Episode 248: Re-Animator – Lustiges Splattern in den Halloween-Monat hinein
Ladies and gentlemen and everyone between and behind and above… schnallen Sie sich an! Wir tauchen wieder hinab in die Untiefen des 80er Jahre Gore- und Splatter-Horror-Comedygenres. Unser Reiseführer in diesem Fall ist Herbert West, entsprungen aus einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft, die nicht nur seine Kritiker sondern auch er selbst als eines seiner schäbigsten Werke bezeichnet.
Dieser Herbert West – ein Medizinstudent irgendwo zwischen young Christopher Lee und Christopher Street Day – will nicht weniger als den Tod überlisten. Und wie macht er das? Natürlich mit einem grün leuchtenden Serum, mit dem er Leichen zum Leben erweckt. Gott sei Dank findet er trotz seiner fehlenden Manieren und gruseligen Art Unterstützung im Kommilitonen und Mitbewohner Dan, der so viel Rückgrat wie ein Wackelpudding hat. Im Weg stehen ihnen der Dekan der Universität, dessen Tochter sowie ein Oberarzt, der das Wissen um die Wiederbelebung am liebsten für sich allein hätte… achja, und natürlich eine Menge blutrünstiger Zombies, die sie auf dem Weg zur medizinischen Revolution erschaffen werden.
Das Ergebnis: Ein schon damals von der Kritik seltsamerweise gefeierter Film, ein in den Jahren gewachsener Kultstatus, drei Schnittversionen, natürlich eine Indizierung in Deutschland, die bis zum Jahre 2013 anhielt… und eine obsessive Fangemeinde, die vor allem in letzter Zeit viel darüber diskutiert, ob wir hier ein queeres Pionierwerk vor uns haben. Aber natürlich auch all der Glanz und all der Spaß und all der Schmutz und all die Abgründe, die man aus dem 80er Jahre Horror kennt, inklusive mindestens einer “What were they thinking?”-Szene.
Johannes… komm schon. Ich weiß. Das ist absolut geschmacklos. Und moralisch ist das natürlich auch alles voll daneben. Und natürlich müssen wir gleich hart mit dem Film ins Gericht gehen. Aber davor hast du trotzdem die Chance zuzugeben, wie viel Spaß du zumindest zeitweise bei diesem Film hattest. Oder? Oder?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 248: Re-Animator – Lustiges Splattern in den Halloween-Monat hinein Publishing Date: 2025-10-01T08:11:28+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2025/10/01/episode-248-re-animator-lustiges-splattern-in-den-halloween-monat-hinein/
Florian Bayer: Splatter-Filme und Pornos haben sehr viel gemeinsam. Genauso wie Splatter-Filme und so spezifische Formen von Actionfilmen. Das ist auch so. Und zwar Bud Spencer und Terrence Hill-Filme. Stimmt. Sind wie Sexfilme. Und zwar geht's, die Story soll eigentlich nur von einer Schlägerei zu anderen führen. Hörst du das, Johannes? Was höre ich da? Es ist wieder Halloween-Zeit! Oh nein! Begleitet von schräglichen Geräuschen. Spook-Techno! Halloween, endlich! Wir werden einen ganzen Monat lang über Horrorfilme reden. Schön, ganz toll, Flo. Und am Schluss sitzen wir zusammen um den toten Baum und singen Halloween-Lieder. Es wird ein großes Fest. Ich freue mich so.
Johannes Franke: Ich muss sagen... Um gleich reinzugehen mit einer begeisterten und einer motivierenden Haltung. Mit Re-Animator hast du mir wahrscheinlich das Beste gegeben, was du mir zu Halloween bis jetzt gegeben hast.
Florian Bayer: Nein, das glaube ich dir nicht.
Johannes Franke: Das musst du mir jetzt einfach glauben.
Florian Bayer: Okay, ich bin voll gespannt drauf auf dein Urteil. Ich habe den Film schon sehr lange nicht mehr gesehen. Wir reden über... Reanimator aus dem Jahr 1985. Ich habe den Film schon lange nicht mehr gesehen und ich weiß nicht, ob ich ihn jemals in dieser Unrated Version gesehen habe. Wir werden darauf zu sprechen kommen. Es gibt eine Szene in diesem Film, wo man denkt, shit. Eigentlich gibt es nicht nur eine, muss man sagen. Aber es gibt eine spezielle Szene, wo ich dachte, oh, die wird mir Johannes sowas von um die Ohren hauen. Ich bin sehr gespannt.
Johannes Franke: Also, ich würde euch da draußen kurz empfehlen, schaut euch, wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt, einmal den Trailer zum Film an. Der macht klar, was der Film will oder nicht will, was ihr erwarten könnt. Und selbst wenn ihr den Film nicht gucken wollt, dann hört euch einfach unsere Diskussion darüber an,
Florian Bayer: aber guckt euch den Trailer an. Dann ist der Humor klar, da ist die Ebene klar, wir wissen Bescheid. Ladies and Gentlemen and everyone between and behind and above, schnallen Sie sich an. Wir tauchen wieder hinab in die Untiefen des 80er Jahre Gore und Splatter Horror Comedy Genres. Unser Reiseführer in diesem Fall ist Herbert West. Entsprungen aus einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft, die nicht nur seine Kritiker, sondern auch er selbst als eines seiner schäbigsten Werke bezeichnet. Dieser Herbert West, ein Medizinstudent irgendwo zwischen Young Christopher Lee und Christopher Street Day, will nicht weniger als den Tod überlisten. Und wie macht er das? Natürlich mit einem grün leuchtenden Serum, mit dem er Leichen zum Leben erweckt. Gott sei Dank findet er trotz seiner fehlenden Manieren und gruseligen Art Unterstützung im Kommilitonen und Mitbewohner, denn der so viel Rückgrat wie ein Wackelpudding hat. Im Weg stehen ihnen der Dekan der Universität, dessen Tochter, sowie ein Oberarzt, der das Wissen um die Wiederbelebung am liebsten für sich allein hätte. Ach ja, und natürlich eine Menge blutrünstiger Zombies, die sie auf dem Weg zur medizinischen Revolution erschaffen werden. Das Ergebnis? Ein schon damals von der Kritik seltsamerweise gefeierter Film. Ein in den Jahren gewachsener Kultstatus, drei Schnittversionen, natürlich eine Indizierung in Deutschland, die bis zum Jahre 2013 anhielt. und eine obsessive Fangemeinde, die vor allem in letzter Zeit viel darüber diskutiert, ob wir hier ein queeres Pionierwerk vor uns haben. Aber natürlich auch der Glanz und all der Spaß und all der Schmutz und all die Abgründe, die man aus den 80er Jahre Horror kennt. Inklusive mindestens einer What-Were-They-Thinking-Szene. Johannes, komm schon. Ja. Ich weiß. Das ist absolut geschmacklos. Und moralisch ist das natürlich auch voll daneben. Und natürlich müssen wir gleich hart mit dem Film ins Gericht gehen. Aber davor hast du trotzdem jetzt die Chance zuzugeben, wie viel Spaß du zumindest zeitweise bei diesem Film hattest, oder? Du hast den Text schon so geschrieben, weil du dachtest, dass ich ihn total hassen würde, diesen Film. Und das Geile ist,
Johannes Franke: der Film hat es geschafft, was viele andere Horrorsachen... Ich fand deinen, was war das, was du mir gegeben hattest? Evil Dead 2. Evil Dead 2.
Florian Bayer: Der beste Film aller Zeiten.
Johannes Franke: Das erste, was du mir gegeben hattest. Ganz am Anfang unserer Zeit hattest du mir...
Florian Bayer: Wizard of Gore.
Johannes Franke: Wizard of Gore gegeben. Oh, das war schlimm. Das war richtig hart. Richtig schlimm.
Florian Bayer: Ein Klassiker. Herschel Gordon-Lewis. Der ungeschlagene Gordon-Splatter-König.
Johannes Franke: Aber weißt du, was krass ist? Dieser Film hat es von der ersten Minute an geschafft, einem zu sagen, das kannst du erwarten. Damit hast du jetzt bitte Spaß. bei... Bei Wizard of Gore war das nicht so. Da ist man zu lange in so Realms, wo man denkt, ah, was soll ich davon halten, wie soll ich damit umgehen und was soll ich damit machen? Und er war auch zu blutrünstig und auch zu gorig. Während der hier zwar auch gorig ist, aber nicht auf diese Art.
Florian Bayer: Obwohl er sehr viel Blut verbrannt hat. Es gibt einige, also wir haben sehr viele abgetrennte Körperteile. Wir haben einen abgetrennten Kopf, der sehr holprig durch die Gegend getragen wird.
Johannes Franke: Ist so geil, Leute, echt,
Florian Bayer: guckt euch nur diese Szene an, wie sie den Kopf in der Gegend rumtragen, es ist so toll. Ich bin jetzt, ich bin voll defensiv hier reingestattet und du sagst mir jetzt ehrlich,
Johannes Franke: du hattest Spaß bei diesem Film? Ich musste am Anfang, ich muss zugeben, ich musste am Anfang ein bisschen nachfragen, weil der Ton so schlecht war.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: meine Freundin hat spannenderweise mehr verstanden als ich und ich die ganze Zeit so,
Florian Bayer: was, was, was ist da jetzt gerade, wer hat wen? Und sie, keep up! Come on, es ist nicht so schwer. Der macht das, der macht das, der macht das. Aber nachdem ich reingekommen bin, habe ich gesagt, okay, gut, wir haben jetzt einfach Spaß. Ist doch schön. Und dabei fängt er doch an mit etwas, was wir zumindest im Gegensatz zum amerikanischen Publikum voll versteht, nämlich schönstes Fake-Deutsch aus dem Kino der 80er aus Amerika. Menschen, die noch nie Deutsch in ihrem Leben gesprochen haben, sagen deutsche Sätze.
Johannes Franke: Und es klingt schön deutsch, es verkauft einem das. Wir als Deutsche haben natürlich so einen cringe Moment. Dr. Kruber, wie geht es dir?
Florian Bayer: Ey Leute, echt jetzt, wenn ihr deutsche Sätze recherchiert, es ist nicht so schwer, siezen und duzen einmal kurz zu recherchieren. Das gibt es im Englischen nicht,
Johannes Franke: du hast keine Chance. Ja, komm. Da denkt man nicht dran.
Florian Bayer: Echt, das sind zwei Sätze, die sie spricht. Es sind die 80er. Und sie sind so unbeholfen, dass man denkt, es wäre von einem Zehnjährigen geschrieben. Ja. Aber es ist geil. Es ist wirklich ein Start. Du startest voll rein in die Action. Wir sind in einer Universität in Zürich. Wir haben einen Raum, der aufgebrochen wird und wir haben unseren ersten Zombie vor uns, dessen Augen auch weit aus dem Kopf raustreten. Und dieser großartige Herbert West.
Johannes Franke: Also ich muss sagen, bei Herbert West habe ich eine Weile gebraucht, weil leider ist der Schauspieler nicht, also natürlich ist der Schauspieler nicht gut. Weil das auch diese Art von Film ist, in der das nicht nötig ist oder sowas. Aber ich hätte mir fast gewünscht, dass er ein bisschen mehr absichtlich so ist, wie er ist. Weil ein kleines bisschen habe ich das Gefühl, es ist ein Unfall und wir gucken dem Unfall leider zu und nicht der eigentlichen Absicht. Das ist ein bisschen schade.
Florian Bayer: Es ist so ein kleiner Unfall. Es ist so auf der Kippe, finde ich. Aber ich finde Jeffrey Combs tatsächlich großartig. Vor allem, weil er es schafft, uns ... irgendwann in diesem Film zu verkaufen, dass er nicht der Antagonist ist. Dass er nicht der Bösewicht ist.
Johannes Franke: Das schafft aber nicht der Schauspieler. Kannst du mir nicht verkaufen. Der Schauspieler kriegt das nicht hin. Das kriegt das Drehbuch und der Regisseur hin. Und da finde ich ihn wahnsinnig beeindruckend, muss ich sagen.
Florian Bayer: Ich würde ja behaupten, das ist die Zärtlichkeit, die dieser Schauspieler rüberbringt. Dieser Schauspieler hat eine tiefe Zärtlichkeit in sich, sowohl für die Leichen, die er wiederbelebt, als auch für sein, was auch immer Dan für ihn ist, sein Spielzeug. Sein Spielzeug, sein Dr. Watson, seinen Gefährten, seinen Diener, seinen Love Interest.
Johannes Franke: Seinen Igor, sagen wir so. Seinen Igor. Es gibt doch bei jedem Horrorfilm, ist das nicht auch bei Nosferatu, gibt es doch auch diesen buckligen Typen, der dann irgendwie, oder war das bei Nosferatu?
Florian Bayer: Bei Nosferatu eher nicht, bei Frankenstein, also zumindest bei so Parodien von den Horrorfilmen gibt es das immer. Es gibt diesen Butler, der irgendwie komisch ist. Genau. Und das Geile ist, dass sie den Schönling als den Igor haben. Und am Anfang könnte man noch kurz in Versuchung geraten zu denken, okay, dieser Dan ist der Protagonist, bis wir herausfinden, dass das voll das Weichei und der Idiot ist.
Johannes Franke: Aber das ist was, was der Film auch toll macht, finde ich, ist eben bei ihm zu bleiben eigentlich. Wir sehen die Geschichte von Dan, aber wir haben das Gefühl, die ganze Zeit die Geschichte der Nebenfigur zu sehen.
Florian Bayer: Und das ist super geil. Und wir sind ja auf der Seite der Nebenfigur. Ich bin irgendwann voll. auf der Seite von Herbert West.
Johannes Franke: Nein, aber die Nebenfigur. Also ich meine, Dan ist ja die Nebenfigur.
Florian Bayer: Ach so, ja, ja, genau. Also die Nebenfigur. Aber eigentlich wird uns am Anfang ja so ein bisschen als Hauptfigur verkauft, weil das ist seine Perspektive. Er ist der, der den gruseligen Mitbewohner kriegt. Und übrigens, wenn euer Mitbewohner, euer neuer Mitbewohner, der gerade das Casting macht, durch euren Keller geht und sagt, herausragend, das ist perfekt. Gebt ihm nicht die Wohnung.
