Episode 300
Wir feiern Jubiläum und widmen uns in dieser Episode allen möglichen Fragen, Kritikpunkten, Nörgeleien von euch, die sich über die letzten Jahre angesammelt haben.
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 300 Publishing Date: 2026-09-30T07:10:32+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/09/30/episode-300/
Johannes Franke: Und über Filmgeschichte kann ich was über Geschichte lernen, kann ich etwas über die Menschen lernen, die diese Filme gemacht haben und über die Haltung von diesen Menschen lernen. Und nur wenn ich die Geschichte kenne und weiß, verstehe, kann ich die Zukunft ordentlich gestalten.
Florian Bayer: Live aus den Südende Studios in Steglitz. Die 300. Episode des Muss-Man-Sehen-Podcasts. Special Guests. Charles Chaplin und George Milius. Ich bin ein 10-jähriges Kind, habe keine Ahnung, was ich hier vorlese und der beste Film aller Zeiten ist meiner Meinung nach Guardians of the Galaxy. Und hier sind ihre Gastgeber Johannes Franke und Florian Flor Bayer.
Johannes Franke: Herzlich willkommen, ihr da draußen. Herzlich willkommen hier zu einer neuen Ausgabe des Muss-Man-Sehen-Podcasts.
Florian Bayer: Und zwar nicht irgendeine Ausgabe, sondern ihr habt es gehört. Die 300.
Johannes Franke: Meine Fresse, was wir so lange durchhalten würden, hätte ich nicht gedacht.
Florian Bayer: Unfassbar, 300 Folgen. Seite an Seite gegen den Wind.
Johannes Franke: Es war eine großartige Zeit. Und jetzt nur noch mit dem Wind. Du meinst, du hast mir erst gegen den Wind gepinkelt und jetzt hast du nach 300 Episoden gemerkt, okay, scheiße, funktioniert so nicht?
Florian Bayer: Zu meiner Rechten sitzt der fantastische, gutaussehende, mit einem nicht so guten Filmgeschmack ausgestattete... Johannes Franke.
Johannes Franke: Und mir gegenüber, wie funktioniert das jetzt? Rechts, links, gegenüber. Gegenüber sitzt Florian Plor Bayer.
Florian Bayer: Der keine Eigenschaften hat.
Johannes Franke: Der keine Eigenschaften hat. Dem ich einfach schweigen möchte, wo ich sagen möchte, gut, er ist halt auch da.
Florian Bayer: Hallo, liebes Publikum. Schön, dass ihr da seid. Vor allem hallo, liebe StammzuhörerInnen. Schön, dass ihr zum 300. Mal da seid.
Johannes Franke: Ja, und wie ihr gemerkt habt beim Anklicken des Titels, wir haben gar keinen Film für euch.
Florian Bayer: Wir haben heute keinen Film. Wir haben eine Laber-Episode.
Johannes Franke: Einfach nur labern? Ja. Meinst du, das klappt?
Florian Bayer: Nein. Das wird wahrscheinlich die Episode mit den schlechtesten Aufrufzahlen und ich kann es euch nicht verdenken. Ich mag keine Laber-Podcasts. Das heißt, no bad blood. Wenn ihr sagt, ich hab keinen Bock, diesen beiden Typen... beim Labern zuzuhören. Macht jetzt einfach aus, freut euch auf nächste Woche. Da beginnt nämlich unsere Halloween-Zeit. vier Horrorfilme in Folge.
Johannes Franke: Oh, schon wieder.
Florian Bayer: Johannes wird anfangen. Wenn ihr aber ein bisschen uns im Plaudern hören wollt, wie wir über Zuschauerfragen reden, wie wir uns über irgendwas austauschen, was uns bewegt, wie wir versuchen, irgendwie eine Struktur oder ein Thema hier reinzupressen, dann bleibt dran.
Johannes Franke: Du musst das besser verkaufen.
Florian Bayer: Das ist unsere gemischte Hack-Folge.
Johannes Franke: Leute, wir werden die dringendsten Fragen aus dem Publikum beantworten. Es werden eindeutig endlich Sachen geklärt, die ihr euch schon immer gefragt habt. Bleibt dran, wenn ihr wissen wolltet, warum wir so woke sind. Wenn ihr wissen wolltet, warum ich manchmal bei den Social Media Videos die falschen Fotos einblende. Dann bleibt dran, wir werden das alles aufklären und es wird zufriedenstellend sein. Absolut zufriedenstellend.
Florian Bayer: Und jetzt die muss man sehen Hausband.
Johannes Franke: Wir haben nichts laufen und Flor macht hier voll die Dance-Moves. Hey, wir haben uns für Late-Night-Stil entschieden. Wir machen Late-Night. auch übrigens beide Taxidos. Ja, natürlich. Ich habe ihn extra nochmal aus der Reinigung geholt. Der ist da seit zwei Jahren. Ich habe ihn extra bei C und A gekauft. Okay, gut. Also, wir werden uns tatsächlich so ein bisschen durch Fragen hangeln, die ihr hattet, aber ich habe erstmal eine wichtige Frage an dich, Plur.
Florian Bayer: Okay, hau raus.
Johannes Franke: Warum zur Hölle machst du diesen Podcast? Das ist eine große Frage, ich gebe es zu.
Florian Bayer: Das ist eine riesige Frage, aber einfach die Antwort ist so banal, weil es unglaublich viel Spaß macht.
Johannes Franke: Okay, ja gut, Frage beendet. Nee, zur nächsten Frage.
Florian Bayer: Du hast eine größere Antwort offensichtlich.
Johannes Franke: Weiß ich, nein, weiß ich gar nicht. Ja, ich muss damit rechnen, dass mir die Frage auch gestellt wird, wenn ich sie dir stelle, verdammt nochmal, aber ich hab nicht drüber nachgedacht. Nein, Motivation, einen Podcast zu machen über Filme, hatte ich ja am Anfang, vor allem, weil du gefragt hast und es war Corona. Das heißt, wir hatten sowieso so Lücken zu füllen wie die meisten zu Corona. Und deswegen haben wir auch fucking zwei Filme an einer Folge besprochen. Am Anfang, in der ersten Folge sogar drei Filme. was völlig absurd war, was man auch nicht ordentlich recherchieren kann. Wenn man zwei Folgen an einem Tag macht, fand ich immer dann doch schwierig. Man wird einem Film auch nicht gerecht, wenn man das irgendwie, nur sagen andere vielleicht, wir sind sowieso schon zu lang. Wir sollten uns sowieso vielleicht auf eine Stunde begrenzen, aber nein, wir sprengen doch durchaus regelmäßig die Zwei-Stunden-Grenze.
Florian Bayer: Ich finde, beim Podcast kann man das machen. Und ich weiß, es gibt auch Filmpodcasts da draußen, die das weitaus krasser machen. Also was ich wirklich gerne höre.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Auch wenn die einfach nur den Film von Anfang bis Ende durchgehen, sind die Cinephiles, ne?
Johannes Franke: Stimmt.
Florian Bayer: Die ganz oft auch Filme drin haben wie dir, die wir drin haben. Wir sind halt dann doch irgendwie ähnlich sozialisiert. Ja, ähnlich sozialisiert und das ist einfach so ein Kritiker-Ding. Es gibt einfach diesen Kritiker-Kanon. Und die Cinefiles, die gibt es schon relativ lange und ich liebe die einfach.
Johannes Franke: Die machen das sehr gut. Aber man muss schon auch sagen, und das ist ein großer Unterschied zu uns, die gehen durch den Film so durch.
Florian Bayer: Ja. Absolut.
Johannes Franke: Und man freut sich auf der einen Seite, weil man dann wirklich nochmal den Film im Kopf ablaufen lassen kann. Aber auf der anderen Seite, finde ich, kommen dann so ein kleines bisschen diese Sachen zu kurz, die wir eben machen. Genau, weil sie mir in einem anderen Podcast zu kurz kommen, dass man das Ganze einsortiert nochmal. Dass man selber seinen eigenen Gedankensermon dazu gibt, der über einen Gag hinausgeht und dass man philosophisch über die Dinge nachdenkt, weil der Film ja Themen mitbringt und ich finde... Wir hängen auch ein bisschen davon ab. Unsere besten Episoden sind die, wo der Film viele gute Themen mitbringt.
Florian Bayer: Definitiv. ein bisschen so dieses Dreigliedrige. Wir reden ganz banal über den Inhalt. Dann zum zweiten ... Sammeln wir einfach Fakten, zum einen um den Film herum, also Produktion und wer hat mitgemacht und wer war wie beteiligt, wie ist der Film entstanden. Dann aber auch meistens so ein bisschen Fakten zu den Themen. Das heißt, ich bin da immer sehr glücklich, wenn es irgendwie ein Film über historische Themen ist. Ja, genau. mich so reingraben kann. Also ich mag diesen Lernaspekt davon, auch wenn ich mich auf die Episoden vorbereite. Oft ist es so, dass ich nichts zu dem Thema weiß, bevor ich in die Recherche gehe und Und dann das dritte ist, dass wir einfach so ein bisschen unsere Gedanken schweifen lassen und gemeinsam so komplett irgendwie abdriften und bei ganz anderen Themen lassen. Ja, genau. können auch mal ein bisschen ausschweifender werden.
Johannes Franke: Insofern ist es schon auch ein Laber-Podcast ab und zu mal, muss man schon sagen.
Florian Bayer: Er hat auf jeden Fall Laber-Aspekte. Ich hoffe und ich finde, also wir kriegen ja ganz tolles Feedback, ne? Wir haben ein tolles Publikum, das ich auch ganz oft bedanke für unseren Podcast und ich freue mich immer drüber. Ich bin nicht gut drin, auf sowas zu antworten, aber mir geht immer das Herz auf, wenn jemand schreibt, danke, dass ihr so tief reingeht in die Materie. Ich hoffe, dass wir es schaffen, dass die Leute zum einen neugierig werden auf einen Film, den sie vorher nicht auf dem Schirm hatten.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Zum Zweiten hoffe ich auch, dass die Leute wirklich einfach was lernen. Und zwar mit mir und mit dir zusammen lernen. Ja, ja, genau. wenn wir recherchieren zu irgendeinem Thema wie zum Beispiel der historischen Titanic, dann ist das ja auch irgendwie so ein Weg, wo wir Wissen einsammeln und dann versuchen, das Wichtigste und das Beste zu schaffen. an euch weiterzugeben und ich hoffe, das ist es halt auch. Wir machen auch Filme neugierig und wir schaffen es einfach so ein bisschen Wissen drumherum zu Nicht nur was Geschichte betrifft, sondern natürlich auch ganz banal was Filmkunst betrifft.
Johannes Franke: Ja, aber ich muss sagen, das habe ich im Vorfeld jetzt festgestellt, wenn ich darüber nachdenke, wir sind in irgendeiner Form ein Geschichtspodcast geworden. Also es ist Filmgeschichte, aber es ist dadurch, dass Titanic ist nur total naheliegend, wenn man einen Film guckt. über die real existierende Titanic, dann recherchiert man natürlich darüber, was mit der echten Titanic passiert ist und inwiefern der Film das ordentlich abbildet. Aber wenn ich an das Beispiel Wolfen denke, da gibt es einfach diese Häuser mitten in New York, die vollkommen runtergekommen sind. Und man müsste jetzt nicht unbedingt dazu recherchieren. Aber man sieht den Film und fragt sich, what the hell? Und der Film macht das nicht groß zum Thema, sondern man hat das Gefühl, da ist irgendwie ein Elefant im Raum und den will man genauer ergründen. Und das finde ich so toll. Bei der Titanic, ich finde das Titanic-Beispiel gar nicht so richtig gut, weil das eben tatsächlich eigentlich so sehr auf eine Silbertablette liegt. Natürlich, klar.
Florian Bayer: Es ist einfach ein Historienfilm.
Johannes Franke: Genau. Aber wenn das so kleine Sachen sind, wo man in Rabbit-Holes reinfällt, die man gar nicht erwartet hätte, das finde ich geil.
Florian Bayer: Und ich glaube, was uns auch beide fasziniert, ist einfach dann auch das Rabbit Hole Filmgeschichte. Wenn wir zum Beispiel so einen Film wie ... Falsches Spiel mit Roger Rabbit besprechen. Und dann tauchen wir tief ein in die Geschichte Disneys in den 80er Jahren. Was war da los? Warum drehen die plötzlich so eine Mischung aus Real- und Zeichentrickfilmen, der teilweise Gags hat, die ganz klar an ein erwachsenes Publikum gerichtet sind? Und das ist super spannend, auf diesem Weg dann zu lernen, ah, so sah das aus. Oh, und Disney stand mit dem Rücken an der Wand. Und Disney hatte finanzielle Probleme und Disney musste liefern, weil Don Plouffe ihnen Konkurrenz gemacht hat mit seinen Zeichentrickfilmen. Und daraus ergibt sich ja auch so ein kleines Netz, weil ich meine, wir machen 300 Episoden jetzt. Wir sind durch alle Jahrzehnte durchgesprungen und irgendwann schließen sich auch so Kreise. Wir haben über Roger Rabbit gesprochen. Wir haben über König der Löwen gesprochen, wir haben über ein Königreich für ein Lama gesprochen und plötzlich haben wir 20 Jahre Disney-Geschichte in drei Podcast-Episoden abgehandelt.
Johannes Franke: Dann noch die 101er Martina auf der anderen Seite und Fantasia auf der anderen Seite. das Ganze quasi mitbegründet haben, diesen Weg, den die dann beschritten haben. Ich finde es total spannend. Und wir sind ja nicht nur der Disney-Podcast. Nein, eigentlich überhaupt nicht. Aber es ist sozusagen schon da bildet sich ein... zeigt sich ein Bild, das ich total geil und total spannend finde und das eben auf allen Ebenen, wenn es jetzt um Actionfilme geht, vielleicht noch nicht so tief drin wie bei Disney, weil ich nicht der große Actionfilm-Fan bin und du auch nicht so.
Florian Bayer: Es ist ein Genre, was bei uns ziemlich unterrepräsentiert. Das sind wir ehrlich.
Johannes Franke: Wobei wir ein, zwei haben, wo ich dann doch erstaunt war, was es so gibt und wie interessant das durchaus sein kann.
Florian Bayer: Ja, hast du... dein Gefühl, was glaubst du denn, welches Genre haben wir denn besonders gut abgedeckt? Oh Gott,
Johannes Franke: Ja, dann guck mal auf die Webseite. Ich mach mal kurz Werbung für unsere Webseite. Wir können nämlich, und ich finde, das haben wir sehr, sehr gut gemacht. Zum einen haben wir für jede Episode ordentliche Untertitel. Es ist nicht immer 100 Prozent perfekt, weil wir viel mit KI machen müssen, um überhaupt den Aufwand betreiben zu können, aber es sind überall Das heißt, an die Hörer und Hörerinnen da draußen, die eine Höreinschränkung haben, ihr könnt mitlesen. Und das finde ich total wichtig. Und auf der anderen Seite, ihr könnt auf der Webseite suchen. nicht nur mit der Suchfunktion einen Text eingeben, also im Sinne von ich suche, habt ihr den König der Löwen besprochen, sondern ihr könnt tatsächlich auch filtern. Nach Genre. Da gibt es mehrere Genre, die ihr aufklappen könnt und dann sucht ihr euch ein Genre aus und dann wird es entsprechend, werden die Filme dann aufgelistet.
Florian Bayer: Und welches Genre ist auf Platz 1? Oh, Komödie? Komödie! Warum? Ja, weil wir zwei lustige Beutel sind. Ganz ehrlich. Ich verstehe es nicht. Ich gucke da drauf und denke, wow, Komödie 120. Also es ist nicht die ganze Wahrheit. Drama ist auch mit 159 Vorkomödie, aber ich finde Drama ist so ein generisches Genre. dass irgendwie alles in den Bereich Drama fällt. Deswegen würde ich das fast so ein bisschen ausklammern. Aber ich bin überrascht, dass Komödie so weit vorne ist, weil... Hands down, ich bin nicht der größte Komödien-Fan und ich bin auch niemand, der oft laut lachen muss, wenn er lustige Filme guckt.
Johannes Franke: Okay, komm, ich wähle das jetzt mal aus und sag dir… Schon mal auf den ersten Blick, die meisten davon habe ich reingebracht. Ich bin der Komödienmensch von uns beiden.
Florian Bayer: Du bist der Komödienmensch von uns beiden. Und ich glaube, ich bin auch irgendwie der Dramenmensch von uns beiden. Und vielleicht fasst das auch unser Verhältnis zum Film ganz gut zusammen.
Johannes Franke: Ja, und unsere unterschiedlichen Herangehensweisen an die Filme.
Florian Bayer: Du willst ja auch, also wir hatten das ja schon öfter, dass wir Dramen besprochen. Und du warst so dankbar für ein erleichterndes Lachen, das du mal haben konntest. Und sehr frustriert, wenn es das nicht gab und wir haben auch Filme besprochen, wo es das nicht gab.
