Episode 271: Roman Holiday – Ein Herz und eine Krone
Ein Herz und eine Krone, was für ein schlimmer Titel für einen so wunderbaren Film!
Wir dürfen Audrey Hepburn in ihrem ersten Großen Film dabei zusehen, wie sie das Dasein als Prinzessin mit strengen Zeitplänen, all work and no play, satt hat und sich aus der Botschaft fort stiehlt um Rom auf eigene Faust zu erkunden. Der Journalist Joe, der die Prinzessin eigentlich hätte interviewen sollen, stolpert in der Nacht über sie, ohne sie zu erkennen. Bei der ersten Begegnung kann er nicht allzu viel mit ihr anfangen, aber als er die Prinzessin in ihr erkennt, sieht er seine Chance DIE Sensationsstory schreiben zu können, wenn er ihr nur lang genug auf den Fersen bleibt und private Details aus ihr heraus holt.
Nun, ihr ahnt es vielleicht schon. Natürlich verliebt er sich in sie, sie verliebt sich in ihn, und die beiden haben einfach die beste Zeit, die man in Rom haben kann. Dass Audrey als Prinzessin andere Verpflichtungen hat, kickt in den letzten Minuten des Films erst wieder rein. Und das Unvermeidliche passiert. Sie muss sich entscheiden und entscheidet sich für… ihre Pflichten der Krone, statt für die Liebe.
What? Plor, hast du damit gerechnet beim Gucken? Oder hast du die ganze Zeit darauf gewartet, dass sie doch noch angerannt kommt, wie bei so vielen RomComs aus der Zeit üblich?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 271: Roman Holiday – Ein Herz und eine Krone Publishing Date: 2026-03-11T06:36:29+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/03/11/episode-271-roman-holiday-ein-herz-und-eine-krone/
Florian Bayer: Das ist ja so ein Running Gag irgendwie, dass in den Liebesfilmen sagen Menschen, bevor sie sich küssen, Hallo. Ich habe sowas noch nie im realen Leben gesehen. Wer macht sowas? Sorry, das habe ich schon durchaus ein paar Mal gemacht. Ciao Cari, Ascoltatori e benvenuti al nostro Podcast di Viaggio. O che a tremo a Roma con una truppe cinematografica americana. Herzlich willkommen, liebes Publikum, zu unserem Reisepodcast. Wir reisen heute nach Rom mit einer amerikanischen Filmcrew.
Johannes Franke: Flo, ich habe kurz gedacht, wenn du jetzt die ganze Zeit auf Italienisch Zeug machst, dann muss ich den Leuten vorher einen deutschen Ausschnitt zeigen. Aber nein,
Florian Bayer: du hast so schlecht Italienisch, dass es keiner glauben wird, dass wir eine italienische Episode haben. Du weißt, dass ich zum 8. Achtel Italiener bin. Was bist du? Ich bin ein Achtel Italiener. Das wusste ich gar nicht. Meine Urgroßmutter, meine grande Mama irgendwas war Italienerin. Ich habe italienische Wurzeln. Ich darf das machen. Das ist nicht rassistisch.
Johannes Franke: Okay. Herzlich willkommen ihr da draußen beim Muss man sehen Podcast, wo wir uns gegenseitig Filme um die Ohren werfen und sagen, du musst den gucken, egal ob du willst oder nicht. Und diesen Film hättest du sicherlich nicht geguckt, wenn ich nicht gesagt hätte, du musst. Mit Sicherheit. Denn du hast endlich mal wieder... in die Wundertüte des Hollywoods der 50er Jahre gegriffen. Yes Und was hast du da rausgezogen? Ich habe Roman Holiday rausgeholt, beziehungsweise im Deutschen ein Herz und eine Krone. Und ich kann euch mal ganz kurz wenigstens erzählen, worum es geht, weil ihr habt den Film ja nicht gerade eben erst gestern gesehen. Und wenn, herzlichen Glückwunsch, dann wisst ihr noch, worum es geht. Aber ich erzähle es ganz kurz. Ein Herz und eine Krone. Was für ein schlimmer Titel für einen so wunderbaren Film. Wir dürfen Audrey Hep... in ihrem ersten großen Film dabei zusehen, wie sie das Prinzessinnen-Dasein mit strengen Zeitplänen, all work and no play, satt hat und sich aus der Botschaft fortstiehlt, um Rom auf eigene Faust zu erkunden. Der Journalist Joe, der die Prinzessin eigentlich hätte interviewen sollen, stolpert im nächtlichen Rom über sie, ohne sie zu erkennen. Bei der ersten Begegnung kann er nicht allzu viel mit ihr anfangen, aber als er die Prinzessin als diese erkennt, sieht er seine Chance, die Sensationsstory zu schreiben, wenn er ihr nur lang genug auf den Fersen bleibt und private Details aus ihr rausholt. Nun, ihr ahnt es schon vielleicht. Natürlich verliebt er sich in sie, sie verliebt sich in ihn und die beiden haben einfach die beste Zeit in Rom. Dass sie als Prinzessin andere Verpflichtungen hat, kickt erst in den letzten Minuten des Films wieder rein und das Unvermeidliche passiert. Sie muss sich entscheiden. und entscheidet sich für ihre Pflichten der Krone statt für die Liebe. What? Plur, hast du damit gerechnet beim Gucken oder hast du die ganze Zeit darauf gewartet, dass sie doch noch angerannt kommt, wie bei so vielen anderen Rom-Coms in der Zeit üblich?
Florian Bayer: Kommt drauf an. Also natürlich habe ich in der grundsätzlichen Laufzeit des Films schon davon ausgegangen, dass es ein Happy End gibt. Aber in den, sagen wir mal, letzten 15 bis 20 Minuten... wo ja diese eigentliche Entscheidung dasteht, da schien es dann schon ziemlich klar zu sein, hatte ich das Gefühl, dass das kein, nicht das klassische BN gibt. Also es gab einfach den Moment, wo klar war, es geht jetzt doch um was anderes. Und es geht doch eher darum, dass sie zum einen ihre Pflichten wieder annimmt und zum anderen ist das wesentliche Thema nicht, ob sie ein Paar werden, sondern wie sie beide mit dieser Begegnung und ihrer letzten Begegnung, die sie daraufhin haben, umgehen.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Also es gab eine Überraschung, aber der Moment der Überraschung war nicht in der letzten Minute, wenn er allein da steht. Da war ganz eindeutig klar, dass sie nicht zurückgelaufen kommt, fand ich.
Johannes Franke: Ja, weil ich muss sagen, ich hatte die Hoffnung so wahnsinnig lange. Mir war es schon klar und ich habe auch gedacht, bitte lieber Film, mach es nicht so, weil ich auch wirklich gedacht habe, jetzt noch ein Happy End irgendwie zusammen zu schustern, wäre ganz schön schwierig für den Film.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: aber ich habe schon noch ein kleines Funken. Hoffnung, naja, als Zuschauer Hoffnung auf ein Happy End, aber vor allem auch die Befürchtung als Filmkondisseur gehabt, dass sie es doch noch machen.
Florian Bayer: Moment, dass wir uns hier klar verstehen. Dieser Film hat ein Happy End. Das ist ein fucking happy fucking End. Ohne jeden Zweifel.
Johannes Franke: Inwiefern willst du das genau ausführen?
Florian Bayer: Wir können gerne schon gleich zum Ende springen. Aber natürlich besteht das Happy End darin, dass sie beide gewachsen sind an dieser Begegnung. Ja,
Johannes Franke: natürlich.
Florian Bayer: Dass sie ihre Rolle mit einer ganz anderen Würde und einem ganz anderen Selbstverständnis wahrnimmt, als sie das davor gemacht hat und dass er eben nicht zum hinterhältigen Paparazzi wird, der er die ganze Zeit war.
Johannes Franke: Ja, eigentlich war.
Florian Bayer: Sondern, dass er sich halt weiterentwickelt und dass er ihr den Respekt entgegenbringt, den sie verdient. Vielleicht erst in den letzten 15 Minuten, aber er bringt ihr diesen Respekt entgegen. Definitiv. Das ist nach diesem Film absolut das beste Happy End, das man sich vorstellen kann, finde ich.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Natürlich in diesem Rahmen des Realismus. der dann reinkickt. Aber ja, das ist es auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und das ist halt das Krasse schon auch, muss ich sagen, weil der Film schon sehr auf dieses Märchenhafte geht. Und man dann irgendwie diese Kurve kriegen muss, ins Realistische. Und das finde ich schon, haben sie gut gemacht.
Florian Bayer: Na, was ich wirklich gut finde an dieser Kurve, dass da, und deswegen hat es mich dann am Schluss nicht so überrascht, dass diese Liebesgeschichte nicht mehr aufgegriffen wird. Die Kurve, die er kriegt, ist halt so komplett ohne Sour Taste. Wenn sie sich da so gegenüberstehen und sie ihn dann erkennt. Und sie alle begrüßt und die Hand gibt und so weiter. Es ist nie das Gefühl eines Missverständnisses oder unterschiedlicher Interessen. Beide sind sich sehr bewusst, wie ihre Rollen sind in diesem Geschehen. Und wie sie ihre Rollen ausfüllen. Und sie machen das einfach mit der Würde, die sie beide zur Verfügung haben. Und gleichzeitig merkt man einfach in den Blick, nein, nein, wir nehmen uns hier nichts übel. Die Sache ist geklärt und die Sache ist gegessen. Und wir haben einen wunderschönen Tag zusammengebracht. Und wir können... total glücklich mit dem sein, was wir haben. Insofern würde ich sagen, ja, natürlich hat der Film ein überraschendes Moment, dadurch, dass er nicht die Liebesgeschichte als das Happy End darstellt, aber gleichzeitig fügt er sich doch sehr stark und sehr passend in den Hollywood Filmkanon der 50er Jahre ein, indem er ein Ende liefert, mit dem ich absolut glücklich und zufrieden bin.
Johannes Franke: Absolut, absolut. Was ich interessant finde, ist, dass Amerika zu der Zeit ja eher den Individualismus gefeiert hat und weniger den Zweck für die Gemeinschaft. Und insofern ist das Musik Ende hier eben nicht nur ein Nicht-Happy-End, was typisch für die Zeit gewesen wäre vielleicht, obwohl es auch damals genug Filme gab, die kein klassisches Happy-End hatten. Casablanca fällt mir jetzt spontan ein. Ja,
Florian Bayer: auch sehr ähnlich tatsächlich von der Art, wie die Liebesgeschichte glücklich endet.
Johannes Franke: Ja, und auf der anderen Seite eben tatsächlich auch untypisch für Amerika, weil ich jetzt gedacht hatte, dass sie nicht so sehr auf dieses Royale gehen würden. Es ist ja kein englischer Film, der vielleicht noch andere Interessen daran hat, eine royale Geschichte zu erzählen.
Florian Bayer: Und doch gibt es ja diesen Sieg des Individualismus. Sie löst sich ja auch von ihren Vorgaben und sie löst sich von der höfischen Etikette und wenn sie dann sagt, dass ganz eindeutig Rom ihre Lieblingsstadt ist und das die Stadt ist, wo sie die schönste Zeit verbracht hat, dann merkt man ja, sie ist gereift, auch im Sinne, dass sie sich nicht mehr so an diese Etikette halten muss. Und wenn wir das vergleichen mit der Anfangsszene, wo sie verzweifelt nach diesem Schuhficht,
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: den sie verloren hat. Und dann sehen wir sie in der Endszene stehen, sie ist einfach mal 10 Jahre älter geworden. Und zwar im positiven Sinne. Nicht so, wie man einer Frau sagt, du bist 10 Jahre älter geworden. Sondern wie man Audrey Hepburn sagen kann, du bist 10 Jahre älter geworden. Du bist nicht 10, sondern du bist jetzt 20. Glückwunsch.
Johannes Franke: Lass mich das kurz an meiner Freundin ausprobieren. Ey, du bist 10 Jahre älter geworden in den letzten Tagen.
Florian Bayer: Pasch. Wir unterbrechen diesen Podcast für eine kurze Verarztung.
Johannes Franke: Oh nein. Also, Ähm. Ich finde, dass du einen ganz guten Segway hast, gerade dass wir mal kurz zurückspulen für den Anfang und zwar nicht nur den Anfang dieses Films, sondern den Anfang überhaupt. Wie ist dieser Film entstanden? Was ich total spannend und beeindruckend finde, was da alles dran rumgezerrt hat in diesem Stoff. Dieser Stoff,
Florian Bayer: der ursprünglich von Dalton Trumbo kam.
Johannes Franke: Wir haben über Dalton Trumbo schon geredet. Also wenn ihr die ganz ausführliche Nummer wollt. Wir werden auch hier ein bisschen darüber reden, weil ich finde, das gehört schon dazu und ist so wichtig. Aber die ganz große Kurve machen wir über Dalton Trumbo tatsächlich in der Folge über Johnny got his gun.
Florian Bayer: Johnny zieht in den Krieg. Ist schon länger her, dass wir darüber geredet haben. Und da haben wir uns sehr viel mit ihm auseinandergesetzt, auch mit seiner Geschichte. Vielleicht schaffen wir es, es ganz kurz zu fassen.
Johannes Franke: Ja. Er hat tatsächlich als, naja, in einer Zeit, wo Amerika nicht so gut darauf zu sprechen war, wenn man sehr links war, war er halt sehr links.
Florian Bayer: Ja. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei 1943 und ist dann tatsächlich wieder ausgetreten, sollte aber, 1947 glaube ich, oder so ist er wieder ausgetreten. Ja,
Johannes Franke: weil ihn die genervt haben, die Leute. Weil ihn genervt haben,
Florian Bayer: er war kein Ideologe. Aber das sollte ihm zum Verhängnis werden, weil wir befinden uns in der McCarthy-Ära. Ja. Und auch wenn in der Zeiten der... Dalton Trumbo dann vor Gericht stand, McCarthy noch gar nicht so eine große Rolle gespielt hat, ist diese Ära einfach nach ihm benannt, weil er der große Kommunistenjäger war. Und wie viele andere Kommunisten stand Dalton Trumbo auf der Abschussliste? In diesem Fall die Abschussliste von dem Haus gegen anti-amerikanische Umtriebe. Un-American, so war es. Ja,
Johannes Franke: Un-American Activities.
Florian Bayer: H-U-A-C, Haus... Un-American Activities Committee. Und vor das wurde er vorgeladen mit ganz vielen anderen und er hat zu den berühmten Hollywood Ten gehört, die Tatsache, tatsächlich erschienen sind und nicht mitgearbeitet haben, sondern gesagt haben, nein, wir verraten unsere Freunde nicht, wir machen hier keine Aussagen. Und die wurden alle wegen Missachtung des Kongresses, was war es genau? Missachtung des Kongresses. Dafür wurden die verurteilt. Unter anderem auch Trumbo und der kam sogar in den Knast. Zehn Monate. Zehn Monate im Gefängnis.
Johannes Franke: Und nach seiner Entlastung war er finanziell komplett ruiniert und er hatte quasi Arbeitsverbot.
Florian Bayer: Ja, er stand auf der berüchtigten schwarzen Liste von Hollywood. Dann sind wir Anfang der 50er Jahre, 1950 saß er im Knast. Und dann ist er halt abgehauen mit seiner Familie nach Mexiko, weil in Hollywood war nicht mehr zu holen und hatte aber weitergeschrieben und hat auch für Filme geschrieben.
Johannes Franke: Unter Pseudonym geschrieben einfach. Also was heißt Pseudonym? Er hat Freunde gehabt, die sozusagen seine Werke für ihre ausgegeben haben, ihm einen großen Teil des Geldes überlassen haben, vielleicht auch ein bisschen was selber behalten haben. damit er überhaupt arbeiten kann, mit der er schreiben kann. Und so ist es auch gekommen, dass dieser Film genauso von Dalton Trumbo geschrieben, aber eben nicht, er hat nicht mal den Oscar dafür bekommen, zumindest nicht bis in die 70er.
