Episode 288: Falsches Spiel mit Roger Rabbit –
Roger Rabbit – der gezeichnete Star eine Cartoon-Serie – scheint in letzter Zeit bei den Dreharbeiten nicht mehr allzu konzentriert zu sein. Seine Frau, glaubt er, betrügt ihn. Spielt Patty Cake mit dem Chef der Produktionsfirma. Was gleichzeitig ein Euphemismus für Sex – und ein unschuldiges Abklatschspiel ist.
Als eben jener Chef der Firma tot aufgefunden wird, ist der eifersüchtige Ehemann Roger Rabbit der erste Verdächtige. Er beauftragt Eddie Valiant – einen alkoholabhängigen abgehalfterten Detektiven – um zu beweisen, dass er unschuldig ist. Eigentlich kann Eddie Toons nicht ausstehen, aber er hat ein Herz und hilft Roger Rabbit den eigentlichen Killer zu finden und entdeckt dabei auch den Toon, der seinen Bruder umgebracht hat.
Gleichermaßen Neo-Noir Thriller und Slapstickkomödie mit vielen liebevollen Anspielungen an Filme und Zeichentrick, die man sich so vorstellen kann, in einer Welt in der Cartoon-Figuren und reale Menschen so mühelos miteinander interagieren, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt. Zumindest wenn man sich vom Lachkrampf erholt hat.
Der Film ist mitnichten für Kinder gemacht, auch wenn man darauf geachtet hat, dass Kinder keinen Schaden nehmen. Aber die meisten Gags dürfte man nur als Erwachsener verstehen.
Plor, hast du den Film als Kind gesehen, als er rauskam? Oder hast du den Film deinem Kind gezeigt? Ich brauche Insight, wie Kinder darauf reagieren.
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 288: Falsches Spiel mit Roger Rabbit – Publishing Date: 2026-07-08T11:52:38+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/07/08/episode-288-falsches-spiel-mit-roger-rabbit/
Johannes Franke: Das Ding ist ein fucking achtes Weltwunder. Es ist unglaublich, oder? Wirklich. Das hält heute noch ganz genau so wie damals. Oder vielleicht sogar noch besser. Ich würde sogar behaupten, dieses Ding...
Florian Bayer: Flo, Überfall, es geht schon los. Scheiße. Ich habe gerade wirklich lamentiert, dass ich zu viel habe. Ich habe hier 21 Seiten an Notizen vor mir liegen. Das ist... Ist zu viel.
Johannes Franke: Ich lasse mir gar nicht mehr anzeigen, wie viele Seiten ich habe. Ich habe bei Google Docs einfach eine lange Seite und gut ist.
Florian Bayer: Ich scroll in dem Dokument rum, ich habe auch irgendwie so links gesetzt und ich habe so ein paar Anker. Aber es ist zu viel.
Johannes Franke: Meine Fresse, du kannst auch noch... Anker setzen in deinem Dokument? Ich habe keine Zeit mehr dafür. Bis zur letzten Sekunde sitze ich hier und schreibe noch Sachen auf.
Florian Bayer: Wir reden heute über was, was so unschuldig klingt. Einen wirklich netten, coolen Film, einen großen Blockbuster aus den 80ern und dann fängt man an, sich tiefer damit zu beschäftigen. Und plötzlich hat man eine Tonne an Material.
Johannes Franke: Das ist unglaublich. Wir hatten ja, also ernsthaft, Plur, wir haben in unserer Anfangszeit zwei Filme pro Episode gemacht. Was für Idioten waren wir, dass wir das gedacht haben, durchhalten zu können.
Florian Bayer: Kompletter Wahnsinn.
Johannes Franke: Und wir haben halt noch nicht so viel recherchiert damals.
Florian Bayer: Ja, wir haben nicht so viel recherchiert. Ich hab auch das Gefühl, es wird von Episode zu Episode schlimmer. von einem auf das andere und dann so ein bisschen auch zu filtern, was ist denn jetzt relevant für den Podcast? Müssen wir genau wissen, wann Betty Boop ihre große Zeit hatte? Aber natürlich müssen wir das wissen. Müssen wir wissen, welche Animatoren verantwortlich waren für Mickey Mouse und wie aus dem lustigen Hasen Oswald Mickey Mouse geworden ist, wenn wir über diesen Film reden? Ich weiß es nicht, aber das ist halt da.
Johannes Franke: Es ist alles da und ich glaube, wir haben beide mehrere Rabbit-Holes. Pun intended, in die wir reingefallen sind und vielleicht haben wir auch sehr unterschiedliche und damit ergänzen wir uns, aber wenn wir uns ergänzen, dann haben wir vier Stunden Episode vor uns.
Florian Bayer: Ja, das befürchte ich auch. Du bist schuld. Johannes ist schuld. Johannes hat mir diesen Film aufgegeben. Johannes ist dafür verantwortlich, dass wir heute reden über... Who Framed Roger Rabbit? Oder auch im Deutschen falsches Spiel mit Roger Rabbit aus dem Jahre 1988. Einer der größten Blockbuster der 80er Jahre. Ja. Zu seiner Zeit der teuerste Film aller Zeiten.
Johannes Franke: Wahnsinn. Ich werde euch mal ein kleines bisschen erzählen, worum es geht, weil ihr den Film vielleicht nicht gerade gestern gesehen habt. Und dann wissen wir alle, worüber wir reden. Übrigens, Spoiler, ne? Es gibt ganz viele Spoiler in diesem Podcast. Wir werden den Film von vorne bis hinten durchkrempeln. Von vorne bis hinten.
Florian Bayer: Auseinandernehmen?
Johannes Franke: Auseinandernehmen. Krempeln ist das falsche Wort gewesen, oder? Leg schon los. Roger Rabbit, der gezeichnete Star einer Cartoon-Serie, scheint in letzter Zeit bei den Dreharbeiten nicht mehr allzu konzentriert zu sein. Seine Frau, glaubt er, betrügt ihn. Spielt Patty Cake mit dem Chef der Produktionsfirma. was gleichzeitig ein Euphemismus für Sex und ein unschuldiges Abklatschspiel ist. Als eben jener Chef der Firma tot aufgefunden wird, ist der eifersüchtige Ehemann Roger Rabbit getrennt. Er beauftragt Eddie Valiant, einen alkoholabhängigen, abgehalfterten Detektiven, um zu beweisen, dass er unschuldig ist. Eigentlich kann Eddie Toons nicht ausstehen, aber er hat ein Herz und hilft Roger Rabbit, den eigentlichen Killer zu finden und entdeckt dabei auch den Toon, der seinen Bruder hat. Gleichermaßen Neo-Noir-Thriller und Slapstick-Komödie mit vielen liebevollen Anspielungen an Filme und Zeichentrick, die man sich so vorstellen kann, in einer Welt, in der Cartoonfiguren und reale Menschen so mühelos miteinander interagieren, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt. Zumindest, wenn man sich vom Lachkrampf langsam wieder erholt. Der Film ist mitnichten für Kinder gemacht, auch wenn man darauf geachtet hat, dass Kinder keinen Schaden nehmen. So halb zumindest. Aber die meisten Gags dürfte man nur als Erwachsene verstehen. Plur, hast du den Film als Kind gesehen, als er rauskam? Oder Jugendliche? Oder hast du den Film deinem Kind gezeigt? Ich brauche unbedingt Insights, wie Kinder darauf reagieren. Ja und ja.
Florian Bayer: Ich habe diesen Film als Kind gesehen. Ich habe ihn geliebt. Ich fand diesen Film total geil als Kind. Und ja, ich habe diesen Film meinem Kind gezeigt. Und ich glaube, mein Kind fand den Film auch ziemlich geil. Und ich glaube, ich hatte danach eine Diskussion mit meiner Freundin darüber, ob das angebracht ist, einem... Unter Zwölfjährigen diesen Film zu zeigen, der ja eine FSK ab 12 hat. Und ich muss aber dazu sagen, ich weiß, also wenn man sich dann mit Leuten beschäftigt, die aus ihrer Kindheitserinnerung von diesem Film erzählen, nein, mich hat dieser Film nicht traumatisiert, mich haben weder die Ja. In Dip, genau, in Terpentin, damit er stirbt.
Johannes Franke: Ja, mich als Kind nicht, aber als Erwachsenen hat es traumatisiert.
Florian Bayer: Mich jetzt auch, weil es einfach so plötzlich krass, diese Genozid-Ansage. Anspielung im Raum steht und denkst, what the fuck?
Johannes Franke: Und der piept so traurig. Und man denkt sich, wo ist der zweite Schuh? Der wird jetzt alleine weiterleben müssen. Naja.
Florian Bayer: Ich glaube, der Unterschied ist, dass du als Kind ein anderes Verhältnis zu diesen Tuns hast. Du nimmst die nicht so als Lebewesen wahr. Wenn wir das als Erwachsene gucken und dann vielleicht auch mehr so diese Anspielungen verstehen, die da drinstehen. zur Rassentrennung in den USA, die damals in den USA noch sehr präsent war. Oder auch zum Holocaust, der nicht lange zurück lag. Also in der Zeit, in der der Film spielt. Dann kriegt das plötzlich eine ganz andere Dimension und wir betrachten diese Cartoons eben nicht als diese witzigen Figuren, die Chaos anrichten, sondern als diese bedrohte Minderheit.
Johannes Franke: Natürlich kann man einen Haufen Figuren in unserer Welt anthropomorphisiert irgendwie Gesichter geben, kannst einen Baumgugel ihr Eis ankleben und schon ist das irgendwie vermenschlicht. Aber so viel Anteilnahme, wie ich in diesem Film mit gezeichneten Figuren habe, das ist ja... Es gibt keinen Vergleich, glaube ich, in der Filmgeschichte dafür.
Florian Bayer: Weil der Film stellt es halt auch wirklich klar, dass die Toons, die wir hier rumlaufen haben, ja, die machen ihre Gags. Aber das sind lebendige Wesen. Die haben Bedürfnisse, die haben Ängste, die haben Träume, die haben Ziele. Die wollen leben.
Johannes Franke: Ja, die wollen auch nur.
Florian Bayer: Und sie werden unterdrückt im gesamten Film und es kommt so viel Anspielung auf die Geschichte der Unterdrückung von Minderheiten sowohl in den USA als auch Europa. Der Film greift da ganz weit und es ist für einen Erwachsenen tatsächlich nochmal ein anderes Filmerlebnis dadurch.
Johannes Franke: Völlig anderes Filmerlebnis. Also ich muss dazu sagen, dass ich nicht weiß, wann ich ihn den Film das erste Mal gesehen habe. Ich weiß gar nicht, wie jung oder alt ich war, als ich den Film das erste Mal sah. Aber er ist irgendwie immer in meinem kulturellen Gedächtnis gewesen. Also ich muss ihn relativ früh gesehen haben, damit sich das so, sonst hätte ich vielleicht eine Erinnerung daran, wann ich ihn erst mal sehe.
Florian Bayer: Im Kino habe ich ihn nicht gesehen. Dafür war ich wahrscheinlich wirklich zu jung. Also 1988, als er rauskam, war ich sechs Jahre alt. Ich gehe davon aus, dass ich ihn dann irgendwann aus der Videothek oder im Fernsehen gesehen habe und ich glaube, ich war so. Irgendwas zwischen 8 und 10, denke ich. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe und ich habe mich instant darin verliebt. und es ist einfach, also so viel kann ich schon mal spoilern, es ist eine Liebe, die bis zum heutigen Tag gestanden hat. Ich glaube, das ist einer der größten Blockbuster der 80er Jahre und es hat viel zu sagen. Wenn man auf die 80er schaut und guckt sich die Konkurrenz an Indiana Jones und Star Wars Franchise.
Johannes Franke: Absolut. Auch einer der Gründe, warum er überhaupt entstanden ist, muss man dazu sagen.
Florian Bayer: Wollen wir mal kurz zur Entstehung was sagen? Ja, ja. Es brennt mir unter den Nägeln. Diese Entstehung des Films. Und zwar erstmal so grundsätzlich, wo wir herkommen. Es ist nämlich ein Disney-Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es ist ein Disney-Realfilm, beziehungsweise es ist ein Disney-Realfilm, der Zeichentrick-Elemente hat.
Johannes Franke: Und wenn ihr jetzt ehrlich fragt, das war doch Touchstone.
Florian Bayer: Nö.
Johannes Franke: Touchstone gehört zu Disney.
Florian Bayer: Touchstone wurde explizit von Disney gegründet 1984 vom damaligen CEO Ron Miller. um eben was zu haben, was irgendwie ein erwachsenes Publikum anspricht und was man trennen kann von dem klassischen Disney-Animation-Zeug.
Johannes Franke: Ja, wir wollten... Sagen wir es ehrlich, sie wollten sich den Ruf als Disney nicht versauen.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Das war es eigentlich.
Florian Bayer: Das war es so ziemlich. Es gab aber auch noch einen zweiten Grund. Wenn wir von den frühen 80ern reden, reden wir nämlich von einer Zeit, in der Disney eine Menge Probleme hatte. Es war eine richtig schwierige und dunkle Zeit für Disney. Und deswegen redet man auch gerne vom Dark Age of Disney. Das hat erst 1989 mit Ariel aufgehört. Und was diese Zeit kennzeichnet, ist, dass sie gemerkt haben, Sie verdienen mit den Zeichentrickfilmen weniger, aber sie verdienen mit den Realfilmen und lustigerweise mit den Vergnügungsparks ganz viel.
Johannes Franke: Ich find's ganz toll, ihr könnt das nicht sehen, aber Plur hat hier eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet mit allen Filmen, die da so in die Dark Age gehören. Ich bin sehr gespannt, was da noch so kommt. Möchtest du Teplor, während du deine PowerPoint hältst?
Florian Bayer: Sehr gerne. Ich muss einmal kurz eine Zahl suchen. Die finde ich nämlich ziemlich beeindruckend generell für diese Zeit, die ganz gut sagt, wie Disney in der damaligen Zeit gestanden hat. Und zwar die Theme Parks von Disney. Disney World, Disneyland. Die haben damals Anfang der 80er... 69 Prozent des Profits des gesamten Unternehmens ausgemacht.
Johannes Franke: 69 Prozent?
Florian Bayer: 69 Prozent. Es waren nicht mehr die Filme. Krass, Alter. Was ist passiert? 1979 passieren zwei ganz krasse Sachen für Disney. Zum einen bringt Disney... In dem Versuch, endlich auch sein Star Wars zu haben, einen wirklich teuren Film raus. 26 Millionen Dollar, was echt teuer war für die damalige Zeit. PG-Rated, The Black Hole. Das Schwarze Loch. Meiner Meinung nach ein unterschätzter Film, der nicht im geringsten an den Erfolg von George Lucas Star Wars anknüpfen konnte. Verlustgeschäft. für Disney. War ein großer Flop. Und gleichzeitig haben 1979 zwölf Animatoren angeführt von Don't Plouffe. Gesagt, wir haben keinen Bock mehr auf euch. Disney engt uns zu sehr ein. Disney gibt uns nicht genug Freiheiten. Disney gibt uns nicht genug Geld. Und die sind abgehauen. Das waren 15 Prozent des damaligen kompletten Animationsstudios, die über Nacht gegangen sind. Don Plouffe hat seine eigene Company gegründet. Und in den 80ern hat Don Plouffe Disney an den Kinokassen ausgestochen.
Johannes Franke: Super krass, dass er auch wirklich sagt, Leute, wir hauen ja ab, ich nehme die besten Animatoren mit, die mir so einfallen. Und dann auch wirklich Recht haben. Und dann wirklich auch an den Kinokassen zeigen, ja, wir sind der Zeitgeist. Und nicht Disney. Und das war halt ein echt großes Problem, was Disney damit hatte, dass die daran zu knabbern hatten, dass die Leute andere Sachen wollten auswählen. Als all die Jahre zuvor.
Florian Bayer: Es sind so zwei große Filme aus der damaligen Zeit, die das ganz gut zeigen. Und zwar... Disney und Don Plouffe zeitgleich einen großen Mäusefilm rausgebracht. Es hat 86 Basil, der Mäusedetektiv, war der große Disney-Film. Feivel der Mauswanderer war der große Don Plouffe-Film. Feivel der Mauswanderer ist der Film, an den wir uns heute erinnern.
Johannes Franke: Der andere war auch nicht so schlecht.
Florian Bayer: Der war nicht schlecht, aber es war halt ein Misserfolg einfach. Und das zweite große war dann ein bisschen später. Später, da hat Disney Oliver & Co. rausgebracht, die Oliver-Tiss-Geschichte als Katzengeschichte. Ja. Und Don Plouffe hat Ein Land vor unserer Zeit rausgebracht. Ja. Dinosaurier.
Johannes Franke: Ja, krass. Welcher Film ist der denn, an den wir uns erinnern? Ja, ja. Aber... Nur zur Einsortierung. Disney hat immer Gewinn gemacht mit seinen Filmen.
Florian Bayer: Disney hat immer Gewinn gemacht mit seinen Filmen, aber die hatten Angst.
Johannes Franke: Die hatten Angst, weil es einfach nicht mehr so astronomisch hohe Summen waren, die sie verdient haben. Aber sie haben das Geld wieder reingekriegt.
Florian Bayer: Es gab tatsächlich noch ein zweites Ding. 1984, 1983 ist Ron Miller, von dem wir gerade schon gesprochen haben, der vorher schon so Kopf von Disney war zum CEO der Firma aufgestiegen ist. Ron Miller übrigens hat sich eingeheiratet. Er war der Schwiegersohn von Walt Disney.
Johannes Franke: Krass.
Florian Bayer: Und dann gab es aber in den kurz vor Mitte der 80er gab es wirklich große Probleme. Also Disney hat zum einen, die haben Verluste gemacht An einigen Fronten, die haben versucht, diesen Disney Channel, das war eine riesige Investition, um das TV-Publikum zu erreichen... Ist nicht gut gelaufen. Mit Tron hatten sie einen ziemlich teuren Film 1982, der auch ein relativ großer Misserfolg war. Also im Verhältnis zum Geld, weil das war unglaublich aufwendiges CGI. Und dann gab es 1984 plötzlich Übernahmegerüchte. Saul Steinberg, ein großer amerikanischer Investor, hat offensichtlich gedroht, Disney zu kaufen. Disney stand kurz vor einer feindlichen Übernahme. Steinberg hatte 11% der Disney-Aktien, hat gesagt, den Rest schnappe ich mir auch. Und hat ein Angebot gemacht über 1,3 Milliarden Dollar für 49 Prozent oder 2,5 Milliarden Dollar für gleich alles.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und Disney hat gesagt, shit, wir müssen ja irgendwas dagegen machen, vor allem Ron Miller. Und haben gesagt, okay, Wir machen was, wir kaufen. Und dann haben die quasi ihre Aktien gekauft, um das zu verhindern. Sie haben die Aktien von Steinberg abgekauft. Und haben eine riesige Schuldensumme angehäuft. 866 Millionen Dollar hatte das Unternehmen danach an Schulden. Das heißt, die Firma, die damals erfolgreich waren. Zum Beispiel Bernhard und Bianca war damals und Kappa und Kappa waren beides erfolgreiche Filme. Aber Disney stand nicht gut da. Die hatten wirklich finanzielle Schwierigkeiten und es war kurz vorm Kollaps deswegen.
Johannes Franke: Oh shit.
Florian Bayer: Und dann haben die, keine Ahnung, es gibt ja immer so einen Kreis der Weisen, die da drauf gucken, irgendwie so ein großer Zirkel, die haben zum Rindmiller gesagt, du musst weg, das geht nicht mehr weiter. Und dann ist Miller weggegangen und stattdessen haben als CEOs übernommen Michael Eisner und Jeffrey Katzenberg 1984. Die kamen von Paramount, also aus dem Realfilmbereich auch. Und die hatten da schon große Erfolge gemacht. Und sie kamen tatsächlich so ein bisschen in ein gemachtes Netz, weil wie gesagt Touchstone existierte bereits, von Miller gegründet, das heißt die konnten da gleich rein. und die konnten das gleich nutzen und die haben gesagt wir Wir machen da noch ein bisschen mehr draus. So quasi long story short, Realfilme sind erfolgreich, Zeichentrickfilme sind nicht sonderlich erfolgreich, sollte sich... 1989 dank Ariel noch mal ändern. Aber wir gucken, dass wir jetzt Realfilme produzieren. Und einer der Realfilme, der auf dem Programm stand, der auch schon von Ron Miller ursprünglich intendiert war, war die Verfilmung eines Romans.
Johannes Franke: Und da fahren wir jetzt wieder ein Stückchen zurück, nämlich ins Jahr 1981, wo Autor Gary K. Wolfe... einen Roman veröffentlicht hat, der hieß Who Censored Roger Rabbit?
Florian Bayer: Was bedeutet denn censored in dem Fall?
Johannes Franke: Umgebracht?
Florian Bayer: In diesem Buch, das die Vorlage für diesen Film ist, geht es um den Mord an Roger Rabbit.
Johannes Franke: Ja. Und lustigerweise taucht Roger Rabbit trotzdem die ganze Zeit auf und agiert, weil... Sie erfunden haben, dass Thunfiguren ein Abbild ihrer selbst erschaffen können, das dann die ganzen Stunts für sie macht. Das ist das Konzept dahinter. Und Roger Rabbit hat wohl in diesem Buch dann eine Dublette von sich erstellt, die dann irgendwann automatisch wegstirbt quasi. Die er aber nicht eingesetzt hat zum Stunts machen, sondern zum Einkaufen gehen. Irgendwie war er shoppen.
Florian Bayer: Was ganz spannend ist, also wir werden viel, also jetzt werden wir hier erstmal kurz aufwälzen, wie sehr sich der Film vom Buch unterscheidet. Es ist nämlich rapide, was sich alles unterscheidet. In dem Buch sind es nicht zwingend Zeichentrickfiguren. sondern hauptsächlich Comicstrip-Figuren.
Johannes Franke: Genau darum geht es ja. Die kommunizieren dann wohl auch mit Sprechblasen über ihren Köpfen. Genau. Diese Sprechblasen sind da und dann zerfallen sie nach und nach. Also ja, ich glaube, die werden auch als Waffen dann eingesetzt und so. Also passiert einiges mit. Das Konzept ist echt hochgradig anders als im Film, weil Virtual Rabbit auch in diesem Fall 1,80 groß ist und kein Filmstar, sondern wirklich so eine Comicstrip-Figur ist. Und ja, sich mehr und mehr als Bösewicht rausstellt.
Florian Bayer: Der ziemlich krasse Planner ist, die Geschichte ist wirklich irres. Es geht dann um so eine magische Lampe mit einem Genie, der für Roger Rabbit Morde gemacht hat. Also Roger hat hier wirklich viel Dreck am Stecken. Baby Herman und Rogers Frau Jessica Rabbit kommen auch vor?
Johannes Franke: Ja, und sie ist ein bisschen zynischer und schwieriger. Also sie ist nicht so diese... Femme Fatale wie im Film. Schon auch eine Femme Fatale, muss man sagen, irgendwie. Die hat Roger Rabbit verlassen für Rocco de Greasy. Der Rocco, Rocco. Ich muss immer daran denken, dass es eine Zeit lang im Osten sehr in war, jemanden Enrico zu nennen. Entschuldigung. Egal. Aber Jessica Rabbit ist jedenfalls auch eine völlig andere Figur und ist auch nicht so unschuldig wie im Film.
