustier ist. Wer hat diese Entscheidung getroffen, um zu sagen, jetzt geben wir ihm eine Haustierzähne? Welches Lebewesen, das so klug ist wie Rocky, würde das in diesem Moment machen?
Johannes Franke: Ich weiß es nicht, ich verstehe es nicht.
Florian Bayer: Also ich habe mich wirklich geärgert darüber.
Johannes Franke: Was sie versuchen, ist eine Leichtigkeit stehen zu lassen. Etwas zu finden... was verspielt ist, damit das Ende eine Leichtigkeit bekommt. Aber das über die Visualität zu lösen, ist einfach nicht der richtige Moment gewesen. Also es funktioniert einfach tatsächlich nicht. Ich finde es auch wie du blöde. Allerdings hat mich das in dem Moment nicht zu sehr gestört. Kleins bisschen mehr hat mich gestört, dass er als Grundschullehrer wieder dasteht und genau diesen Freeze-Frame ein Ende bekommt. Der ist wirklich so ein bisschen seltsam. Fast ein bisschen 80er.
Florian Bayer: Aber dieser Film hat man auch so ein bisschen diese Leichtigkeit des 80er Jahre Popcorn-Kinos.
Johannes Franke: Also man muss schon sagen, also nur vom Feeling her, wenn man das ein bisschen abstrahiert, die 80er Jahre mit E.T. und so weiter haben eine bestimmte Qualität, die dieser Film aufgreift. Ich kann es nicht genauer definieren, was es genau ist, aber diese Art von Abenteuer steckt da drin und das finde ich super.
Florian Bayer: Es ist der beste Steven Spielberg-Film seit Jurassic Park.
Johannes Franke: Ach, Mann. Also, ja. Ich liebe diesen Film. Ich muss es einfach sagen. Ich muss ja noch mein Fazit abwarten, aber ich komme einfach nicht drum rum. Ich finde es geil. Ich finde es wirklich super geil. Okay, Top 3. Top 3. Unsere Top 3. Wir haben eine Top 3 mit dem Titel Interkulturelle Kommunikation. Wir haben interkulturelle Kommunikation.
Florian Bayer: Ich muss anfangen. Fang du mal an. Schwierig. Ich überlege gerade, ob ich die da... Also ich fand, ich glaube, mein Platz drei ist dann doch... Am Anfang war das Feuer von Jean-Jacques Hanno, ein französischer Film aus dem Jahre 1981, der in der Steinzeit spielt und wo Homo sapiens auf Neanderthal Taler treffen und versuchen miteinander zu kommunizieren und relativ wenig kommunizieren und das ist natürlich auch alles nicht realistisch und da haben einige Anthropologen drauf geguckt und gesagt, Nein, so war das nicht. Aber es ist ein wirklich interessanter Film über Menschen, die noch näher an den Tieren sind als am Menschen. Und die aber sowas entwickeln wie Kommunikation und natürlich, wie der Titel schon sagt, geht es vor allem um das Feuer. Das manche beherrschen, aber andere noch nicht. Und es wird erzählt, wie diese Menschen voneinander lernen. Aber auch Bedrohungen gegeneinander werden. Sehr interessanter Film.
Johannes Franke: Also so krass habe ich es einfach nicht gefunden. Ich finde das jetzt gerade ein sehr, sehr geiles Beispiel, aber solche Filme kenne ich nicht. Deswegen habe ich sehr Themen, die viel mit Rassismus beschäftigen. Ich hätte auf Platz 3 Everything Everywhere All At Once. Die Einwandererfamilie, die aus dem Chinesischen kommen nach Amerika und die ein ihre eigene Kultur mitbringen und die zweite Generation, dritte Generation, die in Amerika aufwächst und dann völlig anders, eine andere Dynamik entwickelt und so. fand ich total spannend. Also diese Quasi-Kommunikation nicht nur auf der Wortebene, sondern einfach auch auf der Ebene, wie sich Kulturen zueinander verhalten, fand ich wahnsinnig spannend in diesem Film.