Florian Bayer: Wer ihn dafür bekommen hat, ist Ian McLellan Hunter. Der war der Deckmann für Dalton Trumbo, das war ein Freund von ihm. Und Trumbo war auch nicht der Einzige, für den er das gemacht hat. Der hat gesagt, ja, ja, schreib das, ich bin quasi dein, ich bin deine Kamouflage, ich stehe hier in der Front. Und der hat dann ja auch tatsächlich, der Film wurde für den Oscar nominiert und hat ihn auch gewonnen für die beste Story. Und Ian McLellan Hunter hat ihn angenommen und stand dann auch ganz lange als der Preisträger für diesen Film da, bis das später geändert wurde, Gott sei Dank. Ja,
Johannes Franke: 1993, ich habe jetzt gerade 70er gesagt, das waren die 93, 1993, lange nach seinem Tod, hat dann eben die Academy gesagt, sorry, uns ist da so ein kleiner Fehler unterlaufen.
Florian Bayer: Wir haben da ein bisschen zu viel mitgespielt bei diesem McCarthy-Scheiß.
Johannes Franke: Und dann hat er eben tatsächlich bei neueren Veröffentlichungen des Films einen Credit auch im Vorspann im Film bekommen und so.
Florian Bayer: Genau, das wurde alles angepasst, dann auch für die Blu-Ray- und DVD-Veröffentlichungen, die in der Folge kamen. Ganz spannend, der Film sollte ja ursprünglich von einem auch uns bekannten Regisseur gedreht werden.
Johannes Franke: Wäre auch interessant gewesen.
Florian Bayer: Frank Capra, der total passt zu diesem Film.
Johannes Franke: Absolut. Wir haben über It's a Wonderful Life geredet.
Florian Bayer: Genau, letztes Jahr. Und Frank Capra war einfach der Typ für romantische Komödien. Der hat 1934 gedreht, das Geschei in einer Nacht. Eine Komödie, die offensichtlich sehr ähnlich ist von der Handlung wie dieser Film. Und Frank Capra war ursprünglich geplant als Regisseur, wollte das machen. Der hatte die Rechte daran sogar. Und hat dann aber doch zurückgezogen in den 40ern, weil er gesagt hat, mit diesem Kommunistenschwein will ich nichts zu tun haben. Ja, ganz so formuliert hat er es nicht.
Johannes Franke: Aber er hatte... Ein bisschen Angst um seine eigene Reputation, wenn er zu viel mit ihm zu tun hat. Es gab aber auch noch andere Gründe, die er mit vorgegeben hat. Er hat auch gesagt, ich habe ein bestimmtes Budget im Kopf und das sind zwei Millionen. Und diese zwei Millionen will ich für eine Produktionsfirma. Und die Produktionsfirma hat gesagt, wir haben noch nie mehr Geld als 1,5 Millionen Dollar für einen Film ausgegeben. Ich glaube, wir fangen auch diesmal nicht damit an. Was später sich doch drehen sollte. Ja, allerdings. Und er dann gesagt, ja, also dann unter den Vorstellungen, die ihr habt, können wir das nicht unter zwei Millionen machen. Also ziehe ich mich hier raus. Er wollte nämlich eigentlich Elizabeth Taylor und Cary Grant in den Rollen haben.
Florian Bayer: Ja, klassische Hollywood-Darlings der damaligen Zeit.
Johannes Franke: Wäre auch ein Film geworden, so ist es nicht. Aber ich glaube, mit Elizabeth Taylor, ne, bin mir nicht ganz sicher. Und Cary Grant könnte ich mir schon auch vorstellen, aber der hätte vielleicht nochmal mehr Komödie aufgedreht.
Florian Bayer: Würde ich beidem zustimmen. Also Elizabeth Taylor, sie hätte die Rolle halt natürlich ganz anders interpretiert. Es wäre eine ganz andere Prinzessin Anne geworden mit ihr. Und so wie der Film funktioniert, wie auch sie als Figur funktioniert und reift, fällt es mir sehr schwer, mir das vorzustellen.
Johannes Franke: Ja, mir schon auch tatsächlich. Wahrscheinlich hätten sie es auch ein bisschen anders gemacht und das Drehbuch sah auch ein bisschen anders aus, muss man sagen. Also es gab schon auch noch andere... Änderungen, die dann dazu geführt haben, dass das vielleicht auch besser zu Audrey Hepburn gepasst hat und so.
Florian Bayer: Paramount hat die Rechte von Frank Capra gekauft und hat dann gesagt, wir nehmen William
Johannes Franke: Wyler. William Wyler hat vorher vor allem Dramen gemacht. Also der hat ja gar nicht so viel Komödie-Erfahrung und er wollte auch vor allem diesen Film dann machen, damit er mehr Komödie-Erfahrung hat. Der hat vorher sowas wie The Best Years of Our Lives gemacht oder Detective Story.
Florian Bayer: Zwei Oscars hat er schon gewonnen. Er war sehr angesehen. Ja,
Johannes Franke: ja, ja.
Florian Bayer: Und er hatte einen unglaublich guten Ruf und gehörte nicht nur zu den angesehensten Regisseuren in Hollywood zu der damaligen Zeit, sondern es war auch... Er war auch... der Regisseur, wenn der einen Film macht, dann hat der Film Geld gebracht.
Johannes Franke: Aber er hat auch, man muss auch, man sagt immer, er hat die Änderungen mit reingebracht mit Audrey Hepburn und so weiter, aber die Produktionsfirma hat ja vorher schon die zwei Millionen gesehen als Preisschild von Capra und hat dann gesagt, so und wir wollen Elizabeth Taylor werden, die ist uns zu teuer, mach was. Und dann hat aber William Wyler gesagt, ja komm, ich wollte die sowieso nicht, die ist mir viel zu italienisch-europäisch, also von der Art und Weise, wie sie ist. Er wollte halt unbedingt, dass die Hauptfigur da so ein bisschen raussticht und nicht so sehr untergeht in diesem italienischen Flair, was da sowieso dann herrschen wird.
Florian Bayer: Aber es war auch schon so ein bisschen Copying, weil er hat, also von Hepburn war er ganz am Anfang auch nicht so begeistert, zumindest als er gehört hat, dass die kommen soll.
Johannes Franke: Also nach dem Casting war er total begeistert.
Florian Bayer: Nach den Testaufnahmen war er absolut begeistert, aber davor hat er glaube ich drauf geguckt und schon eher so gedacht, ach ja, weiß nicht. Also er wollte ja tatsächlich... Weil das Ding in Italien stattgefunden hat, wollte er irgendwie eine Darstellerin haben, die anders ist als diese großen Film-Diven, die in Italien damals rumgelaufen sind, die man mit Italien assoziiert. Und es ist ziemlich brutal, wie er über Audrey Hepburn dann redet. Willst du es zitieren?
Johannes Franke: Nein, ziti du ruhig. Ich möchte diese Worte nicht zum Mund nehmen.
Florian Bayer: No arse, no tits, no tight-fitting clothes, no high heels, in short a Martian. Ein Martianer.
Johannes Franke: Ein Alien in Italien. Ja, aber das war das, was er auch wollte. Er wollte jemanden, der so ein bisschen raussticht und nicht einfach so irgendwo untergeht. Und das tut sie tatsächlich ja auch.
Florian Bayer: Dazu müssen wir das Stichwort Italien jetzt sagen. Das war nämlich alles andere als üblich, was er gemacht hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Diesen Film komplett in Rom zu drehen.
Johannes Franke: Wollte Capra ja auch schon.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und deswegen war er auch so teuer, weil er gesagt hat, also Elizabeth Taylor und Rom und so, das kostet alles Geld. Und dann hat das Studio gesagt. okay, folgender Kompromiss, du nimmst nicht Elizabeth Taylor und da war Wyler ja sowieso dabei und hat gesagt, gut, nehmen wir eine andere und du musstest in Schwarz-Weiß drehen. Weil Farbe wahnsinnig teuer war.
Florian Bayer: Ja, was ich tatsächlich wirklich traurig finde in diesem Fall. Wir haben so viel schon über Filme geredet und über Schwarz-Weiß-Ästhetik und wie Schwarz-Weiß-Ästhetik Filmen so einen ganz eigenen Look gibt.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Und ich gucke mir diesen Film an und denke... Boah, hätte dem Technik-Haller so gut zu Gesicht gestanden. Ja,
Johannes Franke: absolut, absolut. Und das Geld hat er ja wieder reingebracht.
Florian Bayer: Sie hätten es machen können. Sie hätten es machen können. Das ist die Tragik daran.
Johannes Franke: Aber man ist halt am Ende erst schlauer, glaube ich. Ich verstehe das schon, dass man dann sagt, ja komm, wir haben noch nie mehr als 1,5 Millionen ausgegeben und jetzt sagst du hier so 2 Millionen. Und es sind am Ende ja noch mehr geworden. Irgendwie 2,2 oder sowas.
Florian Bayer: Es ist ziemlich teuer geworden. Und gleichzeitig, wenn ich natürlich die Waage halten muss und sagen muss, okay, wir haben hier Originalschauplätze auf der einen Seite und in schwarz-weiß und auf der anderen Seite haben wir Technicolor, aber dafür im Studio, würde ich mich jederzeit für die Originalschauplätze in schwarz-weiß entscheiden.
Johannes Franke: Beziehungsweise ist das nicht unbedingt das gewesen, was damals so gang und gäbe war. Also dieses Studiosystem heißt ja nicht umsonst Studiosystem, weil auch daran nicht nur das... das Wort Studio im Sinne von, dass es die Firma hängt, sondern das sind ein Haufen riesigen große Soundstages, auf denen alles aufgebaut wurde. Alles. Wenn man sich die ganzen Tanzfilme von damals anschaut, wenn man sich anschaut, wie Gene Kelly irgendwo mit Rollerskates lang tanzt, dann ist das alles ein riesiger Set. Und das on location in Rom zu machen, das war eine krasse Entscheidung. Ja.
Florian Bayer: Und vor allem, weil damals Italien, das war ja gar nicht so leicht damals in Italien. Es gab diese christdemokratische Partei, die Konservativen. Die haben in den 50ern, hat offensichtlich ein Politiker von denen versucht, so eine Art Wahlgesetz durchzusetzen, was ihnen die Macht sehr doll sich hat. Hast du die Politik von Italien durchforstet? Tut mir leid, ich konnte nicht anders. Ich sage den Namen jetzt garantiert falsch. Alcide de Gasperi, der damalige Ministerpräsident und das Ding hat verdammt nach Mussolini gerochen. Die Italiener waren noch nicht so lange aus der Diktatur raus. Der Zweite Weltkrieg war noch nicht so lange vorbei. und dann gab es natürlich da auch... Gegenbewegung. Dann haben die Leute protestiert, dann haben sich die Leute dagegen gestellt. Was einen Filmdreh in Rom auf den Straßen verdammt schwierig macht, wenn du Leute hast, die da auch protestieren wollen und da Plakate hängen und die einfach den politischen Aufstand gegen dieses Gesetz proben.
Johannes Franke: Und das haben sie ja auch. Also sie hatten auch tatsächlich Probleme mit Schaulustigen, mit einem Haufen Leuten, die da irgendwie rumstanden. Das hat die Tonaufnahmen wahnsinnig schwer gemacht, weil die auch laut waren. Es ist nicht leicht gewesen.
Florian Bayer: Es ist nicht leicht und sie sind so stolz drauf. So stolz, dass sie ganz am Anfang eine riesige Tafel haben, die allen Leuten sagt, das ist Kein Studiofilm.
Johannes Franke: Dieser Film war komplett in Rom gedreht. Man muss dazu sagen, dass es damals schon die Beschreibungen und langsam so auch immer berühmter wurde, dieses Konzept von wir machen einen Reisefilm. Also wir machen eine fadenscheinige Story, aber wir gehen irgendwo hin, um den Leuten zu sagen, guck mal, und so sieht Rom aus. Und oh boy, ist das ein Reisefilm geworden. Absolut. Und sie haben eben auch mit der Story schon versucht, sich davon abzuheben, weil sie haben schon während sie es gemacht haben gemerkt, okay. Wir werden verglichen werden mit solchen Filmen. Und für uns als Vergleich ist das eher so der Vergleich zum Groschenroman.
Florian Bayer: Und das hätten wir nicht gerne. Und die dummen Italiener, also das dumme Tourismusministerium in Italien hat gesagt, wir wissen gar nicht, ob wir euch das wirklich geben wollen.
Johannes Franke: Ja, aber wie bescheuert. Ja gut, okay, sie wissen nicht, was es wird. Sie kennen Audrey Hepburn noch nicht. Sie wissen nicht, was das alles mit sich bringen könnte.
Florian Bayer: Sie hatten vor allem Angst davor, dass zu viele Stereotype über Italien rauskommen. Ja, natürlich. Was so ein Quatsch ist, ne? Also wenn man sich anguckt, was sie, also klar, sie wussten es nicht, aber wenn man sich anguckt, wie dieser Film mit Italien und mit Rom und mit diesen Schauplätzen umgeht, es ist natürlich ein ganz schönes Werbevideo, ne? Also es ist wirklich so. Rom, Italien, kommen Sie.
Johannes Franke: Man hat die ganze Zeit drauf,
Florian Bayer: dass so ein Logo von einer Fluggesellschaft kommt.
Johannes Franke: Italien Air. Und jetzt kommen Sie bitte vorbei. Hier haben wir das mit dem Mund, wo das Monster zubeißt. Hier haben Sie diese große Treppe. Es ist unglaublich. Es ist aber auch, muss ich sagen, Rom dadurch eine eigene Hauptfigur, auch wenn es so ein Klischee ist, das zu sagen. In diesem Film passt das absolut.
Florian Bayer: Es ist voll das Klischee, aber ja, natürlich, es passt absolut. Was sie wirklich ganz gut geschafft haben, also natürlich sind diese großen Touristendinger dabei. Und es gibt auch diesen Augenrollmoment, wenn sie dann durchs Kolosseum laufen und du feststellst, es bringt nichts für die Story. Also im Gegensatz zum Beispiel zu diesem Mund an der Kirche. Ja, ja, ja. Bringt das Kolosseum nichts für die Geschichte.
Johannes Franke: Aber es ist toll zu sehen, muss ich sagen.
Florian Bayer: Es sieht schön aus, natürlich. Es sieht alles schön aus. Was ich sagen wollte, was gut ist, sie haben halt auch die kleinen Sachen. Sie haben nicht nur die spanische Treppe, sie haben nicht nur das Kolosseum, sondern sie haben halt auch diese Straße, in der unser Protagonist Joe lebt. Und das Boot. Die einfach so eine kleine italienische Gasse ist. Sie haben dieses Boot, sie haben ein Polizeirevier, sie haben halt auch einfach so ein paar italienische Passanten, die sie im Bild mit drin haben. Und dadurch ist es nicht zu sehr, wir klappern jetzt die großen Touristenziele ab.
Johannes Franke: Genau. Also insofern bin ich mit diesem Reisemodus sehr befriedet. Ich glaube, Farbe, um den Bogen zu schlagen, hätte dem noch eins draufgesetzt und wäre vielleicht sogar noch weniger ernst genommen worden. Also weil in Farbe dann auch noch alles zu zeigen und hier ist das Kollision und hier ist das und hier ist das. Vielleicht wäre es wirklich zum Reiseführer verkommen.
Florian Bayer: Ja, es ist schon so sehr Reiseführer, dass ich denke, es ist wirklich ein Verbrechen, dass der Film nicht in Farbe gedreht wurde. Also ich meine, es sind wirklich schöne Bilder, es sind auch in Schwarz-Weiß schöne Bilder, aber ich sehe die Bilder in Schwarz-Weiß und denke, ach, hätten die schön in Farbe ausgesehen.
Johannes Franke: Es gibt kolorierte Versionen davon, ich habe sie nicht gesehen, aber es gibt welche. Und es ist ja immer so ein kleines bisschen... halbes Verbrechen, so einen Schwarz-Weiß-Film zu kolorieren.
Florian Bayer: Aber in diesem Fall, ich kann's mir schon, also ich verstehe schon, warum man das macht. Leute, guckt euch mal kolorierte Versionen an Flächen Part 10 und sagt uns, was ihr davon haltet. Ja,
Johannes Franke: genau.
Florian Bayer: Also das Ding ist ja so, Technicolor, was damals einfach die Art war, Filme zu kolorieren, hat Filmen ja auch immer schon so eine gewisse Künstlichkeit gegeben.
Johannes Franke: Ja, einfach wegen der Technik, wie das aufgenommen wurde.