Johannes Franke: Ja, vor allem, weil du ja auch immer mal wieder mit Hoffnung und so gekommen bist und ich dann immer mal wieder gefragt habe, Plur, wo verdammt nochmal ist die Hoffnung in diesem Film? Und du irgendwo in der kleinsten Ecke, in der dunkelsten Ecke dieses Films noch Hoffnung findest, was ich immer beeindruckend finde, muss ich sagen.
Florian Bayer: Aber ich glaube, es geht gar nicht nur um das Thema Hoffnung, sondern auch einfach um das Thema Spaß. Und das ist jetzt überhaupt nicht respektierlich gemeint, aber ich glaube, du suchst mehr noch Spaß in Filmen?
Johannes Franke: Du meinst das schon despektierlich. Natürlich meine ich das so. Du willst damit sagen... dass ich nur Filme gut finde, wo man Spaß haben kann, wo ich nicht nachdenken muss, wo ich einfach da sitze kann und mich berieseln lassen kann.
Florian Bayer: Naja, von dir ist Dschungelbuch, Sound of Music und Roger Rabbit. Und von dir ist There Will Be Platt, Ulysses und Lady Snowplatt. Kannst du mich mal am Arsch legen?
Johannes Franke: Von dir kommen vor allem solche Sachen wie Karusmäki, wo man da sitzt und denkt, oh Gott. Gott, die Finnen, die haben auch keine Hoffnung.
Florian Bayer: Aber der ist so spaßig, das ist so ein lustiger Film, der ist tausendmal lustiger als, keine Ahnung, als Mel Pruks, der wilde Westen.
Johannes Franke: Ja, okay, Mel Brooks empfehle den besten. Das waren ganz Anfangsjahre, für die ich mich teilweise schäme. Nein, das stimmt gar nicht. Nein, nein, nein. Mel Brooks ist ja Gott. Ja, ja.
Florian Bayer: Und ich habe auch gesagt, Spaceballs war der beste Film, den wir eh besprochen haben und dazu stehe ich.
Johannes Franke: Habe ich glaube ich in dem Moment auch bestätigt, aber ich glaube es nicht wirklich. Naja.
Florian Bayer: Ja, also, falls ihr neu hier seid und warum hört ihr euch dann diese Episode an?
Johannes Franke: Ihr habt hier nichts zu suchen.
Florian Bayer: Ja. Scrollt gerne mal über unsere Websites. Wie gesagt, das sind 300 Episoden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: 199 Filme, nicht ganz, weil wir natürlich noch andere Laberfolgen dazwischen haben. Wir haben mal eine Sommerloch-Episode gemacht.
Johannes Franke: Ja, aber dafür haben wir am Anfang zwei Filme pro Folge besprochen. Das heißt, wir haben mehr als 300 Filme besprochen.
Florian Bayer: gesprochen haben, so wirklich die Zeit zwischen 1880 und 1910. Da haben wir, glaube ich, 100 Filme besprochen.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Und das war auch sehr, sehr spaßig, muss ich sagen. Ich bin fast ein bisschen traurig, dass wir das am Anfang gemacht haben und nicht jetzt. Weil ich jetzt ganz anders über die Dinge nachdenke und anders einsortiere und jetzt nochmal eine Folge zu den ersten Filmen der Filmgeschichte zu machen, wäre irgendwie interessant.
Florian Bayer: Ich glaube, wir sollten mal eine Episode machen nach den ersten Filmen, zu den großen danach und was natürlich extrem von Georges Méliès geprägt ist. Ja, ja. Also die Reise zum Mond und diese anderen ersten Science-Fiction und Fantasy-Filme. Und dann natürlich haben wir den Beginn der Slapstick-Comedy, so dieser kurzen Dinger, keine Ahnung, wie viele Reels das waren.
Johannes Franke: Ja, One und
Florian Bayer: Und dass wir darüber mal reden und dass wir so quasi eine Fortsetzung von dieser Frühzeit des Films machen, dass wir einen Schritt weiter zum großen Kino haben.
Johannes Franke: Aber dann wird es schlagartig mehr zu gucken, muss man schon sagen. Weil das sind dann schon 10, 20 Minuten, also ein Reel ungefähr 10 Minuten, ein bisschen weniger. Und dann zwei Reels. Also die Two-Reeler sind ja dann auch die spannenderen. Also müssten wir im Grunde die Buster Keaton und Charlie Chaplin und Harold Lloyds dieser Welt anschauen. Wenn wir bei den Komödien sind. Was ich aber eigentlich fast interessanter fände, weil das sind ja die großen Bekannten, was ist denn mit den Dramen aus der Zeit? Die sind nämlich ziemlich untergegangen über die Zeit. Warum eigentlich?
Florian Bayer: Vielleicht, weil Drama auf 10 oder 20 Minuten nicht ganz so gut funktioniert wie Komödie?
Johannes Franke: Das glaube ich nicht.
Florian Bayer: Das Pointierte von der Komödie. Vielleicht auch, weil die Dramen natürlich noch eher die Theaterkonkurrenz hatten.
Johannes Franke: Das ist ein guter Punkt. Ich glaube, das ist ein guter Punkt und ich glaube, dass Kino damals eine Attraktion war. Ja, und eine Attraktion im Sinne von, ich gehe auf die Kirmes.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Und da willst du nicht ins Drama. Da willst du was Lustiges machen.
Florian Bayer: Niemand macht eine Bahn, Keine Geisterbahn. Wie nennt man so eine Bahn? Einfach im Allgemeinen. Das ist auch keine Achterbahn. Niemand macht eine Fahrattraktion, wo man an der Szene eines Ehestreits vorbeifährt.
Johannes Franke: Da macht keiner Spaß dran. Und schlag das vor, wie geil ist das denn? Oh, die Woody Allen-Variante.
Florian Bayer: Nein, das ist ja schon wieder viel zu viel Comedy. Jetzt fahren wir in die Höhle der unerträglichen Leichtigkeit des Seins.
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Ja, okay. Ja, also vielleicht ist es wirklich so, die Kinos waren ja auch total günstig damals. Das war wirklich wie so eine Jahrmarktstradition, Attraktion. Und da will man vielleicht wirklich keine Dramen. Und dann hat sich das so entwickelt, nachdem die Filme länger geworden sind, dass man dann wegen dieses Kinofilms ins Kino geht. Was früher ja nicht so war.
Florian Bayer: Aber nimm nicht zu viel vorweg, weil dazu müssten wir auf jeden Fall recherchieren. Ich habe jetzt schon die ganze Zeit wieder im Kopf und das haben wir ja oft bei unseren Episoden. Wir investieren wirklich viel Zeit in die Recherche. Wir lesen, wir gucken, wir hören, wir beschäftigen uns viel mit dem Drumherum. Oft haben wir ja auch noch... Sachen, manchmal gibt es dann ja auch wirklich noch so weiteres Filmmaterial zu dem Film, das wir uns anschauen, egal ob es ein Making-of ist oder mehrere Interviews und so.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich merke, wenn wir so frei Schnauze reden und drüber spekulieren, oh mein Gott, nein, das können wir nicht, ich muss recherchieren. War das so? Vielleicht gab es ganz viele Tram, vielleicht gab es auch wirklich große Tram, ich weiß es nicht.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, okay, okay, okay, du hast vielleicht recht, aber mit mir gehen dann doch die Pferde manchmal durch, weil ich dann denke... Hier und das und dort und ich will sofort drüber reden. Und das ist sowieso schwierig, ne? Wenn wir uns treffen... Stellt euch das so vor, ich mach die Tür auf, wir wechseln kaum Worte, außer und wie geht's dir? Ja, muss. Und wie geht's dir? Ja, muss. Dann setzen wir uns hin. Und wir haben ein Verbot, über diesen Film zu sprechen, bevor wir nicht das Mikro angemacht haben. Weil wir uns halt gegenseitig nicht spoilern wollen mit unserer Meinung und dann auch wirklich frisch darauf reagieren wollen.
Florian Bayer: Weil manchmal Leute daran Interesse haben. Wir tauschen uns vorher nicht aus über den Film. Es gibt kein Vorgespräch und wir planen auch keine Struktur. Wir haben es bei ein paar Episoden versucht. Und ich hatte immer das Gefühl, und ich glaube, ich war da dann vor allem so der Widerpad, dass die Episoden mit sehr geplanter Struktur schlechter laufen.
Johannes Franke: Das stimmt nicht ganz, glaube ich.
Florian Bayer: Oder nicht schlechter laufen im Sinne von Publikumsreaktionen, sondern dass sie sich einfach... Also dass ich sie qualitativ schlechter finde.
Johannes Franke: Also ich muss dazu sagen, dass dass ich derjenige bin, der versucht Struktur reinzubringen meistens und Plur dann sagt, ja, ach, wieso denn? Wir kriegen es doch so hin. Es ist ja viel besser, wenn es intuitiv kommt. Und grundsätzlich möchte ich dir recht geben, aber ich habe immer Sorge, dass es zu sehr in diesen Laber-Podcast abdriftet. Aber wir haben, glaube ich tatsächlich, und ihr könnt uns da draußen gerne widersprechen, aber ich glaube, wir haben... Ein in uns liegendes Gefühl dafür, wann wir weiter müssen, bevor wir zu sehr ins Labern abschweifen. Ein bisschen passiert es manchmal, das gehört aber auch dazu und das ist ja auch Teil des Konzeptes, aber dass wir nicht zu sehr weit weg vom Film gehen und nur noch giggeln und kichern.
Florian Bayer: Manchmal gibt es diese Momente, aber ich finde sie sind sehr spärlich. Wie bist du denn vorbereitet? Du hast ein Dokument.
Johannes Franke: Ich habe ein Dokument, ja ja, ich habe also natürlich, ich höre mir einen Haufen Podcasts an, die den gleichen Film besprechen, um so ein bisschen ein Stimmungsbild zu bekommen. um rauszufinden und andere Podcasts ja auch Hintergrundinformationen mitliefern und so weiter. Das ist auch eine Quelle zusätzlich. Aber dann natürlich ein Haufen Interviews im Internet mit irgendwelchen Regisseuren oder Schauspielern und so weiter. Und das muss natürlich alles irgendwo hin und zwar in ein Google-Dokument, das dann chaotisch vor mir liegt. Wo ich dann irgendwie hoffe, noch Struktur reinzubringen in letzter Minute, bevor Pro kommt. schaffe ich es irgendwie, mich da durchzuhangeln? Und dann merke ich am Ende der Episode, dass ich vielleicht dreimal reingeschaut habe. Manchmal ist es wirklich so, dass ich einfach nur mit dir darüber reden kann, weil ich so viel die Woche über mich damit beschäftigt habe. dass ich die Notizen fast nicht mehr brauche.
Florian Bayer: Ja, das Gefühl habe ich auch ganz oft. Und ich habe manchmal das Gefühl, wir könnten ein bisschen mehr Quellen nennen dann. Ja, das stimmt vielleicht. Es gibt dann so diesen Mischmasch, also ich versuche dann wirklich nochmal, also gerade wenn man sowas in Podcasts hört, das macht immer, auch wenn ihr was bei uns hört, das macht immer Sinn, noch mal bis zu den Primärquellen zurückzugehen. Das stimmt, ja, ja. Wer hat das denn tatsächlich gesagt, wo steht das? Weil oft findet man dann auch, ah, Hören sagen. Sehr schöne Quelle. Und dann gibt es ja einfach diese Bewegungen ins Tiefe. Und ich hab immer Angst davor, dass ich zu viel, gerade bei anderen Podcasts, dass ich zu viel da aufschnapp und reinbringe. echt so ein Kampf in mir auch. Und dann versuche ich mich quasi nochmal so ein bisschen zu reinigen, indem ich dann wirklich nochmal in die in die Quellen selbst reingehe. Und es ist teilweise ganz schön schwierig, so Sachen zu finden dann. Also gerade so Produktionsnotizen. Und woher kommt eigentlich dieses eine Gerücht, dass diese eine Person am Set getrunken und dann die Mutter des Regisseurs beleidigt hat? Aber das ist auch voll Spaß. Also so dieses Forschen, dieses archäologische, ich meine, wir sind bei Filmgeschichten, wir haben teilweise Filme, die 100 Jahre alt sind. Es ist großartig, es macht einfach Spaß.
Johannes Franke: Trotzdem muss man sagen und viele Kommentare, die wir uns hier rausgeschrieben haben, gehen auch darauf ein bisschen ein. Wir sind kein journalistischer Podcast.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Das ist mir relativ wichtig. Weil wir auch sehr meinungsgetrieben sind in dem, was wir sagen, was wir erzählen. Natürlich geben wir Hintergrundinformationen. Natürlich sind wir ein bisschen in der Verlegenheit ab und zu sagen zu müssen, Es gibt da Gerüchte in die eine oder andere Richtung. Manchmal fällt man auch auf Gerüchte rein und denkt, das ist nicht nur ein Gerücht, sondern irgendwo Tatsache. Also es gibt diese Fehlertoleranz, müssen wir leider mitliefern. Also man muss einfach sagen, ihr da draußen nehmt nicht unbedingt immer alles als 100% gesetzt.
Florian Bayer: Boah Leute, es ist schon krass, dass ihr quasi sagt, dass die Inka-Kultur tot ist. Peruaner sind extrem stolz auf ihre Geschichte und wird über das Jahr hinweg mehrmals gefeiert. Quechua ist einer der offiziellen Landessprachen. Klar sind es keine Inkas mehr, aber die Kultur ist wichtiger Bestandteil der Identität. Musste ich kurz loswergen, aber die Folge finde ich mega cool. Schreibt Fishbowl über Spotify. Und ich sage dir aus vollstem Herzen, sorry, eine meiner großen Fehlleistungen. In diesem Podcast war, dass ich gelesen habe, naja, Inka-Kultur und damals, als die Europäer gekommen sind, 80 bis 90 Prozent ausgestorben. Dann bin ich in meiner Überlegung, es ging um das Thema kulturelle Aneignung. Ich kann gleich noch den nächsten Text dazu lesen. Da ging es um die Frage, kann man von kultureller Aneignung sprechen und mein Argument war, naja, wir reden von der Inka-Kultur, gestorben ist, da ist es nicht wirklich kulturelle Aneignung. So wie wenn wir zum Beispiel die, keine Ahnung, wenn wir uns eine griechische Toga anziehen, ist es keine kulturelle Aneignung, weil die Griechen einfach in der Form die klassischen Griechen nicht mehr existieren. Kann man auch drüber diskutieren. Aber natürlich absolut sorry, sorry, sorry. Die Inka-Kultur ist nicht tot, die Inka-Kultur ist nicht ausgestorben, die Peruaner sind offensichtlich extrem stolz auf ihre Geschichte und es gibt ganz viele und ganz tolle Spuren der Inka-Kultur. Bis zum heutigen Tag in diesen Ländern und die wird auch gelebt und die wird auch gefeiert und ja, es sind sehr viele Menschen damals gestorben wegen der europäischen Kolonialisten. Aber trotzdem gibt es so etwas wie eine Urkultur in den Anden. von der es noch sehr viele Menschen gibt, die tatsächlich so rein genetisch einfach Abkömmlinge sind von denen, aber die auch wirklich stolz ihre Kultur weitertragen. Und damit springe ich gleich zur Frage von Marco, zum Thema kulturelle Aneignung. Europäer zerstörten zwar die alten Süden- und mittelamerikanischen Reiche und ermordeten unzählige der Ureinwohner, aber die Ureinwohner und ihre Kulturen. Bräuche, traditionelle Kleidung, teilweise Religion überlebten. Und so auch die Inka in zum Beispiel Peru. Auch ihre Sprachen werden immer noch gesprochen. Daher kann man hier schon über kulturelle Aneignung sprechen, vor allem, weil es ein US-amerikanischer Film ist. In Klammern Kolonialgeschichte USA. Und genauso wie Fischbohr, Marco, du hast vollkommen recht. Ja, ich habe da einfach Quatsch erzählt. Und deswegen sage ich auch immer gerne, nehmt nicht alles, was wir sagen, für volle Münze. Aber manchmal haben wir uns nicht so tief in ein Thema eingelesen und das war hier der Fall und das geht absolut auf meine Kappe. Ich hätte das nicht machen sollen, ich hätte das nicht sagen sollen. sondern es wäre einfach ein leichtes gewesen, dann noch ein bisschen mehr dazu zu recherchieren.
Johannes Franke: Aber sagen wir, ein leichtes gewesen, ja, aber wir haben immer nur eine Woche Zeit.
Florian Bayer: Wir haben immer nur eine Woche Zeit und ich bin voll in die Disney-Recherche da eingetaucht.
