Episode 46: Blackadder
The Black Adder. Rowan Atkinson, den man hierzulande als Mr. Bean kennt, in seiner anderen Ikonischen Rolle, der des zynischen, machthungrigen, intriganten Typen, der durch die Staffeln durch die verschiedenen Jahrhunderte, die immer gleiche Figur in neuen Inkarnationen spielt.
Von 1485 im endenden Mittelalter, über das 16. und dann das 19. Jahrhundert bis 1917 – mitten im ersten Weltkrieg. Immer mit von der Partie: Baldrick, sein loyaler und intellektuell prekär ausgestatteter Diener, der jedes Mal einen “cunning Plan” hat, die beiden aus der Misere zu holen. Meist versucht Edmund, respektive Black Adder, seine Macht und Reichtum zu mehren, oder diesen überhaupt erst zu erlangen, oder – wie in der letzten Staffel – einfach nur zu überleben.
Vier Staffeln á sechs Folgen. Für heutige Verhältnisse keine riesige Serie, aber für einen Podcast wie unseren schon eine Menge Holz. Schaut sich aber gut durch, ohne dass man Längen zu spüren bekommt, oder wie hast du das nostalgische Gebinge erlebt, Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 46: Blackadder Publishing Date: 2021-11-17T12:15:00+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/11/17/episode-46-blackadder/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest. Das heißt so Musicals aus den 50ern? Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme? Mit russischen Untertiteln, von mir, für dich.
Florian Bayer: Oh Gott, okay. Aber du weißt, dass das für eine Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Äh, definitiv, das wird lustig. Da haben wir es wieder, Plor, willkommen in der Casa Franke.
Florian Bayer: Schön hier zu sein und schön mal wieder mit dir über Filme reden zu können. Wieder eine Woche vorbei. Wieder eine Woche vorbei. Herzlich willkommen, lieben ZuhörerInnen, zum Muss man sehen Podcast.
Johannes Franke: Du hast das Gendern viel besser drauf als ich, Plor. Danke.
Florian Bayer: Wo wir uns gegenseitig Filme zuwerfen, um den Horizont des anderen zu erweitern und vielleicht auch ein bisschen, um den anderen zu ärgern mit Sachen, die er gar nicht so sehr mag, weil wir ja doch einen relativ unterschiedlichen Filmgeschmack haben.
Johannes Franke: Ja, streckenweise schon. Und zuwerfen ist fast schon zu zahm gesagt, Plor. Wir mögen aufeinander ein mit Filmen. Und müssen den halt dann auch gucken, egal was kommt. Und ich bin froh, dass ich das mal nutzen durfte. Um mir einen Brocken hinzuwerfen. Und dann gibt es einen Berg hinzuwerfen, Plor.
Florian Bayer: Also das Konzept ist, jede Folge stellt einer dem anderen was vor. Also als Hausaufgabe, der guckt das und dann wird darüber geredet. Und diese Woche war Johannes dran mit einer Aufgabe für mich. Und der hat mir eine sehr schöne, aber auch sehr aufwendige Hausaufgabe aufgegeben, nämlich...
Johannes Franke: Ich war ein bisschen dreist und hab dir eine ganze Serie gegeben, und zwar die Serie Black Adder. Falls das euch da draußen gar kein Begriff ist, Black Adder ist eine Serie aus den 80ern gewesen mit Ron Atkinson, der auch als Mr. Bean bekannt ist, mit Richard Curtis geschrieben, der auch mit Ron Atkinson an ganz anderen Sachen gearbeitet hat, wie zum Beispiel eben auch Mr. Bean und der auch ganz viele andere Filme gemacht hat.
Florian Bayer: Richard Curtis wird, also jeder, jeder, der uns zuhört, wird mindestens einen Film von Richard Curtis kennen. Der Mann hat wirklich unglaublich viel geschrieben. Auch Filme, über die wir schon im Podcast geredet haben, nämlich zum Beispiel Yesterday.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das ist einer seiner jüngsten Filme, wo er diese alternative Version der Geschichte erzählt. Leider nicht sein bester Film. Die Beatles nie existiert haben. Vielleicht nicht sein bester Film. Auf jeden Fall nicht so schwarz vom Humor, wie das, was uns heute erwartet. Denn Black Adder ist Comedy aus den 80ern, aus Großbritannien. Nach den großen, also im Prinzip die Lücke füllend, nach Monty Python und vor, ja, vor was? Kam danach noch was Gutes? Na, Mr. Bean. Mr. Bean. Auch Ron Atkinson. Aber Mr. Bean ist nicht so schwarzhumorig und vor allem Mr. Bean ist deutlich mehr auf Slapstick aus und weniger auf Wortwitz.
Johannes Franke: Also wenn wir den großen Leap machen wollen zu dem, was jetzt noch was davon übrig geblieben ist an britischem Humor, dann wären wir bei Fleabag.
Florian Bayer: Was ich überhaupt nicht kenne. Ich hätte jetzt noch The Office und die IT Crowd in den Raum geworfen.
Johannes Franke: Ja. Das sind alles Kandidaten für unsere Liste, die wir dann später noch machen wollen.
Florian Bayer: Aber die wollen wir erstmal hinten anstellen. Wir wollen jetzt über Black Adder reden. Ja. Und Johannes wird uns einfach mal eine kleine Einführung geben und dann werden wir uns so Staffel für Staffel vorarbeiten und schauen mal, wo wir landen. Das wird eine gigantische Folge, Floor. Das ist unglaublich. Wir haben eine Mammutaufgabe vor uns. Hast du einen allgemeinen Einleitungstext?
Johannes Franke: Ich habe einen allgemeinen Einleitungstext, den werde ich jetzt zum Besten geben und dann hauen wir mal uns einfach rein ins Getümmel. The Black Adder. Rowan Atkinson, den man hierzulande als Mr. Bean kennt, in seiner anderen ikonischen Rolle des zynischen, machthungrigen, intriganten Typen, der durch die Staffeln, durch die verschiedenen Jahrhunderte die immer gleiche Figur in neuen Inkarnationen spielt. Von 1485 im endenden Mittelalter über das 16. und dann das 19. Jahrhundert bis 1917, mitten im Ersten Weltkrieg. Immer mit von der Partie Baldrick. Sein loyaler und intellektuell prekär ausgestatteter Diener, der immer einen cunning Plan hat, die beiden aus der Misere zu holen. Meist versucht Edmund, respektive Black Adder, seine Macht und Reichtum zu mehren. Oder überhaupt erst zu erlangen. Oder wie in der letzten Staffel, einfach nur zu überleben. Vier Staffeln, a sechs Folgen, für heutige Verhältnisse keine riesige Serie, aber für einen Podcast wie unseren schon eine Menge Holz. Schaut sich aber ganz gut durch, ohne dass man Längen zu spüren bekommt. Oder wie hast du das Ganze gebinged, Plor?
Florian Bayer: Da kommt die große Frage. Ich hab's total schräg gebinged. Ich hab, ähm, also als Johannes mir die Serie vorgeschlagen hat, haben wir hier Staffel 1, Episode 1 geguckt. Und zwar nicht komplett, weil dann hat Johannes gesagt, nee, ach, das ist nicht das Richtige. Mach mal Staffel 2 an. Und dann haben wir Staffel 2, Episode 1 geguckt. Und dann hab ich Staffel 2 ein bisschen geguckt. Und Staffel 3 ein bisschen. Ja. Weil ich festgestellt habe, ah, die kenn ich ja. Und dann dachte ich, ach, lass mal gucken, was in Staffel 1 noch passiert ist. Also ich muss das ja aufholen. Dann hab ich nochmal Staffel 1 eine Folge geguckt. Und dann hab ich festgestellt, oh mein Gott, ich hab Staffel 4 noch gar nicht gesehen. Und hab Staffel 4 eine Folge geguckt. Du merkst, es gibt kein Schema. Es gibt ein Schema und das heißt, es gibt kein Schema. Oh Gott. Ich hab diese Serie komplett durcheinander geguckt. Ich hab wirklich, ich hab keine Folgen tatsächlich chronologisch aufeinander folgend geguckt. Wow. Was bei der Serie aber auch erstaunlich gut funktioniert. Weil es ist, es ist eine Sitcom und es ist auch, sie gehorcht ganz vielen Gesetzen der Sitcom. Sonst der damaligen Zeit, die heute mittlerweile nicht mehr so da sind. Ja. Nämlich, dass eigentlich immer am Ende jeder Episode Nullpunkt hergestellt wird. Beziehungsweise viel schlimmer, dass am Anfang der nächsten Episode Nullpunkt hergestellt wird. Und es geschehen Sachen in einer Folge, die wirklich krass sind, eigentlich krasse Auswirkungen haben müssten auf die weitere Handlung. Und die dann null oder praktisch kaum Auswirkungen haben.
Johannes Franke: Also manchmal ein bisschen, ne. Es gibt schon manchmal eine Entwicklung, eine kleine, aber es ist nicht viel. Also, es gibt eine Folge, in der Blackadder heiratet.
Florian Bayer: In der ersten Staffel. Und seine Frau, ein achtjähriges Mädchen, kommt in irgendeiner Folge später noch einmal kurz vor, um ihm zu sagen, dass sie ihr leidtut, dass er jetzt sterben wird. Blackadder wird ungefähr 200.000 Mal zum Tode verurteilt in dieser gesamten Serie. Und der Bodycount von Blackadder selbst ist allerdings auch ziemlich hoch. Dieser Mensch hat sehr viele andere Menschen auf dem Gewissen.
Johannes Franke: Also, um das einmal, um da ein bisschen in Ordnung reinzubringen. Wir haben die erste Staffel 1983. Die erste Staffel, wo auch noch nicht klar wurde, ob man dann noch mehr drehen würde oder nicht. Sie haben auch noch eine Pilotfolge gedreht. Die war wahrscheinlich 1982. Und dann durften sie drei Jahre später erst, weil nicht ganz klar war, wie Geld und so. Und es wurde auch viel Geld eingespart. Zweite Staffel, die kam 1986 raus. Dann der dritte Teil, der kam 1987 raus. Der vierte Teil 1989. Und dann gab es natürlich auch noch diese ganzen Specials.
Florian Bayer: Genau. Zwischen der dritten und der vierten Staffel haben wir zwei große Specials. Genau. Und zwar einmal The Cavalier Years, wobei Special da auch schon sehr viel gesagt ist. Da handelt es sich wirklich um eine Episode, die fast wie eine Art Teaser ist für eine eigene Staffel, die nochmal in einer anderen Zeit spielt, die aber tatsächlich nur eine Episode ist. Und dann gibt es das zweite Special, das ist, wenn eine Serie es geschafft hat, dann kriegt sie ein Weihnachtsspecial. Und das ist ein Weihnachtsspecial und zwar The Christmas Carol, ganz klassisch von Charles Dickens in Blackadder Manier.
Johannes Franke: Ja, und da werden wir auch mal kurz drüber reden. Aber lasst uns doch einfach mal gucken, ob wir vielleicht wirklich Struktur reinkriegen wollen. Ja, wir versuchen das. Und uns einfach Staffel für Staffel und dann die Specials so ein bisschen durchzuarbeiten und einfach mal zu gucken, was ist denn da und gefällt uns das und mögen wir das oder entwickelt sich das und so weiter. Staffel 1, Johannes, bitte. Staffel 1. Die erste Staffel spielt 1485 gegen Ende des Mittelalters in, natürlich, Großbritannien. Edmund ist der ungeliebte Sohn von Richard IV. und blöd wie 3 Meter Feldweg und versucht immer wieder, seine Macht auszudehnen und den Thron zu besteigen. Was er, oh Wunder, nicht schafft. None|Ja.
Florian Bayer: Und er ist manchmal wirklich dicht dran.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Aber auch aus Blödheit mehr oder weniger. Also die erste Staffel ist halt wirklich völlig anders als das, was wir dann später als Blackadder kennen und verstehen und lieben. Das muss man ein bisschen.
Florian Bayer: Und die erste Staffel ist auch anders als das, was man sonst als Sitcoms kannte. Ja. Weil es wurde wirklich, wirklich viel Geld da reingepulvert. Ja, eine Million Pounds. Eine Million Pfund ist damals für TV vor allem auch wirklich echt viel gewesen. Und sie haben auch, sie haben wirklich, sie haben versucht ein Setting zu machen, was Kamera betrifft und was Sets betrifft, das eben nicht klassisch Comedy ist. Weil wir sehen das Mittelalter tatsächlich. Wir sehen, wir sehen Vogelperspektiven auf Marktplätze. Wir sehen, wir sehen viel Landschaft. Wir sehen Schlachten. Es wurde eben nicht im Studio gedreht. Es wurde nicht eng gedreht, sondern es wurde viel zu verschiedenen Schauplätzen gereist.
Johannes Franke: Viele, die haben viele Statisten da, Pferde, die in der Gegend rumrennen. Also die haben da wirklich viel, die haben sich da reingeworfen. Und Ron Atkinson hat später gesagt, war vielleicht nicht so die beste Idee.
Florian Bayer: Das ist ganz interessant, weil also Ron Atkinson und Richard Curtis waren ja damals schon keine Unbekannten, zumindest im britischen Fernsehen. Genau. Zusammen haben sie sich an der Uni kennengelernt. Wie es wahrscheinlich zu 99 Prozent der Fall ist, bei Comedians aus Großbritannien.
Johannes Franke: Ja, und vor allem die Footlights, oder? War er bei den Footlights? Das weiß ich nicht. Aber John Cleese und so weiter. Ja, die Monty Python waren, glaube ich, Cambridge alle.
Florian Bayer: Und wie wir wissen, hat England noch eine zweite Uni und sonst nichts. Und das ist Oxford und da haben sich Richard Curtis und Ron Atkinson kennengelernt und haben dann auch zusammengearbeitet bei einer größeren TV-Produktion. Und zwar eine, von der ich nichts kenne. Kennst du nicht? Not the Nine O'Clock News. Nie gehört, nie gesehen. Ist es gut? Ist es sehenswert?
Johannes Franke: Es ist absolut sehenswert. Absolut sehenswert. Natürlich musst du das in die Zeit einsortieren und du musst die schlechte TV-Qualität irgendwie durchstehen. Aber es ist großartig. Ich wirklich, ich mochte es sehr. Und lief ja auch relativ lange, 1979 bis 1982. Ja, und man kann nicht sagen, dass die so mal zusammengearbeitet haben oder so, oder dass die sich da vielleicht ein bisschen Anerkennung erarbeitet haben. Sondern die waren bis oben hin voll mit Lob von allen möglichen Seiten. Die haben richtig den Arsch gepampert bekommen für diese Serie. Und deswegen haben die sich auch so viel zugemutet.
Florian Bayer: Ja, irgendjemand muss ihnen dann ja auch das Budget gegeben haben und gesagt haben, okay, diesen verrückten Typen gebe ich jetzt mal eine Million Pfund in die Hand. Mal schauen, was sie daraus machen. Und das haben sie auch genutzt. Also sie haben echt für Fernsehverhältnisse, vor allem für Fernsehverhältnisse der damaligen Zeit, für Comedy-Verhältnisse, für 25, 30 Minuten Verhältnisse pro Episode, haben sie echt einiges aufgefahren.
Johannes Franke: Ja, und es ist ja auch so, dass du, die kamen ja gerade nur aus der Zeit von Fawlty Towers. Hast du Fawlty Towers gesehen?
Florian Bayer: Ich habe Fawlty Towers nicht komplett gesehen, aber natürlich kenne ich Folgen von Fawlty Towers. Und natürlich fällt mir jetzt als erstes nur das ein, wo John Cleese die Deutschen zu Gast hat.
Johannes Franke: Don't mention the wall.
Florian Bayer: Ja, und das ist auch ein ganz guter Vergleich, weil Fawlty Towers war ja schon klassisch Sitcom. Das war ein enges Setting, immer dieselben Drehorte und es war einfach dieses Hotel. Und da gab es die definierten Räume und da hat alles stattgefunden und das war The Blackadder eben nicht. Und das historische Setup und wahrscheinlich auch diese Art der Inszenierung wurde auch ganz klar gewählt, um sich von Fawlty Towers abheben zu können, weil das der Klassiker war damals schon.
Johannes Franke: Richard Curtis hat richtig, also man konnte ihm das auch ansehen in den Interviews, hat richtig gesagt, er hatte Angst davor, sich vergleichen zu müssen mit Fawlty Towers, weil Fawlty Towers einfach so das große Ding war.
Florian Bayer: Aber es war tatsächlich spannend, es war die Zeit nach Monty Python und es war die Zeit nach Fawlty Towers und es galt auch irgendwie so eine Lücke zu füllen.
Johannes Franke: Ja, ich fand es auch sehr spannend, dass sie das so angesetzt haben und ich habe immer gedacht, als ich das noch nicht kannte, habe ich gedacht, man muss doch irgendwie aus historischen Sachen auch lustige Situationen ziehen können. Und es ist einfach schwierig, habe ich das Gefühl. Ja, und ich bin ganz beeindruckt davon, was sie in den späteren Staffeln gemacht haben. In der ersten eben teilweise streckenweise schwierig. Vielleicht kommen wir mal inhaltlich, wollen wir das mal inhaltlich ranrobben?
Florian Bayer: Gehen wir mal ganz kurz zum historischen Setup. Das ist nämlich auch ganz spannend und das unterscheidet sich auch von den Staffeln danach. Weil die erste Black-Eller-Serie geht wirklich daran, zu sagen, wir schreiben die Geschichte um. Dieser Richard IV., der hat nämlich nie existiert. Oder hat nicht als König existiert. Zumindest das, ja. Also, er basiert wirklich sehr, sehr lose auf Richard of Shrewsbury, der im Alter von zehn Jahren von seinem Onkel umgebracht wurde, der nämlich Angst um seine Macht hatte. Richard III., netter Typ, hat seine beiden Neffen töten lassen. Wahrscheinlich eben, als sie zehn Jahre alt waren, die sind auf jeden Fall spurlos verschwunden. Und es hieß fortan, okay, die wurden von dem ermordet. Und da hört es aber noch nicht auf, weil auch selbst wenn er überlebt hätte, wäre der nicht König gewesen. Weil der Kontext, in dem das Ganze stattfindet, ist kurz nach den Rosenkriegen, die von 1455 bis 1485 stattgefunden hatten. Und das waren andauernde Kriege zwischen zwei Königshäusern. Zwischen den Yorks und den Lancasters. Und die haben einfach darum gestritten, wer da fortan in England das Sagen haben, wer darf regieren. Und Richard III., also der nette Onkel, der seine beiden Söhne umgebracht hat, als sie zehn waren, der ist in der Schlacht von Bosworth, die quasi so die letzte große Schlacht war von damals, 1685, auch gestorben. Und damals hat in dieser Schlacht Henry Tutor gewonnen, der anschließend als Henry VII. den Thron bestiegen hat. Und das bedeutet eigentlich, das Haus Lancaster war das. Das hat gewonnen. Das hat diese Rosenkriege gewonnen. Und die Lancasters hatten dann auch diese Tutor-Linie danach, zu der auch Elisabeth I. gehört. Und die haben regiert. Und unsere Serie erzählt aber, nope, die Yorks haben gewonnen. Und Richard III. war auch eigentlich gar nicht so ein fieser Arsch. Das ist alles Propaganda. Die Yorks waren total toll und die haben gewonnen und die haben danach England regiert. Yay, hooray, Richard IV. wird König, weil Richard III. stirbt. Er stirbt auch in dieser Schlacht, allerdings etwas anders. Das haben wir gleich in der ersten Folge. Was passiert mit Richard III., Johannes?
Johannes Franke: Es ist halt wundervoll, wie Ron Atkinsons Figur Blackadder einfach einmal eingeführt wird als, also wirklich strohdof. Und er verschläft den Krieg. Er hat sich dem Wecker nicht gestürzt. Also Wecker, es gibt keinen Wecker. Aber er hat sich die, und zieht sich dann die Sonnenuhr zurecht, als die Mutter reinkommt und sagt, John Mann, du musst doch eigentlich raus zum Krieg. Und dann hat er verschlafen und rennt los. Und dann, er muss natürlich irgendjemanden töten oder er muss irgendwie teilhaben am Krieg. Und dann, naja, steht da halt der König und der kann nicht erkennen, dass es der König ist. Und dann enthauptet er halt den König.
Florian Bayer: Er ist für den Tod des Königs verantwortlich, für den Tod von Richard III. Und wird dann auch fortan von dessen Geistheim gesucht. Das ist die Geschichte der ersten Episode. Was übrigens sehr Shakespeare ist. Ja, total Shakespeare. Und es wird dann gleich auch so dieser Rahmen gesetzt. Das ist was, was wir auch in späteren Staffeln sehen. Es gibt einen festen Cast. Und das ist eben zum einen unser Edmund, Blackadder, dann sein Diener, Baldrick und Lord Percy Percy, der eine große Rolle spielt. Das ist eigentlich immer ein Trio. Das ist zumindest eine Konstante, die wir haben. In jeder Staffel gibt es ein Trio und das sind auch meistens diese drei Schauspieler. Ja. Und dann gibt es aber tatsächlich in dieser Staffel deutlich mehr drumherum. Weil es gibt noch den Vater, Richard IV., der übrigens eine ganz tolle Rolle ist. Dieser versoffene, laute, prollige König. Und ich bin ein schlichtes Gemüt. Ich stehe auf Running Gags, auf simple Running Gags. Und der simple Running Gag, der sich durch diese Staffel zieht, ist, dass er zwei Söhne hat, nämlich Harry und Edmund. Und er liebt Harry über alles. Ja. Und Edmund vergisst er einfach. Er hasst ihn nicht einmal, sondern er weiß nicht mal den Namen von ihm. Er ist halt einfach so der zweite Sohn. Und er fragt immer wieder, wie hieß der noch gleich? Er sagt es auch ganz oft falsch, Edwin Edward.
Johannes Franke: Und er hat dieses herzliche, laute, diesen Bart und dann dieses herzliche, laute Lachen. Und immer wieder diese Einstellung so ein bisschen untersichtig, wie er dann in die Messe lacht und sich einfach freut. Und irgendwie alle so ganz, ganz väterlich in die Arme nimmt.
Florian Bayer: Er ist eigentlich, also er ist eine furchtbar anstrengende Figur. Aber gleichzeitig auch in dieser, in dieser übertriebenen Art irgendwie auch sympathisch. Und ich mag es immer in dieser Staffel, wenn es Edmund teilweise schafft, dann doch mal von ihm wahrgenommen zu werden. Ja. Es gibt eine ganz tolle Folge, die Arkbishop, wo Edmund zum Erzbischof wird. Das ist, das ist meine Lieblingsfolge dieser Staffel. Ganz tolle Folge, ganz großartig.
Johannes Franke: Absolut.
Florian Bayer: Und zwar, weil der König den Erzbischof hat ermorden lassen, weil dieser ihm, weil dieser seine Ländereien nicht dem Haus, nicht dem Königshaus vererbt hat, sondern der Kirche. Und dann brauchen sie einen neuen Erzbischof und dann wird das Edmund. Und dann stellt er fest, oh, ein Erzbischof hat kein langes Leben.
Johannes Franke: Ja, weil das nämlich nicht der erste Erzbischof ist, der gemocht wurde vom König, sondern der König hat schon eine lange Geschichte, die Leute umzubringen, diese Erzbischöfe von Canterbury.
Florian Bayer: Und er versucht dann aber, er will natürlich leben und deswegen schafft er es zum Beispiel einem Adeligen, der im Sterben liegt, diesen zu überzeugen, seine Sachen nicht der Kirche zu vermachen, sondern eben dem Königshaus. In dem er eben von den Vorzügen der Hölle erzählt, ganz großartige Szene. Wenn er ihm sagt, ey, und im Himmel, das ist doch nur so Gesang und voll nervig und die Engel voll langweilig. Und die Hölle, die ist toll, ne? Da bist du mit den ganzen Bösewichtern zusammen, große Party. Und er schafft es dann tatsächlich, ihn damit zu überzeugen. Und es gibt eine ganz rührende Szene, wo sein Vater dann wirklich sagt, hey, ein Hoch auf meinen Sohn, Edmund, der weiß sogar seinen Namen.
Johannes Franke: Das ist so ein Yay-Moment. Und natürlich hält das nicht lange an. In der nächsten Folge sind sie wieder auf Null zurück.
Florian Bayer: Aber es ist schön, dass du sagst, dass das deine liebste Folge ist, weil das ist tatsächlich von der ersten Staffel, also die erste Staffel hat viele Highlights. Ja. Aber sie ist tatsächlich anders. Du hast in deinem allgemeinen Intro gesagt, Baldrick ist der Dumme.
Johannes Franke: Das ist er in der ersten Staffel nicht. Da ist er der Schlaue. Also die haben einmal geswitcht und Baldrick ist leider in der ersten Staffel nicht der mit den sarkastischen, zynischen Kommentaren, weswegen diese Figur komplett fehlt. Der Typ, der von außen, also unsere Positionen einnimmt. Und deswegen glaube ich, dass die erste Staffel nicht so erfolgreich und auch, weiß ich nicht, nicht so reinzieht.
