Episode 252: Flatliners – Vor Halloween noch schnell klären, was nach dem Tod passiert…
Was passiert nach dem Tod? Viel größer kann die Fragestellung nicht werden. Und nichts Geringeres will Joel Schumacher 1990 in 115 Minuten auf der Leinwand endgültig klären.
Was passiert nach dem Tod? Und um das herauszufinden, lässt er vier Medizinstudenten sich gegenseitig kontrolliert umbringen und kurz darauf wieder auferstehen, mithilfe eines Defibrillators und nervenaufreibendem Geschrei. Ein fünfter in der Runde weigert sich zu sterben, um hinter den Vorhang des Todes zu schauen und darf anscheinend als Kontrollgruppe trotzdem dabei sein. Die Kommilitonen fangen an sich übertrumpfen zu wollen, wer länger tot sein kann bevor sie ihn zurück ins Leben holen. Als ob es sich um ein Wettessen handele in dem am Ende einer Stolz behaupten kann 20 Burger auf einmal im Mund gehabt zu haben. Der Kater danach allerdings hat es in sich: jede und jeder der ins Jenseits schauen durfte, bringt ein schlechtes Gewissen mit, eine Schuld, die er oder sie im Laufe ihres oder seines Lebens auf sich geladen hat. Man beachte, ich darf gendern! Allerdings nur einer weiblichen Protagonistin wegen, der Rest der fünf ist zeitgemäß männlich und leicht problematisch.
Die Schuld, die sie auf sich geladen haben (oder glauben zu haben) verfolgt sie im Diesseits und zermürbt die Freunde. Nelson, der Anführer der Todes-Medizin-Bande, wird sogar regelmäßig von einem zehnjährigen Jungen vermöbelt und die Verzweiflung wächst. Erst als David sich bei der Frau entschuldigt, die er als Kind gemobbt hat, hört sein Martyrium auf, und er rät den anderen, sich ihrer Schuld zu stellen. Da der Junge den Nelson damals ausversehen umgebracht hat, im Diesseits nicht erreichbar ist, sieht Nelson sich gezwungen sich erneut ins Jenseits zu katapultieren, um dort um Vergebung zu bitten.
Gerade noch so können seine Freunde ihn zurückholen und der Spuk hat endlich ein Ende.
Aber immerhin wissen sie jetzt, was nach dem Tod passiert. Bleibt also nur noch eine Frage offen: Plor, WAS ZUR HÖLLE PASSIERT NACH DEM TOD!?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 252: Flatliners – Vor Halloween noch schnell klären, was nach dem Tod passiert… Publishing Date: 2025-10-29T06:55:12+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2025/10/29/episode-252-flatliners-vor-halloween-noch-schnell-klaeren-was-nach-dem-tod-passiert/
Florian Bayer: Und das macht keinen Sinn.
Johannes Franke: Gar nicht.
Florian Bayer: Aber es funktioniert visuell. Ja, es funktioniert atmosphärisch. Und das finde ich tatsächlich geil.
Johannes Franke: Ich bin wieder da, Flo. Danke, dass du mich zurückgeholt hast. Gerne, jederzeit wieder. Kannst du den Defilibrator bitte wieder zur Seite legen? Ich hab Angst davor.
Florian Bayer: Und wie wir alle wissen, zum Rhythmus von Staying Alive.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Denn wenn es etwas Wichtiges gibt, was man für lebensrettende Maßnahmen wissen sollte, ist machen.
Johannes Franke: Ah, ah, ah, ah, Staying Alive, Staying Alive.
Florian Bayer: Das war zu schnell, oder? Ich glaube, ich bin da nicht gut drin. Und das Krasse ist ja wirklich ganz wichtig tatsächlich für, sagen wir mal, alle MedizinerInnen da draußen, wenn ihr irgendwie sowas seht am Straßenrand und selbst wenn da schon vier, fünf Leute stehen, geht trotzdem dazu, guckt, weil es dauert im Schnitt neun Minuten, bis ein Krankenwagen kommt. Und neun Minuten zum Rhythmus von Staying Alive, das durchzuhalten, das ist richtig hart. Das schafft man nicht, wenn man nicht gut ausgebildet ist. Sprich, es ist gut, wenn jemand übernehmen kann.
Johannes Franke: Und das möglichst nahtlos.
Florian Bayer: Ja. Gott sei Dank war ich noch nie in dieser Situation.
Johannes Franke: Nein, ich will auch nicht in diese Situation geraten. Aber ja,
Florian Bayer: das ist krass.
Johannes Franke: Wir reden heute über Flatliners. Herzlich willkommen ihr da draußen in meiner Küche. Herzlich willkommen, Floa. Schön, dass du wieder da bist. Hallo, Johannes. Und bevor wir das bei dem ganzen medizinischen Kram vergessen, wir sind immer noch im Endofionoda. Oh nein. Ja, ich musste diesen Film auswählen, weil wir haben Spooktober. Endlich geht er auch zu Ende. Aber ich musste was nehmen, was... im weitesten Sinne Horror ist, Horror-Genre und ich habe mich sehr gegruselt, als ich diesen Film das erste Mal gesehen habe und du auch, Plor.
Florian Bayer: Ich auch, habe ich schon beim letzten Mal bei der Ankündigung gesagt. Dieser Film hat mich als Kind gegruselt und deswegen hat er auf jeden Fall schon mal das Prädikat Horror verdient. Zumindest im Sinne, wenn ein 13, 12, 13, 14-Jähriger ihn guckt und das gruselig findet. Also für mich persönlich, das hat er zumindest geschafft, weil es wird natürlich bei diesem Film... Wie so oft drüber diskutiert, ob das überhaupt ein Horrorfilm ist und viele sagen, nein, es ist kein Horrorfilm.
Johannes Franke: Ob wir uns gegruselt haben oder nicht, werden wir innerhalb dieser Folge rausfinden. Aber ich werde euch erstmal erzählen, worum es eigentlich geht im Film. Weil ihr habt den Film ja nicht gerade gestern gesehen. Oder vielleicht doch. Was passiert nach dem Tod? Viel größer kann die Fragestellung nicht werden. Und nichts Geringeres will Joel Schumacher 1990 in 115 Minuten auf der Leinwand endgültig klären. Was? passiert nach dem Tod. Um das rauszufinden, lässt er vier Medizinstudenten sich gegenseitig kontrolliert umbringen und kurz darauf wieder auferstehen. Mithilfe eines Defibrillators Defibrillators Defibrillators Defibrillators mit einem Stromgerät. Mithilfe eines Defib-Dingens und nervenaufreibendem Geschrei. Ein Fünfter in der Runde weigert sich zu sterben, um hinter den Vorhang des Todes zu schauen und darf anscheinend als Kontrollgruppe trotzdem dabei sein. Die Kommilitonen fangen an, sich übertrumpfen zu wollen. Wer länger tot sein kann, bevor sie ihn zurück ins Leben holen. Als ob es sich um ein Wettessen handle, in dem man am Ende stolz behaupten kann, 20 Burger auf einmal im Mund gehabt zu haben. Der Kater danach allerdings hat es in sich. Jeder und jede, der... die ins Jenseits gucken durfte, bringt ein schlechtes Gewissen mit. Eine Schuld, die er oder sie im Laufe ihres oder seines Lebens auf sich geladen hat. Man beachte, ich darf gendern, allerdings nur wegen einer weiblichen Protagonistin. Der Rest der fünf ist zeitgemäß männlich und leicht problematisch. Die Schuld, die sie auf sich geladen haben oder glauben zu haben, verfolgt sie im Diesseits und zermürbt unsere Freunde. Nelson, der Anführer der Todesmedizinbande, wird sogar regelmäßig von einem zehnjährigen Jungen vermöbelt und die Verzweiflung wächst. Erst als David sich bei einer Frau entschuldigt, die er als Kind gemobbt hat, hört sein Martyrium auf und er rät den anderen, sich ihrer Schuld zu stellen. Da der Junge, den Nelson damals aus Versehen, naja, umgebracht hat, im Diesseits nicht erreichbar ist, sieht Nelson sich gezwungen, sich erneut ins Jenseits zu katapultieren, um dort um Vergebung zu bitten. Gerade noch so können seine Freunde ihn zurückholen und der Spuk hat endlich ein Ende. Aber immerhin wissen wir jetzt, was nach dem Tod passiert. Bleibt also nur noch eine Frage offen. Was zur Hölle passiert nach dem Tod? Was passiert? Erzähl es mir.
Florian Bayer: Müssen wir gleich mit dem wissenschaftlichen Zeug einsteigen?
Johannes Franke: Mit dem wissenschaftlichen? Nein, dem philosophischen Zeug. Du bist Philosoph, du hast Philosophie studiert. Mach erstmal Philosophie und Wissenschaft machen wir später.
Florian Bayer: Ja, aber Wissenschafts...
Johannes Franke: Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsphilosophie ist ein ganz wesentlicher Zweig in der Philosophie. Kein Realismus, ich will kein Realismus.
Florian Bayer: Sonst wird sie zu Esoterik.
Johannes Franke: Ich will die esoterische Variante.
Florian Bayer: Die esoterische Variante ist, wie das Wort Esoterik übersetzt, bedeutet Geheimwissenschaft. Geheim, wir wissen es nicht. Das ist die ganz banale Antwort. Aber ich will,
Johannes Franke: dass du sowas sagst wie, ja, es gibt ein Licht am Ende des Tunnels und ein Mann mit Rauschbart sagt mir, du hast gut gelebt.
Florian Bayer: Also, NDEs werden seit Mitte des 20. Jahrhunderts erforscht. Und 98% der Wissenschaftler, die das verfolgen, sind Bullshit. Leute.
Johannes Franke: Du übersteuerst bloß.
Florian Bayer: Und die lautesten überhaupt, die man in jedem zweiten fucking Podcast hört, in jedem zweiten fucking Artikel liest, nämlich, um sie einmal zu nennen, weil man diese Gesichter einfach immer sieht, wenn man sich mit NDEs, Near Death Experiences, befasst. Jeffrey Long und Bruce Grayson sind die größten Bullshit Talker überhaupt. Es ist total ätzend. Und dann versucht man, irgendwas, man versucht, was Sachliches zu finden. und versucht irgendwie in die Wissenschaft einzutauchen und ist ständig mit diesen Typen konfrontiert. Ich habe den Podcast von Mayim Bialik gehört, Darstellerin aus Big Bang Theory, Wissenschaftlerin, Neurowissenschaftlerin. Und dann hat die diesen Typen zu Gast und lässt sich von ihm vollabern und ich denke mir so, scheiße, ich will, ich, Alter, Leute, ein bisschen Skepsis. Und dann merkt man, okay, wenn du irgendwie drin bist im öffentlichen Diskurs damit, du liest den ganzen Bullshit, weil die einfach den Diskurs bestimmen. Und es nervt tierisch. Du kannst dich nicht mit NDEs vernünftig auseinandersetzen, weil die beiden, die quasi ihre Karriere darauf aufgebaut haben, dass sie sagen, natürlich ist da was. Zwei Millionen Leute sagen das, die gestorben sind. Wir haben sie alle gefragt. Wir haben diesen Fragenkatalog entwickelt, weil die halt überall auftauchen. Das heißt, du kommst nicht drum herum, dich wirklich mit der Studienlage zu beschäftigen.
Johannes Franke: Ich habe einmal Gemini gefragt, was passiert nach dem Tod und beziehungsweise was für Gemeinsamkeiten die Berichte von Menschen, die... so Near-Death-Experiences hatten und so weiter sind. Und ich glaube kein Wort von dem, was Gemini sagt, weil Gemini nur auf diese ganzen Leute zurückgreift, die das Internet dominieren mit ihrer Meinung.
Florian Bayer: Es gibt aber vernünftige Studien. Das Problem ist bei Jeffrey Long und Bruce Grayson und den vielen anderen, die das machen. Es gibt auch so eine Society, die das untersucht. Die haben halt die Leute gefragt, die sagen, sie haben was gesehen und sagen dann, oh, alle Leute haben das Gleiche gesehen. Weil natürlich, wenn man so eine Erfahrung hat, das ist eine krasse Erfahrung. Ich bezweifle, ich sage nicht, dass die Leute lügen, die sagen, ich habe ein Licht gesehen, ich habe das erlebt und ich habe mich geborgen gefühlt. Das bezweifle ich überhaupt nicht. Es gibt Leute, die haben diese Erfahrung. Das Problem ist, die Auswahl von den beiden ist halt einfach, die befragen diese Leute. Und du merkst sehr schnell, es geht sehr schnell darum, Gott oder ein Jenseits nachweisen zu wollen. Es gibt wenige, es gibt wenige Studien, die seriöser sind. Und das Ergebnis von all diesen Studien ist. dass die Mehrheit der Menschen nichts empfindet. Die Mehrheit der Menschen, die Nahtodeserfahrungen haben, und wie gesagt, die Studienlage ist dünn und es ist dann auch meistens eine sehr kleine Gruppe, deswegen ist es schwer, weil halt sehr wenige Menschen sowas überleben. Deshalb ist es sehr schwer, da Erkenntnisse rauszuziehen. Aber die Studien, die ich gefunden habe jüngeren Datums, wo Menschen untersucht wurden, befragt wurden, die eine NDE hatten, es ist so, dass die Mehrheit nichts erlebt hat. 19%, 20%, 15%, das sind die Zahlen, auf die man stoßt, sind die Leute, die sagen, sie hatten irgendeine Art von Wahrnehmung. Das heißt, 80% von den Leuten sagen, nee, da war nichts, ich war weg.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und das ist, glaube ich, ganz wichtig, weil wenn man dann, wenn man sagt, okay, wir klammern diese 80 Prozent aus, die sagen da war nichts und gucken auf die 19 Prozent und nur auf die 19 Prozent, dann ist halt, ja, dann ist das ganze Studien-Setup schon schwierig. Es gibt tatsächlich ein paar Studien, wo sie versucht haben mit visuellen Eindrücken. im Raum zu gucken, weil das ist ja ein Ding, was hier gerne gesagt wird. Ich bin aus meinem Körper geschwebt und ich hatte eine Wahrnehmung und ich habe den Raum wahrgenommen und das sind Jeffrey Long und Bruce Grayson auch ganz gut, dass sie dann sagen, ja und die haben Sachen wahrgenommen, die konnten sie auf keinen Fall wissen. Das wurde getestet, das heißt, es wurden Bilder im Kreißsaal platziert, im Operationsraum oder wo auch immer, wo die gestorben sind und niemand konnte sagen, was da zu sehen war auf den Bildern. Niemand konnte sagen, was da zu hören war. Es wurden Nein. audiovisuelle Signale ausgesendet, um zu gucken, ob jemand aus dem Körper rausgeht und diese audiovisuellen Signale wahrnimmt. Nein. Und wenn jemand sagt, ich war tot und habe wahrgenommen, wie sie gesagt haben, wir holen ihn jetzt zurück ins Leben, dann ist das ein Good Guess. Beziehungsweise, ich sage es wieder, es ist nicht gelogen, sondern es ist einfach, natürlich hast du diese Erwartung in deinem Erleben. Menschen nehmen was wahr und die Menschen, die darüber berichten, berichten über die positiven Wahrnehmungen. Es gibt sehr wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer an Leuten, die negative Erfahrungen haben und das nicht sagen, weil es gibt definitiv Leute, die von negativen Erfahrungen berichten, von Angstgefühlen, von Verlorenheitsgefühlen, von Schmerz. Und dann gibt es wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer, weil wenn Leute dir was erzählen vom Engelschor und vom Licht am Ende des Tunnels, dann willst du nicht der sein, der in die Party pupt und sagt, naja und dann habe ich plötzlich das Gefühl gehabt, der Teufel reißt an meinem Körper und zerreißt mich. Unterscheiden sich auch sehr und ich glaube ganz viel von dem, was wahrgenommen wird als Licht, als Tunnel und ähnliches. ist zum einen Erwartungshaltung, weil das haben wir nämlich natürlich auch westliche Untersuchungen. Wir bewegen uns in einem westlich-christlichen Rahmen. Und zum anderen könnte man sowas wie das Licht am Tunnel erklären mit Gehirnfunktionen, mit Wahrnehmungseinschränkungen. Und es lässt sich auch offensichtlich, NDEs lassen sich wohl auch bei einer Art Koma-Engine-Situation reproduzieren. Das heißt, das Gehirn macht einfach noch was, schießt noch Signale, bevor es ausgeschaltet wird. Und weil das extreme Erfahrungen sind, sind das dann auch extreme Signale. Aber es gibt keine Einheitlichkeit. Das ist halt auch was. Es ist nicht so, dass 90 Prozent das Licht am Ende des Tunnels sehen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Die meisten sehen gar nichts. Von denen, die was sehen oder erleben, haben die wenigsten ein Licht am Ende des Tunnels. Und Studien weisen eher darauf hin, das ist ein bisschen Gehirnaktivität, bevor das Hirn sich abkoppelt. Und wie gesagt, diese Gehirnaktivität hinterlässt nur bei den wenigsten einen bleibenden Eindruck. That being said, ich finde, der Film setzt das ganz gut um, dass es nicht eine einheitliche Vision gibt.