Florian Bayer: Ja, cool. Ja, finde ich voll gut, voll passend. Vor allem, weil ich weiter im Genre bleibe und als nächstes Star Wars bringe. Und zwar ... Rückkehr der Jedi-Ritter aus dem Jahr 1983. Insbesondere, also wir haben es in Star Wars ja viel, dass unterschiedliche Spezies miteinander reden und sich verstehen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich fand es vor allem beeindruckend, die Gesamtöffnungssequenz im Palast von Jabba da hat, wo unter anderem Han Solo mit Jabba redet und sie sich gegenseitig verstehen. Und wir als Zuschauer natürlich nur Han Solo verstehen. Und der Film macht es unglaublich geschickt, uns zu übersetzen, was Jabba Dahat sagt. ohne dass es direkt übersetzt wird und so, dass es trotzdem natürlich im Sprachfluss von Hans Solo ist. Also wirklich einfach ... eine Sequenz, die zeigt, wie man es richtig macht. Wenn man so eine Kommunikation zeigt, den Zuschauern nicht verlieren will. Der soll alles verstehen, aber auch gleichzeitig den Zuschauern nicht nerven will mit Repetitionen oder mit Erklärbären. Großes Kino.
Johannes Franke: Geil, okay. Ich hätte auf Platz zwei, ich nehme mal Casablanca.
Florian Bayer: Uh.
Johannes Franke: Casablanca ist 1942 ein Transitraum im Zweiten Weltkrieg, wo ganz viele Geflüchtete... Und Diplomaten unterschiedlichste Nationen aufeinandertreffen und da miteinander arbeiten müssen. Und wir legen natürlich besonderen Wert jetzt auf Rick und den Franzosen da. Ist das ein Franzose, Jan, der Polizeichef da?
Florian Bayer: Es ist ein Franzose auf jeden Fall. Ich weiß nicht mehr, wie sein Name ist. Ich überlege gerade, oh, ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Aber ich komme nicht auf den Namen, den er da sagt.
Johannes Franke: Achso, ja, stimmt.
Florian Bayer: Also ich versuche sowas dann immer im Satz zu machen. Ich höre den Satz und sollte es eigentlich wissen.
Johannes Franke: Ich glaube Renault mit Nachnamen oder sowas heißt er. Du machst das kurz, ne?
Florian Bayer: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Louis. Louis. Louis, ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Johannes Franke: Und... Also einfach Casablanca als Schmelztiegel, unfreiwilliger Schmelztiegel. Weil es der Ort ist, von dem Geflüchtete, in den Geflüchtete kommen, um woanders hin abzuhauen. Ja. Fand ich total spannend, auch als Kommunikationsort und auch... Weil jeder andere Bedarfe hat und die Nazis vor allem andere Bedarfe haben als die anderen. Absolut. In der Kommunikation.
Florian Bayer: Ja, cool. Wir haben auch über Casablanca lange geredet, das ist glaube ich eine ganz gute Folge geworden.
Johannes Franke: Ja, was heißt, glaube ich, ganz gut? Das ist eine der besten Episoden, die wir gemacht haben, glaube ich.
Florian Bayer: 1942, großartiger Film, absolut, das Meisterwerk, schaut ihn euch an.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Mein Platz 1 ist ein jüngerer Film. Arrival aus dem Jahre 2016. In dessen Mittelpunkt tatsächlich... eine Linguistin steht und es geht um den Erstkontakt mit Aliens und sie kommuniziert mit diesen Aliens und diese Aliens haben eine Besonderheit in der Sprache, die ich jetzt nicht sagen werde, weil das würde den gesamten Film spoilern, die aber wirklich interessant ist und die eine wirklich, wirklich viele interessante Fragen... aufwirft darüber, wie Sprache Realität formt. Von Denis Villeneuve. Meiner Meinung nach sein bester Film.
Johannes Franke: Ich fand ihn ganz gut, glaube ich, aber ich weiß gar nicht mehr. Ich hatte den nämlich jetzt nicht in die Liste aufgenommen, obwohl er vor mir lag und dachte, hm... Passt der in die Liste? Gehört das wirklich? Also nicht thematisch, klar, ja, aber ist der so gut gewesen, dass der jetzt eine Top 3 kriegt?
