Episode 111: Der unsichtbare Dritte – Alfred Hitchcocks James Bond?
Wir schreiben das Jahr 1959 – Hitchcock hat schon eine unglaubliche Karriere hinter sich, während James Bond noch drei Jahre auf sich warten lässt.
Was James Bond damit zu tun hat?
Nunja, wenn man sich “Der unsichtbare Dritte” bzw. North by Northwest anschaut, bekommt man das unbestimmte Gefühl, dass alle nachfolgenden Bond Filme von ihm abgeschrieben haben. Es ist ein Agenten-Thriller – mit einem Agenten wider willen. Roger Thornhill wird von Spionen für “George Kaplan” gehalten, der ganz oben auf ihrer “to kill” Liste steht.
Also muss Thornhill sich etwas einfallen lassen, wie er am Leben bleiben und gleichzeitig beweisen kann, dass er nicht Kaplan ist. Dabei reist er mit einer sehr sexuell interessierten Dame durch Amerika, entgeht einigen Anschlägen und bekommt es mit echten Geheimagenten, Spionen und Gangstern – und mit sexuellen Eskapaden zu tun.
Nachdem der Film rauskommt, erhält Hitchcock ein Telegramm eines gewissen Ian Flemming, ob er nicht seine Geschichten um einen Agenten mit der Nummer 007 verfilmen möchte.
Plor, warum ist North by Northwest der erste James Bond und warum nicht? Und… was soll North by Northwest bitte schön für einen Himmelsrichtung sein?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 111: Der unsichtbare Dritte – Alfred Hitchcocks James Bond? Publishing Date: 2023-02-16T20:24:41+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/02/16/episode-111-der-unsichtbare-dritte-alfred-hitchcocks-james-bond/
Florian Bayer: Wow, also wir starten gleich mit dem ganz großen Paket Kultur, in dem wir Shakespeare zitieren. Jawohl, ja. Wunderbar. Wir reden heute über Hitchcock, ne? Johannes hat mir einen Hitchcock-Film aufgegeben, unser dritter Hitchcock-Film. Was? Unser dritter? Ah, stimmt. Genau. Und es ist allerdings auch, also es ist Ende der 50er, später Hitchcock, ja. Für mich sind die späten Hitchcocks immer so die krassesten und das sind eben die in den 60er Jahren. Also eigentlich würde ich sagen, später Hitchcock ist das, was da nachfällt. Wir haben Psycho, Die Vögel, Marnie, Francie. Wir haben noch sehr viele krasse und sehr gute Filme in den 60ern und sogar in den 70ern. Ja, aber dann hört es auch langsam auf. Es ist der späte, mittlere Hitchcock oder der mittlere, späte Hitchcock, der frühe, späte Hitchcock. Auf jeden Fall ist es tatsächlich ein Werk. Hitchcock war eine Größe, als er den Film gemacht hat. Definitiv. Er hat schon sehr viel hinter sich und wir schauen einfach mal, wie dieser Hitchcock-Film ist, der laut seinem mitarbeitenden Drehbuchautoren der ultimative Hitchcock-Film werden sollte. Johannes, du hast den Film vorgeschlagen? Es sollte ja ursprünglich ein bisschen anders heißen, sie haben es eingekürzt. Es gab den Titel, der schon das drin hatte, der aber etwas logischer war. Das auch, genau, Hitchcocks ursprüngliche Idee, der ganze Film basiert eigentlich nur darauf, dass irgendjemand mal in der Nase von George Washington sitzt, miesen muss und deswegen entdeckt wird. Nee, als sie schon wussten, sie wollen den Film als Reisefilm benennen, gab es einen Titel, in dem irgendwie etwas klarer wurde, dass da jemand von Norden nach Nordwesten fährt. Dass das so ein bisschen unsere Route ist. Und aber um auf deine eigentliche Frage zurückzukommen. Nein, ja natürlich. Aber nein. Nein, ja natürlich. Wieder so eine gute Antwort. Es ist kein James-Bond-Film. Warum? Du liest das ständig, du stolperst immer wieder drüber, wenn über diesen Film geredet wird. Und er hat Momente davon. Ich würde sagen, wenn dann, ist es eine Parodie auf die James-Bond-Romane, die ja schon durchaus älter sind. Ian Fleming ist seit 1953 unterwegs. Mit James-Bond hat er schon einige Romane veröffentlicht. Also fünf Jahre, sagen wir so. Ja, aber schon populär. Gut verkauft populär in literarischen und Schundromankreisen. Das ist auch wirklich für diesen Film. Nicht populär im Filmischen. Ja, genau. Es hat auf jeden Fall parodistische Elemente. Ich würde es sogar ein bisschen erweitern. Ich würde sagen, es ist nicht unbedingt zwingend eine Parodie auf James-Bond, sondern vielmehr eine Parodie auf all diese Palp-Selbstermächtigungsfantasien, die es in Groschen-Romanen da draußen gibt. Die irgendwie Agenten oder irgendwelche coolen Typen beinhalten, die unterwegs sind, die große Abenteuer erleben und Frauen flachlegen und Verbrechen lösen und zusätzlich den Kommunismus besiegen, weil irgendjemand mal wieder irgendwas an den Kommunismus verkaufen will. Aber es bricht an einem ganz bestimmten Punkt mit diesen Selbstermächtigungsfantasien. In diesen Fantasien ist der Protagonist immer der, der sich ganz bewusst ins Abenteuer stürzt, der ganz bewusst kämpft und genau weiß, was er macht. Während dieser Thornhill, unser Protagonist in diesem Film, die ganze Zeit durch das Szenario durchstolpert. Also irgendwas stimmt mit diesem Thornhill nicht. Ganz eindeutig. Wir haben wirklich das Szenario, der wird verwechselt, die versuchen ihn umzubringen, mehrmals. Und er ist immer so, ach ja, okay, ja, ich bin immer für einen guten Witz zu haben. Okay, jetzt sitze ich betrunken in meinem Auto und werde von der Polizei verfolgt. Oh, da ist ein Flugzeug. Naja, ich renne mal, muss ich ja machen. Aber immer so lakonisch und immer so ein bisschen so, ach ja, lass uns mal drüber reden. Lass uns mal noch ein paar Witze über die Situation machen. Es ist total merkwürdig und vielleicht ist es aber auch so, dass er wirklich froh ist, dass mal was in seinem Leben passiert. Ja, das stimmt. Offensichtlich zweimal verheiratet. Beide Frauen haben sich von ihm getrennt, weil sein Leben zu langweilig ist. Und er hat eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter. Ja, oh nein. Der wir auch noch auf den Grund geben müssen. Was ist da mit ihm und seiner Mutter los? Er ist so ein bisschen der, obwohl er zweimal verheiratet war, eigentlich ist er so ein bisschen der ewige Junggeselle, der immer noch so ein bisschen unter der Fuchtel von seiner Mutter ist, aber gleichzeitig mit ihr auch so eine Bodybeziehung hat. Also ich mein, das Problem ist wahrscheinlich, dass sie zu jung war, als sie ihn gekriegt hat. Wahrscheinlich, ja. Sie war acht, als sie ihn gekriegt hat. Zumindest wenn wir das Alter der Schauspieler uns anschauen. Die