Johannes Franke: Das finde ich am Film tatsächlich beeindruckend, dass der sich nicht darauf setzt, was wir hier in den ganzen Büchern, es gibt ja nun wirklich so, es wird ja von vielen so als Grundlagenforschung bezeichnet, was dann irgendwie 1975 gibt es dieses Leben nach dem Tod von Raymond Moody. Oh ja,
Florian Bayer: ja, das ist auch so ein toller Name, dass der den 70ern genervt hat damit.
Johannes Franke: Genau, also es gibt so... Bücher, die dann Grundlage für alles mögliche, für alle möglichen Spinner und alle möglichen Leute gelegt hat. Was natürlich faszinierend zu lesen ist und was man sich gerne durchliest. Natürlich. Ich will ja, dass da was ist.
Florian Bayer: Absolut. Genau, das ist nämlich auch ganz wichtig gesagt. Natürlich will ich das, was nach dem Tod ist. Natürlich. Ich will, dass die recht haben. Ich will, dass ich Unrecht habe.
Johannes Franke: Ja, aber was, ja, hm. Wenn wir jetzt wissenschaftlich rangehen, müssen wir schon ein paar mehr standen als noch mit ranstehen. Die Frage ist, wollen wir das wissenschaftlich betrachten? Das ist nochmal eine andere Sache. Wenn wir sagen, wir sind zu ehrlich zu uns und sagen, wir wollen das gar nicht wissenschaftlich betrachten, sondern wir wollen uns einfach Hoffnung machen, dann sei ehrlich mit dir und sag, du willst ja einfach ein bisschen gucken, dass du die Sachen zusammensammelst, die dir Hoffnung machen. Ist ja auch okay, dann mach das halt.
Florian Bayer: Und ich bin voll auf der Seite, die sagen, ich will das wissenschaftlich betrachten, deswegen kann ich selbst den Scharlatan was abgewinnen. Also das sind auch keine Scharlatan, die glauben da wirklich daran. Ja, ist ja auch okay. Die gehen ja auch mit ihrer Bias daran. ich kann dem was abgewinnen, weil ich denke, ja natürlich ist es ein unerforschtes Gebiet und es ist so the last frontier und es ist total spannend und total interessant. God speed, beziehungsweise vielleicht ein bisschen mehr atheist speed. Aber es ist grundsätzlich gut zu sagen, ich bin neugierig und was können wir wissen und was können wir ahnen und wir können heute ein bisschen mehr wissen als damals, weil wir mehr in Gehirnfunktionen sehen. Aber die Neugierde kann ich voll nachvollziehen.
Johannes Franke: Und die Grundlage, um das auch noch zu sagen ist, ich bin sehr atheistisch. Du auch, oder? Für uns gibt es keine religiöse Grundlage, auf der wir jetzt reden werden über den Film oder so. Es gibt nun genug Menschen, die vielleicht da einen anderen Ansatz haben und das anders einsortieren oder sowas. Aber wir sind sehr atheistisch drauf. Insofern, nur, dass ihr das wisst daraus. Dass euch das klar ist. Und ich finde es auch vollkommen in Ordnung, wenn jemand von einer anderen Perspektive kommt, aber das ist unsere Perspektive wahrscheinlich jetzt. Ja,
Florian Bayer: damit müsst ihr leben, dass hier zwei tendenziell eher atheistische Menschen... Menschen über spirituelle Themen auch reden, die auch in diesem Film aufgegriffen werden. Und da werden wir vielleicht bei der einen oder anderen Stelle anecken. Und wahrscheinlich habe ich in meinem Anfangs-Rant gleich schon total krass angeeckt. Und ich mache gleich weiter mit dem Anecken.
Johannes Franke: Oh, jetzt, her damit, her damit.
Florian Bayer: Ich finde, Joel Schumacher ist kein schlechter Regisseur.
Johannes Franke: Du eckst voll an. Also, nur vorneweg, ich mag den Film total. Aber ich habe schon ein paar Punkte, wo ich denke, Oh, das habe ich damals... übersehen. Und deswegen fand ich das also gut, weil ich das nicht gesehen habe. Aber das hat nicht gereicht, diese ganzen Steine, die wir jetzt besprechen werden, haben nicht gereicht, um mir den Film malig zu machen. Ich liebe diesen Film immer noch.
Florian Bayer: Mir geht's genauso.
Johannes Franke: Ach, wie schön. So, wir öffnen unser Muss-Man-Sehen-Universum und geben anderen Podcasts, die vielleicht über den gleichen Film gesprochen haben oder eine Meinung dazu haben, ein kleines Forum von so zwei, drei Minuten, dass sie uns sagen können,
Florian Bayer: Jingle. And now someone completely different. Scholl Schumacher war nie ein Kritiker, Darling. Und dieser Film war auch nie ein Kritiker, Darling. Nein, nein. Wenn man sich heute umschaut, wer über diesen Film redet und über diesen Film schreibt, ist das offensichtlich das Schlimmste, was einem passieren kann. Kurz nach einer Near-Death-Experience, die man nicht überlebt, was dann eine Full-Death-Experience wäre. Egal. Und Joel Schumacher ist kein Kritiker, Darling, vor allem wegen seiner Batman-Remakes. Ja, stimmt.
Johannes Franke: Die er 1995,
Florian Bayer: 1997 gemacht hat. Um nochmal gleich anzuecken, Batman Forever ist kein schlechter Film. Batman und Robin ist was anderes. Für den hat Joel Schumacher sich auch entschuldigt, zu Recht. Wirklich, er hat sich entschuldigt, kurz bevor er gestorben ist. Nein. Und ich wette mit dir, wenn das, was er in diesem Film entworfen hat, wahr ist, dann wurde er von Batman und Robin in diesem komischen Kostüm mit den Bettnippels verfolgt nach seinem Tod.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Wir haben über Joel Schumacher im Podcast gesprochen, über St. Elmo's Fire.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ein Film, der nicht gut abgeschnitten hat bei uns.
Johannes Franke: Nein, nein.
Florian Bayer: Aber auch ein Film, und zwar einer seiner ersten Filme, wo ich sage, man sieht, dass Joel Schumacher inszenieren kann. Also zum einen, er ist ein Regisseur, er ist kein Storyteller. Joel Schumacher kann keine Geschichten erzählen, aber er schreibt auch nicht die Drehbücher für seine Filme. Er ist richtig süß. Und er hat eine Art, wirklich alberne Drehbücher mit einer Vision umzusetzen. Das ist dann total... eckig und das ist dann auch teilweise total ungelenk und holprig und tollpatschig, aber er hat eine Vision, er hat Ideen und natürlich, auch bei Flatliners, wenn man draufguckt, gibt es da unzählige alberne Momente oder auch bei The Lost Boys oder auch bei den Batman-Filmen, aber sie haben eine Idee, die über das generische Hollywood-Inszenieren hinausgeht. Er hat eine visuelle Vision. Und das ist dann vielleicht auch kitschig, das ist dann albern und tollpatschig und so weiter, aber es ist eine Vision. Und es ist so viel mehr, als so viele Blockbuster-Regisseure halt machen, die sich einfach nur ans Schema F halten.
Johannes Franke: Wobei ich sagen muss, das, was du jetzt andeutest mit eigenen Visionen, visueller Natur oder inszenatorischer Natur, so grundsätzlich das Große und Ganze sich vorzustellen, wie will ich diesen Film darstellen, finde ich total gut. Ich liebe diesen Film gerade auch wegen seiner recht seltsamen Art und Weise, wie er dargestellt wird, wie die Physik ist, wie die Architektur des Films ist und so. Aber er hat schon auch in den Szenen selbst... Seine Schwächen, die ich wirklich schwierig finde, schreckenweise.
Florian Bayer: Total. Das Problem ist grundsätzlich, und das ist ein Schuhmacher-Ding, Style over Substance. Ja, natürlich. Und dann passieren einfach Dinge, die keinen Sinn machen, die aber total stylisch sind. Ey, wenn Kevin Bacon, weil er eine Operation gemacht hat, die er nicht machen durfte, sich an einem Seil, an einen Harnisch gebunden, aus einem Fenster eines Klosters runterklettert, um da zu fliehen, dann macht das überhaupt keinen Sinn, weil er ist nicht im Gefängnis. Das ist die Frage, wie ist er überhaupt mit dem Seil ans Dach gekommen und warum wird er da eingesperrt? Ist egal, es macht überhaupt keine... Ich frage mich... Aber es sieht gut aus!
Johannes Franke: Es ist stylisch. Warum ruft er nicht währenddessen noch, ich bin Rebell, ich steige aus dem Fenster, um hier aus dem Haus rauszukommen. Ich find's super.
Florian Bayer: Aber es sieht geil aus. Natürlich. Es ist stylisch. Und das grundsätzliche Design von diesem Film, sie haben als... Eugenio Zanetti war für das Produktionsdesign verantwortlich. Dieser Mann hat Bilder gemalt und der hat einfach gesagt, scheiß auf die Kunst der letzten 300 Jahre, ich mal Bilder wie in der Renaissance.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Und der hat so heiligen Bilder gemalt, die wirklich aussehen, als ob sie komplett aus der Zeit gefallen wären. Kann man sich angucken. Ist total interessant. Guckt euch mal Bilder von Eugenio Zanetti an. Der ist einfach in der falschen Zeit geboren. Der malt wie vor 500 Jahren.
Johannes Franke: Geil.
Florian Bayer: Und der war für das Produktionsdesign verantwortlich. Und es gibt eine konstante Vision in diesem Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Spirituelles mit Medizinischem zu vermischen. Und das macht keinen Sinn.
Johannes Franke: Gar nicht.
Florian Bayer: Weil man weiß nicht, sind die da in einer Universitätsklinik, die auf dem Kirchengelände ist. Es macht keinen Sinn. Aber es funktioniert visuell. Und es funktioniert atmosphärisch. Und das finde ich tatsächlich geil.
Johannes Franke: Ich möchte die Atmosphäre einmal zusammenfassen mit Joel Schumachs eigenen Worten. Er hat gesagt, dass er den ganzen Film als Inszenierung einer Oper begriffen hat. Und damit ist alles erklärt, was in diesem Film seltsam ist. Ich finde es großartig, ich finde die Idee toll und ich kaufe jedes dieser Sets. Ja. Ich finde es toll.
Florian Bayer: Wir haben diese geile Kombination aus diesen heiligen Bildern, ständig. Wir haben überall christliche Symbolik, wir haben wirklich diese barocken Gemälde und so, die gezeigt werden. Und dann daneben aber dieses klinische Medizinsetup.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das ist kombiniert. Die sind einfach in einem Krankenhaus, das aussieht wie eine Kirche.
Johannes Franke: Das ist kein Krankenhaus, das muss irgendein altes Museum sein oder sowas. Weil ich glaube, dass sie tatsächlich nicht in einem Krankenhaustrakt irgendwo sind, sondern dass sie sich das Zeug, was sie da haben, zusammengeklaut haben und woanders hingeschafft haben, um da geheimlich irgendwas zu machen. Und das sieht so sehr nach Museum aus, weil diese ganzen Gemälde da sind und da irgendwie das alles so runtergekommen aussieht. Ich glaube, es ist ein geschlossenes Museum, in meiner Fantasie. Aber er erklärt das ja nicht. Er sagt ja nicht, wo die da sind. Und ich finde es ganz großartig, weil das natürlich auch für die medizinischen Geräte und so weiter, es ist total dreckig und du würdest sofort sagen, um Gottes Willen, ihr seid alle gefeuert, keiner von euch wird Mediziner. Ich könnte das voll vergessen. Also das geht so eigentlich nicht. Aber ich finde, das hat so eine postapokalyptische Atmosphäre. Ich finde es großartig.
Florian Bayer: Es ist halt einfach konsequent. Sie haben gesagt, okay, wir könnten das auch im Krankenhaus drehen. Wir kommen noch zu dem Remake. Aber das ist alles zu Klinik-Serie. Wir brauchen dieses spirituelle Moment drin. Und dann haben wir halt einfach diese großen heiligen Bilder. Und du hast das Gefühl, das ist dieses grundsätzlich. Sie sind ja Medizinstudenten. Und da, wo sie sich befinden, das ist offensichtlich eine... medizinische Universität, die von einer Kirche geleitet wird. So hatte ich die ganze Zeit das Gefühl. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass nochmal Nonnen durchs Bild laufen oder so. Es ist nicht wirklich erklärt. Es macht halt auch wirklich nicht so wirklich Sinn, wie diese Gebäude gebaut sind.
Johannes Franke: Während die da in dieser Prüfungssituation zum Beispiel sind, wo sie da wirklich an der Uni sind, es ist ja auch gar nicht so kathedral oder so. Räume sind groß und so, aber es ist nicht so religiös motiviert. Während die ganzen Motive in diesem verlassenen Museum, wie ich es mal nennen will, das ist ja volle Kanne in diese Motivik der Religion hineingebaut.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Was ich total krass finde. Und die Musik allein, wenn es anfängt, das fängt an mit diesem Choral, mit diesem Gesang, mit diesem bombastischen Ding und dann auch noch die Statuen so gezeigt und so. Ich musste sofort an La Jetée denken. Unten am Rollfeld, da ist auch so ein bisschen dieses Postapokalyptische und diese Grandiosität allein durch die Musik und diese Statuen und so, das hat ja was Ewiges, so Statuen. Ich find's ganz toll.
Florian Bayer: James Newton Howard war für die Musik verantwortlich, der, keine Ahnung, Millionen Filme, 100 Filme gemacht hat und Grammys und Emmys und Oscars gewonnen hat und unter anderem mit Hans Zimmer zusammengearbeitet hat. Und auch hier, das ist voll over the top, was er da macht musikalisch. Genau wie das Produktionsdesign von Zanetti. Es ist vollkommen over the top. Aber das Opernhafte funktioniert halt total gut.
Johannes Franke: Ich mag es total.
Florian Bayer: Es hat Style. Und das ist einfach ein Schuhmacher-Ding. Es hat einfach Style. Und dass dann auch ganz oft du das Gefühl hast, die Story ist zweitrangig. Dafür, dass die Bilder einfach gut aussehen. Dass die Leute, die sich da bewegen, cool aussehen.
Johannes Franke: Ja, aber es ist nicht... Nicht die Story, ich glaube, es ist ein bisschen verallgemeinert. Ich glaube, dass es um die Konsistenz und die Folgerichtigkeit in den Szenen, die sind ihm egal. Die Story an sich ist ihm schon wichtig, habe ich das Gefühl. Und da schafft er es ganz gut, Style und Substance zusammenzubringen. Aber innerhalb der Szenen und einzelne Handlungen, die dürfen dann auch gerne unmotiviert oder nicht ganz eingebettet in der Story sein, damit das vorangeht.
