Episode 112: Spice World – Der Spice Girls Film
Wir wandern heute ins United Kingdom des Jahres 1997 und zu dem Hype, der damals die gesamte britische und internationale Musiklandschaft bewegt hat. Nein, ihr kleinen Britpop-Schnösel: Nicht Oasis oder Blur, sondern eine Musikindustriepflanze war es, die das ausgehende britische Musikjahrzehnt definierte.
Und man muss wirklich dabei gewesen sein, um zu verstehen, welche Wellen der Spice Girls Hype damals ausgelöst hat. Über 85 Millionen verkaufte Tonträger, Wannabe war omnipräsent im Radio und auf MTV, nicht nur auf der Insel, sondern in ganz Europa und dem Rest der Welt. Und jeder kannte die einzelnen Girls der Band und ihre Archetypen.
Fünf Mädchen, frisch aus der Casting-Hölle, bereit mit viel Girl Power und unter den Fittichen von Simon Fuller die Welt zu erobern. Nachdem ihr Debüt Spice im Vorjahr 1996 wie eine Bombe eingeschlagen hatte, sollte das zweite Album Spice World endgültig zur World Domination führen. Und dazu gehörte natürlich auch der passende gleichnamige Kinofilm. Ganz in der Tradition von den Beatles “A hard days night” eine Mockumentary, die das Tourleben der Band und die einzelnen Charaktereigenschaften von Ginger, Scary, Sporty, Baby und Posh beleuchtet. Inklusive einer Menge selbstreferenziellem Humor und vielen Musikeinlagen.
Johannes, schlüpf in dein Union Jack Hemd, wirf nen Parka über und zieh die viel zu hohen Plateauschuhe an. Wir reden heute über den Film Spice World.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 112: Spice World – Der Spice Girls Film Publishing Date: 2023-02-22T11:24:52+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/02/22/episode-112-spice-world-der-spice-girls-film/
Florian Bayer: Johannes, tell me what you want, what you really, really want. I wanna, I wanna, I wanna, I wanna really, really, really, really wanna sing it.
Johannes Franke: If you wanna be my lover, you gotta get with my friends. Make it last forever, friendship never ends. If you wanna be my lover, you have got to give. Taking is too easy, but that's the way it is. You gotta, you gotta, you gotta, you gotta, you gotta, you gotta. Yes, sir.
Florian Bayer: Wir wandern heute ins Vereinigte Königreich des Jahres 1997. Und zu dem Hype, der damals die gesamte britische und internationale Musiklandschaft bewegt hat. Nein, ihr kleinen Britpop-Schnösel, nicht Oasis oder Plur, sondern eine Musikindustrie-Pflanze war es, die das ausgehende britische Musikjahrzehnt definierte. Und man muss wirklich dabei gewesen sein, um zu verstehen, welche Wellen der Spice Girls-Hype damals ausgelöst hat. Über 85 Millionen verkaufte Tonträger. Wannabe war omnipräsent im Radio und auf MTV. Nicht nur auf der Insel, sondern in ganz Europa und dem Rest der Welt. Und jeder kannte die einzelnen Girls der Band und ihre Archetypen. Fünf Mädchen, frisch aus der Casting-Hölle, bereit mit viel Girl-Power und unter den Fittichen von Simon Fuller die Welt zu erobern. Nachdem ihr Debüt Spice im Vorjahr 1996 wie eine Bombe eingeschlagen hatte, sollte das zweite Album Spice World endgültig zur World-Domination führen. Und dazu gehörte natürlich auch der passende, gleichnamige Kinofilm. Ganz in der Tradition von den Beatles, A Hard Day's Night, einem Mockumentary, die das Tourleben der Band und die einzelnen Charaktereigenschaften von Ginger, Scary, Sporty, Baby und Posh beleuchtet. Inklusive einer Menge selbstreferentiellem Humor und vielen Musikeinlagen. Johannes, schlüpf in dein Union-Check-Hemd. Wirf einen Parka über und zieh die viel zu hohen Plateauschuhe an. Wir reden heute über den Film Spice World. Und um gleich mal mit so einem Low-Entry zu starten, du warst damals wie ich in den besten Jugendjahren. Wie hast du das Phänomen Spice Girls wahrgenommen und hattest du oder hast du sogar noch einen Lieblingsspice? Das war interessant, weil die Spice Girls, also es ist ja irgendwie so die Frage im Raum, für wen waren die Spice Girls gemacht? Und wenn man sich das Ganze anguckt, wie die zusammengecastet wurden und was denen gegeben wurde, vor allem auch an Sex Appeal und an sexy Romantic Songs, liegt ja irgendwie der Verdacht nahe, dass da jemand gedacht hat, hey wir schaffen das, was gerade alle anderen mit Boybands schaffen. Mit einer Girlband. Hatten die sich das vorgestellt, also die, die damals zusammengekastet haben, Bob Herbert und sein Sohn, haben die sich vorgestellt, dass es dann Jungs gibt, die vor den Konzerthallen stehen und kreichen und schreien, Gary, nimm mich! War das die eigentliche Intention? Weil wir wissen ja, dass es komplett anders gekommen ist und die Spice Girls waren ein Popphänomen für junge Mädchen. Also 99 Prozent der Hörerinnen der Spice Girls waren weiblich. Ja. Wir haben es ja ganz stark bei den Boybands. Die waren ja so ganz krass auf das weibliche Publikum zugestimmt. Ja, aber eben nicht als Girlband, ne? Nicht als Girlband, ja, definitiv. Aber okay, ich versuche das gerade zusammenzubringen. Du meinst, es war schon so geplant. Wahrscheinlich, die waren ja abgeklärt genug. Wir reden ja von der Musikindustrie. Wir hatten schon sehr genaue Pläne und haben das sich sehr genau ausgedacht. Wahrscheinlich war es dann auch gar nicht so überraschend, dass es so gekommen ist. Wollen wir mal ganz kurz reingehen, wie die Band zusammengekommen ist und was da passiert ist. Der Film offeriert ja so einen, hey, wir haben hier die jungen Spice Girls, die zusammen abhängen, die beste Freundinnen sind schon immer und die jetzt sagen, lass uns eine Band gründen, wir haben hier einen tollen Song. Das haben die so ein bisschen bereut auch, ne? Das Heart Management hat das ausgeschrieben, ne? Bob und Chris Herbert, ein Vater, Sohn, Du, die umtriebig waren, was die Musikzähne betrifft. Die hatten unter anderem die Boy Group Rose gegründet und waren einfach so, die haben, die haben, das war nicht der erste Aufruf, den die geschrieben haben. Und deren Geschäft war es, Bands zusammen zu casten, nur eben meistens männliche Bands. Ja. 600 Bewerbungen gab es und 300 wurden auserwählt, um bei dem Casting und bei diesen Dance-Workshops, die du gerade erwähnt hast, teilzunehmen in der Londoner Oxford Street. Und daraus empor gegangen ist dann eine Band namens Touch-Arbeitstitel mit Gary Halliwell, Victoria Beckham, Melanie Brown, Laianne Morgan und Michelle Stevenson. Wer ist das denn? Ja, das war auch offensichtlich, es ist nicht nur so ein Ding von den Produzenten, sondern die anderen aus der Band haben das wohl auch gesagt. Die haben da nicht so reingepasst, während Laianne Morgan einfach zu alt war. Das ist ein hartes Business. Die haben nach kurzer Zeit schon gesagt, okay, die Oma, die ist ja fast 30, die können wir nicht nehmen. Und daraufhin ist dann Melanie Crissolm, Melanie, Mel C, dazu gekommen. Und aber, genau, Stevenson war auch nicht so lange drin und es gab dann verschiedene Geschichten, dass es nicht passte. Sie selbst hat gesagt, dass ihre Mutter Krebs hatte und sie deswegen ihren Fokus im Leben involviert war. Aber offensichtlich meinten alle anderen, nee, die hat nicht geklappt. Ja. So, ich würde hier gerne eingießen, aber ich glaube, ich muss einmal rüberreichen. Ja, ich, ähm, stellen wir mal dort ab. Ähm, genau, und dann wurde Lian auch rausgeworfen, Lian und Michelle wurden rausgeworfen und es kamen Melanie C und Emma B, Emma Bunton, die damals gerade 18 war, kamen rein und zwar wurde Emma von der Gesangslehrerin Peppi Lima vorgeschlagen. Ja, was auch irgendwie geil ist, oder? Und da hat es offensichtlich direkt gefunkt. Also so auch retrospektiv haben alle anderen Spice Girls gesagt, wir wussten direkt, das passt. Und dann waren die zusammen in dieser WG halt auch, was damals typisch war, man hat diese Bands gecastet, man hat die in eine WG gesteckt, man hat gesagt, so ihr seid jetzt erstmal alle arbeitslos, hier sind die Papiere, die ihr ausfüllen müsst und die nächste Zeit werdet ihr nur mit Tanztraining, Gesangsstunden und Songwriting beschäftigt sein und wir werden herausfinden, was wir mit euch machen. Und in diesem Fall ist aber was tatsächlich Interessantes passiert, was auch wirklich wichtig ist für die Geschichte der Spice Girls. Die haben sich nämlich zusammengefunden in dieser WG, das war natürlich das Ziel der Produzenten, die haben sich aber deutlich besser zusammengefunden, als Bob Herbert das gedacht hat. Und zwar haben die eine Gemeinschaft gebildet, die irgendwann hieß, wir gegen das Hard Management.
Johannes Franke: Das ist so krass.
