Episode 42: Die Olsenbande sieht rot
Die Olsenbande sieht rot [Erik Balling]
(Dänemark 1976)
Ach jaaaa, die Olsenbande, wer kennt sie nicht? …Achja. Plor. Du kanntest sie nicht. Im Westen ließ der Erfolg der Olsenbande tatsächlich auf sich warten, was der wesentlich schlechteren Synchronisation zugeschrieben wird. Aber in der DDR! von der DEFA synchronisiert, war die Olsenbande ein absoluter Hit! In vierzehn Filmen versuchen Egon, Kjeld und Benny krumme Dinger zu drehen und immer wieder kommt das wahre Leben dazwischen.
Im Falle unseres achten Films „Die Olsenbande sieht rot“ aus dem Jahr 1976 soll Egon im Auftrag eines Zellennachbarn aus dem Gefängnis und des Barons eine teure Vase stehlen, damit der Baron, der sie eigentlich besitzt, sie dann teuer auf dem Schwarzmarkt verkaufen kann.
Der Baron allerdings nutzt Egon als Sündenbock, was dazu führt dass Egon wieder einmal im Gefängnis landet. Egon will sich rächen und „hat einen Plan!“. Er will dem Baron die Vase wieder entwenden, diesmal ohne Auftrag, damit dieser vor seinem Schwarzmarktkunden schlecht dasteht. Der erste Versuch auf dem Schloss des Barons klappt nur so semi-gut, die zweite Chance im Theater wird brillant mit dem Konzert verbunden, das den Lärm diverser Sprengungen verdeckt.
Ein Spektakel, mitunter etwas Chaotisch, aber immer menschlich und zum schmunzeln und lachen.
„Mächtig gewaltig Plor!“ Oder… teilst du meine Begeisterung nicht so?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 42: Die Olsenbande sieht rot Publishing Date: 2021-10-21T08:01:53+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/10/21/episode-42-die-olsenbande-sieht-rot/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
Johannes Franke: Nein, eigentlich nicht, aber ich...
Florian Bayer: Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so... Musicals aus den 50ern.
Johannes Franke: Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme.
Florian Bayer: Mit russischen Untertiteln. Von mir. Für dich.
Johannes Franke: Oh Gott, okay.
Florian Bayer: Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Definitiv.
Florian Bayer: Das wird lustig.
Johannes Franke: Publikum zu einer weiteren Folge von Muss man sehen Podcast mit Flor Florian Bayer und Johannes Franke. Flor, wir haben uns lange nicht mehr richtig vorgestellt. Wer bist du?
Florian Bayer: So förmlich haben wir sowieso noch nie eine Eröffnung gemacht. Was machst du in meiner Küche? Ich rede mit dir über Filme. Ich zwinge dich Filme zu gucken und offensichtlich zwingst du mich auch Filme zu gucken.
Johannes Franke: Ja, aus Rache-Gefühlen eigentlich mehr als alles andere.
Florian Bayer: Wir zwingen uns gegenseitig Filme zu gucken und jede Episode ist der Film von jemand anderem dran. Heute besprechen wir einen Film, den Johannes vorgeschlagen hat. den ich vorher nicht kannte. Und ein Film, zu dem es offensichtlich eine ganze Welt gibt, die ich vorher nicht kannte.
Johannes Franke: Ja. Und ich erfülle damit die Maßgabe, deinen Horizont zu erweitern.
Florian Bayer: Definitiv.
Johannes Franke: Was du manchmal ein bisschen aus den Augen verlierst mit deinen Filmen. Vorschläge.
Florian Bayer: Na komm, habe ich letzte Woche nicht deinen Horizont erweitert?
Johannes Franke: Ich bin mir nicht sicher. Ich glaube, du hast meinen Horizont eher enger gemacht. Zerstört.
Florian Bayer: Letzte Woche hatten wir ein experimentelles Kino aus den frühen 2000er Jahren. Da habe ich Johannes nämlich mit David Lynch gequält und Inland Empire.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und zur Rache. gibt er mir für heute Comedy aus den 70ern.
Johannes Franke: Warum zögerst du bei dem Wort Comedy?
Florian Bayer: Ich habe kurz überlegt, ob ich... Heist-Comedy sagen soll.
Johannes Franke: Ja, aber nicht schlecht. Das ist auf jeden Fall auch eine Option. Aber wer dann Ocean's Eleven im Kopf hat, Der liegt etwas falsch.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Nein. Es ist ganz anders.
Florian Bayer: Ganz, ganz anders. Was hast du denn für mich heute?
Johannes Franke: Also, ich habe für dich heute die... Es gibt 14 Filme der Olsenbande. Eine dänische Produktion über drei Gauner, die... Naja, was Gauner so machen, einbrechen, Geld versuchen zusammenzukriegen und dabei kommt ihnen das Leben in den Weg. Ich könnte auch einfach mal meine Einführung vorlesen.
Florian Bayer: Leg los und danach diskutieren wir über den Film, den ich zum ersten Mal gesehen habe.
Johannes Franke: Sehr schön. Okay. Die Olsenbande. Ach ja, wer kennt sie nicht? Ach ja, Plur, du kanntest sie nicht. Im Westen ließ der Erfolg der Olsen-Bande tatsächlich auf sich warten, was der wesentlich schlechteren Synchronisation zugeschrieben wird. Denn in der DDR, von der DEFA synchronisiert, war die Olsenbande ein absoluter Hit. In 14 Filmen versuchen Egon... Kjeld und Benni krumme Dinger zu drehen und immer wieder kommt das wahre Leben dazwischen. Ja, ja. Und des Barons eine teure Vase stehlen, damit der Baron, der sie eigentlich besitzt, sie dann teuer auf dem Schwarzmarkt verkaufen kann. Der Baron allerdings nutzt Egon als Sündenbock, was dazu führt, dass Egon wieder einmal im Gefängnis landet. Egon will sich rächen. Und hat einen Plan, wie er immer wieder so einen Plan hat. Das ist einer der Running Gags dieser Serie. Er will dem Baron die Vase wieder entwenden, diesmal ohne Auftrag, damit dieser vor seinem Schwarzmarktkunden schlecht dasteht. Der erste Versuch auf dem Schloss des Barons klappt nur so, naja, semi-gut. Die zweite Chance im Theater wird brillant mit dem Konzert verbunden. was den Lärm diverser Sprengungen verdeckt. Ein Spektakel, mitunter etwas chaotisch, aber immer menschlich und zum Schmunzeln und Lachen. mächtig, gewaltig, Plor. Oder teilst du meine Begeisterung vielleicht nicht so? Was ist dein Take on this?
Florian Bayer: Wie viele von den Olsen-Filmern hast du denn gesehen?
Johannes Franke: Ich kann es dir gar nicht sagen. Als Kind habe ich mir die ganzen Filme angeschaut, aber es kann sein, dass ich auch immer nur die drei... wichtigsten Filme im Schleife gesehen habe. Ich weiß es nicht mehr, keine Ahnung. Jedenfalls sind Sätze wie mächtig, gewaltig Egon und Ich habe einen Plan und der ist immer brillant. Das ist alles in Volkseigentum übergegangen in der DDR.
Florian Bayer: Also ich habe natürlich auch ein bisschen recherchiert zu dem Film.
Johannes Franke: Danach.
Florian Bayer: Und ich hatte aber schon beim Schauen das Gefühl, dass es ein großes Problem gibt für mich als Rezipienten. einen ersten Film aus dieser Reihe sieht. Ich habe das Gefühl, ich wohne der ganzen Zeit einer Abfeuerung von Running Gags bei. die ich nicht verstehen kann. Beziehungsweise ich merke, dass es ein Running Gag ist, weil sie einfach so direkt dem Zuschauer in die Fresse gehauen werden. Und ich weiß, das ist offensichtlich einfach auch witzig durch die Wiederholung, dadurch, dass man das davor schon in sieben anderen Filmen gesehen hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich habe das Gefühl, die ganze Zeit laufen Runny-Gags an mir vorbei, wo ich denke, okay, du jubelst bestimmt total, wenn du die siehst, weil du weißt, ah cool, jetzt sagt er wieder mächtig gewaltig. Deswegen will ich das mal kurz außen vor lassen, so Running Gags. Es ist offensichtlich... Ding, was von seiner Formalisierung lebt und in diesem speziellen Fall wohl auch davon lebt, dass es mit seiner Formalisierung so ein bisschen spielt und ein paar Witze drüber macht. Und über die ich bestimmt lachen könnte, wenn ich die Filme kennen würde. Es gab Sachen, die ich überraschend fand. Und es gab Sachen, die ich weniger überraschend fand. Also ich habe einfach mit einem seichten Film gerechnet, mit einer locker leichten Komödie und das war ja so im Großen und Ganzen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das hat er einfach das geliefert, was ich erwartet habe, weder groß nach oben noch nach unten ausschlagend. Es gab so zwei, drei Sachen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich war tatsächlich überrascht, dass das ... ganz schön derb werden kann. Ich hab was deutlich Seichteres erwartet. Ich hab deutlich mehr Familienunterhaltung erwartet.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und war dann doch überrascht, dass es Momente gibt, wo man sich vorstellt, wie so die DDR-Familie in den 70ern vorm Fernsehen sitzt und die Mutti dem Kind ganz schnell die Uhren sieht. zuhält, damit es das Gefluche nicht mitkriegt, beziehungsweise Themen wie vorehelicher Sex und es wird halt auch mal einer bei lebendigem Leib eingemauert. Alles natürlich irgendwie so leidhart. Ja, genau. Aber trotzdem mit so einem derben Einschlag, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ich habe nicht damit gerechnet, dass so ein Film aus der Arbeiterklasse ist. Ich dachte einfach, das sind so edlere Ganoven, die trotzdem vertrottet sind. Ich habe einfach nicht damit gerechnet. Was für mich so ein bisschen erklärt, warum es in der DDR wahrscheinlich so gut funktioniert hat, weil es ist halt so der Plebs, es ist das Proletariat, das hier gegen die Reichen kämpft.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und ich war überrascht davon, dass es ... Also, overall, es ist halt schon so Film-TV-Look.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Es gibt ... viele Bilder, wo ich denke, ja, öde. So ist halt eine bessere TV-Serie.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann dazwischen plötzlich diese Bilder, wo ich denke, wow, da hatte jemand ein Kamerakonzept und hat sich wirklich Gedanken gemacht, ein schönes Bild zu kreieren. was so teilweise so ganz unvermittelt kommt. Also zum Beispiel bei dieser ... ersten Übergabeszene, wenn sie dann so über diese Brücke gehen im Nebel und dann hat man diese Totale und sie sind wirklich weit und es sind nur ihre Konturen zu erkennen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es gab ein paar überraschende, starke Bilder, mit denen ich einfach nicht gerechnet hätte, weil es eben dazwischen so TV-Unterhaltung war.