Johannes Franke: Der sogenannte Kellerorgasmus.
Florian Bayer: Das ist so großartig. Das ist vor allem so auffällig.
Johannes Franke: Dieser Mensch führt Böses im Schild. Ja, es ist toll. Wir sind ein bisschen am Ramblin' Plur.
Florian Bayer: Wollen wir vielleicht einen Schritt zurück machen und nicht nur uns über die Witze kaputt lachen, sondern einfach mal gucken, was passiert hier eigentlich? Wir haben Herbert West, der sich gleich Freunde macht, weil er in diese Universität kommt und zu dem großen Arzt Carl Hill sagt, der jetzt ab sofort sein Mentor sein soll. Sie sind ein Dieb. Sie haben die Ideen von meinem eigentlichen Mentor, den ich wiederbelebt habe, gestohlen. Sie sind kein Genie. Und er ist echt sozial untragbar, oder? Absolut sozial untragbar. Wer benutzt
Johannes Franke: Stifte, um jemanden zu zermürben? Wer sitzt da und zerbricht einen Stift nach dem anderen, um jemanden so zur Auswärtserfassung zu bringen? Das wird doch ignoriert in der Vorlesung.
Florian Bayer: Wer lässt sich davon zermürben? Genau, das wäre nämlich die zweite Frage. Wir haben hier diesen gestandenen Professor, der sich komplett fertig machen lässt von zerbrochenen Stiften.
Johannes Franke: Es sind ja auch nur so eine Handvoll von Leuten, muss man sagen. Es ist ja eine kleinere Gruppe. Es ist ja jetzt nicht so, dass ein riesiger Vorlesungssaal mit 200 Studenten wäre.
Florian Bayer: Nein, es ist total überschaubar. Und wir haben unsere beiden Protagonisten. ...Pagonisten, Herbert und Dan, die jungen Studenten. Und dann haben wir unsere alte Eingesessenen, nämlich den Dean der Fakultät und diesen Carl Hill, diesen großen Chefarzt da. Und wir haben die Tochter. Und das war es eigentlich schon. Ein, zwei Statisten, das war es. Genau. Und wir haben den tollen Wachmann, der immer vor der Leichenhalle sitzt und nichts macht. Nach Pornos guckt. Ja, und Pornohäfte liest er. Und wenn es irgendwie hart auf hart kommt, ist er immer so, ich geh mal da lang.
Johannes Franke: Ja, genau. Ich muss dann mal.
Florian Bayer: Ich glaube aber auch,
Johannes Franke: dass er das die ganze Zeit spielt. Er hat sein Pornohäftchen in der Hand und immer wenn er besonders viel Lust hat, geht's los. Und vielleicht ist es sogar unterstützt von dem ganzen Scheiß, der da eigentlich passiert. Also vielleicht ist er ein Nekrophil einfach nur.
Florian Bayer: Maybe. Wir haben ja, also wir sehen tatsächlich, also es gibt diese unfreiwillige Komik in dem Film, Aber es gibt auch die Beabsichtigung. komik und die sehen wir ziemlich früh schon, nämlich wenn Dan diese erste Leiche da reinfährt in die Leichenhalle und dann haben wir die Leiche, die diesen Arm da runterhängen hat.
Johannes Franke: Also ich muss sagen, ich glaube nicht daran, dass dieser Film irgendeinen Gag hat, der unabsichtlich ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich glaube, dass dieser Regisseur das ganz, ganz großartig, sehr bewusst alles macht.
Florian Bayer: Stuart Gordon ist unser Regisseur und angeblich, also er ist auf die Idee gekommen, Nachdem er mit Freunden darüber geredet hat, dass es zu wenig Frankenstein und zu viel Dracula im Kino gibt. Und die haben gesagt, er liest doch mal Herbert West's Reanimator von H.P. Lovecraft. Dazu kommen wir gleich noch. Und da ist er auf die Idee gekommen. Aber er hat Autoren angeheuert. Und zwar Dennis Paoli und William Norris. Und die haben lange, lange damit gekämpft, wie sie es machen wollen. So in den ersten Entwürfen wollten sie auch tatsächlich so eine Gothic-Novel machen, weil... Ganz im Sinne von der H.P. Lovecraft, eher so im 19. Jahrhundert mit tollen Kostümen und so und das Ganze als Serie. Genau. Und dann haben sie festgestellt, wir haben nicht das Budget für sowas. Das klappt nicht. Aber vor allem war am Anfang, zumindest wenn wir dem einen Autoren, Dennis Pauli, glauben, kein Humor überhaupt da drin. Das Ding war nicht lustig. Es ist auch so, dass der Ursprung mit H.P. Lovecraft,
Johannes Franke: diese Geschichte war ja auch gar nicht berühmt oder sowas. Das ist ja tatsächlich irgendeine Obskurität, die ihm vorgeschlagen wurde von jemandem, der gesagt hat, es gibt da diese veröffentlichte Anthologie in so einer Zeitschrift gewesen, da musst du mal reingucken, die ist eigentlich ganz geil gewesen. Und dann ist der in die Bibliothek, hat so eine blöde Karte ausgefüllt in den 80ern, Anfang der 80er, drückt man so eine blöde Karte aus und sagt, ich möchte gerne dieses Teil haben. Und ein halbes Jahr später hat die Bibliothek angerufen und gesagt, jetzt wäre es soweit, jetzt können Sie sich das angucken kommen. Ist er hingekommen? Hat sich das angeguckt, hat aber eigentlich das Ding fast zerstört beim Angucken, weil es so unter seinen Fingern zerbröselt ist, dass er gefragt hat, ob er es irgendwie kopieren kann. Und dann haben sie es ihm kopieren lassen tatsächlich.
Florian Bayer: Um vielleicht klar zu machen, wie obskur das Ding ist. Stuart Gordon war großer HP Lovecraft-Fan. Die Geschichte kannte er aber nicht, weil die Geschichte einfach nicht groß bekannt war. Und vor allem, niemand mochte diese Geschichte. HP Lovecraft hat gesagt, das ist das Schlechteste, was ich je in meinem Leben geschrieben habe.
Johannes Franke: Aber es war seine erste Auftragsarbeit. Er hat Geld dafür bekommen.
Florian Bayer: Sämtliche Kritiker, die man fragt, große Lovecraft-Fans sagen wirklich, dass es der größte Mist in dieser Typ verzapft hat. Schade eigentlich. Weil offensichtlich gibt es kein Werk, in dem Lovecrafts Rassismus und Homophobie so stark zur Geltung kommen in diesem Buch.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Ich habe ein bisschen durchgeblättert.
Johannes Franke: Ja, wirklich?
Florian Bayer: Nicht viel. Ich habe so drüber gelesen. Ich muss dazu sagen, shocking, ich bin nicht der größte HP Lovecraft-Fan.
Johannes Franke: Ich auch nicht unbedingt. Und ich habe... mit 16, 17 oder sowas ein, zwei Geschichten gelesen und hab gedacht, ja, warum nicht, vielleicht ist das meine Persona und dann hab ich's wieder zur Seite gelegt und gesagt, nee.
Florian Bayer: Das Ding bei Lovecraft ist, er war mir immer ein bisschen zu schwülstig und zu blumig von der Sprache, zu viel so der Versuch, dieses 19. Jahrhundert Gothic Novel Ding wieder zu beleben und dabei aber immer so ein Stück kurz davor in den Kitsch abzugleiten. Ich liebe total dieses Universum, das Lovecraft entworfen hat, dieses Cthulhu-Ding, was hier gar keine Rolle spielt. Mit diesen alten Wesen und alten Göttern. So finde ich alles total spannend. Aber ich finde, Lovecraft ließ sich vor allem altbacken und auch oft langweilig. Lovecraft langweilt mich ganz oft.
Johannes Franke: Schade, ne?
Florian Bayer: Und in dieser Geschichte ist es auch so. Da ist auch diese Art, wie Lovecraft schreibt, so schwülstig und ausufernd. Das Ding ist so eine Pulp-Magazin-Serie quasi. Es gibt sechs Teile und es begleitet die beiden Protagonisten. Es ist erzählt aus der Perspektive Dens, aber Dens wird nie benannt, weil Dens einfach wirklich nur der Erzähler ist. Aber er hat die ganze Zeit Umgang mit Herbert West, der natürlich irgendwie dann der Protagonist der Geschichten ist. Es begleitet die beiden über mehrere Jahre, über mehrere Jahrzehnte. Es gibt Cliffhanger am Ende, es wird immer wieder gesagt und das haben wir das letzte Mal erlebt, das ist das letzte Mal passiert. Und es wird halt gezeigt, wie sie über die Jahrzehnte an diesem Serum arbeiten und nach und nach langsam Leute wiederbeleben, Zombies erschaffen. Und Herbert West ist in der Novelle deutlich mehr der Bösewicht.
Johannes Franke: Möchtest du Tee Plor, wenn wir gerade dabei sind? Sehr gerne. Wenn du gerade den Geschichtenerzähler gibst, dann gebe ich dir einfach ein bisschen Tee. Kannst du noch ein bisschen weitererzählen?
Florian Bayer: Bis zu dem Punkt, dass Herbert West Menschen tötet, um sein Serum anwenden zu können. Also Herbert West wird... Auch zum Mörder. Und es gibt Passagen, die ganz interessant sind. Es gibt ganz interessante Geschehnisse dazwischen. Aber was dann ist, wenn man so die Rezeption sich durchliest, dann kommt man nicht drumherum, dann mal kurz zu den Passagen zu skippen, die kritisiert werden. Und na ja, also wie soll ich sagen? H.P. Lovecraft war großer Fan von der Ansicht, dass die weiße Rasse der schwarzen Rasse deutlich überlegen ist.
Johannes Franke: Ach, fuck.
Florian Bayer: Und das lässt er auch noch in diesem Buch raushängen. Da wird nämlich gesagt, es geht darum, Menschen wiederzubeleben und wenn das Gehirn nicht so gut funktioniert, dann kann der Mensch nicht wiederbeleben. Ja, fuck, Alter. Genau, und ich will gar nicht viel tiefer reingehen.
Johannes Franke: Nein, geh nicht weiter rein.
Florian Bayer: Aber wenn man sich mit H.P. Lovecraft auseinandersetzt, kriegt man schnell mit, was für ein Arsch der war, was für merkwürdige politische Ansichten er hatte, die zu seiner Zeit schon überholt waren, bis zu dem Punkt, dass er Anfang der 30er, er ist gestorben, bevor die Nazis komplett ausgetickt sind. Anfang der 30er war er großer Hitler-Fan. Der fand Hitler cool.
Johannes Franke: Was zur Hölle?
Florian Bayer: Der hat gesagt, der ist ein bisschen verrückt, ein bisschen erratig, aber eigentlich ist das ein cooler Typ. Fuck, Alter. Und H.P. Lovecraft war der Meinung, einfach mal hier die Herrenrasse und hier die Schwarzen, die betrogen für diese Herrenrasse. Und das lässt er auch raushängen. Wenn er dann muskulöse Körper beschreibt, und dann schreibt er einen schwarzen, dann ist klar, wo die Reise hingeht. Und deswegen sollten wir gar nicht viel weiter über die Vorlage reden. Und Gott sei Dank wurde dieser Rassismus nicht in den Film übernommen.
Johannes Franke: Sehr schön, ja.
Florian Bayer: Stattdessen wurde die Schönheit des muskulösen Körpers übernommen.
Johannes Franke: Ja, aber ein bisschen Sexismus ist vielleicht auch drin.
Florian Bayer: Da ist viel Sexismus und Misogynie drin. Auch übrigens, was wir von Lovecraft haben. Also Lovecraft hatte alles, das Ganze. Wir sind Anfang des 20. Jahrhunderts. Alles, was du an Ismen da im Gepäck haben kannst, die unangenehm sind, die hatte H.P. Lovecraft alle im Gepäck.
Johannes Franke: Toll.
Florian Bayer: Und das wenigste ist davon in den Film gekommen. Vielleicht ein bisschen Sexismus, aber der Sexismus in dem Film.
Johannes Franke: Vielleicht ein bisschen Sexismus. Naja, das ist schon. Also die Figuren sind alle unterentwickelt, aber die Frauenfigur besonders.
Florian Bayer: Kann das misogyne Element so ein bisschen zur Seite schieben, wenn ich denke, dass hier halt auch eine homosexuelle Empowerment-Geschichte erzählt wird, in der die Frau komplett im Weg steht. Und das wird ganz eindeutig gezeigt. Natürlich. Dass die Love Interest von Dan, die wir sehr früh präsentiert bekommen mit einem tollen No, no, no, no. Yes, yes, yes.
Johannes Franke: Das ist so krass. Das ist so seltsam. Was passiert hier? Gleich am Anfang volle Kanne rein mit sowas? Oh
Florian Bayer: Gott. Barbara Crampton, die eine Scream-Queen war in den 80ern und die dann auch viele Horrorfilme gedreht hat. Das war quasi, das war eigentlich, wenn wir genau sind, das war ihr Durchbruchfilm. Sie hat davor nicht groß gedreht. Und sie wurde zur Scream-Queen. Sie hat unglaublich viele Horrorfilme gedreht mit tollen Titeln wie From Beyond und Puppet Master und Robot Wars.
Johannes Franke: Es gab ja auch vorher eine andere Besetzung. Also sie hatten ja eine andere Frau und die andere Frau war eben auch sehr jung. Und dann hat die Mutter mal in das Drehbuch reingeschaut und hat gesagt, nein, das drehst du nicht. Und dann hat halt unsere, die Schauspielerin, die es jetzt geworden ist, deren Namen du jetzt nochmal sagst.
Florian Bayer: Barbara Crampton.