Florian Bayer: Es ist alles deutlich düsterer. Es gibt auch Eddie Valiant, der löst auch am Schluss den Fall, aber es endet halt damit, dass sich der Doppelgänger von Roger Rabbit im wahrsten Sinne des Wortes auflöst. weil die Geschichte einfach vorbei ist. Es gibt auch die Cameos, die sind aber vor allem in dieser Comicstrip-Welt Ja. Und das ganze Ding spielt nicht wie der Film in den 40ern, sondern in den 80ern, also in der Zeit, als das Buch geschrieben wurde. Disney hat, Ron Miller hat für Disney die Rechte an diesem Buch gekauft. Und Sie haben in dieser Zeit schon, also wohlgemerkt, wir sind hier sechs Jahre bevor der Film eigentlich rauskommt, haben Sie angefangen so ein bisschen zu entwerfen, was man machen könnte. Sie haben angefangen... zu schreiben. Sie haben Jeffrey Price und Peter Seaman, die immer zusammengearbeitet haben anscheinend. Haben Sie engagiert, um das Skript zu schreiben. Sie haben so ein paar Entwürfe gemacht, wie das Ganze aussehen könnte, was man machen könnte. Es wurde einfach dran gearbeitet.
Johannes Franke: Ja, es war aber auch sehr düster. Also wir haben es ja gerade gesagt, das Buch war sehr, sehr düster und Disney hat irgendwie auch so ein bisschen... Schwierigkeiten damit gehabt. Aber die haben immer darauf verwiesen, dass Originalmärchen wie Schneewittchen und so... eigentlich auch sehr düstere Teile haben und dass man der Tradition Disney folgend das ja auch einfach wegkicken kann.
Florian Bayer: Womit sie vollkommen recht haben. Das hat Disney immer so gemacht. Ich finde es absolut nachvollziehbar, wenn du 1939 ein großes Märchen verfilmst von den Gebrüdern Krim. in dem am Schluss die böse Stiefmutter in Kohlen tanzen muss, bis sie elend stirbt, dann sagst du, nee, das ist nicht unser Zeichentrick für Kinder, das kürzen wir so ein bisschen weg.
Johannes Franke: Genau, ja. Sie haben 35.000 Dollar dafür bezahlt, das sind heute vielleicht so 100.000 oder sowas.
Florian Bayer: Es ist lachhaft, was sie dafür bezahlt haben.
Johannes Franke: Ja, also wirklich nicht viel. Und dann kam halt, muss man sagen, der schöne Begriff Development Hell. Ja, also wo man einfach sagt, okay, man hat so einen Stoff und der dreht Schleife um Schleife um Schleife und Leute überlegen sich, hä, wir machen was und so. Wir haben neulich... über ein Königreich für einen Lama geredet. Da kommen die gleichen Akteure im Grunde vor. die auch irgendwie alle ihre Finger im Spiel hatten und die unterschiedlicher Meinung waren, wie das Ganze passieren soll. Ein Kündigreich für ein Laber allerdings war schon dann 2000, also das ist 13 Jahre später.
Florian Bayer: Auch interessant, dahinter war quasi dieselbe Nervosität. Wir haben Verluste, wir verlieren teilweise an der Zeichentrickfront, wir müssen jetzt irgendwas hinkriegen. Michael Eisner hat 1985 gesagt, okay, das Ding müssen wir wieder aufnehmen. Wir machen daraus wieder was. Und wer sind denn die geilen Blockbuster-Produzenten, mit denen wir eventuell zusammenarbeiten können vielleicht?
Johannes Franke: diesen Film?
Florian Bayer: Steven!
Johannes Franke: Steven, ich hab doch deine Nummer, komm doch mal vorbei. Und es gab da glaube ich Probleme mit dem Geld.
Florian Bayer: Steven Spielberg, Frank Marshall und Kathleen Kennedy hatten Amplen Entertainment gegründet. Und haben Filme produziert und waren große Filmproduzenten zu der damaligen Zeit. Und Disney kam auf sie zu. vor allem auf Steven Spielberg und haben gesagt, Junge, du hast echt ein goldenes Händchen. Was du produziert, das macht einfach Geld. Unter anderem IT. Ganz witzig. Ich glaube, ein Grund, warum sie auf ihn zugegangen sind, ist auch, weil... Spielberg 1985 eine Zeit lang ein bisschen mit Don Plouffe zusammengearbeitet hat. Da wurden sie wirklich nervös. Sie haben gesagt, Steven, bitte mach uns diesen Film. Und Steven Spielberg hat drauf geguckt und gesagt, ja klar, das mache ich. Das sieht ganz geil aus. Ich würde sagen, so 50 Millionen Dollar ungefähr bräuchten wir.
Johannes Franke: Um Gottes Willen, das geht ja gar nicht. Es war zu krass. Das Angebot war einfach zu krass. Die haben das auch wieder fallen lassen zwischendurch.
Florian Bayer: Sie haben einen geilen Deal gemacht eigentlich. Sie haben gesagt... wir können keine 50 Millionen aufbringen. Ich glaube übrigens, das war auch ein Bluff tatsächlich von Spielberg, dass er die 50 Millionen Dollar wollte, weil das war eine absurd hohe Summe für so einen Film. Und dann hat Steven gesagt, okay, pass auf, wir können runtergehen auf 30 Millionen, aber dafür will ich komplette kreative Kontrolle zusammen mit meiner Produktionscrew, mit Amplin.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Robert Zemeckis als Regisseur war ja auch schon recht früh im Gespräch. Allerdings hatte der damals noch nicht die großen Erfolge mit »Zurück in die Zukunft«.
Florian Bayer: Er hat damals zwei Filme in seiner Lita stehen gehabt. I Wanna Hold Your Hand and Use Cars. Und offensichtlich gibt es Gründe, warum wir uns an diese Filme nicht mehr erinnern.
Johannes Franke: Disney hat gesagt, ne. Aber das Ganze beruhte auch ein bisschen auf Gegenseitigkeit. Was ich immer lustig finde, ist, dass beide, also Robert Zemeckis... und Steven Spielberg immer so ein kleines bisschen drunter liegen haben, dass sie Disney für unseriös gehalten haben. Was ich sehr seltsam finde, Disney, die seit den 20er, 30er Jahren existieren. Ja. Und ein großes Geschäftsmodell haben, denen dann zu sagen, ja ihr seid uns irgendwie ein bisschen zu unseriös und ich vertraue nicht auf eure kreative Kraft, das hat es dir gemacht.
Florian Bayer: Steven Spielberg gesagt. Disney war wirklich neu in diesem Erwachsenen-Filmgeschäft. Spielberg hat sowas produziert wie Indiana Jones. Das war einfach eine andere Hausnummer und Disney hat halt diese Zeichentrickfilme gemacht und Disney war jetzt nicht unbedingt bekannter für die großen erwachsenen Blockbuster zu machen. Die hatten halt Splash, Jungfrau am Haken. Die hatten das Schwarze Loch und die hatten Tron. Und das ist jetzt nicht so das Oeuvre, auf das man drauf guckt und sagt, oh ja, ihr seid genau die Richtigen, um einen geilen Blockbuster zu machen.
Johannes Franke: Aber ist John nicht auch einigermaßen beliebt über die Zeit geworden?
Florian Bayer: ist ein totaler Kultfilm geworden. Und das Schwarze Loch hat mittlerweile auch einen gewissen Kultstatus. Ich glaube ... Der ist auch unterschätzt. Ich finde den total interessant und total faszinierend. Der hat einige Momente, die ich deutlich interessanter finde, als das, was in Star Wars passiert.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Aber natürlich reden wir in der Währung, in der damals Disney geredet hat und das ist Box Office und am Box Office haben die voll abgestunken gegen Star Wars, gegen Indiana Jones oder gegen sonst was. Disney wollte diesen Film machen. Katzenberg hat gesagt, wenn wir irgendwie... dieses Animationsding retten wollen, dann ist das der richtige Weg.
Johannes Franke: Ja, ich finde auch, sie haben recht gehabt irgendwie und der Erfolg danach gibt ihnen ja auch recht, dass sie gedacht haben, wir müssen über die Hintertür wieder in die Köpfe der Leute. Absolut. Die wollen jetzt was viel edgigeres, die wollen mehr grittiness, die wollen... Ruffe Charaktere. Also müssen wir irgendwie über die Hintertür unsere Comic-Welt wieder hin. in den Leuten verankern. Und es hat funktioniert. Danach ist ja dann mit Mermaid, Little Mermaid, die kleine Meerjungfrau, das war nur ein Jahr später, und das hat wieder eingeschlagen, wie eine Bombe.
Florian Bayer: Ja, und dann kam die große Disney-Renaissance. Das Geile ist, ich habe diesen Film nie als Disney-Film wahrgenommen. Für mich war das immer ein Warner-Pross-Film. Und das ist die Genialität wirklich von Spielberg, was das betrifft, dieses Spin-Doctoring, dass der dann gesagt hat, okay, wir müssen die Cameos haben, wir können nicht nur Disney Cameos haben und dann ist der rumgetingelt und dann hat der mit den Fleischer Studios geredet, mit Warner Bros, mit Harvey Comics, mit Ken Feature. Syndicate mit Turner Entertainment, die 1986 MGM gekauft haben, mit mit Universal Pictures, die diese Walter-Lanz-Filme, wo die Woodpecker gemacht haben, der hat mit allen geredet. Die großen Konkurrenten von Disney aus der goldenen Animationszeit und hat gesagt... Leute, wir haben hier was Großes vor. Bugs Bunny macht mit. Wenn ihr wollt, dass Woody Woodpecker mitmacht und nicht hinten ansteht, dann unterschreibt hier.
Johannes Franke: Es ist aber auch so, Steven Spielberg war der richtige Mann dafür. Absolut. Den wollte niemand vergraulen. Die meisten haben das... eher wahrscheinlich aus mafiösen Strukturen schon gemacht, dass sie gesagt haben, also Steven Spielberg quasi dahin gekommen ist und gesagt hat, it would be a shame. If something happens to your film company.
Florian Bayer: Er hat einen abgeschlagenen Haarenkopf in das Bett von dem Warner Bros. Chef gelegt.
Johannes Franke: Ja, aber irgendwie hat man so das Gefühl, der hat einfach die Kontakte und alle finden ihn geil. Und wenn man jetzt sagt... nee, du kannst irgendeinen Kanton nicht haben, dann sagt Steven Spielberg bei der nächsten Gelegenheit, du kannst mir mal einen Popo schmatzen, ich führe nicht Regie für deinen Film. Und das ist so ein bisschen die Erpressung dahinter.
Florian Bayer: Glaube ich auch. Warner Bros. hat zumindest verhandelt. Die haben gesagt, okay, das ist ein Disney-Film. Wenn wir unsere großen Cartoon-Figuren wie Bugs Bunny und Duffy Duck in einem Disney-Film Das ist so geil, dass sie ganz genau die gleiche Anzahl von Worten haben müssen.
Johannes Franke: Sie müssen die gleiche Anzahl von Frames, bis auf den Frame genau, im Bild zu sehen sein. Es darf keinen Favoritism geben von irgendeiner anderen Disney-Figur, sondern die müssen alle gleichwertig auftauchen im Film. Radikale Parität war gefordert. Genau. Und wie haben sie es gelöst? Einfach in eine Szene gepackt. Die kommen gleichzeitig in die Szene rein und gehen gleichzeitig aus der Szene wieder raus.
Florian Bayer: Das war wirklich damals ein großes Ding. Bugs, Bunny und Mickey Mouse und Duffy Duck und Donald Duck sind zusammen auf der Leinwand und es sind wirklich diese Momente. Es sind einfach 5-Minuten-Blöcke, wo die ihre Cameos haben. Die sind die ganze Zeit zusammen zu sehen.
Johannes Franke: Und ist das nicht geil? Wahnsinn! Gerade das am Klavier ist doch wirklich der absolute Hammer.
Florian Bayer: Absolut. Ich habe halt so einen dicken Softspot dafür, wenn Companies, die man eher für verfeindet halten würde, plötzlich was zusammen machen. Ich weiß noch, das war ein riesiges Ding, so als Videospielgiger aus den 90ern, als es dann plötzlich ein, das war kein gutes Spiel, aber es plötzlich ein Mario und Sonic Spiel gab. Sonic traten zusammen in einem Olympischen Videospiel auf. Das war eine riesige Sache. Ich finde das total großartig, wenn es diese Synergien gibt, die man niemals erwartet hätte, weil man denkt, die sind sich Spinnenfeind. Total geil.
Johannes Franke: Krass. Ja, und in diesem Film ist es halt so natürlich zusammengeworfen. Vielleicht finde ich die Szene von Mickey Mouse und Bugs Bunny ein bisschen reingeschustert. Aber auch nur ein bisschen.
Florian Bayer: Es ist ein Cameo. Die sind beide reingeschutzt. Das sind Cameos. Es ist so ganz eindeutig definiert. Alles, was wir sehen an klassischen Cartoon-Figuren, was hier auftritt, und das ist sehr viel.
Johannes Franke: Sehr, sehr viel.
Florian Bayer: Und wir kennen tatsächlich nur die Hälfte davon, weil wir Deutsche sind und weil wir nicht... die Golden Age of Animation miterlebt haben in den USA. Es sind immer Cameos, es sind kurze Auftritte, es sind keine für die Story relevanten Figuren.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Naja, die Entwicklung des Skripts ist ja noch nicht ganz zu Ende, weil tatsächlich da viele Leute rausgegangen sind und reingekommen sind. Von Critters war einer derjenigen, die eigentlich von Anfang an als Animation Director vorgesehen waren. Ja. Und der fand das total geil, das Projekt, und hatte so viele Ideen und wollte so viel, aber er wollte es viel düsterer und viel ernster und er wollte da viel mehr... tragik reinlegen und so. Und naja, Steven Spielberg und Robert Zemeckis, die waren halt nicht so diejenigen, die gesagt haben, das muss ein ernsthafter, düsterer Noir-Thriller werden, sondern die wollten viel mehr Komödie. Die ganz klassischen Gags von den alten Cartoons wollten die.
Florian Bayer: Was ganz geil war, war ja auch dieser Dissens zwischen Realfilm und Animationsfilm, dass die vom Animationsstudio von Disney gesagt haben... Leute, was ihr hier vorhabt, was ihr hier an Storyboards gezeichnet habt, das können wir nicht machen. Ihr könnt nicht diese Kamerabewegungen haben. Das macht man nicht im Zeichentrick, wir haben statische Bilder.
Johannes Franke: Ja, ja, das war das erste Gespräch gleich. Also wenn ihr das macht, dann folgende Regeln. Die Kamera darf sich nicht bewegen oder minimal nach links und nach rechts schwingen. Man kann sich die alten Filme angucken, was davor passiert ist, Mary Poppins zum Beispiel und so, da wurden sie auch schon versucht. Da sieht man, wie statisch die Kameras sind, eben weil die Animation sonst wahnsinnig schwierig wird. Und ihr dürft nicht erwarten, dass da irgendwas mit Licht passiert. Ihr dürft nicht das, das, das und das. Ganze Liste von Sachen. Und das Erste, als sie aus dem Gespräch raus waren, hat Zemeckis gesagt... Wir machen das nicht, oder? Wir machen einfach unser Ding.
Florian Bayer: Sie haben dann was wirklich Wichtiges gemacht. Sie haben mit Richard Williams gesprochen. für die Animation verantwortlich waren. Richard, pass mal auf, die von Disney, die Animatoren haben gesagt, wir können das nicht, das klappt nicht, das ist technisch unmöglich, dass wir auf Filmen mit diesen Kamerabewegungen zeichnen. Und dann hat Richard Williams gesagt, die haben Quatsch erzählt. Die haben einfach einfach keinen Bock, das zu machen.
Johannes Franke: Genau, die wollen die Arbeit nicht. Und hat dann eben gesagt, wie es ging, wie es gehen würde und hat ganz viele Ideen dafür gehabt... Und dann war halt von Critters, der es von Anfang an eigentlich sein sollte, raus. Der ist dann tatsächlich auch von Disney weggegangen, wenn ich das richtig sehe. Oder? Ist er von Disney weggegangen oder war das ein anderer? Jedenfalls hat er ganz viel von dem Skript sowieso gehasst und dann wurde er geaxed. Und der Neue im Haus war dann eben der Brite, beziehungsweise der, der in Großbritannien lebt.
Florian Bayer: Richard Williams, übrigens Oscar-Gewinner, der hat einen Short gemacht zu Scrooge. Ich habe in unseren alten Aufzeichnungen, wir haben ja mal ganz viel über Scrooge-Filme geredet, gewühlt. Und hab bei seinem Scrooge notiert, das ist vielleicht die visuell beeindruckendste Christmas-Carol-Version überhaupt. Oscar-prämierter, kurzer Animationsfilm irgendwann aus den 60ern oder 70ern. Und Richard Williams war kein Fan von Disney. Und der hat wohl auch gesagt, dass er echt Disney nicht geil fand, dass das alles, diese ganze Bürokratie vor allem hinter diesem riesigen Animationsstudio, dass das nicht sein war. Und hat gesagt, wir müssen da raus. Ich will nichts mit diesem ganzen LA-Zirkus zu tun haben. Was machen sie? Sie gründen ein eigenes Studio, In England. Walt Disney Animation UK. Was nichts anderes ist als Richard Williams. Es war wirklich einfach, wie nennt man das?
Johannes Franke: Eine Dependance.
Florian Bayer: Es war keine Dependance, es ist Franchise? Nein, es war auch kein Franchise. Es war einfach ein Trick, um zu sagen, jetzt gibt es in UK auch Walt Disney Animation. Deswegen ist das nach wie vor ein Disney-Film, aber eigentlich war es Richard Williams Animation. Die gab es tatsächlich und die haben das einfach übernommen. Es war wirklich nur dafür, dass die Briten in Ruhe ihre geile Zeichentrickarbeit machen konnten und sich nicht stressen lassen mussten von den Amerikanern.
Johannes Franke: Was ein guter Move ist. Man muss aber auch dazu sagen, das kommt immer mal wieder vielleicht durch, Williams war wahnsinniger Perfektionist. Der hat wirklich von Anfang an, auch wie ein Despot, Leuten ins... So in die Zeichnungen reingezeichnet, gesagt, hier, das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht. Hat Leute richtig zum Weinen gebracht mit seiner Art. und hat einfach eine Vision gehabt, die er gnadenlos versucht hat durchzudrücken. Was ihm nicht immer geholfen hat, muss man sagen.
Florian Bayer: Ja, es ist ja, also wir sind hier in den 80ern, Mitte der 80er. Es gibt sowas wie CGI. Aber CGI steckt in seiner Anfangsphase. Und wie die den Film gemacht haben, war grundsätzlich eigentlich sehr klassisch, also zumindest vom Grundaufbau. Und zwar einfach, dass sie sagen, okay, wir haben Film 10 und wir haben unsere Animatoren Und die Animatoren nehmen die Filmszenen, die haben dann wirklich diese Prints gekriegt, Schwarz und Weiß Prints von den einzelnen Filmszenen.
Johannes Franke: Sie haben jeden einzelnen Frame ausgedruckt.
Florian Bayer: 24 Frames per Second.
Johannes Franke: Jede Sekunde 24 Bilder. Und dann könnt ihr euch ausrechnen, wie lang ist der Film, wie viel fucking Papier ist dabei drauf gegangen. Ja und die haben es alles ausgedruckt und haben darauf tatsächlich, also dann noch eine Folie gelegt und dann darauf. darauf, speziell für diesen Frame, ihre Zeichnung gemacht.
Florian Bayer: Ja, die haben die extra dann auf diese durchsichtigen Folien gemacht. Und es war eigentlich klassische Animation, was sie gemacht haben. Sie hatten diese Filmvorlage, sie haben darauf gezeichnet. Und dann haben sie versucht, die Figuren eher so 2,5-dimensional zu machen, dass die sich da irgendwie recht gut einbetten. Und dann kamen aber tatsächlich die, es kamen die Special Effects, die Top-Notch-Special Effects der damaligen Zeit mit drauf. Dann hat sich nämlich Industrial Light & Magic, unsere Lukas-Arts, Freunde, die haben sich dann eingeschaltet und haben angefangen, das Licht zu machen. Und zwar in verschiedenen Layern haben die Schatten und Highlights und verschiedene Farbtöne da draufgelegt, damit das Ganze irgendwie realistisch aussieht im Verhältnis zum Film.
Johannes Franke: Was auch krass ist, weil vorher waren die Figuren, wenn die irgendwo eingebaut wurden, ich denke an Elliot das Schmunzelmonster... oder so, ne, solche Filme, die es ja vorher schon gab, also es gab schon Tonfiguren in Realfilmen, Aber die sahen sehr zweidimensional aus. Wurden von dem Licht des Films, innerhalb des Films, der Lichtlogik überhaupt nicht beeindruckt? Die liefen da einfach zweidimensional rum. Und hier im Film sieht man ja auch durch die ganzen Kamerabewegungen Fast dreidimensionale Figuren, obwohl sie nur zwei Dimensionen haben. Absolut. Sehr gut eingebettet.
Florian Bayer: Es ist wirklich gut gemacht, wie sie versuchen, Raum vorzugaukeln für diese zweidimensionalen Zeichnungen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie haben noch was anderes gemacht. Sie haben nämlich auch in einem anderen Gebiet Feldforschung betrieben, haben sich die alten Filme angeguckt und haben festgestellt, oh Gott. Es gibt ganz oft diese Plankstair-Momente, dass du einen Schauspieler oder eine Schauspielerin hast, die mit einer Cartoonfigur interagiert. und scheinbar an dieser Figur vorbei irgendwo ins Nichts schaut. Dann haben sie gesagt, wir müssen das irgendjemandem Wir müssen es hinkriegen, dass die Leute am Set was zum Interagieren haben.
Johannes Franke: Und da haben sie tatsächlich, da sie sowieso etwas brauchten, womit sie die Figuren... die die Umgebung beeinflussen lassen können, nämlich zum Beispiel Teller auf den Kopf zerkloppen und so, wie bei Roger Rabbit, mussten sie sich was ausdenken. Wie können überhaupt diese Teller in der Gegend rumfliegen? Und da haben sie wirklich ganz viele kleine Miniroboter gebaut.
Florian Bayer: Es ist total krass. Es gibt ein Making-of von so 20 Minuten, findet man auf YouTube. wo man sieht, was für Maschinen da am Set stehen. Das sind Maschinenarme, die sich automatisch bewegen und gesteuert werden. Und sie haben zusätzlich das gemacht, wir haben schon oft drüber geredet, wenn wir über Special Effects geredet haben, was die besten Magier machen. Sie haben nicht nur den einen Trick benutzt.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Sie hatten Marionettenspieler, sie hatten Handpuppen, sie hatten Props, die in der Gegend rumgehangen haben. Und sie hatten Charles Fleischer himself. Den Synchronsprecher von Roger Rabbit.
Johannes Franke: Es ist so krass, wenn man sich das Material anschaut. Es gibt auf Disney Plus auch extra Material. Das kann man sich auch anschauen. Ah, interessant. Und da ist er auch zu sehen. Wie er im fucking Hasenkostüm am Set ist, obwohl er ja gar nicht vor der Kamera steht und dieses Hasenkostüm ja auch niemand je zu Gesicht bekommen wird. ist er jeden Tag, hat darauf bestanden, in diesem Hasenkostüm zu stecken, um dann hinter der Kamera diese Roger Rabbit Stimme zu machen. Wie krass ist das denn?
Florian Bayer: Für die Immersion seiner Kollegen. Und es gibt wohl so eine kleine Anekdote. Er erzählt, sie haben halt gedreht. Klassisch am Set in den Studios und sind dann in die Kartine gegangen, haben gegessen und er ist natürlich auch dahin. Und dann gab es wohl so am Nebentisch, gab es so Gemurmel und so. Und irgendwann wurde offensichtlich auf dem Studiogelände erzählt, ey, habt ihr gesehen, was die da für einen Film produzieren, dieser Roger Rabbit? Und da haben sie einen erwachsenen Menschen im Hasenkostüm rumlaufen. Dieser Film wird ein kompletter Flop. Das ist totaler Mist. Habt ihr das Kostüm gesehen?