Florian Bayer: Ja, damit es irgendwie so in diesem... in diesem opernhaften Fluss bleibt. Was ich übrigens auch eine gute Entscheidung finde, es gibt diese christliche Symbolik, aber wenn man sich anschaut, wie der Film seine Near-Death-Experience inszeniert, da gibt es ja tatsächlich auch und es ist Kudos, dass er da tatsächlich so ist, wie das Gros der Wissenschaft sagt, nämlich, dass es einfach unterschiedliche Visionen gibt. Und natürlich ist er spirituell dabei, weil es ist ein spirituelles Thema. Aber er ist nicht christlich. Es ist eine allgemeinere Spiritualität. Und wir haben ein bisschen die christliche Symbolik, zum Beispiel, dass der Charakter von Julia Roberts dieses Jesusbild sieht. Aber das macht auch Sinn, weil es hängt halt am Bart von ihrem Vater, am Bart von ihrem Haus, in dem sie groß geworden ist, wo ihr Vater war. Und ansonsten hat man das Gefühl, dass Schumacher sich schon bemüht, irgendwie so dieses allgemeine Spirituell-Visuelle hinzukriegen, dass jeder so ein bisschen das sieht, was er erwartet. Und wie sein Hintergrund ist, weil zum Beispiel wir haben den einen Atheisten, der auch mehrmals betonen muss,
Johannes Franke: dass er Atheist ist,
Florian Bayer: der dann halt eher so sieht, wie sein Leben rückwärts läuft und der am Anfang sieht, wie sein Auge aufgeht in so einem Negativbild, wo du das Gefühl hast, okay, das ist die Erwartungshaltung vom Atheisten wahrscheinlich. und wir haben den, der den Tunnel sieht und auch sie, die den Tunnel sieht, weil sie den Tunnel erwartet und er sieht den Tunnel eher so als Geburtsvorgang, weil er die ganze Zeit nur ans Ficken denkt. Es ist... Sie sind so unterschiedlich, dass man sagen kann, nee, er macht sich hier nicht stark für das christliche Bild vom Jenseits und von einer NATO-Deserfahrung, sondern er sagt, es sind visuelle, audiovisuelle Eindrücke und die können sehr unterschiedlich sein. Außer, dass du immer über Landschaften fliegst, warum auch immer. Weil das geil aussieht. Ja,
Johannes Franke: weil es geil aussieht. Aber ansonsten finde ich, dass der Film durchaus eine religiöse Moral hat, die sehr stark, also nicht nur religiöse, das stimmt vielleicht gar nicht, Es ist ein Moralstück. Und ich finde es so ein bisschen, das ist das, was mich tatsächlich ein bisschen abfuckt, weil ich denke, das ist zu einfach. Da hast du keine Dreidimensionalität drin, sondern das ist einfach nur deine Voraussetzung, du musst dich entschuldigen, gut ist.
Florian Bayer: Du musst nur einmal Entschuldigung sagen und alles ist gut. Oder du musst von deiner Frau verlassen werden, nachdem du, keine Ahnung, 30, 40 Frauen sexuell missbraucht hast. Nennen wir es beim Namen.
Johannes Franke: Das ist wirklich so krass. Aber lass uns dazu später kommen. Die Moral von dem Film ist ein großartiges Thema,
Florian Bayer: weil wir haben ganz tolle Figuren, ganz tolle Typen, die alle irgendwann versuchen werden, das Films Julia Roberts-Fach zu legen.
Johannes Franke: Das ist so ein Mann, oh Leute. Die arme Frau muss ich so oft anhören, dass sie so schön sei. Und dabei ist sie doch... Doktorin, was soll denn das? Nehmen Sie doch mal intellektuell ernst. Was ist denn das? Was ist so schwer daran, eine Kommilitonin ernst zu nehmen? Och Gott. Und LaPrecio ist der Schlimmste. Der will sie auch flachlegen,
Florian Bayer: aber der versucht es über diese White-Night-Schiene. Der will sie die ganze Zeit beschützen.
Johannes Franke: Ja, genau. Ganz toll.
Florian Bayer: In ungefragt Momenten wirft er sich vor, und sie... Nein!
Johannes Franke: Also der Film hat so seine Probleme, sagen wir so.
Florian Bayer: Er hat definitiv seine Schwachstellen und auch seine Allmahnheiten. Atmosphäre hat er.
Johannes Franke: Atmosphäre hat er. Ja, ich glaube, das ist einer der großen Punkte, die mich total auf der Seite des Films sein lassen, weil er Entscheidungen trifft für seine Optik und über, also was du sagst, Style over Substance vielleicht ein bisschen, aber wirklich. Das durchzuziehen, überall ist Nebel, irgendwie hast du das Gefühl von so einem Batman-Film, was vielleicht später auch seine Inspiration war. Sodass man die ganze Zeit das Gefühl hat, auf der Straße ist irgendwie so Nebel, aus Gullideckeln kommt irgendwie Dampf und alles ist so postapokalyptisch. Es ist wirklich sehr, sehr seltsam.
Florian Bayer: Die Menschen sind unglaublich schön, die sich in diesem Film bewegen.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Das ist auch so ein Schultz-Schulmacher-Ding. Und um das vielleicht nochmal zu sagen, Schultz-Schulmacher, auch wenn Julia Roberts hier sehr viel dem Male-Gaze geopfert wird, Schultz-Schulmacher hat nicht zwingend diesen heteronormativen Male-Gaze. Schultz-Schulmacher wurde oft vorgeworfen, dass er sehr viel Homoerotik in seine Filme einbaut. Und Schultz-Schulmacher war selbst schwul.
Johannes Franke: Aber warum muss man ihm das vorwerfen?
Florian Bayer: Genau. Und Schultz-Schulmacher hat hier sehr viel Freude daran, auch den halbnackten Kiefer Sutherland zu zeigen. Kevin Bacon und man kann sich vorstellen, dass er auch gedatet hat in einigen Szenen. George Schumacher übrigens genau, die Bettnippels, das war das ganz große Problem, dass das Batmans Anzug Nippel gekriegt hat in seinen Batman-Verfilmungen. Das haben ihm die Batman-Fans nicht verziehen.
Johannes Franke: Es ist auch schlimm, Batman hat keine Nippel. Natürlich hat er keine Nippel, das geht ja eigentlich.
Florian Bayer: Ja und dieses gut, wir haben hier einfach eine Gruppe gut aussehender Typen und Oliver Platt.
Johannes Franke: Oh Mann.
Florian Bayer: Oliver Platt übrigens, der beste Schauspieler, der in schlechten Filmen mitspielt.
Johannes Franke: Findest du?
Florian Bayer: Hast du mal in die Filmografie von Oliver Platt geguckt?
Johannes Franke: Nein, das muss ich jetzt machen.
Florian Bayer: Der spielt nur in schlechten Filmen mit.
Johannes Franke: Nein, bitte nicht. Der hat wirklich,
Florian Bayer: also pass auf, Flatliners ist...
Johannes Franke: Der hat bei Benny und June mitgespielt und daher kenne ich ihn halt.
Florian Bayer: Ein Hund namens Beethoven. Die drei Musketiere 1993. Time to Kill 1996, dass das wirklich ein mieses Gerichtsdrama war. Dr. Dolittle mit Eddie Murphy 1998.
Johannes Franke: Ja, aber das ist doch okay.
Florian Bayer: Den Horrorfilm Lake Blasset 1999 mit irgendeinem Killermonster.
Johannes Franke: Aber Frost Nixon hat da gespielt. War der gut? Ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Free to Tango. Oh Gott, der hat wirklich so viele schlechte Filme gespielt. Aber er ist ein wirklich guter Schauspieler.
Johannes Franke: Er war bei Fargo dabei. Okay,
Florian Bayer: jeder hat eine Ausnahme. Finde noch einen zweiten guten Film.
Johannes Franke: Flatliners.
Florian Bayer: Er hat in Year One mitgespielt. Einer der schlechtesten Filme der 2000er Jahre. Oliver Platt. Ich mag den total. Und ich finde, er ist auch tatsächlich, er ist der Einzige, der ist der, der nicht flatlined, er ist der, der sich nicht töten lässt. Ich finde, er ist der Beste von denen. Also ich finde, es ist wirklich die beste Schauspielleistung in diesem Film und er kriegt so wenig Platz. Aber diese Mischung aus Arroganz, Selbstgefälligkeit, die kriegt er einfach mit dem Erzeugendsten umgesetzt, weil die anderen versuchen dabei zu gut auszusehen und er ist halt einfach so.
Johannes Franke: Aber er kriegt nicht viel Platz und vielleicht hat er deswegen auch die bessere Karte gezogen, weil er nicht genug Zeit hat. Ein Idiot zu sein. Vielleicht. Weil er ruft ja immer nur aus dem Background, Alter, wer hört überhaupt noch auf mich? Könnt ihr mal aufhören mit dem Scheiß? Das war's. Im Grunde ist das seine Figur. Das war's doch, oder? Ja,
Florian Bayer: diesen einen Moment, wo er sagt, naja, Gott sei Dank habe ich das nicht gemacht, sonst würde ich von dem Lehrer da verfolgt werden, dem ich irgendwann mal einen Popel aufs Sandwich geschmiert habe oder so.
Johannes Franke: Er darf One-Liner von sich geben. Er darf One-Liner von sich geben. Er ist ein Comic-Relief.
Florian Bayer: Aber nein, er ist nicht nur Comic-Relief, er ist die Stimme der Vernunft.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er ist einfach der, der... so einen Fünften Realismus da reinbringt von seinem Verhalten. Das stimmt,
Johannes Franke: ja.
Florian Bayer: Während die anderen Charaktere halt alle, also zum einen wirklich alle drum bemüht sind, gut auszusehen. Und das ist ja auch, du hast, was hast du gesagt, eine Oper ist der Film? Ja. Die Leute, die mitgespielt haben, haben den anders bezeichnet. Kiefer Sutherland hat zu dem Film gesagt, das ist The Breakfast Club Dice und St. Elmo's Funeral. Joel Schumacher war natürlich der, der dieses Prattpack inszeniert hat. Hier war kein Prattpacker dabei und doch hat es so ein ein bisschen von den Typen, diese Pratpack-Vibes.
Johannes Franke: Möchtest du Tee plaudern?
Florian Bayer: Oh ja, bitte, sehr gerne. Wir haben junge Menschen mit zu viel Geld und zu viel Zeit. und zu viel Ego, die halt irgendwas machen, um die Zeit totzuschlagen. Das ist wirklich wie bei St. Almos Feier. Und sie sehen aber extrem gut dabei aus und sie sind halt auch irgendwie alle extrem cool dabei.
Johannes Franke: Ja, ich glaube, auf der Platt ist dann auch ein bisschen die Verbindung zum Zuschauer einfach. Das ist unser Stand-In, der dann drauf guckt und kommentiert und sagt, Alter, Vollmond, übertreiben wir nicht ein bisschen? Also so ein bisschen in die Richtung. Also er hat schon auch ein paar Sprüche, wo man denkt, okay, das ist jetzt einfach nur der Zuschauer, der da rein... labbert in den Filmen.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Er ist so ein bisschen der griechische Chor und hat keine Mitsänger. Und kann auch, glaube ich, nicht so gut singen, aber er kann sehr gut sagen, Leute, echt jetzt seid ihr alle durchgeknallt.
Johannes Franke: Wollen wir die Figuren einmal so ein bisschen durchgehen?
Florian Bayer: Wollen wir mal gucken, ja. Wen wir da haben. Wir haben unseren Protagonisten Nelson.
Johannes Franke: Nelson, Kiefer Sutherland. Der war damals auch schon einigermaßen bekannt, oder? Aber das ist so ein bisschen der Film, der so zementiert hat, dass er ein guter Schauspieler ist.
Florian Bayer: Kiefer Sutherland hatte drei Jahre davor in Lost Boys gespielt, der auch von Schulschulmann ist. Da hat er einen sehr coolen Vampiren gespielt. Und er war, glaube ich, kein Brad-Pack-Typ, aber er war so ein bisschen auch Sexsymbol geworden. Wir haben über Stand By Me gesprochen. Da hat er den James-Dean-Verschnitt gespielt. Er war halt irgendwie so der coole, rebellische Jugendliche und die Rolle spielt er hier ja auch so. Nur ein bisschen älter geworden.
Johannes Franke: Was mich ein kleines bisschen abfuckt, ist, dass er so der brillante Wissenschaftler sein soll. Aber nichts davon im Film unterstützt das wirklich. Es ist wirklich nur einer, der verzweifelt irgendeine Form von Anerkennung sucht, indem er irgendwelchen krassen Scheiß macht.
Florian Bayer: Er ist Visionär und er will halt irgendwie seine Vision umsetzen. Er ist selbstverliebt dabei.
Johannes Franke: Er ist Elon Musk, sagen wir es. Ja,
Florian Bayer: wir erfahren seinen Hintergrund. Wir erfahren von ihm relativ viel. Und was wir erfahren ist, er war wegen dieser Sache, die vorgefallen ist in seiner Kindheit, war er offensichtlich in einem Heim oder einer Jugendstrafanstalt oder was auch immer. Und er hat sehr reiche Eltern anscheinend, weil er wohnt in einem riesigen Apartment.
Johannes Franke: Ich sage nochmal Elon Musk.
Florian Bayer: Ja, aber wir erfahren halt auch, dass er ein verwöhntes und zugleich verwahrlostes Rich Kid ist, das einfach zu wenig geliebt ist. wurde und versucht das aufzuholen, indem es irgendwie Anerkennung gewinnt. Und insofern finde ich den Charakter zumindest konsistent.
Johannes Franke: Und interessant natürlich. Ja, das auf jeden Fall. Aber wir mögen ihn nicht so richtig, oder? Nein,
Florian Bayer: sympathisch ist keiner von diesen Charakteren. Aber er ist irgendwie plausibel. Er hat ein bisschen Ecken und Kanten. Er ist kein total krass cooler, ambivalenter Charakter. Aber zumindest finde ich es konsistent, plausibel, wie er erzählt wird, warum er so ist, wie er ist. Und er ist halt auch der arrogante Drecksack. Und das versucht der Film auch nicht. zu verheimlichen. Der Film versucht ihn nicht sympathisch zu machen. Und dann hat er halt auch einfach ein paar coole Momente, wo er das voll raushängen lässt. Ich finde ja diese Szene, wo er gegen Ende schon echt ziemlich mitgenommen aussieht. Wenn er zu Julia Roberts geht und sagt, hier, das ist, wie der Tod aussieht. Beautiful. Und er hat halt wirklich diese komplett zerschlagene Visage, weil er die ganze Zeit vom Zehnjährigen verprügelt wird. Er hat einfach diese coolen, ich sag jetzt nochmal, diese coolen Brad-Pack-Momente.
Johannes Franke: Wo du gerade den Zehnjährigen reinbringst, der ist wirklich gruselig, oder? Der Zehnjährige hat mir wirklich scheiß Angst gemacht damals. Mein Gott. Und das ist ein Zehnjähriger. Der hat das wirklich sehr gut gemacht. Und der hat es gut inszeniert, dass man wirklich fucking Angst vor diesem Zehnjährigen hat.
Florian Bayer: Kinder in Horrorfilmen funktionieren ja immer gut. Auch Hunde. Vor allem Hunde, die irgendwie irgendeine Behinderung haben. Das waren die Szenen, die mir am meisten Angst gemacht haben damals. Das Kind, dieser Hund, der so seine Beine hinter sich herstreift. Und das Kind, das in dem Tunnel steht. Das, was er sieht, was seine Sünde ist, die er mitgebracht hat. Ja, ich... Ich fand es jetzt nicht mehr so gruselig, also vor allem das Kind nicht. Aber ich sehe noch, dass da was Gruseliges drin ist. Ich sehe, was diese Atmosphäre ausmacht. Und es ist halt einfach, wenn ich durch irgendeinen komischen U-Bahn-Tunnel gehe und dann steht da plötzlich so ein Kind mit Kapuze ohne Regung im Gesicht. Ja, natürlich, das ist scheißgruselig.
Johannes Franke: Und er guckt auch oft genug fies und so und schlägt auch hart zu und so. Also ich finde schon, dass das schon so, nicht nur für Kinder, sondern obwohl ich sagen muss, ich erinnerte mich dann daran, dass eben dieses Kind... für mich so der Stand-In für die ganzen Bullys war, die ich ja auch erlebt habe. Also ich war ja auch so in einer Phase, jetzt nicht die ganze Schulzeit, aber so ein, zwei Jahre lang war ich auch so das gemobbte Kind. Und dann sieht man, kann man das so reininterpretieren. Das ist der, der mich immer gemobbt hat. Und ich glaube, das war auch so ein bisschen der... Teil, der das ganz gruseliger gemacht hat für mich.
Florian Bayer: Der interessante Twist ist ja, dass dieses Kind das Mobbing-Opfer ist. Ja, ja, ja, genau. Und unser Bulli ist Nelson. Also wir erfahren, dass er dieses Kind umgebracht hat als Bulli.