Johannes Franke: Genau. dann sitzt vor einem diese Bärenfalle kulturelle Aneignung und man tritt halt volle Kanne rein, weil man eben diesen Pfad nun nicht auch noch Ja. Und das wird immer passieren. Und deswegen sage ich auch, wir sind kein journalistischer Podcast. Sondern, also wir bemühen uns um alles, um alles, was wir sagen, dass wir das auch hier und dort nochmal gegenchecken und gucken, ob das wirklich stimmt. Aber es wird immer irgendwo etwas sein, was wir in einem Nebensatz sagen oder vielleicht dann doch in zwei Hauptsätzen, weil wir denken, ja, wir haben doch doch nachgeschaut, was vielleicht dann doch nicht um 100% stimmt.
Florian Bayer: Ich würde dir insofern widersprechen. Keine muss man sehen, Episoden, in der ich Johannes nicht widerspreche. Ich finde schon, dass wir einen journalistischen Ansatz haben. Journalismus, Journalist ist keine geschützte Berufsbezeichnung, jeder darf sich Journalist. Und ich finde mit unserer Kombi aus, wir wollen ein bisschen Wissen vermitteln, wir haben eine Meinung und so sagen wir es. auch und wir haben auch einen politischen Standpunkt und die bringen wir auch mit, auch wenn wir kein politischer Podcast sind. Ich finde das Label journalistisch im weitesten Sinne Kulturjournalistisch können wir uns, glaube ich, schon anheften. Und ich hefte mir das auch ganz gerne an. Ich stimme allem zu, was du gesagt hast, aber ich würde sagen... Und trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, sind wir journalistisch.
Johannes Franke: Journalisten eher das Bild im Kopf von jemandem, der den Hörer in die Hand nimmt, in Amerika bei jemandem anruft, der Don Bluth noch persönlich gekannt hat und mit ihm redet darüber, Wie war denn das? Weißt du, so machen wir es halt auch nicht.
Florian Bayer: Nee, das ist Next Level. Muss man auch vielleicht nicht zwingend machen. Zumal wir immer betonen, dass ein Kunstwerk auch ohne seinen Schöpfer weiterleben kann. Nee. Und dass es vielleicht sogar eine Erweiterung des Kunstwerksgedanken gibt.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Noch ein Punkt aus dieser Kritik zum Thema Journalistik und Falschinformationen. Und zwar zum Christentum. Einerseits war es interessant, dem Podcast zuzuhören. Andererseits sind die Schilderungen und Erzählungen über das Christentum kurzfristig. Grund falsch. Schade, dass Materialisten sich immer so nihilistisch äußern müssen und ihre Weltanschauung dementsprechend kundtun, was auch das Ende des Films betrifft. Mehr möchte ich zu all dem nicht äußern, außer dass ich selber nicht einmal Christ bin oder religiös, mitnichten, gar nicht. Aber mich stört es immens, wenn Materialisten mit ihrem Absolutheitsanspruch um die Ecke kommen. Unglaublich teilweise. Von Philosophie und Naturwissenschaft sollte mehr verstanden werden.
Johannes Franke: Ich habe mit diesem Kommentar so ein paar Probleme, muss ich sagen. Also mir fehlt hier ein bisschen der Kontext und die Einsortierung. Also inwiefern kommt er auf Materialisten? Was meint er mit Materialisten? Welchen Absolutheitsanspruch meint er und so? Und der letzte Satz, dieses von Philosophie und Naturwissenschaft sollte mehr verstanden werden, ist auch relativ nebulös. Ja, ich bin mir nicht sicher, wie ich darauf reagieren soll.
Florian Bayer: Mir fällt es auch schwer. Ich kriege auch nicht mehr zusammen. Also wir haben uns nicht alle Episoden nochmal angehört. zu denen die Kritik kommt.
Johannes Franke: Und das hier war auch unter einem Social Media Video.
Florian Bayer: Ich würde von mir behaupten, ich habe keinen Absolutheitsanspruch, was meine meine philosophische Weltsicht betrifft. Aber ja, ich glaube, die meisten Menschen, die irgendwie spirituell sind oder auch würden mich als Materialisten bezeichnen. Und ich glaube, ich habe auch kein Problem damit, Materialist genannt zu werden.
Johannes Franke: Was ist denn Materialist in dem Zusammenhang?
Florian Bayer: Naja, ich glaube in dem Zusammenhang am ehesten, dass ich keinerlei, dass ich davon ausgehe, dass die Welt kommt, keine metaphysische Komponente hat, dass es keine Geister gibt, dass es keine Gottheiten gibt, dass es keinen Gott gibt. Aber auch, dass es keine ominöse spirituelle Kraft gibt, die irgendwie außerhalb existiert. Dass es nicht dieses mehr gibt, als das, was die Naturwissenschaftler sich... erahnen können, es gibt ja diesen Spruch, die Welt besteht aus mehr, bla bla bla, sondern dass es genau das ist und dass das, was wir noch nicht rausgefunden haben, dass wir das rausfinden können auf naturwissenschaftlichem Und dass der Glaube an irgendetwas Metaphysisches, in welchem Sinne auch immer, dass er behindert und deswegen keinen wissenschaftlichen Mehrwert hat, im schlimmsten Fall sogar wissenschaftlich erschweren kann. Weil die Menschen sagen, achso, naja, wenn ich da Gott hinsetze oder irgendeine Geisteskraft, dann muss ich nicht weiter forschen.
Johannes Franke: Okay, also in dem Zusammenhang, auf dieser Basis habe ich den Kommentar nicht richtig gelesen, aber jetzt wo du es so sagst... verstehe ich den Kommentar viel, viel besser und kann auch verstehen, dass ein Absolutheitsanspruch erahnt werden kann durch das, was wir sagen, weil wir doch sehr wissenschaftlich sind.
Florian Bayer: Sind wir, aber... Ich finde nicht, dass wir dogmatisch sind. Ich hau manchmal so eine steile These raus, aber ich hab das Gefühl, die sag ich immer mit genug Augen zwinkern, dass klar ist, dass ich das nicht so ernst meine.
Johannes Franke: Das glaube ich auch.
Florian Bayer: Und auch keine wissenschaftlichen Thesen, sondern eher so eine Meinung, dass ich zum Beispiel sage, ich habe zum Beispiel zum Thema, als wir über gesprochen haben, glaube ich, habe ich gesagt, dass man Christopher Nolan Filme am besten in deutscher Synchro am 4 zu 3 Fernseher guckt. Ja. Und Videokassette. Und erinnerst du dich, weil im Kino das alles zu ... zu laut ist und zu drühen und so weiter, das habe ich mit sehr viel Selbstbewusstsein gesagt und ich hoffe, das hat niemand ernst genommen. Natürlich genieße ich meine Christopher Nolan Filme im Kino.
Johannes Franke: Man muss auch dazu sagen, ich glaube, dass ich immer in der Reaktion so weit, also ich habe jetzt auch lachen müssen und daraus hört man schon, dass das nicht 100% ernst ist. Aber ich verstehe, wenn man sowieso schon von der Welt mit dem Materialismus in diesem Sinne geht. so ein bisschen auf Kriegsfuß ist, weil alle sagen, ja, es ist alles auf der Wissenschaft, muss alles auf wissenschaftlichen... Füßen stehen, dass man dann irgendwann sagt, ja Leute, aber lasst doch mal andere Sachen noch ein bisschen mehr zu. Jetzt verstehe ich so ein kleines bisschen mehr, was der Kommentar eigentlich will. Aber ich muss sagen, dadurch, dass ich nicht verstanden habe, was genau... er damit meint, obwohl er sich Mühe gegeben hat, Sätze zusammenzubringen, die mehr sind als nur, oh ja, sehr doof, ist es doch meistens... Der Sender, der dafür sorgt, dass der Empfänger es nicht versteht, wenn es um Erklärungen von Sachverhalten geht, oder? Das hat ja auch was damit zu tun, wenn wir zum Beispiel Sachen erklären. Ich hatte zum Beispiel ein Video neulich veröffentlicht auf Social Media. Da hat jemand drunter geschrieben, Alter, du hast den Film nicht verstanden. Dann haben wir darüber geredet, warum er das meint. Und heraus hat sich gestellt, dass er eine Formulierung, die ich gewählt habe, anders verstanden hat. Eindeutig meine Schuld. Ich hätte es besser formulieren sollen.
Florian Bayer: Dann sind wir so ganz tief in Kommunikationstheorien. Dann wird uns wieder vorgeworfen, dass wir zu dogmatisch, materialistisch sind. Meine Haltung dazu wäre ja, auf jeden Fall. Also der Sender trägt eine große Verantwortung. Aber der Empfänger trägt auch eine Verantwortung und letzten Endes ist Kommunikation immer irgendwie ein Hangeln nach... Sinn zwischen Sender und Empfänger, wo Dinge dazukommen und Dinge verloren gehen. Und ich finde so eine krasse Reaktion, du hast den Film nicht verstanden, spricht eher gegen den, der die äußert, als gegen den, der der Anlass dazu ist.
Johannes Franke: Ich finde, dass die Art und Weise vielleicht anders funktionieren könnte, dass man das anders schreiben kann oder dass man sich dadurch, dass man so einen krassen Kommentar drunter setzt... offenbart man eher eine andere Haltung, die man eigentlich vermitteln will und gar nicht so sehr, dass man inhaltlich diskutiert. Sondern, dass man irgendwie krass reagieren will und provozieren will oder sowas.
Florian Bayer: Wir sind ein meinungsgetriebener Podcast. Ja. Wir diskutieren über Filme. Wir haben beide einen Filmgeschmack. Wir haben teilweise, auch wenn wir immer damit kokettieren, wir haben eigentlich einen relativ ähnlichen Filmgeschmack. Also wir mögen... Ähnliche Filme?
Johannes Franke: Das kannst du jetzt nicht sagen, Flo. Immer sagen wir, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack und deswegen diskutieren wir.
Florian Bayer: Aber Filmgeschmack ist natürlich etwas Subjektives. Man kann das objektivieren, indem man sagt, mir gefällt das, weil das so ist und weil das so gemacht wird und so weiter. Aber dass es dir gefällt, bleibt trotzdem was Subjektives. Das heißt, immer wenn wir uns darüber lustig machen, über den Geschmack des anderen oder ihr das Gefühl habt, wir machen euch... uns über euren Geschmack lustig. Nein. Geschmack ist was vollkommen Subjektives. Und ob man jetzt Citizen Kane für den besten Film aller Zeiten hält... Oder den neuen Spider-Man. Das ist absolut beides gerechtfertigt.
Johannes Franke: Spider-Man vielleicht jetzt nicht, aber... Siehst du, du musstest es relativieren.
Florian Bayer: Und deswegen bin ich der bessere Mensch von uns beiden.
Johannes Franke: Komm, wir gehen uns nochmal prügeln. Okay. Ja, absolut hast du recht. Man muss halt immer, das ist der absolute Anspruch, der hier in dem Text einmal angedeutet wird. Den haben wir nicht. Und das ist einmal ganz wichtig klarzustellen. Nur weil wir Wenn wir eine bestimmte Meinung zu filmen haben, heißt das nicht, dass wir der Meinung sind, dass ihr diese Meinung haben müsst. Ganz im Gegenteil. Deswegen rufen wir ja immer dazu auf, dass ihr in Social Media eure Meinung teilt, damit wir unseren Horizont den wir nun mal in dieser Zweierkonstellation recht begrenzt haben, dass wir den erweitern. Und ich finde es ganz toll, dass ihr das tatsächlich macht. Und dass es auch ganz viele Kommentare gibt, die richtig, richtig gut sind.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Ich freue mich auch ganz oft über Kommentare, die widersprechen. Weil es den Horizont erweitert.
Johannes Franke: Es geht ja auch darum... Siehe Inka-Kultur.
Florian Bayer: Genau, zum Beispiel. Aber auch... Selbst so was, selbst Kommentare, wo ich nicht sage, mein Fehler und sorry, wo ich einfach jemanden lese, der sagt, nee, ich sehe das ganz anders als ihr und man kann das doch auch so sehen. Ich finde es einfach schön, ich finde es einfach interessant und sich darüber auszutauschen, das gehört einfach zur Filmrezeption dazu. Vielleicht im Kommentar so sehr spezifisch und sehr spitz jetzt, aber wir haben von B. Barney vor drei Monaten haben wir zu Sixth Sense einen Kommentar gekriegt. Am Anfang war ich von der Folge begeistert. Vielen Dank. Diesen Detailreichtum muss euch ein anderer Film-Podcast erstmal nachmachen. Aber dann wurde es irgendwie obskur. Shyamalan ist kein Christ, sondern stammt aus einem Hindu-Elternhaus und bezeichnet sich als Agnostikaist, also Atheist. Nicht alles, was ihr in Kitsch und Pomp nicht mögt, ist deswegen christlich. Und dann geht es zum Thema Split, das ist vielleicht was anderes. Bleiben wir mal bei dem christlichen Kitsch von M. Night Shyamalan, weil ich zu dieser Meinung und zu dieser Haltung, die ich über ihn geäußert habe. Ja, ich weiß, Scheimerland sagt in Interviews ganz oft, wie er spirituell ist und wie... versucht, unterschiedliche Religionen unter einen Hut zu bringen und so weiter. Und das ist ein Punkt, wo ich sage, ja, auf jeden Fall, das spielt eine Rolle. Aber wenn ich so einen Film sehe wie Science, also vor allem Science, aber auch andere Filme... dann ist da so stark so ein christliches Glaubensmodell drin verankert, dass ich das nicht ignorieren kann. Und selbst wenn Shyamalan irgendwie eher so ein so ein diverses oder multiples Religionsbild hatte und hat. Wenn das Ergebnis trotzdem so sehr... Christentum schreit, ja, dann bleibt das für mich bestehen. Selbst wenn der Regisseur in dem Fall eine andere Intention hatte.
Johannes Franke: Es kann aber auch sein, dass unser Referenzsystem uns dazu bringt, das so zu sehen. Also ich meine, du guckst da drauf, du bist katholisch erzogen. Du siehst das da drin.
Florian Bayer: Absolut. Das Referenzsystem spielt eine riesige Rolle dabei und absolut denkbar, dass jemand, der diesen Film aus einer der aus einer Hindu-Kultur kommt oder aus dem Buddhismus, dass der diesen Film auch nochmal anders liest. Wobei der zu amerikanisch ist vielleicht dafür. Und Mel Gibson spielt mit. Der hat ja sowieso eine sehr spezifische Beziehung zu Jesus. Ja, will nur sagen, absolut... Und wie gesagt, ich glaube, ich stehe weiterhin zu meinem Urteil, aber ich finde diesen Kommentar total interessant nochmal als Erweiterung, weil man sich dann nochmal damit beschäftigen kann. Ja, wo findet man Spuren von Hinduismus und Buddhismus bei scheinbareren Filmen und natürlich findet man die da und wenn man sowas guckt wie das Mädchen aus dem Wasser. Natürlich gibt es da vielfach das, was wir im Christentum als heidnische Geisterwelt bezeichnen würden, was irgendwie angeteasert wird und was Was diesen spirituellen Raum erweitert, definitiv, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und wie geht der Kommentar weiter?
Florian Bayer: Es geht dann vor allem um Split, weil ich habe ja doch über Split hergezogen, dass ich nicht verstanden habe, warum den so viele abgefeiert haben als Comeback. Und ich habe gesagt, ich mochte Split nicht. Und ich habe auch so ein bisschen was dazu gesagt. Und er sagt, Split ist ein filmisches Comic. Es geht hier nicht darum, ein realistisches Bild einer multiplen Persönlichkeit zu zeichnen. Richtig. Ich habe mich vor allem darüber aufgeregt, dass so ein klischeehaftes Bild gezeigt wird von einer multiplen Persönlichkeit.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und auch hier würde ich bei meiner Kritik stehen bleiben. Ich weiß, dass dieser Film keinen realistischen Ansatz hatte und das auch nicht wollte. Mich hat weniger gestört, dass es unrealistisch ist, als vielmehr, dass es so abgetroschen ist. Dass es so klischeehaft ist. Und dass genau diese Klischees drin sind, die man kennt, die man schon gesehen hat und die man sich so vorstellt. Und dadurch fand ich den Film einfach ein bisschen lame. Es ist kein moralisches Urteil. Wir kommen gleich zu den moralischen Urteilen, keine Sorge. Wir wissen alle, worauf ihr wartet. Sondern es war wirklich einfach ein Urteil, das ist wirklich platt. Das ist mir zu langweilig.
Johannes Franke: Ich würde gerne bei B. Barney bleiben.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Der hat nämlich auch in einem anderen Kommentar geschrieben, ich mag euren Podcast echt gern, dankeschön, aber dieses Moralisieren ab und zu nervt. Warum soll ein elfjähriges Mädchen einem Elfjährigen keine schönen Augen machen? Es ging um das Dschungelbuch. Ja, und habt ihr vergessen, wie es war, als ihr elf wart. Das ist doch absolut nichts Blödes, sondern normal und natürlich. Dieses Moralisieren finde ich total interessant, weil das nicht nur einmal auftaucht.
Florian Bayer: Das taucht mehrmals auf. Wir haben... Das war ein sehr langer Kommentar dazu.