Darstellerin von Fornhills Mutter, die wirklich ganz herausragend ist, Jesse Royce Landis, ist nur acht Jahre älter als Cary Grant. Ja. Naja. Und, aber die Beziehung zu seiner Mutter ist toll, oder? Er steckt ihr Geld zu? Er kann sie bestechen? Was ist das denn bitte? Und das zieht sich ja auch so ein bisschen wie so ein roter Faden durch diesen Film, dass die ganze Zeit so absurde Sachen passieren, die kaum realistisch sind. Und deswegen, also Thriller, ich find das ist schon so eine handfeste Komödie, größtenteils. Ja. Er hat selbst zu dem Film gesagt, er wollte was Spaßiges machen, was lighthearted und was nicht so voll ist mit Symbolen wie seine andere Filme. Naja. Ich mein, hey, er hat seine Tropes, hat er alle irgendwie untergekriegt. Er hat diese komische Beziehung zur Mutter, er hat die Hitchcock-Blondine. Und das grundsätzliche Thema natürlich auch von einem Otto-Normalbürger, der irgendwie in Probleme gerät, ohne dass er das will und ohne dass er was dafür kann. Und das ist tatsächlich hier wirklich so auf die Spitze getrieben, weil unser Fornhill ist halt, ja, er ist halt ein Werbetexter, Werbemensch. Ja, ja. Er ist kein Abenteurer und dann stolpert er durch dieses Abenteuer, weil er einmal die Hand gehoben hat und weil die Gangster offensichtlich zu blöd waren. Ja, also das ist schon... Einmal zu sagen, oh, Entschuldigung für die Verwechslung, wir gucken weiter. Der ganze Film basiert eigentlich darauf, dass er ein Telegram für seine Mutter aufgibt in dieser Kneipe und dann meldet er sich im selben Moment, wird im Hintergrund dieser Kaplan aufgerufen, weil ein Telefonat für ihn erwartet wird. Und dann sind die Gangster, die da sitzen, die auf Kaplan die ganze Zeit warten, das ist unser Kaplan. Ja, es gibt keinen Backgroundcheck oder so. Und sie lassen sich auch nicht mehr vom Gegenteil überzeugen. Nein, nein, nein. Und sie sind da so hartnäckig. Man hat auch irgendwann zwischendrin das Gefühl, dass Vornhills selbst glaubt, Kaplan zu sein. Spätestens wenn er mit seiner Mutter im Hotelzimmer von dem Kaplan in seinen Anzug anzieht. Und damit alle noch mehr davon überzeugt sind, dass er es ist. Das ist schon krass. Er macht auch wirklich alles, um nicht aus dem Problem rauszukommen. Ja, genau. Es gibt, er hat mehrere Möglichkeiten, einfach rauszukommen. Seine Mutter sagt zu ihm, wie sagt sie, mein Gott, bezahl die 20 Dollar. Also, mein Gott, mein Gott, nimm die Strafe von der Polizei an, sie haben dich wegen Betrunken am Steuer erwischt, jetzt reite dich nicht noch weiter in die Scheiße, indem du diesem Kaplan und diesem offensichtlichen Bösewicht hinterher recherchierst. Und es gibt wirklich mehr als genug Möglichkeiten, für ihn da rauszukommen, ne? Ja. Also, am Anfang sitzt er ja wirklich tief in der Scheiße. Er wird entführt, die wollen ihn umbringen, die füllen ihn ab mit Alkohol, setzen ihn das Auto, um die Klippe runterzufahren, aber er kommt raus. Ja. In einer wirklich absurden Szene, wo er dann einfach weiterfährt und man muss auch dazu sagen, diese Gangster haben die dümmsten Ideen, jemanden umzubringen überhaupt. Und sie machen es ja richtig, als sie den tatsächlichen Townsend umbringen, den Pornel, dann trifft man rauszufahren, was es ist. Dann haben sie einfach ein Messer in seinen Rücken und es funktioniert super. Ja, genau. Also sie können es eigentlich. Lassen hören, würde man meinen. Aber nee, das nächste Mal, okay, was machen wir? Wir könnten ein Flugzeug anheuern. Hey Hitchcock, nein, nein, es geht nicht, wirklich nicht. Ich will aber meinen Tornado. Na gut, dann nimmt halt ein Flugzeug. Ich glaube, für den war das ein riesiger Spaß. Der wollte einfach mal, der hatte freie Hand, der hatte einen wirklich guten Deal zu der Zeit mit der Produktionsfirma MGM. Und der wollte, glaube ich, einfach mit sich mal austoben und hat gesagt, ey, ich mache jetzt einen Film, der wirklich einfach nur Spaß bringt. Ich will Quatsch machen, ich will Blödsinn machen, ich will albern sein. Und mit einem Grund, dass ich das glaube, deswegen sehe ich dem Film das nach. Der Film ist eine riesige Wundertüte, der sehr viel Spaß macht, der irgendwie diese Ermächtigungsfantasien drin hat. Es ist so ein bisschen dieser Gedanke, vielleicht ist jedem das schon mal passiert, dass man irgendwie verwechselt wurde. Dass jemand gesagt hat, hey, du bist doch der und der. Und dann sagt man, nee, bin ich nicht und dann war die Situation vorbei. Und vielleicht ist das so ein bisschen der Film von der Person, die sich fragt, was wäre gewesen, wenn ich das durchgezogen hätte? Oder wenn mir nicht geglaubt worden wäre, in was für ein Abenteuer hätte ich da reingeraten können? Und wo hätte ich überall hinkommen können und langfahren können von der Stadt zur UN bis irgendwo in die Pampa, wo ich dann vom Flugzeug angegriffen werde? Ja. Na, das Besondere ist ja vor allem, dass es eben nicht um jemanden geht, der einfach so freiwillig sich entscheidet, sich ins Abenteuer zu stürzen und eine neue Identität anzunehmen, sondern dem von allen irgendwie die Identität von außen aufgestülpt wird, der sich dann aber auch sehr schnell sehr wohl drin fühlt. Ja, naja, ich meine, er erlebt halt das James-Bond-Abenteuer, dazu gehört dann auch so komplett casual Sex mit einer Fremden, die einfach so da ist. Kein Grund misstrauisch zu sein. Ja, auf jeden Fall. Und das Bond-Girl ist auch immer, und das ist in diesem Film auch ganz stark, die Frau natürlich sexy ist, aber auch vor allem, bei der man nicht genau weiß, auf welcher Seite steht sie jetzt. Ist sie auf der Seite von unseren Protagonisten oder arbeitet sie für die Gangster? Und ist in diesem Film ja auch sehr lange unklar, wie ihre Rolle da drin ist. Wir erfahren dann sehr früh, okay, sie ist irgendwie mit den Gangstern verstrickt, aber so ganz, es bleibt dieser Zweifel und sie könnte ja doch gut sein. Sie rettet ihn vor der Polizei und dann hat sie Sex mit ihm. Ja. Und zwar ziemlich klar, wir wollen jetzt Sex haben, lass uns loslegen. Hier, Zug, wir haben einen Zugwaggon, wir haben gemütliche Sitze, lass uns vögeln. Eva Mary Sand als unsere Femme Fatale in diesem Fall, die, ja, wirklich einfach cool ist und es ist auch keine Romanze, die da aufgebaut wird. Am Schluss machen sie den Twist Richtung Romanze, aber eigentlich geht es, es geht um Lust, es geht um sexuelles