Johannes Franke: Und das bei Steven Spielberg. Was ist da los? Sehr schön. Und der hat wirklich, wenn man sich ihn anschaut, wie er neben der Kamera steht und seinen... Speech-Impediment von diesem Roger Rabbit macht. Dieses... Er macht das so, so gut. Und man muss dazu sagen, es ist nicht leicht, sich aus all der Thun-Welt noch einen neuen... Speech-impediment auszusuchen. Ja, absolut. Sich was Neues auszudenken, was für ein Sprachfehler diese Figur haben könnte, weil wir haben jede Form von Lispeln in schönen Sprachen. schon in allen möglichen Figuren gehabt. Und er wollte aber irgendwas, ne? Ja. Und dann macht er dieses sehr wässrige Sprechen und Stottern.
Florian Bayer: Es ist total geil. Und dieses... Please. Das war so sein großes, sein eines Ding, diese eine Sache, die er immer mal wieder sagt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ganz fantastisch, wirklich alles für die Immersion und alles für das Budget, das ist nämlich hochgegangen. Wir haben es schon erwähnt, es gab diesen Deal, 30 Millionen, Spielberg und Co. haben kreative Kontrolle. Dieser Film wird nicht 30 Millionen kosten.
Johannes Franke: Dieser Film wird 70 Millionen kosten.
Florian Bayer: Es war der teuerste Film, der damals produziert wurde.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, wie Disney das durchgehalten hat, weil das ist ja wirklich mehr als doppelt so viel. Und du sagst ja dann bei 40 Millionen schon, halt, stopp, Moment mal. Können wir jetzt langsam mal darüber reden, was hier eigentlich passiert? Und sie haben auch jemanden geschickt.
Florian Bayer: Ja, die Legende will es so, dass Eisner drauf geguckt hat irgendwann und gesagt hat, vielleicht machen wir das auch nicht.
Johannes Franke: Stimmt, ja, ja. Also die haben tatsächlich auch immer wieder zwischendurch gedacht, das wird wieder eingestampft und wir werden gestoppt. Jeden Tag kommt jemand vorbei und sagt, aus, vorbei. Ja. Aber es kam jemand vorbei und sagte, ihr dürft auch mal nur jeden zweiten Frame zeichnen, wenn ihr wollt. Und das war ein großes Ding und ich erkläre euch auch warum. Zeichentrickfilme wurden damals... ...on twos, on threes oder on fours gezeichnet. Das heißt, jeder zweite Frame oder jeder dritte Frame... oder jeder vierte Frame bekommt erst ein neues Bild. Das heißt, du hast am Ende, wenn du nur einen Zeichentrickfilm hast, ohne den ganzen Realfilmquatsch, hast du vielleicht nur zwölf Bilder die Sekunde statt 24. Oder es gibt auch welche, die tatsächlich nur sechs Bilder die Sekunde haben. Und dann merkt man das natürlich als Zuschauer dann irgendwann, dann wird es irgendwann abgehackt und irgendwann ist die Bewegung nicht mehr so flüssig wie sonst. Und in diesem Film, weil es eben auch ein Realfilm ist und der Realfilm 24 Bilder die Sekunde hat nun mal, wie das Standard ist, Mussten sie halt sich darauf einlassen und sagen, okay, unsere Animation braucht auch 24 Frames die Sekunde. Es muss ja synchron zu dem passieren, was da zu sehen ist. Und dann kam halt jemand von Disney vorbei und hat gesagt, um mal Geld zu sparen und damit ihr mal ein bisschen schneller seid hier, macht mal ruhig nur jeden zweiten Frame und verlängert den einen Frame um den zweiten sozusagen. dass das Bild dann erst auf den zweiten wechselt. Also zwölf Bilder die Sekunde. Und ich Ich kann es im Film nicht unterscheiden.
Florian Bayer: Ich sehe es auch nicht, aber ich bin wirklich nicht gut darin. Frames per second zählen, da bin ich nicht gut drin.
Johannes Franke: Nein, nein, nein.
Florian Bayer: Michael Eisner hat überlegt, das abzubrechen. Er und Jeffrey Katzenberg waren damals noch Best Buddies. Spoiler, das wird sich in den 90ern sehr ändern. Und Jeffrey Katzenberg hat ihn offensichtlich überzeugt, das weiterzumachen und hat gesagt, das wird geil, pass auf, das wird Disney retten.
Johannes Franke: Das ist auch geil geworden.
Florian Bayer: Das ist auch geil geworden.
Johannes Franke: Und es hat Disney gerettet.
Florian Bayer: Und es hat Disney gerettet. Wollen wir mal reinspringen. Jetzt haben wir so viel zur Produktion gesagt und ich meine... Wir können ja mal so generell, einmal bevor wir wirklich in die Story eintauchen, sagen, Also überflüssig zu fragen, hat es sich gelohnt. Die spannendere Frage ist, wie hält es sich heute? Wir befinden uns jetzt... 1988 kam dieser Film raus. Das heißt, wir befinden uns fast 40 Jahre nach Veröffentlichung.
Johannes Franke: Das Ding ist ein fucking 8. Weltwunder.
Florian Bayer: Es ist unglaublich, oder?
Johannes Franke: Wirklich, das hält heute noch ganz genau so wie damals oder vielleicht sogar noch besser.
Florian Bayer: Ich würde sogar behaupten, dieses Ding, das ganz offensichtlich nicht versucht zu verbergen, dass hier Cartoon-Charaktere mit Menschen interagieren, das ganz klar macht, hier sind gezeichnete Figuren. Ja. Die funktioniert von der Immersion besser als ganz viele Filme heutzutage, die mit CGI-Wesen, die in Realfilm eingebaut sind, versucht vorzugaukeln, dass die wirklich da sind.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Und das ist krass.
Johannes Franke: Naja, was heißt das ist krass? Das ist natürlich der Trick, weil du dann, was du nicht verstecken kannst, musst du betonen.
Florian Bayer: Aber es ist ja nicht nur dieses Betonen, Roger Rabbit ist in dieser Szene.
Johannes Franke: Und das ist das Krasse.
Florian Bayer: da rumlaufen und menschliche Pistolen in der Hand haben. Sie müssten keine echten Pistolen in der Hand haben und die haben das mit so Schnüren damit das nachher danach aussieht. Dann guckst du da drauf und du siehst diese Wesen in der Szene. Und wenn du das vergleichst mit irgendeinem anderen Film von, keine Ahnung, nimm einen CGI-Film von vor fünf Jahren oder so und du hast so einen Uncanny Valley-Effekt, dann ist das... hart, dass dieser Film gegen die Filme gewinnt.
Johannes Franke: Es ist eine Mit absoluter Natürlichkeit interagieren die da und es ist absolut abgefahren, vor allem, weil die damals noch keine Tennisbälle haben. am Sekt direkt den Leuten vor die Nase gehalten haben, um ihnen zu sagen, hier kannst du hingucken, hier ist das Gesicht von Roger Rabbit. Obwohl, er konnte oft genug auf die Roboter gucken. Aber es gab auch Szenen, wo er einfach nichts vor sich hatte und damit interagieren musste. Und dann nicht Blank Stare zu betreiben und irgendwo ins Nirgendwo zu gucken, sondern auch den Fokus. Man sieht das Augen an, ob sie... In 20 Meter Entfernung fokussieren oder in 80 Zentimeter vor dir, weil dort der Hase sein soll. Und das ist so krass. Und dieser Schauspieler, der hier unser Hausaufgabe, Hauptfigur Hoskins.
Florian Bayer: Bob Hoskins, yay!
Johannes Franke: Der macht das so verdammt gut. Der hat auch ein bisschen was erzählt. Kommen wir auch dazu, wenn wir über ihn reden. An ihm hängt es ja größtenteils, dass diese Figuren auch einfach einen Gegenspielpartner haben, der das so gut verkauft.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ernsthaft, ich glaube, es ist ein achtes Weltwunder.
Florian Bayer: Es ist wirklich krass. Es ist wirklich beeindruckend. Und sie gehen auch nicht die Cheap Route, sie haben wirklich viele Cartoon-Figuren und sie haben von Anfang an Interaktionen. Und sie haben auch ganz viele Momente, in denen es gar nicht so relevant für die Story ist, sondern die Tonfiguren einfach rumfliegen, indem halt Dumbo einmal kurz vorm Fenster rumfliegt. Wo du denkst, darauf hätte man auch verzichten können, um Geld zu sparen. Aber sie ziehen das wirklich konsequent durch. Sie haben diesen Film vollgestopft mit Zeichentrickfiguren. Und ich würde behaupten, es gibt nicht einmal einen Moment, wo ich denke, jetzt fühlt es sich komisch an.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Jetzt fühlt es sich falsch an. Es stimmt einfach immer.
Johannes Franke: Auf gar keinen Fall. Und ich glaube, das ist auch Richard Williams zu verdanken. Weil der wirklich bei allem gesagt hat, na klar machen wir das. Wir kriegen das hin. Irgendwie schaffen wir das. Und der hatte so viel Ehrgeiz, das alles auch umzusetzen. Und natürlich Zemeckis, der auch die ganze Zeit wie so ein ignoranter... Wie so ein Typ rumgelaufen ist, der einfach ignorant allem Aufwand gegenüber ist und einfach sagt, ich habe die Idee, ihr macht das schon.
Florian Bayer: Das ist krass. Sie haben diesem Film eine unglaubliche Dynamik gegeben. So weit, dass man drauf guckt, auf den Anfang, auf den quasi Kurzfilm, der das Ganze einleitet und sagt, nee, so sehen eigentlich die Filme aus der Golden Age of Animation nicht aus. aus. Das ist viel zu dynamisch, das hat viel zu krasse Kameraperspektiven, viel zu viel Energie und so weiter. Das ist kein klassischer Mary Melodies oder Silly Symphonies Film.
Johannes Franke: Aber ist das nicht schon allein ein Meisterwerk?
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Es ist ja unglaublich. Ich bin so verliebt in diesen Film von der ersten Sekunde an, weil er das so gut schafft, Diese kleine Geschichte von diesem Baby, das einfach nur Cookie will, was so hart entlehnt von den klassischen Kartons ist. Ja, absolut. wo die Motivation wirklich nur ist, ein Baby geht von A nach B und dann auf dem Weg dahin passieren tausend Sachen. Und das so auszuschlachten und so schön zu animieren und mit einem unglaublichen Timing auch, dass du die ganze Zeit flach liegst. Ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus.
Florian Bayer: Mich hat dieser Film damals davon überzeugt, dass Roger Rabbit wirklich echt ist. Rabbit eine Zeichentrickfigur ist, die eine große Geschichte hat und dass es ganz viel von Roger Rabbit zu sehen gibt. Ich habe diesen Cartoon gesehen, ich wollte mehr Roger Rabbit Cartoons sehen. Natürlich.
Johannes Franke: Und mir wurde nicht klar, dass das ja eigentlich gar nicht existiert, dass Roger Rabbit vorher keine Cartoon-Figur war. Ich war felsenfest davon überzeugt all die Jahre. dass der einfach in diesem Universum eine Figur ist. Aber nein, der ist nur für diesen Film.
Florian Bayer: Nur für diesen Film.
Johannes Franke: Beziehungsweise für die Vorlage, das Buch.
Florian Bayer: Wir können jetzt drüber nachdenken, weil darüber habe ich auch nochmal Gedanken gemacht. Roger Rabbit ist natürlich so ein eklektischer Charakter. Der hat diese Eigenschaften von verschiedenen Cartoon-Figuren aus der damaligen Zeit. Ja. An und für sich, der Roger Rabbit, der hier gezeigt wird, der in diesem Cartoon vorkommt, er ist eigentlich keine geile Figur. Also ich würde behaupten, Duffy Duck ist besser, Bugs Bunny ist besser, Goofy ist besser.
Johannes Franke: und so weiter.
Florian Bayer: Gleichzeitig ist es aber auch natürlich in dem Film angelegt, dass Roger Rabbit nicht der große Star ist. Roger Rabbit simpt ja auch so ein bisschen für Goofy. und sagt, keiner hat so viel Timing drauf für Goofy.
Johannes Franke: Aber ist das nicht süß?
Florian Bayer: Es ist voll süß.
Johannes Franke: Es ist toll, dass er so ein Vorbild hat. Ja. Das macht ihn menschlich, beziehungsweise hasisch. Menschlich, genau. Das macht ihn menschlich, dass man wirklich da hinguckt und sagt, oh nein. Und dann hat er auch noch Vorbilder und er ist auch noch jemand, der so zweifelt an dem, was macht er, wie macht er das? komm, ich schaff das, ich krieg das hin und haut sich immer wieder die Pfanne auf den Kopf, um irgendwie den Job zu halten. Das ist so, ich bin so auf seiner Seite. Und dann auch noch goofy wie ich Basta Kieten, weißt du? Ja, ja. Und er vergöttert ihn, weil der so die Sachen so toll kann.
Florian Bayer: Und das Spannende, was wir hier über Roger in diesem Anfang lernen, ist halt, dass er als Figur nicht... originell genug ist, um mitzuhalten? Mit Mickey Mouse oder mit Duffy Duck?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dass er auch offensichtlich, sagen wir mal, ein zweitklassiger Schauspieler ist als Cartoonfigur. Und jetzt auch noch die Probleme mit seiner Frau, deswegen der sich nicht mal die Texte merken kann. naja, tatsächlich Gefahr läuft, unterzugehen in diesem Business.
Johannes Franke: Aber sind wir mal ehrlich, das Beispiel dafür, dass er seinen Text nicht kann, ist, dass er nur... und keine Sternchen über seinem Kopf kreisen lassen kann.
Florian Bayer: Was für eine geile Idee. Was für eine großartige Metaebene, dass wirklich erklärt wird, diese Dinge, die passieren. mit den Cartoons sind quasi Text und die müssen das drauf haben. Er erzeugt diese Sterne und diese Vögel.
Johannes Franke: Und das heißt auch, dass das alles, was wir gesehen haben, dieser ganze Cartoon am Anfang, ein einziger Take ist. Alter, was für ein Wahnsinn. Dass sie das ohne Schnitt einfach drehen und dann komplett nochmal neu machen müssen, nur weil er Vöglein im Kopf hat und nicht Sterne.
Florian Bayer: Ich finde diese Vorstellung, allein dieses Bild so geil, dass sie diesen Weg gehen, dass sie dann rauszoomen. Und dann sehen wir dieses ganze Set, in dem sich der Zeichentrickfilm bewegt hat, ist ins Studio und die Wände sind so gemalt, dass sie wie in einem Zeichentrickfilm aussehen. Und das Einzige wirklich gezeichnete sind halt diese Cartoon-Figuren, in dem Fall zwei, Roger und Baby Herman. Was für eine großartige Idee und was für eine tolle Ästhetik dieser Wechsel vom Zeichentrick zum Realfilm.
Johannes Franke: Wer spielt eigentlich die Messer, die da in der Gegend rumfliegen? Die sind auch gezeichnet. Sehr gute Frage. Oh mein Gott, Plur, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo. Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurück... Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld da lassen wollt, macht das doch bitte über buymeacoffee.com slash muss man sehen. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, Ist das eure Chance? Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes. muss man sehen.de und Florian at muss man sehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über Jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns folgt, So 5 Sterne oder Herzchen oder sonst was auch immer euer Podcatcher anbietet. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben.
Florian Bayer: Ah, super. Fehlt noch irgendwas?
Johannes Franke: Nee, ich glaube, wir haben alles, wa?
Florian Bayer: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode. Yes! Ich habe mir sowieso mehrmals die Frage gestellt, wie viel Bewusstsein hat dieses Leben? Oder ab wann ist es ein Lebewesen? Weil wir haben ja auch, wir haben ja nachher die Patronen von dem Revolver, die irgendwie eine Persönlichkeit haben. Wir haben diesen Schuh, der eine Persönlichkeit hat, der offensichtlich ganz lange in seiner Kiste gelebt hat, nur um dann in diese Terpentinsuppe getaucht zu werden. Es bleibt vage und es wird nicht 100% beantwortet und ich glaube, jede Antwort würde diesen Film deutlich erschreckender machen. Dann haben wir plötzlich auch noch zusätzlich so moderne Sklavenarbeit vor uns.
Johannes Franke: Ach Gott, ja.
Florian Bayer: Shit. Oder wie der Chef von dieser ganzen, von der Thun-Animationsfabrik sagt, naja, die arbeiten für Peanuts. Und dann wirft der Dambo ein paar Erdnüsse hin und Samu ist zufrieden damit. Autsch.
Johannes Franke: Ja, das ist so krass. Also das liegt immer die ganze Zeit drunter, aber man kommt nicht so richtig dazu, dass komplett im im Kopf zu wälzen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin zu viel am Lachen, als ich zu sehr über den Rassismus nachdenken könnte.
Florian Bayer: Ich habe relativ viel gewälzt in diesem Fall und ich weiß, dass ich das vorher nicht so gemacht habe, aber ich habe während ich, also dieses Mal, als ich den Film gesehen habe, habe ich mir oft Gedanken darüber gemacht, weil es gibt ja, es gibt einfach diese großen Blöcke, wo du merkst, okay, hier geht es auch irgendwie um Segregation und hier wird erzählt, Wir haben diese Bar, in der Toons nicht erlaubt sind, in der sie keine Gäste sein dürfen, aber sie treten da auf. Und hallo USA, der 40er Jahre. So, ja, equal but separate? Nee, wie war's? Separate but equal?
Johannes Franke: Ja, genau. Und sie leben in ihrem Ghetto, ne?
Florian Bayer: Genau, sie leben in ihrem Ghetto, sie dürfen in der Bar auftreten. Aber sie dürfen nicht da trinken. Es gibt diese ganz klare Teilung und dann sind sie halt wirklich eine unterdrückte Minderheit und sie sind die ganze Zeit... der Minorisierung ausgesetzt.
Johannes Franke: Also es ist nicht so, dass mir das nicht auffällt, während des Films. Aber ich habe einfach so wenig Zeit zwischendurch... So komplett da reinzugehen in dieses Thema, weil der nächste Gag kommt und bei mir wirklich jeder Gag zündet und ich einfach teilweise Gags verpasse, weil ich bei dem anderen noch so laut lache. Es ist so toll, wirklich. Aber ich bin auch der große Slapstick-Fan. Ja, natürlich. Du bist nicht der große Slapstick-Fan.
Florian Bayer: Ich bin nicht der große Slapstick-Fan. Ich kann ja auch sagen, dass es, also natürlich finde ich den Film sauwitzig. Der hat wirklich gute Gags. Okay. Ich bin in diesem Film die ganze Zeit auf der Suche. Ich merke, dass meine Augen über den Bildschirm rasen, während ich die Handlung sehe, weil so viel passiert. Ja, absolut. Weil so viele Details im Hintergrund sind. Und du weißt ja gar nicht, worauf du achten sollst, weil du hast sowohl die Realfilmdetails, darüber wird viel zu wenig geredet, wie geil diese Sets sind, die wirklich dieses Feeling eines 40er Jahre Los Angeles haben. oder San Francisco erzählen.
Johannes Franke: Ja, die haben ganz viele, also im Set-Design sich wirklich viel Mühe gegeben dafür. Das haben sie wirklich gut gemacht.
Florian Bayer: Und dann hast du gleichzeitig die Zeichentrickdetails und du hast immer mal wieder Zeichentrickfiguren im Hintergrund rumrennen, Sachen tun. Du weißt nicht, worauf du dich konzentrieren sollst. Und so merke ich, dass bei mir die Unterhaltung einfach dadurch einsetzt, dass dieser Film in meinen Augen keine Pause gibt. dass es ja ständig neues Futter gibt, wo ich denke, oh und ah. Und ich finde keine Zeit drüber nachzudenken, wie sie es technisch gemacht haben, wirklich so gut integriert ist.
Johannes Franke: Genau, absolut. Das ist so krass. Und ich finde auch, dass die es schaffen, am Anfang... Man macht dann ja ein Feuerwerk erstmal. Das ist klar. Okay, damit kann man vielleicht rechnen, dass man in so einen Film reingeht und sagt, Guck mal hier, was ich kann, das ist ein toller Zeichentrickfilm, den haben wir neu gemacht und der sieht richtig geil aus und dann gehen wir in den Rest des Films. Und da verliert man vielleicht so ein bisschen an Detailverliebtheit oder sowas, weil man am Anfang alles eingebracht hat. Aber dieser Film hört nicht auf damit. Sobald du aus diesem Zeichentrickfilm raus bist, gehst du über die Studios... Und siehst einen Haufen krasse kleine Geschichten im Hintergrund. Die Besen aus... Fantasia, die nur zu dieser Musik aber auch dann ihre Arbeit verrichten. So ganz viele Figuren aus allen möglichen Filmen, die man kennt. Total sweet und liebevoll zusammengebastelt. Ich find's so schön. Und die hören nicht damit. auf. Es gibt einfach immer das Nächste, das Nächste und das Nächste.
Florian Bayer: Ja, es ist vor allem Anspielung auf Anspielung. Also Eddie ist unterwegs, um dann diese Fotos zu machen von von Jessica Rabbit und dann ist er in dieser Bar und dann haben wir den Gorilla als Türsteher. Dann haben wir Betty Boop in schwarz-weiß.
Johannes Franke: Das ist so schön. Und die Schwarz-Weiß-Stars, die einfach damals verloren haben. Die Zeit ist vorbei, Stummfilm gibt es nicht mehr, ihr müsst jetzt reden und wer es nicht geschafft hat, bleibt auf der Strecke.
Florian Bayer: Und die Arme bett im Bub. Nach der Segregation. so die nächste Anspielung, ne? Auf das Ende des Stummfilms. Und hier ist es halt die Ende des Schwarz-Weiß-Cartons.
Johannes Franke: Och Gott, und er sagt extra für sie noch, du hast es immer noch drauf.
Florian Bayer: Es ist so süß, wie er sie anschaut und sich darüber freut, eine alte Freundin zu sehen. Weil wir merken, er hat offensichtlich eine Geschichte mit diesen in Toons, die komplett anders ist als dieser krummelige Typ, der sagt, dass er nicht für Toons arbeitet.
Johannes Franke: Und das ist sehr effektives Storytelling. Absolut. Das, finde ich, macht dieser Film auch, dass du über... So kleine Einstellungen, kleine Bilder, die du siehst, allein wenn er da irgendwie auf seinem Schreibtisch gegenüber, wo sein Bruder eigentlich ist und würde, das ist ja auch alles mit dem Bild und so klischeehaft, aber auch gemütlich.
Florian Bayer: Aber dann der Zeitungsartikel, Goofy wurde freigesprochen von Spionageverdächtigung.
Johannes Franke: Es ist so geil, Goofy-Spionage anzudichten.
Florian Bayer: Das ist super. Genau diese Details. So ein kleines Ding.
Johannes Franke: Hat Goofy, also er ist freigesprochen worden, aber zu Recht oder zu Unrecht?
Florian Bayer: Natürlich ist er zu Recht freigesprochen.
Johannes Franke: Nein, ich glaube, er war Spion. Für die Kommunisten? Natürlich.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Ach Gott. Also auf jeden Fall schafft der Film es sehr effizient und sehr... verkürzt Sachen zu erzählen, die einfach nur die Welt weiter aufmachen, der Welt noch mehr Futter geben. Und wir sofort nur in seinem Blick oder nur seiner Reaktion sehen, dass er einfach mit Betty Boop eine Geschichte hat. Und aber auch, was sie anguckt mit so einem kleines bisschen mitleidigen... Ja, natürlich hast du es noch drauf, aber du bist halt nicht mehr.
Florian Bayer: Aber er meint es auch, ne? Er ist halt auch ein Nostalgiker, er mag diese alte Zeit.