Johannes Franke: Übrigens, möchtest du Teplor?
Florian Bayer: Oh ja, bitte.
Johannes Franke: Vielen Dank.
Florian Bayer: Wir haben eine wirklich lange Mail gekriegt von John Tees. Und auch hier, ich werde gleich anderer Meinung sein, aber ich finde diese Mail trotzdem toll. Ich bin vor einiger Zeit auf euren Podcast gestoßen und hatte mich aufgrund der Episodentitel darauf gefreut, ein wenig Nostalgie zu versinken. Aber mehr und mehr bekomme ich den Eindruck, dass ihr mit Krampf nach den Haaren in der Suppe sucht. Warte. Beispiel. Und ehrlich Leute, das ist wirklich absurd. Ihr habt euch sehr positiv über Spaceballs ausgelassen. Zurecht in meinen Augen. Doch dann kam euch eure politische Korrektheit in die Quere. Politische Korrektheit ist dabei genau wie Vogue, ein Begriff, der sehr oft vorkommt, die mir oftmals penetrant aufstößt. Ihr sagt, Rick Moranis habe die Stimme von James Earl Jones nachgeäfft und damit Black Voicing betrieben. Das ist totaler Quatsch. Ich glaube, ich habe das damals auch eher scherzhaft gesagt. Ich glaube, das war so ein Ding, was ich nicht so ernst gemeint habe.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Nur ein Beispiel von vielen. Ich würde mir also wünschen, wenn ihr nicht bei jedem Film, den ihr besprecht, wieder dasselbe Thema habt. Feminismus und Rassismus. Ich bin politisch ebenfalls ziemlich links eingestellt, aber ihr behandelt dieses Thema in einer Penetrans, dass ich da manchmal versucht bin, einfach vorzuspulen, wie man früher gesagt hatte. Ja, der Kommentar geht noch länger und es ist auch wirklich ein netter Kommentar. Er sagt auch, dass er... dass er uns mag. Und vielen Dank, Shoutout an John Tees vom Stephen King Podcast. Hört doch mal rein. Das Thema Vogue ist etwas, was unser Publikum schon wirklich lange umtreibt.
Johannes Franke: Ja, vor allem finde ich es hier interessant, weil er einfach das Gefühl hat, dass wir das Haar in der Suppe suchen. Ja. Und dem möchte ich einmal ganz stark widersprechen.
Florian Bayer: Und dem möchte ich zustimmen. Aber leg los mit deinem Widerspruch.
Johannes Franke: Ich gucke ja einen Film nicht, weil ich darin etwas suche, worüber ich mich aufregen kann. Ja. Ich schalte jedes Mal, wenn ich einen Film angucke, auf null. Ich gucke mir sogar keine Trailer an, sondern ich sage einfach... Mal gucken, was der Film bringt. Und dann passiert das mit mir ganz ungefiltert, was mit mir einfach passiert. Ich gucke den natürlich aus meiner Brille, die ich im Alltag auch aufhabe. Aus meiner Zeit. Also wenn ein Film aus den 50ern ist, dann gucke ich den trotzdem aus der Brille von 2026. Weil ich ich bin. Weil ich mit all meinen Lebenserfahrungen vor diesem Film sitze und ihn automatisch dort einsortiere. Ich kann immer akzeptieren und mit einberechnen, dass der Film in den 50ern gemacht wurde. Aber trotzdem habe ich eine Haltung dazu. Und ich möchte mich natürlich nicht zensieren, indem ich sage... Mir doch egal, wie viel Sexismus oder so ich da drin sehe, in den 50ern waren es andere Zeiten, ich muss das jetzt wegignorieren. Das funktioniert ja so für mich nicht. Und so funktioniert auch der Podcast nicht. Der Podcast funktioniert so, dass wir darüber reden, was wir jetzt darin sehen und nicht, was die 50er ... Wir reden auch oft genug darüber, was die 50er darin gesehen haben, weil es uns interessiert.
Florian Bayer: Ja und wir sehen ja auch darin, also die Filme sind ja auch Widerspiegelungen der Zeit, in der sie entstanden sind.
Johannes Franke: Genau. Aber der Kommentar hat mich sehr lange darüber nachdenken lassen, was das bedeutet und was überhaupt meine Aufgabe ist als Filmpodcaster. Was ist es denn? Was ist denn mein Job da? Und ich habe meinen Job vor allem darin gesehen, meine Seherfahrung ernst zu nehmen. Und den Film ernst zu nehmen. Das sind die beiden Hauptaufgaben, die ich habe. Und darüber dann halt reflektieren. Und wenn ich meine eigene Seherfahrung ernst nehme, dann muss ich meine Haltung zur Welt mit einbringen. Und dann ist das halt auch woke.
Florian Bayer: Sehr gut gesagt. Ich weiß gar nicht, wo ich ansetzen soll, um viel dazu zu sagen. Also ich komme ja tatsächlich auch aus dem akademischen Bereich und ich habe Germanistik studiert. Das heißt, ich habe in meinem Studium sehr viel Literatur gelesen und sehr viel Literatur interpretiert. Und wenn ich diese Kritik lese, dass moralische Standpunkte auf Filme draufgesetzt werden und dass das offensichtlich ein neues Ding ist und dass die Filmkritik mittlerweile so vogue ist und so weiter. Ja, also es geht ja schon weiter zurück und diese Anita Sekisien Videos, wo sie die Videospiele kritisiert hat für ihren Sexismus, die sind ja mittlerweile auch schon zehn Jahre alt oder sogar noch älter. Ich finde es immer irritierend, dass das so als so neues Phänomen betrachtet wird oder als Ausgeburt einer woken Gesellschaft, weil das wurde schon immer so gemacht mit Kunst. Die Literaturwissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts hat natürlich zum Beispiel Kleist so gelesen, inwiefern er Protofaschistische Gedanken zum Beispiel in seinem Prinz von Homburg hat. Und ein Filmkritiker, auch die Filmkritik von Anfang an, so ein Filmkritiker von... Zum Beispiel ganz berühmt, wie Siegfried Krakauer hat natürlich... sich das Kabinett des Dr. Caligari und Nosferatu angeguckt und hat gesagt, wie finden wir da Spuren des Nationalsozialismus, der später in Deutschland die Macht ergreifen sollte. Wie ändert sich die Wahrnehmung von Autorität in der Gesellschaft? Was ist dieser Caligari, der sich am Schluss als der Heilsbringer entpuppt, Ist das vielleicht was Brutto-Faschistisches, weil hier der autoritäre Charakter als gut dargestellt wird? Ja. Das kann man jetzt als Überinterpretation sehen, das kann man auch als Moralisieren sehen, aber man muss zumindest mal anerkennen, dass das schon immer gemacht wurde von der Literaturkritik und auch von der Filmkritik und auch von der Musikkritik. Und ich finde, das ist einfach ein Teil davon. Das zweite, was mich immer irritiert, ist, ich habe das Gefühl, und bitte widersprecht mir, wenn ihr ein anderes Gefühl habt, wir verwenden rein quantitativ nicht viel Zeit auf unser Walkes Geseire.
Johannes Franke: Habe ich auch nicht das Gefühl.
Florian Bayer: Wir haben Spaceballs zwei Stunden abgefeiert und dann einmal kurz das Wort Blackface Blackvoicing erwähnt und vielleicht noch einen Satz zum Thema Blackfacing gesagt. Wir haben einen Film wie, wir haben Woody Allen besprochen Und natürlich haben wir uns in dieser Episode auch zehn Minuten Zeit genommen, über Führwölfe gegen ihn zu reden und so weiter. Aber es ist nicht so, dass ich das Gefühl habe, dass das dominierende Themen bei uns sind. Was ich allerdings sehe... Also zwei Punkte, die ich sehe, ist zum einen tatsächlich diese Frage, wie geht man moralisch damit um, wenn nicht der Film moralisch fragwürdiger stand? hat oder problematische Standpunkte oder wie auch immer man das nennen will, sondern der Künstler und sich das gar nicht in dem Film widerspiegelt. Da bist du, glaube ich, empfindlicher als ich. Dass du sagst, es ist viel schwieriger für dich einen Film zu gucken, wenn du weißt, dass jemand mitspielt, der wegen Vergewaltigung verurteilt wurde oder so. Und das haben wir auch schon gemacht und darüber haben wir auch schon immer geredet. Und ich hab dann manchmal so die ganz radikale Haltung, ein Werk sollte nur für sich stehen. Ich finde, J.K. Rowling ist schrecklich und trotzdem hat Harry Potter ganz viele ganz tolle inklusive Momente.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Allerdings finde ich, wenn wir jetzt schon dabei sind, J.K. Rowling lebt noch. Wenn wir jetzt anfangen, ihr Geld in Rachen zu werfen, dann unterstützen wir eine Haltung, die ich in der Welt nicht sehen möchte.
Florian Bayer: Genau, das ist die Frage, wo es irgendwie auch nachvollziehbarer ist. Aber zum Beispiel, wenn wir ein Gemälde von Picard Wenn ich ein Gemälde von Picasso sehe, muss ich nicht dran denken, dass er seine Frau verprügelt hat.
Johannes Franke: Aber ich finde, im Museum sollte es daneben stehen. Ich finde, es sollte trotzdem Teil des Diskurses sein und deswegen in Museen auch als Texttafel mit dabei sein.
Florian Bayer: Es ist Teil seiner Biografie, aber es ist nicht Teil des Kunstwerkes. Und wenn es Teil des Kunstwerkes ist, Aber es ist nicht unbedingt zwingend Teil des Kunstwerks. Und Garnika zum Beispiel, da sehe ich jetzt nicht unbedingt irgendwie eine Apologetik für Gewalt in der Beziehung.
Johannes Franke: eine Biografie daneben tun. Und das machen ja Museen.
Florian Bayer: Wenn du eine Biografie daneben tust, das ist Teil der Biografie. Ohne jede Frage. Aber ich glaube, wir schweifen jetzt zu sehr ab. Die Frage ist ja auch, und das ist der zweite Punkt, wie sehr kann man, wie sehr... interpretiert man einen Film moralisch und versucht dann seine eigene Moralphilosophie da reinzustülpen oder wie auch immer, indem man was als problematisch bezeichnet, indem man auf sexistische Momente oder rassistische oder ableistische Momente Momente in diesem Film aufmerksam macht. Ich glaube, es ist einfach Teil der Kritik eines Films. Und das ist für mich auch ein Zeichen, dass ich den Film sehr ernst nehme und ich nehme es da immer mit. Den Namen muss ich jetzt ein zweites Mal nehmen, mit Anita Sarkeesian, die gesagt hat, es ist beides möglich. Man kann ein Kunstwerk genießen und Und sich gleichzeitig Gedanken über seine problematischen Aspekte machen. Und ich kann die alten Filme von Mel Brooks absolut abfeiern. Und sagen, dass ich trotzdem im Wilden Westen rassistische Elemente finde. Und ich kann total Breakfast at Tiffany abfeiern, wenn ich so einen schlechten Geschmack wie Johannes habe. Weil Breakfast with Tiffany ist ein zutiefst durchschnittlicher Film.
Johannes Franke: Oh, Plur. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Vielleicht ist das die letzte Episode. Und ich kann trotzdem sagen, ich finde das Yellowfacing nicht geil und warum ist das Yellowfacing problematisch und dann ganz kurz darüber reden, dass es diese Geschichte, dass es einfach diesen Teil der Filmgeschichte gibt, in der sowas wie Yellowfacing gemacht wurde und Blackfacing und warum das problematisch ist und warum das schwierig ist und so weiter. Das ist dann einfach ein Teil davon. Aber wie gesagt, ich habe nicht das Gefühl, dass wir einen großen Teil unserer Gespräche darauf verwenden.
Johannes Franke: Habe ich auch nicht unbedingt, aber ich glaube, dass es durchaus einen Unterschied gibt zwischen wir reden explizit darüber und wir reden implizit darüber. Wir haben ja durchaus eine Haltung, die sich durch unser Gespräch zieht. Und ich glaube, wir sind einfach dadurch, dass wir relativ woke Leute sind,
Florian Bayer: Da ist dafür leider kein Weg dran vorbei.
Johannes Franke: Ja, und dann wird sich das vielleicht hier und da trotzdem durchschlagen, ohne dass wir explizit darüber reden. Und wenn Leute darauf sensibel reagieren, dann sehen sie das vielleicht überproportional repräsentiert. Was nicht heißt, dass ich das einschränken möchte. Überhaupt nicht. Ich möchte mich nicht selbst zinsieren. Und wenn ich im Film darüber stolper, Dann möchte ich auch darüber reden können.
Florian Bayer: Ja, absolut.
Johannes Franke: Und wir sind ja nicht beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wo man erwartet, dass man neutral über Nachrichten berichtet. Sondern wir sind ja ein meinungsgetriebener Filmpodcast. Und wir bekommen kein Geld von irgendwie... links und rechts und müssen alle Seiten bedenken, sondern wir sind halt wir. Und das war's.
Florian Bayer: Genau. Ich glaube, wenn ihr uns bucht, quasi, es gehört zum Paket dazu und wir sind kein politischer Podcast. Ich bin auch manchmal selbst ein bisschen genervt, wenn wir zu sehr politisch abschweifen. Aber wir haben natürlich eine politische Haltung. Da führt kein Weg dran vorbei. Und ich finde, wir leben in Zeiten, wo man meiner Meinung nach auch zu seiner politischen Haltung stehen sollte. auch diesen Diskurs suchen sollte. Und ja, wir haben eine linke Haltung. Und wir haben eine Haltung, die ihr gemeinhin als Vogue bezeichnen würdet, also ihr, die das Wort benutzt, um alles zu bezeichnen, was irgendwie, nee, jetzt werde ich zu polemisch.
Johannes Franke: Ja, nicht polemisch.
Florian Bayer: Ja, wir haben das, was gemeinhin von der rechten, konservativen und auch liberalen Seite heute als Vogue bezeichnet wird. Ich werde keinen Exkurs machen. machen über Vogue und die Hintergründe und was Vogue eigentlich bedeutet und so weiter. Das gehört dazu. Es wird auch weiter passieren, das weiß ich genau. Wir haben noch sehr viele Filme aus den 50ern, 60ern, 70ern, 80ern und auch Filme von heute, die wir besprechen, wo wir das Haar in der Suppe finden werden.
Johannes Franke: Ja, wo es aber auch gar nicht darum geht, das nur nochmal zu sagen. Wir besprechen ja die Filme, die wir mögen. Es ist ja ein Muss-man-sehen-Podcast und nicht Muss-man-sich-drüber-aufregen-Podcast. Wir lieben diese Filme aus dieser Zeit. Und diese Zeit bringt nun mal problematische Aspekte mit sich, die wir für problematisch halten. Und die sollten wir nicht klein halten oder sowas oder wegschweigen.
Florian Bayer: Ja, absolut. Hallo ihr zwei, ich finde es super, dass ihr auch Vogue in Anführungszeichen auf die Filme schaut, genauso gut, wie dass ihr euch die Filme deswegen nicht kaputt machen lasst.
Johannes Franke: Katja. Ja, danke Katja, genau das ist es nämlich auch.
Florian Bayer: Und genau, das werden wir einfach weiter so handeln. Ich glaube, da wird auch kein Weg dran vorbeiführen. Mir war von Anfang an wichtig, als wir diesen Podcast gemacht haben, dass es ein positiver Podcast ist. Wir wollen über Filme sprechen, die wir mögen. Und wir wollen auch, wenn wir einen Film nicht mögen, versuchen zu verstehen, was der andere daran mag. Deswegen laufen auch ganz oft Diskussionen bei uns so, dass wir... nachdem wir den Film geguckt haben, so frisch reinkommt, relativ polemisch in Diskussionen einsteigen und im besten Fall findet sich dann irgendwie auch so ein Empathiemoment, wo einfach einer von uns beiden zum anderen sagen kann, ja, ich sehe, was du meinst. Ich sehe es zwar immer noch anders, aber ich verstehe, was du meinst und
Johannes Franke: Ja, fair enough. Ich finde es total geil, wenn wir uns gegenseitig ein bisschen provozieren.
Florian Bayer: Ja, absolut.
Johannes Franke: Aber tatsächlich finden wir ja doch immer irgendwie, Konsens ist die falsche Formulierung, aber etwas, wo wir uns gegenseitig sehen und wertschätzen können. Und die wertschätzende Sprache finde ich eben einfach auch wichtig in dem Zusammenhang. Finde ich auch online wichtig. Und oft genug haben wir leider unter den Videos... weniger wertschätzende Kommentare, was wir vorhin schon so ein bisschen angesprochen haben.
