Episode 296: Swiss Army Man – Incels, Fart Jokes and the Meaning of Life
Hank ist gestrandet, er ist am Ende, er kann nicht mehr. Auf seiner einsamen Insel, die aussieht, als wäre sie von einem 4-Jährigen erdacht, beschließt er, sich umzubringen. Aber halt, da ist doch was! Was liegt denn da am Strand? Ein Mensch? Ach shit, der Typ ist tot. Eine angespülte Leiche. Der kann ihm nicht weiterhelfen. Oder etwa doch?
Die Leiche hat Blähungen, irgendwo müssen die Zersetzungsgase im Körper ja hin. Der Furz, der dann kommt, ist so massiv, dass Hank das Potential endlich sieht: er schiebt die Leiche ins Wasser, setzt sich darauf und nutzt die entweichenden Gase als Bootsantrieb. Uuund schon sind wir im Bereich des Fantastischen und das nutzt der Film schamlos aus. Nicht nur Furzt die Leiche, wann immer es nützlich ist, sie kann auch Trinkwasser speien, als Rasierapparat herhalten, Dinge in hohem Tempo aus seinem Mund schießen, den Weg mit seinem Peniskompass weisen und mit der Zeit… wieder reden. Da kommt wieder Leben in den Körper und wir sehen dabei zu, wie sich eine Freundschaft zwischen Hank und der Leiche Manny entwickelt. Da Manny sein Gedächtnis verloren hat, muss Hank ihm erklären, was das Leben so lebenswert macht. Gemeinsam suchen sie den Weg nach Hause, zurück in die Zivilisation, die, wie sich herausstellt, nur um die Ecke, eine Böschung entfernt auf sie wartet.
Ein massiv absurder, weirder Roadmovie, voller Jokes unter der Gürtellinie, aber auch viel Liebe für das Leben. Es geht um Scham, Außenseiterdasein und gesellschaftliche Normen.
Die Regisseure, die Daniels, haben den Film damals folgendermaßen verkauft: “Wir wollen einen Film machen, in dem der erste Furz dich zum Lachen bringt und der letzte zum weinen.” – Plor, hat das bei dir funktioniert?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 296: Swiss Army Man – Incels, Fart Jokes and the Meaning of Life Publishing Date: 2026-09-02T08:29:00+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/09/02/episode-296-swiss-army-man-incels-fart-jokes-and-the-meaning-of-life/
Florian Bayer: Weil ich keine Furz-Jokes mag.
Johannes Franke: Ja, also das ist nun wirklich das Simpelste, was man als Mensch lustig finden muss. Und wenn du Fart-Jokes nicht lustig findest, dann... ist keine Rettung mehr für dich da. Flo, wir hatten die gleiche Idee. Was soll das denn? Was?
Florian Bayer: Ich sitze hier vor einem Fahrtsoundboard. Wir werden diese Episode komplett mit Fahrtschokes bestritten.
Johannes Franke: Du darfst jederzeit gerne einen einspielen. Ich bin sehr gespannt.
Florian Bayer: Nuklearfahrt. Oh Gott.
Johannes Franke: Entschuldigung, ich wusste nicht, dass es nicht aufhört. Ich lese hier auch nur die Namen. Was soll das? Okay, herzlich willkommen zu unserem wirklich ernsten Filmpodcast, wo wir ganz ernsthaft und ohne irgendwelche Unterhosenkomik... Über Filme reden.
Florian Bayer: Wenn ihr keine Fahrtjokes mögt, jetzt könnt ihr noch abschalten. Und wenn ihr keine Fart-Jokes mögt, vielleicht schaut ihr euch Swiss Army Man nicht an, über den wir heute reden. Ein Film, den du vorgeschlagen hast übrigens.
Johannes Franke: Ja, ich habe den Film vorgeschlagen und wie es ja immer so ist, kann der andere sich nicht dagegen wehren. Ich weiß auch gar nicht, wie viel du dich gewährt hättest. Ich hab ja ein bisschen darauf gewartet, dass du mir den gibst, weil ich hab den Film noch gar nicht gesehen, obwohl ich ihn vorgeschlagen habe. Ich habe ihn vorgeschlagen, weil ich ihn noch nicht gesehen habe und ich zu lange warten musste, bis du irgendwann mal um die Ecke kommst damit.
Florian Bayer: Ja, wir haben ja Everything, Everywhere, All at Once besprochen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und den Film, den wir beide mögen. Und ich habe auch gesagt, ich liebe auch diesen Film. Das heißt, so ein kleiner Spoiler, meine Meinung stand schon davor ziemlich fest. Es war tatsächlich ... Kein Film, den ich dir jetzt zwingend geben musste, weil die Liste sowieso viel zu lang ist.
Johannes Franke: Ja ... Das bedeutet ja im Umkehrschluss, dass ich auch sinnloserweise den Film da reingeworfen habe, obwohl die Liste noch so lang ist. Das ist gemein. Hast du. Das ist Faceplore. Okay, also. Wir werden jetzt diesen Film besprechen, Swiss Army Men. Und wenn ihr den Film gesehen habt, dann wisst ihr, dass wir sehr viel über sehr... Jugendlichen Humor reden werden.
Florian Bayer: Sehr infantilen Humor. Und dass wir die Hölle aus diesem Film rausspoilern werden. Wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt, ihr werdet gespoilert. Ohne Ende.
Johannes Franke: Genau. Und jetzt... Fängt dieser Moment an. Ich werde nämlich einmal kurz erzählen, worum es im Film geht. Für euch, die den gerade nicht gestern gesehen habt. Und dann werden wir uns darüber auslassen. Hank ist gestrandet. Er ist am Ende. Er kann nicht mehr. Auf seiner einsamen Insel, die aussieht, als wäre sie von einem Vierjährigen erdacht, beschließt er sich umzubringen. Aber halt, da ist doch was. Was liegt denn da am Strand? Ein Mensch? Oh shit, der Typ ist tot. Hm, eine angespülte Leiche. Die kann ihm nicht weiterhelfen. Oder einfach doch. Die Leiche hat Blähungen. Irgendwo müssen die Zersetzungsgase im Körper ja hin. Der Furz, der dann kommt, ist so massiv, dass Hank das Potenzial endlich sieht. Er schiebt die Leiche ins Wasser, setzt sich drauf... Und nutzt die entweichenden Gase als Bootsantrieb. Und schon sind wir im Bereich des Fantastischen. Und das nutzt der Film schamlos aus. Nicht nur furzt die Leiche, wann immer es nützlich ist, sie kann auch Trinkwasserspeien als Rasierapparat herhalten, Dinge in hohem Tempo aus seinem Mund schießen, den Weg mit seinem Peniskompass weisen und mit der Zeit tatsächlich wieder reden. Da kommt wieder Leben in den Körper und wir sehen dabei zu, wie sich eine Freundschaft zwischen Hank und der Leiche Manny Da Manny sein Gedächtnis verloren hat, muss Hank ihm erklären, was das Leben so lebenswert macht. Gemeinsam suchen sie den Weg nach Hause, zurück in die Zivilisation, die, wie sich herausstellt, nur um die Ecke, eine Böschung entfernt, auf sie wartet. Ein massiv absurder, weirder Roadmovie voller Jokes unter der Gürtellinie, aber auch viel Liebe für das Leben. Es geht um Charme, Außenseiter-Dasein und gesellschaftliche Normen. Die Regisseure, die Daniels, haben den Film damals folgendermaßen verkauft, also ihren Schauspielern. Wir wollen einen Film machen, in dem der erste Furz dich zum Lachen bringt und der letzte zum Weinen. Plur, hat das bei dir funktioniert?
Florian Bayer: Nein. Der erste Furz hat mich nicht zum Lachen gebracht, was ganz einfach daran liegt, dass ich absolut nichts mit Fartjokes anfangen kann. Okay. Fahrtjokes sind das unterste Tief der Comedy. Ich hasse Fahrtjokes. Ich sage es hier. Ich sterbe auf diesem Hügel. Tatschoks sind nicht lustig. Aber ich musste sehr weinen bei dem letzten Furz.
Johannes Franke: Das Schöne ist, die Daniels mögen ja Fart-Jokes offensichtlich auch eigentlich gar nicht. Das ist ja das Geile daran. Ja. Die sitzen in den Interviews und sagen, naja, also Fahrtjogs, wir waren auch nicht so sicher, ob wir den Film echt machen wollen. Und das hat sie dazu befähigt, lang genug darüber nachzudenken, wie sie es schaffen, aus einem schlechten Joke was Gutes rauszuholen. Und ich finde diese Art und Weise zu arbeiten irgendwie geil.
Florian Bayer: Es ist voll interessant. Ich finde, also ich würde das ein bisschen einschränken mit dem, sie mögen keine Fahrtjokes. Die Daniels haben offensichtlich ein... Eine gewisse Liebe zu Ekel oder zu ekeligen Sachen, das haben wir ja auch in Everything, Everywhere, All at Once. Nicht ganz so krass, aber zum Beispiel diesen Nudelhänden. Sie haben dann diese alternative Realität, wo alle so wabbelnde Hände haben. Das ist schon ziemlich... Hotdogfinger, das sind es, die Hotdogfinger. Es ist schon ein bisschen widerlich.
Johannes Franke: Aber es ist die Faszination für den Ekel. Das heißt nicht, dass sie eine Vorliebe dafür haben, sondern es ist eher die Faszination. Mein Kurzfilm, den ich irgendwann mal gemacht habe, war ein Horrorfilm und ich mochte keine Horrorfilme. Ich habe eine Faszination, wie schafft man es, Leuten vor dem Fernseher Angst zu machen, obwohl sie... heimischen Wohnzimmer sitzen, in absoluter Sicherheit. Und das war meine Faszination. Und die haben wahrscheinlich auch eine Faszination mit diesem Ekel und finden es vielleicht einfach so spannend, obwohl man das vielleicht jetzt nicht geil findet.
Florian Bayer: Was halt wirklich faszinierend an den Daniels ist, sie benutzen diesen Ekel, also so diese wirklich... ekligen und auch infantilen Sachen und kreuzen die mit so einem krassen Paar. wo du drauf guckst und wo du eigentlich in jedem anderen Setup sagen würdest, Gott, ist das kitschig, weil es noch einen und noch einen und noch einen draufsetzt.
Johannes Franke: Vor allem, weil die Daniels aus kleinen Dingen... wo man keinen Pathos erwartet, Pathos rausholen. Die schaffen es, ganz plötzlich in dramatische, große Musik einzubringen. aus fucking A Cappella-Musik eine dramatische und, und... pathetische Sache zu machen, wo man irgendwie da sitzt und denkt, wie haben Sie das geschafft? Wie sind Sie denn da jetzt hingekommen?
Florian Bayer: Und ich glaube, das ist ein ganz großer Schlüssel für die Genialität von den beiden. Die machen damit, mit dieser Art, wie sie Pathos inszenieren und auch mit dieser Art, wie sie Ekel und Infantiles inszenieren, Sie machen etwas wirklich Eigenes. Und das ist verdammt schwer, etwas Eigenes zu machen. auch wirklich die großen Leute und die großen Filme unserer Zeit anschauen. Es wird irgendwie immer schwerer, was Neues zu finden, was Eigenes zu finden. Und selbst bei den Großen sieht man meistens, die sind davon inspiriert und davon und davon. Die Daniels machen wirklich Dinge, die ich so im Kino noch nicht gesehen habe. Die schaffen es wirklich, wirklich originelle Filme zu machen, die anders sind. als alles, was vorher da war. Und das muss man erst mal schaffen.
Johannes Franke: Ich habe nicht genau recherchiert, aber mir kommt jetzt gerade der Gedanke, dass wir auch Wir haben ja auch über den Film Everything, Everywhere, All at Once geredet und da auch schon ein bisschen über die Daniels und was für einen Humor die haben und wo das alles herkommt. Und ich habe das Gefühl oder die vage Ahnung, dass das auch eine Generationensache ist. Den Humor, den die haben, Der ist schon auch diese leicht durch YouTube angefixte Fäkalhumor und recht... Derber Humor, sehr, sehr jugendlicher Humor.
Florian Bayer: Ja, absolut.
Johannes Franke: Und ich finde es sehr interessant, weil sie das über eine bestimmte Art und Weise... rüber gerettet haben und sie ja durchaus erwachsen geworden sind.
Florian Bayer: Die sind auch nicht so viel älter als wir. Das sind Kinder der 80er Jahre immer noch. Also es sind ganz eindeutig Millennials.
Johannes Franke: Sind die nicht sogar jünger als wir?
Florian Bayer: Die sind jünger als wir, aber nicht so viel. Ich würde behaupten, man guckt diesen Film und denkt, die könnten gut 20 Jahre jünger als ich sein.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und die sind 87 beziehungsweise 88 geboren. Es sind Millennials und sie sind auf jeden Fall mit dieser YouTube und mit dieser Meme-Kultur groß geworden. Und mit dieser Randomness der YouTube- und Meme-Kultur. Ja, genau. Gar nicht unbedingt das, was wir heute im Internet haben, also wir haben es immer noch, aber vor allem das, was auch so... was so diese naive Urzeit-YouTubes hatte, diese Meme-Videos, die sich alle angeguckt haben, wo keiner genau wusste, Warum soll ich jetzt den Harlem Shake machen oder so?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Die aber irgendwie angedockt haben, warum auch immer.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Und ja, das verarbeiten die in ihren Filmen auf eine schräge Art und Weise. Ihre Filme haben immer so ein Gespür von, so ein Schuss von Randomness, von Unerwartung. Also es ist auch tatsächlich so, wenn du einen Film von denen anfängst, du hast keine Ahnung, wo das Ding dich hinträgt. Und auch nach 30 Minuten oder auch nach 60 Minuten, du hast keine Ahnung, wo das hinführt, was die Climax sein wird, wie das endet, weil es einfach eine Unberechenbarkeit hat.
Johannes Franke: Und ich habe das Gefühl, gerade in diesem Film, sie wissen es selbst nicht, das stimmt nicht ganz, weil sie haben das Drehbuch geschrieben, sie wissen was lang geht, aber die Entstehungsgeschichte legt das auch ein bisschen an.
Florian Bayer: Ja, die Entstehungsgeschichte liegt das voll nah.
Johannes Franke: Die haben ja vorher ganz viel Musikvideos gemacht. So ein Kurzfilm, den könnt ihr euch auch auf YouTube anschauen. Könnt alles im Grunde auf YouTube anschauen, was die vorher gemacht haben. Und es ist total spannend, teilweise total ekelhaft, teilweise... Teilweise auch wirklich dieser sehr derbe Humor. dieses eine sehr berühmt gewordene Musikvideo, wo der eine seine Hüfte nicht unter Kontrolle kriegt. Und dann irgendwie von einer Wohnung durch die Decke, die unterliegende Wohnung kracht und alle ansteckt und alle sehr sexuell tanzen und so.
Florian Bayer: Und dann haben wir wieder dieses Body-Horror-Ding oder dieses Gross-Ding, irgendwas, was eigentlich eklig ist. aber benutzt für so Spaß.
Johannes Franke: Ja, vor allem für Spaß und Lebensfreude. Ja. Und das ist so eine seltsame Mischung. Ja. Und irgendwie steckt mich die an, irgendwie finde ich die spannend, muss ich sagen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, finde ich auch. Um die Namen einmal zu sagen, Daniels Nicht, weil sie mit Nachnamen Daniel heißen, sondern weil sie mit Vornamen Daniel heißen. Sie sind nicht verwandt. Daniel Kwan und Daniel Scheinert oder Skinert oder wie auch immer.
Johannes Franke: Ich glaube Scheinert, ja.
Florian Bayer: Die haben sich im College kennengelernt und haben dann angefangen, die Musikvideos zusammen zu machen. Und dieser Film, den wir hier vor uns haben, ist tatsächlich Ihr erster richtiger Langfilm, den Sie zusammen gemacht haben. Und Sie haben im gleichen Jahr noch den Kurzfilm Interesting Ball gemacht. Den haben wir dann ja nach Everything, Everywhere, All at Once zusammen geguckt. Du warst so, okay... Vielleicht ganz gut, dass ich den erst danach geguckt habe. Das war vielleicht ein bisschen zu viel Randomness. Und die haben irgendwann mal quasi Witze drüber gemacht und überlegt, was könnte ein geiler Kurzfilm sein und haben dann gesagt, naja, wie ist es denn mit einem Mann, der gestrandet ist? Eine Leiche entdeckt und durch die Plähungen es schafft, von seiner Insel zu fliehen.
