Episode 137: La Mala Educación und das Kino von Pedro Almodóvar
Wir erfüllen mal wieder einen Publikumswunsch… Und wir haben endlich die Gelegenheit über Pedro Almodóvar zu reden. Ikone des spanischen Films, Ikone des queeren Kinos, Ikone des europäischen Arthaus der letzten 30 Jahre. Aus den vielen großartigen Filmen von ihm, die uns unsere Zuhörerin Samira ans Herz gelegt hat, haben wir uns für La Mala Educación aus dem Jahr 2004 entschieden.
Zusammen versuchen wir den komplexen Plot dieses Films, rund um Liebe, Leidenschaft, Identitäten und offene Rechnungen zu entwirren.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 137: La Mala Educación und das Kino von Pedro Almodóvar Publishing Date: 2023-08-16T12:05:18+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/08/16/episode-137-la-mala-educacion-und-das-kino-von-pedro-almodovar/
Florian Bayer: Enrique liebt Ignacio. Und er begehrt Juan, aber er liebt ihn nicht. Juan allerdings, der liebt Enrique. Und begehrt Berenguer. Berenguer begehrt Ignacio und liebt Juan. Und Sahara hat leider das Gefühl für Liebe komplett verloren. Bienvenidos a un nuevo episodio del muss man sehen Podcast. Hola, Johannes.
Johannes Franke: Hola, Flor.
Florian Bayer: Wir sprechen endlich über einen spanischen Film. Unser erster Spanier, oder?
Johannes Franke: Und du willst auf Spanisch einsteigen, Flor? Was ist los mit dir? Hast du schnell gegoogelt?
Florian Bayer: Ich habe ganz schnell translate und habe das reingeworfen.
Johannes Franke: Wie viele Menschen hast du damit kulturell beleidigt?
Florian Bayer: Ich hoffe nicht zu viel.
Johannes Franke: Es wird dieses Mal sowieso, was Aussprache betrifft, wir haben vorher nochmal festgestellt, keiner von uns hat je Spanischunterricht gehabt. Hast du Spanisch? Nee, ich hatte keinen Spanischunterricht. Genau. Ich habe also keinerlei Ahnung, wie man das alles ausspricht. Ich kann nur von dem ausgehen, was der Film so ein Ja, in dem Film wird ja Spanisch gesprochen. Ich versuche das nach bestem Wissen und Gewissen zu imitieren und werde dabei rassistisch klingen, nehme ich an.
Florian Bayer: Ich befürchte, mir wird es genauso gehen. Wir werden uns versuchen, da durchzuhangeln, ohne allzu rassistisch zu klingen und trotzdem die Namen richtig auszusprechen. Gott sei Dank wurden die Namen sehr viel gesagt in dem Film. Das stimmt. Aber über welchen Film reden wir denn heute überhaupt?
Johannes Franke: Wir reden heute über Bad Education, Education. Bad Education, La Mala Education von Pietro Almodovar.
Florian Bayer: Pietro oder Pietro? Ich dachte Pietro ohne I.
Johannes Franke: Ich sage immer Pietro.
Florian Bayer: Ah, ich glaube aber Petro.
Johannes Franke: Es kann absolut sein.
Florian Bayer: Ein Film, der uns vorgeschlagen wurde von unserer Zuhörerin Samira. Vielen Dank dafür nochmal.
Johannes Franke: Ja, vielen Dank sehr. Samira, du hast uns eine ganz wunderbare Nachricht geschickt. Wer wissen möchte, was sie uns geschrieben hat, kann in die letzte Episode reinhören. Am Ende haben wir ein kleines bisschen in Auszügen. vorgelesen, was sie uns geschrieben hat und ich möchte euch allen sagen, schreibt uns, schreibt uns.
Florian Bayer: Schickt uns Filmvorschläge. Wir freuen uns über jeden Vorschlag. Wir freuen uns auch über jedes Feedback. Wir lesen das auch alles. Wir lesen es auch teilweise vor hier. Also darauf müsst ihr euch einstellen. Das heißt, wenn ihr uns irgendwelche Hassnachrichten schreibt, weil Johannes mal wieder überhaupt keinen Filmgeschmack Die werden vorgelesen. Genau, lesen wir alles vor. Und vielen Dank nochmal, Samira. Also einfach, weil wir jetzt endlich die Möglichkeit haben, mal über einen Almodovar-Film zu reden und auch einen, den ich nicht kannte. Du hast offensichtlich viele von ihm gesehen. Du hattest uns nämlich gleich drei oder vier genannt und hast gesagt, das sind meine Lieblinge. Und daraus haben wir uns einfach einen gepickt, den wir beide nicht kennen.
Johannes Franke: Ja, wir haben ganz unoriginell den Ernst. Ersten genommen in der Liste. Ja, stimmt.
Florian Bayer: La Mala Educación aus dem Jahr 2005. 105 Minuten lang handelt von dem 27-jährigen Regisseur Enrique, der in einer kleinen Schaffenskrise steckt. Und in dieser von einem ehemaligen Schulfreund besucht wird, namens Ignacio, der sich mittlerweile Angel nennt. Und Anche bringt ihm ein Drehbuch mit, bringt ihm eine Kurzgeschichte mit und sagt, ich habe hier was ganz Tolles geschrieben. Ich würde gern die Hauptrolle spielen. Lies dir das mal durch, ob das was Cooles ist. Es handelt teilweise von unserer Kindheit und es gibt einen fiktiven Part. Und Enrique schnappt sich dann das Drehbuch, auch weil er Ignacio offensichtlich, also beziehungsweise Angel, offensichtlich attraktiv findet. deutlich wird, liest die Geschichte durch und die Geschichte namens Der Besuch steigt dann damit ein, dass wir einen erwachsenen Ignacio, beziehungsweise in diesem Fall Sahara, eine erwachsene Sahara sehen, die früher Ignacio war. Und die durch Zufall bei einem Auftritt auf den alten Jugendfreund Enrique widerstoßt und sich daraufhin an diese Kindheit und Jugend erinnert. Es wird etwas verschachtelt. Wir haben eine Erinnerung in Erinnerung. Auf jeden Fall in dieser Kindheit.
Johannes Franke: Ich bin die ganze Zeit total stolz auf dich, dass du so brave bist. zu versuchen, diese Story zusammenzufassen.
Florian Bayer: Lass mich weiterkämpfen. Wir sind fast durch. In dieser Kindheit sind Enrico und Ignacio auf einem Internat. auf einem katholischen Internat und verlieben sich ineinander. Diese junge Liebe wird allerdings getrübt davon, dass der Patre Manolo der Priester in dieser Schule den jungen Ignacio begehrt, ihn versucht zu erpressen, nachdem er herausfindet, dass die beiden sich verliebt haben. Und ihm droht, Enrique von der Schule zu werfen, woraufhin Ignatius sich von Manolo missbrauchen lässt. Und trotzdem wirft dieser Manolo... Den Enrique von der Schule. Und dann steigen wir wieder ein in unsere Gegenwart. Und dann wird es noch verschachtelter. Auf jeden Fall geht es in dem Film darum, dass Enrique die Geschichte verfilmen will und gleichzeitig herausfinden will, wer dieser Angel wirklich ist, nämlich er weiß ziemlich schnell, dass es sich bei diesem Angel offensichtlich nicht um Ignacio, sondern irgendjemand anderen handelt. Wir haben also eine Art Detektivplot. Gleichzeitig diese Geschichte der jungen Liebe plus die Geschichte von Sahara, die eben diesen Padre Manolo erpresst. Und Johannes. Verschachtelt. Möchtest du einfach mal raushauen, wie verschachtelt es für dich war und wie leicht es dir gefallen ist, der Handlung zu folgen, wie schwer es dir gefallen ist und wie du sie trotzdem... Oder vielleicht gerade deswegen genossen hast.
Johannes Franke: Also, ich muss sagen, im Nachhinein bin ich verwirrter als während des Guckens. Weil... Man muss sagen, Almodovar schafft es total gut, dich in die Hand zu nehmen und dich durch alles... Und dir zu sagen, das ist jetzt das, das ist das, das ist das. Guck mal, ich verändere sogar die Kartrasch, dann kannst du dir... Sich daran orientieren, wo wir jetzt sind. Also ich komme in diesem Film total gut durch. Es gibt natürlich so hier und da so kleine Momente, wo man sich kurz orientieren muss oder so. Aber es ist... relativ selten für das, was es eigentlich ist an Verschachtelung. Und im Nachhinein, wenn man dann anfängt zu recherchieren, darüber zu lesen und dann... Die ganzen verwirrten Kommentare zu lesen, die dann irgendwie sagen, naja, aber dann kommt das eigentlich mit dem und das mit dem und man denkt dann, ja, aber... Ach, so kompliziert war es eigentlich nicht. Man kommt da gut durch.
Florian Bayer: Es gibt eine witzige Meta-Verschränkung in diesem Film und ich weiß nicht, du es auch gemacht hast, aber ich habe es dann, als wir die tatsächliche Sahara sehen, im letzten Drittel, Bin ich erstmal nochmal komplett zurückgesprungen und hab geguckt, Moment. Nein, es ist tatsächlich, sie haben jetzt eine andere Schauspielerin, aber sie haben gleichzeitig für den Manolo, Moment. Jetzt bin ich selbst etwas verwirrt. Sie haben in den Erinnerungen von Angel in dieser Geschichte, haben sie Angel? Als Sahara und gleichzeitig den Manolo aus der Geschichte. Und es wird dann später nochmal ein anderer Manolo eingeführt in Form... des Verlegers Beringuer. Und es gibt Es gibt diese interessante Verschränkung von den handelnden Figuren, weil wir immer neben der Realität auch diese fiktionale Metaebene drin haben.
Johannes Franke: Naja, am Ende ist eigentlich alles eine Filmrealität, weil das, was du siehst, ist ja nur der Film, der gedreht wird. Von Enrique.
Florian Bayer: Wenn Berenguer zu Enrique geht und ihm die wahre Geschichte erzählt, dann haben wir ja nochmal eine andere Sahara und dann haben wir Angel in der... in der Rolle, wie er wirklich ist, nämlich als Juan, als der Bruder von... Es klingt so verwirrend, Leute, der Film ist nicht so kompliziert. Nein, es ist wirklich nicht. Es ist komplizierter, drüber zu reden, als ihn zu schauen.
Johannes Franke: Und ich glaube auch, dass er auf dem Papier... mega kompliziert sein könnte und so. Also das auch Almodovar bestimmt. Der hat ja auch zehn Jahre an dem Buch gesessen, muss man sagen. Er hat echt lange daran gesessen, das Ding zu schreiben und war nie richtig zufrieden. Er hat gesagt, es gibt so... Drehbücher, die sich in drei Monaten, in vier Monaten runterschreiben, aber bei dem war er nie zufrieden und hat immer nochmal sich dran gesetzt. Zehn Jahre lang. Und ich kann mir vorstellen, dass es a pain in the ass ist, das zu skripten.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber... So wie er es umgesetzt hat, kann ich als Zuschauer da ganz, ganz wunderbar mit durchgehen.
Florian Bayer: Kommen wir mal kurz zu dem Almodovar zu sprechen. Petro Almodovar. Geboren 1949, großer Regisseur, Ikone der queeren Filmszene. Und ich kannte ein paar Filme von ihm. Und hab immer so gedacht, okay, es gibt einen, der so aus der Reihe tanzt, das ist die Haut, in der ich wohne, den ich auch sehr mag, der noch ein bisschen jünger ist als der hier. Und jetzt hab ich das Gefühl, okay, es gibt offensichtlich noch mehr, die aus der Reihe tanzen, weil der ... ist in einem ganz springenden Punkt anders als viele Almodovar-Filme. Es stehen keine Frauen im Mittelpunkt und Frauen spielen keine große Rolle. Ich hab Almodovar so total abgespeichert als ein Regisseur, Der unglaublich stark die Weiblichkeit feiert und seine Filme immer mit extrem diversen, spannenden Frauenfiguren besetzt. Das war für mich Almodovar eigentlich immer. Und das ist jetzt so der zweite Film von ihm, den ich gesehen habe, wo ich sehe, ah ja, okay, er kann auch noch mehr als diese Frauengeschichten zu erzählen, auch teilweise total super interessant sind. Er hat ja selbst gesagt, er wollte eigentlich so einen Film noch machen, ne?