Florian Bayer: Es ist wirklich so ein TikTok-Ding. Ich finde, auf Spotify... Ja, auf Spotify. 90 Prozent der Kommentare großartig. Total. Absolut, absolut. keine Hater. Es gibt so ein, zwei Kommentare, die man so ein bisschen in diese Richtung packen könnte, aber eigentlich nee. Selbst die kritischen Kommentare finde ich so, ja, das ist halt ja und manchmal auch ein bisschen mit ein bisschen Polemik oder auch mit ein bisschen Wut im Bauch, aber das ist okay.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Damit komme ich ja auch klar. Also deswegen auch an John Tees, wenn du, ich weiß nicht, wie du mit dieser Antwort klarkommst oder nicht klarkommst. Also ich freue mich über diese... Mail, ne? Darüber, dass du dich dazu, dass du einen Anstoß gibst, darüber nachzudenken und zu reden und so, ne? Und das auch als Ermunterung an den Rest da draußen. Euch gefällt vielleicht das eine oder andere nicht, was wir sagen. Ihr könnt das äußern, was nicht unbedingt heißt, dass wir das ändern, aber es ist interessant, darüber zu reden und darüber nachzudenken.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich möchte ganz kurz zu meinem Lieblingskommentar auf Spotify springen. Ich hoffe, Meister Jonas ist noch irgendwo da draußen.
Johannes Franke: Bestimmt.
Florian Bayer: Der Film hat schon Liebe zum Detail, aber nicht so sehr wie Speed 2 Cruise Control. Der fehlt noch in diesem Podcast. Ich habe jetzt nur einen Kommentar vorgelesen von vielen. Wir hatten eine Zeit lang einen kleinen Troll. der immer wieder unter unseren Episoden geschrieben hat, ja, dieser Film war mhm, aber und dann auf Speed 2 Cruise Control hingewiesen hat. Lieber Meister Jonas, wir haben dich nicht vergessen.
Johannes Franke: Niemals.
Florian Bayer: Wir werden Speed 2 Cruise Control irgendwann mal besprechen.
Johannes Franke: Ja. Allerdings muss ich sagen, ich schäume mich noch ein bisschen davor, weil ich weiß, dass Speed 2 Cruise Control nichts für mich sein würde. Aber ich find's so charmant und so geil, wie du das immer wieder untergebracht hast, hier und dort. Und ich natürlich auch irgendwann drunter geschrieben habe, mal gucken, wie lange du das durchhältst. Wir machen das schon noch irgendwann. Ich mach das gerne noch eine Weile. Es macht Spaß.
Florian Bayer: Hast du den ersten Speed gesehen?
Johannes Franke: Nein, ich habe keine Ahnung.
Florian Bayer: Dann müssen wir das mal machen, weil Speed der erste Film. Ist meiner Meinung nach tatsächlich ein wirklicher Action-Klassiker, einer der besten Action-Filme der 90er Jahre.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und Speed 2 halte ich für kürze, aber natürlich machen wir dann Double Features raus für unseren Meister Jonas, wo wir auch Speed 2 besprechen.
Johannes Franke: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo.
Florian Bayer: Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurückfinden.
Johannes Franke: Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über buymeacoffee.com. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung. Danke.
Johannes Franke: könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, Ist das eure Chance? Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag ohne Geld und Feedback gerne an johannes. muss man sehen.de und Florian at muss man sehen.de
Florian Bayer: Jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns... So 5 Sterne oder Herzchen oder sonst was auch immer euer Podcatcher anbietet. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben. Ah, super. Fehlt noch irgendwas? Nee, ich glaube, wir haben alles, wa? Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode. Yes! Es gibt übrigens, wo wir gerade dabei sind, jemanden, der immer wieder seine Top 3 ergänzt, die wir zu unseren Top 3 hatten. Und dann drunter noch einen lateinischen Spruch bringt. Und ich habe jetzt immer so ein bisschen so geantwortet, als würde ich jedes Mal verstehen, was da steht. Markus Wedig. Was natürlich völliger Quatsch ist, die ersten zwei, drei Male habe ich gegoogelt, was das bedeutet. In Vinum Veritas habe ich auch noch alleine verstanden. Aber ansonsten bin ich lost. Mach's gerne weiter.
Florian Bayer: Ja, Markus, wir freuen uns immer über deine lateinischen Zitate.
Johannes Franke: Aber ich habe keine Ahnung, was das bedeutet. Und irgendwann muss ich mich nochmal hinsetzen und die Sachen nachholen, die ich noch nicht übersetzt habe.
Florian Bayer: Ich finde, es passt sehr gut zu unserem Podcast, irgendwie zu unserem Stil und zu der Totalität von unserem Podcast. dass immer mal wieder so ganz furztrocken einfach nur eine Top 3 von einem Zuhörer kommt, Gefolgt von einem Zitat wie, jetzt muss ich doch eins vorlesen, Elementa Verus und Equibus Costamus.
Johannes Franke: Kannst du es übersetzen spontan?
Florian Bayer: Nicht ohne Google.
Johannes Franke: Okay, sag mal nochmal, was drin vor?
Florian Bayer: Elementa Verus und Equibus Constamus.
Johannes Franke: Okay, nee, ich bin Lust.
Florian Bayer: Für wahr, die Elemente sind das, woraus wir bestehen. So ungefähr.
Johannes Franke: Okay, okay.
Florian Bayer: Ich find's ganz toll und hör nicht auf damit. Ja, Latein. Dann sind wir bei Fremdsprachen.
Johannes Franke: Sind wir bei Fremdsprachen? Oh, oh, oh. Es gibt leider auch... Das Problem der Anglizismen. Wo ich, muss sagen, bei mir selber immer mal wieder nach einer Episode denke... Scheiße, warum sind dir die deutschen Begriffe nicht eingefallen? Wie bescheuert ist das denn? Ich habe das auch eine Zeit lang... Mich hat das eine Zeit lang sehr genervt bei anderen, dass sie viel zu viele Anglizismen benutzen. Und dann auch eben Anglizismen benutzen, wo man dann aus dem Kontext gerissen wird, weil man dann überlegt, was will er denn jetzt damit sagen? Ich weiß es gar nicht, was das jetzt bedeuten soll. Ich hoffe, dass wir das nicht zu viel machen.
Florian Bayer: Ich glaube, wir machen es zu viel. Hadimir Munda schreibt zwei Kommentare zu dem Thema. Einmal, ich würde mich freuen, wenn du insgesamt nicht so viel Anglizismen fandest. statt er ist der Willen, könntest du bitte das Wort Bösewicht verwenden beziehungsweise Willen erklären. Absolut legitimer Kommentar. Ich bin ganz deiner Meinung, Hadi Bermuda. Ich glaube, wir machen es zu viel. Ich glaube, eine Rolle spielt, dass wir relativ viel englischen Content konsumieren.
Johannes Franke: Ja, das ist halt das Ding. Die meiste Recherche für einen englischen, für einen Hollywood-Film zum Beispiel. Die findet im englischen Sprachraum statt. Natürlich, die ganzen Interviews, die ich lese, sind auf Englisch.
Florian Bayer: Wir gucken die Filme im Original. Wir hören englische Podcasts. Ich höre tatsächlich mehr englische als deutsche Podcasts.
Johannes Franke: Warum gucken wir die Filme im Original? Das ist vielleicht auch so ein Ding.
Florian Bayer: Das ist natürlich so ein bisschen auch Kritiksnobismus. Weil also ich finde, deutsche Synchronisation ist meistens ziemlich gut. Und ich gucke viel auf Filme synchronisiert einfach auch. Nicht nur, weil ich ein zehnjähriges Kind habe, das wäre eine faule Ausrede. Ich gucke auch manchmal. Manchmal, wenn ich faul bin, gucke ich auch Filme synchronisiert.
Johannes Franke: Was heißt denn faul? Bedeutet das, dass immer eine intellektuelle Arbeit besteht?
Florian Bayer: Natürlich, ich bin kein englischer Muttersprachler. Ich bilde mir ein, dass ich es sehr gut Englisch verstehe und dass ich Filme ohne Probleme, ohne Untertitel gucken kann. Und trotzdem ist es ein bisschen anstrengender. Und ich glaube, jeder, der das leugnet, Der liegt falsch und vielleicht merkt man es nicht mal so krass, aber natürlich ist es anstrengender für dich was zu gucken, was nicht in deiner Muttersprache ist.
Johannes Franke: Außer jetzt Banshees of Anne Sheeran, das war ja gar kein Problem.
Florian Bayer: Ich kriege Akzente, kriegt man so runter. Ja, es kommt natürlich auch sehr auf den Film an. Ich finde zum Beispiel Nolan finde ich echt, ich habe einen Witz drüber gemacht, aber Nolan finde ich im Original echt anstrengend.
Johannes Franke: Ja, verstehe.
Florian Bayer: Vor allem weil Nolan halt auch so abgemischt ist. Und wenn was drüber dröhnt über der englischen Sprache dann auch noch. Ja, ich finde es ist ein bisschen Snobismus, Englischen zu gucken. Ich finde es ist auch absolut okay und absolut legitim, Filme in der deutschen Synchro zu gucken, um das einmal gesagt zu haben.
Johannes Franke: Nichtsdestotrotz gibt es ja einen guten Grund, warum ich das zum Beispiel mache. Es ist ja nicht nur Snobismus. Sicherlich auch. Aber es ist auch für mich als Schauspieler besonders... Interessant, was der Originalschauspieler, selbst im Japanischen, das ich nicht verstehe, wie der diesen Satz sagt.
Florian Bayer: Das macht einen Riesenunterschied. Und ich finde auch, je mehr man Filme im Original schaut, umso mehr kommt man raus und kann die Filme synchronisiert nicht mehr so gut. Weil zum einen ist es die Tonalität, die anders ist oft. Zum anderen, man kriegt irgendwann so ein Ohr für diesen Studioklang.
Johannes Franke: Die Atmosphäre.
Florian Bayer: Das ist wirklich die Raumatmosphäre und auch wenn die deutsche Synchro wirklich gut ist, auch im Vergleich zu anderen Ländern, die einfach nur drüber quatschen. Es ist trotzdem so, dass du hast einfach einen Studioklang, du hast einfach eine andere Tonalität.
Johannes Franke: Muss man leider sagen, ja.
Florian Bayer: Aber das beantwortet noch nicht die Frage, warum wir so viel Englisch reden. Also Doris beantwortet sie, aber warum lassen wir es nicht? Ich finde es absolut nachvollziehbar. Natürlich, nicht jeder kennt das Wort Willen und damit bauen wir natürlich auch irgendwie so eine Hürde auf. Und natürlich gibt das unserem Podcast so ein bisschen so einen Gated-Charakter. Und jetzt sage ich Gated-Charakter und denke, scheiße, genau das ist es. dass der Podcast geschlossen ist, verschlossen gegenüber Leuten, die nicht so gut Englisch können. Und vielleicht sollten wir da wirklich ein bisschen dran arbeiten.
Johannes Franke: Ja, allerdings muss man auch sagen, dass in der Szene oder in diesem Bereich Film... durchaus viele Anglizismen in Deutschland so angekommen sind, dass es kein entsprechendes deutsches Wort gibt. Vor allem nicht in der Differenziertheit, in der wir uns bewegen. Wenn es zum Beispiel um Willen geht… Wenn ich jetzt Bösewicht sage, dann hat das einen stärkeren, märchenhafteren Anklang als Willen.
Florian Bayer: Was ist mit Schurke? Ist Schurke nicht allgemein genug?
Johannes Franke: Schurke ist interessant. Schurke wäre eine Möglichkeit.
Florian Bayer: Ich würde willen, es ist Schurke. Und dann finde ich auch... Und ja, ich stimme dir vollkommen zu, es gibt diese Begriffe, wo du das englische Wort hast und du findest keine Übersetzung und wir haben manchmal diesen obskuren Moment im Podcast, wo jemand von uns ein englisches Wort sagt. Und dann überlegt, wie ist denn das deutsche Wort und gar nicht drauf kommt.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, genau. Und das ist nicht Koketterie. Ich war ein halbes Jahr in New York und jetzt kann ich nicht mehr anders als so reden. Weißt du, das gibt es ja auch Leute, die das nur vor sich her tragen. Aber das soll es nicht sein. Also wir sind... Reflektiert genug, glaube ich, dass wir sagen können, nee, zum einen gibt es Fachwörter, die im Englischen einfach existieren, im Deutschen. nicht existieren, weil sie einfach aus dem Englischen kommen und im Fachbereich einfach Englisch geblieben sind. umso mehr müssen wir uns bemühen, das zu erklären, wenn es soweit ist.
Florian Bayer: Was vielleicht ein bisschen Koketterie ist, ist, dass wir sehr viel auf Englisch fluchen. Uns ruckt rücken doch erstaunlich viele Fax und Shits raus. Ich sage, es ist Koketterie, weil wir das oft als Stilmittel benutzen, dass wir sagen ... Und wisst ihr, wer da mitspielt? John fucking Cleese.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Und wenn man das so sagt, dann gehört das fucking da einfach dazwischen. Sorry, no sorry. Und ich glaube, ich sage auch öfter mal Shit, also so und dann musst du diesen Shit wegmachen, so irgendwie als Platzhalter für irgendwie Kram oder so. Das ist vielleicht auch ein bisschen Koketterie.
Johannes Franke: Auf der anderen Seite möchte ich auch bitte, dass allen klar ist, dass Sprache lebendig ist. Ja, und dass sich solche Sachen auch entwickeln. Also ich würde da gerne gucken, dass man nicht zu sehr in einen Traditionalismus hineinrutscht. der mehr aufhält als voranbringt. Sprache entwickelt. sich einfach. Und die Jugend heute sowieso, da ist wahnsinnig viel Anglizismus drin.
Florian Bayer: Unfassbar, wie gut die Kids heutzutage Englisch können. Unfucking fassbar. Ich hab wirklich Kids gesagt und es wird unfucking fassbar reagiert. Das Problem ist für den Rest der Episode und wir sind jetzt schon über eine Stunde, das heißt, es wird nicht mehr ganz so lange sein, werde ich jedes Mal drüber nachdenken, welches englische Wort habe ich gerade gesagt und denke, shit, fuck. Ich bin erstaunt, also nicht erstaunt, aber ich finde es großartig, wie unglaublich gut die Englischkenntnisse von so zehnjährigen Kindern sind. Das ist wirklich was ganz anderes als unsere Generation.
Johannes Franke: Ja, total. Und ich sage schon, ich kann mich ja ordentlich verständigen im Englischen und so. Und die meisten unserer Generation sind inzwischen auch so weit entfernt. Es gibt dann immer nochmal so Leute, wo man denkt, ach, irgendwie an der falschen Stelle den Anschluss vielleicht verloren oder sowas oder kein Interesse gehabt und so ist es ja auch okay. Aber die Jugend ist noch viel, viel stärker da drin und da ist es, glaube ich, Unvorstellbar, dass Leute aus dieser Generation nicht Mindestmasse an Englischkenntnisse haben wird.
Florian Bayer: Ja, denke ich auch. Und dann kommen die Chinesen, überrennen uns alle. Und dann habe ich das komplett überflüssig. Ja, hätten wir das abgehakt. Ich möchte zumindest einmal kurz darauf hinweisen, wir haben wirklich einen sehr süßen Kommentar von Pondo Bear aka HowTechTronic, eigentlich nur Daniel, der sich sehr über unsere Masters of the Universe Folge gefreut hat und gesagt hat, Und jetzt müsst ihr auch den 2026er-Film sehen. Ich hab den 2026er-Film gesehen, lieber Daniel. Ich glaube, es ist auch ein Film, den ich irgendwann mal Johannes geben könnte. Es gibt jetzt nicht so den krassen Anlass dazu, aber ja, ja, ja. Guckt euch den 2026er Masters of the Universe an. Das war so ein großes Vergnügen. So ein wundervoll selbstironischer alberner Film, der sich kein bisschen ernst nimmt und trotzdem wirklich ordentlich Action zu bieten hat. wirklich Spaß macht und vor allem halt eine riesige Verbeugung vor der Zeichentrickserie ist. Nicht vor dem 80er Jahre Film, auch wenn Dolph Lundgren einen kleinen Cameo hat. Gastauftritt. Ich sag doch, ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken. Aber vor allem greift er ganz viele Running Gags, also so wiederkehrende Witze, aus der... Aus der Serie auf und es ist wirklich großartig. Ich habe diesen Film geguckt und ich war von Anfang bis Ende glücklich und wenn dann am Schluss sogar noch jemand kommt und sagt, und was haben wir in der heutigen Episode gelernt? hin und weg. Fantastischer Film.
Johannes Franke: Geil. Plur, was mich übrigens überrascht, Jetzt bin ich ein bisschen fies, dass du manches englische Wort besser aussprechen kannst, als du manches deutsche Wort.
Florian Bayer: Da bist du nicht der Einzige, den das überrascht. Das tut mir so leid, Flor.
Johannes Franke: Das tut mir echt leid.
Florian Bayer: Wir kriegen wirklich viele Kommentare zu meiner Aussprache.
Johannes Franke: So viele sind es ja auch nicht.
Florian Bayer: Es sind so viele, dass ich mich abends in den Schlaf weine.
Johannes Franke: Es waren zwei, oder? Waren es drei?