Florian Bayer: Das ist krass, ne? Und die haben gesagt, ey, wir wollen machen, wir sind hier eine Gruppe, das klappt, wir kriegen das voll hin und ey, wir wollen einen Vertrag, wir wollen irgendwie Sicherheiten haben, wir wollen Geld haben. Wir haben gesehen, dass schon zwei rausgeflogen sind und wir fühlen uns gerade als Gruppe echt wohl und die wurden wohl relativ gebremst von dem Management und haben gesagt, naja, wir müssen halt erstmal Konzepte entwickeln, wir müssen gucken, wie machen wir, welche Archetypen geben wir euch, wie sollt ihr aussehen, wie sollt ihr euch kleiden, was seid ihr für Typen? Und die hatten halt so ein paar Promo-Auftritte und so, wo sie auch wirklich sehr positiv wahrgenommen wurden, aufgenommen wurden. Ein Grund war wohl auch, dass der Vater von Victoria sich ziemlich gut auskannte mit dem ganzen Zeug und der dann irgendwann gesagt hat, ey, wartet mal mit dem Vertrag unterschreiben, da gibt es vielleicht noch was Besseres. Und in der Tat, die Spice Girls haben sich dann emanzipiert und haben 1995, also ein Jahr nach dem Casting, haben sie gesagt, so, hart, nee, mit euch wird das nichts. Wir wollen unser eigenes Ding machen und haben dann in einer Nacht-und-Nebel-Aktion noch Masteraufnahmen mitgehen lassen, um ihr Zeug zu behalten. Das, was sie geschrieben haben, das, was sie gesungen haben, dass nicht plötzlich irgendwie eine neue Band gecastet wird von denen, die dann ihr Material singt. Und sind zu Elliot Kennedy gegangen und haben gesagt, hey, wir haben hier unser Zeug, wir können das alles, komm, lass uns arbeiten. Der hat auch gesagt, ja klar, ich arbeite mit euch. Und dann haben sie angefangen zu gucken, wie sie halt Agentur, wir brauchen Management, wir brauchen irgendjemand, der das Ganze organisiert. Was aber krass ist, ne, also ich meine, das waren fünf relativ junge Frauen, die das in die eigene Hand genommen haben und die gesagt haben, wir wollen hier, wir wollen eine gewisse Freiheit haben und wir wollen Geld verdienen mit dem, was wir können und was wir machen. Und wir brauchen jetzt jemanden, der uns dabei hilft. Ja. Und dann sind sie irgendwann, um etwas abzukürzen, sind sie bei Simon Fuller und Virgin Records gelandet. Simon Fuller ist im Prinzip der britische Dieter Bohlen, ne? Oh Gott. Also es ist kein Zufall, dass er auch diese ganzen Castingshows macht. Das, was in Deutschland Dieter Bohlen, wo Dieter Bohlen in Jury sitzt, sitzt Simon Fuller in Jury. Also Pop Idol und Britain's Got Talent sind so die berühmtesten. Und witzigerweise hat er auch denselben Ruf wie Dieter Bohlen. Er ist der, der die MusikerInnen aussucht, der sie produziert und er ist der harte Hund, den man überzeugen muss. Er ist der mit der großen Klappe, der auch kein Problem da hat, mal eine 17-Jährige fertig zu machen, weil sie zu viele Pickel hat oder was denn zu dick ist. Und der hat unglaublich viel gemacht, hat Bands produziert und gemanagt, hat zusammengearbeitet mit Kylie Minogue, Britney Spears, Pink und eben auch den Spice Girls. Und mit dem sind sie dann ins Studio gegangen und haben angefangen, ihre Songs umzusetzen. 8. Juli 1996, die Spice Girls veröffentlichten ihre Single Wannabe. Und wie alle 15, 16-Jährigen, damals, nee, 14 war ich, um genau zu sein, hat natürlich keinen Weg dran vorbeigeführt. Ich hab das ständig gehört. Okay. Es war einfach omnipräsent. Und ich hab das selbe Problem wie du. Ich kam aus dem coolen Rock und Punk und Crunch-Milieu. Ja, ja, ja. Und die Spice Girls waren, das war ein Kulturprodukt. Das hatte nichts mit Musik zu tun. Das war eine Popband. Ganz schlimm, Pop ist das schon vor der Dekade für viele Jugendliche. Und, aber wenn ich das so retrospektiv betrachte, Wannabe war schon ein ziemlicher Banger. Auf jeden Fall, die Brexit Boys hatten einige krasse Pophymnen, die wirklich zeitlos sind. Und auch unglaublich gut gealtert. Also, Wannabe ist ein super gealterter Song. Ich hab in Vorbereitung zu dieser Episode zum ersten Mal Spice und das Nachfolgealbens Spice World in Gänze gehört. Und ich hab mich drauf gefreut. Ich hatte so richtig Bock. Ja, ich auch. Ich hatte, seitdem wir drüber geredet haben, wir machen Spice World diese Woche, hatte ich einen Ohrwurm von Nonnabee, ohne es gehört zu haben. Indem ich es gehört hatte. Und war dann ziemlich enttäuscht von beiden Alben. Die Stärke der Spice Girls, meiner Meinung nach, ist, wenn sie so richtig coole, schnelle Party-Powerpop-Hymnen schreiben. Das stimmt. Sowas wie Wannabe. Sowas wie Spice Up Your Life. Bei Spice World ist es ein bisschen besser. Also, ich finde das zweite Album tendenziell besser als das Debüt. Es sind viel zu viele Balladen drauf. Die Balladen sind durch die Bank wirklich schwache, Standard, seichte Pop-Balladen, Liebeslieder. Und das ist einfach nicht das, was an den Spice Girls Spaß macht. Ich glaube, Simon Fuller ist ein bisschen mit schuld.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Er hat auch so einen, es gibt so einen spezifischen Stil von ihm, der sich damals vielleicht schon so rauskristallisiert, Balladen zu produzieren. Ich glaube, es liegt auch daran, an dem Trend der damaligen Zeit, die Boybands haben halt auch viele von diesen Balladen gemacht. Die sind alle sehr, sehr öde und austauschbar. Also sowas wie Mama ist, da kriege ich Ausschlag. Da habe ich damals Ausschlag gekriegt, da kriege ich heute immer noch Ausschlag. Das ist einfach kein guter Song. Das ist einfach öde. Und es sind so viele Balladen. Ich verstehe das nicht, weil du hörst die geilen Pop-Hits, du hörst sowas wie Spice Up Your Life und denkst, krass, guter Song. Der hat Energie, der hat Power, der macht Spaß. Und dann kommen aber erstmal so drei Schunkel-Songs, halt so Standard-Pop-Lieder, die wirklich nichts Besonderes haben, die keine Energie haben, die irgendwie so vor sich hin plätschern. Und dann ist es so ein bisschen verschenkt, weil klar natürlich, wenn du so ein Pop-Album machst, müssen die Balladen dabei sein. Die zweite Single muss ja einfach ein Liebeslied sein, es geht nicht anders. Und das ist ja auch okay, aber ich weiß nicht, also irgendwie hat die Person gefehlt, die einmal drauf guckt und sagt, ey, ich glaube eure besten Songs sind die, die so ein bisschen energiegeladener sind, die sich so ein bisschen an Hip-Hop anlehnen, ein bisschen mehr Funk drin haben. Ich weiß es auch nicht. Also vielleicht sind auch ein bisschen zu viele Filler in den Alben drin. Das ist halt auch so ein Pop-Phänomen der damaligen Zeit. Wenn du so diese fertig produzierten Alben hast, dann hast du deine Single-Auskopplung und das sind im besten Fall fünf. Wenn du so ein Album hast wie Spice und drumherum bastelst du dann aber auch irgendwie noch Songs, die das Ganze auffüllen, dass du halt irgendwie auf LP-Länge kommst. Zumindest habe ich oft bei diesen Pop-Alben, nicht nur bei Pop, das ist auch ein Phänomen, das man auch im Metal und Rock findet, habe ich oft das Gefühl, dass die so ein bisschen um die Singles rumgebastelt sind und in manche Songs einfach weniger Effort gesteckt wird als in andere. Ja, okay. Nochmal zu, in ihren besten Momenten machen die Spice Girls echt geilen, vitalen Pop, der Spaß macht und das ist aber zu wenig. Auf Album-Länge sind einfach zu wenige von diesen Songs drauf. Dem würde ich widersprechen, aber ich würde sagen, es ist nichts Besonderes dran. Also auf musikalischer Ebene. Die Lyrics, kann man auf jeden Fall nochmal drauf kommen, wie feministisch das ist und wie viel Empowerment da drin steckt. Aber musikalisch sehe ich jetzt keinen großen Unterschied zwischen den Spice Girls und East 17 oder den Backstreet Boys. Es gab auf jeden Fall immer so einen Kopf der Gruppe und das geht zurück bis auf die Beatles. Also wenn wir so bei Archetypen im Pop sind, es gibt immer einen Frontmann oder eine Frontfrau, die auch in diesen zusammengecasteten Bands, wo alle singen und die eher so als, als Kurv funktionieren, gibt es immer den, den alle am attraktivsten finden, der am besten singen kann, der einfach der Liebling und der Star ist. Ja und auch der vorne steht die ganze Zeit. Auch da würde ich widersprechen. Also zum einen, diese Archetypen, die die Spice Girls haben, die gibt es ja auch bei den männlichen Popbands. Also bei den Backstreet Boys zum Beispiel haben wir auch den Romantiker, den Bad Boy, den sportlichen. Ja, okay. Und das haben wir bei Take Dead, da war Robbie Williams immer der Bad Boy. Wir haben das bei den Beatles, ne? Da war John Lennon, der, nicht der Bad Boy, aber John Lennon war irgendwie so der kämpferische, der politische und Paul McCartney war der verträumte, romantische und Ringo war der lustige. Also diese Archetypen, die haben wir schon. Aber nicht so massiv, ne? Na klar. Bei den Spice Girls ist es schon sehr massiv gebaut. Das ist halt auch so ein Casting-Band-Ding. Also bei den Backstreet Boys, finde ich, war es dann auch so. Und bei NSYNC war es auch so. Da waren, bei den Spice Girls war es noch krasser, weil die diese Namen gekriegt haben. Ja. Das ist einfach so klar, weil du bist jetzt posch und du bist Baby. Aber sie haben es voll umarmt, ne? Die Spice Girls haben das total übernommen. Spätestens, wenn wir den Film in den Film gehen, werden wir feststellen, sie haben sehr viel Spaß mit den Klischees, mit diesen archetypischen Rollen zu spielen. Genau. Aber was den Kopf der Band betrifft, hast du nicht auch das Gefühl, dass Gary Halliwell schon so ein bisschen die Frontfrau ist, die irgendwie als die Denkerin der Band gilt? Aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung, würde ich sagen, war sie schon so ein bisschen, dass sie nicht die Chefin ist, das ist zu viel gesagt, aber zumindest, dass sie irgendwie die ist, die vorne steht und die irgendwie so, das machen sie im Film ja auch ganz krass, dass sie so ein bisschen The Thinking Head ist der Band. Sie ist die mit den Girl-Power-Ideen und mit dem Feministischen. Okay, kommen wir gleich auf die Aschidenen. Über den Film reden wir gleich noch, wenn wir erstmal so ein bisschen. Wir sind jetzt im 96, das Debütalbum Spice ist unglaublich erfolgreich. Deutschland Platz 6 der Charts in UK ganz oben, 1,8 Millionen Mal allein in sieben Wochen verkauft, schnellst verkaufte Act seit den Beatles. Das ist der Hammer, also das ist schon krass. Ja, wie gesagt, wir sind in einer Zeit, wir sind Ende der 90er Jahre, Mitte, Ende der 90er Jahre, in den späten 90ern. Und in den 90ern hat UK immer nach den neuen Beatles gesucht, wenn man sich überlegt, wie dieser Britpop-Hype war, wo Oasis, als die neuen Beatles aufgerufen wurden. Davor gab es mal so kurz diese Manchester-Szene, wo gesagt wurde, hier haben wir übrigens die neuen Rockgrößen. Die haben immer nach den neuen Rockgiganten gesucht und natürlich haben sie irgendwie so bei den traditionellen Rock'n'Roll-Bands gesucht und eben nicht bei sowas. Und