Florian Bayer: Die Figur des Edmonds ist ja auch nicht wirklich klar definiert. Rowan Atkinson hat selbst gesagt, er war am Set und er wusste nicht, wie er die Rolle spielen soll. Bis es bitte hieß, hat er nicht gewusst, welche Stimme er irgendwie, was da rauskommt gleich. Und Richard Pratice muss dann wohl auch gesagt haben, oh fuck, stimmt, wir haben das irgendwie nicht so wirklich durchdacht. Was ist dieser Edmund überhaupt? Der hat schon Ambitionen, er will die Macht irgendwie erlangen. Er will seinem Vater gefallen. Aber er ist nicht zynisch und nicht böse dabei, sondern er ist eher so naiv, dumm und schleimig vor allem. Er ist so ein kleines Wiesel, der sich immer irgendwie so durchwieselt.
Johannes Franke: Aber weißt du, das verwirrt mich ein bisschen, weil es gibt ja diese Pilot-Episode. Und in dieser Pilot-Episode ist Rowan Atkinson schon das, was er in den anderen Staffeln ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Nämlich macht geil, zynisch, intelligent, tritt ganz viel nach unten und bückt sich nach oben. Das, was alles Blackadder ausmacht eigentlich, hat er da schon. Warum haben sie das wieder geändert?
Florian Bayer: Eine nicht gesendete Pilot-Episode und leider von der BBC dann auch vor einigen Jahren oder von Jahrzehnten oder so zu Ramsch erklärt. Die haben gesagt, das ist so schlechte Qualität, das können wir nicht mehr verkaufen, das ist jetzt weg einfach. Ja. Das wurde wohl irgendwann mal noch auf DVD mitveröffentlicht. Genau. Aber mittlerweile gilt es als von der Qualität, also von der Aufnahmequalität und von der Bildqualität als so schlecht, dass es nicht mehr gezeigt werden kann. Ja. Und ja, der Pilot ist anders, genau. Ein Pilot ist Blackadder, das, was er auch später ist. Ja. Hast du die gesehen? Du hast ein bisschen was davon gesehen, ne? Ich hab ein bisschen durchgeskippt, aber ich hab sie nicht komplett gesehen und ich hab halt auch schlechte Bildqualität auf Dailymotion, das, was man halt gefunden hat.
Johannes Franke: Genau. Ja, ich hab die auch gefunden und hab sie komplett gesehen und ich hab mich sehr gefreut, weil viele Gags von denen, die so in den anderen Staffeln auch, in der ersten, in der zweiten, in der dritten und vierten, haben die schon in der Pilotfolge drin. Ja. It's all Greek to me zum Beispiel. Dieses, dieses Hin und Her zwischen Percy, der überhaupt nicht versteht. Ja, aber dann ist es ja wahrscheinlich griechisch, wenn du es nicht verstehst, wenn du schon sagst, it's all Greek to me. Nein, es ist nicht griechisch, das ist nur ein Sprichwort. Ja. Und dann irgendwie so ein echt langes Hin und Her, was ziemlich geil ist. Das haben die in der ersten Episode schon und das ist ja irgendwann in der zweiten Staffel, glaube ich, kommt das vor dann.
Florian Bayer: Ja. Kommen wir kurz zu diesem Percy, der ist ja der dritte im Bunde, neben dem in der ersten Staffel schleimigen Edmund und dem sehr klugen und durchstriebenen Balltrick. Dieser Percy ist, was sich auch durch die ganze Serie ziehen wird, eine großartige Parodie auf das verkommene Adelstum. Ja. Einfach, wenn deine, wenn deine Linie ein Kreis ist, dann kommt sowas dabei heraus, weil er ist wirklich, er ist komplett dumm. Ja. Da ist nicht viel. Und auch wirklich hilflos.
Johannes Franke: Oh Gott. Aber er ist nicht wie Baldrick, also er ist ja nicht der dreckige, zerlumpte Diener, sondern es ist halt wirklich einer, der sich als höheren Ranges, er fühlt sich halt überlegen in der Gesellschaft. Und das macht ihn so, im Gegensatz zu Baldrick, zusätzlich unerträglich.
Florian Bayer: Das ist ja so ein sehr klassisches Klischee aus dem englischen Comedy, dieser aristokratische Twit, dieser Trottel, der dumm ist und Aristokrat und der sich als besonders hoch fühlt und gleichzeitig gar nichts auf die Reihe kriegt. Also Monty Python haben es vorgemacht, es gibt von Monty Python tausende Sketche, die darauf basieren.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es ist aber auch eine schöne Rolle und es ist natürlich toll, weil die Serie damit ganz klar so nach oben tritt. Und hier haben wir unsere verkommene Aristokratie, guckt euch mal an, was für Deppen das sind, die hier Anspruch auf Thron und auf Macht und Reichtum erheben.
Johannes Franke: Ja und er ist halt auch irgendwie so eine Parodie auf, beziehungsweise eigentlich eine weiterentwickelte Parodie, die William Shakespeare schon gebracht hat. Es gibt sogar eine bestimmte Figur, die ich mir jetzt nicht aufgeschrieben habe, aus irgendeinem bestimmten Stück von Shakespeare, auf die das zurückgeführt wird, diese Figur. Und das ist so die dämliche Obrigkeit, ne?
Florian Bayer: Ja, die dämliche Obrigkeit, genau. Was sich auch tatsächlich in der ersten Staffel von späteren Staffeln unterscheidet, jede Episode ist in einem Jahr verortet und wir reisen tatsächlich vom Jahr 1485 bis ins Jahr 1498 und es werden sehr konkret so historische Marker gesetzt und gerne auch ein bisschen anachronistisch. Sehr, sehr gerne anachronistisch. In der Folge Born to be King zum Beispiel 1486 zieht Richard IV. zu den Kreuzzügen los, zu irgendwelchen Kreuzzügen und nee, wir sind eigentlich nicht mehr so wirklich in der Zeit für Kreuzzüge, Leute. Und dann, was wiederum historisch ist, es gibt natürlich einen Hexenverfolger, das ist eigentlich meine liebste Episode der ganzen Staffel. Ja, ja, ja. Für 1495 spielt das die fünfte Episode, Witchsmaller Persevent und da werden sowohl die Pest als auch eben die Zeit der Hexenverfolgung thematisiert. Und in dieser Episode wird Edmund auch der Hexerei bezichtigt, weil er einen absolut absurden Test nicht besteht, den der Hexenverfolger mit ihm macht. Von Frank Finlay wird der Hexenverfolger gespielt, der ist offensichtlich ein großer Theaterschauspieler gewesen. Und dann wird Edmund als Hexe ausgemacht und wird auch vor Gericht gestellt und dann gibt es auch eine fantastische Gerichtsszene, in denen Baldrick und Percy versuchen, ihn irgendwie rauszuhauen. Und auch der Hexerei bezichtigt werden, natürlich, natürlich.
Johannes Franke: Und das Krasse ist, dass dieses Spiel, was der Witchsmaller mit ihnen veranstaltet, so dämlich und durchschaubar ist, aber irgendwie in dieser Szene funktioniert das so voll. Und man hat das Gefühl, dass alle drumrum Stehenden immer wieder, oh mein Gott, wow, er hat recht, natürlich. Wenn er das schon so sagt, dann muss das ja so sein.
Florian Bayer: Er hat ein Haustier, ein ganz süßes kleines Haustier hat Edmund, das er Bubbles nennt. Und dann sagt der Witchsmaller, oh, it's short for Belzebubbles, der Teufel, der Belzebub. Und alle, nein.
Johannes Franke: Und dann kommen die aber auch aus der Situation nicht anders raus, als dass sie einfach unterstellen, dass die Queen die Hexe ist und diesen Typen explosieren lässt, bevor Blackadder dann hingerichtet wird, wirklich.
Florian Bayer: Es kommt plötzlich Hexerei, es wird total fantastisch. Es ist ein bisschen absurd. Das macht überhaupt keinen Sinn, sie zaubern. Also Baldrick zaubert plötzlich. Also ist Baldrick zaubert? Also es wird kurz gesagt, sie werden plötzlich aus diesem Gerichtssaal raus teleportiert. Ja. Und dann sagt Edmund, wow, guter Teleportationstauber, gut, dass du das noch drauf hast. Und dann gibt's am Schluss diese Voodoo-Puppe. Also Edmund bekommt von, da kommt seine Frau, die er in der Episode davor geheiratet hat, kurz vor, sein kleines Kind. Und er denkt, sie würden ihm jetzt was geben, damit er fliehen kann. Und dann ist das aber nur so eine kleine Puppe zum Knuddeln. Und diese Puppe ist aber offensichtlich eine Voodoo-Puppe. Und als die dann anfängt zu brennen, dann brennt auch der Witch-Smeller.
Johannes Franke: Ah, so rum. Okay, das hab ich nicht. Nee. Also ich hab das immer der Queen angedingst, weil die immer so verführerisch dann, also verschwörerisch reingezwinkert hat. Und die Kamera. Stimmt, ja. Na, ich hab gedacht, die Queen war's.
Florian Bayer: Na, die Queen hatte auf jeden Fall auch irgendwie ihre Hände im Spiel. Ja. Und genau, die Queen ist wahrscheinlich am Schluss, ist die mit den Zauberkräften und ist die Hexe.
Johannes Franke: Genau, ja.
Florian Bayer: Aber das ist total absurd. Also in diese Folge wird dann plötzlich einfach mal dieses fantastische Moment reingepackt, was man vorher überhaupt nicht hatte. Aber ja, genau, Blackadder ist mit einer Achtjährigen verheiratet. In der Folge davor, The Queen of Spain's Beard.
Johannes Franke: Ja, das ist so ein bisschen eine Folge, wo es einem ein bisschen leid tut, dass damals die Moral irgendwie noch ein klein bisschen anders gelagert war. Weil es ist ziemlich viel Fat-Shaming dabei. Ziemlich viel so, ja, die spanische Dame da, die da zur Hochzeit ansteht, die ist halt, über die wird sich sehr viel lustig gemacht in vielen Bereichen. Und was ich dann denke, naja, das, ah, ja.
Florian Bayer: Die Drohnerbin, die Edmund heiraten soll, ist einfach eine übergewichtige Spanierin. Sehr sexuell, sehr aktiv. Ja, und er bezeichnet sie als Walross. Aber tatsächlich ist das auch, also Political Correctness ist ein wiederkehrendes Thema. Wir haben ganz viel Drag-Humor, wir haben ganz viel auch in die Richtung Mophober-Humor. Ja, also es ist schon, es ist eine Serie aus den 80ern und sie hat, sie ist in ihrem Humor oft auch eben in diese Richtung treten. Das stimmt, ja. Und zwar ohne das zu reflektieren, ohne das groß zu reflektieren.
Johannes Franke: Nicht immer. Na, kommen wir mal, im Einzelnen können wir ja dann nochmal dazu kommen. Ja, genau. Aber in dem Fall fand ich es ein bisschen schwierig, so, und fand aber den Plot-Twist ganz nett, dass dann, das ging ja nur darum, die zu heiraten, damit irgendwie Beziehungen, politische Beziehungen wieder funktionieren und so weiter. Und dann hieß es plötzlich, oh, jetzt kann es doch nicht mehr die Spanische sein, das muss die von Ungarn sein. Ungarn, genau.
Florian Bayer: Also Spanien, sie sind plötzlich im Konflikt mit Spanien. Und dann, ja genau, deswegen muss nur Ungarin sein. Und dann denkt ihr, oh Gott sei Dank, geschafft. Und dann ist es dieses achtjährige Kind. Es ist aber auch tatsächlich dann total niedlich, weil, ähm, Blackadder ist wirklich nett zu ihr.
Johannes Franke: Ja, er liest ihr Gute-Nacht-Geschichten vor.
Florian Bayer: Es ist sehr süß. Seine Zukunft ist dann, dass er neben ihrem Bett sitzt und ihr Gute-Nacht-Geschichten vorliest. Damit endet die, die Staffel. Und es ist auch wirklich süß, wenn sie sich dann so treffen und sie fragt ihn so, heiraten wir jetzt? Und er sagt, ja, sieht ganz danach aus. Also dann, auf geht's.
Johannes Franke: Ja, das ist wirklich sehr süß und unschuldig gemacht und gar nicht so irgendwie ausgeschlachtet und noch in eine ungute Richtung. Was das auch hätte passieren können. Ja, definitiv.
Florian Bayer: Also, ich dachte auch in diesem Moment so, oh, wie düster wird's jetzt. Genau. Aber da haben sie tatsächlich, da haben sie es eher feinfühlig enden lassen. Ja, ja. Und es gibt auch so böse Blackadder, die Serie in ganz vielen Momenten ist. Es gibt immer diese Momente, in denen das auch aufgebrochen wird, wo man wirklich denkt, oh, ist das süß, oh, ist das schön. Ja, gibt es auch immer wieder. Wenn Edmund sich zum Beispiel in der ersten Staffel freut, dass er von seinem Vater plötzlich doch wahrgenommen wird als Erzbischof. Ja, genau.
Johannes Franke: Es gibt diese Wunder, wo sie dastehen, als Erzbischof ist er gerade, glaube ich, geworden und geht jetzt durch das ganze Material durch und überlegt, woraus er noch Geld machen kann. Hier Vorhaut Christi und so und die ganze Relikt. Ich fand das großartig. Es war eine der besten Szenen der ganzen Staffel. Wirklich, diese ganzen, einmal alles dem Christentum um die Ohren gehauen, was es da für Möglichkeiten gibt an kapitalistischem Scheiß, den da irgendwelche Bischöfe irgendwie durchgezogen haben damals, um irgendwie Geld zu machen.
Florian Bayer: Also mit der Kirche wird gerade in der Folge die Arkbishop hart ins Gericht gegangen, aber auch in der Folge Witchsmellers Persevent, wo sie einfach knallhart gegen diesen ganzen Aberglauben, gegen dieses ganze, diesen ganzen Reliktenwahn und so weiter wirklich ordentlich ziehen. Das ist sehr witzig. Und dann gibt es die große, epische letzte Folge der Staffel, The Black Seal, wo das Konzept der Staffel, das sich sowieso von den anderen Staffeln unterscheidet, nochmal krass aufgebrochen wird.
Johannes Franke: Und plötzlich bist du ganz woanders und er ist nur noch unterwegs, um diese sechs Männer zusammenzusuchen, die bösen, bösesten sechs Männer des Landes oder so.
Florian Bayer: Er will sich an seinen Vater rächen, weil er wird einfach nicht genug gewürdigt vom König. Und wie es halt so ist, sie sind im Thronsaal und der König sagt, und hier Harry, für dich das und das und das.
Johannes Franke: Und naja, Edmund, naja, da hier. Edmund kriegt nicht viel. Ja, und dann macht er sich auf und dann ist es aber auch ein komisches Hin und Her. Irgendwie kommt dann so ein großer Feind noch ins Spiel. Ist der vorher irgendwann mal aufgetaucht? Nee, nicht wirklich. Und es wird plötzlich eingeführt, dass er so einen Erzfeind hat. Philipp von Burgund. Ja, der wirft ihn dann in den Kerker, da flüchtet er dann wieder, geht dann wieder zu den sechs Männern und die verraten ihn dann. Ja. Das ist alles so ein bisschen, ich fand es ein bisschen, hm.
Florian Bayer: Was an der Staffel tatsächlich toll ist, das ist der erste Moment, in dem Blackadder wirklich seine Trademarks kriegt und denen er wirklich böse ist. Weil er ist auf Wache aus und er will das Königshaus platt machen und deswegen sucht er diese bösesten Männer. Und plötzlich wird dieser Blackadder richtig bösartig. Das ist vorher in der Staffel immer so ein bisschen begraben unter diesem schleimigen, wieseligen. Und in dieser Episode wird er zu dem Blackadder, den wir später in anderen Staffeln sehen.
Johannes Franke: Ja, obwohl er noch immer noch nicht dieses Wit hat und diese Schlagfertigkeit und so. Das ist nur, deutet sich so ein bisschen an, aber bei weitem noch nicht.
Florian Bayer: Ja. The Blackadder, meiner Meinung nach eine gute Staffel. Eine spannende Staffel, gerade weil sie sich so von den Staffeln danach unterscheidet. Ja. Und auch ein interessanter Take auf das Genre Comedy, weil es eben wirklich, klotzt. Das sieht man sonst nicht bei klassischen Sitcoms, dass so groß und so ausschweifend erzählt wird. Und es war ja auch durchaus ein Erfolg. Es war kein Failure. Jeder Blackadder-Fan wird sagen, das ist nicht das, was ich an Blackadder mag. Und jeder wird sagen, fang mit der zweiten Staffel an. Aber es ist trotzdem sehenswert. Es ist spannend, einfach zu sehen, was man aus dem Genre alles machen kann.
Johannes Franke: Ja. Ja, ich find's ein bisschen überladen, einfach mit den Ideen zu viel, die wollten zu viel unterbringen und Zeug machen. Aber allemal, ne? Dieses, du bist ja ein großer Fan von überambitioniertem. Ja.
Florian Bayer: Überambitioniertes Scheitern ist toll. Und das ist nur so überambitioniertes Halbscheitern, weil es hatte sein Publikum. Und es hat ja dann doch gereicht, auch wenn das Budget radikal gekürzt wurde, eine zweite Staffel anzugehen. Ron Atkinson hat gesagt, er hasst diese Staffel. Ja.
Johannes Franke: Und eigentlich ist es natürlich ein bisschen unfair, weil natürlich, die hatten wahnsinnig viel Lust darauf und das sieht man halt und das finde ich immer toll.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Sie haben Lust auch am Experiment, ne?
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Wir machen andere Comedy. Comedy. Genau. Und na klar, gut, dann steckt dahinter auch die Angst vor Fawlty Towers. Aber nein, ich find's ganz toll, sich da hinterzuklemmen und zu gucken, wir machen jetzt historische Comedy. Und vielleicht mit Themen, wo man als Zuschauer nur so halb weiß, was da eigentlich passiert. Und dann haben alle von der Produktion gesagt, so, aber bei der nächsten Staffel geht das
Florian Bayer: nicht. Ja, genau. Lasst euch was anderes einfallen. Also wirklich, wir müssen ganz viel kürzen und das hat wohl auch zu dieser drei Jahre Pause geführt zwischen den Staffeln. Ja, genau.
Johannes Franke: Und dann schwingen wir rüber. Schwingen wir rüber zur zweiten Staffel. Ich möchte ganz kurz noch an alle Zuhörer, sucht wirklich die Pilotfolge, weil die macht genau das, wenn euch die erste Staffel nicht gefällt, weil euch vielleicht der Blackadder fehlt, den ihr aus den anderen Staffeln kennt. Schaut die Pilotfolge, die versöhnt euch mit der ersten Staffel, weil dieser Blackadder, der da zu sehen ist, ist genau das, was wir brauchen und er hat genau das Setting, was in der ersten Staffel ist und ist richtig gut. Ist eine ganz, ganz, ganz tolle erste Folge. Gucken.
Florian Bayer: Auch die erste Staffel ist sehenswert.
Johannes Franke: Man findet übrigens alles bei Dailymotion. Das ist der Ort, wenn man Blackadder gucken will. Genau. So, und wir kommen dann zur zweiten Staffel, wo das Geld wirklich eingedampft wurde. Es gab weniger Geld, es gab feste Orte, wo sie dann ihre, also sie haben Sets aufgebaut, ne? Bei der Queen, bei ihm zu Hause und so ein paar zusätzliche Sets für verschiedene Szenen. Aber eben wirklich sehr festgelegt und sehr einzeln. Ja. Und es geht folgendermaßen. Die zweite Staffel spielt in der Zeit Queen Elizabeth, der Ersten und ausgerechnet natürlich an ihrem Hofe. Edmund Lord Blackadder ist dieses Mal in der Gefolgschaft der Königin, die sehr schwer zu handeln ist. Hier versucht er eigentlich nur, die exzentrische Königin und seinen sehr schwach beleuchteten Diener zu überleben. Hier fängt die Serie an, ihre Trademarks zu entwickeln und auszuspielen. Blackadder ist schlau, scharfzüngig und schlecht gelaunt. Und seine Beleidigungen werden zum Running Gag der Show. Zum Beispiel, ich hätte da ein Zitat für seine Beleidigungen. The eyes are open, the mouth moves, but Mr. Brain has long since departed, hasn't he, Percy?
Florian Bayer: Vor allem Percy, aber auch sein Diener Baldrick kriegen ordentlich was ab von seinem zynischen Humor. Ja. Und meistens auch zu Recht, weil die sind jetzt wirklich komplett runtergestampft auf dumme, dumme, dumme Menschen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es ist krass, wenn man Folgen der ersten Staffel neben Folgen der zweiten Staffel hält und dann sieht, was sie aus Baldrick gemacht haben, der in der ersten Staffel wirklich ... Cunning Plans hat er ja auch schon in der ersten Staffel, aber das waren tatsächlich ... Das waren gute Pläne. Das waren auf jeden Fall bessere Pläne als die, die Edmund hatte. Mhm. Und offensichtlich haben sie festgestellt, sie brauchen irgendwie einen stärkeren Kontrast und haben dann einmal den Edmund klüger gemacht, aber auch nur bis zum gewissen Punkt. Also Edmund ist jetzt kein großes Genie, sondern er macht ziemlich viele dumme Dinge.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber sein ganzer Habitus ist natürlich sehr intelligent und sehr selbstgefällig und als Kontrast werfen sie ihm eben diesen Lord Percy Percy und diesen Baldrick entgegen, die beide einfach
Johannes Franke: nur dumm sind. Und es ist toll, es ist eine wirklich gute Entscheidung, vor allem nicht nur, dass Blackadder jetzt zynisch und überheblich ist, sondern, dass Blackadder eigentlich modern ist. Seine ganze Haltung ist modern.
Florian Bayer: Das haben wir oft, ne? In der ganzen Serie wird Blackadder eigentlich immer so ein bisschen verloren in der Zeit, in der er stattfindet, weil er viele, viele Merkwürdigkeiten dieser Zeit durchschaut und eigentlich kommentiert aus so einer Perspektive, aus unserer Perspektive.
Johannes Franke: Genau, genau. Und das finde ich spannend und das ist, finde ich, einen ganz tollen Schachzug und weswegen, glaube ich, die Serie eben auch dann so durchgestartet ist. Ja. Weil du irgendwie durch ihn in die Geschichte reinkommst und mit ihm das Ganze kommentierst und mit ihm mitleidest, weil natürlich deine Perspektive als heutiger Mensch eine ganz andere ist und eben irgendwie seine. Ja. Und jetzt die spannende Frage, liegt das daran, dass Ron Atkinson nicht mehr geschrieben hat? Der hatte nämlich keinen Bock mehr zu schreiben. Ja, der wollte nicht mehr schreiben. Also es liegt ganz, ganz, ganz, ganz stark daran, auch eben, wie du sagst, nicht unbedingt, dass er nicht mehr mitgeschrieben hat, sondern vielmehr, dass der Neue dazugekommen ist, namentlich Ben Elton. Ja. Mit Ben Elton hat er auch später weitergearbeitet noch. Ein toller Typ, der da noch mit dazugekommen ist und einfach ein paar Entscheidungen mitgetroffen hat und dann hat er sich das reingeteilt mit Richard Curtis. Die konnten wohl gut zusammen, ne? Die konnten super, beziehungsweise zusammen ist so eine Frage. Die haben sich die Skripte hin und her geschickt. Die haben nicht, die haben gesagt, okay, wir können nicht im selben Büro sitzen, das funktioniert nicht. Die haben wirklich getrennt voneinander geschrieben, der eine die ersten drei Folgen, der andere die anderen drei Folgen und dann haben sie die getauscht und dann haben sie 84 Prozent des anderen geändert.
Florian Bayer: Und sie hatten eine goldene Regel, wenn ein Witz schlecht ist, von dem anderen gestrichen wird, weil er ihn als schlecht empfindet, dann kommt der nicht wieder rein. Dann gibt's keine Diskussion, der ist einfach weg.
Johannes Franke: Das ist eine tolle Regel, ich finde es super. Das ist super, ja. Auch diese Zusammenarbeit, wenn die, vor allem weil die sich ja auch gegenseitig dann gefallen wollten. Die hatten es so, weil der eine hat ein bisschen mehr so die Gag-Dichte erhöht und die Gags geschrieben und der andere war ein bisschen dramaturgischer. Also Richard Curtis hat den Dramaturgen mehr gemacht und Ben Elton war mehr für so Situations-Gags und so zuständig. Und dann wollte aber Richard Curtis natürlich auch besonders gute Gags schreiben, um zu beeindrucken, um Ben Elton zu beeindrucken. Und andersrum, Ben Elton halt seine Dramaturgie irgendwie auffraschen, damit er irgendwie Richard Curtis mal ein Lob entlockt. Oh, das hast du aber umgeschrieben oder so, weißt du? Und dann wurden die sozusagen zu einer Entität, weil die sich versucht haben, gegenseitig zu beeindrucken. Das ist total süß.
