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Kategorie: Publikumswünsche

Episode 290: Wolfen (Publikumswunsch)

New York, Anfang der 80er Jahre. Die Stadt ist im letzten Jahrzehnt gerade so der drohenden Insolvenz entkommen. Die Rettung lag – zumindest wenn es nach dem Neoliberalismus geht – in Revitalisierung und Redevelopment. Konkret: Vermeintlich heruntergekommene Stadtviertel werden abgerissen um neuen schicken Bauten Platz zu machen. Einer der prominentesten Investoren dabei ist der Immobilienmagnat Christopher Van der Veer. Als dieser eines Nachts zusammen mit seiner Frau und seinem Bodyguard ermordet wird, scheint die Sache ziemlich klar: Irgendwelche linksradikalen Terroristen müssen dafür verantwortlich sein.

Der ehemalige Ermittler Dewey Wilson wird daraufhin von der NYPD zurückgeholt, gemeinsam mit der Psychologin Rebecca Neff soll er den Fall aufklären. Schnell jedoch entdeckt Wilson, dass es wohl keine linken Terroristen sind, die für die Morde verantwortlich sind: Die Leichen wurden regelrecht zerrissen, es gibt keine Spuren irgendwelcher Waffeneinwirkung, stattdessen finden sich Wolfshaare am Tatort. Wilsons Ermittlungen führen zu einem alten indigenen Kult, in dessen Zentrum der Wolf eine große Rolle spielt: Zum Morden dressierte Tiere? Gestaltwandler? Werwölfe? Was wir hier vor uns haben, ist nicht sicher. Sicher ist nur, dass es alles andere als Menschlich ist. Und das Morden geht weiter.

Wolfen aus dem Jahr 1981, ein Horrorthriller aus einer Zeit, in der das Genre gerade einen kleinen Werwolf-Craze erlebte. Aber Obacht: Michael Wadleighs Vision ist weit weg vom europäischen Werwolfsmythos. Stattdessen vermischt er indigene Mythologie mit einem zynischen Blick auf die New Yorker Stadtentwicklung und einer ebenso ökologischen wie sozialdarwinistischen Botschaft. Und ob die Wölfe wirklich die Bösen sind, wird dann auch eher ambivalent beantwortet.

Johannes, was macht dir mehr Angst: Wölfe in der Wildnis oder Kapitalismus im urbanen Raum?

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Episode 285: Die Reise ins Labyrinth – David Bowie und Jennifer Connelly spielen mit Puppen

Die Teenagerin Sarah ist genervt. Genervt von der Uhrzeit, zu der sie zu Hause sein muss, genervt von ihrer strengen Stiefmutter, und vor allem genervt von ihrem Stiefbruder Toby, dem lauten, quengeligen Windelträger, für den sie Babysitter spielen muss, weil ihre Eltern ausgehen. Also macht sie das, was man als 16 Jährige halt so macht, wenn ein Baby einem den Abend vermiest: Sie beschwört vor ihrem Spiegel den Goblin König, er möge doch bitte kommen und Klein Toby mit sich nehmen. Dumm nur, dass ihr Wunsch erfüllt wird: Der Goblin König Jareth taucht mit seiner Gefolgschaft tatsächlich auf und entführt kurzerhand den nervigen Babybruder. Die reumütige Sarah will Toby um jeden Preis zurückhaben und Jareth gibt er auch ihre Möglichkeit: Wenn sie es schafft innerhalb von 13 Stunden sein Labyrinth zu durchqueren, darf sie ihren Bruder wieder in die Arme schließen. Sarah gewinnt in dem Zwerg Hoggle, dem Trollriesen Ludo und dem Fox Terrier Sir Didymus Mitstreiter und macht sich auf den beschwerlichen Weg durch verwirrende Gänge, mit Händen gefüllte Höhlen, Stinkesümpfe und die Kobolstadt, während Jareth in seinem Schloss mit Toby und den Kobolden eine wilde Party feiert.