Johannes Franke: Klasse Gag. Und sie haben diesen Gag auch benutzt, um Produzenten so ein bisschen zu schocken. Also in so Pitch-Meetings, wo darüber gesprochen wird, was können wir denn machen und was habt ihr für Ideen und so weiter. Wenn die Bock hatten, alle mal zu schockieren, haben sie diese Idee auf den Tisch gepackt und haben erst... erst mal geguckt, wie reagieren die denn darauf, dass wir das ernsthaft machen wollen. Und sie wollten es gar nicht ernsthaft machen. Es war gar nicht so angedacht.
Florian Bayer: Wen Sie nicht damit geschockt haben, sind die Sundance Labs. Ja. Denen haben Sie das Ding als Entwurf gemacht. Und zwar im Jahre 2013. Die Sundance Labs. Ihr kennt das Sundance Festival? Ja. Hoffentlich.
Johannes Franke: Ein großes Festival, ganz tolles, wichtiges.
Florian Bayer: Das große Indie-Film-Festival. Und die Sundance Labs sind... Was quasi in dem Umfeld entstanden ist und nichts anderes ist als, wie der Name halt schon sagt, so Entwicklungslabore für Filmideen. Du kannst als... Egal, ob du schreibst oder ob du drehst, ob du Richie führst, ob du Kamera machst oder sonst was. Du kannst Projekte da pitchen, du kannst dich da anmelden. Wenn du jung genug bist und dann gibt es da quasi sowas wie so ein betreutes Programm, wo deine Pitchs und deine Ideen durch verschiedene Labore gehen und von verschiedenen... Tutoren angeschaut werden unter anderem auch Tarantino der auch auf diesen Film geguckt hat Und die helfen dir einfach dabei, aus dem unfertigen Skript einen richtigen Film zu machen. Und wohlgemerkt, die produzieren nichts, die geben dir kein Geld und gar nichts, sondern du hast dein Drehbuch da, du gehst da hin und die helfen dir, das Drehbuch weiterzuentwickeln. Wie du an Geld kommst, musst du selbst rausfinden.
Johannes Franke: Ja, und da sind richtig große Leute rausgekommen, ne? Also da so viele... Krasse, große Regisseure in Hollywood und auch adjacent haben dort quasi ihre ersten großen Projekte gemacht.
Florian Bayer: Die Sundance Labs, also die Namensliste von den Leuten, die das Ding durchlaufen haben ... Und auch von den Leuten, die das Ding dann betreuen, was oft Personen sind, die das Ding durchlaufen haben, die es einfach beeindrucken. Und da haben wir halt so Namen wie Paul Thomas Anderson, wie Quentin Tarantino, wie Robert Eggers. So wirklich Namen, die einfach aus dem heutigen Kino nicht wegzudenken sind.
Johannes Franke: Ja, genau. Ich glaube, das ist ein tolles Inkubator-Ding, wo auch Leute, die selbst die Erfahrung gemacht haben, auch mit schrägen Ideen weiterzukommen. Anderen Leuten, die vielleicht schräge Ideen mit reinbringen, auch ein Trittleiter zu sein. Was ich total schön finde.
Florian Bayer: Absolut. Also ich finde die Idee drumherum total cool. Und es scheint ja auch, also im Nachhinein haben die Dennis gesagt, es wurde viel an ihrem Skript rumgekrittelt. Und die Dinger sind wirklich dazu gedacht, dass du auch auseinandergenommen wirst. Du hast dann ein Skript und du stellst das Leuten vor, die schon zehn Filme gedreht haben. Und die gucken da drauf und sagen... Geile Idee, aber das ist kein Film. Das kannst du so nicht produzieren. Kein Mensch will dir das finanzieren, lass uns nochmal das überarbeiten.
Johannes Franke: Genau, ja.
Florian Bayer: Und da sind die auch durchgegangen. Die mussten sich wirklich harter Kritik stellen. Ja. Und es wurde viel mit ihnen zusammen natürlich an ihrem Skript und an ihren Ideen gefeilt. Und wohlgemerkt, sie haben nicht nur das Screenwriter-Slap gemacht, sie haben quasi einmal das ganze Ding durchgespielt. Das Director-Slap haben sie gemacht. Creative Producing Summit und ein Composer Design Lab. Das wurde alles irgendwie im Zuge dieses Films, die da einmal durch und haben diese ganzen Videos. Workshops mitgenommen.
Johannes Franke: Wahnsinn. Aber auch geil und auch geil, dass Sundance sich immer wieder darauf eingelassen hat, diese Idee, diese absurde Idee irgendwie nach vorne zu bringen. Der große Durchbruch von der Idee her kam vor allem dadurch, dass die dann wirklich gemerkt haben, okay, die... Figur, die Daniel Radcliffe spielt, diese Leiche, die muss irgendwann... Irgendwie eine Form von Bewusstsein bekommen. Das funktioniert sonst nicht. Es ist wirklich nur eine Person, die eine Leiche rumträgt und das reicht nicht aus. Und dann haben sie ihr ein Bewusstsein gegeben und es wird wieder zum Leben erweckt, aber eben dieses Trope Born Yesterday. Also ich weiß noch nichts von der Welt, also muss mir jemand anders was erklären und dadurch können wir als Zuschauer die Figur verstehen, die der anderen Figur erklärt, wie die Welt funktioniert. Und es ist ziemlich geil, finde ich. Also ich finde die Idee, also die ist tausendmal gemacht worden auf jeden Fall. Oder andere Art und Weise, muss man sagen. Aber auf diese Art und Weise finde ich es ziemlich geil.
Florian Bayer: Und auch was... Was dieser Film ganz viel hat. Ideen, wo du drauf guckst auf dem Papier und sagst, das wurde Millionen Mal gemacht. Du hast ein Buddy-Movie vor dir. Ja, genau. Du hast dieses Born Yesterday-Motiv vor dir. Du hast so eine klassische Insel-Indie-Comedy. Wie es sie tausendmal gab, der einsame Typ, der kein Selbstbewusstsein hat und eine Frau anhimmelt und sie weiß nicht, dass er existiert und er hofft sie zu finden und zu kriegen. Ja. Und das so als Tragikomödie erzählt, das sind alles Dinge, die tausendmal durchgespielt wurden. Und alle diese abgedroschenen Motive oder vermeintlich abgedroschenen Motive... werden in diesem Film auf wirklich originelle, ungewöhnliche Weise erzählt. Weil keiner rechnet damit, dass so eine Insel-Indie-Comedy-Geschichte das heteronormativste, was du dir vorstellen kannst. plötzlich diesen Twist kriegt Richtung Cross-Dressing? Ja! Richtung LGBTQ und Queer-Thematik. Das ist so schön. Ich meine, da können sich die Indie-Romantiker noch so rumdrehen. voll das Hetero-Thema und so, weil jetzt seid ihr nicht von den Chats entfernt, wenn ihr die seid, die sagen, ja, auch die die Frauen, die wollen nicht die lieben Kerle und guckt euch mal den armen lieben Kerl an, der die Frau nicht kriegt. Das ist voll das Hetero-Thema. Und dieser Film nimmt das aber und dreht das einmal durch den Fleischwolf und macht irgendwie was anderes draus, was halt nicht diesen Klischees entspricht.
Johannes Franke: Und ich finde, dass er das mit so einer Selbstverständlichkeit tut, die erst diese Generation erreicht hat. Ja. Das finde ich so geil daran, ne? Also, dass die Daniels wirklich aus einer Generation kommen, die das einfach, selbstverständlich nimmt und sagt, so, und jetzt machen wir Und es ist nicht mit erhobenen Zeigefingern oder es ist nicht mit, guck mal hier, wir machen was anderes, sondern es passiert einfach.
Florian Bayer: Überhaupt nicht. Es hat diese ganz krasse Reflexionsebene. Aber diese Reflexionsebene wird nie oder nur ganz selten so ausgespielt, dass tatsächlich auf der Leinwand reflektiert wird. Aber sie findet im Untergrund die ganze Zeit statt und der Film ist unglaublich subversiv dadurch. Also auch gerade, weil er diese typischen Indie-Comedy-Themen... nimmt und dann sagt, nein, wir gehen jetzt nicht diesen Weg. Wir gehen diesen Weg. Und dann steht Paul Dano da mit einer Frisur und Daniel Radcliffe guckt ihn an und sagt, du bist wunderschön. Und Paul Dano ist wirklich bewegt und sagt...
Johannes Franke: Ich bin schön.
Florian Bayer: Und es ist ein großartiger Moment.
Johannes Franke: Die wollten ja ursprünglich Jack Black. Das angedeihen lassen. Sie haben gerade ein Video für Tenacious D gedreht. Und dann hatten sie überlegt, weil Jack Black so geil ist, ob man dem das nicht irgendwie... für ihn schreiben kann, das Teil. Und dann haben sie das Drehbuch geschrieben und haben festgestellt, huch, das passt nicht zu Jack Black. Das sind alles unsere Themen. Das sind Themen... Unsere Generation, das sind diese, das sind alles 20-Jährige quasi, die wir da schreiben, das geht nicht mit Jack Black. Wir haben da was völlig anderes. Es ist quasi, Sie haben es selbst gesagt, quasi ein Self-Insert. Ich schreib mich da selber rein in meinen eigenen Film, was auch so ein scheiß Trope ist, wo man eigentlich auch sagt, ah, Alter.
Florian Bayer: Und Gott sei Dank haben sie es rechtzeitig bemerkt. Ich meine, bei Jack Black wäre der Humor komplett anders. anders gewesen und viel mehr drüber und wahrscheinlich auch viel mehr, dieses Infantile wäre viel mehr im Vordergrund gewesen. Und stattdessen gehen sie nicht nur, aber auch dank ihrer Darsteller. Diesen Weg, dass sie von dem albernen Infantilen irgendwie zum Wunderschönen finden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Schönheit schreibt dieser Film ganz groß drüber.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, total. Es ist so unrealistisch, wo die da alles sind, aber sie haben ganz tolle Bilder gefunden. Und? Und diese krassen Bäume und diese ganzen krassen Sets, die haben ja im Grunde nur im Wald gedreht die ganze Zeit. Und dann... Es geht es natürlich nicht, dass man in diesem einen Wald bleibt, wenn man versucht so fantastisch zu sein. Das heißt, sie mussten ja auch verschiedene Sets bedienen dann und haben das wirklich, diese Bäume da überhaupt erst zu finden und das dann da zu drehen und sie hatten nicht viel Geld.
Florian Bayer: Sie hatten wenig Geld. Sie waren in Kalifornien eigentlich die ganze Zeit unterwegs. Es war so eine Doppelfinanzierung. Es wurde extra... eine Produktionsbutze gegründet von Miranda Bailey, die quasi das mehr oder weniger privat finanziert hat, aber die dann letzten Endes nicht genug Geld hat. Und deswegen ist da noch die Tuttmore Group aufgenommen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Eingesprungen. Und das waren so die zwei großen Cold Iron Pictures. Das war Miranda Bailey.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und die Tatmau-Group. Und die haben das Geld irgendwie so zusammengeschaufelt, aber es war klar, wir haben nicht viel Zeit, wir haben nur sehr eingeschränkte Drehorte, sie waren die ganze Zeit in Kalifornien unterwegs, irgendwie so in verschiedenen Punkten. Und wir müssen echt irgendwie gucken, dass wir mit unserer Zeit, die wir haben, klarkommen. Ja, was war es letzten Endes, was Sie gedreht haben? Es war nicht so lange für so einen Film, der solche Bilder findet.
Johannes Franke: Ich glaube, Sie haben 25 Drehtage gehabt. 25 Drehteige ist für so einen Film in deren Kosmos nicht viel. Also wir drehen in Deutschland so einen Tatort in 20 oder... 19, manche sogar schon mit 18 Drehtagen ab. Also ein Tatort. Das ist der Aufwand, den man so ungefähr abschätzen kann. Das, was dort im Film passiert, ist um einiges komplizierter und komplexer als die meisten Tatorte, die wir in Deutschland haben. Und das in 25 Drehtagen zu schaffen, ist eine Nummer.
Florian Bayer: Naja, sie hatten richtige Stunts, sie hatten auch Practical Effects, sie hatten eine Puppe. Für die Leiche?
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Es gab mehrere Puppen für die Leiche und die musste ja auch teilweise rumgetragen werden. die dann entsprechend leicht sein musste, dass man mit der diese absurden Sachen machen kann, weil die wird ja ganz schön rumgeschleudert. Wobei sich Paul Dano halt ganz oft entschieden hat, nein, ich will aber den echten Daniel Radcliffe in der Gegend rumtragen.
Johannes Franke: Was so süß ist.
Florian Bayer: Voll geil. Kudos an Daniel Radcliffe und Paul Dano, die beide gesagt haben, wir wollen, es ist wichtig, wir bauen hier... eine persönliche Beziehung miteinander auf. Wir müssen zusammen am Set sein und wir müssen auch teilweise zusammen die Sachen drehen.
Johannes Franke: Und dann ist die Beziehung zwischen den beiden natürlich viel echter und viel besser zu drehen auch, wenn der wirklich den echten Daniel Radcliffe in der Gegend rumträgt. Und Daniel Radcliffe sich wirklich, also ich weiß ja nicht, wie du das wahrgenommen hast, aber ich finde die Leichenversionen von ihm, wie er das spielt, ich finde das schon ziemlich cool. Absolut. Das ist so eine geile Leiche. Ja.
Florian Bayer: Und auch nochmal das Daniel Radcliffe. Daniel Radcliffe, Harry Potter. Elephant in the Room, es ist Harry Potter. Und Daniel Radcliffe hat meiner Meinung nach das Beste gemacht von all diesen jungen DarstellerInnen, die bei Harry Potter mitgeführt haben. gespielt haben. Er hat gesagt, okay, ich hatte jetzt meinen Erfolg, ich hab jetzt meine Millionen, Ich drehe jetzt nur noch weirden Shit.
Johannes Franke: Ich finde, Elmar Watson hat das Beste draus gemacht. Aber das ist eine andere Nummer. Findest du?
Florian Bayer: Ich finde Emma Watson hat einmal zu oft in einem amerikanischen Drama versucht, wie eine Amerikanerin zu klingen.
Johannes Franke: Das ist mir vollkommen wurscht. Das, was sie eigentlich politisch macht, ist das Richtige.
Florian Bayer: Okay, that's another thing. Natürlich. Okay. Ja, also wenn du bizarre Filme drehst, verlierst du gegen jemanden, der bei der UN-Menschenrechtskonvention vorspricht. Natürlich. Ich rede von Künstlerischen.
Johannes Franke: Okay, gut, das ist was anderes.
Florian Bayer: Emma Watson, wir verbeugen uns vor dir. Aber hier geht es um den künstlerischen Output und ich finde, da schlägt Daniel Radcliffe Emma Watson, weil er hat gesagt, okay, ich drehe jetzt einen Film, wo Maschinengewehre an meinen Armen... dran sind und ich Maschinengewehre statt Arme haben und in so einem Survival-Game Leute abknallen muss. Und ich spiele jetzt Al Jankovic in der Verfilmung seiner Biografie. Daniel Radcliffe hat gesagt, ich mache jetzt nur noch schräges Zeug. Horns, 2013. Ich drehe jetzt einen Film, wo mir Teufelshörner wachsen und ich nicht verstehe, warum. Aber ich bin angeklagt, dass ich meine Freundin umgebracht habe und mir wachsen plötzlich Teufelshörner.
Johannes Franke: Ich würde es gerne einmal auseinandernehmen, weil ich hätte gedacht... Daniel Radcliffe versucht verzweifelt sein Image als Harry Potter los zu werden. Dem ist nicht so. Daniel Radcliffe sagt immer, ich will nicht, dass die Leute Harry Potter irgendwie vergessen oder mich davon dissoziieren oder sowas. Er ist unglaublich stolz auf diese Filme, aber er findet auch, dass er zu viel unverdientes Lob dafür bekommt, dass er so unterschiedliche Sachen spielt. Er meint, er kann es sich halt leisten.
Florian Bayer: Ja, das kann er, definitiv.