Florian Bayer: Das ist total cool, vor allem, weil drumherum ja sehr viel reduziert wurde. Die zweite Staffel ist erstmal so, tatsächlich, die Produktion hat auf Kosteneffizienz geguckt. Und zum einen wurde der Cast extrem reduziert auf klassisch Sitcom wiederkehrende Charaktere. Das heißt, im Gegensatz zur ersten Staffel haben wir nicht dieses bunte Potpourri von dem Hof, sondern wir haben tatsächlich neben unserem Trio wieder, das eben aus Edmund, Lord Percy Percy und Baldrick besteht, haben wir zwei große, drei große Figuren, die wiederkehren. Das ist zum einen natürlich die Queen, Elisabeth die Erste. Das zweite ist, da haben wir jemanden, dem wir auch später wieder begegnen, Lord Melchett, der von niemandem geringer umgespielt wird als Stephen Fry.
Johannes Franke: Stephen Fry, ein großartiger, ganz, ganz großartiger Mann. Also nicht nur als Schauspieler, als Schauspieler gar nicht unbedingt so sehr, sondern eher als Sprecher, Schriftsteller und einfach nur, eigentlich einfach nur als Intellektueller. Als Intellektueller und Mensch, ja. Einfach nur das.
Florian Bayer: Das Witzige ist, er ist nur zwei Jahre älter als Ron Atkinson, aber er spielt diese väterliche Figur, die über ihm steht und auch viel weiser ist als er. Wobei das sehr streitbar ist, ob der so viel weiser ist als er. So vom Habitus ein bisschen. Ja, genau. Und dann Queen Elisabeth, gespielt von Mirinda Richardson. Oh, so großartig.
Johannes Franke: Die auch einen tollen Job macht. Also das ist, das muss ich kurz dazwischen kräftigen, das ist, das, ich finde, das ist das Highlight dieser Staffel. Also eigentlich der ganzen Serie, das Highlight ist sie.
Florian Bayer: Die Queen Elisabeth auch so eine ganz eigene Note gibt und wirklich komplett ahistorisch spielt. Also es hat nichts mit der realen Queen Elisabeth zu tun, aber es ist so eine tolle Rolle.
Johannes Franke: Es ist so großartig. Also spoilt und also total verwöhntes, kleines, bockiges Kind, die sich dann irgendwie hinsetzt und sagt, ich will es jetzt so haben. Nein, ich mach das jetzt so. Und dann hat sie plötzlich eine Idee, völlig ins Gegenteil und denkt sich,
Florian Bayer: nee, jetzt plötzlich ist es doch anders. Sie ist eigentlich eine permanente Gefahr für alle Beteiligten, weil sie von einer Minute auf die anderen entscheiden kann, dass sie dich jetzt doch nicht reich beschenken, sondern lieber köpfen will. Ja.
Johannes Franke: Und es wird auch hinreichend immer wieder thematisiert. Ja, weil sie irgendwann ist Weihnachten irgendwie cool und dann ist es im nächsten Moment doch scheiße.
Florian Bayer: Und das Großartige ist, dass dieser absurden Figur dann trotzdem nochmal ein Comic Relief zur Seite gestellt wird in ihrer Nursey, Bernard. Bernard. Gespielt von Patsy Byrne, die einfach nur daneben sitzt und immer mal wieder Sachen sagt, die der Queen unglaublich peinlich sind.
Johannes Franke: Sie war halt die Nurse, also die, die, ja, die sie großgezogen hat, die Queen. Also sie kennt sie, seit sie in die Hosen geschissen hat. Genau. Und das wird sie nie müde irgendwie zu betonen. Daraus macht sie keinen Ehl. Und immer wieder zu erzählen, wie das war damals. Ach, und damals hast du ja, das ist ja jetzt gerade wie damals als du. Und dann hat sie jetzt irgendeine ganz peinliche Story.
Florian Bayer: Aber kommen wir kurz zu diesem historischen Setup. Nämlich Elisabeth I. basiert natürlich auf der historischen Figur Elisabeth I., die von 1533 bis 1603 regiert hat. Und offensichtlich wurde jetzt diese alternative Geschichtsschreibung der ersten Staffel wurde einfach komplett übergangen und ignoriert. Weil sie kommt natürlich aus dem Lancaster House. Und sie ist eine Nachfahrin der Tutors. Sie ist die Tochter von Henry VIII, der Heinrich VII. gefolgt ist. Ja, der da gewonnen hatte. Genau, und der in der ersten Staffel nicht stattgefunden hat. Und Henry VIII war ja ein ganz, ganz, ganz toller, netter König. Das war der, der, um sich scheiden zu lassen, von seiner ersten Frau, Katharina von Aragon, eine eigene Kirche gegründet hat. Die Geschichte kennt wahrscheinlich jeder.
Johannes Franke: So ist die anglikatische Kirche entstanden. Wir müssen das irgendwie auswendig lernen, diese ganzen Sachen. Hier gibt es irgendwelche Lieder, die da gesungen werden, damit sie bestimmte Reihen folgen. Oh Gott, englische Königshäuser, ich komme damit nicht klar.
Florian Bayer: Aber Henry VIII kenne ich, der hat auch, der ist einfach bekannt eben, weil er die Kirche gegründet hat und weil er so einen Arsch war. Er hat Katharina von Aragon, von der hat er sich scheiden lassen und hat dann eine Mätresse geheiratet, Anne Boyle, die eigentlich ein total starker Mensch war. Und die auch, die eigentlich auch gesagt hat, ey du, ich werde nicht einfach nur deine Mätresse, ich will dich heiraten. Und die hat er aber auch umbringen lassen. Er war da wirklich nicht zimperlich, wenn er auf eine Frau keinen Bock mehr hatte.
Johannes Franke: Wie viele hat er denn umgebracht? Das waren doch ein paar mehr.
Florian Bayer: Es waren ein paar. Er hat ein paar Frauen, er hat ein paar Frauen umbringen lassen. Anne ist deswegen spannend, weil sie eben die Mutter ist von der Queen Elizabeth. Und die wiederum wurde dann verstoßen, quasi wie so ein Bastard behandelt. Und ist dann später mit ihrer Schwester Maria triumphierend nach England zurückgekehrt und hat da auch den Thron bestiegen. Hatte permanent Konflikt mit dieser Schwester, die sie offensichtlich zum Katholizismus bekehren wollte. Und Elisabeth selbst war das ganze religiöse Ding offensichtlich ziemlich egal. Es gab dann auch Phasen, wo sie zu ihrer Schwester gesagt hat, hey ja, und ich bin voll auf deiner katholischen Linie. Und gleichzeitig zum Volk sagt er, pst, wir wissen alle, dass die Protestanten viel cooler sind. Und die war wirklich, Elisabeth I. war eine extrem mächtige Herrscherin, die wirklich das Königreich fest in der Hand hatte. Die hatte wahrscheinlich nichts, aber auch gar nichts gemein mit dieser Rolle, die wir hier sehen. Und der zweite große Konflikt von ihr, wofür sie bekannt ist, ist wahrscheinlich der mit Maria Stewart, der allerdings eher nach unserer Handlung stattfindet. Also da war sie älter, als das Ganze mit Maria Stewart war. Maria Stewart kommt auch nicht vor in der Serie. Und das war einfach später. Wir haben hier eine junge Königin Elisabeth, auch wenn es nicht direkt zeitlich verortet wird, offensichtlich so zu Beginn ihrer Regentschaft, 1559, hat sie den Thron bestiegen. Und wahrscheinlich spielt es irgendwie so in dem Bereich 1559 bis 1570 vielleicht. Und diese Elisabeth hat das Zeitalter natürlich geprägt. Deswegen redet man auch vom elisabethanischen Zeitalter. Wir haben hier einfach eine Zeit des Aufbruchs. Es ist die Zeit von Shakespeare. Es ist die Zeit der Ausformung der anglikanischen Kirche, die auch ganz stark nochmal von ihr gedreht wurde und nochmal verändert wurde. Es ist die Zeit von großen Wissenschaftlern wie Francis Bacon und großen Weltumseglern und Eroberern wie Francis Drake. Die auch in der Serie erwähnt werden. Diese ganzen Dinge werden immer am Rand erwähnt, werden immer reingebracht. Und die Macher der Serie nehmen sich jetzt aber diese Zeit und verkürzen die auf so ein krasses Syncom-Setup am Hof, wo wirklich absurde Dinge passieren. Zum Beispiel. Eine ganz tolle Rolle. Erste Staffel, zweite Staffel, erste Folge. Erste Folge. Bob.
Johannes Franke: Bob. Wollen wir auf den Stimer von Ron Atkinson einmal eingehen kurz? Ja, bitte. Oder hast du was anderes jetzt gerade gehabt?
Florian Bayer: Ich wollte noch eine zweite Figur erwähnen in dieser Folge, wo ich so glücklich war, dass wir die später nochmal sehen. Aber rede von Bob und bitte.
Johannes Franke: Also wer Ron Atkinson ein bisschen kennt, der weiß, dass also gerade natürlich durch Blackadder, aber auch in anderen Rollen, weil es einfach er ist, hat er so ein bisschen exzentrische Art und Weise sich auszudrücken. Und das liegt aber daran, dass er eigentlich ein Stotterer ist, aber also nicht so wahnsinnig ausgeprägt anscheinend, aber er hat Schwierigkeiten mit Worten, die mit B anfangen. Wobei Bob gar nicht so ganz so schlimm ist, weil da ein O folgt. Also so ein, sind das die Konsequenzen? Ja, ein O ist ein Vokal. Ein Vokal. Für irgendwas muss mein Germanistikstudium doch gut sein.
Florian Bayer: Das wäre doch fast unser Lexikon wert, Flo. Das Witzige ist, ich weiß nur, dass es ein Vokaler heißt, weil ich weiß, dass man einen Vokal kaufen kann. Einen Konsonanten ertret man und einen Vokal kauft man. Oh Gott, Flo. Oh nein. Und wenn ihr die Anspielung jetzt nicht verstanden habt, dann seid ihr zu jung.
Johannes Franke: Ja, aber eigentlich schon auch alt genug. Also ich meine, wir alt sind, oh Gott, ist das lange her.
Florian Bayer: Ja, Glücksrad, Anfang 90er, Ende 80er.
Johannes Franke: Deutsches Privatfernsehen, die große Zeit, mit der Preis ist heiß und dem Glücksrad. Oh Gott, und wetten, das wird jetzt nochmal gemacht? Nein. Ja, doch. Mit wem? Na, Tommy kommt nochmal. Nein, wirklich? Doch, der macht noch einmal, macht er das jetzt nochmal. Okay, krass. Ja, ich bin gespannt. Ja, ich auch. Wie alt ist Thomas Gottschalk? Der ist mittlerweile auch schon über 70. Ja, bestimmt. Ich weiß nicht genau. Krass. Okay. Egal. Neulich im Zug war irgendjemand, der ist aufgestanden, freudig, und hat gesagt, wetten, das kommt wieder. Er hat wirklich den ganzen Zug zusammengebrüllt und hätte beinah geweint. Das war wirklich. Oh mein Gott. Ja. Egal. Und wo waren wir, Bloor? Wir waren bei Bob und bei dem Stottern von Ron Atkinson. Genau. Und wenn es zum Beispiel das Wort Bliss, da folgt ein, in diesem Fall eben kein Vokal, sondern ein Konsonant. Und das scheint ihm Schwierigkeiten zu bereiten. Und seine Möglichkeit, das sprechen zu können, ist, sich den Buchstaben lange genug vorher vorzustellen, um dann drüber zu gehen. Das heißt, er hat vor jedem Wort, was dieses B hat, eine kleine Pause und betont dieses B auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Und das ist großartig. Und das macht Blackadder auch noch mal so speziell.
Florian Bayer: Wir haben eine klassische, eigentlich die erste große Drag-Rolle in dieser Serie. Und zwar eine Frau, die sich als Mann verkleidet, nämlich Kate. Bob ist eigentlich Kate, die aus armen Verhältnissen kommt und keine Lust hat, Prostituierte zu werden. Auch wenn ihr Vater dafür sehr wirbt.
Johannes Franke: Es ist so ein großartiger Einstieg in eine Staffel. Es wäre eigentlich die zweite Folge gewesen übrigens. Ah, was wäre die erste gewesen? Die zweite. Ah. Die haben die ersten beiden Folgen getauscht, was ein bisschen dazu führt, dass Percy nimmt sich den Bart ab in der einen Folge. Und in der anderen hat er den aber dann doch wieder. Und dann den Rest der Staffel nicht mehr. Also das war ein bisschen das Problem dann. Aber das ist mir nicht aufgefallen. Ich habe es nur nachher noch mal gelesen. Sie haben sie getauscht, weil sie einfach dachten, halt, das ist keine gute Öffnungsepisode. Genau. Die Battles war die bessere erste Folge. Und ich finde es auch großartig, weil wir lernen erst mal Kate kennen, wo der Vater dann sagt, so, wir sind jetzt so arm. Du ahnst, was auf uns zukommt. Jemand muss von uns arbeiten. Ja, du wirst dich prostituieren müssen. Was? Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Nein, du musst Prostitution betreiben. Es tut mir leid, das ist jetzt so.
Florian Bayer: Das ist ein super Gespräch. Ja. Und dann sag ich auch irgendwie so, es ist viel besser, die Beine breit zu machen. Hier ist doch viel entspannter, als nach London zu gehen. Genau.
Johannes Franke: Du kannst doch auch im Liegen Geld verdienen. Ist es los? Und dann sagt sie, nee, ich gehe jetzt nach London und versuche mein Glück dort. Und verkleidet sich als Bob, um dann bei Ron Atkinson vorzusprechen.
Florian Bayer: Am Hof als Diener möchte dieser Bob arbeiten. Und Atkinson kommt darauf überhaupt nicht klar, dass er in einen Bob verliebt ist. Also diese, wie gesagt, wir haben das Wort homophob vorhin schon kurz erwähnt. Es wird sehr viel, es werden sehr viele Witze gemacht, basierend darauf, dass es total falsch ist, dass er in einen Mann verliebt ist.
Johannes Franke: Er kann einfach keinen Bob heiraten. Aber es ist auch eine Interpretationsfrage. Ich habe mehr das Gefühl, dass sie sich darauf setzen, dass er nicht damit klarkommt, dass er verwirrt ist ob seiner Gefühle. Es wird nicht so sehr allgemein als nicht machbar gemacht.
Florian Bayer: Naja, ich meine, die Alternativen sind ja klar. Die werden ihm ja von einer weißen Frau dann gesagt, er hat die Option, Bob zu töten. Er hat die Option, sich selbst umzubringen. Oder den Rest der Welt. Genau, mit Bob Spaß zu haben und den Rest der Welt umzubringen.
Johannes Franke: Ja, und er ist ja auch bei diesem Arzt, der auch nicht so richtig hilfreich ist. Also es ist, ja. Aber ich finde nicht, dass sie sich zu homophob damit befassen. Eigentlich finde ich es okay.
Florian Bayer: Ja, für mich war es nicht so schlimm. Ich fand es jetzt auch nicht so schlimm. Ich bin aber auch nicht direkt betroffen. Das stimmt, ja. Deswegen finde ich es schwer, das zu sagen. Ich fand die Folge total lustig. Aber nicht wegen Bob, sondern wegen nicht nur dem besten Charakter dieser Episode, sondern dem besten Charakter überhaupt. Nicht im Fernsehen, sondern überhaupt. Also so der beste, beste, beste Charakter überhaupt. Okay.
Johannes Franke: So der beste, einfach. Der beste Charakter und Trommelwirbel.
Florian Bayer: Flächer. Der ganz am Ende der Episode noch auftaucht. Und der ist so drüber. Es ist unglaublich. Flächer ist ein guter Freund von Edmund. Und der kommt am Schluss nochmal als, eigentlich soll er der beste Man sein. Also er soll der Trauzeuge sein. Und Flächer hat es einfach drauf. Flächer ist groß. Flächer legt die Frauen reihenweise flach. Flächer erobert Länder im Vorbeigehen. Flächer hat es immer auf Ecstasy gefühlt, obwohl es Ecstasy damals noch nicht gab.
Johannes Franke: Und alle hängen an seinen Lippen. Selbst die Queen ist total verliebt. Alle lieben ihn.
Florian Bayer: Alle müssen ihn lieben. Es ist Flash Heart. The best sword, the best shot, the best sailor, the best kisser in the kingdom.
Johannes Franke: Und er kommt halt wirklich durch die Decke gerauscht. Und alles ist staubig. Und er steht da wie so ein Superheld. Und benimmt sich wie so ein, als würde ihm die Welt gehören.
Florian Bayer: Er ist ein fucking Superheld. Rick Mayall hat das gespielt. Und offensichtlich wollte er nur mitmachen unter der Bedingung, dass er immer lustigere Sachen sagt als Ron Atkinson. Er wollte loads of jokes. Und die kriegt er.
Johannes Franke: Er ist einfach ein Phänomen. Und das Krasse ist, also es ist ja so, dadurch, dass sie ins Studio gewechselt haben, haben sie halt eine Woche geprobt und dann am Ende der Woche mit Publikum das aufgenommen. Und er, der Schauspieler, hat dann halt die Woche über den, ja so, ne, so ein bisschen, so Energie, ja. Aber bei der Aufzeichnung muss er so 120, 300,000 Prozent mehr draufgelegt haben, dass alle nur noch da standen mit offenem Mund. Also alles, was du siehst an Gegenschüssen auf die anderen ist echt. Die gucken alle nur fassungslos. Und was, was ist hier los? Was passiert da gerade?
Florian Bayer: Er pausiert wirklich nicht. Er zieht es einfach so knallhart durch. Das ist unglaublich. Diese Szene dauert zwei, drei Minuten. Ja. Und es fühlt sich an wie ein einziger Rausch. Und dann ist er weg und alle denken so, what the fuck, was war das? Was passierte gerade?
Johannes Franke: Und das ist, Baldrick wird aus Gründen, die ich jetzt nicht ausführen kann, als Bridesmaid vorgelegt. Und Flashhard guckt sich ihn an, guckt Baldrick an und sagt, nice beard, Bridesmaid, give me something to hang on. Und machte eben so sehr sexuelle Andeutungen. Es ist so, er ist einfach, also auch wahllos, was Menschen angeht. Also ich nehme mir den oder ich nehme mir sie oder nehme, was ist ich? Hauptsache es geht einfach zur Sache.
Florian Bayer: Also ein Wirbelwind. Es ist großartig. Der macht diese Episode einfach nochmal so viel besser.
Johannes Franke: Und naja, Ende des Liedes ist, dass Kate, die ja gerade noch in Ron Atkinson verliebt war, plötzlich mit Flash abhaut. Die, die übrigens beide feststellen, oh, ich trage eigentlich lieber Männerklamotten. Und er sagt, ja, ich trage eigentlich lieber Frauenklamotten. Und dann haben sie innerhalb von einem Szenenwechsel haben sie die Klamotten getauscht und hauen ab. Das ist so toll. Also finde ich toll. Ich liebe diese Szene. Es ist großartig.
Florian Bayer: Also tatsächlich ist Bells meiner Meinung nach nicht die beste Episode der Staffel. Was aber auch daran liegt, dass die Staffel einfach so voll ist mit fantastischen Episoden.
Johannes Franke: Ja, aber wirklich.
Florian Bayer: Aber diese Schlussszene gehört mit zu den besten Szenen der Serie überhaupt. Ja, absolut. Ja, was sind denn die besten Folgen der Staffel? Was sind die besten Folgen der Staffel? Ich muss hier mal durchgehen. Ich habe angefangen aufzuschreiben und habe dann alle aufgeschrieben. Ich fand tatsächlich die zweite und die dritte Folge Head und Potato, fand ich beide ganz, ganz, ganz fantastisch. Head, wo Edmund der Henker wird. Ja. Und dann jemanden etwas zu früh tötet, damit sie vier Feierabend machen können. Damit sie den Rest der Woche frei haben, ja. Aber die Frau von dem Verurteilten will ihn sehen und die Queen begnadigt ihn auch noch. Ja, ja, genau. Und dann muss Edmund den spielen und zieht sich halt einen Sack über den Kopf, um als Gefangener zu wirken. Und die Frau kommt rein und redet mit ihm und diese ganze Impersonation-Szene, wenn Edmund den Verurteilten spielt, ist toll. Und seine Frau überzeugen will, dass er wirklich der Verurteilte ist.
Johannes Franke: Und dann haben sie gerade noch rausgefunden, dass der Verurteilte einen Arm weniger hat. Und dann hat er leider den falschen Arm genommen. Das ist so doof. Überhaupt, das, was Monty Python sich auf die Fahne geschrieben hat, dieses Silliness, es muss so doof wie möglich sein, das haben die irgendwie auch sich da drauf geschrieben, oder? Es ist überall, haben sie nochmal durch jeden Dialog durchgegangen, ist er doof genug? Ist die Idee schön blöd? Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Gerade deswegen finde ich es ein bisschen schade, dass eine wirklich, wirklich blöde Entscheidung nicht getroffen wurde. Also, Marinda Richardson als Queen Elizabeth ist großartig, ist fantastisch, ist super. Aber offensichtlich wollte Brian Plast, der in der ersten Staffel den Richard IV. gespielt hat, also den Vater von Edmund, der wollte Elizabeth spielen.
Johannes Franke: Und zwar in Drag. Genau. Der wollte sie einfach, und er wäre dann aber richtig, hätte einen richtigen Crush on Edmund gehabt. Das war seine Idee.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Und es wäre bestimmt toll gewesen. Ich hätte es gerne gesehen. Schade eigentlich. Aber sie macht es wirklich toll.
Florian Bayer: Marinda Richardson. Also sie ist fantastisch. Immer wenn Elisabeth zu hören ist, und wenn sie irgendwie was Absurdes macht,
Johannes Franke: einfach fantastisch. Ich muss sagen, dass ich die letzte Folge dieser Staffel aber auch wirklich großartig finde. Chains. Es ist mit Hugh Laurie, der zum ersten Mal auftaucht. Es ist mit Hugh Laurie, der auftaucht. Hugh Laurie, wer es nicht genau weiß, den Namen einzusortieren, das ist House. Dr. House, der später wirklich ganz bekannt wurde mit dieser Serie House. Und der hat früher ganz viel Comedy gemacht. Er hat mit Stephen Fry, A Bit of Fry and Laurie gemacht. Und er hat ganz viel andere Comedy-Kram gemacht. Bevor er dann ins ernste Fach gewechselt ist und dann richtig, richtig, richtig durch die Decke gegangen ist.
Florian Bayer: Und er wurde ja auch tatsächlich, nach dieser Staffel wurde er dann zum festen Crewmitglied. Also hier der eine, in einer Episode hat er dann auftritt, als dieser Ludwig. Der, ähm, naja, der am Schluss alle töten darf. Ja, genau. Und in der nächsten Staffel, dazu kommen wir später, wird er dann ein festes Crewmitglied. Ja, das ist ganz toll.
Johannes Franke: Er macht das auch richtig, richtig gut. Deswegen finde ich die, aber die Money-Folge ist auch geil. Oh, die Bier-Folge ist toll.
Florian Bayer: Mit den White-Adders, die fundamentalistischen Christen, die verwandt sind mit Edmund. Edmund ist in seiner Ehre angekratzt, weil Lord Melchard über ihn Witze macht. Und er Witze darüber macht, dass Edmund kein Bier verträgt, kein Alkohol verträgt. Und dann macht er ein Wett trinken. Mit dem Christen am Hof. Genau, gleichzeitig sind die fundamentalen Christen da. Und er wechselt dann ständig zwischen diesem Wett trinken mit Lord Melchard, Stephen Fry und dem gesitteten Essen mit den Fundamentalkristen, die komplett in Weiß gekleidet sind und überall an ihren Kostümen Kreuze hängen haben.
Johannes Franke: Das sind so Puritaner, die wirklich gar nichts können. Also sie wirklich alles angucken und sagen, oh, der Teufel steckt da drin. Sie kommen da an
Florian Bayer: und sie sehen irgendwelche Sachen wie einen Stuhl oder so. Ja, genau.
Johannes Franke: Das ist Teufelswerk. Wir sitzen normalerweise auf dem Boden.
Florian Bayer: Und das ist so toll. Und am Schluss ist Queen Elisabeth trinkt dann auch irgendwann mit ihnen mit. Ja, beziehungsweise wird sie erst mal eingesperrt
Johannes Franke: in die Rumpelkammer. Und das ist so, sie will alle umbringen zuerst. None|Ja. Und dann haben sie alle irgendwie so Kunstbrüste um, um sich irgendwie für Party, weil sie so Monks, die sich irgendwie denken, oh, wir sind alle lustig, brauen Bier und trinken und saufen. Und dann haben sie irgendwie als Partygag diese komischen Brustimitationen um. Es ist so dämlich.
Florian Bayer: Und die Queen kommt und die Queen wird dann genau in die Kammer gesperrt und ist total sauer auf alle und sagt, okay, ich werde euch alle umbringen, aber lass uns erst mal noch ein bisschen was trinken. Und dann Schnitt.
Johannes Franke: Alle besoffen, alle liegen da und Ron Enkinson darf noch so einen Goblin-Song singen. Ganz am Anfang, das ist der große Bogen, erzählt, Meldshit, glaube ich, ist das, der erzählt, dass Blackadder immer irgendwie, wenn er betrunken ist, anfängt, diesen Goblin-Song zu singen. Ich habe den Text leider nicht da. Aber am Ende der Folge darf er ihn dann singen.