Die Reise ins Labyrinth aus dem Jahr 1986, der zweite große Jim Henson Fantasyfilm nach The Dark Crystal. Da dieser reine Puppenfilm ein großer Flop war, beschloss Henson für den Audience Appeal auch ein paar Menschen in dem Szenario zu platzieren, namentlich die Nachwuchsdarstellerin Jennifer Connelly und den Rockstar David Bowie… ihr wisst schon, Bowie in seiner 80s Form, die für alle Fans des Chamäleons zu seiner besten Schaffensphase zählt (Denn wer braucht schon eine Glamrock-Oper wie Ziggy Stardust oder eine Protopunk-Orgie wie Diamond Dogs, wenn er den süßen Synthpop von Tonight und Never let me down haben kann… aber ich schweife ab).

Johannes, ich weiß, du hast einen Bruder, der deutlich jünger ist als du. Hast du ihm auch als Teenager den Goblin King auf den Hals gehetzt und bist dann dreizehn Stunden durch ein Labyrinth geirrt, um am Ende auf Escher-Treppen gegen David Bowie zu kämpfen?

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Episode 280: Mary and Max – Depressive Knetmännchen feiern Geburtstag

Die achtjährige Mary, die im Australien des Jahres 1976 lebt, ist ein äußerst einsames Kind: Ihr Vater beschäftigt sich lieber mit seinen ausgestopften Vögeln als mit seiner Familie, ihre Mutter ist eine alkoholabhängige Kleptomanin und in der Schule wird sie wegen eines auffälligen Muttermals auf ihrer Stirn gehänselt. In ihrer Einsamkeit beschließt sie, sich einen Brieffreund zu suchen. Der willkürliche Griff ins Telefonbuch erwählt dabei den 44 Jahre alten New Yorker Max, der ebenfalls sein Kreuz zu tragen hat: Er ist ebenfalls einsam, hat Asperger, ist übergewichtig und kommt weder mit der Welt noch ihren menschlichen Bewohnern klar: Aber wie Mary besitzt er eine unbändige Neugier, liebt es, sich existenzielle Fragen zu stellen, liebt wie Mary die Cartoonserie Noblets und ist Erfinder solch großartiger Mahlzeiten wie Schokoladen Hot Dogs.

Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine enge Brieffreundschaft, in der sie sich über ihr Leben austauschen, Max’ Marys Fragen beantwortet und sie ihm auf ihre kindliche Art hilft, mit dem harten New Yorker Alltag besser klarzukommen. Aber ihre Briefe voll mit Mobbinggeschichten, Fragen zu romantischen Beziehungen und Sexualität lösen in Max auch immer wieder Panikattacken aus, die ihre Beziehung in einem fragilen Zustand halten. Als die mittlerweile erwachsene Mary Psychologie studiert und ihre Thesis über Max’ Krankheit schreibt, kommt es zum endgültigen Bruch. Und so fallen beide wieder in ihre Einsamkeit zurück. Aber eine kleine Hoffnung auf Versöhnung und vielleicht sogar ein Real Life Treffen bleiben bestehen.

Mary and Max aus dem Jahr 2009 von Adam Elliot. Ein Claymotion-Film aus einer Zeit, in der CGI schon lange das Animationsfeld übernommen hat: Wer sich hier leichte Wallace and Gromit Skurrilität erhofft, ist allerdings an der falschen Adresse. Im Gegensatz zu seinem britischen Kollegen Nick Park taucht Adam Elliot tief hinab in düstere, harte, traurige Themen: Mobbing, Alkoholismus, Depression, Psychopathologie, Suizidalität… Johannes, war das zuviel für dein sensibles Herz?

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Episode 275: Der Würgeengel – ein surrealer Publikumswunsch

Nachdem die feine Gesellschaft in der Oper war, werden sie vom Ehepaar Nobile noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Auch dass die Bediensteten nach und nach das Anwesen der Nobiles verlassen, kann die Feierlaune nicht trüben: Man unterhält sich, man speist und trinkt, man lauscht einem Klavierstück der hoffnungsvollen Nachwuchspianistin. Und dann wäre es eigentlich Zeit aufzubrechen… Nur das mag niemandem so recht gelingen. Die Festgesellschaft bleibt einfach im Salon, verbringt dort sogar – gegen alle gesellschaftlichen Konventionen – die Nacht. Und dann dämmert es den Leuten so langsam: Sie sind eingeschlossen, können den Salon nicht verlassen. Warum weiß keiner. Aber der Weg sowohl zur Außenwelt als auch den anderen Räumen des Hauses ist wie durch eine magische Barriere verschlossen.