Florian Bayer: Und das hätte der Film dadurch auch mehr gehabt? Also das Das Schwarz-Weiß gibt ihm vielleicht auch auf der visuellen Ebene ein bisschen mehr Realismus nochmal. Ja,
Johannes Franke: ein bisschen mehr Bodenständigkeit. Ja,
Florian Bayer: wahrscheinlich auch das. Aber ja, eigentlich will man, dass die Farben reinkicken in diesen Momenten. Ja,
Johannes Franke: eigentlich schon. Ach, und auch ihre Kleider. Wir müssen über Edith Head reden übrigens, die die Kleider gemacht hat. Wir haben nämlich schon mehrere Filme hinter uns, wo Edith Head die Kostüme gemacht hat.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und Edith hat... Da kommst du nicht drum rum und dass wir über sie noch nicht ausführlicher gesprochen haben, ist ein bisschen traurig, muss ich sagen. Leute, wir machen eine kleine Detour. Es kann ein bisschen dauern.
Florian Bayer: Macht euch einen Tee. Das ist voll dein Thema, wenn es so um Kostüme geht und sowas.
Johannes Franke: Oh, ich liebe es.
Florian Bayer: In welchen Filmen hatten wir sie denn, die wir besprochen haben?
Johannes Franke: Ach, fuck, jetzt habe ich nicht vorbereitet. Das ist gemein.
Florian Bayer: All About Eve.
Johannes Franke: All About Eve auf jeden Fall. Sunset Boulevard. Sunset Boulevard.
Florian Bayer: Das sind, glaube ich, die beiden großen.
Johannes Franke: Ja. Man muss sagen, wenn man sich die großen Filme von damals anschaut und jetzt nicht in die ganzen kleineren Sachen reingeht, man hat eine wahnsinnig hohe Chance, dass egal wo du hintrittst, Edith Head war dabei.
Florian Bayer: Sie hat über. 400 Filme gemacht.
Johannes Franke: Über 400 Filme. Und man sagt zwischendurch, über 1000 ihre Finger auch noch im Spiel gehabt. Aber ich weiß nicht, wie viel daran ist, weil das...
Florian Bayer: 35 Oscar-Nominierungen.
Johannes Franke: Das ist unglaublich. Wie kann man verdammt nochmal 35 Oscar-Nominierungen quasi jedes Jahr, fast jedes Jahr hat sie eine Oscar-Nominierung bekommen, seit es die Oscars für Kostüm überhaupt gibt. In einem Jahr hat sie... Zwei Oscars für Kostüm bekommen, weil sie damals noch Farbfilm und Schwarz-Weiß-Film auseinanderklamüsert haben.
Florian Bayer: Sie hat acht Oscars insgesamt gewonnen.
Johannes Franke: Acht Stück. Sie hat sie als ihre Kinder bezeichnet.
Florian Bayer: Keine Frau in der Geschichte Hollywoods hat so viele Academy Awards gewonnen wie diese Frau.
Johannes Franke: Es ist der absolute Wahnsinn. Und diese Frau hat sehr klein angefangen. Sie hat sehr zurückgezogen gelebt, sie war sehr schüchtern und sie hat dann... als Lehrerin irgendwie gearbeitet und zwar um Französisch zu unterrichten und dann um mehr Geld zu verdienen, hat sie gesagt, ich kann auch noch Kunst unterrichten, kein Problem. Dabei hatte sie davon nur so ein bisschen. Und dann hat sie selber sich eingeschrieben für einen Kurs in Kunst, um das, was sie am Tag gelernt hat, am nächsten Tag den Kindern beizubringen. Geil. Weil sie das Geld brauchte. Und sie hat als Lehrerin und mit ihrem Partner zusammen nicht so viel Geld verdient, dass das wirklich gereicht hätte. Und dann hat sie eben auch über die Schule, wenn Cecil B. DeMille wieder einen Film gedreht hat, hat die Schule tatsächlich frei gehabt und hat das Set einmal besucht. Da gab es so eine Kooperation. Und dadurch hat sie so ein kleines bisschen Einblick bekommen. Und dann gab es irgendwann in der Zeitung eine Anzeige. Wir suchen einen Sketch-Artist. Und das hat sie gesehen und hat gesagt, ja, warum nicht, da wird mehr bezahlt. Also gucke ich mal. Und fand das irgendwie geil. Problem war, sie hat dort, wo sie ein bisschen Kunst gelernt hat, hat sie bisher nur so Seascapes gemalt. Also Küstenbilder. Sie hatte keine Ahnung. Und dann war aber ein Portfolio gefordert. Und sie hatte kein Portfolio, außer diese Seascapes. Und dann hat sie sich von ihren Mitschülern die Bilder ausgeliehen und hat die mit abgegeben. Mit den Worten, guck mal, wir machen alles Mögliche da in der... Und hat nicht direkt gesagt, das sind meine, sondern hat gesagt, guck mal, das sind so die Sachen, die wir da so machen.
Florian Bayer: Die wir machen. Aus einem Wir kann schnell ein Ich werden, wenn du ein paar Referenzen brauchst. Ist das geil. Und tatsächlich, der Typ, der sich das angeschaut hat, hat gesagt, wow, so viel Talent in einem Portfolio habe ich noch nie gesehen. Ja, kein Wunder. Und es divergiert. Man hat das Gefühl, dass das mehrere Leute gemacht hätten. Wahnsinn. Wenn ich sowas... Ida, willkommen an Bord.
Johannes Franke: Genau, willkommen an Bord.
Florian Bayer: Sie war von Anfang an bei Paramount tätig, ab den 20ern, also wirklich schon in der Frühzeit Hollywoods. Ja,
Johannes Franke: also sie hat tatsächlich auch Stumpffilme mitgemacht, also mit dem Stumpffilm angefangen und ist dann dort groß geworden. Sie haben schnell gemerkt, dass sie das vielleicht auch nicht ganz so kann, wie sie gehofft haben, dass sie das kann mit den Zeichnen. Sie musste ja vor allem Kostüme zeichnen, Entwürfe zu Ende bringen und die dann diskutieren mit den Leuten, die sie tragen sollten, die Kostüme. sie konnte eben Spanisch und Französisch und hat sich dadurch dort auch ein kleines bisschen unabdingbar gemacht. Also nicht wegen ihrer zeichnerischen Fähigkeiten, sondern eben vor allem wegen der kommunikativen Fähigkeiten. Und weil sie auch vor allem sehr hart gearbeitet hat. Also sie war einfach sehr gut in dem, was sie da eben zu tun bekam. Und dann hat der Typ, mit dem sie zusammengearbeitet hat, einfach gesagt, na gut, komm, dann bring ich es dir schnell bei, wie ich das hier mache. Und dann hat sie das tatsächlich auch gelernt ad hoc mit ihm.
Florian Bayer: Und dann ist es so richtig abgegangen mit ihr, wenn sie alles eingekleidet hat.
Johannes Franke: Das ist unglaublich. Wahnsinn. Also sie hat ja angefangen, da haben wir auch drüber geredet, Wings. Das war eine der ersten Sachen. Clara Bow, oder wie sie heißt, hat sie das erste Mal so ein bisschen was mit ihr alleine machen dürfen, weil der eigentliche Head of Department hat gesagt, ich komme mit der Frau nicht so richtig klar. Macht ihr das mal unter Frauen aus? Und so sind viele Frauen damals zu ihren Jobs gekommen, weil die gesagt haben, macht mal das unter Frauen aus. Und dann hat sie irgendwie sich nach und nach unabdingbar gemacht und durfte dann irgendwann, sie hat dann mit Mae West She Done Him Wrong gemacht, da hat sie erstmal auch wirklich einen Credit bekommen, den hat sie vorher nicht bekommen und dann das richtig große, wo sie wirklich auch sehr viel Zuspruch bekommen hat, war der The Jungle Princess. Jungle Princess klingt schon so, als wäre das ein ganz ganz frei von Rassismus, würde ich sagen.
Florian Bayer: Du hast ihn wahrscheinlich auch nicht gesehen, oder? Nein,
Johannes Franke: den habe ich nicht gesehen, keine Ahnung.
Florian Bayer: Und dann die Liste der Frauen, die sie in den 40ern und 50ern eingekleidet hat. Betty Davis, Ginger Rogers,
Johannes Franke: Paulette Goddard,
Florian Bayer: Rita
Johannes Franke: Hayworth, Fred Astaire, obwohl sie vor allem die Frauen gemacht hat viel, aber Ginger Rogers,
Florian Bayer: Grace Kelly,
Johannes Franke: Wahnsinn, absolut.
Florian Bayer: Elizabeth Taylor, Shirley MacLaine, sie hat sie alle angezogen.
Johannes Franke: Ingrid Batman.
Florian Bayer: Ohne sie wäre Hollywood nackt gewesen.
Johannes Franke: Angela Mansbury, Betty Davis, Loretta Young. Ja, Wahnsinn. Also sie hat wirklich eine unglaubliche Liste über 400 Filme, haben wir ja schon gesagt. To Catch a Thief, wenn ihr die, wir können jetzt ganz viele Filmtitel nennen, aber mit Sicherheit kennt ihr ein oder zwei davon mindestens, wenn ihr aus der Zeit Filme kennt.
Florian Bayer: Und wenn ihr aufmerksam unseren Podcast hört.
Johannes Franke: Ja, genau. Und davon gehen wir ja aus.
Florian Bayer: All About Eve, Sunset Boulevard.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Scared Stiff? Sie hat Scared Stiff angezogen. Diesen albernen Film mit Dean Martin und Jerry Lewis.
Johannes Franke: Unsere Dark Age unseres Podcasts. Diese beiden Filme, die wir einfach genommen haben, weil sie gut klangen vom Titel her.
Florian Bayer: Nee, der war nicht dabei. Den hab ich dir... Wirklich? Du hast gesagt, du willst einen Dean Martin und Jerry Lewis Film machen. Ach so. Ich hab gesagt, ich kenn da kaum einen. Ich kenn da diesen einen komischen Scared Stiff.
Johannes Franke: Das war nichts. Floor. Also ich habe schon wieder verdrängt, dass du mir den gegeben hast.
Florian Bayer: Das ist ein bisschen Guilty Pleasure. Sabrina, sie hat Audrey Hepburn nicht nur hier angezogen, sondern auch in Sabrina.
Johannes Franke: Die Geschichte mit Audrey Hepburn ist ein bisschen schwieriger leider, weil sie mit Givenchy dann geflirtet hat, Audrey Hepburn. Und Givenchy war Konkurrenz und Edith Head war nicht begeistert und das war schwierig. Naja, auf jeden Fall hat sie wahnsinnig viele Leute eingekleidet. Und das Tolle war, was sie hervorstechen hat lassen, war, dass sie mit allen irgendwie klarkam. Sie hat es echt geschafft, mit den SchauspielerInnen vor allem eine enge Bindung aufzubauen und mit denen zusammen die Kostüme zu besprechen und zu machen. Das war damals auch nicht selbstverständlich, dass man sich so sehr auf die Wünsche der SchauspielerInnen irgendwie stützt und dass sie aber auf der anderen Seite mit den Regisseuren auch total gut klarkommen und mit den Produzenten, sodass sie tatsächlich bei so vielen Leuten einfach einen Stein im Brett hatte und bei allen wahnsinnig beliebt war. Obwohl sie, muss man sagen... Eine Frau, die recht kalt wirkte und nie gelächelt hat. Was ein bisschen daran lag, dass sie Vorderzähne hat, die sie sich hat wegmachen lassen und als Kind immer als Biber bezeichnet wurde. Das hat sie, glaube ich, dazu gebracht, dass sie nicht so richtig viel lächeln wollte.
Florian Bayer: Ich finde, wenn ich die auf Fotos sehe, wirkt die so großartig und so interessant. Ja,
Johannes Franke: wahnsinnig interessante Frau. Ich habe in den letzten Tagen mir... Ganz viele Radiointerviews mit ihr reingezogen. Weil sie eben auch das große Fashion-Icon wurde und privat aber viel konservativer angezogen war, als sie die meisten ihrer Figuren angezogen hat in den Filmen. Und sie war aber diejenige, die man fragen musste, wie sollte man sich denn heute anziehen. Sie hat zwei Bücher geschrieben, sie ist viel im Radio und im Fernsehen aufgetreten als diejenige, die das sagen kann, was man denn machen muss. Und dann habe ich beim Angucken, beim Anhören gedacht. Tolle Frau, aber also Feminismus kann man hier nicht erwarten. Die war wirklich so richtig, richtig konservativ leider und es tat so weh beim Hören, wo ich dachte, ja, sie hat ganz viele tolle Sachen gemacht, aber sie redet schon echt viel von so Sachen wie muss eine Frau aussehen, damit sie einen Partner findet und damit sie heiraten kann und damit das irgendwie alles so, wie das halt in der Zeit üblich war, funktioniert. Also progressiv, ne.
Florian Bayer: Es ist halt auch der Konservatismus des Klassischen Hollywood, der ja auch hier in diesem Film totale Eingang findet. Ja, ja, ja. Jetzt könnte man meinen, ach, Kostüme, ja klar, natürlich schön was für die Augen, damit der Film gut aussieht, spielt sonst keine große Rolle. Aber natürlich erfüllen die Kostüme in diesem Film auch einen Zweck und vor allem die Kostüme von Audrey Hepburn. Und ich fand es wirklich spannend, ohne der große Kostümgeek zu sein, der auf sowas viel achtet, fand ich es wirklich interessant, wie... Ganz am Anfang wird ja das Thema Kleidung schon aufgemacht, wenn sie sagt, sie will ein Pyjama tragen und dann muss sie in dieses Prinzessin, in dieses königliche Abendkleid steigen. Ich fand es total spannend, wie mit ihrer Kleidung gearbeitet wird während des Films, wo sie sich mehr und mehr lockert, mehr und mehr befreit und mehr und mehr von diesem königlich würdevollen Angezogenen aufgibt.
Johannes Franke: Ich finde das war edelheit. wahnsinnig gut mit ihr zusammen gemacht. Wobei man sagen muss, ich finde es sehr lustig, weil Edith Head das so beschrieben hat, dass sie mehr und mehr dazu wollte, dass man ihr ansieht, also Princess Anne ansieht, dass sie immer weniger Wert darauf legt, was sie anzieht und wie sie aussieht.
Florian Bayer: Ja. Völliger Bullshit. Die sieht großartig aus. Die sieht von Minute zu Minute besser aus. Und spätestens, wenn sie ihre Haare geschnitten hat, sage ich auch, das ist Audrey. Stimmt, ja, genau. Das ist die Audrey, die ich kenne und liebe. Und dieses radikale Makeover, das der Friseur nicht machen will, der wirklich so sagt, so, and off. Und sich wirklich drüber ärgert, dass sie ihr jetzt diese Haare abschneiden muss. Mit jedem Schnitt, den er macht, comically sagt, nein, und off, und off. Und so bewut. Aber sie kommt dann natürlich raus. Und in dem Moment ist sie eine Prinzessin, wenn sie da rauskommt mit diesen kurzen Haaren. Keine Prinzessin, eine Königin. Eine Königin. Nein, da ist sie noch Prinzessin. Davor ist sie ein kleines, verzogenes Kind, das sagt, ich will meine Milch nicht trinken und meine Kekse nicht essen. Aber es ist ganz toll. Wirklich Milch und Kekse. Ja, Milch und Kekse. Das ist schon hart drauf gehauen auf dieses, sie ist ein kleines Kind. Finde ich auch, ja.
Johannes Franke: Es ist wirklich brutal. Und dass sie dann am Ende sagen, nein, ich will keine Milch und keine Kekse.
Florian Bayer: Jetzt brauche ich das nicht mehr. Ich bin erwachsen geworden.
Johannes Franke: Und das so als Beispiel finde ich schon auch ein bisschen, ah gut, okay. Aber ich finde, sie ist so toll am Anfang, oder?
Florian Bayer: Audrey Hepburn ist fantastisch. Und so geht es mir immer mit Audrey Hepburn. Audrey Hepburn ist so charmant, dass man sich von ihrem Charme total um den Finger wickeln lässt. Nun hat sie ja famously einen Oscar gewonnen für diesen Film.