Florian Bayer: Das ist einer von den depressiven Science-Fiction-Filmen, über die ich vorhin hergezogen bin. Von denen es viel zu viele gab in den letzten zehn Jahren. Er hat genau die ganzen Schwächen, die ich aufgezählt habe, Er ist düster, die Protagonistin ist komplett depressiv. Es ist alles in Grau gehüllt und es scheint keine Hoffnung zu geben. Aber es ist trotzdem ein guter Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und ich habe auch ein bisschen übertrieben vielleicht. Ich mochte ja auch Interstellar irgendwie keinem.
Johannes Franke: Ja, bis auf das esoterische. Ende. Was ich toll finde, Project Hail Mary ist null esoterisch. Gott sei Dank. Das ist so geil. Das ist so bodenständig teilweise. Fast furztrocken teilweise. Aber auch irretwegen vielleicht ein bisschen. Naja, ich hab auf Platz 1 in der Hitze der Nacht.
Florian Bayer: Oh, stimmt, geil. Über den haben wir geredet.
Johannes Franke: Über den haben wir geredet, wo ein Detektiv, ein schwarzer Detektiv, auf dem Dorf quasi, es ist eine Stadt alt. Aber es ist eine kleine. Es strandet über Nacht und dann dem dortigen Polizeichef helfen muss, was aufzuklären. Und der dortige trägt so viel Rassismus mit sich rum, das ist wahnsinnig schwierig. Am Anfang verdächtigt er den Polizisten überhaupt, weil er nicht weiß, dass er ein Polizist ist und so. Er ist der erste Verdächtige, weil er eben schwarz ist. Und dann entwickelt sich da so eine Zusammenarbeit zwischen den beiden sehr reluctantly, also die mögen sich überhaupt nicht. Und dann müssen die in Kommunikation treten. Die müssen ihre Grenzen, ihre Barrieren zwischen den Kulturen überwinden, um diesen Fall zu lösen.
Florian Bayer: Aus dem Jahr 1967 mit einem sehr jungen Sidney Poitier. Großartiger Film.
Johannes Franke: Und ein richtig guter Sidney Poitier. Wirklich ganz, ganz, ganz toller Schauspieler. Der andere Typ war auch gut, aber da weiß ich den Namen schon gar nicht mehr.
Florian Bayer: Rod Steiger.
Johannes Franke: Ja, ganz toller Typ.
Florian Bayer: Ja cool, schöne Listen. Ja, schöne Top 3. Dann springen wir zurück in den Film.
Johannes Franke: Das war's. Unsere, äh, Top 3. In den Filmen. Und eine Sache möchte ich gerne sagen, die ich sehr lustig finde, die mich schon ein paar Jahre beschäftigt, weil ich mich immer frage, wieso steht dieser Schauspieler als Producer da drin? Und dann mich gefragt habe, was heißt denn das eigentlich? Und der Drehbuchautor steht auch als Producer da drin. Was bedeutet das? Und da habe ich im Interview den Drehbuchautoren gehört, der gefragt wurde, er hätte doch einen Producer Credit, was das denn bedeutet, ob er denn Executive Producer wäre. Und er so, nein, ich bin echter Producer. Und ich so, Moment mal, was heißt denn echter Producer im Gegensatz zu Executive Producer? Und ich weiß das schon so ein bisschen, aber ich habe mich nie so richtig damit beschäftigt und jetzt finde ich es ganz geil. Und zwar, wenn du als Star, als Schauspieler groß genug bist, dann reicht Geld nicht mehr aus. Dann musst du einen Producer-Credit bekommen, damit du überredet werden kannst, in diesem Film mitzumachen. Weil jeder kann dir Geld hinterher werfen. Aber nicht jeder kann dir einen Producer-Credit...
Florian Bayer: Oh, Oliver, das ist so kaputt. Oh, ich kriege Kopfschmerzen.
Johannes Franke: Es gibt ja nicht mehr genug Geld, was du dir anbieten kannst.
Florian Bayer: Das heißt, sie haben Ryan Gosling diesem Producer-Posten geschenkt quasi.
