Episode 270: Publikumswunsch – Das Fünfte Element
Alle 5000 Jahre muss die Erde sich gegen das pure Böse verteidigen. Und nein, es geht nicht um die Epstein Gang.
Das Böse in „Das Fünfte Element“ ist ein riesiger schwarzer Ball, der durchs All irrt. Damit es die Erde nicht platt macht, braucht es die vier Elemente und ein geheimnisvolles Fünftes, das rituell das Böse bannt.
Dieses fünfte Element ist nun, da wieder das Böse vor der Tür steht, dringend von Nöten. In Form einer halbnackten Frau. Nur von Kostüm gewordenen Zensurbalken bedeckt, irrt das fünfte Element durch das New York der 2260er Jahre.
Mit Hilfe eines Priesters und eines Taxifahrers findet sie die vier Steine die die Elemente darstellen sollen und kann mit Hilfe der Liebe des verdammt nach Actionheld aussehenden Taxifahrers das uralte Ritual vollenden um das Böse für weitere 5000 Jahre zu bannen.
Soweit die Geschichte. Viel interessanter ist aber vielleicht die Darreichungsform. In teils wunderbar bekloppten Szenen hangelt er sich mit extrem viel Spaß von Plothole zu Plothole. Quietschbunt, laut und voller Selbstironie.
Plor, du hast mal Spaceballs als das bessere Star Wars bezeichnet. Wo ordnest du denn das fünfte Element dort ein?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 270: Publikumswunsch – Das Fünfte Element Publishing Date: 2026-03-04T08:17:24+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/03/04/episode-270-publikumswunsch-das-fuenfte-element/
Johannes Franke: Also irgendjemand hat diese Maschine gebaut und hat gesagt, das ist die Kleidung, die das, was auch immer aus dieser Maschine rauskommt. Ja, ja, Zensurbalken. Stell dir mal vor, da hätte jetzt ein 40-jähriger Mann gelegen und die haben alle mit einem Mann gerechnet. Herzlich willkommen hier zurück in meiner Küche, Floa. Mit euren beiden Lieblings-Podcastern, mit den sehr jung anmutenden Stimmen. Du hast wieder im Internet nachgelesen, was soll das denn? Herzlich willkommen, Johannes. Herzlich willkommen, liebes Publikum. Nein, ich habe nachgelesen bei dem, von dem wir den Publikumswunsch haben für heute. Ach so,
Florian Bayer: ja, ja.
Johannes Franke: Und der hat geschrieben, ich hatte euch neulich schon wegen eurer sehr jung anmutenden Stimmen auf TikTok geschrieben und... Martin, vielen Dank. Das hat meinen Tag gerettet. Ja,
Florian Bayer: ja. Vielen Dank, Martin. Floor glowt richtig.
Johannes Franke: Ich fühle mich mindestens 20 Jahre jünger. Also schön. Wie Mitte 20.
Florian Bayer: Oh nein. Fuck. Okay. Mitte 20, wie wir uns nie wieder fühlen wollten. Wir haben aber nicht nur Martin als Wunschkandidat für diese Episode, sondern es gab noch jemanden anders.
Johannes Franke: Miriam. Die hat sich den Film nämlich auch gewünscht, über den wir heute reden wollen. Also gleich zweimal der gleiche Film.
Florian Bayer: Es gibt immer mal wieder Leute, die das Gleiche wünschen und ein bisschen versuchen wir auch das nach vorne zu holen, damit mehr Leute zufrieden sind, oder?
Johannes Franke: Genau und wir können gleich zwei Publikumswünsche in einer Episode abarbeiten, was auch ein ganz guter Nebeneffekt ist. Wir reden heute über das fünfte Element aus dem Jahre 1997 von Luc Besson.
Florian Bayer: Ja, wir haben noch gar keinen Luc Besson Film gehabt.
Johannes Franke: Was echt irgendwie schräg ist, weil ich weiß, wir mögen beide Leon, der Profi. Ich glaube, den haben wir auch damals zu WG-Zeiten zusammen geguckt.
Florian Bayer: Es könnte vielleicht auch daran liegen, dass wir jetzt in der Recherche so ein bisschen feststellen mussten, dass Luc Besson auch ein kleines bisschen problematisch sein könnte.
Johannes Franke: Definitiv.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und ein etwas schräger Vogel, der übrigens, wir haben letzte Woche über die Passion der Johanna von Orléans geredet, der... auch mit Milla Jovovic, zwei Jahre später, 1999, eben auch einen Jean-Darc-Film gemacht hat, den ich nicht gesehen habe.
Florian Bayer: Tja, aber wieso? Du hast doch für die Episode ganz viel Jean-Darc reingeschaut.
Johannes Franke: Ja,
Florian Bayer: aber da habe ich... Da hast du nicht reingeschaut? Nein, nein, das hat mich nicht interessiert. Du siehst, Luc Besson hat einen Jean-Darc-Film gemacht. Nee,
Johannes Franke: für Jean-Darc habe ich gar keine anderen Filme recherchiert. Ach so. Bei Titanic habe ich in diverse, verschiedene Titanic-Verfilmungen reingeschaut. Und bei Jean-Darc haben wir dann irgendwie schon wirklich lange über den Film geredet. Und dann war es so, okay, es war so ein Brocken Recherche und dann dachte ich, jetzt noch einen Haufen Jeanne-D'Arc-Filme gucken? Nee,
Florian Bayer: wirklich nicht. Wir können gerne reinsteigen. Ich kann euch einmal kurz erzählen, weil ihr den Film ja nicht gerade gestern gesehen habt, worum es in das fünfte Element geht und dann können wir direkt in die Diskussion einsteigen. Ich bin sehr gespannt, wie du den Film fandest, Florian. Ich bin auch gespannt, wie du ihn fandest. Bisschen aufregend bin ich.
Johannes Franke: Es ist immer aufregend, wenn es ein Film ist, den keiner von uns beiden vorgeschlagen hat.
Florian Bayer: Okay, also alle 5000 Jahre. muss die Erde sich gegen das pure Böse verteidigen. Und nein, es geht nicht um die Epstein-Gang. Kleiner politischer Witz an der Hand. Das Böse in Das Fünfte Element ist ein riesiger schwarzer Ball, der durchs All irrt. Damit es die Erde nicht platt macht, braucht es die vier Elemente und ein geheimnisvolles Fünftes, das Rituell Das Böse Band. Dieses fünfte Element ist nun, da wieder das Böse vor der Tür steht, dringend vonnöten. nackten Frau nur von kostümgewordenen Zensurbalken bedeckt, irrt das fünfte Element durch das New York der 2260er Jahre. Mithilfe eines Priesters und eines Taxifahrers findet sie die vier Steine, die die Elemente darstellen sollen und kann mithilfe der Liebe des verdammt nach Actionheld aussehenden Taxifahrers das uralte Ritual vollenden, um das Böse für weitere 5000 Jahre zu bannen. Soweit die Geschichte. Viel interessanter ist aber vielleicht die Darreichungsform. In teils wunderbar bekloppten Szenen hangelt er sich mit extrem viel Spaß von Plothole zu Plothole. Quietschbunt, laut und voller Selbstironie. Plor, du hast mal Spaceballs als das bessere Star Wars bezeichnet. Wo ordnest du denn das fünfte Element ein? Also das fünfte Element ist wahrscheinlich das bessere Star Wars Episode 1.
Johannes Franke: Wo wir Anfang der Neunziger Wo wir Ende der Neunziger sind. Und wo Star Wars Episode 1 ja so ein bisschen in den Startlöchern liegt. 1999 sollte der veröffentlicht werden. Und es hat mich sehr viel von Das Fünfte Element an Star Wars Episode I erinnert und umgekehrt. Also ich habe beide im Kino gesehen, deswegen war es tatsächlich so, bei Star Wars Episode I habe ich mich dann wieder an diesen Film erinnert gefühlt. Und zwar zum einen, was du gesagt hast, was Und laut und schrill betrifft, aber auch was komplett overblown, konfuses Story betrifft. Wo du dann irgendwann das Gefühl hast, okay, ihr habt jetzt zehn Rundungen durchgemacht und es ist so überflüssig. Weil im Kern ist es ja so eine simple Geschichte und am Schluss ist die Liebe die Antwort. Dass du dich fragst, war das wirklich notwendig, dass ihr da noch so viel Politik reinpackt? Ich vergesse die Story, während ich den Film gucke. Natürlich. Ich vergesse nochmal... wie die jetzt miteinander zusammenhängen, weil das ja auch teilweise so krasse Zufälle sind und der Film auf so viele Randomness setzt. So Gott sei Dank ist der jetzt noch, wie ist der jetzt plötzlich da hingekommen und wie konnte das jetzt so passieren und warum muss er jetzt unbedingt auch noch Ex-Militär sein, dass du irgendwann sagst, okay, ich gebe auf, gib mir Bilder.
Florian Bayer: Also Ex-Militär muss er sein, weil er Bruce Willis ist, das ist klar. Also Bruce Willis kann keinen Film spielen, in dem er nicht Ex-Militär oder Actionheld in einer anderen Form ist. Und was war das andere? Konfuses, was hattest du gesagt?
Johannes Franke: Konfuse Plots, die nicht wirklich erzählt werden und vor allem Zusammenhänge, die extrem darauf setzen, dass da glückliche Zufälle passieren.
Florian Bayer: Glückliche Zufälle, genau. Ich hab's schon wieder vergessen.
Johannes Franke: Genau das meine ich. Genau das meine ich. Also allein schon diese Sache. Jetzt muss ich das zusammensammeln. Wirklich, ich kram jetzt in der Story drin rum. Bruce Wills, also pass auf, dass die Militärs ihn dieses Preisausschreiben gewinnen lassen, damit er diese Mission antreten kann. Echt jetzt? Kann er nicht einfach die Mission antreten? Aber dass gleichzeitig offensichtlich der Priester zehn verschiedene Sachen überwacht, um herauszufinden, wer irgendein Preisausschreiben gewonnen hat. Um dann hinzugehen. Weil er geht ja... Bruce, er zieht ja Bruce Willis da eigentlich nur nochmal rein, weil er mitgekriegt hat, dass er dieses Preisausschreiben gewonnen hat. Was für ein glücklicher Zufall.
Florian Bayer: Ich finde, die logische Fortführung findet sich im Film selbst, nämlich, dass der Bösewicht mit dem Helden nicht ein einziges Mal zusammentrifft und dass sie völlig unabhängig voneinander Abenteuer erleben quasi.
Johannes Franke: Mit beiden Helden, ne? Weder Lilo noch Corbin Dulles haben irgendwie Kontakt zu diesem absolut übertriebenen Comic. Lugbösewicht von Gary Oldman.
Florian Bayer: Ganz stimmt, Lilo darf einmal auf ihn schießen oder so. Ja, ich bitte dich. Er darf auf sie schießen oben in den Schacht, aber mehr ist da nicht.
Johannes Franke: Den einzigen Link, den es wirklich gibt von Bösewicht zu unseren Guten, ist halt dieses eine Gespräch mit Bilbo Beutlin.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Und das war es auch schon.
Florian Bayer: Der hat einen Namen, der Schauspieler. Ihren Namen.
Johannes Franke: Entschuldigung. Ansonsten ist es, also Lugbesson war, als er das Szenario entworfen hat, 16.
Florian Bayer: Ja, und das sieht man.
Johannes Franke: Dieser Film ist extrem holprig von der Erzählung, von der Art, wie die Welt gestaltet ist, von der Art, wie gut und böse gestaltet ist und wie Zusammenhänge erklärt und nicht aufgelöst werden. Es ist ein Werk von einem
Florian Bayer: 16-Jährigen. Aber darf ich kurz einwerfen, ich weiß nicht, wie du dazu stehst, aber ich kaufe das alles trotzdem. Also ich kann da mit ganz viel Kritik reingehen und ganz sagen, okay, alles aus dem Kopf eines 16-Jährigen entsprungen, aber ich finde es mega geil. I love it.
Johannes Franke: Dieser Film ist ein absolut unterschätztes Meisterwerk. Und dieser Film kriegt so viel Shit ab. Und wenn man mal drauf guckt, welche Leute über diesen Film reden und schreiben. Und der scheint ja so das liebste Guilty Pleasure von allen Filmkritikern zu sein. Der Film war nominiert für Golden Raspberries. Und alle scheinen irgendwie so ihren Shit abzuladen. Und ich denke nur, nein, scheiße Mann, das ist ein extrem guter Film.
Florian Bayer: Absolut großartig.
Johannes Franke: Ich hatte so viel Spaß bei diesem Film. Das ist so die beste Art, wie man Popcorn-Kino komplett drüber inszenieren kann.
Florian Bayer: Ich meine, wir können natürlich ganz viel über Milla Jojovic und ihre Darstellung und Born Sexy Yesterday und diese ganzen Sachen. Das können wir alles besprechen. Aber drüber steht immer noch geiler Film.
Johannes Franke: Wenn man ein Lebewesen klont aus diesen Daten von Außerirdischen. Woher kommt das Nagelstudio?
Florian Bayer: Das Nagelstudio war von Bord. Der Raum war nicht rein, sodass dann noch DNA von anderen Sachen mit reingebaut und geworfen wurden. Da hat die Putzfrau nicht richtig aufgepasst.
Johannes Franke: Warum? Wer? Also irgendjemand hat diese Maschine gebaut und hat gesagt, das ist die Kleidung, die das, was auch immer aus dieser Maschine rauskommt. Ja,
Florian Bayer: ja, Zensurbalken.
Johannes Franke: Stell dir mal vor, da hätte jetzt ein 40-jähriger Mann gelegen. Und die haben alle mit einem Mann gerechnet. Als sie anfangen, das Ding zu klonen, sagen sie alle, da kommt jetzt ein Kerl raus. Und die wollten einen Kerl so anziehen.
Florian Bayer: Ja, ich meine, die haben ja... Guck dir den Typen an, der das macht. Der Wissenschaftler. Der ist doch großartig. Dem hätte ich es gewünscht, dass da ein schöner Gay-Typ rauskommt.
Johannes Franke: Ja, auf jeden Fall. Wobei, also ich meine, sie ist ja offensichtlich... Sie ist so... hyper sexy, das vollkommen egal ist, ob du schwul oder hetero oder sonst was bist. Du siehst sie an und bist komplett gefangen. Und das wird ja von Anfang an erzählt. Alle starren sie an.
Florian Bayer: Das ist ja auch in dieser Welt nichts Ungewöhnliches, wenn wir uns Ruby anschauen.
Johannes Franke: Absolut. Das ist eine komplett sexualisierte Welt. Und Ruby, man könnte sagen, es ist der Jar Jar Binks dieses Films. Das fände ich aber total gemein. Jar Jar Binks gegenüber? Nein, weil Ruby ist purer Sex und der ist einfach nur geil.
Florian Bayer: Ja, ja, ja.
Johannes Franke: Also natürlich würde ich es mit diesem Typen keine zwei Minuten in einem Zimmer aushalten und wenn es den in echt gäbe, hätte ich wirklich Mordfantasien.
Florian Bayer: Das Ding ist, er ist Podcaster und wir sind vielleicht die Entsprechung.
Johannes Franke: Jesus Christ, ja, es ist so, er ist Influencer. Ja,
Florian Bayer: natürlich.
Johannes Franke: Und er hat auch so seine Leute dabei, seine Crew, mit der er umherzieht. Das ist visionär. Das ist 20 Jahre in die Zukunft geblickt.
Florian Bayer: Ja, und ich frage mich, warum ich seine Kleider nicht anhabe.
Johannes Franke: Weil du dir Jean-Paul Gaultier nicht leisten kannst, mein Lieber. Stimmt,
Florian Bayer: ich kann ihn mir nicht leisten. Ja, okay, okay.
Johannes Franke: Okay, wir müssen hier irgendwie Ordnung reinkriegen in dieses Chaos.
Florian Bayer: Nein, nein, wir haben diesen Film vor uns. Wir können auch keine Ordnung hier reinbringen.
Johannes Franke: Haken wir einmal ab, dass wir beide offensichtlich begeistert sind. Was mich total glücklich macht, schon mal, um das gleich vorweg zu sagen.
Florian Bayer: Ich möchte dir von Anfang an sagen, dass ich das geil finde. Vor allem auch, weil ich, und ich freue mich, dass du es toll findest. Deswegen, ich sehe wahnsinnig harte Parallelen zu Doctor Who. Ich liebe es.
Johannes Franke: Ich bin ja kein Dr. Who-Fan. Das ist halt das Geile. Deswegen muss ich jetzt was anderes sagen. Ja,
Florian Bayer: ich bin sehr gespannt.