Florian Bayer: Und die Queen darf noch einmal sagen, dass das Wort Lack sich ja auf etwas reimt, auf Fah. Und damit wird die Episode beendet.
Johannes Franke: Also es ist wirklich ein Rundumschlag gegen alles, was irgendwie nicht bei drei auf dem Baum ist und irgendwie wird sich über alles lustig gemacht und eine großartige Mischung aus intellektuellen Jokes und so richtig einfach nur Visual Gags und so richtig Unterhosen-Komik und aber eben so, ich weiß nicht, das ist so eine krasse Mischung, die eigentlich nur in dieser Zeit funktioniert, oder?
Florian Bayer: Es wird alles reingeworfen an Witzen. Es ist so, teilweise finden gleichzeitig Dialogwitze statt und Slapstick. Und es ist so, es ist wirklich schwer, in dieser Staffel ist es wirklich schwer, ein Highlight auszumachen, weil alle Folgen sauwitzig sind. Ja. Es gibt diese eine Folge Potato, wo Edmund, um Queen Elizabeth zu beeindrucken, sich auf ein großes Schiffsabenteuer einlässt mit Captain Rum, der von Tom Baker gespielt hat. Ja, Tom Baker, den Doktor gespielt hat. Einer der großen Doktor Hoos. Ja. Und dann stellen sie aber fest, dass keiner von ihnen Schiff lenken kann und dann schließen sie einfach, um die Isle of Wight rumzufahren, bis sie schwindelig wird und dann wieder zurückzufahren. Aber zwei Jahre lang machen sie. Genau, dann fahren sie zwei Jahre da rum. Das verschlägt sie auch noch irgendwo zu Kannibalen und der Kapitän stirbt dabei und sie trinken ihren eigenen Urin irgendwann.
Johannes Franke: Ja, weil Blackadder mal wieder es nicht auf sich sitzen lassen kann, dass er a. nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit ist und b. irgendwie etwas nicht kann, was andere können. Also es kommt halt dann halt irgendwie jemand gerade von einer großen Entdeckungsreise nach Hause und wird groß und reich irgendwie empfangen. Und dann sagt er, aber das kann ich auch. Oh mein großes Maul. Money hast du noch erwähnt. Ja, Money, wo wir wirklich feststellen, dass er einfach einen Riesenberg an Schulden hat und dass die Black Monks oder Bank of Black Monks oder so, dass die irgendwie ihn umbringen, wenn er nicht zahlt. Und dann muss er sich halt irgendwas überlegen. Das ist großartig. Ja,
Florian Bayer: und er ist echt viele Böse in der Folge. Also er vergiftet und dann haben wir wieder Thema Homophobie, ne? Wir haben die Prostitutionsfolge mit Baldrick. None|Oh Gott.
Johannes Franke: Aber die ist eigentlich ganz süß. Weil, also Baldrick steht an der Straße. Baldrick hat eigentlich vorgeschlagen, dass Blackadder sich prostituiert und dann Schnitt. Baldrick steht dann mit dem Schild da. Blackadder als Zuhälter steht um die Ecke und wartet. Und dann kommt dieser große, dicke Seemann, der Bärtige und sagt, ich will eigentlich nur umarmt werden. Ich vermisse meine Mami. Das ist schon eigentlich sehr süß.
Florian Bayer: Ja, das ist süß. Das stimmt. Aber in der Folge Money gibt es ja auch diesen, tatsächlich, wo er dann den Bischof bewusstlos macht mit vergiftetem Wein. Ah, ja. Und dann macht er Fotos von ihm, die ihn eben im Schnitt. Er macht ja keine Fotos.
Johannes Franke: Er macht ein Bild. Er bestellt einen Maler. Er macht halt ein Bild auch. Und der Maler malt dann Percy mit diesem Typen
Florian Bayer: in komprimitierenden Positionen. Und der Bischof fragt dann so ganz entsetzt, wer könnte sowas getan haben? Und dann kommt Baldrick vorbei und sagt irgendwie so, es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten.
Johannes Franke: Baldrick hat sowieso irgendwie gar keinen, der hat kein Beuteschema, oder? Der ist schon sexuell. Ja. Aber er hat keinen, er macht keinen Unterschied zwischen Frau und Mann. Oder so habe ich manchmal das Gefühl. Baldrick ist auch einfach
Florian Bayer: so eine gute Seele. Ja. Der ist nicht nur ein Kontrast zu Blackadder, weil er dumm ist, sondern auch, weil er wirklich gutmütig ist. Ja. Und Blackadder wirklich helfen will.
Johannes Franke: Ja, es ist so süß. Er wird nur getreten und trotzdem jedes Mal wieder
Florian Bayer: ein Cunning Plan. Es ist so süß. Wir sind in der ersten Staffel gar nicht aufs Staffelende eingegangen. Das ist nämlich in der zweiten Staffel auch nochmal wichtig. Ja. Aber es sterben eigentlich immer alle. Es sterben immer alle, ja. Die Staffeln enden in der Regel mit dem Tod. Ja, bis auf Staffel 3. Bis auf Staffel 3. In Staffel 2, dieser Ludwig eben, Hugh Laurie, bringt am Schluss alle um. Und er ist ja dafür bekannt, dass er ein extrem guter Impersonator ist. Ja. Und dann sehen wir am Schluss nur noch die Queen da stehen, die dann mit der Stimme von Hugh Laurie spricht und sagt, oh, das ist das beste Kostüm, das ich mir je ausgedacht habe.
Johannes Franke: Es ist halt wirklich, manchmal pushen sie ganz schön weit in dieses Suspension of Disbelief. Also du, es sind wirklich sehr absurde Sachen teilweise, wo du einfach denkst, okay, jetzt haben sie abgedreht. Also jetzt war einfach die Maxime, was ist das Bescheuerste, was jetzt passieren kann oder was ist das Unglaubwürdigste, was jetzt passieren kann. Aber es ist toll,
Florian Bayer: es macht sehr viel Spaß. Es macht unglaublich viel Spaß. Es ist so eine witzige Staffel und es ist natürlich total nachvollziehbar, dass die meisten Leute sagen, Staffel 2 ist eigentlich die beste. Ja. Es ist so, es ist so ein bisschen Peak-Plag-Eder die Serie. Also wir kommen nachher, glaube ich, noch mal drauf zurück. Ich wünsche mir, dass wir nachher beide jeweils ein Ranking machen von den Staffeln und versuchen mal zu schauen, welche ist die beste, welche ist eher schwächer. Ach, das ist schwer. Aber die zweite ist auf jeden Fall unfassbar gut und wirklich sehenswert. Jede einzelne Folge. Ja. Es passiert, in jeder Folge passieren absurde Sachen. Wir haben das jetzt immer nur angeteasert, aber es lohnt sich da reinzugucken. Es sind so viele Witze da drin.
Johannes Franke: Es gibt so viele tolle Dialoge und tolle Zitate allein von Blackadder, wie er Beleidigungen um sich wirft. You are without a doubt the most repulsive individual I have ever met. I would shake your hand, but I feel it would come off. Das ist einfach,
Florian Bayer: das ist on point. Das Writing von Richard Curtis und Ben Altness. Alter, wirklich saugrisch. Es ist unglaublich. Und in jedem Dialog steckt unglaublich viel Witz, in jedem Monolog steckt unglaublich viel Witz. Und daneben haben wir noch diese Slapstick-Einlagen, diese komplett absurden, übertriebenen Szenen, wie eben die D-Track-Szenen, wie eben dieser Lord Flashheart oder die Queen, die immer mal wieder komplett am Rad dreht. Ja. Es ist fantastisch.
Johannes Franke: Und es ist halt auch ganz wundervoll, wie sie sich bedienen bei Shakespeare, bei den ganzen anderen großen Autoren dieser Zeit, die alle irgendwie so Verwechslungskomödien und so. Also dieses eine ist ja auch eindeutig Diener zweier Herren, wo er gleichzeitig Besuch von der Verwandtschaft hat, von Tante und Onkel und eben von den betrunkenen Monks. Also das sind ganz viele Zitate einfach aus verschiedenen Stücken dieser Zeit und das ist irgendwie ganz toll. Ja. Und ich verpasse, habe bestimmt die Hälfte davon verpasst.
Florian Bayer: Natürlich, das ist natürlich eine ganz große Hürde bei Blackadder grundsätzlich. Es ist britische Comedy und sie arbeitet mit ganz vielen Anspielungen auf die britische Geschichte und auf die britische Kultur. und ganz ehrlich, ich habe auch nicht viel Ahnung von den Rosenkriegen und ich kenne mich jetzt auch nicht so gut aus im elisabethanischen Zeitalter. Das heißt, ganz viele Anspielungen entgehen einem einfach und das ist ja auch mit ein Grund, dass das Teil außerhalb von Großbritannien nirgendwo groß rezipiert wurde. In den USA vielleicht noch am ehesten, aber auch da nicht so wirklich. Und in Deutschland,
Johannes Franke: gibt es eine Synchro? Ich weiß es nicht. Ich habe nicht danach gesucht, muss ich sagen. Ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Ich kann mir vorstellen, dass es mal eine synchronisierte Fassung gab, die dann irgendwie vielleicht im ARD- oder ZDF-Abendprogramm gelaufen ist, aber es ist einfach ganz klar auf diesen British No More, auf diese britische Wortspiele zugeschnitten. Es muss auch ein Albtraum für jeden Übersetzer sein, da eine vernünftige Synchronisation zu machen, weil die ganze Zeit diese Wortspiele eben kommen. Ja, genau. Und wenn du das übersetzt hast, ist es eine andere Serie vor dir.
Johannes Franke: Ja. Ach Mann. Und auch überhaupt der Duktus, diese ganzen Leute, welcher Synchronsprecher soll das irgendwie? Ja. Allein Brown Atkinson mit seiner sehr speziellen Aussprache. Ja, definitiv. Also,
Florian Bayer: naja. Und sie war ein Erfolg, ne? Weil ich meine, ein Riesenerfolg. Gleich ein Jahr danach wurde dann eine dritte Staffel gemacht. Ja. Und sie kam extrem gut an beim Publikum.
Johannes Franke: Ja, und dann hat sich aber Lord Percy Percy, also unser Tim McAney, genau, Tim McAney hat, ähm, McInnery? Ja, ich hab's mir
Florian Bayer: von Google aussprechen lassen, tatsächlich einmal. Okay. Tim McAney, Moment.
Johannes Franke: McInnery.
Florian Bayer: McInnery. Tim McInnery hat sich entschlossen,
Johannes Franke: hat beschlossen, dass das irgendwie, dass er Angst hat, dass er jetzt nur noch für die doofen Rollen besetzt wird. Dass er so Typecast wird, ne? Und dass er irgendwie vielleicht nicht wieder den doofen spielen sollte. Ja. Und daraus hat, dann hat er sich eben zurückgezogen auf eine, eine Gastrolle in einer späteren Folge. Und statt seiner, die, die er eigentlich, er sollte ja eigentlich diese Rolle spielen in der dritten Staffel, ist dann Hugh Laurie gekommen, der das großartig macht. Als George, als der Prinzregent. Ja.
Florian Bayer: Und aber auch sonst in der dritten Staffel tatsächlich die großen, der große Cast ist so ein bisschen auseinandergebrochen und eigentlich sind nur Blackadder und Baldrick zurückgeblieben als die, als der wiederkehrende Teil. Auch wenn, wenn Stephen Fry eine Gastrolle hat und Miranda Richardson, ist die dritte Staffel,
Johannes Franke: ist eigentlich nochmal zusammengeschrumpft, ne? Ja, ja. Ich kann mal ganz kurz so zwei, drei Sätze dazu, wenn ich es über das Setup bringen. Blackadder ist in der dritten Staffel der Butler des Prince of Wales um das Jahr 1800 rum. Der den Prinzen immer wieder aus blöden Situationen rausholen muss und ihn hier und da versucht, um Geld zu bescheißen, um selbst ein bisschen Geld zu haben, weil er ist verarmt und, ja, die Familie scheint, also auch um den, das Konzept der Serie mal zu, zu erklären, die gehen davon aus, dass die Familie Blackadder immer wieder jemanden hervorbringt, der genauso aussieht wie, wie Ron Atkinson und die anderen Familien im Grunde auch, bei Baldrick ja auch, ne? Ja. Dass das alles eine Familie ist und dass es eine Inkarnation dann später in der Familie ist. Genau. Und es ist ein Abstieg festzustellen, ne? In der ersten Staffel.
Florian Bayer: Das wollte ich gerade sagen, genau.
Johannes Franke: Königssohn. Ja. In der zweiten Staffel immerhin noch Lord. Ja, und jetzt ist er nur noch der Butler. Also die Familie scheint nach und nach zu verarmen. Ja. Und von seinem Reichtum ist nicht mehr viel übrig und irgendwann hat er auch Geldsorgen. Das heißt, er ist jetzt der Butler von, vom Prince of Wales und Baldrick ist natürlich auch wieder von der Partie als Diener des Butlers. Und ist auch wieder nicht die hellste Kerze im Leuchter.
Florian Bayer: Die Figuren, also Baldrick und Edmund sind klar definiert wie in der Staffel davor. Tatsächlich Edmund noch ein bisschen mehr. Also ich würde behaupten, die dritte Staffel Blackadder zeigt die Edmund-Figur am stärksten profiliert. Er hat jetzt ein ganz klares Profil und das in der zweiten Staffel auch schon sehr stark da war. Aber es ist jetzt noch ein bisschen stärker. Und aber was man feststellen kann, tatsächlich, wie du schon gesagt hast, die Serie erzählt so ein bisschen von dem Niedergang der Familie. Und die Serie selbst erzählt aber auch so ihren eigenen Niedergang, zumindest ihre eigene Reduktion. Weil der Cast ist jetzt noch mal ein Stück zusammengeschrumpft. Wir haben nicht mehr wir haben nicht mehr Stephen Fry und Miranda Richardson als feste Rollen, sondern jetzt sind es wirklich, jetzt ist es wirklich nur noch dieses Trio. Edmund, Baldrick und eben der Prinzregent George, der von Hugh Laurie gespielt wird.
Johannes Franke: Der übrigens immer Angst hatte, nicht lustig genug zu sein. Nicht so lustig zu sein wie die anderen und irgendwie immer ach, und hat sich immer fertig gemacht irgendwie selber. Und das ist irgendwie so süß. Ist auch einer seiner seiner ersten Rollen so in einer größeren. Er ist wirklich sehr jung. Und er ist aber so gut.
Florian Bayer: Man erkennt ihn tatsächlich nicht. Also ich habe es gelesen, dass er es ist, aber ich finde es wirklich schwer, in ihm diesen Hugh Laurie, den ich eben vor allem als Dr. House kenne, wiederzusehen. Weil er einfach viel weichere Gesichtszüge hat. Natürlich auch komplett unter dieser Schminke begraben. Übrigens auch ganz spannend, die ganzen männlichen Figuren sind klassisch, wie sich es für diese Ära gehört, extrem überschminkt, überpudert. Außer Blackadder. Außer Blackadder. Der schlau genug ist, sich jeden Tag zu waschen. Er ist wieder der, der so ein bisschen aus der Zeit gefallen ist, einfach weil er weiß, wie wichtig es ist, dass man nicht einfach nur Parfum drauf sprüht und Puder ins Gesicht hat, sondern dass man Hygiene betreibt. Kommen wir kurz zur Ära, ja?
Johannes Franke: Ja, ja. Erzähl mal, in welchem Bereich wir uns befinden.
Florian Bayer: Wir sind jetzt in der Regency-Ära, die ungefähr spätes 18. frühes 19. Jahrhundert umfasst. Und eigentlich befinden wir uns hier ganz konkret in den Jahren 1810 bis 1820. Und das ist eine Zeit, die wirklich auch wiederum, wie schon das elisabethanische Zeitalter, von sehr vielen Veränderungen, sowohl technischer, als auch politischer, als auch sozialer Natur, geprägt ist. Wir haben die beginnende Industrialisierung durch neue Werkstoffe, wir haben eine Mechanisierung, die Ingenieurskunst ersetzt langsam das Handwerk und in der Kunst gibt es gleichzeitig so einen Gothic Revival und so einen Klassizismus, der sich auch in dieser Serie ganz krass zeigt, dass eben versucht wurde, so mit Pomp und Kitsch frühere Zeiten, den Glanz früherer Zeiten nachzuahmen. Ja. Aber es ist auch eine sehr eklektische Epoche. Es gab viele moderne Einflüsse und gleichzeitig so diesen Historismus, der sich dann entwickelt hat. Und der Prinzregent damals war George IV. und dessen Regentschaft so als Markierung für diese Zeit genommen wird, in der später König wurde, nachdem George III. dann gestorben ist. Aber wie in den Staffeln davor nimmt sich die Serie sehr viele Freiheiten, was die zeitliche Verortung betrifft. Also das berühmteste davon ist wohl der Johnson-Dictionary. Ja. Es gibt eine Szene mit dem Johnson-Dictionary, wie das geschrieben wird, mit Robbie Coltrane, übrigens der Johnson, Samuel Johnson spielt, der das geschrieben hat. Und das Ding ist aber 50 Jahre vorher geschrieben worden. 1755. Also es passt eigentlich nicht so wirklich in die Zeit. Ja. Und diese Freiheiten, die sehen wir sehr viel in dieser Staffel, dass so eine sehr kurze Zeitspanne von zehn Jahren sehr ausgedehnt wird, thematisch. Ja.
Johannes Franke: Was aber anscheinend sehr akkurat zu sein scheint, ist, dass Hugh Laurie einen Prinzen spielt, der wirklich von allen gehasst wird. Ja. George IV. scheint irgendwie auch, als er da so reingewachsen ist langsam, auch sehr verhasst gewesen zu sein, weil er eben sehr auf dieses Pompöse und dieses viel Geld ausgeben und da und hier und dort und unter Umständen auch eben vielleicht nicht ganz so schlau mit Geld umgegangen ist. Und Hugh Laurie überspitzt es natürlich.
Florian Bayer: Die Inszenierung ist ihm das Wichtigste, aber er versteht sie nicht. Ja, überhaupt nicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ja. Womit wir aber zur wahrscheinlich besten Episode dieser Staffel kommen. Ich weiß nicht, ob du da auf meiner Linie bist. Welche? Sense and Sanality. Du meinst das mit den Schauspielern? Mit den beiden Schauspielern. Er heuert Schauspieler an, um sein Auftreten zu verbessern, damit er endlich mal beliebter ist. Ja. Und, ähm, aber er versteht nicht das Konzept Schauspieler. Und zwar mehrmals in dieser Episode. Ja.
Johannes Franke: Er sitzt doch in dieser Episode auch im Theater. Genau. Und kommentiert dann, oh nein, hinter dir. Oder, nein, du darfst das nicht machen. Oder siehst du nicht, dass er dich umbringen will. Und so viele Leute, die da alle tot sind, nein, die stehen danach wieder auf. Ach so? Mensch, sowas.
Florian Bayer: Das haben sie aber Glück gehabt. Das Phänomen von Dreijährigen, die im Theater sind und sagen, oh mein Gott, ein Monster, hilf! Und danach noch heulen, wenn sie den Schauspieler sehen, der das Monster gespielt hat und der ihnen nett zulächelt und sie heulen trotzdem. Und so ist unser Prinzregent in dieser Staffel auch. Bis zu dem Punkt, dass er tatsächlich ein Julius Caesar, das von den Schauspielern geprobt wird, für einen tatsächlichen Mordplan hält. Ja, das ist ja Baldrick. Ah, das ist Baldrick, ja stimmt. Das ist Baldrick. Aber er hat dann auch Angst, ne? Ja, genau. Und sie haben dann beide Angst, dass er umgebracht werden könnte. Was Blackadder sehr entgegenkommt, weil er den Schauspieler zum Kotzen findet.
Johannes Franke: Und können sie aus dem Weg räumen. Es gibt diese ganz tolle Szene, wo sie einfach wirklich, die beiden Schauspieler stehen neben jeweils dem Prinzen, also der Prinz in der Mitte. Und dann sagen sie ihm hier, Beine breit, sicheres Auftreten. Und er hat so richtig weit auseinandergestellte Beine. Sieht total dämlich aus. Versucht da irgendwie mit sicherer Stimme irgendwelchen Kram zu sagen, was völlig da hinten losgeht. Also es ist so ein schönes Abarbeiten an dieser Schauspieltechnik. Ja. Wie sie dann irgendwie... Das ist großartig. Und diese Schauspieler sind auch so drüber, ne?
Florian Bayer: Ja, natürlich. Also es wird natürlich so toll über diese Schauspieler lustig gemacht, die so totale Snobs sind. Ja. Und auch die ganze Zeit... Also ich meine, sie sind im Prinzip selbst Schultersbleck, dass er sie irgendwann gefressen hat, weil sie machen sich die ganze Zeit
Johannes Franke: auch über ihn lustig. Ja, ja, genau. Von ULaurie einmal initiiert. Er sagt, komm, bring mir Schauspieler, die mir das beibringen. Dann geht Blackadder los und will welche holen. Und die sagen dann erstmal, nee, wir haben zu tun. Machen wir doch nicht. Und erst als sie hören, dass ja der Prinz regent, das eigentlich gerne möchte, sagen sie, oh, da steckt vielleicht Geld drin. Das machen wir. Die sind eigentlich, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ja. Das ist eine ganz tolle Folge. Gefällt mir sehr gut. Und Baldrick eben, der dann irgendwann die Proben belauscht und denkt, das ist ein wirkliches Gespräch und glaubt, dass sie dann planen, den Prinzen umzubringen. Baldrick ist übrigens noch dümmer
Florian Bayer: in dieser Staffel als in der Staffel davor. Das ist auch so ein Trademark der Serie, dass Baldrick von Staffel zu Staffel dümmer wird. Und jetzt muss ich tatsächlich kurz überlegen, ist es in der Staffel, in der diese Bohnenzählszene kommt? Ja. Baldrick fragt, wo er versucht, ihn bis vier zählen zu lassen, wo er fragt, wenn er drei Bohnen hat und eine dazu macht, wie viele hat er dann? A small casserole. Genau. Baldrick schafft es nicht. Er schafft nicht diese Transformation der Bohnen, die Menge vier. Es sind dann einfach viele Bohnen oder einige Bohnen oder wenige Bohnen.
Johannes Franke: Aber ich glaube, das ist doch nicht in der Staffel. Ich glaube, es ist die davor. Ist die davor?
Florian Bayer: Ich glaube, es ist die davor. Also Baldricks Dummheit ist in dieser Szene, wo sie die Bohnenzählen, auf jeden Fall sehr gut auf den Punkt gebracht.
Johannes Franke: Ich finde übrigens, dass die Staffel wahnsinnig gut anfängt mit Pit the Younger, die gerade gewählt wurde. Offensichtlich sind seine Prioritäten als Regierender war with France, tougher sentences for geography teachers and a right royal kick up the prince's backside. Also dem Prinz einmal in den Arsch treten. Das ist wundervoll, einfach mal karikiert, dass dieser viel zu junge Typ, der war ja 24, als er in den Posten kam. Ja. Ich finde es großartig. Und dann soll Baldrick George wählen?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Damit George auch noch was zu sagen hat.
Florian Bayer: George, der nicht versteht, dass sie die Leute draußen rufen, we hate Prince George. Und dann denken sie, sie rufen, we hate Prince George. Ja.
Johannes Franke: Und dann gibt es diesen Vincent Hanna, das scheint so ein political commentator zu sein im britischen Fernsehen damals.
Florian Bayer: Ah.
Johannes Franke: Und den haben sie da hingestellt und der macht diesen Live-Kommentar zur Wahl. natürlich gibt es keinen Fernseher und es gibt kein Fernsehteam, das ihn irgendwie beobachten könnte dabei. Aber er steht einfach am Fenster und kommentiert die Wahl nach draußen wie so ein Fernsehkommentar. Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Das ist eine großartige Szene. Und Baldrick wird dann tatsächlich, das ist nämlich eigentlich das, was der Plot, der sich dann nachher entwickelt, Baldrick wird dann Parlamentsmitglied als Repräsentant von einem, von Danny of the World, von einem, von einem total abgelegenen Kaff. und schafft es dann tatsächlich, also Blackadder schafft es, dass Baldrick zum Prime Minister gewählt wird. Und es ist total schön, wie er die Wahl manipuliert. Es gibt nämlich verschiedene Faktoren für ihre Wahlkampagne und zwar Issues, not Personalities. Das zweite ist to be the only fresh thing on the menu. Und das dritte ist we'll cheat. None|Ja.
Johannes Franke: Auch ein toller Quote von Blackadder am Ende der Folge. If you want something done properly, kill Baldrick before you start. Ja. Weil Baldrick natürlich dann den Prinzen wählt, was er ja nicht machen sollte. Genau. Folge 2 ist dann dieses Dictionary, was ich auch ganz großartig finde, weil Blackadder ja in meinem Skript geschrieben hat, was sehr viel Geld wert ist. Er ist genervt von,
Florian Bayer: von Samuel L. Johnson, aber gleichzeitig ist er auch so ein bisschen Fanboy. Mhm. und will dem auch die ganze Zeit neue Wörter reinbringen. Er ist natürlich Blackadder, ist zu größeren Berufen als er es dieser Liederschaft. Er hat dieses tolle Buch geschrieben und übrigens auch ganz schön, also Samuel L. Johnson, der Prinzregent wird, wird Patron, das ist von Samuel L. Johnson, aber er versteht gar nicht, was Samuel L. Johnson da schreibt. Der hat ein Dictionary geschrieben und der Prinz fragt dann, aber wo sind die Abenteuer? Wie viele Morde gibt es?