Verlangen und sie will ihn flachlegen. Vielleicht, ja, vielleicht war der Haste-Code zu dieser Zeit dann doch noch zu stark im Ende der 50er Jahre und deswegen müssen sie auch am Schluss heiraten. Aber Kudos an den Film, dass er hier erstmal Sex erzählt, ohne dass geheiratet wurde. Das stimmt, ja. Sie haben wirklich unverfänglichen Sex, sie haben einfach nur ein Night Stand im Zug. Aber es ist einfach klar, wenn man diese Szene sieht, diesen ganzen Komplex, wie er sie im Zug trifft, wie sie ihn vor der Polizei beschützt, wie sie zusammen essen. Es ist einfach, es ist ein Vorspiel und es ist klar und wenn er dann in ihrem Zugabteil ist, ist es einfach so offensichtlich, es geht hier nur um Sex. Ja, aber auch ganz, ganz vorsichtig. Ganz vorsichtig. So dieses typische Hollywood-Knutschen, wo die Köpfe so geneigt sind, dass man keine Zunge sieht. Auch nicht, also dass man auch keinen offenen Mund sieht. Genau, genau. Aber ganz spannend, vor dieser Zugszene haben wir ja eine relativ wesentliche Szene im Film. Der Film arbeitet sehr subjektiv. Wir haben die ganze Zeit Vorneils Perspektive, der nicht weiß, was los ist, der durch den Film stolpert. Und in der 40. Minute wird das aufgebrochen, wo wir so die einzige wirklich auktoriale Perspektive haben. Wo nach dem ganzen Scheiß, der ihm passiert ist, also er wurde betrunken gemacht, er wurde fast umgebracht, er ist nochmal zu dieser Villa gefahren, wo er fast umgebracht wurde, niemand mehr da. Dann hat er versucht, diesen Typen zu finden, der wurde dann mit dem Messer umgebracht im UN-Gebäude. Und dann haben wir plötzlich diesen Schnitt zu einer netten kleinen Runde von der CIA und wir haben die Erklärbär-Szene unseres Films. Es ist so reingepfropft. Das erinnert mich so ganz unangenehm an diese Szene aus Psycho, die ganz am Ende von Psycho ist, wo der Psychiater, Psychologe gezeigt wird, der sagt, okay, ich habe jetzt mit unserem Killer geredet, ich kann Ihnen jetzt genau erklären, was ist, er hat diese Krankheit, er hat das deswegen gemacht und so weiter. Ja. Ich fühle mich in dem Moment als Publikum so ein bisschen für dumm verkauft, weil uns wird dann haarklein erklärt, okay, dieser Kaplan ist nur eine Finte, der existiert gar nicht wirklich, weil es gibt tatsächlich einen Maulwurf in den Reihen von diesen Gangstern, den müssen wir schützen. Und jetzt wurde der Thornel für den Kaplan gehalten, aber okay, mein Gott, dann sind sie abgelenkt, ist ja super und der Thornel ist seinem Schicksal überlassen, haha, lassen wir ihn übers Messer springen. Das wird uns alles in diesen fünf Minuten einfach mal von der CIA erzählen. Diese Szene ist so offensichtlich eine Szene fürs Publikum. Ja. Kann er uns nicht zutrauen oder kann er nicht dem Publikum in den späten 50er Jahren zutrauen, auf diese Szene zu verzichten und weiter mit Thornel durch die Dunkelheit zu tappen? Ja. Und es gäbe halt auch wirklich spannende Möglichkeiten, dann so mit Andeutungen zu arbeiten. Und es ist wirklich nicht viel, was gemacht werden muss. Es muss einfach diese Szene weggeschnitten werden. Und der Film ist meiner Meinung nach deutlich spannender und auch interessanter. Ich kann es ihm so ein bisschen nachsehen, weil für mich der Film halt ein großer, komm wir stürzen uns ins Abenteuerspaß ist. Ja. Und dann ist es einfach okay, ne? Dann kann, dann muss es nicht die ganze Zeit so spannend sein. Ja. Weil also wenn wir sagen Hitchcocks Suspense-Momente sind halt der Zuschauer weiß mehr als der Protagonist. Ja. Das funktioniert in dem Fall nicht so wirklich, weil es zu viel ist und zu erklärt ist und Hitchcock macht das sonst deutlich virtuoser, mehr mit Bildsprache, mit Andeutung. Und hier hat er einfach so, bock, wir haben jetzt mal Leute, die uns alles erklären. Es wäre spannender, wenn es nicht da wäre. Ich würde mehr Spannung in dem Film empfinden, wenn es nicht da wäre. Aber wie gesagt, die Spannung ist für mich nicht das Wesentliche in dem Film, sondern einfach der Spaß, die absurden Sachen, die passieren, die Merkwürdigkeiten, sein Verhalten. Auf jeden Fall. Und zu dem Disney-Ride gehört ja so eine ganz wesentliche Szene, die Szene, die auch immer zitiert wird. Und wenn du sagst, mach mal so eine Reihe von den fünf ikonischsten Hitchcock-Bildern, das neben dem Messer in der Dusche und den Vögeln, die angreifen, ist diese Szene von Thornhill, der durch das Feld läuft und vom Flugzeug verfolgt wird. Schieben wir einmal ganz kurz zur Seite, dass das wirklich idiotisch ist, wie Sie versuchen, ihn umzubringen. Und das Flugzeug fliegt auch zuerst über ihn und kommt dann nochmal zurück und schießt erst dann. Erst dann, ja. Und es schießt, also es hat offensichtlich die Schussanlagen vorne, es trifft ja nicht mal im Ansatz, es trifft ja einfach nur irgendwie den Boden um ihn herum.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Hitchcock hat zu dieser Szene gesagt, er wollte versuchen, radikal gegen die klassischen Klischees von so einer bedrohlichen Szene zu arbeiten. Normalerweise würde man so eine Szene nachts machen, irgendwo im Inneren, wo es dunkel ist, wo es klaustrophobisch ist und er wollte so bright daylight, offen, großes Gelände und trotzdem zeigen, hey, auch in diesem Setup kann man Spannung erzeugen. Ja, vor allem die Szene sticht wirklich auch heraus, auch soundtechnisch, wegen ihrem fehlenden Sound. Da ist keine Musik, da ist nichts. Er ist komplett verlassen, er steht in diesem riesigen Feld. Wir haben diese krasse Perspektive auf ihn, dann kommen ja auch wirklich so ein, zwei spannende Momente, wenn dann das Auto vorfährt und er guckt so, kommt da was und dann steigt jemand aus. Und dann erfahren wir, okay, das ist nur jemand, der auf den Bus wartet und er hofft halt nach wie vor, dass dieser Kaplan kommt. Im Hintergrund fliegt ein Flugzeug, schon so eine Andeutung von einer Gefahr. Es ist wirklich eine spannende Szene, einfach weil die so ruhig inszeniert ist. Wir sind sehr lange bei ihm. Die Szene dauert fast zehn Minuten. Also von Ankunft in diesem menschenleeren Ödnis. Es ist halt sehr auffällig, ne? Die Szene ist wirklich lang. Wir haben hier eigentlich einen turbulenten Film vor uns, wo die ganze Zeit irgendwas passiert, wo von einer Katastrophe in die nächste gerannt wird und irgendwo Sex dazwischen. Und dann haben wir diese eine Szene, die sich