Johannes Franke: Das stimmt, aber ich glaube, das sind wirklich sehr genau gesetzte Momente, wo das einmal eingesetzt wird, wo man dramaturgisch... Wendungspunkte oder sowas hat, wo man sagt, okay, hier brauchen wir mal ein starkes Bild.
Florian Bayer: Es gibt Momente von unerwarteter Kunst und zwar wirklich Kunst im Sinne von, hey, Das könnte ich mir auch vorstellen in einem dänischen Arthouse-Film aus den 70ern. Das ist einfach eine Ingmar Bergmann-Szene von der Kamera. Und es kommt halt so plötzlich... Nachdem alles so ein bisschen krude war.
Johannes Franke: Tür auf, Tür zu, Komödie draufgehalten.
Florian Bayer: Die Synchro hat mich tierisch genervt. Wirklich? Es tut mir voll leid und ich entschuldige mich bei allen, die genau deswegen diese Serie lieben und ich glaube dir, dass das auch ganz viel Nostalgie ist. Und dass das ganz viele Leute schön finden und damit tolle Kindheitserinnerungen verbinden. Ich fand die Synchros super anstrengend. Echt? Und zwar, weil ich auch öfter mal so das Gefühl hatte, gerade bei einigen Figuren höre ich das sächsisch mit raus. Ja, bei Egon, aber auch bei Yvonne.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das war mir dann doch ein bisschen zu viel schludriges Ostfern. um es mal richtig hart zu sagen.
Johannes Franke: Das ist ja gemein. Oh nein. Ich habe nicht damit gerechnet, dass du meine Kindheit kaputt machst.
Florian Bayer: Wenn du mir deine Kindheit zum Fraß vorwirfst, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn ich zuschnappe.
Johannes Franke: Okay, ja, ich habe auch aufgeschrieben, dass sie ganz schön hart sechseln. Das ist mir früher als Kind natürlich nicht aufgefallen. Und es ist mir jetzt wirklich das erste Mal aufgefallen, dass die sechseln. Ich fand das krass.
Florian Bayer: Ich finde, es gibt auch zwischendurch immer so Momente, wo du das Gefühl hast, das ist eine Verarschesynchro. Ich würde gern mal auch den O-Ton nebendran halten. Also die Synchroqualität ist tatsächlich gut. Also die Sprecher machen einen guten Job.
Johannes Franke: Und das Synchronbuch fand ich auch wirklich ganz gut.
Florian Bayer: Ja, ich frage mich halt ganz oft, ist das der Ton, den das Original hat? Und das ist halt gerade bei deutschen Synchronisationen aus der Zeit ... Frage ich mich das öfter, weil wir wissen, damals, zumindest in Westdeutschland, haben sich die Syncros ja viel Freiheiten rausgenommen, um Punkte zu setzen. Also berühmtestes Beispiel natürlich... Bud Spencer und Terrence Hill, wo aus Western Komödien gemacht wurden.
Johannes Franke: Ja, ja gut.
Florian Bayer: Und da, ich kenne das Original halt nicht, ich kann nichts dazu sagen und du kennst das Original wahrscheinlich auch nicht und das muss man wahrscheinlich auch nicht unbedingt kennen, aber es war ganz oft so, dass ich das Gefühl hatte, oh, das ist jetzt aber so ... sehr salopp und schludrig und so ein bisschen so, Alter, daus! Und ich frag mich sofort, Ob das die Stimmung war, die das Original haben könnte und ob da nicht eine bessere Stimmung möglich wäre mit ein bisschen weniger... Mit ein bisschen weniger diesem runtergeschluderten.
Johannes Franke: Das war gerade das Böseste, was du je in diesem Podcast gesagt hast. Alter Deutsch. Das war jetzt gemein. Ich bin hart getroffen.
Florian Bayer: Und die hat nicht mal gesetzelt, die war das gar nicht. Ich hatte eine Englischlehrerin, die gesetzelt hat. Deswegen ist mein Englisch so schlecht. Ich war ja auf einem katholischen Privatgymnasium und hatte in der fünften Klasse Französisch und dann ab der siebten Latein und Englisch kam, glaube ich, erst in der achten oder neunten dazu.
Johannes Franke: Ich hatte Englisch sehr spät.
Florian Bayer: Und dann hatte ich eine Englischlehrerin, die hat gesächselt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und nicht zu knapp.
Johannes Franke: Ja, ich auch. Ich bin in Sachsen groß geworden. Das
Florian Bayer: Das hat meine englische Aussprache wahrscheinlich komplett zerstört.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Und ich werde nie vernünftig Englisch reden können deswegen, weil ich immer...
Johannes Franke: Aber du hast keinen sächsischen Einschlag, du hast einen saarländischen Einschlag.
Florian Bayer: Nee, ich habe einen saarländischen Einschlag. Ich kann das auch eigentlich nicht auf sich schieben. Aber ich hatte eine Lateinlehrerin, die ganz oft eine daraus gesagt hat. Aber ich habe jetzt einfach die beiden Personen... dramaturgisch zusammengebracht. Ich hätte gar nicht sagen sollen. Ich hätte sagen sollen, die hat immer, ey, der hat ausgesagt, aber die war das nicht.
Johannes Franke: Verdammt. Wenn wir jetzt ein Biopic gemacht hätten, dann hättest du das durchziehen müssen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall zwei Personen zusammenziehen. immer ein gutes Mittel, um zu verkürzen und um Dramatik zu erzeugen.
Johannes Franke: Genau, und die Zuschauer zufriedenzustellen, die genau wissen, wie es abgelaufen ist, aber...
Florian Bayer: Aber zurück zur Olsenwande und zum Thema Dramatik. Dramatik hat die ja tatsächlich eigentlich nicht viel zu bieten.
Johannes Franke: Nö, das bleibt ja alles sehr seicht, weil es soll ja nicht wirklich lebensbedrohliche Situationen geben oder sowas, ne?
Florian Bayer: Es gibt halt auch nie die Momente, wo du das Gefühl hast, oh, jetzt haben sie eine Herausforderung. Sie sagen, ich habe hier einen Plan, wir müssen da einbrechen. Schnitt, man sieht sie nachts über ein Gelände laufen und durch ein Fenster rein. Es gibt keine großen, deswegen heiß, deswegen habe ich bei dem heißen Ding so gezögert. keine großen Vorbereitungen. Also Egon packt zwar einen Plan aus von einem Gebäude, Aber das spielt eigentlich keine große Rolle, weil sie überall reinkommen. Aber er sagt schon Kochmütze an. ziehen und dann sind sie halt drin. Und ein offenes Fenster findet sich immer.
Johannes Franke: Aber das Tolle ist, Egon Olsen hat immer in allen dieser Filme einen sehr genauen Zeitplan. Und der weiß immer ganz genau Bescheid, welche Firma, welche Sachen ausführt, in welchem Bereich die arbeiten und wo die arbeiten und wann der Chefkoch von A nach B geht. sie dann dort reinkommen. Und es ist bei allen diesen 14 Filmen so, dass es immer nach dem gleichen Schema läuft. Egon kommt aus dem Gefängnis. Der war im Film davor, ist er im Gefängnis gelandet. Am nächsten kommt er wieder aus dem Gefängnis raus. Die beiden stehen da, winken mit dänischen Fähnchen oder sowas. Das ist großartig.
Florian Bayer: Und warum kommt er immer aus einem Gefängnis raus? Er ist ein Schwerverbrecher. Er ist ein Serientäter.
Johannes Franke: Ja, das Ding ist, der wird immer nur verhaftet für Dinge, die er gar nicht, also nur so Lappalien... Also das eigentliche Ding geht ja meistens ganz gut und nur durch irgendeinen Unfall verlieren die das Geld wieder und dann wird da für irgendwas verhaftet. was so eine Lappalie war, wie bei Rot über die Ampel gehen oder so. Weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Was stimmt nicht mit dem dänischen Rechensystem?
Johannes Franke: Die erwischen halt ihn nur an irgendwelchen blödsinnigen Sachen.
Florian Bayer: Ja, aber sie haben ihn mit der Vase erwischt. Also ich meine, das war eine Fälschung, aber sie haben ihn trotzdem, also die Polizei kam und wurde verhaftet. Dann darf er raus, weil seine Frau das sorgerecht macht.
Johannes Franke: Ja genau, das ist großartig.
Florian Bayer: Nicht seine Frau, Entschuldigung, das hat mich am Anfang übrigens sehr verwirrt, dass die so plötzlich zusammensaßen in diesem Familienbund.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann nach fünf Minuten, ach so, Egon ist gar nicht der Vater von diesem Jugendlichen, sondern da ist der Kjeld.
Johannes Franke: Ja. Aber das Konzept ist immer das gleiche. Egon kommt raus und dann sitzen die immer in dieser Küche und die fragen schon, Egon, hast du einen Plan? Und Egon sagt, ich habe einen Plan und der ist... absolut bombensicher, völlig ungefährlich und immer diese, weißt du, sind immer so Running Gags, immer die gleichen. Und erzählt dann halt Minuten genau, dann und dann gehen wir dort und dorthin, dann haben wir das und das und dann werden immer irgendwelche Werkzeuge, irgendwelche Absurden eingeführt, die sie dann brauchen, um genau das alles machen zu können.
Florian Bayer: Das Setup finde ich tatsächlich total cool, wenn die in der Küche sitzen. Es ist so ein kleinbürgerliches, nee, nicht mal kleinbürgerlich, sondern wirklich so ein proletarisches Setup, Und ich mag diesen Kontrast. Ich finde es schön, dass dieser Egon als so gehobener Ganova auftritt. Mit dem Hut und mit der Zigarre. Und auch immer mit dem intelligenten Blick. Und dann sitzen sie aber in der Küche von dieser Familie, die so ein bisschen ranzig ist. Sowohl die Küche als auch die Familie.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und dann kommt halt diese Yvonne rein und fängt an rumzumeckern. Ja. Und es ist total genervt von allem. Und ich finde, tatsächlich sind die Figuren sehr pointiert gezeichnet. Und du bist sehr schnell drin, du hast sehr schnell so ein klares Bild, was das für Blaupausen sind, dass du halt Egon hast, immer den Chef raushängen lassen, dass du Geld hast, der immer ängstlich ist und dass du dann Benni hast, der einfach immer nur begeistert ist und Und einfach nur so ein Ghanove ist mit seinem, jetzt sag ich's falsch, gewaltig mächtig. Mächtig gewaltig.
Johannes Franke: Mächtig gewaltig. Im dänischen Original heißt es eigentlich Skitgut, also scheiße gut.