Johannes Franke: Genau. Und warum macht man das überhaupt? Du kannst als Schauspieler jetzt... Als Drehbuchautor ist es eine andere Nummer, aber auch für die macht das Sinn. Aber für Schauspieler macht es zum Beispiel Sinn, dass du dadurch... vertraglich nochmal andere Möglichkeiten bekommst. Zum Beispiel eben am Gewinn beteiligt zu werden. Das ist eine der großen guten Sachen. Zum anderen wird dir damit mehr oder weniger zugesichert, dass du künstlerische Kontrollen Kontrolle bekommst, die du als Schauspieler sonst vielleicht nicht hast in der Form. Du hast also Mitspracherecht, was du sonst nicht hättest. Und du hast gewerkschaftliche Vorteile. Und kannst für einen Preis nominiert werden, den du als Schauspieler sonst nicht bekommen würdest, nämlich einen Producer. Also wenn die Oscars kommen und die werden für den besten Film nominiert, dann gehört der quasi mit zu dir, obwohl du als Schauspieler dabei warst. Also bist du Mitproducer. Und dann hast du sozusagen nochmal einen Oscar dazugewonnen. Was alles Prestige ist im Grunde. Am Ende geht es um Prestige. Und darum, dass du als Schauspieler dann vielleicht auch in die Lage gerätst, eine Produktionsfirma gründen zu können und wirklich produzieren zu können. Das ist in Amerika auch nicht ganz so leicht, einfach mal so das alles zu machen und auch ernst genommen zu werden. Und darüber, über diesen Executive Producer, den du dann entweder ausfüllst oder nicht, indem du entweder wirklich mitsprichst, Wie Ryan Gosling, der tatsächlich dann gesagt hat, ich habe übrigens tausend Ideen und morgen habe ich wieder tausend Ideen. Ich weiß nicht, ob er genervt hat, aber ich kann es mir gut vorstellen. der wirklich viel mit reingeredet hat. Oder du lässt das ruhen und sagst, ich hab halt den Credit, was soll's, aber ich muss euch jetzt nicht ins Handwerk pfuschen.
Florian Bayer: Ja. Ich bin nur froh, dass Ryan Gosling, unabhängig davon, ob er jetzt auch produziert, nicht mehr die traurigen Hunde spielt. Ryan Gosling hat zehn Jahre lang gefühlt, diese Rollen gespielt, wo er immer diesen traurigen Hundeblick hatte und wo man immer das Gefühl hatte, ich will dich einfach nur in den Arm nehmen und trösten. Und irgendwann, und ich glaube, es hat mit Barbie angefangen, hat so einen Knacks gegeben und hat gesagt, hey Moment, das Leben macht Spaß. Und seitdem er den kennengespielt hat, darf er lächeln in seinen Filmen und ich find's so gut.
Johannes Franke: Es sind super Schauspieler. Ich finde, gerade in diesem Film sieht man das volle Kanne. Ich liebe es, wie seine Brille an seinem Ohr rumhängt. Nur an dem einen Ohr. Und dann irgendwie so den Lehrer wirklich so auf eine bestimmte Art und Weise ernst nimmt, was ich sehr lustig finde. Und er irgendwie... Obwohl er so dieses Ken, er ist ja nicht umsonst Ken gewesen, weil er so wahnsinnig gut aussieht. Auch in diesem Film sieht er wahnsinnig gut aus. Er kriegt das ja nicht weg, diskutiert.
Florian Bayer: Sie versuchen die Nerdification, was sie öfter versuchen bei gut aussehenden Menschen. Genau. Und wie immer funktioniert es nicht so ganz.
Johannes Franke: Aber ich finde, dass er das vom Spiel her total füllt.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Ryan Gosling ist toll in diesem Film. Natürlich muss er viel von diesem Film tragen. Einfach weil er viel alleine zu sehen ist. Er macht das ganz großartig. Und wie gesagt, ich bin froh, dass er in diesem Film, wie schon ein paar Filmen davor, lächelt und Spaß hat.
Johannes Franke: Und er auch sein Humorvollen, sein Talent fürs Humorvolle wirklich ausspielen kann. Das ist wirklich gut.