wirklich sehr lange, sehr viel Zeit lässt, um Stimmung und Spannung aufzubauen. Nach einer Stunde und sieben Minuten beginnt diese Szene. Hast du dir das jetzt ausgedacht? Nein. Du hast das wirklich aufgeschrieben? Ich mach mir Notizen, aber tatsächlich guck ich meistens bei Filmen, was ist die zentrale Szene, so ganz billig, was ist in der Mitte des Films und wie lange dauert es, bis XY passiert. Ich kann ja einmal aus meinen Notizen zitieren. Es dauert 40 Minuten, bis wir wissen, dass der Bösewicht in Wahrheit Van Damme heißt. Okay. Jean-Claude. Ja, genau. Es dauert 39 Minuten, bis wir die Erklärt-Szene haben, wo wir erfahren, dass Kaplan nur eine Fiktion ist, die von der CIA erfunden wurde. Und das war es schon, tut mir leid, das ist jetzt ein bisschen enttäuschend, aber mehr Timecodes habe ich nicht aufgeschrieben. Es ist schon nerdier, als ich dachte, dass es sein würde bei dir. Flor liest Timecodes vor. Also ein paar, ich kann dir ja mal ein paar von meinen Notizen zeigen, manchmal habe ich sehr viele Timecodes, manchmal sehr wenige, aber so, was steht ganz zentral im Film, habe ich fast immer. Weil ich finde das auch irgendwie ganz witzig und oft trifft es, oft ist es eine zentrale Szene, entweder für die Handlung oder aus ästhetischem Gesichtspunkt. Hier ist es einfach aus ästhetischem Gesichtspunkt, hier ist es eine spannende Szene in der Mitte. Ja, pacing auch. Davor haben sie schon ein paar Mal versucht, ihn umzubringen und danach versuchen sie es nochmal ein paar Mal, aber das ist so die krasseste Szene, die längste von diesen Action-Szenen. Das ist echt ein bisschen dämlich. Man hat ein kurzes Gefühl, sie haben vielleicht einen Kamikaze-Piloten engagiert, aber warum hat er dann nicht einen Kamikaze-Angriff gleich auf Hornhill gemacht? Nein, sicher nicht. Und dann hat Hitchcock aber gesagt, hey komm, lass uns doch was zusammen machen, mit dem Lehman komme ich gut klar, ich würde gerne mit dem was schreiben. Und dann haben die sich getroffen und haben offensichtlich angefangen, Ideen rumzuwerfen. Hitchcock ist halt gestartet mit der Idee von, hey, wie wäre es mit Mount Rushmore und da sitzt jemand in der Nase und dann niest jemand und dann rennen sie und dann springen sie. Und dann ist da Lehman drauf eingestiegen und hat wahrscheinlich gesagt, wir müssen unbedingt was im UN-Hauptquartier machen, ganz wichtig. New York, lass uns zur UN gehen. Hey, wie wäre es, wenn ein Flugzeug da lang fliegt? Hey, wir könnten ja noch, wir könnten noch das, wir könnten noch das. Sie hatten ursprünglich geplant, das Ding bis nach Alaska zu führen. Oh mein Gott. Ich gehe davon aus, dass der erste Entwurf von dem Script so ganz viele kleine Abenteuer-Episoden sind und die einfach Spaß haben und sich gegenseitig das Zeug zu werfen. Und dann sitzen sie nachher in der Umsetzung und dann wird es ganz schön schwierig. Ja, auf jeden Fall. Interessant ist, dass bei James Bond haben wir ja eigentlich typisch diese Reise an exotische Orte. Das haben wir hier nicht, sondern wir haben hier wirklich North by Northwest. Wir bleiben in Amerika und die Strecke, die er zurückliegt, ist ja auch relativ gering. Also im Vergleich zu James Bond ist es nichts, was er hier rumreißt. Abenteuer, Action, Sex. Kurzes Gespräch, wieder Abenteuer, wieder Action, Sex und ganz wichtig eben am anderen Ort oder auf dem Weg zum anderen Ort. In diesem Fall. Ja, genau. Sie dürften nicht beim UN-Gebäude drehen, ne? Ja. Und dann haben sie aus dem Auto raus diese eine Szene, wie er in das UN-Gebäude reingeht, die haben sie offensichtlich, keine Ahnung, wie sie das 1959 gemacht haben, wo die Kameras doch noch ein gutes Stück größer waren, haben sie das so aus dem Auto raus gefilmt und dann haben sie gemalt, ne? Sie haben so eine Traufsicht vom UN-Gebäude. Da haben sie einfach die Sets gemalt. Und dann haben sie für diese Vogelperspektive, haben sie gemalt. Sie haben sowieso relativ viel gemalt in dem Film, wo sie nicht hin durften. Und sie haben es auch wirklich geschafft, gute Räume zu finden, um dann das Innere des UN-Gebäudes zu drehen, dass es glaubwürdig ist. Und Lohn der Mühen war dann ja auch eine Oscar-Nominierung für Best Art Direction, Set Decoration. Oh mein Gott, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Ich glaube, wir wurden rausgerissen. Aber wohin? Oh mein Gott, Johannes. Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo. Oh nein! Shit! Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Gespräch können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen? iTunes, Beam, whatever, was ihr auch benutzt. Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen. Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet. Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-at-musmann-sehen.de oder florian-at-musmann-sehen.de. Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter. Boah, das, oh, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. Ich glaube, das wesentliche Merkmal dieses Anzugs ist, also zumindest wenn wir uns jetzt in die letzten Minuten des Films begeben, dass er furchtbar stinken muss. Dieser Mensch wechselt nicht die Klamotten. Also ich fand vor allem auffällig, dass er die ganze Zeit diesen blöden Anzug trägt. Und der muss ja nach Alkohol stinken, weil ich meine, er ist besoffen Auto gefahren damit. Der muss nach Schweiß stinken. Es muss eine Überwindung für sie gewesen sein, ihn überhaupt zu nehmen. Ja, ja, genau. Oh mein Gott. Er steckt dann ja auch in diesem Gepäckfach, in dem Anzug. Also er muss furchtbar verschwitzt sein. Ja. Dann da im Maisfeld, da ist ja auch überall Dreck und Sand und Staub und ja, keine Ahnung. Sie fand ihn offensichtlich trotzdem scharf. Ja, deswegen geht er auch nicht duschen, sondern pfeift einfach Singing in the Rain und lässt den Anzug an, während er in der Dusche steht, um auch mitzukriegen, dass sie abhauen will. Was übrigens auch schön ist. Ich mag die Szene. Ich finde die sehr schön. Total süß. Das ist total süß. Und er ist in dem Moment auch einfach der clevere James Bond Typ, der genau weiß, was abgeht, obwohl er eigentlich keine Ahnung hat, was abgeht. Ich möchte noch zwei Personen hervorheben, die mir wirklich sehr gut gefallen haben in dem Film. Zum einen den Professor. Ich finde den Professor die ganze Zeit irgendwie niedlich. Du meinst den? Den