Johannes Franke: Und das ist ihr erster großer Film, muss man sagen. Ja,
Florian Bayer: ihr erster großer Film. Und im Jahr darauf wurde sie nochmal für einen Oscar nominiert. Und ich sehe sie immer und denke immer, ich kann nicht sagen, ob sie eine gute Schauspielerin ist, weil ich zu sehr von ihrem Charme eingelullt bin. bin. Ich kann es nicht beurteilen. Sie ist einfach charmant und das ist voll ihr Ding und sie spielt ihre Rollen total charmant und ich sitze trotzdem immer und denke, ist sie wirklich so eine hervorragende Schauspielerin oder hat sie einfach nur verdammt viel Charme?
Johannes Franke: Ich würde mal auseinanderklamüsern wollen. Es gibt glaube ich zwei große Typen von Schauspielern. Das eine ist der Schauspieler, der sich wirklich super krass verwandelt von einer Rolle in die andere und kaum erkennbar ist zwischen den Filmen. Wer fällt mir da jetzt ein? Dustin Hoffman versucht das viel.
Florian Bayer: Leonardo DiCaprio?
Johannes Franke: DiCaprio vielleicht, ja. Ja, auf jeden Fall, Leonardo DiCaprio. Und dann gibt es Schauspieler, die immer irgendwie erkennbar sind und sehr stark bei sich sind im Spiel. Ich bin einer, der das viel macht. Ich habe viel immer von mir in der Rolle. Manchmal wird das so als Qualitätsmerkmal genommen, dass man eben wenig von sich selbst in der Rolle hat, weil die Verwandlung umso beeindruckender ist. Aber ich glaube nicht, dass das wirklich ein Qualitätsmerkmal ist, weil am Ende musst du als Schauspieler vor allem rüberbringen, dass das, was du sagst, du wirklich fühlst in dem Moment. Und der Rest der Geschichte ist ja die Aufgabe des Drehbuchautors und des Regisseurs. Du musst als Schauspieler vor allem das, was du sagst, wirklich meinen, um das mal auf das ganz Kleinste zurückzubrechen. Natürlich gibt es noch andere so Sachen, die man da als guter Schauspieler können sollte. Aber... Ob du das machst, indem du dich komplett verwandelst oder ob du viel mehr aus dir selbst rausholst. Und ich glaube, sie hat einfach wahnsinnig viel aus dem rausgeschöpft, was sie einfach mitgebracht hat. Sie ist sehr stark bei sich selbst geblieben. Und deswegen ist sie so wahnsinnig wiedererkennbar über die Figuren hinweg, die sie gespielt hat. Und trotzdem großartig, weil sie einfach den Charme hat.
Florian Bayer: Es ist halt voll der Charme. Der Charme läuft halt immer so ein bisschen Gefahr, nach hinten loszugehen. Es gibt ganz, ganz schrecklich eine schreckliche Szene aus diesem Film.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und zwar die Szene... wenn sie an diesem Mund sind, der dir die Hand abbeißt, wenn du nicht die Wahrheit sagst. Und lass mich kurz ausführen,
Johannes Franke: bevor ich zur Pro-Ambe komme.
Florian Bayer: Joe, der von Gregory Packett gespielt wird, zu dem sagen wir gleich auch noch was, steckt seine Hand da rein und sie wird ihm abgebissen und er macht und natürlich spielt er das nur und sie kriegt einen riesigen Schock und sie lacht dann und sagt, du hast deine Hand ja gar nicht verloren, du hast deine Hand ja gar nicht verloren. Und es hört nicht auf. Und ich habe mir eine Notiz gemacht, Oh. oh mein Gott, wer hat diese Szene ins Drehbuch geschrieben? Sie wirkt total dumm in dieser Szene und er wirkt wie ein Arsch. Sie wirkt retardiert und er wirkt wie ein Mistkerl. Und dann fange ich an zu lesen was über die Produktion dieses Films. Und diese Szene war improvisiert. Und ich versinke natürlich voller Scham im Boden und denke, ja, aber das, ja. Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen? Na ja, zu meiner Verteidigung habe ich zu sagen, sie hat einfach drüber gespielt. Sie hat zu viel gemacht danach. Sie ist erschrocken in diesem Moment und hat dann gesagt, okay, ich nehme das jetzt mit rein. und macht daraus volle Power. Aber sie spielt dann diese Erleichterung viel zu viel und ihre Figur kommt wirklich dumm rüber in diesem Moment. Und das ist so ein Moment, wo ich sage, ich weiß nicht, ob sie zu sehr ihren Charme einsetzen, damit halt manchmal auch den Bereich des guten Schauspiels verlässt und einfach zu sehr drüber diese kindliche Naivität spielt.
Johannes Franke: Du kennst nur die Hälfte der Geschichte.
Florian Bayer: Oh ja, erzähl die andere Hälfte.
Johannes Franke: Es wird pauschalisiert, dass diese Szene improvisiert ist. Das stimmt nicht. Die eine Hälfte der Sache ist improvisiert. Nämlich, dass er die Hand tatsächlich in den Ärmel zurückzieht und die Hand nicht mehr zu sehen ist. Alles andere vorher war geplant und sie sollte auch lachen und alles mögliche. Und dann zieht er die Hand raus und hat tatsächlich keine Hand mehr dran. Und das war das, was sie überrascht hat, weil sie damit nicht gerechnet hat. Das heißt, sie hat auf das, was sie selbst spielen wollte und was ihre Absicht war und was drinsteckt, plötzlich eine eigene Reaktion. Und das potenziert das Ganze auf ohne gute Art und Weise.
Florian Bayer: Und diese Potenzierung ist merkwürdig.
Johannes Franke: Aber dafür kann sie nichts.
Florian Bayer: Naja, sie macht es.
Johannes Franke: Aber ja, in dem Moment kannst du das auch nicht unbedingt entscheiden als Schauspieler. In der Split-Second, wo das plötzlich passiert und da kannst du nicht so... Und der Regisseur hat gesagt, ist geil, nehmen wir so, wir gehen weiter.
Florian Bayer: Ja, William, was hast du dir dabei gedacht? Naja, ja. Was denkst du, wenn du diese Szene siehst? Nein,
Johannes Franke: ich finde die nicht so schlimm wie du.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Aber ich verstehe, was du meinst. Aber ich finde die total in Ordnung.
Florian Bayer: Ich finde die Idee halt total sweet und ich finde auch den Ansatz total sweet. Vielleicht ärgere ich mich deswegen auch darüber, weil es einfach zu viel ist danach. Du hättest einfach den Schnitt ein bisschen früher setzen müssen. Sie muss nicht nochmal die Runde fahren und sagen, ach ja, ich wurde nur reingelegt. Gott sei Dank.
Johannes Franke: Ja, du bist nicht 10.
Florian Bayer: Okay, Flo, möchtest du Tee? Oh ja, sehr gerne, bitte. Die ganze Zeit, wir reden schon dreiviertel Stunde. Lass uns ganz kurz, wenn wir schon bei dieser Dreiviertelstunde sind, zu Gregory Peck kommen und was mir von Gregory Peck am ehesten in Erinnerung geblieben ist.
Johannes Franke: Wir müssen übrigens eigentlich auch über Audrey Hepburn als Person und wie sie da hingekommen ist reden. Machen wir gleich.
Florian Bayer: Darfst du gleich, du darfst gleich deinen Gossip auskramen. Gregory Peck in diesem Film, Joe, sieht sie auf der Parkbank liegen. Sie ist so halb betrunken, halb verdöst und er stellt sich zu ihr. Ich würde behaupten, das ist eine typische 50er Jahre Geste und zwar lässig hat er sein Einbein auf der Bank. Und das andere Bein lässt er unten. Leicht nach vorne gelehnt, ein bisschen dominant und ein bisschen cool. Aber vor allem ist es so, hallo, mein Name ist Joe. Ah, by the way, das sind meine Eier.
Johannes Franke: Darf ich vorstellen? Meine Eier.
Florian Bayer: Und er macht diese Geste nachher nochmal. Und ich denke beim ersten Mal schon so, ja, es ist schön, dass du dich begrüßt, aber musst du dich so dominanter hinstellen und musst du ihr so... offensiv deinen Schritt präsentieren. Dominanzgeste, so ist das halt. Das brauchst du auch, weil sonst wirst du doch nicht ernst genommen in einem 50er Jahre Film. Es ist so schräg. Es ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Wirklich nicht? Nein. Vielleicht hast du zu viele von diesen Filmen schon geguckt, weil diese Geste sieht man öfter, dieses Bein hoch. Dass Männer sich so... Ja,
Johannes Franke: Bein hoch, ja, okay, verstehe ich.
Florian Bayer: Es ist halt so krass, weil sie da sitzt und weil sie wirklich in dem Moment... Sie ist nicht so viel... nicht so viele Zentimeter davon entfernt. Es ist einfach so offensichtlich. Okay, okay, okay. Ja, jetzt wo du es sagst, ich habe das Bild jetzt auch tatsächlich im Kopf und denke mir so, oh ja, wenn sie sich ein bisschen bewegt, steckt sie irgendwo, wo sie nicht sein will. Und das ist halt dieser Gregory Peck-Charakter, wird so von Anfang an inszeniert und er nimmt das natürlich auch auf und spielt das auch so. Diese Mischung aus Lässigkeit und männlicher Dominanz. Ganz stark. Ja, ja.
Johannes Franke: Aber ansonsten, was sagst du zur Rolle? Also ich, weil er will ja erst mal sie im Unklaren lassen darüber, was er ist, damit er sie aushorchen kann und so. Und man hasst ihn ja so ein bisschen am Anfang dafür. Wie viel Hass hast du für ihn übrig am Anfang und wie viel am Ende noch?
Florian Bayer: Na, er ist zu charmant.
Johannes Franke: Ja, ne?
Florian Bayer: Das ist so ein bisschen krass. Ich kann ihn nicht hassen während des ganzen Films. Er ist einfach zu charmant dafür. Die Chemie zwischen den beiden ist einfach zu gut. Ich habe mich, glaube ich, letzte Woche kurz drüber lustig gemacht, dass wieder so ein 50-Jähriger mit einer 20-Jährigen, das ist gar nicht so krass in diesem Fall.
Johannes Franke: Nein, er ist 37 und sie ist Anfang 20, was vielleicht durchaus ein Unterschied ist. Aber so zwölf Jahre oder sowas, es ist schon ein bisschen was, aber man denkt dann eigentlich schon auch, ja, komm, ich komme klar.
Florian Bayer: Er hat sich gut gehalten. Er wirkt auch nicht, er wirkt nicht so wie kurz vor 40. Ich finde, er ist zu charmant, um unsympathisch zu wirken.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber auch, und was vielleicht auch eine kleine Schwäche von diesem Film ist, diesen Konflikt, den er mit sich rumträgt, der wird nie besonders groß. Es ist kein, also ja, sie machen diese Fotos und so, aber es wird, also zum anderen ist es natürlich auch ein bisschen eine Stärke dieses Films.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es wird nie dieses moralische Dilemma, in dem er sich befindet.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das hat... Weder emotional noch dramatisch einen großen Impact in der Mitte, weil dafür ist es einfach zu sehr getragen von ihrer Chemie zusammen und von ihrer Freude und ihrem Spaß, den sie in Rom haben. Das heißt, dieses ganze Dilemma spielt keine große Rolle im Film und dementsprechend kann ich ihn nicht unsympathisch finden, weil das einfach zur Seite gekehrt wird. begraben wird unter seinem Charme, unter dem Spaß, den sie haben.
Johannes Franke: Aber es gibt schon genug Szenen, wo man so denkt, oh, jetzt wird's aber, jetzt hat er den Fotografen noch rangeholt und versucht ihn auch davon abzuhalten, Spill the Tea zu betreiben. Also du weißt schon, diese Szene im Café, wo er ihm immer wieder Sachen entgegenwirft, damit er nichts Falsches sagt. Und dann auch den Fotografen, der eigentlich das Problematischere ist, aber der ja auch nur eine ausgelagerte Version von Joe ist. Joe hat ihn ja engagiert. Irving als Fotograf Es gibt oft so Momente, wo er irgendwo heimlich ein Foto macht, hier sich versteckt und dann irgendwas herstellt und dann sagt, mach das nochmal. Also es ist lustig, aber es ist schon...
Florian Bayer: Genau das ist es, genau. Es ist lustig. Es ist als Gag eingebaut. Es hat keine Gravitas, keine Schwere. Keine Schwere, es findet auch kein Kampf statt. Und frankly, diese Auflösung des... vermeintlichen Konflikts, schied ja auch sehr nebenbei und sehr locker. Es gibt keinen Joe, der groß mit sich hadert oder so, sondern diese Entscheidung, sie nicht zu verraten und sie nicht an die Presse zu verkaufen, die fällt fast so nebenbei.
Johannes Franke: Ja, die Entscheidung an sich, aber die Auswirkungen, es ist mit dem Chef die Szene und wie der Fotograf dann noch kommt und sagt, oh, ich hab ganz tolle Fotos. Nein, hast du nicht. Und wieder dieser Slapstick. Aber das ist schon da. Das heißt, es wird schon in einer Szene verarbeitet. Aber es ist tatsächlich insgesamt, wenn man sich den Film anschaut, nicht das große Ding. Das stimmt.
Florian Bayer: Nee, es ist kein großes Drama. Und wie gesagt, es ist sowohl Stärke als auch Schwäche in diesem Film, weil es gibt dem Film natürlich so eine Leichtigkeit. Ich darf nicht sagen, so ein Savo Vivre, das ist das falsche Land. Ist aber auch Europa. Und das ist ja auch angenehm. Also auch gerade, dass so viel auf so Dramen-Klischees verzichtet wird, auf das große Missverständnis, auf die große Entzweihung, auf den großen Konflikt und Streit. wird alles weggelassen. macht den Film auch sehr schön geerdet und gibt ihm halt auch sehr viel Raum für seinen Eskapismus.
Johannes Franke: Ja, und für sein Reiseprofil.
Florian Bayer: Eskapismus slash Tourismus. Ja,
Johannes Franke: genau. Wir sind irgendwie mit denen zusammen Tourist, oder?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also das finde ich interessant an dem Film, dass ich tatsächlich da mit den beiden, ich bin total reingezogen, obwohl es schwarz-weiß ist und schwarz-weiß ja immer eine Grenze aufmacht zwischen Zuschauer und Film, aber irgendwie bin ich so reingezogen und laufe mit denen mit und gucke halt mit die Stadt. mit denen an. Ich finde es ganz toll.
Florian Bayer: Ja, absolut. Es ist total ein Reisefilm und du bist da auch die ganze Zeit dabei und du wartest auch die ganze Zeit drauf, dass eingeblendet wird, wo sie gerade sind. So, bam, Kolosseum, bam, spanische Treppe. Stimmt, ja. Weil die Schauplätze auch einfach so präsentiert werden in so einer Reihenfolge. Das Schöne ist halt, dass wir auch, wir haben während dieses Films immer genug von ihnen, von ihrer Interaktion mit diesen Plätzen. Egal, ob sowas albernes ist, wie die Fahrt auf der Vespa, also wenn sie vor allem die Vespa irgendwann übernimmt.
Johannes Franke: Aber das ist eine ganz eigene Sache. Darüber müssen wir ja fast reden nochmal.
Florian Bayer: Oder ob es dieser Mund ist. Sie spielen halt mit der Umgebung genug, dass es nicht nur hier schön Italien ist. Außer das Kolosseum. Außer das Kolosseum. Das Kolosseum nervt mich auch ein bisschen. Das wäre gar nicht nötig gewesen.
Johannes Franke: Das wäre nicht nötig gewesen, aber das ist tatsächlich der Moment, wo ich als Tourist auch zufrieden bin. Wo ich sage, okay, das möchte ich jetzt aber auch gesehen haben. Das ist schon gut.
Florian Bayer: Es ist ein Tourismusfilm.
Johannes Franke: Vor allem, weil ich da sitze und denke, aha, so sieht das jetzt aus. Weil ich ja noch nie da war tatsächlich. Ich war noch nie in Rom.
Florian Bayer: Ich auch nicht.