Johannes Franke: Naja, Dr. Who ist zu britisch, um damit... Das ist viel zu amerikanisch. Zu amerikanisch. Nicht zu französisch. Also es hat natürlich auch sehr viel Französisches drin. Ja, ja. Aber ich bitte dich, die Briten sind alle verklemmte Spießer im Vergleich zu dem, was da passiert. Natürlich. Dr. Who ist ein verklemmter Spießer im Vergleich zu dem, was hier passiert.
Florian Bayer: Aber guck dir die Monster an. Die sind doch alle Dr. Dr. Who, das ist doch alles. Da haben da Leute gestanden und haben sich so, das gab es in einem Sketch irgendwann mal, Bubble Wrap Folie angeschaut und gesagt, wir müssen fünf verschiedene Monster daraus machen. Wie schaffen wir das? Genau so sieht das aus im Film.
Johannes Franke: Naja, das Ding ist aber auch, Dr. Who ist natürlich auch so ein Mash-Up und Dr. Who ist ganz extrem inspiriert von Science-Fiction-Bildern und Tropes der letzten 50 Jahre.
Florian Bayer: Und das ist dieser Film halt auch.
Johannes Franke: Und das ist vor allem Jean-Guy Giraud, unser Möbius, der große Comiczeichner, den Luc Besson auch extra... zur Hilfe genommen hat.
Florian Bayer: Du versuchst schon wieder Ordnung reinzubringen. Du willst jetzt am Anfang der Stimmungsgeschichte des Films anfangen. Nein, nein, nein,
Johannes Franke: lass uns Zeug reinwerfen. Die Aliens. Also sie sind Lebewesen, aber sie sehen aus wie fucking Roboter. Also die guten Aliens.
Florian Bayer: Die guten. Die sind großartig, vor allem weil die so eine interessante Langsamkeit haben.
Johannes Franke: Ja, aber was sind das für Wesen? Also sie sind so ein bisschen, ich musste ganz stark an so Mythologie denken, so wie man sich teilweise so Titanen vorstellt. Also irgendwie so Vorgötter.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: Kreativ. Literaturen, die genau diese Behäbigkeit haben und die keine großen Skills haben, außer halt da rumzulaufen und Prophezeiungen zu erfüllen.
Florian Bayer: Und die kommen halt alle 5000 Jahre und sagen, alles noch in Ordnung, hier sind die vier Elemente und das Fünfte da so, bastelt es euch mal, alles in Ordnung, patzen doch mal auf den Kopf und dann hauen sie wieder ab.
Johannes Franke: Aber warum sehen sie aus, als ob sie gebaut worden wären? Ist das so ein Kreationismus? Ist der Film ein kreationistischer Film?
Florian Bayer: Ich sag dir, es... die Menschen in der Zukunft haben diese Roboter erfunden und sie in die Vergangenheit geschickt, um ihre Menschheitsgeschichte zu retten.
Johannes Franke: Das alles wird erzählt in das fünfte Element Teil 2, der nie gedreht werden wird.
Florian Bayer: Genau. Ach Gott, hier werden richtig Fanfiction-Elemente.
Johannes Franke: Aber das natürlich als großes Thema über diesen ganzen Film. Er entwirft eine Welt, zu der er extrem wenig erklärt. Und er lädt natürlich damit ein. Eigentlich müsste er einladen, Fanfiction zu machen.
Florian Bayer: Er ist Fanfiction. Er ist Fanfiction von Star Wars und Indiana Jones.
Johannes Franke: Von Blade Runner. Blade Runner wünsche ich auch noch. Blade Runner, ja, auf jeden Fall. Und das Geile ist, aber er erzählt ja komplett andere Sachen. Also es ist nicht das Star-Wars-Universum, sondern es ist irgendwie orientiert an unserer Welt, was wir hier sehen.
Florian Bayer: Ich sage dir, es ist das Star-Wars-Universum. Sonst wäre die Frisur von der einen Frau nicht erklärbar.
Johannes Franke: Sehr wahr.
Florian Bayer: Das sieht genauso aus wie Prinzessin Lea mit ihren Ohrenschützern.
Johannes Franke: Absolut. Es ist halt nicht in einer fantastischen Welt, sondern es ist in unserer Welt angesiedelt. Aber offensichtlich gibt es irgendwann, ich meine, ja, er spielt in der Zukunft, aber er spielt nicht so weit in der Zukunft, dass man dann nicht doch denken müsste, irgendwann muss es einen ganz komischen Turn gegeben haben und alles hat sich anders entwickelt.
Florian Bayer: Du bist schon wieder so chaotisch, bring doch mal ein bisschen Ordnung rein, das gibt es ja nicht.
Johannes Franke: Allein, dass diese Aliens da kommen. Diese Aliens sind ja offensichtlich irgendwie in Kontakt mit der Menschheit, aber trotzdem wirken sie wie so Fremdkörper, weil sie kommen, also diese alte Rasse, diese
Florian Bayer: Mondoshivan. Sag's besser. Nein, nein, nein, ich krieg's nicht besser hin, auf gar keinen Fall.
Johannes Franke: Es ist ja jetzt nicht so, dass die unter den Menschen leben oder so, sondern die kommen halt einmal mit ihrem Raumschiff vorbei, aber alle sagen so, ah hey, hey Leute.
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, das Böse wandert im All von einem Planeten zum anderen. Und ist dort immer derjenige, der sagt, so und jetzt bring ich euch alle um. Und diese Rasse, die Monochivan, die kommen immer... Stückchen vorher an und sage, hier habt ihr das Zeug.
Johannes Franke: Ja, bitte verkackt es diesmal nicht. Bitte verkackt es nicht. Die letzten drei Planetnamen, das verkackt. Und wollten wir einmal sagen, was für ein großartiges Creature-Design das Böse ist. Ein schwarzes Loch.
Florian Bayer: Vor allem ein schwarzes Loch. Und ich glaube, genau die richtige Entscheidung, weil die müssen natürlich überlegen, was können wir denn mit CGI in den 90ern? Was schaffen wir denn da überhaupt?
Johannes Franke: Alter, ich liebe diesen Film, aber das ist ja mal sowas von lame. Sie haben einfach eine schwarze Kugel, die sich der Erde nähert und ein bisschen leuchtet an der Peripherie.
Florian Bayer: Ich finde es total in Ordnung, weil man da alles drauf projizieren kann, was man so im Kopf hat. Das ist das pure Böse, das ist einfach nur schwarz und da kann man alles rein interpretieren, was man möchte.
Johannes Franke: Zerstörer der Welten. Warum haben wir dann unseren geiler Name Jean-Baptiste Emmanuel Sorg?
Florian Bayer: Den finde ich großartig.
Johannes Franke: Warum arbeitet er mit dem Zerstörer aller Welten zusammen, um Geld zu verdienen? Er kann das Geld nicht ausgeben, wenn die Welt zerstört wird. Was ist sein Masterplan? Er will ja offensichtlich Geld haben.
Florian Bayer: Ist das jetzt von Plothol zu Plothol?
Johannes Franke: Und warum zur Hölle? Sind es immer die absolut reichen Bösewichte? Und dann fragt man sich, okay, wie viele Milliarden willst du haben? Warum machst du den Scheiß? Du hast genug Geld. Du hast das Spiel durchgespielt. Du hast gewonnen. Setz dich zur Ruhe. Du musst nichts Böses mehr machen. Du bist scheißreich. Guck nach Amerika. Du weißt genau, warum. Nee, genau. Das ist genau derselbe Scheiße. Donald Trump. Okay. Aber Donald Trump will halt einfach ansehen und macht. Das ist nochmal was anderes. Das ist ein anderer Plan. Er will einfach nur Geld haben. Er bleibt die ganze Zeit im Hintergrund. Er ist kein Showman.
Florian Bayer: Ich finde, er hat das auch sehr gut... Er erklärt, warum er so ist, warum Zerstörung wirtschaftlich sinnvoll ist. Hast du das genauer angeschaut? Hast du mal reingeschaut, wo die Inspiration herkommt? Nee.
Johannes Franke: Woher kommt die Inspiration? Ich habe vor allem aufgeschrieben, also James Bond, Bösewicht auf Steroids. Und mit James Bond, Bösewichten ist genau dasselbe. Du fragst dich, also Leute, ihr habt Milliarden, um diesen Bunker zu bauen und diese Waffen und so weiter, um Milliarden von der Staatengemeinschaft zu erpressen. Also es ist irgendwie so. Ich glaube, das Return of Investment ist nicht sonderlich hoch dabei.
Florian Bayer: Das sind alles schlechte Kapitalisten, aber es sind Kapitalisten die Schweine.
Johannes Franke: Aber Sork ist ein guter Kapitalist, sagst du?
Florian Bayer: Es geht nämlich um das Broken Window Fallacy, also der Trugschluss des zerbrochenen Fensters. Und zwar aus dem Jahre 1850 vom Ökonomen Frederic Bastiat. Ich weiß keine Ahnung, wie man den ausspricht.
Johannes Franke: Nachdem du jetzt alle Franzosen auf dieser Welt beleidigt hast, dürft du mich einmal steigen.
Florian Bayer: Alles gut. Und zwar hat der die Geschichte erzählt von Leuten, die ein Fenster einschmeißen. Und da steht die Masse drumherum und sagt, ja, ist ja wirtschaftlich jetzt auch gar nicht so schlecht. Man muss ja jetzt sechs Frauen zum nächsten Typen tragen, der das Ganze wieder repariert. Und der kann dann wieder das Geld ausgeben. Also ist doch, das ist eine super Sache. Und genau das Gleiche erzählt ja unser Sog hier im Film. So und die Lösung der Parabel ist natürlich völliger Quatsch. Die sechs Frauen hätten sich ja auch ausgegeben, ohne das Fenster kaputt zu machen, nur eben für was Sinnvolles.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: So und also der Verlust auf der anderen Seite wird einfach ausgeklammert, nämlich dass man sich nichts anderes dafür leisten kann. Und ich finde, das ist eine gute und fast schon für diesen Film zu ernsthafte
Johannes Franke: Analogie. Aber selbst wenn du diesen kapitalistischen Idealismus siehst bei Sorg. Das Böse, was hier kommt, macht ja nicht ein Fenster kaputt, sondern das Böse wird die gesamte Welt und Menschheit ausrotten.
Florian Bayer: Umso mehr Leute können kommen und ach Moment, die sind ja dann nicht mehr da.
Johannes Franke: Wo sind deine fucking Konsumenten, wenn du mit deinem Plan durchgekommen bist? Sorg, wie kommuniziert Sorg mit dieser Entität? Hat die irgendwann mal angerufen? Hat die ihm irgendwann mal gesagt, du, ich brauche deine Hilfe, ich will die Erde vernichten? Und Sorg hat gesagt, klar, ich bin dabei.
Florian Bayer: Ja, ja, ja. Gibt es da nicht auch ein Telefonat? Es gibt ein Telefonat. Ja, natürlich, genau.
Johannes Franke: Aber es ist überhaupt nicht so ganz klar, ob das per Telepathie oder sonst wie funktioniert. Und dann greift das Wesen ihn ja auch an. Und dann blutet seine Stirn oder was auch immer da aus seinem Kopf rausläuft, was ihn auch so ein bisschen unmenschlich wirken lässt, weil sein Blut ist sehr dunkel dafür, dass es Blut sein soll.
Florian Bayer: Ja, ja, ja, ja. Es ist eher Schokolade. Hat der eine 0190er Nummer und damit ist Böse eigentlich gefangen und er ist eher derjenige, der die Strippen zieht?
Johannes Franke: Nee, weil er ist voll der Idiot. Er ist ja auch wirklich nicht gut in seinem bösen Masterplan. Nein,
Florian Bayer: das finde ich nicht.
Johannes Franke: Ganz am Anfang stirbt er fast, weil er eine Kirsche verschluckt. Er hat ein Fred-Feuerstein-Tier unter seinem Schreibtisch. Das ist wirklich Flintstones. Stimmt, das ist Flintstones. Wenn man so einen Elefanten unterm Schreibtisch hat, dann ist man bei den Flintstones gelandet.
Florian Bayer: Ganz toll. Ich finde es ganz toll. Ich finde vor allem eben wegen seiner schlechten Pläne ist er der beste Bösewicht, den man in dem Film haben kann. Er darf keinen guten Plan haben, weil die anderen haben ja auch keinen guten.
Johannes Franke: Er ist so planlos. Zum einen verscherzt er sich vollkommen mit den Einzigen, die für ihn arbeiten können, den Mangalores. Dann geht er auf dieses Schlachtschiff, nachdem das Ding eigentlich durch ist, weil er die Steine nicht gleich braucht. Er muss die Steine finden. Und er geht dann nochmal rein, nur um dann in die Luft gesprengt zu werden. Er ist der... unfähigste Bösewicht aller Zeiten.
Florian Bayer: Ich habe auch mich gefragt, in dem Moment, wo er dann neben der Bombe steht, was stehst du da? Warum bist du überhaupt hier? Was ist los?
Johannes Franke: Er ist so überflüssig. Also er ist ja auch, also ich meine, ja, er macht diesen, er organisiert diesen einen großen Überfall, wo die Opernsängerin umgebracht wird und wo die Schweine, die Mangalores, das Schiff überfallen.
Florian Bayer: Schweine? Hast du darin Schweine gesehen? Am ehesten? Ich habe eher so ein Nashörner ohne Horn gesehen.
Johannes Franke: Ich habe halt so generisches Star-Wars-Viech gesehen. Da finde ich übrigens, da ist Return of the Jedi. Wenn zum ersten Mal die, wenn nicht zum ersten Mal, zum einzigen Mal im Star-Wars-Universum groß bei Jabba the Hutt im Palast rumgelaufen wird. Da laufen sehr viele Viecher rum, die ähnlich aussehen. Und die hätten wunderbar in den Palast von Jabba the Hutt gepasst. Das hätten auch die Leibwächter von dem sein können. Ja, sie sind halt irgendwie, sie sind halt... Dick und aufgedunsen und irgendwie, man hat das Gefühl, sie riechen nicht besonders gut, wenn man sie sieht. Er verscherzt sich mit denen und das Einzige, was er wirklich als großen Bösewicht-Plot macht, ist, dass er die halt dahin schickt, um das Schiff zu überfallen. Da ist er nicht mal anwesend. Und er kommt, wenn die Action quasi vorbei ist, dann um Lilo zu jagen.
Florian Bayer: Und wir sind schon eigentlich am Ende auch auf deren Seite, oder? Weil die sind ja reingelegt worden von Sork. Absolut. Und man denkt sich, ah ja, jetzt können sie sich aber auch rächen.
Johannes Franke: Es ist auch ein cooler Bad-Ass-Moment, wenn der sagt, für die Ehre, und dann den Knopf drückt, um das Ding nochmal in die Luft zu sprengen. Aber man muss ihm zugestehen, er baut geile Waffen, ne?
Florian Bayer: Er baut geile Waffen und er weiß genau, wo er den geheimen Knopf verstecken muss.
Johannes Franke: Offensichtlich hat er schon geahnt, dass dieses Verhandlungsgespräch so schief läuft, dass er die in die Luft sprengen muss. Also nochmal, um nochmal zu zeigen, was für ein unfähiger Bösewicht er ist. Er wusste das. Er wusste, dass dieses Söldner, die er gerade anheuert, dass er die alle umbringen muss.
Florian Bayer: Das heißt aber wiederum, dass er fähig ist, seine eigene Unfähigkeit zu antizipieren.
Johannes Franke: Große Metaebene. Deswegen baut er ja auch so eine Waffe, die auf alles schießt, was einmal getroffen wurde. Was für ein geiles Waffenkonzept, Entschuldigung. Aber es ist einfach großartig, vor allem wie er das präsentiert und dann halt so auf sie hält und abballert und die Kugeln fliegen, diese wunderbaren Bogen. Wunderschön.
Florian Bayer: Es ist wirklich toll, weil die, das habe ich auch aufgeschrieben beim Gucken, so musst du eine Waffe etablieren. vergiss James Bond, der irgendeinen Kugelschreiber bekommt. So musst du eine Waffe etablieren. Großartig gemacht.
Johannes Franke: Absolut. Und die Waffe ist ja auch so überflüssig. Die hat so viele Scheißfunktionen, die kein Mensch braucht. Wenn du so eine Zielvorrichtung hast, dass du deine Gegner so abballern kannst, echt, jetzt brauchst du dann wirklich noch das Netz. Das Netz ist wichtig,
Florian Bayer: Floor. Das Netz macht nochmal... Vor allem, die haben ja dieses Ziel, wo alles draufgeballert wird. Das steht am Ende noch. Also muss es eigentlich die schlechteste Waffe der Welt sein. Das ist auch sehr wahr. Ich habe eigentlich darauf gewartet, dass er sagt, und es kann hervorragende Cocktails zubereiten und dann kommt noch so ein Drink rausgeschossen. Ja, das wäre schön gewesen. Es hätte zu Sorgbub gepasst. Es hätte zu Sorgbub gepasst. Da hätte dann noch Cocktailschlürfen stehen können.