Johannes Franke: Wer ist der Mörder? Und dann gibt es wirklich ein langes Gespräch darüber, wo einfach der Prinz nicht versteht, dass es keine Geschichte im eigentlichen Sinne ist und dass es wirklich nur Worte sind, die ihm erklärt werden. Er kriegt es einfach nicht in seinen Kopf rein. Ja, es funktioniert nicht. Und ganz tragisch, Baldrick verbrennt vermeintlich das Dictionary. Mhm. Was ein ganz großes Problem ist, aber am Ende stellt sich raus, dass es nicht das Dictionary war, was er verbrannt hat, sondern leider das Skript von Blackadder, der sehr viel Geld damit hätte machen können. Tja, Pech gehabt.
Florian Bayer: Aber Baldrick, Baldrick zeigt auch ganz großes schreiberisches Talent in dieser Folge. Er hat nämlich auch seine eigene Novel geschrieben und die möchte ich hier an dieser Stelle in Gänze vorlesen. Hast du, hast du. Wir haben hier so lange Zeit. Ja, wir haben so Zeit. Wir müssen jetzt die ganze, die ganze, den ganzen Roman von Baldrick vorlesen. Okay, okay. Aber semi-autobiografisch übrigens. Once upon a time there was a lovely little sausage called Baldrick and it lived happily ever after. Wow. Toll. Das haben wir hinter uns gebracht. Das Wort Sausage. Gott sei Dank, er rettet nämlich den Arsch von Samuel Johnson damit. None|Ja. Ihr kennt ihn als Hagrid. Robby Coltrane. Ja. Der einfach ganz großartig diesen Samuel Johnson spielt, der das Geld braucht, aber der gleichzeitig auch fassungslos ist, wie dumm dieser Prinzregent ist, der jetzt sein Patron werden soll. Ja, ansonsten die Staffel, also ich habe ja schon gesagt, ich finde Blackadder ist in dieser Staffel tatsächlich am besten ausgeformt. Was allerdings ein bisschen fehlt, was wir in allen anderen drei Staffeln haben und das finde ich sehr schade, Blackadder hat nicht so ein richtiges Ziel. Weil in allen anderen drei Staffeln hat er ein klares Ziel. Er ist der Königssohn, der endlich anerkannt werden will und König werden will. Er ist der Lord am Hof von Elisabeth, der eigentlich Elisabeth heiraten und König werden will. Die will ja? Kommt das so raus? Es kommt nicht so richtig raus, aber er will Macht haben und Elisabeth zu heiraten ist total die Option, um Macht zu haben in dem Moment. Na gut. Und in der vierten Staffel er ist der Soldat, der eigentlich nur raus will aus dem Krieg. In der dritten ist er halt ein Diener und er hat nicht so eine richtige Motivation, weil es gibt nicht die Option, dass er Herrscher wird. Er will natürlich mit dem Prinzregenten, dem er dient, will er Herrschaft halten. Aber das bleibt so ein bisschen schwammig. Was will dieser Blackadder in der zweiten Staffel und in der dritten Staffel? Und dadurch verliert die Staffel allgemein so ein bisschen bei mir, was eine Grundstruktur betrifft.
Johannes Franke: Wobei das Witzige ist ja, wenn er jetzt gar nicht so viel will, als in den anderen Staffeln, ist er hier ja plötzlich erfolgreich und schafft etwas, was er gar nicht wollte. Weil am Ende der Staffel, im Gegensatz zu den anderen Staffeln, ist er ja hier Prinz. Ja. Weil der Prinz selbst wurde herausgefordert zu einem Duell. Von Stephen Fry übrigens. Von Stephen Fry. Das Duell kann er nicht gewinnen, hat auch viel zu viel Angst davor und sagt, das muss jemand anders für mich machen. Und stellt dann aber fest, verdammt, mich kennt ja jeder, mein Bild ist überall. Ich kann nicht irgendjemand anders schicken. Die sehen ja sofort, dass er das nicht ist. Und dann stellt Baldrick aber fest, man sagt doch heutzutage, dass sowieso jedes Bild, was gemalt wird, von einem einer romantisierten Version einer selbst gleicht und damit alle Bilder eigentlich gleich aussehen, weil wir alle der gleichen romantisierten Version hinterher stiefeln. Und legt ein Vokabular in dieser Erklärung an den Tag, das Baldrick eigentlich gar nicht hat, weil er eigentlich nur seinen Onkel zitiert oder so.
Florian Bayer: Ja, aber es ist großartig. Dieser komplette Bruch mit der Rolle. Die man bisher gesehen hat, der plötzlich so diesen Satz raushaut und denkt so, oh, what? Großartig. Und dann Blackadder nimmt dann seinen schottischen Cousin, weil er will natürlich nicht selbst kämpfen. Also er will selbst, er findet es gut, den Regenten zu übernehmen. Es gibt auch total lustige Zähne in diesem Rollentausch, wenn dann Regent George als Butler da sein muss und Ron Atkinson übernimmt die Rolle des Prinzen. Und dann kommt natürlich dieser Duke of Wellington und dessen größter Spaß ist, den Butler zu hauen. Und George kriegt die ganze Zeit auf die Fresse. Und zwar nicht so, ich gebe dem Butler mal eine Ohrfeige, sondern ich boxe den Butler jetzt weg.
Johannes Franke: Und es ist wirklich, natürlich die Comedy liegt ja nicht in dem, der haut, sondern in dem, der reagiert und gehauen wird. Der es schafft und Hugh Laurie ist richtig gut darin. Richtig, also das muss man erst mal schaffen, so gut aus dem Bild zu fallen. Wirklich, Hugh Laurie macht das richtig gut. Guckt euch das nochmal an. Es ist ganz toll, wie Hugh Laurie immer wieder auf diese Schläge reagiert. Hugh Laurie gibt in Schlägen die letzte,
Florian Bayer: die wirkliche Kraft, die sie brauchen. Ja, das ist toll. Das ist wirklich toll. Und der Cousin Mac Adda sieht natürlich genauso aus wie Black Adda. Das ist der Plan eigentlich. Er spielt in den Dialogen, spielt er den König und den Prinzen und dann am Schluss soll aber sein Cousin Mac Adda für ihn dieses Duell führen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Genau. Und das endet tatsächlich mal nicht,
Johannes Franke: damit das Black Adda stirbt. Genau. Sondern Black Adda wird zwar angeschossen von Stephen Fry und zwar mit einer Kanone. Ja. Irgendwie haben sie bei der Wahl der Mittel, also Degen oder Schwert oder was auch immer, wurde leider Kanone gewählt. Das ist so grotesk. Das ist so grotesk. Und er schießt diese Kanone und trifft Black Adda. Aber Black Adda hat da irgendwie so ein Etui noch von Zigarrello Etui, was ihn irgendwie rettet. Ganz klassisch auch. Und dann bringt Stephen Fry den Prinzen um. Ja. Weil er glaubt, das ist der Diener und kann ihn einfach so umbringen und macht das halt. Er sticht ihn. Und dann muss halt Black Adda in der Rolle des Prinzen irgendwie bleiben.
Florian Bayer: Und damit endet die Staffel. Genau. Und der König hält ihn dann auch für seinen Sohn. Also es ist genau das, was Baldrick gesagt hat. Diese Weisheit von seinem Vater, dass wir alle gleich aussehen. Ja, genau. Und dieses romantisierte Blitzinn, das wird dann wahr. Und es gibt diese schöne Abschlussszene, wo der Prinz nochmal kurz wach wird und sagt, ah, ich hatte auch was in der Tasche. Ach nein, doch nicht. Und dann stirbt er direkt wieder. Das ist so geil.
Johannes Franke: Das ist so absurd. Das ist toll. Gibt es in dieser Staffel noch irgendein Highlight, was du erwähnen möchtest?
Florian Bayer: Ich mochte tatsächlich auch besonders gerne die Folge Nob and Nobility. Ja. In der Black Adda wettet, dass er es schafft, nach Frankreich zu gehen, um einen Aristokraten vor der Revolution zu retten, weil das gerade der aktuellste Schrei ist, weil dieser Scarlet Pimpernel unterwegs ist und die ganze Zeit Aristokraten rettet. Und dann besticht er einen Adligen, der halt sich in England auffällt, Le Comte de Frufru, mit ihm nach Frankreich zur Botschaft zu gehen und da zu sagen, hey, der wurde von mir gerettet. Und dann werden sie aber tatsächlich von einem Revolutionär gefangen genommen. Verdammt. Und dann haben sie diese Selbstmordpillen und die Wirkung der Selbstmordpillen. Es gibt zwei wunderschöne Szenen. Die hat nämlich so gewisse Stufen, die dann durchgespielt werden. Genau. So die Verzweiflung und dann dieses Fröhlichsein und dann die Vergesslichkeit. Ja. Und das ist großartig inszeniert, wie Black Adda zuerst zufällig den Aristokraten vergiftet und dann schließlich später absichtlich den echten Scarlet Pimpernel um quasi den Ruhm für sich zu haben, dass er die Aristokraten gerettet hat. Und dann spielen die jeweils diese Wirkung von den Selbstmordpillen durch.
Johannes Franke: Und es ist so geil, weil die letzte Phase des Giftes ist in die Ecke springen. Ja. What the fuck? Was?
Florian Bayer: Und wir sollten zumindest einmal kurz erwähnen, dass es eine Folge gibt, die in der Miranda Richardson eine Gastrolle spielt, als Amy, einer industriellen Tochter, die als Hochzeitskandidatin in Frage kommt für den Prinzen. Weil der Prinz ist pleite, wie immer. Und er muss halt irgendwie, er muss jemanden heiraten. Und die Liste ist aber ziemlich dünn. Die Kandidatinnenliste, weil 165 der Frauen über 80 sind, 47 sind unter 10 und 39 sind verrückt und mit einem Pferd verheiratet. Und dann finden sie schließlich diese industriellen Tochter Amy, die von Miranda Richardson gespielt wird. Und es kommt heraus, dass sie aber in Wirklichkeit der berüchtigte Wegelagerer der Shadow ist. Und die darf dann nochmal Edmund reinlegen und ihm vorspielen. Sie wäre hoffnungslos ihnen verliebt. Ja, genau.
Johannes Franke: Und macht ihn dann fertig. Aber das Schöne ist natürlich, dass Edmund dann, weil er gerade ist, auch in Geldnot, natürlich den Shadow einmal der Polizei ausliefert und dann irgendwie Geld bekommt dafür. Und aber leider dieses Geld von Prinz George gefunden wird, der glaubt, das ist sein Geld. Hurra! Und damit ist Blackadder wieder leider pleite, aber der Prinz wenigstens ist gerettet. Ja, es ist eine sehr schöne Staffel.
Florian Bayer: Insgesamt tatsächlich ist es so, die zweite und die dritte Staffel werden von Fans allgemein als Highlights genannt. Okay. Für mich fällt die dritte Staffel im Vergleich zur zweiten doch ein gutes Stück ab. Warum? Na, also eine große Rolle spielt mit Sicherheit, dass ich finde, dass Blackadder so ein wenig die Motivation fehlt, dass er Motivation von Folge zu Folge kriegt und es fehlt so ein gesamter Lore irgendwie. Ja. Und das zweite ist aber auch, dass ich es wirklich schade finde, wie sie mit dem Cast umgegangen sind, dass sie den Cast nochmal so krass reduziert haben. Weil es ist cool, dass Stephen Fry nochmal auftaucht. Ja. Es ist cool, dass McAnary nochmal auftaucht, aber eben nur, und es ist cool, dass Richardson nochmal auftaucht, aber eben alle drei nur in Gastrollen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und ich finde, wenn du den Hauptcast aus den dreien machst, das heißt, dem intelligenten Blackadder und seinen beiden dummen Weggefährten, fehlt so ein bisschen das Gegengewicht. Das haben wir in der zweiten Staffel durch Queen Elizabeth. Ja. Das haben wir in der ersten Staffel durch den König und seinen Bruder Harry.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und in der zweiten auch durch, nicht nur durch Queen Elizabeth, sondern auch durch Melchid.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und auch, genau, und selbst durch die Nursey. Also es ist einfach, es braucht noch ein paar mehr Charaktere, die ein bisschen mehr machen, sonst fällt das so auf diese drei zusammen und das ist, ich finde die Staffel gut, ich fand die Staffel sehr unterhaltsam, aber ich finde, sie ist deutlich schwächer als Staffel zwei.
Johannes Franke: Okay. Okay, verstehe, was du meinst.
Florian Bayer: Großer Erfolg, übrigens, die erfolgreichste Staffel, die hatten Bafta, Award gewonnen 1988 als beste Comedy-Serie. Toll. Was offensichtlich so ein, was einfach mal der englische Emmy ist. Ja. Und die ist unglaublich gut angekommen beim Publikum und unglaublich gut bei der Kritik und das war auch ein Grund dafür, dass wir dann die zwei großen Specials haben, die nämlich zwischen der dritten und der vierten Staffel stattfinden. Einmal Blackadder The Cavaliers und einmal Blackadder Christmas Carol, Februar 1988 und Dezember 1988. Ja.
Johannes Franke: Ich finde, dass die Cavaliers einfach eine gute Folge sind irgendwie, so, ne? Dieses, es ist einfach wie eine, wie eine Folge von Blackadder, bloß eben nochmal in einem anderen, in einer anderen Zeit. Ist halt so eine normale Folge, die ich ganz gut finde, von der ich aber jetzt nicht, die ich nicht groß rausheben würde, ehrlich gesagt.
Florian Bayer: 1648 spielt sie und King Charles hat den Bürgerkrieg verloren. King Charles wird von, von Stephen Fry gespielt und der Einzige, der noch wirklich loyal ist, ist Edmund Blackadder tatsächlich und wieder mit seinem dummen Diener Baldrick. Ja. Ja, ich finde sie, ich bin kein großer Fan dieses Specials.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Ich finde, es ist, es wirkt wie so ein bisschen verkümmerter Teaser für eine ganze Staffel, weil natürlich irgendwie so 17. Jahrhundert könnte man mitnehmen, würde passen, da jetzt nochmal eine ganze Staffel zu machen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ähm, ich finde, das, was, was Blackadder auszeichnet in den anderen Staffeln geht so ein bisschen verloren, einfach weil er viel zu loyal und viel zu nett zu dem König ist, der von Stephen Fry verkörpert wird.
Johannes Franke: Ja. Mhm. Naja, man kann ihm trotzdem unterstellen, dass er das nur macht, damit er selbst irgendwie seine Position hält. Ja, vielleicht.
Florian Bayer: Das Ende ist witzig. Der Kürbis. Der Cunning Plan von, äh, äh, äh, dass sie, ähm, als Henker einen Kürbis nehmen und dann den Kürbis hochhalten als Kopf des Ermordeten und dann sagen, hier ist der, der Kopf des Königs und dann sagt aber Blackadder zu ihm, nee, das ist totaler Blödsinn, weil das Volk will nicht rufen, das ist der Kopf des Königs, sondern no, it's a huge pumpkin with a pathetic mustache drawn on it. Und dann, und dann muss, dann setzt Baldrick aber selbst diesen Plan um, weil tatsächlich, er geht zum König, will aber eigentlich nur sein Geld haben, zum gefangenen König. Ja. Und der König fragt ihn dann, oh, ihr habt einen Plan, mich zu retten. Und dann muss er improvisieren und dann nimmt er einfach diesen Baldrick-Plan und dann passiert genau das, was er vorher gesehen hat. Das ist tatsächlich eine witzige Szene, vor allem, weil er dann danach den König wirklich köpft. Ja. Und dann sagt, oh, sorry, mein Fehler, ich versuch's nochmal. Das ist gut, das Ende gefällt mir. Ansonsten finde ich die Folge, es ist wirklich eine Folge, es sind 25 Minuten, 30 Minuten. Ja, genau. Eher so durchschnittlich. Ja. Okay.
Johannes Franke: Besser finde ich das Christmas Carol. Viel besser. Wirklich stark. Ich finde das Christmas, also Christmas Carol, so nochmal zu verstehen und zu sagen, wir drehen das einfach mal um, der startet als der freundlichste Mann Englands.
Florian Bayer: Und das muss man erstmal machen. Wir haben hier drei Staffeln hinter uns, in denen Blackadder ein wirklich böser, durchstriebener, hinterhältiger Mistkerl war. Und dann drehen sie ein Christmas Carol, wo sie ihn zum Scrooge machen. Aber dieser Scrooge, also beziehungsweise dieser Ebenezer Blackadder, ist eben die Güte in Person.
Johannes Franke: Und gibt noch das letzte bisschen, was er da hat, noch raus an Leute, die irgendwie kommen und ihn schrotzen einfach nur. Also Idioten wirklich, die kommen und sagen, na, hier müssen sie aber doch uns noch, hier müssen sie uns noch bedenken. Und sie haben doch sicherlich noch, ach, diese Schalen Nüsse, die sie da noch haben, als einziges im Haushalt. Nehme ich ihnen auch mal noch weg. Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Und der Einzige, der ihn aber nicht ausnutzt, ist sein Mr. Baldrick. Ja. Der eben diese Rolle des treuen Gehilfen spielt, den Scrooge ja auch hat. Ja. Und dann ändert sich aber alles, nämlich Blackadder wird vom Geist der Weihnachten besucht, des Spirit of Christmas. Es gibt kein Future und Past, sondern es gibt einfach nur einen Geist. Und das ist unser guter alter Robbie Coltrane wieder.
Johannes Franke: Der es schafft ihn dann irgendwie in die Vergangenheit und in die Zukunft zu holen. Ja. Aber der irgendwie eher nicht in die Zukunft gucken will, der dann irgendwie sagt, der weiß, der ahnt nämlich schon, dass es für Blackadder irgendwie besser aussehen würde, wenn er böse wäre.
Florian Bayer: Und es geht tatsächlich nur darum, ihn zu loben. Der Geist kommt eigentlich nur, um zu sagen, hey, du bist voll gut. Ja, genau. Ich will dir mal zeigen, was, super, hey, Glückwunsch. Und dann zeigt er eben halt, schau mal, wie verdorben deine Ahnen waren. Ja. Und führt ihn in die zweite und in die dritte Staffel. Wir haben keine Clip-Show. Super. Ich bin total begeistert, weil als dieser Moment ist, wo er sagt, und jetzt zeige ich dir, was in der Vergangenheit ist, du rechnest fest mit einer Clip-Show. Ja, genau. Was halt so gemacht wird. Wir nehmen Material, was schon existiert, was schon existiert und zeigen das nochmal. Und das machen sie nicht. Sie haben wirklich für dieses Special, das insgesamt 42 Minuten geht, haben sie neu gedreht. Neu gedreht. Das ist so schön. Sie haben die Leute gekriegt. Sie haben wieder die Queen, Miranda Richardson und Nursi. Nursi. Und das ist toll. Das ist super, ja. Und er zeigt ihm diese bösen Menschen und Blackadder ist dann aber doch neugierig. Was ist denn? Was passiert denn, wenn man sich so böse verhält? Und dann haben wir wirklich einen krassen Bruch mit der Ästhetik der Serie. Da geht es nämlich in die Zukunft. Oh Gott. Das ist ein bisschen seltsam, ehrlich gesagt. Diese Ästhetik ist, es ist die Zukunft, wir befinden uns im Jahr 88. Es ist Science-Fiction, britische Comedy 1988.
Johannes Franke: Und so sieht es auch aus. Es ist einfach ein schwarzer, leerer Raum, den sie irgendwie haben. Und dann haben sie so ein paar futuristisch aussehende Elemente einfach verteilt. Und Miranda, glaube ich, auch als Queen.
Florian Bayer: Und Blackadder ist Admiral eines Galactic Empires, weil er böse war.
Johannes Franke: Das heißt, er hat Macht. Er hat verdammt viel Macht. Und die Version, wenn er gut wäre, die ihm dann auch irgendwie gezeigt wird, ist, dass er halt leider die Baldrick-Person, also den Servant spielt und da irgendwie gar keine Macht hat und Einfluss. Und nach und nach und völlig verständlich wird Blackadder dann einfach vom nettesten Menschen von England zum bösartigsten. Ja.
Florian Bayer: Was ihm aber nicht hilft. Leider nicht. Das ist sehr traurig. Es gibt diese bitterböse Ironie am Schluss, dass eigentlich die Queen und der Prinz wollten ihn eigentlich belohnen, dafür, dass er der netteste Mensch Englands ist, mit einem Geschenk von 50.000 Pfund.
Johannes Franke: Das lässt er aber gar nicht erst zu. Der sagt dann schon, Baldrick, den Nächsten, die hier klingeln, denen wirfst du die Tür in die Nase. Ja. Und das sind die Queen
Florian Bayer: und der Prinz. None|Ja. Verdammt. Ich würde ja immer sagen, grundsätzlich ein Weihnachtsspecial ist der Tiefpunkt einer jeden Serie. Wenn eine Serie so richtig erfolgreich ist, weiß man, jetzt kommt der Tiefpunkt, jetzt kommt das Weihnachtsspecial mit Kitsch, mit Albernheiten und am Schluss stehen sie alle am Weihnachtsbaum und ich finde, diese Gefahr bestand auch durchaus bei Blackadder und das haben sie wirklich gut umschifft.
Johannes Franke: Das haben sie wirklich gut umschifft, ja.
Florian Bayer: Indem sie gesagt haben, wir machen nicht den bösen, zynischen Anfang und das süße Finale, sondern wir drehen es rum und sie haben es geschafft, dem Geist der Serie gerecht zu werden, indem sie den Geist der Serie am Anfang verraten haben. Ja, ganz toll.
Johannes Franke: Ja, das ist eine super Special. Also wirklich, das hat mir sehr gefallen im Gegensatz zu dem Cavalier-Ding.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann hätten wir Staffel 4. Staffel 4. Wow. Willst du uns eine kurze Einführung geben? Wow. Ich habe da nicht viel geschrieben. Es ist einfach nur, wir schreiben das Jahr 1917. Unsere altbekannten Figuren sitzen an der Front. Seit Ewigkeiten hat sich nichts bewegt. Das war's. Das war's. Es gibt nicht mehr. Also Blackadder ist ein Captain in der, an der Front sitzenden Armee. Baldrick ist einfach, was ist, einfach Soldat. Soldat. Und dann gibt es eben, Gott sei Dank, wieder Captain Darling. Mhm. Der, äh, Tim, Tim McInerney.
Florian Bayer: Der Name ist echt schwierig. Der spielt Captain Darling, aber er spielt tatsächlich eine andere Rolle dazu.
Johannes Franke: Genau. Können wir gleich kommen. Aber der Typ kommt halt wieder, der Schauspieler, und ich find's ganz, bin ganz froh, dass er wieder da ist. Ja. Er spielt natürlich eine andere Figur und ist ein anderer, äh, ein anderer Verhältnis auch zu Blackadder. Und wir haben wieder Melchit. Stephen Fry ist wieder da, General Melchit.
Florian Bayer: Mhm, General. Genau. Und wir haben ein, wir haben wieder unser Trio, das ist diesmal Blackadder, genau den einfachen Soldaten Baldrick. Und natürlich nicht zu vergessen, Lieutenant George, der wieder von Hugh Laurie gespielt wird. Ja, ganz toll. Es war ja, es war ja die letzte Staffel der Serie und offensichtlich gab's auch während des Schreibens zum ersten Mal wirklich so Spannungen zwischen den einzelnen Leuten. Ja. Weil das alles mittlerweile Comedians waren, die gesetzte Leute waren, die mitreden wollten. Ja. Und die sich wirklich bemüht haben, ihre eigenen Ideen mit reinzubringen und das muss wohl zu
Johannes Franke: beutlichen Spannungen geführt haben, Ja, die haben in den Proben halt immer wieder da noch versucht, was zu ändern und da noch was und dann hat halt das zwischen den Writers und den Actors irgendwie geclashed ein bisschen zwischendurch. Ja. Es scheint so inoffiziell einer der Gründe zu sein, warum es nicht um mehr Staffeln gab. Ja. Ja. Was total schade ist, weil ich liebe diese vierte Staffel. Ich bin total begeistert von ihr. Vor allem, wenn wir dann nachher mal eine Liste machen, ich liebe diese Staffel.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist, also sie zeigt,
Florian Bayer: wenn man die vierte Staffel sieht, sieht man nochmal, was mir, also ich sehe nochmal, was mir in der dritten Staffel gefehlt hat und das ist eben diese Figuren, die dazukommen, die wieder da sind. Ja. Muss man ja eher sagen. Ja. Und es gibt wieder dieses Gegengewicht für Blackadder, eben zum einen in dem General Melchid, der, also Black Adders Plan in dieser Staffel ist, er will vom Krieg weg. Ja. Er will sich irgendwie von der Front, der Front entziehen. Er will nicht sterben. Er will nicht sterben. Und dieser General Melchid ist aber jemand, der sagt, okay, Desarteure leben bei mir nicht lange. Genau. Das ist so dieser große Konflikt in der Staffel.