Johannes Franke: Ja, merkt man
Florian Bayer: Und man merkt es, also man merkt auch Hitchcock-Einflüsse. Ich finde gerade so beim Vorspann, man merkt sogar so ein bisschen Giallo-Einflüsse, also italienisches Thriller-Horror-Kino. Er ist da schon...
Johannes Franke: Soweit geht das, dass ich am Anfang dachte, weil ich nicht genau wusste, dass er von 2004 ist, dass es ein 80er Jahre Film ist.
Florian Bayer: Ja, der hat so ein bisschen diese 80er Jahre Vibes. Volle Kanne. Und es ist dann letzten Endes vielleicht auch einfach so ein bisschen eine Liebeserklärung an das mysteriöse Kino oder an den einen mysteriösen Film an für sich, egal ob das die Filmnors aus den 40ern sind, egal ob das Hitchcock ist. Oder eben Filme jüngeren Datums, die Cialo-Filme zum Beispiel aus den 70ern. Es ist irgendwie alles so ein bisschen da mit drin, was Mystery-Kino, was Detektivgeschichten betrifft. Aber dann dachte ich wiederum, okay, so viel anders ist er gar nicht als andere Almodovar-Filme, die ich kenne, weil Almodovar macht das oft, dass seine Filme sehr eklektisch sind. Und dass er sehr viele Einflüsse aus verschiedenen kulturellen Ebenen einbaut. Also sehr stilverliebt, sehr schöne Bilder. spannende Kameraperspektiven und dann sehr oft mit so Zitaten aus der Filmgeschichte, die man teilweise nicht erkennt.
Johannes Franke: Eklektisch ist ein gutes Stichwort. Ich habe wirklich das Gefühl gehabt, dass Leute, die gerne in so sehr minimalistischen Räumen wohnen, und sehr minimalistisch in ihrem Kunstverständnis sind, Schwierigkeiten damit haben könnten. Ich liebe eklektisches Wohnen und auch Kunst, die eklektisch ist und so, aber ich verstehe, wenn man sagt, oh, das ist mir zu viel.
Florian Bayer: Ja, Almodovar hat auch deutlich lautere Filme noch gemacht. Es gibt so einige Filme, ich glaube, Schrille ist das richtige Wort dafür.
Johannes Franke: Ah, okay.
Florian Bayer: Also in diesem Film gibt es auch zumindest partiell so die Anleihen dazu, aber relativ wenig. Also es ist ein Film, der für, ich würde sagen, für ein Modo-Wahr-Verhältnis ist schon fast eher ein bisschen gediegener ist. Obwohl es Männer sind, und das ist wirklich das Wesentliche, es ist ein typischer Almodovar. Und Jetzt bin ich hängen geblieben, weil ich gerade wieder einen Blick auf die Handlung werfe und feststelle, ich sollte nicht zu sehr gucken, wie ich die verschachtelte Handlung aufgeschrieben habe. Sie ist nämlich, wenn man sie skizziert und so aufeinanderlegt, ist sie ein Musterbeispiel in wirklich wunderschöner, verschachtelter Narration. Du hast schon das Stichwort gesagt. Er sagt, er nimmt dich an der Hand, er arbeitet mit der Kartrage, er hat diesen Wechsel von Breitbild 16 zu 9, also Cinema Scope 16 zu 9. um von der Gegenwart in die Vergangenheit zu reisen. Es gibt ja diese zwei Zeitreisen quasi. Und er schafft es sehr geschickt, dann langsam nach vorne zu gehen und langsam wieder zurück zu springen. Also es gibt so eine sehr fließende Bewegung in dieser Schachtelung. Man könnte es aufzeichnen, für ein Filmseminar tatsächlich, Leute, wie strukturiert ihr eine Geschichte interessant und originell, ohne dass sie zu verwirrend wird? Guckt mal, das hier ist eine Möglichkeit. Dann kann man so eine schöne Skizze zeichnen und ein paar Linien machen und dann geht's von hier in die Vergangenheit und von hier in die Fiktion und von hier dann in die Realität und dann ist das hier so ein bisschen miteinander verwoben. Aber es wird nie zu konfus.
Johannes Franke: Du brauchst halt immer eine Motivation, um von einem zum nächsten zu springen. um in den Film hineinzuspringen, den der dreht, Enrique dreht oder um in die Vergangenheit zu springen und so weiter. Und das findet er alles super, ganz mühelos. Also ich frage mich nie, warum springt er jetzt da hin? was bei anderen Filmen echt schlechter läuft.
Florian Bayer: Es ist, glaube ich, weil es durch alle Zeitebenen, die wir erleben, gibt es so ein... Ich würde sagen, ein Thema, Almodovar drückt es uns am Ende noch einmal ganz doll aufs Auge, in der man Passion schreibt in den letzten Texten, dass Passion noch mal fett druckt und das ist das Letzte, was wir sehen. Es geht um Begehren. Es geht um Begehren.
Johannes Franke: Ich würde ja sagen, er hätte eigentlich das Wort Obsession. oder Leidenschaft nach oben bringen sollen.
Florian Bayer: Es geht um Begehren und Leidenschaft und sehr faszinierend wie Begehren, Liebe und Liebe kommt auch noch dazu. Begehren, Liebe und Leidenschaft ständig auch in so einem Konflikt miteinander stehen. Ich hau mal ganz kurz die Stichworte raus, die ich aufgeschrieben habe.
Johannes Franke: Darf ich dir weil Tee eingießen?
Florian Bayer: Oh ja, bitte. Enrique liebt Ignacio. Das ist seine allererste Liebe. Und er begehrt Juan, aber er liebt ihn nicht. Juan allerdings, Juan, der liebt Enrique. Und begehrt Berenguer. Und Berenguer begehrt Ignacio und liebt Juan. Und Sahara hat leider das Gefühl für Liebe komplett verloren. traurig ist und liebt vielleicht nur noch Enrique bzw. diese Erinnerung, die sie irgendwie an ihn hat, was man in diesen Briefen sieht, die sie an ihm schreibt, weil da kommt ja nochmal so dieses Lebensgefühl raus, dass sie diese diese sehr passionierten, das was Passion werden wir oft benutzen, diese passionierten Briefe an ihm schreiben, wo man das Gefühl hat, okay, sie hat ihn seit 20, nee, nicht doch, seit 20, 20 Jahre nicht gesehen, aber sie hängt irgendwie immer noch an ihm und gleichzeitig ist sie halt einfach verbrannt durch diese Vergangenheit und durch das, was sie erlebt hat mit dem Manolo.
Johannes Franke: Es ist, um gleich da hinzuspringen, warum sollten wir Zeit verschwenden, indem wir den ganzen Kladderadatsch vorher erzählen. Ich finde, eine der krassesten Momente im Film, neben dem Schilf, wo das Schlimme passiert... ist der Moment, wo ich das erste Mal einen Blick auf die echte Sahara setze und feststelle, fuck, scheiße. Es tut einem so weh. Ein verstörter Mensch, ne? Einfach des Lebens beraubt. Durch dieses Erlebnis und durch diese Weiterentwicklung der Ereignisse einfach.
Florian Bayer: Der Schock kommt vor allem so krass, weil wir davor halt diese Version von Sarah haben, die von Anche gespielt wird, die einfach eine lebenslustige Frau ist, die ihren Weg gefunden hat. die an die Vergangenheit erinnert wird, aber gleichzeitig sagt, ich nehme mein Schicksal in die Hand und ich werde jetzt diesen fucking Priester, diesen Kinderschänder erpressen und werde mir alles das holen, was mir zusteht. Während wir dann eben im letzten Drittel sehen, das wirkliche Schicksal von der tatsächlichen Sarah war, sie war drogenabhängig. Sie hat den Priester auch erpresst, aber das geschah eher so aus Verzweiflung heraus und eigentlich war sie Ist schon auf den Klippen balanciert und diese Erinnerung an Enrique war so das Einzige, was sie so ein bisschen am Leben gehalten hat, aber sie war, sie hat mit dem Tod gespielt und sie verliert dann ja auch gegen den Tod, sie wird dann ermordet. Sie hätte auch anders sterben können. Also sie war stark drogenabhängig und da sie jetzt durch den Mord gestorben ist, ändert nichts daran, dass sie halt auch irgendwie anders sterben können.
Johannes Franke: Es ist wirklich ein harter Moment. Also man kommt da schwer weil sie dann auch schon eine größere Rolle spielt und man dann immer wieder... diesen Kontrast hat zwischen dem Bild, was du sagst, vorher gespielt von Juan, dann mag man die Fico total und freut sich und hofft, dass sie es schafft. Und dann sieht man die runtergekommene Version und merkt, okay, aber das Leben ist nicht der Film. Das Leben ist einfach scheiße. Und das ist auch so...
Florian Bayer: Ja, und auch so unspektakulär scheißen. Der Mord, den Enrique im Film plant. der so diesen Mord an ihr antizipiert, ist halt so ein sehr dramatischer Mord. Der Priester, der dann auch zu Hilfe kommt und sie anfängt zu würgen und stranguliert, während der Mord in der Realität einfach eine plumpe Vergiftung war.
Johannes Franke: Und dann einfach nur Kopf auf Schreibmaschine und das war's.
Florian Bayer: Es gibt einige Hartzenen, es gibt aber halt auch sehr viele schöne Szenen, Und es gibt schöne Szenen, wo ich dann dachte, uff, inwiefern ... Findet hier auch teilweise eine Romantisierung von Päderastie statt? Ich glaube, eine Frage, die man zumindest stellen kann. Dieses Begehren des Priesters wird sehr deutlich gemacht. Und das Problem ist, es wird definitiv ein Kontrast aufgemacht zwischen der Art wie Manolo... der erwachsene Priester Ignacio begehrt und wie Enrico und Ignacio sich gegenseitig begehren. Da gibt's definitiv einen Kontrast. Allerdings, dass das so zusammenkommt, macht das umso schwieriger. Weil ich hab zum Beispiel die Zähne im Kino. Ignacio und Enrique gehen ins Kino und wir sehen eigentlich so sehr zurückhaltend die Kamera hinter ihnen. Und wir sehen eindeutig, dass sie sich gegenseitig masturbieren. Und ich dachte zuerst so, wow, das ist eine total schöne Szene. Und dann dachte ich, wow, ist das auch irgendwie eine erotische Szene? Mit zwei Zehnjährigen, die da sitzen, aber irgendwie hat sie eine gewisse Erotik? Einfach durch dieses Gefühl. Also ich hatte das Gefühl, ich habe mich einfach an dieses Begehren aus meiner... Jugend, aus meiner frühen Jugend zurückerinnert gefühlt, wo es irgendwie das sich auch irgendwie so angefühlt hat. Und das hat die Erotik daraus gemacht. Nicht, dass ich dachte, die zwei Jungs sind erotisch, sondern einfach, dass ich dachte, ah, ja, ich habe so ein Gefühl dafür. Ich kann mich da irgendwie reinvollziehen und das finde ich auch irgendwie erotisch. Und dann dachte ich, okay, aber Das ist schwierig, weil der Film zeigt uns natürlich Kinder, die diese sexuellen Handlungen ausführen. Und zeigt diese Kinder durch das Auge der Begierde. Sowohl ihre eigenen Augen, als auch durch die Augen von dem Priester.