Johannes Franke: Was das Ganze natürlich irgendwie gut ambivalent andersrum nochmal dreht, aber ja.
Florian Bayer: Ich finde diesen Horrortrip, den Nelson hat nach seinem Flatlining, ich finde das tatsächlich, das sind einfach gruselige Szenen. Und ich finde das Flatlining, auch selbst das Flatlining von ihm ist ja so sehr, man weiß überhaupt nichts. Man hat halt diesen, diesen, äh Diesen Flug über die Landschaft und dann hat man die rennenden Kinder und das wirkt eigentlich alles ganz schön. Und dann ist da dieses, ist kein Windspiel, dieser Metzger, diese Holzfigur, die so haut.
Johannes Franke: Also ja, ja, ja.
Florian Bayer: Ist das ein Windspiel? Wie bewegt sich das?
Johannes Franke: Ich kann es nicht einsortieren.
Florian Bayer: Und dann war es das eigentlich schon. Das heißt, sein Nahtoderlebnis selbst ist so überhaupt nichts. Irgendwie einfach nur eine Vision. Aber der Horror, den er danach hat, das sind wirklich ein paar krass unheimliche Momente.
Johannes Franke: Total.
Florian Bayer: Auch, ich find's, es ist, es ist, alles ist, also subtil ist der Film nicht. Es ist alles ein bisschen platt. Aber ich find's cool, wie er mit den Farben spielt. Ich find's cool, dass es, dass sich einmal alles in Blau färbt, wenn er seine Horrormomente hat.
Johannes Franke: Absolut. Und dann eben Kontrast, dieser blaue, der rote Pullover, den der Herr Hanna hat, der Junge da. Ich find, dass, also auch auf die Gefahr hin, platt zu sein, er ist aber auch ikonisch dadurch, ne?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also er schafft eine Ikonografie damit, die einfach im Hirn sich festfrisst. Ich finde das super gut.
Florian Bayer: Und es ist auch gerade, weil es so drüber ist, weil es so unnatürlich ist. Wir legen einmal komplett Farbe drüber und es ist fast wie ein Schwarz-Weiß-Film aus den 90ern, aus den 20ern, der einmal so eine Farbpalette draufgelegt hat, um zu sagen, das ist deine Farbe.
Johannes Franke: Bisschen Suspiria auch.
Florian Bayer: Genau, oder Nosferatu. Wir haben über Nosferatu gesprochen, wo die Nacht einfach mal blau gefärbt ist. und hier ist auch alles, wenn... Nelson eine Horrorvision hat, wenn ihm der Junge begegnet oder der Hund, alles blau gefärbt. Das trägt sehr viel bei zu dieser albtraumhaften, idealen Atmosphäre, weil es ist einfach, es ist wie, er bewegt sich dann wie im Traum.
Johannes Franke: Ja, total. Und das ist auch dieses Opernhafte, ne? Ja. Das ist ja wirklich so mit, du kannst dir vorstellen, dass auf einer Bühne als künstlerisches Mittel eingesetzt, dass da einmal komplett alle Scheinwerfer in rot auf die Szenerie scheinen und dass man damit irgendwie künstlerisch was sagen will. Also es ist sozusagen nicht ein realistisches, filmisches Mittel, sondern eigentlich ein theaterhaftes Mittel.
Florian Bayer: Ja. Wir haben unseren zweiten Flatliner, um mal zu dem zu springen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Nämlich... Kevin Bacon? Nein, Randy. Nee, nicht Randy, nee. Joe. Joe Hurley. Joe Hurley, der ein sehr sexuelles Erlebnis hat beim Flatlining. Der Charakter von Joe. Also erstmal können wir dankbar dafür sein, dass der Film... uns ganz klar zeigt, das ist falsch, was er da macht.
Johannes Franke: Ja, ja, das sowieso.
Florian Bayer: Und das ist nicht selbstverständlich für einen Film Anfang der 90er Jahre. Das stimmt,
Johannes Franke: da hast du recht.
Florian Bayer: Acht Jahre später, American Pie. Es ist total witzig, deine Mitschülerin zu filmen, wenn sie masturbiert. Das ist witzig und das ins Internet zu übertragen auch. Haha, lustiger Typ bist du.
Johannes Franke: Aber er ist wahnsinnig eindimensional.
Florian Bayer: Er ist Sex.
Johannes Franke: Da ist nichts anderes außer das, oder?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und seine Art und Weise der Konfrontation mit seinem Problem. Ist auch total einseitig und total eindimensional und kaufe ich null.
Florian Bayer: Ja, das Problem ist bei ihm, also genau, er ist vor allem Sex. Und so sehr uns der Film vermittelt, dass das komplett falsch ist, was er gemacht hat. Und ich erwarte gar nicht, dass er das Wort Vergewaltigung oder sowas benutzt. Soweit müssen wir nicht gehen. Er filmt Frauen beim Sex, ohne dass sie es wissen. Er hat diese riesige Sammlung, obwohl er verlobt ist. Die Redemption Arc ist so schwach. Weil die Redemption Arc ist nämlich, dass seine Verlobte nach Hause kommt, seine Sextapes findet, die guckt und sagt, Es ist schlimm, was du den Frauen angetan hast. Gut vorher, dass sie das sagt. Dass sie nicht sagt, ich bin sauer, dass du mich betrogen hast. Sondern sie sagt, es ist schlimm, was du mit den armen Frauen gemacht hast. Super, dass der Film das auch macht. Und sie geht und damit ist ein Redemption-Arc durch. Und das ist wirklich billig. Das ist zu wenig.
Johannes Franke: Und sie darf eigentlich, hätte sie doch wenigstens auch noch sagen können. Für mich ist es auch schlimm. Sie muss sich nicht nur externalisieren auf die anderen bezogen. Sie darf auch selber was haben.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Aber für uns als Zustauer wäre eigentlich wichtig, wenn dieser Film schon, und das macht er ja ganz viel, dieses Moralstück ist, dass klar ist, für die Redemption reicht nichts, dass er von seiner Freundin verlassen wurde, sondern die Redemption muss sein, dass er sich bei 40 Frauen entschuldigen muss.
Johannes Franke: Ja, und nicht nur entschuldigen, sondern auch, also da gehört mehr dazu. Und das muss ich aber auch bei dem anderen dann noch sagen. Wenn wir bei dem anderen sind, dass der sich entschuldigt und dann plötzlich alles gut ist. Ach, egal. Kommen wir gleich dazu.
Florian Bayer: Genau. Und Joe hat dafür, dass er wirklich eigentlich das Schlimmste gemacht hat, weil er hat das in dieser Zeit gemacht. Er hat seine Sünden begangen, als sie da sind.
Johannes Franke: Während der Filmhandlung.
Florian Bayer: Er ist noch aktiv am Sündigen. Und der Horror, den ihn verfolgt, sind Frauen, die zu ihm sagen, hey, gott, tschüss. Und die ihm hinterher pfeifen. Also er wird Kett gecallt.
Johannes Franke: Und das ist es jetzt. Ich weiß nicht. Also... Was hätte man machen müssen? Ich weiß es nicht genau. Man muss eigentlich... Oh Gott, ich weiß... Nein,
Florian Bayer: wir müssen uns jetzt keine Strafen für Sexualstraftäter ausdenken.
Johannes Franke: Nein, aber das ist wirklich hart, das darauf zu reduzieren und zu sagen, ja, damit ist das jetzt abgehakt. Ja,
Florian Bayer: was hätte man machen müssen? William Baldwin nicht in den Film lassen?
Johannes Franke: Vielleicht.
Florian Bayer: Also ich meine, William Baldwin ist kein... Ich weiß nicht, jetzt muss ich kurz gucken, ob es irgendwelche Skandale hatte, aber ich würde mal behaupten, William Baldwin ist kein Sexverbrecher.
Johannes Franke: Das hoffe ich doch.
Florian Bayer: Aber in dem Film hat er trotzdem nichts zu suchen.
Johannes Franke: Ich weiß es nicht. Wenn man so ein Thema aufmacht, dann muss man sich da ordentlich drum kümmern oder es eben weglassen.
Florian Bayer: Das Problem ist halt, dass er auch so erzählt wird die ganze Zeit als dieser charmante Typ, der rumflirtet.
Johannes Franke: Und ich finde ihn noch nicht mal charmant. Das ist ja das Problem.
Florian Bayer: Aber er soll charmant sein.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und die Figur ist einfach zu viel Sex und zu wenig Substanz. Und die Horrorgeschichte von ihm und die Redemption-Arcs sind auch wirklich lame.
Johannes Franke: Nee, nicht gut gemacht.
Florian Bayer: Das Einzige, was ich bei ihm cool finde, ist, dass zumindest ein bisschen wird gezeigt, dass er auch diesen Ehrgeiz hat, weil er ist der, der diesen Bidding-War antreibt. Wenn er mit dem Charakter von Julia Roberts dann anfängt zu setzen, darum, wie viel Zeit sie rübergehen. wo wir merken, hier haben wir auch so einen verwöhnten So einen verwöhnten Typen, der mit seinem Leben spielt, weil er gelangweilt ist vom Leben.
Johannes Franke: Ja, genau. Warum machen die das überhaupt? Da müssen wir auch noch drüber reden. Und was ist da so Wohlstandslangeweile?
Florian Bayer: Viel Wohlstandslangeweile?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber es wird auch thematisiert als Wohlstandslangeweile. Wir kriegen schon in jeder Sekunde erzählt, dass das verwöhnte Bengels sind, die da rumlaufen.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Rachel ist ja die Einzige, die irgendwie eine nachvollziehbare Motivation hat in dieser ganzen Geschichte.
Johannes Franke: Ja, aber auch in einer Ausgestaltung, wo ich zwischendurch denke, warum muss man noch zu dieser Frau gehen und sagen, übrigens, der Tod ist total scheiße, der, der vor dir liegt. Warum wollt ihr das? Warum geht sie ins Rind? Wirklich, sie macht diese schlechte Nahtoderfahrung und rennt. Zu dieser alten Frau, die dann Gott sei Dank schon gestorben ist. Um nicht. Um ihr zu sagen, dass sie totale Scheiße vor sich hat. Das wird das Schrecklichste, was du je erlebt hast. Na toll. Ich muss jetzt wieder los. Tschüss, viel Spaß. Es war pre
Florian Bayer: Pretty Woman, Julia Roberts.
Johannes Franke: Also, um das kurz zu, die Reihenfolge zu klären. Pretty Woman wurde vorher gedreht, aber war noch nicht raus. Ja. Das heißt, sie war in dieser Rolle. als ganz normale, unbekannte Schauspielerin einfach gecastet. Ja, gute Schauspielerin, aber keiner wusste, was für einen Durchbruch sie haben würde. Und ich finde auch, dass in diesem Film nichts, also wenn sie nur diesen Film gemacht hätte, wäre sie niemals berühmt geworden.
Florian Bayer: Nein, es ist pre-Pretty Woman Julia Roberts und das bedeutet vor allem, dass es die Julia Roberts ist, mit der sie nicht dieses Rom-Com-Ding machen wollten, was sie dann später in den 90ern viel gemacht hat, sondern dass sie eher das Melodramen noch mit ihr gepusht haben. Ja. Und sie ist in dem ganzen Film vor allem das melodramatische Stand-In.
Johannes Franke: Ja, und sie ist nicht gut inszeniert und so. Also nicht ihre Abilities, also was sie kann, konnte sie nicht zeigen. Das ging einfach nicht. Dafür ist die Rolle nicht geeignet gewesen. Überhaupt nicht.
Florian Bayer: Dann bleiben wir doch kurz. Ja,
Johannes Franke: wenn wir schon bei ihr sind. Ja,
Florian Bayer: Rachel ist, also das große Problem mit der Rachel-Figur, zum einen ist sie ausgerechnet die Frau. der geben sie das melodramatischste. Mit ganz viel künftiger Musik und ganz viel Versöhnlichkeit und Gespräche mit Leuten, die die Erfahrungen hatten und sie ist so eine gute Zuhörerin und sie ist so sensibel im Gegensatz zu unseren anderen.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und das zweite Problem ist natürlich, sie packen die Frau in diesen Haufen lüsterner Männer und sie lassen die ganze Gruppe nichts anderes machen, als sie anzubaggern.
Johannes Franke: Jeder darf einmal sagen, du bist so hübsch. Oh, fuck, ich will im Fernseher reintreten. Aber ich habe Gott sei Dank einen Beamer.
Florian Bayer: Und selbst wenn man jeglichen Feminismus außen vor lässt, es nervt einfach irgendwann. Ja,
Johannes Franke: natürlich.
Florian Bayer: Es ist so unangenehm nervig, weil es nichts der Story gibt und weil es auch keinen Sinn macht in dem Setup. Es ist ein professionelles Setup. Okay, wir hatten ein professionelles Setup Anfang der 90er und es ist eine sexistische Zeit.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Männer baggern Frauen an.
Johannes Franke: Aber der Film ist sich dem offensichtlich bewusst, weil Julia Roberts in der Rolle ja auch genervt davon ist. Ja. Und auf eine Art und Weise, die uns das auch klar macht. Also nicht nur so beiläufig und nicht nur die Schauspielerin hat sich gedacht, ich lege das damit in die Worte rein, sondern es steht direkt im Drehbuch. Sie ist genervt davon.
Florian Bayer: Aber der Sympathieträger, mit dem sie auch nachher zusammenkommen, ist halt der nervigste von allen, weil der so einen krassen Retterkomplex hat.
Johannes Franke: Warum?
Florian Bayer: Es macht überhaupt keinen Sinn.
Johannes Franke: Julia, du darfst doch einfach niemanden haben wollen. Das ist doch in Ordnung. Nimm doch einfach niemanden und geh glücklich alleine in den
Florian Bayer: Sonnenuntergang. Das Nervige ist halt vor allem, dass es sympathisch erzählt werden soll, dass es sympathisch sein soll, dass er sich vor sie wirft und alles tut, um zu verhindern, dass sie auch dieses Flatlining macht, weil sie eine Frau ist und sie Frauen und Kinder zuerst, beziehungsweise zuletzt, wenn es darum geht, geflatlined zu werden.
Johannes Franke: Ja, und sie wird das ja nicht durchhalten und so. Sie hat ja nicht die Kraft. die wir hier als Männer haben. Das geht nicht. Das können wir sie nicht machen lassen.
Florian Bayer: Oh mein Gott, Plur, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo. Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurückfinden.
Johannes Franke: Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über bei-mir-coffee.com slash muss man sehen... Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr?
Florian Bayer: Denn Kosten haben wir genug. Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes.musmannsehen.de und florian.musmannsehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer,
Johannes Franke: Amazon Music, whatever. Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns so fünf Sterne oder Herzchen oder sonst irgendwas, was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben. Ah, super. Fehlt noch irgendwas? Nee, ich glaube, wir haben alles, wa? Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode. Yes.
Florian Bayer: Was wir aber Cooles haben an der Geschichte von Trudy Roberts, trotz dieses Melodramatischen, es ist eine interessante Variation von dem, was davor erzählt wird. Weil davor haben wir diese drei Leute, die... die mit die mit ihren tatsächlichen Sünden konfrontiert werden. Und dann haben wir wirklich diese sehr christliche Interpretation, du stellst dich deinen Sünden und Rachel's Story ist nicht nur eindeutig so, sondern wird auch so erzählt, dass sie keine Sünde begangen hat, dass sie nichts falsch gemacht hat.
Johannes Franke: Ist das so, dass das erzählt wird, dass sie, weiß ich nicht, also es ist schon sehr gleichwertig erzählt in der Art und Weise, wie es aufgereiht wird. Es ist ja eine Perlenkette im Grunde und die Perlenkette nervt auch irgendwann, weil du hast den Flatline, wir kriegen ihn nicht wieder zurück. Herzlich willkommen zurück. Und das nächste Mal dann wieder, ihr wird auf den Tisch, ich mach zwei Minuten zwanzig. Übrigens. für dieses, wir kriegen ihn nicht wieder zurück und zum Thema
Florian Bayer: Herzmassage. Wenn du bei der Herzmassage 1.1000 zählst, machst du nicht nochmal eine 1.000 Pause. Du machst nicht 1.000, 2.000, weil das 1.000 ist die Pause. Du machst 1.000, 2.000, 3.000.
Johannes Franke: Es gibt sowieso so viele. Also medizinisch kannst du das voll vergessen, aber das machen wir auch gleich noch.