Johannes Franke: Und der auch überhaupt nicht sieht, wie man nicht für Vaterland sterben können, wollen könnte.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Also es ist wirklich krass, der wirklich einfach ganz, der auch am Ende ja Darling dann auch in die Front bringt und sagt, du willst doch unbedingt hier bei einer Front kämpfen, komm, los, mach. Und der will natürlich überhaupt nicht. Mit diesem Captain Darling,
Florian Bayer: Tim McInerney, der früh, der davor in der Staffel ja diesen, diesen, diesen dummen Percy gespielt hat, der irgendwie so, der irgendwie so daneben war. Die Rolle ist jetzt total großartig, weil zum ersten Mal hat Blackadder einen richtigen Kontrahenten, der auf einer ähnlichen Ebene wie er agiert. Ja. Und dieser Kontrahent hat in allen drei Staffeln davor ein bisschen gefehlt und der ist jetzt auf einmal da. Also dieser Kevin Darling ist auch ein Idiot. Ja. Aber er ist halt, er ist irgendwie so ein Idiot auf dem Niveau von Blackadder und die beiden geraten auch ständig in Konflikt miteinander. Ja. Das ist eine super,
Johannes Franke: super Erfindung und ich liebe es, dass sie einfach, dass sie ihn wirklich Captain Darling nennen. None|Und dann, come with me, Darling. Was? Und es gibt immer wieder in Dialogzeilen so einfach absurde Situationen, weil er Darling heißt. Genau. Das ist so großartig.
Florian Bayer: Der Schauspieler kannte den Namen, Der hat gesagt, lass ihn uns Darling nennen, der sollte zuerst anders heißen. Ja. Der hat gesagt, ich hatte da so einen Schulfreund, der hieß Darling. Genau, ja. Und da wurden ständig Witze drüber gemacht. Hey, das kann man super gut ausschlachten. Super großartig. Auch wenn es für uns das bekannteste Setup ist, trotzdem einmal kurz so zur Einordnung. Genau. 1917, Erster Weltkrieg und die Westfront und logischerweise bei den Briten an der Westfront. Und 1917, das kurz einzuordnen, die Deutschen hatten sich gerade zurückgezogen. Die Schlacht von Verdun liegt zurück und die Deutschen haben sich im Unternehmen Alberich auf die Siegwitz-Stellung zurückgezogen, die von den alliierten Hindenburg-Linie genannt wurde und das ist so Nordfrankreich. Und sie haben da bei diesem Rückzug verbrannte Erde hinterlassen, ordentlich vermint, also alles war voll mit Sprengminen und es war aber nach wie vor ein Stellungskrieg. Das heißt, es gab immer mal wieder so kleine Scharmütze und die Alliierten konnten es immer mal wieder schaffen, die Deutschen ein bisschen zurückzudrängen, aber wir reden hier vom Ersten Weltkrieg, vom Stellungskrieg, das heißt, die Frontlinien haben sich um Kilometer bewegt, um ein paar Kilometer und es waren extrem verlustreiche Schlachten für beide Seiten, wenn es zu einer Schlacht kam und dann hat sich alles ein paar Meter bewegt.
Johannes Franke: Das ist so furchtbar.
Florian Bayer: Das ist total krass. Also der Erste Weltkrieg, dieser Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg ist total schrecklich, weil es wirklich, um so einen Kilometer gut zu machen, mussten halt Tausende, Zehntausende von Menschen sterben.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und, äh, ein Jahr darauf, 1918, wurde die Secret-Stellung dann durchbrochen und tatsächlich auch von britischen Divisionen. Das ist wahrscheinlich das, was wir in der letzten Episode dieser Staffel sehen. Ja. Genau, das ist ungefähr das Setup und auch hier gilt wieder die Serie geht sehr frei mit der Geschichte um. Zum Beispiel wird der US-Kriegseintritt wird nach die russische Revolution gepackt, obwohl er vorher stattgefunden hat. Und es gibt diesen berühmten Manfred von Richthofen, der in der Folge vorkommt und der wird nicht in der Luft getötet, wie es tatsächlich war 1918, sondern er wird 1917 getötet von dem besten Menschen überhaupt. Also, nicht nur in der Serie, sondern allgemein, nicht nur im Fernsehen, sondern wirklich der beste, der beste, der beste, der beste, wir haben eine Rückkehr von Flash-Harten. Und das macht mich so glücklich. Ja. Das ist eine Sache, die diese Staffel insgesamt unglaublich gut und richtig macht, dass sie Running Gags aus vorherigen Staffeln wiederbekommt. Wir sehen nicht nur Flash-Hart nochmal, sondern wir sehen auch Bob nochmal. Ja, genau. Und bei beiden, in beiden Wiedersehen war ich so glücklich und freut sich. Das ist unglaublich. Und ich bin so froh, dass ich es geschafft habe, diese beiden Folgen tatsächlich nach ihren Pendants aus den Staffeln davor zu sehen, sonst hätte ich mich weniger drüber gefreut. Gott sei Dank. Ja. Aber gehen wir rein ins Getümmel. Ja.
Johannes Franke: Welche Folgen haben dir denn gut gefallen? Also, ich finde schon, dass es gut anfängt mit, wir suchen jemanden, der das porträtieren kann, der führt das, wie heißt das im Magazine? King & Country Magazine. Ja. Soll jemand gefunden werden aus den eigenen Reihen, der da irgendwas malen kann, der irgendwie porträtieren kann. Und Blackadder findet das total toll, weil? Blackadder sieht die Chance, dass er da rauskommt aus dieser ganzen Geschichte, indem er irgendwie jemanden findet, der malen kann und das dann aber für seins ausgibt, damit er dann irgendwo ausstellen kann und da dann hinreisen kann, um möglichst von der Front wegzukommen. Ja. Und ausgerechnet Percy. Nicht Percy, George. George. George kann verdammt gut malen. Ja. Das hätte keiner gedacht. Und es gibt eine ganz tolle Szene, wo er das für sich ausgibt, für seins ausgibt. Permission to speak. George sitzt die ganze Zeit dahinter und ist ganz empört und hört, wie sich das entwickelt, das Gespräch, dass er sagt, das ist meins, das habe ich gemalt, das könnten wir ja vielleicht. Und er macht es auch so ganz ekelhaft, als ob das gar nichts wäre. Naja, das habe ich noch gemalt und weiß aber genau, dass es total gut ist. Und stellt es da so hin. Und George die ganze Zeit, darf ich bitte reden? Bitte, bitte, lassen Sie mich reden. Ich irgendwie, ich muss was sagen. Permission to speak.
Florian Bayer: Das ist, sie dürfen nicht reden, weil Blackadder ist hier Vorgesetzter, ist der Vorgesetzte von George und von Baldrick. Und sie dürfen nicht reden, bevor er ihnen nicht die Erlaubnis zu reden erteilt hat.
Johannes Franke: Das heißt, George schafft es nicht, weil er den Befehl natürlich nicht missachten kann, das aufzuklären. Naja, und dann stellt sich raus, es geht eigentlich gar nicht so sehr um das Cover des King & Country Magazine, sondern es geht mehr darum, dass jemand raus muss in Snowman Land zwischen den Fronten, um zu kartografieren, um zu malen, wie sieht es denn dort aus? Wie kommen wir da hin? Was könnten wir vielleicht nutzen? Oder wie sind die Wege? Und das bringt natürlich Blackadder eigentlich in die schlechtere Position als vorher.
Florian Bayer: Und dann müssen sie halt los. Und was malen sie dann? Sie malen so ein großartiges Bild. Sie übertreiben es vielleicht ein bisschen mit den Elefanten. Vielleicht ein bisschen. Vielleicht waren es ein paar Elefanten weniger. Sie gehen natürlich nicht weit raus. Sie wollen sie nicht in Gefahr begeben. Deswegen stehen sie halt so etwas entfernt von der deutschen Front und dann malen sie so ein bisschen, was sie sich halt vorstellen, wie das Ganze aussehen könnte. Und das ist ein total
Johannes Franke: übertriebenes Bild. Und sie geben sich irgendwie auch als Italiener dann rau irgendwie aus, ne? Ich weiß nicht mehr ganz genau. Aber es ist, finde ich, ein toller Einstieg, weil alle Figuren einmal erzählt werden und Baldrick ist derjenige, der immer den Kaffee macht und der Kaffee ist aber schon seit sehr langer Zeit nicht mehr existent. Das heißt, er macht immer aus Matsch Kaffee, was er niemandem erzählt hat. Sie trinken seit Jahren eigentlich nur Matsch als Kaffee
Florian Bayer: und mit Schuppen als Zucker. Das ist ein wirklich düsteres Bild, was von der Front und vom Stellungskrieg gezeichnet wird, weil die sitzen auch da, die langweilen sich, ne? Es findet kein Kampf statt. Sie sitzen im Schützenkram und haben da so ihren kleinen Unterschlupf und ab und zu sind sie halt im Büro vom General, aber sonst ist da nichts. Und es ist eigentlich diese permanente Bedrohung, dass es Kampfhandlungen geben könnte und sie haben wirklich Angst davor, also vor allem Blackadder eben und versucht da irgendwie rauszukommen, aber ansonsten ist es einfach ein öder Alltag.
Johannes Franke: Ja, man kommt da so emotional ran, finde ich. Ja. Weil er das wirklich schafft, das gut darzustellen und obwohl es einfach, es ist eine Sitcom, es ist nach wie vor eine Sitcom, aber du kommst da emotional sehr stark und sehr gut ran. Das finde ich sehr bemerkenswert. Es ist tatsächlich die emotionalste Staffel
Florian Bayer: von allen und ich finde, es ist auch die Mainstream-tauglichste Staffel. Also vielleicht, ja. Ich habe das Gefühl, dass sie, als sie diese Staffel geschrieben haben, Richard Curtis und Ben Elton waren wieder die Autoren, dass sie ein bisschen mehr auch ein Publikum außerhalb von UK im Blick hatten. Ja. Das ist mehr amerikanischer Humor dabei. Also es ist nicht so, dass, ich würde nicht sagen, es ist watered down, auf keinen Fall, aber es sind doch, es sind Witze da, wo man merkt, die sind ein bisschen über den Horizont des britischen Humors hinausgeschrieben. Ja. Und dadurch ist das tatsächlich die Staffel, in die man am besten reinkommt, wenn man nicht, wenn man nicht in London geboren ist oder in Cambridge oder so. Wenn man, wenn man nicht, wenn man nicht englische Kultur studiert hat, kommt man mit dieser Staffel am besten, klar, ganz eindeutig.
Johannes Franke: Wahrscheinlich, ja. Das kann sein. Ich finde es auch ganz toll, gleich die zweite Folge, wie er das Telefon ignoriert und versucht vorzutäuschen, dass die Verbindung nicht funktioniert. Corporal Punishment ist tatsächlich, ich glaube,
Florian Bayer: meine Lieblingsepisode dieser Staffel. Das kann sein, ja. Die ist wirklich toll. Er erschießt die Lieblingstaube von Melchit, die als Brieftaube gekommen ist und wird dann von Melchit vor Gericht gestellt und wir haben wieder eine Gerichtsverhandlung. Und diese Gerichtsverhandlung ist wieder so großartig, weil durch einen dummen Fehler wird ausgerechnet George sein Anwalt und einer seiner Hauptzeugen ist ausgerechnet Baldrick. Baldrick deny everything. Und das Ergebnis ist das Baldrick. Sind Sie Baldrick? Nein, ich bin nicht Baldrick.
Johannes Franke: Es gibt das schöne Zitat von George, der ja dann den Anwalt spielen soll, der dann schon gleich am Anfang sagt, I'm a complete duffer at this sort of thing. In the school debating society was voted, boy least likely the complete coherent ähm, äh, ja, sentence. Yep, yeah, sentence.
Florian Bayer: Er ist auch, Moment, wie war das? Er ruft als Zeugen, ruft der den Erzfeind von Blackadder, Darling in den Zeugenstand. Der eigentlich nur schlechte Sachen dazu sagen kann. Und er ist dann auch total schockiert, dass dieser Darling nur schlechte Sachen zu ihm sagt. Das war nämlich
Johannes Franke: sein großer Trumpf offensichtlich. Und es ist halt auch so, dass er tatsächlich am Ende verurteilt wird, zum Tode verurteilt wird. Er wird zum Tode verurteilt. Und er hat die ganze Zeit aber so eine so eine lakonische und so eine völlig laid-back-Haltung irgendwie. Zum einen glaubt er, glaube ich, die ganze Zeit, dass er doch noch gerettet wird. Und zum anderen ist er einfach, ich glaube, der hat sowieso durch den Krieg mit allem abgeschlossen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das finde ich sehr stark an der Position, an der Figur. Der versteht sich verdammt gut mit dem Execution-Kommando. Die sind auch wirklich nett und die machen Späße mit ihm zusammen. Die kommen da, um ihn erstmal so kennenzulernen und zu gucken, wo können wir denn da hinschießen? Was ist denn das Beste? Und das ist so eine ganz absurde Situation. Das ist eine ganz
Florian Bayer: grandiose Idee, finde ich. Ja. Und dann gibt es auch übrigens einen ganz tollen Cunning-Plan von Baldrick, der ihm aus dem Gefängnis raus helfen will, auszubrechen und zu fliehen und dafür ein paar Sachen ins Gefängnis geschmuggelt hat. Und ich finde es jetzt glaube ich gerade nicht, es sind so total absurde Sachen, die er ins Gefängnis geschmuggelt hat. Es ist wirklich sowas, was er überhaupt nicht gebrauchen kann. Es ist so totaler Mist.
Johannes Franke: Eine Ente, eine Holzente. Aber Baldrick erzählt ihm zu allem, wo es nützlich sein könnte. Es ergibt alles Sinn. Es fehlt halt nur das, womit er wirklich ausbrechen könnte. Ist da eine Pfeile drin? Nein. Ist da eine Säge drin? Nein. Morning Baldrick, still the striking resemblance of to goopy fish at feeding time. Und dann kommen wir
Florian Bayer: zu deiner liebsten Folge. Der Varieté-Abend. Major Star. Mit einer großartigen Chaplin-Impersonation von Baldrick.
Johannes Franke: Oh Gott. Und sehr viel Drag-Humor. Sehr viel Drag-Humor, ja. Ja. Ja, da bin ich mir zum Beispiel nicht so sicher, ob ich das so richtig finde. Das ist halt ein bisschen, ja, Dolle drauf und drüber. Aber. Nur zur Erklärung, George, also die eigentliche Prämisse der Folge ist, dass Blackadder denkt, ah ja, wenn ich jetzt den Unterhaltungsabend für die Truppe organisiere, dann komme ich vielleicht nach London, wo traditionell die beste Show hin eingeladen wird und bin weg von der Front. Zur Unterhaltung der Daheimgebliebenen, ne? Ja. Stellt da was zusammen, es ist alles ganz furchtbar und Baldrick hat diese ganz furchtbare Interpretation von Chaplin, indem er sich einfach so eine Schabe oder was das ist auf die Oberlippe legt. Die Schnecke, ne? Ist es eine Schnecke?
Florian Bayer: Ich weiß es nicht mehr, genau.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Die er schon ewig bei sich hat, dass es sein Schnurrbart.
Johannes Franke: Und dann gibt's halt George, der dann in Frauenkleidung als Georgina. Als Georgina. Und das ist so Standard, ne? Das haben die ja wirklich ganz viel gemacht. Und Blackadder ist auch nicht der größte Chaplin-Fan.
Florian Bayer: Also es wird sehr böse über Chaplin gelästert in dieser Staffel. In dieser Folge. Aber das Highlight der Folge ist die Rückkehr von Bob. Ja, Bob. Stimmt. Bob ist wieder da. Oh mein Gott. Bob ist ein Diener von, es ist ein, es ist der Fahrer von Melchid. Und Bob ist Kate. Und Kate will einfach auch im Krieg dabei sein und wissen, wie das ist und glaubt auch, dass sie gut an der Front sein kann. Und keiner erkennt sie als Frau, außer natürlich Blackadder, weil er der Einzige ist mit ein bisschen Verstand.
Johannes Franke: Im Gegensatz zu seiner ersten Begegnung in der zweiten Staffel mit Bob. Stimmt. Wo er sich erstmal verliebt und erstmal nicht versteht, dass es eine Frau ist. Aber hier, der erste Satz, gleich der erste Satz, den Blackadder zu Bob sagt, ist, du bist doch eine Frau. Was ist denn los? Das kriegt keiner mit,
Florian Bayer: oder was? Und das ist so ein wiederkehrendes Thema in dieser Episode, dass vor allem Melchid das nicht auf die Reihe kriegt, was Frau und Mann und sich Hals über Kopf in Georgina verliebt. Und ihr natürlich dann auch einen Heiratsantrag macht und Georgina kann nicht Nein sagen.
Johannes Franke: Das hat so ein bisschen die Vibes von, manche mögen es heiß. Ja, so ein bisschen, ne? Ja.
Florian Bayer: Das ist halt auch toll, diese Szene dann, wenn sie dann irgendwie Georgina erstmal loswerden und dann nehmen sie Bob als Track-Act und dann sagt Melchid,
Johannes Franke: was soll das? Das ist doch Bob. Das ist ja offensichtlich ein Mann in Frauenkleidern. Völlig absurd. Ja. Also, die Episode gefällt mir schon auch, aber ist tatsächlich nicht meine Lieblings-Episode. muss ich sagen.
Florian Bayer: Es ist die Private Plane wegen dem besten, besten, besten, besten Lord Fleshart als Flieger, der dann auch mit Bob tatsächlich durchbrennt. Das ist nämlich auch so, es wird einmal wirklich komplett auf die dritte Staffel zurückverwiesen, wenn Lord Fleshart wieder auftaucht, der große Flieger, den alle bewundern und der brennt dann aber mit Bob durch, also mit Kate und dann wird Blackadder Pilot, weil er hat auch gehört, so der Job zu 20 Minuten, ne? Das ist so schön.
Johannes Franke: Das ist so schön. Also, sie glauben, dass die 20 Minutes heißen, weil sie nur 20 Minuten am Tag zu tun haben. Leona stellt sich sehr spät raus, dass die nicht 20 Minutes heißen, weil die nur 20 Minuten arbeiten müssen, sondern weil sie nach 20 Minuten schon tot sind alle. Ja, und dann wird er auch abgeschossen, ne?
Florian Bayer: Genau, und er kommt auch in Gefangenschaft und diese Szene ist allein nicht nur wegen Fläschart wahnsinnig gut, sondern auch, weil die Deutschen so richtig schön aufs Korn genommen werden. Also, in dieser Folge wird am stärksten gegen die Deutschen geschossen, auch im wahrsten Sinne des Wortes, wenn nämlich Fläschart Manfred von Richthofen erschießt, den großen deutschen Flieger.
Johannes Franke: Puff! Puff! In Gefangenschaft wird Blackadder gesagt, dass er deutschen Mädels Hauswirtschaft beibringen soll. Und er am Anfang sagt, ich denke gar nicht dran, da irgendwie mit irgendwelchen Upperclass-Leuten rumzuhängen und 20 Minuten am Tag irgendwelchen Mädchen was beizubringen. Moment mal. Vielleicht klingt das gar nicht so schlecht.
Florian Bayer: Ja, aber es ist laut Aussage von seinen, von denen, die ihn gefangen halten, ist es ein schlimmeres Schicksal als der Tod, was ihn da erwartet.
Johannes Franke: Ich finde auch, dass der Rote Baron eine sehr schöne Beschreibung hat. Er sagt, Er ist so begeistert von dem britischen Humor. Schöne Zusammenfassung von englischem Humor. Ja, definitiv. Und das Zitat der Episode, mein Lieblingszitat, wahrscheinlich, George, who is using the family brain cell at the moment? Ja, und dann geht es halt in der nächsten Folge dann in die, in das Finale so ein bisschen schon rein fast. Ja. Weil sie dann im Krankenhaus sind, George ist im Krankenhaus und da scheint es einen Spion zu geben. Und Blackadder soll den Spion finden. Und das finde ich auch eine grandiose Folge. Mit Mr. Smith.
Florian Bayer: Mit einem, ein, ein, ein, ein verwundeter deutscher Soldat, ein verwundeter, ein verwundeter Soldat, der einen doch ziemlich offensichtlichen deutschen Akzent hat. Von Anfang an. Könnte der Spion sein.
Johannes Franke: Könnte der Spion sein. Und Blackadder guckt da einmal drauf und sagt, ja, gib mir ein paar Monate Zeit. Versucht nicht so viel Zeit wie möglich rauszuschlagen. Weiß aber sofort, wer der Spion ist. Und, ähm, das dreht sich aber alles dreimal dann, ne?
Florian Bayer: So. Mr. Smith ist nicht der Spion. Also er ist Spion, aber er ist für die, für die Briten Spion. Und er hat sehr, sehr viel sich mit Deutschland auseinandergesetzt und sein deutscher Akzent ist mittlerweile in Fleisch und Blut
Johannes Franke: übergegangen. Genau. Und dann denkt Blackadder aber, dass die Krankenhausangestellte, also die, ähm, Krankenschwester da, dass sie der Spion ist, die Spionin, hat aber sehr viel mit ihr zu tun. Also die haben sehr viel Sex. Also er genießt die Zeit, in der er da rausfinden soll, wer der Spion ist. Und liefert sie dann aber ab und dann stellt sich raus, ach, ah, nein, sie war es doch nicht. Das war die Gehirnzelle. Das war, ja, genau. George hat immer wieder Briefe nach Hause geschickt und nach Hause ist in diesem Fall Sein Onkel Hermann in München. Sein Onkel Hermann in München. Und erzählt ihm, ah ja, und wir sind hier an der Front sowieso und nächste Woche wollen wir dann da und da hin und dann wollen wir das und das machen. Und Hermann gibt natürlich alles schön weiter.
Florian Bayer: Und dann steht es an, das große Finale, was wirklich nochmal ein krasses Finale, nicht nur für die Staffel, sondern auch für die Serie ist. Für die Serie ist, ja. Goodbye, mit vielen E's. Passenderweise. Bye. Der große Angriff steht bevor und Blackadder versucht, so seine letzten Trümpfe zu ziehen, um dem zu entgehen. Und die erste Idee ist, es verrückt zu spielen. Mit zwei Löffeln in der Nase und einer Unterhose auf dem Kopf. Zwei Pencils, oder? Ja, zwei Stiften, ja. Keine gute Idee, weil das offensichtlich ein Trick ist, den Lord Melchit schon kennen. Ja, der wird überall genüsst. Ja, und dann, ja, dann gehen sie an die Front und es ist einfach krass emotional. Es gibt quasi einen Friedensschluss zwischen Blackadder und seinem Kontrahenten während der gesamten Staffel, weil Darling wird auch zur Front berufen und Darling steht dann genauso zitternd neben Blackadder wie alle anderen. Hat auch keinen Bock, in seinen Tod zu rennen. Und es gibt einen wirklich, also es ist einfach die letzten Minuten dieser Staffel sind total krass, weil sie stehen dann da an der Front und sie reden plötzlich sehr ernst. Und Blackadder hat, ja,
Johannes Franke: so einen menschlichen Moment mit Balltrick. Ja. Also es gibt ein paar kleine Witze, ne, noch so, die auch tatsächlich lustig sind, aber die einfach, wo du, der einfach nur als Katalysator für die Emotionalität dient, ne, wo der Witz es schafft, das Ganze noch emotionaler und noch tragischer zu machen. Ja. Was sowieso ein sehr spannendes Mittel ist. Also Humor als Substitut oder als Katalysator für Tragik. Das ist total spannend, was die Serie innerhalb von ein paar Minuten schafft. Total, ja. Und du plötzlich diesen Ernst und George kommt ja dann auch irgendwie und sagt, der Einzige, der ja immer die ganze Zeit sehr positiv war, ne, und der die ganze Zeit sagte, ach, ist doch ganz lustig hier und ich bin ja eigentlich sehr freiwillig hier und ich dachte, mal erleben, was da so passiert. Und der dann irgendwann kommt und sagt so, ja, ich glaube, ich habe auch langsam so ein bisschen Angst. Und.
Florian Bayer: Und Balltrick dann nochmal sagt, dass er einen Plan hat, aber keinen Cunning Plan, sondern einfach nur einen Plan und. Blackadder sagt, naja, muss warten, aber ich glaube, das kann nicht schlimmer sein als mein Plan von davor. Ja. Und. Und dann die Zeitlupe, ne, wenn sie sich ins Gefecht stürzen. Wir haben, sie springen raus, die, alles schwenkt auf Zeitlupe. Mhm. Wir haben noch einmal die Blackadder-Melodie, auch ganz langsam gespielt, während sie sich in Zeitlupe nach vorne bewegen, in das Feuer der Feinde.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann wird abgeblendet zu einem Blumenfeld. Ja. Und keine Musik mehr,
Johannes Franke: einfach nur noch dieses Blumenfeld. Ja. Das ist eine der Szenen, die auch nach fünfmal gucken noch bedeuten, dass ich einfach Flynn da sitze. Es ist unglaublich gut.