Johannes Franke: Ja, aber die Szene im Kino ist ja tatsächlich so zurückhaltend. Also wirklich, die werden von hinten dann gezeigt und man erahnt Bewegungen.
Florian Bayer: Aber sie ist voll romantisch. Ja, ja, natürlich. Sie setzt sich sofort drauf. Sie sagt, das ist ein schöner Moment. für die beiden und das ist ein erotischer Moment für die beiden und das ist ein aufreizender Moment für die beiden und es sind halt zwei Kinder, die da gezeigt werden, weil sie sind 10.
Johannes Franke: Ja. Aber es ist ja auch nichts Explizites oder so.
Florian Bayer: Ne, es wird nicht explizit gezeigt.
Johannes Franke: Was ich wichtig finde in dem Moment ist, dass es wahrhaftig ist und es tut es.
Florian Bayer: Total. Und es ist wirklich eine schöne Szene. Jedes Begehren zwischen diesen beiden ist Echt schön, auch so ganz banale Szenen, wie Enrique sich in der Kirche umdreht zum singenden Ikea. und ihm einfach so ein Lächeln schenkt. Das ist wirklich, also sie haben dieses Gefühl der ersten großen Liebe wirklich gut eingefangen.
Johannes Franke: Total, total schön. Ganz unprätentiös. Einfach nur gezeigt, ja. Das sind die Situationen und wir versuchen jetzt nicht den Kindern irgendwie noch eine große schauspielerische Leistung mit Verzweiflung und großer Leidenschaft zu entlocken, sondern... Das ist gut. Das ist einfach sehr schön gemacht. Das Problem entwickelt sich natürlich dann... Wenn wir sehr viele, sehr menschliche Seiten dieses Priesters sehen und er... Also Almodovar erklärtermaßen darauf besteht, dass Menschen, die sowas machen, eben auch ganz normale Gefühle und ganz normale Begierden und Leidenschaften haben wie jeder andere auch. Und uns fast schon sagt, versteht das doch.
Florian Bayer: Was eine total schwierige Sache ist. Was natürlich den realistischen Aspekt hat. Manolo ist ein Mensch, der Begierden hat. Okay, das ist ja oft so ein Thema bei Kindesmissbrauch, dass es eben nicht nur um Pädophilie geht. Pädophilie ist einfach eine sexuelle Störung. Ich darf das jetzt nicht falsch sagen. Ich bin nicht super wandert in Sexualmedizin. Ich glaube, es wird als sexuelle Störung definiert. die Menschen haben und viele Menschen leiden da enorm drunter, weil sie ihre Sexualität einfach nicht ausleben können und versuchen auch dagegen, damit was zu machen und dagegen zu arbeiten. Und wenn wir von sexuellem Kindesmissbrauch reden, reden wir eben nicht nur von Pädophilen, sondern es geht auch oft um Macht. und viel sexueller Missbrauch geschieht eben auch von Menschen, die nicht pädophil sind, die einfach auch Macht ausspielen. Bei Manolo ist es beides. Also er begehrt offensichtlich Ignacio. Er liebt ihn wahrscheinlich auch irgendwie.
Johannes Franke: Das will der Film zumindest erzählen, glaube ich. Jaja, doch.
Florian Bayer: Es kommt zu diesen Annäherungen, die hilflos sind, aber es kommt auch zu diesen Annäherungen, die ganz eindeutig Missbrauch sind und ganz eindeutig Macht ausnutzen, Macht ausüben und Druck ausnutzen. ausüben. Ich glaube, das ist halt auch die Art, wie Sarah diese Geschichte erzählt, ist halt auch so, dass sie sagt und ich habe mich ihm hingegeben und sie Da findet halt auch so eine merkwürdige Romantisierung statt, dass sie das romantisiert, wie die Beziehung zu diesem Manolo ist. in ihrer Geschichte.
Johannes Franke: Es wird ja immer noch schwieriger mit den Layern, Wenn wir später in die tatsächliche Geschichte kommen, also in den realen Unterbau der Filmrealität, in der dann... der erpresste Priester mit Sarah und Juan irgendwie in so einem Trio zusammen in der Wohnung sind. Irgendwie blackmailt sie ihn, aber irgendwie ist sie auch mit ihm in der Wohnung und macht Zeug und lässt sich hinhalten.
Florian Bayer: Und vor allem fängt er dann die Affäre mit Ruhe an. Das ist halt auch krass.
Johannes Franke: Und das ist so ein, ich weiß nicht, ist das schon Bagatellisierung? Ich weiß es nicht. Es ist wirklich schwierig. Ja. Und natürlich möchte ich Almonte wahrgeben, dass das Leben, das Leben geht in alle möglichen Richtungen. Und der eine, der dir wahnsinnig viel angetan hat, ist am Ende vielleicht derjenige, von dem man was braucht und der dann vielleicht trotzdem eine Menschlichkeit an den Tag legt, der man wiederum auf den Leim geht, um das mal negativ zu formulieren. Das sind Sachen, die passieren, tatsächlich. Da bin ich voll bei ihm. Ich weiß bloß nicht, ob man das so inszenieren sollte.
Florian Bayer: Das Ding ist ja, Berenguer verliebt sich in Juan und wir erleben dann ja wirklich auch zwischen den beiden Dann sind wir in so einer sehr klassischen Thriller-Handlung. Die beiden haben eine Affäre miteinander und es gibt diesen einen Störenfried in ihrer Beziehung und das ist Sarah, deswegen müssen sie sie aus dem Weg räumen. Und dann haben wir ja so diese klassische Dreiecksbeziehung, zwei sich Liebende, zwei sich Begehrende. Und eine Person, die irgendwie im Weg steht, in diesem Fall nicht, weil sie die Frau von einem der beiden ist, sondern einfach, weil sie den einen erpresst. Und dass sie sich dann zusammentun, verschwören, um sie zu töten. Und dann kriegt diese ganze Geschichte, also das, was wir am Anfang hatten, die eigentlich eine Geschichte von sexuellem Missbrauch, wird halt komplett in diesen Kontext gerückt. Wir haben einfach eine Begehrens-, Liebes-, Thriller-, Krimi-Geschichte.
Johannes Franke: Ich finde es schwierig. Ich würde gerne ein Zitat vorlesen.
Florian Bayer: Ja, auf Spanisch.
Johannes Franke: Was eigentlich? Nein. Ich hab's nur auf Englisch gefunden. The priest is probably my favorite character in Bad Education. Almodovar von Almodovar. Zeigt mir, dass der Priester schon eben einfach auch ein wichtiger, so ein zentrales Element für ihn ist, dass menschlich gezeigt werden soll, mit all seinen Problemen und mit all seiner positiven auch, mit seiner Liebe und Leidenschaft. Was so ein bisschen in das Licht rückt, in dem ich den Film auch gesehen habe, nämlich, dass es eben einfach eine schwierige Situation ist, ein schwieriger... schwierige Entscheidung, das zu machen. Nun habe ich einen anderen Background als viele andere Schauende dieses Films. Also es gibt eben, ich glaube, dass die Welt sich einfach dann auch in mehrere Lager unterteilt. Wenn du den Film guckst und keinerlei Erfahrung mit Missbrauch hast, guckst du den Film anders, als wenn du Missbrauchserfahrung hast.
Florian Bayer: Ja, mit Sicherheit.
Johannes Franke: Und ich hab die und hab natürlich anders mitgefühlt. Und dann ein anderes... Unrechtsempfinden der Situation gegenüber, dass dieser Typ dann in dieser Wohnung ist. Und finde das wahnsinnig schwierig und problematisch. Auf der intellektualisierten Seite kann ich es verstehen. dass man das so erzählen will, dass man auch diese Geschichte erzählen will. Auf der emotionalen Seite sitze ich die ganze Zeit da und sage, nein, nein. Raus da! Also sofort irgendwie, also überhaupt gibt es keine... Kein Gefängnis? Gibt's keine Strafverfolgung? Was ist los? Warum wird das nicht angestrebt? Natürlich ist Sarah nicht gerade in der Situation, das anzustreben und zu machen. Das ist auch eine andere Sache. Aber eigentlich würde ich mir sozusagen als Betroffener einen ganz anderen Film wünschen in dem Moment. Aber ich verstehe auch, dass Almodovar vielleicht nicht den typischen Film machen wollte, in den es hätte gehen können sollen, wenn man die Sachen eingeschlagen hätte, die man sich wünscht.
Florian Bayer: Ich glaube, das Problem ist so ein bisschen, dass es so diese zwei großen Inspirationsquellen dafür gibt, aus seinem Leben, auf die Almodovar zurückgreift. Er sagt ja auch, das ist irgendwie ein persönlicher Film. Zum einen die Inspirationsquelle, dass er als Homosexueller im Spanien der 60er Jahre aufgewachsen ist. Als Kind und das dann halt miterlebt hat, wie das ist, wenn man sich so befreit, wenn man seine eigene Sexualität entdeckt. Und dann die Geschichte von dem Missbrauch, die hat er nicht selbst erlebt, sondern er war auf einer katholischen Schule. Und sagt, da gab es die Geschichte von mehreren Jungs, die sexuell missbraucht wurden. Das heißt... Alles, was er da an sexuellem Missbrauchsgeschichte reinpackt, ist so sekundär, ist das, was er irgendwie so aus der Ferne erlebt hat. Während die Liebesgeschichte und Begehrengeschichten, da greift er halt, schöpft er aus seiner direkten Erfahrungen. Und das bringt vielleicht so ein bisschen auch so diese Konfusion mit, dass er zum einen, ja, so ein bisschen nonchalant, so ein bisschen vielleicht ein bisschen zu stoich dem sexuellen Missbrauch gegenübersteht und gleichzeitig sehr viel Romantik in dieses sexuelle Erwachen reinwirft und in dieses Das erste sexuelle Begehren, was sich dann durchs ganze Leben zieht.
Johannes Franke: Ich finde es auch richtig eigentlich, seine Leidenschaft, die er da zeigt, also sein Interesse am Erwachen. der Leidenschaft und so. Es ist ja vollkommen richtig, das zu zeigen und auch eben die homosexuelle Geschichte so zu erzählen, die wirklich sehr berührend und sehr schön ist.
Florian Bayer: Später, wenn wir nochmal, um das vielleicht auch noch reinzuwerfen, Almodovar kann verdammt. Erotig inszenieren. Diese Pool-Szene, wenn Enrika und Angel im Pool sind. Und dann Angel sich auszieht und Enrique ist schon im Wasser und guckt, Hose ausziehen, dann lässt er sie an und springt über ihn, aber dann weicht die natürlich durch und ist so halbtransparent und dann zieht er sie so halb runter, dass man den Schrittansatz sieht und das ist alles schon verfügbar. fluchterotisch inszeniert. Diese Interaktion zwischen den beiden. Und da geht es wirklich vor allem um Sex. Wir haben das Gefühl, dass Anche auch romantische Gefühle hat. Für Enrique zumindest habe ich so ein bisschen gelesen, dass es da so ein Ungleichgewicht gibt. Ja, aber Enrique ist vor allem spitz.
Johannes Franke: Ja, Enrique ist vor allem spitz, oder? Ja, weil er sowieso die ganze Zeit schon ahnt, dass Angel nicht derjenige ist, den er vorgibt zu sein.
Florian Bayer: Und Angel, vielleicht hat er sich so in diese Ignacio-Rolle reingesteigert, dass er, ich hab das Gefühl, es gibt fast so eine verzweifelte Liebesebene, die ja dann Enrique irgendwann gegenüberbringt, gerade so gegen Ende, wenn sie sich dann auch verabschieden. Angel wirkt nicht besessen, das ist das falsche Wort, aber er ist schon...
Johannes Franke: Es ist eine Obsession.
Florian Bayer: Eine Obsession Enrique gegenüber, auch eine romantische Obsession. Es geht nicht so um das Sexuelle in dem Fall.