Florian Bayer: Es waren schon ein paar mehr. Es sind auch teilweise liebevolle Kommentare mit so einem Augenzwinkern. Es geht vor allem um das Wort Szene. Ganz ehrlich, wie war das jetzt?
Johannes Franke: War das okay? Also man hat gemerkt, dass du dich draufsetzt. Ja, dass du versuchst, das ordentlich auszusprechen.
Florian Bayer: Das mache ich gerade auch die ganze Zeit und ich weiß nicht, ob das gut ist für den Podcast. Ich komme aus dem Saarland. Ich lebe schon sehr lange nicht mehr im Saarland, aber ich habe das in mir drin. Und um das klar zu machen, wäre ich jetzt die nächste fünf Minute. Hier jetzt wirklich saarländisch schwätze. Also passt auf, im Saarland ist es einfach so. Ah, ich fall ins Hochdeutsche zurück. Im Saarland ist es einfach so, dass du zum Beispiel Konsonante und Vokale, die wäre einfach anders ausgesprochen. G und K. Genau, G und K. Und die Saarländer können G und K nicht unterscheiden. Und die Saarländer können Sch und J nicht unterscheiden. Und ich merke schon, dass es total schwer ist, wenn ich das jetzt mache. Wenn ich versuche, das so zu betonen. Und deswegen, also saarländisch wurde mal zum zweitunsechzigsten Dialekt Deutschlands gewählt. Gleich nach oben. Genau, hin am Sächsische. Und ja, saarländisch. Wenn ich saarländische Sprache höre im Ausland, Fernsehen, wenn irgendwas passiert ist. Also es passiert im Saarland nicht viel, Saarland ist nicht so groß. Aber dann schäme ich mich immer ein bisschen. Und das hängt aber, glaube ich, auch damit zusammen, dass ich einfach, das ist einfach ein Stück von meiner Herkunft. Und ich liebe das Saarland. Das Saarland ist total geil. Saarland ist ein wunderschönes Bundesland. Saarbrücke ist echt eine schöne Stadt. Und ich bin auch immer wieder froh, wenn ich da bin. Aber ja, also meine Sprache ist doffen beeinflusst und die wäre ich auch nicht los.
Johannes Franke: Ist geil, weil ich höre dich jetzt zum ersten Mal so.
Florian Bayer: Nein, ich habe das doch schon ein paar Mal gemacht.
Johannes Franke: Nein, nicht so in der Form.
Florian Bayer: Nicht so in der Form. Oh Gott.
Johannes Franke: Ich bin gerade total geflasht und denke mir, meine Fresse, welchen Teil von dir kenne ich noch nicht?
Florian Bayer: Auf jeden Fall wird das immer mal wieder gesagt, dass meine Aussprache nicht gut ist und ja, ich weiß es. Ich weiß, dass es das Ch und das Sch sind und ich weiß, dass es das K und das G sind und ich weiß, dass es das Szene- ist und ich bemühe mich, aber ich tue mich damit schwer und ich werde mich wahrscheinlich weiter damit schwer tun und ja, ich versuche es zumindest.
Johannes Franke: Du musst mal kurz weghören, Kloa. Halt dir mal die Ohren zu. Liebes Publikum, vielleicht tut dir Kloa den Gefallen, ihm einfach auch in Kommentare reinzuschreiben, dass es nicht so schlimm ist. Wir sind nicht öffentlich-rechtliches Fernsehen, um das nochmal zu sagen. Wir sind nicht die Tagesschau. Wir brauchen keine Sprecherausbildung. Auch wenn ich eine habe. Plo, jetzt hast du doch zugehört. Es ist ja nicht, ganz ehrlich, ich finde es echt nicht so wahnsinnig wichtig. Also ich meine, ich verstehe Leute, die vielleicht, es gibt ja Leute, die tatsächlich auf so Geräusche und auf bestimmte Zischlaute und so weiter empfindlich reagieren. Und dann sind so Dialekte vielleicht tatsächlich auch etwas, was so Empfindsamkeit mit sich bringt. Das ist eine besondere Ausgangslage einer Person und da kann ich es total akzeptieren, dass die sagen, kann ich mir nicht anhören. Finde ich auch total in Ordnung. Aber dann ist halt leider der Podcast nichts für dich. Weil ich finde das vollkommen in Ordnung, Flo. Ganz ehrlich, von meiner Seite aus. Du darfst... meinetwegen wahnsinnig gerne weiter G und K verwechseln.
Florian Bayer: Ich will mich ja auch sprachlich weiterentwickeln, aber ich glaube, es ist auch ein Punkt, wo ich das seit sehr vielen Jahren versuche, die ich hier lebe. Und vielleicht ist der Zug einfach jetzt abgefahren.
Johannes Franke: Tschüss.
Florian Bayer: Er ist schon weit hinter den sieben Hügeln irgendwo im Saargebiet. Johannes, warum machen wir keine Trashfilme? Oder warum machen wir so selten Trashfilme? Ich meine, es ist albern, das jetzt zu sagen, weil letzte Woche haben wir The Room besprochen.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Hallo ihr beiden von Nadine. Ich höre euren Podcast seit ein oder zwei Wochen und schon rauf und runter und bin über die ganzen Hintergrundinformationen und Streitgespräche sehr erfreut. Und sie möchte uns einen kuriosen Vorschlag machen. Mein liebstes Filmgenre sind Trommelwirbel, schlechte Haifilme. Das ist aber wirklich eine erschreckend spezifische
Johannes Franke: Das muss man wirklich sagen.
Florian Bayer: Filme wie Sharknado, Haie im Supermarkt, 47 Meters Down, The Mac. All diese Filme sind furchtbar schlecht gedreht, oft unglaublich schlecht besetzt. tatsächlich in Shagnado 2 geschafft und gleichzeitig so beliebt, dass es von all diesen Filmen teilweise endlose Fortsetzungen gibt. Mich würde euer Take dazu mal interessieren und vielleicht habt ihr beim Schauen ja genauso eine amüsante Zeit wie ich.
Johannes Franke: Also zum einen, Nadine, hast du irgendwann mal einen Haiunfall gehabt oder so? Gibt es eine Faszination? Kommt das irgendwo her? Ich schreibe uns gerne noch, mich interessiert jetzt mal, warum ausgerechnet Haie? Aber gut, jeder hat sein eigenes Ding. Es gibt Leute, die sammeln Dolphine oder Schildkröten oder was auch immer. Vielleicht ist das irgendwie sowas. Aber es müssen auch schlechte High-Filme sein. Finde ich interessant. Vielleicht machen wir mal eine Sitzung oder so. Aber ich finde das sowieso interessant, was mit so Trashfilmen ist. Und Plur, du hast mir ja schon zwei, drei gegeben.
Florian Bayer: Ich hab dir schon... drei mittlerweile gegeben, glaube ich. Ich habe auch durchaus eine Vorliebe für Trash und ich finde es vor allem spannend halt im Trash die Kunst zu finden. Ja. Das ist ganz billig zu sagen.
Johannes Franke: Was jetzt natürlich bei The Room besonders akut war. Ja. Ist das ein Unterschied zwischen Sharknado und The Room? Weil es sind ja durchaus unterschiedliche Ansätze, solche Trashfilme zu machen.
Florian Bayer: Es ist ein komplett anderer Ansatz und Sharknado ist aber trotzdem sehenswert und Sharknado findet man die Kunst im Trash aus anderen Gründen. Jetzt kommt wieder sowas, auf das ich nicht so 100% vorbereitet bin, aber Chuck Nadeau ist ja von Asylum Films. Und das sind die, die diese Mockbuster gemacht haben. Wenn Transformers rauskamen, haben die Transmorphers gemacht. Und damals, Anfang der 2000er noch, in der Hoffnung, dass die Leute im DVD-Regal in der Videothek – Millennials wissen, wovon ich rede – Es gibt Jungspunde. Überleg mal, wenn wir von 20-jährigen Menschen gehört werden, die haben nie eine Videothek von innen gehabt. gesehen.
Johannes Franke: Ja, die wissen doch trotzdem, was eine Videothek ist. Die wissen, was eine Videothek ist. Der dann sagt, übrigens, ihr jungen Leute, ich gucke jetzt auch auf euch herab und sage euch, was eine Videothek ist.
Florian Bayer: Die wissen, was eine Videothek ist, aber die waren möglicherweise nie in einer Videothek, weil es einfach keine Videotheken mehr gibt oder nur noch ganz wenige. Ja, ja. Egal.
Johannes Franke: Aber du kannst es vergleichen mit auf Netflix, wenn du bei Netflix Sharknado, nee, was weiß ich, einen Transformers eingibst.
Florian Bayer: Und dann findest du Transformers.
Johannes Franke: Und dann findest du direkt daneben Transmorphers und verklickst dich. Das ist das Pendant zu, du nimmst halt die falsche DVD aus.
Florian Bayer: Nur, dass es sich nichts kostet, im Gegensatz zu dem falschen DVD-O-Regal. Das stimmt, das stimmt, ja. Eido war aber ein Film, den sie gemacht haben, so ein bisschen außerhalb dieser Reihe, weil sie einfach einen wilden Katastrophenfilm machen wollten, wo es einen Tornado gibt, in dem Haie rumfliegen, die dann Menschen fressen. Und das ist natürlich von Anfang an als trashiger Film geplant. Ja. Und das kann auch Scham haben, das kann auch furchtbar in die Hose gehen. Also es gibt auch ganz viele Filme, die versuchen sich so draufzusetzen auf dieses Drash-Ego und dabei einfach nur langweilig sind. Sharknado ist meiner Meinung nach nicht so ein Fall. Sharknado macht einfach
Johannes Franke: einfach Spaß.
Florian Bayer: Ich finde, beides ist gerechtfertigt. Die Filme, die sich viel zu ernst nehmen und dabei Trash rauskommt. Aber auch die Filme, die bewusst trash machen, auch diese Trauma-Filme. Ich gebe dir bestimmt mal einen Trauma-Film aus den 80ern.
Johannes Franke: Aber ist es nicht interessanter, Leute beim Scheitern zuzuschauen, als Leuten dabei zuzuschauen, wie sie erfolgreich schlecht sind?
Florian Bayer: Nö, kommt drauf an, wie hässig man ist vielleicht. Entschuldigung. Ich bin nicht so ein gehässiger Mensch. Ich genieße den Trash unabhängig von der Intention der Schöpfer. Wenn es gut ist und wenn es Spaß macht, dann ist es gut und macht Spaß.
Johannes Franke: Aber das Vergnügen am Scheitern sehen liegt ja nicht in der Gehässigkeit, sondern das liegt ja darin, dass man die Ambition sieht dieses Menschen. Ja. Und das will man. Man freut sich, dass jemand wirklich was wollte. Auch wenn er absolut baden geht, will man, dass dieser Mensch irgendwie... erfolgreich ist und es irgendwie schafft, obwohl er den schlechtesten Film aller Zeiten gemacht hat.
Florian Bayer: Es gibt ja auch so eine Größe im Scheitern, ne?
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und die ist ja auch faszinierend. Und ein tolles Beispiel für mich ist, den muss ich dir irgendwann mal geben, Der Jesus Christus Erlöser von Klaus Kinski. Diese Aufführung, wo er das, es ist quasi ein Vortrag. Er hat so seinen Text geschrieben. Genau. Steht auf der Bühne und will diesen Text vortragen, irgendwann an den Anfang der 70er, Ende der 60er. Und die Leute im Publikum stören ihn. Und zwar, vor allem, weil es Linke gibt, die protestieren, aber auch, weil es Christen gibt, die protestieren. Tieren und so und die wollen nicht, dass er sich als Christus darstellt, obwohl er das gar nicht macht auf der Bühne. Und das ist einfach eine Vorstellung, die scheitert. Er ist in diesem großen Theater und Er hat ein bestimmtes Konzept von Kunst im Kopf und das ist einfach ein altes Konzept von Kunst, das zusammenprallt mit der Realität der diskussionsfreudigen 68er. Und das ist ein großartiger Moment, in dem alle scheitern, aber daraus entsteht nochmal so eine eigene große Kunst.
Johannes Franke: Man kennt ja nur den Ausschnitt, wo er das Publikum beschimpft.
Florian Bayer: Genau, es gibt, das wurde irgendwann mal mit den Originalaufnahmen, wurde das quasi als Dokumentation in den 90ern oder frühen 2000ern gedreht. Man findet es auch, es ist ein 70 Minuten, denke ich. Es ist toll. Es ist wirklich interessant. Und das ist ein Scheitern, was ich faszinierend finde, weil es auch eine Form von Würde in diesem Scheitern gibt.
Johannes Franke: Okay, ja.
Florian Bayer: Vielleicht auch bei sowas wie Neil Preen ist das der Fall. Über den haben wir letzte Woche ganz kurz geredet.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und wahrscheinlich ist es auch in sowas wie Manos, die Hände des Teufels.
Johannes Franke: Ach Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Weil es so eine surreale Note gibt plötzlich, weil alles so drüber und so drunter und so falsch ist. dass du plötzlich das Gefühl hast, du siehst da auch was anderes dahinter, irgendwas Absurdes, was nicht von dieser Welt ist.
Johannes Franke: Ja, ich habe jedenfalls nicht so den großen Bezug wie du zum Trash-Film. Ich finde es tatsächlich amüsant und so und ich hatte bei The Room oder bei... Flash Gordon, hatte ich so meinen Spaß, aber ich würde, wenn du es nicht anstoßen würdest, das nicht selber machen groß. Ja. Weil ich da irgendwie nicht genug darin sehe oder nicht genug Entertainment darin habe, dass ich sage, okay, das tue ich mir jetzt an. Vielleicht auch, weil ich auch ein bisschen arg viel Schmerz dabei habe. beim Scheitern zugucken. Auf der anderen Seite habe ich auch immer mal wieder das Gefühl, dass es genug Leute gibt, die das Ganze auch als Hate-Watching betreiben. Also die einfach davor sitzen, um dieses Leben es zu hassen.
Florian Bayer: Ja, also Hate-Watching finde ich irgendwie lame.
Johannes Franke: Ja, ich auch. Und das finde ich aber auch merkwürdig oder interessant, dass es das gibt.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Es ist vor allem ein Phänomen der Internetkultur. Also der Drachenlord ist ja so das große Thema. Wir haben ja wirklich ganz viele Leute geguckt und einfach nur, weil sie ihn abgelehnt haben, weil sie ihn gehasst hatten. Er hatte mehr Hate-Watcher als Menschen, die ihn tatsächlich cool fanden. Und ja, wir wissen ja, wie die Geschichte ausgegangen ist. Es ist keine schöne Geschichte.
Johannes Franke: Ja, also ich weiß nicht, um Nadines Frage zu beantworten, ob wir so Sharknado und Co. mal machen wollen. Ich glaube, wenn, dann muss Plor das ein bisschen forcieren.
Florian Bayer: Steht schon auf der Liste.
Johannes Franke: Okay. Also vielen Dank, Nadine. Es wird wohl kommen, offenbar. Ja.
Florian Bayer: Wir haben ja auch eine Wunschliste, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und diese Wunschliste ist sehr lang und wir sagen das immer wieder. Wir haben uns vorgenommen dieses Jahr, wir machen mehr Publikumswünsche. Und wir sagen es aber immer wieder, wenn wir einen Publikumsfund spielen, seid nicht enttäuscht, wenn eurer noch nicht dran war, weil diese Liste ist einfach lange. Wir haben gerade über 50, über 100 Filme. Über 100 Filme in der Pipeline. Also um den Dreh irgendwie. Das heißt, wenn wir, wie wir es gerade machen, so alle sechs Episoden oder alle acht Episoden.
Johannes Franke: Du zwei, ich zwei, ein Zuschauer.
Florian Bayer: Alle vier Episoden. Wenn wir alle vier Episoden einen machen... dann sind wir noch sehr lange beschäftigt, bis wir all diese Wünsche erfüllt haben. Und damit müsst ihr einfach leben. Teilweise gibt es Doppelungen und wir Wir machen nicht, wir erfüllen Filmwünsche so nach... Einlaufdatum, es gibt keinen mehr, wer zuerst kommt, mal zuerst. Wer zuerst kommt, mal zuerst, das ist nicht. Stattdessen versuchen wir, dass sich irgendwie diese Wünsche so ein bisschen in den Groove unserer Episoden einbetten.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Dass wir nicht zehn Filme der 90er Jahre hintereinander haben und so. Und ähnliches. Und das ist auch ein bisschen willkürlich und damit müsst ihr leider leben. Wir freuen uns über alle eure Einsendungen. Macht damit weiter. Es ist ganz toll. Wir haben eine lange Liste und wir werden diese Liste nach und nach abarbeiten. Bitte seid nicht zu traurig, wenn es ein bisschen länger dauert.