dann kommt so eine Industriepflanze, um den Begriff nochmal zu sagen, und die räumen das alles ab und die machen, es ist Spice-Mania, dass den Begriff gab es. Und nochmal, also für alle jüngeren HörerInnen, man kann sich das nicht vorstellen, wie groß die waren und das ist halt auch übergeschwappt. Die waren eine Zeit lang einfach permanent präsent. Ja, und die Schlagzahl ist halt auch krass. Ende 1996 wird das Debütalbum veröffentlicht. Im Juni 1997 haben die Dreharbeiten zu Spice World angefangen und im November 1997 ist das gleichnamige Album rausgekommen. Die fackeln nicht lange. Die machen einfach. Und die haben parallel geschrieben. Die haben den Film gedreht, haben Songs geschrieben, sind getourt. Die hatten ein ziemlich anstrengendes 1997. Sie haben die Songs parallel geschrieben, die Songs waren teilweise noch nicht fertig, sind während des Films entstanden. Dann hieß es, okay, wir brauchen das, wir müssen das jetzt fertig sein. Es gibt auch kein Soundtrack-Album. Das Soundtrack-Album ist einfach Spice World. Das nächste Album, ja. Und der Film ist auch voll mit den neuen Songs letzten Endes. Also es gibt die, Wannabe wird einmal kurz in A Cappella angesungen. Und jetzt darf ich nichts Falsches sagen, ist Mama vom ersten Album. Das wird kurz mal angespielt. Ich glaube, das ist vom ersten Album. Ja, auf jeden Fall ist der Film rund um die neuen Songs gebaut. Und genau, wir sind jetzt 1997. Die Spice Girls sind auf der Höhe ihres Erfolges und sie veröffentlichen den Film Spice World. Johannes, dein Lieblingsspice, ganz kurz bevor wir in den Film entsteigen. Dein damaliges Lieblingsspice, dein heutiges Lieblingsspice. Gibt es Unterschiede? Hat sich was verändert? Und ihre politischen Aussagen. Worauf wir auch noch zu sprechen kommen, Gary Halliwell und ihre interessante Haltung zur liberalen Demokratie. Was echt traurig ist, weil es ist so, wenn man das sieht. Du warst mal cool. Und Peace-Zeichen, ne? Ganz wichtig, auf dem Rücken ist das Peace-Zeichen. Mein Lieblingsspice damals, als 14-Jähriger, es war die Blonde. Baby Spice war einfach und es geht hier um reine körperliche Triebe. Ich fand Emma Bunden einfach am attraktivsten. Ja, okay, verstehe. Im Nachhinein, als dann die Geschichte der Spice Girls zu Ende war, Spoiler Alert. Die Geschichte der Spice Girls nach diesem Film geht nicht sonderlich lange. Ja, genau, die Geschichte der ersten Phase der Spice Girls geht nicht sonderlich lange. Danach fand ich Mel C am coolsten, Sporthy. Aber vor allem, weil sie einfach meiner Meinung nach die besten Solo-Sachen gemacht hat. Und es gab, nachdem sich die Spice Girls aufgelöst haben, so kurz diesen Moment, wo alle ihr Solo-Album rausgebracht haben. Und das fand ich alles ziemlich kacke. Und war überrascht davon, wie gut mir das Mel C-Solo-Zeug gefallen hat. Als 16-Jähriger dann wahrscheinlich, so 1998, 99, 17-Jähriger. Die hat wirklich guten, interessanten Pop gemacht nach den Spice Girls. Und deswegen fand ich die am coolsten. Aber da war sie halt nicht mehr Spotty Spice, sondern da war sie Mel C. Ja, sie hat auch, finde ich, die spannendste Stimme von allen. Ja, ich wollte gerade sagen, Mel B hat schon eine ziemlich gute Stimme. Ja. Die geballte Girl Power in immerhin gut 90 Minuten, anderthalb Stunden haben sie geschafft. Es ist interessant, ich habe manchmal das Gefühl, der Film ist komplett überladen, mit Zeug und mit Ideen. Wie, Moment, manchmal? Du hast manchmal das Gefühl, dass diese Filme überladen ist? Und manchmal habe ich das Gefühl, sie versuchen verzweifelt irgendwie diese Zeit zu füllen. Und es pendelt so dazwischen. Ach so. Also, es gibt dieses total überladene, ey, die ersten drei Minuten, die ersten 15 Minuten, wir haben drei Gesangsnummern. Wir haben eine Busszene mit den Stereotypen-Trademarks der Girls. Wir haben drei fucking Meta-Ebenen, die die Story strukturieren sollen, plus drei Narrative, die irgendwie wichtig sind. Und das sind die ersten 15 Minuten. Und du denkst dir, what the fuck? Okay, ihr wollt es selbst referenziell machen. Ja. Super, tolle Idee. Okay, aber entscheidet euch. Entweder, es geht jetzt darum, dass wir hier ein Dokumentationsteam haben, das euch folgt. Ja. Oder wir haben einen Filmproduzenten, der drüber rätselt, wie man einen Spice-Wald-Film machen könnte. Aber warum beide Meta-Ebenen? Dann musst du jede Idee unterbringen, die du hast. Kim Fuller, der Bruder von Simon Fuller, hat das Drehbuch geschrieben. Und Regie hat Bob Spears geführt, der eine lange Tradition im TV hatte. Der hat Fawlty Towers. Er hat einige britische Sitcoms gemacht, von denen ich noch nie gehört habe. Ja. Ich habe einmal, ich habe so seine Filmografie durchgelesen und hatte zwei Titel, die ich kannte. Fawlty Towers war einer davon. Ah, okay. Und dann habe ich schon ein paar mehr, aber ich bin auch Fan von sowas. Ja, Sitcoms, nee. Ja, auf jeden Fall durchaus ein erfahrener Regisseur, vor allem was Comedy betrifft. Und der Film hat sehr viele Comedy-Elemente. Also die Spice Girls, die Regie und das Drehbuch liegen sehr viel Wert darauf, dass wir von Anfang an wissen, dieser Film nimmt sich selbst nicht ernst. Und er spielt mit seinen Meta-Ebenen und mit seinen selbstreferentiellen Momenten. Und er spielt mit den Stereotypen, die sie haben. Damit werden wir auch sehr viel konfrontiert, dass sie ständig in ihren Stereotypen gezeigt werden, um die vielleicht einfach nochmal aufzuzählen. Wir haben Gary Halliwell, die Ginger Spice ist. Sie ist der Kopf der Band. Sie ist die Denkerin der Band. Sie ist die politische Powerfrau der Band. Sie ist die Rothaarige der Band. Aber sie ist die, die am ehesten so mal irgendwelche feministischen Statements raushaut in dem Film. Ja. Und als Mel B. sie parodiert, macht Mel B. auch so, ah, Feminism, bla bla bla, irgendwas, um sie nachzumachen. Ja, okay, okay. Also sie soll irgendwie so die Feurige sein. Ja, die Feurige. Die Feurige. Aber nicht nur feurig im Sinne von, du bist ein Sexsymbol, sondern auch die feurige von, du bist die, die Männern sagt, wo es lang geht. Ja, das stimmt, absolut. Als zweite haben wir Sporty Spice. Melanie C. Das ist eine Reihenfolge, die du jetzt gerade... Ich weiß auch gerade, genau, es gibt keine klare Reihenfolge. Okay, gut. Sporty Spice, Melanie C. und der Name sagt alles. Sie sitzt auf ihrem Trainingsrad. Sie sitzt im Bus auf dem Trainingsrad, sie trägt Jogginghosen und sie macht coole Karate-Sprünge. Ja, that's all. Ja. Und es wird mit den Klischees auch nicht besser. Wir haben Scary Spice und ich habe nie verstanden, was Scary Spice sein soll. Sie ist laut. Sie ist laut, okay. Sie ist laut und gruselig. Aber es wird auch nicht besser. Wir haben Baby Spice, die Blonde, Emma B. Na, darüber müssen wir reden. Die mit ihrem netten Lächeln alle überzeugen kann. Und eine Schaukel im Bus hat. Eine Schaukel im Bus hat und einen Lolli im Mund. Immer einen Lolli im Mund. Und sie spielen schon sehr krass mit diesem Lolita-Flair. Und nicht nur ihre Rolle. Ja, es ist schon irgendwie hart. Man hat das Gefühl, es ist auch der Moment, wo die Spice Girls so ein bisschen als Zielpublikum eben auch die 40-jährigen Männer haben. Die das irgendwie so ganz putzig und sexy finden. Der Film kriegt bei mir, also ich fand sie in der Inszenierung als Spice Girls, auch finde ich sie jetzt so retrospektiv, finde ich das total schrecklich, wie da mit diesem Lolita-Image gespielt wird, auch mit diesen kurzen Röcken und mit dem Lolli. Und ach, ich bin ein unschuldiges Mädchen. Wo man einfach das Gefühl hat, es gibt so eine spezifische Zielgruppe, die man vielleicht nicht triggern und ansprechen sollte oder sowas. Ich finde, der Film schafft es ganz gut damit umzugehen. Der Film macht nicht so viel mit dieser Lolita-Erotik, wie es in der Band gemacht wurde, sondern parodiert das halt eher, dass sie wirklich einfach naiv, klein, kindlich und unschuldig ist. Es gibt diese wirklich putzige Zähne, wo sie diese Chippendale-Tänzer haben und dann unterhält sich Emma mit einem von denen und zählt auf, was für Kuscheltiere sie in ihrem Bett liegen hat. Es ist schon geil. Es ist süß. Und es gibt halt auch diese wirklich witzige Zähne mit Hugh Laurie. Wo sie einfach, also ihr kennt, Family Guy kennen die meisten Leute. Und Family Guy wird immer vorgeworfen, dass es irgendwie zu seltsamen Fantasien springt, die nichts mit der Handlung zu tun haben. Das macht der Film auch. Ja, sehr. Und irgendwann zwischendurch sagen sie mal, hey Emma, du hast so ein Lächeln, damit würdest du überall durchkommen. Und dann haben wir diesen Schnitt zu einer Fantasie-Szene, in der offensichtlich Agatha Christie-Style verabbert wird. Elko Farrum soll da stehen, wahrscheinlich. Genau. Und er sagt, und ich, hier wurde jemand umgebracht und wer könnte der Mörder sein? Er wird von Hugh Laurie gespielt. Damals schon Comedy-Größe. Ja. Wir müssen noch zu den Camilles kommen. Ja. Sie ist dann natürlich ganz eindeutig die Mörderin, aber einfach mit ihrem netten Lächeln schafft sie es, das zu übertünchen. Ja, und er verdächtigt natürlich irgendjemand anders, der es garantiert nicht war. Und auf Platz 5, keine Reihenfolge, haben wir Posh Spice, Victoria Beckham, tut mir leid, ich sage, wie hieß sie, bevor sie als Frau von David Beckham bekannt wurde, Adams, Victoria Adams, deren Vater ja auch dafür mitverantwortlich war, dass sie den Vertrag nicht unterschrieben haben bei Haar, die als Posh Spice die modebewusste schicke ist. Ja, ihre Rolle ist es meistens so ein bisschen arrogant auszusehen und ja, und dann halt die schicken Kleider zu tragen. Und das sind die Archetypen, die wir hier haben. Und aus dem Wasser gezogen zu werden und zu sagen, ah, das Kleid ist dry clean only. Und der Film spielt mal mehr, mal weniger mit diesen Archetypen. Also parodiert sie auch schon. Es gibt auch diese sehr lange Szene, in der sie versuchen, das aufzubrechen. Sie diskutieren darüber, warum sie so stereotypisiert werden, während sie genau das machen, was sie stereotypisiert. Ja, genau. Ach, Gassenhauer, Lacher. Und dann gibt es das Fotoshooting, wo sie anderes Zeug ausprobieren. Ja. Hattest du auch das Gefühl, nicht nur in dieser Szene, sondern am Anfang wird oft gezeigt, dass sie sich streiten? Ich hatte so in den ersten 15, 20 Minuten das Gefühl, wird hier so eine dysfunktionale Band gezeigt? Ist das das Zeug? Oder wirkt das nur so? Sie haben das Lieben am Anfang, also das Lieben sieht man später und deswegen wird es auch später besser, aber am Anfang hatte ich das Gefühl, sie motzen sich ganz schön viel an, ohne dass vorher dieses, dieses Bondory gezeigt wird, die das rechtfertigt. Okay. Du wirst so in die Streitereien erstmal reingeworfen, ne? So erste Szene, sie sitzen im Bus und dann, ey, warum, du sitzt schon wieder auf der Schaukel, ey, du auf deinem blöden Fahrrad, was hast denn du für ein komisches Kleid an?