Johannes Franke: Er hat halt das Geld dafür bekommen und jetzt sieht er sich fast schon in der Pflicht, den Leuten... da draußen, nicht einfach irgendeinen Scheiß vorzusetzen, weil er kann sich leisten, all die künstlerisch wertvollen Sachen zu machen. Oder die Sachen, von denen er ahnt, dass sie vielleicht künstlerisch wertvoll werden könnten. Und das sind für ihn offenbar die Wertensachen. Ich finde es total geil, dass er sagt, ich möchte den Leuten etwas bieten, was interessant ist. statt für den Rest meines Lebens einfach nur einen Haufen Geld mit beschissenen Firmen zu verdienen.
Florian Bayer: Das finde ich super. Das Krasse ist ja, bei den Harry Potter Filmen hielt ich Daniel Radcliffe immer für den Schwächsten von dem Trio. Ich fand Emma Watson und Rupert Grint deutlich besser als ihn. Aber er hat irgendwie, was er danach gemacht hat, ist einfach crazy.
Johannes Franke: Ja, er hat eine tolle Live-Show gemacht, wo er... als Soloprogramm in London irgendwo auf der Bühne gestanden hat und auch weirden Scheiß gemacht hat. Was wirklich geil war unter dieses Equis, wo er da dieses Pferd gebumst hat. Ich weiß nicht mehr genau, was das war. Auf jeden Fall hat er weirden Scheiß gemacht und ich kann ihn nur dafür, mich vor ihm verbeugen dafür.
Florian Bayer: Es ist ja tatsächlich so ein bisschen so eine fast schon Konstante von Teenager-Darstellern, also die in den 2000ern diese Teenager-Filme gedreht haben und danach versucht haben, mit schrägen Rollen und mit absurden Rollen oder mit düsteren Rollen irgendwie diesem Image zu entweichen. Also auch zum Beispiel, wenn wir an unsere Twilight-Besetzung denken. Ja, ja, ja, genau, stimmt.
Johannes Franke: auch ihn.
Florian Bayer: Die haben wirklich interessante Filme dann nachgedreht und Kristen Stewart hat teilweise wirklich zu krassen Arthouse-Projekten gefunden und bis zu dem Moment, wo ich mich jedes Mal freue, wenn ich einen Film sehe, wo sie mitmacht, weil sie einfach eine unglaublich gute Schauspielerin ist.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Aber auch Robert Pattinson, der jetzt in der Odyssey zu sehen war und davor ja auch alles irgendwie gemacht hat, irgendwie dreckig und düster ist.
Johannes Franke: The Lighthouse, den ich immer geben will.
Florian Bayer: Lighthouse zum Beispiel, genau. Und ich finde es ganz interessant, dass Daniel Radcliffe offensichtlich sehr offen sagt, nein, nein, nein, ich will das nicht loswerden, sondern ich mache es, weil ich es kann und hey, dass er das thematisiert, weil das ist ja natürlich diesen Blick, den man immer drauf hat, da versucht jemand seinem Image als Teenager-Darling zu entkommen.
Johannes Franke: Ich finde das eine geile Haltung, auch das wirklich damit, was du sagst, das wirklich nach vorne zu tragen und zu sagen, ich gehe damit offen um, ich sage den Leuten das, wie es ist.
Florian Bayer: Und dann haben wir an seiner Seite einen Mann, über den wir in den letzten Wochen viel zu oft geredet haben, warum auch immer, wie ist das passiert? Paul Dano.
Johannes Franke: Wir haben There Will Be Blood besprochen, wir haben Little Miss Sunshine besprochen und jetzt kommt dieser Film noch um die Ecke. Ja, das muss man auch sagen. Er hat irgendwie die weirden Leute für sich abonniert.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Also Paul Dano ist natürlich auch ein extrem guter Darsteller. Ja. Also das macht es leicht, diese Rollen zu übernehmen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und so interesting looking, also so hat ein interessantes Aussehen.
Johannes Franke: Er hat vor allem sehr junges Aussehen die ganze Zeit.
Florian Bayer: Er hat so eine Traurigkeit in sich, immer.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Also auch wirklich wahrscheinlich einfach von der Physiognomie, einfach wo er gar nichts dafür kann, wahrscheinlich ist er ein total glücklicher Mensch. Also wenn er die Millionen zählt, wird er glücklich sein. Und ich habe es die letzten Male gesagt und ich sage es nochmal, ich finde Paul Dano ist ein super guter Schauspieler. Ich finde, der will be Platz spielt er absolut ebenbürtig mit Daniel Day-Lewis.
Johannes Franke: Auch wenn es andere Leute anders sehen. Tarantino. Arschloch.
Florian Bayer: Genau. Little Miss Sunshine hat eine sehr kleine Rolle, aber füllt die komplett mit Leben?
Johannes Franke: So klein ist die gar nicht. Der ist die ganze Zeit dabei.
Florian Bayer: Ja, aber er schweigt.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Er spielt eine Rolle, die ein Schweigegelübde hat.
Johannes Franke: Aber möchtest du wirklich, das ist gemein, ganz vielen Schauspielern gegenüber, möchtest du die Anzahl der Lines daran messen? Möchtest du sagen, je mehr Lines du hast, desto größer ist die Rolle?
Florian Bayer: Absolut, 100 Prozent. Das ist mein Blick auf die Schaufeldase. sein. Und ich finde, die Gage sollte sich auch durch einen Multiplikator mit den Lines berechnen. Dann ist es einfach fair.
Johannes Franke: Also Buchstaben, nach Buchstaben bezahlt.
Florian Bayer: Nach Buchstaben, naja, sagen wir nach Silben.
Johannes Franke: Okay, nach Silben bezahlt.
Florian Bayer: Du sprichst ja Silben aus, du sprichst ja in Silben.
Johannes Franke: Okay, gut.
Florian Bayer: Und das wäre auch unfair, weil dann würden deutsche Schauspieler deutlich mehr verdienen als amerikanische, weil in den deutschen Wörtern mehr Buchstaben in den Sinne...
Johannes Franke: Es ist ja tatsächlich so, muss man sagen, dass in Deutschland Leute, zumindest die großen, 90 Prozent der Schauspieler, die in Amerika arbeiten, leben mit wesentlich weniger Geld als 90 Prozent der Leute, die in Deutschland arbeiten.
Florian Bayer: Alter! Weil du in Amerika einfach so hohe Kosten hast.
Johannes Franke: Du bekommst als Schauspieler einfach nicht so viel Geld. Krass. Die großen Schauspieler bekommen richtig viel Geld. Und die Land- und Wiesenschauspieler, wie ich es bin, die kriegen in Amerika, also wenn ich ein internationales Projekt habe, Dann muss ich über meine deutsche Agentin verhandeln lassen, damit ich nicht nur mit 500 Euro am Tag rausgehe.
Florian Bayer: Wow.
Johannes Franke: Und 500 Euro, Leute, da draußen, klingt erstmal viel am Tag, aber mit allen möglichen Abzügen und so weiter, ich komme im Jahr unter Mindestlohn.
Florian Bayer: Der Gehaltsreport von und mit Johannes Frank. Krass, weil in Amerika, man würde ja meinen, also es gibt ja unglaublich viele auch so in Amerika so Nebendarsteller, weil es einfach nur groß ist. weil es viele Filmproduktionen gibt. In Amerika werden ja sehr viele Kinofilme produziert und es gibt ja so diese Nebendarsteller, wo du merkst, das ist nicht die Crème de la Crème von Hollywood, aber die tauchen immer wieder in Filmen auf. Und so, wo man eigentlich davon ausgeht, die müssten ganz gut Geld haben, die müssten ganz gut davon leben können.
Johannes Franke: Als ich hier mal bei Counterpart, da hatte ein Kollege aus einer internationalen Serie und da hat ein Kollege mich gefragt, wie lange ich denn gebraucht habe, um davon leben zu können. Nee, nee, nee, andersrum. Er hat mich gefragt, ob ich denn davon leben kann. Der amerikanische Kollege. Dieser gibt es den Namen nicht. Und da habe ich gesagt, ja, ich kann davon leben, das funktioniert ganz gut. Und er so, wow, ich habe mindestens 15 Jahre gebraucht, um davon leben zu können.
Florian Bayer: Autsch.
Johannes Franke: Und daran macht es sich auch fest.
Florian Bayer: Ja, es gibt ja auch in Amerika dieses Klischee von den Schauspielern, die nebenbei Kellnern. Also es gibt es hier auch.
Johannes Franke: Das gibt es hier auch und das ist das Krasse, in Deutschland, nicht falsch verstehen, in Deutschland krepeln wahnsinnig viele Schauspieler am Existenzminimum. Und es wird immer schlimmer und schwieriger. Aber es ist in Amerika einfach immer noch schlimmer.
Florian Bayer: Ich glaube, was in Amerika wirklich hat, ist, wenn du nah am Geschehen sein willst, dann musst du ja irgendwie in Los Angeles wohnen. Und in Los Angeles sind die Lebenshaltungskosten. Unfassbar hoch.
Johannes Franke: Ja oder eben New York, wenn du die ganzen TV Sachen abgreifen willst, die da gedreht werden, die ganzen Comedy Sachen, die da gedreht werden.
Florian Bayer: New York ist ja noch schlimmer, da hast du eine 30 Quadratmeter Wohnung für 3000 Dollar im Monat, kein Scherz. Und dann hast du... Ja, eine komplett andere Art von Krankenversicherungssystem und so weiter. In den USA willst du da eigentlich nicht mit wenig Geld leben.
Johannes Franke: Ja, ist krass. Und du musst wahnsinnig viel mehr arbeiten und dich nach oben kurbeln in Amerika als der amerikanische Traum.
Florian Bayer: Wir reden immer wieder drüber und freuen uns daran. Paul Dano, auch in diesem Film, fantastisch.
Johannes Franke: Fantastisch, ganz toll. Ich finde, dass er der ganzen Sache eine seltsame Unschuld verleiht. Ja. Die ich ganz merkwürdig finde, weil eigentlich die Geschichte, die es am Ende erzählt... Creep. Er ist nicht unschuldig. Er ist so ein Creep. ist im Bus und fotografiert diese Frau und, ach Gott.
Florian Bayer: es wird thematisiert. Das ist ganz cool. Wir haben viel zu viele von diesen Indie-Comedy oder sagen wir einfach von diesen romantischen Filmen, wo dieses creepige Verhalten akzeptiert wird oder sogar als romantisch angesehen wird. Und dann sieht die Frau, oh, du verfolgst mich seit Jahren, hast Fotos von mir auf deinem Handy und stalkst mich. Das ist das Romantischste, was ich hier erlebt habe. Ich liebe dich. Ich werde jetzt meinen Mann verlassen.
Johannes Franke: Oh Gott. Und hier gibt es eine adäquate Antwort von der Frau, die dann sagt, warum ist mein Foto auf deinem Handy? Was soll das?
Florian Bayer: Auf dem Handy, das irgendwie, warum auch immer, sechs Tage lang Akkuzustand zehn Prozent hat.
Johannes Franke: Ich glaub dem Film kein Wort.
Florian Bayer: es fängt ja schon damit an, dass er auf dieser einsamen Insel ist und du guckst auf das Handy und denkst 10%, aha, Aber laut diesen Botschaften, die er da geschrieben hat, ist er deutlich länger da, als so ein moderner Handy-Akku hält. Also länger als zwei Stunden. Genau. Wie passt das zusammen?
Johannes Franke: Er hat ein Nokia, ein altes Nokia im Hintergrund.
Florian Bayer: Was ist das für ein Handy? Hast du drauf geachtet, was für ein Modell es ist?
Johannes Franke: Nein, sie werden es ja auch ausreichend versteckt haben, oder? Also ich meine, sowas will man ja nicht... Es wollte keiner dafür Werbung. Es gab nur eine einzige Firma, die ich nicht mehr weiß, die für diesen Film irgendwie Werbe... Dingens haben wollten. Cheerios? Cheerios? Vielleicht die Cheerios. Es gab eine Firma jedenfalls, die irgendwann mal vorher auch mit irgendeinem Zombiefilm gute Erfahrungen gemacht hat. Und gesagt hat, ja, jede Publicity ist eine gute Publicity. Und alle anderen, die angefragt wurden, ob man irgendwie da... Sachen mit einbauen soll und dafür Geld kriegt. Die haben gesagt, nope, nicht in diesem Film. Zu viele Fürze, zu viele Erektionen.
Florian Bayer: Leute, das machen wir nicht. Also ich glaube, es ist ein iPhone. Ich gucke gerade aufs UI, aber ich kann es nicht so sagen. Ich bin echt nicht gut darin, sowas zu erkennen. Ich glaube, es ist eine Art irgendein iPhone. Ja, es ist eine creepige Story eigentlich, dass er dieser Stalker ist.
Johannes Franke: Ja, total. Aber wir mögen ihn halt total.
Florian Bayer: Wir mögen ihn halt. Und er erfüllt ja diese ganz vielen Klischees. So der Außenseiter, der auch irgendwann erzählt, dass er in der Schule gemobbt wurde.
Johannes Franke: Übrigens, wir haben noch gar keinen Tee. Möchtest du Tee?
Florian Bayer: Oh ja, bitte, das wäre sehr lieb.
Johannes Franke: So, Außenseiter, du weißt weiter.
Florian Bayer: Er wurde in der Schule gemobbt. Er hat Probleme, Frauen anzusprechen. Er hat grundsätzlich Probleme mit Menschen anzusprechen. Er wird nicht verstanden von seiner Umwelt. Seine Eltern sind enttäuscht von ihm. Es sind so diese ganzen... typischen Dinger, wo du sagen würdest, ja, diese Rolle wurde sehr viel von Leuten wie Zac Preff etc. gespielt. Das kennt man einfach. Der sensible Insel, sagen wir es.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Ja, wirklich. Und das wird ja am Anfang dann auch relativ durchgezogen, dass er hatte etwas, wofür er kämpft. Auch wenn es sehr abstrakt ist, weil er hat diese Frau, die er anhimmelt und er will zurück in die Zivilisation und es hat natürlich dieses Grundmotiv von wir... Wir sind für ihn, dass er es schafft zurück in die Zivilisation, seine Ängste überwindet und endlich diese Frau anspricht und dann verliebt sie sich in ihn und dann sind sie glücklich bis in ihr Leben. ins Ende.
Johannes Franke: Ja, nix da.
Florian Bayer: Der Film hat andere Pläne. Stattdessen gibt uns dieser Film nach zwei Minuten auf dieser Insel eine Leiche Nach dreieinhalb Minuten.
Johannes Franke: Den ersten Furz.
Florian Bayer: Den ersten Furz. Drei Minuten und 20 Sekunden. Kommentiert von unserem Protagonisten mit That's Funny.
Johannes Franke: Damit wir wissen, was wir machen sollen. Nämlich lachen.
Florian Bayer: Damit wir es lustig finden sollen. Und es ist nicht lustig. Fahrtschuk. Er sieht diese Leiche angespült, er versucht sie wieder zu beleben und es kommt der Furz raus.
Johannes Franke: Flor, ganz ehrlich, du hast kein Herz.
Florian Bayer: Weil ich keine Furz-Jokes mag.
Johannes Franke: Ja, das ist nun wirklich das Simpelste, was man als Mensch lustig finden muss. Und wenn du Fart-Jokes nicht lustig findest, dann ist keine Rettung mehr für dich da.
Florian Bayer: Ich finde Fatschocks einfach nicht lustig. Ich finde Fatschocks auch tatsächlich eklig. Ich bin echt kein Freund von Furzhumor.
Johannes Franke: Kommt drauf an, wie feucht der Furz klingt. Du hast am Anfang Furze eingespielt. Das ist dein Ding. Du hast den Film ausgesucht. Aber es ist tatsächlich, muss ich sagen, so ein ganz normaler, trockener Furz, Entschuldigung. der ist nicht ganz so eklig, da geht das. Damit komme ich klar. Und da finde ich es tatsächlich sehr, sehr lustig. Ich finde, ich habe den ersten Furz, habe ich tatsächlich gelacht.
Florian Bayer: Ich finde den zweiten Fahrtjoke lustig, der eine Minute 23 Sekunden später kommt. Und zwar sagt er, that's funny. Also er findet es lustig, dass die leicht gefurzt hat. Und dann fängt er an so, was wir sehr viel in diesem Film haben, diesen Pathos. Ich habe immer gehofft, dass bevor ich sterbe, dass das Leben vor meinem geistigen Auge vorbeizieht und dass ich wunderschöne Dinge sehen würde. Und dann haben wir kurz so diesen... diesen Flashback im Bus, wo er da sitzt und die Frau beobachtet. Und dann kommt der Furz.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Der wirklich, der Furz kommt raus und zerstört komplett diesen Pathos und sorgt dafür, dass Paul Dano denkt, ach ja stimmt, ich wollte mich ja erhängen. zurück zum ursprünglichen Plan geht, dass er sich erhängen könnte.