CIA-Typen. Achso. Den guten. Der eigentlich die ganze Zeit sagt, naja, Zivilisten sind mir egal und so. Und der irgendwie so immer so ein bisschen entspannt durch dieses Geschehen trottet. Wir haben einfach eine ganz tolle Szene mit dem Professor, wo er mit Fornell drüber redet, er heißt übrigens Professor, er hat keinen Namen, wo er mit Fornell drüber redet, dass sie eigentlich ein Maulwurf ist, wo das nochmal erklärt wird. Und dann wird das erklärt unter dem Flugzeuggeräusch. Wir haben die beiden am Flugzeug vorbeigehen und der Professor sagt, Fornell, ich erkläre Ihnen jetzt, was los ist. Und wir hören nichts von diesem Gespräch, weil einfach die ganze Zeit diese Maschinengeräusche zu hören sind. Tolle Szene. Zweiter wundervoller Charakter, nicht der Oberbösewicht Van Damme, sondern seine rechte Hand, Lennart, der, ich glaube, in Van Damme verliebt ist. Okay, das möchte ich jetzt untermauert wissen. Also dieser Lennart, der ist ja irgendwie immer dabei. Ganz herausragend gespielt von, lass mich einmal kurz suchen. Van Damme wird gespielt von James Mason und Lennart wird gespielt von Martin Landau. Und der ist immer so dabei. Und wir erfahren dann ja auch irgendwie, dass Van Damme offensichtlich was mit unserer Protagonistin, mit unserer Femme Fatale, nämlich mit Yves hat. Und der Lennart ist der, der die ganze Zeit sagt, ey, du darfst ja nicht trauen, du darfst ja nicht trauen. Der Lennart ist auch der, der ihm danach die Platzpatronen zeigt und sagt so, siehst du, die hat dich reingelegt. Die hat den Fornell gar nicht erschossen, die hat nur so getan. Übrigens, war das abgesprochen? Wusste Fornell, dass er jetzt eine große Schauspielleistung machen muss und sich hinwerfen muss? Weil der hatte doch nicht die Möglichkeit, das mit ihr abzusprechen, dass sie mit Platzpatronen auf ihn schießt. Mit dem Professor, ja, okay. Ich würde ja einer CIA-Agentin, wenn sie eine fiese Gangstergruppe infiltriert, nicht eine Pistole mit Platzpatronen geben. Das ist eine scheiß Idee. Egal, auf jeden Fall ist er der, der sagt, ey, du darfst dieser Yves nicht trauen. Und ich glaube nicht, dass er das sagt, weil er ihr nicht traut, sondern ich glaube, er sagt das, weil sein Herz eigentlich für Van Damme hocht. Achtmal, wenn ihr den Film nochmal schaut, auf die Blicke, die Lennart Van Damme zuwirft. Dieses so leicht, so ein bisschen süffisant, so ein bisschen neugierig. Ich glaube, er ist... Und ich glaube, es geht im Gegensatz zu der Beziehung von Roger und Yves, ist diese Beziehung sehr rein. Es geht nicht um Sex, es geht um Liebe. Er ist einfach in ihn verliebt. Und deswegen viel mehr Liebe für Lennart, der ein ganz toller Bösewicht ist. Ja, okay. Und so ein toller Handlanger. Also bevor es James Bond gab, auch wenn wir schon James Bond Referenzen haben, James Bond hatte immer die Bösewichte, hatten immer coole Handlanger. Das gehört zum James Bond Film dazu. Und Lennart ist ein toller Handlanger von einem Bösewicht. Yves Candle. Ja. Ansonsten spielt sie das sehr gut von alleine. Sie spielt schon so eine sehr traditionelle Femme Fatale. Bei der Mann, man findet sie attraktiv. Man weiß nicht, ob man ihr trauen kann. Und sie, ja, ich finde sie ist auch von Anfang an suspekt, wenn sie auftritt. Weil, ich meine, ey, so wie sie, wie sie ihm hilft vor der Polizei zu entkommen. Und so wie sie ihm Sex anbietet. Dann ist es einfach schon klar, die steckt da irgendwie mit drin. Irgendwas ist mit ihr. Und dann trägt das natürlich ihre Figur, dass man nicht so ganz sicher ist, was mit ihr los ist. Ob sie auf der richtigen Seite steht oder nicht. Ob sie wirklich für Vornhill was übrig hat oder ihn nur benutzt, um ihren Job zu machen. Ja, sie ist halt relativ wenig präsent. Also, es gibt so die zwei, drei Szenen, wo ich sie dann aber auch jetzt nicht so stark finde. Es gibt ja diese Szene, nachdem er vom Flugzeug angegriffen wurde, wo sie ihm dann in die Arme fällt. Da hätte sie vielleicht das Ganze mit ein bisschen mehr Ambivalenz spielen können. Dass man vielleicht ein bisschen mehr noch zweifelt. Weil, also, ich finde sie spielt das so groß, dass es schon fast wieder unglaubwürdig wirkt. Vielleicht sind es die 50er, dass das vielleicht ein bisschen weniger sein können. Ein bisschen weniger so um die Arme fallen und sagen, oh Gott sei Dank, du lebst. Nachdem sie ihn rausgeschickt hat auf dieses Feld. In der Auktion fand ich sie sehr stark. Die Auktionsszene, über die wir noch gar nicht gesprochen haben. Stimmt, ja. Die auch so eine schräge Abenteuerszene ist, die komplett überflüssig ist. Ja. Ja. Ja. Ich finde, sie spielt das gut. Aber sie gehört für mich jetzt nicht zu den glänzenden Momenten des Films, die in Erinnerung bleiben. Weil ihre Figur ist vielleicht auch einfach ein bisschen zu eindimensional dafür. Aber sie ist halt auch viel präsenter in dem Film. Yves Candle hat einfach nicht so viele Momente. Sie ist einfach relativ wenig zu sehen. Na klar, sie ist eine zentrale Figur. Sie ist die Love Interest, beziehungsweise Sex Interest. Sie ist der eigentliche Maulwurf von der CIA. Sie gerät auch irgendwann in Lebensgefahr. Und doch ist sie erschreckend unterrepräsentiert in dem Film. Jetzt gar nicht aus feministischer Sicht, sondern einfach dafür, dass sie so eine zentrale Rolle ist, kriegt sie wirklich nur eine Handvoll Szenen und in denen ist sie halt auch oft irgendwie so ein bisschen die Beisitzerin. Klar, die Szene im Zug, großartig, wo sie die Verführerin ist, da ist sie wirklich stark. Eine weitere Szene fällt mir nicht ein, wo sie präsent ist. Ja, das ist total schrecklich. Das ist großartig. Also sie haben wirklich viel mit Studio gemacht, sie haben viel mit Bildern gemacht. Total viel. Das hat so einen ganz eigenen Charme. Ich mag das ja. Grund für die Szene, wir brauchen noch einen Schauplatzwechsel. Wir brauchen einfach noch einen Schauplatz. Wir können jetzt nicht die ganze Zeit an dem Haus und an Mount Rushmore sein, lass uns hier noch einen Wald hinbauen. Von dieser Szene sind mir tatsächlich die Kulissen am positivsten in Änderung geblieben. Ich finde den Dialog so plump. Also diese Funktion dieser Szene scheint mir zu sein, dass vor allem nochmal so ein bisschen Melodramatik reingebracht wird. Läuft doch auch die ganze Zeit diese sehr kitschige Musik, dieser Musikteppich so im Hintergrund.