Man diskutiert darüber, woran es liegen könnte, versucht sich einzurichten, schmiedet Fluchtpläne… Schließlich macht sich Verzweiflung breit, Misstrauen, die tierischen Instinkte kommen hervor, während die Aussicht auf Rettung immer weiter schwindet.

Luis Buñuel, zusammen mit Salvador Dali und dem andalusischen Hund 1929 der Vater des surrealistischen Kinos. Er sollte noch Filme drehen, lange nachdem die Bewegung erloschen war: In Spanien, Frankreich und nach dem zweiten Weltkrieg vor allem in Mexiko. In seinem letzten mexikanischen Film “Der Würgeengel” entwirft er die klaustrophobische Parabel eines Bürgertums, das auf sich selbst zurückgeworfen wird: Mit schrägen Repetionen, surrealen Einwürfen und viel Symbolismus.

Johannes, sind die Hölle die Anderen?

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Episode 187: Das Leben der Anderen – zwischen Oscar-Nominierung und Vorabendprogramm

Ost-Berlin 1984. Der idealistische und gründlich arbeitende Stasi-Hauptmann Wiesler – Alias HGW XX/7 – wird damit beauftragt, den bisher unauffälligen Autoren Georg Dreyman zu beschatten. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass die Beschattung vor allem dazu dienen soll, Dreymann aus dem Weg zu räumen, damit der skrupellose Minister Bruno Hempf, dessen Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, für sich allein haben kann.

Durch den Selbstmord eines Künstlerkollegen beginnt Dreymann dann tatsächlich die Methoden der DDR in Zweifel zu ziehen. Und Wiesler belauscht ihn dabei: Er hört, wie der Dissident die Veröffentlichung eines DDR-kritischen Artikels plant, wie er sich mit anderen Aufrührern trifft… und wie er Die Sonate des guten Menschen spielt. Er lauscht, er ist bewegt… und es geschieht etwas unerhörtes. Wiesler begehrt auf, indem er den Überwachten deckt. Zuerst nur durch das Fälschen von Beobachtungsprotokollen, später schließlich gar durch aktives Eingreifen zu dessen Schutz. Und das alles in einem System, dass solche Abweichungen nicht duldet.

17 Jahre nach dem Fall der Mauer – im Jahre 2006 – veröffentlichte Florian Henckel von Donnersmarck seinen Debütfilm “Das Leben der Anderen”. International gefeiert und mit einem Oscar prämiert. 17 Jahre nach seiner Veröffentlichung reden wir nun über diesen bereits zum Klassiker gewordenen deutschen Film. Johannes, im Gegensatz zu mir und Donnersmarck bist du ja tatsächlich in der DDR groß geworden. Wie sehr hast du in diesem Film eine Widerspiegelung der damaligen Lebensrealität gesehen?

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Episode 183: Die Verurteilten

Andy sitzt im Gefängnis. Er soll seine Frau und seinen Liebhaber kaltblütig umgebracht haben, aber Andy beteuert seine Unschuld. Im Gefängnis braucht Andy lange, bevor er auch nur mehr als zwei Worte mit anderen Insassen wechselt. Er beobachtet. Bis er sich schließlich mit RED anfreundet, der so ziemlich alles besorgen zu können scheint. Ein kleiner Hammer soll es sein, mit dem er Steine bearbeitet, um sich zu beschäftigen. Die beiden wachsen zusammen, philosophieren über das Gefängnisleben und die Bedeutung von Freiheit und Hoffnung. Andy versucht sich eben diese Hoffnung zu bewahren und seinem Leben Bedeutung zu geben, durch den Aufbau einer reich ausgestatteten Bibliothek.

Was Andy Red in 19 Jahren Freundschaft im Gefängnis nicht erzählt: er gräbt über Jahre hinweg einen Tunnel aus dem Gefängnis raus in die Freiheit. The Shawshank Redemption aus dem Jahr 1994 ist die zweite Stephen King Verfilmung, die wir in diesem Podcast besprechen. Und wie Stand by me zuvor die Verfilmung einer Kurzgeschichte aus Different Seasons. Und wie Stand by me zuvor produziert von Castle Rock. Plor, was halten wir denn von diesem Ausflug ins King Universum?

