Kategorie: 1970er

Episode 180: The Rocky Horror Picture Show – Zwei Jungfrauen machen den Time Warp

Brad und Janet sind das vorzeigepärchen der Amerikanischen Vorstadt. Auf einer Hochzeit von Freunden gestehen sie einander singend ihre Liebe und schmieden Hochzeitspläne… Auf dem Friedhof neben der Kirche.

Als sie ihren alten Lehrer Everett Scott besuchen wollen, bleibt der Wagen liegen und wir landen in einem guten alten Grusel-Horrorfilm der 30er oder 40er Jahre. Das alte Schloss bei dem sie sich Hilfe mit dem Wagen erhoffen, entpuppt sich als Brutstätte unzüchtigen Treibens. Eine Truppe sehr diverser Gestalten feiert, tanzt, singt und mordet. Wobei sie das morden dem Obermotz der Gruppe überlassen: Frank N. Furter stellt sich als Alien vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania vor. Er verführt die beiden braven Amerikaner*innen und bis sie in Netzstrumpfhosen und knapp bekleidet mit ihm tanzen und singen.

Allerdings will Riff Raff wieder nach Hause. Der Bedienstete des Herrn des Hauses zückt kurzerhand die Waffe und beschließt Frank umzubringen, bevor er das Raumschiff in Form des Schlosses wieder ins All steuert. Frank stirbt, die beiden Besucher bleiben im Schutt zurück. Kein Happy End… or is it? Was meinst du Plor, Happy End oder nicht?

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Episode 163: Mein Name ist Nobody – Terrence Hill zertrümmert den Italowestern

Warum uns unser Publikum immer wieder Western- und im besonderen Italowestern aufs Auge drückt? Das werden wir wohl nie verstehen. Dieses Mal sind wir aber extrem dankbar für die Filmempfehlung von außerhalb. Denn hinter der Fassade eines prügelfreudigen Klamaukwesterns verbirgt sich eine erstaunlich clevere Auseinandersetzung mit dem Genre.

Wir reden über Sergio Leone und die Western made in Europe, über Terrence Hill – und ja, auch ein bisschen über Bud Spencer. Wir fragen uns, was einen guten Western ausmacht,  und auch, was die Europäer zumindest in dieser Zeit vielleicht den Amerikanern voraushatten. Und natürlich vergleichen wir auch die deutsche Synchronisation mit den Intentionen des Originals, auch mit der Frage, welche Version die überzeugendere ist.

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Episode 155: Star Wars Holiday Special – Frohe Weihnachten!

Hohohoho… es weihnachtet sehr. Zum Abschluss unseres vorweihnachtlichen Podcastreigens haben wir die letzte Woche vor Heiligabend ein besonderes Geschenk ausgepackt: Das Star Wars Christmas Special aus dem Jahr 1978. Wir unterhalten uns ausgiebig über diese Kuriosität der amerikanischen TV-Geschichte, dieses Bindeglied zwischen A New Hope und The Empire Strikes Back, den lange Zeit obskuren Klassiker, den George Lucas, Harrison Ford et.al. am liebsten aus dem kulturellen Gedächtnis gelöscht hätten.

Ist das Star Wars Holiday Special wirklich so schlimm wie sein Ruf? Können Wookies weinen? Produzieren die Rebellen Propaganda-Zeichentrickfilme, die dann zur Primetime ausgestrahlt werden, und was haben Jefferson Starship, Beatrix Arthur, Art Carney, Diahann Carroll und Harvey Corman mit all dem zu tun? Wir werden es herausfinden.

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Episode 143: Taxi Driver – Facetten eines New Hollywood Klassikers

Wir begrüßen Johannes zurück von einer großen New York Reise. Und so nehmen 50% des Podcast-Personals die aktuelle Episode mit einem massiven Jetlag auf. Und das ausgerechnet mit Martin Scorseses New Hollywood Klassiker Taxi Driver aus dem Jahr 1976.

Wir versuchen zu ergründen, wie der von Robert De Niro verkörperte Travis Bickle zu einer Ikone der toxischen Männlichkeit werden konnte, wir sprechen über die Ambivalenz des Protagonisten, über den vom Film angeteaserten aber nicht zum Ende deklinierten Rassismus und natürlich auch über die Atmosphäre dieses Thrillerdramas, irgendwo zwischen Großstadtalptraum, radikalem Subjektivismus, Gesellschaftsporträt und pessimistischer Selbstermächtigungsparabel. 

Passend zur berühmtesten Szene von Taxi Driver reden wir in unseren Bestenlisten über die großartigsten Spiegelszenen der Filmgeschichte und versuchen dabei, das Horrorgenre – so weit es geht – zu umschiffen.