Florian Bayer: Was tatsächlich krass entschärft wurde im Deutschen offensichtlich. hast du halt die Familie und dann hast du die Familienstreiterei nebenbei, aber offensichtlich sind die, alle drei gehören ja irgendwie zur Familie. Ja. Weil Yvonne macht auch keinen Hehl daraus, dass sie allen die Verantwortung dafür gibt, dass ihr Sohn jetzt ein uneheliches Kind kriegt gerade. Und das finde ich hat echt gut funktioniert, weil es einfach on point war. Und das war auch so ein Moment, wo ich dachte, okay, ich kann damit leben, dass ich gerade die ganzen Running Gags nicht verstehe, weil diese Figuren... sind trotzdem, obwohl wir sie alle kennen, sind die nochmals so eingeführt, dass jeder seine Rolle hat und ich die Rollen zuordnen kann und weiß, worauf ich mich einlassen muss in den nächsten 13.
Johannes Franke: Ja, das finde ich auch ganz gut. Auch dadurch funktionieren die Running Gags erst, weil wirklich jede Figur immer wieder neu erklärt wird. Dir wird immer wieder erklärt. wie die Figuren sind, weil die auch keine große Varianz haben in ihrem Charakter, in ihrer Darstellung oder sowas. Der Kjeld ist halt immer der Ängstliche und sagt immer, ist das nicht gefährlich und können wir das machen? Und Benni ist halt immer begeistert. Ja, mächtig, gewaltig, Egon.
Florian Bayer: Es hat halt auch komplett diese TV-Zeitlosigkeit von der Sitcom. Du kannst dir einfach vorstellen, wie der Film davor aussah und wie sie dann am Schluss auf Null zurückgedreht haben und er wieder im Knast gelandet ist.
Johannes Franke: Genau, ja. Es gab nur so zwei Filme, ich glaube die 11 und die 12 oder sowas, die zusammengehören quasi, wo man beide hintereinander gucken muss, damit man das versteht. Und es ist auch, manchmal geben sie Geld aus, was sie im Film vorher ergaunert haben. Ich glaube, bei der 6 und der 7 ist das so.
Florian Bayer: Jetzt habe ich aber doch noch ein paar Fragen. Hast du jemals die westdeutsche Synchro gehört?
Johannes Franke: Nein, keine Ahnung.
Florian Bayer: Ich habe mal geguckt, ob ich sie finde. Und genau, es ist weg. Es ist wirklich weggeputzt von der Geschichte und offensichtlich haben sich alle Wessis total geschämt für dieses Synchro und haben gesagt, nee, lasst mal das DEFA-Ding da stehen, das ist schon so geil. Zweite Frage, das habe ich nämlich gemacht, hast du mal in die finnische Variante reingeguckt?
Johannes Franke: Die finnische.
Florian Bayer: Es ist total krass. Es gibt eine finnische Olsenbande. Also die Dänen sind das Original. Ja, genau. Aber parallel ... wurden dann irgendwann finnische Filme gedreht. Und das sind auch tatsächlich Remakes von den Dänischen.
Johannes Franke: Sind das finnische? Ich dachte, die wären woanders gewesen. Norwegen.
Florian Bayer: Norwegen? Habe ich das was Falsches gesagt?
Johannes Franke: Müssen wir das rausschneiden? Ne, Flor, du irrst dich auch mal. Yes, endlich. 1 zu 0 für mich.
Florian Bayer: Es gibt die norwegische. Aber hast du reingeguckt?
Johannes Franke: Nee, das habe ich nicht gemacht.
Florian Bayer: Norwegische Version von all diesen Filmen. Und die wurden auch offensichtlich kurz nach den Dänischen gedreht.
Johannes Franke: Also es ist wirklich für jeden Film original nachgedreht. Genau.
Florian Bayer: Auf YouTube findet man übrigens die norwegische Variante, auch in schrecklicher Bildqualität, weil sie, um Copyright-Probleme zu umgehen, einmal reingezoomt. sind, was offensichtlich in letzter Zeit die Piraten öfter ganz gerne machen, was ganz schlimm ist, wenn sie uns einfach mal ein Drittel des Bildes klauen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: ... ... ... ... ... ... ... Es hat einfach nicht ganz diesen Charme. Also zum Beispiel, was Schauspiel betrifft. Das sind die drei Typen, die die Protagonisten spielen, die sind einfach cool. Die sind einfach, die sind on point, die sind super witzig, das sind gute Schauspieler.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also in dem Rahmen, in dem das Ganze halt stattfindet. Und das sind natürlich auch Clowns.
Johannes Franke: Ja, genau. Ja, Clown ist wirklich ein guter Vergleich, weil du genau diese Trademarks, wenn du ein Clown bist, suchst du dir genau solche Trademarks, wie diese Figuren sich gesucht haben. Und das Tolle ist... Der Regisseur Eric Ballinger hat vorher schon mit diesen dreien Hauptdarstellern Filme gedreht. die so ein bisschen als Vorläufer der Olsenbande gelten könnten. Gibt es Kaliber 7,65, Diebesgrüße aus Kopenhagen und Slap-Aff. Frede, keine Ahnung, entspann dich, glaube ich, heißt der auf Deutsch. Genau, entspann dich, Frede. Und das waren so drei Filme. Schlag zuerst, Frede war dann auch der dritte. Und da ist im Grunde das Konzept entstanden. Mehr oder weniger. Und dann haben sie noch ein bisschen gebraucht. Die ersten drei Filme der Olsenmann sind auch noch nicht ganz so fest gebraucht. In ihrer Sitcom-Artigkeit, Wiederholung, Tür auf, Tür zu, immer diese Küche und so weiter. Da wohnen die auch noch woanders. Aber es hat sich dann einfach so eingeschliffen. Und die waren alle so erfolgreich. Und dieser Film ... ist immer noch einer der erfolgreichsten dänischen Filme im Land. Ja. 4 Millionen Tickets verkauft. Das ist, glaube ich, immer noch der Rekord bei denen.
Florian Bayer: Irgendwie geschlagen von Titanic oder... und Herr der Ring oder so irgendwas. Irgendwie sowas, genau. So zwei Filme, die davor sind noch, die es halt irgendwie geschafft haben, sich davor zu mogeln jetzt in den letzten 30 Jahren.
Johannes Franke: Aber das ist so krass, oder?
Florian Bayer: Ja, total.
Johannes Franke: Ich finde es beeindruckend und die müssen einen unglaublichen Fandom da haben und die... Die haben auch immer wieder gekämpft, weiter Filme machen zu können und irgendwann ist halt auch die Yvonne gestorben. Der letzte Film ist ohne Yvonne entstanden, der 14.
Florian Bayer: Es gibt auch so ein Gap zwischen dem 13. und dem 14. Genau, weil sie so lange... 1989 oder so?
Johannes Franke: Ja, die haben lange gewartet, bis sie das dann noch gemacht haben.
Florian Bayer: 1998. 1998 kam der 14. Film. 1981 war der letzte... Mit der Yvonne-Darstellerin.
Johannes Franke: Ja, und dann haben sie eben echt lange gehadert, ob sie es nochmal machen oder nicht. Weil Yvonne einfach wirklich fehlt. Es ist halt traurig.
Florian Bayer: Die ist eine super Rolle. Tatsächlich. Die ist schön reingeschrieben, auch weil sie, also in dem Film ist es natürlich jetzt besonders krass, ich nehme mal an, das ist nicht immer so, aber sie hat halt das Heft in der Hand. Und sobald sie in der Wohnung sind, ist ganz klar, das ist ihr Hoheitsgebiet. Und sie sagt, was da abgeht. Und in dem Film wird das noch mal ganz krass auf den Punkt gebracht, indem sie dann ... Nach dem ersten Drittel holt sie Egon aus dem Gefängnis raus, indem sie sagt, ich bin jetzt sein Vormund und ich passe auf, dass er keinen Mist macht. Und sie spielen diese Vormundsgeschichte auch wirklich bis zu Exzess aus.
Johannes Franke: Ja, weil sie halt wirklich dann darauf besteht, ihn wie ein Kind zu behandeln.
Florian Bayer: Zeig mal deine Fingernägel.
Johannes Franke: bist bis dann und dann zu Hause.
Florian Bayer: Treibt euch nicht so lange auf der Straße rum.
Johannes Franke: Das ist so süß. Und Egon, das ist ja auch der Grund, warum Egon am Ende wieder ins Gefängnis geht.
Florian Bayer: Das ist auch ganz putzig. Das ist natürlich so der Moment, wo sich der Kreis schließt und man weiß, okay, es wird einen nächsten Film geben und da wird er auch wieder so aus dem Gefängnis rauskommen. Genau.
Johannes Franke: Ist wirklich toll. Und Yvonne ist ab dem vierten Film so ein bisschen präsenter. Also ab dem vierten Film haben sie quasi auch... viele Plots einfach um sie drum herum gestrickt, wie auch in diesem Film eben einfach.
Florian Bayer: Und dieser Börge wird alt mit ihnen, der taucht als Kind auf und ist auch immer derselbe Schauspieler dann? Genau.
Johannes Franke: Der ist am Anfang 10 und dann wird da halt alles durchexerziert, was der so alles an... Weißt du, dann gibt es halt... den Film, wo er eingeschult wird. Burgers Konfirmation ist im vierten Film, seine Berufsausbildung ist im siebten Film, seine Hochzeit im achten Film, den wir jetzt gesehen haben. Und dann gibt es Nachwuchs, wenn er ein Kind kriegt im 11. Film und so. Das Problem ist, am Ende ist da ein bisschen weniger drin, hat nur noch so ein paar kleine Auftritte. Weil er das Gefühl hatte, am Erfolg dieser Serie nicht genug beteiligt zu werden.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Da war er ein bisschen beleidigt und hat gesagt, nee, das mache ich nicht mehr.
Florian Bayer: Aber er ist auch tatsächlich nicht die wesentlichste Rolle. Ich habe so das Gefühl, also in diesem Film jetzt zumindest, ist er drin, um den Plot an manchen Stellen voranzutreiben und tatsächlich ist seine Rolle, ich fand seine Rolle weniger wichtig als die von seiner Freundin von seiner Ehefrau in Spee, die Vieh, weil die halt die Vase kaputt macht. Weil die mit ihrer Tollpatschigkeit die Story halt im entscheidenden Moment zweimal vorantreibt und zweimal nochmal so einen Twist gibt.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Apropos Vase kaputt gehen, die Polizisten, ist das auch ein Running Gag? Kommen die auch in ganz vielen Filmen vor, speziell die beiden?
Johannes Franke: Ja, am Anfang sind es auch noch so namenlose Polizisten, die nicht wirklich was eigenes haben und dann entwickelt sich das so. ich weiß nicht ob sein partner lange bleibt das weiß ich nicht mehr genau aber nämlich so ein
Florian Bayer: merkwürdig in die Geschichte reingepfropft, dass ich dachte, das kann nur Sinn ergeben, wenn wir die auch in allen anderen Filmen sehen, weil das war so eine überflüssige Handlung dieser ganze Strang, dass sie sich Gedanken darüber machen, dass sie den Baron nicht verhaften können und dass das Ärger gibt und so weiter. Das war so überflüssig. Diese Schnitte in das Polizeirevier.