Florian Bayer: Sie hat eine medizinische Beratung am Set und ich frage mich, was diese medizinische Beratung gemacht hat. Wahrscheinlich die ganze Zeit gekokst.
Johannes Franke: Die wollte es gerade sagen. Scheiße, Mann. Okay, Rachel, Julia Roberts, du sagst, es wird nicht erzählt, dass sie unschuldig ist. Naja, ich meine, es ist irgendwie implizit, dass sie unschuldig ist, aber das, wie der Film diese Geschichte behandelt, finde ich nicht gut umgesetzt, weil es nicht genug... ausformuliert oder erklärt oder nicht. Der Film soll es ja nicht erklären. Wir müssen es uns ja nicht vorkauen. Wir können es ja selber rausfinden als Zuschauer. Aber ich finde, irgendwie fehlt mir die Haltung des Films dazu. Dass der die Haltung wirklich klar macht, das ist jetzt nicht... Schade, dass du das nicht gesehen hast. Irgendwie sind die zu gleichwertig behandelt.
Florian Bayer: Wir haben ja das, was sie erlebt... im Nahtoderlebnis, sie ist die einzige, deren Nahtoderlebnis tatsächlich die Geschichte auch erzählt, wie sie als kleines Kind zum Bad geht und dann ihren Vater sieht, wie er sich Heroin spritzt offensichtlich, weil er das Vietnam-Trauma nicht verarbeitet hat. Und dann sagt ihre Mutter ganz eindeutig zu dir, es ist deine Schuld. Und das ist, finde ich, der ganz wesentliche Moment, wo gezeigt wird, okay, dieses Un... Unbewusste, diese Schuld, die sie mit sich rumtragen, ist nichts Externes, sondern ist was aus ihrem Inneren kommt. Und ich finde das ganz richtig für die Bewertung des Films, für das, wie der Film erzählt. Es sind keine bösen Geister, die da kommen, um sie zu quälen. Es ist keine böse Entität, die da kommt, sondern es ist wirklich einfach was aus ihrem Unterbewusstsein. Und wenn du... scheiß Eltern hattest, dann trägst du halt Schuldkomplexe mit dir, die du überhaupt nicht haben solltest, weil du nichts Schlimmes getan hast.
Johannes Franke: Aber wie wird es aufgelöst? Der Vater muss sie einmal umarmen und dann ist alles gut?
Florian Bayer: Der Vater muss sich entschuldigen. Das finde ich total stark. Ich finde tatsächlich, das ist wirklich sentimental erzählt und man muss ein paar Mal schlucken, aber ich finde es total stark, dass ihre Redemption-Geschichte so erzählt wird, dass der Vater sich entschuldigt und sie in den Armen nimmt. Und das ist der Moment, wo sie sich selbst vergeben kann. Ich finde es wirklich wichtig, weil es einfach, Weil es dieses Schuld und Sühne... Konzept, das der Film die ganze Zeit erzählt, aus diesem christlichen Rahmen rausnimmt und sagt, nein, nein, nein, Schuld ist schon was, was du dir auch einfach einbinden kannst. Du musst nicht schuldig sein, um von deinem Gewissen geplagt zu werden.
Johannes Franke: Ja. Irgendwie ist mir das beim Gucken aufgestoßen. Vielleicht einfach, weil ich von einem Film erwarte, dass es mir einsortiert oder sowas oder dass ich die Haltung des Films mehr rausspüre oder sowas. Aber also natürlich hast du recht, dass Wim? Wenn der Film das erzählen würde, so, ja. Aber irgendwie, weiß ich nicht, weiß ich nicht, irgendwie war das so eingebettet, seltsam eingebettet in die anderen Geschichten, dass ich das Gefühl hatte, dass es zu gleichwertig behandelt wird.
Florian Bayer: Ich fand ihre Szenen übrigens auch unheimlich. Also dieses vom toten Vater verfolgt werden, wenn sie ihn dann auf dem Seziertisch liegen hat und dann bewegt sich das plötzlich so ein bisschen oder immer so diese Plastikvorhänge, wo sich dann ein Gesicht durchdrückt. Das fand ich schon gruselig. Das hat für mich gut funktioniert. Und geil, dass sie bei ihr komplett mit Rot arbeiten. Nelson wird einmal von der Farbe Blau verfolgt und sie wird komplett in Rot getaucht, wenn sie diese Visionen hat. Ich fand das stimmig und ich fand es eine wirklich wichtige Erweiterung, weil wir davor einfach drei Typen hatten, wo wir jedes Mal gesehen haben, ja, das muss nicht dein Gewissen sein, sondern das ist einfach, du hast dich wirklich scheiße verhalten. Du hast wirklich einfach Schuld auf dich geladen.
Johannes Franke: Vielleicht ist es auch die Perlenkette tatsächlich, weil vielleicht wäre sie besser aufgehoben als in der Mitte oder sowas. Also nicht... am Schluss als anderes Beispiel. Und wir haben jetzt die ganze Zeit, wir werden daran gewöhnt, ein bestimmtes Muster zu sehen. Und dieses Muster wenden wir auch auf sie an. Und vielleicht ist es das so ein bisschen, dass es dramaturgisch einfach ein bisschen ungeschickt gemacht ist.
Florian Bayer: Vielleicht. Es ist ja, genau davor ist es ja relativ straight erzählt. Um das ganz kurz einzulaufen, wir haben das dritte Flatlining, das ist LePresho, der unser White Knight, Rebell, whatever, der auch gut aussieht, der als auch ein Bully war als Kind und der verfolgt wird danach von diesem Mädchen, das er gebullied hat und das Mädchen roastet ihn einfach so richtig derb in der U-Bahn. Es gibt tatsächlich nur diese eine Szene, wo er es aber wirklich böse abkriegt.
Johannes Franke: Und er ist halt der Erste und das finde ich ein bisschen lame, dass er sehr barrierearm einfach so auf die Idee kommt, ja dann gehe ich da jetzt hin, entschuldige mich, pats pats pats, alles schick, alles gut, jetzt bin ich wieder fein. Und jetzt ihr, bitteschön. Ja, es ist so ein bisschen, es ist so, ah.
Florian Bayer: Es wirkt nicht wirklich authentisch, weil man hat nicht das Gefühl, dass sie ihn sein Gewissen plagt, sondern er wird einfach von ihr verfolgt. Und auch nicht mal so schlimm, also seine Horrorvorstellungen sind ja eher albern. Also ich weiß es nicht genau. Es ist natürlich, also ich glaube, jemand, der Bulli-Erfahrungen gemacht hat, für den ist das wahrscheinlich total schlimm, dieses Roasting. Ich fand es zu absurd, um es erschreckend zu finden, dass dieses kleine Mädchen halt da in der U-Bahn steht und ihn mit den derbsten Sprüchen fertig macht. Andererseits fand ich es auch albern, wenn der Zehnjährige dann am Kiefer Sutherland ins Gesicht spuckt. Das war auch so, wo man dachte, ja, das ist so ein Bulli-Ding, aber das ist der Moment, wo es ein bisschen den Schrecken verliert, weil es so profan ist.
Johannes Franke: Achso, das fand ich gar nicht so sehr. Bei dem kleinen Mädchen ist es halt so, weil sie eine bestimmte Performance hinlegt, die sehr gut war.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wirklich sehr, sehr gut. Aber eher für so ein Rap-Battle-Video, weißt du so. Und man denkt dann so, ja. Und denkt sich auch eher so, wow, süß, guckst du dir an, die kriegt das so gut hin und so. Also das ist so ein, man hat ein ganz anderes, man ist in einer anderen Welt und guckt sich das an und denkt sich, ja, die soll doch zu America's Got Talent. Ja,
Florian Bayer: stimmt. Roast Queen. Kann man sich voll gut vorstellen.
Johannes Franke: Total. Naja, auf jeden Fall finde ich das eben zu einfach alles.
Florian Bayer: Es geht sehr schnell, diese Redemption, wo er zu ihr geht und sich dann nicht so richtig zu entschuldigen weiß. Ich finde ihre Reaktion ganz cool erzählt und zwar, dass sie zuerst so macht, als ob sie sich gar nicht erinnern würde. Ja,
Johannes Franke: genau.
Florian Bayer: Und dann das aber fallen lässt und auch wütend ist über seine Anwesenheit.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Man hätte dem auf jeden Fall nochmal ein bisschen mehr Raum geben können, dass seine Anwesenheit was sehr Egoistisches hat. Nämlich so, ich will hier, ich will für mich diese Erlösung finden und wie es dem Opfer geht, ist dabei zweitrangig in der schlimmsten Situation.
Johannes Franke: Also es ist interpretierbar. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass er mehr Interesse daran hat, als nur seine eigene Situation zu bessern. Aber was ich mich in der Situation tatsächlich gefragt habe, und das hat der Film natürlich dann auch auf einer positiven Haben-Seite, wie geht das denn? Wie schafft man das? Wie muss man sowas machen, damit das nicht einfach nur egoistisch ich will mein schlechtes Gewissen loswerden ist?
Florian Bayer: Ja, das ist eine verdammt gute Frage. Ja, das ist eine wirklich gute Frage, keine Ahnung. Du kannst um Vergebung bitten, du kannst sie nicht erwarten. Die Frage ist aber genau, die Frage ist natürlich, welche Wunden reißt du damit wieder auf?
Johannes Franke: Ja, das ist das Nächste. Du weißt es ja auch nicht. Was ist da, wie viel? Bedeutung hat das für diese Person tatsächlich gehabt im Leben und wie viel Bedeutung hat das noch? Also insofern weiß ich nicht genau, was da sind so viele Unbekannte in der Rechnung, deswegen ist es so schwer.
Florian Bayer: Ja, also ich glaube als Menschenfreund, es muss diesen Raum für Wiedergutmachung geben, auch bei schlimmen Dingen, die man getan hat. Und es muss irgendwie diesen Raum für Redemption geben. Aber wie die aussieht, Das ist natürlich auch vom Einzelfall zu Einzelfall abhängig und wahrscheinlich für den Täter auch total schwer, weil wenn du ein vernunftbegabtes Wesen bist, dann denkst du, okay, will ich da jetzt hingehen, zu dieser Person gehen und sagen, sorry, was wir damals gemacht haben und damit vielleicht große Wunden aufreißen und die Person hat das schon längst verarbeitet, aber jetzt wird wieder alles hochgespült. Willst du das riskieren?
Johannes Franke: Du weißt halt nicht, in welcher Situation diese Person ist. Ich glaube, die wichtigsten Sachen sind, wenn die Person in der Lage ist, dann ist es Anerkennung der Situation. Das, was wir gemacht haben damals, war scheiße und es ist passiert und nicht zu sagen, nö, weiß ich jetzt nichts von. Das ist eine der wichtigen Sachen, glaube ich. Und dann in die Situation zu manövrieren, dass die andere Person auch sagen kann, was sie braucht.
Florian Bayer: Ja, ich finde es nicht schlecht erzählt in dem Film. Ich finde die Art, also vor allem durch sie. durch diese Frau, bei der er sich entschuldigt. Weil sie wird halt gezeigt zuerst so etwas verschlossen, etwas abweisend, dann öffnet sie sich ein bisschen. Und am Schluss gibt es diesen Moment, wo ich das auch authentisch finde, dass sie sagt, danke, dass du da warst. Und wo er sich dann auch nochmal so ganz still bedankt. Ich finde das Setup auch schwierig. Ich finde auch schwierig, dass es vielleicht ein bisschen zu schnell geht, aber ich finde es vom Grundgedanken her nicht verkehrt.
Johannes Franke: Okay, ja.
Florian Bayer: Nicht als Form der Wiedergutmachung, aber als Form der Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern und mit der eigenen Art. Winnie Hicks heißt sie übrigens.
Johannes Franke: Winnie Hicks, ja.
Florian Bayer: Ich finde es nicht verkehrt. Also wie gesagt, ich finde diese Redemption von Julia Roberts eigentlich am spannendsten, weil es darum geht, dass sie lernt, dass sie sich nicht entschuldigen muss, sondern dass es andersrum ist und dass sie sich dadurch verzeihen kann. Ich finde seine Redemption tatsächlich danach am zweitbesten. Also die von Joey, habe ich ja schon gesagt, ist komplett daneben.
Johannes Franke: Ja, ja, total.
Florian Bayer: Und Nelson, was macht Nelson? Nelson bringt sich wieder um. Ja,
Johannes Franke: Nelson wird schwierig, ja.
Florian Bayer: Also ich meine, das ist sein Ziel wahrscheinlich. Er will dem echten Billy Mahoney begegnen, diesem Kind. Und wir erfahren davor. Und ich glaube, da liegt der Film uns das ganz klar hin. Da ist auch nicht viel subtiler in dem Film, dass es ganz eindeutig aus dem Inneren kommt, weil Billy Mahoney greift Nelson nochmal an und zwar mit einer Sense und er kämpft mit ihm. Und dann kommt aber LeBretio, also Kevin Bacon dazwischen und sagt, hier ist niemand. Du bist allein, du tust dir das selbst an. Das ist ja der Moment, wo ganz klar erzählt wird, das kommt aus dir selbst. Und dann weiß ja eigentlich Nelson, wenn er sich bei Billy Mahoney irgendwie entschuldigen will oder so, muss er sterben. begegnet er dann dem echten Blimey-Mahoney im Jenseits, wenn er in seinem zweiten Flatline ist? Oder ist das wieder nur sein inneres Ich?
Johannes Franke: Das ist sein inneres Ich, oder? Also alles andere, ich weiß nicht, ob der Film das so viel erzählen will, ob das seine Botschaft ist, da wirklich echtes Jenseits zeigen zu müssen. Es gibt keine echten Geister. Nein,
Florian Bayer: es gibt keine Geister. gib dein Gewissen und dein Gewissen. Ich habe tatsächlich Leute gehört und gelesen, die über diesen Film diskutieren und dann sich die Frage stellen, wie viel Übernatürliches in dem Film steckt. Ich finde, es ist ziemlich eindeutig, dass wir hier eine Psycho- und auch keine besonders tiefgreifende psychologische Parabel, sondern wir haben einfach, du hast dein Gewissen, du stirbst, dein Leben zieht quasi an dir vorbei, dein Gewissen wird aktiviert und diese eine Stelle, die besonders hart war, die wird hervorgeholt und damit musst du dich jetzt auseinandersetzen. That's it.
Johannes Franke: Also wir haben keine echte Jenseitserfahrung hier.
Florian Bayer: Und genau, er tötet sich dann oder beziehungsweise er flatlined und bringt sich um und hat in seiner zweiten Nahtoderfahrung, wird er jetzt zu Billy Mahoney. Der flieht vor Billy Mahoney und der auf den Baum klettert, der getroffen wird von dem Stein und dann runterstürzt.
Johannes Franke: Er muss einmal in die Schuhe des anderen. Empathie. Ja, Empathie.
Florian Bayer: Was eigentlich auch ganz geil ist als Gedanke. Ja,
Johannes Franke: was heißt denn ganz geil? Es ist immer noch geradeaus. Es gibt noch keine doppelten Böden oder sowas, sondern es ist ganz klar, so und jetzt entschuldigst du dich und was gehört zur Entschuldigung dazu? Sich in die Schuhe des anderen hineinbegeben. Und das ist Empathie. Und ja, es ist eine einfache Botschaft. Es ist trotzdem eine kraftvolle Botschaft vielleicht irgendwie, aber es ist eigentlich doch sehr, naja.
Florian Bayer: Billig. Das ist das, was ich meinte mit der Story. Joe Schumer hat nicht das Drehbuch geschrieben. Er ist kein Storyteller. Aber auch der Drehbuchautor Peter Filiadi ist jetzt offensichtlich nicht der große Drehbuchautor. Der hat ein bisschen MacGyver geschrieben. Und der hat den Hexenclub 1996.
Johannes Franke: Und der hat keinen Wikipedia-Eintrag.
Florian Bayer: Der hat keinen Wikipedia-Eintrag, der arme Typ. Und er hat immerhin den Hexenclub geschrieben, der so ein bisschen ein kleiner Kultfilm ist unter Goffs Horrorfilm-Fans aus den 90ern. Es ist sehr straightforward erzählt. Es hat keine großen Ecken und Kanten, aber ich finde, in sich funktioniert es als Geschichte.