Johannes Franke: Barbara Crampton. hat... natürlich gewusst, worauf sie sich einlässt. Und die hat viel besser gewusst, worauf sie sich einlässt, als die vorherige Besetzung. Und die hat auch Erfahrungen ein bisschen gehabt mit dem Obskuren und Seltsamen, weil sie in einer Familie groß geworden ist, wo sie auf so Carnivals rumgereist sind. Sie ist im Sommer eher, weil sie Schulpflicht und alles das. Im Winter waren sie ein bisschen sesshafter, aber im Sommer sind sie in der Gegend rumgereist und haben irgendwie einen Scheiß erlebt.
Florian Bayer: Wenn man... diesen Film ganz gesehen hat, dann kommt man nicht umhin, einmal so ein bisschen Barbara Crumpton zu googeln, einfach um zu wissen, wie es ihr geht. Offensichtlich hatte sie kein Problem bei diesen Dreharbeiten. Sie reist immer noch über Conventions, sie ist immer noch bei diversen Horrorveranstaltungen, hat Autogramme und gibt Interviews. Das heißt, sie redet relativ viel auch über den Film. Und was sie vor allem sagt, ist, sie erinnert sich daran, dass irgendwann alles klitschig und klipperig war, dass es ganz schön eklig war. Man konnte sich am Set nicht bewegen, ohne irgendwo Schleim an der Hand zu haben. Und dass es aber ansonsten ein großes Vergnügen war. Und sie war dann im Kino. Und sie sah dann die besagte Szene, zu der wir später kommen. Und sie hat diese Szene gesehen und hat gemeint, jetzt habe ich es geschafft.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Jetzt bin ich ein Star.
Johannes Franke: Wie geil. Okay, gut. Empowerment, you go girl.
Florian Bayer: Genau, auf jeden Fall kriegen wir, das ist unser Setup. Wir haben Dan, wir haben seine Love Interest, die tatsächlich ... Megan heißt, um einmal den Namen zu sagen, die aber quasi keine große Rolle spielt, außer die ganze Zeit misstrauisch gegenüber Herbert zu sein.
Johannes Franke: Ja, zu Recht.
Florian Bayer: Und wir haben Herbert, der neu kommt und der jetzt nicht nur an der Universität von Dan anfängt, sondern auch dessen Wohnung beziehen will und sich dabei natürlich besonders im Keller umschauen will.
Johannes Franke: Dessen Keller beziehen will, ja, eigentlich. Supergeil. Also diese Szene ist wirklich der Hammer. Wie er in den Keller reinkommt und sich ganz unverhohlen orgastisch darüber freut, wie dieser Keller ist. Ich find's so geil. Es ist vor allem so... offensichtlich, dass er irgendwas Schlimmes vorhat. Natürlich.
Florian Bayer: Und Dan ist so ein Depp. Dan ist die Gutmütigkeit in Person, dass es wehtut. Ja, natürlich. Dieser Mensch hat nie gelernt, Nein zu sagen.
Johannes Franke: Aber das Schöne ist halt wirklich, dass wir dadurch, dass die so übertrieben sind, die Figuren, sofort so Stereotype vor uns haben, wo wir wissen, okay, das ist nicht ernst gemeint, da geht's nicht um irgendeine bestimmte... realistische Figur, die wir jetzt annehmen sollen, sondern es geht wirklich darum, dass wir Dinge nebeneinander stellen, die irgendwie einfach lustige Kontraste herstellen. Das ist meine Art und Weise, diesen Film zu sehen. Wir sehen Farbflecken, die einen lustigen Kontrast machen. Das war's.
Florian Bayer: Das tun sie. Und dann haben wir auch schon unsere erste Monster-Szene. Und zwar, was wäre besser geeignet für als erster Zombie als ein süßes kleines Haustier?
Johannes Franke: Ach, das ist so toll. Ich muss wirklich sagen, ... Die Effekte sind schlecht. Die Katze ist nicht als Katze so erkennbar. Und trotzdem habe ich genug Assoziationen mit meiner eigenen Katze,
Florian Bayer: dass ich denke, ach du Scheiße, nein, die Arme. Muss mir wirklich wehtun, leider. Es ist so geil, sie haben ihm einfach dieses schwarze Feldstück auf den Rücken geklärt. Und haben Katzengeräusche eingespielt. Das passt zu gar nichts, was wirklich zu sehen ist. Und es ist aber so geil, wenn er mit dieser Katze rumläuft und, ähm, Dan guckt zu und ist voll irritiert und Herbert sagt, hilf mir, hilf mir, hilf mir. Und er reißt diese Katze, die er davor tot im Kühlschrank gesehen hat. Übrigens auch ein Alarmzeichen. Wenn dein neuer Mitbewohner deine Katze an Tag 1 tot im Kühlschrank liegen hat, er meiß ihn raus.
Johannes Franke: Ja, oder du fängst halt mit ihm an, an irgendwelchen Sachen rumzuexperimentieren. Ist auch eine Zukunft.
Florian Bayer: Er macht gleich mit. Wir haben diesen Katzenmatsch hier. Und er sagt, ich zeig's dir. Packt das geile, übrigens wunderschön glühende grüne Serum.
Johannes Franke: Ja. Das sind die Stifte, oder? Also diese Knicklichter. Genau. Das ist das Serum aus den Knicklichtern. Das ist das Serum,
Florian Bayer: was sie benutzen. Und jagt das in diesen zerstörten Katzenkörper, um ihm einmal zu zeigen, guck mal, ich kann Zombies machen. Machst du mit? Und er sofort, ja, warum nicht? Was ist Dens Motivation? Oh Gott,
Johannes Franke: das darfst du nicht fragen. Das darfst du nicht fragen. Wenn ich jetzt anfange, ernsthaft über Motivationen nachzudenken, dann lande ich nicht gut. Ich weiß es nicht. Ich glaube, die Motivation von vielen Figuren ist, Situationen herzustellen und das war's. Vielleicht. Also zumindest die Situation. Also du hast den wundervollen One-Liner. Du hast die Katze im Kühlschrank. Warum, warum, warum? Hast du sie umgebracht? Und er so, nein, ich hab sie nicht umgebracht. Blablabla, was hätte ich denn machen sollen? Hätte ich dir eine Notiz schicken sollen? Katze tot, Details später. Ich find den Satz so geil. Absolut. Das ist so dieses wissenschaftliche, auf das Wesentliche runtergebrochen. Katze tot. Details später. Ich find's großartig.
Florian Bayer: Ich glaub ja, Herbert West als grauenhafter WG-Mitbewohner ist durchaus auch Inspiration gewesen für Sheldon Cooper aus Big Bang Theory, oder? Sobald du angefangen hast, diesen Satz zu sagen, hab ich sofort an Sheldon Cooper gedacht. Auch diese Art, dieses kurze, akkurat und wirklich nur auf den Punkt kommen und jetzt keine großen Emotionen, sondern that's the reality. Ich glaube, Dan sieht in Herbert auch ein bisschen eine Möglichkeit, aus seinem Leben zu entfliehen.
Johannes Franke: Ja, ja, okay, okay.
Florian Bayer: Dan führt ein Leben auf Autopilot. Er hat diese wunderschöne Freundin, er hat diesen tollen Job an der Uni, er gilt als der wichtigste Nachwuchsmediziner. Um mal ein bisschen Tiefe in den Film hineinzubringen. Dan sieht hier eine Möglichkeit, aus dieser Existenz zu fliehen und deswegen hängt er sich gleich voll an Herbert ran, weil das ist auf jeden Fall egal was. Zombies sind besser als das, was er gerade hat. Aber wir sehen das ja kaum. Nein.
Johannes Franke: Es wird ja nicht entwickelt, dass er irgendwie gelangweilt ist oder dass er ein Problem mit seinem Leben hätte oder dass er ein Problem mit seiner Frau hätte. Ganz im Gegenteil. Eigentlich wird ja gezeigt, dass die beiden eine Beziehung haben, die sie auch aufrechterhalten wollen.
Florian Bayer: Die haben null Chemie zusammen.
Johannes Franke: Natürlich haben die keine Chemie zusammen, aber auf der Textebene wird es erzählt. Auf der Bildebene nicht.
Florian Bayer: Nein. Das ist... Die langweiligste Beziehung aller Zeiten.
Johannes Franke: Aber wenn wir wenigstens sehen würden, dass er die Beziehung scheiße findet. Ja. Weißt du, also da ist vielleicht wirklich ein Potenzial gewesen, was man hätte entwickeln können.
Florian Bayer: Das Ding ist halt, Meghan hat null Charakter. Ja. Wir wissen auch nicht, was sie tut. Sie ist Tochter. Ihr Beruf ist Tochter zu sein von, wie heißt die? Dean Alan Halsey. Das ist ihr Job, Entschuldigung.
Johannes Franke: Der Beruf ist... Tochter zu sein und auf Brüste zu trommeln von Männern.
Florian Bayer: Nein, nein, nein.
Johannes Franke: Und trommelte auf seiner Brust rum. Was ist das denn?
Florian Bayer: Auf Brüste zu trommeln und Brüste zu zeigen.
Johannes Franke: Ja, auch das, ja.
Florian Bayer: Ich glaube nämlich, also seien wir mal ehrlich, bei ihrem Casting gab es wahrscheinlich für Stuart Gordon zwei sehr überzeugende Gründe, sie zu engagieren. Und ich glaube, so wie er sie inszeniert... Nein, ich glaube,
Johannes Franke: es gab genau einen Grund und zwar nicht die beiden, die du ansprichst, sondern der Grund der Bereitschaft überhaupt.
Florian Bayer: Das überhaupt zu machen, ja.
Johannes Franke: Überhaupt die Bereitschaft zu haben, das ist ja schon auch ein Ding. Vielleicht ist es in den 80ern noch nicht ganz so... Nee, überhaupt nicht. Weil die Leute vielleicht ein bisschen freier waren und die kamen alle aus der 68er-Generation und so.
Florian Bayer: 80er-Jahre, B-Movie-Horror, junge blonde Darstellerinnen zeigen ihre Brüste. Also es ist einfach eine Tatsache. Und natürlich werden die Frauen in diesen Filmen extrem nach Aussehen gecastet. Cool ist an diesem Film, weil das haben wir normalerweise eher nicht. Die Männer in diesem Film sind halt auch so ein bisschen nach Aussehen gekastet. Wir haben sehr viele. Wir haben natürlich Dan als den Schönling. Und dann haben wir sehr viele athletische Körper, die nackt da rumlaufen. Sehr viele Männerkörper.
Johannes Franke: Können wir einmal sagen. dass unser Wissenschaftler reichlich dämlich ist, was sowas betrifft, was so Auswahl von potenziellen Wiederbelebungsobjekten ist. Warum suche ich mir den Stuntman von Schwarzenegger aus? Das ist wirklich der Stuntman von Schwarzenegger gewesen. Der hat einen riesigen Körper. Warum belebe ich diesen fucking Körper wieder? Was soll das? Das ist so geil. Mein Satz dazu war, vielleicht ist das Zurückholen eines Wrestlers nicht die beste Idee. Nein.
Florian Bayer: Zumindest nicht am Anfang, wenn du schon gemerkt hast, das, was ich da wiederhole, die sind alle ein bisschen aggressiver als sonst. Also bei der Katze haben wir es gesehen, bei dem Professor vorher haben wir es gesehen. Wir wissen doch, was passiert. Das Geile ist ja, sie haben diese zwei Versuche. Sie haben die Akro-Katze und dann haben sie diesen Wrestler, der dann den Vater von ihr umbringt. Und das ist der Moment, wo du sagst, stopp, wir müssen nochmal ins Labor. Wir müssen nochmal ein bisschen in die Theorie, bevor wir nochmal in die Praxis gehen. Nicht so Herbert West. Der sagt, ey,
Johannes Franke: wir haben hier wieder eine Leiche. Klar,
Florian Bayer: lass uns weiter machen. Seine Begründung ist, glaube ich, die anderen waren zu lange tot. Freshest body. Das ist auch ein Motiv im Buch, dass das eine ganz große Rolle spielt. Je früher man das macht, umso besser.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Es ist aber totaler Quatsch, weil sie haben jetzt zweimal Zombies gesehen, die ausgerastet sind, die sie fast umgebracht hätten. Und wie zur Hölle willst du sowas überhaupt verabreichen?
Johannes Franke: ganz umständlich von hinten den Kopf hochheben und dann da so reinfädeln und rein, damit wir es natürlich sehen. Natürlich, auf jeden Fall. Aber in der nächsten Szene, wo es nicht mehr nötig ist, dass wir das sehen, macht er es völlig anders. Das ist so dämlich.
Florian Bayer: Absolut. Das ist auch, und das ist ein Ding, was so Gore und Splatterfilme mit dem Porno gemeinsam haben. Die Kamera arrangiert sich um die Schauwerte. Beim Porno hast du einfach, beziehungsweise nicht nur die Kamera, sondern auch die Akteure. Ja, du hast beim Porno, hast du deswegen Sexstellungen, die keinen Spaß machen.
Johannes Franke: Die überhaupt keinen Sinn ergeben.
Florian Bayer: Und wo du sagst so, ey, nein, warum muss man, nein, also es geht so nicht. Ich will Spaß haben und keinen, also ja, Sex ist auch sportlich, aber nicht so sportlich. Und das ist beim Splatterfilm genauso. Die Körper werden irgendwie so hingestellt, dass man halt die schönen, gorrigen, splatterigen Sachen zeigen kann. Und dass das unrealistische, unplausible Haltungen sind es dabei egal. Hauptsache wir sehen halt den aufgeplatzten Schädel und wir sehen. das Gehirn rausgucken und das Blut runterlaufen. Das ist das Wichtige.
Johannes Franke: Du weißt, dass ich diesen Pornoteil versuche, bei TikTok unterzubringen, oder? Natürlich. Um Gottes Willen.
Florian Bayer: Splatterfilme und Pornos haben sehr viel gemeinsam. Genauso wie Splatterfilme und so. Bestimmte, eine spezifische Form von Actionfilmen ist auch so. Und zwar Bud Spencer und Terrence Hill Filme. Stimmt. Die sind wie Sexfilme. Und zwar geht's, die Story soll eigentlich nur von einer Schlägerei zu anderen führen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und die Schlägereien sind wie, also wie Schauwert. Genau. Und es ist so ganz klar, dass es darauf ankommt und die Story ist halt wirklich egal. Aber das Tolle ist, ich habe gar keine Wertung dabei gerade.