Johannes Franke: Aber er weiß halt, es ist einfach vorbei.
Florian Bayer: Und stattdessen ist er dann schockiert von dem Auftritt von Duffy Duck und Donald Duck. Und wir haben den ersten großen Cameo, weil die haben wirklich viel Zeit zusammen. und sie bringen sich einfach gegenseitig um.
Johannes Franke: Es ist so geil. Also wirklich eine Sequenz, ein absolutes Highlight. Es ist der totale Wahnsinn.
Florian Bayer: Also allein schon die Tatsache, dass wir hier Donald Duck und Duffy Duck zusammensitzen haben. Dass die beiden großen Figuren, die wie kaum... eine andere Figur für ihre jeweilige Company stehen, außer Mickey Mouse und Bugs Bunny, die wir nachher noch sehen, die ja auch wirklich quasi zeitgleich erschienen sind. Und Donald Duck sind 1937, haben die quasi ihre ersten großen Auftritte gehabt. Wenn wir so ein bisschen wegrechnen, was es noch so an Prototypen dafür gab. Dass die beiden da auf der Bühne stehen, dass sie als Konkurrenten inszeniert werden, die sich gegenseitig ans Leder wollen. Was für eine geniale Idee.
Johannes Franke: Ja, also ich meine dieses Konzept, das Piano-Duell, das gab es schon länger. Das ist ein Klassiker quasi. Die machen das aber so, so gut, auch weil die aus den unterschiedlichen Welten kommen und deswegen das Ganze noch eine andere Ebene bekommt und so. Aber ich finde, dass das so gut animiert ist, weil auch diese Pianos ja real da sind und die diese Pianos animieren mussten am Set, ohne dass... dass die Figuren da waren, weil die waren ja nicht, also ich meine, wäre geil gewesen, wenn die Figuren wirklich am Set gewesen wären, aber die muss man erst zeichnen.
Florian Bayer: Und da haben sie tatsächlich auf einen Trick zurückgegriffen, der wirklich schon 100 Jahre alt war zur damaligen Zeit. Das ist das spielende Piano.
Johannes Franke: Das ist das spielende Piano, genau. Und dann mussten sie aber auch bewegen. Die Hocker wackeln die ganze Zeit in der Gegend rum.
Florian Bayer: Die Flüge gehen auf und zu. Es passieren eine Menge Dinge. Es gibt Explosionen in dieser Szene. Menschen werden erschossen.
Johannes Franke: Übrigens die ungarische Rhapsodie von Franz List.
Florian Bayer: Vielen Dank. Das war mir noch wichtig. Prost. Ganz, ganz, ganz wichtig. Und dann haben wir Marvin Agmi da sitzen. Und dieses Mal war es das erste Mal, dass ich mich mit Agmi auseinandergesetzt habe. ACMI ist ja so ein Stable in dieser Cartoon-Landschaft. Und ACMI ist viel älter als die Cartoon-Landschaft. Das wusste ich nicht. In meiner Vorstellung war Acme von Warner Bros. erfunden, weil sie gesagt haben, wir brauchen für unseren Kojoten eine Firma, die seine Sachen macht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ACMI gibt's schon ewig.
Johannes Franke: Nein, wirklich?
Florian Bayer: ACMI gibt's seit dem 19. Jahrhundert. Und zwar ganz banal. Also ECMI kommt eigentlich aus dem Griechischen, dann heißt es Höhepunkt. Und ECMI wurde als Name für Produkte, für echte Produkte im 19. Jahrhundert ganz viel benutzt. weil du vorne im Telefonbuch stehst.
Johannes Franke: Ja, AC, genau. Das wusste ich jetzt auch.
Florian Bayer: ECMI-Scheren und es gibt ECMI-Messer und sowas aus der damaligen Zeit. Ich dachte, das wäre ein Witz. Es gab wirklich Unternehmen, die gesagt haben, wir nennen uns Acme, wir wollen nach vorne ins Telefonbuch.
Johannes Franke: Ja, genau. Krass, ne?
Florian Bayer: Und dann wurde das Ding irgendwann zum Running Gag, aber nicht in den Cartoons, sondern zuerst in den alten Stummfilmen, in deinen Filmen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Buster Keaton, Harold Lloyd. In diesen Filmen ist ACMI immer mal wieder aufgetaucht als Firma.
Johannes Franke: Es ist quasi die Firma, bei der es alles gibt.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Also es ist ja nicht eine Firma, aber ja, genau.
Florian Bayer: Wenn du irgendwelche Props brauchst für einen Film und das muss jemand hergestellt haben und zwar die American Company Make Everything. was offensichtlich irgendwann gesagt wurde, das ist unser Akronym, dann nimmst du halt Acme. Und dann hat Warner Prost das bei seinen Cartoons übernommen, das ist Das ist der Moment, wo ich einsteige und habe gesagt, wenn wir irgendwas haben, was benutzt wird, dann kommt es von ACMI. Egal, ob das Staubsauger sind. Egal, ob es Messer sind oder eben das Dynamit, mit dem Wiley den Roadrunner fangen will. Ja. Und hier sagen sie, okay, wir geben dieser Firma jetzt ein Gesicht. Wir haben diesen Mr. Acme, der reich geworden ist durch diese Firma und der hart in Jessica Rabbit verliebt ist.
Johannes Franke: Ja. Findest du nicht auch, wie krass diese Animation auch hier zum Tragen kommt, wie ihm einfach... Dieses Tuch, es ist doch bei ihm, oder? Wie Jessica Rabbit das Tuch da rausholt und ihm die Glatze nochmal sauber macht.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Und das ist so seamlessly. Du hast nicht das Gefühl, dass da irgendwas animiert worden ist, sondern es passt alles 100%ig zusammen.
Florian Bayer: Das Ding ist, wenn sie auftritt und wir sehen ihr Kleid, fällt meine Kinnlade runter und geht bis zum Ende der Szene nicht mehr hoch.
Johannes Franke: Wie bei so einer Comicfigur, ne? Und die Zunge dann sich nach vorne ausrollt.
Florian Bayer: Wir können auch gleich über sexuelles Erwachen reden. Aber ich hänge jetzt mal so ganz unheterosexuell an diesem Kleid, an diesem Glitzerkleid und frage mich die ganze Zeit, was davon ist gezeichnet und was davon ist echt. Ich sehe es nicht. Es ist der Hammer.
Johannes Franke: Es ist der absolute Hammer.
Florian Bayer: Dieses Glitzerkleid.
Johannes Franke: Der ursprüngliche Plan war, dass sie die ganze Zeit dieses Kleid trägt. Aber das war so... aufwendig zu animieren, dass die Animatoren, die es ausführen mussten, zum Chef gegangen sind, also zu Williams, und gesagt haben, bitte! Bitte, erschießen wir uns. Und dann haben sie es halt gesagt, okay, dann ist das ein normales rotes Kleid den restlichen Film über.
Florian Bayer: Übrigens, Why Don't You Do Right von Jessica Rabbit, gesungen von Amy Irving. Einer Oscar-nominierten Sängerin, die hat Priyantl für einen Oscar nominiert.
Johannes Franke: Auch die ist nicht credited. Genauso wenig die Sprechstimme von Jessica Rabbit.
Florian Bayer: Kathleen Turner, mit der Robert Zemeckis ein paar Jahre davor bei seinem Indiana Jones-Rip-Off zusammengearbeitet hat.
Johannes Franke: Und es ist krass... Weil die das mehr oder weniger als gefallen getan hat für Robert Zemeckis. Und dann aber auch gesagt hat, lass mich mal da raus aus den Credits. Ich mache ja sonst andere Sachen. Das ist mal so ein Side-Job, wo ich mal austeste, was geil ist und was nicht geil ist.
Florian Bayer: Du weißt nicht mehr, wie alt du warst, dass du diesen Film gesehen hast. Vielleicht kann ich deinen Alter gleich schätzen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Hattest du ein sexuelles Erwachen mit Jessica Rabbit?
Johannes Franke: Ich glaube nicht.
Florian Bayer: Okay. Dann warst du älter als 13.
Johannes Franke: Oder viel jünger.
Florian Bayer: Oder viel jünger.
Johannes Franke: Aber als der Film rauskam, war ich fünf...
Florian Bayer: 1988, ja, 5, 6, so um den Dreh. Ja, 3, 5, 6, 7...
Johannes Franke: Acht, ja, fünf, fünf. Also vielleicht habe ich ihn gesehen, als ich fünf war und da gab es noch kein sexuelles Erwache.
Florian Bayer: Ich hatte es tatsächlich auch nicht. Aber ich habe, glaube ich, den Film geguckt und gedacht, ja, es könnte passieren. Es könnte sein.
Johannes Franke: Und es ist heute soweit. Noch nicht ganz.
Florian Bayer: Und das ist einer von vielen Brüchen, die sie halt machen mit ihrer Disney-Unschuld. Sie haben dieser Figur so viel Sex-Appear, so klassischen Femme-Fatoren. Halssexappeal angezeichnet. Und das Beste ist, sie thematisieren es ja auch.
Johannes Franke: Natürlich 100%. Und das finde ich geil daran, dass es eben tatsächlich nicht nur einfach eine Fortführung der sexy Femme Fatale ist und damit ein Klischee, sondern sie setzen sich so drauf, Dass man das als Parodie erkennt und dass man genau weiß, das ist kein unterschwelliger Sexismus, sondern es ist einfach eine Anprangerung dieser... Und Spaß damit.
Florian Bayer: Ich würde nicht sagen, dass es eine Anprangung ist, aber es ist einfach eine Reflexion und eine Ironisierung. Wenn sie zu Eddie sagt, der berühmte Satz, ich bin nicht böse, ich bin so gezeichnet worden. Da steckt so viel Meta-Ironie drin, dass wir allein darüber füllen.
Johannes Franke: fünf Stunden reden könnten, was da passiert. Es ist super. Es ist wirklich sehr, sehr schön. Und es sagt viel über Menschen aus. wie Menschen wahrgenommen werden und was ihnen angedichtet wird, womit wir auch wieder bei Rassismus und so weiter wären.
Florian Bayer: Sexismus ist schon ein Thema auch irgendwie. Also gerade dieser Gedanke, sie sieht gut aus, sie ist verführerisch, sie muss böse sein, sie muss das ausnutzen.
Johannes Franke: Genau. Und sie muss das alles irgendwie, sie muss auch so laufen und so Leute damit verführen und so weiter. Und am Ende ist sie diejenige... die das ganze Ding eigentlich längst rausbekommen hat, als unser Protagonist dann dahinter kommt. Und das finde ich so geil, dieses Gefühl von Jessica Rabbit hat einen Film, den wir nicht sehen, der im Kino nebenan läuft. Ja. wie sie das alles rausfindet. Der läuft parallel zu unserem Film, aber wir kriegen ihn nicht zu Gesicht und der wäre auch mega interessant.
Florian Bayer: Sie macht eigentlich die Detektivarbeit.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dieser ironische Bruch, der geht ja weiter in dieser ganzen Jessica-Rabbit- Subgeschichte, nämlich, dass wir jetzt, wenn wir die Fotos von der heimlichen Affäre machen, dass sie Backe-Backe-Kuchen spielen. Pet the Cake, Pet the Cake.
Johannes Franke: Oh, ist das geil. Ich finde es natürlich total witzig, aber... Auf einer Sub-Ebene ist es immer noch Sex, oder?
Florian Bayer: Ich finde das Witzige. Ich finde tatsächlich, um noch einen Meter Batzen drauf, um noch eine Ironisierung mehr. mehr draufzupacken. Es wird erst witzig, wenn es tatsächlich kein Sex ist, weil Roger Rabbit Wenn er das sieht, das viel schlimmer findet, als wenn er sehen würde, wie sie Sex mit dem hat. Das ist das Schlimme. Das ist der Betrug. Und das funktioniert eigentlich nur, wenn es tatsächlich dieses Backe-Backe-Kuchen ist, das aber in der Thun-Welt... nicht ein unschuldiges Spiel ist, sondern was du wirklich nur mit einem Menschen machst, den du sehr, sehr gerne magst.
Johannes Franke: Und da kommen wir zum nächsten Highlight. Auch wenn Roger Rabbit teilweise... nervt, weil er einfach so krass drauf ist. Aber wie sie ihn animiert haben, wie er diese Fotos anschaut. Und dann da vollkommen ausrastet und weint und seinen Kopf auf den Tisch wirft und sich in der Gegend rumwirft. Und jammert. Da kommt die Stimme von Fleischer, der das wahnsinnig gut spricht. Und diese Animation, die das so verdammt gut macht. Und der Moment, wo er die Fotos in der Hand hat und eins nach dem anderen... wechselt und dann immer schneller wechselt und dann eben da ein Trickfilm draus wird.
Florian Bayer: Unser Daumenkino, das gute alte Daumenkino. So wie du Kindern einen Trickfilm erklärst. Das ist so geil. Es ist fantastisch. Es ist eine unglaublich geniale Idee.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist wirklich lehrreich, weil ich meine, wenn wir Kindern erklären, wie ein Trickfilm funktioniert, dann erklären wir ihnen ein Daumenkino. Genau. Und es ist halt einfach Timing.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Genau im richtigen Moment. Und trotzdem bleibt diese emotionale Ebene stehen. Wir haben hier einen Hasen, dessen Herz gebrochen wurde. So albern es klingt und so albern es ist. Nein, dieser arme Roger.
Johannes Franke: Genau, das nehmen wir trotzdem ernst. Also die machen da wirklich so einen Drahtseilakt draus. Das ist wirklich toll. Die schaffen das richtig, richtig gut. Und auch hier macht wieder Hoskins, der unseren Detektiven spielt, das richtig richtig gut, sich da rumwirbeln zu lassen von Roger Rabbit, der ihn dann irgendwie auf seiner Brust hängt und ihn schüttelt und rüttelt und sagt, hilf mir, mach was.
Florian Bayer: Es ist so krass, was Bob Hoskins an Slapstick-Bewegungen und an So besonderen Bewegungen machen muss, ohne den Gegenpart zu haben, was er an physischem Humor rausnimmt. nehmen muss, ohne diesen Mitspieler zu haben, der es dir leichter macht. Das ist richtig krass.
Johannes Franke: Hast du diese großen Gummifiguren gesehen, die sie am Set hatten?
Florian Bayer: Nein, erzähl.
Johannes Franke: Ach, es ist so geil, weil sie natürlich irgendwie festlegen mussten, wo kann eine Thunfigur langgehen? Wo ist der Raum genug da? Wo muss man hinschauen und so weiter? Also haben sie festgelegt, wie groß sind die Figuren? Und haben diese Figuren einmal im 3D-Druck, naja, nicht ganz, aber... Sie haben sozusagen die Dinger einmal aus Gummi hergestellt, um sie dann am Set immer da lang laufen zu lassen. Jemand hat sie genommen, hat sie dann in der Gegend rum... wie als wenn du als Kind die Figuren in der Gegend rumschiebst, hat gesagt, okay, hier läuft das Ding lang, hier bleibt es stehen, du kannst also genau dorthin gucken, merk dir diesen Punkt in der Luft. Da musst du dann wieder hinschauen, wenn die Figur wieder weg ist. Und dann haben sie alles durchgespielt. Und dann haben sie auch diesen Teil schon aufgenommen, weil die Figuren ja eine ganz bestimmte Form von Licht tragen. und Schattenwurf und so weiter haben. Und das brauchten sie auch für die Animationen dann später als Referenz. Das heißt, die haben diese Figuren ganz selbstverständlich als Mitspieler immer am Set gehabt und haben damit dann rumgespielt. Das erklärt auch, warum diese Aktionen, die er mit den Figuren hat, so verdammt gut choreografiert wirken.
Florian Bayer: Was für eine krasse Herausforderung trotzdem, was du als Schauspieler leisten musst in dem Moment.
Johannes Franke: Das haben nicht alle Schauspieler in diesem Set so gemacht wie er. Er war richtig gut und es gab ab und zu mal Situationen mit anderen Schauspielern, wo das nicht so gut gelaufen ist und sie mussten in der Animation Sachen ändern. Damit die Eyeline wieder stimmt.
Florian Bayer: Ja, Gott sei Dank hatten sie diese Postmöglichkeit. Bob Hoskins mit seinem Knautschgesicht und mit seiner krummeligen Art Ja. Passt da natürlich perfekt rein.
Johannes Franke: Wahnsinn. Der Straight Man. Ja. Die alte Philosophie. Ein Duo wollen wir lustig machen, also ist einer derjenige, der die ganze Zeit Quatsch macht. Und einer derjenige, der die ganze Zeit den Straight Man macht, der die ganze Zeit davon unbeeindruckt ist oder sehr ernst ist.
Florian Bayer: Roger steht unter Verdacht, seinen Nebenbuhler umgebracht zu haben. Ja. Eddie Valiant, also Bob Hoskins, wird von der Polizei abgeholt und zum Tatort gebracht. Weil die nach Roger natürlich suchen und wir treffen zum ersten Mal auf unseren Bösewicht, gespielt von Christopher Lloyd, es wäre fast Christopher Lee geworden, Judge Doom.
Johannes Franke: Ah, was für einen Namen kann man finden für eine Figur, um gleich zu sagen, das ist übrigens unser Bösewicht. Judge Doom.
Florian Bayer: Und wenn ihr irgendwelche Zweifel hattet, dass es der Bösewicht sein könnte, wir haben einen Moment, in dem dieser Judge Doom eiskalt einen armen, unschuldigen Thunschuh tötet.
Johannes Franke: Das ist so eine harte Szene. Der wird ja die ganze Zeit so kodiert, als das Hundewelpe. Ja. Weil der unten, da steht der und schmiegt sich so an Fuß an. So süß. Und dann wird er so hochgehoben und macht auch so ein Gesicht, dass man so denkt, oh nein, oh nein, der Hund muss gleich sterben. Es ist wirklich so, dass ich da sitze und denke, nein, nein, nein, der Hund stirbt gleich, obwohl es ein Schuh ist. Aber es ist so inszeniert.
Florian Bayer: Es ist absolut so inszeniert. Und das Schlimme ist, wir wissen ja, dass diese Tuns, die haben ja deutlich mehr Bewusstsein, deutlich mehr kognitive Fähigkeiten als so ein einfacher Hund, weil das sehen wir ja die ganze Zeit und die arbeiten. und die tun Dinge und die, ich finde, und das ist der Moment, wo mein Kopf dann wieder Schleifen dreht, wir sehen hier einen Richter und Henker. Personalunion, der ziemlich klar ein Genozid ankündigt und gleich eines der unschuldigsten Opfer, das man sich vorstellen kann, nimmt, um es zu töten, um das zu demonstrieren. demonstrieren und keiner macht was dagegen. Und es ist wirklich eine harte Szene. Und dann ist es, der Film spielt ja 47. Mhm. Er spielt zwei Jahre nach dem Ende des Holocaust, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Johannes Franke: wurde nicht zwei Jahre später gemacht. Er spielt da nur. Das ist schon nochmal ein Unterschied in der Art und Weise, wie man damit umgeht. Aber...
Florian Bayer: Es ist wirklich brutal. Eiskalt tötet er diesen Hund. Und Leute stehen dabei und gucken weg. Und Eddie Valiant ist vollkommen zurecht geschockt. Aber auch er... Greift nicht ein. Es ist eine richtig harte Szene.
Johannes Franke: Man fragt sich schon, woher hat der diese Macht? Und was ist das für ein Staat, der es erlaubt, dass es eine Personalunion gibt, die dann einfach entscheidet, on the spot, du musst sterben.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist total krass.
Florian Bayer: Es wird ja auch nicht näher aufgeklärt. Die Polizisten stehen da ja auch ein bisschen hilflos. Lieutenant Santino, der Eddie zum Tatort bringt, ist ja offensichtlich irgendwie auf seiner Seite ihm zu helfen und sagt zu ihm, ey, leg dich bloß nicht mit dem an, der Mann ist echt gefährlich und alle haben Angst vor ihm.
Johannes Franke: Und diese Rezeptur, von der er da redet. Dieses Bracke-Wasser da.
Florian Bayer: Die Suppe heißt es im Deutschen, The Dip im Englischen.
Johannes Franke: Es ist so toll. Es ist Terpentin, Benzol und Aceton. Und das sind ganz klassisch einfach Sachen, die man als Animator damals benutzt hat, um... fehlgeleitete Farbe wieder loszuwerden auf diesen Folien, auf die sie es aufgetragen haben. Also Aceton kennt wahrscheinlich auch irgendwie jeder. Also wenn man einen Pinsel auswaschen will, benutzt man das auch manchmal. Es ist einfach wie ein Radiergummi. Ja. Für Farbe.
Florian Bayer: Ein Mordinstrument. Sagen wir. Sagen wir es, was es ist. Es ist ein Mordinstrument.
Johannes Franke: Aber es ist ein schöner Metagag. Absolut.
Florian Bayer: Total.
Johannes Franke: Ist ganz toll.
Florian Bayer: Eddie wird von Baby Herman vor seinem Büro angesprochen. Baby Herman fest überzeugt davon, dass Roger unschuldig ist. Und erzählt ihm vor allem, dass ACMI ... unser Mordopfer, ein Testament geschrieben hat, in dem steht, dass er Thun Town den Thuns überlassen will.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Baby Herman, hast du den Film auf Disney Plus gesehen?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Haben sie diese Szene am Anfang rausgeschnitten, wo Baby Herman, der Frau, unter den Rock greift?
Johannes Franke: Nein, rausgeschnitten wird die nicht. Die wird nur anders animiert. Also da wird dann sozusagen der Mittelfinger weggenommen. Ah, okay, verstehe.
Florian Bayer: Er geht ihr trotzdem unter den Rock. Wie sagt er, er hat die Lust von einem 50-Jährigen und den, er sagt Pimme, er sagt den Dinky von einem 2-Jährigen und was ziemlich hart ist.
Johannes Franke: Ja, ach der Arme.
Florian Bayer: Wir haben ein Zigarrenrauch und das Baby, das die ganze Zeit sexistische Sprüche von sich gibt und Frauen belästigt. Disney, was ist mit dir passiert?
Johannes Franke: Ja, die wollten halt auch ein bisschen edgy werden.
Florian Bayer: Aber gleich das haben sie jetzt davon. Ja, wirklich. Ich meine, ihr könnt euren Film wie Edchen machen, aber sie haben dann wirklich, also es ist wirklich krass, wenn wir von diesem klassischen Disney wie Disney so Figuren... inszeniert und wie Disney agiert, wenn sie edgy sein wollen. Und dann haben wir so eine Figur wie Baby Herman Und sie geben ihm eine Zigarette, sie geben ihm eine Libido, die über alles geht. Ein Baby!
Johannes Franke: Ich find's mega lustig.
Florian Bayer: Baby Herman ist großartig.
Johannes Franke: Ich find's ganz, ganz gut. Aber es ist natürlich auch so, wo man sich fragt, Sind das ein paar Entscheidungen, die mir heute anders fällen würden oder so? Weiß ich nicht ganz genau. Bei der Figur ist es so mit dem Rauchen vor allem, weil das Rauchen... vielleicht jetzt nicht mehr den Stellenwert hat oder nicht mehr das ausdrückt, was es damals ausgedrückt hat.
Florian Bayer: Und so. Ich bin großer Fan von der Sensibilität unserer Filmlandschaft von heute, aber ich freue mich immer, wenn ich einen alten Film sehe, wo alle rauchen. Die Kids rauchen am Anfang. Die Kids schenken unserem Protagonisten eine Zigarette. Auch so ein Gag. Kinder auf der Tram hinten sitzen, die Zigarette rauchen. Total okay, weil es sind die 40er, ich freue mich.
Johannes Franke: Es ist toll, aber die rauchen doch nicht in dem Moment, sondern er kommt nur mit Zigaretten ins Bild wieder rein und man denkt sich, ach, die hatte von den Kindern?