Johannes Franke: Ja. Ein Flintstones-Tier unter seinem Schreibtisch und ein Speck. perfekter Gadgetwaffen in seinem
Florian Bayer: Arsenal. Nur um das mal kurz zu sagen, Gary Oldman, ganz großartig, ganz toller Schauspieler. Absolut. Er macht das richtig, richtig gut.
Johannes Franke: Er hasst diesen Film.
Florian Bayer: Ja, beziehungsweise hassen ist vielleicht ein großes Wort.
Johannes Franke: Ich ertrage ihn nicht. Ja. Also er hat nicht so viel Interpretationsspielraum.
Florian Bayer: Er hat da mitgemacht. weil sein Film von Luc Besson finanziert wurde, den er vorher gemacht hat und gesagt hat, ja gut, eine Hand wäscht die andere, da muss ich jetzt hier auch einmal mit in dein Projekt mit reinkommen. Ja,
Johannes Franke: ich halte es für totalen Quatsch, dass er das sagt. Er war in der damaligen Zeit, war er nicht der profilierte Schauspieler, den wir heute kennen. Echt? Der hat viele solche Sachen gedreht. Oh, okay. Gary Oldman, also pass auf, als sie Harry Potter verfilmt haben, habe ich gedacht, geil, Gary Oldman wäre ein großartiger Snape. Witzigerweise hat Gary Oldman dann ja später den die Rolle von Sirius Black gespielt. Aber ich kannte Bilder von Snape und ich kannte den ersten Harry Potter Roman und ich dachte nur, Gary Oldman ist wie gemacht für Sirius Snape, weil Gary Oldman war davor, bevor er angefangen hat, ernstere Rollen zu spielen, bevor er von Chris Nolan entdeckt wurde, hat er viele over the top Superbösewichter gespielt. Der hat den Dracula gespielt, Anfang der 90er und wirklich in einer krass überzeichneten Rolle. Irgendwie so zwischen so eine Mischung aus Nosferatu und dem Dracula aus den Hammerfilmen. Der Profi hat ja so einen übertriebenen Bösewicht gespielt. In Lost in Space hat er so einen übertriebenen Bösewicht gespielt. Ich hatte den voll auf dem Schirm als dieser komplett verrückte Typ, der immer die Bösewichter spielt, die viel zu krass drauf sind, als dass sie irgendwie ernst genommen werden könnten. Und tatsächlich hat er dann, und als ernsten Schauspieler habe ich ihn zum ersten Mal wahrgenommen in den Nolan-Batman-Filmen. Ja, und das war so das wirklich das Entscheidende, dass sich das so ein bisschen gedreht hat und dass man ihn heute als so als auch so ruhigen Schauspieler kennt, der die Rollen spielt, die nicht so übertrieben sind. Das war der eigentlich nicht. Ich fand, das war ein verrückter Comic-Bösewicht und der passt deswegen auch saugut auf die Rolle und ich verstehe nicht, warum er sagt, er hat das gemacht, um seine Suppe finanzieren zu können. Nee, das war eine typische Rolle für ihn in den 90ern.
Florian Bayer: Willst du übrigens Tee plorieren? Wir haben hier Tee stehen und ich habe noch gar nicht angeguckt. Oh ja,
Johannes Franke: sehr gerne. Danke dir.
Florian Bayer: Wollen wir einmal noch die Hitler-Frisur erwähnen? Ja,
Johannes Franke: die Plaste-Hitler-Frisur.
Florian Bayer: Das ist ja sehr seltsam, oder?
Johannes Franke: Was ist das? Ist das eine modische Entscheidung oder gibt es einen praktischen Nutzen darin?
Florian Bayer: Das ist eine Frage des Vorbilds, oder?
Johannes Franke: Ja, vielleicht. Sowohl für die Figur als auch für Luc Besson. Also großartiger, absolut übertriebener Cartoon-Villain. Und genau, er ist ein unfähiger Villain, er ist ein alberner Villain, er könnte auch irgendwie in diesem Film fehlen, Story-technisch. Aber er ist so wichtig für das, was ganz viel von diesem Film ausmacht, nämlich die Atmosphäre, diese absurd alberne Stimmung. Und das betrifft ja nicht nur den Bösewichten, sondern das betrifft alle Figuren, die sich in diesem irren Universum herumtreiben. Angefangen bei dem... Bei dem komischen, verrückten Mönch, der versucht, die Archäologen zu vergiften, ganz am Anfang.
Florian Bayer: Der ist seltsam. Warum eigentlich?
Johannes Franke: Das ist aber einer von den Guten, ne? Ja, ja, genau. Der wird so als absoluter Bösewicht inszeniert und das ist einer von den Guten.
Florian Bayer: Also ich finde den Turn in der Szene selbst super. Ja, macht total Spaß. Aber im Nachhinein frage ich mich, hä, warum? Da kommen doch die Aliens, um allen zu helfen. Alle sind auf der richtigen Seite. Alle sind auf der gleichen Seite. Man muss nur einmal anfangen zu reden und zu erklären. Was ist los?
Johannes Franke: Wir sind hier, um zu verhindern, dass die Welt untergeht. Passt auf, wir machen das jetzt. Danke, dass ihr das gefunden habt. Wir nehmen das jetzt an uns und wir sehen uns in 500 Jahren wieder oder so.
Florian Bayer: Stattdessen ist, wir müssen die Welt retten. Also wir müssen euch umbringen. Hä, was? Naja, gut.
Johannes Franke: It's fucking Luke Perry.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist also... Die Szene ist ja sowieso schon irgendwie so absurd als Prolog, weil sie groß ist, mächtig ist und dann sehr schnell sehr albern wird. Und dann guckst du da drauf und denkst so, Moment, Luke Perry? Und er sieht immer noch so aus wie Beverly Hills 90210, der war damals schon 40 oder so.
Florian Bayer: Echt, wirklich?
Johannes Franke: Nein, aber er war alt.
Florian Bayer: Okay,
Johannes Franke: krass. Also die Darsteller, das ist so ein Running Gag, dass die Darsteller bei Beverly Hills in 1910 teilweise schon in ihren 30ern waren. Die sollten 16-Jährige spielen, oder? Ja, das ist Highschool-Schüler. Um das vielleicht dazu zu sagen, wir machen uns gerade die ganze Zeit auch über die unfreiwillige Komik lustig in diesem Film. Dieser Film ist sehr bewusst komisch und dieser Film hat verdammt viel Humor.
Florian Bayer: Der ist sau witzig. Also ich weiß auch gar nicht, mir fällt jetzt nichts unfreiwillig komisches ein. Bei allem weiß man eigentlich, okay, das ist volle Absicht und die haben richtig Spaß damit.
Johannes Franke: Das ist auch was, was diesen Film wirklich so stark macht, dass er sich in keiner Sekunde ernst nimmt. Du hast niemals das Gefühl, dass dieser Film irgendwie mehr sein will als dieser alberne, cheesy Science-Fiction-Film. Und das hebt ihn auch ab von so Filmen wie Star Wars, die ja auch ihre Albernheiten haben. Also auch gerade so die neuen Star Wars-Filme. Ich meine, Jar Jar Binks.
Florian Bayer: Ein verzweifelter Versuch. Wann ist Star Wars rausgekommen? 99. 99. Also nach diesem Film?
Johannes Franke: Nach diesem Film. Zwei Jahre danach.
Florian Bayer: Ja, dann hat er sich doch, Jar Jar Binks ist doch dann ein Derivat von Ruby, oder nicht?
Johannes Franke: Absolut, ich finde doch Jar Jar Binks tatsächlich bei weitem nicht so schlimm wie sein Ruf. Das Ding ist aber einfach, Star Wars hat dazwischen diese Momente, wo sie wirklich mit heiligem Pathos daran gehen. Wo sie diesen religiösen Ernst haben und dann anfangen, die Macht zu erklären und du merkst, nein, nein, die meinen das ernst. Wenn du das guckst, das ist die Philosophie, in der du emotional drinstecken sollst. Während dieser Film halt sagt, die Liebe ist die Antwort. Ja,
Florian Bayer: ja.
Johannes Franke: Und... ein Dungeons & Dragons Rätsel, das ein Zwölfjähriger lösen könnte.
Florian Bayer: Du musst pusten, wenn du das Film zum Ball siehst. Mein Fresse. Aber das ist so geil, oder? Ja. Diese vier Elemente, die da stehen und dann auch noch das Chekhovs Streichholz quasi. Du zeigst es am Anfang des Films und am Ende muss es einen Sinn haben. Natürlich. Ich find's großartig.
Johannes Franke: Ich hab ja als Dungeon Master für Rollenspiele schon wirklich schlechte Rätsel. geschrieben, weil ich da nicht gut drin bin. Aber so schlecht waren meine Rätsel nie.
Florian Bayer: Schön. Ja, apropos schlechte Rätsel. Nein, wir kommen noch nicht zu Miller. Ich würde alles, alles vorziehen und dann erst Korben und Miller einmal erzählen. Ich möchte einmal über die Musik reden, die gefühlt nie aufhört. Ja. Die läuft die ganze Zeit drunter und es gibt Filme, bei denen mich das massiv nervt. Bei diesem Film nervt es mich überhaupt nicht.
Johannes Franke: Über diesen Film ist einfach ein Klangteppich. Das für mich ist so diese Bei Playturner hatte ich das Gefühl, hat Ridley Scott auch sehr viel Musik gemacht. Und bei Playturner hatten wir auch diesen heiligen Ernst. Und hier ist es halt einfach, Eric Serra war ein langjähriger Gefährte von Luc Besson. Der hat quasi die Musik für alle seine Filme gemacht. Und der hat gesagt, packen wir einfach mal drauf. Batsch,
Florian Bayer: hier ist deine Sahne, Luc. Vor allem hat er aber auch wahnsinnig eklektisch sich bedient. Reggae, Techno, industrielle Klänge, alles mögliche. Alles, was so kulturell irgendwie zusammenkommt in diesem Film. Was ich übrigens eine große Stärke des Films finde. Der ist wahnsinnig multikulturell gefühlt.
Johannes Franke: Diese Opernszene, die ein bisschen auch im Zentrum steht, die bringt das ja sehr gut auf den Punkt. Sie fängt halt auch an mit diesem Pathos, wo du denkst, jetzt wird es voll ernst. Und jetzt sind alle ergriffen. Und es ist wirklich ein schöner Moment. Dann beschließt die Opernsängerin, jetzt drehe ich am Rad.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Und fängt an, diese Techno-Ode zu singen,
Florian Bayer: damit Jemina Jojovic da drüben ordentlich zu den Klängen auf die Punches, auch die Punches austeilen kann.
Johannes Franke: Genau. Und das ist so für mich ein bisschen, was dieser Film macht. Manchmal schafft er es, dich reinzulegen, dass du kurz das Gefühl hast, jetzt bin ich gefasst, jetzt habe ich eine klare Richtung, jetzt will ich eine Sache erzählen.
Florian Bayer: Und im nächsten Moment greift er in die Frau rein, um die Steine rauszuholen.
Johannes Franke: Genau. Und diese Mischung, dieses Absurde. Es gibt ja auch, das ist zum Beispiel auch sowas total absurdes. Jetzt muss ich doch kurz auf Milla Jovovich, weil das ganz merkwürdig, fast unpassend ist. Wenn Milla Jovovich erschaffen wurde und vor der Polizei flieht und auf diesem Hochhaus steht. Wir haben eine unglaublich melancholische Musik. Sie steht da und sie wird bedroht von den Hubschraubern. Sie hat Angst und die Musik macht es auch. Die ist so sehr getragen und so. Nur fällt sie dann ins Taxi von diesem Kent-Verschnitt. Übrigens tatsächlich Ken-orientiert von Barbie und Kent.
Florian Bayer: Wirklich?
Johannes Franke: Ja, aber wir wollten noch nicht überkommen, da alles reden. Und dann macht halt auch die Musik wieder was komplett anderes, wenn sie dann losfahren und durch die Stadt fliehen.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: großartig. Musik ist fantastisch.
Florian Bayer: Und ich muss sagen, wirklich, es nervt mich manchmal bei Filmen, wenn du nur Musik drunter hast und du eigentlich keine Ruhe hast, wo du keine Pausen mal hast oder einen Moment für sich sprechen kannst. Aber das braucht der Film ja irgendwie auch nicht.
Johannes Franke: Kommen wir nochmal kurz zurück zum Produktionsdesign. Wir können nicht über die Musik reden, ohne vorher über das Produktionsdesign geredet zu haben. Ja, haben wir jetzt gemacht. Ist egal, holen wir nach. Luc Pesson hat sich Jean Giraud, der besser bekannt ist als Möbius, großartiger Comiczeichner, und Jean-Claude Messier. Danke,
Florian Bayer: dass du die Aussprache deinen Namen übernimmst.
Johannes Franke: Zweiterer hat Valerian gemacht, daher kenne ich ihn vor allem. Aber tatsächlich auch wegen der Verfilmung. Ersterer hat einen Western gemacht, Blueberry. kenne ich nicht so wirklich und so ein Fan ist so eine sehr abstrakte Traumhafte Fantasy-Geschichte, die Arasach heißt, die ich eher kenne.
Florian Bayer: Luc Besson war schon ein Fan von denen sehr lange.
Johannes Franke: Luc Besson war Fan von denen und die waren ja auch große Comic-Stars. Und er hat gesagt, ja, ich will halt irgendwie, ich will die Atmosphäre eurer Comics und eurer Welten, will ich da irgendwie reinkriegen. Und was sie dann zusammen gemacht haben, was die alles entworfen haben an bunten, schrägen Sachen. Es gibt so ein Grundsetup, Wir sind sehr viel im Urbanen. Wir haben diese Stadt als Grundsetup. Und dies erst mal denkst du Blade Runner. Aber dann ist es halt auch so Blade Runner auf Steroids. Dann haben sie dieses Schiff von diesem Asia-Imbiss, das da rumfährt, das aussieht wie ein altes japanisches Schiff aus dem 18. Jahrhundert.
Florian Bayer: Man hat ja auch das Gefühl, wenn wir jetzt schon mit Blade Runner anfangen. Ich habe ja Blade Runner gar nicht richtig gesehen, muss ich sagen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Also du wolltest mich gerade beschimpfen, oder? Ja,
Johannes Franke: aber dann habe ich überlegt, dass ich gar nicht so ein großer Blade Runner Fan bin. Wir hatten da glaube ich schon mal drüber geredet, dass ich sagen würde, ja das ist irgendwie ein Muss-man-sehen-Film, aber ich bin nicht der größte Fan davon.
Florian Bayer: Ja, aber ich glaube wir müssen ihn irgendwann mal sehen. Aber wenn ich mich an das, was ich so an Ausschnitten kenne und was ich darüber weiß, weil alle darüber reden, habe ich das Gefühl, dass Blade Runner ja irgendwie so zwei Farben hat und dieser Film hat alle Farben.
Johannes Franke: Dieser Film hat alle Farben und dieser Film hat vor allem Licht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wir kommen ja auch aus einer Zeit, in der Science Fiction gerne viel im Dunkeln hatte und im Schatten hatte. Und dieser Film ist einfach bunt, hell und zuckersüß.
Florian Bayer: Also es ist schon krass. Wir haben auch 8000 Zeichnungen angefertigt vorher, um alles abzudecken, wie alles aussehen muss und wie einfach das Produktionsdesign dann hergestellt werden muss. Und ich finde die Erfindung unten den Nebel zu haben total gut. Weil du dann natürlich auch nicht noch mehr erschaffen musst. Du kannst einfach sagen, okay, ab hier ist Nebel und dann muss ich nicht noch mehr krass Zeug machen. Das ist sehr Blade Runner, diese Dystopie,
Johannes Franke: dass es diese riesigen Häuser gibt und eigentlich alles so eine Etage höher stattfindet und unten unterm Nebel ist dann auch so die Unterschicht. Das sind die Gassen, in denen die Verbrechen stattfinden und so. Aber die Welt, die er hier entwirft, obwohl das auch so eine total chaotische, übervölkerte Stadt ist, sie ist nicht so dystopisch, sondern sie ist auch... bunt und spaßig. Ja,
Florian Bayer: vor allem ist es eine funktionale Welt. Also Dystopie würde ja bedeuten, dass man sagt, es ist alles scheiße und es versinkt alles im Chaos. Natürlich unter dem Nebel und der Film erzählt das gar nicht so viel, ist halt Müll. Also der Nebel entsteht ja auch, weil das die Ausdünstungen des schlimmen unten liegenden Mülls ist. Und je mehr Geld du hast, desto weiter oben wohnst du, weil du weg sein willst vom Müll, der dich hier unten ansammelt. Und das finde ich eine nette Erfindung so. Es kam aus dem Comic, glaube ich, auch mit. Worauf wollte ich hinaus?