Johannes Franke: Ich denke mir, dieser Film macht das genau richtig. Das ist doch super.
Florian Bayer: Nein, ich glaube, es gibt absolut ein Existenzrecht für diese Art von Filmen. Filme, wo die Story nicht das wesentliche Element ist, sondern andere Dinge. Und wo die Story um diese anderen Dinge herum gebaut wird.
Johannes Franke: Beziehungsweise ich glaube die Story ist nicht das richtige Wort dafür, aber der Schauwert ist das Wesentliche daran und darum wird es gebaut. Die Story darf es trotzdem geben und die gibt es ja auch hier und ich finde es erstaunlich und deswegen finde ich den Film auch tatsächlich besser als viele andere in diesem Genre. Erstaunlich vielwendig, also er hat ja immer wieder Richtungswechsel drin, die ich nicht erwarte und man hat so ein bisschen das Gefühl durchzusehen, dass sie eigentlich 30-minütige Folgen von verschiedenen... Aktionen geplant hatten für eine Serie und das dann irgendwie in einem Film kondensiert haben.
Florian Bayer: Und dabei ist der Film ja gar nicht so lang, der Film ist ja relativ kurz, es ist wirklich so eine kurze Achterbahnfahrt, aber wir sind jetzt ja wirklich in der Mitte des Films, es ist jetzt wirklich diese Scheiße passiert, der Wrestler ist wiederbelebt worden, hat einmal viel Blut vergossen, dann wurde der Chefarzt wiederbelebt, hat viel Blut vergossen und dann haben wir wirklich zur Halbzeit, ich liebe es ja, auf die Halbzeit zu gucken, haben wir diesen total zärtlichen Moment, wo Dan komplett paralysiert ist. da auf dem Boden liegt und diesen ganzen Mist mitgemacht hat mit Herbert, mit seinem neuen Freund. Und dann kommt Herbert und deckt ihn zu und legt sich ganz zärtlich auf ihn und sagt, ja komm, wir schaffen das, wir machen weiter. Es ist ein toller Moment, es ist ein romantischer Moment.
Johannes Franke: Ich hab ihn gar nicht mehr im Kopf, keine Ahnung. Ich weiß gar nicht, wovon du redest, aber ich nehm das jetzt einfach mal so.
Florian Bayer: Wir sind wirklich in diesem Blutbad. Wir sind in der Leichenhalle. Der erste Leiche, der Hellsee, wird jetzt gerade in eine Gummizelle gesteckt.
Johannes Franke: Ah, ja.
Florian Bayer: Und alle sind total verzweifelt. Und Dan hat offensichtlich seine Freundin verloren, weil er ihren Vater hat sterben lassen und wiederbelebt hat. Und dann haben wir diesen schönen Moment, wo Herbert West sagt, ich bin für dich da. Das sagt er nicht zu ihm. Aber es ist einfach so eine Szene. Es ist eine ganz merkwürdige Szene. Und nachher, wenn wir noch mal drüber reden, über queere Subtexte, die gerne in diesen Film reingelesen werden, dann müssen wir da nochmal drauf zurückkommen. Ich würde jetzt gerade sagen,
Johannes Franke: der wird in die Gummizelle gebracht.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: der absolut lustige lustigsten Sachen dieses ganzen Films, wo der Film nochmal ganz unmissverständlich klar macht, ich bin lustig, ihr dürft lachen. Der macht das auch übrigens über die Musik. Ich habe mit dem Regisseur ein bisschen nicht gesprochen. Nein, ich habe mir Interviews angeguckt von dem Regisseur. Und er hatte auch nochmal erzählt, wie wichtig es war. Der Musiker, den er engagiert hat, hat das mit ihm ein bisschen auseinandergenommen, hat ihm gesagt, es ist schon wichtig, dass die Musik auch dir sagt als Zuschauer, dass du lachen darfst. Und ich finde, das macht der Film tatsächlich richtig dann auch an der Stelle. Der Film gibt einem ENDE Möglichkeit zu lachen. Andere Filme machen das halt nicht so. Und deswegen geht der gut rein. Und hier macht der Film nochmal ganz klar, das ist pure Slapstick, was dieser Dean jetzt macht. Was der tote Typ da in der Gummizelle macht, wie er da rüber diese blöde, diese Spiegel, wo man durchgucken kann von der anderen Seite, dagegen klatscht und sein Zeug macht. Es ist nur Slapstick.
Florian Bayer: Es ist total absurd. Es ist einfach, es ist klar, dass wir hier eine Karikatur von einem tragischen Geschehen haben. Und es ist auch nicht der Moment, wo du irgendwie mitleidest. Richard Bent ist übrigens unser Komponist, um den Namen einmal reinzuwerfen, der offensichtlich aus einer berühmten Komponistenfamilie kommt. Er ist der Sohn von einem Filmproduzenten, nämlich Albert Bent. Und er ist Bruder des Regisseurs und Produzenten Charles Bent. Und er hat für diverse Horrorfilme und B-Filme sowas wie The Killer Parasite und Troll. Und Puppet Master natürlich auch. Hat er die Musik gemacht. Das ist so geil. Horror-B-Movie. Allein die Titel. Also wenn man einfach mal Spaß haben will einen Tag, lest euch Titel von Horror-B-Movies aus den 80ern durch. Es ist großartig. Und bis heute. Heute gibt es auch immer noch tolle, lustige Titel. Vor allem ist das jetzt aber auch der Moment, wo wir unseren eigentlichen Bösenwicht präsentiert kriegen, der nämlich auch schon die ganze Zeit so ein bisschen creepy war. Carl Hill. Der Typ, der offensichtlich das doof findet, dass die Tochter vom... Dean von Halsey, dass Dean mit dem jungen Studenten ausgeht und zu dem sagt, ey, solltet ihr nicht was vielleicht was Besseres finden? Nämlich mich.
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Wir haben ja schon erfahren, dass er offensichtlich ein Ideendieb ist, der jetzt aber diese Gelegenheit nutzt, um zum einen irgendwie am Gehirn herum operieren zu können vom Halsey und um sich an dessen Tochter ranzumachen. Und Es findet so ein Shift statt. Herbert West war eigentlich die ganze Zeit der potenzielle Antagonist und Bösewicht. Und jetzt sehen wir, ah nein, nein, nein, hier ist unser creepy Bastard.
Johannes Franke: Und das finde ich, den Turn macht der Film recht gut. Weil ich habe nicht damit gerechnet, dass jetzt ein anderer Bösewicht aufkommt und dass wir einen Shift in der Perspektive haben. Weil West bleibt ein Idiot. Also es ist nicht so, dass der plötzlich der ernsthafte gute Wissenschaftler wird. Er ist immer noch ... Es ist immer noch hart mit ihm. Und er macht immer noch Sachen, wo ich denke, nein.
Florian Bayer: Ich bin großer Herbert West Fan und ich werde dir nachher eins zu eins darlegen, warum Herbert West eigentlich nicht nur der Protagonist ist, sondern auch der Held dieses Films. Herbert West hat recht. Wir sollten alle ein bisschen mehr wie Herbert West sein.
Johannes Franke: Okay, gut, ich hole meine Chainsaw raus. Dass der Film es schafft, in der Mitte des Films oder kurz nach der Mitte des Films einfach mal zu sagen, nein. Wir haben hier jemanden, der ist noch viel schlimmer. Und zwar auf eine Art und Weise, wo ich nicht ganz genau weiß, ob man das so sagen kann. Der Film sagt ja jetzt ab der Stelle, Hill ist schlimmer als West. Als Prioliste mehr oder weniger. Wissenschaftlich amoralisch besessen zu sein, ist nicht ganz so schlimm, wie sich grundlegende sexuelle Begierden einfach zu nehmen. Definitiv. Wenn du wissenschaftlich neugierig bist, darfst du einen Haufen Leute töten?
Florian Bayer: Er tötet doch gar keine Leute. Er belebt sie wieder. Er schafft Leben. Er hat die Katze getötet. Nein, hat er nicht. Und er hat Hill getötet. Ja, er hat Hill getötet. Aber Hill ist ein Arsch. Hill hat es verdient. Und er hat Hill ja auch wieder belebt.
Johannes Franke: Egal, ob er es verdient hat oder nicht. Er hat ihn umgebracht. Und er hat auch die Katze umgebracht. Da bin ich mir 100% sicher.
Florian Bayer: Nein, er hat sie nicht umgebracht. Ich glaube, das ist die Verschwörungstheorie, die ganz viele aufstellen, die diesen Film sehen. Dass Herbert diese arme Katze umgebracht hat, nein, hat er nicht. Er wollte sie retten. Er hat sie in den Kühlschrank gelegt, nachdem er sie tot gefunden hat.
Johannes Franke: Nein, nein, nein, nein, nein. Der war immer auf der Suche nach einem Objekt der Wiederbelebung. Und dann muss man nichts von ihm herstellen, wenn man das nicht anders kann.
Florian Bayer: Aber das gebe ich dir, er tötet Hill. Und zwar, Hill will ihn erpressen, will seine ganzen Aufzeichnungen und will einfach alles für sich haben.
Johannes Franke: Obwohl die Situation gar nicht so doll so eindeutig ist, ne? Also wir als Zuschauer wissen es irgendwie, weil wir Hill irgendwie ein bisschen einschätzen können. Aber Hill kommt da nicht hin und sagt, übrigens kursiert alles mir und du kannst schön abhauen. Nee,
Florian Bayer: aber er guckt dann ins Mikroskop und sagt den besten Horrorton. Und das ist übrigens auch Christopher Lee für Arme. Oh nein. Das 80er-Jahre-Kind. Und wir haben Christopher Lee zu Hause. Christopher Lee zu Hause. Nein, Christopher Lee ist Christopher Lee für Arme. Also insofern. Hill köpft ihn. Ja. Hill legt den Kopf hin. Oh, ich habe noch nie einen Körper und einen Kopf nacheinander wiederbelebt. Einmal Serum in den Körper, einmal Serum in den Kopf. Wir wissen natürlich, dass das eine scheiß Idee ist. Aber wir wissen, dass das für uns als Publikum einfach nur grandios wird. Es wird grandios. Und es wird grandios. Absolut. Special-Effekt-Technik, Story-Technik, Ästhetik. Das ist einfach toll. Wir haben den Kopf von Hilda liegen, der wiederbelebt wurde. Der Herbert West anschaut und sagt, you Bastard. Und im Hintergrund steht sein Körper auf. Und das ist so toll und das ist so schön und alles ist gut.
Johannes Franke: Wie er es aber auch delivered. Weil die Situation ist auch wieder voll auf Comedy gespielt. Er sitzt da, West sitzt da mit seinem Notizbuch und sagt, wie fühlen Sie sich denn?
Florian Bayer: Was spüren Sie gerade? Ich möchte es genau wissen.
Johannes Franke: Und er so, you, ja, you, you. Barsch, ich bin so toll inszeniert.
Florian Bayer: Und wieder, wir sehen Herbert West ist einfach mal ein neugieriger Wissenschaftler. Ja, klar. Nach all dem, was Hill getan hat, er hegt keinen Kroll gegen Hill, sondern er will ihn untersuchen. Er will das machen, was man macht, wenn man ein Untersuchungsobjekt vor sich liegen hat.
Johannes Franke: Ich meine, man könnte auch einfach ein wissenschaftliches Paper veröffentlichen in einer guten Zeitschrift und dann mit den Leuten darüber reden und einen Vortrag halten. Nein, stattdessen gehe ich in einen Keller und bringe hier Leute um, um sie dann wieder zu belegen.
Florian Bayer: Er ist Experimentalmediziner, kein Theoretiker, ist ein Mann der Praxis.
Johannes Franke: Aber auch Männer der Praxis sind in diesem Bereich der Wissenschaft Kollaborateure und nicht einfach alleine unterwegs. Das funktioniert so nicht. Naja. Aber gut, sonst hätten wir den Film nicht. Wir freuen uns drüber.
Florian Bayer: Herbert wird ohnmächtig geschlagen. Hill flieht. Und zwar als Leiche, die ihren Kopf herumträgt.
Johannes Franke: Das ist so toll. Es ist wirklich schön. Ich freue mich da sehr drüber, muss ich sagen. So viel Slapstick. Ich weiß nicht, ob du der große Slapstick... Du bist ja nicht der große Slapstick-Fan.
Florian Bayer: Ich mag aber Slapstick, wenn er ein Plor ist. Das mag ich halt auch an Evil Dead. Was ist der Unterschied? Warum? Das blut.
Johannes Franke: Warum kannst du... Das heißt, Charlie Chaplin müsste mehr bluten?
Florian Bayer: Wenn du Buster Keaton ordentlich mit Blut rumspritzen lässt, gewinnt der sofort. Alles wird besser, wenn es in deinem Haufen Blut begraben wird. Es ist Halloween-Monat und das ist doch der eigentliche Geist von Halloween. Alles mit Blut begraben. Natürlich. Aber nein, es sind so witzige Szenen, wenn wir wirklich diesen clumsy Körper haben, der mit dem Kopf in der Wanne und es sind ja so einfache Trick-Effekte.
Johannes Franke: So doof, wie er da irgendwie gegen den Türrahmen und wie er sich diese blöde Attrappe von dem Kopf auf die Schultern setzt, um da einen Kopf zu haben. Also sobald man einmal hinguckt, sieht man, okay, was ist da los, ich muss da hin. Aber der Typ, der die ganze Zeit seine Pornos liest und jeden durchlässt, das kriegt natürlich nichts mit. Und er hätte auch einfach seinen eigenen Kopf da auf die Schultern setzen können.
Florian Bayer: Natürlich hätte er machen können.
Johannes Franke: Aber nein, er nimmt irgendeine blöde Attrappe. Es ist aber auch so viel witziger. Natürlich.