Johannes Franke: Ich glaube, es gibt eine Phase.
Florian Bayer: was soll das jetzt, brauche ich eigentlich nicht.
Johannes Franke: Ich glaube, du hast so drei, vier Filme vor diesem, so ab fünften oder sowas, Taucht ja auch als Namentlicher, der auch einen eigenen Willen hat. Nämlich, dass er möglichst nichts lösen will, weil sonst kommt irgendwie...
Florian Bayer: Ach, das ist immer sein Plot. Die Polizisten wollen den Fall nicht lösen.
Johannes Franke: Genau, der Polizist sagt immer, bitte. nicht, das ist alles, das bringt nur Ärger und das ist alles nur Aufwand und so und ich will hier das alles absitzen und Ich kriege noch meinen Verdienstorden, weil ich so und so lange ohne Ärger und so durchgehalten habe. Will ich alles nicht. Deswegen kehrte er ja auch diese Vase unter den Teppich, literally.
Florian Bayer: Das fand ich tatsächlich wieder ganz nett, diese Auflösung war irgendwie putzig, dass dann die Vase kaputt geht und alle so, oh Gott sei Dank. Gott sei Dank ist die Vase kaputt. Und dann kehrt sie echt unter den Teppich. Ist das sowas? Es gibt viele so absurde Slapstick-Momente, wo man ... Die Geschichte ganz offensichtlich jeglichen Realitätssinn verlieren.
Johannes Franke: Darum geht es ja auch nicht. Du willst ja irgendwie einfach nur... Die Maßgabe des Regisseurs und des Autors war wirklich... Zu gucken, was passiert, wenn du drei Gaune hast, die einfach wirklich im Alltag verhaftet und es geht darum, wir brauchen Geld für die Familie, für Kjeldt, weißt du? Und Egon ist eigentlich immer die ganze Zeit daran gebunden, dass er zwar einen Plan hat, aber dann irgendwas dazwischen kommt und er eigentlich gar nicht mehr das Geld will, sondern nur noch Rache. in diesem Fall an den Baron, der ihn benutzt hat. Und Benny ist, glaube ich, einfach die ganze Zeit nur wegen des Abenteuers dabei. Ja.
Florian Bayer: Diese Kontraste machen natürlich auch eine Stärke, dass wir eben zum einen dieses kleinbürgerliche, proletarische Leben haben und zum anderen diese hochtrabenden Pläne. Offensichtlich ist ja auch ein ganz großes Ding. dass er immer von Millionen erzählt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Yvonne irgendwann sagt, bloß keine Millionen. Packt mal kleinere Brötchen. Es reicht, wenn wir ein paar tausend Euro haben. Das gibt einem einen netten Kontrast, weil ... Klassische Heistfilme sind ja meistens entweder in so einer High-Society-Welt oder eben in so einer kleinen Ganoven-Welt, die aber so ganz eindeutig kriminelles Milieu ist. Wir hatten vor einigen Episoden, haben wir über den Clou geredet. Und der ist so ein ganz klares Beispiel dafür. Das sind halt Ganoven, die deren Alltag wenig Verknüpfungspunkte hat mit dem harten Leben einer Familie. Und in diesem Film ist es die ganze Zeit das Familienleben. Und das ist halt, Egon ist ein Ganover, aber das ist einfach sein Job. Und die anderen beiden machen auch den Job. Er ist der Kleinunternehmer. Die beiden sind seine Angestellten. Angestellten. Und er ist ein Kleinunternehmer im Dorf, deswegen kennt er eben auch die Frau von seinem Angestellten und deswegen darf sein Angestellter ihn auch mal anpöbeln. Es ist nett, also es ist wirklich dieses kriminelle Milieu als eben einfaches, dörfliches, proletarisches Milieu dargestellt.
Johannes Franke: Ja, wahrscheinlich um den Kreis zu schließen, was du vorhin sagtest, auch den Charme für die DDR-Bürger ausgemacht hat. So dieses Proletariat.
Florian Bayer: tut ideologisch keinem weh in der DDR. Es ist ein Film, wo jedes ... jede Kultureinrichtung der DDR sagen kann, ja, das ist doch gut. Die machen den bösen Baron fertig, die kämpfen gegen den Adel, die kämpfen gegen den Reichtum.
Johannes Franke: Ja, passt.
Florian Bayer: Voll auf Linie. Ähm,
Johannes Franke: Die Geschichte brauchen wir nicht großartig zu umreißen, oder? Es gibt so ein paar Highlights, die irgendwie cool sind.
Florian Bayer: Ja, ich hab das Gefühl, und das auch nochmal, es hat viel von der Klaunerie, weil Die Geschichte stolpert so ein bisschen. Von Ereignis zu Ereignis. Es gibt eben nicht nur einen großen Heist. Und es gibt keine große Planung, sondern es gibt gleich drei, vier heißt's. Die immer nur kurz geplant werden und gleich ausgeführt werden.
Johannes Franke: Ja, weil der erste nicht klappt, muss der zweite her und der zweite muss wegen des dritten, der dritte muss wegen, ne, und so.
Florian Bayer: Ist das auch so ein wiederkehrendes Konzept von den Filmen, dass sie halt eben drei-, viermal einbrechen müssen?
Johannes Franke: Also es ist tatsächlich, wenn ich mich richtig erinnere, immer so, dass du irgendwie den ersten großen Plan hast. Der funktioniert meistens ganz gut. Wegen irgendeiner Lappalie verliert sich das dann am Ende wieder. Bei der Vase ist es halt so, dass sie dann... zerbricht oder bei dem Baron, wenn er auf dem Schloss ist, es klappt ja eigentlich alles.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Bis zu dem Moment, wo er aus Versehen in diese uralte Falle tappt. Ja. Pech gehabt. Aber das sind so Lappalien, die dann passieren und die das Ganze zum Scheitern bringen und ins Stolpern und dann stolpern sie halt, um das zu retten, was sich schon eigentlich ursprünglich geschafft hat. haben, in die nächste und in die nächste und in die nächste Situation.
Florian Bayer: Was so ein bisschen schade ist, es verliert sich so ein bisschen die Suche, es verliert sich so ein bisschen das Highlight. Du hast das Gefühl... Da könnte jetzt ein Highlight gesetzt werden, zum Beispiel, wenn sie in diesem Schloss einbrechen, altes Gemäuer, alte Fallen, da läuft der Butler rum, der hat Angst vor Gespenstern und so, ganz viele tolle Gedanken, ganz viel Potenzial für eben so ein Showdown. Und dann ist es eben doch wieder nur wie beim ersten Mal halt ein Einbruch, der halb klappt, halb schief geht. Ja. Und es gibt nette Szenen da drin, aber okay, das war noch nicht unser Highlight.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Dadurch hast du das Gefühl, es stolpert von Ereignis zu Ereignis. Keines von diesen Ereignissen ist so weit oben, dass du sagen kannst, wow. Das hat mich jetzt umgehauen.
Johannes Franke: Man muss dazu sagen, dass es der Lieblingsfilm von zwei der Schauspieler ist. Und der Drehbuchautor meinte aber, es ist eigentlich dramaturgisch das Schwächste. Bis auf diese großartige Idee dann in der Oper, die wir vielleicht einmal dann langsam...
Florian Bayer: Da kommen wir zum Highlight quasi. Das ist natürlich eine tolle Szene. Und ich kann auch verstehen, dass die in der Rezeption offensichtlich als der... Olsen-Moment schlechthin wahrgenommen wurde. Möchtest du kurz sagen, was passiert?
Johannes Franke: Es ist halt wirklich wieder so, wie das immer bei Egon Olsen ist, der sich der plötzlich wirklich von allem genau Bescheid weiß, wann, was, wie ist. Und in diesem Fall wird es so auf die Spitze getrieben, dass es halt musikalisch ganz genau, er hat sich ein Buch... besorgt, indem die Noten von dem, was dann in der Oper aufgeführt werden soll, besorgt und weiß ganz genau, wann sind die lauten Stellen. Wann sind die lauten Stellen so, dass man einmal eine Sprengladung zünden kann? damit das Publikum nicht mitbekommt, dass sie da einbrechen und durch die Wende durch sich vorarbeiten. Weil er genau weiß, erst kommt das Schauspiel, dann kommt der Chor, dann so die Garderoben. Die sprengen sich durch die Wände der einzelnen Räume durch. Und ich bin mir sicher, es gäbe noch einen anderen Weg. Es gibt ja einen Gang daneben, aber egal. Und dann sprengen sie sich halt genau im richtigen Moment, wo gerade der Beckenschlag, der im Orchester besonders laut ist, genau dort wird dann gesprengt. Und man sieht halt die ganze Zeit, Egon, wie er mit dem Textbuch, dann blättert er um, ah, jetzt sind wir da und dann dirigiert er das da irgendwie und im richtigen Moment... Gibt jetzt Zeichen für die Sprengung.
Florian Bayer: Und es ist wirklich super geschnitten. Ja. Es ist eine toll montierte Szene. Es sind insgesamt zehn Minuten. Und du hast einfach diesen Slapstick musikalischen Moment sehr traditionell entwickelt. Wir haben hier einen Film aus den 70ern und der übernimmt einfach ein Prinzip aus den 30ern, 40ern, wie man es aus klassischen Zeichentrickfilmen kennt. Das ist eigentlich eine Diskussion. eine Szene.
Johannes Franke: Das stimmt, ja. Und es ist ja tatsächlich auch von Hitchcock schon mal. Der Mann, der zu viel wusste irgendwo, war das auch schon mal der Plot, ne? Das Ich glaube, den hat er auch zweimal gemacht, oder Hitchcock?
Florian Bayer: Ja, der Mann, der zu viel wusste, den gibt es zweimal, ja.
Johannes Franke: Und da ist es halt auch irgendwie so auf einem musikalischen Cue irgendwie der Schuss, der fällt, wenn ich das richtig erinnere.
Florian Bayer: Ja, so dieses Arrangement, dass Musik und Handlung und Bewegung ein... Eine Einheit bilden.
Johannes Franke: Und ich glaube, dass sich auch der Regisseur tatsächlich daran... Also dass er das sozusagen als Zitat einmal nutzt und das darauf als ein bisschen als Verneigung vor Hitchcock oder auch vielleicht als Parodie, wie seine Intention auch immer war. Es funktioniert einfach wunderbar.