Johannes Franke: Dystopisch war die Frage.
Florian Bayer: Und dadurch ist natürlich so ein dystopisches Ding unten drunter. Aber die Welt, die wir sehen, die funktioniert voll in der Kanne. Die ist für alle okay. Es sind zwar sehr enge Wohnungen auch und so. Wir haben so Tokio-Style, kleine, kleine Wohnungen.
Johannes Franke: Die sehen halt auch so ein bisschen Überwachungsstaat, also mit diesen Credits und die Polizei, die Bürger überwacht und dass du irgendwie registriert bist und dass dir alles angelastet wird. der größte Big Brother natürlich die Mutter ist.
Florian Bayer: Was für ein Klischee.
Johannes Franke: Allerdings.
Florian Bayer: Das macht Spaß, aber es ist schon auch so, dass man denkt, ah, komm.
Johannes Franke: Und die Arten, wie sich in dieser Zukunft das Rauchen abgewöhnt wird, sind auch so ein bisschen dystopisch, muss ich jetzt mal als Raucher sagen. Auch diese Zigaretten mit den ewig langen Filtern.
Florian Bayer: Ich finde die so stylisch, muss ich sagen.
Johannes Franke: Oh nein, ich kriege die Kopfschmerzen, wenn ich die sehe.
Florian Bayer: Ich meine, du bist Raucher, natürlich ist es für dich scheiße. Total schrecklich. Aber ich gucke mir die nur an, habe nie eine Zigarette gezogen und finde die einfach optisch total geil. Ich mag das. Weil das auch so Zigarettenspitzen-Ding hat, so aus den 20ern. Das macht eine schöne Atmosphäre, finde ich.
Johannes Franke: Das hat auf jeden Fall auch teilweise diese Retro-Schick-Vibe. Total. Eigentlich kann sich dieser Film ja nicht so wirklich entscheiden, ob er Science-Fiction sein will oder ob er Retro-Science-Fiction sein will. Ob er das jetzt wirklich ernst nimmt, ob er hart hier eine große Welt aufmacht oder ob er halt einfach nur seine Sachen durcheinander wirft, die ihm gerade einfallen.
Florian Bayer: Ja, im Wesentlichen wirft er alle Sachen zusammen. Also auch, nein, das müssen wir später, aber Lilo lernt ja auch, Zeugs und wann sie was weiß, ist auch immer, was der Film gerade braucht. Ist sehr schräg, ja. Daran sieht man halt besonders, dass ich glaube, dass Luc Besson einfach gesagt hat, mir scheißegal, ob das jetzt konsistent ist oder nicht, Hauptsache wir haben Spaß. Und das kann ich ihm absolut zugutehalten. Ja, total.
Johannes Franke: Es gibt so viele Style-over-Substance-Momente. So viele Momente, die halt wirklich auch einfach nur spaßig sind und wo man merkt, dass sie gemacht wurden, auch um irgendwie geile, um einen geilen visuellen Happen zu haben. Wenn du diesen Einbrecher hast, der ist ja auch vollkommen überflüssig, der dieses Bild für die Überwachungskamera auf dem Kopf hat.
Florian Bayer: Es ist so großartig.
Johannes Franke: Was für eine grandiose Idee, was für eine überflüssige Szene.
Florian Bayer: Wundervoll.
Johannes Franke: Und dann Korben, der offensichtlich ganz viele Waffen von ganz vielen von diesen Typen gesammelt hat.
Florian Bayer: Ich find's toll, weil das die Welt verkauft. Also es ist für die Geschichte an sich unnötig. Aber ich finde es eine so schöne Illustration der Welt und der schrägen Figuren, die darin wohnen. Und dadurch, dass es relativ am Anfang ist, sagt mir der Film gleich, das ist übrigens das Level, auf dem wir uns bewegen. Sodass ich gleich weiß, okay, worauf muss ich mich einstellen, wenn ich den Film sehe. Insofern finde ich es ganz toll.
Johannes Franke: Wir haben den Staat, der ja auch vertreten ist und die ja auch offensichtlich Angst haben vor diesem Geschöpf, das da kommt. Übrigens, Wrestling-Referenz.
Florian Bayer: Nein, oh nein, Flo, nicht schon wieder eine Wrestling-Referenz. Der
Johannes Franke: Präsident dieses Films, Präsident Lindbergh, wird gespielt von Tommy Lister Jr., der vor allem bekannt war als Schauspieler, der Wrestler wurde, weil er in einem 1989er Film, Norholz Bart, den Antagonisten gespielt hat von Hulk Hogan. Und so ist der dann irgendwie WM Wrestling gelandet und hat wirklich lange in verschiedenen Rollen und auch zuerst bei der WWF und dann später bei der WCW als Wrestler gearbeitet.
Florian Bayer: So viele Wrestler, die versuchen, ins Schauspiel zu retten sich. Und dann kommt ein Schauspieler, der einfach ganz locker Schauspieler sein könnte und geht ins Wrestling. Der hat seinen Körper ruiniert damit, oder? Ich weiß gar nicht, wie viel.
Johannes Franke: Ich glaube, er hat nicht so viel gerestelt. Er war tatsächlich vor allem Schauspieler. Und würde behaupten, bei ihm kann man es vielleicht nachvollziehen, weil er nicht unbedingt der beste Schauspieler ist.
Florian Bayer: Ich finde es vollkommen in Ordnung, was der hier macht. Und es ist ein schwarzer Präsident.
Johannes Franke: Oh ja.
Florian Bayer: Es ist ja auch etwas, was nicht selbstverständlich ist in der Zeit.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Es ist zwar ein Präsident, dessen Welt untergeht, aber immerhin. Ja, und auch wieder so ganz typisch ein Präsident der Militärs angestellt hat, die sagen, wir verstehen nicht, was das da ist. Lasst uns drauf schießen. Was ich übrigens eine ganz tolle Szene finde. Ja. Weil... Also vor allem wegen der Allegorie, die da drin steckt. Die ist so billig. Komm, Alter. Aber ich find's nett. Dieser ganze Plot, Liebe ist die Antwort. Nein, du schießt nicht auf. Das ist auch wieder so ein RPG aus den 90ern, wo du sagst... Oh,
Johannes Franke: der Bösewicht ist durch Liebe verletzbar, deswegen mache ich jetzt einen Heilzauber auf ihn. Ich darf ihn auf keinen Fall angreifen, weil ihn das regeneriert. Du hast zu viel Tabletop gespielt.
Florian Bayer: Pen and Paper. Zu viel Pen and Paper. Das geht nicht. Bloor, das ist für den ganz normalen Zuschauer. Der freut sich über sowas.
Johannes Franke: Er ist so unkreativ und so lame.
Florian Bayer: Vor allem bei der 16-Jährigen. Zuschauer, der von Lupe Sans das Alter Ego vorm Fernseher sitzt und sagt, oh, wie cool. Natürlich, wenn man auf den Bösen schießt, wird er nur größer.
Johannes Franke: Keine Waffen, yeah. Und warum hat der fucking Präsident einen Priester bei sich im Kabinett sitzen, der genau im richtigen Moment sagen kann, nein, Herr Präsident, wir dürfen nicht, wir müssen.
Florian Bayer: Das haben die Aliens eingefädelt.
Johannes Franke: Really?
Florian Bayer: Die kommen doch alle 5000 Jahre. Genau,
Johannes Franke: wie haben sie das gemacht in den letzten 5000 Jahren, wo sie nicht auf der Erde waren?
Florian Bayer: Das ist doch eine lange Tradition jetzt, dass da so dass dieser bestimmte Priester immer in Regierungsverantwortung mit drin ist. Der Priester davor hat sich als Waterboy tarnen müssen, um das Wasser zu vergiften. Das war kein angesehener Mensch. Manohe. Nein, der sitzt da, zu Recht. Verdienste für die Menschheit, soweit. Irgendwas in der Richtung. Und der, was ich auch schön finde, ist, dass der Präsident nicht etwa einer ist, der sagt... Ganz im Gegensatz zum Militär, der einfach draufschießt. Sondern der wirklich zuhört und sagt, ja, okay, dann sollten wir darüber mal länger nachdenken und nicht einfach drauf losschießen. Finde ich doch gut.
Johannes Franke: Ja. Nachdem sie einmal drauf geschossen haben. Nachdem sie ein ganzes Raumschiff verloren haben, weil er gesagt hat, auf dich hören wir nicht Priester.
Florian Bayer: Aber das hat doch nicht der Präsident gesagt. Der Präsident hat doch kurz vorher noch, das ist doch eine wichtige Szene, der Präsident sagt kurz vorher noch, du, ich hab da meine Zweifel. Und der Militär sagt, ich nicht.
Johannes Franke: Wollen wir jetzt wirklich bei diesem Film diese Feinheiten hervorsuchen?
Florian Bayer: Das ist total wichtig.
Johannes Franke: Was halten wir denn von Vito Cornelius?
Florian Bayer: Das Meisterwerk dieses Films. Du hast die ganze Philosophie, die da drinsteckt, nicht verstanden.
Johannes Franke: Was halten wir denn von Vito Corleone? Warum heißt der wie der Pate? Wie kommst du jetzt zu den Paten? Weil er Vito Cornelius heißt.
Florian Bayer: Ach so.
Johannes Franke: Unser Priester.
Florian Bayer: Oh.
Johannes Franke: Er heißt wie der Pate. Ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen. Danke, dass du mich daran erinnert hast. Okay.
Florian Bayer: Egal. Ja, unser Priester ist großartig. Vor allem, weil er einfach von Ian Holm gespielt wird, der wirklich eine tolle Screen Presence hat. Also ich finde ihn ganz toll.
Johannes Franke: Er ist ja so der Einzige, der so ein bisschen versucht, Da Würde reinzubringen oder irgendwie die Würde in diesem Film zu finden, ohne dass er das zu krass machen würde.
Florian Bayer: Das ist der Moment, wo ich sagen muss, dass jede Figur in diesem Film... irgendwie in einem anderen Film zu sein scheint. Weil er versucht ja, den würdevollen Film zu spielen. Der ist in einer ganz anderen Version dieses Films als Lilo oder eine ganz andere Version des Films als Gary Oldman, der wirklich einen völlig anderen Film spielt. Ja,
Johannes Franke: auf jeden Fall. Aber die beiden stoßen ja sogar noch aufeinander. Und das Krasse ist ja, Ian Holm zieht das ja auch wirklich durch mit Gary Oldman. Wenn Gary Oldman da ist... an dieser Kirsche erstickt und dieser Elefant aus seinem Schreibtisch rausguckt. Es ist der Moment, wo Ian Holm ganz würdevoll um ihn herum geht und ihm einmal auf die Schulter klopft und sagt, nein, nein, nein, ich mache hier Shakespeare, mir scheißegal, was ihr hier macht. Finde ich ganz toll. Großartig.
Florian Bayer: Das ist wie, wenn Michael Keaton bei den Muppets den Ebenezer Scrooge spielt, der den auch total würdevoll spielt und sagt, nein, ich mache hier mein Shakespeare, mir egal, ob hier ein Haufen... Puppen mit Fingern im Arsch rumrennen. Ich mache meinen Shakespeare.
Johannes Franke: Wobei der ja auch immer so ein bisschen ist, nicht Michael Keaton, sondern Michael Caine.
Florian Bayer: Michael Caine, Entschuldigung.
Johannes Franke: Wobei der ja auch immer so ein bisschen wirkt, als ob er sich zwischendurch fragen würde, wo bin ich hier überhaupt gelandet? Also immer wenn so die Puppen anfangen, wie nachher um zu singen, hat man kurz das Moment, es gibt so eine Verwirrung. Es gibt so einen Moment, verdammt nochmal, was mache ich hier? Ich könnte bei der Royal Shakespeare Academy auf der Bühne stehen und ich könnte jetzt Hamlet sein.
Florian Bayer: Also eine negative
Johannes Franke: Konnotation. Es passt sehr gut zu diesem Film. Es ist sehr stimmig in diesem Muppet-Film, aber es ist halt ein Film mit tanzenden Puppen.
Florian Bayer: Ja, es würde uns halt zu Corbin bringen, der genau das gleiche macht, finde ich. Ich finde, Bruce Willis sieht auch immer mal wieder so aus, als würde gleich ein Gelächter ausbrechen, aber sehr privat und nicht wegen der Figur. Ich finde es ganz toll.
Johannes Franke: Ich finde Bruce Willis voll irritierend. Irgendjemand hat ja gesagt, es ist eine gute Entscheidung, diesem Mann, den wir seit Jahren mit Klatze kennen, blonde Haare zu geben. Das Krasse ist ja, ich hatte die blonde Haare vergessen.
Florian Bayer: Ich hab die jetzt schon wieder vergessen.
Johannes Franke: Aber du guckst in die an und dann denkst du, ja, Gott sei Dank ist da sehr viel Geheimratsecke, deswegen ist die Stirn sehr hoch. Aber nein, da oben drauf ist blond. Sie haben sich an Ken orientiert.
Florian Bayer: Ich erinnere mich überhaupt nicht mehr. Ich weiß schon nicht mehr, dass da Haare waren.
Johannes Franke: Es sind blonde Haare. Er ist ein Blondschopf. Er soll auch ein bisschen Schönling sein. und Bruce Willis kann sehr vieles, aber Bruce Willis ist niemand, der ein Schönling spielen kann.
Florian Bayer: Schönling? Ach, das ist doch... Potato, Potato, das ist... Ich weiß nicht. Badaboom. Jeder hat... Eine der besten Szenen im ganzen Film. Big Badaboom. Big Badaboom. Was gleichzeitig im Grunde... Bruce Willis Bild als Actionheld parodiert. Absolut. Und aber eben im Film sehr logisch schön drin ist.
Johannes Franke: Und das Geile ist, er kriegt ja eine Stirb langsam Szene. Dieses ganze Opernhaus-Ding ist quasi stirb langsam komprimiert. Er allein als der Einzige, der noch gegen die Bösewichter kämpfen kann, die alles besetzt haben und der sich rumschlägt und die ganze Zeit konfrontiert ist mit der Inkompetenz seiner Mitgeiseln, die es nicht schaffen, ihm zu helfen oder ihm nicht helfen wollen oder zu sensibel sind, um ihm zu helfen und so weiter. Es sind einfach mal, sie haben... gesagt, wir machen jetzt Bruce Willis und Bruce Willis ist eigentlich nicht der Typ für diese Filme.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Aber wir geben ihm eine 5-Minuten-Sterb-Langsam-Szene, wo er einmal voll Actionheld sein darf. Ich glaube, sie haben, und ich gehe davon aus, er hat das Ding nur mitgespielt, weil sie gesagt haben, du kriegst diese 5 Minuten in der Mitte.
Florian Bayer: Ich glaube, er hat nur mitgespielt, weil sie gesagt haben, ihr dürft am Ende in diesem komischen Port noch Sex haben.
Johannes Franke: Hier, Mila Jovovich, kannst du jetzt Nein sagen?
Florian Bayer: Oh Mann.
Johannes Franke: Wie alt war Bruce Willis damals? Wie alt war Mila Jovovich damals?
Florian Bayer: Hm, 20 Jahre Unterschied vielleicht? 30 Jahre Unterschied? Vielleicht 30? Oh Gott.
Johannes Franke: Also Bruce Wills ist geboren 1955. Das heißt, der war noch gar nicht... Bruce Wills war so alt wie ich, als er diesen Film gedreht hat. Echt, ja? Er war 1955 geboren. Er war 42 damals. Krass. Er war 42 damals.
Florian Bayer: Meine Fresse.
Johannes Franke: Miller-Jowowitsch, 1922 geboren. Ist 22. Milla Jovovich auch übrigens eine krasse Karriere davor und auch ein krasses Leben schon davor, was auch schon so für zehn Leben reichen würde als eines der angesagtesten Models und gleichzeitig diverse Drogenprobleme und Musikerin und dann irgendwie auch schon so halb ins Schauspielgeschäft rein gerutscht. Eines der bekanntesten und beliebtesten Models Amerikas und zwar seit ihrer Kindheit.
Florian Bayer: Ist deswegen Jean-Paul Gaultier mit dabei?
Johannes Franke: Gute Frage, weiß ich nicht, wer zuerst mit dabei war. Ich glaube,
Florian Bayer: er war vorher dabei. Aber ganz sicher bin ich mir nicht. Nee,
Johannes Franke: bin ich mir auch nicht 100%. Lass mich nochmal ganz kurz gucken. Ich glaube, Jean-Paul Gaultier hatten sie relativ früh mit an Bord.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Vor allem anderen.