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Episode 133: Johnny Got His Gun – Dalton Trumbos Pazifismus und die dunklen Seiten Hollywoods

Für Episode 133 hat Plor Johannes wieder einen echten Feel Good Movie mitgebracht: Im Zentrum von Johnny Got His Gun aus dem Jahr 1971 steht ein Soldat, der durch eine massive Kriegsverletzung zum Gefangenen seines eigenen Körpers wird. Seiner Arme, Beine und Sinne beraubt, unfähig mit der Außenwelt zu kommunizieren befindet er sich in einem permanenten Zustand zwischen Leere, Erinnerung und Alptraum.

Mindestens genau so faszinierend wie die Handlung von Johnny Got His Gun ist das Schicksal seines Schöpfers, Dalton Trumbo, der zu den prominentesten Hollywood-Opfern des McCarthyism zählt und als Mitglied der Hollywood Ten sogar im Gefängnis saß.

Wir reden also nicht nur über den Pazifismus in „Johnny zieht in den Krieg“ sondern auch das Canceling im traditionellen, konservativen Hollywood, über deprimierende Filme und den deprimierenden Umgang der USA mit ihren kontroverseren Künstler*Innen.

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Episode 118: Russ Meyers Beyond the Valley of the Dolls – Sex and Drugs and Rock and Soap and Breasts and Trash and…

Once upon a time in Hollywood…. Kelly, Petronella und Casey, die zusammen die Band The Kelly Affair bilden, fahren zusammen mit ihrem Manager – Entschuldigung, Groupie – Harris nach Hollywood, um dort den großen Erfolg zu finden. Dank Kellys Tante Susan kommen sie in Kontakt mit dem exzentrischen Musikproduzenten Ronni Z-Man, der ihnen nicht nur zu einem Plattendeal und Ruhm verhilft, sondern sie auch in die dekadente Partyszene L.A.s einführt. Und da wir die Swinging Sixties haben, bedeutet das vor allem Sex and Drugsand Rock N Roll… and Soap.

Beyond the Valley of the Dolls aus dem Jahr 1970 ist ohne jeden Zweifel ein Film. Er hat einen Anfang und ein Ende. Und dazwischen geschehen Dinge. Viel zu viele, oder viel zu wenige, wahrscheinlich je nach Standpunkt. Russ Meyer hat ne Menge Filme gedreht, den hier kannte ich noch nicht. Ich war nie ein großer Fan von Meyer, aber der hier soll laut Eigenaussage sein definitivster Film sein. Also gehört er ja wohl irgendwie in den Kanon. Immerhin hat Roger Ebert das Drehbuch geschrieben. Und außerdem gibt es am Schluss einen vierfach Ritualmord und eine Dreifachhochzeit. Also gehört er ja wohl irgendwie in den Kanon… Ach verdammt, Johannes. Sag du doch auch mal was.

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Episode 117: Das Leben des Brian – Always look on the bright side of Monty Python

Im Jahre 1979 versammelten sich 5 Menschen in einer Talkshow, um öffentlich darüber zu debattieren, ob ein Film der Monty Pythons blasphemisch sei, oder nicht. Natürlich mit der unterschwelligen Fragestellung, ob er nicht eigentlich verboten gehöre. Eine Diskussionsrunde, die als Historisches Zeitzeugnis absolut sehenswert ist, denn heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass über derartige Verbote ernsthaft nachgedacht wurde. Es kommt einem reichlich lächerlich vor.

Der diskutierte Film erzählt die Geschichte des armen Tropf Brian, der das Pech hatte, im Jahre unseres Herren Jesu, aber im Kuhstall nebenan geboren zu werden. Die drei heiligen Könige halten auch erstmal ihn für den Heiland, bis sie ihren Fehler bemerken. Fast forward einige Jahre und den jungen Erwachsenen Brian ereilt die gleiche Verwechslung erneut. Unter all den Predigern, wird er von der Meute zum Messias erklärt, trotz aller Bemühungen, dies zu verhindern. Drumherum spinnt sich eine Geschichte um das politische Engagement des jungen Brian, die viel Platz für satirische Seitenhiebe gegen Linke Splittergruppen und alltäglich gewordene Grausamkeiten.

Der Film ist nun über 40 Jahre alt. Für eine klamaukige Satire, ist das Potenzial groß, dass der Film öfter mal in Fettnäpfchen der woken Welt der 2020er tritt. Plor, wie gut würdest du sagen, ist der Film gealtert?

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Episode 114: Alien – Science Fiction und Horror im Einklang?

Wir befinden uns in den ausgehenden 70er Jahren. Dank Star Wars boomt Science Fiction… und zwar gewaltig. Dank Halloween boomt das Slahergenre… und zwar gewaltig. Und Dank dem weißen Hai boomen Tier- und Monsterhorrorfilme… you guessed it… gewaltig. Und so schließt das filmische Jahrzehnt mit einem Hybrid aus diesen drei Genres.