Johannes Franke: Wir haben jetzt schon ein paar Mal über die Social Media Videos geredet. Einen Kommentar möchte ich einmal nach vorne stellen. der mir sehr peinlich war. Ich habe ein Video gemacht zu Disney, glaube ich, und dann hat jemand drunter geschrieben, war das nicht Don Bluth auf dem Foto? Ich hatte jemanden anders reingeschnitten. Also ich dachte, ich hätte jemanden anders reingeschnitten, ein Bild von Olli Johnston und leider war es nicht Olli Johnston. sondern spot on blue. Autsch. Das war so geil bei diesem Typ. Kaum habe ich das Ding hochgeladen, stand dieser Kommentar drunter und ich so, oh mein Gott, du könntest recht haben, vielleicht habe ich echt das falsche Foto erwähnt. Wie kommt es, dass du Don Bluth so schnell erkennst? Und er so... Bin ich ganz unerfahren mit der Geschichte von Disney und seinen Zeichnern. Mit Ollie Johnston hatte ich bis zu seinem Tod sogar Briefkontakt.
Florian Bayer: Geil.
Johannes Franke: Was zur Hölle? Wie krass ist das denn? Was haben wir für krasse Zuhörer?
Florian Bayer: Ja, voll krass.
Johannes Franke: Ist das nicht geil? Ich finde es total unglaublich. Also wenn ihr Fehler seht in den Videos, seht es mir nach, aber sagt es gerne auch immer. Also wir wollen ja auch, dass das dann eben für die Leute, ich will das transparent, ich will auch dann, wenn der Fehler da ist, okay, dann schreibe ich drunter, ja geil, hast recht. Machen wir.
Florian Bayer: Wir machen Fehler. Es gibt auch immer so ein paar Sachen, die mir furchtbar peinlich sind so im Nachhinein. Wir haben irgendwann mal über den Spice Girls Film gesprochen und ich hab's jetzt nicht mehr parat, weil ich habe mich dann noch nicht mehr damit auseinandersetzt. Ich glaube, ich habe in dieser Film Simon Cowell und Simon Fuller durcheinandergewirbelt. Zwei große Titanen des Pop-Business in UK. Und beide haben auch irgendwie mit diesen... mit diesen Castingshows dann Erfolg gehabt, auf unterschiedliche Weise und so. Und ich glaube, ich habe die zu einer Person gemacht in diesem Podcast.
Johannes Franke: Ja, aber solche Sachen passieren im Eifer des Gefechts. Vor allem auch, weil wir ja nicht skriptet sind. Wir schreiben uns einen Haufen Notizen auf und das passt und so. Und dann sind die Notizen manchmal sehr viel akkurater als das, was wir tatsächlich erzählen. Weil wir dann natürlich uns gegenseitig die Klinke in die Hand geben. Und manchmal passiert es, dass man schnell nochmal guckt, wer war denn das eigentlich? Und dann erwischt man doch... den falschen Namen, weil so tief ist man manchmal bei den Nebenschauplätzen dann doch nicht drin, dass man es dann wirklich aus dem Kopf kriegt. Und dann muss man es irgendwie nachschauen, dann hat man den Falschen erwischt und dann ist es passiert.
Florian Bayer: doch immer mal wieder, dass es so einfach so Zahlenträger und so gibt, dass ich ein Datum im Eifer des Gefechts, wenn ich es nicht schnell finde oder mit zu viel Selbstbewusstsein falsch sage. Also gerade wenn es so um Filmveröffentlichungen geht und dann liege ich doch öfter mal so ein oder zwei Jahre daneben und denke, ach scheiß drauf jetzt.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ja, ja. Willst du noch Teplor?
Florian Bayer: Oh ja, sehr gerne. Ja, wir versuchen Fehler zu vermeiden. Wir geben uns wirklich Mühe mit der Recherche. Wie gesagt, wir nehmen jede Woche auf. Wir veröffentlichen jede Woche eine Episode. Hat zum Ergebnis, dass, nee, das ist es eigentlich nicht. Ich mach nicht die fehlende Zeit verantwortlich. Wir sind einfach zwei Leute, die sehr viel und sehr schnell reden. Wir haben vor kurzem darüber geredet, dass unsere Podcasts sehr schnell sind. Wir reden sehr schnell.
Johannes Franke: Das Krasse ist, ich höre ja dadurch, dass ich auch selber sehr viele privat einfach Podcasts höre. Ich höre, muss ich zugeben, immer auf 1,6 Geschwindigkeit. Wenn ich das mit unserem Podcast versuche. Das geht nicht. Das geht nicht. Schreibt uns mal, auf welcher Geschwindigkeit ihr uns hört, ob das geht. Bis wohin ist es möglich.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, das ist so ein Begleiteffekt davon, dass wir schnell reden, dass wir viele Gedanken haben, die wir raus... werfen wollen.
Johannes Franke: Und dann immer noch zwei Stunden lang sind.
Florian Bayer: Und dann trotzdem zu lang sind. schleichen sich dann einfach auch so kleine Flüchtigkeitsfehler ein. Ich finde, wir sind insgesamt, wenn ich über alles drüber gucke, ich finde, wir sind ziemlich gut. Aber ich finde, es sind echt ganz gut so die Fakten hinzulegen und auch vor allem nochmal zu hinterfragen. Gerade wenn es um Gerüchte geht, wenn wir über Produktion reden und dann kommt es schon öfter vor, dass wir sagen, ja und das wurde so gesagt. Wir können das aber nicht bestätigen und jemand anderes sagt das so und so und das ist was ganz anderes.
Johannes Franke: Ja, da bist du ein bisschen besser drin als ich, muss ich sagen. Weiß ich nicht. Doch, ab und zu mal sagst du, also mir fällt das immer auf, wenn du sagst, nehmt das mit einem Grain of Salt. Mit was sagst du immer? Mit einer Prise Salz.
Florian Bayer: Ich sage immer mit Crane of Salt, weil ich so gerne in Anglizismen rede. Aber mit einer Prise Salz. Und jetzt weiß ich zum Beispiel nicht, gibt es das mit einer Prise Salz im Deutschen?
Johannes Franke: Nein, gibt es nicht.
Florian Bayer: Wir sollten das aber einführen. Mit einer Prise Salz kann man wunderbar sagen. Das stimmt, ja.
Johannes Franke: KI macht das ja ab und zu, ne? Das ist so ein englischer Begriff. Man hat das Gefühl, das ist doch kein deutsches Wort. Aber er hat es eingedeutscht. Ja, mir fällt das bei KI ab und zu mal auf, dass sie so Begriffe verwenden, die eigentlich im Deutschen, habe ich noch nie gehört, aber es klingt deutsch. Und dadurch funktioniert es im Lesefluss irgendwie. Ist aber eigentlich ein englisches Wort.
Florian Bayer: Ich gucke gerade drüber über das Dokument, wo wir die verschiedenen Fragen haben. Und ich finde, wir sind ziemlich weit durch. Wir haben nicht alle Fragen vorgelesen, weil oft haben wir die Fragen zusammengefasst. Wir haben sehr viele Fragen oder Kommentare zum Thema Moralität.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Zum Beispiel konkret zu Heinz Rühmann nochmal, warum wir ihn so politisch bewertet haben. Ja. habe das Gefühl, dass wir das alles irgendwie so relativ gut jetzt abgedeckt haben, diese größten Kommentare und Fragen und auch sowas wie Wenn ich so ein Gesicht wie du hättest, würde ich ein Faceless-Channel machen. Müssen wir nicht unbedingt eingehen, oder?
Johannes Franke: Ich habe es deswegen aufgeschrieben, weil ich es interessant finde. Wir geben uns jede Woche wahnsinnig viel Mühe, um Informationen zusammenzusammeln. Und versuchen die irgendwie sinnvoll, kohärent an euch weiterzugeben. Und dann kommt ein Zuschauer... Und gibt sich nur zwei Sekunden Mühe, einen Hate-Kommentar zu geben, finde ich so seltsam, weißt du? Und es ist so ein, ich weiß nicht, was damit anfangen soll.
Florian Bayer: Tja, ignorieren. Und ich sag das so selbstbewusst, ich bin da voll schlecht drin. Ich hab vorhin übertrieben, als ich gesagt hab, ich weine mich in den Schlaf. Aber natürlich Natürlich wäre ich gerne der, der sagen würde, ach was andere denken ist mir egal und mein Gott Kritik perlt an mir ab oder so, aber nein, tut sie nicht. Wenn ich sowas lese, dann trifft mich das.
Johannes Franke: Ja, das ist halt wirklich so und ich glaube, das macht man sich online nicht bewusst. Dass da Menschen dahinter stecken und die tatsächlich auch eigene Gefühle mitbringen und so. Und man kann bis zu einem gewissen Grad, kann man das abprallen lassen, wenn man das gewohnt ist, nach und nach. Was die arme Ruth Moschner online ertragen muss.
Florian Bayer: Und damit vergleichen wir uns nicht. Das ist was ganz anderes.
Johannes Franke: Völlig andere Nummer. Weil die sich auch mehr nach draußen begibt und tatsächlich auch... diese Konfrontation einfach bewusst in Kauf nimmt und Sachen sagt, wo sie weiß, okay, da wird Gegenwind kommen und es trotzdem macht. Aber was man da alles irgendwie auffangen muss, wo man sagen muss, okay... Das ist jetzt, der hat den schlechten Tag oder der will einfach nur in der Gegend rumrollen oder was auch immer. Aber das zu filtern ist manchmal schwierig und manchmal gehen mir gute Kommentare durch. Weil ich durch die Schlechten erstmal durchkommen muss. Und das tut mir so leid. Die ganzen tollen Kommentare. wenn die irgendwann begraben werden von solchen Sachen, die man wegscrollen muss, damit man nicht zu sehr betroffen davon ist. Die machen einem das halt kaputt und das ist schade.
Florian Bayer: Abstruse Überinterpretationen, die Krankheit unserer heutigen Zeit. Was ist das für ein nerviges Geschwätz? Es nervt, lasst es! Lasst uns zufrieden.
Johannes Franke: Was ich auch aufgeschrieben habe und was wir eigentlich ansatzweise auch schon besprochen haben. Es ist besonders aufgefallen, als ich die Videos zu Rühmann gemacht habe. Wir haben ja Heinz Rühmann viel besprochen, wir haben die Feuerzangenbowle besprochen und es war eine tolle Episode. Und wir haben halt auch darüber gesprochen, dass Rühmann vielleicht jetzt nicht das Musterbeispiel an Umgang mit NS-Propaganda war.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann habe ich Videos dazu gemacht und da haben sich viele Leute dazu gemüßigt gesehen, einem zu sagen, was für ein Arschloch man ist, weil man Rühmann nicht einfach nur als Helden darstellt. Und das ist schwierig. Und da fand ich es besonders schwierig, weil sich dort eben auch dann Leute versammeln. Also das ist einfach ein Video, wenn man zum... zur NS-Zeit etwas postet, dann kann man eigentlich auch damit rechnen, dass sich darunter die Leute versammeln. die einem sagen wollen, dass die alte gute Zeit doch die alte gute Zeit war. Es ist krass, oder? Das ist krass, ja.
Florian Bayer: Und wenn jemand dann, ich weiß nicht, ich bin dann ja auch immer ein bisschen naiv und gehe einfach von Good Faith aus, aber wenn jemand sowas schreibt wie... Er hätte sich eine neutralere Sicht auf die NS-Zeit gewünscht. Okay, beim Holocaust und so weiter gibt es keine neutrale Sicht, aber schon in anderen Belangen. Da hast du das Gefühl, wer sitzt da am anderen Ende?
Johannes Franke: Ja. Was ist das?
Florian Bayer: Und wie gesagt, ich bin naiv und denke vielleicht wirklich einfach nur, aber die Autobahn war nicht schlecht oder so, keine Ahnung, ich weiß es nicht.
Johannes Franke: Was ist die neutrale Sicht darauf? Was bedeutet das? Und wir versuchen ja auch immer durchaus von mehreren Seiten auf Dinge zu gucken. Das ist ja das Ding.
Florian Bayer: Wir haben ja auch durchaus Filme, die konservativ sind und wo wir auch mal sagen, ja es gibt diese konservative Note, also nicht so viele, aber Es kommt vor und es gibt diese konservative Note und die steckt da und da drin. Zum Beispiel bei Rambo haben wir das gemacht.
Johannes Franke: Stimmt, ja.
Florian Bayer: Und das ist ein politisches Weltbild, was wir vielleicht nicht teilen, aber trotzdem macht das diesen Film interessant. Ich kann irgendwie so eine Reihe an Filmen aufzählen, auch sowas wie Dirty Harry oder Mad Max oder so, die irgendwie im Kern konservativ sind und die ich trotzdem für sehenswert halte und spannend.
Johannes Franke: halte.
Florian Bayer: Aber wir sind natürlich bei einer ganz anderen Nummer, wenn es plötzlich darum geht, dass der Nationalsozialismus nicht schlimm war. Das ist auch so dann... Finde ich tatsächlich, muss man die CDU vielleicht nicht unbedingt Nazis nennen, weil die schlimmen Nazis stehen halt doch woanders. Und ja, man kann provozieren und das über Merz sagen. und so weiter, aber es hat ja nichts mit der Wahrheit zu tun, weil die wirklich also es gibt einfach nochmal eine andere Ecke von rechts, die einfach härter ist.
Johannes Franke: Ja, sowas wie Römern ist Legende, genauso wie Eberhard Kors. Was soll das Gesuche in der Vergangenheit, in 100 Jahren? werden vielleicht alle verurteilt, die sich der aktuellen Politik angeschlossen haben, also bei Flachhalten. Mit aktueller Politik ist ja leider nicht die AfD gemeint, sondern das, was eben jetzt so… Die Laternen stehen schon für euch, ist im Prinzip die Aussage dieses Satzes. Da muss man erstmal durchkommen und dann irgendwie sich überwinden, das nächste Video zu Römern zu posten.
Florian Bayer: Wir hatten in der Frühzeit irgendwann mal einen Kommentar, wo sich jemand sehr darüber echauffiert hat, auf Spotify. Den habe ich nie freigeschaltet, weil ich nicht wusste, wie ich darauf reagieren soll. Ich hatte keine Lust auf eine Online-Diskussion, dass wir alles Schwarze als Nazi bezeichnet haben. Und ich glaube, es war sogar zu einer Episode, wo ich gesagt habe, ich habe sehr viel Respekt vor dem, was Alice Schwarzer für den Feminismus gemacht hat und so weiter. Ich finde, sie ist ein bisschen durchgeknallt in letzter Zeit. Ich hab sie bestimmt nicht Nazi genannt. Ich bin nicht der Meinung, dass alles Schwarze ein Nazi ist. Aber ich finde, es gibt ganz viel, was man kritisieren kann an ihrer politischen Einstellung. Sowohl zum Thema Transidentität als auch zum Thema Ukraine, Russland, Krieg, als auch zu diversen anderen Themen. Und den habe ich dann nicht freigeschaltet, weil es mir zu blöd war, weil ich kann das zu diskutieren. Ich glaube, heute würde ich ihn freischalten und würde eine längere Antwort machen. Aber irgendwie ist das so durchgerutscht. Nein, ich halte alle Schwarzer nicht für ein Nazi. Aber das hatten wir ja schon. Wir haben eine politische Haltung.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und wir mögen keine Nazis übrigens. Du, mein lieber Horst, mit deiner Reichsflagge im Zimmer. Wenn du jetzt diesen Podcast hörst und denkst, diese beiden Dudes reden so geil über Filme. Schalt ab.
Johannes Franke: Ich würde gerne den Bogen schlagen zur Motivation, die ich ganz, ganz am Anfang gestellt habe, die Frage der Motivation. Ich finde, dass genau solche Sachen wie Rümern und so dazu führen, dass ich in der Lage bin, Vergangenheit einzusortieren, Weil Filme in ihrer Zeit nicht einfach nur Unterhaltung sind, sondern immer auch ein Stückchen mehr, wie auch heute. immer ein Stückchen mehr sind als einfach nur, wir wollen euch unterhalten, sondern ich bilde Zeitgeschehen ab. Ich bilde eine Weltsicht ab, die in der Zeit existiert. Und über Filmgeschichte kann ich was über Geschichte lernen. Kann ich etwas über die Menschen lernen, die diese Filme gemacht haben und über die Haltung von diesen Menschen lernen? Und nur über die Geschichte kann ich eben auch was für die Zukunft lernen. Und das ist vielleicht ein bisschen billig als Botschaft, aber es ist immer noch wahr. Nur wenn ich die Geschichte kenne und weiß, verstehe, kann ich die Zukunft ordentlich gestalten.
Florian Bayer: Absolut nicht billig. Unterstreiche ich einfach. Definitiv so ist es.
Johannes Franke: Und das ist halt auch eine Motivation, diesen Podcast zu machen. Ich liebe alte Filme und eben auch, weil ich rausfinden kann, wie Leute damals gedacht haben und wie das funktioniert hat.