Johannes Franke: Und mich interessiert es tatsächlich in dem Moment. Die Vespa. Die Vespa. Meine Fresse. Also so viel Charme. Wie Audrey Hepburn auf einer Vespa, die sie nie gefahren hat. Und dann einfach, oh nein, Und dann losfährt und dann irgendwie sich nicht loslassen kann. Und dann aber sagt, ja jetzt komm, ich hab jetzt Spaß und jetzt bleib ich drauf. Und hab keine Angst, sondern geh einfach drauf los. Wie sie das erste Mal Vespa fährt. Oh, ich liebe... diesen Zusammenschnitt, das ja eine Montage wird irgendwie. Einfach wie sie da in der Gegend rumfahren und sie da auf der falschen Straßenseite und alles mögliche. Es ist so charmant. Dabei sind wir gar nicht mehr so nah an ihr dran. Der Charme von ihr ist ja vor allem, wenn wir sie in der Nahaufnahme lachen sehen oder sowas. Aber dadurch, dass das so startet mit ihr, trägt sich dieser Charme so durch die ganze Montage durch und ich sehe die beiden so mit so viel Freude da einfach nur langfahren.
Florian Bayer: Das ist so süß, weil es so albern ist. Weil sie in dem Moment komplett den Clown spielt. Und es ist merkwürdig, weil sie sieht nie aus wie ein Clown.
Johannes Franke: Sie wirkt nie wie ein Clown.
Florian Bayer: Und diese Kombi, ihr Charme und ihre Frische und dann dieses wirklich alberne Rumgeclown.
Johannes Franke: Das ist toll. Und es ist ein Symbol für ihre Ermächtigung, die sie über den Film hat. Das ist eine der Szenen, wo man sagt, okay, ich mach das. Ich steig nicht sofort wieder ab, sondern ich sage, jetzt hab ich mal Spaß einmal in meinem Leben. Jetzt mach ich das aber auch und geb nicht sofort wieder auf.
Florian Bayer: Das Empowerment ist vor allem dieses Recht auf Albernheit. Ja, genau. Weil die hat sie in der königlichen Würde vorher nicht. Hat sie in der königlichen Würde vorher nicht. Aber sie bleibt natürlich trotzdem Frau in dieser Szene. Vor allem, weil sie eben nicht die Kontrolle hat. Weil sie hilflos ist auf diesem Ding. Und jetzt, wo der Mann nicht lenkt, ist das große Chaos und Panik und so weiter.
Johannes Franke: Aber sie überlebt und schafft es. Und,
Florian Bayer: um es zum Konservatismus zu sagen, was ist der einzige Ausweg aus diesem Chaos? Die Ehe. Die Ehe rettet sie im übertragenen Sinne. Also ich meine, sie machen nur so, als ob sie heiraten würden. Aber die Ehe ist die Rettung. Sie hat riesiges Chaos angerichtet. Sie hat 20 Leute, die sauer auf sie sind. Die wollen alle Geld von ihr haben. Und es muss der Mann eintreten und sagen, ja, nein, wir heiraten. Keine Sorge, ihr werdet alle bezahlt. In festen Händen. Also der Konservatismus haut da natürlich volle Kanne rein.
Johannes Franke: Das stimmt schon.
Florian Bayer: Ich fand interessant, dass Gregory Peck vorher ja auch tatsächlich, wie unser Regisseur,
Johannes Franke: keine Komödien gespielt hat. Der war kein Komödien-Schauspieler, war eher ein Tragödien und er hatte schon auch Angebote vorher für Komödien, hat aber immer das Drehbuch gelesen und hat gesagt. Die haben das doch für Cary Grant geschrieben. Warum soll ich denn das jetzt spielen? War Cary Grant nicht zu kriegen oder was? Und hat dann immer gesagt, nee, spiele ich nicht, wenn ich einfach nur den Cary Grant-Ersatz sein soll. Warum?
Florian Bayer: Er hat Western gespielt ganz viel stattdessen. Er war auch eigentlich immer der Held. Also er war am Anfang seiner Karriere hat er mal ein bisschen bösewichtig gespielt. Aber irgendwann gab es den Punkt, wo sie gesagt haben, okay, dieser Mann ist zu charmant. Dieser Mann ist zu sympathisch. Der kann nichts Böses spielen. Der ist jetzt unser neuer Held.
Johannes Franke: Das ist auch typisch Studiosystem, ne? Du musst eine Schublade aufmachen, da kommt der Schauspieler rein und der darf da nur sehr selten raus. Naja, aber tatsächlich hat er dieses Drehbuch hier gelesen und hat gesagt, ich habe nicht das Gefühl, dass hier überall die Fingerabdrüge von Harry Grant sind. Also warum nicht?
Florian Bayer: Weil seine Rolle auch tatsächlich mehr sexy als albern ist. Also er kriegt so ein paar alberne Momente. Er kriegt den Running Gag, dass er bei allen Schulden hat, was ich übrigens sehr witzig finde. Aber ansonsten ist er vor allem, also wenn es eine tollpatschige Rolle in diesem Film gibt, dann ist es halt eher die, Audrey Hepburn spielt, während Gregory Peck vor allem... Naja, auch Gregory Peck ist halt die ganze Zeit der Überlegene. Er ist der, der mehr weiß. Ja, ja, genau. Was so ein sehr krasses, klassisches Rom-Com-Trope ist, dass der Mann über 90% des Films mehr weiß als die Frau und dadurch eine gewisse Oberhand hat. Und sie ist die, die für die Albernheiten da ist, aber natürlich ist sie dadurch auch die, die viel mehr glänzt und die viel mehr von sich zeigt.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Bis zu dem Punkt, dass Gregory Peck offensichtlich irgendwann mal gesagt hat. Ja, William, eigentlich sollte sie ein bisschen mehr verdienen, oder?
Johannes Franke: Vor allem sollte sie nicht nur unter ferner Liefen als Credit irgendwo im Abspann sein, sondern die soll auch im Vorspann sein. Und er hatte ja ursprünglich in seinem Vertrag drin stehen, dass er derjenige ist, der alleine vorne als Credit genannt ist, weil er der große Star ist. Und dann hat er gesagt, die gewinnt sowieso einen Oscar.
Florian Bayer: Ihr seht richtig doof aus und ich sehe richtig doof aus,
Johannes Franke: wenn ich da alleine stehe vorne.
Florian Bayer: Und er hatte so recht damit. Ja, natürlich. Und das ist natürlich, was seine Rolle auch sehr angenehm macht, dass er zurücktritt. Er gibt ihr den Raum. Er gibt ihr den Raum. Er hat auch seine Comedy-Momente, aber im Vergleich zu ihren Comedy-Momenten und zu ihren Charme-Momenten und zu ihren süßen Momenten ist das halt deutlich weniger. Es ist ganz toll, dass er, man spürt das tatsächlich im Film, dass er sich wahnsinnig viel zurückhält und sagt, ja, macht mal, macht mal. Ist okay. Ja,
Johannes Franke: alles in Ordnung. Oh mein Gott, Flo, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo. Nein, shit,
Florian Bayer: ganz schnell,
Johannes Franke: damit wir zurückfinden. Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über bei-mir-coffee.com slash muss-man-sehen. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr?
Florian Bayer: Denn Kosten haben wir genug. Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, ist das eure Chance. Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes.mussmansehen.de und florian.mussmansehen.de.
Florian Bayer: Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde, ist,
Florian Bayer: wenn ihr uns so fünf... Sterne oder Herzchen oder sonst was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben. Ah, super. Fehlt noch irgendwas? Nee, ich glaube, wir haben alles, wa? Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode. Yes.
Johannes Franke: Und wenn wir schon bei ihr sind, können wir jetzt auch ganz kurz noch weiter über Audrey Hepburn reden, ne?
Florian Bayer: Audrey Hepburn.
Johannes Franke: Wir haben ja schon Filme gehabt, wo wir über sie hätten reden können, aber wir haben es nicht.
Florian Bayer: Wir haben es nicht so viel gemacht. Warum nicht? Das ist eine gute Frage. Ich finde sie halt vor allem charmant.
Johannes Franke: Bist du nicht der große Fan von Audrey Hepburn? Wir haben Honeyface gemacht, wir haben Frühstück bei Tiffany's gemacht.
Florian Bayer: Ich finde sie unglaublich charmant, ich finde sie unglaublich hübsch. Es entspricht vielmehr meinem Schönheitsideal als Elizabeth Taylor.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, total.
Florian Bayer: Aber, weiß nicht, mir fehlt so ein bisschen der Bezug zu den 50er großen Hollywood-SchauspielerInnen. tiefer reinzugehen. Ich fand es auf jeden Fall spannend zu lesen, dass sie offensichtlich fast gestorben wäre.
Johannes Franke: Ja, mit sechs Wochen, glaube ich, oder so.
Florian Bayer: Und dass sie auch gesagt hat, naja, ich bin kurz nach meiner Geburt gestorben. Und ich fand es ganz spannend, dass sie, man kann jetzt nicht sagen, sie sah deswegen so aus, aber dass sie einen wirklich harten Hungerwinter erlebt hat, weil sie in der Zeit des Zweiten Weltkriegs gelebt hat in Holland und es nichts zu essen da war und sie einfach die ganze Zeit am Hungern waren.
Johannes Franke: Sie ist in Belgien geboren, 1929. Hatte nach dem Abstammungsprinzip wegen Eltern und so weiter britische Staatsbürgerschaft. Und der Name Hepburn kam eigentlich erst dadurch zustande, dass der Vater auf irgendwelchen Urkunden seiner Vorfahren den Namen Hepburn noch gefunden hatte. Sonst hätte sie einfach nur Ruston geheißen. Und die hatten diesen Hungerwinter 1944, 1945, den du meintest.
Florian Bayer: Genau, als sie wirklich im Teenage-Alter war.
Johannes Franke: Sie wollte eigentlich Balletttänzerin werden,
Florian Bayer: aber der Hunger hat sie gefickt.
Johannes Franke: Ja, und es war ganz schön krass. Also sie hat die Ausbildung gemacht zur Ballerina, aber sie hat jeden fucking Tag gemerkt, scheiße, die anderen sind viel, viel weiter als ich. Ich kann die Muskeln dafür gar nicht entwickeln. Und das ist das Traurige daran. Und das Schöne ist... dass sie später in Filmen durchaus tanzen durfte. Ja, Funny Face haben wir gesehen.
Florian Bayer: Funny Face tanzt sie viel, ne?
Johannes Franke: Ja, und das ist auch ganz toll. Und sie hat halt eben nicht die großen Balletthäuser betanzen können, aber in Filmen durfte sie es durchaus nutzen. Und das ist total schön.
Florian Bayer: Mit 15 hat sie am Broadway Gigi gespielt. Ja,
Johannes Franke: Gigi. Eine der großen, tollen Rollen, die jede Ballerina tanzen möchte. Und das durfte sie. Also sie hat am West End, glaube ich, das Ganze, wenn man mal Sie hatte bei einem Dreh direkt neben der Schriftstellerin Colette, die Gigi geschrieben hatte und die auch die Broadway-Inszenierung des Stücks gemacht hat, die hat neben ihr im Hotel gewohnt. Und dann hat sie sie angeschaut und hat gesagt, du bist Gigi, oder? Du bist doch meine Gigi. Und hat sie tatsächlich da zum Broadway geholt, nach New York. wo sie dann tatsächlich von 51 bis 52, November 51 bis Mai 52 im Fulton Theater Gigi getanzt hat.
Florian Bayer: Dann ein Herz und eine Krone, beziehungsweise Roman Holiday hat sie über Nacht berühmt gemacht.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Sie war plötzlich der Star. Wer hat das gesagt? Billy Wilder hat gesagt, diese Frau schafft es, die Brust aus der Mode zu bringen. Ich bin voll bei ihm.
Johannes Franke: Ja. Aber es ist so ein typischer Satz aus der Zeit, oder?
Florian Bayer: Es ist voll der amerikanische Studiosystem, Regisseure, die Frauen beurteilen Satz. Sie wurde viel beurteilt, aber sie wurde vor allem geliebt damals. Sabrina 1954, gleich die nächste Oscar-Nominierung.
Johannes Franke: Ja, sie hat ganz tolle Sachen. Sie wurde auch zur Stilikone und zwar eben aus einer Zeit heraus, in der es nicht selbstverständlich war, dass was sie angezogen hat, tatsächlich irgendwie ankommen würde. Vielleicht auch einfach wegen ihrer Berühmtheit hat sie die Mode sehr beeinflusst. Sie hat so weite, wippende Röcke. Das kleine Schwarze hat sie viel getragen. Das war natürlich das große Ding. Große Sonnenbrillen, Tücher über dem Kopf, über dem Haar. Das kleine Schwarze war Breakfast at Tiffany's, oder? Ja, genau. Da wurde das bekannt. Genau. Und diese knöchellangen Sieben-Achtel-Hosen und die flachen Ballerinas. Ja. Die ja auch nicht selbstverständlich waren, ne? Flache Ballerinas. Nein, du hast Schürkelschuhe an als Frau. Also hohe Schuhe.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: also schon toll. Dann hatte sie halt so ein... bisschen den Fallout mit Edith Head, die ja in diesem Film eben, die haben wir ja vorhin drüber geredet, die Kostüme gemacht hat und sie so ein bisschen versucht hat, als ihr Star zu haben. Edith Head war froh, dass Audrey Hepburn so begeistert war von ihr und hat gedacht, das ist so ihr Push. Sie wird der große Star und zieht Edith Head mit. Und dann ist aber für einen Film sie mal in Paris alleine shoppen gegangen und ist auf Givenchy gestoßen. Und wollte dann Givenchy haben unbedingt. Und das hat Edith Head wirklich arg wehgetan. Hat auch tatsächlich die Credits, die sie bekommen hat für den Film, wo Givenchy dann auch mitgemischt hat, komplett alleine bekommen, ohne dass Givenchy genannt wurde. Und hat das auch nie irgendwie gerade gerückt.
Florian Bayer: Oh, krass.
Johannes Franke: Also Edith Hedfer hatte da so Beef, den sie auch nie so richtig verwunden hat und auch immer gesagt hat, nein, nein, das habe ich gewonnen.
Florian Bayer: Ja. In den 60ern hat sich Audrey Hepburn dann von der Leinwand zurückgezogen. My Fair Lady war, glaube ich, so ihre letzte große Rolle. Also neben Breakfast at Tiffany's ist es vor allem My Fair Lady, die ich die Verknüpfung im Kopf habe. Und ich finde es krass, dass das eher eines ihrer Spätwerke war. Weil sie hat immer jung gewirkt. Ihre ganze Karriere über 1963, Charade, über den haben wir auch gesprochen.
Johannes Franke: gesprochen. Ganz, ganz toll.
Florian Bayer: Mit Cary Grant zusammen. Sie hat immer jung gewirkt. Damals war sie ja schon über 30, ne? Da war sie 34, sie wirkt immer noch wie Anfang 20.
Johannes Franke: Ja, sie hat auch so ein zeitloses Gesicht irgendwie. Also ich fand, sie hatte auch bis ins hohe Alter, hohe Alter ist fast viel zu viel gesagt, weil sie mit 63 gestorben ist, 1993, an Krebs und so einem Knochenkrebs, glaube ich. War auch starke Raucherin, ne? Muss man auch sagen.
Florian Bayer: Sie raucht in diesem Film ihre erste Zigarette. Aha, natürlich.
Johannes Franke: 60 Zigaretten am Tag teilweise.
Florian Bayer: Sie hat seit ihrem 15. Lebensjahr oder so geraucht. Das ist auch so ein Tänzerding, oder? Sie war Tänzerin und dann Tänzerin am Broadway. Das heißt, du musst 60 Zigaretten am Tag rauchen. Ja, definitiv.
Johannes Franke: Mindestens, mindestens. Weil Rauchen vom Essen halt abhält. Das muss man dazu sagen. Ja, wirklich. Also das macht halt den, wenn du Hunger hast, dann rauchst du eine als Balletttänzerin. Boah, das ist brutal. Ja, ja, das ist wirklich hart. Einen kleinen Funfact. Es gab eine Wohlfahrtsmarke bei der Post mit Audrey Hepburn von 2001, aber die kam nie richtig zur Ausgabe und es existieren ganz wenige Exemplare nur davon und gilt damit als die wertvollste moderne Briefmarke der Welt.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Nur um mal kurz aus dieser Zeit, aus dieser Welt ein bisschen zu berichten. Alles klar. War es irgendwo als Funfact und ich dachte, oh mein Gott, die Briefmarkensammler, meine Fresse. Sehr süß. Ja, aber nur ein ganz kurzer Abriss über Audrey Hepburn. Ich mag sie total gerne. Ich weiß nicht, warum du diesen Zugang nicht so hast, aber ich...