Florian Bayer: Es ist so bewegend. Ja. Und ich liebe es grundsätzlich, wenn Comedy es schafft, zu tragischen Momenten zu wechseln. Und das ist aber schwierig. Also ich liebe es, wenn es gut gemacht ist. Und diese Folge macht das so
Johannes Franke: herzzerbrechend gut. Ja. Die haben das gedreht, ohne Zeitlupe. Das sieht man dem Material auch an, dass es eigentlich nicht Zeitlupe war. Mhm. Und da sind sie auch, die haben es ausgespielt eigentlich. Auch wie sie sterben. Und sie hatten auch überlegt, ob Blackadder tatsächlich noch überlebt. Der ist der Einzige, der nicht getroffen wird und am Ende tatsächlich noch lebt. Aber das haben sie dann weggelassen alles. Es war alles zu plump. Und dann haben sie die Zeitlupe genommen und einfach abgeblendet. Ja. Also auf dieses Kornfeld oder dieses Blumenfeld. Und es ist die beste Entscheidung natürlich. Das ist so krass. Das ist so emotional und es ist so so stark in die Realität geholt, wie das natürlich in keiner der Staffeln vorher war. Also es war alles übertrieben und alles so absurd wie möglich und silly und so. Und jetzt holst du sie, holst du den Zuschauer mit einer Macht und mit einer Kraft in die Realität, dass es dich wirklich einmal so von hinten überwältigt und einfach nicht loslässt. Und das ist so gut gemacht. Das ist ganz beeindruckend. Ja, total. Weswegen auch dieses Thema, wenn wir jetzt darüber reden, welche Staffel für uns, welche Staffeln Reihenfolge wir haben, ist für mich diese Staffel, ganz im Gegensatz zu dem, was sonst so erzählt wird, was so dem von den Fans ist, ist diese Staffel für mich auf Nummer 1. Ich finde es total cool, dass du das sagst, weil mir geht es genauso.
Florian Bayer: Ja? Ja. Ich finde sie, also sie balkt sich mit Staffel 2. Ja, gut. Versuchen wir mal ein Staffel-Ranking. Also sie balkt sich für mich sehr stark mit Staffel 2. Aber, ja, die wechseln tatsächlich den ersten Platz ständig. Ich finde, die Staffel macht sehr vieles richtig, was die dritte Staffel wirklich nicht so gut gemacht hat.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und ich liebe diese Staffel einfach dafür, dass sie diese Themen wieder so, also diese zwei Figuren wieder nach vorne holt. Ja. Dass sie wieder einen Maincast hat, der aus fünf Personen besteht. Mhm. Und ich liebe das emotionale Ende.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich finde tatsächlich, sie ist halt, sie ist halt doch nochmal anders als die drei Staffeln davor, weil sie ein bisschen weniger britisch ist und ein bisschen internationaler. Das kann man auch negativ bewerten. Ich kann mir vorstellen, dass viele von den Black-Eder-Nerds sagen, naja, die ist so ein bisschen, die geht so ein paar mehr Kompromisse ein. Aber das tut der Staffel auch sehr gut, meiner Meinung nach.
Johannes Franke: Kompromisse ist so ein komisches Wort dafür. Ja, viel, ja. Ich finde es gut, ich finde es super so, wie sie es gemacht haben. Und die Figuren, das, was du vor, gesagt hast, dass Darling so ein bisschen der Kontrahent ist, den es sonst in der anderen Staffel nicht gibt, das gibt dem eine Dimension, die einfach fehlt sonst. Ich finde es super, dass das da drin ist. Ja, definitiv. Wie würdest du denn sortieren? Also die vierte Staffel ist deine Liebste. Absolut. Ich finde halt Queenie wirklich großartig, Miranda als Queenie. Das ist halt, ich habe wahrscheinlich einfach eine andere Begründung als du, aber ich finde die einfach allein ihretwegen auf Platz zwei. Und, aber sehr, sehr dicht gefolgt schon von der drei, weil ich das gar nicht so für ein Problem halte, dass die da noch eingekürzt haben und dass sie wirklich sich dann auf Hugh Laurie und Baldrick und Blackadder stürzen. Ich finde das vollkommen in Ordnung für diese Staffel. Also die ist wirklich, ich finde sie ganz toll, weil Hugh Laurie auch das großartig macht. Ja. Ich mag einfach Hugh Laurie in dieser Rolle.
Florian Bayer: Ja. Nee, ist toll in dieser Rolle. Tatsächlich, also nach dem jetzigen Gucken stand jetzt und das ist aber alles sehr eng beieinander. Es ist kein, ich finde keine Staffel schlecht. Ja. Und ich finde auch keine Staffel mittelmäßig. Ich glaube aber tatsächlich, ich finde die erste Staffel noch ein bisschen besser als die dritte. Also meine Reihenfolge wäre tatsächlich 4, 2, 1, 3. Womit ich allen Blackadder-Fans komplett konträr laufe. Und zwar einfach, weil ich an der ersten Staffel sehe, diesen mutschätzte Sitcom-Traditionen aufzubrechen und komplett über den Haufen zu werfen. Und ich finde, die machen das sehr gut mit diesem Budget und so, so ein, es ist, it's a mess. Aber es ist, es hat irgendwie was.
Johannes Franke: Es ist nochmal so was Originelleres. Nein, aber dann gibst du dem, dem ganzen Meerlorbeeren dafür, dass sie die Idee durchziehen, als, ich finde die Umsetzung
Florian Bayer: auch gut. Ich finde die Umsetzung auch gut. Ich mag die Szenen, ich finde dieses, ich mag dreckiges Mittelalter. Ja, okay. Und es ist zwar dreckiges Spätmittelalter, aber trotzdem, das ist eine Ästhetik, die ich sehr mag und das haben sie ziemlich gut getroffen. Ich mag seine Motivation in der ersten Staffel. Ich mag das Konzept der alternativen Geschichtsschreibung, finde ich super cool. Das stimmt, ja. Das sind so alles Sachen, die für mich für die erste Staffel sprechen. Ja. Und ich hatte bei der ersten Staffel auch viele Highlights. Also es gibt auch bei der dritten Staffel, ich finde in jeder Staffel, eigentlich sind es alle extrem gute Staffeln und extrem gute Folgen. Ja. Und deswegen kann ich in jeder Staffel Highlights herausheben und ich kann auch sagen, was ich in jeder Staffel richtig gut finde. Zum Beispiel finde ich in der dritten Staffel, finde ich die Person des Black Adders am stärksten. Ja. Ja, so vom Verhalten.
Johannes Franke: Ja. Also ich finde eigentlich in der vierten Staffel Black Adder am stärksten, weil er da eine ganz klare Motivation hat, die jeder nachvollziehen kann. Ich will nicht sterben. Ja. Was einfach völlig klar ist und was auch viel besser als Motivation ist, als ich will reich werden oder ich will Macht haben, weswegen ich da viel besser andocken kann. Nur das ist natürlich auch fast ein Totschlag-Argument. Also wenn du Krieg als Thema nimmst, hast du sofort die Emotionalität auf deiner Seite und das Überleben und das, das, das, du, 90 Prozent der Zuschauer gucken sofort drauf und sagen, ja natürlich, totaler Scheiß, Krieg. Also, raus da.
Florian Bayer: Das macht es der vierten Staffel auch tatsächlich leichter als den Staffeln davor. Ja. Zumal das eine Serie ist von 1988, ähm, die Menschen werden noch mit, werden in dieser Zeit noch mit, also Menschen, die, keine Ahnung, 30 waren, als sie die Staffel geguckt haben, werden Kontakt zu Leuten gehabt haben, als sie jünger waren, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben. Ja, genau. Das spielt natürlich auch eine Rolle, dass es irgendwie viel näher ist. Ja. Und emotional viel näher, weil die Charaktere viel mehr eben unseren modernen Geflogenheiten entsprechen. Hm. Das stimmt. Und das Setup ist natürlich universeller, einfach, weil, ich habe jetzt nicht so eine krasse Verbindung zur britischen Geschichte, dass ich sagen kann, ach ja, die Regency-Ära, natürlich, die eignet sich perfekt für albernen Humor. Hey, das elisabethanische Zeitalter, natürlich. Also, das ist, da ist tatsächlich so eine kleine kulturelle Barriere. Das stimmt.
Johannes Franke: Aber trotzdem schaffen sie es, ne? Also, sie schaffen es, diese Barriere zu überwinden, ganz vielen, ganz oft. Auf jeden Fall. Natürlich wird einiges hängenbleiben irgendwie auf dem Weg und mich nicht erreichen, weil ich es einfach nicht kenne, aber trotzdem überzeugt mich das. Ich finde, in der vierten Staffel fehlt natürlich so ein bisschen der Kontrast, dass Black Adder einer von uns ist, der mit einem Blick auf die Geschichte schaut, der modern ist. Hm. Weil im Grunde sind sie zu nah an uns dran, als dass wir hier eine Figur brauchen, die eine historische Einsortierung macht. Ja. Während es in den anderen beiden Staffeln davor irgendwie sehr witzig ist, wie Black Adder einfach einen sehr modernen Blick auf alles hat und uns zuzwinkert quasi. Er ist deutlich weniger der Exot in dieser Staffel. Ja. Aber, ja, für mich fällt die erste Staffel wirklich auf den letzten Platz, weil mir der Black Adder fehlt. Ja, weil es einfach ein anderer
Florian Bayer: Black Adder ist. Das kann ich total gut nachvollziehen. Klar, es ist, es ist, die erste Staffel funktioniert einfach anders. In der ersten Staffel übernimmt viel mehr der Balltrick die Rolle des Black Adders. Ja, aber auch nicht stark. Nee, auch nicht stark.
Johannes Franke: Dafür ist er doch zu sehr untergeben nach. Ja. Deswegen. Also ich meine, das Viech hat ja auch ganz tolle Momente, ne, so, aber es ist nicht, es ist nicht das.
Florian Bayer: Machen wir einen großen Zeitsprung. Zehn Jahre. Oh, ja. Von der letzten Staffel, die eben, wie gesagt, es wurde dann nicht weitergeführt. Wahrscheinlich, wir können nur mutmaßen, weil es Spannungen gab und dann einfach von denen allen entschieden wurde, sie wollen nicht weitermachen. Die Staffel ist halt auch so geschrieben wie ein Serienende. Ja, stimmt. Aber wie es halt so ist mit Serien, die irgendwann als Kult gelten und das gilt Black Adder. Also wenn man sich anschaut, auf welchen Top-Listen, die überall gelandet ist, was beste Serien betrifft, gibt es immer irgendwann jemand, der sagt, hey, Nostalgie, Revival und tatsächlich relativ früh sogar in diesem Fall eben. 1999, ne? Wie gesagt, zehn Jahre später. Black Adder, back and forth. Du hast mir geschrieben, das musst du gucken, das gehört dazu, das ist unabdingbar und ich konnte mich nicht trauen, hierher zu kommen, ohne das geguckt zu haben. Sehr gut, Flor. Hast du dafür eine Einführung geschrieben? Ich hab dafür keine Einführung geschrieben, nein. Black Adder, back and forth, das letzte TV-Special. Und das auch eigentlich schon so ein nostalgisches TV-Special ist und es geht um Lord Black Adder, der eine Zeitmaschine gebaut hat. Beziehungsweise hat bauen lassen von Baldrick. Von Baldrick, seinem Diener. Und der hat Leute eingeladen und vor allem den Erzbischof Melchert, Stephen Fry ist wieder da, den Erzdekan Kevin Darling, Tim McEnany, McInnerney, tut mir so leid, Major George, Hugh Laurie und Lady Elizabeth, Miranda Richardson. Und er will ihnen diese Zeitmaschine vorführen, die aber ein riesiges
Johannes Franke: Fake ist. Ja, ja, sie haben einfach nur eine Box zusammengebaut, nach dem Vorbild von Leonardo da Vinci, der irgendwie mal sowas aufgezeichnet hat und Baldrick hat das dann zusammen gebastelt. Und ihr Plan ist eigentlich, sie
Florian Bayer: wollen drunter Sachen hervorholen und dann sagen, das haben wir aus der Vergangenheit, hier einen Helm aus der Römerzeit. Genau.
Johannes Franke: Das ist ihr eigentlicher Plan, aber blöderweise funktioniert die Zeitmaschine auch noch. Baldrick hat aus Versehen wirklich eine Zeitmaschine gebaut und hat aber vergessen, die Zahlen drauf zu malen. Das ist eine Slotmaschine. Diese Slotmaschine. Ding, ding, ding, ding, ding. Eine Cherry, eine Banane und eine was weiß ich. Wir befinden uns in unserer Zeit übrigens, das spielt einfach in der Gegenwart das Ding. 90. Was schön ist, das ist natürlich so dieses Special-Charakter. Es ist alles relativ günstig gemacht. Die sitzen am Essenstisch, reden über die guten alten Zeiten oder was auch immer und reden darüber, was sie noch so vorhaben. Und dann kommt das zustande. Das ist so der Rahmen. Und dann reisen sie erstmal einfach,
Florian Bayer: also Baldrick und Blackadder reisen dann in dieser falschen Zeitmaschine, die eine echte Zeitmaschine ist, zufällig durch die Zeit und landen zuerst mal bei den Dinosauriern. Und das ist wirklich gut gemacht, diese T-Rex-Szene. Absolut. Wo haben sie denn das geklaut? Wo haben sie denn das das Futtertchen, das sieht, ich weiß nicht. Jurassic Park. Ja, ne? Es sieht irgendwie so, es sieht voll danach aus. Ja, ist total gut. Es ist wirklich, wirklich gut gelungen. Sie hatten das bei, in der vierten Staffel, um darauf nochmal zurückzukommen, da haben sie auch schon aus einem anderen Film die Flugzehnen geklaut. Ach so. Also aus irgendeinem Fliegerfilm aus den 60ern oder aus den 50ern haben sie einfach die Szenen übernommen und haben ihren Dialog druntergelegt. Ach so. Nichts gedreht, alles Stock-Footage quasi. Krass, okay. Genau, aber Baldrick tötet dann den T-Rex.
Johannes Franke: Mit seiner Unterhose?
Florian Bayer: Und dann geht es aber auch gleich weiter in Staffel 2. Ja. Zu Lady Elizabeth.
Johannes Franke: Die, ähm, kill him. Also sie reisen dann irgendwie in der Gegend rum und sammeln irgendwelche Artefakte ein und das, was sie vorher auch festgelegt hatten, ne, was sie eigentlich fake holen wollten, holen sie jetzt richtig in der Geschichte.
Florian Bayer: Bei Elizabeth landen sie, die sie mit Minzbonbons milde stimmen, sie will ihn nämlich eigentlich umbringen, aber die Minzbonbons finden sie dann total toll. Dann verprügeln sie Shakespeare, weil
Johannes Franke: ganze Generationen von Schülern Nerven kostet. Und demoralisiert ihn total.
Florian Bayer: Sie kriegen einen kurzen Space-Adventure.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Sie treffen auf Robin Hood. Flechert! Der Beste, der Beste, der Besten. Flechert darf Robin Hood spielen. Und den bringen sie natürlich auch um. Also sie ziehen eigentlich Morden durch die Geschichte und schnappen sich dann Mad Merion. Sie sorgen dafür, dass der Duke of Wellington kurz vor der Schlacht gegen Napoleon durch einen Unfall stirbt, durch ihre Maschine.
Johannes Franke: Ja. Weswegen das dann dazu führt, wenn sie zurückkommen, dass dann sie in eine Gegenwart zurückkommen, die ein bisschen anders aussieht, nämlich sehr französisch. Das ist das Schlimmste, ne?
Florian Bayer: Es ist so, mit allem kommen sie klar, aber dann kommt halt raus, Napoleon wurde nie besiegt und England wird von Franzosen beherrschen. Es gibt Garlik-Garlik-Pudding, also Knoblauch-Pudding und Ballett-Tanz.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es ist so klar, das müssen sie ändern. Und dann fliegen sie im Zeitraffer zurück und machen wieder alles gut. Also das ist eine tatsächliche... Wie lange geht die? Geht die auch eine halbe Stunde? Nee, länger. Ich glaube, das ist länger. Oder? Ich weiß es nicht mehr. Es war nicht... Es war wirklich kurz. Es war 33 Minuten tatsächlich. Ach so. Es ist wieder eine TV-Episode. Es ist TV-Länge. Und dann fixen sie wieder alles und machen wieder alles gut. Okay. Nett. Ja, ich fand's wirklich ganz süß. Ich hab mir mehr erwartet, nachdem du geschrieben hast, dass du mich umbringst, wenn ich's nicht gucke.
Johannes Franke: Nein, aber es gehört zum Kanon dazu. Ich finde, es ist wirklich wichtig. Es ist ein nettes Revival. Ja. Und ich find's wirklich ganz cool. Und ich find auch, dass die Mischung... Also die beiden, Baldrick und Blackadder, einfach in dieser Kiste. Das funktioniert super zusammen. Ja. Und dann reisen die halt durch in der Gegend rum. Und dann macht das und das und das. Und dann ist es irgendwie schnell vorbei. Es ist halt ein Special. Aber es ist irgendwie cool. Es ist schön, die alten Bekannten wiederzusehen.
Florian Bayer: Es ist das, was man erwartet von einem Special, was zehn Jahre später gedreht wurde für eine Kult-Serie. Spannender finde ich tatsächlich das, was nicht gedreht wurde. Das, was nicht gedreht wurde? Was nicht gedreht wurde. Die Serie ist Kult geworden. Und natürlich werden die Schauspieler, Schauspielerinnen, Autoren immer wieder gefragt, gab's da mal was? Kommt da noch was? Und so. Und in den Interviews haben dann manche mal so rausgerückt, man weiß nicht so, was ist Realität? Was ist Fiktion? Aber egal. Es klingt alles großartig. Es gibt ganz viele tolle Ideen. Also es gab den Plan für eine fünfte Serie, die in den 60ern spielt. Mit einer Rockband, die Blackadder 5, mit Bolt Rick als Trummer.
Johannes Franke: Also mit Bindestrich Bolt Rick. Genau. Und der dann aus Versehen JFK umbringt?
Florian Bayer: Ja, genau. Der aus Versehen und Blackadder ist der Bastard von Queen Elizabeth II. Und die Rockband ist halt so 60er Jahre Rockband. Also irgendwie so zwischen Beatles und Stones. Ja. John Lloyd hat vorgeschlagen, also, äh, bläh. Bad Edda. Ich wär's einfach mal in den Raum. Ja. So eine Batman-Parodie, ne? Mit, mit, mit, mit Bolt Rick als Art Robble. Ja.
Johannes Franke: Das ist schon echt doof. Ja. Das ist schon, also es schwirren echt Ideen umher. Und, und es widerspricht sich auch jeder irgendwie über die Jahre. Ron Atkinson hat irgendwann mal gesagt, um Gottes Willen, nie wieder. Dann hat er wieder gesagt, ja, kann ich mir gut vorstellen. Wir reden gerade immer wieder über irgendwas. Und dann wieder, nee, auf gar keinen Fall. Es ist so ein ewiges Hin und Her.
Florian Bayer: Ich glaub, sie schütteln auch immer mal wieder was aus dem Ärmel, wenn sie gefragt werden, weil sie keinen Bock haben. Und dann lassen, sie sind halt Comedians. Sie haben Ideen. Sie lassen sich irgendwas, sie denken sich irgendwas spontan aus und sagen dann, oh ja, wir könnten doch was machen, was während der russischen Revolution spielst. Und The Red Edda heißt. Ja, genau. Wo, ähm, The Red Edda ein Lieutenant bei der, äh, der Geheimpolizei ist. Und dann, und dann passiert die, die Revolution. Und dann muss er aber denselben Job machen wie vorher. Ja, bloß unter anderer Fahne. Genau, mit anderer Farbe. Und jetzt, jetzt bringt er Aristokraten um. Oder Ron Atkinson hat im Interview von 2012 gesagt, hey, es gab doch auch, äh, wie wär's denn, wie wär's, äh, ah nee, das ist echt passiert. Das hab ich leider nicht gesehen. Was denn? Ähm, also, ähm, es gab eine Comedy-Gala 2012.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wo Ron Atkinson als, ähm, als, als, als Blackadder wieder aufgetreten ist. Und Tony Robinson, also Baldrick war auch dabei. Und Blackadder war in diesem Sketch der CEO von Meldshit, Meldshit & Darling. Ja.
Johannes Franke: Einer Bank während der Bankenkrise. Ja. Das, ich glaub, das hab ich irgendwann mal vor Jahren gesehen. Diesmal hab ich, ich hab's jetzt nicht noch mal gefunden. Verdammt. Nee, es gab noch eins, wo, wo einfach nur Stephen Fry noch mal vor kurzem zur, zur Pandemie was gemacht hat. Oh. Der, aber das war nur ganz kurz. Ja. Ganz kurz ist, ähm, hat er sich als Meldshit wieder ausgegeben und hat über Blackadder geredet, der aber nicht aufgetaucht ist. So, aber es war nur ganz kurz. Es war ein bisschen enttäuschend. Mhm. Ähm, aber es, irgendwie ist es immer wieder auf dem Tisch und immer wieder vom Tisch. Das ist ganz seltsam. Ähm, ich find ganz interessant, was Ron Atkinson 2020 mal gesagt hat, im Dezember 2020. Oh, das ist sehr frisch, ja. I don't actually like the process of making anything, with the possible exception of Blackadder. Because of the responsibility for making that series funny was on many shoulders, not just mine. Blackadder represented the creative energy we all had in the 80s. To try to replicate that 30 years later would not be easy.
Florian Bayer: Ja, das stimmt allerdings, das stimmt.
Johannes Franke: Das stimmt, also es ist in seiner Zeit verhaftet so ein bisschen. Die hatten alle ihren Spaß zusammen als Gruppe und das war alles irgendwie so eine ganz besondere Zeit für jeden in seinem Leben. Und das irgendwie dann nochmal hinzukriegen nach 30 Jahren, ich weiß es nicht. Und es waren halt auch wirklich so viele kreative Genies, die daran beteiligt waren, ne?
Florian Bayer: Richard Curtis und Stephen Fry und Tony Robinson und Ron Atkinson und das ist so ein who is who der lustigen Menschen einfach.
Johannes Franke: Ja. Ja. Deswegen schwierig sowas nochmal zu machen und ich weiß nicht, ich hab natürlich großes Interesse daran, aber ich weiß nicht, ob man sich das dann wieder kaputt macht. Dann, aber am Ende, man kann das auch nicht mehr kaputt machen, das steht da einfach für sich als Monolith. Und da jetzt im Nachhinein macht man vielleicht nochmal was, das ist vielleicht nicht so gut und dann, aber du kriegst ja nicht, du kriegst es nicht retrospektiv kaputt gemacht.
Florian Bayer: Das glaube ich nämlich auch nicht. Also wenn sie halt jetzt noch eine fünfte Staffel drehen und sie ist nicht so lustig, so Beat. Ja. Ich finde die, alle drei Specials finde ich auch nicht so besonders, aber die machen mir nicht die Serie kaputt. Genau, ja. Und ich fände es schön, einfach wenn sie nochmal ein bisschen rumspinnen würden und nochmal mit Ideen jonglieren würden. Ja. Ein Grund, der das verhindert ist, offensichtlich Hugh Laurie ist zu teuer geworden.
Johannes Franke: Wurde zumindest mal von, ich glaube von Richard Curtis gesagt. Auch eine ganze Weile her schon. Ja, aber Hugh Laurie, natürlich ist Hugh Laurie teuer geworden, das stimmt, aber ich glaube, Hugh Laurie, wenn der Lust drauf hat, dann macht er das auch, egal wie teuer oder nicht teuer, er macht das. Vielleicht.
Florian Bayer: Ja. Also meine, meine großen vier Takes auf die Serie werden, um das nochmal zu sagen. Ja. Blackadder entwickelt sich ähnlich wie die Hauptfigur. Blackadder wird von Staffel zu Staffel ärmer und die Serie wird auch von Staffel zu Staffel reduzierter. Allerdings ohne, dass sie darunter leidet. Ja. Das ist ganz wichtig. Und die Figur von Blackadder leidet auch nicht darunter, dass sie von Staffel zu Staffel ärmer wird. Ja. Der Blackadder der dritten Staffel ist meine liebste Inkarnation von Blackadder tatsächlich, die Figur. Ja. Und zwar einfach, was ihr Verhalten betrifft und was ihre Art zu reden betrifft. Mhm. Aber die vierte und die zweite Staffel sind einfach am besten. Gerade die vierte Staffel, die macht vieles richtig, was die dritte Staffel verpasst hat. Ich glaube, die dritte Staffel wäre richtig gut, wenn sie das gemacht hätte, was die vierte Staffel gemacht hat. Dass sie Figuren, stärker Figuren wieder nach vorne holt und sagt, wir haben nochmal unseren Fläschert-Auftritt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wir haben nochmal unseren Auftritt von der Elisabeth und wir haben nochmal unseren Auftritt von der Figur und so weiter. Ja. Und das letzte ist, die Specials stinken doch ziemlich ab im Vergleich zur Serie. Ja. Aber die Serie ist wirklich fantastisch und hat ihren Kultstatus komplett verdient. Ja.