Johannes Franke: Ja, sie ist eine TARDIS.
Florian Bayer: Es ist ein 60er, 70er Retro-Design-Albtraum, wie nur die 90er erfinden konnten. So alles ist rund, es gibt sehr viele Kissen und sehr viele Kuschelecken, es gibt sehr viele Farmen. Und ja, es ist einfach riesig. Also es ist ganz offensichtlich, das passt nicht in den Bus, was wir hier sehen. Es ist großartig. Ja, dann sitzen sie halt auch da rum, während sie fahren und Emma sitzt auf ihrer Schaukel, Sporty sitzt auf ihrem Ergometer. Und jede macht so ihr Ding, was halt ihrem Stereotyp entspricht. Auch diese Szene, die das aufbrechen soll, dieses Fotoshooting, sie verkleiden sich dann so, hey, wir probieren mal andere Rollen. Und dann verkleiden sie sich ja doch irgendwie so, wie man es irgendwie erwarten würde von ihren Rollen. Also zum Beispiel Emma als Olivia Newton-John, die ja auch so diese Lolita-Image hatte. Okay. Und Mel C als John Travolta, Gary als Wonder Woman und Merlin Monroe. Also es ist so total, sie spielen, sie zerreißen ihre Archetypen nicht, sondern sie gucken viel mehr, was finden wir in unseren Archetypen, was finden wir andere Archetypen, die das erfüllt haben? Ja, sie ziehen dann alle so die Kostüme von den anderen an. Ja, ja, genau. Und da hat der Film mich kurz verloren, weil ich sie nicht mehr auseinanderhalten konnte. Und das war wirklich so eine Szene, auch so eine Epiphanie-Szene, wo du denkst, ach shit, die Rollen sind total austauschbar. Ja, die hätten ohne viel Hazzle, hätten die auch einfach sagen können, okay, wir machen jetzt Victoria zu Scary Spice und wir machen Mel B jetzt zu Sporty Spice. Das wäre gegangen. Das ist so ein Kleidungswechsel und ein bisschen anderes Verhalten und die haben das alle drauf, ne? Klar. Die Rollen sind total austauschbar. Ja. Und ich musste wirklich zweimal hingucken, teilweise, um zu sehen, wer jetzt gerade welches Kostüm trägt und wem, weil das auch so schnell geschnitten ist. Ich habe das Gefühl, das wäre bei allen gegangen, die hätten ihre Rollen tauschen können und es ist ja natürlich auch ein Moment von diesen Bands, dass diese Rollen halt sehr austauschbar sind und so reduziert sind auf Klischees, dass du kannst alles überspielen. Ich glaube, die hatten nicht viel Zeit, um darüber nachzudenken. Die wollten einfach nur damit spielen. Ja. Ich glaube, die wollten auch ganz viel Spaß haben einfach bei dem Dreh und so ein Kostümwechsel ist natürlich geil. Ja, natürlich. Einmal so in tausend Kostüme zu schlüpfen, macht voll Spaß. Aber nicht alles ist Spaß hier, ne? Es soll ja auch eine Geschichte erzählt werden. Und neben unseren zwei Meta-Ebenen. Du willst eine Geschichte erzählt haben? Willst du wirklich sagen, dass der Film wirklich eine Geschichte zu erzählen hat? Mehrere. Wir haben hier immerhin die schwangere Freundin Nicola, die so, die offensichtlich, sie ist das Nicht-Spice-Girl der Spice-Girls. Eine ist schwanger. Das ist ihr Charaktermerkmal. Sie ist schwanger und sie braucht Hilfe. Sie ist die beste Freundin in Not. Sie kann nicht ein Spice-Girl werden. Und um ihr zu helfen... Pregnant Spice ist super. Ja, Pregnant Spice. Die zehn Monate schwangere Frau wird auf eine Party geschleppt. Wo sie dann die ganze Zeit im Mittelpunkt stehen, sodass Nicola irgendwann sagt, ey, ich hab keinen Bock mehr auf den Scheiß. Ich krieg jetzt mein Baby. Wir haben ja noch eine zweite Geschichte. Es gibt nämlich Feinde. Es gibt Feinde. Es gibt, ähm... Ridiculous Feinde. Es gibt einen Paparazzi, der beauftragt wird. Paparazzo. Du bist so ein Klugscheißer. You must be fun at parties. Es gibt einen Paparazzo, der von einem sehr bösen Menschen angeheuert wurde. Ja. Ein Zeitungsmensch, der offensichtlich einfach will, dass die Spice-Girls sich trennen. Das ist unsere dritte Meta-Ebene übrigens. Das ist nicht nur eine Story, sondern das ist auch eine Meta-Ebene. Das ist ja auch noch, was kann die Zeitung über die Spice-Girls-Berichten mit reinbringen. Und der beauftragt auf jeden Fall diesen Paparazzo, der gespielt wird von... Das wird gespielt von Richard O'Brien, der auch so ein bisschen Autor von Rocky Horror Show. Also von dem Original Musical. Ja. Und der gerne mal die düsteren, großen Leute spielen darf in Filmen. Er hat unter anderem in Flash Gordon einen düsteren Weltraumtypen gespielt. Und ein Jahr nach Spice-Wilden Dark City einen düsteren Alien-Typen. Und ich finde ihn als Paparazzo großartig. Ja, ist wirklich großartig. Er ist so der gruselige Kerl. Er ist eigentlich so der Slasher, der Killer im Slasher-Film. Der aber halt bewaffnet ist mit einer Kamera und die ganze Zeit versucht irgendwelche korrumpierenden Fotos von den Girls zu machen. Und aus absurden Stellen auftaucht. Sie haben eine wirklich ausladende Gruselhaus-Szene, wo dieser Typ vorkommt und wo die Mädchen in diesem Tanzhaus übernachten, wo sie tanzen üben und wo er ihnen dann auflauert. Und wir sehen sie wirklich lange durch die Gänge gehen. Und naja, alle Tropes des Spukhaus-Genres sind dabei. Komische Geräusche, es ist dunkel, man weiß nicht, was hinter der nächsten Ecke lauert. Und es ist natürlich der Paparazzo, der ist die große Gefahr. Ja. Und ich finde es so großartig. Cabin Mac Maxford. Sein Name sagt schon alles. Ja. So komplett überzeichnet, komplett daneben. Ja, 3 oder 4. Kommt nicht sonderlich häufig vor. Das stimmt. Und was haben wir noch? Wir haben den Chief, wir haben Roger Moore als den großen Mann im Hintergrund. Gibt es nicht noch einen Bösewicht? Nee. Haben wir echt noch einen Bösewicht? Also den tatsächlichen Bösewicht haben sie dann rausgeschnitten. Aber der war im echten Leben. Roger Moore spielt den Chief und hat offensichtlich das ganze Ding auch an einem Tag abgedreht, weil wir sehen ihn nie mit den Girls interagieren. Er kannte die auch übrigens überhaupt nicht. Die Szenen mit ihm gehören einfach zu den Highlights des Films. Immer witzig, wenn er am Telefon ist. Sein Markenzeichen ist, dass er in Rätseln redet. Und Clifford soll daraus jetzt eine Handlungsanweisung ableiten. Das ist ein Call to Action, ne? Clifford hat gesagt, hilf mir, es ist das und das, was soll ich tun? Und er sagt es ihm ganz eindeutig. Es ist super, es ist wirklich auch toll getimed und er macht das wirklich sehr, sehr gut. Ja, der übrigens von Richard E. Grant gespielt wird. Das ist auch das Zusammenspiel. Ich mag auch diese grundsätzliche Dynamik Chief Clifford Spice Girls. Wie die miteinander interagieren. Und er so als der Mittler, der will ja eigentlich von der Band gemocht werden. Und er ist wirklich auch zu Tode betrübt, als sie ihn mal verarschen. Als er gesagt hat, es gibt morgen keinen Tag frei und sie hauen ab. Und dann ist er wirklich fertig. Und dann kommen sie wieder und sagen, hey, ja, war nur ein Spaß. Du bist doch unser Kumpel. Und es ist echt eine süße Dynamik, die in dieser Dreierkonstellation passiert. Ich finde es schon süß. Die einzige Schulter, an der er sich ausweinen kann, ist, oh, wir haben noch eine Liebesgeschichte, ist die von Deborah Claire Rushbrook, die die Beraterin der Band sein soll. Was ist sie eigentlich? Also sie ist da, aber sie macht ja eigentlich gar nichts, außer dass sie halt die Schulter zum Ausweinen ist für Clifford, die Beraterin. Also viele Bands hatten ja auch so nochmal eine Songwriterin dabei, die irgendwie so für kreative Unterstützung da war. Sie sitzt ja auch meistens nur da und wie gesagt, irgendwann sitzt sie halt mit Clifford in der Bar und sie reden drüber, dass sie jetzt vielleicht Sex haben werden. Und die Spice Girls sagen irgendwann, hey, wir sollten Clifford und Deborah miteinander verkuppeln, aber eigentlich ist sie halt wirklich einfach nur da und sitzt da und ist halt irgendwie nett. Lass uns die Pointe bis zum Schluss aufheben, wie wir den Film fanden. Ich finde es viel besser so. Oh mein Gott, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Ich glaube, wir wurden rausgerissen. Aber wohin? Oh mein Gott, Johannes. Ja? Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein! Shit! Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Gespräch können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen? Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen. Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet. Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-musmann-sehen.de oder florian-at-musmann-sehen.de. Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter. Boah, das, oh, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. Es passiert ja auch noch so viel in dem Film. Also, wir haben Cameos. Dieser Film ist voll mit Cameos. Ja. Und ich kann mal vorlesen, wir haben Meatloaf als Busfahrer, nicht nur einfach als ich selbst. Ja, vor zwei Wochen oder so, ne? Und er würde alles für die Menschen tun. But I won't do that. Meatloaf hat das toll gespielt. Wir haben einen Elton John, der gut befreundet war mit den Spice Girls. Der aber nur so vorbeikommt. Genau, als er selbst. Und sie geben sich Küsschen und sie sagen, hey, gute Show, alles gut. Hey, wie geht's dir, John, Elton? Und das war's. Und dann gehen sie wieder. Wir freuen uns darüber. Wir haben Elvis Costello. Wir haben Bob Hoskins in einer sehr merkwürdigen Agenten-Filmszene, in der sich, es ist Sporty, glaube ich, die sagt, hey, ich kann mich total gut verkleiden. Und dann verkleidet sie sich und dann sieht sie aus wie Bob Hoskins. Und der sagt, Girl Power. Ah, stimmt. Wir haben Hugh Laurie als Porro, haben wir schon erwähnt. Wir haben fucking Stephen Fry als Richter. Genau, weil er ein Poster gekriegt hat, das unterschrieben war. Bob Geldorf taucht auch noch auf. Also wir haben hier, und das sind so die Cameos, wir haben hier einfach so ein Star-Aufgebot. Und dann im richtigen Moment wegschneiden, bevor er das sagt. Mein Lieblings-Girl ist, wäre eine tolle Szene gewesen, aber wie größenwahnsinnig muss man sein. Und dann kommen wir noch zu dem Herausgeschnittenen. Es sollte nämlich ursprünglich noch ein Cameo geben von Gary Klitter, Clamrock-Musiker, der vier Minuten auftauchen sollte. Und die Spice Girls haben sogar einen Song von ihm aufgeführt, I'm the Leader of the Gang. Die ist sogar drin geblieben und Klitter wurde allerdings rausgeschnitten, weil kurz vor Veröffentlichung des Films wurde er wegen Kinderpornografie verurteilt. Lady Di wird referiert und das haben sie rausgeschnitten, weil die kurz davor gestorben ist. Noch so was wurde rausgeschnitten. Ja, ich weiß nicht mehr genau. Wobei es in diesem Film ja nicht so schlimm ist, weil wir haben ja einen klassischen Varieté-Film vor uns. Der Film hat noch so viel zu bieten. Wir haben Begegnungen mit Außerirdischen. Ich hätte die Aliens auch noch reingenommen und das noch und das noch und das noch. Wie alt war der kleine Bruder von Simon Fuller, als er den Film gedreht hat? Vielleicht war er zwölf. Als er das Drehbuch geschrieben hat. Wir haben eine Full Metal Jacket Szene, nämlich mit einem Dance Teacher, Mr. Step. Und wirklich einmal eine komplette Drillszene, wie die Girls halt trainieren und in Armee-Klamotten da rumlaufen und so. What? Es ist total, also es ist teilweise, die Kameraeinstellungen wirken total wie Full Metal Jacket, Kubrick. Oh, britischer Filmklassiker, muss natürlich zitiert werden. Wir haben die Spice Girls einmal als Mütter in einer komischen Fantasie-Szene. Hey, stellt euch vor, wie wäre es, wenn wir Mütter wären? Und dann haben wir diese Szene, einfach mal gucken. Und Spottie Spice sieht 50 Jahre älter als aus alle anderen. Ja, genau. Außer die Darstellerin von der Nicola, die die Schwangere spielt. Oh Mann. Wir haben sehr viele Gesangseinlagen. Wir haben einen Rückblick in diese berühmte Dinah-Szene, wo gezeigt wird, wie die Spice Girls vor ihrer Berühmtheit zusammensitzen. Was auch so reingepflanscht ist. Alles ist reingepflanscht in diesem Film. Wir haben diese Fantasie, was ist, wenn unsere Karriere zu Ende ist, wo dann plötzlich der Richter Stephen Fry sagt, ihr werdet verurteilt, in Vergessenheit zu geraten. Und jetzt möchte ich mit Hootie und dem Blaufisch reden. Ich habe die amerikanische Version des Films gesehen. Ja, genau. Und jetzt Gary Barlow reinschicken, dass ich den verurteile. Das ist toll. Ich bin froh, dass ich die amerikanische gesehen habe, weil über Hootie und dem Blaufisch musste ich mehr lachen. Und Gary Barlow hätte mich eher so ein bisschen Achselzucken zurückgelassen. Was ist mit Hootie und dem Blaufisch? Das kenne ich gar nicht. Eine ganz schrecklich langweilige Band, die aber unfassbar erfolgreich waren, so Mitte der 90er in den USA, mit ein, zwei Alben und dann mit dem dritten Album komplett gefloppt sind. Die haben so, stell dir R.E.M. vor und du ziehst sämtliches Leben raus und machst daraus so komplett Mainstream-konformes, nettes Zeug, was jeder mag. Der kleinste gemeinsame Nenner in Musik gepresster Soutie und dem Blaufisch. Okay, na gut. Aber über Gary Barlow hätte ich wenigstens gelacht. Gary Barlow ist Take That, ne? Das war der Frontmann von Take That. Das war der, der quasi bei Take That nach vorne geschoben wurde. Wir haben Club-Szenen, wir haben wirklich viele Gesang-Szenen. Ich gucke gerade und immer steht da, und jetzt kommt nochmal eine Gesang-Szene und jetzt kommt nochmal eine Gesang-Szene. Wir haben eine fucking Geburt, sie sind bei der Geburt dabei. Er hat eine Kamera! Und das Ganze kulminiert dann in diese Verfolgungsjagd, wenn sie rechtzeitig zu ihrem Konzert fahren, nachdem sie sich mit Clifford verstritten haben, dann entscheiden, okay, sie wollen doch das Konzert machen und dann fahren sie los und dann haben wir die große Action-Szene und der Bus fährt, da ist eine Bombe! Und wir haben Speed! Und dann müssen sie über die Brücke springen und dann wird das Budget knapp. Man kann es nicht anders sagen. Wie sie die Idee für den Film pitchen und parallel geschnitten wird, was passiert. Und dann auch wirklich nochmal kulminiert in dieser Szene, wo sie sagen, und dann kommen sie reingerannt. Und dann kommen sie nicht reingerannt und alle gucken zu der Tür. Und es ist wirklich gut gemacht vom Timing. Es ist viel zu gut gemacht vom Timing. Das sollte nicht so sein. Also, der Film ist Trash, ne? Ja, ja, natürlich. Aber er ist sehr unterhaltsamer Trash an sehr vielen Stellen. Absolut. Und es gibt aber auch sehr viele Stellen, die überflüssig so gefüllt sind. Ich finde, vor allem, es sind zu viele Gesangseinlagen. Und natürlich, wenn man die Spice Girls hat. Du willst Songs da drin haben, ohne jeden Zweifel. Aber du musst nicht jede Szene, und das machen sie auch nicht, aber du musst nicht so viele Szenen in Song-Szenen verwandeln. Es gibt einfach die Momente, wo ich noch ein bisschen mehr Spaß haben will. Ich will sehen, wie sie, diese Tanzszene ist geil. Ich will sehen, wie sie sich streiten, wie sie sich versöhnen, wie diese Action ist, wie diese Selbstreferenzielle. Ich will nicht sehen, wie sie mit Kindern auf dem Boot rumfahren. Ich habe ihn jetzt noch mal gesehen. Au, au, interessant. Extra kurz vorher. Es ist halt, ich habe so das Gefühl, so in meiner Erinnerung, es ist schon sehr daran angelehnt. Weil A Hard Day's Night ist doch auch hauptsächlich, die Beatles fahren durch London. Die Beatles sind im Zug. Und irgendjemand hat seinen Onkel, Großvater, Vater dabei? Ja. Und A Hard Day's Night ist ein bisschen weniger drüber. Also ist auch witzig, aber ist nicht ganz so, nicht so krass. War es bei A Hard Day's Night nicht so, dass die Dialoge ein bisschen mehr Gehalt hatten? Also die hatten auch so ihre Stereotypen? Nein. Die sind genauso drüber? Nein, es gibt einfach keinen Gehalt. Du hast sowas von vergessen. Oder vielleicht ein bisschen natürlicher und authentischer gewirkt haben. Vielleicht das? Also ich hab tatsächlich viele Szenen im Kopf, wo sie da sitzen und sich unterhalten. Das Ganze so ein bisschen mondäner ist. Nee, nicht mondäner. Das Ganze so ein bisschen profaner. Wir haben Fighting-Beatle und Romantic-Beatle und Funny-Beatle. Was war eigentlich George Harrison? Nee, George Harrison war eher der Romantic-Beatle. Nee, Paul McCartney war der Romantic-Beatle. Tja, da kommt dein Gebäude, kommt ins Wankenplore. Ja, wie sind die Beatle-Archetypen? Das finde ich gar nicht so einfach. Ja, das ist es halt. Also, dass John und Paul sehr unterschiedliche Charaktere sind, ist klar. Und die kann man auch ganz gut auseinanderhalten. Und dass Ringo irgendwie lustig-sensibel ist, so, kriegt man auch hin. Ja, genau, das passt. Introvert-Beatle ist ein bisschen zu lang. Das funktioniert nicht als Headline. Ja. Aber ja, sie machen das schon richtig. Ich finde es auch total okay, dass sie auf Hard Day's Night Hard referieren. Ja, volle Kanne. Es gibt ja so viele Parallelen. Ja. Es macht schon Sinn. Und es ist total sinnvoll, dass sie das auch machen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Weil das ist der Höhepunkt der Karriere. Aber das machen wir uns nichts vor. Der Film ist eingeschlagen wie eine Bombe, ne? Number one, Box-Office-Success in UK. 2,3 Millionen Pfund während des Opening Weekends. Und er hat weltweit mehr als 100 Millionen Dollar eingespielt. Er hat einen engen Rekord gebrochen für Highest Weekend Box-Office-Sales. 