Johannes Franke: Also ich glaube... Die große Obsession, es gibt ja mehrere Obsessionen in diesem Film, deswegen ist es, glaube ich, eine der... großen, wichtigen Themen. Nicht immer die Leidenschaft, die er da im Vordergrund stellt, sondern die Obsession. Nämlich zum einen die Obsession, ein genialer Schauspieler sein zu wollen, der irgendwie die große Rolle und dann berühmt sein und alles, was damit einhergeht. Das ist wahnsinnig wichtig.
Florian Bayer: Ich will Sahara spielen. Guck mal, ich habe abgenommen. Guck mal, jetzt guckt doch mal hier. Ich bin Sahara.
Johannes Franke: Er steht dann auch nochmal im Brando und alles und versucht sich da irgendwie voll reinzuwerfen und dann fällt dieser furchtbare Satz, nichts ist unsexier als ein Schauspieler. der nach Arbeit sucht.
Florian Bayer: Das ist ein guter Spruch.
Johannes Franke: Der Spruch ist so gemein, weil er so ins Zentrum trifft für viele Sachen. die man sich als Schauspieler, wenn man als Schauspieler auf der Suche nach Arbeit ist, fühlt man sich genauso, weil man sich irgendwelchen Leuten entgegenwirft, die auf irgendwelchen Partys vielleicht Entscheider sein könnten oder sowas. Und dann fühlt man sich richtig, richtig... unsexy und schmutzig irgendwann am Ende des Tages, weil man sich ständig irgendwelchen Leuten versucht hat, an den Hals zu werfen. Und die andere Obsession ist natürlich die von Sahara mit dem Geld. Also der Rache an dem Priester, aber auf eine Art und Weise, die halt leider... mit der Drogensucht dann in dieses Erpressen hineinkanalisiert wird. Es ergibt ja auch nicht mehr viel anderes als die Obsession mit den Drogen und der Rache.
Florian Bayer: Ich glaube ganz wichtig auch die Obsession von Enrique mit einer guten Geschichte. Er weiß, dass Angel ihn belügt. Er weiß, dass hier seine Kindheitsgeschichte zum Plot verarbeitet wird. Und dass offensichtlich, dass hier irgendwo ein Verbrechen stattgefunden hat auf dem Weg. Und er zieht das trotzdem weiter durch, einfach weil die Geschichte zu geil ist.
Johannes Franke: Und dann gibt es noch die weitere Obsession von Angel mit dem Tod des Bruders, was ja… nun wirklich nicht schadlos an ihm vorbeigegangen ist. Er hat es zwar getan, aus niederen Beweggründen, aber es scheint irgendwie auch wirklich was mit ihm gemacht zu haben, was Schlimmes.
Florian Bayer: Die Mutter von Juan und Sahara erzählt dann ja, dass er alles Mögliche verbrannt hat nach dem Tod. Wobei ich das Gefühl hatte, im Schluss wird dann auch so ein bisschen aufgeklärt, dass es da vor allem um die Vernichtung von Beweismitteln ging.
Johannes Franke: Ja, Beweismittel ging, genau.
Florian Bayer: Das ist vielleicht gar nicht so sehr so ein leidenschaftlicher Feuerteufel, weil ich muss jetzt alles in um die Erinnerungen auszulöschen oder so, sondern dass er wirklich einfach die wichtigsten Beweismittel vernichten wollte für sich und Berenguer.
Johannes Franke: Und was ich interessant finde, ist die beiden Geschichten, die er in der Zeitung ausschneidet. Das eine mit dem Motorradfahrer. und das eine oder andere von der Frau, die verschlungen wird von einem Krokodil und das Krokodil währenddessen leidenschaftlich umarmt, während sie gegessen wird. Was auch irgendwie so in diese Leidenschaft und Obsessionssache hineinspielt.
Florian Bayer: Er schneidet dieses Stück aus der Zeitung aus. Und es ist total tragisch, die Geschichte. Es geht um einen toten Motorradfahrer, der ewig weiter fuhr, weil nicht erkannt wurde, dass er gestorben ist. Und Enrique schneidet das halt aus und sagt, das ist sehr gut. Vielleicht brauche ich das irgendwann mal für einen Film. Enrique ist ja auch manchmal so ein bisschen ein Arsch, ne?
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Der hat ja auch irgendwie so vielleicht auch durch diese Geschichte in der Kindheit so ein bisschen die Liebe verloren. Und macht jetzt irgendwas anderes, was vor allem eben durch dieses Begehren geleitet wird. Die ganze Sache, wie er mit Angel umgeht, ist halt schon auch aus einer Machtposition heraus. Er ist der mächtige Filmemacher, Angel ist auf ihn angewiesen und er nutzt das ja auch ein bisschen aus. Und es ist ja auch so die Frage im Raum, okay, hält der Angel hin mit der Rolle, um ihn vögeln zu können? Macht er.
Johannes Franke: Ja, macht er, definitiv.
Florian Bayer: Und das ist halt schon, dann sind wir halt bei Casting Couch, ne?
Johannes Franke: Mhm. Es gibt relativ viele Kommentare in Richtung Produktionsabläufe und Schauspieler, wie sie versuchen an Jobs zu kommen und wie andere damit umgehen und das nutzen und so. Also ein bisschen frustrierend zwischendurch. Aber das ist nicht das Hauptthema. Aber es kommt immer wieder durch.
Florian Bayer: Nein, das Hauptthema ist Leidenschaft und ich nehme auch gerne die Obsession dazu, Leidenschaft und Begehren. Und wie sie zum einen diesen teuflichen Kreis auslösen können, aber zum anderen aber auch so das Leben interessant machen.
Johannes Franke: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das?
Johannes Franke: Wo sind wir?
Florian Bayer: Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Shit. Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Besprech können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind. Also auf Spotify oder Facebook.
Florian Bayer: iTunes, Beam, whatever, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn oder sowas.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-mussmann-sehen.de oder florian-at-mussmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, wir sind schnell durchgekommen.
Florian Bayer: Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. Der Film ist ja kein pessimistischer Film. Er hat es Film neu inspiriert, aber seine Weltsicht ist nicht komplett düster.
Johannes Franke: Nee, das würde ich nicht sagen. Das stimmt. Er zieht halt wirklich teilweise sehr stark runter. Wollen wir mal an diese Stelle gehen, weil es gibt ja dieses, welches Lied war das, was er da singen soll? Moon River. Mit einem Text der, weiß ich nicht, spanischer Variante scheint, aber auch nicht Originaltext zu sein, bloß übersetzt, sondern irgendwie noch ein weiterer Text. Wo das herkommt, weiß ich nicht.
Florian Bayer: Wo er für Manolo singen soll.
Johannes Franke: Genau, für Manolo singen soll. Und das ist ja der andere... Wirklich harte Moment. Und da muss ich sagen, bin ich das erste Mal wirklich absolut überzeugt gewesen, dass Almodovar richtig gutes Händchen dafür haben kann, wenn er will, bestimmte Situationen richtig hart dir reinzudrücken. Dich wirklich runterzuziehen, weil er es schafft, eben nicht durch zeigen, sondern dir das zu überlassen, was du glaubst, was dann passiert. Man sieht noch, wie der Priester ihn dazu auffordert, dieses Lied zu singen. Er spielt dazu Gitarre. Dann schnitt raus auf das Schilf, hinter dem die beiden sitzen am See. Und dann hört das Gitarrenspiel auf, das Kind singt aber weiter und wir fragen uns schon, was ist los? Und du hast natürlich die ganze Zeit auch schon drunter liegen, weil du auch... kulturell bewandert bist und weil die Kirche sowieso die ganze Zeit und man die ganze Zeit denkt, ja, Priester und Kind, natürlich. Was soll schief gehen? Was soll schon schief gehen? Und das drunterliegend, weißt du natürlich sofort, in welche Richtung das geht und dann rennt das Kind los und ruft nein und stürzt. Und der Padre kommt dann noch hinterher und macht sich noch den Umhang wieder zu so ein bisschen. Nicht zu sehr draufgedrückt, nicht zu prominent, aber so, dass man es gerade mitbekommt und dass man genau versteht, was da gerade passiert ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Devastating. Krasse Szenen.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall eine harte Szene.
Johannes Franke: Wirklich hart. Fast schon ein bisschen arg palpig. Der Film ist ziemlich palpig, finde ich. Aber dann die Stelle, wo... wo wir ran springen, in das Gesicht des Jungen, dann so ein Bluttropfen runter tropft. Er stirbt nicht daran, aber es sind Verletzungen. Vielleicht ist die gar nicht echt, sondern es ist nur eine Visualisierung. Auf jeden Fall kommt dann der Screen, der in der Mitte einmal zerrissen wird und aufgeht und dann sozusagen sein Gesicht einmal aufgerissen wird und dahinter dann die nächste Szene losgeht. Was ein bisschen... Weiß ich nicht genau. Es ist... Gut, es ist ein gutes Bild irgendwie, aber es ist auch fast ein bisschen...
Florian Bayer: Es ist nicht subtil.
Johannes Franke: Es ist nicht subtil. Dieses Kind spaltet gerade eine Persönlichkeit ab.
Florian Bayer: Almodovar liebt Bildsprache und liebt das Spiel mit den Bildern. Er ist oft nicht so subtil dabei, auch wenn es um sexuelles Begehren geht. Wenn es um diese... Ach, das Kino ist ja ein ganz starkes Symbol in diesem Film. Er drückt es schon ziemlich drauf. Also wir... Wir haben nicht das Gefühl, dass es mehrere Facetten gibt, sondern es ist ziemlich klar, was dieses Bild gerade sagt. Ich finde es total faszinierend, dass du so an diesen negativen Bildern hängen geblieben bist, weil ich fand den Film vom Overall-Tone, obwohl er diese düstere Geschichte hat, obwohl es um Missbrauch geht, obwohl es um Mord geht…
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und Abhängigkeit und Traumatisierung. Fand ich, hat der Film irgendwie die ganze Zeit so was lighthearted. Ja. Wahrscheinlich, weil er so einen sarkastischen Humor hat, der immer mitschwingt?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: sich sehr, sehr auf diese Erotik der Bilder stürzt.
Johannes Franke: Man muss natürlich dazu sagen, dass ich im Nachhinein vor allem damit beschäftigt Klar, emotional. Mit diesem Teil. Wenn man da irgendwie andocken kann. Und dann habe ich mich damit ein bisschen beschäftigt, habe versucht herauszufinden, was das mit mir macht in verschiedenen Ebenen, auch eben was angesprochen habe mit dem... Priester, der dann bei den dreien quasi zu Hause ist und mit denen irgendwie coole Abenteuer erlebt, obwohl er gerade erpresst wird und das alles irgendwie früher die eine vergewaltigt hat. Das macht natürlich was mit einem und deswegen hat das mit mir jetzt viel in der Auseinandersetzung des Films zu tun gehabt. Aber natürlich hast du recht. Das stimmt und das kann ich auch trotzdem sehen, dass dieser Film sehr lighthearted mit vielen Dingen umgeht. Auch mit den richtigen Dingen. Also im richtigen Moment schafft er es eine Dramatik einzubauen und im richtigen Moment schafft er es wieder das Ganze ein bisschen zu lösen und man kann viel lachen. auch. Also man hat wirklich ganz tolle Momente, sehr humorvoll. Es macht sehr viel Spaß. Man hat Spaß an dem male homoeretic gaze. Der Mel Gaze ist sehr stark in diesem Film. Der irgendwie auch sehr humorvoll inszeniert ist einfach und nicht nur erotisch.