Florian Bayer: Der musste ja auch einen Haufen Zeug machen. Der hat über 1000 Kostüme entworfen. Der hat Statisten einzeln ausgestattet. Auch krass. Und auch am Set gestanden und hat gesagt, okay. Stop, wir drehen hier gar nichts, bevor nicht hier der Dritte von links nochmal seine Mütze nochmal ordentlich zur Seite dreht und die Knöpfe da ordentlich gemacht sind. Der hat wirklich Kleinstarbeit geleistet am Set.
Johannes Franke: Also wenn ich mir anschaue, wie dieser, wenn ich mir die Genese dieses Films vorstelle, dann ist es so, Luc Besson hat sich zuerst die beiden Comic-Typen geschnappt, um die geilen Sets zu machen. Und dann hat er sich Jean-Paul Gaultier geschnappt, um die Kostüme zu machen. Und dann hat er festgestellt, shit, ich brauch... irgendjemand, der da rumläuft in diesen Sets und der diese Kostüme anhat. Und dann hat er angefangen zu casten.
Florian Bayer: Jetzt kommen wir doch gleich mal zu Mila. Ja, Mila Jovovich. Er hat sehr, sehr viele Frauen dafür gecastet. Also wirklich sehr viele Schauspielerinnen eingeladen, hat sie alle angeschaut und hat dann ich glaube 3000 oder sowas. Ich finde es gerade in meinen Notizen nicht. Und hat dann tatsächlich Mila Jovovich gefunden. Fand sie ganz toll und hat mit ihr Ahem. Auch später eine Beziehung oder eine Ehe? Sie haben geheiratet. Angefangen? Und zwar unmittelbar nach diesem Film.
Johannes Franke: Nachdem er mit der Opernsängerin in diesem Film verheiratet war. Also die nicht singt, aber die spielt, die die Opernsängerin spielt. Mit der war er verheiratet. Und unmittelbar nach diesem Film war er dann mit Mila Jovovich verheiratet. Aber auch nicht lange.
Florian Bayer: Ich möchte keiner dieser drei Personen während des Drehs gewesen sein.
Johannes Franke: Sie waren zwei Jahre verheiratet.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Bis 1999. Mila Jovovich ist total krass. Sie kommt aus der Ukraine, ne?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und wir sagen nicht mehr die Ukraine, sondern wir sagen einfach nur Ukraine. Weil das offensichtlich irgendwie eine wichtige Rolle spielt. Und es hat was mit Imperialismus zu tun und mit der Stellung des Staates im russischen Imperium und so weiter. Ist egal.
Florian Bayer: Wir sagen nur noch Ukraine.
Johannes Franke: Ja. Und sie war als Model extrem angesehen. Sie hatte aber, sie hatte es teilweise ziemlich schwer, glaube ich. Es gab irgendwie so Geschichten mit sie. Sie war halt jung und erfolgreich und berühmt und sie hat halt Scheiße gebaut. So Diebstahl und Drogen und sowas. Und dann war sie vor allem, sie gehört zu den Personen, die 90er und die 80er. Yay. minderjähriges Sexsymbol. Und zwar ganz stark. Sie hat in der Fortsetzung von der Blauen Lagune gespielt. Das war eine ihrer ersten Rollen. Krass. Und zwar 1991. Und wer die Blaue Lagune noch irgendwie kennt, das war so quasi Aufklärungsunterricht. Junges Paar, Teenager-Alter, strandet auf einer Insel und hat dann irgendwann Sex. Und sowohl in diesem als auch im ersten Film wurden die tatsächlich von Teenagern gespielt. Milla Jovovich war 15 und hat Nacktzehen. Und der erste Film davon war mit Brooke Shields,
Florian Bayer: die auch Nacktszenen gespielt hat.
Johannes Franke: Und das war einfach eine Zeit, in der niemand sich viel dabei gedacht hat, wenn eine Jugendliche Sexsymbol war. In Chaplin 1993 hat sie, glaube ich, auch eine Nacktszene oder zumindest eine sehr leicht bekleidete Szene. Sie spielt eine von den Minderjährigen mit den Chaplins.
Florian Bayer: Das habe ich mir im Kopf gehabt. Okay.
Johannes Franke: Sie hat gespielt und dann hat sie nebenbei noch Musik gemacht. Und zwar offensichtlich ziemlich gut.
Florian Bayer: Ich habe nichts von ihr gehört. Um sich zu meiner Schande gestehen. Oh mein Gott, Plur, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo. Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurückfinden. Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Johannes Franke: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt... macht das doch bitte über bei-mir-coffee.com slash muss man sehen. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Florian Bayer: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug. Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen,
Johannes Franke: ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Florian Bayer: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes.mussmansehen.de und florian.mussmansehen.de.
Johannes Franke: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, whatever.
Florian Bayer: Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns so fünf Sterne oder Herzchen oder sonst was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben. Ah, super. Fehlt noch irgendwas? Nee, ich glaube, wir haben alles, wa?
Johannes Franke: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode.
Florian Bayer: Yes. Sie hat vorher schon vier Sprachen besprochen. Ja. Was krass ist. Und jetzt hat sie, also mit Anfang 20, ne? 22. Und hat jetzt hier einen Wortschatz von 400 Worten in der Divine... Language, also der göttlichen Sprache. Und diese Sprache hat Luc Besson quasi angefangen zu entwickeln und sie hat es dann mit übernommen, weil sie dann irgendwann gesagt haben, okay, wir müssen das lernen. Du kannst nicht einfach nur am Set phonetisch das wiedergeben, was ich da aufgeschrieben habe, sondern du musst diese Sprache tatsächlich quasi können. Und ein Wortschatz von 400 Worten ist okay. Und dann haben die sich privat... in dieser Sprache unterhalten. Und wenn wir jetzt wissen, dass er am Set noch verheiratet war und sie aber kennengelernt hat und sie danach geheiratet haben, möchte ich nicht wissen, was in diesen privaten Unterhaltungen in göttlicher Sprache passiert ist. Knickknack. Direkt unter der Nase von allen anderen wahrscheinlich, weil die keiner sonst so in der Form gesprochen hat. Du meinst,
Johannes Franke: sie haben diese Sprache genutzt? um miteinander zu flirten am Set, um diese Ehe schon einzufädeln. Sie waren wirklich zwei Jahre verheiratet. Sie haben wirklich, und es war nach diesem Verheiratet total schrecklich.
Florian Bayer: Was ich wirklich bemerkenswert finde, sich in diesen 400 Worten Sprache unterhalten und haben tatsächlich ordentliche Gespräche damit führen können.
Johannes Franke: Ich finde es Akribie an der komplett falschen Stelle.
Florian Bayer: Ich muss sagen, ich finde es schon wirklich gut. Ich finde, dass sie das wirklich wahnsinnig gut macht on Set. Also was ich mir anschaue von ihr, wie sie diese Sprache spricht, Ich nehme ihr alles ab. Finde ich total toll.
Johannes Franke: Ich habe das Gefühl, sie könnte auch einfach irgendwelche Silben aneinanderhängen. Nein. Es würde keinen Unterschied für mich machen.
Florian Bayer: Nein, nein. Sie hat so viel Bedeutung in die Worte gelegt. Und ich weiß, dass sie da wirklich was verbindet mit dem, was sie da sagt.
Johannes Franke: Aber du bist doch Schauspieler. Das kann man doch als Schauspieler oder Schauspielerin, dass man Silben aneinanderhängt und im Kopf dabei den Sinn mitdenkt und dann dieses Gewicht reinlegt.
Florian Bayer: Aber weißt du, welche Arbeit dahinter steckt? Es ist scheiß viel Arbeit, aber die Arbeit ist genau das. Du machst nämlich tatsächlich Bedeutung pro Wort. Und das ist im Grunde nichts anderes als diese 400 Worte Sprache. Hast du schon mal eine Kunstsprache in einem Film gesprochen?
Johannes Franke: Nee. Ich glaube, das geht auch anders. Ich habe das Gefühl, du arbeitest an einer überflüssigen Stelle und machst mit deiner Energie etwas Besseres, als Klingonisch zu lernen. Entschuldigung, liebe Trackies. Scheiße. Das ist so ein Satz, der mir wieder auf die Füße stellt. Dann kriegen wir wieder E-Mails. Oh, Star Trek. Klingonisch ist eine Sprache, die man voll ernst nehmen muss. Liebe Star Trek-Anhänger, wir haben heute eine Kamera aufgebaut. Ich gucke zum ersten Mal in diese Kamera. Ich habe nichts gegen Star Trek und ich finde es total cool, wenn jemand Klingonisch lernt. Und jeder soll mit seiner Zeit machen, was er glaubt, was mit seiner Zeit am besten gemacht ist. Und ich finde es total absurd, eine Sprache zu lernen, die kein Mensch spricht. Außer irgendwelche Nerds auf Conventions.
Florian Bayer: Hallo? Wir haben Lateinunterricht in der Schule. Genau Was für eine verschwendete Zeit Ich habe gerade wieder erst einen Artikel gelesen, na gut, seine Überschrift, dass man mit Lateinunterricht sehr viele Vorteile im Leben hat später. Bullshit Dass das total gut ist fürs Hirn, dass man eine tote Sprache lernt. Ich hatte vier Jahre lang Lateinunterricht, das hat mir nichts gebracht in meinem Leben. Ich habe das gelesen, in der Zeitung, da hat es gestanden, in einer Überschrift. Also muss das stimmen.
Johannes Franke: Ich hätte jetzt ein voll gutes Gegenargument, aber mein Kopf ist voll mit vier Jahre Lateinunterricht, deswegen habe ich keinen Platz, um mit dir über irgendwelche Zeitungsartikel zu streiten aus der BZ oder wo auch immer du das gelesen hast.
Florian Bayer: Lame, lame. Lamer, versuch mich hier zu diskreditieren. Also ich finde, Mila Jojovic macht das ganz großartig und die Sprache, finde ich, macht sie ganz großartig und sie bringt da natürlich auch so kleine Sachen mit, wo ich denke, okay. Zum Beispiel, dass sie eben sehr unterversorgt mit Kleidung ist die ganze Zeit. Und dass sie die Born-Sexy-Yesterday-Trope sehr, sehr, sehr, sehr stark unterstützt. Was wir vielleicht mal erklären könnten.
Johannes Franke: Aber um das vielleicht dazu zu sagen, also Milla Jovovich ist ja tatsächlich verflucht sexy. Also wirklich, sie ist unglaublich attraktiv in diesem Film.
Florian Bayer: Ja, Aber die Frage ist halt auch, mit welcher Haltung gehe ich da rein als Filmemacher? Okay, leg los. Also nur mal ganz kurz zu erklären, was das Trope Born Sexy Yesterday überhaupt ist. Im Grunde ist es eine Frau im Körper einer erwachsenen Frau mit der mentalen Unschuld eines Kindes, die dann im Idealfall dieses Tropes von einem Mann in die Welt hinein geführt wird. Ja, das ist so dieser feuchte Traum eines Mensplaners, der gerne sagen möchte, ich erkläre dir alles. Weil du weißt noch nichts, das ist super, da kannst du auch noch nicht widersprechen. Dann kann ich dir alles Mögliche erklären, wie was funktioniert. Nennen wir das Kind doch beim Namen mentale
Johannes Franke: Pädophilie. Mentale
Florian Bayer: Pädophilie irgendwie, ja. Emotionale Pädophilie? Weiß ich nicht genau. Also der Wunsch scheint ja trotzdem da zu sein, dass es eine erwachsene Frau ist.
Johannes Franke: Genau, aber Emotionen. Aber die Emotionen und den Geist eines Kindes.
Florian Bayer: Ja, ja, ja. Irgendwie was in der Richtung. Also ich glaube, dass dieses Mansplaining ganz stark... dieses Bedürfnis nach, ich erkläre dir die Welt, einfach ganz stark da drin steckt. Da muss das noch nicht mal Pädophilie sein, sondern einfach dieses Bedürfnis, anderen Leuten was zu erzählen. Und im Idealfall weiß die Person halt noch nichts und ist auch total dankbar dafür, dass du alles erklärst. Natürlich,
Johannes Franke: das ist ganz wichtig, das gehört dazu.
Florian Bayer: Und dann halt nur ein bisschen die sexuelle Verfügbarkeit, weil es eben doch eine erwachsene Frau ist. Das ist eine super Kombination.
Johannes Franke: Ja. Ein Film, der das übrigens sehr, sehr radikal gemacht hat, Poor Things, der es aber auch ganz geschickt gemacht hat, indem er einfach gesagt hat, Wir nehmen jetzt wirklich das Gehirn eines Babys und pflanzen es in den Körper einer erwachsenen Frau.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Der anhand dessen dann aber eine wunderbare Emanzipationsgeschichte erzählt. Und Johannes widerspricht mir gerade in jeder einzelnen Phase seines Körpers. Aber er muss irgendwas gucken, deswegen kann er mir nicht widersprechen. Großartiger Film, der mit diesem Job wunderbar spielt.
Florian Bayer: Wir haben über den Film gesprochen ganz lange. Ja, und wir haben uns auch gestritten. Wirklich. Weil ich das streckenweise sehr, sehr schwer zu ertragen fand. Aber trotzdem den Film. insgesamt irgendwie großartig fand. Also da widersprach es ein bisschen in mir und wurde schwierig. Aber zu dem Job zurück. Ich finde, wenn du ein frustrierter Mann bist, der Schwierigkeiten hat, auf Frauen zuzugehen, dann ist das so ein bisschen der Idealfall. Ich bin der einzige Mann, den sie kennt, also muss sie mich ja irgendwie toll finden und das tut sie ja in dem Film dann auch. Ich bin der erste Mann, den sie kennenlernt, also bin ich das Ideal und vielleicht schwingt da auch so ein bisschen ein gewollter Papa-Konflikt. Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Es ist auch so ein Machtding. Du hast die Kontrolle darüber, was sie lernt und in welcher Geschwindigkeit sie es lernt. Du bist der große Lehrer. Es ist ja auch einfach. Man kann viel darüber diskutieren, wie viel das Biologie ist und wie viel das Kultur ist. Es ist ja kein Geheimnis, dass viele sehr ältere Männer sich von jüngeren Frauen angezogen fühlen. Wir müssen jetzt nicht rein in die Pädophilie springen, sondern einfach von... Sie ist ja auch über 20 in diesem Film. Aber das ist natürlich auch so ein Ding, dass du halt... Das ist halt... Menschen schmeichelt, wenn sie anderen Menschen die Welt erklären können. Deswegen machen wir einen Podcast. Deswegen sind wir jetzt nicht auf Berliner Straßen unterwegs und versuchen irgendwelche 20-Jährigen anzugraben, weil wir hier einen Podcast machen.
Florian Bayer: Weil wir uns auch nicht trauen, uns nicht mit Frauen anzusprechen. Egal. Nein, also ich will gar nicht den Film zu klein reden damit oder sowas oder das so sehr über den Film drüber stülpen. Ich wollte euch bloß kurz mal erklären, was überhaupt Born Sexy Yesterday bedeutet und in diesem Film äußert sich das halt auf eine bestimmte Art und Weise. Dadurch, dass sie eben so convenient nichts weiß über diese Welt, darf Bruce Willis einfach ganz oft sagen, komm, ich zeig dir die Welt. Ja. Ich sag dir, wie es funktioniert.
Johannes Franke: Aber dafür passiert es relativ wenig in diesem Film.
Florian Bayer: Genau. Das finde ich nämlich interessant. Die haben relativ wenig Screentime zusammen, obwohl sie das Traumpaar des Films sind.
Johannes Franke: Und vor allem das Lernen selbst von ihr. Also es gibt ja so eine wesentliche Lernszene. wird überhaupt nicht als attraktiv inszeniert, sondern sie sitzt da mit dem Hähnchen vom Computer und frisst das Fett ab und isst wirklich auf eine unangenehme Art und Weise, während sie halt im Internet surft.
Florian Bayer: Aber sind wir ehrlich, das ist auch sexy.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Doch. Alter,
Johannes Franke: du bist Vegetarier, du kannst das nicht sexy finden. Nein, das nicht.
Florian Bayer: Ich bin kein Vegetarier und ich finde das nicht sexy. Und das auf eine gewollt unsexy Art und Weise dann doch irgendwie sexy inszeniert.