Johannes Franke: Kann sein, ich weiß nicht mehr.
Florian Bayer: Es ist so ein Melodramatikversuch, den ich irgendwie nicht so ganz abkaufen kann in dem Moment. Auch bei der Auktion ist sie halt vor allem die, die da sitzt und leidet, während vorne wieder alles falsch macht, was man falsch machen kann. Also er weiß es natürlich in dem Moment nicht. Auf hilarious Weise ist es großartig. Und wie er dann da rauskommt. Oh Gott. Ich meine, ist das, das ist, offensichtlich soll uns diese Szene ja jetzt erzählen, dass Fornell sich dann doch irgendwie in Eve verliebt hat. Jaja, definitiv. Aber war das, hatten sie nicht eine wirklich schöne, einvernehmliche Sexbeziehung? Muss das sein? Dass er plötzlich den eifersüchtigen Macker gibt und sagt, hey Van Damme, die Frau gehört übrigens mir. That's my bitch. Was erwartest du von diesem Film? Die Szene ist so komplett daneben. Das ist kompletter Bullshit. Es ist einfach nur, um noch einmal zu zeigen, dass Fornell eifersüchtig ist. Extrem eifersüchtig und bütend. Und um einmal einen Grund zu geben, die Handlung weiter voranzutreiben, um zu zeigen, jetzt werden die Gangster aber auch wirklich misstrauisch ihr gegenüber und jetzt wird's wirklich gefährlich. Die kompletter Bullshit, die Szene, sie ist fantastisch. Aber sie spielt das, finde ich eben auch gut. Es ist die Geburt des Fasspalm-Memes eigentlich, diese ganze Szene. Und dann genau, und was macht er, um rauszukommen? Logisch wäre, Hilfe, da stehen Leute, die wollen mich umbringen. Kann jemand die Polizei rufen? Fornell? Es ist auch nur kohärent, was er schreit zuerst. Denkt man, okay, jetzt will er ganz hoch bieten. Nee, Moment, jetzt will er ganz niedrig bieten. Und jetzt will er das Ganze in Frage stellen. Er weiß selbst nicht, was er da redet. Und die ganze Zeit hoffen, dass endlich die Polizei gerufen wird. Und was toll ist, die, die die Auktion leisten, haben natürlich viel zu sehr einen Stock im Arsch, um die Polizei zu rufen, versuchen ihn zuerst zu beschwichtigen, versuchen mit ihm zu reden, dann versuchen sie ihn zu ignorieren. Und er verzweifelt schon richtig, weil die einfach zu blöd sind, zu sagen, ey, offensichtlich will da jemand gerade unsere Veranstaltung sprengen. Wir sollten den mal hier rauskriegen. Ja, Hitchcock ist ja schon so ein Spaßvogel. Ja. Wenn man ihn von alleine lässt, ne, der hatte, ich find so die Geschichte, die da hinführt, die er in Amerika hat, die ist auch so ein bisschen so eine Selbstbefreiungsgeschichte. Weil er war ja schon seit, also den Film dreht, der war ja schon seit 20 Jahren in Amerika, aber er hatte halt viel Pech, ne? Er hatte diese Filme mit David Salsnick gedreht, mit dem er dann irgendwie unglücklich war, dass er die ganze Zeit halt nicht das machen durfte, was er wollte. Mit dem hat er die ganze Zeit Stress. Was ich sehr witzig finde. Mit dem Hitchcock echt schlechte Erfahrungen gemacht hat. Das waren seine ersten Erfahrungen in Amerika. Und dann ist er bei Warner Bros. gelandet und da war es ja auch nicht besser, ne? Da hat er auch, hat er wirklich gute Filme gedreht, also der Fremde im Zug ist da zum Beispiel entstanden. Aber dann hat er vor allem, bei Anruf Mord hatte er diesen Stress, weil die wollten unbedingt, dass er das in 3D macht. Und es hat ihn so genervt. Auch ein Grund mit, warum es jetzt wieder Streit gibt bei diesem Film mit Kamera. Dann war das ja auch so ein Grund, dass er sich unabhängig gemacht hat und dieses Transatlantic Picture gegründet hat. Das war dann wirklich die Zeit, wo er, da stehen wir jetzt irgendwie, wo er dann wirklich erfolgreiche Filme gemacht hat. Aber es waren, wenn wir uns Hitchcocks Hollywood-Zeit betrachten, waren es eher so 5 Jahre, in denen er wirklich gute, erfolgreiche Filme gemacht hat. In denen er das machen konnte, was er wirklich machen wollte. Und dieser Film, der unsichtbare Dritte, steht irgendwie so in dieser Reihe und ist so ein bisschen ein Höhepunkt davon. Also davor war halt, das Fenster zum Hof war 1955. Da hat er schon sehr viel rumgealbert. Ja, das war bei Paramount dann. Bei Paramount hatte er wirklich dann so zum ersten Mal diese künstlerische Freiheit in Hollywood. Und dann hat er angefangen, Spaß zu machen. Und Vertigo, wo er ja komplett rum experimentiert hatte, der ja damals komplett durchgefallen ist, der Kritik 1958. Also das ist alles, das ist schon, der unsichtbare Dritte steht so in dieser Reihe von Hitchcock, ist endlich von der Leine gelassen und darf jetzt mal ein bisschen schräg sein. Und darf jetzt mal ein bisschen aus der Reihe tanzen. Und vielleicht der Höhepunkt davon, Psycho, 1960? Naja, er hatte ja auch. Also es gab ja schon Stress mit dem Studio. Du hast ja schon erwähnt, dass sie, er wollte den Film länger machen, sie wollten deutlich mehr noch kürzen. Sie wollten ihm ihre Ultra Panavision aufzwingen, 65 Millimeter? Ja, genau. Und er hat gesagt, nee Leute, Wister Wischen, das ist mein Verfahren, mit dem ich arbeite. Und hat er sich auch durchgesetzt. Aber es war schon ein Kampf gegen das Studio und er hatte auch die Produktionskosten deutlich überzogen. Ja. Allein Cary Grant.
Johannes Franke: Ja, 5.000 am Tag.