Florian Bayer: Ja, verspielt auf jeden Fall. Ich mochte die Zähne total mit Angel als Sahara, also diese erste Erinnerungsebene. Wenn er so, wenn sie unterwegs ist und dann plötzlich feststellt, dass der Typ, den sie gerade aufgegabelt hat, Ignatius, den sie aus ihrer Kindheit kennt und dann irgendwie noch ihren Kollegen Paquito überredet Nee, jetzt nicht das Motorrad klauen, lass uns irgendwie mal gucken. Ja, es ist Rave Culture. Es ist Rave Culture, das ist wirklich ein Moment. Aber es ist so witzig inszeniert. Das ist schrecklich. Ich finde die Szene vor allem witzig, wenn Paketo sagt, ach komm, lass mich nochmal rein. Und ja, ich weiß, ich weiß es. Es gibt ganz viele... moralisch total ätzend, aber es ist trotzdem eine witzige Szene.
Johannes Franke: Es ist eine total witzige Szene, aber das sind die Sätze, die ich hätte nicht rausstreichen wollen, wirklich. Die fand ich dann nicht mehr wirklich lustig. Aber tatsächlich, du darfst dieses Motorrad jetzt nicht klauen. Was, wieso? Komm, komm, was ist denn los? Die Situation an sich ist sehr gut gemacht, sehr gut geschrieben, aber wie er sich wirklich auf diesen Schlafenden draufsetzt und sich das dann einfach den Sex nimmt.
Florian Bayer: Ja. Ja, es ist Vergewaltigung.
Johannes Franke: Es ist einfach Vergewaltigung. Es ist nicht cool.
Florian Bayer: Ja, es ist nicht, definitiv. Das ist auch, ja, definitiv. Ange kann total gut Sarah spielen. Wollen wir über den Schauspieler reden? Enrique ist über den Schauspieler, den der Schauspieler spielt.
Johannes Franke: Achso, du willst noch die Ebene davor.
Florian Bayer: Wir müssen die Ebene davor machen. Enrique sagt ja die ganze Zeit, dass Anche eigentlich nicht dazu geeignet ist, Sarah zu spielen, weil er Weil das nicht passt und das nicht passt und das nicht passt. Und in den Erinnerungen, also beziehungsweise in dem fiktiven Text sehen wir... sehen wir ihn aber die ganze Zeit Sarah spielen und ich finde, das passt voll gut. Also es ist natürlich eine Es ist eine coole und lebenslustige Sahara, im Gegensatz zu der, die wir nachher sehen. Ja. Aber es passt total gut rein. Ja. Jetzt dein Take auf die Schauspieler.
Johannes Franke: Ja, der Schauspieler ist derjenige, der durchkommt.
Florian Bayer: Ah, du meinst er ist zu gut?
Johannes Franke: Der Schauspieler ist einfach sehr, sehr gut. Das ist unglaublich. Gael Garcia Bernal. Wenn ich den Namen natürlich falsch ausgesprochen habe, ist egal. Nicht ganz egal, aber es tut mir sehr leid.
Florian Bayer: Egal, es tut uns schrecklich. Der übrigens sich furchtbar aufgeregt hat, nachdem New York Times Reporter erzählt hat, dass er sich mit Pedro Almodovar zerstritten hätte.
Johannes Franke: Ja, wegen irgendwelcher inhaltlichen Differenzen oder sowas, weil er irgendwas nicht spielen wollte und der dann fast schon dasteht als transfeindlicher Typ.
Florian Bayer: Es ging konkret um die homosexuellen Liebesszenen, dass er die nicht spielen wollte und deswegen mit Almodovar Streit hatte und er hat dann gesagt, Nein, das ist totaler Bullshit. Ich fand die Rolle total toll und habe mich total gefreut, die spielen zu können.
Johannes Franke: Der macht das so gut. Wirklich. Er zieht mich durch den ganzen Film durch.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und ich will immer wissen, wie es weitergeht. Das sind sowohl die lebenslustigen Phasen als auch die schwierigeren Szenen. Ich möchte einfach wissen, was als nächstes passiert. Und als Sahara ist es einfach wirklich unschlagbar so... Da kommt aber das nächste problematische Thema. Hätte es eine Transperson geben können? die zumindest Sahara in der realen Variante spielt?
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Sagen wir, der Film ist von 2004? Ja. 2023 wär's vielleicht was anderes. Aber ja, auf jeden Fall. Also, dass diese Saharaule in diesen Erinnerungen von ihm gespielt wird, find ich total passend.
Johannes Franke: Es ist ja auch der Teil der Geschichte, dass Juan die Rolle haben will und dann auch spielt.
Florian Bayer: Genau. Aber ja, natürlich, es gibt eine echte Sache. Die hätte eigentlich auch von einer echten Transperson gespielt werden können.
Johannes Franke: Auf jeden Fall. Anscheinend hat dieser Film sehr viel Einfluss auf sowohl die Gay-Community als auch die Trans-Community gehabt. Also es gibt natürlich genau diesen Kritikpunkt irgendwie, den ich total verstehen kann, aber ansonsten scheint das wirklich sehr viel Impact zu haben.
Florian Bayer: Almodovar wurde mal in einem Interview, im Guardian wurde er gefragt, ob es eine Lebensphase gab, in der er gerne eine Frau gewesen wäre. Weil er so viele Filme über Frauen gemacht hat und es war auch anlässlich zu diesem Film. Und daraufhin hat er geantwortet, nee, ich wollte nie eine Frau sein. Ich bin froh, dass ich nicht transsexuell bin. Weil meinem Erleben nach ist es so, dass... dass Transsexuelle sehr devoted sind, um ihre Transition durchzuziehen. Ja. mühevoll ist und sehr viele Jahre dauert. Ten Years of Splendor. Und dass das wirklich hart und ... wirklich ein hartes Leben dann ist, wenn man das macht. Und dann sagt er noch dazu, dass er aber total fasziniert ist von Transsexuellen, weil, pass auf, Transsexuals are a slap in the face. phase of the idea that God created people. Und wenn man ein transsexualer in eine Geschichte dramatisch als ein Narrative-Element setzt, ist es sehr stark, weil es alle anderen Charaktere verändert. And it is a challenge to them all.
Johannes Franke: Ja, interessant. Okay. Almodovar hat ja auch irgendwie gesagt, dass er, also er ist zwar kurzschulisch aufgewachsen, aber er hat da keine... Er ist ja kein gläubiger Katholik.
Florian Bayer: Nee, es gibt diese Geschichte davon, man einen Glauben verloren hat. Ich hoffe, ich bringe das jetzt nicht mit etwas anderem. Ich glaube, er hat erzählt, er hat den Glauben verloren eben genau in diesen Machtspielen. Es gibt so diese Geschichte von den Priestern, denen sie die Hand küssen mussten. Und er wollte das dann nicht, weil ein Priester War halt genau der, der bekannt dafür war, dass er die Kids sexuell missbraucht hat. Und der hat ihn dann wohl irgendwie genötigt, ihm die Hand zu küssen und das war ihm so unangenehm. Das war der Moment, in dem er seinen Glauben verloren hat. So diese eine Sekunde, in der er dazu genötigt wurde, diesem Priester die Hand zu küssen.
Johannes Franke: Ja, das ist ein guter Moment, um den Glauben zu verlieren. Kann ich gut verstehen.
Florian Bayer: Almodovar wurde ja auch, nicht bei diesem Film, aber bei anderen Filmen, zum Beispiel bei Die Haut, in der ich wohne, der ja deutlich jünger ist, wurde ihm auch Transfeindlichkeit vorgeworfen. Oh. Und ich glaube, ich kann es auch verstehen, auch in diesem Film. Ich kann mir vorstellen, dass man auch in diesem Film eine gewisse Transformation Feindlichkeit vorwerfen kann, weil der Film Transsexualität auch so ein bisschen als so ein Narrative-Tool benutzt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: dadurch eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber dem Phänomen vielleicht auch aufweist, weil es halt auch immer als Bild gemeint ist, weißt du, es ist ein Bild für die Für das Gespaltene von Ignacio, der das irgendwie verarbeiten muss. Die Suche nach Identität. Es geht ganz stark um dieses universelle Identitätssuche und es geht darum, dass er ein anderer Mensch wird und es geht darum, dass es halt auch verknüpft ist mit jemandem, der homosexuell war in seiner Kindheit. dass da zum einen so bestimmte Klischees drin sind, aber auch zum anderen so halt, dass es so ein künstlerisches Spiel damit gibt. Und man könnte sagen, okay, dann nimmt er das eigentliche Phänomen, Gender Dysphoria, nimmt er nicht ernst genug.
Johannes Franke: Ja, die Anklänge gab es halt auch in meiner Recherche so ein bisschen von Leuten, Auch was ich jetzt so ein bisschen feststelle in Erinnerung, dass mir zum Beispiel ein bisschen sauer aufgestoßen ist, dass der Umgang von Sarah mit... Mit ihren Brüsten sehr stark überzeichnet, überzeichnet war. Immer wieder dieses offene Ding und dann immer wieder drauf hinweisen und immer wieder sagen, na, na. Guck mal, guck mal. Was ich irgendwie so, hä?
Florian Bayer: Was ist das denn? Es findet ja auch so eine Verknüpfung statt von Transsexualität mit Drag und mit... Ja, ja, ja, genau. Wenn wir Sahara zum ersten Mal sehen, tritt sie eigentlich als Track Queen auf in diesem Club. Und es ist eigentlich eine Dragshow und dann wird das aber so sehr stark miteinander verknüpft, als ob das eins wäre. Richtig, ja. Versucht man ja auch ein bisschen zu schauen, was ist der Unterschied zwischen Drag Queens und Transsexuellen und Transidentitären. Bei die Haut, in der ich wohne, wurde das Almodovar auch vorgeworfen. Wenn man ihn sieht, glaubt, das kann man reinsehen. Kann man auf jeden Fall sehen. Ich glaube, es ist auch gut, darüber zu reden. Ich glaube, es ist die falsche Stelle. Ich glaube, Almodovar ist der Falsche, um diese Kritik loszuwerden. Ich finde es wirklich beeindruckend, wie er... ganz grundsätzlich, unabhängig davon, wie er es konkret zeigt, mit den Fragen nach geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Identitäten spielt. und so ein bisschen in diesem Film sehr stark diesen Spielplatz aufmacht und sagt, Man kann alles so spektral betrachten, es ist alles ein großer Spielplatz. Wir können diese klassischen Vorstellungen von Geschlechtsbinarität und von klarer sexuellen Orientierung nochmal hinterfragen und wir können damit auch ein bisschen spielen rumwürfeln. Das macht vielleicht als künstlerisches Medium deutlich mehr, als es jede... realistische Dokumentation machen könnte, die sich konkret mit Transidentität auseinandersetzen.
Johannes Franke: Also vielleicht könnte man sagen, dass Almodovar in dieser Richtung ein kleines bisschen naiv damit umgeht. Aber ich glaube, das macht eines der Gründe aus, warum es so playful ist, warum man so... so lighthearted an den Filmen rangeht, in so vielen Szenen. Du hast viele Szenen, wo ich denke, ja man hätte da jetzt eine ganz große Problematisierung draus machen können. Davon, dass man hier gerade zwei Personen in Drag rumlaufen sieht und dann hätte man da ein riesengroßes Ding draus machen können, aber nein. Es ist in großen Teilen eine Selbstverständlichkeit und so ein playful, einfach ... zeigen und machen und sein, was auch immer man sein möchte. Und das finde ich total schön. Also das fand ich wirklich gut an dem Film eigentlich.
Florian Bayer: Was du mit naiv sagst. Triffst es glaube ich ziemlich gut, weil Almodovar wahrscheinlich einfach seine Erfahrungen zum Thema Transidentität und zum Thema Drag und so weiter nicht aus soziologischen Studien zieht, sondern aus seiner Erfahrung aus der queeren Szene im Spanien der 70er, 80er, 90er Jahre. Da war er ja ganz aktiv, er war ja ganz stark in dieser Underground-Szene drin, die sich zum ersten Mal so freigefühlt hat, nachdem der Faschismus vorbei war. Er hat ja auch eine Punkband gespielt und war dann im Theater und so. Und wahrscheinlich greift er einfach daraus. bedient sich so bei den Geschichten, die er damals gehört hat, bei den Leuten, die er damals gesehen hat. Das ist natürlich eine andere Betrachtungsweise als das, was wir heute unter Gender Dysphoria verstehen, wie wir heute den Diskurs führen über Transidentität, Transsexualität usw.