Florian Bayer: Ich hab einen Zugang zu ihr. Sie ist halt unglaublich charmant. Du hast gesagt,
Johannes Franke: du magst sie nicht.
Florian Bayer: Jetzt fangen wir schon wieder mit den Unterstellungen an. Nein, sie ist total charmant. Sie ist wirklich sweet. Genau. Mehr kannst du nicht über sie sagen. Du hasst sie. Gib's zu. Nein, überhaupt nicht. Wenn ich die ganzen großen Hollywood-Schauspielerinnen aus den 50er Jahren in eine Reihe aufstelle, ich würde sie, glaube ich, allen anderen vorziehen. Sehr schön. Marlene Dietrich war deutlich die bessere Schauspielerin. Nein. Doch.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Marlene Dietrich war eindeutig die bessere Schauspielerin.
Johannes Franke: Da gab es ja auch genug Leute, die gesagt haben, naja, Marlene Dietrich, ob die wirklich eine gute Schauspielerin ist, weiß ich ja nicht. Ja,
Florian Bayer: aber die Leute da hatten Unrecht.
Johannes Franke: Ja, ich weiß es nicht genau. Ich bin mir nicht sicher. Also ich fand Zeugin der Anklage, da hat sie mich überrascht ein bisschen mit dem tatsächlich sehr guten Schauspiel.
Florian Bayer: Ich würde behaupten, Betty Davis war auch die bessere Schauspielerin.
Johannes Franke: Definitiv. Ja, Betty Davis ist eine sehr, sehr gute Schauspielerin. Auch absolute Top, Top Nummer.
Florian Bayer: Also vielleicht gleich auf mit Audrey Hepburn. Und wenn ich jetzt noch ein bisschen überlegen müsste, würde ich... Würden mir wahrscheinlich noch drei oder so einfallen, wo ich sage, die sind die besseren Schauspielerinnen. Aber was Charme betrifft, übersteigt sie alle. Alles, alles. Na gut, dann haben wir einmal abgefeiert, was Audrey Hepburn so gemacht hat und wie sie so betroffen war.
Johannes Franke: Haben wir noch andere Figuren, die wichtig waren? Eigentlich nicht, oder? Nein. Nein, also wir haben den Fotografen, was ich übrigens sehr, sehr süß finde, weil er am Ende tatsächlich, ohne dass wir die Figur wirklich richtig gut kennenlernen, haben wir das Gefühl einer... einer dreidimensionalen Figur, allein weil sie die Fotos eben dann doch nicht verkauft, sondern ihr als Präsent aus Rom mitgibt. Was ich total süß finde.
Florian Bayer: Er ist halt ein Comic-Relief so ein bisschen. Er war tatsächlich als bester Nebendarsteller nominiert für diesen Film.
Johannes Franke: Aber er nicht. Gregory Peck war nicht nominiert. Super seltsam.
Florian Bayer: Naja, finde ich aber auch nachvollziehbar. Also finde ich absolut, ich finde es eher merkwürdig, dass Eddie Allbad nominiert war. Der hat übrigens fast nur Nebenrollen gespielt.
Johannes Franke: Echt? In seinem Leben?
Florian Bayer: In Filmen hat er ständig Nebenrollen gespielt. Aber nein, du musst keine Tränen für ihn vergießen. Er war im Fernsehen richtig groß. Ich kenne nichts von dem Zeug, was er gespielt hat. Aber er hat in großen Dingern Hauptrollen gespielt. In Filmen war er immer die Nebenrolle. Ich kenne, jetzt sagt das Zeug alles nichts, ich kenne mich zu wenig mit amerikanischem Fernsehen aus. Falcon Crest, so eine Soap-Opera aus den
Johannes Franke: 80ern. Die kenne ich vom Namen.
Florian Bayer: Da hat er den Bösewicht gespielt.
Johannes Franke: Kenne ich auch nicht. Egal. Aber wir haben vorhin bei der Vespa gar nicht gesagt, was mir jetzt einfach auffällt in meinen Notizen, dass diese Vespa-Sache einen absoluten Peak an verkauften Vespas hergestellt hat. Das ist wahrscheinlich der Ursprung überhaupt des großen Vespa-Hypes, der bis heute anhält.
Florian Bayer: Ich hasse Motorroller und wie alle anderen Fahrzeuge, die sich irgendwie auf Straßen, auf Rädern bewegen. Wenn ich diesen Film sehe, habe ich Bock, mich auf eine Vespa zu schwingen und da schwumm zu fahren. Absolut, oder? Und ich würde genauso aussehen wie Audrey Hepburn da drauf und ich würde genauso... Chaos anrichten, aber ja, ich hab Bock drauf. Toll, oder? Krass.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, wie inwiefern das in Italien so einen großen Impact hatte, weil die das ja schon hatten, aber in Amerika gab es einfach dann einen riesigen, riesigen Aufwind.
Florian Bayer: Ja, total nachvollziehbar. Und auch wahrscheinlich für ganz viele Touristen, für so Low-Budget-Touristen, die irgendwie in Europa unterwegs sind. Also das ist ja irgendwie so das Ding, dass der 17-Jährige auf die Vespa schwingt, um nach Frankreich zu fahren und nicht bedenkt, dass er dann fünf Tage unterwegs ist oder so. Wir Ja. Ich würde ganz gern kurz noch was zu den Sets sagen. Also natürlich, du hast schon gesagt, Italien, Rom ist irgendwie auch ein Ektor in diesem Film. Ich finde auch darüber hinaus sind es wirklich schöne Sets. Also zum Beispiel Joes Wohnung. Wir sehen die ja nur ein, zwei Mal und das ist so eine kleine Wohnung. Aber dann sehen wir im Hintergrund dieses Panoramafenster, wo man rausguckt auf die Stadt. Es ist wirklich ein schönes Apartment in dieser Schlichtheit, in dieser Kleinheit. Ich finde nicht diese großen touristischen Sachen. Natürlich sind die Bilder von der spanischen Treppe auch schön.
Johannes Franke: Finde ich auch sehr beeindruckend, muss ich sagen.
Florian Bayer: Aber es sind vor allem so diese kleinen Orte, diese kleinen Gassen, diese kleinen Straßen, das Boot, wo diese Feier stattfindet, wo ja nichts mehr offiziell ist, sondern einfach wilde Party ist. Vor allem spätestens dann, wenn sie sich prügeln.
Johannes Franke: Ganz tolle Szene.
Florian Bayer: Das ist wirklich... Die Sets, und man kann nicht von Set-Design reden, weil es halt auch wirklich viele Sets sind, so wie sie da waren. Es sind wirklich schöne Sets und sie sind wirklich schön in Szene gesetzt. Und auch wenn es ein Tourismusfilm ist, nicht zu sehr zum Selbstzweck, sondern die Figuren agieren auch darin und agieren mit diesen Sets. Finde ich, ist wirklich gelungen.
Johannes Franke: Der Film hat natürlich nicht nur dafür gesorgt, dass die Sets, die es sowieso gibt, also der Mund und das Kollision und so weiter, nochmal mehr dort geworden sind, sondern auch dafür, dass diese verdammte Wohnung von Joe zum Wallfahrtsort geworden ist. Ja, die Leute gehen da echt hin und wollen da Fotos machen.
Florian Bayer: Und es gibt sie ja wirklich doch.
Johannes Franke: Aber es ist ein Wohnviertel, oder? Ja,
Florian Bayer: die haben einen Anwohner da. Genau, die haben einfach Anwohner dort. Leave the Italians alone.
Johannes Franke: Was haltest du denn überhaupt? Also du hast jetzt sehr viel mit mir über Herkunft und so weiter geredet und über die Leute. Ich bin noch nicht ganz sicher, wo wir uns eigentlich befinden in deiner...
Florian Bayer: Du willst jetzt mein Fazit hören? Nein,
Johannes Franke: ich will kein Fazit hören. Ich will so ein bisschen ein Gefühl dafür bekommen, wie du das überhaupt so einsortierst alles für dich. Weil du hast letzte Woche gesagt, das sieht aus vom Plakat her wie ein Film, über den man super herziehen kann. Und ich will wissen,
Florian Bayer: ob du damit was anfangen kannst überhaupt. Weil ich liebe es total. Also wenn du darauf bestehst, dass ich über diesen Film meckere, das kann ich total gerne machen. Nein, bitte nicht. Du musst mir einfach sagen, dass du ihn großartig findest. Nein, der Film war wirklich süß.
Johannes Franke: Oh, schön. Gott sei Dank.
Florian Bayer: Es ist wirklich ein süßer Film. Es ist ein totaler Feel-Good-Movie. Okay. Er hat natürlich eine Menge so Kitsch und Schmock an Bord, vor allem gegen Ende. Ja, natürlich. Es gibt aber so, also es gibt auch einfach wirklich die kitschigen Momente, die nicht aufgebrochen werden, sondern die einfach nur kitschig sind. Es gibt aber auch die kitschigen Momente, die aufgebrochen werden. Ich finde es total sweet, dass sie tanzen und sich dann Hello entgegensagen. Das ist ja so ein Running Gag irgendwie. In den Liebesfilmen sagen Menschen, bevor sie sich küssen, Hallo. Ich habe sowas noch nie im realen Leben gesehen. Wer macht sowas? Sorry, das habe ich schon durchaus ein paar Mal gemacht. Aber nur ironisch, oder? Nein, hast du wirklich gemacht? Ja,
Johannes Franke: natürlich ist das irgendwie ironisch. Das machen die aber doch dort auch ironisch, oder?
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Nicht? Meinst du nicht?
Florian Bayer: In diesen Filmen ist es ein Hallo. Bist du bereit? zum Küssen. Das ist quasi die Art, wie in Rom-Coms Content abgefragt wurde. Hallo, hallo, habe ich noch nie gemacht. Ich habe noch nie erlebt, dass das jemand gemacht hätte.
Johannes Franke: Das ist doch so ein sexy Hallo. Ja,
Florian Bayer: aber das ist ironisch, genau. Versuch das mal zu machen, ohne dass es ironisch ist, weil die machen das nicht ironisch. Echt? Die machen das nicht ironisch. Ja, egal. Ich finde es süß, dass sie sich nicht küssen in diesem Moment. Sie tanzen miteinander, sie sagen sich gegenseitig Hallo und sie küssen sich nicht. Und es gibt wirklich so ein, zwei von diesen romantischen Momenten, wenn sie sich dann nach dem Wasser, nach dem Sturz ins Wasser, am Ufer ganz lange küssen und dann nochmal umarmen und wenn sie dann am Schluss sagt, ich gehe jetzt und du darfst auf keinen Fall gucken, wo ich hingehe und dann umarmen sie sich nochmal. It's a little bit too much, aber das ist auch so, dass es bei mir einfach den Moment gibt, wo es mir zu viel kitsch ist, wo ich nicht so gut klar damit nachkomme.
Johannes Franke: Ich komme da mit voller Kanne klar, ganz im Gegenteil, ich will es auch haben. Aber ich verstehe auch, wenn man da nicht so drauf steht, dass das vielleicht ein bisschen viel ist. Ganz am Ende übrigens in der Szene, wo sie da weint noch, um sich zu verabschieden und so. Sie hat Schwierigkeiten gehabt, das herzustellen emotional. Und dann hat der Regisseur irgendwann, der immer ein Sweetheart war, irgendwann verzweifelt gerufen, wir wollen alle nach Hause, jetzt mach endlich. Und da war sie so schockiert, dass sie tatsächlich geweint hat. Oh, in die Arme.
Florian Bayer: Ja, sie war ganz jung.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich finde es total spannend. Ich weiß noch nicht, wie ich das grundsätzlich finde von der Wirkmächtigkeit des Films, dass wir hier eine Rom-Com haben, bei der sie sich zu keinem Moment hassen. Wir haben hier eine Rom-Com, wo in keinem Moment dieses Picking stattfindet, dieses Streiten. Wir haben keinen Streit in diesem Film. Wir haben keinen Moment, wo sie sagt, dieser Typ nervt mich. Wir haben keinen Moment, wo er sagt, sie nervt mich.
Johannes Franke: Das ist eine der absolut größten Stärken dieses Films, finde ich, weil es so viele Filme darauf gibt. Und auch viele Filme, die ich liebe, die ganz toll sind. Die Screwball-Komödien sind ja vor allem darauf aus, dass es eben Missverständnis gibt, Streit gibt und dass man schnell Wortgefechte hat und so. Das war ja zu der Zeit sehr in. Und dann das hier zu sehen, ich finde es schon toll. Natürlich, kretospektiv kann man das schlecht auseinanderklamüsern, ob die Zeit dafür da war oder nicht. Aber so vom Gefühl her waren die Leute eher auf so Screwball ausge...
Florian Bayer: Dieser Film wird so oft als Prototyp für Rom-Coms genannt, quasi als der Urvater der Rom-Coms. Und ich sehe ihn und denke, ach, er hat so viele Tropes nicht. Warum wird ausgerechnet er genannt? Weil wie gesagt, sie streiten und versöhnen sich nicht. Es gibt nicht das große Missverständnis in der Mitte, wo man denkt, oh nein, jetzt ist alles verloren. Es gibt nicht das Happy End. Es sind so viele Tropes aus klassischen Rom-Coms oder was ich mit Rom-Coms verbinde, die da nicht drin sind. Und dann soll er die Säule sein, auf dem diese ganzen Filme aufgebaut haben, die was komplett anderes machen? Verstehe ich nicht. Also ich verstehe tatsächlich nicht, wie seine Rolle da drin ist, warum ihm dieser historische Impact zugeschrieben wird. Weil er ist anders und das ist ja auch ganz viel zu seinem Vorteil, dass er halt nicht auf diese Klischees setzt, sondern es gibt hier halt einfach keinen Streit. Und es gibt keinen vermeintlichen Hass, in dem sie dann irgendwann erkennen, dass sie füreinander geschaffen sind. Und vor allem gibt es keine Liebe auf den ersten Blick. die zu ewiger Liebe führt. Und you know me, ich bin ein Zyniker und ein Pragmatiker und natürlich ist es was, was ich cool finde. Ich finde es gut, dass es halt erzählt wird, ja, es gibt diese Liebe auf den ersten Blick, aber die muss nicht zu ewiger Liebe führen, sondern sie ist in diesem Moment, in dem sie passiert, schön. Und hey, sie genießen diesen Moment und dann ist der Moment aber auch vorbei und wir müssen darüber nicht so frustriert sein, weil genau das war es wert für das, was es war. Und nicht, dass sie sich dann in die Arme fallen und they lived happily ever after.
Johannes Franke: Aber dass du diesen Teil ganz gut finden würdest, war mir schon relativ klar, weil ich dich ja auch nun kenne und weiß, wie du lange Jahre sehr auf deine Freiheit gebrocht hast und dich nie binden wolltest. Ich weiß nicht, wie lange du mit deiner Freundin zusammen warst, bevor du wirklich gesagt hast, okay, okay, das wird jetzt wirklich was.
Florian Bayer: Zu lange ihrer Meinung nach, auf jeden Fall. Ja,
Johannes Franke: das dachte ich mir fast.
Florian Bayer: Aber.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Tut mir leid, ich muss jetzt das Aber bringen, du wolltest gemecker werden.
Johannes Franke: Nein, da gibt es doch kein Aber.