Johannes Franke: Ja, also ich finde, die haben ein sehr, sehr gutes Timing insgesamt.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Das muss man sagen.
Florian Bayer: Unglaublich gut und zwar wirklich dieses von Gag zu Pathos zu Action. Zu Aufregung und zu Surrealem, das springt ja die ganze Zeit hin und her. Wir haben ja immer wieder diese dunklen Sachen, die reingemischt werden. Wir haben diese... Diese pathetischen Momente, wir haben ganz alberne Sachen, dann wird es komplett surreal und schräg. Und das wechselt ständig ab. Der bleibt nicht lange bei einer Atmosphäre stehen. Vielleicht im Mittelteil, wenn er ein paar tätig wird.
Johannes Franke: Kurz noch, du versuchst dir Furz-Jokes ein bisschen abzuhacken, hab ich so das Gefühl, aber ich muss da natürlich noch rein. Daniel Radcliffe kann nicht auf Kommando furzen. Der wollte nicht. Der hat irgendwann mal zugegeben, dass er auf der Bühne, als er Echoes gespielt hat, panische Angst davor hatte, pupsen zu müssen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Er war auch nackt auf dieser Bühne. Vielleicht erklärt das dann kein bisschen mit.
Florian Bayer: Das war ein großes Ding damals.
Johannes Franke: Und er hat sich dadurch einfach auch mental... Eine Blockade zugelegt, die dazu führt, dass er nicht vor anderen Leuten furzen kann. Deswegen hat er auch für diesen Film keinen einzigen Furz beigesteuert, aber Paul Dano hat. Paul Dano hat sich immer, wenn ein Furz unterwegs war, zum Mikro umgedreht und hat einfach ohne Vorwarnung... dem Tonmenschen ins Mikro gepupst.
Florian Bayer: Ist er ein Heiliger oder ist er ein Monster?
Johannes Franke: Mann, Mann, Mann, Mann, Mann. Ja, also so haben sie seine Fürze im Grunde gesammelt. Das sind alles echte Sachen von irgendwelchen Leuten am Set. Ja, du darfst gerne weitermachen.
Florian Bayer: Das sind tatsächlich die einzigen beiden Furze, die ich mit Timestamp drin habe. Zum einen, weil ich wissen wollte, wann kommt der erste Furz, zum zweiten. Den zweiten Furz wollte ich festhalten, weil er mich tatsächlich zum Schmunzeln gebracht hat.
Johannes Franke: Und dann haben sie ja den guten Move gemacht, den ich tatsächlich zu schätzen weiß, dass sie ihm einen Korken in den Hintern schieben. Damit eben nicht die ganze Zeit, weil Kohärenz wäre, dass es immer wieder passiert. Und das wollten die auch nicht den ganzen Film über. Ja. Und das finde ich so gut daran, weil das auch wiederum sagt, wir sind nicht einfach nur zwei 16-Jährige, die Hi-Hi-Filme machen, sondern... Sich wirklich überlegen, wo ist es angebracht und wo eben nicht. Wo brauchen wir es wirklich? Und nicht nur des Gags willen.
Florian Bayer: Ich glaube, der Moment, wo das schon so ein bisschen deutlich wird, ist, wenn er sich auf das Furzboot schleudert und wir plötzlich merken, dieses simple... Ding, dieser simple Fahrtchoke ist mehr. Das ist nicht einfach nur ein Werkzeug. Hier wird großes Kino damit erzählt. Und dann haben wir auch wirklich, er fährt über das Wasser, er freut sich. Auf dem Kinoposter sieht er erschreckend ähnlich aus wie Rupert Grint, wie der das von Ron. Es gibt dieses Kinoposter, wo sie so beide im Wasser sind. Und es sieht wirklich aus, als wäre... Es sieht wirklich aus, als würde sie schweben in den Himmel aus dem Wasser raus. Und es sieht erschreckend danach aus, als würde Ron mit dem toten Harry Potter in den Himmel schweben. Und dann wird der Titel eingeblendet. Also wir haben so maximalen Pathos und... Der Furz ist plötzlich nicht mehr das, was er davor war. It's not funny. Es ist lebensrettend. Und es ist leben- und glückgebend.
Johannes Franke: Ja. Ja, und so geht es weiter. Sie kämpfen sich da durch. Wie würdest du das Thema dieses Films zusammenfassen?
Florian Bayer: Oh, zusammenfassend.
Johannes Franke: Aber ich fand das wirklich interessant und schwer und habe tatsächlich am Ende lange da gesessen und nochmal überlegt. und geredet und wir haben es im Dialog irgendwie so versucht zu fassen und in der Recherche kommt es dann nochmal klarer durch, aber man hat schon das Gefühl, da sind Themen, da warten Themen, die man erstmal nicht sofort auf dem Schirm hat.
Florian Bayer: Also was natürlich das offensichtlichste Thema ist, das ist nicht subtil im Hintergrund, ist dieses genieße das Leben. Das Leben ist wunderschön. Weil letzten Endes der große Mittelteil des Films ist, die Leiche kommt langsam zum Leben zurück, wie auch immer. Und es gibt ganz klar dieses Ding, unser Protagonist, Hank, weiß, dass die Leiche Many ihm helfen kann in die Zivilisation. zurückzufinden. Und er muss aber die Leiche dafür aktivieren. Er muss ihr eine Erektion verschaffen, damit die Erektion der Kompass ist, der zur Zivilisation zeigt. Er muss ihr zeigen, wie schön die Welt ist, damit sie ihm helfen kann. Und es ist so dieses Geben und Nehmen. Er benutzt die Leiche als... wie der Titel sagt, als Schweizer Armeemesser. Und gleichzeitig versucht er ihr zu zeigen, was das Leben so besonders macht und dabei lernen wir mit ihnen beiden, Dass das Leben wunderschön ist. Und wenn es so was ist wie zusammen ins Kino gehen und Jurassic Park gucken, ein nettes Date haben, im Bus zusammenfahren. Das sind alles schöne Dinge, die das Leben auszeichnet. Genieße das Leben, das Leben ist wunderschön. Das ist komplett offensichtlich on the nose. Das ist nicht versteckt. Das ist eigentlich, würde ich sogar behaupten, das Hauptthema des Films.
Johannes Franke: Was ich interessant fand, ich habe zwei Tage vorher ausgerechnet die Woche. Bei einem ganz anderen Thema, da ging es um Erfolg und wie misst man Erfolg, auch im Arbeitskontext und so, völlig andere Theorie gehört. hab die überraschend auf diesen Film anwenden können. Und zwar ging es darum ... Wann fühlt man sich in seinem Leben richtig und wichtig und ist glücklich in seiner Position, in der man ist? Und es bezog sich vor allem aufs Arbeitsleben. Aber ich fand das interessant. Das war das Kohärenzgefühl von Aaron Antonowski. Der ist Medizinsoziologe gewesen und hat darüber geredet, was für Bereiche wichtig sind, Dass man glücklich ist in seiner Situation. Und da sind drei Säulen, die er wichtig fand. Und die sind alle drei in diesem Film abgebildet, die ich wahnsinnig spannend finde. Das eine ist die... Also dass man seine Umgebung versteht und weiß, wie das Umfeld strukturiert ist. Und berechnen kann, was als nächstes passiert und warum das passiert. Dass man erklären kann und nicht einfach in irgendeinem Chaos lebt. Und er lebt am Anfang ziemlich kohärenzlos auf seiner Insel und hat keine Verbindung zu seiner Umgebung zu haben. Er kann sie nicht ausreichend erklären, also will er sich umbringen, mein Gefühl. Dann das zweite ist die Handhabbarkeit, also dass man seinen eigenen Platz darin findet. in dieser Umgebung, in der man sich befindet, dass man seine eigenen Fähigkeiten und Ressourcen einbringen kann, um das zu bewältigen, was man da vor sich hat. Offenbar kann er das auch nicht, sonst würde er sich nicht umbringen wollen. Also er kann die Situation nicht handhaben. Und das dritte ist dann die Sinnhaftigkeit, was im Grunde die wichtigste Säule der ganzen Sache ist. dass man in dem, was da passiert, Sinn sieht. Sinn ableiten kann für sein eigenes Leben und das Gefühl hat, dass alles, was ich hier tue, ist nicht einfach nur in den Äther und sinnlos. Also die Verstehbarkeit, dass man versteht, wo man ist, dann die Handhabheit, dass man die Situation handeln kann und das dritte ist eben die Sinnhaftigkeit. Und das Schweizer Tassenmesser, was da angespült wird, dieser tote Typ, bringt halt die Handhabbarkeit wieder. Also du kannst dann wieder handeln, du kannst wieder was machen, du kannst wieder ins Tun.
Florian Bayer: Du kannst dich übers Wasser bewegen, du kannst Tiere erschießen, du kannst Wasser trinken.
Johannes Franke: Genau. Und dann... Die Verstehbarkeit der Situation kommt dadurch, dass er sich wieder bewegen kann, nach und nach zustande. in seinem Raum und er hat ein Ziel und das versteht er und wie er sich da durchgeht und dieses Ziel bringt auch die Sinnhaftigkeit wieder mit sich. Und das alles über diese Leiche. Und das finde ich irgendwie sehr geil, weil das sehr plastisch in diesem Film passiert.
Florian Bayer: Ja. Er ist spannend, die Sinnhaftigkeit. Er versucht ja der Leiche die Sinnhaftigkeit zu erklären. Genau. Er ist ja so ein bisschen der Typ, der eigentlich die ganze Zeit sagt mit seinem Blick und seinem Handeln, ich bin der Letzte, der dir erklären sollte, warum das Leben schön ist. der das Leben vernünftig auskosten kann. Genau. Aber er findet diese Sinnhaftigkeit und jeder, der mal unterrichtet hat oder jeder, der irgendwas mal erklärt hat, weiß, man versteht Dinge besser, wenn man sie erklärt. Man lernt selbst dabei, wenn man lehrt, lernt man auch, was total toll ist, was ich ganz großartig daran finde, auch an diesem Podcast. Sachen zu erklären und zu erzählen, hilft, diese Sachen zu verstehen.
Johannes Franke: Und
Florian Bayer: Und die Sinnhaftigkeit findet er, indem er, der überhaupt nicht an irgendeinen Sinn glaubt, der ja komplett verzweifelt ist, Diesen Sinn versucht jemand anderem zu erklären und dem anderen zu sagen, guck mal, jetzt sind wir in Disneyland und jetzt fahren wir acht da waren und ist das nicht schön und Dinge, die er selbst überhaupt nicht glaubt, kommen aber dann zurück. Also er hat plötzlich auch wieder dieses Gefühl, Mann, das Leben ist ja voll schön. Und dieses... unterwegs zu sein zusammen und zusammen zu essen und zusammen das Leben zu genießen, zusammen Party zu machen. Das ist wunderschön.
Johannes Franke: Und durch das Verstehen kommt halt die Handhabbarkeit dann wieder stärker. Also ich finde es total geil, ich finde es total spannend, dass ich das in irgendeinem völlig anderen Kontext gehört habe und dann plötzlich so 100% auf diesen Film packen konnte. Weil das so Sinn ergeben hat.
Florian Bayer: Es ist krass, dass es am Anfang so sexualisiert ist. Der Penis ist der Kompass, der nach Hause führt. Und es ist auch ganz klar, dieser Penis ist ganz klar ausgerichtet auf diese Frau, die von Hank die ganze Zeit gestalkt wurde, in welcher Form auch immer.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und der muss aktiviert werden. Das ist ja eigentlich das, womit es anfängt, mit der sexuellen Lust, mit der ganz einfachen körperlichen Begierde. Und dann wird ja auch ganz viel über das Masturbieren geredet und Henkel erzählt, dass dass er Probleme mit dem Masturbieren hat, weil sein Vater gesagt habe, dass das das Leben verkürzt und seine Mutter dann gesagt hat, je öfter du masturbierst, Umso näher kommen wir aneinander. Woraufhin dann Manny total lieb zu ihm sagt, pass auf, Du musst jetzt immer an deine Mutter denken, wenn du masturbierst. Ich werde auch an deine Mutter denken, wenn ich masturbiere. Dann bist du nicht mehr allein. Dann musst du dich nicht mehr komisch fühlen.
Johannes Franke: Ich finde die Stelle sehr gut hergeleitet. Ich finde das so schön. Dass dieses Missverständnis ist super aufgeweiht.
Florian Bayer: Absolut, das ist toll. Und es wechselt dann, es wechselt von dem wirklich komplett sexuellen zu reiner Romantik. Also spätestens, wenn wir das Cross-Dressing haben, wenn Hank sich verkleidet als die Angehimmelte. Ja. und diesen Bus nachbaut und dann spielt, wie er reinkommt, dann ist das Sexuelle komplett weg. und es ist erstmal wirklich einfach nur romantisch und es geht aber noch einen Schritt weiter, nämlich von dieser Romantik, diesem klassischen heteronormativen, du himmelst eine Frau an, du bist mit ihr zusammen, Geht es zu einem allgemeinen Erleben des Lebens? Jetzt gucken wir einen Film. Jetzt fahren wir da rum, jetzt machen wir Feuer und tanzen und so. Und in diesem allgemeinen Genießen des Lebens wird dann ja auch erzählt, es ist vollkommen egal, wen du liebst. Oder du musst nicht mal jemanden lieben, sondern es ist einfach wichtig, dass du liebst und zwar im universellen Sinne. Irgendwie das Leben oder was auch immer. Und das ist ja auch was, was Hank dann klar wird, weil Hank sich plötzlich voll nicht nur zu dieser Situation hingezogen fühlt, sondern auch zu dem Manny, der ihn selbst spielt. Dass er in dieser Rolle als Frau, als angemmelte Frau voll aufgeht. Und es gibt mehrere Momente, wo sie sich fast Es gibt nachher sogar einen Moment, wo ihr ihn küsst, aber schon in dieser Frauenrolle, wo man das Gefühl hat, er nimmt das voll an und er sagt, ja.
Johannes Franke: Das ist es jetzt.
Florian Bayer: Das ist vollkommen egal. Ich muss nicht dieser Hank sein, der im Bus sitzt und die Frau anhimmelt. Ich kann genauso gut die Frau sein. Das Leben ist... Auch aus verschiedenen Perspektiven schön. Und diese allgemeine Botschaft, dieses vom einfachen biologischen ... Alles ist irgendwie biologisch determiniert und wenn du dich in eine Frau verliebst, willst du sie eigentlich nur ficken, weil du dich fortpflanzen willst, weil deine Gene sagen, jawohl, weiterleben. Hinzu, du brauchst nicht mal Romantik, sondern es ist viel universeller und das macht die Schönheit des Lebens aus. Das finde ich eine großartige Bewegung.
Johannes Franke: Ja. Ich finde allerdings, muss ich sagen, dass es mich dann doch ein bisschen zu sehr, also dieser Kompass, ne? Also ja, ich verstehe den Sinn dahinter zu sagen, okay, der ist am Anfang wirklich sehr... schwanzgesteuert und da ist irgendwie die Hormone spielen verrückt und ja, okay und das ist auch seine Ausgangsposition ist, dass er da irgendwie unbefriedigte Bedürfnisse hat und so und dass das alles sehr stark darin kulminiert, dass er eben so ein aktives Geschlecht hat. Aber muss man das so inszenieren? Dafür muss man das nicht auf diese Art und Weise inszenieren, oder? Also die Idee kann man trotzdem rüberbringen, ohne dass es so plump wird.
Florian Bayer: Ja, könnte man. Aber ich glaube, diese Plumpheit ist genau wie bei den Fartjokes. Tatsächlich mit sexuellem Humor tue ich mich nicht so schwer wie mit diesen Fahrtjokes. Also ich finde die Erektion... weniger unangenehm, weniger widerlich oder eklig als die Fahrtchokes. Aber ich finde, es ist auf einer Ebene. Es ist diese... Es ist quasi die sexuelle Version von dem Fart-Jock. Und es gibt ja noch mehr so ein paar eklige Sachen. Manche finde ich ekliger, manche finde ich weniger eklig. Aber diese ganzen körperlichen Dinge, die normal sind. Du bist ein Mann, du hast einen Morgenständer.