Florian Bayer: Es ist total gut montiert und gut arrangiert. Es ist wirklich eine starke Szene. Ich finde tatsächlich, die stärksten Szenen habe ich in dem Film woanders gesehen. Das waren immer diese Momente, wo plötzlich Kunst zu sehen war, wo plötzlich ein Bild wirklich gut war. Ich mochte total die... Die Einführung des Barons, wenn sie diese Standbilder quasi haben, wenn er von dem Baron erzählt, dann hat man diese Szenen, wie er da im Hof steht mit seinen Leuten und das ist so. sehr schnell geschnitten, kaum bewegte Bilder, wo ich schon dachte, oh, jetzt probieren sie aber doch was aus, was ich nicht erwartet hätte. Und dann gab's so einzelne Spots, wo halt einfach mal die Kamera perfekt gepasst hat. Gerade so totalen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Womit Licht und Schatten auch ein bisschen gespielt wurde, Figuren, die sich im Nebel bewegen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das waren überraschend starke Momente.
Johannes Franke: Und wie fandest du sonst die Zusammenstellung der Umstände dann? Wenn zum Beispiel die da durch die Katakomben durchgehen im Schloss, Egon hat plötzlich Probleme. Sachen zu lesen, das wird dann auch in den anderen Filmen noch stärker, dass er immer älter wird und dass das schwierig ist. Und ich finde das mit der Brille eine gute Idee, weil das auch relativ nebensächlich sich ergeben hat und dann irgendwie... Dann doch platt relevant wurde, dass er eben einfach nicht lesen konnte, wo er hin muss und dann einfach losgelaufen ist.
Florian Bayer: Es war mir in den meisten Momenten zu viel Clownerie tatsächlich. Hätte es mir dann entweder ein bisschen bissiger gewünscht, ein bisschen bösartiger.
Johannes Franke: Ja, gut.
Florian Bayer: ein bisschen weniger diesen Clown Slapstick. Du hast halt oft diese Szenen, wo einer... orientierungslos vorgeht und zwar orientierungslos hinterher stolpern und sich über die Füße fallen, Dafür hat halt dann so ein bisschen die Dramatik gefehlt. Ich glaube, diese Szenen hätten ... Als Ergänzung Dramatik gebraucht, ein bisschen mehr Dramatik. Auch gerade die Ideen, die wirklich cool sind, zum Beispiel, dass dann plötzlich gesagt wird, okay, jetzt mauern wir ihn lebendig ein. Was ich wirklich cool fand. Aber auch da hätte ich mir gedacht, okay, wenn ihr schon sowas derbes macht, dann gebt mir auch diese derbe Inszenierung. Dann macht es mir ein bisschen blutrünstiger, ein bisschen... Böser, traut euch ein bisschen mehr. Das war dann halt der Moment, wo ich dachte, es hat diese derben Ansätze. Aber in der Ausführung ist es dann eben doch relativ seicht und leicht und du merkst schon beim Einmauern, das ist alles irgendwie ganz witzig und er wird befreit werden. Und da gibt es ja auch den schönen Moment, wenn sie dann zuerst das Skelett befreit und sagt, oh nein, der ist verhugert. Das ist irgendwie alles süß. Und das hat auch dieses schwarzhumorige...
Johannes Franke: Aber ich glaube, das ist genau der Grund, warum es in der DDR und in verschiedenen anderen Ländern zu derzeit als TV-Unterhaltung so erfolgreich wird. weil sie eben aber auch nicht so bissig geworden sind und es nicht so düster wurde, sondern alles so leicht blieb.
Florian Bayer: Und das ist ein bisschen schade, weil es hat ja diese Ansätze, es hat ja diesen... Diese Besonderheiten, eben dass manchmal ganz schön derb gesprochen wird, dass manchmal doch ganz schön krasse Sachen gemacht werden, wie gesagt, ein Mensch wird lebendig eingemauert. Dass sie in dieser merkwürdigen Gemeinschaft leben. Und alle wirklich auch eher so Outsider sind und versuchen das so ein bisschen zu kaschieren, also vor allem Egon. Der sich eben so diese Würde des eleganten Gauners geben will. Und dann gleichzeitig sitzen sie aber dabei Butterbrot in der Küche. Das hat alles diese Ansätze, wirklich bissig zu sein.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wird dann aber in so einem allgemeinen Weichzeichner gehalten.
Johannes Franke: Das stimmt. Aber ich finde das schön. Vielleicht ist es auch das, was heute so Telenovelas und so am Ende ist allen klar, dass es keine ernsthaften Probleme sind. die behandelt werden.
Florian Bayer: Was krass ist, weil ich meine, wir haben ja ernsthafte Probleme. Es geht hier immerhin um eine... vor der Ehe im Jahr 1974. Und ich gehe mal davon aus, dass die dann auch ziemlich konservativ waren.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Also das ist ja schon einmal so ein Thema, was man sich auch trauen muss im Nachmittagsprogramm, wo auch Kinder mitgucken, auf den Tisch zu legen und zu sagen, oh, sie ist schwanger.
Johannes Franke: Ja, klar. Naja, ich glaube, dass sie sich schon als progressiv so ein kleines bisschen verstanden haben, aber das ist natürlich aus der Entfernung ein bisschen schwer zu sehen. Da muss man dann vielleicht doch mit der Lupe gucken.
Florian Bayer: Und dadurch ist es halt natürlich auch so ein bisschen geplätschert. Also es ist jetzt so, dass ich dachte, okay, das sind viele Running Gags, die ich irgendwie nachvollziehen kann, dass Running Gags sind, aber über die ich nicht lachen kann oder über die ich mich nicht freuen kann. Aber es ist relativ wenig Motivation bei dem Film übrig geblieben, mir jetzt noch andere Olsen-Filme anzugucken. Ich habe nicht das Gefühl, oh, jetzt muss ich aber noch drei andere gucken und dann bin ich voll drin.
Johannes Franke: Doch, musst du...
Florian Bayer: Dafür hat es mich dann einfach zu wenig gepackt. Du wirst
Johannes Franke: nicht entkommen können. Du musst einmal über den Berg und das ist so der zweite oder dritte Film. Dann bist du drin.
Florian Bayer: Und vor allem auch mit diesem unguten Gefühl, dass ich schon den besten Film der Reihe gesehen habe. Und dass ich den halt so gut fand.
Johannes Franke: Es gibt noch einen ganz tollen mit so einem Koffer als McGuffin, wo sie dann hinterher auch wieder...
Florian Bayer: Oh, keine Vase, sondern ein Koffer.
Johannes Franke: Wow, diesen Kreativen. So ein bisschen wie bei Isverstock, wo sie tauschen, wo ist das Geld drin und wo nicht und so.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ah ja, okay, okay, okay, okay. Du hast schon wirklich einen sehr guten davon gesehen.
Florian Bayer: Ja, das glaube ich auch. Ich habe auch qualitativ eigentlich nichts an dem Film auszusetzen. Es ist halt einfach ... einige sehr gelungene Sachen drin. Eben die Charakterzeichnung fand ich schön. Und ich kann total gut verstehen, dass das dass Leute sich davon auch mitreißen lassen und sagen, mit denen will ich noch mehr Zeit verbringen, das ist süß, diese schrägen Figuren. Die Bilder fand ich teilweise, wie gesagt, total überzeugend. Das hat mich halt einfach nicht so unterhalten. Ich bin vielleicht auch einfach nicht der Mensch dann für diese Klaunerien und für diese... Für diese doch sehr Slapstick-getriebenen Einbrüche. Ich will ein bisschen mehr Fleisch dabei haben.
Johannes Franke: Naja, und für mich ist es halt dann wahrscheinlich für dich auch wieder zu, sage ich... wie Benni zwischen Kjeld und Egon vermitteln muss, wo die dann da sich an zwei Enden des Bildes positionen und sagen, wir reden kein Wort mehr mit ihnen. Und dann rennt er hin und her zwischen den beiden und beide sagen, der soll sich entschuldigen. ja, ja, ich kriege das hin, kein Problem, geht zum anderen. Ja, du, das tut ihm total leid. Und schafft es irgendwie, dass sie sich am Ende die Hand geben und glauben, der andere hätte sich entschuldigt.
Florian Bayer: Das finde ich sehr süß. Das ist süß, genau. Das gefällt mir halt. Das könnten Punkten... Ein Stück weiter gehen.
Johannes Franke: Ein Stück mehr sein. Ja, es ist natürlich kein Tarantino.
Florian Bayer: Nein, ich erwarte keinen Tarantino, aber ein bisschen mehr schwarzer Humor, ein bisschen mehr, ein bisschen höhere Steaks. Ich weiß es auch nicht.
Johannes Franke: Verdammt.
Florian Bayer: Du siehst mich schmunzeln. Ich habe den ganzen Film über geschmunzelt.
Johannes Franke: Das ist schön. Das ist schon mal was. Ist das ein Film für Kinder für dich? Würdest du sagen, das würdest du deinem Sohn vielleicht zeigen irgendwann?
Florian Bayer: Ich glaube, das könnte ich jetzt schon meinem Sohn zeigen. Und der fände es wahrscheinlich lustig. Der würde wahrscheinlich drüber lachen. Der fände es wahrscheinlich besser als ich.
Johannes Franke: Ja, das ist doch super.
Florian Bayer: Also ich sehe total den Aspekt, dass es Kindern Spaß macht.
Johannes Franke: Ja. ist vielleicht auch wirklich bei mir meinen nostalgischer faktor der einfach wirklich ich habe es als kind gesehen ich habe es geliebt Und ich habe mich immer wieder gefreut, wenn ein mächtig gewaltiger Jäger und der hat einen Plan.
Florian Bayer: Natürlich, jeder hat sowas. Ist doch auch klar. Es sind ja auch Running Gags, die gut auf den Punkt sind.
Johannes Franke: Und die haben sich ja auch in dieser ganzen alten Woodville, diese ganzen Slapstick-Sachen, wovon ich so ein großer Fan bin. Wenn der zum Beispiel eingemauert wird und selbst wenn er geknebelt wird, Egon, dann hat er seine Zigarre trotzdem noch im Mund.
Florian Bayer: Ich kann auch total die Faszination dran verstehen, weil es ist halt wirklich so wie so ein Pop-Schlager, wenn du den Refrain zum zweiten Mal hörst und merkst, der geht ins Ohr. freust du dich drüber. Und ich hab mich gefreut, als ich zum zweiten Mal in diesem Film dann eben diese Gefängnisfront gesehen habe, wo er rauskommt.
Johannes Franke: Hast du gerade diesen Film mit Schlager verglichen? Ja, total.