Florian Bayer: Das sorgt natürlich dafür, dass ich diesen Film sehe und dann das Gefühl habe, ja, der ist total süß, das ist total hübsch alles und das ist wirklich, das macht irgendwie glücklich. Aber es fehlt an vielen Stellen halt so ein bisschen der Impact. Und es ist gar nicht unbedingt der dramatische Impact nur. Natürlich ist es der auch so ein bisschen. Es gibt irgendwie... Es gibt nicht diesen großen emotionalen Impact, es gibt nicht diesen großen Konflikt, es gibt auch nicht diesen großen inneren Konflikt, dieses große Dilemma von ihm, sondern es passiert halt einfach so Zeug. Aber er bringt dann auch nicht zum Beispiel so einen humoristischen Impact mit, wo man sagen könnte, da haut der voll rein. Weil es ist jetzt kein Film, bei dem ich oft laut auflachen muss oder so. Das stimmt, ja. Das ist alles süß und die Witze sind auch alle irgendwie nett, aber es ist kein Gag, der so richtig krass zündet.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und dann ist natürlich so der Moment. wo man sich irgendwann fragt, ah, das ist alles nett und das ist eskapistisch und das ist total süß und das macht Freude und so. Aber reicht das? Um es mal ganz, brutal kätselig zu fragen. Also du hast das Gefühl, es reicht nicht? Nein, ich finde die, also ich glaube, die letzten 20 Minuten machen sehr viel nochmal von der Stärke von dem Film aus.
Johannes Franke: Voll, volle Kanne.
Florian Bayer: Auch wenn ich, auch wenn ich ihn jetzt nicht, also die Geschichte von der Prinzessin, die keinen Bock mehr hat und dann in das bürgerliche Leben geht, ist ja auch schon so ein sehr altes Job, was man oft gesehen hat. Ja, ja,
Johannes Franke: genau. So ein bisschen Cinderella andersrum.
Florian Bayer: Und das wird ein bisschen aufgebrochen am Schluss. Also es wird nicht so flach erzählt, dass hier das ganz klar gesagt wird, dass die Erfüllung der königlichen Pflichten das Falsche ist und sie soll jetzt das richtige Leben leben und so weiter. Das finde ich wirklich gut. Aber es ist halt einfach, es hat keine Wucht, um es mal hart zu sagen. Es hat keine Wucht.
Johannes Franke: Also da muss ich aber dann aufs letzte Bild einmal raus.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wenn die da, also Extended, nicht nur das letzte Bild im Sinne von Frame, sondern schon die letzte Szene so ein bisschen. Wie sie da ihre Pflichten wieder aufgenommen hat und vor der Presse steht und dann beschließt, ich gebe jedem Einzelnen in die Hand, damit ich zu meinem Typen nochmal komme. Macht sie das deswegen? Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Ich habe mir das angeguckt und habe gedacht, es macht überhaupt keinen Sinn, dass sie das macht. Es wird irgendwie gezeigt, dass das von ihr ausgeht, dass sie das forciert, weil ich habe das Gefühl, es gehört zu ihren Pflichten.
Johannes Franke: Ja, eben nicht. Ich glaube, dass sie vorher in der Szene, wo sie wieder zu Hause ist und sagt, ja, wenn mir nicht vollkommen klar wäre, dass ich Pflichten habe, die wichtiger sind als das, wäre ich schon längst nicht mehr hier. Übrigens eine total großartige Entscheidung, nie zu erzählen, aus welchem Land sie kommt und von was sie Prinzessin ist und das auch noch so voll drauf zu drücken und zu sagen, sie ist nicht britisch. Achtung, Achtung, sie ist nicht britisch.
Florian Bayer: Reden wir gleich noch drüber. Damit wir nicht die Verwechslung mit Margaret haben.
Johannes Franke: Schön. Auf jeden Fall, dass sie... dass sie ihre Pflichten wieder aufnimmt und aber eben als gewachsene Person, sie hat Sachen gelernt, kann sich behaupten und kann sagen, nee, ich mach das jetzt aber so und trifft damit auch legit gute Entscheidungen.
Florian Bayer: Wenn du einen Mossad-Agenten mit einer Gitarre K.O. geschlagen hast,
Johannes Franke: dann kannst du alles. Genau. So, und sie wird ja in dieser Szene dann auch so gezeigt, dass ihr zugeflüstert wird, ja, alle Stationen waren gleich toll und so weiter, um ihr zuzuflüstern, was sie sagen soll auf die Fragen. Und sie dann entscheidet, nee. Ich sage jetzt Rom. I will always cherish my visit in Rome. Wo ich schon in Tränen nah bin, weil ich wirklich so diese Romantik da drin sehe und so dieses.
Florian Bayer: Das ist übrigens die einzige Szene, wo ich sagen würde, ja, die hat Impact. Ja, ne? Die hat emotionalen Impact, weil das wirklich, weil das so ein sehr starker, authentischer Moment ist im Sinne von, dass sie ihre Authentizität gewinnt, also die Rolle im Verhältnis zur Öffentlichkeit.
Johannes Franke: Und ganz, ganz toll, der Impact unterstützt wird von seinem. Blick, seinem Dasein, seinem einfach nur Anwesen sein und sagen, okay, das ist unsere Situation. Ich bin befriedet irgendwie damit, auch wenn ich dieses Longing, also diese Sehnsucht im Blick habe, sieht man ihm ja doch an, dass er die Würde der Situation sein lässt, wie sie ist, ohne ein Ego mit einzubringen, was ich total bemerkenswert finde. Und das nur über den Blick.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: da macht der Schauspieler das richtig gut.
Florian Bayer: Da macht Gregory Peck wirklich vieles. Das ist vielleicht seine Oscar-Nominierung, die er dann leider nicht gekriegt hat.
Johannes Franke: Genau. Und sie dann eben nicht nur sagt, ich gehe auf meinen Individualismus ein und sage, nee, das ist Rom gewesen, sondern tatsächlich auch selber entscheidet, ich gehe jetzt zu jedem einzelnen der Presseleute und schüttel die Hand und sage, schön, dass du da bist. In deren Landessprache, sobald ich sie kann. dass aber eben die Entscheidung so ein bisschen davon getragen ist, dass sie halt zu ihrem Typen kommen will, um ihm nochmal die Hand zu geben.
Florian Bayer: Übrigens eine tolle Kameraeinstellung, wenn sie an diesen Presseleuten geht und wir haben ihn ja so im Profil, wie er sie beobachtet, auch in ihre Richtung guckt. Es gibt einfach diese Spannung in dieser Szene und dann bleibt die Kamera ja auch noch bei ihm, wenn sie weitergeht. Wirklich gut gemacht.
Johannes Franke: Kamera ist top hier. Weil sie es auch aushalten, wie sie da die eine nach dem anderen, eine nach dem anderen, eine nach dem anderen. Finde ich ganz, ganz, ganz toll. Und die Stärke der Szene wird ja immer mehr, die schraubt sich ja immer noch weiter hoch, finde ich, weil sie mit ihm redet, indem sie allgemein redet. Die Fragen, die sie der Presse antwortet, das ist ja alles quasi auf ihn gemünzt und sagt ihm hier, ich werde das nie vergessen, was wir hier hatten. Das ist ganz toll gewesen. Und irgendwie auch versucht zu verklickern, aber sorry, guck mal, was ich hier zu tun habe, ich kann nicht mit dir weglaufen. Und dann das auch zu Ende geht und sie dann einfach würdevoll den Saal verlässt. Die Szene wird nicht abgekürzt oder sowas, sondern alles wird in Echtzeit gezeigt. Er steht da, die anderen verziehen sich langsam und wir sehen, wie er da alleine in diesem großen Ding noch steht und halb noch guckt. War es das jetzt wirklich oder kommt sie dann noch um die Ecke? Auch für den Zuschauer so ein bisschen, damit der auch nochmal so ein bisschen Hoffnung hat. Also ich hatte wahnsinnig viel Hoffnung in dem Moment. Und er sich dann halt umdreht und die hallende Schritte in diesem riesigen Ding da einfach nur dann das Bild nach vorne hin verlässt und die Kamera das auch aushält, wie er von da hinten nach vorne an der Kamera vorbei läuft und dann einfach gnadenlos das Ende kommt. Ich finde es ganz, ganz toll.
Florian Bayer: Ich habe das gar nicht so radikal oder so unangenehm oder so dem Zuschauer herausfordernd wahrgenommen, weil ich finde, es ist einfach eine schöne Szene der Reflexion nochmal. Er ist nochmal mit seinen Gedanken allein und seiner Erinnerung an den Tag, genauso wie sie das ja auch war und kriegt einfach nochmal diesen Moment. Ich habe diese Szene überhaupt nicht gelesen, wie wir spannen die jetzt auf die Folter, die Zuschauer, ob sie vielleicht doch zu Gerand kommt, sondern ich habe die wirklich einfach nur gelesen, dass es ein Moment des Innehaltens und Oh. Gott, wäre das schlecht gewesen, wenn sie da zurückgerannt bekommen wäre. Ja, natürlich, genau. Ganz furchtbar. By the way, wenn ihr Irving die Fotos gibt, ohne viel dazu zu sagen, außer hier sind inkriminierende Fotos.
Johannes Franke: Ich hätte das nicht inkriminierende Fotos.
Florian Bayer: Ich hätte das ja für einen Erpressungsversuch gehalten. Echt? Ich komme aus einer Zeit, in der man weiß, dass es nochmal zehn andere Abzüge davon gibt. Es war damals alles ein bisschen anders. Aber ich finde das wirklich, also offensichtlich nimmt das niemand anderes an in diesem filmischen Kontext. Aber ich habe das gesehen und habe gedacht. Wenn ich sie wäre, würde ich denken, scheiße, ich muss mein Checkbuch zücken.
Johannes Franke: Nein, die sind doch alle lieb in dem Film, Flo.
Florian Bayer: Ich finde die Szene total schön. Ich habe tatsächlich, und das ist gar nicht negativ gemeint in Bezug auf diese Szene. Wie gesagt, ich liebe die letzten 20 Minuten von diesem Film. Die sind großartig. Ich habe sie auch einfach als eine Es-ist-was-es-ist-Szene wahrgenommen. Ja, ja, natürlich. Mit all der Stärke, die dahinter steckt. Hier wird niemand auf die Folter gespannt. Wir müssen nicht erwarten, dass sie zurückkommt. Und wir haben hier auch so eine Übereinstimmung, dass das nicht passieren wird. Sie hat ihre Rolle, er hat ihre Rolle. seine Rolle. Er ist ein Pressefuzzi. Sie ist die Thronfolgerin. Und sie erfüllen ihre Rollen und da besteht überhaupt kein Zweifel dran. Aber sie hatten einen wunderschönen Tag. Und sie können darauf zurückblicken ohne Wut, ohne Trauer, ohne Frust.
Johannes Franke: Vielleicht ein bisschen Trauer. Ein bisschen Wehmut vielleicht. Wehmut, genau. Das ist ja schon das Richtige.
Florian Bayer: Die mildeste Form der Trauer.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Aber es ist alles okay. Es ist so wie es ist und das ist in diesem Fall auch einfach gut und richtig so.
Johannes Franke: Und deswegen glaube ich, der Impact ist eben da. Weil der Impact für mich sehr stark war in dem Moment. Ich war sofort, ich war so richtig gespalten in dem Moment. Der eine Teil von mir, der sagt, nein, kommt zurück, ihr müsst doch ein Leben lang. Und der andere Teil von mir, der sagt, natürlich, es wäre jetzt der beschissenste Film aller Zeiten, wenn sie jetzt zurückkäme. Also es ist schon, ich finde, dass der Impact, der emotionale Impact der letzten Szene so grandios ist. dass es den ganzen Film rechtfertigt.
Florian Bayer: Also es hat mich nicht so zerrissen einfach. Seicht ist ein fieses Wort und das will ich dem Film auch nicht vorwerfen. Es hat eine Würde am Schluss. Es hat auch eine emotionale Würde. Und das ist nicht die große emotionale Schwere, das ist nicht die große Tragik und das ist erst recht auch kein ambivalentes Ende für mich. Es ist für mich wirklich ein Happy End. Und das ist schön. Das ist ein schöner Film. Okay. Ich weiß, du willst mehr. Ich kann dir nicht mehr geben. Aber nimm es nicht. Das musst du jetzt auch aushalten, dieses Urteil. Ich glaube auch, wenn ein Film etwas will, will dieser Film überhaupt mehr sein. Ich glaube, das ist auch das, was in diesem Film angelegt ist.
Johannes Franke: Ja, vielleicht tatsächlich, genau. Vielleicht liegt die Stärke auch in der Einfachheit der Sache an sich.
Florian Bayer: Und natürlich kann man da auch... Das heißt auch nicht, dass das oberflächlich wäre, sondern das hat ja auch dadurch eine Tiefe, dass es halt so pragmatisch ist, dass es diesen realistischen Blick auf sie hat und auf ihre Rolle als Prinzessin. Dass es nicht das große Drama will, dass es eben dieses kleine Drama ist und diese Freude genauso wie die Trauer oder Melancholie im Kleinen.
Johannes Franke: Ganz unabhängig von der Dramaturgie, dass sie einfach da bleiben muss und so, weil es sonst irgendwie echt unerträglich wäre. Als Romanze. Aber ist das die Kapitulation des Individuums vor der Institution?
Florian Bayer: Nein. Sie hat ja ihre Individualität in diesem Film gewonnen. Und es besteht kein Zweifel am Ende daran, dass sie ihre Regentschaft mit genau dieser Individualität und dieser Würde, die sie dadurch gewonnen hat, führen wird. Und er ist vielleicht ein bisschen besserer Mensch geworden. Vielleicht ist er bei der nächsten großen Paparazzi-Story, ihm wurde weg. übrigens wirklich viel Geld angeboten.
Johannes Franke: Wahnsinn, Wahnsinn.
Florian Bayer: Bei der nächsten Paparazzi-Story wird er zweimal drüber nachdenken,
Johannes Franke: ob er das machen will. Wie viel war das? Sie haben ihm gesagt 5000.
Florian Bayer: Es wären 50.000 Dollar oder so im Inflationsbereich. Irgendwas um den Dreh. Es ist wirklich viel Geld.
Johannes Franke: Wahnsinn. Ja, man kann aus den 50ern, wenn es um Dollar geht, kann man meistens, jetzt nach dem, was wir an Filmen hatten, in meiner Erinnerung eine Null dran hängen. Dann ist man ungefähr da.
Florian Bayer: Faktor 10 ist, glaube ich, ein ganz... ganz gutes Pi mal Daumen rechnen. Dieser Film wurde ein riesiger Hit.
Johannes Franke: Absolut. Die waren alle absolut begeistert. So euphorisch hat die Kritik selten geklungen. Also man muss schon sagen, die waren alle sehr angetan.
Florian Bayer: Und vor allem war er im Ausland ein riesiger Hit. Paramount hat so in Amerika drauf geguckt und gesagt, sie hätte auch ein bisschen mehr sein können. Aber dann vor allem in UK. Warum?
Johannes Franke: Ja, warum? Hallo? Es geht um die Krone. Natürlich.
Florian Bayer: Vor allem gab es eine ähnliche Geschichte.
Johannes Franke: Also wenn wir uns über Margaret unterhalten wollen.
Florian Bayer: Hast du viel recherchiert dazu? Nein.
Johannes Franke: Ich nehme mich nicht so an.
Florian Bayer: Ich hasse, also noch mehr als Schauspieler-Gossip, hasse ich Royalen-Gossip. Ich kenne mich auch überhaupt nicht damit aus. Ich bin auch überhaupt nicht auf dem Laufenden. Und ich weiß, ich sollte das ein bisschen mehr sein, weil es ja auch irgendwie ein Teil von Öffentlichkeit ist und von medialer Wirklichkeit. Ich finde es so langweilig. und ich lese dann auch immer nur das Nötigste und das habe ich auch in dem Fall gemacht. Offensichtlich war es die Schwester von Elisabeth II., Tochter von König George VI. und die war auch an zweiter Stelle der Thronfolge, bis dann Charles geboren wurde. Und in den 50ern hatte sie eine Beziehung zum
Johannes Franke: Stallmeister. Genau.
Florian Bayer: Peter Townsend.
Johannes Franke: Ein Commoner, wie man so schön sagt.
Florian Bayer: Siehste, da bin ich schon raus. Was ist ein Commoner?
Johannes Franke: Ein einfacher Mann. Ach so,
Florian Bayer: ein einfacher natürlich. Mein Wissen ist so schwach, dass ich sogar englische Standardbegriffe vergesse. Und das wurde 1953, also ein Jahr bevor dieser Film, beziehungsweise in dem Jahr, in dem der Film veröffentlicht wurde, wo der Ende des Jahres veröffentlicht wurde, wurde das bekannt.
Johannes Franke: Und sie haben im Nachhinein noch schnell versucht zu sagen, nein, die besucht auch England, damit klar ist, dass sie eben nicht die englische Prinzessin ist.