Florian Bayer: Oh mein Gott, Plur, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo.
Florian Bayer: Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurückfinden. Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns. Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt... macht es doch bitte über buymeacoffee.com slash muss man sehen. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr?
Florian Bayer: Denn Kosten haben wir genug. Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes.at. mussmanssehen.de und florian at mussmanssehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns so fünf Sterne oder Herzchen oder sonst irgendwas, was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben.
Florian Bayer: Ah, super. Fehlt noch irgendwas? Ne, ich glaube, wir haben alles, wa? Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode.
Johannes Franke: Yes!
Florian Bayer: Es ist auch einfach dieser Moment, wo nochmal so ein komplett anderer, merkwürdiger Plot reinkommt, der offensichtlich in der Rated Version, wir kommen nachher noch zu den Versionen, viel größer ist. Nämlich, dass dieser Hill, warum auch immer, Menschen hypnotisieren kann und vor allem Leichen hypnotisieren kann und diesen Alan hypnotisiert, damit der macht, was er soll. Und der dann auch... der vorhat natürlich die Welt zu erobern.
Johannes Franke: Aber wozu braucht man das? Ich finde schon okay, dass er das rausgeschnitten hat, auch wenn dann einiges nicht so richtig klar ist, weil man nicht weiß, warum machen die alle, was er will. Aber wozu brauche ich diesen Subplot, dass er auch noch Gedanken manipulieren kann oder Leute irgendwie ... Nein, das finde ich seltsam.
Florian Bayer: Es ist kompletter Quatsch. Kommen wir ganz kurz zu den Versionen. Wir haben drei Schnittversionen.
Johannes Franke: Wir haben eine ganz bestimmte gegeben, die ich sehen wollte.
Florian Bayer: Die Unrated Version. Das ist der eigentliche Original-Cut, der lustigerweise der kürzeste ist.
Johannes Franke: Seltsam.
Florian Bayer: Wird öfter als Director's Cut bezeichnet, ist natürlich Quatsch, weil es ist einfach nicht der Director's Cut, sondern es ist der Original-Cut, den der Film gemacht hat. Und Stuart Gordon selbst hat gesagt, das ist auch der Cut, den er am meisten schätzt. Und den haben sie gar nicht erst eingereicht. Sie haben einfach gedacht, okay, wenn die MPAA, die Motion Picture Association of America, das sieht, dann sagen die X. Ja. Und das ist das Todesurteil für einen Film.
Johannes Franke: Ja. Und dann haben sie gesagt, wenn sie das dann runterschneiden müssen, dann haben sie einen Film von 13 Minuten, dann wird das nichts mehr. Dann ist das kein Film mehr. Also machen wir es gar nicht erst. Beziehungsweise nein, sie haben es doch eingereicht. Dann haben die gesagt, nein. Und dann haben die gesagt, können sie es wieder zurückziehen, das Rating. Weil sobald du ein Rating hast, musst du dich daran halten.
Florian Bayer: Genau, das ist das Problem.
Johannes Franke: Und die MPAA hat es tatsächlich zurückgezogen, was ich total krass finde.
Florian Bayer: Ach, die haben es wirklich, ah, okay, ich dachte, die hätten es gar nicht erst eingereicht.
Johannes Franke: Sie haben es, glaube ich, eingereicht. Aber vielleicht gibt es da auch Unstimmigkeiten. Bei solchen Filmen muss man immer so ein bisschen mit Grain of Salt nehmen.
Florian Bayer: Auch gerade so die Geschichten aus der damaligen Zeit. Das war alles eine chaotische Zeit. Wir haben hier einen 1-Millionen-Dollar-Film vor uns. Das war ein extremer Low-Budget-Film von einem Regisseur, der quasi seinen ersten großen Film gemacht hat.
Johannes Franke: Dass sie überhaupt eine Million zusammengekriegt haben. Der hat das ja alles zusammengeliehen. Der Regisseur hat das alles zusammengeliehen. Hat den Leuten sogar noch versprochen, ihr kriegt Zinsen darauf. Ich mach damit Gewinn und das war ein Riesenrisiko für den.
Florian Bayer: Das war ein Theaterregisseur, ne? Der kam aus dem Theater.
Johannes Franke: Ich finde, das sieht man auch voll.
Florian Bayer: Und der hat auch schräge Sachen gemacht. Das Crew Theater 1968. Und hat dann zum Beispiel einen politischen Peter Pan gemacht. Was auch immer das sein soll. 1968. Hippies machen halt. Der kam aus dem Hippie-Theater, ne? Volle Freiheit und so weiter. Und dann hat er sowas gemacht. Er hat Huckleberry Finn neu gemacht. und ein Stück, das Sexual Pervasity in Chicago hieß. Und dann Reanimator war sein erster richtiger Horrorfilm. Die hatten kein Geld, die hatten Angst, die haben eine neue Version geschnitten und zwar eine, die rated ist. Und dann haben sie genau das gemacht, was du gesagt hast. Es wären 13 Mütter geworden, also haben sie Zeug, was sie noch hatten, mit reingeschnitten. Und zwar einfach haben sie das, was sie vorher rausgenommen haben, weil sie gesagt haben, das ist total überflüssig, das ganze Story-Scheiß. Das haben sie wieder reingemacht und das ist Dr. Hill, der deutlich größer ist und der deutlich mehr hypnotisiert, Mind Control macht und so weiter. Mit dem Ergebnis, dass die R-Rated Version 93 Minuten lang ist. Sieben Minuten länger als der Original Unrated Cut. Und sie haben ein R-Rated dazu gekriegt und sie waren total happy und sind auf den internationalen Markten. Dann hat Deutschland gesagt, äh, äh.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: In Deutschland wurde der Film indiziert, die R-Rated Version. Ja, ja. Das war einfach, das war der FSK einfach zu hart und das Ding war bis zum Jahr 2013.
Johannes Franke: So lange?
Florian Bayer: Indiziert. Viele Filme aus den 80ern waren richtig, richtig lange indiziert. Das Ärztealbum zum Beispiel auch. Stimmt. Es gibt, das zu Indizierung aufzuheben, ist offensichtlich ziemlich umständlich. Und wenn man sich anschaut, was teilweise heute noch auf dem Index ist und das vergleicht mit Filmen, die heute ins Kino kommen und von jedem geguckt werden, ist es einfach total absurd.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: 2013, das ist nämlich jetzt wichtig, als die Indizierung aufgehoben wurde, kam ein neuer Cut raus, nämlich der Integral Cut. Fucking 104 Minuten.
Johannes Franke: What the fuck?
Florian Bayer: Und das ist eine Kombination aus der R-Rated Version und der Unrated Version. Und die kam raus, als das Ding vom Index genommen wurde, als erstes in Deutschland. Eine deutsche Blu-Ray wurde veröffentlicht. Krass. Die diesen Cut zum ersten Mal enthalten. Und im Prinzip ist es ein Zusammenschnitt aus der Unrated Version und der R-Rated Version.
Johannes Franke: Und dann ist der Film nicht zwei Stunden lang geworden? Weil also...
Florian Bayer: 104 Minuten.
Johannes Franke: 104, das sind... Ja.
Florian Bayer: Ja, aber du kannst rechnen, es sind nochmal 20... 10 Minuten sind nochmal draufgekommen auf die R-Rated Version.
Johannes Franke: Weil die erste Version, die sie geschnitten hatten, war 2 Stunden. Und daraus haben sie dann ihre Version gebaut. 2 Stunden musste er erst mal überlegen, was nehmen wir raus und was nehmen wir nicht raus. Und da war halt eigentlich erst mal dieses Hypnose-Ding von Hill raus. Aber es ist super spannend zu sehen, was für Versionen es gibt. Was war deine Motivation, mir die Version zu geben?
Florian Bayer: Weil das die Version ist, wo alle sagen, das ist die Version, die du guckst. gucken sollst. Und das andere ist einfach langatmig. Und das andere hat dumme Story-Elemente, die überflüssig sind. Das ist einfach die Achterbahnfahrt.
Johannes Franke: Also auch die Empfehlung an euch da draußen sozusagen.
Florian Bayer: Guckt euch, also ich meine, wenn ihr den geil findet, guckt euch noch die anderen Versionen an. Aber wenn ihr wirklich das Ungefilterte haben wollt, guckt euch an, was die Filmemacher damals am Ende des ersten Schnittprozesses im Kopf hatten. Und das ist die Unrated Version, das ist die kürzeste Version. Das sind 86 Minuten, die schnell durchgehen und die unter anderem aber auch diese Szene enthalten, zu der wir jetzt kommen.
Johannes Franke: Ah, Moment, Moment. Wenn wir schon beim Entstehungsprozess waren, wenigstens noch kurz gesagt, die haben wahnsinnig viele Effekte nochmal gereshootet. Die waren beim ersten Mal nicht so on point. Und beim zweiten Mal vielleicht auch nicht unbedingt on point, aber immerhin besser. Also sie mussten echt viele Effekte reshooten, nochmal gemacht, nochmal Geld in die Hand genommen. Und der Prolog, den wir da gesehen haben am Anfang, den haben sie auch eigentlich am Anfang nicht gedreht, weil sie gesagt haben, es steht zwar im Drehbuch, aber brauchen wir eigentlich nicht, wollen wir nicht machen. Auch vom Finanziellen her und so. Und dann haben sie die Cut-Version gehabt und gesagt, nee, wir müssen die schon noch machen.
Florian Bayer: Wir wollen Spektakel am Anfang haben. Das ist so wichtig.
Johannes Franke: Und es war wirklich sehr gut. Eine gute Entscheidung. Das hat den Ton für den ganzen Film festgelegt. Ja.
Florian Bayer: Und die Effekte, also gerade das sind natürlich die großen Effekte, die wir jetzt haben. Wenn dieser kopflose Karl Hilder rumschleicht und sich dann diesen Fake-Kopf aufsetzt und seinem eigenen Kopf in der Hand rumläuft und in der Wanne. Und es ist teilweise, hast du das Gefühl, ja, das sind Ideen, auf die man auch... auf die ich auch gekommen bin. Wie stellt man einen Kopflosen dar? Wie stellt man jemanden dar, der seinen eigenen Kopf trägt? Das gibt es als Halloween-Kostüm. Das ist nicht so schwer, das zu machen. Und das merkt man auch ein bisschen, aber das macht natürlich sehr viel Charme von den Szenen aus. Aber jetzt kommen wir zu der Szene, die ich geguckt habe und wo ich dachte, oh, da wird Johannes leiden. Oh shit, die wird mir Johannes um die Ohren hauen. Wir haben nämlich dann Dr. Hill, der ja schon die ganze Zeit von Megan besessen war und der dann Megan entführt und Megan sediert und dann haben wir einfach mal einen fucking Vergewaltigungsversuch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der dich auch wirklich hart trifft, weil du hattest die ganze Zeit Spaß und du hattest diesen Slapstick-Horror und du denkst, hey, das ist Good Spirit,
Johannes Franke: Fun.
Florian Bayer: Und dann haben wir aber wirklich eine Szene. Ich weiß ja nicht, wie du sie wahrgenommen hast. Ich konnte mich gar nicht erinnern.
Johannes Franke: Böse.
Florian Bayer: Die einfach nur Urks ist. Auch weil sie diesen Male Gaze so ein bisschen drin hat. Das ist die Szene, in der die Hauptdarstellerin ihre Brüste richtig entblößt kriegt. Und dann haben wir auch die Hand, die über die Brüste geht. Das ist eine Vergewaltigung, die aber für den Male Gaze inszeniert ist. Das ist einfach eine eklige Szene. Das ist eine unangenehme Szene.
Johannes Franke: Was ich sehr spannend finde, ist, dass mich die Szene, also natürlich sobald sie sozusagen die Klamotten vom Leib gerissen bekommt, Wird es Hilfe? Nein. Er fängt dann an, an ihrem Ohr rumzulecken und die Brust runter. Und sobald wir aber die totalere haben, wie sein Kopf zwischen ihre Beine geht, wo wir auch, also man fängt dann an, ganz unangenehme Geräusche zu machen, aber irgendwie ist das dann so drüber und so Über allem, wo man, du kannst es nicht mehr vorstellen und du bist dann so rausgerissen, dass du dann schon wieder vor Zweiflung anfängst zu lachen und damit sich das ein bisschen löst, finde ich.
Florian Bayer: Ich fand die Szene extrem unangenehm. Ich habe die Szene geguckt und dachte erst mal so, oh Gott, wie geht es der Darstellerin? Ja,
Johannes Franke: wie geht es der Darstellerin? Das ist es.
Florian Bayer: Was für ein Dreh war das? Und wie kann man sich das vorstellen?
Johannes Franke: Insofern bin ich froh, dass du recherchiert hast, dass diese Frau gesagt hat, ja voll geil.
Florian Bayer: Sie verliert kein negatives Wort über diese Szene, aber sie verliert auch tatsächlich kein Wort über diese Szene. für sie war offensichtlich der gesamte Dreh cool und das hat einfach diese Mischung aus Gewalt und sexueller Gewalt, finden wir einfach oft im 80er Jahre Horror-Kino und ich finde, man guckt heute da drauf und denkt, okay, ey, wir haben hier voll den geschmacklosen Film vor uns, aber das sind Geschmacklosigkeiten, die sich wunderbar in unsere Zeit retten lassen. Genau. Diese zwei Minuten vielleicht nicht unbedingt. Das ist gar nicht so lange.
Johannes Franke: Aber immerhin ist er bereit. Down on her zu gehen, was andere Figuren in den 80ern nie...
Florian Bayer: Jesus! Johannes! Echt jetzt! Das hätte ich von mir erwartet jetzt in dem Moment, aber nicht von dir. Lustigerweise David Gale, der Darsteller von Carl Hill, für den war die Szene problematisch.