Johannes Franke: Ich verziehe voll das Gesicht. Ich finde, das ist überhaupt nicht sexy inszeniert. Nicht mal im Ansatz. Also ich finde zum einen, dass das sich so sexy inszeniert ist, das gehört natürlich zum Konzept. Es passt wunderbar in dieses Setting, was natürlich einfach diese ganze Zeit diese B-Movie-Anleihen hat. Und wenn du ein B-Movie hast und du hast eine Anfang 20-Jährige, die in deinem Science-Fiction-Setup rumturnt, dann kriegt die natürlich irgendwie so Fesseln als Kleidung, die alles bedecken, was Nippel ist. Aber sonst nichts. Genau. Aber das funktioniert. Das ist halt einfach, weil es hat einfach diesen B-Movie-Chick und ich möchte es nicht anders haben.
Florian Bayer: Ich verstehe schon. Ich finde es auch in Ordnung. Ich habe bloß dieses Beigeschmäckle ist irgendwie mit drin.
Johannes Franke: Wo ich es tatsächlich nervig finde, es gibt ja diesen Moment, wenn zu ihm gesagt wird, sie ist viel verletzlicher als du denkst und dann muss er sie nochmal retten. Nachdem sie wirklich viel Zeit hatte. Badass zu sein und diese ganzen Monster fertig zu machen und zu kämpfen. Sie hat Karate gelernt, sehr geil. Dann gibt es trotzdem nochmal diese Szene und dann natürlich auch dieses, dass er am Schluss irgendwie, dass er der Liebesheld ist, der sie rettet und dass sie dann sogar noch diesen James Bond Weltraum Mondkapsel 6 haben dürfen.
Florian Bayer: Ja, genau. Also ich finde auch, dass es eine schöne, also dass es auf der anderen Seite counterbalanced wird von, dass sie physisch einfach jedem Mann im Film überlegen ist und dass sie auch wahrscheinlich Und kopfmäßig, sobald sie noch nicht zu weh kommt, aber kurz vorher im Wörterbuch wahrscheinlich dann auch wissens-technisch eben überlegen ist in diesem Film.
Johannes Franke: Sie ist ihm aber auch schon ganz am Anfang überlegen, weil sie ihm einfach einmal sagt, nein, nein, nein, nicht, ohne meine Zustimmung.
Florian Bayer: Ah, was war auch eine seltsame Szene. Es gibt eine Erklärung für die Szene, die gar nicht im Film drin ist, nämlich, dass das irgendwie vorher gesellschaftlich einmal unterstützt wird, dass er das macht. Also er kommt nicht selber auf die Idee, sondern es gibt irgendeine Szene, wo er dann... das kopiert.
Johannes Franke: Ah, er küsst sie wach. Also er versucht sie wach zu küssen. Das ist eine Cinderella-Szene. Und dann hat er ganz schnell, also nachdem er sie gerade gerettet hat, und dann hat er aber ganz schnell eine Knarre am Kopf und sie sagt was zu ihm in ihrer Sprache, was er nicht versteht. Und danach fragt er den Priester, was das bedeutet. Und der Priester sagt, oh, das heißt nicht ohne meine Zustimmung. Was toll ist, absolut. War gut damit gespielt. Wobei es natürlich trotzdem als romantische Geschichte inszeniert wird. Und er kommt nach Hause. Du Idiot, Mann, du hast es dir jetzt echt verbobbt, weil du sie geküsst hast. Nein, Mann, du bist creepy, weil du sie geküsst hast. Ja, genau das. Und der Film erlaubt es dir am Ende das gleiche nochmal zu tun und sie sagt dann,
Florian Bayer: ja natürlich und schmilzt dahin. Ich weiß nicht genau. Also das ist auch dann nicht so richtig gut hergeleitet. Aber dafür geht es im Film auch zu sehr um Spaß als um die Geschichte.
Johannes Franke: Apropos Sex. Ich möchte jetzt endlich die nächste Stunde nur noch über Rupee reden.
Florian Bayer: Haha, stimmt, wir haben ja Ruby noch gar nicht. Aber ich will einfach noch sagen, dass ich ganz toll finde, dass sie diese Big Badaboom Szene, finde ich ganz großartig, ist auch am Set entstanden, stand gar nicht so richtig im Skript.
Johannes Franke: Ja, Badaboom, Big
Florian Bayer: Badaboom. Ich finde, wie sie mit dem Wort Multipass rumspielt, finde ich ganz, ganz toll. Sie hat viele, viele Varianten gefunden mit diesem Wort.
Johannes Franke: Multipass. Oh, dann sind wir auch bei dieser Schiffsszene, dieses Onboarding ist so absurd. Ja,
Florian Bayer: natürlich. Was?
Johannes Franke: Wie kann der Sicherheitsapparat nicht komplett Amok laufen? Wie schafft er es? Pass auf, sie gehen als Paar dahin und er sagt, ich bin Corbin Dallas. Und dann wird er weggeschubst von jemandem, der sagt, nein, nein, ich bin's. Niemand kommt auf die Idee, irgendwelche Kontrollen durchzuführen? Nein.
Florian Bayer: Das Lustige ist eben, dass dieser Film trotzdem etabliert, dass dieser Flughafen einen riesigen Security-Apparat hat. Und er inszeniert auch, dass diese Veranstaltung einen riesigen... Security-Apparat hat. Nichts funktioniert davon Ich find's richtig geil. Es ist auch so geil, dass der Priester es schafft, sich da so einfach billig reinzuschleichen und bei diesen Kabeln zu landen. Und wie er dann hängt da. Ich find's ganz toll. Aber es wird etabliert, dass es richtig krasser Security ist, aber nichts davon funktioniert. Natürlich, weil Ruby mit an Bord ist. Wir brauchen die Security für Ruby. Okay,
Johannes Franke: Ruby. Dein Take auf diese Figur.
Florian Bayer: Mein Take auf diese Figur? Ich hatte es ja in Erinnerung. Ich habe jetzt geguckt und gedacht, oh mein Gott, ich warte schon drauf und ich weiß noch nicht, ob das jetzt schlimm wird, cringe wird oder richtig gut wird.
Johannes Franke: Niemand vergisst es und niemand weiß danach, wie es wird.
Florian Bayer: Vielleicht gibt es auch jedes Mal eine neue Art, wie man Ruby erlebt. Auf jeden Fall. Und ich habe sie jetzt so erlebt, dass ich das Gefühl habe, oder ihn so erlebt, dass ich das Gefühl habe, dass es alles vollkommen in Ordnung ist, es gibt keinerlei... homophobe oder sonst irgendwas anleihen davon. Überhaupt nicht. Naja,
Johannes Franke: Ruby wird ja auch ganz klar als, ich hab mit Sex mit allem.
Florian Bayer: Ja, genau. Obwohl er nur zwei Beine hat oder vier Beine haben. Wir sehen nur Heterosex.
Johannes Franke: Ja, aber es ist ziemlich offensichtlich,
Florian Bayer: dass er alle flachlegen würde. Okay, ja.
Johannes Franke: Nee, ich wollte gar nicht groß über politische Problematik. Ich wollte eigentlich erstmal fragen, ist die Figur nervig oder ist die Figur geil? Weil darüber scheiden sich ja auch die Geister.
Florian Bayer: Nein, darüber müssen wir nicht reden. Die Figur ist geil. Da ist sie so nervig. Was soll denn daran nervig sein? Naja,
Johannes Franke: der Cha-Cha-Bix dieses Films. Also den kann man sehr schnell nervig finden, weil er ist laut, er ist hysterisch und er ist plötzlich einfach mit dabei. Er ist so eine Influencer-Figur, wo du denkst, okay, das ist eine witzige Nebenfigur, ein Comic-Relief. Der steht aber am Schluss beim großen Finale da, um die Welt zu retten.
Florian Bayer: Aber ich finde es ein bisschen schade, dass Ruby dann doch nicht genug bekommt, um wirklich den Plot voranzutreiben.
Johannes Franke: Nein, Ruby ist ein Ruby-Gnade. Nein, aber nein. Aber schade. Nein, dieser Figur gibst du das nicht.
Florian Bayer: Aber die kann doch eigentlich, die hätte doch wenigstens einmal sagen können, ich habe jedes Streichholz oder so.
Johannes Franke: Nein, Ruby ist genauso gut, wie er ist. Und dazu gehört auch diese ganze Angst, die er hat. Und dazu gehört auch, dass er irgendwie ängstlich nervös Bruce Wills in den Wahnsinn treibt, während er versucht, die Welt zu retten und sagt, ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich weiß nicht, was wir jetzt tun sollen. Chris Tucker ist großartig. Ich bin überhaupt kein Chris Tucker Fan. Ich finde Chris Tucker überhaupt nicht witzig. Chris Tucker macht das richtig,
Florian Bayer: richtig gut.
Johannes Franke: Aber diese Rolle ist so der Hammer.
Florian Bayer: Die Inspiration hängt zwischen Michael Jackson mit der Stimme sehr weit oben. Mit dem er befreundet war übrigens. Und Prince. Und Prince hätte es spielen sollen. Prince hat aber gesagt, mir passt nicht so ganz, was Jean-Paul Gaultier da an Kostüm vor hat. Und irgendwie ist das Treffen nicht so gut gelaufen. Es wird gemunkelt, dass Jean-Paul Gaultier... Faux-Cool, was heißt das? Faux-Cool. Hier steht nur Faux-Cool, gesagt hat, was etwas Unverfängliches war vielleicht. Und dann klang aber Faux-Cool für Prince so, als würde er Fuck you sagen. Nein. Mit einem französischen Akzent. Und das hat ihn wohl nicht so erfreut. Aber ich muss sagen, das schwirrt zwar in der Gegend rum als Anekdote, aber ich glaub's nicht so richtig. Ich glaub's auch nicht. Und die Rolle ist, also ich weiß nicht, ich finde gut, dass es Chris Tucker spielt.
Johannes Franke: Und Prince hätte der Rolle vielleicht zu viel Ernst und zu viel Klemmer gegeben. Weil das Geile an dieser Figur ist ja, dass sie so, also wir haben das Wort Würde ein oder zweimal erwähnt in diesem Film. Wir müssen es jetzt nicht mehr erwähnen, weil diese Figur ist ja so herrlich würdelos.
Florian Bayer: Ja, ja, ja.
Johannes Franke: Er ist wirklich Influencer.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Und er ist laut und er ist wild. und er scheißt drauf, wie er nach draußen wirkt. Ich finde, er ist auch voll beneidenswert, weil er einfach sein Ding voll durchzieht.
Florian Bayer: Absolut, absolutes Vorbild.
Johannes Franke: Und dann ist halt so geil, dass er so inszeniert wird, dass er ist ja quasi auch so eine Spiegelung fast schon von Lilou, weil er kriegt sie ja auch alle rum. Er läuft da durch den Gang und alle wollen ihn ficken. Es ist so krass. Und ich weiß nicht, mit wie viel Stuart er flirrt, bis er dann eine lecken darf zum Start. Die hat es ja auch zwischendurch mal so kurz gesagt, vielleicht keine so gute Idee,
Florian Bayer: aber schmilzt sie irgendwie hin, was auch so knapp dran ist.
Johannes Franke: Und diese Art, wie er inszeniert wird, dass alle mit ihm ficken wollen. Und es ist einfach geil und ich finde die Figur total witzig, weil sie halt so komplett drüber ist, weil da nichts Reales mehr dran ist. Und zwar auch tatsächlich, ich meine es gibt ja so Menschen, aber an diesen Menschen ist ja auch nichts Reales. Und das ist gar nicht negativ gemeint, weil diese Menschen ihre eigene Inszenierung sind. Und das ist ja auch irgendwie was, was beeindruckend ist, dass es eine Menschschaft so als öffentliche Figur und sein Leben und Öffentlichkeit miteinander zu verschmelzen.
Florian Bayer: Ja, ich würde auch keine große Wertung oder sowas vornehmen wollen tatsächlich.
Johannes Franke: Er hat Spaß an seinem Leben.
Florian Bayer: Ja, genau. Das ist es. Hat Spaß an seinem Leben. Alles in Ordnung. Was da vielleicht dahinter steckt noch an, was ist ich, Psychologie? Mir doch egal. Der Film will das nicht. Das ist wurscht. Nee, ich finde die Figur auch total unterhaltsam und habe total Spaß mit der. Das Problem ist bloß, ich verstehe sie nicht. Akustisch. Oder hast du die ersten zehn Minuten auch nur ein einziges Wort auf ihn verstanden?
Johannes Franke: Als er aufgetaucht ist, dachte ich, Moment, warum kann er diese komische Sprache der Götter?
Florian Bayer: Die Weinsprache, jaja. Aber nein,
Johannes Franke: aber das ist okay, weil es ist einfach so ein Pop-Ding, wo du das Gefühl hast, okay, 90% der Worte, die er sagt, sind sowieso Bogos und sind sowieso Quatsch und du musst es gar nicht verstehen. Die Vibes sind das Entscheidende.
Florian Bayer: Das stimmt, ja, ja. Dann haben wir jetzt nur noch eine Figur noch nicht gehabt.
Johannes Franke: Wer fehlt denn noch? Corbin. Corbin, aber wir haben doch schon gesagt, Ken und Blond und Bruce Willis und Klatze und...
Florian Bayer: Ja, okay. Zu wenig. Okay,
Johannes Franke: Corbin.
Florian Bayer: Moment, Moment, Moment. Habe ich überhaupt so viel über ihn, dass sich das jetzt lohnt? Ich finde, Bruce Willis hat irgendwann seine Lust am Schauspiel verloren und nur noch Actionheld Standard abgespielt. In diesem Film sieht man den Schauspieler Bruce Willis, wie er noch richtig Spaß hat. Das finde ich total toll. Ich liebe es, ihm quasi privat in den Kopf gucken zu können, wie er an diesem Set einfach denkt. Wow, okay, wir haben jetzt einfach Spaß. Alles gut. Was macht sie da gerade? Was für eine Sprache ist das? Der wusste nicht, dass sie anfangen würde, in dieser Divine Sprache tatsächlich zu reden, wie das klingen würde, was sie machen würde und so weiter. Das heißt, seine Reaktionen, die sind, wenn sie den ersten Take genommen haben, absolut unmittelbar echt. Oder eben mit der Zeit, aber er ist so begeistert, glaube ich, einfach von dem, was er da machen darf und hat so viel Spaß daran, diese fast schon Parodie seiner selbst zu spielen. spielen, seiner Rolle, die er sonst spielt.
Johannes Franke: Das Witzige ist, wir haben ja einen Bruce Willis, der hat eine ganz merkwürdige Karriere. Er hat seinen zweiten Frühling, sein erster Frühling war extrem kurz und zwar war das Stirb langsam. Das war ein Film, der ein riesiger Hit wurde und er hatte voll das Potenzial, Action-Head zu sein. Und dann hat er einfach keinen guten Agenten. Ich glaube, Bruce Willis sowieso, Bruce Willis Schauspielkarriere ist vor allem davon getragen, dass er keinen guten Agenten hat. Weil dann hat er wirklich viel Scheiß gespielt und dann hat er halt sowas gemacht, wie, guck mal, wer da spricht, die Stimme des Babys. Er war Thomas Gottschalk. Er hat sowas gespielt wie Hudson Hawk, was ein riesiger Flop war, Last Boy Scout, was halt auch so ein Standard-Action-Film war. Und dann hatte er aber 1994 Pulp Fiction. Und dann hieß es plötzlich, wow, Bruce Willis kann schauspielern. Das war sein zweiter Frühling, hat damit angefangen. Und dann hat er Twelve Monkeys gespielt, wo er extrem gut drin ist. Der dritte stirbt langsam, war ein riesiger Hit. Und dieser Film jetzt, das fünfte Element, ist genau in dieser Zeit. Und danach hat er wieder offensichtlich zu viel auf seinen scheiß Agenten gehört. Da hat er nämlich dann so Zeug gespielt wie Armageddon. Und, ah ne, The Sixth Sense hat er noch. Der hatte ja nochmal einen dritten Frühling. The Sixth Sense war 99. Bruce Willis hat eine ganz merkwürdige Karriere, aber hier hat er Spaß. Und hier macht es auch Spaß, ihm zuzugucken. Ich finde jetzt nicht, dass er, wenn ich mir die ganzen Schauspielleistungen in diesem Film angucke, sticht er nicht hervor. Gary Oldman ist krasser, ist witziger, comichafter.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Mila Jovovich ist mehr badass und ist irgendwie cooler.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Chris Tucker hat mehr Sex Appeal. Ian Holm hat mehr Würde. Du findest eigentlich immer was, was irgendwie so, was mehr heraussticht. Und er ist halt irgendwie so der traditionelle Actionheld.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Aber dafür macht er das total mit Humor, mit Selbstironie. Ja, genau.
Florian Bayer: Ganz wichtig.