Johannes Franke: Ja, natürlich, klar.
Florian Bayer: Aber meiner macht nichts.
Johannes Franke: diese komische Bewegung.
Florian Bayer: Ich hoffe es doch. Sonst solltest du ganz dringend einen Urologen aufsuchen. Definitiv. Diese Dinge, die normal sind, aber die trotzdem schambehaftet sind. Das ist ja das zweite große Thema dieses Films, dass wir alle zu sehr... die Scham haben und deswegen dieses natürliche Nichtleben. Das ist alles quasi das Gleiche, egal ob es eine Erektion ist. oder ein Furz oder dass du dich übergeben musst oder dass du niesen musst oder was auch immer. Es sind halt einfach Dinge, die mit deinem Körper passieren. Und der menschliche Körper ist teilweise eklig. Natürlich, definitiv. Der menschliche Körper ist widerlich und man soll auch nicht so viel drüber nachdenken.
Johannes Franke: Aber das ist das Ding, ne? Du musst dann drüber nachdenken, sobald es passiert. Und das ist, glaube ich, eines der Teile des Tabus. Du fängst, wenn jemand anderes pupst, automatisch darüber nachzudenken, was dein eigener Körper für Scheiße macht. Und das ist Teil des Tabus. Du willst das nicht. Du willst nicht darüber nachdenken.
Florian Bayer: Natürlich nicht. Ich will nicht, dass andere Menschen... in der Öffentlichkeit pupsen und ich will auch nicht in der Öffentlichkeit pupsen und ich bin tatsächlich, ich kann sehr viel davon nachvollziehen, also ich bin nicht so verklemmt wie Hank, aber natürlich bin ich katholisch groß geworden. Ich habe ganz viel körperliche Scham in mir und ich kann ganz viel davon nachvollziehen. Und ich weiß noch, als Teenager diese Angst davor, eine Erektion in der Öffentlichkeit zu kriegen. Das war real. Das war wirklich ein großes Ding. Und auch gerade so in der Schule und so, jetzt noch fünf Minuten, dann ist der Unterricht vorbei. Wenn ich jetzt eine Latte kriege und mit der Latte aufstehen muss und jeder sieht das, mein soziales Leben ist in diesem Moment vorbei.
Johannes Franke: Vorbei, ja. Oder du wärst besonders interessant geworden, Prof. Ja, das könnte vielleicht auch sein.
Florian Bayer: Ich kann das total gut nachvollziehen und auch so dieses, dass Masturbation oder das Sprechen über Masturbation einem unangenehm ist oder so, das sind einfach Dinge... Ich kann das voll nachvollziehen.
Johannes Franke: Während du darüber redest, Paul, du guckst mir zu lange in die Augen. Du musst ein bisschen schneller wieder weggucken.
Florian Bayer: Sorry. Das ist, wie nennt man das? Überkompensiert. Entschuldigung, ich bin gleich wieder da. Alles gut.
Johannes Franke: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo.
Florian Bayer: Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurück...
Johannes Franke: Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über buymeacoffee.com. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, Ist das eure Chance? Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes.at muss man sehen.de und Florian at muss man sehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist, wenn ihr uns so fünf Sterne oder Herzchen oder sonst irgendwas, was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben.
Florian Bayer: Ah, super. Fehlt noch irgendwas?
Johannes Franke: Nee, ich glaube, wir haben alles, wa?
Florian Bayer: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode.
Johannes Franke: Yes!
Florian Bayer: Und dieser Film erzählt natürlich auch, ihr müsst euch nicht vor euch selbst schämen. Und man muss es gar nicht zu so einer Geschichte machen von... den Leuten, die gar keine Hemmungen haben und sagen, oh Furz, doch, ist doch egal, weil so will ich nicht werden.
Johannes Franke: Ne, naja. Kannst du deiner Freundin gegenüber, wenn ihr, also ich meine, das ist so ein intimes Ding, ihr seid zu zweit, zu dritt zu Hause und du wirst nicht drum rum kommen.
Florian Bayer: Also ich versuche es zu vermeiden, auf Teufel komm raus und wir sind beide so und es ist, wir schämen uns beide in Grund und Boden, wenn es passiert. Und zwar wirklich so, oh Gott, tut mir so laut. Mit Händen vorm Gesicht ins Schlafzimmer rennen.
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Ja, es ist, glaube ich, ein bisschen einfacher geworden, seitdem wir ein zehnjähriges Kind haben, dem sowas scheißegal ist.
Johannes Franke: Ja, genau, genau.
Florian Bayer: Ja, aber ja, auf jeden Fall. Ich finde es voll schwierig. Ich finde es gibt einfach...
Johannes Franke: Aber wie reagierst du, wenn sie pupst?
Florian Bayer: Ich tue so, als hätte ich es nicht gehört und finde es schrecklich, wenn sie dann Entschuldigung sagt und sie schämt.
Johannes Franke: Kannst du nicht in dem Moment einfach sagen, Alter... Mach dir keine Sorgen, das ist, wie es ist.
Florian Bayer: Das kriege ich nicht hin, aber das ist meine Art zu sagen, Alter, mach dir keine Sorgen. einfach zu machen, als ob es einfach normal, als ob es nicht passiert wäre, als ob es einfach gar nicht, ich mach einfach normal weiter mit dem, was passiert ist.
Johannes Franke: Ich weiß genau, was mit deinem Gesicht passiert, ich kenn dich so gut. Wenn du versuchst, so zu tun, als wäre nichts passiert, sieht man dir alles an.
Florian Bayer: Ich kann es jetzt nicht vorspielen, aber ja. Es stimmt tatsächlich, ja. Ich versuche dann, ich gucke dann in ein Buch und so.
Johannes Franke: Buch falschrum vor die Nase.
Florian Bayer: Ja, nein, wir sind zu groß geworden. Ich komme da nicht ganz raus. Ich kann dieses Gefühl nicht ganz ablegen. Was der Film eigentlich sagt, ist, ihr seid gut, so wie ihr seid. Ihr müsst euch nicht dafür schämen und wir haben ja diese Szene, wo Daniel Radcliffe dann auf dem Boden liegt und sagt... oh mein Gott, das ist schrecklich, was mit meinem Körper passiert, das ist eklig. Und hängt der total verklemmt und sagt, nein, nein, das ist normal, das passiert bei Menschen. Und realisiert, glaube ich, da in dem Moment zum ersten Mal, ah, das passiert bei Menschen, ich muss mich gar nicht schämen dafür. Ja. Der Film will das, glaube ich, gar nicht so runterbrechen auf Furz, doch in der Öffentlichkeit ist doch okay.
Johannes Franke: Nein, es geht um alles, was man in sich zurückdrückt. zieht und hält und nicht in die Öffentlichkeit trägt, obwohl es eine ganz normale Sache ist.
Florian Bayer: Wir lassen uns viel zu oft von unseren Ängsten hemmen. Egal, ob es die Angst davor ist, zu pupsen, ob es die Angst davor ist, eine Reaktion zu haben oder ob es die Angst davor ist, eine Frau anzusprechen, die man schön findet. Leute, wir leben auch in Zeiten, in denen man... sich Gedanken über die Situation machen muss. Ja, genau. Man muss nicht jeder Frau sagen, dass man sich schön findet. Das kann sehr weird und sehr unangenehm für diese Person rüberkommen. Aber wir lassen uns zu oft von unseren Ängsten hemmen und machen uns das Leben selbst schwerer und verpassen auch Dinge im Leben. Und der Film sagt natürlich, lasst euch ein bisschen weniger hemmen. Verpasst diese Dinge nicht, sondern erlebt diese Dinge und genießt diese Dinge.
Johannes Franke: Ja, read the room. Also, dass man, wenn man irgendwie dann jemanden anspricht, weil man sich getraut hat und dann aber eine Abfuhr bekommt, dass man da nicht drauf rumreitet, wie man das oft echt, ich hab das so oft in irgendwelchen... So wenn man irgendwo tanzen war oder sowas und irgendwelche betrunkenen Männer, die dann Frauen bedrängen, weil sie nicht verstehen, dass da jemand Nein gesagt hat.
Florian Bayer: Ein Nein heißt nicht, ich möchte von dir erobert werden.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: nicht so weit gehen und über Sex reden oder über Vergewaltigung, aber ein Nein heißt auch ein Nein, wenn jemand angesprochen wird und wenn jemand mit jemandem Also es ist verständlich. Wenn du jemandem zeigst, ich möchte mit dir reden und diese Person signalisiert ein ziemlich eindeutiges Nein, Dann ist es scheißegal, wie unschuldig das gemeint war. Dann lässt du die Person in Ruhe. Das ist so einfach.
Johannes Franke: Aber du hast es wenigstens versucht vielleicht, wenn du dich vorher jahrelang nicht getraut hast, ist es vielleicht nicht schlecht, das wenigstens einmal zu probieren. Aber dann auch einfach zu reagieren ordentlich ist gut.
Florian Bayer: Ja. Und das inszeniert der Film, dieses Grundkonzept, das Leben ist schön, lass dich weniger hemmen, genieße das Leben. Ja. In dieser Montage, in dieser romantischen Montage von Hank, der sich als Sarah verkleidet und der Manny durch diese ganze Geschichte führt, durch diese Liebesgeschichte. Das inszeniert der so unglaublich gut und schön. Diese Bilder, diese Musik.
Johannes Franke: Ja, die Musik, die mögen ja auch kein A Cappella, haben sie gesagt. Und dann nehmen sie ausgerechnet A Cappella als Musikform. Jurassic Park A Cappella. Geil, meine Fresse. Aber da kommt wieder das ins Spiel, was ich am Anfang gesagt habe, was ich glaube, was eine geile Sache ist, Sachen zu bearbeiten. Man nimmt die Sachen, die man eigentlich nicht gut findet und versucht das so zu machen, dass man den eigenen Film nicht hassen muss. Und das ist geil, weil die die Art und Weise, wie die das da einbauen, ist wirklich grandios.
Florian Bayer: Es ist krass, weil es ist so trüber. Also es ist so kitschig. Dann hast du wirklich die Beleuchtung. Das ist der Wahnsinn. Wenn Hank als Sarah in den Bus geht, Und offensichtlich hat irgendjemand, jemand vom Lichtteam hinten, eine riesige Leuchte aufgestellt, die einmal voll reinknallt, dass wir auch wirklich ihn im Lichtschein stehen haben, wie einen Engel.
Johannes Franke: Wie ein Engel.
Florian Bayer: Es ist so trüber. Und von allen Seiten kommt dieses Licht rein. Es ist keine Sonne, sondern es ist komplett unrealistisch. Es ist so schön.
Johannes Franke: Ja. Es macht so viel Freude, diese Szene zuzuschauen. Das ist wirklich der Kern dieses Films. Ja. Und dann auch die Entwicklung und wie Daniel Radcliffe da sitzt als Leiche und es gibt so kleine Outtakes. Ganz toll zu sehen, wie Danny Radcliffe sich teilweise nicht zurückhalten kann und immer wieder lachen muss und sie den Take immer, immer und immer und immer wieder machen müssen, gerade im Bus, Weil es auch sehr viele lustige Szenen gibt in diesem Bus. Ach, ist das schön. Aber du hast recht, es ist einfach die romantischste Szenerie, die man sich vorstellen kann.
Florian Bayer: Und das ist wirklich in der Mitte des Films? Und dann sagt Daniel Radcliffe die Leiche. Many diesen einfachen Satz. So this is it. This is the life I've forgotten. Und diesen Satz müssen nicht nur die Leiche sagen, den könnte auch Hengst sagen, den Satz, ne?
Johannes Franke: Ja, ja. Und vielleicht der ein oder andere Zuschauer in dem Moment. Das ist ja die Verbindung, die man dann herstellt. Absolut. Und man feststellt, ja. Ja, der Alltag lässt einen das schnell vergessen, wie schön es eigentlich alles sein kann.
Florian Bayer: Wie schön auch diese kleinen Sachen sind. Und es geht ja weiter. Wir haben ja diese Montagen, wir haben dann diese Kinovorführung, wo er einfach mit so einfachen Schattenspielen uns so im Jurassic Park vorführt. Und es sind einfach ständig Dinge, wo einem das Herz aufgeht.
Johannes Franke: Ja, total. Auch diese A Cappella-Version von God Night Joe und von Jurassic Park. Für Jurassic Park haben sie tatsächlich einfach John Williams, der das komponiert hat, angeschrieben.
Florian Bayer: Ah, wie schön.
Johannes Franke: Und dann wirklich gesagt, guck mal, wir haben diesen Film. Das ist deswegen wichtig, weil. Und dann haben sie das alles auseinander genommen und dann hat Williams gesagt, ja klar, könnt ihr machen.
Florian Bayer: Und das Tolle ist, dass Hank halt auch so mittendrin ist. Und dieses, wie viel Queerness, wie viel LGBTQ steckt in diesem Film? In diesen Momenten?
Johannes Franke: Ich habe da nicht so richtig drüber nachgedacht. Als du vorne damit angefangen hast, habe ich gedacht, wow, stimmt, du hast recht. Aber bis dahin ist mir das nicht so richtig aufgefallen. Weil ich es einfach als selbstverständlich so angenommen habe, das ist halt die Szene und das sind halt die Dinge, aber das stimmt natürlich, da steckt total viel Queerness drin. Also die Gayness, die da drin steckt, sowieso, das ist offensichtlich, aber auch die Möglichkeiten der Transidentitäten und so weiter. Die sind ja auch mit da drin. Das ist mir nicht so bewusst gewesen.
Florian Bayer: Und das ist natürlich ja auch wieder so ein Thema von diesem, wir sollten weniger Charme haben davor, wer wir sind. Weil... Das ist ja ein ganz großes Problem von Menschen, egal von welcher Queeridentität, egal ob es Homosexuelle sind oder... Transpersonen, dass sie von der Gesellschaft eingeimpft kriegen, es gibt ein richtig in der Sexualität oder in der Genderidentität. Und es gibt ein Falscher und das ist falsch, was du da machst. Und das ist ja so eine Scham, die auch der Sozialisation kommt. Und das wird hier dann ja auch offen ausgelebt, dass er wirklich diese Frauenrolle annimmt und sich sichtlich wohl in dieser Frauenrolle fühlt und er darf sich wohl in dieser.
Johannes Franke: in dieser Frauenrolle fühlen.
Florian Bayer: Und er darf sich dann auch zu der Leiche hingezogen fühlen, auch wenn es ein bisschen unangenehm ist, wirklich so diesen nekrophilen Touch dann kriegt. Ich meine, es ist immer noch leicht, die riecht nicht besonders gut.
Johannes Franke: Aber wir haben diese Pfade ja längst verlassen. Die haben wir verlassen. Die Leiche ist sowieso ein Fantasieobjekt.
Florian Bayer: Oh, darüber müssen wir noch reden, wie viel Fantasie und wie viel Realität da drin steht.
Johannes Franke: Innerhalb des Films oder nicht? Jaja, jaja.
Florian Bayer: Es ist toll. Also es gibt einfach dieses Zentrum in diesem Film, wo alles schön ist. Und dann fahren sie nach fucking Disneyland und sie jagen... Also er entdeckt dann, dass er offensichtlich schießen kann mit Manny. Und dann töten sie erstmal ein paar Tiere und dann machen sie so einen geilen Grillabend. Und haben wirklich dieses Restaurant-Date, wo sie wirklich gutes Grillfleisch essen.
Johannes Franke: so diesen einen Moment, wo plötzlich von der Seite das Wasser reinkam. Das war nur ein ganz kurzer Schnitt. Und den kann man auch verpassen, wenn man da blinzelt gerade. Und das war so ein Bumping-the-Lamp-Moment für mich, wo ich dachte, hä? Wieso machen die so viel Aufwand für so ein kleines bisschen, so dieses, da kam plötzlich Wasser rein. Du guckst schon die ganze Zeit so unverständlich.
Florian Bayer: was du meinst. Aber du meinst nicht Disneyland, weil sie machen dann ja auch eine Fahrt nach Disneyland.
Johannes Franke: Im Restaurant meine ich.
Florian Bayer: Im Restaurant kommt Wasser rein? Ja.
Johannes Franke: Einmal ganz kurz, einmal ganz kurz. Why? Steht das Set quasi unter Wasser. Und es gibt auch im Making-ofen kleine Dingens, wo sie zeigen, dass sie von der Seite ganz viel Wasser reingeworfen haben.