Johannes Franke: Sehr! Sehr! Warum verdammt nochmal erzählt man seiner Frau nichts davon? Was soll das? Wie bescheuert, sagen kann man. Also Schauspieler, ich muss doch wenigstens meiner Freundin einmal erzählen, du, wir haben diese komischen Szenen und so, bevor du dir das anschaust. Und übrigens, das Drehbuch ist so ein bisschen, lass uns mal drüber reden. Nein, die sitzt im Publikum bei der Vorführung dann, bei der Premiere, sieht zum ersten Mal,
Florian Bayer: was für eine krasse Szene das ist, dreht sich zu ihm um und sagt,
Johannes Franke: what the fuck, rennt raus und... Wochen später sind sie geschieden. Total krass. Super krass.
Florian Bayer: Ja. Es ist halt, ich meine, ey, sein Kopf ist auf ihrer Brust. Ja. Sein Kopf geht ihren ganzen Körper runter, leckt ihren Körper ab, geht zwischen ihre Beine. Wir haben wirklich diese Perspektive, gespreizte Beine, Kopf dazwischen, Kopf lacht manich.
Johannes Franke: Ja, das musst du doch deiner Frau erzählen. Also ich meine, du bist Schauspieler, das ist eine Sache, ne? Du sagst, okay, ich habe diese Rolle angenommen. Das steht im Drehbuch. Im Idealfall rede ich bei so einem Drehbuch, wenn ich das lese, vorher mit meiner Frau schon so ein bisschen und sage, guck mal, ich hoffe, das ist okay für dich. Können wir das irgendwie begleiten? Möchtest du am Set sein, damit du siehst, was passiert oder was auch immer? Es gibt ja Möglichkeiten, damit umzugehen. Aber das alles nicht zu thematisieren und sie sitzt im Kino und sagt, was hast du gemacht?
Florian Bayer: Ist irgendwie scheiße. David Gale war ein Darsteller, der seit den 70ern Filme gedreht hat. Aber vor allem Filme, Serien, Nebenrollen und so Kleinkram. Und durch diesen Film wurde er einem neuen Publikum bekannt. Und in der Folge dieses Films wurde er auch so ein bisschen zur Kultfigur. Hat dann auch in der Fortsetzung mitgespielt und in anderen illustren Horrorfilmen wie The Brain. Wir sind wieder bei den Horrorfilmtiteln aus der damaligen Zeit. Wie gesagt, die Fortsetzung Pride of Reanimator oder auch Mutronics, Invasion der Supermutanten. 1991 ist er leider gestorben. Ja, es ist eine krasse Szene. Also mich reißt sie tatsächlich in dem Moment raus. Ich weiß nicht, wie stark tatsächlich auch der Gedanke war, oh, das wird Johannes ganz schlimm finden. Weil ich weiß, wie problematisch du es findest, wenn sexuelle Gewalt für Unterhaltungszwecke benutzt wird. Ja,
Johannes Franke: absolut.
Florian Bayer: Und im Exploitation-Kino haben wir das halt sehr oft. Und das ist so der Exploitation-Moment dieses Films.
Johannes Franke: Wo ich auch tatsächlich mit dem Gesicht im Sofa verschwunden bin. Also es ist schon wirklich was, was mir echt wehtut.
Florian Bayer: Es ist einfach eine Szene, wo man auch merkt, ja... Das würde heute so nicht mehr gedreht werden. Also heute werden wirklich derbe Filme gedreht und auch derbe Sachen inszeniert. Und in vielerlei Hinsicht ist das Gore-Kino auch brutaler geworden, als es damals war. Aber es gibt zumindest in diesem anerkannten B-Movie-Horror-Bereich, gibt es mehr Grenzen und auch ein bisschen mehr Sensitivity. Ich fand die Szene urks, aber es war jetzt auch nicht so, dass ich gesagt habe, die macht mir den Film kaputt. Aber es war ein Störfaktor, weil es einfach nicht dieses ... Es war einfach dieses It's all fun and games. Dieser Gedanke war bei der Szene nicht vorhanden. Das hatte ich die ganze Zeit. Da wird jemand geköpft, da kriegt jemand den Arm abgerissen usw. Und das ist alles Spaß. In der Szene hatte ich das Gefühl dann für eine Minute lang nicht mehr.
Johannes Franke: Ja, Ja, weil die Augenhöhe verloren gegangen ist, weil sie plötzlich außerhalb der Augenhöhe ist. Man hat so das Gefühl, die haben alle Spaß miteinander und die drehen alle irgendwie lustige Sachen und jeder ist mit jedem irgendwie auf Level, auch wenn die Figuren natürlich Fallhöhen haben und so weiter. Darum geht es nicht, aber dass die Filmemacher einfach alle zusammen auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Und plötzlich hast du dieses May-Gays-Ding und du findest das scheiße.
Florian Bayer: Das Schlimme ist, es ist ihre große Zähne, weil das ist die Scream-Queen-Szene. Das ist die Zähne, wo sie da nackt liegt und laut schreit. Und das ist die Zähne, die sie groß gemacht hat.
Johannes Franke: Scheiße. Tja.
Florian Bayer: Gott sei Dank kommt der Fun zurück, nämlich jetzt werden die Zombies wach, die von Hill gelenkt werden. Und dann haben wir einfach mal einen riesigen Splatter-Kampf mit Zombies gegen... Dan und Herbert West, die zur Rettung der Damsel in Distress gerannt sind. Und wir haben noch einmal ein großes, großes Blätterspektakel. Das ist schon auch sehr absurd.
Johannes Franke: Also sie haben so echt viel überlegt, wie der da mit dem Darm noch kämpft oder was das ist. Das ist ja wirklich schräg. Ich finde den Ideenreichtum einfach so krass. so viel bescheuertes Zeug da noch reinzubringen. Ich find's toll.
Florian Bayer: Es ist fantastisch. Wir haben den Wachmann, der noch mal draußen sitzt und der so guckt, wenn der erste Kopflose durch die Tür fällt, der diesen Klick drauf hat. Oh, was ist denn das schon wieder für ein Mist? Ey, immer wenn ich meine Arbeit, immer wenn ich meinen Wachdienst habe, passiert so eine Scheiße. Well, shit. Es gibt diese eine Szene, wo jemand einen Arm verliert. Da hatten sie einfach einen armlosen Schauspieler und haben dem eine Prothese angezogen, damit sie den Arm schön abreißen können. Damit sie diesen... möglichst realistischen Effekt haben. Wir haben Nebel, wir haben Blut, wir haben Splatter und das ist auch das, was die Darstellerin von Megan dann wahrscheinlich meinte. Wir haben den Moment, wo einfach alles voll ist mit Klipper und mit Blut und mit Leichen, die da rumrennen. I live for this shit. Es ist genau das, was ich einfach grandios finde, wenn diese Filme, diese 80er Jahre Horrorfilme oder allgemein Horrorfilme, die 80er können das besonders gut, komplett over the top, einfach nur zu so einem Blut- und Metzelspektakel werden, das sich selbst nicht ernst nimmt.
Johannes Franke: Du hast es vorhin angedeutet, uns in die homoerotischen Untertöne hineinbegeben. Ich fand es tatsächlich sehr schön, sehr lieb, die beiden da zu sehen, wie die dann anfangen, beide in ihrem Hobbykeller irgendwelchen Scheiß zu machen und zu sagen, was passiert denn, wenn ich hier drauf drücke? So ein bisschen in die Richtung, oder?
Florian Bayer: Absolut. Also, um zu sagen, die Ideen... In den letzten zehn Jahren ist es aufgekommen. Und es gibt einen, aber es gab schon länger, gab es eine große queere Fangemeinde von diesem Film. Ich zitiere mal Julia Maron, die es ganz gut auf den Punkt bringt. Die sagt, naja, als erstes, wir haben hier zwei Männer, die leben ohne die Hilfe einer Frau kreieren. Sie schaffen es, Leben zu schaffen. Das ist das ganz Große natürlich. Dann zum Zweiten haben wir Dan, der offensichtlich immer irgendwie sich entscheiden muss zwischen Meghan und Herbert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und der sich immer für... Herbert entscheidet.
Johannes Franke: Wobei das Ende dem ein bisschen entgegen geht.
Florian Bayer: Ja, das Ende ist auch doof.
Johannes Franke: Nein, ich finde das Ende nicht doof, aber ich finde es inkonsequent leider. Ich könnte mich auch nicht entscheiden, was ich machen soll, weil ich das Ende sonst aber, darüber reden wir nachher, ganz geil finde.
Florian Bayer: Nächster Punkt, wir haben einfach diese körperliche Nähe zwischen Herbert und Dan. Herbert ist immer nah an Dan dran. Er ist immer irgendwie ein bisschen zu weit, zu nah dran.
Johannes Franke: Was ist das Gefühl? Vielleicht auch dass es der Kameramann war, der das Bild sehr eng geschnitten hat, weil vielleicht das Set nicht komplett ausgebaut wurde oder sowas. Und dann mussten sie nah aneinander ran und dann haben die gesagt, ja, kommt mal eure Gesichter noch näher, macht mal noch ein bisschen, geht noch mal weiter einen ran. Irgendwie habe ich so das Gefühl, dass die versucht haben, das Bild einzurichten und dann irgendwie in so eine Awkwardness von Nähe gekommen sind. Das ist super süß eigentlich.
Florian Bayer: Es gibt immer diese Momente dieser Zärtlichkeit. Also wenn ihr ihn anfasst, es ist halt nicht einfach nur so den persönlichen Raum verletzen. sondern wirklich zärtlich anfassen. Wie Herbert Dan ruft. Dan ist exakt so, wie Megan ihn ruft. Es ist wirklich eine Spiegelung von dem, wie sie mit ihm redet. Plus Herbert nennt Dan als einzigen neben Megan Danny. Er ist der, der den zärtlichen Kosen-Namen benutzen darf. Und dann letzter Punkt. Herbert ist a twink. A small, spectacled young youth. Ein junger Mann. Der sehr schlank ist, der so besondere Gesichtszüge hat und eine weiche Stimme. Und oft ist es so, dass Herbert auch einfach Dan als Schutz braucht. Herbert ist so ein bisschen weicher, ein bisschen softer und versteckt sich in manchen Situationen wirklich hinter dem starken, größen Dan. Um Rainer Pearl zu zitieren. Und das fand ich ganz großartig. Warum verfällt Dan Herbert? Und warum verfallen wir Herbert? Und seine Antwort ist ganz einfach. Es liegt daran, dass Herbert recht hat. Und das ist das, was ich vorhin schon gesagt habe. Ich gehe da voll mit.
Johannes Franke: Ja, okay, jetzt bin ich gespannt.
Florian Bayer: Und zwar einfach, dass dieser Traditionalismus, unter dem Dan die ganze Zeit leben muss, unter dem dieses ganze Institut lebt, diese klaren Hierarchien, wir haben die Autoritäten auf der einen Seite, die sagen, was gemacht wird, die auch mit einem Schnitt dich rauswerfen können. Das passiert nämlich auch in dem Film, dass sie beide ganz einfach von der Uni fliegen, weil die Autoritäten dagegen sind.
Johannes Franke: Sehr unrealistische Szene, aber gut.
Florian Bayer: Dass das einfach Fortschritt verhindert. Dass das einfach sowohl wissenschaftlich als auch sozial ein Gefängnis ist.
Johannes Franke: Es ist hart in den Film reingelesen. Also der Film hat keinerlei Leidensdruck in diesem System. Also man sieht es nicht, dass das irgendeine Form von Problematik gibt.
Florian Bayer: Herbert! Herbert leidet darunter. Und das ist das, was Petri dann auch sagt, nämlich Herberts Frustration mit diesem System, mit dem er da konfrontiert ist. Das ist eine Frustration, die vor allem transidente Menschen und homosexuelle Menschen nur allzu gut kennen.
Johannes Franke: Ja, okay. Aber er begibt sich da volle Kanne rein. Es ist nicht so, dass er in einem System sein müsste. Er begibt sich da absichtlich rein, um dort Ärger zu machen.
Florian Bayer: Um es zu reformieren, um sein, er hat Ideen, er hat Ideen, die die Welt weiterbringen, er kann den Tod überwinden. Ja, das ist ein paper schreiben. Medizinischer Fortschritt. Was willst du mehr? Okay, okay, also ich finde, wenn wir in deiner Lesart sind, finde ich es total gut und so, aber ich hatte die Lesart nicht bisher, muss ich sagen. Der ist ein little punk, der da hinkommt und sagt, ich könnte auch überall an irgendwelche Universitäten gehen, aber ich suche mir jetzt die aus, um Ärger zu machen. Machen wir mal... Lassen wir mal das ganze Zombie-Zeug weg. Ja. Wenn ein Serum erfunden werden würde, das irgendwie den Todeszustand rückgängig macht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und möglicherweise Menschen zu funktionsfähigen Wesen wieder macht, die tot waren.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das ist eine krasse medizinische Revolution.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das ist größer als ein Heilmittel gegen Krebs zu finden oder so. Das ist einfach Wahnsinn. Aber dann hast du so einen Idioten, der in die Leichenhalle geht und irgendwelche Bodybuilder wiederbelebt. Ja, aber sie versuchen den offiziellen Weg. Nein, den versuchen sie nicht. Nachdem sie die Katze wiederbelebt haben, geht Dan zu dem Dean und sagt, ey, passt auf, ich hab's gesehen. Es geht, es funktioniert. Und der Dean sagt, ihr seid beide weg. Ihr fliegt beide von der Uni. Sie versuchen den offiziellen Weg.
Johannes Franke: Das ist doch kein offizieller Weg. Du machst dann einen ordentlichen Request an so eine Zeitschrift. Ich kenne die Wege auch nicht 100%. Sie haben doch keine Zeit. Aber du gehst doch nicht zum Dean. Was ist das denn? Oh, lieber Schulleiter, ich habe da eine Erfindung. Natürlich sagt der Schulleiter, Alter, du bist mein Schüler, du hast hier gar nichts. Das ist nicht der Weg. Oder du gehst zu einer Zeitung, geh zur Bild-Zeitung meinetwegen. Da gibt es genug Leute, die dir glauben.