Johannes Franke: Ja, weil dadurch, dass es so opernhaft ist insgesamt und so eine sehr klare, eindeutige Architektur hat, sowohl auf der visuellen Ebene als auch auf der erzählerischen Ebene, komme ich damit durchaus klar. Wie gesagt, wir haben ja unsere kleinen Problemchen, ne, Mitte, hier und da. Aber insgesamt finde ich dramaturgisch. Er ist ein sehr einfacher Film, aber in seiner Art und Weise der Ausgestaltung total effizient. Und für mich, ich mag den Film total.
Florian Bayer: Ich mag den auch. Ich finde, man sieht wirklich auch so Kleinigkeiten, auch wirklich so Albernheiten, Skurrilitäten. Jan de Bond, um kurz noch den Namen einzulaufen, hat die Kamera gemacht in diesem Film. Jan de Bond, der später in den 90ern als Regisseur von Speed und Twister, zwei der großen Actionfilme der 90er Jahre, berühmt werden sollte. der davor einiges an Kamera gemacht hat. Unter anderem stirbt langsam und jagt auf Roter Oktober. Und Basic Instinct. Auch jemand mit einem Gespür für stylische, schicke Bilder, die nicht so viel Substanz brauchen, solange sie gut aussehen.
Johannes Franke: Jetzt haben sich zwei gefunden.
Florian Bayer: Nein, das funktioniert. Und natürlich passieren da die ganze Zeit alberne Sachen drin. Wirklich, sie hatten Ruth F. Eckholm als medizinische Beraterin an Bord. Die hat aufgepasst, dass da nichts falsch läuft. Und wir haben schon das Wort Koks gesagt, weil anders lässt sich das nicht erklären, oder?
Johannes Franke: Nein, also was da medizinisch an Quatsch drin ist. Du kriegst ja mit so einem Defibrillator, ich sage immer Defibrillator, damit kriegst du keine Leute zurück.
Florian Bayer: Nein, das ist ein ganz anderes Text.
Johannes Franke: Alles,
Florian Bayer: von den ersten Stummfilmen im Krankenhaus bis zum Merchandise Room, alle haben uns erzählt, das ist der Moment, wo du einmal auf die Brust drückst und sagst, Energie, weg vom Tisch. Und dann macht es Biss und der Körper springt hoch und das Herz schlägt wieder.
Johannes Franke: Wofür ist das eigentlich da? Das ist eigentlich dafür da, dass ein Herz, das aus dem Rhythmus gekommen ist, wieder in Rhythmus hineinkommt.
Florian Bayer: Das, was ein Herzschrittmacher macht. Dann ist es quasi ein externer Herzschrittmacher. wenn ich das richtig verstanden habe. Nur, dass der Herzschrittmacher regelmäßig Impulse liefert und kleinere.
Johannes Franke: Du guckst so leicht unsicher, aber ja, ich glaube, das ist die Richtung. Schreibt uns gerne böse Briefe, wenn es Verlegerquatsch ist, was wir erzählen.
Florian Bayer: Wir sind beide keine Mediziner.
Johannes Franke: Genau, aber jedenfalls, das wissen wir. Es ist nicht dafür da, ein stillgestandenes Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Dafür macht man eine Brustdruckmassage oder wie heißt das? Herz? Stay in the life, stay in the life, das Ding.
Florian Bayer: Und man zählt dabei wie gesagt 1.000, 2.000, 3.000 und nicht 1.000, 2.000 Du kannst zählen 1,
Johannes Franke: 2 Drei, aber dann musst du nicht das Tausend sagen. Verstehst du? Das ergibt alles einen Sinn. So, okay. Also das ist ein großes Problem. Medizinisch völliger Quatsch. Ich weiß nicht, ob die nach Hause gegangen ist und dann gesagt hat, ich kriege mein Geld, was soll's. Es waren die
Florian Bayer: 80er Jahre, ne?
Johannes Franke: Es war Ende der 80er Jahre. Und wir wissen,
Florian Bayer: wie es damals an Filmsets aussah. Und ich glaube, die hat einfach eine große Party gefeiert mit den Typen, die da dabei waren. Und das waren halt alles... coole junge Leute, die beim Film Erfolg hatten und die Spaß hatten und ich kann mir vorstellen, dass das einfach auch Party war und Schumacher hat irgendwie versucht, den Laden so einigermaßen zusammenzuhalten und dann war es halt die Frage, müssen die Bilder leiden oder muss die muss die medizinische Akkuratheit leiden und ich hätte mich auch für Zweiteres entschieden.
Johannes Franke: Ja, es ist ja auch oft genug so, dass man dann sagt, ja, ach, was soll's, Hauptsache die Geschichte geht voran und da ist das Emotionale wichtiger. Nochmal ein kleiner Fakt, mindestens, also höchstens 10% der Leute, die diese Herzdruckmassage bekommen, überleben überhaupt. Also die Chancen, dass die da alle wiederkommen, ist auch sehr gering, selbst wenn sie nur das gemacht hätten.
Florian Bayer: Deswegen sind auch diese Studien, die ich am Anfang zitiert habe, so dünn, weil es einfach heißt, okay, die Mehrheit der Leute, sind einfach gestorben, weil sie tot waren. Es ist nicht so einfach, jemanden tot zu... Und eine zweite Mehrheit der Leute hatte so krasse Hirnschäden, dass wir sie nicht zu irgendwas befragen konnten. Das ist die Realität.
Johannes Franke: Mit jeder Minute, die du nicht wiederbelebt wirst, sinken die Chancen, dass du wiederbelebt werden kannst, um 10%. Und ab Minute 4, glaube ich, sterben deine Hirnzellen nach und nach ab.
Florian Bayer: Es passiert ziemlich schnell. Also wie die hier anfangen, um Zeit
Johannes Franke: zu betten.
Florian Bayer: Hast du auch das Gefühl, ja, ihr nehmt gerade einen Gehirnschaden in Kauf?
Johannes Franke: Ja, absolut. Es gibt so Rekorde. Es gab mal so sechs Stunden Leute, die sechs Stunden lang Aber das ist eine absolute Ausnahme. Und eine Stunde ist schon krass, krass, krass lang. Also länger als so fünf Minuten ist einfach absoluter Hammer.
Florian Bayer: Nein, das ist einfach total Quatsch. Ich finde auch... Neben dem Ding, wir haben schon gesagt, wie komisch das ganze Setup ist, sie bewegen sich im Krankenhaus und was Lebray Show dann da macht, der bei irgendeinem Patienten ist und dann schnell rüber rennt in den anderen Saal, wo jemand operiert wird und dann mal schnell so eine Operation durchführt. Ja,
Johannes Franke: auch völliger Quatsch.
Florian Bayer: Denkst du auch so, ja, nein,
Johannes Franke: eher nicht. Ja gut, okay, alles für die Dramaturgie, gut, kann ich vielleicht noch mitleben, das ist schon okay. Aber dann auch so Sachen wie, dass der eine sagt, ich glaube der eine sagt, legally dead, bringt er rein, wenn er eigentlich meint clinical dead.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und du denkst dir, was hat das Gesetz damit zu tun?
Florian Bayer: Dieser Mann ist juristisch tot, der darf nicht wieder auferstehen. Er wird keine Wiederbelebung machen.
Johannes Franke: Super seltsam.
Florian Bayer: Ich habe hier einen Richterbescheid, dass er tot ist.
Johannes Franke: Irgendwann wird, Julia Roberts, glaube ich, erklärt jemanden für Hirntod nach so ein paar Minuten. Und du denkst dir, du brauchst tagelang Tests. um jemanden für Hirntod zu erklären.
Florian Bayer: Aber ist nicht das, was sie mit diesen Geräten machen, dass sie zum einen die Herzlinien und zum zweiten Gehirnaktivitäten feststellen? Weil das ist ja das Wesentliche, dass sie keine Gehirnaktivitäten mehr haben.
Johannes Franke: Aber das bedeutet noch lange nicht, dass du Hirntod bist. Das dauert, du hast wahnsinnig viele Tests dafür, dass das irgendwie, du kannst nicht nach ein paar Minuten sagen, so und jetzt Hirntod. Nee, das geht so nicht. Das ist nicht so, wie es funktioniert. Und wenn du sowas mit runterkühlen und aufwärmen machst, Es dauert 24 Stunden, um jemanden auf eine bestimmte Temperatur hochzuwärmen. Das solltest du nicht schneller machen. Das ist nicht gut. Au. Heiß. Und auch das Runterkühlen. Das macht man nicht so einfach mal so schnell. Naja. Und übrigens, das mit dem Dingens, dem Defi und so weiter. Wenn sie den BH anhat, leider funktioniert das nicht so. Nein, Überstoff funktioniert es nicht.
Florian Bayer: 90er PG-13-Film. Dann muss der BH anbleiben. In diesem Film gibt es keine Nacktheit zu sehen. Julia Roberts und Kiefer Sutherland haben übrigens Dating in diesem Film. Das war der Film, der sie zusammengebracht hat. Und sie waren ja sogar verlobt dann.
Johannes Franke: Ja, kurz vorher, bevor sie geheiratet hätten, haben sie sich wieder getrennt. Das war ganz groß in der Presse. Das war das Paar.
Florian Bayer: Das war wirklich das große Paar Anfang der 90er. Beide gut aussehend, beide sehr erfolgreich. Beide mit so ein bisschen was Rebellischen. Die waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und Kiefer Sutherland sollte noch sehr viel mit Joel Schumacher drehen. Der hat auch in anderen Filmen, also Lost Boys war ja der erste Film, den sie zusammen gemacht haben. Und dann haben sie noch ein paar anderen Filmen zusammengearbeitet. Produzent, um das noch einmal zu nennen, Michael Douglas. Mit seiner eigenen Produktionsfirma Stonebridge Entertainment, die er zusammen mit Rick Bieber gegründet hat. Und die hatten einen Vertrag mit Columbia über drei Jahre. für mehrere Filme.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Und die anderen Filme, die sie in diesem Vertrag gedreht haben, war Flug ins Abenteuer und Made in America, ein wirklich schräger Film, wo ein junges Mädchen seinen Vater sucht und dann feststellt, dass sein Vater ein 90er-Jahre-Comedy-Schauspieler ist. Also, nee, der Vater wird in einem Film von einem 90er-Jahre-Comedy-Schauspieler gedreht. Das Problem ist, ihre Mutter ist Whoopi Goldberg. Das heißt, sie ist von zwei Richtungen nicht unbedingt. Die Ernsthaftigkeit mitgekriegt und dann datet ihr Vater natürlich ihre Mutter, weil der wusste nicht, dass sie da ist und so weiter. Und das ist irgendwie so ein Zwischenraum-Com und Coming-of-Age-Geschichte. Und warum kenne ich diesen Film noch so gut? Das ist 30 Jahre her, dass ich ihn gesehen habe.
Johannes Franke: Okay, na gut. Also nur weil wir vorhin dabei waren und ich nicht dazu gekommen bin, das nochmal zu sagen, ich finde es wahnsinnig lame, dass wir immer wieder die gleiche Geschichte sehen. Du hast die auf dem Tisch, die sterben. Oh nein, wir kriegen ihn nicht zurück. Bams, wir kommen zurück. Und das viermal hintereinander. Was soll das?
Florian Bayer: Ich verstehe es auch nicht. Das nervt auch so. Und das ist so ein Klischee, dass uns Filme, die medizinischen Rahmen spielen, das ist so eine Kleinigkeit. Aber dass sie immer diese Gespräche mit den Toten führen. Komm schon, komm schon, jetzt schaffe ich es. Ich werde nicht aufgeben.
Johannes Franke: Komm zurück. Und dann auch der Letzte. Was ist denn das? Ich glaube, es ist Bacon, der wieder zurück will am Ende. Also der sozusagen sich nochmal... Und Nelson, der sich nochmal dem Tod stellt. Und dann brauchen sie ja wahnsinnig lange, um ihn wieder zurückzuholen und so. Und nur weil der eine seine Geduld nicht unter Kontrolle hat und nochmal draufhaut, kommt er wieder zurück. Und man denkt, okay, heißt das jetzt, ich sollte möglichst ein unkontrollierter Mensch sein im Operationssaal? Oder was ist los?
Florian Bayer: Das Brad-Pack-Äquivalent zum Märchenprinzessin Wachküsten ist das Märchenprinz. wachschlagen mit der Faust. Einmal ordentlich auf die Brust hauen, kann jeden wieder zum Leben erwecken. Übrigens, entschuldigt sich Le Prejo dann wirklich bei Gott? Entschuldigung Gott, dass wir in deinen Plan reingepfuscht haben. Oder so irgendwas schreit er in der Kirche irgendwann.
Johannes Franke: Stimmt, ja. Ja gut, das ist der Opernteil. Das ist in Ordnung.
Florian Bayer: Das ist dann wirklich, wo du denkst, ah, okay, nimmt der jetzt doch noch die christliche Abzweigung, aber ich finde, es bleibt es bifus genug, dass es nicht zu christlich wird. Soll ich kurz was zum Remake sagen?
Johannes Franke: Oh, das Remake.
Florian Bayer: Also der Originalfilm hat ja eine Menge Shit abgekriegt. und ich sag's jetzt nochmal, ich stell mich hier gegen das Gros der Kritiker, dieser Film ist gut. Das Remake hat auch sehr viel Shit abgekriegt. Aus dem Jahr 2017 von Nils Aden Oplev, der unter anderem auf Girl with the Dragon Tattoo das Original gedreht hat, das später ein Fincher Remake gekriegt hat.
Johannes Franke: Und bevor du jetzt deine Meinung sagst, ihr da draußen, ihr dürft jetzt einmal laut sagen, was ihr glaubt, wie Plur den Film fand. Jetzt einmal aussprechen und jetzt gegenchecken. Plur, wie findest du den Film? Piep, Wow. Dead. Wow. Wow. Also. Dieser Film war schlecht.
Florian Bayer: Dieser Film war richtig schlecht.
Johannes Franke: Oh, scheiße.
Florian Bayer: Richtig, richtig, richtig schlecht. Und zwar alles. Die Story. Die grauenhaften Dialoge. Die waren total mies. Unglaublich billig. Überhaupt keine Atmosphäre. Im Gegensatz zum Original Flatlanders nichts an Atmosphäre. Einfach im klinischen, sterilen Klinik. Die Auflösung, wie sie ihre Redemption-Arcs kriegen. Du findest das hier schlecht, wie das hier im 90er-Flatliner passiert. Es ist nichts im Vergleich zum 2017er-Flatliner. Überhaupt kein ästhetisches Konzept. Überhaupt keine Ideen. Unglaublich blöde Schauspielleistungen. Elliot Page spielt übrigens mit. Ist Elliot Page ein guter Schauspieler?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Genau, und du zweifelst schon so ein bisschen. Weil ich hab auch gedacht, oh ja, Elliot Page ist charismatisch. Elliot Page ist irgendwie cool. Und ja, Juno und so, das war total putzig und so weiter. und... Aber vielleicht ist Elliot Page einer der Schauspieler,
Johannes Franke: die ein bisschen zu sehr abhängig von der Regieleistung sind.
Florian Bayer: Vielleicht, ja.
Johannes Franke: Weil Elliot Page ja durchaus in sehr guten Sachen auch sehr gut war.
Florian Bayer: Ja, Hard Candy war ein echt guter Film zum Beispiel. Und ich weiß, ich mag ihn auch eigentlich immer, wenn ich ihn sehe. Oh, die Serie war auch gut. Wie hieß die? Die Superhelden, nicht Superhelden, aber so. Umbrella Academy. Umbrella Academy fand ich auch ganz gut. Da war er auch irgendwie überzeugend. Weil er auch ein bisschen mehr Fleisch hatte, so emotional. Aber ansonsten dachte ich so, ach, er ist auch schon manchmal so ein bisschen... Plant. Das tut mir total leid, weil ich mag ihn wirklich. Ich bin eigentlich großer Fan. Und vielleicht ist dieser Film sogar dran schuld, dass ich den Film gesehen habe und gedacht habe, so gut ist Elie Pitsch eigentlich gar nicht.
Johannes Franke: Dann liegt es an der Regieleistung. Die Regie hat ihn total runtergezogen.