Florian Bayer: Es ist wie ein Schlager. Du hörst Ein Refrain und denkst so, ja, der ist ganz nett und ich glaube, der kann ins Ohr gehen. Dann hörst du ihn ein zweites Mal und denkst, ja, ich verstehe, warum der ins Ohr geht. Und dieser Film hat eben diese Refrains auch mehrmals drin. Das heißt, man merkt schnell, warum das eingängig ist. Die ist mächtig-gewaltig, wird öfter gesagt. Wir haben öfter diese Perspektive vom Gefängnis.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Wir haben öfter diese Szenen, wie sie am Küchentisch sitzen. Und es gibt einfach diese Wiederholungen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: schon in einem einzelnen Film dir klar machen, okay, hier entsteht gerade ein Ohrwurm für dich.
Johannes Franke: Ja, gut, ein Olsenbande ist ein Ohrwurm, das ist... Das ist vielleicht genau der richtige Vergleich, ja.
Florian Bayer: Und es spricht ja nichts gegen gute Schlager. Nee, überhaupt nicht. Funktioniert halt so, es gibt einen guten Refrain, du hast Spaß und dann singst du halt irgendwann mit und hätte ich das als Kind geguckt, dann wäre ich wahrscheinlich auch darum gelaufen, hätte irgendwann mächtig gewaltig gesagt, mich tierisch drüber gefreut. und würde mich jedes Mal drüber freuen, wenn ich den nächsten Film sehe und denke, ach schön, da ist sie wieder, das Gefängnis, da sind wieder die deppischen Polizisten, super. Egon hat einen Plan, toll. Ich hätte ihn halt einfach 25 Jahre früher schauen müssen zum ersten Mal.
Johannes Franke: Warum hast du das nicht getan?
Florian Bayer: Ich verstehe den Kultcharakter. Hätte ich ihn als Kind gesehen, würde ich wahrscheinlich mit ähnlichen Gefühlen rangehen. Das mit den Tresoren fand ich schräg. Offensichtlich gibt es ja ein Running Gag, was die Tresore betrifft. Und es gibt diesen Franz-Jäger-Tresor, der ganz wichtig ist.
Johannes Franke: Der Berliner, das Berliner Modell. Der kommt immer wieder vor. Es wird immer gesagt, er hat irgendwie die Skills hochgelevelt auf 100, was Tresoreknacken betrifft, aber das ist sein Spezialgebiet. Und ausgerechnet den hat er... er immer. Der kommt immer vor. Ausgerechnet dieser Tresor. Ich finde das Ende sehr süß.
Florian Bayer: Wenn er selbst sich ins Gefängnis einliefert.
Johannes Franke: Na, noch vorher... Wenn sie den Koffer mit dem Geld haben und das ist aber gar nicht der Koffer mit dem Geld, sondern das sind die Klamotten. Die eigentlich Vieh, also die Freundin, die jetzt heiraten will oder geheiratet hat, dann ja in dem Moment schon. Flitterwochen die tatsächlich einfach sehr bewusst diesen Koffer ausgetauscht hat und das Geld in die Flitterwochen mitnimmt was echt viel Geld für Flitterwochen ist.
Florian Bayer: Ich finde diese, also die sind ja wirklich eher Nebencharaktere, die aber immer so ein bisschen die Handlung vorantreiben. ich finde diese viel tatsächlich lustig ja also ich finde den Jungen tendenziell den, wie heißt der, Börge, der steht halt rum und macht altkluge Sprüche und will offensichtlich auch in Ganova sein. aber tatsächlich kann ich auf ihn verzichten wenn du jetzt sagst, der wollte mehr haben und hat sich aufgeregt, dass er nicht genug gewürdigt wurde der muss auch nicht, also die Rolle muss gar nicht viel mehr gewürdigt werden. Aber diese Vieh fand ich großartig. Und die nochmal zu sehen und Von der nochmal ein paar tollpatschige Aktionen zu haben, das würde mir auch gefallen.
Johannes Franke: Das stimmt. Und der Burger hat in den anderen Filmen, glaube ich, auch nochmal ein bisschen mehr zu tun. Und ich glaube, dass sich das... über die Filme, nicht nur über den einzelnen Moment ergibt, sondern sein Anspruch ergibt sich schon auch darüber, dass er einfach seit er zehn war, da immer dabei war und immer irgendwie Teil der Geschichten war. Und vielleicht auch mal mehr als in diesem Film, das weiß ich gerade nicht mehr genau.
Florian Bayer: Und interessant finde ich tatsächlich, dass... Es ist ein Film, also es sind Filme. Es gibt keine Romanvorlage. Du guckst das und denkst, oh... Dazu gibt es doch bestimmt zwei Millionen Pulp-Bücher, die lustige Geschichten erzählen oder Comic-Strips. Dänischen Tageszeitungen aus den 50ern. Aber nein, es ist wirklich ein originärer Film. Es wurde nur für das Medium Film entwickelt.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Finde ich überraschend. Das wirkt nämlich eher, als ob es, ich glaube, am ehesten tatsächlich ein Comicstrip aus einer Tageszeitung wäre, weißt du, so auf der letzten Zeit. Stimmt, ja. Nochmal, was hat die Olsen-Bande noch zu bieten? So ein paar Panels. Und dann wird halt ein kleiner Einbruch erzählt, der schief geht. Und irgendjemand hat gedacht, oh, daraus können wir doch einen Film machen. Nein. Von Anfang an als Film konzipiert.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und auch offensichtlich von Anfang an ziemlich erfolgreich. Wahnsinnig erfolgreich, ja. 1968 war der erste dänische Film. Und der hat gleich voll eingeschlagen.
Johannes Franke: Und dann kamen direkt die 69 Fortsetzungen in der Klemme.
Florian Bayer: Und Anfang der 70er haben sie dann mit den Synchros angefangen und DDR hat das Zeug auch gefressen.
Johannes Franke: Sofort geschluckt. Sofort. Wollen wir elegant in die Top 3 hinein stolpern?
Florian Bayer: Jingle.
Johannes Franke: Sehr elegant. Ja, ich habe mir gewünscht, dass wir Gang-Movies, zwei reichen nicht aus, Plur. Das wäre ein Buddy-Movie eigentlich nur. Ja, definitiv. Ich will nicht einfach nur Buddy-Movies, sondern ich will, dass eine Gruppe von Leuten, mindestens drei also, zusammen was aushacken oder irgendwas Besonderes erleben oder sowas.
Florian Bayer: Ich habe Gangs sehr wörtlich genommen. Ich glaube, unsere Filme unterscheiden sich diesmal doch etwas.
Johannes Franke: Okay. Ich bin gespannt.
Florian Bayer: Ich habe keine Honorable Mentions.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ich habe kurz überlegt, ob ich tatsächlich... Aber das war dann sehr, sehr krass ausgelegt und sehr realistisch ausgelegt. Man is to society. aufnehme, das ist ein New Black Cinema Film aus den 90ern, der einfach mal das Leben von schwarzen Jugendlichen am Rande der Gesellschaft, die halt irgendwie kriminell werden, beleuchtet. Und ein super Film, super realistischer Film, aber irgendwie schien mir dann auch... in diesem lighthearted Gang Setup. Nicht so angemessen, aber ein super Film kann ich nur empfehlen. Der beste Film, den es Gibt aus der Ecke. Boys and the Heart ist wahrscheinlich der bekannteste. Menace to Society ist meiner Meinung nach der beste. Schwarze Gangs in den 90ern in den USA. Superfilm. Das wäre meine honorable mention, die irgendwie so ein bisschen rausfällt.
Johannes Franke: Ich hätte Honorable Mentions von Gangs, die nicht streng da reinpassen und die vielleicht auch eine Nummer zu groß sind, um einfach als Gang durchzugehen. Star Wars zum Beispiel. Das ist ja im Grunde eine Gang.
Florian Bayer: Die Posse. Okay, ja, kann man so sehen, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und The Avengers sind ja auch eine Gang.
Florian Bayer: Ah, dann sind ja alle Gruppen, alle Filme mit Gruppen Gangs.
Johannes Franke: Ja, irgendwie schon. Und Breakfast Club wäre auch eine Gang.
Florian Bayer: Also ich habe bei den Gangs schon eher nach dem kriminellen Motiv gesucht.
Johannes Franke: Okay, okay. Das heißt, To Be or Not To Be wäre auch keine Gang dann?
Florian Bayer: Nein. Das ist eine Schauspielgruppe. Wenn wir zu dritten Podcast machen, sind wir auch keine Gang.
Johannes Franke: Ja, aber die müssen schon irgendwie so, das ist ja auch zwielichtig, was die machen. Egal.
Florian Bayer: Ich muss mit der 3 anfangen.
Johannes Franke: Du fängst mit der 3 an.
Florian Bayer: Oh, ich habe... Tradition und Modernes hab ich drin. Tradition, nee, Modernes. Ich hab viel Tradition drin. Reservoir Dogs, Platz 3. Quentin Tarantino.
Johannes Franke: Hätte ich auch fast genommen.
Florian Bayer: Hatten wir, glaube ich, noch nie so groß erwähnt. Ist wirklich ein toller Tarantino-Film eigentlich.
Johannes Franke: Vor allem ein toller Debütfilm.
Florian Bayer: Genau. Das ist es vor allem. Es ist sein Debütfilm. Er ist ganz stark inspiriert von asiatischen Vorbildern. Sowohl was die Story betrifft, als auch was Szenen betrifft. Aber es ist ein Gangfilm mit tollen Gangmitgliedern. Mhm. die sich super ergänzen, die sich super kabbeln und ganz großartig besetzen mit Michael Madsen, mit Harvey Keitel, mit Tim Roth.
Johannes Franke: Super Film. Man kann ja schon fast sagen, dass Tarantino so dieses Gang-Prinzip so ein bisschen für sich reserviert hat. Also im Grunde ist ja The Hateful Eight auch ein Gang-Movie und das habe ich alles nicht mit reingenommen.
Florian Bayer: Na, Tarantino hat es vor allem geschafft, diese Gangster-Thematiken so ein bisschen aus dem Mafia-Milieu rauszuziehen. Also Ende der 80er, Anfang der 90er hatten wir ja so ein ganz krassen Hype, wo es sehr viele Mafia-Filme gab. So was wie Casino oder so. Der dritte Teil von Paten war auch irgendwie, glaube ich, in den 80ern.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und Tarantino hat das ein bisschen genommen und coole Typen gemacht, die eben nicht diese Tradition haben.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: sondern deren Trademark nicht die Tradition ist, sondern eben die Coolness. Und sehr dialoglastige Filme und Filme, wo... viel über Trivialitäten oder Bullshit geredet wird und die dann irgendwann Blutfontänen haben. Reservoir Dogs ist immer noch total sehenswert. Ja, Debütfilm von Tarantino aus dem Jahr 1992.