Florian Bayer: Ja, großartig.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Was steht eigentlich jetzt an noch im nächsten halben Jahr? Also ich glaube, wir machen erstmal so weiter. Wir machen jetzt unsere Halloween-Episode. Wir haben ja mittlerweile unser Jahr so ein bisschen strukturiert. Im Oktober kommen immer Halloween-Episoden.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Und die Weihnachtszeit kommen immer vier Weihnachtsfilme.
Johannes Franke: Ach Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Und dann versuchen wir ins neue Jahr immer mit so Publikumsmagneten zu starten, um die Leute danach mit den experimentellen Arthouse-Filmen zu schocken.
Johannes Franke: Wir haben ja auch irgendwann zu viele Weihnachtsfilme, muss man sagen. Irgendwann sind die ja auch alle.
Florian Bayer: Die werden nicht so schnell alle.
Johannes Franke: Bei Horrorfilmen glaube ich auch, dass die Horrorfilme nicht alle werden, weil es ja immer wieder neue nachkommen. Aber Weihnachtsfilme?
Florian Bayer: Naja, irgendwann, also wir haben ja schon ein bisschen geschummelt. Wir haben angefangen dann auch sowas wie Filme reinzupacken, die einfach gut zur Weihnachtszeit passen.
Johannes Franke: Haben wir demnächst Die Hard oder was?
Florian Bayer: Stepp langsam steht dieses Jahr auf jeden Fall auf dem Programm.
Johannes Franke: Ach scheiße.
Florian Bayer: Nein, wir haben sowas wie, und Die Hard ist ein Weihnachtsfilm, weil es um Weihnachten geht. Aber E.T. zum Beispiel spielt nicht mal in der Adventszeit. Ja, das stimmt. Und Frau Holle und dieses Jahr machen wir bestimmt wieder so einen DEFA-Märchenfilm. Und wir haben auch einige Publikumswünsche nochmal zu Weihnachten reingekriegt. Das heißt, dieses Jahr wird uns Weihnachten... noch nicht ausgehen, Weihnachtsmaterial. Aber ansonsten glaube ich, dass wir jetzt erstmal weiter unser Ding durchziehen. Also wir versuchen, mehr Publikumswünsche zu machen. Ich habe eine Liste Filme, die ich Johannes noch geben will. Johannes hat eine Liste Filme, die er mir noch geben will.
Johannes Franke: Eine ganz kleine.
Florian Bayer: Und es kommen ja auch immer neue Filme raus und ich glaube, so schnell wird uns die Filmgeschichte nicht ausgehen. Wir haben noch ein großes Thema.
Johannes Franke: Was haben wir denn für ein großes Thema noch?
Florian Bayer: Unser Publikum weiß davon nichts, aber Johannes, was machen wir immer, wenn wir fertig sind mit unseren Aufnahmen? Hockisch, bockisch. Moment, Moment, Moment. Erst die, die es nicht kennen, müssen raten. Hockisch, bockisch.
Johannes Franke: Und, was ist es? Tetra Zetek.
Florian Bayer: Wir spielen ein Spiel aus dem Jahre 1995 von Intelligent System. veröffentlicht von Nintendo für das Super NES, und zwar Tetris Attack. Ein Tetris-Klon. Im weitesten Sinne des Wortes. Sehr weit. Den man gegeneinander spielen kann. Wahrscheinlich ist es sogar eher vergleichbar mit Bejeweled. Das kennt ihr schon. Man muss aus bunten Blöcken Dreierreihen machen, um sie aufzulösen. Man kann Kettenreaktionen machen von den Blöcken, die runterfallen.
Johannes Franke: Ein sogenanntes Three-Match-Game.
Florian Bayer: Ja. Free Match, nice. Oh mein Gott, wir sind so englisch wieder. Man spielt das gegeneinander und wenn man Kettenreaktionen auslöst oder mehr als drei Blöcke auflöst, dann schickt man dem Gegner Sachen, die runterfallen. Dieses Spiel ist der Wahnsinn und wir spielen das wirklich jedes Mal. Wir spielen mehrere Matches gegeneinander. Es geht hoch hier. Es macht so viel Spaß.
Johannes Franke: Unglaublich viel Spaß, aber wir haben auch Herzinfarkte währenddessen. Und wir machen das, kurzer Hinweis, seit 20 Jahren. Ja.
Florian Bayer: Also wir haben eine große Pause gemacht, aber seitdem wir den Podcast machen, und das sind mittlerweile ja auch fünf, sechs Jahre,
Johannes Franke: Wir haben 21 angefangen oder so?
Florian Bayer: Wenn es Episode 300 ist, müssen es knapp sechs Jahre sein, weil 50 Wochen hat das Jahr und wir haben jede Woche veröffentlicht.
Johannes Franke: Verdammt.
Florian Bayer: Wir machen das seit sechs Jahren und seit so lange spielen wir nicht, aber relativ früh hast du schon das Super Nintendo neu gekauft. Wir spielen auf Original-Hardware.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und Tetris Attack kann man, glaube ich, gar nicht mehr mittlerweile. Wenn ihr eine neue Konsole habt wie die Switch, dann könnt ihr das spielen. aber nur in der alten japanischen Version namens Panel de Pon. Ich glaube, es wird trotzdem Tetris Attack genannt. Mit Feen anstatt mit Yoshi. Das Tetris Attack, das wir hier spielen, ist die europäische Version, die damals für Super Nintendo rauskam. Da waren die ganzen Figuren aus Mario World 2, also diese ganzen Yoshi-Bösewichte und Yoshi-Helden mit drin.
Johannes Franke: Willkommen beim Muss man spielen Podcast.
Florian Bayer: Ja, es macht einfach unglaublich Spaß. Wenn ihr keine Original-Hardware habt, besorgt euch einen Emulator. Zockt das Spiel. zockt es gegeneinander. Es macht auch im Singleplayer-Modus Spaß, aber zu zweit gegeneinander ist das einfach der absolute Bringer.
Johannes Franke: Es macht wahnsinnig viel Spaß, aber es ist tatsächlich auch ab einem bestimmten Level, also es wird immer schneller. wird es so stressig, dass wir eigentlich manchmal nicht mehr als sieben Spiele schaffen.
Florian Bayer: Ja. Wir sind total fertig danach. Das ist wirklich anstrengend. Das ist mindestens so anstrengend wie die Aufnahmen, die wir machen.
Johannes Franke: Wir haben schon überlegt, ob wir es einmal Livestreamen, aber wir haben keinen Livestream, was soll das? Wir sind keine Twitcher.
Florian Bayer: Das deprimierende ist, ich habe auf YouTube Bilder von England in der Meisterschaft gefunden von vor ein paar Jahren. Und ich habe das Video auch Johannes geschickt. Ja, die Leute, die das kompetitiv bei Turnieren spielen, spielen das nochmal auf einem anderen Level als wir.
Johannes Franke: Ich habe sie mir angeschaut und ich habe Strategien davon abschauen können. Ich habe sie noch nicht ausgetestet und ich habe sie auch schon zur Hälfte wieder vergessen.
Florian Bayer: Ja, dieses Warten. Und dann so zurecht drehen.
Johannes Franke: Genau, genau. Ja, ja, ja. Okay.
Florian Bayer: Und offensichtlich ab einer gewissen Anzahl an Kombos, ab 12 oder 16 Kombos. Ja. macht es keinen Sinn, weitere Kombos zu machen, weil es nicht noch mehr drauf baut. Das heißt, die brechen ab, nachdem sie ein Zwölfer-Kombo gemacht haben und versuchen was anderes. Ja scheiße, dass du das Video auch gesehen hast.
Johannes Franke: Jetzt wirst du auch diese Taktiken und ich werde es nur halbwegs umsetzen. Weil das Ding ist, müssen wir auch ehrlich sein, Plur ist meilenbesser als ich.
Florian Bayer: Ich bin besser, aber ich würde behaupten, ich bin nicht meilenbesser.
Johannes Franke: Also wirklich. Ich habe mich in den letzten Jahren, man kann mehrere Stufen einstellen und je höher die Stufe, desto schneller läuft es für den jeweiligen. Das heißt, man kann auch ausgleichen, wenn jemand schlechter ist als der andere. Der eine fängt dann halt mit einem geringeren Level an und ich habe bei sechs angefangen und Plur ist bei acht gewesen und ich habe mich langsam hochgearbeitet, dass ich auch bei acht bin. Und ich habe immer, zu jeder Phase unseres Spielens, immer verloren. Ich habe eigentlich nie eine Chance gehabt.
Florian Bayer: Und du hast zwei Level unter mir gespielt, ne? Du hast sechs gespielt und ich habe acht gespielt.
Johannes Franke: Und ich hab nie gewonnen und auch beim Hochgehen natürlich nicht. Aber irgendwann bin ich hochgegangen, weil ich gemerkt habe, dass es da zwar schneller wird, aber ich dann auch durch die Panik, die sich automatisch ergibt, auch schneller und besser spiele. Und dadurch... hat sich das ein bisschen angenähert.
Florian Bayer: Du machst viel mehr Kombos als früher und viel mehr große, fette Sachen und ich krieg viel mehr auf den Deckel.
Johannes Franke: Langweilen wir unsere Zuhörer nicht damit, dass wir etwas Visuelles versuchen zu erklären. Leute, wenn ihr Tetris Attack nostalgisch kennt oder sowas, schreibt uns gerne, wir spielen mal fern. Geht das irgendwie, dass man sich gegenseitig... über Internet oder sowas? Gibt's Emulatoren im Internet vielleicht?
Florian Bayer: Es gibt bestimmt irgendwie so einen Nachbau oder sowas, wo man das online spielen kann.
Johannes Franke: Dann können wir mit der Community zusammenspielen. Wäre auch geil.
Florian Bayer: Tetris Attack selbst war eines der ersten Online-Spiel tatsächlich. Und zwar gab's auf einem ... Es gab für Super Famicom, das ist die japanische Super Nintendo, der hieß X-Band. Und da konnte man wohl offensichtlich irgendwie gegeneinander spielen. Ich weiß nicht, wie das damals funktioniert hat. Mhm. Aber es war das. Es war quasi ein Vorreiter des Onlinespiels. Hat es nie bei uns gelandet. Ist nur in Japan geblieben.
Johannes Franke: Oh.
Florian Bayer: Ja. Ansonsten muss man spielen Binding of Isaacs, Siedler von Katar und Googles selbst.
Johannes Franke: Das ist eines der Sachen, die für Plur einen großen Teil seines Lebens ausmachen. Siegle von Katan ist wirklich, ich meine, du spielst das jeden Tag, oder?
Florian Bayer: Wir spielen das jeden Tag. Manchmal, also am Wochenende auch mal zwei oder sogar drei Partien.
Johannes Franke: Meine Fresse. Aber vor allem auch mit deinem Sohn?
Florian Bayer: Mit meiner Familie.
Johannes Franke: Und du könntest das als Ausrede nutzen, zu sagen, okay, mein Sohn spielt das wahnsinnig gern, ich mach mit. Oder stehst du dazu, dass du es einfach auch selber spielen möchtest?
Florian Bayer: Nein, ich stehe voll dazu, dass ich das selbst spiele. Wir sind ja auch zu Turnieren gefahren und ich hab das ja auch gepusht, dass wir zu den Turnieren fahren. Und nein, ich liebe dieses Spiel einfach.
Johannes Franke: Wird dein Sohn in 20 Jahren sagen, boah, mein Vater hat mich immer zu diesen scheiß Turnieren gezerrt? Nein.
Florian Bayer: Ich habe das beim ersten Mal noch nicht mal so groß pushen müssen, sondern es war einfach die Frage, hast du Bock aufs Turnier? Und dann war er voll hinten dran. Und er ist eigentlich der, der oft sagt, Wir müssen heute noch Catan spielen. Und dann auch mal so abends um sieben, wo wir sagen, okay, die halbe Stunde kriegen wir noch irgendwie rein.
Johannes Franke: Okay. Na gut, okay, ich glaube, ich meine, ich habe noch einen Haufen Themen auf diesem Zettel, für unsere 400. Episode gibt es wahrscheinlich wahnsinnig viele Themen, die ich mir von jetzt aufhebe. Allein über das Schauspiel zu reden, weil ich bin nun mal Schauspieler und man hat sich auch einiges an Fragen dahingehend angesammelt. Nun sind wir nicht dazu gekommen, aber... Das wird alles noch kommen oder ich mache mal Social Media Videos dazu oder sowas, vielleicht auch interessant, wenn wir Fragen offengelassen habt. Schreibt uns gerne.
Florian Bayer: Macht das auf jeden Fall. Wir freuen uns über jede Zusendung, wie immer.
Johannes Franke: Absolut. Gerade in diesem Fall könnte ich mir vorstellen, dass hier vielleicht Fragen, die offen geblieben sind über die Themen, die wir gesprochen haben oder Sachen, dass wir das vielleicht auch zwischendurch mal beantworten. Also dass ihr jetzt nicht warten müsst auf die 400. Episode, dass wir wieder sowas machen, sondern dass wir mal ab und zu mal auch eine Frage beantworten. Ihr müsst halt nur schreiben.
Florian Bayer: Entschuldigung an unsere Gäste, Georges Méliès und Jean-Luc Godard. Leider ist die Zeit davon gekommen.
Johannes Franke: Es tut mir leid, vielleicht nehmt ihr euch noch einen Snickers. Okay, wir sind dann gleich bei euch. Gut, gut.
Florian Bayer: Ansonsten euch Leute, wie immer, vielen Dank fürs Zuhören. Es waren 300 großartige Episoden mit euch.
Johannes Franke: Danke dir, Plo, auch. Danke dir, Johannes. Es war wirklich schön, die letzten 300 Episoden. Und ich freue mich auf die nächsten 300.
Florian Bayer: Auf die nächsten 300. Nächste Woche kriegt ihr wieder eine vernünftige Episode mit einem Film, mit einer Meinung, mit ganz viel Vokeness und dem Wort Szene falsch ausgesprochen.
Johannes Franke: Bitte, Flor, mach das. Sprich Zähne einfach falsch aus. Zähne, Zähne. Es hat kein S drin, es ist einfach nur Zähne, okay? Gut.
Florian Bayer: Vielen Dank fürs Zuhören. Lasst es euch gut gehen. Passt auf, wenn ihr rausgeht, dass ihr nicht über die Stufe stolpert. Bis dahin. Ciao.
Johannes Franke: So, Plur, wie starten wir denn in unsere 301. Episode?
Florian Bayer: Mit Horrormusik. Du weißt, was wir brauchen. Bach.
Johannes Franke: Ha ha ha ha! Okay. Es ist ja so, Ich bin ja nicht der größte Horrorfilm-Fan. Früher habe ich gesagt, ich bin gar kein Horrorfilm-Fan. Inzwischen sage ich, ich bin nicht der größte. Weil es gibt ja durchaus Horrorfilme, die doch ganz gut waren dann. Aber ich bin erst auf den Geschmack gekommen, weil du mich gezwungen hast. Und ich fand immer so, ach Gott, warum machen wir das? Es wird wahrscheinlich auch nicht so weit kommen, dass ich sage, ich freue mich auf den Halloween-Monat. Aber es ist zumindest so, dass ich sage, ja, okay, ich kann dem irgendwie was abgewinnen. Mal gucken, wie weit das reicht über die Jahre. Auf jeden Fall kann ich jetzt, darf ich jetzt starten mit meinem und zwar möchte ich dir The Lighthouse geben. Von Robert Eggers, der ja sehr bekannt dafür ist, dass er sehr, wir haben The Witch besprochen von ihm. Und der ist ja bekannt dafür, dass er historisch sehr akkurat ist.
Florian Bayer: Der Historiker unter den Horrorfilmregisseuren.
Johannes Franke: Und ich finde es wahnsinnig spannend, was er mit The Lighthouse gemacht hat. Eine einzige... Tall Tale, wie man es im Englischen sagt, wenn wir schon darüber gesprochen haben, Moment, wie heißt das auf Deutsch? Seemannsgarn.
Florian Bayer: Seemannsgarn ist so ein schönes Wort. Du sagst wirklich das englische Wort, das bei weitem nicht so toll ist wie Seemannsgarn. Das stimmt, ja.
Johannes Franke: Ja, Seemannsgarn im Grunde und zwar in der düstersten Version, die man sich vorstellen kann. Es ist wirklich ein harter Film, aber es ist wirklich auch wahnsinnig interessant. Und du kennst ihn leider nun schon, natürlich kennst du ihn schon. Ich habe ja immer mal wieder die Hoffnung, dass ich nochmal einen Film finde, den du noch nicht kennst, den ich dir irgendwie geben kann, damit dein Horizont erweitert wird, wie wir ja eigentlich mal in diesen... Podcast reingegangen sind. Aber ich hoffe, ich kann euren Horizont da draußen erweitern. Und dann guckt euch The Lighthouse an von Robert Eggers. Und dann sehen wir uns nächste Woche an selber Stelle wieder.
Florian Bayer: Bis nächste Woche.
Johannes Franke: Bis dann.
Florian Bayer: Ciao. Ciao.