Florian Bayer: Das war tatsächlich eine Übereinkunft mit der Regierung. Mit UK von Paramount, die gesagt haben, nein, nein, keine Sorge, wir werden nichts von dieser Geschichte erwähnen. Kein Yellow Press hier drin und wir werden auch nicht sagen, dass sie aus England kommt. Wir werden sogar darauf hinweisen, was sie dann ja auch wirklich machen, dass sie nicht aus England kommt.
Johannes Franke: Es war ja auch gar nicht mehr irgendwas zu versprechen, weil der Film war ja gedreht. Es ging ja dann nur darum, irgendwie das in die richtige Richtung zu biegen, damit man das nicht darauf anwenden kann als Zuschauer. Die Briten haben es trotzdem getan. Natürlich. Natürlich haben sie das getan. Es ist ja trotzdem darin zu sehen irgendwie.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und die haben ihn geliebt, den Film. Das Ding hat 12 Millionen Dollar eingefahren. Also Inflationsbereinigt, was auch immer. 120 Millionen, wenn wir jetzt Faktor 10 sagen. Das ist schon ein massiver Erfolg. Bei 1,5 Millionen. Bei 2,2 Millionen. Wie viel hat der Film gekostet? In Rom gedreht, ohne Elizabeth Taylor. Aber trotzdem war schon recht. teuer. Ich glaube 2,2 Millionen teuer.
Florian Bayer: Ja. Er war für einige Oscars nominiert, ne? Ja. Für 10 Stück, glaube ich. 10. Bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin, bester Nebendarsteller, bestes Drehbuch, beste Story, beste Art Direction für Schwarz-Weiß, haben wir vorhin erwähnt. Beste Kamera für Schwarz-Weiß, bestes Kostümdesign für Schwarz-Weiß und bester Schnitt. Und er hat gewonnen drei Stück. Einmal für die beste Story, Dalton Trumbo, beziehungsweise in dem Fall der andere.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Der Platzhalter, bestes Kostümdesign, Edith Hatt. Und für beste Hauptdarstellerin, Audrey Hepburn. Audrey Hepburn war Instant-Star. Ja, sie war fertig mit den Nerven, als sie den Oscar gekriegt hat. Sie hat sich offensichtlich verlaufen, als sie zur Bühne ist, um den Oscar entgegenzunehmen. Und es gibt das Gerücht, dass sie danach auf dem Klo den Oscar hat liegen lassen und zurück sprinten musste,
Johannes Franke: um ihn schnell zu holen.
Florian Bayer: Ja, ja, ja. Das könnte mir auch passieren. Das ist so geil.
Johannes Franke: Ja, man kommt nicht drum rum, diese Frau einfach zu lieben. Die hat ja danach so wahnsinnig viel auch für UNICEF und so als Botschafterin gemacht. Und so viel Arbeit, einfach um die Welt ein bisschen besser zu machen. Ich habe wirklich Hochachtung vor der Frau.
Florian Bayer: Sie wurde zum riesigen Star. Sie wurde zum Kritiker-Darling. Der Film war auch ein Kritiker-Darling. Sie war die erste Schauspielerin, die einen Academy Award, einen Golden Club und einen BAFTA für eine Rolle gewonnen hat.
Johannes Franke: Ja. Und das ist bis heute sehr, sehr, sehr selten, dass das Leute schaffen. Ja, krass. Also, ich glaube, wir sollten einmal rüber in die Top 3 und dann können wir uns langsam verabschieden, oder? Ja, lass du das.
Florian Bayer: Unsere Top 3.
Johannes Franke: Drei. Wir haben eine Top 3. Brief Encounters. Genau. Ich wollte kurze Begegnungen haben.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil das ja auch so einfach wirklich so ein Tag im Grunde oder ein bisschen mehr, weil ja auch eine Nacht stattfindet und dann sieht man sich nicht wieder. Und das könnten tragische Sachen sein, größtenteils. Wenn ich mir das so anschaue bei mir,
Florian Bayer: ist es vielleicht auch, naja. Ich habe gar nicht so viel Tragik drin, glaube ich.
Johannes Franke: Es geht, es geht, es geht. Fängst du an?
Florian Bayer: Ja, ich muss anfangen. Mein Platz 3 ist tatsächlich vom Ton her auch eher wie dieser Film, nämlich Lost in Translation von Sofia Coppola aus dem Jahr 2003.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Mit Scarlett Johnson und Bill Murray, die sich diesmal nicht rum, sondern in Tokio über den Weg laufen und auch einen netten Abend verbringen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und noch ein bisschen radikaler als dieser Film.
Johannes Franke: Auch der Altersunterschied noch ein bisschen radikaler.
Florian Bayer: Auch der Altersunterschied noch ein bisschen radikaler. Vor allem radikaler, weil es halt kein Rom-Com ist. Nicht mal auch kein Liebesfilm.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sondern maximal sowas wie eine Art von Freundschaft, die sehr innig ist, aber halt auch sehr kurz.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und die endet und wir wissen, die werden sich wahrscheinlich nie wiedersehen. Aber wir wissen es nicht. Ich hab ihn nie gesehen. Du würdest ihn lieben. Wahrscheinlich. Ich denke, du würdest ihn lieben.
Johannes Franke: Du musst ihn mir halt irgendwann geben.
Florian Bayer: Irgendwann muss ich ihn dir geben, ja.
Johannes Franke: Ich bin echt, seit wir den Podcast machen, sehr vorsichtig geworden, welche Filme ich gucke, weil ich dann denke, ja, Flo wird mit denen sowieso irgendwann gehen. Ich habe auf Platz 3 Night on Earth, weil es ganz viele kleine Brief Encounters sind. Einfach von einem Taxifahrer, der einfach einen Gast hat und dann wird da eine kleine Geschichte drumherum erzählt. Das sind total interessante kleine Sachen. Manche Sachen, wo man sagt, ja, okay, hätte vielleicht nicht sein müssen, aber auch echt tolle andere Sachen.
Florian Bayer: Jetzt packe ich das schwere Drama doch aus. Jeder Wong Kar Wai Film ever. In the Mood for Love ist ein super Beispiel, aber auch Chunking Express und 2046, darüber haben wir sogar geredet, Mann begegnet Frau, Mann verliebt sich in Frau, Frau verliebt sich in Mann und irgendwann trennen sie sich wieder. Aber es ist sehr intensiv, sehr eng und meistens sehr kurz.
Johannes Franke: Aber so brief dann auch nicht.
Florian Bayer: Bei 2046 ist es relativ lang, bei Chunking Express haben wir so Begegnungen, die deutlich kürzer sind. Ich habe auf Platz 2 E.T. Der muss ja wieder nach Hause. Ja, wie schön. Danke.
Johannes Franke: Und es ist eben keine Romanze. Ich war froh, dass ich einen gefunden habe, der keine Romanze ist. Und es ist einfach nur, der kommt da und der muss halt wieder nach Hause. Das ist so süß. Wir haben über den Film geredet. Hört euch das auf jeden Fall an. Der ist so schön. Und das Gespräch, ich erinnere mich an das Gespräch. Es war wirklich, wirklich toll.
Florian Bayer: Hat viel Freude gemacht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Mein Platz 1, jetzt muss ich doch den versnobten Filmkritiker raushängen lassen. Theorema von Pier Paolo Pasolini. Mein Urschall zu diesem Film. Ein Jesus mit sehr großem Schritt besucht eine Familie, vögelt mit allen und verschwindet dann wieder und hinterlässt eindeutig Eindrücke bei ihm.
Johannes Franke: Von brandter Erde.
Florian Bayer: Großartiger Film, total schräger Film. Johannes mocht ihn nicht, weil Johannes... keine Ahnung hat. Weil ich Kunstkacke nicht unbedingt gut finde, weil sie Kunstkacke ist. Er ist voll gut, ist okay. Aber Flo findet ja alles gut, was irgendwie Kunstkacke draufstehen hat. Er ist voll Kunstkacke, aber er ist so großartig. Kunstkacke, einer der besten Filme aller Zeiten. Wir reden darüber und wir streiten sehr viel darüber. Und Johannes hat die ganze Zeit versucht, irgendwas Sozialistisches reinzudeuten. Und ich hab nur gesagt, so what the fuck? Würdest du mal nicht mit so einem Kapitalismuskritiker von uns beiden? Natürlich, es muss. Es muss doch, wenn es Kunsthackige ist, muss es irgendeine Parabel auf irgendwas sein. Nein, du wirst den Film verstehen. Weißt du, du bist da hingegangen und hast gesagt, das muss doch eine Parabel sein. Moment, er steht für das, er steht für das, sie steht für das und sie steht für das. Und so, hä, nein, guck doch erstmal den Film an. Okay, wir reden nochmal komplett über diesen Film. Ja, nächste Woche gibt es wieder Theorema. Also folgendes. Ich habe auf Platz 1, und das würde ich vielleicht zufriedenstellen, weil ich über den Film doch ein bisschen hergezogen bin zwischendurch,
Johannes Franke: Titanic. Ja, schön. Es ist natürlich der große... Brief Encounter Film. Ja, absolut. Die kennen sich vier Tage und das ist auch ein bisschen meine Kritik daran. Die kennen sich vier Tage und diese Frau bis zum hundertsten Lebensjahr beschäftigt sie diese vier Tage in ihrem Leben. Gut, es war ein großer Unfall dabei, der hat vielleicht auch ein bisschen was dazu beigetragen, dass sie das als Trauma vielleicht eine Weile mit sich rumträgt, aber dass sie diese Liebesgeschichte da irgendwie hundert Jahre mit sich rumträgt, weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Ist noch nicht lange her, dass wir über diesen Film geredet haben. Ein paar Wochen, ne?
Johannes Franke: Ja,
Florian Bayer: Hört es euch an.
Johannes Franke: Aber es ist tatsächlich, muss ich zugeben, eine der besten Brief Encounters in der Filmgeschichte.
Florian Bayer: Absolut. Ich bin ganz bei dir. Danke.
Johannes Franke: Okay, schön. Schöne Top 3. Ich hätte eine honorable mention und zwar mit Before Sunrise und so.
Florian Bayer: Die gehören da eigentlich rein. Ich hatte auch überlegt. Tatsächlich habe ich ihn glaube ich nicht reingenommen, weil ich Angst hatte, ihn dir wegzunehmen. Aber tolle Filme. Die Before-Filme. Before Sunrise, Before Sunset und Before irgendwas anderem.
Johannes Franke: Bevor irgendwas anderem, ja genau.
Florian Bayer: Großartige Filme. Richard Linklater. Müssen wir auch irgendwann mal besprechen. Wahrscheinlich alle drei. Wahrscheinlich. So eine lange Episode, wo wir über alle drei reden. Ja, okay. Und damit raus. Zurück.
Johannes Franke: Zurück in unseren Film. Ein Herz und eine Krone. Was für ein Scheißtitel, oder?
Florian Bayer: Es klingt wie so eine... Deutsche Serie, so eine ARD-Serie, so eine ARD-Rom-Com-Serie, die halt irgendwie in den 80ern produziert wurde. Ganz schlimm.
Johannes Franke: Und das ist echt traurig, weil ich das Gefühl habe, dass er allein durch den Titel Leuten das vermiest, das anzugucken. Weil wenn du das irgendwo liest und sagst, der heißt so, dann denkst du dir, ja, ob ich mir das jetzt geben muss oder nicht. Und dabei ist er so gut. Plur, der ist so gut.
Florian Bayer: Gib's zu. Er ist wirklich schön. Es ist wirklich ein schöner Film. Ich hatte Freude an diesem Film.
Johannes Franke: Toll.
Florian Bayer: Er ist kapistisch, er empfiehlt vielleicht manchmal so ein bisschen der große Impact, habe ich schon gesagt. Aber es ist wirklich ein Film, der süß ist und der Spaß macht. Tolle Bilder, absolut charmant, Akteure, bei denen man gerne dabei ist, wirklich ein Film, der Freude macht.
Johannes Franke: Und ich liebe die Kostüme, wirklich. Ich muss es nochmal sagen, du hast den anderen Rest jetzt schon gesagt, der ist großartig und so weiter, aber ich liebe diese fucking Kostüme. Und wenn ihr irgendwie eine Chance habt, Dann hört euch irgendwelche anderen Podcasts. Es gibt ganz tolle Podcasts da draußen über Edith Head. Hört euch einfach noch ein bisschen was über ihr Leben an und was sie gemacht hat. Und hört euch die Interviews von ihr an, die alle ein bisschen schmerzhaft sind, weil sie eben wirklich nicht die Feministin ist, von der man hoffte, dass sie sein würde. Aber was soll's. Sie hat ganz tolle Sachen gemacht.
Florian Bayer: Danke, Johannes, dass du den mir gegeben hast. Ich weiß gar nicht, ob wir es am Anfang erwähnt haben. Ein Film, von dem ich davor noch nie was gehört habe.
Johannes Franke: Ich bin immer froh, wenn ich dir irgendeinen Film geben kann, den du noch nicht gekannt hast. Weil eigentlich, muss ich sagen... Bin ich immer derjenige, der überrascht ist von deinen Filmen und ich gebe dir irgendwas und du sagst, ja, den habe ich ja damals auch gesehen. Und ich denke mir, ja toll.
Florian Bayer: Ich finde es total gut, wenn du vor allem so mein good old Hollywood Wissen aufrichtest, weil was 50er Jahre, 60er Jahre Hollywood betrifft, habe ich nicht viel Ahnung. Der ist ja ein totaler Klassiker. Absoluter Klassiker. Und ich würde jetzt auch sagen, ja, natürlich, er ist ein bisschen seicht, aber es ist ein totaler Muss-man-sehen-Film. Man ist einfach glücklich nach diesem Film. Dieser Film macht einen zu einem glücklicheren Menschen.
Johannes Franke: Ja, würde ich absolut unterschreiben. Hoffentlich euch auch. Ich hoffe, ihr habt ihn gesehen. Ansonsten, wenn ihr ihn nicht gesehen habt, spätestens jetzt müsst ihr ihn anmachen. Es ist ja erst um elf.
Florian Bayer: Also ihr habt ja noch Zeit bis Mitternacht. Also los. Ansonsten euch wie immer vielen Dank fürs Zuhören. Wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes nächste Woche aufgebe, bleibt noch kurz dran. Ansonsten lasst es euch gut gehen. Habt eine schöne Woche. Hört euch den Jingle nochmal an und dann sehen wir uns nächste Woche wieder. Bis dahin. Bis dann. Ciao. Nächste Woche muss man sehen Podcast Gaspar Noé, Enter the Void mit Johannes Franke und Florian Bayer. Nächste Woche Gaspar Noé, Enter the Void aus dem Jahr 2010. Und wenn ihr das anstrengend fand, dann wartet erstmal ab, wie der Film wird.
Johannes Franke: Ach du Scheiße Flor, was hast du, was, was? Also ich, leider habe ich alle meine Sinne ausgeschaltet,
Florian Bayer: damit ich das nicht mitbekomme. Enter the Void war's? Enter the Void von Gaspar Noé. Wir haben schon über einen Gaspar Noé-Film gesprochen. Climax. Climax. Und ich habe mich, dass du ihn nicht gut fandest. Ich finde den Film furchtbar. Und damals, als wir Climax geguckt haben, habe ich gesagt, ich wollte dir Enter the Void nicht antun.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Jetzt tue ich dir Enter the Void an.
Johannes Franke: Ich bin... Ach, Floor, deswegen denke ich immer wieder, ob der Podcast jetzt eine gute Idee war. Ich weiß es nicht. Solche Filme. Also ich weiß ja gar nicht, worum es geht. Aber wenn ich an Climax denke, dann denke ich mir, Nee. Keine Chance. Gib mir irgendeinen Anreiz. Es ist wie Climax ohne Körper. Climax ohne Körper.
Florian Bayer: Aber dafür verdammt viel Körperlichkeit. Okay, wenn es ohne Körper ist, sind ja so 70 Prozent der Probleme schon weg. Das geht ja gar nicht. Wie ist dein Verhältnis zu Szenen, die aus der POV von einer penetrierten Vagina erzählt werden?
Johannes Franke: Warte, warte, warte.
Florian Bayer: Bis nächste Woche. Ciao.