Florian Bayer: Wir kommen noch zu einer unserer beliebtesten Sections, weil wir endlich mal die Schnauze halten in dieser Section. Nämlich Someone Completely Different.
Johannes Franke: Ja, wir lassen wieder jemanden zu Wort kommen, aber wir kündigen das jetzt besonders an, weil es auch eine besondere Person ist. Plur, du bist verwandt mit jemandem.
Florian Bayer: Ja, ich habe einen Sohn. Er ist zehn. Er hat mit mir diesen Film gesehen. Er hat diesen Film sehr genossen. Und er wollte, als er gehört hat, dass wir über diesen Film sprechen, wollte er uns kurz was Kleines schicken. Das hat er gemacht. Ganz kurz nur zur Einordnung. Er sagt am Anfang, dass er im Krankenhaus ist. Er war wegen Plintern im Krankenhaus, musste aber Gott sei Dank nicht operiert werden, Hause, also alles gut.
Johannes Franke: Nicht, dass ihr beunruhigt seid, weil er sagt, ich bin im Krankenhaus. Ihr müsst keine Spenden oder sowas, Aufrufe machen.
Florian Bayer: Ansonsten hört ihr jetzt Bela mit seiner Meinung zu Project Hail Mary Jingle. Und jetzt jemand komplett anders.
Johannes Franke: Hallo, ich bin Bela. Ihr kennt mich vielleicht auch, weil Flo manchmal von mir erzählt. Ich sitze gerade im Krankenhaus und wahrscheinlich werde ich morgen rauskommen. Darauf freue ich mich schon. Aber was ich jetzt eigentlich sagen wollte, ist meine Meinung zum Filmprojekt Hail Mary Astronaut. Also ich fand den Film an sich sehr gut. Bis auf das Ende, das fand ich ein bisschen... Es war zu viel. Storbt er zum Beispiel Rock oder stirbt er nicht? Es war zu viel Chaos für mich ein bisschen. Also es war, als würde es immer wieder appropriieren, so gut wie möglich enden zu wollen. Für mich war der Film auch schwer zu verstehen, aber eigentlich fand ich ihn sehr toll. Es war eine schöne Story und auch das forschungshafte... Ich fand es einfach auch süß, wie Grace und Rock, also die beiden gelernt haben zu kommunizieren. Das war meine Meinung zum Film. Ciao. Und jetzt jemand komplett anders.
Florian Bayer: Ich glaube, wir können zum Fazit kommen. Ja, ich glaube auch. Auch wenn diese ganze Episode voll mit Fazit steckt. Wir haben ihn jetzt genug abgefeiert. Ich finde, es ist ein ganz fantastischer Film. Ich finde, es ist wirklich ein Beweis dafür, dass Hollywood, dass Filmindustrie funktionieren kann. Dass du keinen Auteur brauchst, dass es auch einfach wirklich eine seelenlose Industriepflanze sein kann, die total begeistert emotional. Richtig unterhaltsamer, kurzweiliger Film. Gute Mischung aus Comedy, Action, Science und Pathos. Gott sei Dank bunt und ein bisschen naiv und ein bisschen albern, ohne diese Schwere, die andere Hard Science Fiction Filme haben und ich hab's schon gesagt, mit der wahrscheinlich besten Szene des Filmjahres 2026, Sandra Hüller, die Sign of the Times singt.
Johannes Franke: Absolut. Ich möchte dir in einem wesentlichen Punkt widersprechen, den du im Laufe des Gesprächs genannt hast, nämlich, dass das vielleicht nicht unbedingt die Tiefe macht. die es machen könnte oder sollte oder was auch immer. Ich finde, dass dieser Film, dadurch, dass er eine gewisse Naivität hat und so eine wahnsinnige Menschlichkeit in jeder Szene atmet, nicht an Tiefe verliert. Und das finde ich wahnsinnig wichtig. Und auch wichtig für den Film und auch eine wichtige Erkenntnis dafür, Was ich sowieso schon die ganze Zeit scheiße finde, nämlich, dass 98 Prozent der Oscar-Gewinner Dramen sind.