Florian Bayer: Aber warum?
Johannes Franke: Ich weiß es auch nicht ganz genau.
Florian Bayer: Hä?
Johannes Franke: Ist ein geiles Bild. Aber was das genau bedeutet jetzt für die Daniels in dem Moment, weiß ich auch nicht. Aber es scheint irgendwas für sie zu sagen. Wenn ihr da draußen mehr dazu wisst oder wenn ihr da mehr Idee dazu habt, was das bedeuten könnte, dann schreibt uns gerne.
Florian Bayer: Was ja wirklich geil ist in diesem Mitteil, ist auch diese Liebe zum Detail, sowohl von dem Film als auch von dem Protagonisten, wie er diesen Bus nachbaut. Und dieses Restaurant. Und dann haben sie ein Grill-Restaurant sogar mit Schriftzug. Und dann haben sie ein Auto, wo sie zusammen drinnen sitzen, um irgendwo hinzufahren.
Johannes Franke: viel zu elaboriert.
Florian Bayer: Niemand würde das so hinkriegen, obwohl mit diesem Schweizer Armeemann, den er da hat, Also wir sehen ja nach und nach, was Manni alles kann oder was mit Manni alles möglich ist. Und das ist verdammt viel.
Johannes Franke: Das stimmt, ja. Aber das, also so... Er ist ja fürs Grobe, habe ich mehr das Gefühl.
Florian Bayer: Ja, natürlich.
Johannes Franke: Aber so feine Sachen wie so ein Schild schön bemalen, ich glaube nicht.
Florian Bayer: Ja, das stimmt. Es ist auf jeden Fall schön, wie er diese Details, wirklich wie er detailliert, die Welt baut. um halt Many zu zeigen, das ist die Welt, das ist das Leben, dafür kämpfen wir, da wollen wir hin.
Johannes Franke: Ich fand es interessant, dann im Nachgang, um das Ganze zu verstehen und zu greifen, warum, was, wie, wie, wo, Ich habe schon das Gefühl gehabt, dass es auch so ein Incel ist, der sich irgendwie in der Ecke gemalt hat. Und nicht wieder rauskam. Also so, dass man sich gesellschaftlich so abseits... feststeckt, weil man voll Scham und voller... schwierige Emotionen ist und auch die Welt nicht mehr begreift so richtig und nicht mehr weiß, wo bin ich denn jetzt eigentlich, wo stehe ich denn eigentlich, ähm, Gehöre ich dazu oder gehöre ich nicht dazu? Wo ist mein Platz in dieser Gesellschaft? Was soll das alles? Und sich dann selbst quasi die Geschichte zu erzählen des Lebens und der Schönheit des Lebens... Und sich selbst davon zu überzeugen und sich selbst auch wie so ein Puzzle zusammenzusetzen. Okay, das ist das Leben und das bin ich.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Wo ist mein Weg raus aus meiner Misere?
Florian Bayer: Sie stecken ja tatsächlich auch in einer Grube fest. Ja, genau. sprichwörtliche Gefangenschaft, dass sie in dieser Grube landen, aus der sie eine ganze Zeit lang nicht rauskommen, bis er halt entdeckt, dass er mit Daniel Radcliffe mit dem Schuss aus dem Mund das Seil aus der Grube rausschießen kann. Ja.
Johannes Franke: Eine der ersten Sachen, die sie gedreht haben übrigens mit Daniel Radcliffe. Wie er dieses Teil reinrammt und das haben sie rückwärts gedreht.
Florian Bayer: Ja, natürlich haben sie das gedreht. Das sind teilweise wirklich weirde Sachen, die mit seinem Körper da gemacht werden. Am ekligsten finde ich, wenn er Wasser aus seinem Mund trinkt. Das ist... Magensäure und Speichel und boah, das geht echt gar nicht. Da wird mir auch wirklich so ein bisschen übel, wenn ich daran denke.
Johannes Franke: Aber das Wasser sieht total klar aus, ne? Ja. Also es sieht wie Trinkwasser aus.
Florian Bayer: Ja, ist egal. Allein die Vorstellung ist total widerlich. Ja, furchtbar. Und alles, was so... Ja, was so in den Mund reingerammt wird und aus dem Mund rausgezogen wird und so, das ist echt, ich find's echt unangenehm.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Ja, wir haben ja wirklich, also ich meine, irgendwie steckt auch ein bisschen Survival-Thriller mit. durch diesen Wald kämpfen, der direkt an der fucking Straße ist.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ja. Das ist ein ganz klarer Zeichen für mich, dass er wirklich einfach nur... sich jetzt quasi in die Büsche geschlagen hat, um das mit sich selbst auszumachen, was jetzt eigentlich sein soll.
Florian Bayer: In dieser Interpretation ist die Insel, auf der er gestrandet ist, Quatsch. Die hat nicht existiert.
Johannes Franke: Naja, also sagen wir so, der Film hat seine Handlungsebene. Was wir drüber stülpen, ist die Interpretationsebene, die zweite Ebene. Und auf dieser zweiten Ebene ist die Insel Metapher für das, der Wald Metapher für das, der Bus das und so weiter.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Trotzdem kann ich den Film als das nehmen, was er mir zeigt.
Florian Bayer: Okay, du sagst nicht, das ist ein Film über einen Insel mit Wahnvorstellungen.
Johannes Franke: Nein. Okay, das möchte ich nicht.
Florian Bayer: Nein, das möchte ich auch nicht. Sonst schlage ich dich.
Johannes Franke: Genau. Und weil ich das weiß, sage ich das jetzt so. Nein, also tatsächlich finde ich den Film natürlich viel interessanter, wenn genau das passiert, was ich so sehe. Weil wenn das nicht passiert ist, was ich sehe, dann brauche ich nicht drum ruminterpretieren. Das ist ja Blödsinn. Ich finde es geil, aber was drunter liegt, ist halt so dieser Versuch... die Welt zu verstehen und seinen eigenen Platz darin irgendwie. Und das aus der Perspektive eines Creeps finde ich irgendwie auch eine geile Kombi.
Florian Bayer: Was haben wir noch? Wir haben, wenn sie über diese Brücke gehen und ins Wasser stürzen, fast untergehen und dann haben wir ja diese Kuss-Szene.
Johannes Franke: Ja, genau. Er stellt fest, dass er Atemluft kriegt durch Manny. War das nicht... Wird nicht deutlich gesagt, also wird gezeigt, dass danach er nach oben schießt. Ich habe den Eindruck gehabt, dass er ihm Luft gibt, damit er nach oben schießt.
Florian Bayer: Oh, nice. Ja, natürlich auch.
Johannes Franke: Ist er dafür zu intelligent oder intelligent genug, dass er das rausfindet? Oder küsst er ihn einfach, weil er...
Florian Bayer: Also ich glaube, der Kuss ist auf jeden Fall leidenschaftlich. Also es ist mehr als nur eine Mund-zu-Mund-Beatmung unter Wasser oder ein Austausch von Sauerstoff. Ich glaube, es spielt gar keine Rolle. Tatsächlich ja.
Johannes Franke: Aber wenn man die Leiche aufpustet, dann muss die Luft ja irgendwo wieder raus, also hinten raus und damit, ja.
Florian Bayer: Ja, und dann schießen sie ja wirklich so schön aus dem Wasser. Und es ist so eine romantische Szene. Unglaublich.
Johannes Franke: So Zeitlupe, Zeitlupe.
Florian Bayer: Und dann, um nochmal zu LGBTQ zurückzukommen, der Stöpsel geht raus. Es ist so... Haben wir hier eine Metapher auf Analverkehr, dass diese Verstöpselung, also ist das der Coming-out-of-the-closed-Moment? Ich weiß nicht. Wenn du keinen Stock mehr im Arsch hast. Vielleicht. Vielleicht. wunderschön erzählt und wir haben einen echten Bären.
Johannes Franke: Wir haben einen echten Bären, den sie tatsächlich da hatten. In der Gegend, wo sie gedreht haben, wo das spielen soll auch, gibt es sehr, sehr wenig Bären. Es ist sehr unwahrscheinlich. Was entweder dazu veranlassen könnte, zu denken, okay, der Bär ist nur eingebildet, oder... sagen könnte, okay, das ist halt filmische Freiheit.
Florian Bayer: Ja, ich finde, es gibt so viele Filme, die unrealistische Tierbegegnungen in der Wildnis zeigen.
Johannes Franke: Aber geil ist, dass sie einen echten Bären hatten. Ja. Der Bär allerdings war so dunkel, dass sie ihn nicht gesehen haben. Also sie drehen es in heller, dann sieht man den Bär, aber sobald man das eigentlich so dunkel macht, wie es im Film zu sehen ist, wäre der Bär eigentlich nicht mehr zu sehen gewesen. Deswegen mussten sie es halt sehr, sehr hell drehen, um alle Informationen zu haben auf Filmen. Und dann haben sie den Bären ausgeschnitten. Und so hell gelassen, wie er war und den Rest abgedunkelt und den Herrn Bern nacherträglich wieder eingefügt, damit er zu sehen ist.
Florian Bayer: Krass manchmal, was ein Film manchmal an Aufwand erfordert. Und dann haben wir ja diesen Moment, wo es so kurz davor ist zusammenzubrechen, dass dann Hank Manny gesteht, dass Sarah auf seinem Handy ist, dass das sein Handy ist. Dass sie eine Frau ist, die einfach einen Bus gesehen hat, die er nicht ansprechen wollte. Und tatsächlich so eine ganz krass reflektierte Ebene. Wenn Manny dann da sitzt, also Henk wird vom Bären angegriffen, Manny sagt, oh Gott, ich wünschte, ich wäre wieder tot. Und vielleicht hast du mich nur erfunden, um zu verstecken, dass du sterben wirst oder so irgendwas.
Johannes Franke: Ah ja, ja, das ist ein bisschen essentiell.
Florian Bayer: Und dann aber gleichzeitig ohne einen direkten äußerlichen Faktor fängt Manny sich plötzlich an zu bewegen. Und zwar wirklich von selbst. Genau. In einem großen pathetischen Moment inklusive Selbstentzündung.
Johannes Franke: Ja, also das ist auch natürlich so ein riesiger Moment, der Climax und hier ist der große Endgegner quasi. Ja. was auch immer der Bär dann in einer Metapher sein soll. Und das führt sie dann... Zurück in die Wirklichkeit. Also jetzt sind sie bereit quasi, der Realität wieder ins Auge zu blicken.
Florian Bayer: Und das ist auch der Moment, wo es dann was merkwürdig ist nach dem Film, wo mit einer Leiche alles Mögliche gemacht wurde. Es wird surrealer. Warum landen Sie direkt bei dem Haus von Sarah?
Johannes Franke: Na, weil der Kompass sie dahin gebracht hat.
Florian Bayer: Warum hat sie der Kompass direkt zu diesem Haus gebracht? Wie funktioniert das? Erkläre mir die Logik dieses Films.
Johannes Franke: vor ihrer Haustür. Da war nichts mit Wald. Okay. Dann sind wir wieder, alles ist in deinem Kopf dick. Ja, okay, nein, nein. Aber wenn wir wieder in der Fantasy-Sache sind, dann ist es halt der Kompass, der wirklich gesagt hat, hier, guck mal, wir wissen doch, wo die Frau ist und da willst du hin und da musst du hin.
Florian Bayer: Und sie kommt raus, sie hat eine Tochter, sie sagt, okay, du brauchst offensichtlich Hilfe.
Johannes Franke: Sie registriert die Leiche, oder?
Florian Bayer: Für sie die Leiche.
Johannes Franke: Doch, doch.
Florian Bayer: Und die Leiche wird dann tatsächlich vermeintlich... Zur Leiche, weil Manny stirbt. Und dann haben wir tatsächlich so einen harten Cut mit der Zivilisation, die plötzlich auf diesen Film herbricht. Die Leiche wird von den Polizeien natürlich weggebracht im Leichensack.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Hank sitzt im Krankenwagen. Wenn jemand, so wie er aussieht, aus dem Wald rauskommt, mit einer Leiche, dann passiert das. Polizei sitzt bei ihm. Ja. Polizei befragt sie. Sein Vater kommt. Offensichtlich hat er Offensichtlich hat er gesagt, wie die Leiche heißt, weil der Vater denkt, die Leiche wäre Hank. Und dann zeigt die Polizei Sarah die Bilder auf dem Handy. Wirklich so ein unangenehmer, weirder Moment. Während Hank interviewt wird ...
Johannes Franke: Und das ist natürlich ein toller Moment, weil er dann von alleine sagt, okay Leute, Jetzt reicht es langsam. Ich muss aus meiner delusional Welt raus und ich muss einfach mal Verantwortung übernehmen und sage, okay, Leute, nee, das ist mein Handy, ich bin das. Und ich stehe zu meinem besten Freund gleiche. Und den nimmt er dann auch gleich mit. rennt damit los? Wie kann man in einem Film eine Szene einbauen, in der jemand eine Leiche schnappt und losrennt?
Florian Bayer: Und diese dann noch als Schlitten benutzen, um mit ihr zum Strand zu kommen.
Johannes Franke: Das ist geil.
Florian Bayer: Alle kommen an den Strand. Also vorher haben sie noch dieses Waldversteck entdeckt. So schräg halt einfach. Sie sind an diesem Strand mit der Leiche. Wir haben das Gefühl, okay, wir haben ein Stück Realität. Es ist wirklich eine Leiche. Er hat sich das alles eingebildet. Dieses Schweizer Armeemesser ist nichts anderes als eingebildet. Sarah fragt Henk, du hast es wirklich alles gebaut? Und Henk so, ja, wir müssen das... Wir waren glücklich, wir müssen es zeigen. Und los, Manny, beweg dich, beweg dich. Und er wird schon abgeführt und dann furzt Manny. Und Hank geht zu ihm, guckt noch einmal und dann treibt Manny die Leiche grinsend aufs Meer und alle reagieren drauf. Der Vater von Hank, der davor gesagt hat, was hast du getan? freut sich darüber. Sarah macht das einzig Logische. What the fuck? Ja, genau. Und Hank freut sich und Manny grinst ihm zu und schwimmt furzend in den Sonnenuntergang.
Johannes Franke: Dieser letzte Furz, den Paul Dano von sich gibt.
Florian Bayer: Hank furzt, ja.
Johannes Franke: Der ist doch im Grunde dieses, wie bei Peter Pan, ich glaube an Feen, ich glaube an Feen, ich glaube an Feen, damit die Fee wieder lebt. Weil die Fee stirbt jetzt und man kommt irgendwie nicht voran und man versucht der Realität irgendwie zu vermitteln, dass das alles ist. alles echt ist. Und dann ruft man halt, ich glaube an Fähnen, ich glaube an Fähnen. Ich weiß nicht, ob du Peter Pan jetzt im Kopf hast. Das ist die Stelle. Und daran musste ich denken. Und ich habe gedacht, dieser Furz ist im Grunde genau dieser Satz. Und der erweckt dann die Leiche wieder zum Leben. Und dann kommt der Mary Poppins Moment, wo die Leiche sagt, ich habe alles getan, was ich hier tun musste und haue wieder ab. Ja. Und werde an einer anderen Stelle an einer anderen Insel wieder angespült, um der nächsten Person zu helfen.
Florian Bayer: Und es ist so schön, weil sie hat wirklich alles getan, was zu tun war. Henk hat sich verändert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Henk hat gefurzt. Henk kann furzen. Das ist das Wichtigste.
Johannes Franke: Bei mir hat es halt auch nicht funktioniert, was die wollten. Beim ersten Mal lachen und beim letzten Furz weinen. Weil ich habe beim letzten Furz auch wieder gelacht. Also ich dachte so, okay, okay.
Florian Bayer: Ich bin wirklich emotional bewegt in diesem Moment. Ich finde dieses... Und es ist so billig, weil es vor allem halt auch auf Effekten beruht, weil es benutzt diese klassischen Mechanismen des Hollywood-Kinos, wie Pathos inszeniert wird mit Musik, mit Kamera, mit Blicken. Aber es funktioniert unglaublich gut. Und ich glaube, also der Film macht es auch einfach nicht unrealistisch. fleckiert. Ich kann mich auf diesen Pathos einlassen, weil ich weiß, dass er teilweise ironisch gemeint ist. Und teilweise aber todernst. Diese Naivität und diese naive Sicht auf die Welt und das Leben sollte gepackt werden und sollte schön sein und so weiter, die haben die natürlich. Es hat mich auch ein bisschen erinnert an diesen unglaublich zentralen Moment für mich in Everything, Everywhere, All at Once. Wenn nicht unsere Protagonistin, sondern der Mann unserer Protagonistin versucht zu erklären, warum er so ist, wie er ist und dann sagt, dass er so nett ist. Weil das seine Waffe ist und weil er einfach so mit der Welt klarkommt und er muss so nett sein. Und das war auch so ein schöner Moment, der so unglaublich naiv war, aber gerade weil er sich dieser Naivität komplett hingegeben hat, so gut funktioniert.