Johannes Franke: Es ist auch 2004, man muss sagen, es ist wirklich andere. Es sind 20 Jahre her.
Florian Bayer: Und dafür ist es schon krass progressiv und auch wirklich, also ich meine, also Ich gehe mal davon aus, dass wertkonservative Unionisten diesen Film nicht mögen werden. Und Trumpisten werden diesen Film auch nicht mögen. mögen. Und das Geschlechtsbild wird wenig anschlussfähig sein bei diversen Rechten und AfD-Wählern.
Johannes Franke: Ich möchte sagen, dass ich die ganze Zeit beim Gucken ein bisschen das Gefühl hatte, okay, er könnte jederzeit ins Telenovelige abdriften. Hast du das Gefühl auch gehabt?
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Du hast vorhin auch schon das Wort Pipe gesagt, das kann ich auch nur nicken. I love it.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Das Palpige an diesem Film ist voll schön und das macht den Film im Ganzen so ein bisschen exzentrischer und teilweise auch ein bisschen flacher.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich mag es einfach, weil ich auf so Zeug stehe. Cialo aufgeschrieben, was ich irgendwie gar nicht so gelesen habe, aber viele sagen so ein bisschen Hitchcock und Nor. Ich musste ganz oft an diese Cialos denken, wo man halt auch so viele so sehr pointiert Farben gesetzt hat, wo es irgendwie um Mord geht und alles mit so einem mysteriösen Hauch und dann die Bilder aber gleichzeitig so sehr bunt sind und sehr extrem. Almodovar macht in aller Ruhe, die er hat, in aller Gelassenheit, die er hat beim Film, hat teilweise extreme Bilder, die einfach draufhauen auch so ein bisschen.
Johannes Franke: Hat er das in einem anderen Film auch, dieses starke Farbkonzept?
Florian Bayer: Ja, bei Almodovar gibt es immer irgendwie so Trägerfarben, die ganz präsent sind. Ich glaube, meistens ist es rot.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Ja, das macht ja ganz viel.
Johannes Franke: Ein bisschen ein spanisches Klischee, muss man sagen.
Florian Bayer: Ja, aber
Johannes Franke: Oh Mann.
Florian Bayer: Er macht sehr bunte Filme und der Film ist halt auch ein sehr bunter Film. Also die Filmneuerreferenzen, natürlich gibt es das. Wir haben eine Detektivgeschichte. Wir haben gleich zwei Femme Fatals. Also Sahara und Angel sind beide irgendwie Femme Fatal. Und wir haben, eigentlich ist Enrique so ganz klar der Detektiv, wir haben voll drauf diese Klischees.
Johannes Franke: Aber gut, Disguise. Ich finde es gut, weil da so viel drumrum ist und so viele andere Genres noch irgendwie reingehen, dass man... dass man nicht sofort das Gefühl hat, jetzt irgendwie Bogart dabei zuzusehen, wie er einen Fall löst.
Florian Bayer: Ja. Und das ist wichtig, da haben wir plötzlich auch so eine Offerzähler-Stimme sogar. In der Hälfte des Films kommt plötzlich Enrique, unser Offerzähler, der sagt, so, und jetzt haben wir den Film gemacht. Und ich habe das Ende geändert und ich habe den Film als Liebeserklärung gemacht, an Ignacio gemacht und ich möchte das Rätselrohr anlösen. Er erzählt uns das alles plötzlich. Plötzlich wird die vierte Wand komplett gebrochen.
Johannes Franke: Was ich sehr spannend finde, ist, dass Almodovar es schafft, relativ frei von Prätentiosität das zu machen. diese ganzen Ebenen, die er aufmacht von Vergangenheit und was ist Film und was ist Filmrealität, Das ist ganz und gar nicht so, wie ich bin selbstverliebt und guck mal, was ich alles kann und hol mir einen runter darauf, dass ich das alles irgendwie verwoben kriege. was andere Filme machen, sondern einfach wirklich so, okay, so muss der Film erzählt werden und ich halt nehm euch in die Hand und mach das ganz transparent. ohne irgendwie euch... Es gibt ja viele Regisseure, die dann sagen, Saul, jetzt verwirre ich euch so richtig. damit ihr am Ende des Films da sitzt und denkt, hä, habe ich nicht verstanden. Und er macht das nicht, sondern er ist wirklich sehr transparent und auch dafür habe ich ein Zitat. My interest is to be transparent. I'm very interested in making movies that are very complex. My challenge is to make transparent movies out of Das finde ich eine lässige Haltung. Lässig, ja.
Florian Bayer: Auf jeden Fall lässig. Also man muss dazu sagen, das ist eine spannende Frage, eine Gretchenfrage, die wir oft bei Filmen stellen, die wir hier beantworten. Wie viel ist das Kunstkacke? Und Almodovar hat natürlich so Kunstkacke-Züge. So grundsätzlich. Er ist verspielt, er ist progressiv, er macht Er macht nicht deinen Standard Big-Budget-Mainstream-Film. Und er macht auch nicht deinen Standard nette... Nette, leichtfüßige spanische Komödie. Sondern seine Filme sind schon speziell. Aber ja, wie du und wie das Zitat sagen, er hat ein Händchen dafür, das trotzdem so zu machen, dass man mitkommt und sich unterhalten fühlt. Ja, das rechne ich ihm hoch an. Ich finde, manchmal hat ein Motto, du warst so ein bisschen so eine behäbige Art. So ein bisschen gemütlich und es führt so ein bisschen ins Leere. In dem Film gar nicht. Jetzt rede ich über Almodovar im Allgemeinen. Manchmal habe ich das Gefühl, in seinen Filmen... In seinem Film schaukeln und kuscheln sich die Akteure manchmal so ein bisschen gemütlich rein, in diesen schrägen Sachen, die passieren. Und es führt zu nichts wirklich. Und du hast wunderschöne Bilder und du genießt es auch irgendwie. Aber dann am Schluss denkst du, okay, was habe ich da eigentlich gesehen? Das war nicht viel. Das war nicht viel Handlung. Aber trotzdem sind die Filme halt unterhaltsam. Also du hast Freude an den Filmen. Und wenn er dann mal ein bisschen komplexer wird in der Handlung, Wie in diesem Film meiner Meinung nach. Oder auch in Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Dann entstehen wirklich spannende Arten, auch so Kontrastierungen von krassen Geschichten. Mhm. Mit Sinnigen, mit Bildern voll Leidenschaft, voll sinnig, sinnvoll, nicht sinnvoll, sinnvoll. Sensual. Mir fehlt das Wort.
Johannes Franke: Gefühlig.
Florian Bayer: Nee, nicht gefühlig, nicht kitschig, sondern sinnlich.
Johannes Franke: Sinnlich.
Florian Bayer: Sinnlich. Mit sinnlichen Bildern. auch spannende, auch komplizierte Sachen so zu erzählen, dass du die ganze Zeit denkst, oh ja, Es gibt so eine Grunderotik. Um es auf den Punkt zu bringen, der Film hat so eine Grunderotik, die er die ganze Zeit mitträgt.
Johannes Franke: Okay, ich möchte, um das einmal zusammenzufassen, eine Stelle im Film finden. Und zwar unterhalten sich die beiden Jungs im Internat irgendwann des Nachts. Und der eine sagt, ich glaube nicht an Gott. Und der andere fragt, woran dann? Und das andere Kind sagt dann... Ich bin Hedonist. Habe ich im Lexikon gelesen. Und erklärt dann, was ein Hedonist ist. Einer, der das Leben einfach genießt. Und ich glaube, da sagt Almodovar uns, welche Position er zu dem ganzen Scheiß hat.
Florian Bayer: Ja, glaube ich auch. Ja, bin ich voll bei dir.
Johannes Franke: Finde ich total schön.
Florian Bayer: Das ist ein hedonistischer Film für Hedonisten von einem Hedonisten.
Johannes Franke: Ja, volle Kanne. Und das ist natürlich das, was du meinst. Der Film ist eben nicht depressiv und lässt einen hoffnungslos zurück, sondern es ist... von einem Hedonisten geschrieben, der zwar eine tragische Vergangenheit erzählt, aber trotzdem dem Leben eine. hedonistische Grundhaltung abgewinnen kann. Was irgendwie schön ist. Was natürlich ein schönes Fazit ist. Allerdings wird er am Ende dann schon sehr dramatisch und sehr düster, muss man schon sagen. Eigentlich ist das der erste Teil des Films, während der zweite Teil des Films... die Katastrophe, die katastrophale Konsequenz aus dem ersten Teil erzählt.
Florian Bayer: Und trotzdem geht aber Enrika auch in dieser... Ich meine, wir haben ja sehr stark seine Perspektive dann auch am Schluss. Und er geht dafür... Er schießt Angel endgültig in den Wind. Aber trotzdem geht er alles in allem ziemlich gelassen damit um, dass seine Jugendliebe ermordet wurde, von Juan und Beringuer. Er ruft keine Polizei.
Johannes Franke: Er ruft die Polizei nicht, ja.
Florian Bayer: Er schickt Angel weg, so wie man das mit einer femme fatale macht. Und dann erfahren wir noch so im Epilog, dass er Filmemacher war mit Passion.
Johannes Franke: Also diese Tafeln am Ende.
Florian Bayer: Und Berenguer wurde überfahren von Angel, nachdem er ihn erpresst hat. Warum brauchen wir das noch, Flo? Ich weiß nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob man das nicht... nicht einfach, hätte man den Film nicht einfach beenden können an der Stelle. Das ist vielleicht so ein bisschen die Trash-Komponente. Auch Angel wurde großer Filmstar, Berenguer erpresste ihn, wurde überfahren und Enrique macht Der erste Film mit Passion.
Johannes Franke: Was ich das Schönste an diesem Ding ist, dass Juan zwar eine große Karriere hatte, aber dann eigentlich nur noch Fernsehen gemacht hat. was heute anders ist, weil heute ist halt Netflix und so im Streaming das Pendant fürs Fernsehen. Und natürlich ist das hoch angesehen, aber damals... Ende der 90er, Anfang 2000er und auch in den 80ern, gerade in den 80ern, war das so Fernsehen, ja Fernsehen. Hat nichts mit Kunst zu tun. Und das ist die größte Strafe, die Almodovar eingefallen ist früher an. Dass der nur noch Fernsehen machen durfte.
Florian Bayer: Ja, das ist irgendwie auch konsequent. Ach, was ist daran konsequent? Also irgendwie mögen wir ja auch Rohan als Anche, oder? Also auch wenn er so ein bisschen weinerlich ist, auch wenn es ihm sehr wichtig ist, diese Rolle zu kriegen und er da so ein bisschen rumlafft, auch wenn er sehr pushy ist in der Beziehung mit Ignatius, Ich finde diesen Angel nicht unsympathisch.
Johannes Franke: Ja, eigentlich, wir gehen halt schon mit ihm mit und durch. Was ich mich aber oft frage, ist, wie zur Hölle hat er das geschafft, so eine großartige Zara zu spielen? Also als Charakter, als Juan, weil ... Juan und ich fragen mich, wie er es geschafft hat, ihn umzubringen. Also sie umzubringen, Sarah umzubringen.
Florian Bayer: Weil er ein Depp ist oder was? Warum fragst du dich das?
Johannes Franke: Weil er einfach weinerlich und nicht in der Lage ist, sich ordentlich... immer wieder wie so ein Hund angelaufen und sagte, ja, und vielleicht gebe ich dir das Drehbuch, ja doch, egal, ob ich das spielen darf oder nicht. Und dann müsste ich so... Ich nehm das wieder zurück, ich will die Sahara spielen. Das ist schon nervig. nervig und so eine... Das ist so eine gespaltene Persönlichkeit.