Johannes Franke: Auch so diese kleinen Sachen, die halt immer diese Selbstironie in die Figur reinbringen. Einfach, dass er mit Rauchen aufhören will und von seiner Mutter genervt ist, sich ständig anrufen. Das reicht, ne?
Florian Bayer: Ja, ja, ja, genau.
Johannes Franke: Und ja, dadurch funktioniert das einfach sehr gut. Alter, sind wir durcheinander hin und her gesprungen. Ich finde, als jemand, der eine große Sehnsucht hat nach pompösem Urlaub, finde ich dieses Kreuzfahrtschiff im Weltraum total geil.
Florian Bayer: Krass, Mann.
Johannes Franke: Ich bin großer Fan davon.
Florian Bayer: Ja, ich würde halt nie auf so ein Kreuzfahrtschiff gehen. Allein aus Umweltgründen und so weiter. Aber ... wenn das alles zur Seite ist und man sich so denkt, ja, das Ding schwebt halt irgendwo mal und es ist ein ziemlich geiles Ding.
Johannes Franke: Im Weltraum kannst du keine Riffs kaputt fahren.
Florian Bayer: Das stimmt wohl.
Johannes Franke: Auf so ein Weltraumkreuzfahrtschiff würde ich gehen. Also wie gemerkt, aus ähnlichen Gründen wie du würde ich niemals auf ein Kreuzfahrtschiff gehen, aber auf so ein Weltraumkreuzfahrtschiff würde ich glaube ich gehen.
Florian Bayer: Warum nicht, ja. Das sieht auf jeden Fall ziemlich cool aus, muss man sagen. Also eine gute Veranstaltung würde ich nehmen, glaube ich auch.
Johannes Franke: Und die Oper finde ich auch total geil. Mit der Diva Plava Laguna, wo ich bis heute nicht verstanden habe, warum sie plötzlich so entscheidend ist, warum sie die Steine hat,
Florian Bayer: warum eine Person der Öffentlichkeit, die auf der Bühne steht, so ein leichtes Ziel ist. Es macht keinen Sinn. Es gibt überhaupt keinen Sinn, aber die Locations sind geil, die Figuren an sich sind geil. Das rechtfertigt das alles total. Dieser Song ist übrigens auch total unmöglich zu singen. Also es gibt den realen Song am Anfang. bevor es dann in diese Techno-Version oder was das ist, elektronische Version übergeht.
Johannes Franke: Von Gaetano Donizetti's Oper Lucia di Lammermoor. Und zwar heißt es Il Dolce Suono. Gesungen von Inva Mula, einer Sopranistin aus Albanien.
Florian Bayer: Die dann kam ans Studio und tatsächlich 85% dieser Arie auch live gesungen hat. Und der Typ, der das aufgenommen hat, war völlig irritiert. Okay, krass. Ich dachte, wir müssen jetzt Einzeltöne aufnehmen. Und das haben sie dann auch für die restlichen Prozent gemacht. Der zweite Teil dieser Arie ist eigentlich nicht möglich, weil die Sprünge zwischen den Tönen viel zu hoch sind für diese Geschwindigkeit, die dieses Ding hat. Und dann haben sie Einzeltöne noch aufgenommen und die digital zusammengefügt, damit das dann irgendwie klingt. Ich finde, es klingt total gut im Film. Es klingt nicht schlecht zusammengeschnitten oder so. Es ist total geil.
Johannes Franke: Es ist auch einfach, es hat diesen Spannungsbogen. Es hat dieses Erhabene. kurz haben sie dich und du denkst so, was für ein bewegender Moment. Ja genau,
Florian Bayer: dann geht's los.
Johannes Franke: Und dann, ach so, jetzt fängt der Song an. Das war das nette Intro vor der Metal-Platte, wenn sie so ein bisschen gedudelt haben, so ein schönes Instrumental-Intro und du weißt, gleich fangen sie an rumzugreischen. Wir haben noch, also wir haben über die Ästhetik gesprochen, aber wir haben noch gar nicht drüber gesprochen, dass dieser Film ja wirklich teuer geworden ist, durch die Ästhetik und auch durch die Effekte.
Florian Bayer: Ja. Und CGI, ne? Und die frühe CGI.
Johannes Franke: Alle, ja, also sowohl praktisch Praktische Effekte. Nick Adler war vor allem dafür verantwortlich, der unter anderem für Alien einen Oscar gekriegt hat und bei das Imperium schlecht zurückgearbeitet hat.
Florian Bayer: Ganz viele kleine Modelle gemacht, mit 80 Modellbauern zusammen, fünf Monate lang. Ein 24. Größe hatten die Modelle. Dann gab es natürlich die Monster, die erschaffen wurden.
Johannes Franke: Dafür war vor allem Nick Dutman verantwortlich. Der hat die Kreaturen erschaffen. Der sollte sprechen. später für die Harry Potter Filme das Make-Up machen. Und der hat in Star Wars Episode I, da haben wir eine Verbindung, die Animatronics gemacht. Und in der Mumie. Und dann haben wir aber die Visual Effects, die wirklich viel CGI waren, von Mark Stetson, der das Ganze geleitet hat, der unter anderem auch bei Blade Runner gearbeitet hat und der später die Visual Effects in Herr der Ringe machen sollte. Und zwar war das Digital Domain, hieß die Firma, die dafür hauptsächlich verantwortlich war. Und wenn du dir anschaust, digitale Visual Effects in den 90ern, dann sind es die. Die haben Titanic gemacht, die haben Apollo 13 gemacht, die haben Armageddon gemacht, die haben Star Trek Filme gemacht, die haben alles gemacht in dieser Zeit. Vor allem diese ganzen Katastrophenfilme, diese 90s-Desaster-Movies, die haben dann alle gesagt, geil, jetzt können wir endlich Erdbeben mit CGI darstellen. Wir müssen nicht mehr nur noch die Kamera wackeln.
Florian Bayer: Das haben alles die gemacht.
Johannes Franke: Und they hold up.
Florian Bayer: Ja, also ich würde sagen, also... dadurch, dass die Mischung so da ist zwischen Miniaturdingern, die sie aufgenommen haben und dann CGI, was sie reingehauen haben und allem möglichen, die Welt sieht total realistisch und gut aus. Also natürlich denkt man sich, wenn dieses Taxi da in der Gegend rumfliegen, mal in so einem Schacht rein, wo man denkt, ah, jetzt stimmt das Licht nicht ganz miteinander überein und so. Aber das ist absolut vernachlässigbar. Also ich habe aus den späten 90ern schon deutlich Schlimmeres gesehen.
Johannes Franke: und ich finde Star Wars zum Beispiel, Episode 1, Entschuldigung, dass ich den nochmal erwähnen muss, der ist gar nicht so schlecht, der Film.
Florian Bayer: Du Hater
Johannes Franke: Aber die Special Effects sind deutlich schlechter gealtert, unter anderem auch, weil halt zu wenig auf Mechatronics gesetzt wurde und zu wenig auf Practical Effects und hier funktioniert das alles besser und dann merkt es, es fühlt sich einfach so ein bisschen organischer an. Die mussten ja ganz schön cutten, damit der Film überhaupt produziert wurde, damit sie überhaupt jemanden gefunden haben, der das Ding bezahlt, weil es hat so an 100 Millionen gekratzt und dann hat Columbia gesagt, Lüg, du hast mit Leon einen tollen Film gemacht, aber wir können dir diesen Film echt nur geben, wenn du auf 90 Millionen runtergehst.
Florian Bayer: Sie haben auch tatsächlich ja vorher schon damit angefangen. Und dann hieß es, es gibt einfach niemanden, der das Geld dafür gibt. Also vor allem Lüg Besson nicht, der ja mit Leon der Profi noch nicht den Erfolg hatte.
Johannes Franke: 92 haben sie angefangen mit der Planung, mit dem Bauen.
Florian Bayer: Und dann haben sie irgendwie gesagt, ja gut, okay, kommt erstmal auf Eis. Und dann hat er eben Leon der Profi gemacht und der war dann ein riesiger Erfolg. Und deswegen überhaupt haben dann angefangen so Produktionsfirmen zu sagen, okay, lass uns mal reden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: 100 Millionen, die 90 Millionen, die es gekostet hat oder 90 Millionen, ne?
Johannes Franke: 90 Millionen hat es dann gekostet, genau.
Florian Bayer: Die sind ja schon krass gewesen für europäische Verhältnisse, muss man sagen. Weil er wollte amerikanisches Kino quasi in Europa machen, entsprechend auch das Budget. Und das ist auch seitdem... nur noch sehr selten gemacht worden. Wir haben nicht die Infrastruktur dafür. Wir haben nicht die Art und Weise, Filme zu machen in Europa. Das ist halt sehr amerikanisch. Und auch wenn der Film sehr erfolgreich war, hat sich das nicht weiter durchgesetzt.
Johannes Franke: Es ist so witzig, es war ja als englischsprachiger Film erfolgreich. Es ist ein englischsprachiger Film, er ist ja auch komplett englischsprachig besetzt. Der Originaltitel ist aber alles, danke, ja, Element. Es ist ein französischer Film und wenn wir uns anschauen, wer da neben dem, wenn wir das Cast weglassen und eher auf die Crew schauen, dann haben wir da auch sehr viele französische Namen. Und als Produktionscompany haben wir dann auch Gaumont mit drin.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also es ist schon, es hat einfach diese französischen Vibes, obwohl es in Englisch gedreht wurde. Aber natürlich, wenn du in Englisch drehst, dann hast du halt den internationalen und vor allem den US-amerikanischen Erfolg. Und den hatte dieser Film.
Florian Bayer: Krass, ne? Die waren auch wirklich sehr, sehr gut dann am Kino und so. Ich weiß, ich hab die Zahlen jetzt gerade.
Johannes Franke: 264 Millionen hat er eingespielt. Ah ja, genau.
Florian Bayer: Krass, ne?
Johannes Franke: Das war wirklich ein Erfolg.
Florian Bayer: Der blieb bis 2011, bis ziemlich beste Freunde gekommen ist. Der beste, erfolgreichste. französische Film. Und er ist so viel besser als Ziemlich Beste Freunde. Ja. Wir haben Ziemlich Beste Freunde auch besprochen. Falls ihr den Vergleich, direkten Vergleich haben wollt, hört da gerne rein.
Johannes Franke: Wo der Film allerdings nicht so gut ankam,
Florian Bayer: war bei der Kritik. Aber warum? Ich verstehe es nicht. Die sollen mal ein bisschen durch die Hose atmen.
Johannes Franke: Die 90er waren irgendwie eine schwierige Zeit. Die 90er waren irgendwie eine merkwürdige Zeit. Und ich glaube, die Kritiker wussten so die Schönheit von sowas albernem. Damals einfach nicht zu schätzen. Und bis zu dem Punkt, dass dann ja auch tatsächlich sowohl Chris Tucker als auch Mila Jovovich für eine Golden Raspberry nominiert waren. Chris Tucker als Worst New Star und Mila Jovovich als Worst Supporting Actress. Beides, was ich total absurd finde. Und vor allem Supporting Actress. Hallo, sie ist die Hauptfigur. Ja,
Florian Bayer: die Hauptrolle. Was soll das?
Johannes Franke: Aber die Golden Raspberry sind sowieso manchmal etwas schräg drauf.
Florian Bayer: Ich möchte nur... auf ein Plothole, was mir ganz wichtig ist. Ein Plothole. Alle andere überspringe ich ganz wunderbar. Das ist mir aufgefallen. Ein Plothole ist mir aufgefallen. Wenn sie bei W angekommen ist und auf War klickt und sich anguckt, was bei Krieg war, hat sie patriarchale Strukturen unter P übersprungen? Holocaust unter H. Und K wie Kapitalismus auch übersprungen? Was ist los? Es ist sehr merkwürdig.
Johannes Franke: Naja, Bildung ist alles.
Florian Bayer: Denn darum geht es in diesem Film. Genau,
Johannes Franke: dass Bildung das Entscheidende ist. Genau. Und Liebe.
Florian Bayer: Die Liebe rettet die Welt. Wie scheiße findest du dieses Ende? So richtig scheiße. Okay. So richtig, richtig, richtig scheiße. Und ich muss sagen, ich habe trotzdem viel Spaß damit und denke dann so, mir doch wurscht. Jetzt ist es halt die Liebe und ja, jetzt küssen die sich, obwohl sie vorher gesagt hat, Alter, ich kann nicht mehr. Und alles wirklich dagegen spricht, dieses Ende so zu machen. Aber ich denke dann, ja, ach komm. Dafür, dass es einfach so ein Spaßfilm ist, darf es auch ein billiges Ende haben. Auf jeden Fall. Es passt voll gut zu dem Film. Es ist so vieles, also storytechnisch ist ja so vieles billig an diesem Film. Es ist ja wirklich albern.
Johannes Franke: Du hast niemals das Gefühl, dass da eine tiefe Philosophie oder Psychologie dahinter steckt, sondern es ist einfach die Freude am Rausch.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Und insofern ist es... Ist es dann doch wieder vielleicht eine tiefere Philosophie, weil dieser Satz, Zeit ist egal, das Leben ist das Entscheidende, das Leben ist alles, was zählt, ist ja auch das, was der Film irgendwie vermittelt, weil es so ein Rausch ist. Und wenn man so eine hedonistische Figur wie Ruby da in die Mitte platziert, dann macht man das ja auch vielleicht aus dem Grund, weil man sagt, scheiß drauf Leute, genießt das Leben, habt Spaß, vögelt bis die Welt untergeht. Und das macht dieser Film auch. Und dann haben sie am Schluss halt auch nochmal wirklich James-Bond-Sex.
Florian Bayer: Das finde ich wirklich so, ah, nee, das hätte nicht noch sein müssen. Hätte wirklich nicht sein müssen. Aber gut, egal. Ja.
Johannes Franke: Es passt einfach. Dieser Film ist halt Sex und deswegen passt es auch, dass Milla Jovovich so halb begleitet die ganze Zeit rumläuft. Das muss so. Es muss einfach so.
Florian Bayer: Also ich finde, dass der Film von Anfang an einen mit auf diese Reise nimmt und deswegen man so wahnsinnig wenig darüber nachdenkt, ob das jetzt Sinn ergibt oder so. Und deswegen ist alles vollkommen in Ordnung. Es ergibt keinen Sinn.
Johannes Franke: Und man verliert sich auch in diesem Film. Dieser Film ist so... überflüssig kompliziert zwischendurch. Die Story ist wirklich überflüssig kompliziert oder verkompliziert.
Florian Bayer: Aber das ist ja auch Teil des Vergnügens, finde ich. Also es ist nicht so kompliziert, dass man dann aussteigt und sagt, nein,
Johannes Franke: aber es ist so verkompliziert, weil also, du hast es vorhin gesagt, die sind alle auf der gleichen Seite. Warum machen die trotzdem ihr eigenes Ding? Der Priester arbeitet für den Staat, der gerade den Typen, dem er die Karte klaut, angeheuert hat. Es macht keinen Sinn. Es ist so verkompliziert, einfach nur um zu sagen, wir haben hier noch ein bisschen Verwirrung und Verwechslung. Ja, da weiß die eine Hand nicht, was die andere tut. Das ist eine Kritik an Bürokratie. Das ist es. Und warum ist der Priester nicht dabei? Weil mittlerweile sollte doch der Präsident wissen und die Militärs sollten auch wissen, dass der Priester irgendwie mehr weiß. Warum ist er nicht dabei, wenn sie aufgetaut wird oder geklont wird? Und was machen die überhaupt? Was ist das überhaupt, dieses Klonen?
Florian Bayer: Was? Du willst jetzt wissen, was das Klonen ist? Ja, in diesem Film, in diesem Kontext. Ich weiß, was Klonen generell ist, aber hä? Die haben da ein Panel. Kannst du auswählen, wie die Figur aussehen soll, die dann entsteht in diesem Film. Ja,
Johannes Franke: aber sie hat ja auch Erinnerungen.
Florian Bayer: Mila Jovovich ist ja Verkaufsschlager. Die ist ja jede Woche zweimal da geklont. Das macht absolut Sinn. Bis zu dem Punkt macht es Sinn. Warum haben sie Papierwände? auf unsere Papierwände im Moment. Mila Jovovich flieht durch eine Papierwand. Stimmt. Okay, okay. Es macht alles keinen Sinn. Egal. Wie wäre es mit einem Jingle? Für ein Segment, das uns rettet. Los. Also, wir haben eine Top 3. Du wolltest Titletrops? Kennst du das, wenn du im Kino sitzt? Also ihr da draußen. Kennt ihr das, wenn ihr sitzt im Kino oder ihr sitzt zu Hause auf dem Sofa, guckt euch einen Film an und dann sagt eine Figur unvermittelt plötzlich den Titel des Films? Ich finde es meistens scheiße. Ja, es ist meistens scheiße. Aber es gibt auch gute. Beispiele. Es gibt ein paar gute Beispiele und meistens ist es scheiße. Und Hollywood macht das echt gerne, ne? Ja. Hollywood hat immer diesen einen dramatischen Moment, wo irgendjemand den Titel des Films sagen darf,
Johannes Franke: damit man das auch nochmal im Trailer zeigen kann. Das ist großartig. Ganz schrecklich.