Johannes Franke: Ja, das war auch vor allem für mich ein Moment, wo ich gedacht habe, wow, das wird im In Filmen aus Hollywood oder auch aus der ganzen Welt so wenig gemacht, dass eine Figur, die einfach sagt, nee, ich bin einfach nett und das ist richtig so. Das ist super, super selten. Und auch das als Superkraft hinzustellen.
Florian Bayer: Spätestens seit den 90ern hat sie nicht nur Film, Musik, alles eine furchtbare Angst vor Naivität. Die 90er haben das ja so hart mit Ironie bekämpft und die 2000er dann wahrscheinlich hart mit Zynismus und jetzt sind wir irgendwie in einer apokalyptischen Phase, in der alles düster ist. Und es ist schön zu sehen, wenn daraus ausgebrochen wird. Ich glaube, die Welt braucht manchmal ein bisschen mehr Naivität wieder.
Johannes Franke: Definitiv.
Florian Bayer: Universe-Filme gesehen. Superman und Supergirl. Die sind toll, weil die das auch machen. Diese neue Naivität. Dieses einfach nur einfach... Ohne großen, also natürlich gibt es diese klassischen Bösewichter aus zu beiden Filmen oder so und natürlich geht es auch irgendwie wie immer ums Ende der Welt, aber es ist halt einfach ein Stück bunter und ein Stück Liebreizender. Einer der besten Science-Fiction-Filme dieses Jahres, wenn nicht der letzten Jahre. Project Hail Mary macht es auch. Ein Film, der keine Angst davor hat, so albernaiv zu sein und so liebenswürdig, ohne Zynismus. Ohne diesen nervigen Zynismus, den man mittlerweile einfach zu viel gesehen hat.
Johannes Franke: Alter, wir müssen Project Hail Mary machen.
Florian Bayer: Wir müssen den irgendwann mal machen. Aber den feiern wir beide auch einfach nur ab.
Johannes Franke: Das Problem ist auch, wir sind jetzt so knapp dahinter. Dass man nicht mehr aktuell ist, aber auch nicht in die Filmgeschichte so richtig reinkommt. Das ist so ein No-Man's Land zwischendurch und man denkt sich so, hä, sind die einfach nur late to the party oder was ist los?
Florian Bayer: Das ist so ein bisschen lazy, so einfach einen erfolgreichen Film aus diesem Jahr. Oder das war auch das genau, den haben wir nämlich besprochen, da waren wir auch ein bisschen late to the party. Ja. Life of Chuck.
Johannes Franke: Achso, ja, stimmt.
Florian Bayer: Ich glaube, ich dürste auch gerade nach so Sachen, die nicht zynisch sind.
Johannes Franke: Amelie war auch so ein bisschen.
Florian Bayer: Amelie ist genauso. Ja. Wir leben in so einer zynischen Welt und wir sind so viel damit konfrontiert und ich finde dieses, ich ergebe mich mal komplett zu einer Naivität und vor allem so einem Positivismus, das ist es auch. So ein Optimismus.
Johannes Franke: Ja, ein Optimismus, der aber auch nicht komplett unrealistisch ist, sondern wirklich bei Amelie... Habe ich ja auch schon festgestellt. Wir haben uns in so eine beschissene Lage manövriert, indem wir 90 Prozent... Nur Dramen und düsteren Dingen Preise geben und alles, was so ein bisschen die positive Seite der Menschheit feiert. wird einer Naivität unterstellt, die eben nicht als positiv wahrgenommen wird. Und das finde ich irgendwie scheiße.
Florian Bayer: Kudos an die Academy, dass sie tatsächlich Everything Everywhere All At Once einen Oscar gegeben haben. Oder nicht nur einen, sondern mehrere.
Johannes Franke: Aber ich glaube, Everything, Everywhere, All at Once hat es ja auch einfach mit allen Mitteln erschlagen. Der Film heißt ja nicht umsonst so. Die haben einfach alles genommen, was irgendwie möglich war und haben es auf sie draufgeworfen.
Florian Bayer: Aber mit seiner bizarren Naivität ist das ja kein Oscar-Film. Oscar-Film hat ja so eine... Naivität, so ein Pathos, der nicht zu offensichtlich sein darf.
Johannes Franke: Aber episch ist er halt trotzdem.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Naja, okay, jetzt sind wir wieder abgeschwoffen.
Florian Bayer: Ich stehe voll auf diesen Pathos, ich trage diesen Pathos komplett mit und dieser Film funktioniert für mich vor allem auf dieser pathetischen Ebene. Es ist für mich ein Gänsehautfilm, es ist ein Feel-Good-Film, es ist ein Enjoy-Life-Film.
Johannes Franke: Total, ja.
Florian Bayer: Und klar, er hat diese Fahrt-Shokes und er hat dieses Bizarre dazwischen. Aber wenn ich sagen würde, was ist an diesem Film besonders? Was mag ich an diesem Film? Dann ist es der Pathos.
Johannes Franke: Geil, dass du mal den Pathos so abfeiern würdest. Ja.
Florian Bayer: Ich bin halt so zynisch verdorben, dass der Pathos wahrscheinlich nur funktioniert, weil er drumherum halt so bizarr ist.
Johannes Franke: Ja, verstehe.
Florian Bayer: Aber ja, das ist das, was mich an diesem Film begeistert, dass ich im Mittelteil und am Ende da sitzen kann und sagen kann,
Johannes Franke: Geil. Auch schön. Okay. Wollen wir uns vielleicht... Bevor wir in die Rezeption, die dann der Film bekommen hat, reingehen, in unsere Top 3 hinüber. Ja, auf.
Florian Bayer: Unsere Top 3.
Johannes Franke: Unsere Top 3. Ich habe die Top 3. Sexiest Cops Alive. Wo ich sehr stolz drauf bin.
Florian Bayer: Ja. Absolut. Und ich bin sehr gespannt, was du hast. Oh Gott. Ich muss ihn einfach nennen, ein Klassiker der albernen 80er Jahre Komödie. Weekend at Bernie's. Immer Ärger mit Bernie. wo zwei junge Typen von einem großen Millionär in sein Strandhaus eingeladen werden. von ihrem Chef und dann feststellen, dass er tot ist. Der wurde umgebracht und sie wollen aber Es passiert eigentlich, sie stolpern da so rein, aber sie stolpern da so rein, dass sie spielen müssen, dass er nicht tot ist. Und dann laufen sie mit dieser Leiche rum und machen, als ob diese Leiche noch leben würde, mit Sonnenbrille an.
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Großartig, sehr witziger Film.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ob ich den gesehen habe, muss ich sagen.
Florian Bayer: Total alberner Film, eigentlich total bescheuerter Film, aber irgendwie macht der Spaß. Terry Kieser. als Bernie, als Leiche. Okay.
Johannes Franke: Ich hab auf Platz drei Warm Buddies.
Florian Bayer: Oh, Zombie.
Johannes Franke: Zombie-Romcom im Grunde, weil ich es so absurd fand und ich glaube, den haben wir auch irgendwie, ich habe den, glaube ich, auch aus deiner Ecke irgendwo. Entweder von dir oder Maya oder ich weiß es nicht mehr genau. langer, langer Zeit.
Florian Bayer: Was passiert mit Twilight, wenn man keinen Vampir, sondern einen Zombie hat, mit all dem, was zum Zombie dazugehört? Erstaunlich gut.
Johannes Franke: Der ist von 2013, also keine, doch fast 20 Jahre, uiuiui. Und da geht es um einen Zombie, der sich verliebt in eine Frau, in einen... Teenager. Sie lebt. Er nicht. Kann das was werden? Und es ist sehr lustig und es ist sehr süß. Und offensichtlich eine sexy Leiche, weil sonst würde sie sich nichts in ihn verlieben.
Florian Bayer: Er ist auch so ein typischer, typisch 2010er, sexy, plasser Typ. Ja, genau. So ein bisschen emo angehaucht, so ein bisschen geheimnisvoll. Er könnte auch bei My Chemical Romance singen. Ja, genau.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Mein Platz zwei. Sofia Coppola, The Virgin Suicides. Mit einfach tatsächlich wunderschönen Leichen. Und ich glaube, wenn man über diesen Film heute redet, muss man auch über sowas reden wie Romantisierung von Selbstmord. Weil es geht darum, dass die Virgin Suicides, das sind tatsächlich die Lipsen-Schwestern, das sind fünf. Fünf Schwestern, die alle irgendwie ein bisschen mit dem Tod flirten und dann auch im Laufe dieses Films, soweit ich mich erinnere, alle sterben werden.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und zwar, weil sie es herbeiführen.
Johannes Franke: Klingt nach einem positiven Film.
Florian Bayer: Aber Sofia Coppola kann einfach unglaublich gut erzählen und unglaublich schönen Bildern erzählen. Es ist ein durch und durch romantischer, extrem romantisierter Film, der dann eben halt auch diese Leichen nach dem Selbstmord, nicht den Selbstmord selbst, inszeniert in diesen milchigen Tönen und so. Sehr pastell und schön verträumt.
Johannes Franke: Ich habe auf Platz zwei Poor Things von Jörges Lantimos.
Florian Bayer: Oh ja, den mochtest du doch gar nicht so, oder?
Johannes Franke: Naja, also sagen wir so, mixed signals for a first date. Also ich fand es tatsächlich ein bisschen schwierig streckenweise, aber... Absolut Meisterwerkqualitäten auf vielen, vielen Ebenen. Also wir haben ja sehr differenziert darüber geredet, Plot. Du hast nur im Kopf noch, dass ich den Film nicht mochte?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber das stimmt ja nicht wirklich.
Florian Bayer: Weil sie keine Periode hat. Du mochtest diesen Film nicht, weil sie keine Periode hat. Daran erinnere ich mich sehr gut.
Johannes Franke: Oh, ist das gemeine. Gemeine Zusammenfassung. Lügenkrasse. Okay, also hört euch die Folge zu Poor Things an. Wir haben leidenschaftlich gestritten. Aber wir hatten auch viele gemeinsame Punkte, also muss man schon sagen. Toll, super interessant auf jeden Fall der Film mit Emma Stone als Leiche, die... im Grunde wieder als Kind anfangen muss, von vorne durch die Gegend zu laufen.
Florian Bayer: Geil, dass deine Leichen alle Untote sind. Meine Leichen sind alle wirklich tot.
Johannes Franke: Moment, meine dritte Leiche ist die auch untot, wir werden es erfahren.
Florian Bayer: toten Leiche und von einer wirklich schönen Leiche rede, dann kann es nur eine geben. Und zwar nicht im Kino, sondern im Fernsehen. Und zwar im Fernsehen aus dem Jahre 1910. Twin Peaks von David Lynch und Mark Frost. Laura Palmer, gespielt von Cheryl Lee. Die schönste Leiche, die je auf ... einer Leinwand oder einem Bildschirm zu sehen war.
Johannes Franke: Okay. Ja gut, muss ich irgendwann mal gucken. Keine Ahnung.
Florian Bayer: Oh ja, aber es ist halt Serie. Ja, genau. Staffeln.
Johannes Franke: Das ist viel. Als Platz 1 habe ich ganz eindeutig, und das wird mir auch keiner abschwatzen können, Only Lovers Left Alive. Diese beiden sind die besten Untoten. Das ist wieder eine untote Person. Aber Tilda Swinton, großartige Vampirin. Tom Hiddleston, großartiger Vampir.
Florian Bayer: Und fuck, sind sie sexy.
Johannes Franke: Unglaublich. Also, ich glaube, darüber haben wir auch ausführlich gesprochen. Vielleicht hätten wir in dieser Episode kurz Pause machen sollen, um uns ein bisschen abzukühlen, weil die wirklich... verflucht sexy in diesem Film sind.
Florian Bayer: Und damit zurück zu unserer nicht so sexy Leiche Daniel Radcliffe.
Johannes Franke: Das war unsere Top 3.
Florian Bayer: Ist Daniel Radcliffe in diesem Film sexy?
Johannes Franke: Nein. Finde ich auch nicht.
Florian Bayer: Nein, nein, nein, nein, nein. Ich war auch etwas schockiert. als du gesagt hast, Sex ist, weil, also ich finde, man kann Leichen wirklich schön und sexy ins Senior.
Johannes Franke: Aber das machen die ja hier absichtlich nicht. Er ist echt, echt widerlich teilweise. Ja, natürlich, natürlich.
Florian Bayer: Also umso schöner funktioniert diese Romanze, dass Paul Dano sich quasi mit ihm so eine Art Romanze hat, aber es ist eigentlich ziemlich widerlich.
Johannes Franke: Man gewöhnt sich schon auch ein bisschen an ihn, finde ich, natürlich, mit der Zeit. Und er bekommt ja seine Schönheit im Grunde dadurch, dass die Szenen so inszenieren. Also wenn er im Bus sitzt, da bekommt er ja so seine...
Florian Bayer: Aber ganz eindeutig Schönheit, die von innen kommt.
Johannes Franke: Ja, definitiv. Oder die eben von der Beleuchtung kommt.
Florian Bayer: Oder von der Beleuchtung. Von sehr weit außen.
Johannes Franke: Der Film ist ja gelaufen beim Sundance. Und dann hat der Journalist Jeff Snyder eine Weile drin gesessen und ist nach 40 Minuten rausgegangen. Und zwar nicht als erstes. sondern schon der mindestens 31. der rausgegangen ist in den ersten 40 Minuten.
Florian Bayer: Ja, diese Geschichte von den Leuten, die bei Sundance rausgegangen sind.
Johannes Franke: Also es gab durchaus einen Haufen Leute, die gesagt haben, äh, was ist das denn? Ne, das ist nichts für mich. Aber... Man darf das auch nicht unkommentiert stehen lassen. Bei Sundance setzt die Fachpresse Und nicht unerheblich viele Leute, die sich die Filme anschauen, um zu überlegen, ob sie vielleicht Geld reinstecken wollen. in die Distribution, also den Film kaufen, um ihn zu vertreiben in den verschiedenen Teilen dieser Welt. Das heißt, du sitzt da drin und merkst nach zehn Minuten... Okay, passt nicht in mein Portfolio. Dann gehst du raus. Das heißt noch nicht, dass du den Film nicht gut findest. Das heißt nur, dass du wirtschaftlich gedacht hast. Ja. Und deswegen darf man solche Zahlen auch nicht zu ernst nehmen.
Florian Bayer: Die Leute, die mit Geldbörse da drin saßen und nicht rausgegangen sind, waren die von A24. Ja. Die haben nämlich gesagt, wir kaufen das Ding, beziehungsweise wir kaufen die Vertriebsrechte. Zuerst nur für den amerikanischen Markt, später haben sie das auch komplett international vertrieben. Und A24 ist mittlerweile ein Name.
Johannes Franke: Ja, der absolute Haushaltsname.
Florian Bayer: Das war es damals gar nicht noch, also damals war es so im Entstehen, aber die haben... vor allem durch die Horrorfilme, die sie vertrieben haben, gegen Ende der 2010er Jahre sowas wie mit Sommer oder der Leuchtturm. Haben die sich einen Ruf erarbeitet, ein wirklich gutes Händchen zu haben für interessante Independent-Filme? Everything, Everywhere, All at Once haben sie dann später auch gemacht. Die fanden den Film geil. Die haben gesagt, wir wollen den vertreiben und sie haben ihn erfolgreich vertrieben. Ja.
Johannes Franke: Die scheinen irgendwie seit ungefähr 2015. Ex Machina ist ja das erste, was ich jetzt in der Liste sehe, in den Produktionen. unterwegs gewesen zu sein, aber es stimmt nicht ganz. Hier ist auch 2013 noch einer. Die haben noch ein bisschen früher angefangen, ne?
Florian Bayer: Ja, 2013 haben sie die ersten Filme vertrieben und teilweise auch produziert.