Johannes Franke: Ich hätte auf einem Platz 3, aber nur auf Platz 3, weil wir den einfach schon besprochen haben, das Ding.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist halt, ne, The Gang besteht im Grunde am Anfang aus drei Leuten und dann am Ende eigentlich nur noch aus zwei Leuten, aber die haben dann halt natürlich die ganze Stadt... Hinter sich die ganzen Gauner der Stadt, die ihnen helfen, ihren Sting durchzuziehen. Sehr, sehr sehenswert. Und wenn ihr hören wollt, was wir dazu zu sagen haben, Spoiler, wir fanden den gut.
Florian Bayer: Ja, wir fanden den beide gut.
Johannes Franke: Dann hört euch diese Episode an.
Florian Bayer: Ja, schöner Film. Großartiger Film. Toller Heistfilm. Einer der besten Heistfilme überhaupt.
Johannes Franke: Dein Platz 2.
Florian Bayer: Mein Platz zwei, jetzt komme ich zur Tradition, jetzt muss ich tatsächlich totalen Johannes-Film nennen. Mein Platz zwei ist einfach mal West Side Story.
Johannes Franke: Oh mein Gott.
Florian Bayer: Weil es keine bessere, keine besseren Film über Gang-Konflikte gibt, wenn die Jets und die Charks.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Miteinander und gegeneinander tanzen. Es ist so toll. Ich liebe diese Ästhetik und ich bin überhaupt kein Musical-Fan. Aber West Side Story aus dem Jahr 1961 ist ein fantastischer Tanz- und Gangfilm.
Johannes Franke: Ach schön, danke Flor. Ich habe ihn lange, lange, lange nicht gesagt. Das heißt, ich weiß schon gar nicht mehr, ob ich den Film so gut fand, weil ich habe ihn ja zwischendurch auch nochmal auf der Bühne gesehen und irgendwie vermischt sich das alles bei mir im Kopf. Vielleicht muss ich den nochmal gucken.
Florian Bayer: Ja, das wäre eigentlich ein Film, den du mir vorschlagen müsstest. Ich will davon die Finger lassen. Du bist ja ein Musical. Mensch von uns beiden.
Johannes Franke: Gar nicht so sehr. Also ich meine die ganzen Tanzfilme aus den 50ern mit Fred Astaire und Gene Kelly und so. Die sind alle toll, die sind alle bei mir ganz, ganz hoch im Kurs, aber Katz zum Beispiel würde ich mir jetzt nicht so sehr reinziehen. Nee. Also ich habe eine tolle Inszenierung am Potsdamer Platz in diesem Ding gesehen, wo ich wirklich positiv überrascht war, weil ich eigentlich von Katz gar nichts gehalten habe bis dahin. Aber ich hatte einen Schauspielkollegen, der hat mich eingeladen, der spielt da irgendwie den Old Autoronymus und das habe ich mir angeschaut und das fand ich überraschend gut dann. Aber die Verfilmung muss ja richtig schlimm sein.
Florian Bayer: Ja, ich glaube, ich würde den gern mal sehen, weil es ja wirklich Albträume verursachen soll, wie sie da mit CGI diese Katzen... auf die Menschen gepfropft haben.
Johannes Franke: Sollten wir uns den mal angucken?
Florian Bayer: Das wäre auf jeden Fall eine spannende Episode. Das Problem ist tatsächlich... Ich kenne Cats praktisch gar nicht. Ich kenne die Songs. Ich kenne aber die Handlung zum Beispiel nicht wirklich. nie was von Cats ganz gesehen. Und das ist eine Art von Musical, die ich schrecklich finde.
Johannes Franke: Ich kann dir auch die Handlung gar nicht mehr sagen.
Florian Bayer: Es ist auch nur eine Katze, die durch die Stadt läuft, oder? Und dann kommen verschiedene Katzen und singen ihre Lieder. Es ist auch nicht groß, es ist nicht so wie das Phantom der Opa handlungsgetrieben, sondern es ist eher so... Varieté.
Johannes Franke: Naja, obwohl es gibt schon eine Handlung, die sind da irgendwie Ach Gott, ich weiß es nicht mehr.
Florian Bayer: Gab es nicht irgendwie so ein Kult dann mit Opfern und ich weiß es auch nicht, nee, keine Ahnung.
Johannes Franke: Okay, wir werden uns diesen Film irgendwann mal angucken, Flor, und wir werden ganz schön durchleiden.
Florian Bayer: Ja, das glaube ich auch.
Johannes Franke: Vielleicht müssen wir uns auch zusammen hinsetzen, den zusammen gucken und das Mikro mitlaufen gleichzeitig. Dann können wir live dabei sein, wie wir sterben. Okay, das war dein Platz zwei. Cool, okay. Mein Platz zwei wäre... Murder on the Orient Express. Welcher? Sehr gute Frage. Beide. Beide guten. Ja.
Florian Bayer: der mit... Oh Gott, das ist so ein schrecklicher Spoiler, den du da gerade raushaust. Weißt du das?
Johannes Franke: Wieso?
Florian Bayer: Na, weil niemand weiß, dass das eine Gang ist, wenn man den Film nicht gesehen hat, dass das doch der große Plot ist.
Johannes Franke: Natürlich, natürlich. Klar, aber der ist alt genug, Plur. Der Film ist alt genug, wir können spoilern.
Florian Bayer: Na, der mit Johnny Depp, den ich immer noch nicht gesehen habe. Ah ja, genau.
Johannes Franke: Aber, ja. Aber komm. Und das ist tatsächlich eine ganz gute Verfilmung, finde ich.
Florian Bayer: Eine ganz großartige Verfilmung. Ich bin ja kein Poirot-Fan, aber der Mord im Orient Express, Entschuldigung, Okay, wir sind in den 70ern. Es ist die Gang, was am Schluss dann rauskommt. Alle waren drin verwickelt.
Johannes Franke: Alle waren beteiligt.
Florian Bayer: Tatsächlich finde ich das ein bisschen lame. Ich mag den Film, aber ich finde die Auflösung so lame. Er sucht nach dem einen Täter. Jetzt werde ich offenbaren, wer der Täter war. alle warten. Tada!
Johannes Franke: Ich finde das toll. Ich fand es wirklich sehr geil und überraschend, weil ich es einfach nicht erwartet habe.
Florian Bayer: Ja, ich habe es auch nicht erwartet, aber ich fand es dann halt auch so ein Plottwist, der so, ich weiß nicht, ob ich so ein Plottwist bin.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Okay, aber ja, es ist eine coole Gang.
Johannes Franke: Ja, es ist eine coole Gang.
Florian Bayer: Eine coole, reiche, verschrobene Gang von Leuten, die sich alle rächen wollen.
Johannes Franke: dein Platz 1.
Florian Bayer: Mein Platz 1. Ich muss wieder in die Exploitation-Ecke rein. What? Mein Platz 1 ist ein Actionfilm aus den ausgehenden 70ern Jahren, The Warriors. Aus dem Jahr 1979 von Walter Hill.
Johannes Franke: Wir müssen uns unbedingt ein Geräusch dafür ausdenken, wann ich mal die Stirn runzel. Das wird zu oft kommen.
Florian Bayer: Also Walter Hill ist eigentlich schon so ein bisschen so eine Action-Legende. Der hat unter anderem nur 48 Stunden gemacht. Und dann auch so Charles Bronson Filme. Er hat 1979 einen total interessanten Gangfilm gemacht, der in so einer Art fast schon apokalyptischen Welt spielt. wo eine Gang beschuldigt wird, den Anführer einer anderen Gang umgebracht zu haben. Und deswegen wird auf sie ein Kopfgeld ausgesetzt. Und sie bewegen sich in New York durch die Nacht und werden von ganz vielen anderen Gangs gejagt. Und das ist so ein total heruntergekommenes New York, so ein bisschen, nicht Science-Fiction, aber schon so ein bisschen Endzeitlook, so ein ganz leichter Mad Max-Touch. Und dann fliehen sie halt durch New York und prügeln sich mit anderen Gangs und versuchen zu überleben. Und es ist wirklich ein ziemlich rougher Film und er hat so ein Trashigen Charme.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber er ist total cool und es ist so ein cooler Streifen, wo sich Gangs die ganze Zeit prügeln. Und der hat aber auch so was Leichtes und auch ein bisschen Unterhaltsames, weil man kann ihn wunderbar ironisch gucken, weil es viele alberne Momente gibt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Super Film. Ich liebe ihn.
Johannes Franke: Okay. Mein Platz 1 ist Trommelwirbel. Robin Hood. Und zwar die Comic-Verfilmung von Disney.
Florian Bayer: Wow, du bist echt im Disney-Rausch. Du warst letzte Woche schon im Disney-Rausch. Johannes war vor einiger Zeit in Disneyland und seitdem hat er offensichtlich das Bedürfnis, in jede Top 3 mindestens einen Disney-Film zu werfen.
Johannes Franke: Ich war einfach, ich glaube, ein Teil meines Hirns ist dort geblieben. In den Rollercoaster irgendwo.
Florian Bayer: Oh, Robin Hood, das ist schön. Das war einer so der letzten großen, coolen Disney-Zeichentrick-Filme, bevor es so eine dürre Zeit gab.
Johannes Franke: Ja, und der ist so toll. Der ist so liebevoll. 1973.
Florian Bayer: In dem Deutschen mit der Musik von Reinhard May. In der deutschen Synchro wird der Bade der Hahn von Reinhard May gespielt.
Johannes Franke: Okay, wow, das wusste ich gar nicht.
Florian Bayer: Und im Original ist es Roger Miller, der ein amerikanischer Country-Sänger ist. Ja. Schöner Film.
Johannes Franke: Ja, ich liebe ihn. Und natürlich habe ich ihn vor allem in der deutschen Version im Kopf, aber ich habe ihn neulich mal auf Englisch gesehen und fand ihn auch... auch großartig, weil sich auch ein paar Gags ganz neu offenbaren natürlich, ne? Natürlich in der deutschen Synchro. Das ist ja oft bei Filmen so. Und das ist ganz toll. Ganz, ganz, ganz toll.
Florian Bayer: Schön. Den muss ich auch immer wieder gucken. Den hat mein Sohn tatsächlich auch sehr gemocht.
Johannes Franke: Ach schön.
Florian Bayer: Aber nicht so sehr wie diese blöde ARD-ZDF. französische Produktion mit animiert und 20 Minuten und voll nervig.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Es gibt schreckliche Kinderserien da draußen.
Johannes Franke: Oh Gott. Wir sollten eine Kinderserie machen. Wir sollten einen Kinderpodcast machen.
Florian Bayer: Einen Kinderpodcast? Für Kinder?
Johannes Franke: Für Kinder. Podcast für Kinder. Wenn ihr da draußen Ideen für Podcasts für Kinder habt. Ich habe gerade keine Idee, ich will bloß, dass Kinder...