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Das ist so geil.
Florian Bayer: Johannes, wenn ich eine Petition starte, dass ich mehr rauchende Kinder im Kino sehen will, schreibst du für mich?
Johannes Franke: Aber natürlich, Flo, natürlich.
Florian Bayer: Man kann das ja auch heute mit Special Effects machen. Man muss die Kinder ja nicht wirklich rauchen lassen, ohne ihre Gesundheit zu gefährden.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Meinetwegen kann vor dem Film auch nochmal eingeblendet werden.
Johannes Franke: Keine Kinder sind zu Schaden gekommen bei Dreharbeiten.
Florian Bayer: Das gibt es ja sowieso bei den FSK und PG's steht ja auch immer dran, warum die Filme diese Alterseinschränkungen haben und Smoking steht dabei. Also wie war das PG-13 und dann steht da Smoking und Curse Words und Alkohol ist glaube ich auch immer da. Also tatsächlich, Rauchen ist ein Ding, einen Film PG-13 werden zu lassen.
Johannes Franke: Für diesen Film sind keine Zigaretten zu schaden.
Florian Bayer: Nein, Baby Herman ist großartig. Vor allem finde ich es großartig, dass sie diesen Charakter, diesen rauen harten Brocken ziemlich kurz darauf brechen, wenn nämlich seine Zigarre runterfällt und er wie ein Baby heult.
Johannes Franke: Meine Zigarre! Und er weiß es einfach einzusetzen. Er sieht aus wie ein Baby, also kann man das auch wunderbar einsetzen.
Florian Bayer: Ja, aber in dem Moment meint er das, glaube ich, auch ernsthaft. Er ist wirklich am Boden zerstört, weil er kann sich nicht helfen. Er ist halt im Körper eines Babys. Er kommt nicht mehr an die Zigarre ran. Er muss heulen. Das hilft nichts.
Johannes Franke: Ja, ganz toller Charakter, weil er auch so ambivalent ist und weil er überraschenderweise, ich hätte eben nicht damit gerechnet, Roger Rabbit hilft. Ich hätte eher gedacht, er ist so das Arschloch, das dann sagt, Gott sei Dank wird er weggesperrt.
Florian Bayer: Er ist auch das Arschloch, er ist die ganze Zeit das Arschloch, aber er steht zu Roger, weil Roger sein Freund ist.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Genau und tatsächlich, Eddie, sie guckt sich das eine Foto nochmal an und stellt fest, da ist dieses Testament in der Tasche von ACMI, es gab es tatsächlich. Aber er hat gar keine Zeit, sich damit näher zu beschäftigen, denn tadaa, Roger Rabbit hat sich in seinem Bett versteckt. Roger Rabbit versteckt sich in seinem Schrank. Roger Rabbit schnallt sich mit Handschellen an ihn dran. Als Vorbereitung, als Foreshadowing für den besten Gag des gesamten Films. Ist das der beste Gag? Das ist der beste Gag des gesamten Films. Das ist toll, ja. Das ist der beste Gag der Filmgeschichte. Was? Okay, maybe. Vielleicht übertreibe ich ein wenig.
Johannes Franke: Aber nur ein bisschen. Also ich finde es ganz toll, weil wir auch beim Anschnallen schon sehen, das Ärmchen, das da irgendwie angeschnallt wird. Nicht die Pointe.
Florian Bayer: Spoiler, bitte. Wir haben hier den besten Witz aller Zeiten. Nicht den Spoiler, nicht der beste Witz der Filmgeschichte. Der beste Witz aller Zeiten.
Johannes Franke: Das heißt, wir dürfen den im Podcast nicht besprechen, damit wir den nicht spoilern?
Florian Bayer: Ich gehe davon aus, dass die meisten Leute, die jetzt noch dran sind, den Film geguckt haben.
Johannes Franke: Okay, jetzt haben wir den so groß aufgebaut, jetzt muss ich es auch sagen. Also folgendes, der schnallt sich mit ihm an, so mit Handschellen. Und natürlich ist der Detektiv nicht besonders begeistert davon und will da natürlich wieder raus... Und dann ziehen die sich halt gegenseitig in der Gegend rum, weil sie voneinander nicht loskommen. Und dann, als er schon anfangen will, das Ding aufzufeilen... geht Roger Rabbit mit dem Arm einfach da raus, um irgendwie von einer anderen Perspektive nochmal auf die Sache raufzugucken.
Florian Bayer: Aber das ist nicht der beste Gag, ne? Der beste Gag kommt darauf, wenn nämlich Eddie Roger fragt, Alter, konntest du das die ganze Zeit machen? Und Roger sagt, only when it's funny.
Johannes Franke: Das ist der Gag. Das ist der große Gag. Und es ist aber auch... Ein tiefgreifendes Verständnis für Tuns. Die Philosophie nach der, oder die Gesetzmäßigkeit. Das ist ja wie so ein Naturgesetz. Das tun es nur, wenn es lustig ist, bestimmte Sachen machen können. Und es ist so geil.
Florian Bayer: Wir erfahren nicht so viel über, wie diese Tuns funktionieren vom Gemüt. Das haben sie mit Menschen gemeinsam. dass sie es offensichtlich nicht aushalten, wenn jemand das berühmte Shave and the Haircut Two Bits klopft. Sie müssen es vollständigen. Also einmal für euch alle. Niemand kann dem widerstehen. Also das haben sie mit Menschen gemeint. Es gibt so ein paar Sachen, die immer mal wieder erzählt werden. Was sind die Charaktereigenschaften von Toons? Aber es bleibt immer so ein bisschen nebulös. Wie viel sind sie instinktgetrieben? Wie viel müssen sie Humor machen? Wie viel gehört das einfach zu ihrer Natur und wie viel ist einfach auch, sie sind witzig, weil sie gerne witzig sind.
Johannes Franke: Mir fällt auf, du hast jetzt dreimal geklopft und ich habe es vervollständigt, aber das hat natürlich keiner gesehen. Das war jetzt ein bisschen sinnlos für den Podcast.
Florian Bayer: Ja, stimmt. Du musst es nachher mit einem coolen Soundeffekt irgendwie reinbringen.
Johannes Franke: Ähm, what? Was für ein cooler Soundeffekt hilft da.
Florian Bayer: Naja, den Rhythmus einmal und dann stehen lassen. Damit die Leute bis zum Schluss dranbleiben, wenn wir es vervollständigen. Dapp, dapp, dapp, dapp. Dapp, dapp?
Johannes Franke: Niemand kann widerstehen.
Florian Bayer: Männer, Männer.
Johannes Franke: Ach Gott. Okay, okay. Du hast dagegen angekriegt. Scheiße. Okay, liebe Leute, die ihr noch übrig seid, nachdem wir jetzt diesen Quatsch abgezogen haben. Wollen wir vielleicht weiter zum nächsten Plotpoint dieses Films gehen oder wollen wir irgendwo ganz anders einsteigen?
Florian Bayer: Nein, wir sind der Bar.
Johannes Franke: Wir sind in der Bar.
Florian Bayer: Und Roger wurde in der Bar zurückgelassen, in der Bar versteckt. Und Roger macht halt das, was eine Cartoon-Figur macht, wenn sie in so einer Bar ist. Er singt. Und zwar der Mary... Go Around Broke Down, den großen Mary Melody Song.
Johannes Franke: Och, und das ist so toll, auch mit den Tellern, wirklich, ich sitze da und denke, das sind einfach Magier gewesen, die diesen Film gemacht haben. Wie haben die das geschafft? Und ich weiß jetzt, wie sie es geschafft haben.
Florian Bayer: Mit Technik?
Johannes Franke: Rein technisch, aber Alter, wenn du das anschaust... Du wirst doch nicht mehr mit der Welt fertig. Du weißt nicht mehr, wie die Welt funktioniert.
Florian Bayer: Das ist so geil. Das ist so krass. Und auch in dieser... So krass das technisch ist, so beeindruckend das animiert ist. Das schönste finde ich den emotionalen Kern dieser Szene. Nämlich, dass er Quatsch macht mit einem von diesen Typen, den wir am Anfang gesehen haben, wo wir gedacht haben, Das ist der größte Arsch von allen. Das ist der Verräter. Das ist der Wichser, der seine Mutter verraten würde, um noch ein Bier zu kriegen. Aber weil Roger ihn zum Lachen bringt ... Hält er zu, Roger, und wenn dann Judge Doom in die Kneipe kommt und sagt, hier, Belohnung für diesen Hasen, sagt er, ich hab den Hasen gefunden. Harvey sagt Hallo. Er deckt Roger. Und das ist so ein toller, emotionaler Moment, weil das ist der Typ, den wir am Anfang gesehen haben, wie er Eddie fertig macht. und wie er dummes Zeug redet. Das ist der Typ, von dem wir uns sicher waren, er ist ein Arsch. Und Roger sagt, nein, nein, der verrät mich nicht. Ich habe ihn nämlich zum Lachen gebracht.
Johannes Franke: Das ist auch eine Anspielung, die kaum jemand in Deutschland kennt. Mein Freund Harvey, hast du meinen Freund Harvey gesehen?
Florian Bayer: Ich habe ihn nicht gesehen, aber ich weiß ungefähr, worum es geht.
Johannes Franke: Es ist ein Film mit James Stewart, der einen Hasen sieht, den sonst niemand sieht. der einfach seinen Hasen als besten Freund dann in der Gegend rumträgt und keiner weiß so richtig, warum das jetzt so ist und versuchen ihn irgendwie, ich hab ihn gesehen in den Filmen, ich fand ihn ganz, ganz... Gut, aber ich habe nicht verstanden, warum der so einen Kultstatus in Amerika hat.
Florian Bayer: Es ist ein psychologisches Traum.
Johannes Franke: Es ist kein richtiges Drama, es ist irgendwas dazwischen und ich habe es nicht ganz verstanden, was der Film eigentlich wirklich will. Aber der Film will ja keinen Film.
Florian Bayer: Aber sieht das Publikum hab ich?
Johannes Franke: Nee, oder? Nein, er ist tatsächlich einfach unsichtbar. Und er stellt ihn irgendwie vor, ne? Die Vorstellung ist eigentlich ganz süß, weil er sagt, ja, ich bin da die Straße runtergelaufen und dann sagt dieser Hase zu mir, Elwood, was geht? Und beschreibt den Hasen halt und sagt dann, kannst du dir vorstellen, meine Überraschung? Und man denkt sich, ja jetzt kommt gleich, da ist ein Hase, wie krass ist das denn? Aber stattdessen sagt er, der kannte meinen Namen. Okay, das ist eben ganz sweet, ja. Und dann entspinnt sich das Ganze.
Florian Bayer: Roger landet fast in der Suppe. In the dip. Und wird nur durch eine Idee von Eddie gerettet, der nämlich sagt, können wir ihm nicht einen letzten Drink gewähren? Ja. Und Judge Doom sagt, natürlich können wir das. Und Roger sagt, no, I don't. Und Eli sagt, you do.
Johannes Franke: Und Roger sagt, I don't. Yes, you do. No, you don't. Yes, I do.
Florian Bayer: Yes, you do. No, you don't. Yes, I do. Fantastisch. Ganz fantastisch. So ein alberner, simpler Gag, das ist einfach großartig.
Johannes Franke: Und es ist halt Tun-Logik. Absolut. Großartig.
Florian Bayer: Es gibt so viele Momente, wo man sieht, ja, die tun es. So funktionieren sie.
Johannes Franke: Und die wissen das auch selber. Bei Roger Rabbit, ich hab das Gefühl, auch selbst in dieser Szene, der weiß, dass ... Eddie darauf hinaus muss, damit er das Ja sagen kann. Also das Spiel ist beiderseitig.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, nur so funktioniert das.
Johannes Franke: Nur so geht das. Das ist super geil.
Florian Bayer: Sie schaffen es, dank der großen Explosion in der Bar zu fliehen und sie... Wir haben die große Autoverfolgungsjagd zur Mitte des Films mit Benny the Cap und Bob Hoskins, der in diesem Cartoon-Auto sitzt. Sie haben ihn auf den Motorroller gesetzt, ne?
Johannes Franke: Das weiß ich nicht.
Florian Bayer: Sie haben ihn auf den Motorroller gesetzt und das Auto um ihn rumgezeichnet. Das heißt, er fährt wirklich in diesem Moment... auf einem kleinen Gefährt, wo man schön drüber zeichnen kann.
Johannes Franke: Und er hat ein Dingens in der Hand, oder? Das Lenkrad. Einfach nur das Lenkrad, ohne irgendwie, dass es verbunden wäre. Genau. Es ist so krass.
Florian Bayer: Es ist eine richtig geile Verfolgungsjagd. Die Wiesel, über die wir noch gar nicht geredet haben, die Henchman von unserem Bösewicht, die da kein... Hinter ihnen her mit ihrem Auto, mit ihrem echten Auto, während Eddie Valiant in diesem gezeichneten Auto sitzt. Dieses Auto ist auch so geil. Ja, Benni ist so cool. Ist großartig und wie er später auch selber das Auto fährt. Ein autofahrendes Auto. Das macht mich fertig. Diese Szene gehört zu den diaboligsten Szenen des gesamten Films, wenn Benni plötzlich selbst am Steuer sitzt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Was nimmst du die Mitte der Song?
Johannes Franke: Ich hab ihn... Ne, weiß ich nicht mehr.
Florian Bayer: A bridge! Sie entkommen und verstecken sich im Kino. Und wir kommen zu einem der großen Plotpoints des Films. Nämlich wir erfahren, dass Maroon, der Chef des Trickfilmstudios, sein Studio an Cloverly verkauft. Wir haben den Namen Cloverleaf ein-, zweimal in dem Film gehört. Cloverleaf ist das Unternehmen, was hinter den Streetcars steckt, die durch die Stadt fahren, also hinter den Straßenbahnen. wird noch einmal eine große Rolle spielen. Eddie sagt, Moment, jetzt ergibt alles Sinn. Und er fährt hin, um Maroon zur Rede zu stellen, zusammen mit Roger. Und als er Maroon zur Rede stellen will, wird Maroon erschossen. Wir haben einen richtigen Mord, den wir sehen in einem Disney-Film.
Johannes Franke: Oh oh. Nicht Touchstone-Film. Nicht nur die...
Florian Bayer: wirklich witzige Zeichnung von so die Kreidezeichnung um die Leiche herum, wo dann der Tresor auf dem Kopf ist. Nein, nein, wir sehen, wie eine Person erschossen wird.
Johannes Franke: Ich habe schon gar nicht mehr in Erinnerung.
Florian Bayer: Aber nun wird erschossen. Und Editha sieht Jessica Rabbit weggehen und denkt noch, dass sie es vielleicht war. Und fährt ihr dann hinterher. Und zögert dann. Nämlich dann sieht er den Tunnel, der nach Toontown führt. Ja. Und er hat eine, was wir vorher schon erfahren haben, er hat diese wirklich tragische Hintergrundgeschichte.
Johannes Franke: Oh, sein Bruder wurde von einem Thun getötet.
Florian Bayer: Das ist die witzigste Szene des Films, wenn er in dieser Bar sitzt. Und wirklich so scheiße drauf ist und sagt, er arbeitet nicht für Toons und so weiter und dann weg geht und irgendjemand fragt seine Freundin Dolores, was ist denn mit dem los? Und Dolores sagt, ein Toon hat seinen Bruder. ermordet und es ist wirklich die absolute Tragik und der nächste Satz ist, hat ein Piano auf seinen Kopf fallen lassen. Niemand lacht in dieser Szene. Aber ist sie nicht Comedy Gold?
Johannes Franke: Es ist absolut Comedy Gold. Das ist natürlich das, was Toons klassischerweise machen. Es ist schön, weil das natürlich die Toon-Logik auf Menschen anwendet und damit zeigt, wie tragisch das Ganze ist. dann endet, weil eben Menschen nicht wie Thuns einfach wieder aufstehen. Und umso interessanter ist es natürlich dann auch den Umkehrschluss zu sehen, was passiert in der Thun-Welt. mit Eddie, weil er ja durch den Tunnel dann irgendwann fährt und in der Tonwelt ist und wir dann komplett nur noch im Bluescreen sind.
Florian Bayer: Wow, es ist so geil und ich kann mich auch noch an meine ersten Reaktionen als Kind daran erinnern, wie er durch diesen Tunnel fährt, es öffnet sich. Und dann ist er in dieser komplett überladenen Welt. Als ob dieser Film nicht schon überladen genug gewesen wäre. Aber dann singen sie Smile Dan, ja Smile. Und überall fliegen Vögel rum, Bäume bewegen sich. Alles bewegt sich. Es ist alles Zeichentrick. Du bist komplett überwältigt.
Johannes Franke: Absolut. Und das Krasse ist, während du durch diesen Tunnel fährst, hast du das Gefühl, es wird immer düsterer und immer düsterer. Und dann mit einem Mal diese bunte Quietschwelt. Das ist so krass, weil man auch so das Gefühl hat, diese Vorbereitung. Gesellschaft sagt einem, das ist da scheiße, das ist da schlecht. Das sind die draußen, das sind die Leute, die mit denen wir nichts zu tun haben wollen und so. Dieses Rassismus-Thema. Und dann wird man darauf vorbereitet. Dann fährt man da durch diesen düsteren Tunnel und denkt, wer weiß, was da jetzt kommt. Und dann kommt diese lustige, bunte Welt.
Florian Bayer: Es ist total absurd. Und was in dieser Toonwelt passiert, ist natürlich das Ganze, was wir davor hatten, nochmal auf Speed. Overused Gags.
Johannes Franke: Dieser Autounfall, wo auf dem einen Laster eben draufsteht Overused Gags und da kommen ein Haufen billige Gags raus.
Florian Bayer: Es ist grandios. Dann diese natürlich absolut hässliche Frau, die auf ihn scharf ist. Und der einzige Weg, sie aufzuhalten ist, indem man die Straßen, der Weg, den sie folgt, Richtung Wand führt.
Johannes Franke: Das ist toll. Und er kennt offensichtlich die Logik dieser Welt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das ist schön, weil wir das auch wieder... Und nicht einfach nur erzählt bekommen, sondern wir sehen, wie er in dieser Welt sich mühelos bewegt. Das heißt, er muss da schon mal einiges an Zeit verbracht haben.
Florian Bayer: Doc im Fahrstuhl fahren, um danach aus dem Hochhaus zu stürzen und von Bugs Bunny und Mickey Mouse in der Luft verarscht zu werden.
Johannes Franke: Was für ein Krasser Move ist das, dass Mickey Mouse das Arschloch ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Mickey Mouse ist nie das Arschloch.
Florian Bayer: Mickey Mouse war ganz lange das Arschloch.
Johannes Franke: Aber ganz lange.
Florian Bayer: Ja, Mickey Mouse war am Anfang, der tut nicht gut.
Johannes Franke: Bis sie dann irgendwann, also Disney irgendwann gesagt hat, wir brauchen ein richtiges Maskottchen. Und irgendwie Donald Duck eignet sich nicht, also müssen wir Mickey Mouse irgendwie umbauen. Also wurde Mickey Mouse von quasi über Nacht... zur rechtschaffenden Everyman-Figur.
Florian Bayer: Ja, was ihm nicht gut getan hat, popularitätstechnisch.
Johannes Franke: Genau, und dann war Donald wieder groß und deswegen haben sie ja Fantasia irgendwie auch angefangen, weil Walt Disney, der Typ, nicht die Firma, der Meinung war, ach, Scheiße, ich mag Micky viel zu sehr. Wieso hat er nicht so viel Popularität und deswegen haben sie ihm halt Fantasia geschrieben auch.
Florian Bayer: Ja, hört euch unsere Episode zu Fantasia an, da sagen wir sehr viel auch über diese goldene Zeit von Disney. Und versprecht uns, dass ihr das hört, dann lasse ich jetzt auch meine 10 Seiten, die ich noch zum Golden Age of Animation habe, weg.
Johannes Franke: Vielleicht müssen wir eine Sonderepisode über diese ganzen Ages machen.
Florian Bayer: Oh mein Gott, wir müssen einmal Filmgeschichte strukturiert. Wir machen so einen Zwei-Stünder. Wo wir von A bis Z euch durch die Filmgeschichte führen. Und wenn ihr das gehört habt, dann wisst ihr alles Wichtige.
Johannes Franke: Und dann hört ihr nicht eine einzige Episode mehr von uns. Das ist ja Blödsinn.
Florian Bayer: Scheiße stimmt. Ja, aber sie sollen ja trotzdem auch Filme weiterhin gucken. Nur weil man alles über die Filmgeschichte weiß, soll man ja nicht aufhören Filme zu gucken. Okay. Wo waren wir genau? Bugs Bunny und Mickey Mouse, die ihren großen Cameo haben, auch hier wieder schön... Paritätig geteilte Leinwandzeit.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ob man den Gag versteht im Deutschen.
Florian Bayer: Den Spare?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich weiß nicht, was sie im Deutschen sagen.
Johannes Franke: Ich weiß auch nicht.
Florian Bayer: Ich fand es im Deutschen lustig, aber ich weiß nicht mehr, was er sagt.
Johannes Franke: Also er will einen Spare, was er nicht näher definiert. Er braucht einen Ersatz... Aber eigentlich will er gerne einen Ersatzfallschirm, aber er kriegt halt einen Ersatzreifen.
Florian Bayer: Ach ja, Tweety haben wir in dieser Szene auch noch. Und Tweety ist auch ziemlich mörderisch unterwegs in diesem Moment.
Johannes Franke: Ja, und das Schöne ist... Er begrüßt sie auch wieder, so wie alte Freunde. Er kennt sie? Ja. Ach, hey Tweety. Und er weiß auch schon, was sie machen wird, aber er kennt sie ja. Ja. Und das Schöne ist, es gibt im Internet eben diese Szene, genau diese Szene, wie er sie gespielt hat im Bluescreen. Ohne Tweety. sondern da ganz allein gespielt hat, wie Tweety seine Finger nach und nach löst. Und das sieht so krass aus. Er ist so gut darin, das so aussehen zu lassen, als wenn eine fremde Kraft seine Finger da loslöst.
Florian Bayer: Es ist wirklich gut. Es ist wirklich gut gemacht und es ist eine sauwitzige Szene. Und ich weiß noch, Tweety hat was Böses. Aber Tweety muss sich halt auch die ganze Zeit vor Silvester verteidigen. In diesem Moment, in diesem kleinen Cameo ist er einfach nur bösartig und mörderisch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Jesus, Vorsicht vor diesem gelben Kanarienvogel.
Johannes Franke: Aber er ist auch in den Comics an sich, ist da ja auch schon ein ganz schönes Ars teilweise.
Florian Bayer: Ja, aber weil Silvester ihn die ganze Zeit fressen würde.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Aber er hat auch ein bisschen Lust daran.
Florian Bayer: Das stimmt. Ein Stück Satismus kann man ihm nicht absprechen. Wir erfahren, wer der eigentliche Bösewicht ist. Surprise, surprise, das ist Schadstum. Und Jessica hat das natürlich rausgefunden und war hinter ihm her. Sie rettet Eddie Williams sogar noch das Leben. Und am Schluss enden sie trotzdem alle in der Gefangenschaft von Judge Doom, der seinen großen Plan offenbart.
Johannes Franke: Ja, genau. Hast du vorher geahnt, dass Judge Doom eigentlich, übrigens Spoiler, ein Tun ist?
Florian Bayer: Nee, und ich finde, der politische Aspekt des Films wird auch ein bisschen länger. Dramaturgisch macht es totalen Sinn, weil es muss sich der Kreis schließen. Er ist der Mörder seines... Als Bruders? Ne, ich habe es nicht geahnt und ich habe auch nicht drüber nachgedacht. Jetzt wusste ich es natürlich. Ich habe diesen Film zu oft gesehen.