Florian Bayer: Aber er hat halt auch so dieses Obsessive, was zumindest spannend ist. Er hat sowas geheimnisvolles und gleichzeitig obsessives dran. Also ich kann, ich gehe voll mit Ignacio, mit der sagt, okay, Eigentlich mache ich das Ding vor allem, weil ich wissen will, wer dieser Angel ist und was mit dem los ist und was mit Ignacio passiert ist.
Johannes Franke: Du meinst Enrico?
Florian Bayer: Enrico, genau.
Johannes Franke: Ja, verstehe ich auch voll. Klar, natürlich.
Florian Bayer: Und man versteht, dass er das Mysterium lösen will, weil dieser andere eben halt auch wirklich diese mysteriöse Seite hat, diese spannende Seite, die... mit so einem Fragezeichen einfach ausgestattet ist. Wer ist dieser Mensch? Und was will er? Was sucht er? Der Film hätte vielleicht mit dem Brief enden können von Sahara. Mit diesem Satz, lieber Enrique, ich glaube, ich hatte Erfolg, schreibt sie, bevor sie tot auf die Schreibmaschine fällt. Was total tragisch ist. Aber auch irgendwie schön ist, weil sie ist in einem wirklich großen Moment gestorben. Sie glaubt, sie hat es geschafft. Sie sagt, das ist ihr letzter Fix. Und dann tippt sie das wirklich voller Enthusiasmus in die Schreibmaschine, um dann zu sterben. Almo, du weißt ganz gut, schlimme Dinge so ein bisschen zu romantisieren und vielleicht ist es auch ihr Tod, der irgendwie hier so ein bisschen romantisiert wird. Sie ist im guten Moment gestorben.
Johannes Franke: Ja, toll. Aber sie ist gestorben. Und eigentlich überhaupt nichts davon verdient. Das tut so weh. Wirklich, es tut sehr weh, weil wir einfach das Kind auch... So lieben lernen als Zuschauer. Und dann diese Entwicklung zu sehen, tut so wahnsinnig weh. Aber das hatten wir gleich am Anfang dieser Episode. Das ist wirklich ein... Einfach devastating, das zu sehen. Tja. Haben wir große Felder, die wir aufmachen wollen noch?
Florian Bayer: Ich will jetzt einfach mal so ganz komplett ohne Zusammenhang reinwerfen, dass ich wirklich einen coolen Podcast gehört habe zu diesem Film. Also übliches Vorgehen werden wir zu Filmen recherchieren. Ich glaube, du machst das auch. Wir gucken noch mal, was gibt es denn, was hat denn die Podcast-Landschaft gesagt? Nicht zu diesem Film. Zu diesem Film habe ich nichts, aber zu Almodovar. Es gibt von Too Old... To Die Young gibt es eine Folge zu Modo Wa. Und Too Old to Die Young? Kultur über und unter der Gürtellinie mit Tatjana Berlin, Paul Schulz und Barbie Breakout, also einem alten Homo und zwei auch nicht mehr ganz frischen Dragqueens. Ein unfassbar Guter Podcast. Also ich meine, es ist doof, Werbung für die Konkurrenz zu machen. Aber wenn ihr Bock habt, einen Podcast aus der queeren Community zu hören, zu allen Themen... Wo einfach so drei Typen wirklich Spaß haben und gleichzeitig total viel Leidenschaft für die Sachen, über die sie reden. Hört da mal rein, too old to die young. Also, two als zwei geschrieben, zweimal. Und ... Wirklich toll. Und der Almodovar, die Almodovar-Folge von Ihnen, wo Sie einfach Almodovar total abfeiern, auch so als große Ikone für Sie. als queere Leute, die in den 80ern groß geworden sind, wirklich sehr höchenswert.
Johannes Franke: Schön. Gute Empfehlung. Ich habe aber gar kein Problem damit, für andere Podcasts Werbung zu machen. Ich finde es total gut.
Florian Bayer: Nee, ich auch nicht. Ich habe das Gefühl, diesen Satz muss ich noch mit reinwerfen.
Johannes Franke: Okay, wollen wir in unsere Top 3 hineinrutschen?
Florian Bayer: Ja, lass uns mal in die Top 3 hineinrutschen.
Johannes Franke: Unsere Top 3. Was haben wir denn als Top 3?
Florian Bayer: Lug und Trug. Ich hab dir das gestern geschrieben. Du hast mir das gestern Ich hab deine Antwort nicht zu 100% verstanden. Pass auf, ich hab geschrieben.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Top 3, Luke und Trug? Johannes antwortet schreiend, Johannes schreit normalerweise in Apps selten, aber hier ist alles Großbuchstaben, mindestens Ausrufezeichen.
Johannes Franke: Mindestens Luke und Rook, meinte ich damit. Und wollte Flo ein bisschen verwirren. Ich fand einfach lustig.
Florian Bayer: Und dann schreibt er, ach so, Punkt, Top 3, Punkt. Okay. Und ich schick ihm einen Lachsmiley zurück, aber eigentlich hätte ich ihm einen verwirrten Smiley zurückschicken müssen. Warte mal.
Johannes Franke: du hättest den Gag verstanden, den ich nicht mal ich verstanden habe.
Florian Bayer: Ich dachte zuerst, hast du nicht richtig geguckt und hast einfach nur Top 3 gelesen und geschrieben, mindestens, weil du den Film so gut fandst. Vielleicht der hier? Ich schicke ihm jetzt. Welchen Smiley benutzt ihr, wenn ihr... Wenn ihr nicht sicher seid, was das Gegenüber gemeint hat. Ich habe gerade den mit dem Monokel benutzt, den ich sehr schön finde. Aber ich weiß nicht, ob das der richtige ist.
Johannes Franke: Johannes, was ist dein Platz 3?
Florian Bayer: Moment, was hast du gemeint mit diesem mindestens?
Johannes Franke: Nein, es war nur, weil da stand Luke und Trug und ich dachte, ja, auf jeden Fall, Luke und Trug. Es ist alles Luke und Trug in dieser Welt. Okay, das ist mir zu. Ja, ja, ist völliger Blödsinn gewesen. Ich habe diesen Gag auch nicht wirklich verstanden, aber ich fand ihn in dem Moment witzig. So, also. Wir haben auf Platz 3 bei mir Thema Luke und Trug, An Honest Liar. Wir haben den Film besprochen.
Florian Bayer: Ja, haben wir.
Johannes Franke: Und es ist so, so ein großartiger Dokumentarfilm. Wir haben im Gespräch festgestellt, dass er gar nicht so großartig ist, wie er so einem... retrospektiv vorkommt, wenn man ihn lange nicht gesehen hat. Aber jetzt, wo ich ihn lange nicht gesehen habe, muss ich wieder sagen, es ist ein großartiger Dokumentarfilm.
Florian Bayer: Das ist ein durchständiger Dokumentarfilm über einen großartigen Menschen.
Johannes Franke: Ja, und ein großartiges Thema, nämlich... wie irgendwelche Idioten dazu kommen, einem zu erzählen, ich habe Kontakt mit deiner verstorbenen Tante. Sie sagt dir folgendes oder irgendwelche anderen Idioten, die dir Geld aus der Tasche ziehen mit irgendwelchem pseudowissenschaftlichen Scheiß. Und James Randi, der der Honest Liar in dem Fall ist, versucht das alles aufzudecken. Er ist selbst Magier und sagt am Anfang seiner Show immer, ich werde euch jetzt zwei Stunden lang verarschen. um einmal die Ground Rules festzulegen, damit keiner auf die Idee kommt, danach zu ihm nach der Show zu kommen und zu sagen, Sie haben großartige Kräfte und der einfach immer sagen muss, nein Leute, das sind alles Tricks. Das, was sie da draußen machen, wenn sie dir erzählen wollen, dass sie irgendwelche übernatürlichen Dinge können, das sind auch alles Tricks. Dieser Film macht das sehr gut, also die Dokumentation macht das sehr gut, verschiedene Felder aufzumachen und zu zeigen, welche idiotischen Priester das für ihre Messen benutzen, um den Leuten dann auch noch Geld aus der Tasche zu ziehen und so zu tun, als ob sie irgendwelche Leuten heilen oder was. Ja, auf Platz 3.
Florian Bayer: Mein Platz 3 ist aus dem Jahre 1995 die üblichen Verdächtigen von Bryan Singer. Ein Film, in der... schreckliches Unglück passiert am Hafen, es gibt eine Schiffsexplosion, es gibt sehr viele Tote und es gibt einen Überlebenden, der dann bei der Polizei verhört wird und erzählt, wie es dazu kam. Und wir lauschen dieser Geschichte. Und sie ist eine spannende, klassische Thriller-Handlung. mit coolen Typen, die einen großen Kuh planen. Gegen Ende gibt es einen Twist und wir erfahren, dass das, was wir erzählen, in dieser Filmhandlung erzählt bekommen haben, vielleicht nicht 100% der Wahrheit entspricht. Und wie der Film das inszeniert, Es ist fantastisch. Es ist richtig gut. Einer der großen Plottwists der Filmgeschichte.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und kennst du den Film?
Johannes Franke: Ich muss ihn gesehen haben irgendwann mal, aber ich kann mich an nichts erinnern.
Florian Bayer: Einer der großen Plotwists der Filmgeschichte, hervorragend inszeniert, klasse Film.
Johannes Franke: Dann hätten wir bei mir auf Platz 2 The Prestige.
Florian Bayer: Oh yeah.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, warum der jetzt auf Platz 2 ist und nicht auf Platz 3 oder andersrum, aber Prestige ist wirklich einer der tollen Filme, die ich... Vor langer, langer Zeit gesehen habe, deswegen kann ich auch gar nicht mehr so genau sagen, ob der immer noch mich so beeindrucken würde wie damals. Christopher Nolan ist das, ne?
Florian Bayer: Christopher Nolan.
Johannes Franke: Und ich habe ihn gesehen in einer Phase, wo ich selbst noch Zauberer war, wo ich tatsächlich viel auf der Bühne und bei irgendwelchen Firmenfeiern irgendwelche Leute bekam. bezaubert habe mit Karten, Tricks und irgendwelchem Scheiß. Und, naja, Scheiß, ihr wisst schon, mit Zaubertricks. Und dieser Film hat mich einfach beeindruckt, weil er dieses Zauberthema und dieses Bedürfnis nach Überzeugung, über natürlichen Fähigkeiten zu Entertainmentzwecken erzählt und auch einen ganz bösen Plottwist hat. Den ich jetzt nicht erzählen werde.
Florian Bayer: Er hat sogar mehrere Plottwists.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Ja, cool. Also er muss einfach rein auf Platz zwei. Der Mann, der bessere Drehbücher schreibt als Film inszeniert, aber auch sehr gut Film inszeniert, Billy Wilder. mit Zeugin der Anklage aus dem Jahr 1957, in dem Marlene Dietrich eine Zeugin vor Gericht spielt. Um genauer zu sein, sie ist die Zeugin im Prozess gegen ihren Ehemann und Und es kommt zu mehreren überraschenden Wendungen, bei denen verschiedene Arten des Lügens eine Rolle spielen. Mhm. Und die wunderschön am Schluss, also auch schon in der Mitte des Films, ausgefächert werden. Und das Publikum immer wieder aufs Glatteis führen. Und dann doch immer wieder nochmal was Neues reinbringen. Ah, jetzt habe ich verstanden, wie es war. Das macht Sinn. Ach nee, so war es gar nicht. Moment. Macht es Sinn. Fantastisch.