10 Millionen am Eröffnungswochenende. Es ist unfassbar. Der Film war riesig. Ja. Und das Album auch, also auch nochmal, Film und Album ist der Höhepunkt der Spice Girls Karriere. Und es war kein Flop. Der Film ist bei den Kritikern komplett durchgefallen. Natürlich. Aber die Leute haben den wie blöd geguckt. Wir brauchen Aliens. Wir brauchen eine Bombe. Wir brauchen einen explodierenden Bus. Da muss noch mehr passieren. Und es passiert noch mehr. Und es wird immer nochmal einen draufgesetzt. Und ja, es gibt die langweiligen Momente dazwischen. Die Bootsfahrt mit den Kindern ist echt groß. Ja, okay, gebe ich zu. Und die ein oder andere Gesangsnummer hätte man sich auch spannen können. Aber natürlich, das ist nicht nur ein Film für Spice Girls Fans. Das ist ein Film, der durchaus Spaß macht. Ich zitiere. Roger Ebert, unser großer, großer Kritiker. The huge difference, of course, is that the Beatles were talented, while, let's face it, the Spice Girls could be duplicated by any five women under the age of 30, standing in line at Dunkin' Donuts. Ja, da hätte ich ihn einmal K.O. geschlagen für. The Spice Girls are easier to tell apart than the Mutant Ninja Turtles. Das stimmt allerdings. Aber Roger Ebert hat da einfach wirklich kein Humor bewiesen. Roger Ebert lag oft daneben und ich ganz viel Liebe für Roger Ebert, der hat wirklich Großartiges gemacht für die Filmkritik, aber er hat öfter mal daneben gelegen, in diesem Fall vielleicht auch. Ja, natürlich. Der Film hat ja auch eine interessante Rezeptionsgeschichte, so retrospektiv wird er deutlich positiver wahrgenommen von vielen Kritikern. Und mittlerweile ist er bei, nachdem er diese Rezis gewonnen hat, taucht er mittlerweile in der Liste der 100 Most Enjoyable Bad Movies von den Raspberry Awards, taucht er auf. Das zusammen mit dem Album verdammt viel Geld nochmal in die Kassen der Spice Girls geschoben hat, bevor, fünf Monate nach der Veröffentlichung des Films. Ja. Miss Halliwell hat keinen Bock mehr und verlässt die Spice Girls. Es hat ja tatsächlich, in dem Moment hat es ganz viel Rumord, ne? Am November haben die Spice Girls seinen Fuller entlassen und fällt auch wieder so ein bisschen zurück, wenn man so die verschiedenen Statements liest, dass vor allem Halliwell und Brown, also Mel B und Gary mit ihm unglücklich waren und darauf gedrängt haben, dass er entlassen wird, weil er ihnen zu viel Kontrolle ausgeübt hat und weil sie gemeint haben, wir brauchen ein bisschen mehr künstlerische Freiheit. Und dann haben sie ja zumindest eine Zeit lang versucht, wirklich das ganze Ding selbst zu machen. Sie haben irgendwie so gesagt, okay, wir haben es jetzt versucht ein paar Mal mit Produzenten, Managern von außerhalb, funktioniert alles nicht, lasst uns das mal, lasst uns mal das alles übernehmen. Wir können das. Was übrigens auch krass ist, ne? Dass die sich wirklich so, in dem Moment, dass sie gedacht haben, wir kriegen das hin, wir kriegen das gemanagt. Ich finde, das ist totaler Wahnsinn, wenn du aufnimmst, wenn du künstlerisch tätig bist in der Größenordnung und dann sagst, ich mach Sponsoring. Und Management und so alles, das machen wir jetzt auch noch, sie haben das aufgeteilt unter sich. Also Gary Halliwell hat die Sponsorenverträge übernommen, Emma Bunton hat das Personal übernommen und Victoria Beckham die Verkaufspolitik. Und sie haben quasi, sie haben ein ganzes Team gemanagt, das sie wiederum unterstützt. Und ja, es ist vielleicht auch ein Grund, dass es da nicht geklappt hat, weil wenn du dann plötzlich in so einer, wenn du dann so sehr viel geschäftlich miteinander zu tun hast und sich sehr viel miteinander koordinieren musst, dann kann es halt auch mal krachen. Und dann kommst du ja, also die haben ja sowieso nur aufeinander gehangen. Die sind zusammen getourt, haben zusammen ein Album aufgenommen, haben zusammen einen Film gedreht. Die haben sowieso die ganze Zeit aufeinander gehangen und dann kommt nochmal ein Arsch voll Arbeit mit drauf. Hat Gary gesagt, jetzt nicht mehr. Und hat übrigens ihren Anwalt dann noch extra ein Statement verlesen lassen, wo es hieß, es gibt irgendwie Differenzen zwischen uns und es geht einfach nicht mehr, schafft es nicht mehr. Und die letzte Single, die aus dem Album veröffentlicht wurde, Viva Forever. Oh, die Irony. Oh, die Irony, ja. Und das Video, das wurde noch veröffentlicht, bevor Gary Halliwell ausgestiegen ist und es gibt noch so ein animiertes Video davon. Und ja, dann haben es die anderen vier noch eine Zeit lang versucht ohne sie, ne? Sie haben, es wurde das dritte Album Forever im 2000 veröffentlicht und ist aber nicht so doll angekommen. Und dann haben sie kurz darauf 2001 gesagt, wir machen jetzt eine kleine Pause und wir konzentrieren uns auf unsere Solo-Karrieren. Und dann sind sie tatsächlich ausgeströmt. Und alle von ihnen haben irgendwie so ihre Solo-Alben veröffentlicht. Melanie, sie meiner Meinung nach am stärksten. Gary Halliwell, ganz katastrophal. Also ich habe nicht alle drei Alben gehört. Sie hat immerhin drei Alben veröffentlicht. Ja. Aber das, was ich gehört habe, war uff. Ja, so Big Band Pop würde ich das fast nennen. Oh. Und mit sich, ich glaube, sie hatte so ein bisschen das Gefühl, sie kann eine neue Madonna werden. Und ich kann mir auch vorstellen, dass bei ihr auch so sehr viel, nicht Narzissmus, das wäre viel zu viel gesagt, aber schon so ein bisschen so eine künstlerische Ambition dahinter stand, dass sie gedacht hat, ich mache jetzt was Großes. Und sie hat ja noch mehr versucht. Sie war dann Kinderbuchautorin, ne? Oh, ja, stimmt. Und alle von den Spice Girls haben danach einiges gemacht. Also Melanie Brown, Mel B, war als Schauspielerin unterwegs, hat ein eigenes Model-Label gegründet und ist in den letzten zehn Jahren ständig als Moderatorin irgendwo im britischen Fernsehen rumgeturnt. Und dann auch in dieser, die saß auch mal bei Britain's Got Talent oder America's Got Talent, saß sie auch mal auf dem Jury-Tisch. Die ist einfach omnipräsent. Emma Bunten hat auch versucht, Solo-Karriere, Radio, war im Radio, Gary Halliwell hat die drei Solo-Alben gemacht, war Kinderbuchautorin, hat dann irgendwann gesagt, Margaret Thatcher war übrigens das erste Spice Girl. Da verliert sie mich. Oh Gott, oh Gott. Victoria hat ein Solo-Album veröffentlicht und war natürlich als Designerin unterwegs, wobei die alle ihr eigenes Model-Label irgendwann hatten. Ja, ja, genau. Oder zumindest mit Model-Label zusammengearbeitet haben. Und Victoria Adams ist am bekanntesten daher, dass sie jetzt Victoria Beckham ist und als Designerin und zusammen mit ihrem Ehemann David Beckham, ein berühmter britischer Fußballspieler. Ich sag das so mit Fragezeichen, weil ich kurz überlegt habe, ob ich weiß, bei welchem Verein er war, aber ich traue mich nichts zu sagen, weil ich mir nicht sicher bin. Aber die sind so ein bisschen so als Power-Paar in den letzten 20 Jahren ständig unterwegs, vor allem. Die waren dann ja so voll das Gossip-Paar. Die britischen Klatschblätter hatten die irgendwie ständig drauf und die haben Fotoshootings gemacht und so. Die haben es relativ gut ohne großen Skandale geschafft, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, oder? Ich habe keinen im Kopf, nee. Weil irgendwann, normalerweise bei sowas kommt dann immer der Moment, wo er erwischt wird, weil er mit einer Prostituierten im Auto sitzt. Irgendwas in der Richtung, ja. Oder wo herauskommt, dass sie eigentlich schon seit fünf Jahren eine Affäre mit jemand anderem hat oder wo sie Geld hinterzogen hat und er nichts davon wusste. Irgend so was passiert dann immer. Und das ist, glaube ich, das haben sie ganz gut geschafft zu umschiffen. Allerdings, muss ich dazu sagen, ich verfolge jetzt auch die britische Klatschblätter nicht so wirklich. Deswegen kann ich nicht sagen, ob es doch was gab. Gerade lese ich, 2022 wurde bekannt, dass Beckhams Fashion-Label 54 Millionen Pfund in Schulden hat. Oh, damn. Na gut, das reicht aber nicht für einen Skandal. Nee, das sind einfach nur finanzielle Probleme. Und ja, ansonsten, ich weiß, dass die ihr Model-Label dann haben zusammen. Aber sowohl Victoria Beckham als auch David Beckhams sind für mich einfach nur so Puppen, die da stehen. Auf irgendeinem Laufsteg, bei irgendeiner Party, wenn irgendeine Promi-Party ist, stehen die halt da und sind schick angezogen. Und mehr weiß ich über die auch nicht. Ja, das gaben mehrere Versuche. Simon Fuller hat es als erster versucht, der hat 2004, die Band hat sich offiziell nie getrennt, ne? Das war eine Pause. Simon Fuller hat sich 2004 bemüht, sie wieder zusammenzuführen, was offensichtlich nicht geklappt hat. Aber 2007 haben alle fünf, inklusive Gary, eine Pressekonferenz in London gegeben und gesagt, wir machen nochmal was zusammen. Wir wollen uns nicht wiedervereinigen, versteht uns nicht falsch. Aber wir wollen zumindest mal nochmal Geld machen. Wir wollen nochmal zusammen auftreten, das wird keine wiedervereinigung, versteht uns nicht falsch. Aber ihr werdet uns demnächst nochmal auf der Bühne sehen. Und dann gab es auch tatsächlich eine Return of the Spice Girls Tournee und ein Greatest Hits Album in den Jahren 2007 und 2008, die vorzeitig beendet wurde. Ja, auch von Gary wieder oder nicht, oder? Ich glaube, es gab ein allgemeines Statement und da hieß es dann familiäre und persönliche Verpflichtungen, dass so viel heißt, wie wir können uns nicht mehr riechen. 