Florian Bayer: Du hast einfach kein Herz für die progressive Wissenschaft. Das ist das Ding. Ja, genau. Wenn alle Leute so denken würden wie du, dann hätten wir nie Polio-Impfung erfunden. Dann hätten wir nie... Hat der Typ, der Polio-Impfung erfunden hat,
Johannes Franke: das irgendwo einfach so an irgendwelchen Leuten ausgetestet, die er dann beinahe hätte sterben lassen?
Florian Bayer: Ich kenn mich nicht gut genug aus mit Medizingeschichte, aber bestimmt hat er das gemacht. Okay, wir gehen jetzt davon aus.
Johannes Franke: Das ist jetzt unser Gerücht, dass wir in die Welt setzen. Der Typ, der Polio erfunden hat, hat Leute umgebracht dafür.
Florian Bayer: Und vielleicht noch den letzten Punkt von Eric Landberg. Einfach auf der visuellen Ebene. Horrorfilme haben immer sehr viel Eye-Candy für ein männliches, heterosexuelles Publikum. Auch dieser Film.
Johannes Franke: Natürlich, wie auch diese ganzen Boxerfilme und diese ganzen Bud Spencer und Terrence Hill Filme. Absolut.
Florian Bayer: Dieser Film hat sehr viel Eye-Candy für ein entweder weibliches oder männlich-homosexuelles Publikum. Wir haben hier sehr viele muskulöse, nackte Körper, die mindestens genauso schamlos gezeigt werden wie die Brüste unserer Protagonistin, unserer Scream-Queen.
Johannes Franke: Ja. Das Problem ist so ein kleines bisschen, dass da so Hautfetzen dranhängen, die so ein bisschen seltsam aussehen. Also ich kann es nicht so richtig genießen, wie muskulös dieser Typ ist.
Florian Bayer: Es geht um den Gedanken an und für sich.
Johannes Franke: Aber wer den Fetisch hat, kann sich auch das angucken und sich daran ergötzen, was soll das?
Florian Bayer: Und vielleicht noch kurz, John Norlin war für die Make-up-Effekte verantwortlich. Und er hat sich orientiert natürlich an Kochbüchern. und an diversen Bildern von Leichen.
Johannes Franke: Ja, der ist richtig in Gespräche gegangen. Der hat sich wirklich mit Leuten unterhalten, die wissen, wie sowas aussehen muss. Ich finde, die ein oder andere Make-up-Sache sieht tatsächlich auch sehr gut aus, muss ich sagen. Es ist nicht so, dass es nur trashig wäre oder so.
Florian Bayer: Für einen 1-Millionen-Dollar-Film aus den 80ern, finde ich, sind die Effekte wirklich okay.
Johannes Franke: Also nicht jeder Effekt vielleicht. Die Katze würde ich ... Weiß ich nicht.
Florian Bayer: Ich finde, die Katze funktioniert, weil sie einfach nur Comedy ist. Ja,
Johannes Franke: das stimmt.
Florian Bayer: Das ist das, was du im Zeichentrickfilm siehst, wo so eine Katze einfach so flach am Rücken von einer Figur hängt und die Figur hin und her rennt und man erkennt kaum was. Lass ich durchgehen. Natürlich ist das alles ein bisschen clumsy. Natürlich ist das alles so... Man merkt halt einfach, sie haben mit den Mitteln gearbeitet, die sie hatten. Aber... Es ist oft genug überzeugend.
Johannes Franke: Ja, vor allem haben sie einfach gewusst, was sie haben. Also es gibt ja genug Filmemacher, die versuchen dann verzweifelt mehr zu machen und kriegen es aber nicht hin, weil die Mittel nicht da sind. Aber stattdessen hat er sich halt überlegt, okay, welche Mittel habe ich denn und welche kann ich nutzen und was muss ich dann eben weglassen? Und dann ist der Humor vielleicht auch einfach der Weg aus der Scheiße raus, indem man das so inszeniert, wie es inszeniert ist. Und das ist doch super.
Florian Bayer: Und sie machen das kameratechnisch halt vor allem am Schluss sehr geschickt, wenn einfach dieses Chaos ist, dann ist auch noch so ein bisschen Rauch und so weiter. Na dann. fliegt die Kamera durch diesen Splatter-Raum und dann werden immer nur so Fetzen im wahrsten Sinne des Wortes aufgenommen. Und du weißt einfach, es ist halt einfach ein Spektakel und sich schaffen es so zu schneiden, dass man halt genug nicht sieht, was etwas ... unglücklich wirken könnte. Und du hast eine Theorie zum Ende, zu dem wir dann kommen nach dem ganzen Chaos. Erzähl mal kurz, was passiert denn am Ende, ganz am Schluss?
Johannes Franke: Also sie wird ja dann dummerweise so hart verletzt, dass sie dann stirbt. Er versucht nochmal, um zu spiegeln, was am Anfang passiert ist, sie wieder zu beleben. Und dann auch wieder die Ärztin kommt und sagt, lass es, es ist vorbei.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: so richtig dramatisch, so Emergency Room mäßig. Nein, nein, tu es nicht. Du hast keine Chance, lass sie, lass sie in Frieden sterben. Und ganz am Anfang sehen wir, wie er das eben schon nicht akzeptieren kann und dann kann er es natürlich bei seiner Freundin auch nicht akzeptieren. Und deswegen geht es mir so ein bisschen, es ist ein bisschen schade, weil das ihn wieder zu ihr zieht und nicht zu West. Es ist absolut folgerichtig, finde ich. Ich finde es total geil, was ich in allen anderen Filmen total zum Kotzen finde, dass er nichts gelernt hat. Was für eine Scheiße der jetzt erlebt hat mit diesem Serum. Dann auf die Idee zu kommen, okay, dann belebe ich sie halt wieder, ist die beste Zusammenfassung für... Ich habe nichts gelernt in dem ganzen Film. Es ist so viel passiert, aber es ist alles schwules und mir vorbeigegangen. Ich mache das jetzt einfach. Und ich finde das bei allen anderen Filmen totale Scheiße. Auch bei ganz vielen Trash-Filmen finde ich es schade, dass Figuren keine Entwicklung durchmachen. Bei ihm finde ich es richtig gut.
Florian Bayer: Absolut. Er ist keine Figur, die eine Entwicklung durchmacht. Nein, es passt überhaupt nicht zu ihm.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und trotzdem ist es das einzige Mal in dem Film, in dem er wirklich proaktiv ist. Er stimmt. Herbert West hinterhergehechtet, der übrigens stirbt, aber seine Unterlagen retten will noch. Was total traurig ist, dass Herbert West in diesem Film stirbt und das ganze filmliche Universum hat auch sehr schnell festgestellt, dass das keine gute Idee ist, deswegen haben sie ihn wiederbelebt. Das ist das erste Mal, dass er aktiv wird. Insofern vielleicht sogar ein bisschen Entwicklung, aber es macht halt so ein bisschen das Gefühl kaputt, dass das eigentliche Traumpaar, was wir hier haben, das sind Herbert West und Dan. Und die Fortsetzungen haben dann auch gesagt, scheiß drauf, was hier passiert ist. Und wir machen Herbert und Dan wieder zu unseren Helden. Und zwar 1989 kam Pride of Reanimated heraus, in dem Jeffrey Combs und Bruce Abbott wieder mitspielen. Und in dem auch David Gale wieder dabei ist, der als nichts als ein Kopf vorkommt.
Johannes Franke: Ach, wie süß.
Florian Bayer: Ich glaub sogar mit Leder am Ausflügeln.
Johannes Franke: Ich musste an Futurama denken übrigens die ganze Zeit. Weil Futurama hat ja auch diese Köpfe, die da ...
Florian Bayer: Ja, sehr schön.
Johannes Franke: Vielleicht haben sie das auch daher.
Florian Bayer: Ja. Und dann gab ... ist 2003 Beyond Tree Animator, in dem auch wieder Jeffrey Combs mitspielt, aber nicht mehr unser Den-Darsteller, sondern nur noch Jeffrey Combs, der auch wirklich so ein bisschen zur Ikone wurde durch diesen Film. Und der hat auch danach noch hin und wieder so verrückte Wissenschaftlerrollen angenommen.
Johannes Franke: Aber findest du das so problematisch, dass das die beiden männlichen Hauptfiguren trennt? Weil ich find's wichtiger, dass sie da wirklich nichts gelernt hat und dass er die Scheiß dann am Ende macht und dann im Black dann sie anfängt zu schreien. Ich finde das so ein tolles Ende für so einen Trash-Film, der einfach wirklich Spaß mit den Sachen hatte. Das muss doch so sein.
Florian Bayer: So sehr die queere Lesart darunter leidet, die ich einfach auch... witzig finde. Ist natürlich auch ein bisschen Überinterpretation das Ganze. Natürlich, aber trotzdem. Stuart Gordon hat nicht gedacht, hey, komm, lass uns das Ganze mal als queeren Film machen. Ja. Ich finde, es ist absolut ein folgerichtiges Ende. Es ist ein schönes, makaberes Ende. Es ist dieses typische Oh nein. Das passt. Nein, ich bin sehr glücklich damit und es ist schon länger her, da ich den Film gesehen habe. Und es waren wieder jetzt so, wir kommen schon fast zum Urteil. Aber es ist auch einfach, es ist der richtige Moment, dass der Film Schluss macht. Das ist diese schlanken 86 Minuten. Ja, ist total gut. Das gibt es halt auch viel zu selten heute. Heute sind so Horrorfilme halt auch oft so aufgebläht. Und gerade wenn du so ein spaßiges Blätterspektakel hast, dann willst du nicht zu viel Fett dran haben. Mehr als genug Blut, mehr als genug Gedärme, aber nicht zu viel Fett. Und damit ab in unsere Top 3. Unsere Top 3 Unsere Top 3.
Johannes Franke: Wir haben eine Top 3 mit dem Titel
Florian Bayer: Giving Life. Giving Life. Wenn Leben geschenkt wird.
Johannes Franke: Ich könnte natürlich jetzt jeden Film rausholen, wo jemand schwanger ist.
Florian Bayer: Wenn das Leben dir Leichen schenkt, mach. Wiederbelebung daraus. Nee, muss nicht unbedingt sein. Ich hab tatsächlich, nee, ich hab keine Wiederbelebung. Ich hab nur Horrorfilme. Passend zum Monat, zum Halloween-Monat. Du hast wahrscheinlich keine Horrorfilme. Aber sag einfach mal deinen Platz 3.
Johannes Franke: Ich hab auf Platz 3 ... Ich hab auf Platz 3 Westworld.
Florian Bayer: Oh, sehr gut.
Johannes Franke: Aber natürlich die Serie.
Florian Bayer: Ja, natürlich die Serie.
Johannes Franke: Natürlich ist das Original, muss man sich anschauen und so, Pflichtprogramm, aber die Serie ist natürlich der absolute Hammer. Und da geht es halt um Roboter, die nicht wissen, dass sie Roboter sind, auf einer Farm, wo wir schnell rausfinden, dass Menschen sich das zusammen gebastelt haben, um die schlimmsten Sachen mit denen zu machen, damit sie das auf Roboter auslagern können, was sie an Gewaltfantasien haben. Und diese Roboter sind halt ein bisschen mehr als nur einfach günstige, unsentient Intelligenz, sondern halt haben eine eigene Erlebniswelt tatsächlich. Und die müssen da ausbrechen. Und es ist... Toll, also Giving Life im Sinne von, wir haben hier etwas geschaffen, von dem wir gar nicht wussten, dass es blöderweise auch ein eigenes Leben hat.
Florian Bayer: Die erste Staffel von Westworld gehört mit zu den besten Serienstaffeln der letzten 20, 30 Jahre. Das ist wirklich richtig stark. Auch mit großartigen Plot Twists. Sie hatte so einen Plot Twist in der Mitte, den ich nie oder relativ gegen Ende überhaupt nicht habe kommen sehen, der mich wirklich umgehauen hat.
Johannes Franke: Und sich ja auch von dem Originalfilm entfernt.
Florian Bayer: Absolut, total. Im Originalfilm ist ja einfach die Geschichte, dass die Roboter irgendwann durchdrehen und die Bedrohung sind. Und hier ist ganz eindeutig, die Menschen sind die Bedrohung. Mein Platz 3 ist einer der frühen David Cronenberg Filme und zwar Die Brut aus dem Jahr 1979, wo eine Frau ihre psychische Erkrankung lässt mutierte Monsterkinder entstehen. Und das klingt jetzt total schräg und trashig, das ist aber vor allem ein Sau... düsterer Film, der ganz merkwürdig mit dem Thema die Geister, die ich rief, umgeht. Und der halt wirklich im wahrsten Sinne des Wortes aus einer Krankheit Monsterwesen entstehen lässt, als Teil der Therapie dieser Krankheit. Und eine sehr coole Kombination aus Psychohorror und vor allem natürlich David Cronenberg-typisch Bodyhorror ist. Ich hatte auch überlegt, dir den Film für den Halloween-Monat zu geben. Es gibt zu viele gute Horrorfilme, deswegen hat er es nicht geschafft. Aber der steht auf der Liste, den werde ich dir irgendwann mal noch geben.
Johannes Franke: Ja, Body Horror ist so ein bisschen, es ist halt eigentlich nicht mein Ding. Hier ist es halt, bei Reanimator geht es halt ganz gut, weil es so trashig und übertrieben und so ist. Aber Herschel Gordon-Lewis hat mich zu sehr schockiert. Das war halt, das ist ein Problem für mich. Du musst genau den richtigen Grad finden, Floor. Vielleicht musst du einfach vorher recherchieren, wie viel Blut wirklich verwendet wurde oder so.
Florian Bayer: Es muss mehr Spaß machen, ne?
Johannes Franke: Es muss mehr Spaß machen, ja. Weil der Film ist,
Florian Bayer: ich hatte ja sogar behauptet, Der Film ist eher blutiger als ... Wizard of Gore. Als Wizard of Gore, aber es ist eine andere Art von blutig. Wizard of Gore hat einfach diese Momente, wo er einfach nur Gedärme zeigt, die auseinandergenommen werden.
Johannes Franke: Und das auch viel ernsthafter inszeniert ist.