Alien von Ridley Scott aus dem Jahr 1979 ist eine düstere Mischung aus Horror und Science Fiction. Die Besatzung der Nostromo – die hier als kaltes Buffet für das Wesen aus einer unheimlichen Welt dient – besteht aus einfachen Leuten: eine Frachtschiffcrew, Proletariat, Trucker im Weltall, wenn man so will. Und so ist der Alptraum auch nachvollziehbar, wenn diese – ohne es zu wollen – mit einer fremden und tödlichen Lebensform konfrontiert werden.

Neben der Erfindung des SciFi-Horrors, der Etablierung H.R. Gigers als ästhetische Referenz für Bodyhorror im Kino wird dann auch noch mit Ripley en passent die moderne Actionheldin geboren, die als einzige Überlebende dem Monstrum den Gar ausmacht.

Aber das ist ja auch irgendwie alles Filmgeschichte… und wir befinden uns im Jahr 2023, nicht nur 40 Jahre nach diesem Film, sondern auch nach zahllosen Fortsetzungen und Spin Offs.

Versuchen wir einen frischen Start. Wie hast du den Film wahrgenommen, der so viele Jahre auf dem Buckel hat? Unheimlich? Spannend? Beklemmend? Oder egal und vielleicht sogar unfreiwillig komisch?

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Episode 109: The Addams Family – Von den Cartoons über die Sitcom bis Wednesday

Meine Güte was hab ich mir nur dabei gedacht. Die Addams Family. Es gibt Unzählige Episoden von Animated Series, Live Action Series und über 50 Comics des Original Mr. Adams, der die Familie erfunden hat, gibt es zu sehen.

Gestartet hat die Addams Family als makabrer und düsterromantischer Gegenentwurf zur braven amerikanischen Vorstadtfamilie der 30er Jahre – gezeichnet von Charles Addams, der sich in den 60ern hat überzeugen lassen, dass es Bewegtbildpotenzial gibt für die makabre Familie.

1964 bis 1966 lief die erste Serie und ihr sollten viele, viele mehr oder minder gute Versuche folgen, den Spirit des Originals einzufangen.

Plor, natürlich müsste ich dich folgerichtig fragen: welche der Vorliegenden Verfilmungen trifft denn für dich den Geist von Charles Adams am Besten. Aber das sollten wir vielleicht erst am Ende resümieren. Deshalb mal ganz von vorn angefangen: gefällt dir die Idee der Addams Family überhaupt? Kannst du mit dieser Gothic-Overkill-Idee etwas anfangen?

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Episode 103: Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat… und wir es uns zurückholen

Jeder Hörer des Podcasts mag Weihnachten sehr!
Doch Johannes am Mikro fiel der Trubel schwer.
Er hasste die Weihnacht, ja alles daran.
Du fragst Dich warum? Naja, das kann
Wohl kaum jemand richtig erschöpfend ergründen.
Plor versucht die Lösung lang schon zu finden.
Vielleicht mochte er keine Menschenmassen
Die an Weihnachtsmarktbuden nichts unbetatscht lassen.
Vielleicht war es auch der geheuchelte Frieden,
den die Menschen den Rest dieses Jahres nur mieden.
Am wahrscheinlichsten aber, wird dieses hier sein:
Sein Herz für den Kaufrausch war zwei Nummern zu klein.

Warum auch immer, ob dies oder das,
Als die Festtage kamen, verging ihm der Spaß.
„Schau sie nur an, kaufen sie jeden Scheiß?
Beim Black Friday hat ‚Glück‘ einen ganz kleinen Preis!
Das hier macht Haut so glatt, Harnstoff vom Haifisch!
Und dieser Mixer macht Nachbarn ganz neidisch.
Die liebste will nichts! Was besondres dann schon,
Ach, ich kauf einfach sonstwas bei Amazon.“
„Diese Opfer“ dacht er da noch grummelnd bei sich
Und dann noch „Warum verhinder ich s nich?
Weihnachten fällt dieses Jahr einfach aus!
Santa bleibt dies Jahr gemütlich zu Haus!
Doch wie stell ichs nur an, wie stopp ich das Fest?
Wie stell ich die Welt unter Hausarrest?“

Da kam die Idee. Eine schrecklich Idee. Eine wunderbar schrecklich Idee.

„Ich mach einen Podcast! Die Welt ist ganz Ohr!
Stell meine Konsumkritik allen hier vor! PLOOOOR?“

Und? Stimmte Plor ein? Wie lief der Plan? Hört das Gespräch der beiden doch an…

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