2012 sind sie auch nochmal aufgetreten bei den Olympischen Sommerspielen in London. Und im Dezember 2012 gab es dann auch die Premiere des Spice Girls Musical, Viva Forever. Von der Autorin des Mama Mia, des ABBA-Musicals Mama Mia, Jennifer Saunders. Und zum 20-jährigen Jubiläum gab es zumindest nochmal so Comeback-Versuche. Ohne Victoria denn, ne? Genau. Nur Gary Halliwell, Melanie Brown und Emma Bunton haben 2016 neue Songs aufgenommen und haben die unter dem Akronym GEM veröffentlicht. Also Gary, Emma, Melanie. G-E-E-M. Genau, und Victoria war nicht beteiligt, weil sie halt mit ihrem Modezeug beschäftigt war und Mel C hat Solo-Karriere gemacht weiter. Die hat mittlerweile jetzt sechs, sieben Eim aufgenommen. Also die hat, glaube ich, die war die Einzige, die irgendwie so relativ konstant diese Solo-Karriere hatte. Und 2018 gab es dann nochmal eine Reunion, diesmal inklusive Mel C, aber immer noch ohne Victoria. Und wahrscheinlich gibt es in fünf Jahren nochmal sowas. Ja, regelmäßig, wenn es wieder hochspült und wenn wieder das Bedürfnis groß ist, Geld zu verdienen. Ja, wir Millennials, wir stehen halt auch auf unserer Nostalgie und wir kaufen das alles. Macht euch da mal keine Gedanken. Ja, das ist eine sehr gute Frage. Was ist der Feminismus des Spice Girls eigentlich? Wir haben hier ja nicht diesen traditionellen akademischen Feminismus. Wir haben hier überhaupt nicht, ne. Wir haben hier sowas sehr, ja, Feminismus von der Straße klingt so platt, aber wir haben hier sowas Einfaches, so ein Think-Positive-Feminismus-Girl-Power. Ja, es ist ein bisschen Einsteiger-Droge. Es ist so ein sehr reines, unbedarftes Empowerment, was natürlich die problematische Schlagseite hat, dass die strukturellen Probleme, die hinter Sexismus und Misogynie stecken und an den Tisch fallen. Und wenn du mit der Botschaft, natürlich ist es erstmal eine schöne Botschaft, zu sagen, hey, du kannst alles werden, was du willst, kämpfe, sei stark und so. Also, aber damit trägst du ja auch das Narrativ, wenn du es nicht schaffst, dann hast du das eben, dann hast du versagt. Dann, genau, dann warst du nicht stark genug. Genau, und dann ist es nicht das Problem, nicht ein strukturelles Problem der Gesellschaft, was es eben halt oft ist. Wir haben die Gläser an der Decke, wir haben Gender-Pay-Gaps und so weiter und ja, also du kannst Problemlösungen nicht einfach nur aufs Individuum abwälzen, wenn es große strukturelle Probleme gibt. Und das macht es natürlich, das ist der amerikanische Gedanke, du kannst alles werden, was du willst, gib Gas und ja. Ja. Was tatsächlich ein Verdienst davon ist, ist, dass Feminismus dann irgendwie auch im Mainstream war in diesem Moment. Absolut. Dass dieser Girl Power Spruch, so oberflächlich man das finden mag, dass der einfach Feminismus in einer Zeit, in der Feminismus als extrem uncool galt, das hat sich mittlerweile ja auch wieder geändert. Ja, ja, genau. Aber in den 90ern war Feminismus das uncoolste überhaupt. Und selbst linke, aufgeklärte Leute haben damit gehadert und gesagt, naja, wir haben, es ist kein Zufall, dass dann kurz darauf auch dieser Postfeminismus beschrieben wurde. Und es hieß, ich sehe keine Geschlechter mehr, wir haben den Feminismus hinter uns gelassen, wir können einfach so sein, wie wir wollen. Was so komplett untergräbt, dass eben die ganzen sexistischen Probleme immer noch da sind. Total taub. In den 90ern galt es einfach als uncool. Feminismus, das war Alice Schwarzer, die sagt, Pornos sind doof. Ja, ja. Alice Schwarzer ist immer noch doof. Aber in den 90ern, und in den 90ern war sie nicht so doof, wie sie heute ist, aber damals war sie schon doof. Egal, Feminismus war irgendwie, Feminismus hatte kein gutes Image in den 90ern. Und das hat zumindest, haben die Spice Girls geschafft, nochmal so einen freshen Feminismus jenseits des akademischen Milieus, jenseits von Judith Butler und Simone de Beauvoir aufzuwerfen. Und das ist schon ein Verdienst, weil es kann halt nicht, damals, du kannst nicht davon ausgehen, dass 16-jährige Jugendliche über Gender Issues reden und Geschlechtsdekonstruktionen betreiben und so weiter. Sondern du, genau, du willst einen Lowpoint, an dem du ansetzen kannst und dann ist es halt vielleicht auch einfach mal ein Girlpower. Und dann hörst du das und dann denkst du, ah, interessant und ah, und dann fällt vielleicht auch mal das Wort Feminismus. Und so, ach, das ist Feminismus. Hey, Feminismus sieht eigentlich ganz sexy aus. Es ist gut, dass der Feminismus an dieser Stelle sexy aussieht. Dann öffnet es zumindest diesen Themenhorizont und ermöglicht mehr. Wir haben nie halt, es ist halt kein Querschnitt der Gesellschaft, was wir hier sehen. Wir haben halt fünf extrem gut aussehende Frauen, die wahrscheinlich während ihrer gesamten Arbeit dieser drei Jahre, die sie erfolgreich waren, eine strenge Diät gefolgt haben, damit sie genau die Maße halten, die wichtig sind. Und die wahrscheinlich ein ganzes Beauty-Team um sich hatten und entsprechend geschminkt wurden und so weiter, die natürlich gewisse Schönheitsideale damit transportiert haben, die nicht erreichbar sind. Ja, genau. Das ist eigentlich der Instagram-Filter der 90er Jahre. Das sind diese Bands, auch egal ob Boy-Bands oder Girl-Bands, die einfach so, ja, so ein Level an, so kannst du aussehen, verkaufen, aber so kannst du nicht aussehen. So kannst du nur aussehen, wenn du ein ganzes Team um dich hast, das jeden Tag damit beschäftigt ist, dich zu frisieren und zu schminken und so weiter. Eieiei. Und die Spice Girls waren dann ja auch wirklich Blaupause für viele weibliche Casting-Bands, die folgen sollten. Ja, All Saints und so weiter. Genau. Ich dachte jetzt auch, wie hießen die Deutschen nochmal? Es gab diese eine deutsche Band. No Angels. No Angels, genau. Ja, ja, ja. Die guckst du dir an und denkst, ah ja, sie wollten die Spice Girls nochmal machen. Absolut, absolut, volle Kanne. Total. Ja, aber total spannend und ein interessantes Thema. Es ist einfach ein Stück Geschichte und es ist so ein kurzer Zeitraum. Die waren drei Jahre. Das waren drei Jahre, meine Güte. Und die haben damals alles gerockt. Es war ein riesiger Wirbel um die Spice Girls, wie gesagt, Spicemania und so. Und damit wurden die musikalischen 90er zumindest aus UK beschlossen. Und ich glaube aber, die musikalischen 90er aus UK haben noch deutlich mehr zu bieten. Unsere Top 3. Wieso darf ich nicht so eine Top 3 vorstellen? Pop ist das, was man als Pop interpretiert. Achso. Ich wollte Top 3 britische Popmusik. Ja, nein. Und Radiohead und Oasis waren in den UK in den Charts erfolgreich. Wir haben sehr unterschiedliche Listen. Nein, nein, nein. Ja. Naja, mir geht es auch so. Also ich tendenziell, ich habe, du hast Bands schon genannt, die in meiner Liste auftauchen. Ja, siehst du. Aber für mich ist das, also ich finde den Popbegriff kann man durchaus weiterfassen auch. Gerade weil das auch Bands sind, die wirklich das Jahrzehnt dominiert haben. Und wenn wir zum Beispiel auf meinen Platz drei gehen, dann geht es um Britpop. Und Britpop war in den 90ern extrem am Piken. Und das ist nicht so nach Deutschland rüber geschwappt. Also zumindest Oasis und Plurr sind so ein bisschen rüber geschwappt. Aber die waren in den Charts. Und Wonderwall kennt jeder. Wonderwall hat jeder im Radio gehört. Das ist für mich auch Pop, auch wenn es harte Gitarren sind. Auch wenn es, wie du sagst, dieses Unabhängige hat, diese Alternative. Und da gab es extrem viele coole Bands. Und auch so mit unterschiedlichem Pop-Schwerpunkt. Oasis habe ich überlegt, ob ich sie reinbringe. Die haben zwei so saugute Alben gemacht. Ja, ja, ja. Mit Definitely, Maybe und, ähm, jetzt fällt mir gerade der erste Titel nicht ein. Na, Flor, von dir habe ich mehr erwartet. Ja, ich war tatsächlich in den 90ern nicht so der große Oasis-Fan. Die habe ich erst später für mich dann entdeckt. Oasis waren für mich immer so nervig wie, ähm, What's the Story, Morning Glory. Das ist meiner Meinung nach ein besseres Album sogar noch, das zweite. Die fand ich auch immer so ein bisschen nervig wegen dem Gehabe von den beiden Brüdern, die sich entweder gezofft haben oder irgendwie langweilig auf der Bühne standen. Plurr fand ich extrem cool damals schon. Okay, ja. Die haben, die haben die 90er, ja, die haben eigentlich ein geiles Album nach dem anderen aufgenommen. Ich wollte aber jetzt noch einen dritten, denn die ist noch gar nicht so lange her, dass ich die neu entdeckt und noch mehr schätzen gelernt habe. Und so ein kleiner Tipp, was Britpop betrifft, ähm, Sweat. Sweat. S-U-E-D-E. Wird Sweat ausgesprochen. Ach so, Sweat, ja, okay. Ganz großartige Britpop-Band, die vor allem Anfang der 90er tolle Alben gemacht haben. Und zwar gibt es einmal das selbstbetitelte Album und den Nachfolger, Dogmanstar, ähm, Dogmanstar, genau. Ich finde das Debütalbum noch ein bisschen stärker, das selbstbetitelte, aus dem Jahr 92, glaube ich. Und das kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen, der irgendwie Bock auf coolen Britpop hat. Hat so ein bisschen, hat so ein bisschen mehr, so, ähm, ein bisschen mehr Kitsch drin als Play on the Aces. Ein bisschen weniger Rock'n'Roll, ein bisschen weniger Spaß, aber dafür ein unglaublich gutes Gespür für passende Emotionen und sitzenden Pathos. Okay. Das wäre mein Platz drei gewesen. Und ich rase jetzt einfach weiter durch, weil du ja offensichtlich listenlos bist.