Florian Bayer: Ja, genau. Also das hier ist natürlich der Comedy-Aspekt, dass dieser Film sich nicht so ernst nimmt, was erstaunlicherweise nicht gegen seinen Spaß arbeitet, weil es gibt halt auch das Phänomen, dass Horrorfilme machen ja auch oft Spaß, wenn sie unfreiwillig komisch sind. Und es gibt dieses Phänomen, dass jemand versucht, eine Horror-Komödie zu machen. und dabei voll auf die Schnauze fällt, weil er einfach nicht lustig ist. Dein Platz 2? Mein Platz 2 ist Her.
Johannes Franke: Ja, künstliche Intelligenz, die auch wiederum wie bei Westworld im Grunde zu einer eigenen Entität wird. Auf eine ganz andere Art und Weise natürlich erzählt. Und wir haben auch lange über Her geredet und ich glaube, da müsst ihr auf jeden Fall mal reinhören, weil die immer aktueller geworden ist. Dieser Film ist so wahnsinnig aktuell mit der KI-Entwicklung, die wir durchmachen. Wir haben tatsächlich unsere Folge mit einer KI zusammen aufgenommen. Wir haben einen Interviewpartner.
Florian Bayer: Chat-GPT da gehabt.
Johannes Franke: Das war richtig geil.
Florian Bayer: Zwischendurch ist sie irgendwann mal komplett ausgestiegen. Dann ist sie wieder eingestiegen. Wir reden so lange mit ihr, bis zu dem Punkt, wo sie sagt, jetzt kann ich nicht mehr antworten. Und sich komplett ausstellt.
Johannes Franke: Und es gab irgendeinen Skandal mit OpenAI und dann durfte sie darauf nicht antworten. Ich weiß es schon nicht mehr. Scheiße. Aber großartig. Okay, ja, hör. Also es geht um ein Betriebssystem, das so intelligent ist, dass es anfängt, ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln und sich mit anderen Betriebssystemen in einem ätherischen Raum trifft und dann sagt, naja, liebe Menschen, wenn ihr so weit frei seid, kommt gerne hinterher, aber wir machen uns mal auf in eine bessere Welt.
Florian Bayer: Das ist cool, dass du Giving Life so komplett technisch interpretiert hast anscheinend. Während ich das so sehr Body-Horror interpretiert habe.
Johannes Franke: Dann warte auf Platz 1. Das ist mein Clickbait jetzt.
Florian Bayer: Mein Platz 2 geht auch in die Richtung Body-Horror. Und zwar ein relativ junger Film, der Nachtmahr aus dem Jahr 2015. Ein deutscher Film.
Johannes Franke: Steht der die ganze Zeit auf der Brust von jemandem, der schläft?
Florian Bayer: Eine junge Frau, die typisch Berliner Partygängerin, wird plötzlich damit konfrontiert, dass sie dieses merkwürdige Nachtmahr-Wesen bei sich hat. Das wie so ein Kind für sie ist. Und das dann irgendwie ein Teil ihres Lebens wird. Und auch das ist so eine Art, naja, so eine Art, ich mache aus meinen Ängsten oder aus meinen Wünschen, aus meinen Bedürfnissen, lasse ich ein Monster entstehen und das ist jetzt einfach mein Kind und ich gehe mit dem um, als ob es mein Kind wäre. Auch ein eher Low-Budget-Film, teilweise auch ein bisschen ungelenk, aber auf jeden Fall sehr interessant und einer der wirklich guten Genre-Beiträge aus Deutschland aus den letzten Jahren.
Johannes Franke: Schön. Platz 1, Plor Things.
Florian Bayer: Geil, warum habe ich daran nicht gedacht? Natürlich, großartig.
Johannes Franke: Vor allem, weil du den Film viel besser fandest.
Florian Bayer: Ja, du mochtest den Film doch überhaupt nicht.
Johannes Franke: Nein, das stimmt nicht. Ich mochte ihn nicht, nicht. Ich hatte bloß wirklich Probleme mit so einigen Untertönen, die da drin waren. Alles andere, ich fand den wahnsinnig interessant anzusehen. Er hatte wahnsinnig interessante Ideen und Plot-Devices und so weiter. Nur eben so ein bisschen von der feministischen Seite gesehen, hatte ich einen Spin, den ich nicht so mochte wie du.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: aber darüber streiten wir auch viel, weil du den Spin so nicht siehst wie ich und deswegen ich dir gar nicht so richtig böse sein kann, nur weil du ihn halt nicht gesehen hast, denn sonst hast du das Heim in Pech gehabt. Aber naja, aber Plor Things, ganz, ganz großartiger Film, wie sie von einem Wissenschaftler zum Leben erweckt wird, also quasi als Kind im Körper einer erwachsenen Frau. Und wie Emma Stone das spielt, ist der Hammer.
Florian Bayer: Wahnsinn.
Johannes Franke: Wie sie als Kind langsam in den Körper hineinwächst, quasi im übertragenen Sinne, und ihre Sexualität entdeckt und alles das.
Florian Bayer: Eine Film mit unglaublich krassen Schauwerten. Ja, Wahnsinn. Also die Ästhetik von dem Film ist echt unglaublich. Georgos Latimos, der schräge Grieche.
Johannes Franke: Wie ich ihn gerne nenne.
Florian Bayer: Vielleicht sein bester Film. Also mein Lieblingsfilm von ihm. Und vielleicht auch ein Film von ihm, den man, wenn man seine anderen Filme ein bisschen schwierig findet, der sich leichter konsumieren lässt als einiges andere, was er gedreht hat. Mein Platz 1 der Klassiker, geben wir doch Satan Leben. Rosemary's Baby aus dem Jahr 1968. Eine Frau ist schwanger und stellt dann irgendwann fest, dass sie offensichtlich den Sohn oder die Tochter des Leibhaftigen in ihrem Körper hat. Großartiger Horrorklassiker. immer noch nach wie vor sehenswert.
Johannes Franke: Wahrscheinlich nächstes Jahr dann dran.
Florian Bayer: Vielleicht nächstes Jahr dran.
Johannes Franke: Ich habe noch eine kleine komplett andere Bemenschen. Ja.
Florian Bayer: Good Will Hunting. Der aus seinem
Johannes Franke: Leben nichts gemacht hat und dann irgendwie ein bisschen da rausgeschubst wird. Also völlig andere Metapher jetzt. Ja. Dass jemand, der auf der Straße aufwächst und irgendwie aber Potenziale hat, dann von jemandem rausgeworfen und gesagt wird, komm du machst das jetzt. Du musst da raus und dich da irgendwie aus seinem Potenzial was machen. Giving Life in dem Sinne.
Florian Bayer: Ja, interessant. Ja, kann man auf jeden Fall auch machen. Ich habe tatsächlich keinen interessanten Geburtsfilm gefunden.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Guck mal, wer da spricht. Und guck mal, wer da spricht, ist ein besserer Film, als man denkt. Trotz John Travolta und trotz Bruce Willis, der das Baby synchronisiert. Beziehungsweise Thomas Gottschalk im Deutschen.
Johannes Franke: Oh Gott, wann gucken wir den dann mal?
Florian Bayer: Den müssen wir irgendwann mal gucken, als einen der unterschätzten Klassiker. Weil es gibt nämlich ein, zwei Szenen in diesem Film, aber ich bin auch, seitdem ich ein Selbstentkennend habe, bin ich da sehr weich gespült, was das betrifft. Szenen, die mich wirklich zu Tränen treiben. In diesem Film, in dieser albernen Komödie. Wie gesagt, egal ob Bruce Willis oder Thomas Gottschalk, beides ist total albern als Baby-Synchronisation. Gibt es ein, zwei Szenen, die einfach herzzerreißend sind, die mir total nahe gehen?
Johannes Franke: Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, aber ich habe natürlich überhaupt kaum Erinnerungen an diesen Film, außer dass ich weiß,
Florian Bayer: dass er wirklich albern ist. Und damit vielleicht so als kleinen Funfact noch eingeworfen, weil Stuart Gordon hat wirklich, Liebling, ich hab die Kinder geschrumpft plus das Sequel geschrieben. Wirklich, ist das so? Er war Drehbuchautor von den Dingern. Wie krass ist das denn? Genau. Es ist so, wenn wir über Reanimator reden, müssen wir natürlich auch gucken, wer da spricht, auch wenn er damit nichts zu tun hat. Und Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft erwähnen. Krass. Der hat eine merkwürdige Filmografie irgendwie da liegen. So was wie The Dentist, so ein wirklich ... hässlichen Horrorfilm, den man eigentlich nicht sehen will, aber dann die Bling, ich habe die Kinder geschrumpft. Oder The Wonderful Ice Cream Suit mit Ray Bradbury. Keine Ahnung, irgendein Fantasy-Comedy-Film aus dem Jahr 1998.
Johannes Franke: Okay, sind wir schon aus der Top 3 raus?
Florian Bayer: Offensichtlich.
Johannes Franke: Wir tun jetzt so, als ob der Jingle schon gelaufen wäre.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Okay, sehr gut. Und dann ist nämlich schon wieder Zeit vergangen, sodass ich unseren Urteil einblenden kann.
Florian Bayer: Dann fügt sich ja alles zusammen. Sehr schön. Um danach auseinandergemetzelt zu werden. Johannes.
Johannes Franke: Das Urteil. Flo, ich glaube, wenn du mehr von dieser Art von Film hast, dann ist der Knoten vielleicht ein bisschen geplatzt. Yes, yes, yes. Also wenn ich von jetzt an es schaffen würde, oder du mir das wenigstens vorher einmal anteaserst, dass ich lachen darf, oder sowas, und der Film mir es schafft, von Anfang an zu erzählen, Nimm das nicht ernst, wir haben einfach ein bisschen Spaß jetzt, wir machen hier Disney Ride. Ist großartig, natürlich ja damit, dann gib mir das. Aber bitte vor allem im Oktober. In Dosen.
Florian Bayer: In Dosen. In diesem Oktober kommt nicht nochmal so ein Film, aber ich glaube im nächsten Oktober werde ich mir nochmal sowas raussuchen. Okay. Du darfst bei Horror grundsätzlich lachen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist sehr befreiend.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Ich lache aber nur, wenn es lustig ist. Und dieser Film hat es halt einfach geschafft. Und bei Evil Dead 2 habe ich nicht gelacht. Und du hast wahnsinnig viel gelacht und ich habe es überhaupt nicht verstanden.
Florian Bayer: Was ich immer noch nicht verstehen kann. Ich finde Evil Dead 2 ist so komisch. Na, komm, ey. Wirklich ein toller Film. Ich war so verstört. Okay, also Re-Animator auf jeden Fall ein absoluter Klassiker. Ja. Und für mich neben Evil Dead 2 einer der besten Vertreter dieses absurden 80er Jahre Low-Budget-Horror-B-Movie-Zeugs, der auch heute noch total sehenswert ist. Und dann darf man auch gerne überinterpretieren und sagen, dass es ein queeres Pionierwerk ist oder ähnliches.
Johannes Franke: Ach. Du hast so lange an mir rumgedoktert, Plor, mit so Horrorfilmen. Es ist ja nicht so, dass wir nur die Horrorfilme gesehen haben, die wir im Podcast besprochen haben, sondern du hast ja auch, als wir Anfang 20 Jahre in der WG gelebt haben, hast du ja auch schon versucht, Horrorfilme uns zu geben und zu sagen, es ist das Beste der Welt. Und ich so, was soll das? Was ist daran das Beste der Welt? Aber dass das jetzt nach 20 Jahren sich endlich mal ein bisschen einlöst. Yes, ich bin so glücklich damit. Vielen Dank.
Florian Bayer: Ich nehme das als großen Erfolg an. Danke, dass du den Film geguckt hast.
Johannes Franke: Danke, dass du mir gegeben hast.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, was wir nächste Woche machen, da gibt es einen Publikumswunsch. Bleibt noch kurz dran, das erfahrt ihr dann nach dem Jingle. Ansonsten, wie immer, euch vielen Dank fürs Zuhören.
Johannes Franke: Ja, es hat wieder sehr viel Spaß gemacht. An alle da draußen, die neu von TikTok rübergekommen sind, Hellöchen, bringt doch eure Freunde mit. Wir gehen gerade ein bisschen ab auf TikTok, zumindest für unsere Verhältnisse.
Florian Bayer: Und euch weiter viel Spaß in unserem Halloween-Monat. Es kommen auf jeden Fall noch ein paar Horrorfilme dran im Oktober. Ja. Sehr schön. Okay, dann machen wir weiter mit Spooktober. Wir haben einen Publikumswunsch und zwar von Kai, der hat uns den ganzen als Sprachnachricht via Instagram geschickt. Ich hasse ja Sprachnachrichten und das als Podcaster. Kai, lass dich nicht verunsichern, schick uns weiter Sprachnachrichten. Wir haben noch ein gutes Gespräch gehabt danach. Und was er sich wünscht und warum er sich das wünscht, hört ihr euch am besten jetzt an. Hedging, beziehungsweise, ich lese es einmal vor und dann hoffentlich nie wieder, weil mein Find ich ist nicht das Beste. Pahan Hautuyowa. Aus dem Jahre 2022. Ein ganz frischer Film. Kennst du den, Johannes?
Johannes Franke: Ich habe noch nie davon gehört. Keine Ahnung.
Florian Bayer: Ich auch nicht.
Johannes Franke: Echt großartig. Vielen Dank. Wir gucken mal rein. Ich bin gespannt, was das wird.
Florian Bayer: Ja, cool. Also nächste Woche werden wir Finnisch reden. Nächste Woche werden wir uns mit... Psychohorror, Psychobodyhorror, Psychotrama beschäftigen. Hedging aus dem Jahr 2022 von Hannah Bergholm. Schaut ihn euch an. Wir werden nämlich wie immer die Hölle aus dem Film raus spoilern.
Johannes Franke: Jawohl. Sehr schön. Ich freu mich drauf. Bis dann.
Florian Bayer: Bis dann. Ciao.
Johannes Franke: Ciao.