Florian Bayer: Ein Wissenspodcast für Kinder fände ich tatsächlich cool. Das ist voll die Marktlücke und ich würde Bela gerne mal sowas vorspielen und ich finde es immer total schwer für ihn Infotainment zum Hören zu finden. Es gibt ganz tolle Sachen im Fernsehen, Infotainment. Checker Tobi zum Beispiel.
Johannes Franke: Ah ja.
Florian Bayer: Aber zum Hören gibt es da relativ wenig. Und die bekanntesten sind tatsächlich Was ist was? Hat auch eine Hörbuchvariante, aber die finde ich nicht so geil. Die rockt irgendwie nicht so richtig.
Johannes Franke: Schade.
Florian Bayer: Ein Infotainment-Podcast für Kinder.
Johannes Franke: Aber es ist ganz schön aufwendig. Du musst das alles irgendwie zusammentragen an Infos, dann musst du es ordentlich zusammenstreichen, dass es ordentlich für Kinder aufbereitet wird und so. Und das ist schon... Das ist hart.
Florian Bayer: nicht leicht. Und natürlich funktioniert bei Kindern immer alles mehr, wenn es nicht nur gelabert ist, sondern dass Geräusche sind, Musik.
Johannes Franke: Action. Geschichte. Irgendeine Geschichte. Also.
Florian Bayer: Ihr Lieben, die Podcast hört und Podcast macht, denkt mal drüber nach. Ich freue mich sehr, wenn es einen Kinder-Podcast gibt, der wirklich informativ und unterhaltsam ist. Und vielleicht gibt es ihn ja dazu. draußen. Also wenn ihr Empfehlungen habt in diese Richtung, wir freuen uns total.
Johannes Franke: Ja, absolut. Ich hätte auch schon eine Idee, aber die darf ich jetzt noch nicht sagen, weil sonst wird sie uns geklaut. Okay. Das war. unsere Top 3.
Florian Bayer: Zurück zu den eigentlichen Dieben dieser Episode, zu den Olsens.
Johannes Franke: Genau, also eigentlich heißt er ja nur Egon Olsen.
Florian Bayer: Stimmt.
Johannes Franke: Eigentlich ist es nur Egon.
Florian Bayer: Eigentlich ist es die Jensen-Bande.
Johannes Franke: Ja, eigentlich ist es die Jensenbande, genau. Ich liebe die Olsenbande. Vor allem natürlich aus Nostalgie, weil ich irgendwie damit aufgewachsen bin und weil es einfach großartig war und die DDR hat einfach... das sowieso, das war National Treasure irgendwie, obwohl es aus Dänemark und nicht aus Deutschland kam. Ganz toll sind viele Sachen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Und ich liebe die rücksichtslose Slapstick, mit der sie da reingehen, die wirklich unrealistisch ist, wie zum Beispiel, dass ein Koch... Feuer spuckt, weil er irgendwas gegessen hat, was da so irgendwie, es gibt so viele schöne Slapstick-Momente in diesem Film. Ich liebe ihn auch vor allem für das, was du kritisierst. dass er einfach auf der Oberfläche bleibt und ganz liebevoll einfach nur dort so ein bisschen vor sich hin seicht. Das hat eine ganz eigene Qualität. Und natürlich ist das die Kritik, die ich immer der allen ARD und ZDF-Telenovelas gebe, aber irgendwie kann ich es in diesem Zusammenhang gut ertragen und lieben.
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, eine filmhistorische Bildungslücke geschlossen zu haben. Und ich bin auch sehr froh, dass ich die geschlossen habe. Also vielen Dank dafür auf jeden Fall schon mal. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich diese Lücke noch weiter ausfüllen muss. Ich habe das Gefühl, ich habe verstanden, was die Olsen-Bande macht und was der Reiz von ihr ausmacht. Es ist, glaube ich, zu wenig mein Genre. Zu viel Clown, Slapstick... Zu wenig Drama, zu wenig Derba-Humor, zu nett zu seichten. Aber alles in allem interessant und faszinierend und ich kann nachvollziehen, dass viele Menschen daran Spaß haben, definitiv.
Johannes Franke: Schön, danke. Ja, bleibt nicht mehr viel. Wir haben eine etwas kürzere Episode. Wir sind nur eine Stunde lang.
Florian Bayer: Oh mein Gott.
Johannes Franke: Das finde ich sehr schön. Wir sollten uns da vielleicht ein bisschen ein Vorbild nehmen, Flor. Und nicht immer fast zwei Stunden reden über einen Film. Und danke dir, danke dir, dass du das gemacht hast, dass du dir das angeschaut hast.
Florian Bayer: Danke, dass du mir gezeigt hast.
Johannes Franke: Du hast ein bisschen meine Kindheit. Jetzt bist du ein Stückchen näher daran zu verstehen, warum ich so bin, wie ich bin.
Florian Bayer: Mächtig gewaltig.
Johannes Franke: Und dann sehen wir uns nächste Woche. Wenn ihr wissen wollt, womit ich Johannes nächste Woche quälen werde.
Florian Bayer: Bleib dran.
Johannes Franke: Ich muss mir mehr überlegen, wie ich dich quälen kann. Irgendwie hast du immer die absurdesten, obskuren Sachen und ich habe immer nur so die seichten, lustigen.
Florian Bayer: Pass auf, ich geb dir nächste Woche auch mal was Schönes.
Johannes Franke: Was Schönes? Ja.
Florian Bayer: Ich habe vorhin schon oft mitgesagt, wir brauchen eigentlich einen Kinderfilm mal. Ich glaube, ich überlege mir einen Kinderfilm fürs nächste Mal.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, welchen, bleibt dran.
Johannes Franke: Sehr schön. Na dann, euch noch eine schöne Woche. Bis dann.
Florian Bayer: Ciao. So, Johannes, ich habe es ja schon angekündigt. Es gibt einen Kinderfilm und wir haben jetzt noch mal kurz überlegt. Und ich glaube, ich muss dir was geben, was bei mir gerade ganz nah ist, weil ich das mit meinem Kind geguckt habe und zwar wirklich eine reinrassige Kinderunterhaltung.
Johannes Franke: Okay, also nichts, wo man als Erwachsener reingeht und sagt, oh, ich habe auch Spaß.
Florian Bayer: Mir macht das auch Spaß. Ich gucke das gerne mit meinem Kind.
Johannes Franke: Okay, gut.
Florian Bayer: Aber der Film, da ich den Film nicht 100% empfehlen kann ... würde ich dir gerne zusätzlich quasi was geben, was zu dem Film hinführt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann unterhalten wir uns über das Gesamtkonzept. Das heißt, ich gebe dir tatsächlich zwei Sachen auf, sind aber beide relativ kurz. Ist weniger als drei Stunden David Lynch, den wir vor einer Woche hatten. Von der Gesamtlänge ist es ungefähr so wie die Olsenwande jetzt.
Johannes Franke: Okay, ja, das ist doch in Ordnung.
Florian Bayer: Also und zwar würde ich dir gerne Checker Tobi geben, auch weil ich gerne mal ein bisschen diesem Typen hinterher recherchieren würde.
Johannes Franke: Das kannst du auch ohne mir was zu geben.
Florian Bayer: Checker Tobi ist eine Kika-Serie. 20 Minuten und es ist das Löwenzahn-Konzept. Es ist dieser eine Typ, Tobi, der irgendwas herausfinden will und dann eine Folge lang 20 Minuten danach recherchiert, mit verschiedenen Leuten redet. Es gibt auch noch andere Checker. Es gibt noch Checker Can und Checker Julian, die ich auch cool finde.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber Checker Tobi ist definitiv der beliebteste. Mein Kind zum Beispiel will eigentlich immer nur Checker Tobi gucken.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und der ist so beliebt, dass er auch einen Kinofilm spendiert gekriegt hat.
Johannes Franke: Aber es ist Infotainment nur, ne?
Florian Bayer: Es ist Infotainment. Es ist ein erwachsener Mann, der deutlich jünger aussieht, als er ist wahrscheinlich. Der wirklich ein guter Journalist ist, meiner Meinung nach. Der um die Welt reist, um Sachen herauszufinden. Wir machen das so. Du guckst dir zuerst eine Folge davon an. Und ich stell dir total frei, welche Episode. Weil das ist so formalisiert, wenn du das einmal geguckt hast, verstehst du, was daran geil ist. Das heißt, du gehst einfach auf die Kika.de-Seite, Checker Tobi, und dann kannst du gucken, da gibt es aktuelle Sendungen, such dir ein Thema raus, was dich interessiert. Und guck dir den 20 Minuten an. Und dann guckst du dir anschließend den Kinofilm an, der heißt ... Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten aus dem Jahr 2019. Okay. Dann reden wir nächste Woche über Kinderfernsehen, über Kinderunterhaltung und über Infotainment für Kinder. Und schwelgen vielleicht auch in Erinnerungen. Ich denke, Löwenzahn? Gab es in der DDR ein Löwenzahnpendant, das du geguckt hast?
Johannes Franke: Kann ich nicht sagen. Also, nee, eigentlich nicht. Aber ich bin auch ganz schlecht mit sowas, weil ich, ich meine, ich habe sieben Jahre in der DDR gelebt, B hatten wir eigentlich keinen Fernseher zu Hause. Da ist er irgendwann kaputt gegangen, in Flammen aufgegangen. Das ist auch eine sehr...
Florian Bayer: Die will ich nächste Woche hören, auf jeden Fall. Die Geschichte musst du mir nächste Woche erzählen, wie euer Fernseher in Flammen aufgegangen ist.
Johannes Franke: Und dann waren wir einfach die große, es gab das Sandmännchen, weißt du?
Florian Bayer: Ja, auch Infotainment.
Johannes Franke: Ja, nee. Sendung mit der Maus ist ja eher Infotainment. Und das ist Westfernsehen. Okay, ich recherchiere, ob es in der DDR irgendwelche Infotainment-Sachen gab.
Florian Bayer: Und ich freue mich total, unsere erste Folge zu haben mit einem Kinderfilm und gleichzeitig unsere erste Folge mit einem Dokumentarfilm.
Johannes Franke: Oh, wow. Okay.
Florian Bayer: Also wenn wir mal Hexern außen vor lassen, der irgendwie so… Stimmt. halb dokumentarisch war das war ja waren ja nur spielfilm 10 drin eigentlich ja aber dieses thema war dokumentarisch aufgearbeitet
Johannes Franke: Das hätte unten drunter stehen können. Diese Szene ist nachgestellt. Ja, sehr schön. Dann werde ich mir wohl Jack und Tobi reinziehen und sehen wir uns nächste Woche und unterhalten uns darüber. Das wird großartig. Na gut, sehr schön. Dann bis nächste Woche. Viel Spaß, viel Spaß euch. Und wir sehen uns, hören uns dann.
Florian Bayer: Bis dann. Ciao.
Johannes Franke: Ciao.