Johannes Franke: Ich habe ihn mit Shari zusammen gesehen und die hat das sofort gewusst. Die hat sofort drauf geschaut und gesagt, naja, das ist doch ein Tun, so sieht doch kein normaler Mensch aus.
Florian Bayer: Christopher Lloyd. Ich finde ja viel geiler seinen Plan. Er will tun statt loswerden, weil er eine Autobahn bauen will. A freeway.
Johannes Franke: Das ist so krass, weil die sich wirklich orientiert haben an dem, was in den 40ern tatsächlich passiert ist. General Motors... hat mit verschiedenen anderen Syndikat von Konzernen, sagen wir es so, General Motors, Firestone Tire, Standard Oil of California und Philips Petroleum. Die haben mit so Tarnfirmen... Die Straßenbahn und das öffentliche Nahverkehrssystem quasi aufgekauft, mit der Absicht, es zu ruinieren.
Florian Bayer: Was ihnen gelungen ist übrigens.
Johannes Franke: Was ihnen tatsächlich gelungen ist, weswegen das auch in der Gegend ein riesen Gag ist in diesem Film. Weil der Typ am Anfang sagt, wieso sollten wir denn mit dem Auto fahren, wir haben doch ein tolles Nahverkehrssystem und alle im Kino in dieser Gegend lachen an dieser Stelle laut. Ja. Weil es einfach scheiße ist dort vor Ort. Und das ist dem zu verdanken, in Anführungsstrichen, danke, he he. Diesen Konzernen, die das Ganze ruiniert haben, damit Leute fucking Bus fahren oder eben private Autos kaufen. Krasse Scheiße.
Florian Bayer: National City Lines war das große Unternehmen, beziehungsweise kleine Unternehmen. Es war einfach nur ein Busunternehmen. Und das wurde zu einer Holding und die Anteilseite. Eigner von dieser Holdings waren aber die ganzen bösen Buben aus der Fossilindustrie und Autoindustrie.
Johannes Franke: Und das war aber nicht nur in L.A. so, sondern in über 25 US-Städten.
Florian Bayer: Die haben den öffentlichen Nahverkehr nach und nach kaputt gemacht, zum einen um Busse fahren zu lassen. Weil Busse und Benzin ist gut. Und dann vor allem aber einen Weg freizumachen für Autos. Freie Fahrt für Freibürger wie unser... unser CDU-Bürgermeister sagen würde, Berlin muss autofreundlicher werden. Und sie sind damit durchgekommen. Und es gab dann aber irgendwann auch eine Klage darum. 1947 wurden mehrere Personen und Unternehmen wegen einer kriminellen Verschwörung angeklagt. Und die haben auch ganz schön Ärger gekriegt. Das Ganze lief aber so halb verdeckt und erst so in den 50ern wurde das so ein bisschen aufgedeckt, auch durch die Presse, was da überhaupt für eine Scheiße passiert. passiert ist. Und famously haben die USA ein richtig scheiß öffentliches Verkehrssystem. Die Gründe liegen unter anderem auch da in dieser Vergangenheit. Absolut.
Johannes Franke: Und das ist so geil, dass dieser Film das aufgreift.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Und es ist natürlich der seltsamste Villain-Plot, den ich mir vorstellen kann. Wo du denkst, mit was für einer Begeisterung er sagt, Tankstoffe. Anstellen! Und du fragst dich, was ist das für ein Böse? Werbeplakat! Es ist so geil, weil er auch zu dem großen gefürchteten Kapitalisten aufsteigt. Und man denkt, man kann den Leuten Sachen verkaufen. Und er spielt das mit so einer Freude. Ich liebe diesen Schauspieler in dem Moment dafür. Es ist so toll.
Florian Bayer: Er spielt das wirklich mit voller Inbrunst. Es ist ganz fantastisch. Es ist ein großartiger Willen-Moment. Seine Motivation ist komplett gaga und es gucken auch alle drauf. Was ist denn das für ein Bescheuert? What? Dafür? Dieser ganze Mist? Aber natürlich geht er voll Nazi. Weil er will Toontown zerstören. Er will die ganzen Toons ausrotten. Er hat eine riesige Doom-Maschine gebaut, die voll mit dem Dip ist. Und er will das Zeug jetzt auf Toontown sprühen. Und dabei auch noch Roger und Jessica, die an der Decke baumeln, zusätzlich mit in den Tod sprühen. Und es gibt nur einen, der jetzt noch den Tag retten kann, Eddie.
Johannes Franke: Aber dafür musst du seine alte Clowns nochmal rausholen. Es ist so toll, weil er mit so viel Ernst das ganze Ding durchzieht.
Florian Bayer: Background ist, die Wiesel laufen Gefahr, sich tot zu lachen, wie die Hyänen, ihre Vettern oder ihre Cousins oder was auch immer. Und Eddie hat die rettende Idee, er muss sie so zum Lachen bringen, dass sie sich totlachen. Und er holt alles, was er an Jonglage und Slapstick noch drauf hat, holt er raus.
Johannes Franke: Und es ist halt wirklich witzig.
Florian Bayer: Es ist sauwitzig.
Johannes Franke: Also es ist ein Risiko zu sagen, ich mache hier jetzt was, was innerhalb der Story einfach wirklich... Legit witzig sein soll, damit die Wiesel sich da totlachen und dann was zu machen, was dann verreckt auf dem halben Wege und die Zuschauer finden es nicht witzig. Das Risiko ist hart.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Aber es ist so geil gemacht.
Florian Bayer: Es hat halt auch dieses Lachen der Verzweiflung, weil er einfach sagt, okay, ich mache jetzt einfach alles hyperaktiv. tief und wild, was ich drauf habe. Aber es funktioniert. Es ist eine wirklich geile Nummer, auch wenn sich Nose nicht auf Walls reimt. So großartig. Kick you in the nose. Nose doesn't dry him on walls. Nuts vielleicht?
Johannes Franke: Ich glaube, hier so ein bisschen zu merken, dass ich das als Kind doch gesehen haben muss. Weil ich glaube, mich daran zu erinnern, dass ich als Kind diese Figuren, deren Seele nach oben geht... irgendwie beeindruckend fand und irgendwie lustig und spannend. Wie er sich auch versucht, an seinem Körper festzuhalten. Das ist so düster. Das ist krass. Aber ich glaube, das habe ich als Kind gesehen und dann muss ich ihn vielleicht auch schon früh gesehen haben, ja.
Florian Bayer: Das ist wirklich nochmal ein krasser Moment, ne? Auch so dieses ans Leben klammern. Ja, ja. Und dann die eine Seele, die aus dem Körper rausgeht, nochmal was Fieses mit dem Hebel macht, um die Maschine wieder in Gang zu setzen. Bye, bye.
Johannes Franke: Böser. böse. Und sowieso sind da viele Sachen dabei, Momente dabei, wo ich denke, wow, okay, das... Ich komme damit klar als Erwachsener, aber wenn das Kinder sehen, die sind ganz schön gefordert. Also gerade bei Judge Doom, wie düster das wird teilweise.
Florian Bayer: Viele reden über diesen Moment, wenn Judge Doom jetzt... sein wahres Ich offenbart, nämlich, dass er ein Cartoon ist und wirklich seine Augen fallen raus und seine Haut fällt ab. Ich kann mich noch daran erinnern, ich fand diese Szene witzig. Ich fand die tatsächlich nicht gruselig als Kind. Okay. Ich habe so viele Leute jetzt gehört und gelesen, die darauf schwören, dass ihnen dieser Moment Albträume bereitet hat.
Johannes Franke: Kann ich mir auch vorstellen, muss ich sagen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Tatsächlich. Doch, doch. Das ist schon wirklich krass. Und dann diese Augen, die sie da drauf animiert haben und... Und seine Stimme, die dann plötzlich diesen krassen Ton annimmt.
Florian Bayer: Ich finde, das ist einfach zu hilarious. Er sieht so wild aus und so wahnsinnig in diesem Moment. Dann macht er noch eine... Eine Hexe von Oz-Interpretation.
Johannes Franke: Ja, und das ist das nächste, was auch sehr, sehr verstörend sein kann, wenn der da wegschmilzt. Und wenn er von diesem Teil überfahren wird, von dieser Walze, boah, das ist schon hart. Wer auch da schreit und unter dieser Walze verschwindet, Als Kind weiß man in dem Moment noch nicht, dass das ein Ton ist und dass der da irgendwie lebendig rauskommt.
Florian Bayer: Aber er ist der Bösewicht, ja. Ja, aber ich glaube, beim Bösewicht verzeiht man eher sowas. Also, dass ein Bösewicht von der Walze überfahren wird... Ach, ich weiß nicht. Keine Ahnung. Aber ich kaufe das sofort. Natürlich, klar. Ich gehe nicht davon aus, dass die alle gelogen haben. Also ich fühle mit euch mit, wenn euch diese Szene verstört hat. Mich hat sie damals nicht verstört. Judge Doom wird besiegt, die Wand reißt ein und wir haben diese eine krasse Cameo-Szene, wo plötzlich nochmal alle Cartoon-Figuren rumstehen, ne?
Johannes Franke: Ja, krass.
Florian Bayer: Es ist total krass. Ich habe ein paar Screenshots gemacht, einfach weil ich genau gucken wollte, wer jetzt noch dabei ist. Wir haben im Film bisher noch keinen Auftritt hatten. Wir haben Bambi, wir haben einen von den sieben Zwergen, wir haben natürlich Goofy, Bugs Bunny, Mickey Mouse, Minnie Mouse, Pinocchio. Donald Duck übrigens, Disney ist hier sehr übervertretend.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Wir haben Wiley Coyote, wir haben Roadrunner, wir haben Speedy Gonzales, wir haben... Irgendeine, ich glaube das ist eine Elfer aus dem Fantasia, wir haben diesen grünen Vogel, den ich nie zuordnen kann, wir haben Woody Woodpecker, wir haben diesen dicken Hahn, den ich nie zuordnen kann. Du kannst mir bestimmt helfen. Und offensichtlich sind es nicht alle. Sie haben sich um einige Figuren bemüht, die sie nicht gekriegt haben. Sie haben Popeye nicht gekriegt. Sie haben Tom und Jerry nicht gekriegt. Sie haben Casper nicht gekriegt. Und einige Namen, die ich noch nie gehört habe, weil ich wie gesagt in dieser Zeit nicht groß geworden bin.
Johannes Franke: Chipmunks haben sie glaube ich auch nicht bekommen.
Florian Bayer: Aber die Chipmunks, sind die nicht jünger? Der 60er?
Johannes Franke: Soweit ich gehört habe, sollte der Schuh eigentlich ein Chipmunk werden.
Florian Bayer: Okay, aber das würde ich als der rechte Halter an den Chipmunks auch nicht machen lassen. Also das finde ich schon ziemlich hart, dass sie sagen...
Johannes Franke: Aber da sind auch schon ein paar Anachronismen dabei. Wenn du sagst, ist das nicht später. Da sind einige Figuren dabei... die in den 40ern, wo es spielt, 47, noch nicht über den Bildschirm gelaufen sind. aber schon in der Entwicklung angeblich. Damit haben sie sich rausgeredet, dass das ja schon in der Entwicklung war. Und ich würde sagen, im Kanon dieses Films, in der Welt dieses Films macht es total Sinn, Dass da auch Figuren sind, die erst später berühmt geworden sind, weil die alle arbeitslos in Toontown gewartet haben auf ihren Durchbruch.
Florian Bayer: Absolut. Das finde ich total geil. Es ist ja auch letzten Endes ein alternatives Universum. Ja. Da funktioniert halt alles irgendwie ein bisschen anders, als wir das bei uns aus der realen Welt kennen. Ich bin tatsächlich... Also ich hab immer so Schwierigkeiten, mich zu erinnern, wie ich die Dinger gesehen habe. Weil das waren ja eigentlich diese... Diese typischen Golden Age of Animation Cartoons, also die Mary Melodies und die Silly Symphonies, waren ja Kurzfilme, die im Kino gelaufen sind. Vor den Hauptfilmen, weil die großen Filmunternehmen gesagt haben, uns gehören die Kinos, wir verkaufen so Pakete. Und so habe ich sie nicht gesehen natürlich, weil ich viel jünger bin, viel zu jung bin dafür. Hab wahrscheinlich immer so Mashups gesehen, ne? Also es gab die Bugs Bunny Show im deutschen Fernsehen.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Und ich weiß nicht, ich gehe davon aus, dass die Bugs Bunny Show, die im deutschen Fernsehen gelaufen ist, dass das einfach ein Mashup aus dem Looney Tunes aus den USA war.
Johannes Franke: Ach so, ja.
Florian Bayer: Aber ich weiß es nicht ganz sicher. Und dann gab es Billy Gonzalez und das war auch so eine Clipshow. Aber die Disney-Filme zum Beispiel, ich kann mich nicht erinnern, dass ich die Silly Symphonies, also die Disney-Cartoons irgendwie so gesehen hätte, so zusammen gemixt. Ich hab keine Ahnung mehr, wie ich das als Kind gesehen habe, aber ich kenn's.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wo sind wir jetzt gerade? Wir sind bei den ganzen Cartoons, die da rumstehen und ich versuche mich zu erinnern, wie ich als Kind diese wahrgenommen habe. Weil ich kannte das alles. Ja. Aber natürlich auch nur bis zum gewissen Punkt. Ich kannte vor allem Warner Bros. und Disney. Das waren die zwei, die ich kannte und ich fand Woody Woodpecker doof, das weiß ich auch noch, den fand ich immer nervig und Woody Woodpecker Er war ja Woody Woodpecker, da hört es schon auf. Walter Lenz Produktionen, die zu Universal gehört haben offensichtlich. Und du hast sie als Kind wahrscheinlich auch irgendwie irgendwo gesehen.
Johannes Franke: Ja, also ich war als Kind nicht das Fernsehkind, weil wir keinen Fernseher hatten. Der ist irgendwann explodiert und dann war aus. Dann gab es keinen neuen. Autsch. Jaja, und es war sehr interessant. Wir haben als Kinder zu Hause gesessen, alleine, vor dem Fernseher.
Florian Bayer: Der mit Loch drin?
Johannes Franke: Noch nicht, noch nicht. Und dann machte es plötzlich Puff und eine riesige Flamme kam hinten aus dem Fernseher raus. Und er losch dann aber auch relativ schnell wieder.
Florian Bayer: Shit.
Johannes Franke: Aber es war eine riesige Flamme und wir saßen als zwei Kinder. Habt ihr geklatscht? Die wirklich sehr jung waren. Hahaha.
Florian Bayer: Das hat er vorher noch nie gemacht.
Johannes Franke: Nochmal. Und dann haben wir da gesessen und haben gedacht, was ist da gerade passiert? Und der Fernseher ist nicht wieder angegangen. Und als meine Mama nach Hause kam, haben wir es ihr erzählt und sie war völlig irritiert und hat uns erst nicht geglaubt, dass da wirklich so eine riesige Flamme rausgekommen ist.
Florian Bayer: Die guten alten Röhrenfernseher waren tatsächlich eine Gefahr für die Gesundheit. Krass. Ich weiß nicht genau, wie die funktioniert haben, aber es war so eine Spannung drauf. Und wenn du da was Falsches gemacht hast und was Falsches gedreht hast, dann hat es... gemacht. Kannst du dich noch erinnern, wie wir für Ewe den Monitor auseinandergenommen haben? Das war ein alter Röhrenmonitor. Und da gab es auch diesen... Moment, wir haben da dran rumgeschraubt und wir waren wirklich naiv, weil da kann man sich echt verletzen dabei. Und es gab irgendwann diesen Moment, wo sich irgendeine Spannung, also eine physische Spannung, keine Stromspannung, gelöst hat. Und dann hat es wirklich einmal so ein Geräusch, so einen Ruck gegeben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich weiß es leider nicht mehr genau. Es gibt eine Physik dahinter, wie diese Röhrenfernseher funktionieren und es ist gefährlich. Da schraubt man nicht dran rum.
Johannes Franke: Naja und seitdem hatten wir keinen Fernseher und deswegen habe ich diese ganzen Comics nicht gesehen, sondern immer nur, wenn ich zu Besuch war bei anderen Kindern. Und da habe ich es natürlich geliebt. Was ist das? Wie krass will ich auch haben und so weiter.
Florian Bayer: Aber wie hast du es gesehen? Waren das Cartoons, die im Fernsehen gelaufen sind? Ja, genau.
Johannes Franke: Ja, absolut. Alles, was dann irgendwie in RTL 2 oder Kinder-RTL oder sowas.
Florian Bayer: Genau, ich meine, wir waren ja nach der Zeit, wir waren ja dann 90er oder so, also eigentlich eine Zeit, in der sowas wie He-Man lief und nicht sowas wie Steamboat Willie.
Johannes Franke: Naja, SteamWorld will ich sowieso nicht, nee. Aber die ganzen alten Cartoons wurden nach rauf und runter wiederholt. Das war ja auch alles Futter, was irgendwie zwischendurch noch reingeworfen wurde.
Florian Bayer: Was ich noch weiß, wir hatten eine Videokassette, eine Warner Bros. Kassette mit Bugs Bunny.
Johannes Franke: Ach.
Florian Bayer: wo ein Voice-Over gemacht wurde. Und zwar haben die Figuren, haben Englisch geredet? Ja. Und es gab aber so ein Erzähler-Voice-Over, der einfach drüber gequatscht hat und gesagt hat, was da in der Handlung passiert. Und zwar waren das... Drei oder vier. Es war einmal Bugs Bunny als Goldsucher, der sich so klassisch mit Elmer Fatt anlegt. Und Bugs Bunny ist richtig böse in diesem Short. Elmar Fatt ist auf Goldsuche, macht überhaupt nichts Böses. Und dann Bugs Bunny ärgert ihn und versucht ihn umzubringen quasi. Dann gab es so ein Theater, so eine offene Bühne, wo verschiedene Sachen aufgeführt werden und das Publikum wird mit Tomaten und so und ein Wolf versucht Shakespeare zu rezitieren und wird die ganze Zeit mit Tomaten beworfen und Romeo und Julia auf dem Balkon mit zwei Händen. Ich weiß nicht, wo das hinläuft. Ich weiß nicht, warum ich das erzähle. Ja, ihr hört gerade die Verarbeitung von meinem Kindheitserlebnis, was Warner Bros. Cartoons betrifft.
Johannes Franke: hat sich zwischendurch hingelegt auf der Couch.
Florian Bayer: Und dann gab es ein drittes, das fand ich immer doof, das war Mary Had a Little Lamp. Und zwar tatsächlich eine Quasi von dem Song, der lief auch die ganze Zeit dadurch, das war so nervig. Und das kleine Mädchen hat einen Lamm als Freund und das Lamm möchte mit in die Schule und das Mädchen sagt, du darfst nicht mit in die Schule, aber dann kommt das Lamm mit in die Schule. Und die Lehrerin kriegt das nicht mit.
Johannes Franke: Aha, und wie ist ihre Beziehung zu ihrer Mutter?
Florian Bayer: Dazu sage ich jetzt nichts. Das ist meine größte Erinnerung an Warner Bros. Cartoons, die ich gesehen habe. Und natürlich die Bugs Bunny Show. Das ist die große, bunte Bunny Show.
Johannes Franke: Okay. Memory Lane einmal abgekürzt. Lass uns wieder auf die Autobahn zurück.
Florian Bayer: Wir haben immer ein Ende. Sie stehen alle da. Die ganzen Cartoonfiguren. Minus die, die sie nicht gekriegt haben.
Johannes Franke: Was ich mich frage, warum ist Roger Rabbit nichts Großes geworden danach? Was ist da los? Und ich weiß natürlich ein paar Sachen jetzt nach der Recherche, aber dass sich das nicht durchgesetzt hat, trotz der Widrigkeiten, finde ich schon hart. Das Problem ist natürlich, dass die gemeinsame Property sind. Roger Rabbit gehört immer noch mehreren Firmen gleichzeitig. Also Disney und Warner Brothers und so weiter. Das ist nicht so einfach, dass die sich an einen Tisch setzen und das gemeinsam machen. Und Steven Spielberg ist eben auch Anteilseigner. Und das, was sie da vorhatten, das hatte mit Nazis zu tun. Toon Platoon hieß die Fortsetzung, die sie machen wollten.
Florian Bayer: Sie wollten wirklich eine Fortsetzung machen, nicht ein Prequel machen, das die Vorgeschichte von Roger Rabbit erzählt.
Johannes Franke: Und zwar, wie Roger Rabbit rausfindet, dass Bugs Bunny sein Vater ist. Okay.
Florian Bayer: Du siehst meinen ungläubigen Blick.
Johannes Franke: Jedenfalls hat Steven Spielberg gesagt, ich habe gerade Schindler's Liste gemacht. Ich kann nicht... Ich kann nicht die Nazis als Tuns darstellen. Keine Nazis. Das geht nicht.
Florian Bayer: Wer allerdings... Was veröffentlicht hat zu Roger Rabbit war unser Autor von Roger Rabbit selbst, nämlich von der Vorlage Gary Wolf.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der hat 1991, wup, wup, wup, Ein Buch, das nichts mit dem ersten Buch zu tun hat, ein Buch, das nichts mit dem Film zu tun hat, sondern nochmal eine komplett eigene Geschichte erzählt. Und offensichtlich wird einmal irgendwann erzählt, dass die Handlung vom ersten Buch... ein Traum von Jessica Rabbit ist. Und irgendwann reden sie darüber, dass... Dass man sowieso nichts, was in dieser Welt geschieht, für bare Münzen nehmen darf. Es orientiert sich aber anscheinend. Bei den Hauptfiguren ein bisschen mehr am Film als am Buch einfach, weil das... Ja, genau.
Johannes Franke: Das ist das Ding, was alle kennen.
Florian Bayer: Genau, weil das das Ding war, was... alle kennen. 2001 hat Gary Wolf Disney verklagt. sie haben ihm offensichtlich nicht genug gezahlt. Er hat gesagt, sie schulden mir noch Lizenzgebühren. Und tatsächlich hat er offensichtlich irgendwas... Er hat auf die Merchandising-Produkte geguckt, die damals gemacht wurden. Ich hatte auch Roger Rabbit Merchandising.
Johannes Franke: Echt, ja?
Florian Bayer: Ich hatte, glaube ich, ich weiß es nicht mehr, ich hatte irgendein Kleidungsstück mit Roger Rabbit drauf. Auf jeden Fall hat er gesagt, die haben da was eingenommen, da gab es doch einen Deal, das haben die nicht bezahlt. Und letzten Endes hat Disney das Ding gewonnen. Also es gab mehrere Prozesse, es gab Einsprüche und Widersprüche und so weiter, wie das halt so läuft. Es hat sich über mehrere Jahre hingezogen. Wolf hat gesagt, ich kriege sieben Millionen von Disney. Disney hat gesagt, sieben Millionen im Arsch, so ungefähr. Das dürfen sie, sie sind jetzt edgy, sie haben so einen Film gemacht. Und sie haben sogar gesagt, nein, nein, nein, Moment, du schuldest uns Geld.
Johannes Franke: Nein!
Florian Bayer: Das ist so ein geiles Evil Corp-Ding. So ein armer kleiner Privatmann, ein Autor, der zwei Bücher gemacht hat, die Erfolg hatten. Disney schuldet mir Geld. Und Disney sagt, nein, nein, nein, du schuldest uns Geld. Und zwar, keine Ahnung, irgendwelche Winkeladvokaterie oder wie auch immer man das nennt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Da hat Wolf tatsächlich gewonnen. 2005 wurde das Ganze beigelegt und er hat irgendwie einen Schadenersatz gekriegt. Irgendeine sechsstellige Summe, ist es nicht so genau klar. Aber genau. So endet die Geschichte zwischen Wolf und Disney. Fortsetzung, Klage. So enden sehr viele Geschichten mit Disney.