Florian Bayer: Der hat eine Klausel in seinem Vertrag, wenn die Drehzeit überzogen wird, dann kriegt er 5.000 Dollar pro Tag. Oh Gott, und dann hat sich das ganz am Anfang schon verzögert. Dollar, ja. Und eine Million war der Film insgesamt über Budget. 4,3 Millionen hat er gekostet. Aber er war ein Erfolg. Da hat er das Doppelte eingespielt. Ja, es gab irgendwas mit einer Fabrik oder so, ne? Moment, ich glaube auch gerade. In Alaska wollte er eigentlich den Showdown haben. Er wollte in einer Automobilfabrik in Detroit, wollte er eine Szene drehen, wo Cary Grant zusammen mit einer anderen Person am Fließband entlang geht. Und das wollte er ungeschnitten machen. Oh, okay. Rope, äh, nicht Rope, ähm, Cocktail-Fiel. Doch, Rope, Cocktail-Fiel. Ja, Rope, klar. War noch nicht so lange her, wo er damit experimentiert hat, was kann man machen mit so einem One-Shot, beziehungsweise Fake-One-Shot in dem Fall. Und er wollte eine One-Shot-Szene einbauen, wo sie in diesem Automobilwerk sind und am Band vorbeigehen. Und man sollte dann sehen, wie das Auto nach und nach zusammengebaut wird, während dieses Zähne läuft. Eine Sache hätte ich noch, most obvious Hitchcock-Kameo ever. Ja, und nicht nur weit nach vorne gelegt in dem Fall, sondern auch wirklich keine Maskerade, keine Kamuflage, er steht da am Bus, wir sehen ihn in voller Größe, es ist eindeutig, oh, hallo Alfred. Hitchcock eignet sich einfach perfekt für so Movie Legends. Ja, absolut. Ah ne, unsere Liste. Jedes Mal, wenn ich das nochmal höre, wenn ich das höre, bin ich immer wieder irritiert. Wie du es schaffst, dramatisch, pathetisch und gleichzeitig komplett unsicher zu klingen. Ja, und es ist ein beliebtes Trope geworden, gerade in den 90ern. Ende der 90er haben wir ganz viele Filme, die ganz bewusst das voll ausreizen, so voll draufhauen, die meistens alle kacke sind. Oder so 2000er. Also der Klassiker, was das betrifft, so Slacker-Filme. Ey Mann, wo ist mein Auto? Ach du Scheiße. Where's My Car? Ja. Ist, glaube ich, so einer von den Klassikern, was das betrifft. Also wenn wir in diese Periode gucken. Und dann der bekannteste dürfte wahrscheinlich Hangover sein. Naja, genau sowas. So große Pro-Comedy, wo sie eigentlich nur rumlaufen und versuchen herauszufinden, was letzte Nacht passiert ist, weil irgendwas total Irres los ist. Ich auch nicht. Ich muss anfangen. Ja. Und ich würde auch tatsächlich anfangen mit einem Film, der relativ jung ist. Also jung ist viel gesagt, über 25 Jahre alt. Aus dem Jahr 2006, Lucky Number Sleven von Paul McEugan mit Josh Hartnett und Bruce Wills. Und zwar ein Sleven, unser Protagonist, der eine Krankheit hat, die ihn lakonisch werden lässt. Er hat so einen extrem niedrigen Blutdruck oder so. Er reagiert auf alles extrem lakonisch. Gerät durch eine Verwechslung in einen Kampf von zwei Gangstern gegeneinander. Mon Freeman und Ben Kingsley als der Boss, beziehungsweise der Rabi. Die versuchen sich gegenseitig umzubringen und er gerät da irgendwie rein und wird dann beauftragt und hin und her geschickt, obwohl er nichts mit denen zu tun hat. Und läuft eben auch so komplett lakonisch durch das ganze Szenario. Sehr viel von Hitchcock geklaut, sehr viel bestimmt auch von der Unsichtbare Dritte geklaut. Ja, wirklich unterhaltsamer Film, der so ein bisschen im Geist von Guy Ritchie und Tarantino Filmen von der damaligen Zeit ist. Also auch vor allem viel von Guy Ritchie und Tarantino geklaut. Okay. Macht aber wirklich Spaß mit einem großartigen Josh Hartnett und einer tollen Lucy Liu als Love Interest. Ja, cool. Ja, cool. Ja. Auf jeden Fall. Wo bin ich reingeraten? Hollywood. Mein Platz 2 aus dem Jahr 2014. Frank, wirklich eine wunderschöne, kleine Indie-Komödie über einen Musiker, gespielt von Dom Nell Cleason, den man als einen von den Zwillingen bei Harry Potter kennt. Oh. Der ist ein Musiker und gerät durch Zufall an eine Experimentalband, weil deren Keyboarder ausgefallen ist. Er kann halt Keyboard spielen und soll dann für den einspringen. Und wird dann ganz abrupt Mitglied von dieser Band. Und der Kopf dieser Band ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Kopf. Und zwar, niemand weiß, wer es ist. Er heißt Frank. Und er nennt sich selbst Frank. Und er trägt einen riesigen Pappmaché-Kopf. Und zeigt nie sein wahres Äußeres. Ziemlich konsequent. Gespielt von Michael Fassbender. Und unser Protagonist wird dann Mitglied von dieser Band. Und dann gehen sie gemeinsam aufs Land, um ein Album aufzunehmen und zu produzieren. Und es kommt mehr und mehr, stellt sich für ihn die Frage, Gott, wo bin ich da reingeraten? Und was ist das für eine Freakshow? Und entwickelt sich an ganz vielen Punkten, aber ganz anders, als man erwarten würde. Und es ist ein wirklich toller, warmherziger Film, der sich so vor der experimentellen Musik und vor der Kunstkacke verbeugt. Und vor allem mit einem ganz großartigen Frank, der die ganze Zeit diesen Pappmaché-Kopf hat. Der arme Schauspieler. Ja. Kein Credit für irgendwas. Trotzdem präsent ist. Und vor allem unfassbar viel Charisma mitbringt. Einfach durch die Art, wie er redet und wie er sich verhält. Toller Film.
Johannes Franke: So viel kann ich spoilern.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Mein Platz eins, auch ein Klassiker von Orson Welles, der Prozess. Kafka-Verfilmung. Ah. Kafkas, der Prozess ist ja vielleicht so die Blaupause für, wo bin ich da nur reingeraten. Stimmt, ja. Unser Protagonist, Josef K. wird verhaftet und weiß nicht warum, wird angeklagt, versucht da irgendwie rauszukommen und befindet sich in den Mühlen der Justiz und wird da einmal durchgemahlen als ganz normaler Bürger, der nichts gemacht hat. Oder zumindest glaubt nichts gemacht zu haben und bis zum Ende erfahren wir nicht, was ihm denn jetzt eigentlich vorgeworfen wird. Aber es geht eben seinen Weg. Tolle Verfilmung, Orson Welles. Großartig. Tolle Kamera, tolles Schauspiel, tolle Bilder. Unglaublich beklemmend. Fast ebenbürtig mit dem Roman. Was, ich bin jetzt Jesus? Ich soll gekreuzigt werden?
Johannes Franke: Moment mal.