Florian Bayer: Also, Flatliners aus dem Jahr 2017 ist wirklich ein schlechter Film. Und alles, was ihr auf Rotten Tomatoes und Metacritic dazu liest, stimmt. Dieser Film ist wirklich schlecht.
Johannes Franke: Oh Gott. Ja, ich meine, warum will man auch davon irgendwie ein Remake machen? Ich weiß auch nicht, was das...
Florian Bayer: Weil der Film gut ist und weil die Idee gut ist.
Johannes Franke: Ja, aber...
Florian Bayer: Ich kann es nachvollziehen. Es ist was, also Flatliners und sie haben, sie versuchen sogar nochmal so eine, sie thematisieren die Schwächen des Originals. Es gibt auch einen Gastauftritt von Kiefer Sutherland.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Als alter Professor. Ja. Und es wird aber überhaupt nicht thematisiert, ob er irgendwas mit diesem Nelson zu tun hat im Original. Es gibt wohl eine weggefallene Szene, in der er... Genau,
Johannes Franke: in der er es klar macht. dass das tatsächlich ist.
Florian Bayer: Aber er redet überhaupt nicht über den Tod oder so. Sie thematisieren dieses im Kreißsaal Herzmassage geben und dann sagen, komm schon, atme! Und dann sagt irgendjemand von der Seite, er kann dich nicht hören.
Johannes Franke: Schön!
Florian Bayer: Und es sind drei Frauen und ein Mann, die flatlinen. Das ist das Gute an dem Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Es sind drei Frauen und ein Mann, die flatlinen und sie thematisieren dieses, dass du nicht mit dem Typen reden musst, den du gerade wiederbelebst. Ansonsten ist dieser Film wirklich kompletter Rotz. Und Flatliners ist halt, die Idee ist gut, dass Konzept ist gut. Ich finde auch die Idee, wie das jenseits bei einer NDE aussehen kann, finde ich total plausibel und so weiter. Und ich finde es nachvollziehbar, dass man davon ein Remake machen will. Man sollte halt einen guten Film machen und nicht einen der schlechtesten Filme der letzten zehn Jahre.
Johannes Franke: Die Frage ist halt oft bei sowas, warum macht man einen Remake? Zum einen entweder, weil man den Film sieht und sagt, das geht doch besser. Dann macht man vielleicht einen, weil man die Grundidee gut findet, aber die Umsetzung des Originals scheiße. Oder man macht N. Film und das ist die schlechteste Idee, weil man den Erfolg des Films nochmal melken will und nochmal Geld verdienen will.
Florian Bayer: Ja, aber das glaube ich nicht bei Flatlanders. Also das war schon ein erfolgreicher Film, jetzt aber auch kein... Also er hat das Dreifache von seiner von seinem Budget ungefähr eingespielt. 26 Millionen gekostet, 61 Millionen Boxoffice, eine Oscar-Nominierung. Das war jetzt kein großer Hit. Und wenn man sich anschaut, sowohl die zeitgenössischen Kritiken, als auch die retrospektiven Kritiken, das ist kein Kritiker-Darling. Nee.
Johannes Franke: Also, aber umso weniger verstehe ich es. Ja, nee,
Florian Bayer: also ich finde, es macht keinen Sinn aus der Perspektive, da will die Filmindustrie eine Kuh melken. Dann ist es wirklich so, dass jemand den Film gesehen hat und gedacht hat, oh, da kann ich aber was Interessantes damit machen, den Film mag ich.
Johannes Franke: Und was hat der Interessante damit gemacht?
Florian Bayer: Nichts.
Johannes Franke: Nichts, na toll.
Florian Bayer: Und das ist umso trauriger, wenn man denkt, okay, es kann eigentlich nicht die böse, geldgierige Industrie dahinter stehen, sondern es ist wirklich einfach nur ein talentierter Haufen Leute, die sagen, wir machen einen guten Film.
Johannes Franke: Ja, scheiße. Ja, oder eben Leute, die sagen, ich habe keine gute Idee, also nehme ich irgendeine Idee, die schon existiert. Vielleicht auch das. Naja. Ja, lass uns noch ein, zwei lustige Situationen rausholen. Ich finde es großartig, wie dieser Typ mit dieser Handkamera daneben steht und völlig sinnlos auf Sachen rumpenzoomt. Wenn du so viele Sexvideos gedreht hast, solltest du dann nicht ein bisschen mehr Talent in Kameraführung haben? Vor allem hattest du dann ja offensichtlich ein Stativ, das du da einfach hättest hinstellen können. Aber nein,
Florian Bayer: es ist sowieso der ganze Haufen. Am Anfang... verbringen wir sehr viel Zeit damit, wo Nelson allen sagt, wie wichtig sie sind.
Johannes Franke: Und niemand ist wichtig. Niemand ist wichtig. Das ist super geil. Das ist auch wirklich ein zusammengewürfelter Haufen. Ich bin mir nicht sicher, sind das Freunde oder nicht? Wie ist denn das überhaupt? So teils Teil? Weil ich habe keinerlei Backstory oder sowas. Ich werde da reingeworfen, sofort am Anfang ist das Erste, was wir hören. Ich werde mich heute Abend umbringen. Ach schon? Na sowas. Dann bist du dabei? Nee. Ich weiß nicht. Es gibt ja auch keinen... die beiden sind mal in der Kneipe, die vier sind mal in der Kneipe, die fünf oder sowas. Sondern es ist einfach nur zusammengewürfelter Haufen, als ob Nelson einfach random zu Leuten gegangen wäre und gesagt hätte, ach, du bist doch auch in meiner Klasse, komm mal mit.
Florian Bayer: Aber hat sich St. Elmos Feier nicht auch so angefühlt? Da war es auch irgendwie so, oder?
Johannes Franke: Ja, vielleicht.
Florian Bayer: Wir sehen gut aus und sind cool, wir hängen zusammen ab, auch wenn wir uns nicht mögen. Die mögen sich überhaupt nicht, ne? Nee, das ist ja das Ding. Das Gefühl, dass da irgendeine Sympathie zwischen diesen Menschen ist.
Johannes Franke: Das ist so komisch. Und warum kommen die dann überhaupt, um ihn da irgendwie zu retten? Wie Julia Roberts da irgendwie plötzlich reinkommt und ich denke mir, hä? Zu Recht hat sie gesagt, nee, ich will kein Teil dessen sein. Das ist ganz komisch. Ich weiß nicht. Also das hat mir ein bisschen Sorge bereitet, weil ich dachte, ich verstehe nicht, wie die zusammenhängen und warum die zusammenhängen. Übrigens der erste
Florian Bayer: Halloween-Film, glaube ich, den wir besprechen, der Halloween drin hat. Ach, ja stimmt. Wir haben eine tolle Halloween-Szene und wir haben diesen geilen Song Party Town.
Johannes Franke: Und das Museum brennt, oder? Also ich habe das Gefühl, dass da irgendwie...
Florian Bayer: Nein, es ist einfach diese riesige Party draußen. Sie machen es an Halloween abends und draußen ist... eine Mordsparty, weil die Leute um das Ding rum feiern und echt so Leute, hätte die nicht einen Tag später machen können. Das Ding ist, der Song, der dann läuft, wo wir diese Riesenpürbisse auf den Fahrrädern sehen, geile Szene. Ich mag alles an dieser Szene. Dev Stewart and the Spiritual Cowboys. Einmal große Verbeugung vor diesem Bandnamen. Dave Stewart war bei Eurythmics. Sweet Dreams are made of this. Und genau, der hat diese Band nach dem Ende von Eurythmics gegründet und die war ganz neu. Und offensichtlich gab es da irgendwie einen Deal, dass da von denen noch ein Song reingepackt werden soll, der dann sehr schnell zusammengeklöppelt wurde. Deswegen hören wir kurz dieses Partytown, während wir diese Halloween-Szenen sehen. Und ich mag das. Das ist total schön.
Johannes Franke: Jetzt hast du mich unterbrochen in meinem Rant. Ich wollte ja noch ein paar Sachen, die ich sehr lustig finde. Jeder von denen darf einmal sagen, es ist eine total scheiß Idee, wir sollten damit aufhören. Dann muss dann jemand anders sagen, doch, wir machen das und ich mache jetzt zwei Minuten. Und dann sagt die gleiche Person, die gerade gesagt hat, wir sollten damit aufhören. Wenn du zwei Minuten machst, mache ich zwei Minuten zwanzig. Das ist so, was, was, was? Wie kommt ihr von A nach B innerhalb von zwei Sekunden? Super seltsam. Ja, aber sehr lustig. Also ich finde es, natürlich ergibt es keinen Sinn, aber es macht diesen, irgendwie macht es einen interessanten Rhythmus auch, der Film. Ja. Eine Medizindozentin, die das Wort Glockenkurve sehr ernst nimmt, wo du dir auch denkst so, okay, du sagst ihnen jetzt schon, dass du die Hälfte durchfallen lassen wirst. Ach so, ja, ja, ja, ja, ja. Ja gut, okay. Ich weiß nicht, ob das... Vor allem, weil sie danach, danach sagt, you're not in competition with death, you're in competition with each... other. Und ich denke, what the fuck schmeißt die Frau raus? Was ist das für ein Satz?
Florian Bayer: Deine beste Chance, eine gute Note zu kriegen, ist, deine Kommilitonen zu sabotieren.
Johannes Franke: Meine Güte. Vielleicht hat auch die Schauspielerin einfach den Satz durcheinander gebracht und die haben gedacht, ach was soll's.
Florian Bayer: Das war schon ganz klar Absicht. Sie sagt ja, es gibt so und so viele A's und so und so viele B's und die restlichen Leute haben halt Pech gehabt. Und wenn alle richtig gut sind, scheißegal. Es muss fünf F's geben oder so.
Johannes Franke: Ja. Die schlechteste Produzentin aller Zeiten.
Florian Bayer: Aber es ist auch so wie so eine komische Klinik. Wird Le Prejo eingesperrt? Also er klettert aus dem Fenster. Wird er eingesperrt für die Operation, die er nicht machen durfte? Für die unbefugte Operation? Muss deswegen aus dem Fenster klettern? Echt? Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass da Nonnen vorbeikommen und sagen, Hey Le Prejo, zurück in deine Zelle. Zurück ins Fegefeuer. Es war einfach eine Nonnenschule. Aber man sieht keine Nonnen in dem Film, oder?
Johannes Franke: Nee, ich habe keine gesehen. Aber vielleicht in dieser Weltszene. Nonnen an das aus. Vielleicht. Ja. Wollen wir in unsere Top 3 hineinrobben? Ja. Unsere Top 3. Wir haben eine Top 3 mit dem Titel Back from the Dead.
Florian Bayer: Jetzt muss ich nochmal kurz drüber gucken, was ich hier zusammengekleistert habe. Kein Horrorfilm. Ich hab's geschafft, keinen Horrorfilm dabei zu haben. Und ich hab trotzdem einen Horrorfilm bei den Honorable Mentions. Kein Horrorfilm. Yes. Ich bin so stolz auf mich.
Johannes Franke: Okay, Moment. Was schaffe ich da? Schaffe ich das dann? Nee,
Florian Bayer: ich hatte so zehn Zombie-Filme und dann dachte ich, nee, das kann ich nicht machen. Auch nicht im Halloween-Monat. Das ist zu viel.
Johannes Franke: Okay, ich mache auf Platz drei Re-Animator. Yeah! Damit haben wir diesen Monat eingeläutet und ich bin dir so dankbar, dass du ihn genommen hast. Das erste Mal. Also ich glaube, Re-Animator war wirklich der beste Film, den du mir je aus dem Horror-Dschungel gegeben hast. Er war großartig. Man musste ihn nicht ernst nehmen und das hat natürlich voll geholfen, dass ich mit dem Blut klarkam und allem möglichen. Hört euch gerne die Folge an. Wir hatten sehr viel Spaß mit Re-Animator. Großartig.
Florian Bayer: Guckt euch Re-Animator an und dann hört euch die Folge an. Und mein Platz 3, jetzt komme ich mit Kunstkacke, ist Orpheus von... Jean Cocteau. Das ist noch gar nicht so lange her, dass ich den gesehen habe. Und zwar habe ich ihn geguckt, weil wir das Blut eines Dichters gekochen haben. Und es ist die Orpheus-Geschichte. Und der junge Orpheus, der mehrmals in diesem Fall ins Jenseits geht, um seine Frau zu retten und die ganze Zeit mit dem Tod im Bunde ist. Und es ist ein ständiges Zwischentod und Leben bewegen und ein ständig Sterben und Wiederbelebtwerden. Quasi eine extreme Variante von dem, was wir hier sehen. Und total spannender Film. Früher Surrealismus 50er Jahre Frankreich. Kunstkacke, muss man sich drauf einlassen. Guckt ihn euch an.
Johannes Franke: Vielleicht musst du mir den mal geben, dann können wir den...
Florian Bayer: Ja, vielleicht.
Johannes Franke: Auf Platz 2 habe ich dann jetzt The Sixth Sense.
Florian Bayer: Ich sehe tote Menschen. Und sie wissen nicht, dass sie tot sind. Aber Johannes. Ja? Niemand in diesem Film kommt vom Tod zurück. Die sind alle tot und bleiben tot.
Johannes Franke: Nein, aber die sind ja zurück auf dieser Welt trotzdem. Ach so. Spoiler-Warnung. Bruce Willis ist... Warum machst du das, Floor?
Florian Bayer: Jeder Mensch hat Sixth Sense gesehen. Und die Menschen, die nicht Sixth Sense gesehen haben, wissen trotzdem das.
Johannes Franke: Ich glaube, Mark-Uwe Kling hatte das irgendwann mal. Ich fand es ganz toll, die unpassendsten Titel für Filme mit so Plot-Twist. Dieser Film könnte auch heißen. Welche Titel, also das habe ich eine Zeit lang durchexerziert, welche Titel könnte man diesen Filmen geben, die einfach die schlimmste Spoiler sind. Der unwissende Tote. Wie es dazu kam, dass Annika Renner sich vor den Zug warf. Das ist super.
Florian Bayer: Platz 2. Börf aus dem Jahr 2004. Kein perfekter Film, aber ein interessanter Film mit Nicole Kidman, wo ein zehnjähriges Kind behauptet, die Reinkarnation von ihrem gestorbenen Ehemann zu sein. und Details über das Leben des Ehemannes weiß. die eigentlich nur er wissen kann. Und man bleibt die ganze Zeit sehr lange in diesem Film auf diesem vagen Level stehen, dass man sich fragt, ist da was dran? Ist das echt? Und dieser Film kriegt eine Auflösung, die ich jetzt nicht spoilern werde, weil es ein sehr nicht so bekannter Film ist. Und mit der Auflösung am Schluss war ich nicht so 100% glücklich, ändert aber nichts dran, dass der Film sehr interessant sich mit dem Tod und vor allem mit dem Gedanken eines Lebens nach dem Tod und auch eines Lebens nach dem Verlust auseinandersetzt. Von Jonathan Glaser. Interessanter Film. Kein Meisterwerk, aber wirklich interessant. Und interessant genug, um ihn hier aufzuführen.
Johannes Franke: Okay. Bevor ich meinen Platz 1 nehme, gebe ich noch eine kurze Anarchie. Ich finde tatsächlich, aber das ist aus dem Buch heraus ganz toll gewesen, weil ich das gelesen habe und das fand ich super großartig, das erste Mal das zu lesen. Herr der Ringe, wie Gandalf als Gandalf der Weiße wiederkommt. Wir die ganze Zeit denken und auch geweint haben dafür, dass er gestorben ist, da in Moria. Und dann wieder auftaucht und wir, das war so ein hochemotionales Ding für mich gewesen, als ich das gelesen habe. Der Film macht das auch ganz gut, aber das Buch ist einfach mein erstes Erleben damit und wird nie erreicht werden, so in der Form, in der Emotionalität. Und auch in einem Alter, wo das für mich noch nicht so selbstverständlich war, dass man welche filmischen Mittel oder welche schriftstellerischen Mittel man benutzt und so weiter. Ich fand es ganz toll.
Florian Bayer: Ah, cool. Ich hatte als anderer Menschen Friedhof der Kuscheltiere.
Johannes Franke: Ach.
Florian Bayer: Eine der besseren Stephen King-Verfilmungen. Oh, eigentlich eine klassische Zombie-Thematik, aber die Zombies in diesem Film sind nicht so einfach nur geistlose Zombies, die Fleisch fressen wollen, sondern es sind eher die düstere, böse Seite der Menschen, die mit ihnen zurückkommen. Das ist ganz interessant. Ich habe den Film nie gesehen.