Johannes Franke: Übrigens, was ich auch noch ganz toll fand, weil wir die ganze Zeit über die Animation geredet haben, du kennst diese Szene, wo die Lampe in der Gegend rumschwingt, ne? Es hat einen Spruch losgetreten, nämlich Bumping the Lamp. Und zwar eine Allegorie... Wir machen viel zu viel Aufwand für das, was da eigentlich erreicht werden soll und kaum ein Zuschauer wird das würdigen können, was da passiert. Man hätte diese fucking Lampe in dieser Szene, die da rumschwingt, auch einfach nicht rumschwingen lassen können und es wäre die gleiche Szene gewesen. Aber dadurch, dass die Lampe da in der Gegend rumschwingt, müssen die Animatoren bei Roger Rabbit so wahnsinnig viel die ganzen Schatten neu orientieren. Es muss so viel mehr Arbeit sein, Dieses Licht, diese Lichtverhältnisse, die sich ständig ändern, da rein zu zeichnen, das ist unglaublich. Und seitdem das passiert ist, ist intern auch bei der Produktion und dann aber auch... über die Produktion hinaus, bei Animatoren dieser Spruch Bumping the Lamp.
Florian Bayer: Ja, total cool. Terry Gilliam wurde angeboten. zu machen und er hat gesagt, will ich nicht. Ist mir zu aufwendig. Das ist viel zu viel Arbeit, um Gottes Willen. Was habt ihr euch da in den Kopf gesetzt? Was wollt ihr da machen? Im Nachhinein hat er gesagt, ich war einfach nur ein fauler Sack. Ja, ja, genau. Und hätte ich doch bloß diesen Film gemacht. Ja, ja. Ich wollte nochmal was zu der Lampe sagen. Ich finde, die Lampe ist notwendig. Diese Liebe zum Detail spricht enorm für diesen Film.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Und dieses Geld, was sie verpulvert haben und dieses absurde, pedantische und wir müssen es wirklich perfekt machen, dieses perfektionistische. Es ist ein Film, den man das ansieht und spürt. Und dieser Film hat so viel drin, dass es so viele Momente gibt, wo er Gefahr laufen könnte, schlampig zu werden. Und dass er nie schlampig wirkt.
Johannes Franke: Nie, nie. Und dass Zemeckes auch wirklich die Eier hatte zu sagen, mir doch wurscht, wie viel Arbeit ihr damit habt, ich mach das jetzt so. Weil er hat es ja vorher gedreht und daraufhin mussten sie animieren. Was er gedreht hat, war Gesetz. Was soll man sonst machen? Man kann es ja nicht nochmal drehen. Also muss die Animation sich nach dem richten, was da passiert ist. Und da hat er so viel angerichtet, was die... einfach dann machen mussten.
Florian Bayer: 14 Monate, wenn ihr es in Zahlen wollt. 14 Monate Post-Production.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Und ja, du hast recht, es ist auch ein krasser, einfach ein klassischer Film nur dahinter.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: der das Genre die ganze Zeit ironisiert, der auch übertreibt, der karikiert zum Beispiel diese klassischen Klischee-Rollen wie den versoffenen, krummeligen Detektiven, die waren fatal.
Johannes Franke: Und den Rabbit-Fatal.
Florian Bayer: Ja, den Rabbit-Fatal. Der das aber ganz liebevoll macht und der wirklich geile Sets hat, geile Figuren.
Johannes Franke: Ich will wirklich wissen, was passiert. nicht einfach nur haha lustig, sondern ist tatsächlich so, dass ich in der Geschichte verschwinde und denke, okay, geil, erzähl es mir. Die Geschichte ist ja auch irgendwie geil.
Florian Bayer: Ja, und vor allem, weil er sich so viel bei der Realität bedient. Diese Unterdrückung der Tunst, dieses Leben der Tunst, das in Gefahr ist. Diese Geschichte um die Verkehrskompany, die eine Autobahn bauen will und das öffentliche Verkehrssystem kaputt macht. Es... Es steckt auch in dieser Geschichte sehr viel Liebe zum Detail und vor allem Liebe dazu, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen. Dieser Film dauert 100 Minuten. Er macht eigentlich viel zu viel für diese 100 Minuten. Zu viele Anstrengungen. Spielspielungen, zu viele Metaphern, zu viel Politik, zu viel Cartoons, zu viel Slapstick, zu viel Action und zu viel Spannung. Eigentlich ist dieser Film Mist.
Johannes Franke: Und all diese kleinen Sachen, die da sind, irgendjemand in der Kneipe beschwert sich, dass er seinen Job verloren hat und so, das könnten Alles in diesem Film. Jedes Wort. zahlt irgendwie auf den Plot ein. Mal mehr und mal weniger offensichtlich. Und das finde ich toll. Weil wenn man den Film nochmal sieht und nochmal sieht, was übrigens Roger Ebert anempfiehlt, Der sofort gesagt hat, okay, diesen Film muss man gleich nachdem man ihn gesehen hat nochmal von vorne gucken, weil das Auge nicht alles erfassen kann, was da alles passiert und man muss es einfach nochmal genießen. Und das zahlt alles auf den Plot ein. Ich finde das total geil beim nochmal gucken. Das alles zu sehen und nochmal zu entdecken und zu merken, ah, ja, der gehört auch irgendwie zu diesem Universum dazu, weil er eben diesen Job bei dieser Jolly Company hatte.
Florian Bayer: Und dann bleibt bei diesem ganzen, was wir jetzt haben, dieses riesige Konvolut, bleibt eine spannende Frage. Ist es tatsächlich ein großer Blockbuster für die ganze Familie? Oder ist es ein wirklich räudiger... gehässiger Metafilm oder sogar eine gehässige Parodie, die es geschafft hat, die Eltern auszutricksen. indem er ihnen einredet, dass das ein Film für die ganze Familie ist, obwohl er eigentlich viel eher für ein erwachsenes Publikum gedacht ist.
Johannes Franke: Ja, also natürlich all of the above. Also er schafft es, die Leute dahin zu tricksen, dass man denkt, ja, das können alle gucken. Aber irgendwie können es ja dann auch alle gucken. Natürlich werden Kinder mit Jessica Rabbit jetzt irgendwie nicht so viel anfangen können oder eben gerade genau in dem Alter sein wollen. wo es dann anfängt und man sich dann Jahre später fragt, warum habe ich einen Toncharakter so toll gefunden?
Florian Bayer: Es gibt ja auch wirklich Momente in diesen Filmen, wo man sich total gut vorstellen kann. dass der übersensible Vater oder die übersensible Mutter ihrem Kind schnell die Ohren oder die Augen zuhalten. Also es gibt ja wirklich viele sexuelle Anspielungen. Es gibt einiges an Gewalt. Wie gesagt, es wird extrem viel geflucht, gesoffen und geraucht in diesem Film. Es gibt einfach so einen ganzen Sack an Sachen, wo du sagst, ah, Das ist PG-13, beziehungsweise FSK-12. Was es ja dann auch tatsächlich als Label gekriegt hat. Und doch ist es ein Film, den... jeder seinem sechsjährigen Kind zeigt. Wurden die Eltern ausgetrickst von Disney?
Johannes Franke: Disney wurde ausgetrickst von unserem Regisseur. Und deswegen haben die es auch über Touchstone gemacht, weil sie wirklich Angst hatten, dass die Leute das unter Disney-Label nicht schlucken würden.
Florian Bayer: Und trotzdem darf Mickey Mouse mitspringen. Und fast unseren Protagonisten töten.
Johannes Franke: Ja, genau. Ich glaube, die waren einfach verzweifelt genug. Disney war verzweifelt genug.
Florian Bayer: Vielleicht ist es wirklich das. Weil das war wirklich, Disney stand nicht gut da in dieser Zeit und Disney hat einen Erfolg gebraucht und oh boy, ein Erfolg war es.
Johannes Franke: Produktionsbudget 70 Millionen. Da haben wir schon gesagt, das ist das krasseste, was es überhaupt gab. Und dann bei der Erstveröffentlichung in den USA haben sie 154 Millionen eingespielt. Und dann international 197 Millionen und insgesamt weltweit noch ohne Heimpino-Umsatz, also Blu-ray und so weiter. 351 Millionen.
Florian Bayer: Wahnsinn. Das Ding war ein riesiger Erfolg. Und was er tatsächlich geschafft hat, er hat das Vertrauen in die Animationsfähigkeiten von Disney bekommen. zurückgesetzt. Obwohl er zumindest 50% in England gezeichnet wurde.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es war plötzlich irgendwie wieder so ein Vertrauen da und wie gesagt, wir stehen auf der Kippe zu einer neuen Disney-Epoche. Das Jahr darauf wird Ariel kommen, dann kommen die Schöne und das Biest, dann kommt Aladdin und dann kommt König der Löwen und wir sind mitten in der Disney-Renaissance und alle gucken drauf und sagen, wow, Disney kann doch was.
Johannes Franke: Ja, na Mensch, sowas. Wer hätte das gedacht?
Florian Bayer: Ja, Oscars gab es für den Tonschnitt. Es gab für die Visual Effects... Für den Schnitt.
Johannes Franke: Und Special Achievement Award.
Florian Bayer: Sie haben einen extra Oscar für die Animationsregie für Richard Williams gemacht.
Johannes Franke: Ja. Special Achievement gibt's hin und wieder wohl, Oscars? Aber wusste ich gar nicht so richtig. Das zeugt davon, wie selten das ist, dass die Oscars dann sagen, okay, hier brauchen wir wirklich ein Special Achievement Award. Weil sie das auch begründen damit, dass hier völlig neue Möglichkeiten geöffnet wurden, was Film kann.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das finde ich toll. Das ist wirklich eine krasse Ehre.
Florian Bayer: Das ist eine krasse Ehre und das ist halt auch absolut verdient. Weil wir befinden uns jetzt im Jahr 2026, wenn ihr diese Episode hört. Wenn wir diese Episode aufnehmen, vielleicht seid ihr schon ein bisschen weiter. Es gab nach diesem Film, es gab einfach nicht mehr in der Filmgeschichte, weder davor noch danach, eine so überzeugende Kombination von Trick- und Realfilm wie in diesem Film. Und er wird ein Unikat bleiben, weil die Zeit, wo das so geschehen ist, wie es da geschehen ist, ist vorbei. Und so wie es heute gemacht wird, funktioniert es irgendwie anders und wenn wir uns angucken, was es so danach in den 90ern und 2000ern an Filmen gibt. die Realfilm und Trickfilm kombinieren, die kannst du alle in die Tonne kloppen. Was willst du?
Johannes Franke: Habe ich nicht mal gesehen, keine Ahnung.
Florian Bayer: hat dient, in dieser Episode genannt zu werden, im Vergleich zu diesem Film. Es ist nicht nur eine andere Liga, es ist eine andere Sportart. Soll ich ihn rauspiepen, Clor? Du hast ihn genannt. Ja, piep ihn bitte raus. Ganz viel Respekt für Michael Jordan und für Bill Murray und für Bugs Bunny. Dieser Film ist Mist.
Johannes Franke: Okay, wenn wir rausgepiept haben, dann schreibt in die Kommentare, welcher Film gesucht ist. Welcher Film ist mit Michael Jordan?
Florian Bayer: Aber tatsächlich gibt es diesen, es sind Filme rausgekommen, es gibt diesen Chippendale-Film, den neuen... Ah, Chip und Chip. Irgendwie, ich glaube, das ist Realfilm und Trickfilm. Der soll wohl interessant sein.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Looney Tunes Back in Action habe ich nicht gesehen, weiß ich nicht, kann ich nicht beurteilen.
Johannes Franke: Also ich meine, sie haben es ja mit Roger Rabbit nochmal versucht, auch später nochmal und haben eine CGI-Schlacht gemacht. so ein Testding gemacht, wie er einfach auf den Tisch tanzt in Animationen. Aber Computeranimation und da irgendwo rüberspringt und mit jemandem anders zusammen interagiert, das ist so eine kleine Sequenz, die sie gemacht haben. Ja, aber nein.
Florian Bayer: Ja, aber nein. Es ist halt auch so ein bisschen, Zemeckis ist dann ja auch irgendwann komplett falsch abgebogen. Der hat ja so in den späten 90ern Robert Zemeckis, also großen Respekt davor, dass er wirklich jemand war, der gerne experimentiert hat. wirklich interessante Special-Effectsachen gemacht hat. 1994 bei Forrest Gump hatte er auch zum ersten Mal wirklich so diese haben wir zum ersten Mal in der Filmgeschichte so gesehen, unabhängig davon, was wir von diesem Film halten, Personen in, Tom Hanks in diesem Fall, in historische Aufnahmen so geschnitten wurden, dass es glaubwürdig ist und dann haben wir eine Szene, wo Tom Hanks als Forrest Gump John F. Kennedy die Hand gibt und es ist glaubwürdig. Aber irgendwann hat er gesagt, und jetzt versuche ich es nochmal mit Computeranimation und vor allem mit diesem... mit dem Motion Capturing von Gesichtern und hat dann den Polarexpress 2004 gemacht und den 2007 die Legende von Beowolf und 2009 Johannes Lieblingsfilm die Weihnachtsgeschichte Christmas Carol mit Jim Carrey.
Johannes Franke: Oh, da sieht alles so hart, schwer, seelenlos aus und schwierig.
Florian Bayer: Er hat die beeindruckendste Demonstration von Uncanny Wally in der Filmgeschichte gemacht. Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat. Dass er das auch wiederholt hat.
Johannes Franke: hat. Also das ist ja nicht so, dass er das einmal gemacht hat und dann festgestellt hat, okay, es hat nicht so funktioniert.
Florian Bayer: Er hat drei Filme nach dem Schema gemacht. Spätestens nach dem ersten Tom Hanks als Zugführer in Polarexpress hätte er doch sagen müssen, nee. Nee, danke. Ich hab's versucht. Tut mir leid, liebe Kinder, wenn ihr jetzt Albträume habt.
Johannes Franke: Ja. Und natürlich will man was vorantreiben, wenn man das Gefühl hat, okay, das hat Zukunft, das kriegt man irgendwie hin, das könnte besser werden, aber... Aber es war halt einfach noch nicht so weit und es ist irgendwie auch immer noch ein bisschen problematisch und schwierig.
Florian Bayer: Immer noch, ja. Vor allem, naja, es ist halt wirklich dieses Uncanny Valley Ding, je näher du versuchst Realität zu imitieren, umso schräger und umso Unangenehmer wirkt das.
Johannes Franke: Und jetzt mit KI kommen wir da auch ganz stark hin.
Florian Bayer: Oh ja. Es wird noch viel schlimmer werden, bevor es wieder besser wird. Was wir bald an der AI-Slope sehen werden.
Johannes Franke: Was wir jetzt schon teilweise in Social Media. Bis das in den großen Filmen angekommen ist, dauert vielleicht noch ein kleines bisschen, aber auch da könnte es sein, dass das Formen annimmt. wo mal eine Firma Experimente macht, die wir nicht angucken wollen. Ich hab Angst. Naja. Top 3. Unsere Top 3. Wir haben eine Top 3. Unsere Top 3 ist mit dem Thema...
Florian Bayer: Die ist mir schwer gefallen. Top 3. Filme als Kind nicht verstanden, aber trotzdem geliebt. So ungefähr.
Johannes Franke: Genau, aber ich habe, glaube ich, das so formuliert, dass es deine Kindheit ist, aber es muss gar nicht deine Kindheit sein. Einfach nur Filme, wo man sagt, okay, als Kind versteht man das völlig anders. Also 80 Prozent, wo völlig anders abgebogen. Während du als Erwachsener da sitzt und denkst, ach das, darum geht es.
Florian Bayer: Oh, ich habe mich wirklich darum berührt, persönlich zu sein.
Johannes Franke: Ja, das Ding ist... Ich kann nicht persönlich genug sein, weil wir hatten keinen Fernseher, wir haben nicht so viele Filme geschaut. Ich war als Kind ein bisschen... zu unterversorgt, was das betrifft, als dass ich jetzt genug Filme für eine Top 3 habe. Für eine Top 3 und nicht einfach nur irgendeine 3.
Florian Bayer: Versuchen wir es.
Johannes Franke: Ich muss anfangen, ne?
Florian Bayer: Ja, mach mal. Caddyshack aus dem Jahr 1980. Eine Komödie über einen Golfplatz. Und... Habe ich als Kind geguckt? Habe ich als Kind gemocht?
Johannes Franke: Warum?
Florian Bayer: Keine Ahnung. Es ist auf jeden Fall, ich muss dir den Film irgendwann mal geben, von Harold Ramis. Unser Ghostbuster, Harold Ramis. Und täglich grüßt das Murmeltier, Harold Ramis. Eine wirklich wilde Golf-Komödie, die eigentlich geplant war als so Coming-of-Age-Teenager-Film. Und dann hat er diese ganzen Comedians ans Set geholt und die haben alle Drogen genommen und sind dann komplett ausgetickt und haben quasi diesen Film gekapert. Chevy Chase, Bill Murray, Rodney Dangerfield, die ganzen großen Comedians. Ende der 70er, Anfang der 80er und haben da wirklich einen schrägen Film draus gemacht. Ich fand den als Kind witzig, aber 90 Prozent der Gags gingen weit über meinen Horizont, weil es halt die ganze Zeit ums Ficken, Saufen und Fressen ging. Und es war einfach zu viel. Aber ich habe trotzdem gelacht.
Johannes Franke: Okay, ja, also man findet es manchmal merkwürdig, was Kinder an so Filmen finden, wo man sagt, das verstehst du alles nicht, was ist da los, warum interessiert dich das? Ja, aber ja. Ich habe auf Platz drei, habe ich nicht als Kind gesehen, aber ich kann mir vorstellen, dass man als Kind das völlig anders sieht. Time Bandits.
Florian Bayer: Oh ja.
Johannes Franke: Weil Time Band jetzt wirklich dreckig ist und fies und wirklich ein bisschen, wo man so denkt, wow, okay. Und davon, da wird doch als Kind... Da schaltet man doch ab. Aber nein, es gibt wahnsinnig viele Kinder, die da einfach lustige, kleinwüchsige Truppe sieht und einfach Spaß mit denen hat. Und vielleicht hier und da nicht versteht, was sagen die da, was soll das? Aber gut, okay, gehen wir zur nächsten Szene über.
Florian Bayer: Die 80er sind offensichtlich eine ganz gute Epoche für so eine Art von Filmen. Time Bands ist aus 1981, da haben sie irgendwie, genau, da haben sie einfach die Filme produziert, die absolut für Kinder nicht geeignet waren, aber voll an Kinder interessiert.
Johannes Franke: Aber krass, weil Terry Gilliam, der richtig düstere Sachen gemacht hat und der versucht... einen Kinderfilm zu machen. Seine Version eines Kinderfilms. Wir haben über Time Bandits ja lange geredet. Ihr könnt da gerne mal reinhören. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Aber es ist wirklich... oft an Kinderpublikum vorbei geschrieben und inszeniert. Mein Platz zwei.
Florian Bayer: Wie gesagt, es ist viel mehr schwer, deswegen muss ich auf Serien zurückgreifen.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Simpsons. Die Simpsons. Habe ich als Kind geguckt, mochte ich als Kind, aber natürlich habe ich die ganzen politischen und popkulturellen Anspielungen maximal zur Hälfte verstanden.
Johannes Franke: Echt? Ich glaube, die Simpsons hätte ich als Kind gar nicht erst, also das hätte ich ja sofort abgeschaltet, weil mir das zu weit über meinen Kopf hinweg gewesen wäre.
Florian Bayer: Die liefen damals im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ich fand es ganz großartig. Auf ARD oder ZDF, ich weiß es nicht mehr genau. Ich fand es super witzig als Kind.
Johannes Franke: Ach, wir im Osten hatten ja nichts damals. Ich habe für Bananen angestanden in der Zeit, wo Simpsons lief. Okay, ich habe auf Platz 2 das letzte Einhorn.
Florian Bayer: Ja, natürlich.
Johannes Franke: Wir haben auch über diesen Film natürlich gelangt. Aber es ist krass, was für... massive philosophische Themen da verhandelt werden, mit denen man als Kind ja gar nichts anfangen kann. Wo man überhaupt gar keinen Erfahrungshorizont dafür hat, über dieses Einhorn da, über diese... melancholische Meditation über über Altern und Sterblichkeit und Bedauern und Und was bedeutet es überhaupt, ein Mensch zu sein und so. Und das ist so krass. Naja.
Florian Bayer: Ja. Interessanter Film. Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nicht wissen, für wen dieser Film gemacht ist. Aber das ist ja total faszinierend. dass er total faszinierend ist.
Johannes Franke: Ja, absolut, absolut. Sehenswert, sehr sehenswert.
Florian Bayer: Mein Platz 1, Animal Farm. Es gibt von Animal Farm von George Orwell. Stimmt. Gibt es eine Verfilmung aus dem Jahre, nicht den aktuellen, es gibt auch einen aktuellen Film, der wohl sehr konservativ sein muss, aus dem Jahr 1954, bin ich richtig?
Johannes Franke: Kann sein, kann schon sein.
Florian Bayer: 1954, ja, der ist wirklich alt. Ich hätte gedacht, der wäre eher so 60er oder so. Genau, ziemlich düster und natürlich, an dem Farm kennt ihr vielleicht tatsächlich George Orwells Kritik an Stalinismus. Und an den Folgen der russischen Revolution, George Orwell war Sozialist, fand das ziemlich kacke, was da in Russland passiert ist. hat tatsächlich einfach mal so Platzhalter für Stalin. Und für Trotzki und so eingebaut. Und natürlich verstehst du das als Kind nicht, sondern du siehst nur, dass die Schweine, die den Hof übernehmen und den bösen Bauern umbringen, selbst zu Bauern werden.
Johannes Franke: Ich habe das Buch als Kind gelesen, also im Grunde wäre es auch genau das gleiche fürs Buch. Ich weiß ja nicht, wer einem Kind das Buch wirklich zum Lesen gibt, aber ich habe es irgendwie durch irgendwelche Hintergründe... Auf irgendwelche Umwege ist es in meine Hände geraten und ich habe es gelesen und fand es ganz toll und habe mir dann natürlich erklären lassen, was es eigentlich bedeutet. Und fühlte mich dann sehr schlau.
Florian Bayer: Ich habe das Buch viel später gelesen. Ich habe damals den Film geguckt und ich glaube, bestimmt ist der Name George Orwell von meinen Eltern oder so da geworfen worden in dem Moment. Mir hat es keiner erklärt. Und zumindest um das so einzuschränken, man versteht als Kind, was der Film erzählen will. Nämlich, dass ein eine Revolution auch wieder zu Tyrannei führen kann und nicht eine große Befreiung ist. Und Vielleicht muss man auch gar nicht mehr von diesem Film verstehen, weil es ja auch sowas universelles ist. Man muss es nicht eins zu eins auf die russische Revolution übertragen, weil man einfach versteht, okay... Wenn jemand Macht kriegt, macht korrumpiert. Und egal wie sehr man für Befreiung gekämpft hat, plötzlich gilt es dann doch, manche Tiere sind gleicher als andere.
Johannes Franke: Ich habe auf Platz 1 Asterix erobert rum. Absoluter Kinderfilm.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber das Haus das Verrückte macht. Wenn du nicht ein einziges Mal auf dem Amt warst, dann weißt du einfach nicht, was das bedeutet.
Florian Bayer: Allerdings, das stimmt. Also es ist jetzt wirklich so sehr gekapselt, dieser eine Moment in dem Film. Eigentlich dieser eine Moment. Voll, auf jeden Fall. Und jeder hat mal diese Amtserfahrung irgendwann in seinem Leben gemacht. Richtig, ja. Absolut.