Johannes Franke: Toller Film. Billy Wilder lohnt sich immer. Also, wer noch nicht alle Filme von Billy Wilder gesehen hat, das geht auch an mich. Der sollte einfach alle Filme von Billy Wilder gucken. Okay, bei mir Platz 1 auf Platz 1 ist, weil es ein Johannes-Film ist, What's Up, Doc? Barbara Streisand, die so wahnsinnig charmant ist. diesen Typen, also sich einfach ausgibt als Frau dieses Wissenschaftlers. auf irgendeiner Tagung und weil sie an ihn ran will und die arme Frau, die eigentlich dabei ist, total zur Seite drängelt. Und es ist eine wunderbare Komödie, ganz, ganz tolle Komödie. Verwechslung mit Koffern und allem Möglichen, ganz typisch. Screwball. Wir haben auch diesen Film mal besprochen.
Florian Bayer: Ja, eine schöne Folge hört da auf jeden Fall nochmal rein.
Johannes Franke: Das war unsere Liste schon. Platz 1.
Florian Bayer: Dein Platz 1. Mein Platz 1 ist aus dem Jahr 1950. Akira Kurosawa. mit Rashomon, ein Film, der so als Klassiker gilt, wenn es darum geht, eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. Wir haben eigentlich eine ganz simple Geschichte von dem Mord an einem Samurai durch einen Banditen. Und dann haben wir eine Gerichtsverhandlung und wir haben verschiedene Versionen der Geschichte, die erzählt werden und dann auch ausgespielt werden. Bis wir dann so nach und nach erfahren, was tatsächlich passiert ist. Wir werden uns einfach diverse Räuberpistolen vorgesetzt. Toll schön erzählt. Sehr konsequent und man glaubt irgendwann niemandem mehr. Okay.
Johannes Franke: Ja, sehr schön. Dann haben wir wieder eine Top 3 und gehen zurück in unseren Film. Das war unsere Top 3.
Florian Bayer: Das Urteil.
Johannes Franke: Warum machst du denn das jetzt? Dann kann ich das hier nicht mehr einspielen.
Florian Bayer: Du kannst versuchen, so ein bisschen Musik drunter zu legen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Du kannst auch Autos drauflegen, wenn du magst. Das Auto... Warum klingt das so oft so scheiße in modernen Popsongs? Bin ich wirklich so alt?
Johannes Franke: Nein, es liegt einfach daran, dass die Leute, wenn sie Autotune brauchen, Dann konnten sie nicht singen. Und dann ist Autotune auch nur eine notdürftige Lösung und klingt einfach scheiße.
Florian Bayer: Aber es gibt ja auch so vieles Autotune, aber dann gibt es ja dieses, wo es so voll... draufgehauen wird. Sogar auch bei Leuten, die singen können.
Johannes Franke: Ja, das ist dann wiederum eine andere... Pink hat Autotune. Kann singen. Das ist ein anderes Stilmittel dann. Aber das ist ja erst zustande gekommen, weil es genug Leute gab, die nicht singen konnten.
Florian Bayer: Und ich finde es scheiße, weil ich alt bin, oder?
Johannes Franke: Ja, natürlich. Das kann ein probates Mittel sein, absolut. Das klingt für uns scheiße, aber ich...
Florian Bayer: Das ärgert mich voll, dass ich das scheiße bin. Aber dass es so viel vorkommt, weil ich will wirklich verstehen, warum das Leute cool finden.
Johannes Franke: Nein, ich verstehe das als ganz normalen Soundeffekt, den man auch als Heavy Metal Band drauflegt.
Florian Bayer: Ich mag ganz viele Soundeffekte und Störgeräusche und Verzerrungen, aber ich finde dieses typische Autotune mit Popstimmen Ich verstehe es nicht. Im tiefsten Inneren verstehe ich es nicht. Was passiert da? Was macht es besser?
Johannes Franke: Oh nein, Plo, du bist gerade 20 Jahre gealtert.
Florian Bayer: Ja, ich weiß. Es fühlt sich nicht gut an. Das Urteil, Johannes, wie fandst du den Film?
Johannes Franke: Ah, das ist so schwer. Es ist ein guter Film und er nimmt viele Sachen ernst, von denen ich ... die ganze Zeit Angst hatte, dass er abdriftet, dass er die ganze Zeit zu sehr noch in Richtung Telenovela abdriftet oder dass er zu sehr in Richtung Trash oder... Oder dass der Pulp-Charakter zu sehr überhand nimmt oder sowas. Hat er alles irgendwie balanciert. Das finde ich dann schon beeindruckend. Aber dass dieses Damoklesschwert die ganze Zeit über mir hing, war schon ein bisschen beunruhigend, muss ich sagen. Also den ganzen Film über ist man ein kleines bisschen on the edge und denkt, schaffst du es noch lieber? Es ist ein bisschen... Puh, okay. Aber es ist natürlich... wirklich sehr unterhaltsam zu gucken und man geht durch alle möglichen Gefühle durch. Das ist schon wirklich sehr gut. Ja, also das ist ein sehr guter, muss man gucken. Muss man sehen.
Florian Bayer: Muss man gucken, Postcast. Der Schauen wir mal Podcast. Ja, genau. Die bayerische Variante.
Johannes Franke: Oder die norddeutsche Variante. Ja.
Florian Bayer: Wundervoller Film. Der Film ist Punk, der Film ist queer, der Film ist bunt und aufgekratzt und der Film stolpert auch manchmal so ein bisschen daneben. Er ist total schön und er hat mich daran erinnert, dass ich doch ein bisschen mehr Almodovar gucken sollte. Ich hatte wirklich Freude an dem Film. Auch mit seinen düsteren Themen. Und ich war überrascht, dass er so war. Es gibt wahrscheinlich doch nicht so einen typischen Almodovar, wie ich denke. Weil wenn ich jetzt so durchgehe, dann ach, der ist ja auch ein bisschen anders, der ist auch ein bisschen anders, vielleicht sollte ich doch mal noch ein bisschen mehr Almodovar gucken. Ich hatte den so in die Schublade geschoben, ja, ich hab verstanden, was für eine Art von Film der macht, die sind toll. Aber die ähneln sich, ist gar nicht so offensichtlich.
Johannes Franke: Das heißt aber, weil meine Vorstellung davon war, dass dieser Film im Grunde, auch wenn sie in anderen Filme ganz viel weibliche, starke Charaktere haben, ist dieser Film ja im Grunde auch nur eine Variante davon.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Er hat ganz viele Almodovar-Elemente. Also ich finde... Man ergibt so einen guten Einblick da rein, was diesen Regisseur auszeichnet. Es gibt Filme von ihm, die vielleicht so einen leichteren Einstieg geben, weil sie nicht ganz so verschachtelt sind, weil sie ein bisschen flacher sind. Also nicht flacher, sondern ein bisschen weniger komplex von der Handlung. Es gibt Filme von ihm, die irgendwie tiefsinniger sind und die ein bisschen mehr gesellschaftspolitische Themen aufgreifen und ein bisschen mehr Substanz. Es gibt aber auch Filme von ihm, die weniger Substanz haben und einfach schöner sind. Also es gibt schon doch offensichtlich eine relativ große Bandbreite an dem, was Almodovar machen kann. Aber ich habe ihn auch in diesem Film wieder erkannt. Also es war schon, ja.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Auf jeden Fall muss man sehen.
Johannes Franke: Schön. Samira, vielen, vielen, vielen Dank für diese vielen Empfehlung.
Florian Bayer: Ja, danke, total cool. den Film gesehen zu haben.
Johannes Franke: Ja, wirklich toll. Ich hoffe, du bist zufrieden mit uns, mit unserem Urteil.
Florian Bayer: Ja immerhin, du hast ihn als einen deiner Lieblingsfilme von Almodovar genannt, ne?
Johannes Franke: Ja, hat sie. Oder?
Florian Bayer: Ja, hat sie.
Johannes Franke: Sehr gut. Also wir haben ihn Gott sei Dank nicht kaputt reden müssen, hätten wir aber auch gemacht, wenn er uns nicht gefallen hätte. Insofern, jeder, der uns einen Filmvorschlag schickt, muss natürlich damit rechnen.
Florian Bayer: Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Ein russisches Roulette.
Johannes Franke: Aber lasst euch nicht abhalten. Schickt uns Filmvorschläge. Wir haben uns wahnsinnig gefreut, dass wir wieder was machen konnten. Wir haben das ja am Anfang eine Weile gehabt tatsächlich, dass uns Leute was geschickt haben. Dann gab es jetzt eine große Durstperiode und jetzt endlich gab es das wieder und gerne schickt weiter.
Florian Bayer: Und nächste Woche gibt es schon wieder eine Sonderepisode. Nicht nur mit Material, das nicht von uns ausgesucht wurde, sondern auch mit einem Gast. Und worum es genau geht, hört ihr dann nach dem Outro. Also bleibt nochmal kurz dran, ja?
Johannes Franke: Bis dann.
Florian Bayer: Bis dahin. Und euch eine schöne Woche und vielen Dank fürs Zuhören und so weiter. Und so weiter. Tschüss.
Johannes Franke: Vielen Dank, Flo. Vielen Dank. Sehr schön. Bis dann. Tschüss. Floor, das war die wundervollste Episode der ganzen Welt. Ich habe keine Ahnung, was wir gerade besprochen haben, weil wir sind schon eine Woche später.
Florian Bayer: Aber es gibt auch einen bestimmten Grund, warum wir eine Woche später sind. Wir haben nämlich nächste Woche einen Gast endlich wieder mal. Yeah!
Johannes Franke: Und zwar hat uns Christian geschrieben. Christian von seinem ganz wunderbaren Podcast. namens 101 Jahre des Films. Wenn das auch der richtige Name ist. Ich hoffe, das ist der richtige Name. Hallo Christian.
Florian Bayer: Hallo Christian. Schön, dass ich dabei sein darf.
Johannes Franke: Na? Ja, aber natürlich. Du hast uns eine tolle Mail geschrieben oder auf Instagram, wie auch immer. Modern halt. Einen Brief. Du hast einen Leserbrief geschrieben. Genau, mit der Brieftaube, ja. Und du möchtest mit uns einen Film gucken. Welchen Film möchtest du mit uns gucken?
Florian Bayer: Also, ich habe vorgeschlagen, was Deutsches zu gucken. Meiner Meinung nach eines der besten, wenn nicht sogar der beste deutsche Film aller Zeiten. Und zwar Fritz Langs N. Eine Stadt sucht einen Mörder von 1931.
Johannes Franke: Also ist schon eine Weile her.
Florian Bayer: Über 90 Jahre. Aber ich finde, wenn man den schaut, der hat von seiner Aktualität nicht viel verloren. Sehr cool.
Johannes Franke: Und ist immer noch ein richtig, richtig Hammerfilm.
Florian Bayer: Wow. Super. Unser erster Fritz-Lang-Film, Johannes, ne?
Johannes Franke: Ist es das? Haben wir nicht Metropolis gemacht?
Florian Bayer: Wir haben nicht über Metropolis gesprochen. Fuck! Unser erster Fritz-Lang-Film.
Johannes Franke: Da muss erst ein Gast kommen, damit wir den Film gucken.
Florian Bayer: Du kennst ihn, Johannes, oder?
Johannes Franke: Ich habe ihn gesehen, ja, aber es ist nicht lange her. Ich habe ihn nicht in meiner Jugend so kanonisch gesehen, sondern ich habe ihn jetzt erst vor kurzem gesehen. Und ich freue mich darauf, ihn nochmal zu sehen.
Florian Bayer: Es ist sehr lang her, dass ich den Film das letzte Mal gesehen habe, deswegen freue ich mich auch total drauf, den endlich mal wieder zu gucken.
Johannes Franke: Okay, ja Christian, vielen Dank für diesen Film. Wir hören uns nächste Woche und werden sehr ausführlich über diesen Film sprechen.
Florian Bayer: Bis dahin.
Johannes Franke: Bis dahin. Ciao.