Johannes Franke: Na ja, ja, ja.
Florian Bayer: Wir haben Brahms und Take That und Backstreet Boys. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Pulp ist ja auch irgendwie so peak pop. Ja. Muss zugeben, ich war nie so der größte Pulp-Fan. Also, aber Common People ist ein großartiger Song und das Album ist auch super. Aber wir können auch einzelne Songs nehmen. Dann würde ich von Sweat den Opener von ihrem Debütalbum nehmen. Das war So Young. Ein total großartiger Song, der auch ziemlich eingängig ist. Und dann haben wir zwei groß tolle Pulp-Pop-Songs auf unserer drei. Ich wollte nicht alles vollhauen mit Britpop, sonst hätte ich jetzt noch The Wrath genommen. Und dann hätte ich drei Blöhräben. Und ich bringe mal rüber zur elektronischen Musik. Und neben dem Britpop war auch eine Zeit lang in den 90ern der Trip-Hop so ein ganz großes Ding. Und mit einigen Bands und viele aus England. Und ganz eindeutig bei mir das Beste, was daraus ist, definitiv Portis Head. Ah, okay. Die mit ihrem Debüt-Dummy irgendwie für mich zum ersten Mal elektronische Musik hörbar gemacht haben. Weil vorher war das so, ey, ich mag echte Gitarrenmusik und alles, was elektronisch ist, ist pfui, pfui, pfui. Und Portis Head machen auf so einem elektronischen Background unglaublich atmosphärische Stücke. Beth Gibbons ist eine hervorragende Sängerin, die dann immer so zwischen diesen düsteren, getragenen Elektrohymnen säuselt. Und vielleicht am ehesten Rhodes, wenn ich es auf den Song runterbrechen sollte, das wirklich so was total Düsteres, Beklemmendes und gleichzeitig auch Befreiendes hat vom Album Dummy. Aber wenn man dir Brahms vorspielt, dann erkennst du das Stück. Und wenn man dir Brahms vorspielt, halte ich es für Beethoven. Okay. Also insofern. Weiß ich nicht, 93 oder sowas? The Last heißt die Band. Mhm. Ah, das war auch wirklich 1990. Wow. 90. Voll am Anfang des Jahrzehnts. Ja. There she goes. Ja, ja, okay. Krass. Krass. Stand bei mir nie so auf dem Menü. Ich habe auch, ich, also, ich hätte dir, ich kenne das Lied natürlich, weil das lief auch viel im Radio und so. Also, ich hätte dir nicht sagen können, wie der Artist heißt, der dieses Lied, von dem das Lied ist. Und ich hätte dir auch nicht sagen können, aus welcher Zeit das ist, weil ich könnte, das könnte genauso gut Anfang der 90er sein, wie Mitte der 90er. Interessant. The Last. Da könnte ich mal reinhören. Mein Platz 1 ist voll öde. Jetzt bin ich gespannt. Radiohead? Ja, natürlich ist der Millennialplatz 1. Aber Radiohead haben auch in den, also, richtig krass gut werden Radiohead meiner Meinung nach so in den 2000ern mit Kid A. Das ist das. Sie wirklich anfangen, so elektronisch zu experimentieren. Aber 1997 haben sie mit OK Computer schon ein saugutes Album gemacht, das so total viele Reminiscenzen hat an die Beatles, an Krautrock, an Progressive und Artrock. Und deswegen auch irgendwie so ein bisschen rausfällt für mich. Das fällt nicht mehr in den Britpop, sondern das ist irgendwie was anderes. Das ist nochmal mehr Art und nochmal gehobener. Und wenn ich davon einen Song nennen müsste, würde ich wahrscheinlich Paranoid Android nehmen. Das ist irgendwie so die große Radiohead-Typne ist, die auch von der Struktur angelehnt ist an A Day in the Life von den Beatles. Auch so ein Dreieck da quasi. Okay. Und einfach ein fantastischer Song ist. Und ja, Radiohead ist echt so Schnöselbomb für Millennial-Hipster. Aber es ist so verdammt gut. Ich kann es nicht ändern. Genau. Wollte ich sagen. Das Krasse an Radiohead ist ja, dass sie sowohl diese Balladen drauf hatten, als auch diese ganz experimentellen Stücke. Und dann später, auch später in allem, haben sie halt wirklich auch so gewechselt. Weißt du, du hast so wirklich ein wunderschönes Lied, wo du heulen könntest und dann zerschmettern sie das mit so Krach und mit irgendwelchen Experimenten, als würden sie sich über dich lustig machen. Du Heul-Baby. Das ist echt schwach. The Divine Comedy hätte ich noch anzubieten. Oh ja, das ist auch, sind wir noch mal beim Britpop, also Chamberpop, da gab es auch einiges Gutes. Ja. Mercury Raph ist auch so Chamberpop. Das weiß ich nicht, keine Ahnung. Die kommen eher so aus dieser, das ist ja auch nochmal. Aber wir sind ja noch gar nicht durch, was manche Popmusik tritt. Es gab ja dieses Showgaze-Ding, was ich aber nie so viel gehört habe. Ich gucke komisch. Ich seh's schon. Na, die größten davon waren My Bloody Valentine. Die kennt man vielleicht. Okay. Und das waren so diese, diese trönenden Songs mit Frauengesang. Okay, Granberries sind die Bekannten davon, die Pop, die im Radio gelaufen sind. Aber die, die passen da nicht so richtig rein, weil das war alles eigentlich nochmal ein Stück düsterer oder so. Egal. Ende der 90er Jahre auf jeden Fall. Was ist denn mit Travis eigentlich? Genau, Travis. Das ist, das ist so die, dann sind wir so in der End-90er-Zeit. Die Travis und Coldplay haben damals, so gerade kurz vor der Jahrtausendwende, zwei echt gute Alben aufgenommen. Wir haben, Palp haben wir schon genannt, Supercrass war noch ganz guter Britpop. Ja. Dwarf sind eigentlich schon geil. Also Dwarf ist eigentlich, wenn du Britpop sagst, musst du Dwarf nennen. Ja, und dann vielleicht nochmal, um einmal vom Britpop wegzuspringen. Oh, Manic Street Preachers, Entschuldigung. Um einmal vom Britpop wegzuspringen. DJ Shadow hat ziemlich geile, so Mesh-Up-Pop gemacht. Ja, absolut. In den 90ern haben sich ganz viele KünstlerInnen wieder gefangen, die sich in den 80ern komplett zum Horst gemacht haben. Also David Bowie und Bob Dylan fallen mir jetzt so spontan als Namen ein, die dann plötzlich wieder angefangen haben, Musik zu machen. Ja, das ist ja eine relativere Phase. In den 80er Jahren Bob Dylan. Und ich glaube, in den 80er Jahren David Bowie war auch ziemlich daneben. Ja, aber dann sind wir wirklich komplett weg vom Pop. Kim Crimson haben in den 90ern wieder extrem gute Musik gemacht. Die waren in den 80ern ja auch so ein bisschen auf diesen Nicht-New-Wave-Zug aufgesprungen. Aber wie viele anderen Proc-Bands aus den 70ern haben die in den 80ern angefangen, irgendwie so was Poppigeres zu machen. Und in den 90ern haben sie dann wieder so ein bisschen zurückgefunden zu traditionellem Proc-Rock. Und ja, aber die haben sich in den 80ern nicht zum Haus gemacht. Die Kim Crimson in den 80ern sind wirklich gut. Ich will nichts Falsches jetzt sagen. Okay. Aber wir können die Liste jetzt auch zumachen, sonst. Wow. Wow. Das lasse ich mal so stehen als Statement. Krass. Ich gucke mir nochmal A Hard Day's Night an und überprüfe das. Wow. Und ich liebe die Beatles. Liebe Beatle-Maniacs. Die Adresse von Johannes Frank ist... Jetzt musst du piepen. Es ist so... Krass, okay. Das ist mal eine Ansage. Also ich finde, der Film ist halt totaler Trash, aber er macht echt Spaß. Und du kommst nicht drum herum, die ganze Zeit Spaß zu haben, wenn du den Film guckst. Und selbst wenn es ein paar langweilige Momente gibt. Ja, und ein paar, was soll's... Dumme Momente, dumme Momente sind wichtig, die langweiligen Momente nerven. Es gab Disney, die wollte ja den zuerst den Film machen. Stimmt, ja. Aber offensichtlich war das, was sie gepitcht haben an die Spice Girls, war überhaupt nichts für sie. Und zwar ging es darum. Also, okay. Eine alleinerziehende Mutter von einem der Spice Girls versucht, es sollte ein Drama werden offensichtlich. Ich finde es super, was daraus geworden ist, letzten Endes. Also, wenn man so einen Film macht, das war das Beste. Eigentlich würde ich sagen, wenn die Spice Girls einen Film machen, können sie nur verlieren. Und was damals die Kritiker geschrieben haben, gibt ihnen recht, weil der Film wäre verrissen worden. Egal, was das geworden wäre, das wäre ein Tarkowski-Meisterwerk sein können, das wäre trotzdem verrissen worden. Dann willst du wenigstens auch Spaß haben. Genau. Und überraschenderweise machen sie was, obwohl sie nur verlieren können, bei dem sie gewinnen. Weil es macht echt Spaß zu gucken. Und das Ganze ist nicht nur eine Zeitkapsel in die späten 90er Jahre, sondern auch echt ein verflucht unterhaltsamer, parodistischer Blick auf eine merkwürdig zusammengecastete Bands, die Against All Odds Erfolg hat. Aber es bietet die Möglichkeit, sehr viel da reinzulesen. Wenn man es nicht will, bietet es auch einfach die Möglichkeit, auch viel Spaß zu haben und die ganze Zeit zu lachen und sich drüber zu amüsieren. Und danke, dass wir diese Zeitreise machen konnten. Ja, sehr gerne. Wenn ihr wissen wollt, was Johannes für mich nächste Woche als Hausaufgabe auffällt, dann Wir reisen wieder zurück in die Fernsehgeschichte. Ja. Auch cool. Fernsehen Anfang der 2000er. Deutsche Fernsehgeschichte. Deutsche Fernsehgeschichte. Deutsches Preisgegrüntes Fernsehen Anfang der 2000er. Du bist ja drauf. Kennst du das? Hast du das gesehen? Nicht alle. Ja. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie viele es davon gibt. Ach so. Ich habe eins, zwei, ich glaube ich habe zwei davon gesehen. Okay. Und zwar das im Taxi und das im Fahrstuhl. Ja, mal schauen genau, wie viel es da überhaupt davon gibt. Also wenn es 20 sind, werde ich nicht viele schaffen. Vielleicht YouTube. Also ich bin mir sicher, dass es... Bis dann. Ciao. Ciao.