Johannes Franke: Das haben die dann irgendwann angefangen, weil es dann irgendwie auch Sinn ergab, weil sie dann ja auch einen sehr speziellen... Stil hatten und auch einen speziellen Wunsch, was für Filme das sein sollen und dann haben sie irgendwann gesagt, ja okay, dann produzieren wir das halt auch gleichzeitig.
Florian Bayer: Die Liste von A24 ist total spannend. Ich finde auch, wenn ein Film von A24 vertrieben wird, dann ist es zumindest in meinem Fall immer ein ganz guter Hinweis darauf, dass ich diesen Film mögen werde. Aber keine Garantie.
Johannes Franke: Keine Garantie. Das Interessante ist, weil wir ein bisschen weiter davon weg sind in Europa. Kann A24 ihren Ruf in Amerika sich erarbeiten? Für jeden Film einzeln? Und wir kriegen nur die Filme, mit die erfolgreich geworden sind.
Florian Bayer: Stimmt.
Johannes Franke: Das ist ein großer Punkt, gerade was die Entfernung von Amerika betrifft. In Amerika selbst ist das dann wiederum so, naja… Die Filme sind nicht erfolgreich gewesen, also haben viele Leute es gar nicht erst mitbekommen. Aber hier ist es schon so, dass sozusagen der Film noch nicht einmal nach Europa kommt. wenn er nicht in Amerika mindestens seinen Run hatte, der erfolgreich war.
Florian Bayer: Was bei A24 tatsächlich ganz interessant ist, dass sie halt nicht nur auf diese Hits setzen, sondern dass sie dazwischen auch wirklich immer einfache kleine Filme vertreiben. Sie sind so ein bisschen, man hat so das Gefühl, wenn man drauf guckt auf die Filmografie, sie sind irgendwie auch die Guten. Ja, natürlich. Die kleinen Projekten eine Chance geben, bei denen nicht nur das Geld im Mittelpunkt steht, sondern die auch mal so... größere Filme benutzen, um mit deren Einspielergebnissen kleine Filme zu pushen. Sie haben halt auch sowas gemacht wie zum Beispiel The Whale. Das war ja so dieser große Film mit, ich weiß nicht mehr wie er heißt, Comedian in Fat Suit.
Johannes Franke: Comedian? Der war doch kein Comedian.
Florian Bayer: Brandon Fraser. Den habe ich vollkommen als Comedy-Schauspieler verbucht.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Die Mumie. Steinzeit Junior. Ja, aber das... Will nur sagen, es ist nicht immer ein Treffer, weil der Vail fand ich jetzt nicht so sonderlich gut.
Johannes Franke: Also das letzte große Beispiel, das wahrscheinlich euch allen was sagen wird, ist Backrooms.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist so deren Ding. Die haben im Internet diesen Typen entdeckt, der diese YouTube-Videos gemacht hat und haben gesagt, komm, wir machen da was draus.
Florian Bayer: Absession haben sie aber nicht gemacht, oder? Absession war ja der zweite große Horror-Hit in diesem Jahr, der aus der YouTube-Ecke kam.
Johannes Franke: Oder Marty Supreme wäre auch noch eine Sache, die jetzt gerade wirklich aktuell war.
Florian Bayer: Aber tolle Film Company, die sind Gott sei Dank über diesen Film gestolpert ... Bzw. haben diesen Film sehr bewusst gekauft nach Sundance.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und haben auch dafür gesorgt, dass er einen wirklich okayen Vertrieb hatte. Also er wurde ... Er wurde so beworben, dass für so einen Indie-Film, dass ich damals schon darauf aufmerksam wurde, als er im Kino lief.
Johannes Franke: Ja, die haben ja richtig Magie betrieben dafür. Die haben ja richtig Preise dafür abgeräumt, was für ein Marketing sie betrieben haben. Ja. Meet Your Best Friend Manny gemacht. Also da haben Influencer Manny in a Bottle zugeschickt bekommen.
Florian Bayer: Oh Gott.
Johannes Franke: Und die Anweisungen erhalten, mit einem Chatbot SMS zu schreiben. Und dann haben die irgendwie interagiert mit einer digitalen Version von Daniel Radcliffe. Und haben dann irgendwie so Gamification-mäßig geheime Fähigkeiten freischalten können und so und einen Haufen weirden Stuff gemacht. Und dadurch sind Influencer eben aufmerksam geworden darauf und haben das dann weiter nach außen getrieben. Und das war ein guter Move.
Florian Bayer: Ja, voll.
Johannes Franke: Ja. Und dann gab es auch so einen riesigen Doppeldeckerbus mit Manny drauf und so und mit einer lebensechten Puppe, die sie... Ich weiß nicht, ob sie die vom Dreh genommen haben oder extra dafür nochmal eine gebaut haben, aber die saß dann halt da vorne.
Florian Bayer: Sehr cool.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er hat ja beim Sundance Festival dann auch tatsächlich gewonnen für Directing Award 2016. Und drei Millionen hat er gekostet, über fünf Millionen hat er eingespielt.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Der konnte sein Geld verdoppeln fast. Wobei man sagen muss, drei Millionen ist nicht viel und sechs Millionen Gewinn ist dann auch nicht viel, aber sie haben es zumindest geschafft, irgendwie das zu... keine sechs Millionen Gewinn, sondern... Dann 3 Millionen Gewinn oder sowas. Und du musst halt die Marketingkosten abrechnen und so weiter. Das ist halt das Ding noch.
Florian Bayer: Also ich finde so 3 Millionen Budget und 5,8 Millionen Box Office klingt eher so nach Break Even.
Johannes Franke: Ja, irgendwie sowas, genau. Also ich weiß ja nicht, wie viele Leute den Film kennen und ob er danach noch, die drei Millionen sind ja eher an den Kinokassen und was er im Nachhinein noch an... Streaming-Geld reingebracht hat, ist nochmal eine andere Geschichte. Das weiß ich gerade nicht genau.
Florian Bayer: Ja, also ich meine, er hat es ja möglich, dass die Daniels ihren nächsten Film machen konnten, der dann ja ein Riesenhit war. Everything, Everywhere, All at Once war jetzt auch nicht, glaube ich, der große Publikumsmagnet, aber es war halt ein Oscar-Film.
Johannes Franke: Es war ein Oscar-Film und ich glaube auch Publikumsmagnet.
Florian Bayer: Oder war das nicht so, was der eingespielt hat? Ja, du hast recht. 14 bis 25 Millionen Budget, 143 Millionen Box Office. Ja, geil. Der Film ist gelaufen.
Johannes Franke: Ich gönne Ihnen alles.
Florian Bayer: Und ich gehe mal davon aus, dass Swiss Army Man im Zuge dessen auch nochmal quasi seinen zweiten Frühling erlebt hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er hat es verdient. Es ist wirklich ein schöner Film und um das vielleicht nochmal zu sagen, wir kommen jetzt schon zum Fazit, spiel ich den Jingle ein, dann kann ich einfach weiterreden.
Johannes Franke: Das Urteil. Und jetzt darfst du weiterreden? Entschuldigung.
Florian Bayer: Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass das Timing stimmt. Ich finde, sie sind wirklich gut. Sie machen wirklich originelle, krasse Sachen, die total interessant sind. Und das gilt für beide Filme. Sie haben das sowas von verdient.
Johannes Franke: Ja, die haben alles verdient, was irgendwie...
Florian Bayer: wirklich einen ganz neuen Blick aufs Kino haben und was man mit dem Medium Film machen kann und wie man Pathos und Humor mischt und wie man Naivität Und Skurrilität nicht. Und ich hoffe, ich werde noch ganz viele Filme von diesen beiden Typen sehen.
Johannes Franke: Es gibt einen Unnamed Sci-Fi Movie, der auf IMDb in Arbeit steht. Und ich bin sehr gespannt darauf. 2027 steht da.
Florian Bayer: Ja, ich habe immer Angst bei so Unnamed Movies, weil das kann schnell, dann kann auch 2027, 2030 werden und alle gucken drauf und sagen, was ist passiert in dieser Produktionshölle.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Also, wir reden in unserer tausendsten Episode, während wir über diesen Film reden.
Johannes Franke: Also ich muss sagen, ich finde Everything, Everywhere, All at Once um Meilen besser nochmal. Ich hatte so ein kleines bisschen meine Schwierigkeiten mit der Art und Weise, wie der infantile Humor inszeniert wurde. Weil es dann doch ein bisschen zu viel wurde zwischendurch. Ich fand, die Dick-Jokes waren das, was mir das ein bisschen das Genick gebrochen haben. Gar nicht so sehr die Fahrradjokes, weil die sie auch einigermaßen im Zaum gehalten haben. Ich fand es super weird und man musste sich durchaus nochmal darüber nachdenken, zusammensetzen und darüber nachdenken. Und das fand ich aber auch ganz gut, dass man nochmal da sitzt und... Nichts ist schlimmer als ein Film, wo man am Ende sagt, ja gut, was essen wir denn heute Abend? Das will man ja auch nicht. Und deswegen, der Film hat es super geschafft und ich finde es total cool. Ich weiß nicht, ob es unbedingt der große Muss-man-sehen-Film ist, aber... Weil eigentlich, der muss man sehen, Film in der Richtung dann everything, everywhere, all at once is.
Florian Bayer: Ich bin ganz bei, die Everything, Everywhere, All at Once ist ganz eindeutig der bessere Film. Das ist quasi so die Perfektion dieses Konzeptes. Aber alles, was in diesem Film gut funktioniert, ist hier schon angelegt. Ja, absolut.
Johannes Franke: Wenn es um angelegt geht, dann guckt euch auch die Musikvideos an und den Kurzfilm, den sie gemacht haben. Weil das ist wirklich... auch super interessant und ein paar Sachen, wo ich denke, oh Gott, nein, muss ich das jetzt sehen? Aber durchaus. Einfach wahnsinnig interessant, wo die herkommen, was die für Ideen haben. Nur um das mal ganz kurz zu klären. Es gibt dieses tolle Tenacious D-Video, was erstmal total trashig aussieht, was dann aber plötzlich zu so einem... Behind-the-Scenes-Ding wird und total gut in diesen Song reinpasst, der von Tenacious D geschrieben wurde. Die finden wirklich eine ganz tolle Möglichkeit, diesen Song in Bild zu übersetzen. Ich finde es total toll. Auch der Film zu Cry Like a Ghost von Passion Pit. Das ist super, super gut. Ganz viel in so einem Wald auch. mit vorwärts und dann wieder rückwärts abgespult und es sieht aus wie so ein One-Take und man fragt sich ganz oft, wie haben sie das denn jetzt hingekriegt? Das sieht alles aus wie das gleiche Set und in einem Take durch, aber ganz viele Setwechsel, plötzlich sind sie indoor und dann wieder outdoor und in diesem Wald. Und das ist richtig, richtig gut. So ganz tolle Ideen. Ja, und eben von DJ Snake dieses Turn Down Forward, dieses wahnsinnig sexuelle Ding. Ja. Ist auch super interessant einfach.
Florian Bayer: Und Interesting Ball, um den Kurzfilm noch einmal zu nennen. der im selben Jahr erschienen ist wie Swiss Army Man, der auch diese Themen schon drin hat. Ich finde die Daniels Von denen ist, glaube ich, noch einiges Interessantes zu erwarten. Und sie haben jetzt schon einen vermeintlichen Höhepunkt mit Oscars hier, mit Everything, All at Once. Ich glaube, allein schon muss man sehen, weil es von ihnen ist und weil es wirklich alle Trademarks hat, die ich an ihnen liebe. Und sie haben jetzt zwei Langfilme gemacht. gibt noch so viel zu erleben von denen.
Johannes Franke: Das Interessante ist, die beiden haben ja gesagt, wenn wir nicht zusammenarbeiten würden, dann wären wir die langweiligsten Regisseure der Welt. Weil sie, vieles von dem, was da so weird ist passiert, scheint Ergebnis von Unstimmigkeiten zu sein. Der eine hat eine Idee, der andere findet es scheiße und dann müssen die sich irgendwo in der Mitte treffen. Wobei die Mitte dann wahrscheinlich nicht die Mitte, sondern weit draußen ist. Aber trotzdem müssen sie Kompromisse finden und die Kompromisse sind offensichtlich immer der weirden Shit. Das finde ich geil.
Florian Bayer: Brüche sind so wichtig in ihren Filmen. Die bleiben einfach überraschend.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Johannes, danke, dass du mir gegeben hast.
Johannes Franke: Ja, danke, Flo, dass du ihn geguckt hast und dass wir damit richtig Spaß haben konnten. Und danke euch da draußen, dass ihr dabei seid.
Florian Bayer: Es war uns wie immer eine Freude, es ist ein Fest mit.
Johannes Franke: Ja, bleibt uns gewogen, auch auf Social Media und so, kommentiert gerne weiter, wir haben da richtig gute Diskussionen am Laufen. Und viele Leute, die interessante Sachen mit reinwerfen. Ich habe neulich erst Videos für Faber Höfter Welter Amelie veröffentlicht, obwohl das schon lange her ist, dass wir es besprochen haben, aber ich mache die Videos ja immer so. Dass wir alte Episoden wieder nach vorne spülen, weil die ja trotzdem aktuell bleiben. Die Filme, die wir besprechen, sind ja nicht von gestern, sondern in der ganzen Filmgeschichte. Und da gab es eins, wo es darum ging, ob jetzt Amelie Autistin ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann habe ich gefragt, ob es denn Leute gibt, die uns ein bisschen Input geben können, die selber auf dem Spektrum sind. Und dann gab es Leute, die das geschrieben haben und die ellenlange Texte dazu geschrieben haben, wie sie die Sache sehen und ich war so dankbar. Es ist so geil. Und also als Ermutigung euch da draußen, schreibt das gerne in die Kommentare, schreibt uns auch gerne eine Mail, wenn ihr es nicht öffentlich machen wollt. Wünscht euch Filme. Wir lieben diesen Austausch.
Florian Bayer: Absolut. Wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes nächste Woche gebe. Dann bleibt noch kurz dran. Dann habt ihr nämlich auch eure Hausaufgabe. Ansonsten wie immer, lasst es euch gut gehen. Lebt euer bestes Leben. Ja. Wir hören uns. Bis dann. Bis dann.
Johannes Franke: Ciao.
Florian Bayer: Ciao. Show. Ich glaube, wir hatten einen ganz guten Lauf, was deutsche Filme betrifft. Pun intended.
Johannes Franke: Was? Inwiefern?
Florian Bayer: Lola Rent. 1997. Tom Tick war... Okay. 1998, Tom Tück war, ich glaube, die meisten unserer Generation kennen den Film. Ja. Es ist ein Klassiker des deutschen Kinos mittlerweile. Absolut, ja. 25 Jahre alt mittlerweile.
Johannes Franke: Ein Film, von dem man sich wundert, dass er aus Deutschland kommt.
Florian Bayer: Und gleichzeitig the most German 90s thing überhaupt. Stimmt, total, ja. Durch Berlin rennen, mit Techno-Musik, mit Thomas D. und Nina Hagen. Und mit rot gefärbten Haaren. Ich freue mich total drauf. Es ist lange her, dass ich den das letzte Mal gesehen habe.
Johannes Franke: Ich habe ihn einmal in meinem Leben gesehen und dann nie wieder.
Florian Bayer: Du hast ihn nur einmal gesehen?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Oh, krass. Interessant.
Johannes Franke: Nachdem ich schon zwei Jahre behauptet habe, ich hätte ihn gesehen. Oh, ist das so ein Film? Ja, natürlich.
Florian Bayer: Ich habe ihn definitiv mehr als einmal gesehen. Ich habe ihn auch damals im Kino gesehen als... 16-Jähriger. Ich bin sehr gespannt, wie der gealtert ist und vor allem, jetzt lebe ich ja schon ein bisschen länger in Berlin und kenne die Orte, die ich wahrscheinlich nicht wieder erkennen werde, aber ich bin gespannt, wie ich ihn durch diese Brille wahrnehme.
Johannes Franke: Cool, okay, ich freue mich drauf, sehr schön.
Florian Bayer: Nächste Woche, Lula Rent, guckt euch den Film an, dann könnt ihr mitreden, könnt ihr nicht, hahaha. Aber dann wisst ihr, worüber wir reden. Bis dahin, ciao.
Johannes Franke: Das war fies.
Florian Bayer: So ist ich nochmal reingedrückt. Ihr könnt nicht mitreden.