Johannes Franke: Sind das Kuscheltiere?
Florian Bayer: Nein, nein. Friedhof der Kuscheltiere ist eine sau dumme Übersetzung. Pet Sematary heißt es im Original, ist einfach der Tierfriedhof. Und ich weiß nicht, welcher Verlag auf die Idee gekommen ist, dem deutschen Titel dann das Kuschel anzuhängen.
Johannes Franke: Super seltsam.
Florian Bayer: Aber es ist ein total ikonischer Titel geworden.
Johannes Franke: Ja, seltsam. Na gut, okay.
Florian Bayer: Und The Returned, eine Serie, deswegen nur als honorable mention. Und zwar gibt es davon, glaube ich, auch ein amerikanisches Remake. Ich wollte aber tatsächlich das französische Original oder belgische Original aus dem Jahre 2004 empfehlen. Das ist eine ganz interessante Serie, wo Tote zurückkommen und wieder bei den Lebenden sind. die Toten einfach nochmal mit den Lebenden interagieren. Aber für alle ist es natürlich voll die krasse Situation, dass Menschen, die teilweise 5 Jahre, teilweise 10 Jahre, teilweise 50 Jahre tot sind, plötzlich wieder vor ihnen stehen.
Johannes Franke: Ich glaube, die habe ich gesehen. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich die so gut fand, aber interessant. Vielleicht gucke ich mir die mal wieder an. Wie heißt sie?
Florian Bayer: The Return. The Revenance. Aber wie gesagt, es gibt auch ein amerikanisches Remake, das ich nicht gesehen habe.
Johannes Franke: Okay. Na gut. Ich habe auf Platz 1 Soul. Den haben wir auch gesprochen. Sehr schön,
Florian Bayer: ja.
Johannes Franke: Und der ist ein Jazzpianist, der, also ist von Disney, beziehungsweise Pixar, ich weiß nicht. Disney Pixar, glaube ich. Disney Pixar. Und Jazzpianist, der stirbt kurz bevor er den großen Durchbruch als Jazzpianist haben könnte. Und sein Geist landet in einem Davor-Land, also vor dem Leben, kurz davor. Und dann müsste er eigentlich auf diese Treppe, um nach oben zu kommen, in das... danach landet oder sowas und er weigert sich aber. Er will zurück, weil er will ja seinen Durchbruch. Und dann kriegt das irgendwie hin, mithilfe eines anderen Geistes, der da irgendwie eigentlich auf die Erde müsste, ihm da irgendwie die Möglichkeit abzuschwatzen, wieder auf die Erde zu kommen. Ich finde den Film so gut, weil er Jazz so gut visualisiert und so schön auch nutzt und die Musik ist toll, Jean-Baptiste und Nur empfehlenswert. Eine absolute Sehempfehlung eines neueren Disney-Films von 2020.
Florian Bayer: Ja, es war wirklich ein interessanter Film. Ich war nicht so euphorisch diesem Film gegenüber wie du.
Johannes Franke: Ich bin total euphorisch.
Florian Bayer: Aber er war auf jeden Fall interessant und ich mag es ja, wenn Disney, Pixar so erwachsene Themen aufgreifen. Und das ist wahrscheinlich so der erwachsenste von diesen Filmen. Also nicht nur, weil ein erwachsener Protagonist ist, sondern auch, weil es einfach um erwachsene Themen geht.
Johannes Franke: Ja, Tod und ja, was man in seinem Leben noch alles machen will und welche Chancen man bekommt und wie man die nutzt und so und wie man in so einem Leben stuck sein kann, obwohl man mal was anderes machen wollte damit und so. Ich finde es total super gemacht.
Florian Bayer: Mein Platz 1, Moment. Das war dein Film, solltest du nicht den Platz 1 kriegen? Wir haben falschrum angefangen, oder? Normalerweise haben wir das doch immer so, dass der, der den Film vorschlägt,
Johannes Franke: endet. Oh nein.
Florian Bayer: Damn. Nein, wir müssen die ganze Folge nochmal neu aufnehmen. Scheiße. Mann, jetzt haben wir es wirklich geschafft. 90 Minuten alles perfekt zu machen, jetzt haben wir diesen blöden Fehler drin.
Johannes Franke: Ja, jetzt müssen wir aber nochmal.
Florian Bayer: Komplett von vorne wieder. Gut, okay. Ich drücke drauf. Einfach löschen.
Johannes Franke: Einfach löschen, okay, gut.
Florian Bayer: Mein Platz 1, The Fountain von... Darren Aronofsky, wahrscheinlich der radikalste Darren Aronofsky Film.
Johannes Franke: Wir sind jetzt übrigens wieder an der Stelle, wo wir vorhin aufgehört haben und das wieder auf neue Augen gefangen haben aufzunehmen. Ist dir das aufgefallen?
Florian Bayer: Ja, und wir haben den Seinfühler wieder gemacht. Jetzt lassen wir es aber drinnen. Ja,
Johannes Franke: nicht nochmal. Wir sind in eine Zeitschleife gefallen. Genau, Zeitschleife passt zu diesem Film. Der hat auch sowas. zeitschleifiges, ehrlich gesagt habe ich bis heute nicht ganz verstanden,
Florian Bayer: worum es geht. Was mit Wiedergeburt zu tun. Darren Aronofsky, der ja wirklich, wie wir wissen, kein ambitionsloser Regisseur ist, also Requiem for Dream, Black Swan, er hat auch irgendwann mal die Arsche Noah verfilmt. Und The Whale war sein letzter Film, glaube ich. Darren Aronofsky dreht einen epischen Science-Fiction-Film, der sich über drei Zeit... Perioden hinweg. Zieht so ein bisschen der Cloud Atlas von Darren Aronofsky. Und es geht um darum, Tote wiederzubeleben. Und vor allem im Mittelpunkt steht einer, der versucht, seine Frau wiederzubeleben. In Form eines Baumes auf einem Planeten, der durchs Weltall schwebt. Ich habe diesen Film nicht ganz verstanden. Aber es ist ein total faszinierender, spannender Film, der sich sehr viel mit Tod und Wiedergeburt auseinandersetzt.
Johannes Franke: Ich habe dir auch scheinbar schon nicht mehr zugehört, seit du gesagt hast, dass er die Noah für Arche Noah verfilmt hat.
Florian Bayer: Hast du nicht? Noah von Aronofsky gesehen?
Johannes Franke: Habe ich nicht gesehen. In meinem Kopf ist das einfach nur ein Schiff, das die ganze Zeit mit ganz vielen Tieren drauf in der Gegend rumfährt. Und irgendwo auf einer Insel hinten stehen zwei Dinosaurier und der eine sagt zum anderen, oh, das war heute. Das ist alles, was ich davon im Kopf habe.
Florian Bayer: Ja, das ist in Ordnung. Das reicht. Ich habe das ganze christliche Erziehungsprogramm und ich habe diesen Film gesehen. Aber das würde jetzt zu weit wegführen vom Thema.
Johannes Franke: Okay. Das war unsere Top 3, oder?
Florian Bayer: Ja, das war unsere Top 3 und ich glaube, wir kommen zu einem...
Johannes Franke: Das Urteil. Wow. Einem Urteil.
Florian Bayer: Ja, ich bin so gespannt, aber wir haben es ja schon so ein bisschen gespottet. Ja,
Johannes Franke: wir haben es schon, wir wissen doch alle schon Bescheid. Wir können schon abschalten, alles in Ordnung. Lasst uns, nächste Woche sehen wir uns wieder. Ne, bloß sag mal noch.
Florian Bayer: Ja, erstaunlicherweise scheinen wir die einzigen zwei Menschen auf dieser Welt zu sein, die diesen Film mögen.
Johannes Franke: Das ist so schade, warum, warum? Ich liebe diesen... Opernansatz. Ich finde es großartig, einfach eine postapokalyptische Atmosphäre zu schaffen und zu sagen, das ist kein realistischer Film. Ihr müsst euch jetzt einfach darauf einlassen und wir haben vielleicht eine sehr billige Moral, aber es ist halt so.
Florian Bayer: Ich glaube, Joel Schumachers Ruf spielt dabei tatsächlich eine große Rolle. Ich glaube, vieles, was Joel Schumacher gemacht hat, wird retrospektiv wegen seiner schlechten Batman-Filme vor allem nochmal deutlich härter ins Gericht genommen.
Johannes Franke: Wegen eines schlechten Batman-Films. Du findest den anderen ja toll.
Florian Bayer: Also, Schumacher hat auch noch ein paar andere Stinker gedreht.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber in den 80ern und Anfang der 90er hat er echt einen guten Lauf. Und Flatliners gehört dazu. Das ist ein absolut sehenswerter Film, ihr blöden Filmsnobster draußen. Guckt ihn euch an.
Johannes Franke: Ich habe zwischendurch fast ein bisschen an Brasil denken müssen. Okay, soweit würde ich jetzt nicht. Zu viel des Guten. Okay, ich rute wieder zurück.
Florian Bayer: Aber es ist ein sehenswerter Film.
Johannes Franke: Nein, ich fand tatsächlich, dadurch, dass er am Anfang so diese Statuen zeigt und so diese Musik da aufbeschwört und so, da fand ich schon, dass er so einen Ansatz gehabt hat und dass ich das absolut würdigen kann, diesen Größenwahn, der da ein bisschen drinsteckt.
Florian Bayer: Ihm geht halt jede Form von Ironie ab. Also Brazil hat die ganze Zeit die Ironie im Pathos stecken und Brazil hat eine wirklich komplexe Story mit ambivalenten Charakteren. Ich glaube, man sollte ihn nicht mit Brazil vergleichen. Das tut ihm nicht gut. Aber es ist wirklich ein sehenswerter Film. Ja, absolut. Guckt ihn euch nochmal an. Vielleicht haben wir euch ja auf den Geschmack gebracht und vielleicht könnt ihr auch eure Haltung zu Schumacher und zu diesem Film nochmal überdenken.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Halloween ist vorbei!
Johannes Franke: Halloween ist vorbei, oh mein Gott! Wir haben es geschafft. Ich habe es geschafft. Ich habe es durchgestanden. Floor hat mir seine fünf fucking Filme, naja, ich war auch beteiligt, gegeben. Ich habe sie überstanden. Letzte Woche war echt hart. Diese Woche war wieder ein bisschen in meine Richtung. Jetzt habe ich wieder ein Jahr lang Ruhe.
Florian Bayer: Wir haben einen ganzen Monat Horror überstanden. Und wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes gebe, was nichts mehr mit Horror zu tun hat,
Johannes Franke: dann wartet noch einen Moment, hört euch noch mal den Jingle an. Diesmal ohne irgendwelche spookige Klänge, sondern endlich wieder einen ganz normalen Endjingle.
Florian Bayer: In den November hinein. Jetzt kommen wir so in den Herbst.
Johannes Franke: Und dann kommt der Dezember, wo Flor mir anfängt, irgendwelche Weihnachtsfilme zu geben. Nein,
Florian Bayer: im Dezember kriegen wir Weihnachtsfilme vom Publikum. Wir haben auch schon alle zusammen. Dezember, Leute, wird... euer Monat. Wir hatten ein, zwei Mal, ihr habt es vielleicht mitgekriegt, also zumindest die regelmäßigen Hörer, hatten wir eine Aufforderung am Anfang unseres Podcasts, uns Weihnachtsfilme zu schicken. Ihr könnt jetzt damit aufhören.
Johannes Franke: Wir sammeln ja auch für nächstes Jahr noch.
Florian Bayer: Ja, aber es gibt offensichtlich auch nicht so viele gute Weihnachtsfilme. Wir haben einige gekriegt, aber teilweise wurden uns Sachen geschickt, die wir schon besprochen haben.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Deswegen ist es ein bisschen schwierig. Aber ja, wir hangeln uns von Weihnachten zu Weihnachten und irgendwann müssen wir halt verzweifelte Versuche unternehmen.
Florian Bayer: Und dieses Weihnachten wird komplett euer Weihnachten. Eure Publikumswünsche, eure liebsten Weihnachtsfilme, die besten Weihnachtsfilme aller Zeiten. Aber das dauert jetzt noch ein bisschen. Jetzt kommt erstmal der kalte November und dann gucken wir ein paar Herbstfilme.
Johannes Franke: Der kalte November. In welche Richtung hast du das jetzt gezogen? Keine Ahnung. Also, wir machen den Jingle und dann hören wir uns an, was Flo zu sagen hat. Tschüss. Tschüss.
Florian Bayer: So.
Johannes Franke: Na?
Florian Bayer: Der Horrormonat ist vorbei. Das heißt, ich muss irgendwie andere Möglichkeiten finden, dich zu quälen.
Johannes Franke: Was? Aber wir haben doch, du hast mich jetzt einen Monat lang gequält. Du musst mich nicht unbedingt jetzt noch, also du wirst mich ja auch im Dezember quälen mit irgendeinem Weihnachtszeug. Beziehungsweise ihr da draußen wahrscheinlich, weil wir ja eure Filme nehmen zu Weihnachten.
Florian Bayer: Wo warst du nochmal? Du warst irgendwo im Südosten Europas, hast du gesagt, Rumänien, Bulgarien.
Johannes Franke: Bulgarien.
Florian Bayer: Wir gehen nach Ungarn.
Johannes Franke: Oh.
Florian Bayer: Ins Ungarn des Jahres 2000. Und ich geb dir Kunstkacke auf.
Johannes Franke: Kunstkacke?
Florian Bayer: Tut mir jetzt schon leid.
Johannes Franke: Aber Kunstkacke gab's doch nur in den 50er, 60ern, 20ern und 70ern.
Florian Bayer: Bilatar hat 1994 einen Film gedreht, der heißt Satans Tango. Ja,
Johannes Franke: aber den gibt's schon mehr nicht.
Florian Bayer: Der dauert 450 Minuten. Und hat... Hat drei Einstellungen geführt.
Johannes Franke: Oh, fuck, okay. Aber den gibst du mir.
Florian Bayer: Nee, das ist ein bisschen zu hart. Und das ist, glaube ich, mir auch ein bisschen zu hart. Da habe ich mich einmal durchgequält. Und es ist Arbeit. Es ist kein Vergnügen, was wir nächste Woche machen. Nee, mein Lieblingsfilm von ihm, der hat einige interessante Filme gemacht. Und die Filme sind alle schwierig und schwarz-weiß und relativ langsam erzählt. Ich glaube, Werkmeister Harmoniak aus dem Jahr 2000. Sind auch zwei Stunden. Ist aber... Sein zugänglichster Film? Vielleicht?
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Also wir reden hier von 100, es sind ein bisschen mehr als zwei Stunden, 145 Minuten, 39 Einstellungen, sagt mir Wikipedia. Fühlt sich aber gar nicht so krass an.
Johannes Franke: 39 Einstellungen auf mehr als zwei Stunden.
Florian Bayer: Es sind lange Einstellungen.
Johannes Franke: Oh mein Gott.
Florian Bayer: Und es ist in Schwarz-Weiß und es ist ein Brocken. Also ich kann es nicht anders sagen, das ist ein Prognos, aber es ist ein Erlebnis. Und ich glaube, man muss in seinem Leben mindestens einen Film von Bela Tarr gesehen haben.
Johannes Franke: Okay, sollen wir vielleicht den Zuschauern was völlig anderes erzählen, damit sie auch einschalten nächste Woche? Wir machen einen wundervoll bunten...
Florian Bayer: Eine Sexkomödie. Ein
Johannes Franke: Tanzfilm, Sexkomödie von Tarantino.
Florian Bayer: Mit Mike Brooks in der Hauptrolle.
Johannes Franke: Genau, okay.
Florian Bayer: Das will niemand sehen.
Johannes Franke: Scheiße. Schaltet nächste Woche wieder ein, wenn wir den fröhlichsten Film der Weltgeschichte besprechen.
Florian Bayer: Werkmeister Harmoniak von Belatar.
Johannes Franke: Ach Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Okay, bis dahin. Ciao. Ciao. Schöne Woche euch. Kommt gut durch den Film durch. Bis dann. Ich hab Angst, Floor. Floor, ich hab Angst. Warum gibst du mir das?