Florian Bayer: Meistens ist es durchschaubar schlecht.
Johannes Franke: Ja, es ist wirklich ein schlechtes Klischee und Drop. Und ich hab drei gefunden, mit denen ich glücklich bin und sogar eins, was wirklich Hollywood ist, dass das einfach so macht für den Trailer und das ist trotzdem geil.
Florian Bayer: Okay. Ich hab vier, auf die ich alle... vier stolz bin. Und jetzt muss ich überlegen, welchen ich rauskicken muss.
Johannes Franke: Ich kann ja mal mit meinem Platz drei anfangen. Mach mal, mach mal. Mein Platz drei ist nämlich, es ist so reingewoben, dass es gar nicht auffällt, Crouching Tigers Hidden Dragon. In dem Film sagt nämlich Lee Mubei irgendwann, und dann wissen wir auch, warum der Film so heißt, dass Crouching Tigers and Hidden Dragons are in the underworld. But so are human feelings. Deswegen heißt der Film Tiger and Dragon nicht, weil das ein fantastischer Film ist. Wir haben auch drüber gesprochen. Guckt ihn euch an. Das ist ein großartiger Woosha-Film. Ich glaube, Johannes mochte den auch. Ja,
Florian Bayer: ganz beeindruckend, weil ich gedacht habe, mit Kampffilmen kann ich nichts anfangen. Aber der ist wirklich krass.
Johannes Franke: Und es geht, wie gesagt, um die Tiger, um die verborgenen Drachen und um die lauernden Tiger geht es. Nicht wirklich. Das sind die, die in der Unterwelt lauern. Aber es geht um die menschlichen Gefühle, die genauso in der Unterwelt verborgen sind.
Florian Bayer: Ich hätte auf Platz 3 All About Eve. Wir haben auch darüber gesprochen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aus dem Jahre 1950, ganz, ganz toller Film über Theater und versteckt natürlich eigentlich auch über Film, Hollywood und dieses ganze Diven und Produzenten und Filmkritiker, die alle irgendwie teilhaben wollen an diesem Zirkus und alle irgendwie ihre eigenen Sachen damit, ihre eigenen Karrieren nach vorne bringen wollen und so. Und da sagt in einer Szene ganz am Anfang, Edison DeWitt, den wir noch nicht kennen ganz am Anfang, aber der erzählt. Etwas über die Gesellschaft, die da dargestellt wird. Wir sehen eine Preisverleihung und es wird über die ganzen Gesichter geschwenkt. Und er sagt, Eve, Eve, the golden girl, the cover girl, the girl next door, the girl on the moon. Time has been good to Eve. Life goes where she goes. She's the profiled, covered. revealed, reported. You all know all about Eve. All about Eve. Ganz, ganz toll. Ich finde diese Rede ganz am Anfang ganz toll, weil sie sich auch so nochmal umdreht, wenn man den Rest des Films gesehen hat. Finde ich ganz toll.
Johannes Franke: Ja, schön. Sehr cool. Toller Film. Wir reden drüber. Hört euch die Episode an. Es ist ein verdienter Klassiker. Mein Platz 2 Ist ein wirklich dramatischer Titletrop, der so geil ist, weil er danach komplett konterkariert wird. Und zwar der erste Spider-Man-Film mit Tobey Maguire.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Und zwar wird der Name Spider-Man genannt, wenn Tobey Maguire, also Spider-Man, hinter der Bühne ist und beim Wrestling ist. Er will wrestlen. Und er hat sein Kostüm angezogen. Wir sehen ihn aber noch nicht. Und dann fragt der Ring-Announcer, wie ist dein Name? Ja. Und er sagt, The Human Spider. Und der Ring-Announcer sagt, The Human Spider, das ist ein scheiß Name. Ich präsentiere es. Spider-Man Der Ring-Announcer ist Bruce Campbell, den man kennt aus Evil Dead, aus Tanz der Teufel. Was schon mal witzig ist. Spider-Mans Gegner ist der Macho-Man Randy Savage, was schon mal komisch ist. Geht aber das Licht an und wir sehen Spider-Man zum ersten Mal. Also Spider-Man Dann sehen wir ihn aber noch in seinem Kostüm, das er schnell zusammengenäht hat, das wirklich billig aussieht. Während er diskutiert mit dem Ring-Announcer, nein, nein, ich bin die Human Spider, ich bin nicht Spider-Man. Und es ist so wunderbar, dieses Konzept. konterkariert. Dramatischer Auftritt. Spider-Man. Und dann steht da dieser Hans Wurst und diskutiert mit dem Ring-Announcer, dass er gar nicht Spider-Man ist. Super Szene.
Florian Bayer: Das ist süß. Allerdings muss ich sagen, während der Recherche habe ich gedacht, ah, jetzt wird's aber lame, wenn ich jetzt einfach nur Namen nehme. Es gibt ja viele Filme, die nach der Hauptfigur benannt sind. Und dann, ja, natürlich wird der Name der Figur immer mal wieder genannt. Das ist kein Title-Drop. Das ist einfach nur, ich nenne den Namen der Figur. Harry Potter. Ja, genau. Solche Sachen. Und dann denke ich so, nee, das ist blöd, das ist kein ordentlicher Titledrop. Was ich noch habe, ist Legendär und eigentlich passt es zu Platz 1, aber ich habe es auf Platz 2. Breakfast Club. Oh, jetzt wüsste ich gar nicht,
Johannes Franke: wo der genannt wird.
Florian Bayer: Ganz am Ende, wenn der mit deiner Faust da hochgeht. Der erzählt dann nochmal als Überlegung, ne, Aufstimme.
Johannes Franke: Er schreibt den Brief an den Direktor.
Florian Bayer: Genau, genau. Und da wird vorgelesen, was er da schreibt. Die sollten ja irgendwas schreiben. Das war ja auch die Hausfrau, glaube ich. Ja,
Johannes Franke: sie sollten über sich schreiben oder über ihre Rolle und so.
Florian Bayer: Genau. Also typische Schule, Highschool, die sitzen da zusammen. Die haben sonst nichts miteinander zu tun und lernen sich da endlich mal ordentlich kennen. Und dann kommt ganz am Ende erst der Ausschnitt aus dem, was er da schreibt für die Schule. Und da kommt dann, und wir sind irgendwie der Breakfast Club. Und dann steht er da mit dieser Faust im Freeze am Ende des Films mit dieser geilen Musik drüber. Ich find's n... ganz, ganz tolles Ende.
Johannes Franke: Don't you forget about me. Fantastisch, sehr cool. Mein Platz 1 ist wirklich klassischer Hollywood-Pathos. Das Auto fährt vor über die Wiese. Sie steigen aus, weil die Frau sagt noch, Moment, das Blatt dürfte doch gar nicht existieren. Und dann sehen sie es. Dinosaurier.
Florian Bayer: Ach Gott.
Johannes Franke: Richard Attenborough steht auf und sagt, Willkommen in Jurassic Park. Und die Kamera fährt einmal über eine riesige Dinosaurierherde. großartige Szene, großartig pathetischer Moment eines wirklich tollen Hollywoodfilms.
Florian Bayer: Das ist Platz 1 bei dir? Das ist mein fucking Platz 1. Naja, Das ist auch so ein Name eines, natürlich fällt da irgendwann der Name Jurassic Park.
Johannes Franke: Aber es ist wirklich beeindruckend. Nein, aber es ist wirklich schön gemacht und auch mit diesem Bild und wirklich diese richtig gut animierten Dinosaurier und dann hast du noch die Reaction-Shots von den Menschen, von den von den Paläan... Paläontologen. Paläontologen. Die zum ersten Mal wirklich echte Dinosaurier sehen und total ergriffen sind. Das ist eine großartige Szene.
Florian Bayer: Aber ich bin ein bisschen beleidigt, dass du nicht zurück in die Zukunft mit drin hast.
Johannes Franke: Ja, komm.
Florian Bayer: Das ist doch der Urvater des Titles. Nein.
Johannes Franke: Ja, ist okay. Nimm's.
Florian Bayer: Doc Brown in seiner Szene da, wenn er endlich rausfindet, was er machen muss, sagt er, wow, next Saturday night we're sending you. Back to the Future.
Johannes Franke: Ja, es ist schon großartig.
Florian Bayer: Es ist geil, auf jeden Fall. Das ist ganz toll. Und ich habe noch eine andere Bemenschen.
Johannes Franke: Oh ja?
Florian Bayer: Doctor Who.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Die machen sich seit 50 Jahren, immer mal, oder 60 Jahren inzwischen, immer mal wieder den Spaß, dass irgendjemand in der Episode den Doktor vorstellt und einfach nur sagt, das ist übrigens der Doktor. Und dann sagt die Figur, Dr. Who. Achso, stimmt. Er heißt nur der Doktor. Er heißt gar nicht Dr. Who. Genau. Und deswegen, okay. Aber die Serie hieß von Anfang an Dr. Who, ne? Ja, genau. Und haben die das von Anfang an so gemacht? Also auch schon in den 70ern? Die haben auch in den 70ern schon solche Gags gemacht einfach. Weil irgendwie gehört das zum Konzept. Der Titel ist im Grunde die Frage. Welcher Doktor? Was für ein Doktor? Dr. Who. Und das finde ich großartig.
Johannes Franke: Okay, schön. Sehr schön. Wow, ja, das waren coole Filme.
Florian Bayer: Aber schreckliches Thema. Zurück zum Film. Zurück zum Film. Das war unsere Top 3. Haben wir irgendwas Großes als Fazit? Wir haben ja im Grunde auch schon viel durchklingen lassen, was wir von diesem Film halten.
Johannes Franke: Also ich kann sagen, ich liebe diesen Film. Es ist ein riesiger Spaß. Und in den 90ern wurden, glaube ich, zu wenige Blockbuster gedreht, die so Spaß gemacht haben. Die auch sich so wenig ernst genommen haben und die das Budget, das sie hatten, richtig eingesetzt haben, um Schauwerte zu liefern. Und ich bin echt nicht so gut auf das 90er Jahre Blockbuster-Kino zu sprechen. Wer uns länger zuhört, weiß das wahrscheinlich. Und der macht's richtig und deswegen liebe ich ihn. Toller Film.
Florian Bayer: Ich finde, man sollte mehr 16-Jährigen Geld geben und sagen, ich mach einfach einen Film. Ich meine, er ist nicht 16 gewesen. Er war Mitte 30 oder sowas. Ich weiß es schon gar nicht mehr genau. Aber er hat mit 16 damit angefangen. Und ich finde, dass man das volle Kanne sieht, weil so viele Ideen sind, die einfach nur aus 16-jährigen Pubertierenden und, naja, sagen wir, hormongesteuerten Gehirnen einfach rausgekommen. Und ich finde es ganz, ganz toll.
Johannes Franke: Dieser Film kann nur von einem entworfen worden sein, der den ganzen Tag an Sex gedacht hat.
Florian Bayer: Ich finde es ganz toll. Ganz großartig. Viel Spaß gemacht.
Johannes Franke: Martin und Miriam,
Florian Bayer: vielen, vielen, vielen Dank, dass ihr uns diesen Film gegeben habt. Es hat wirklich Spaß gemacht und wir wären vielleicht selber nicht drauf gekommen. Insofern, das soll auch an euch da draußen gehen. Schickt uns einfach Filme, die ihr unbedingt uns geben wollt. Wo ihr sagt, ihr müsst unbedingt diesen Film besprechen. Und dann versuchen wir das irgendwie einzubauen. Wir haben eine lange Liste?
Johannes Franke: Wir haben eine viel zu lange Liste, aber wir versuchen das nach und nach abzuarbeiten.
Florian Bayer: Ja, wir wollen jetzt nicht nur noch Filme von euch da draußen machen, weil es ja auch... eine Veranstaltung ist, wo wir uns gegenseitig versuchen, das Leben schwer zu machen. Ja. Und weswegen ich mir das siebte Siegel anhören muss und so. Aber schickt uns gerne Sachen und wir gucken, dass wir das auf der Liste irgendwie sinnvoll einarbeiten. Ja.
Johannes Franke: Ansonsten wie immer, vielen, vielen Dank fürs Zuhören.
Florian Bayer: Ja, vielen Dank fürs Zuhören.
Johannes Franke: Lasst es euch gut gehen die Woche.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche drankommt, dann wird nämlich wieder ein Film von Johannes vorgeschlagen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Dann bleib noch mal kurz dran, der wird mir was zuwerfen. Ich bin schon sehr gespannt, was er als Antwort auf Jeanne d'Arc, über den wir letzte Woche gesprochen haben, zu bieten hat.
Florian Bayer: Oh Gott, das muss dazu passen? Oh, Plur.
Johannes Franke: Nein, es muss eine Antwort darauf sein. Du musst mit derselben Kraft zurückhauen, mit der ich zugeschlagen habe.
Florian Bayer: Wenn wir das immer durchziehen würden,
Johannes Franke: dann funktioniert es nicht. Eskalation. Das ist Kapitalismus, Plur. Es funktioniert nicht. No Wachstum geht nicht. Okay, hauen wir eine Scheibe kaputt. Bis nächste Woche. Bis nächste Woche. Tschüss.
Florian Bayer: So, Ploha. Und wir werden uns nächste Woche endlich wieder in die 50er hineinbegeben.
Johannes Franke: Oh, großartig.
Florian Bayer: Ich bin dafür immer verantwortlich, die ganzen romantischen Komödien aus den 50ern rauszuholen.
Johannes Franke: Back to the basics.
Florian Bayer: Back to the basics. Und zwar gucken wir... Roman Holiday mit Audrey Hepburn und mit Gregory Peck, großartig geschrieben von Dalton Trumbo.
Johannes Franke: Oh, interessant.
Florian Bayer: Über den wir schon mal geredet haben, in einem etwas verstörenderen Kontext. Da ging es um Johnny Got Her Gun, Goddess Gun.
Johannes Franke: Ich habe mal kurz einfach gegoogelt, ich kenne den Film nämlich nicht, um das gleich zu sagen, und sehe ein glückliches Pärchen, er 50 sieht... zieht sie 19 auf einem Motorrad in Italien und es sieht voll nach was aus, über das ich richtig böse herziehen kann.
Florian Bayer: Ja, ich bin total gespannt, weil ich natürlich, ich liebe diese Filme und ich habe Herzschmerz und schön und alles. Alle die Sets sind wahnsinnig schön und niemals so schön, wie wenn es irgendwann sein könnte. So übertrieben und alles großartig, aber ich finde, der Film hat mehr als das. Und nicht nur einfach eine am Ende wieder vergessen Komödie, sondern hat schon mehr. Und das möchte ich gerne mit dir sprechen. Und er wurde, um das mal einmal groß zu machen, in Amerika in die Library of Congress aufgenommen, in die Film Registry for being culturally, historically or aesthetically significant. Also es ist nicht einfach nur irgendeiner von den 50er Jahre Filmen.
Johannes Franke: Okay, ich bin... voll gespannt drauf. Ich freue mich ja auch eigentlich, ehrlich gesagt, immer wenn du mir so einen Film gibst.
Florian Bayer: Und ich bin aber auch der Meinung, dass du auch darüber lästern darfst. Du hast es noch nie gemacht. Du hast bis jetzt tatsächlich die meisten meiner Filme, die ich aus dieser Zeit gebracht habe, fandest du tatsächlich überraschend gut.
Johannes Franke: Naja, über Breakfast at Tiffany habe ich ganz schön hergezogen. Und das ist ein Klassiker. Also der hat ganz schön viel Shit von mir abgekriegt.
Florian Bayer: Ja, wegen des rassistischen Ähm... Nein, nicht nur. Nicht nur?
Johannes Franke: Ich fand den tatsächlich,
Florian Bayer: dann habe ich das einfach wieder vergessen, weil ich den Film zu gut finde.
Johannes Franke: Ich glaube, mein Take drauf war, dass er jedes Mal, wenn ich sehe, wieder ein Stück schlechter.
Florian Bayer: Oh nein,
Johannes Franke: nie wieder gucken, Floor. Ja, genau. Das ist die logische Konsequenz daraus. Also, wir gucken Roman Holiday, wir haben richtig Spaß dabei und wir nicht und wir sehen uns dann nächste Woche wieder. Sehr cool, bis dann. Ciao. Bis dann.
Florian Bayer: Ciao.