Johannes Franke: Und als Kind fragst du dich, okay, ist lustig, aber warum? Und es ist wirklich eine legendäre Szene, die man immer rausholen kann. Okay. Übrigens, Asterix-Jaubertrum haben wir auch besprochen. Also wenn ihr da reinhören wollt, wie wir darüber Spaß haben. Das war eine sehr lustige Folge.
Florian Bayer: Wir haben sehr lange über den Passierschein A8.
Johannes Franke: Ja, und das rosa Formular.
Florian Bayer: Und damit zurück in den Film.
Johannes Franke: Sehr schön. Das war unsere Top 3. Wir sind wieder im Film. Es gibt viel. Es gibt einfach wahnsinnig viel zu sagen. Ich möchte schon noch ein paar Sachen rausholen, glaube ich. Auch wenn wir jetzt schon in der Top 3 waren und wir schon recht fortgeschritten sind in der Zeit. Aber sind wir zu sehr abgewichst als Zuschauer, wenn wir feststellen, sobald Als Roger Rabbit sagt, ich habe da ein leeres Blatt Papier gefunden und da einfach meinen Liebesbrief drauf geschrieben. dass wir sofort wissen, ja, der wird ja das leere Papier nicht umsonst erwähnen. Natürlich ist da der letzte Wille drauf. Ist das, also als Kind ist eine glorious Zeit, dass man da nicht dran denkt, aber wir mit Filmerfahrung... Denk doch sofort, da ist was.
Florian Bayer: Ich weiß, dass ich, als ich den damals als Kind gesehen habe, diesen ganzen Verschwörungsplot und was da passiert... hab ich nicht so gecheckt und nicht so geblickt. Es war auch irgendwie ... gucke heute auch drauf und denke, der ist ein bisschen konstruiert mit diesem Brief, den er da hat. Also, dass überhaupt dieses Papier dann da ist und dann, dass das das Ding ist, wo er den Liebesbrief drauf schreibt und so. Es ist so, es ist ein bisschen konstruiert, Ich weiß, was es ist, deswegen finde ich es gerade schwierig, das zu sehen. Kurze Antwort, wahrscheinlich sind wir zu abgewichst.
Johannes Franke: Ja, und man muss auch sagen, dass der Alkoholismus von ihm doch recht zahm behandelt wird. Er läuft als Alkoholiker durch den Film am Anfang.
Florian Bayer: Absolut, aber es wird ja einmal groß gemacht, wenn er die Whiskyflasche kaputt schießt am Schluss, wenn er sagt, okay, jetzt ist Schluss mit Alkohol.
Johannes Franke: Aber wie fucking schnell geht das bitte? Einfach nur die Flasche in die Hand zu nehmen und zu beschließen, ah, nee, heute nicht mehr. Und das wegzukippen und die Flasche... Ja, Alter, das ist ein Filmklichee.
Florian Bayer: Natürlich, absolut. Aber es ist auch so ein Detektiv-Klischee und es passt einfach voll zu diesem Film Nordling.
Johannes Franke: Also ein richtiger Alkoholismus kann es nicht gewesen sein, weil das ist so in der Form, kann man nicht einfach aufhören.
Florian Bayer: Aber du kannst jetzt nicht erwarten, dass dieser Film noch ein Alkoholismus-Drama zusätzlich erzählt.
Johannes Franke: Du kannst ihm doch wenigstens eine Szene geben, wo er ein bisschen mehr struggelt damit.
Florian Bayer: Was mich ja wirklich fertig macht, wie kurz der Film ist, weil ich hatte, als wir gesagt haben, wir reden über den, ich hatte in Erinnerung, dass der zweieinhalb Stunden geht, weil da so viel passiert. Und der ist aber wirklich kurz, der ist nur 100 Minuten lang. Der ist total schlank, dieser Film.
Johannes Franke: Ja. Und nach dem Alkoholismus habe ich auch noch aufgeschrieben, seine Abneigung gegenüber Roger Rabbit kann auch nicht so schlimm gewesen sein, so schnell wie der wieder einlenkt und ihm dann doch hilft. Fand ich auch ein bisschen schnell.
Florian Bayer: Ja, aber das erfahren wir doch im Film, wie sein Widerwille gegen Cartoons entstanden ist und dass dahinter eigentlich immer noch so eine Liebe steckt. So ne Liebe oder so Sorgen um diese Welt.
Johannes Franke: Apropos Sorgen, ich mache mir große Sorgen um die Welt. Wenn so berühmte Cartoon-Figuren auch noch in dieser Kaschemme Klavier spielen müssen, um sich Geld zu verdienen. Das ist doch wirklich düster und fies.
Florian Bayer: Ja, das ist wirklich hart. Das ist wirklich brutal. Und weder Donald noch Duffy haben das nötig.
Johannes Franke: Eigentlich.
Florian Bayer: Warner Bros. war übrigens nicht zufrieden damit, wie Duffy gezeichnet wurde. Die hatten ja nicht wirklich, die hatten nicht groß kreativen Einkommen. Und irgendwann während der Produktion haben sie gesagt, das sieht nicht nach dem alten Duffy aus, das ist der neuere Duffy. Wir wollen, dass sie den alten Duffy malt, wir wollen den klassischen Duffy und dann... Dann haben die Animatoren gesagt, okay, wir malen euch euren Daffi. Ja, ja, schon gut. Warner hat schon wieder angerufen. Ja, ich mache ihm diese komischen Federn, die da abstehen.
Johannes Franke: Und eine Frage habe ich noch. Warum hat der Film kein Fragezeichen? Hat er nicht. Der Filmtitel heißt einfach nur Who Framed Roger Rabbit? Aber es gibt kein Fragezeichen.
Florian Bayer: Das muss ich fact checken. Nicht, dass du hier unserem Publikum Quatsch erzählst.
Johannes Franke: Ich kann dir auch gleich sagen, warum da kein Fragezeichen ist.
Florian Bayer: Warum ist da kein Fragezeichen?
Johannes Franke: Es bringt Unglück.
Florian Bayer: Ein Fragezeichen bringt Unglück.
Johannes Franke: Ein Fragezeichen im Titel macht, dass der Film floppt. Nein. Doch, das ist der Glaube, den man in Hollywood pflegt.
Florian Bayer: Oh mein Gott. Das klingt wie das Nichtpfeifen im Theater.
Johannes Franke: Genau so. Aber ich finde es total süß, dass man das irgendwie mit sich rumträgt als Glaubenssatz.
Florian Bayer: Da hast du dieses Powerhouse Disney. Und dann hast du diesen riesigen Produzenten Steven Stüberg und den erfolgreichen Robert Zemeckis. Und dann gucken die da drauf und sagen... Lieber kein Fragezeichen. Das ist so krass.
Johannes Franke: Als ob du den Erfolg des Films in Frage stellst mit diesem Fragezeichen. Es ist super süß.
Florian Bayer: Und bei der deutschen Übersetzung, falsches Spiel mit Roger Rivett, haben sie dann gesagt... Wir umgehen die Frage einfach komplett.
Johannes Franke: Wir brauchen das nicht. Hast du die drei Kurzfilme gesehen, die sie noch gemacht haben? Die Animationsfilme?
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Hast du nicht gesehen?
Florian Bayer: Hab ich nicht gesehen. Ich hab kein Interesse an Roger Rabbit über diesen Film hinaus. Warum nicht? Weil das perfekt ist. Ich will mir das nicht kaputt machen. Und ich weiß, es ist halt auch so ein bisschen so das goldene Kalbschlachten.
Johannes Franke: Aber sie haben auch wieder Steven Spielberg als Produzenten dabei gehabt, weil ihm gehört ja auch der Intellectual Property Film und so. Und dadurch haben sie sich vielleicht auch noch mal ein bisschen mehr Mühe gegeben. Ich finde einen davon eher so ein bisschen durchschnittlich und die anderen beiden ziemlich gut.
Florian Bayer: Okay. Du sagst, muss man sich angucken bei Disney+.
Johannes Franke: Ja, kann man sich. Nee, ich habe sie auf YouTube geguckt, weil ich nicht wusste, ob sie auf Disney+. Ja. Zur Verfügung stehen. Das ändert sich wohl auch ab und zu mal, ob die da sind oder nicht. Aber wirklich, wirklich... gute Gags. Das Einzige, was mir so ein bisschen Probleme macht, ist, dass Jessica Rabbit immer auftaucht und sehr unironisch sexualisiert ist.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Also da ist es doch ein bisschen so auf das Klischee mehr drauf, ohne dass man das reflektiert. Und es fängt immer, sehr lustig, eben damit an, dass Roger Rabbit eine Drohung von der Frau, wo man nur die Beine sieht, die Besitzerin, die dann... Sagt, du passt jetzt auf das Baby auf, sonst kommst du zurück ins Labor. So eine Drohung in der Art gibt es immer am Anfang von den drei Dingern und dann geht Hilarity ensues, geht die Sache los. Okay, ich finde es ganz gut. Und ich finde auch, dass dieser Film bis hin zur Musik absolut genial ist.
Florian Bayer: Alan Silvestri.
Johannes Franke: Ja, der macht... Das ist so gut, dass er das verheiratet, so klassische Orchester- und Jazzstücke, die aus so klassischen Noirfilmen eben bekannt sind. Und das dann... zu verheiraten mit diesen krassen Cartoon-Melodien, die er hat. Und dieser Geräuschkulisse, also auch das... Foley Design, also diese Geräusche, die so ein Cartoon nur mal ausmachen, das ist so gut eingesetzt.
Florian Bayer: Alan Silvestri hat mit Back to the Future, ich glaube, meine liebste Blockbuster Main Theme Komposition gemacht. Wenn ich so drüber nachdenke, so die großen, die man kennt. Star Wars, halte ich für überschätzt. Indiana Jones ist natürlich cool.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Superman ist cool. Also diese 80er, so diese Zeit, diese großen Kompositionen. Ich finde, der Back to the Future Soundtrack hat am stärksten dieses Versprechen auf Abenteuer. Diese Energie und dieses ...
Johannes Franke: Ah, ja, ja, ja.
Florian Bayer: Ganz fantastischer Soundtrack. Alan Silvestri hat immer mit Robert Zemeckis zusammengearbeitet. Er macht hier was echt ganz cooles, weil er zum einen dieses Sound hat, die extrem, wie du gesagt hast, das Chaos widerspiegeln, die wirklich chaotisch und hektisch sind. Und dann daneben diesen klassischen Film-Nord-Jazz-Sound, der einfach so ein bisschen laid back ist. Funktioniert extrem gut auch so im Wechsel. Dieses wirklich chaotische, wilde Laute, auch dissonante. Also gerade bei den Action-Szenen haben wir wirklich so eine dissonante Szene. Soundkulisse.
Johannes Franke: Ja, total gut. Ja, ich liebe es. Es ist ja auch so, dass tatsächlich durchweg, durch die ganze Bank, auch wenn das Ganze sehr chaotisch und schwierig wurde mit der Zeit, alle immer gesagt haben, wie krass, Wir arbeiten hier an einer Sache, die wirklich groundbreaking, wirklich was Neues ist, wirklich etwas Innovatives, wo alle drauf gucken und sagen, wow, wie krass. Beim ersten Testscreening von der ersten Szene, die sie einfach nur testmäßig geschrieben und probiert haben, haben Leute aus dem Studio da gesessen, so Bosse. Und gesagt, das ist doch ein Typ im Anzug, oder? Weil die es nicht fassen konnten. Das ist doch ein Typ im Anzug, wo ihr den noch drüber gemalt habt irgendwie. Aber nein. Und so fassungslos waren durchweg immer wieder alle. Bis auf das erste Screening vor 17-, 18-Jährigen. Sie nämlich den Film, der noch nicht fertig war, so mit so kleinen Szenen, wo dann Hinweis hier, da wird noch das passieren und so. So Testverführungen mit 17, 18-Jährigen. Die sind alle rausgerannt. Die fanden das furchtbar, die wollten das nicht. Und dann hat das Studio gesagt, wollt ihr vielleicht noch was ändern? Und dann zumeckig ist gesagt, nö, wir ändern kein bisschen nichts. Wir ziehen das so durch und hoffen, dass es trotzdem gut ankommt.
Florian Bayer: Gut für ihn. Gott sei Dank haben sie es durchgezogen. Und ich finde, dieser Film kann einen auch heute noch zum Staunen bringen. Der zeigt auch heute noch, Was für eine Magie in dem Medium steckt, was für Möglichkeiten da drin stecken und wie viel man zaubern kann, wenn man sich traut. sowas wirklich wahnwitziges und teures durchzuziehen.
Johannes Franke: Wenn man sich traut 70 Millionen in die Hand zu nehmen, ja.
Florian Bayer: Und das wäre damit auch mein Fazit. Anfang dieses Jahres haben wir über Titanic geredet. Und da habe ich auch sehr viel Bewunderung für diesen Perfektionismus, für diese krassen Tricks gezeigt. Und vielleicht ist Roger Rabbit das Pendant in den 80ern dazu. Nicht nur, weil er auch ähnlich absurdes Budget hat und ähnlich eskaliert ist. Sondern auch, weil er genau dasselbe macht, was Titanic zehn Jahre später machen sollte, dass er... mit extrem viel Liebe zum Detail und extrem viel Aufwand versucht, diese Welt zu entwerfen und uns da reinzuziehen. Und es gelingt ihm.
Johannes Franke: Absolut. Hundertprozentig. Ich bin so beeindruckt von diesem Film. Es ist wirklich so viel Begeisterung auch. Weil die Leute einfach auch begeistert waren, die daran beteiligt waren und die alle Spaß daran hatten und alle gesagt haben, Ich will es zwar nie wieder machen müssen, haben die wirklich gesagt, es ist so viel Arbeit gewesen, es war so krass. Ich will es nicht missen, weil es eine tolle Erfahrung war, aber ich will es nicht nochmal machen müssen. Wir öffnen unser Muss-man-sehen-Universum. Und geben anderen Podcasts, die vielleicht über den gleichen Film gesprochen haben oder eine Meinung dazu haben. Ein kleines Forum von so zwei, drei Minuten, dass Sie uns sagen können, wie Sie den Film fanden.
Florian Bayer: Wir brauchen auf jeden Fall einen Jingle dafür. Jingle. Und jetzt jemand komplett anders. Hallo ihr Lieben, hier ist wieder mal Sven von den alten Videothekenkindern und ich freue mich riesig, dass ich etwas zu eurer falsches Spiel mit Roger Rabbit Episode beitragen darf. Schon immer bin ich mit Cartoons aufgewachsen und alles von Disney und den Luditons hatten es mir besonders angetan. Cartoon-Crossover mochte ich auch schon immer. So habe ich mir als Kind viel zu oft Comicstars gegen Drogen angeschaut. Kennt das noch jemand? Das ist ein Zeichentrickfilm, in dem Bugs Bunny, die Muppet Babys, Turtles, Slimer von den Ghostbusters, die Schlümpfe, Winnie Pooh, Alf, Garfield, Tick, Trick und Track... Und noch weitere End 80er Jahre Comicfiguren einem Jungen erklären, warum es schlecht ist, Drogen zu nehmen. Mega. Vorher kam aber schon falsches Spiel mit Roger Rabbit ins Kino. Es gab so viel Werbung im TV dafür und wir hatten ein Buch zu dem Film, in dem auch Making-of-Bilder waren. Dieses Heft hatte eine ganz besondere Faszination auf mich und ich hatte es mir ständig angeschaut. Als der Film dann endlich anlief, sind wir auch sofort ins Kino gerannt und haben uns angesehen, was da auf der Leinwand geboten wurde. Und das war einfach unfassbar für mich, damals als kleiner, achtiger Junge. Wie Robert Zemeckis und sein Team es geschafft haben, die Cartoons mit den Realfilmszenen so perfekt zu einem Ganzen zu verschmelzen. Sprengt mein kleines Köpfchen. Denn wie die realen Menschen mit den gezeichneten Cartoonfiguren interagieren, sah unglaublich echt aus. Man fragte sich bei jeder Szene, wie sie das jetzt wohl wieder genau so gemacht hatten. Heute noch bin ich, sobald ich den Film mal wieder schaue, den ganzen Film über damit beschäftigt zu schauen, welcher von mir geliebte Cartoon als nächstes plötzlich ins Bild geflattert kommt oder ganz klein mal für zwei Sekunden irgendwo im Hintergrund zu sehen ist. Und hier sind dann ja einfach all meine liebsten klassischen Comicstars vertreten. Wie toll war das Battle mit den Flügeln zwischen Duffy und Donald. Doch nicht nur die alten Figuren begeistern mich, auch die Figur des Roger Rabbit wächst einem sofort so sehr ans Herz und bringt einen ständig zum Lachen. Das liegt nicht zuletzt auch an der wundervollen deutschen Synchro von Wolfgang Ziffer. Roger seine Stimme leiht und mit seinem markanten Stimmenumbruch das Chaos und gleichzeitig aber auch die Liebenswürdigkeit von Roger so wundervoll überträgt. Kleine Randnotiz, ich fand es jetzt beim Rewatch total lustig, dass Bugs Bunny hier von Santiago Cisma, also der Stimme von Spongebob gesprochen wird. und Bugs Bunny's aktuelle Stimme Sven Plate dafür Tweety spricht. Obwohl jemals im Raum stand Bugs wirklich immer von Santiago sprechen zu lassen, bevor der wundervolle Sven Plate Rolle übernahm, aber nicht nur die Cartoon Figuren begeistern einen hier so, nein auch die Atmosphäre, wahnsinnig liebevolle Ausstattung tragen ihren Teil zu diesem Filmerlebnis bei. Aber was man auch hervorheben muss, ist die richtig gute Handlung. Denn falsches Spiel mit Roger Rabbit ist ein wundervoller, spannender Filmnoir. Was für ein fieser Bösewicht ist bitte Richter Doom? In einer unserer letzten Folgen mit dem Thema die schlimmsten und emotionalsten Filmtode... hatte ich ja den Tod von dem kleinen, süßen, liebquiekenen Comicschuh, den Richter Doom langsam in die Suppe taucht. in meine besten Liste mit aufgenommen. Gott hat mir das damals leid getan. Richter Doom fand ich als Kind damals auch Echt gruselig, besonders als er am Ende von der Walz überfahren wird und man erkennt, dass er ein Tun ist. Aber dieses Gruselige wurde immer wieder so gut aufgefangen durch den wahnsinnig witzigen Roger Rabbit. Zum Beispiel, wenn er aus den Handschellen rausrutscht und wie er auf das Tatatatata Tatan, reagiert. Und wie witzig es ist, wenn Roger erzählt, dass ihn niemand gesehen hat und er direkt danach aufzählt, Wen er alles nach dem Weg gefragt hat, um am Ende zu Eddie zu kommen und nur der Alkoholverkäufer wusste, wo er wohnt. Komisch. Oder wenn er endlich die Sterne sieht, die er am Anfang vom Film nicht sehen kann, weil er da immer Vögelchen plötzlich sieht, wenn ihm was auf den Kopf geschlagen wird und er deshalb den Take vermasselt. Und am Ende sieht er dann plötzlich diese kleinen Sternchen über seinem Kopf liegen und er freut sich einfach so extrem darüber, obwohl es gerade ein mega unfassender Moment ist. Seht mal Sterne. Roger konnte mein Herz schon immer berühren und das wird auch immer so sein. Falsches Spiel mit Roger Rabbit ist ein Stück Filmgeschichte und ist in seiner Art unerreicht und einzigartig für mich Und jetzt muss ich nur noch schauen, wie ich dieses Lächeln musst du... aus Thunstadt wieder aus meinem Kopf bekomme. Das war's von mir, hört gerne mal bei den alten Videothekenkindern rein. Danke lieber Johannes, danke lieber Flor, dass ich hier zu Gast sein durfte und euch weiterhin viel Spaß beim sicherlich wie immer wundervollen Muss-man-sehen-Podcast. Und denk dran, Zurückspul nicht vergessen und backe, backe Kuchen, euer Sven. And now someone completely different. Johannes, vielen Dank, dass du mir den Film gegeben hast. Es war toll, den mal wieder zu sehen.
Johannes Franke: Vielen Dank, Flo, dass du ihn angeschaut hast. Und vielen Dank euch da draußen, dass ihr wieder dabei wart. Ich hoffe, ihr habt ihn gesehen oder ihr seid jetzt angeregt, ihn nochmal zu sehen oder überhaupt mal zu sehen. Und wenn ihr wissen wollt, was es nächste Woche gibt.
Florian Bayer: Wartet noch kurz, dann nämlich nach unserem Outro werde ich Johannes irgendeinen Film an den Kopf werfen. Ich weiß noch nicht was, ich muss glaube ich gleich nochmal meine Liste. durchschwülen, was ich an Möglichkeiten habe.
Johannes Franke: Wir gehen auf den Balkon, rauchen eine und dann genauso.
Florian Bayer: Rauchen! Das ist unsere Edgy Bugs Bunny Folge. Edgy Roger Rabbit Folge.
Johannes Franke: Wir gehen jetzt gleich rüber.
Florian Bayer: Vielen Dank fürs Zuhören. Bleibt gesund, lasst es euch gut gehen, habt eine tolle Woche und wir hören uns nächste Woche. Wir hören uns, bis dann. Ciao.
Johannes Franke: So, Plur, da gibt es ja noch was.
Florian Bayer: Wir bleiben im Genre.
Johannes Franke: Wir bleiben im Genre?
Florian Bayer: Nicht Film nur, sondern Zeichentrickfilm. Und ich muss gleich dazu sagen, ich habe ihn noch nicht gesehen. Aber ich hab ihn auf meiner Liste stehen, weil es so ein Film ist, zu dem ich sage, den muss ich ... unbedingt reden.
Johannes Franke: Wir sind wieder live dabei, wie Plur versucht sein kanonisches Wissen irgendwie aufzupolieren.
Florian Bayer: Und jetzt ist es wirklich kanonisches Wissen. Wir reden hier nämlich vom ältesten noch erhaltenen Zeichentrickfilme der Filmgeschichte.
Johannes Franke: Okay, aber jetzt nicht so fünf Minuten oder so, sondern abendfüllen.
Florian Bayer: 65 Minuten. Wow. Aus dem Jahre 1926. Deutscher Film.
Johannes Franke: Krass.
Florian Bayer: Die Abenteuer des Prinzen Ahmed von Lotte Reiniger. Und ich glaube, wir werden sehr viel Filmhistorisches lernen, wenn wir uns damit beschäftigen. Ich bin sehr gespannt. Ich habe den Film nicht gesehen. Ich kenne einzelne Bilder davon. Und ich habe auch zwei, drei Animationen daraus gesehen. Und es ist halt wirklich alt. Und ich bin mal gespannt, ob der heute noch was kann.
Johannes Franke: Wow. Ja, aber dafür liebe ich unseren Podcast, solche Sachen rauszukramen und einfach mal darüber zu reden und zu überlegen.
Florian Bayer: Also wir reden über ein Stück Filmgeschichte, es wird auf jeden Fall eine kanonische Episode, sprich, diesen Film muss man, wenn man sich für Filmgeschichte interessiert, wahrscheinlich einfach mal gesehen haben, um zu verstehen, wo das Genre des Zeichentricks herkommt. Aber ich kann euch nicht sagen, wie unterhaltsam dieser Film wird. Begebt euch mit uns auf diese Reise.
Johannes Franke: Ich bin gespannt.
Florian Bayer: Sehr schön. Bis dann. Bis nächste Woche. Tschüss.

Ich bin hiermit aufgewachsen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Name_ist_Hase_(Fernsehserie)
Ich bin Jahrgang 1977 und die 103 Folgen liefen ab Februar 83 im ZDF rauf und runter. Die deutsche Synchro war absolute Weltklasse.