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Episode 177: Mamma Mia! – Zwei Dudes im Abba-Musical

Dancing Queen, Money Money Money, Super Trooper, Mamma Mia und natürlich Waterloo… Man muss kein großer Abba-Fan oder 70er Popexperte sein, um beim Hören dieser Songtitel ein paar harte Ohrwürmer verpasst zu bekommen, die nicht so schnell wieder verschwinden. Seitdem ich den heute zu besprechenden Film gesehen habe – was immerhin schon eine Woche her ist – ertappe ich mich auf jeden Fall täglich beim Summen irgendeines Abba Hits. 

Mamma Mia! Aus dem Jahr 2008 ist die Verfilmung des gleichnamigen Musicals aus dem Jahr 1999, eine bunte Romcom, die in Griechenland spielt und musikalisch von zahllosen Abba-Songs weniger begleitet und viel mehr getragen wird.

Im Mittelpunkt stehen Sophie und ihre Mutter Donna. Sophie steht kurz davor zu heiraten, und sehnt sich danach, von ihrem Vater zum Altar geführt zu werden. Leider weiß sie von diesem nur, dass er eine Sommerromanze ihrer Mutter war, und da laut deren Tagebuch aus dieser Zeit gleich drei Typen in Frage kommen, werden diese auch – ohne von der potentiellen Tochter zu ahnen, zur Hochzeit eingeladen. Da Donnas ehemalige Bandkolleginnen auch auf der Gästeliste stehen, ist für eine Menge Tohuwabohu gesorgt, und eine Menge Tanz und Gesang. 

Und damit kommen wir auch schon zur Gretchen oder in diesem Fall Agnetha-Frage: Johannes, wie hältst du es mit Abba. Und wie hältst du es mit diesem späten cineastischen Revival der schwedischen Popikonen?

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Episode 174: Kikujiros Sommer und die wunderbare Welt des Takeshi Kitano

Wir erfüllen immer wieder gerne Publikumswünsche… erst Recht, wenn sie uns in cineastische Diskussionen verstricken. Kikujiros Sommer von Takeshi Kitano aus dem Jahr 1999 ist ein solcher Fall. Takeshi Kitano, in Deutschland vor allem bekannt als Veranstalter der Survival Show Takeshis Castle, ist in seinem Heimatland Japan als wahres Multitalent unterwegs: Comedian, Schauspieler, Regisseur, Künstler und so weiter und so fort. Im Ausland sorgte er vor allem in den 90ern als Regisseur düsterer und bizarrer Yakuza Thriller für Aufsehen. Und Kikujiros Castle ist wiederum was ganz anderes: Road Movie, Tragikomödie, schräger Buddy Movie… irgendwas dazwischen. Und wir können uns nicht so ganz einigen, ob dieses dazwischen nun genial oder doof ist.

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Episode 173: Get Out – Horror, Rassismus und ein fettes Happy Birthday

Unsere Stammhörerin Liz ist dieses Jahr mit einem Horrorfilm-Wunsch vorbeigerauscht, und den wollen wir ihr natürlich erfüllen. Und so reden wir über Jordan Peeles Get Out aus dem Jahr 2017. Themen sind natürlich die Verknüpfung von Horror und Humor, sowie die Verknüpfung von Horror und Gesellschaftskritik. Es geht aber auch um die vorhandene oder vielleicht auch fehlende Subtilität von Jordan Peeles Satire, um Pseudoscience im Genrekino, Hypnose und die alles entscheidende Frage: Wie cool ist Rod?

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Episode 163: Mein Name ist Nobody – Terrence Hill zertrümmert den Italowestern

Warum uns unser Publikum immer wieder Western- und im besonderen Italowestern aufs Auge drückt? Das werden wir wohl nie verstehen. Dieses Mal sind wir aber extrem dankbar für die Filmempfehlung von außerhalb. Denn hinter der Fassade eines prügelfreudigen Klamaukwesterns verbirgt sich eine erstaunlich clevere Auseinandersetzung mit dem Genre.

Wir reden über Sergio Leone und die Western made in Europe, über Terrence Hill – und ja, auch ein bisschen über Bud Spencer. Wir fragen uns, was einen guten Western ausmacht,  und auch, was die Europäer zumindest in dieser Zeit vielleicht den Amerikanern voraushatten. Und natürlich vergleichen wir auch die deutsche Synchronisation mit den Intentionen des Originals, auch mit der Frage, welche Version die überzeugendere ist.

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