Florian Bayer: Dramen, die sich viel zu ernst nehmen.
Johannes Franke: Und warum kann ein Film... der eigentlich eine wahnsinnige Tiefe hat. Wie kann der seine Tiefe verlieren, nur weil er homophol ist? Wer kann mir die Physik dahinter erklären? Das ist doch völliger Quatsch. Und deswegen finde ich, dass dieser Film ein wahnsinnig gutes Beispiel eigentlich dafür ist, dass man das beides vereinen kann. das große Pfund von diesem Film und deswegen auch einer der besten Filme mindestens dieses Jahres, vielleicht nicht sogar größerer Zeiträume.
Florian Bayer: Vielen Dank, dass du den vorgeschlagen hast.
Johannes Franke: Ja, vielen Dank, dass du ihn geguckt hast. Ich bin wahnsinnig glücklich darüber. Ich finde es fast ein bisschen schade, dass wir ihn jetzt gemacht haben, weil sonst hätte ich mir jetzt noch weitere... Episoden freuen können darauf, dass wir den irgendwann machen. Das ist das Problem, wenn man dann irgendwann wirklich was gemacht hat.
Florian Bayer: Leute, wir haben noch eine Episode vor uns und danach feiern wir 300. Jubiläum.
Johannes Franke: Oh mein Gott, ja.
Florian Bayer: Nächste Woche gibt es die 299. Episode. Da werde ich Johannes einen Film vorschlagen. Wenn ihr wissen wollt, was das für eine ist, bleibt noch kurz dran. Ansonsten, wie immer, vielen Dank fürs Zuhören.
Johannes Franke: Ja, freut euch schon mal auf die 300. Da werden wir einen Haufen Fragen beantworten, die ihr eingesandt habt. Wenn diese Episode rauskommt jetzt, Wird es wahrscheinlich zu spät sein, noch Fragen einzusenden, weil wir nehmen ein bisschen weiter im Voraus auf.
Florian Bayer: Bis dahin, habt die beste Zeit eures Lebens.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Hört auf zu weinen, habt die Zeit eures Lebens. Und opfert euch für die Menschheit. We gotta get away from here. We gotta get away from here. Macht es gut. Bis dann. Ciao. Bis dann. Ciao. So, Flo, es gibt noch was. Ja, es gibt noch was. Und zwar nähern wir uns jetzt wirklich mit großen Schritten der 300. Episode. Oh, oh, oh. Und irgendwie so unsere Tradition, so ein bisschen im Umkreis von Jubiläumsepisoden ein bisschen was Besonderes zu machen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und deswegen machen wir nächste Woche ein Double Feature.
Johannes Franke: Achso, ich dachte, du hättest einen Kurzfilm gemacht und willst ihn jetzt besprechen. Nein, nein, nein, nein.
Florian Bayer: Double Feature. Und zwar einmal der schlechteste Film aller Zeiten, mutmaßlich.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und der Film über die Entstehung dieses schlechtesten Films aller Zeiten. Wir schauen... Ach, ich dachte den anderen.
Johannes Franke: Mano, ich hatte jetzt mich darauf eingestellt, dass wir Bela Lugosi nochmal angucken.
Florian Bayer: Ah, ja stimmt, der hatte auch sowas drin. Und Desaster Artist aus dem Jahr 2017. Aber genau, nicht Bela Lugosi, weil Ed Wood wurde ja offensichtlich abgelöst von Tommy Wiseau.
Johannes Franke: über die wir nächste Woche ganz viel reden werden. Okay, aber wir müssen Edward auch irgendwann besprechen.
Florian Bayer: Wir müssen auch irgendwann mal Edward besprechen.
Johannes Franke: Ja, großartig.
Florian Bayer: Kannst du ja für die 301. wird Halloween.
Johannes Franke: Ja, das stimmt, ja. Naja, vielleicht warte ich nochmal 200 Episoden ab oder so.
Florian Bayer: Mach das. Bis nächste Woche. Schaut euch The Room an, schaut euch The Desaster Artist an. Wir werden sehr viel zu besprechen haben. Bis dahin. Ciao. Bis dann. Ciao.