Florian Bayer: Always look on the bright side of life. Wir müssen unbedingt mal einen Monty Python-Film machen. Haben wir noch nicht? Haben wir noch nicht drin? Das ist total absurd, dass wir das noch nicht haben. Fuck. Das Urteil. Dieser Film hat uns zu sagen, dass Logik nicht wichtig ist. Dieser Film hat uns zu sagen, dass eine kohärente Geschichte, dass sinnvoll handelnde Akteure nicht wichtig sind. Und dieser Film hat uns zu sagen, dass man auch einfach mal Zeug aneinander rein kann und Spaß haben kann. Ein Varieté-Film. Deswegen muss ich dir vielleicht doch zustimmen. Wahrscheinlich ist es die Blaupause für einen coolen Hitchcock-Film. Ja, genau. Ein Varieté-Film. Von einem Abenteuer ins nächste.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und wir kreieren irgendwie komische bedrohliche Situationen, die einfach nicht sein müssen. Aber wenn sie nicht wären, wäre es ja langweilig. Ja, genau. Vielleicht ist das Publikum heute einfach anspruchsvoller als damals und sind wir anspruchslos und gehen uns damit zufrieden.
Johannes Franke: Oh Gott, nein.
Florian Bayer: Vielleicht so als Abschluss, wir haben ja jetzt beide schon ein paar Hitchcock-Filme gesehen. Wo würdest du den denn einordnen? Sagen wir mal, du musst jetzt nicht sagen zwischen Film X und Film Y, aber wenn du eine Top Ten von Hitchcock-Filmen machen würdest, wäre er im oberen Drittel, im unteren Drittel? Ich glaube, es ist so ein bisschen der Hitchcock-Film, der schon, also gerade auch in dieser Zeit, in der er sehr erfolgreich war, heraussticht. Weil eben genau aus den Gründen, die du gerade gesagt hast, weil er so eine Abfolge ist von Absurditäten, weil er nicht so minutiös geplant ist. Hitchcock plant sonst minutiös, auch wenn er einen Augenzwinkern hat. Bei Das Fenster zum Hof hat er Spaß und macht Quatsch, aber der Film ist sehr durchkonstruiert und durchkomponiert. Aber das musste er auch bei diesem Film. Und dieser Film ist so ein bisschen der kleine Quatschfilm, der kleine Kobold von Hitchcock, wofür ich ihn sehr schätze. Also er hat mit Sicherheit spannendere Filme gemacht, er hat mit Sicherheit lustigere Filme gemacht. Aber dieser Film ist für mich auf jeden Fall auch eher, vielleicht nicht im obersten Drittel, aber in der obersten Hälfte von den Hitchcock-Filmen, von den Hitchcock-Klassikern. Was ist denn der beste Hitchcock? Der beste Hitchcock? Ich glaube, mein Herz schlägt vor allem für den wirklich späten Hitchcock. Und zwar, Moment, müsste, würde ich, also ich liebe tatsächlich Frenzy. Das ist sein letzter Film. Okay. Ich mag die Vögel. Ja, okay. Aber ist die Vögel stärker als der jetzt? Ja, doch, die Vögel kommt vor dem unsichtbaren Dritten. Okay. Und ich glaube, ich würde auch Frenzy vor dem unsichtbaren, oh, das ist schwierig. Das ist wirklich schwierig. Aber ich würde, Moment, Familiengrab, komplett unterschätzter Film, das ist eigentlich meine liebste Hitchcock-Komödie. Ich würde Familiengrab auf jeden Fall vor diesem Film platzieren, auch weil er lustiger ist. Ja. Und, ja, wir müssen mal noch Hitchcock-Top-10 machen. Also Familiengrab ist sein letzter Film, 1976, ich stehe auf den späten Hitchcock. Die Vögel würde ich auf jeden Fall vor dem platzieren. Frenzy vielleicht so auf einer Ebene. Psycho würde ich, glaube ich, auch davor platzieren dann doch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Vertigo würde ich davor platzieren. Ja, siehst du, da rutscht er schon fast aus dem Top-5 aus. Ah, fuck, fuck, fuck, fuck, fuck, fuck, fuck. Aber es ist ein toller, das Fenster zum Hof ist für mich auf jeden Fall auch ein besserer Film.
Johannes Franke: Hm.
Florian Bayer: Aber es ist ein starker Film. Offensichtlich schafft er es in die Top-10, schafft er es definitiv. Aber dann wird es auch schon knapp an Hitchcock-Filmen, die ich gesehen habe. Er ist besser als Cocktail für eine Leiche. Ja, das ist auf jeden Fall. Ja. Er ist besser als bei Anruf Mord. Er ist besser als über den Dächern von Nizza und er ist definitiv besser als der Mann, der zu viel wusste. Und dann sind wir so in den 50ern, in dem Bereich, wo der Film stattfindet, dann gehört er definitiv zu den Besten. Also mit dieser Ahnungslosigkeit und dem gleichzeitigen Selbstbewusstsein, den Cary Grant durch diesen Film stolpert. Das ist wirklich toll. Danke, dass du mir mit diesem Film nochmal die Möglichkeit gegeben hast, das alles nochmal aufzufrischen. Schön, schön, schön. Falls wir ein bisschen gestolpert sind in dieser Episode, es liegt an dem Film. Das schaffe ich.
Johannes Franke: Und ansonsten.
Florian Bayer: So, Johannes. Ja, ja, ja. Ich hab dich ja in letzter Zeit öfter mit akademischen Werken gequält und mit Filmgeschichte. Ja. Ich glaub, damit sind wir auch noch nicht ganz durch. Oh nein. Wir müssen noch einmal. Noch mehr akademisches Zeug. Ich glaub, wir haben wirklich ein schweres Thema vor uns. Ich möchte mit dir nächste Woche über Triebssublimierung in der Musik reden. Über die Kulturindustrie. Ah. Über weibliche Archetypen. Oh. Und das zentrale Paradigma einer postfeministischen Generation. Ich muss zitieren. If you wanna be my lover, you gotta get with my friends. Wir reden nächste Woche über Spice World. Den Film der Spice Girls. Den Beatles-Film der Spice Girls. Der, wenn ich mich richtig erinnere, besser ist als ein Ruf. Nein, nein, nein, nein, als der rausgekommen ist, ich hab für diesen Film, und vielleicht schaff ich's, die noch zu finden, ich hab für den Film für meine Schülerzeitung eine Rezension geschrieben. Was? Und ich glaub, ich bin ziemlich hart mit ihm ins Gericht gegangen. Und ich war wahrscheinlich so 16. Okay. Oder 15, war das 1997? Ich war ein cooler Teenager, ich dürfte Spice World nicht mögen, ist doch klar. Aber ich hab dann so im Nachhinein gedacht, nee, eigentlich hatte der Film Spaß gemacht. Kann aber auch sein, dass ich das falsch in Erinnerung habe. 1997, das heißt, ich war 15, ich war im Kino und hab den Kino geguckt, um für die Schülerzeitung eine Rezension zu schreiben. Ich versuch die zu finden. Ich guck mal, ich hab meine alten Schülerzeitungen noch irgendwo rumliegen. Vielleicht find ich die, dann kannst du einen Text vom 15-jährigen Plur hören. Und ansonsten werden wir ganz viel über die Spice Girls reden. Natürlich musst du auch in das Debütalbum von der Band reinhören. Okay. Du musst mir auf jeden Fall sagen, wer your favorite Spice Girl ist. Ja, okay, okay. Und ich hoffe, wir werden ganz viel Spaß haben und ein bisschen durch die Swinging Nineties rocken dabei. Die Swinging Nineties rocken, okay. Ciao.