Johannes Franke: Ja, übrigens hat Ron Atkinson keinen Bart in der dritten. Ja, stimmt. Und das liegt an seiner Freundin, die den Bart scheußlich fand. Seine Freundin hat ihm das verboten. Wie geil ist das denn? So kann es gehen. Ja, ich bin da sehr nah an dir dran. Ich war total geflasht davon, als ich das gesehen habe das erste Mal vor langer, langer Zeit. Ich finde es großartig. Ich bin so wahnsinnig dankbar für die vierte Staffel, dass die so gemacht haben, wie sie sie gemacht haben. Weil das so nochmal eine Schippe Menschlichkeit draufgelegt und nochmal richtig gut, dass man da reinkommt, emotional reinkommt und nicht nur lustig ist. Aber eben auch extrem lustig. Tolle Sachen. Und die haben ja auch alle wirklich tolle Sachen noch weitergemacht.
Florian Bayer: Ich finde es wundervoll. Eine Serie, die hier in diesem Podcast genau richtig ist, weil es ist wirklich eine Serie, die man sehen sollte. Und es ist eine Serie, die viele wahrscheinlich im deutschsprachigen Raum nicht gesehen haben, weil sie einfach sehr britisch ist. Sehr britisch. Das muss man wissen, wenn man sie guckt. Sehr, sehr britisch.
Johannes Franke: Und britischer Humor ist einfach speziell. Speziell, ja. Was für britische Serien haben es denn hierher geschafft? Ist das, ist das, ist das, ist das, es ist, es ist die, ah, Jinger.
Florian Bayer: Unsere Top 3. Wir sind bei der Top 3 britische Comedy. Du hast gerade Serien gesagt. Wolltest du drei Comedy-Serien aus Großbritannien? Ich habe nämlich keine einzige Serie in meiner Liste. Eben nur Serien. Wow. Okay. Ja, Blor. Ich habe eine Top 3 britisch Comedy gemacht. Und zwar Comedy im allgemeinen Sinne, alles was komödiantisch ist, aus Großbritannien kommt. Ja, okay. Na dann. Und ich habe versucht, die Obvious-Sachen wegzulassen. Weil ich glaube, wir sind uns einig, ja, Monty Python steht auf Platz 1. Egal ob Film oder Serie. Hast du Monty Python auf Platz 1 stehen? Nein. Gut, gut. Hast du sie in der Top 3 stehen?
Johannes Franke: Ich habe keine Top 3 gemacht. Oh nein, du hast deine Top 10 gemacht. Ich habe eine ganz große Liste.
Florian Bayer: Okay. Wie machen wir denn das? Ich habe nämlich tatsächlich nur einen Top 3. Und es sind alles drei Filme. Ja. Und ich habe eine Honorable Mention. Und einmal kurz die Erwähnung, dass Monty Python natürlich Gott sind.
Johannes Franke: Okay. Dann mach du einfach mal deine Top 3. Und ich ratter danach meine Liste an Sachen runter, die man gesehen haben muss. Okay.
Florian Bayer: Meine Honorable Mention. Weil es nicht so schwarzhumorig ist. Aber andere Sachen hatte ich am britischen Humor sehr schätze, ist Vier Hochzeiten und ein Todesfall. Hm. Geschrieben von? Richard Curtis. Genau. Und das Tolle daran ist, ja, es ist nicht so schwarzhumorig, nicht so böse wie das, was man von Monty Python oder Blackadder kennt. Hm. Aber es hat diesen wunderbaren Umgang mit der Verstocktheit der Briten. Ja. Die, wenn die Briten sich über ihre eigene Verstocktheit lustig machen, ist das auch Gold wert. Ja, das stimmt. Und das funktioniert in diesem Film hervorragend. Außerdem ist es einfach eine wunderschöne Liebeskomödie. Hm. Eine der besten Rom-Coms ever. Ever. Okay, Platz 2? Auf Platz 3. Das war meine Honorable Mention. Ach so. Okay. Du musst noch kurz warten. Ich weiß, du brennst darauf, hier Name-Dropping zu machen, aber du musst dich ganz kurz gedulden. Und Platz 3 ist quasi, sind mehrere Filme eigentlich. Und zwar Edgar Wright, der es geschafft hat, den britischen Comedy, britischen Humor ins 21. Jahrhundert zu bringen. Vor allem mit seiner Nogger-Trilogie. Shaun of the Dead, Hot Fuzz und The World's End war der dritte davon. Er hat auch andere Sachen gemacht, aber Hot Fuzz ist meiner Meinung nach der beste von diesen Filmen. Okay. Und er schafft es darin, diesen klassischen britischen düsteren Humor, der sehr viel mit Grausamkeiten spielt, zu kombinieren mit so einem klassischen Spoof-Take. Ja. Der vor allem sich bei Hot Fuzz vor allem amerikanische Actionfilme vornimmt. Ja. Und eine ganz tolle Kombination.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und eine gute Repräsentation von britischer Comedy im 21. Jahrhundert. Okay. Platz 2, ein Klassiker. Ich wollte nicht Monty Python nehmen, aber ich bin nicht um die Pythons rumgekommen. Ein Fisch namens Wanda. Ah. 1988.
Johannes Franke: Sehr schön.
Florian Bayer: Tatsächlich, John Cleese hat das Drehbuch geschrieben, Charles Crichton war Regisseur und John Cleese hat auch noch Michael Pellin mit dazu genommen. Und es ist ein toller Clash of the Cultures zwischen Amerikanern und Briten, weil mit Jamie Lee Curtis und Kevin Klein sind zwei Amerikaner vertreten. Und die stoßen dann in einem wirklich witzigen Heist-Movie mit den Briten zusammen. Und es ist einfach toll, wie Briten und Amerikaner miteinander agieren und sich gegenseitig fertig machen. Großartiger Film. Es gibt auch noch eine Fortsetzung. Nicht wirklich Fortsetzung. Wild Creatures mit demselben Cast. Komplett andere Story, andere Figuren. Auch sehenswert, aber A Fish Called Wanda ist einfach fantastisch. Ja. Und ich bin nicht von den Monty Pythons losgekommen, auch wenn ich es versucht habe. Platz eins. Platz eins ist Jabberwocky von Terry Gilliam, einer der frühen Terry Gilliam-Filme. Genau genommen, Moment. Aus dem Jahr 1977. Und das ist damit auch der erste Film, glaube ich, von Terry Gilliams. Sein erster eigener Film, der nicht mit den Monty Pythons gemacht wurde. Und er hat aber noch ganz viel von dem Monty Python Humor drin. Und er hat das, was ich vorhin schon gesagt habe, was ich sehr mag, dreckiges Mittelalter. Ah, okay. Michael Palin als armer Kerl, der in eine Stadt zieht, um irgendwie zu überleben. Und der die ganze Zeit mit Armut und Dreck konfrontiert ist. Und dann schließlich gegen den gefürchteten Drachen Jepperwocky kämpft und zum großen Helden wird. Aber dann die Königstochter heiraten muss, obwohl er doch in seine Nachbarin eigentlich verliebt ist. Bitterböse, dreckig, eklig und immer so zwischen Comedy und räudigem, nicht Horrorfilm, aber so räudigem Fantasyfilm. Okay. Das wird sehr viel im Dreck gesuhlt. Geil. Superfilm.
Johannes Franke: Den habe ich nämlich gesehen. Also keine Ahnung, solltest du sehen. Superfilm. Jepperwocky.
Florian Bayer: Aber einer der spröderen Terry-Gilliam-Filme, bevor er ein bisschen zahmer wurde.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ja, das ist meine Top 4, Top 3 British Comedy. Okay. Leg los.
Johannes Franke: Ja, ich habe so ein bisschen die Evolution der britischen Comedy in meinem Kopf, was ich so geguckt habe. Also natürlich bei weitem, ich bin kein Brite, ich habe keine Ahnung, ich bin in dieser Zeit nicht aufgewachsen und ich kann diese Evolution natürlich überhaupt nicht nachvollziehen. Aber das, was in meinem Kopf losging, als ich die ersten britischen Comedy-Serien aus dieser Zeit gesehen habe, also eben Blackadder und dann Fawlty Towers natürlich, das ist bei mir so ein, das hat so eine Explosion ausgelöst in meinem Kopf. Das ist, also man würde wohl klassischerweise sagen, dass ich dann so ein britisch Comedy-Nerd geworden bin und das alles so gesuchtet habe. Und die alten Sachen, die ich wirklich wahnsinnig toll fand, war eben zum Beispiel Not the Nine O'Clock News, was eben der Vorgänger, also was vorher von Ron Atkinson und Richard Curtis gemacht wurde. Ähm, und danach, und davor kam noch The Frost Report, da kann ich nicht mehr viel zu sagen, das ist lange her, dass ich das gesehen habe, das war 1966, das ist noch vor Ron Atkinsons, ähm, also das, da hat der sozusagen gelernt quasi, hat sich das angeschaut und ist großer Fan gewesen und hat dann angefangen daraus weiter zu. Wie war denn deine persönliche Evolution, was davon hast du zuerst gesehen? Das ist eine gute Frage, ich glaube, ich habe zuerst A Bit of Fry and Laurie gesehen, was eine ganz tolle britische, ähm, einfach die beiden, Stephen Fry und Hugh Laurie, die einfach, ja, eine Comedy-Show hatten, einfach News und Nonsens zusammengeworfen. Dann habe ich, glaube ich, Not the Nine O'Clock News gesehen, dann The Thin Blue Line, was auch mit, mit Ron Atkinson ist, was sehr empfehlenswert ist, ist einfach Polizeialltag. Das muss man unbedingt gesehen haben, The Thin Blue Line, vielleicht, äh, schreibt es, das musst du auch mitschreiben. Ein klassisches Sitcom. Oder ist das On Location gedreht? Es sieht auf jeden Fall aufwendiger aus, hat mehrere Räume und so und ist mit mehr Kameraperspektiven und sowas. Ah, das ist, okay, wir sind Mitte der 90er bei The Thin Blue Line. Und dann, in den 90ern sind wir natürlich bei Mr. Bean, das ist ganz klar. Mhm. Und haben Jeeves und Wooster, glaube ich, auch übersprungen schon. Jeeves und Wooster ist Stephen Fry und Hugh Laurie im Butler und Angestellten, also Hugh Laurie ist einer, der hat Geld und hat einfach seinen Butler irgendwie für sich. Und der Butler holt den ständig aus irgendwelchen schwierigen Situationen. Im Grunde ist es wie bei, wie bei der dritten Staffel. Hugh Laurie ist doof, aber reich. Und der Butler holt ihn ständig aus irgendwelchen Scheißsituationen aus. Okay, Jeeves und Wooster sagst du. Jeeves und Wooster. Jeeves. J-E-E-V-E-S und W-O-O-S-T-E-R.
Florian Bayer: Okay, also, um uns ganz kurz zeitlich einzuordnen, was Johannes gerade so mir entgegenwirft. Mr. Bean war von 1990 bis 1995, das heißt, ein Jahr nach der letzten Black-Eller-Staffel hat das angefangen. The Thin Blue Line war 1995, 1996 und Jeeves und Wooster ist 1990 bis 1993. Mhm. Und ich habe nichts davon gesehen. Auch Mr. Bean habe ich gesehen, aber Mr. Bean mag ich nicht. Warum magst du Mr. Bean nicht? Das ist mir zu slapstick-lastig und ich finde die Figur Mr. Bean einfach nicht so cool.
Johannes Franke: Okay, verstehe. Dann gab es schon in den 80ern, glaube ich, und ich glaube, das gibt es immer noch in irgendeiner Form. Who's Line is it anyway? Das ist einfach eine Show, wo improvisiert wird. Fernsehshow. Das ist amerikanisch? Das ist amerikanisch? Ja. Oh, okay.
Florian Bayer: Dann... Ah, nee, nee, Moment, Moment. Show originating as a popular British radio program before moving to British television in 1988. Okay, es gibt offensichtlich von 1988 bis 1999 lief das offensichtlich.
Johannes Franke: Und die sind großartig. Was die zusammen improvisiert haben mit irgendwelchen Aufgaben, was in Deutschland auch mal probiert wurde, irgendwie mit einem anderen Namen, aber gleiches Format. Es ist großartig.
Florian Bayer: Impro-Comedy, Impro-Comedy.
Johannes Franke: Das musst du auf jeden Fall, ein paar Folgen musst du davon anschauen. 1998 bis 2007 gab es ein amerikanisches Remake.
Florian Bayer: Ah, okay.
Johannes Franke: Naja, und dann sind wir aber schon wieder in einer neueren Zeit, ne? Dann hättest du dann schon die Ali-G-Show in 2000. Oh, stimmt. An die habe ich gar nicht gedacht. Das ist natürlich auch britisch. Und dann hast du The IT Crowd, ein bisschen später. Und dann jetzt, relativ aktuell, ist halt Fleabag und Dairy Girls.
Florian Bayer: Die IT Crowd ist von 2006 bis 2013. Ich fasse es nicht, dass du da nicht einmal die Office UK noch reingeworfen hast. Wenigstens reingeworfen.
Johannes Franke: Nee. None|Nicht? Also ich finde es gut, aber dazu ist einfach die deutsche Version zu sehr viel besser.
Florian Bayer: Und tatsächlich ist die amerikanische Version auch gut. Tatsächlich ist die Office, ich weiß nicht, ich glaube, ich mache damit die Snobs immer fertig, aber vielleicht ist sogar die Office UK die schwächste von den drei Office-Varianten. Kann vielleicht sein, ich weiß es nicht genau. Okay, und die letzten beiden, die du genannt hast, die ganz neuen, das waren?
Johannes Franke: Dairy Girls. Das ist Nordirland-England-Konflikt. Mhm. Und? Das läuft seit 2018. Mhm.
Florian Bayer: Und das andere, was war das? Fleabag. Und Fleabag, was ja eher schon in die Tragik-Comedy-Richtung geht, ne? Genau, ja. Von 2016 bis 2019. Ah, auch abgedreht. Ja. Okay.
Johannes Franke: Dann haben wir jetzt wirklich einen Rundumschlag von den 60ern bis in unsere Zeit. Ich habe Little Britain ein bisschen ausgelassen, das müsste man eigentlich auch mit reinhauen. War mir manchmal ein bisschen zu crazy, ein bisschen zu krass. Die haben auch so mit Blackfacing und so weiter Probleme gehabt. Oh, 2000 bis 2007. Aber die hatten auch streckenweise sehr gute Sachen. Wow. Ja, da habe ich einmal großen, fühlt euch erschlagen von britischer Comedy. Ich finde es krass, dass du tatsächlich nur Serien genommen hast. Ja, weil das ist mein Ding dann sozusagen. Also das ist neben dem Grund, warum wir diesen Podcast machen mit meinen 50er-Jahre-Tanz-Filmen, ist bei mir halt dieses britische Comedy-Serien-Ding so. Aber das hat halt bis jetzt keinen Platz gefunden hier. Krass.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Lass uns das alles reinschreiben. Ich gebe dir die Liste. Du kannst es ja in die Shownotes reinschreiben. Das sind alles Must-See-Sachen. Ich komme zu euch nach Hause und prüfe, ob ihr das alles geguckt habt. Okay? Ich gebe euch ein paar Wochen Zeit. Also, es gibt viel zu sehen. Packen wir es an. Ja, sehr schön. Dann sind wir aus unserer Top 3 wieder raus. Und du hast tatsächlich Monty Pythons Flying Circus nicht erwähnt? Ist Monty Python bei dir nicht so... Moment mal, warum ist das hier nicht mit drin? Ja, nein, das ist einfach zu gigantisch, zu groß. Also, ich meine, wie du gesagt hast, das ist einfach... Das nimmt man einmal zur Seite, damit man den Rest sehen kann.
Florian Bayer: Das muss man eigentlich so machen, um das noch einmal zu sagen. Natürlich, wenn wir vom britischen Comedy reden, sind die goldenen Jahre 1969 bis 1974 von Monty Pythons Flying Circus, aber auch die Monty Python-Filme danach. Und natürlich ist es direkt daran anschließend zu erwähnen, Forty Towers von 1975 bis 1979. Dann haben wir diese wirklich kleine Lücke. Und dann 1983 schießen wir weiter mit... Achso, nee, es gibt ja keine Lücke. Johannes hat uns ja jetzt gezeigt, dass es gar keine Lücke gibt, weil es eben diese beiden Formate gab. Das News-Ding. Achso, Not the Nine O'Clock News. Not the Nine O'Clock News. Und damit haben wir die Lücke gefüllt. Und wir können von Fawlty Towers über Nine O'Clock News direkt übergehen zu Blackadder, arbeiten uns von Mr. Bean über die 90er vor, bis wir schließlich bei Fleabag gelandet sind und sagen können, Uff, die Briten haben verdammt viel, verdammt gute Comedy gemacht.
Johannes Franke: Ja, genau. Und da habe ich noch gar nicht mit Tommy Cooper angefangen. Googelt einfach mal Tommy Cooper. Ein Zauberer, der auch Comedy machen durfte im Fernsehen.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Okay. Gut, dann schließen wir das jetzt aber an.
Florian Bayer: Ich mag Otto, der Film.
Johannes Franke: Wollen wir jetzt anfangen, eine Otto-Retrofaktive zu machen?
Florian Bayer: Nein, Flora. Also, es ist eine Sache, 400 Minuten Blackadder zu gucken. Es ist eine andere Sache, 400 Minuten Otto zu gucken.
Johannes Franke: Und es sind ja nicht nur 400 Minuten, die du gucken müsstest. Danach fühle ich mich wie Baldrick. Aber Otto, okay, okay, reden wir nicht über Otto. Otto ist cool. Zumindest der eine Otto, der andere dann zwischendurch nicht mehr. Der zwischen ist wie Otto wieder einigermaßen okay. Okay, wir wollen nicht Otto jetzt da reinwerfen. Um Gottes Willen.
Florian Bayer: Wir wollen Otto nicht den britischen Comedians zum Fraß vorwerfen. Wirklich, ich mag ja Otto irgendwie, aber das hat er nicht verdient. Also, ich mag ihn und diesen Kampf, das ist einfach unfair.
Johannes Franke: Ja, okay. Ja, wir können auch Otto nicht als einzelne Person gegen einen riesigen britischen, also so einen Monolith von verschiedenen, der aus allem möglich ist.
Florian Bayer: Ja, aber wer aus der deutschen Comedy-Landschaft soll sonst gegen sie kämpfen?
Johannes Franke: Das wäre doch ein gemächtes Grundsatz. Also, eigentlich ist es tatsächlich Otto und wer könnte noch anstinken? Also, niemand. Weiß ich nicht. Ja, Christoph Maria Herbst ist als Stromberg witzig. Das stimmt. Aber das ist doch trotzdem ein Gemetzel, die werden alle hingerichtet. Ja, ich meine, wir haben da natürlich Herrricht und Preil, wenn du in der alten Zeit bist in der DDR. Ja, das kennst du wahrscheinlich gar nicht. Nope. Ich kenne mich halt dafür in dem Westfernsehen nicht aus in der Zeit. Ja, was haben wir denn da?
Florian Bayer: Wir haben Ketchup und die, die Haller vorn, die verlieren alle so kläglich. Ja.
Johannes Franke: Selbst die, die irgendwie überdurchschnittlich sind, wenn du, das ist ein Gemetze. Also, wenn ihr anderer Meinung seid, wenn ihr irgendjemanden ausgraben könnt, der dagegen anstinken kann, den wir jetzt gerade nicht auf dem Schirm haben, dann schreibt uns auf jeden Fall. Weil ich finde das spannend. Ich finde gerade die Frage wirklich spannend, wie sich das entwickelt hat bei uns im Gegensatz zu Großbritannien und was wir für Größen hatten. Loriot. Wir hatten auf jeden Fall Loriot und Loriot kann auf jeden Fall anstinken.
Florian Bayer: Das ist ein komplett anderer Humor, aber Loriot ist definitiv konkurrenzfähig. Und Loriot hat übrigens auch das ähnliche Phänomen wie Blackadder und auch andere Serien. Über Loriot lachen Deutsche natürlich weitaus mehr als Briten und Amerikaner. Bei Loriot ist es wahrscheinlich sogar noch krasser. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Amerikaner Loriot guckt und darüber herzhaft lacht. Das stelle ich mir gerade irgendwie schwierig vor.
Johannes Franke: Das stimmt, ja. Er ist sehr deutscher, also Satire auf sehr deutsches Zeug. Und das ist halt wirklich, wenn du den Kulturkreis nicht hast und nicht verstehst, wie schlimm das ist. Und auch die Briten, ich weiß nicht, ob die Loriot so witzig finden würden. Ja, nee, irgendwie nicht. Obwohl die Briten kulturell schon näher dran sind. Dieses Stiffness irgendwie verstehen, dieses.
Florian Bayer: Loriot hat ja auch diese Awkwardness, mit der er spielt. Und diese schrecklichen Momente, die wehtun und gleichzeitig witzig sind. Wäre interessant. Also man müsste tatsächlich mal eine Fallstudie machen und mal so ein paar Menschen, die mit britischer Comedy sozialisiert sind und deutsche Comedy überhaupt nicht kennen, denen mal Loriot vorspielen und einfach mal schauen, was das Ergebnis ist. Wow, das wäre spannend. Ja. Vielleicht haben sie das. Cunning Plan. Machen wir eine Studie.
Johannes Franke: Wer weiß, vielleicht gibt es das ja auch von damals. Also vielleicht gab es das damals tatsächlich. Man müsste mal gucken, ob Loriot in irgendeiner Form international rezipiert wurde.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Spannend.
Florian Bayer: Helge Schneider. Helge Schneider ist noch. Das ist auch sehr speziell, aber Helge Schneider ist auf jeden Fall. Ich glaube, viele Menschen, die über Blackadder lachen, würden auch über Helge Schneider lachen.
Johannes Franke: Ist das die Amazon-Vorschlag? Wer Blackadder lustig fand, fand auch. Ja, wollen wir dann kurz wieder zurück in unsere, dass wir, haben wir ein Fazit für Blackadder? Das haben wir eigentlich schon gemacht. Ich habe meine vier Punkte, die ich unbedingt loswerden wollte, genannt.
Florian Bayer: Aber ich wollte dir nochmal danken, dass du mich dazu gebracht hast, einmal Blackadder so abzuschließen. So Completionist-mäßig Binge zu watchen und zu sagen, so, jetzt habe ich das alles gesehen. Auch die Specials, die ein bisschen weniger gut waren und das war einfach toll. Es war, also es war viel Binge-Watching letzte Woche, aber es hat sich auch absolut gelohnt. Ich habe viel gelacht, ich habe mich viel gefreut. Schön.
Johannes Franke: Es war ein Erlebnis. Schön, das freut mich. Vielen Dank, Flor. Ja. Du hast ja jetzt, ne, ich habe dir jetzt eine Liste gegeben, was du noch so gucken kannst, ne. Not the Nine O'Clock News und The Thin Blue Line und so, ne. Mr. Bean darfst du gerne überspringen, wenn du schon weißt, dass es nicht deins ist. Aber es gibt sehr viele schöne Sachen, die noch zu entdecken sind. A Bit of Fry and Laurie ist großartig. Solche Sachen. Okay, sehr gut. Und wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche drankommt. Dann bleibt noch kurz dran, damit wir euch das noch um die Ohren hauen können. Ja, schön. Flor, vielen Dank, dass du es gemacht hast.
Florian Bayer: Ja, ebenso. Danke, dass du mir das aufgegeben hast. Und nächste Woche gebe ich dir einen richtigen Klassiker. Oh. Wenn ihr wissen wollt, welchen, bleibt dran.
Johannes Franke: So, Plur, dann erzähl mal. Hast du dir was überlegt? Ja. Einen Klassiker, habe ich ja schon gesagt. Ja.
Florian Bayer: Und wir sind ja schon viel in der Filmgeschichte rumgesprungen. Aber eine Periode der Filmgeschichte haben wir noch gar nicht so groß behandelt. Und da würde ich gerne hingehen, weil es auch gar nicht so sehr um die filmische Bewegung geht, die dahinter steht. Sondern vor allem um den Film selbst, den ich ganz toll finde und der einfach tatsächlich zu meinen Lieblingsfilmen gehört. Ganz banal. Okay, 60er Jahre Porno. Fast. Ganz andere Richtung. Okay. Wir sind kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. 40er Jahre. Ende 40er Jahre Italien. Das ist meine Zeit. Ja. Aber nicht meine Gegend. Aber nicht dein Genre, glaube ich. Okay. Drama. Menschliches Drama, humanistisches Drama, Sozialdrama. Gab es das in den 40ern? Da gab es doch nur Komödien. Da gab es vor allem den italienischen Neorealismus. Und die haben gesagt, Schluss mit den Komödien, Schluss mit Hollywood. Wir wollen ernsthafte Stoffe direkt aus dem Leben. Okay. Und Peak Neorealismus ist der Film Fahrraddiebe. Latri, die Bicyclette von Vittorio De Sica. Kenne ich tatsächlich gar nicht. Italien 1948, ganz großartiges, bewegendes Drama. Ich bin sehr gespannt, wie du ihn finden wirst.
Johannes Franke: Neorealismus klingt eigentlich wie ein Gemälde, also eine Stilrichtung in der Malerei.
Florian Bayer: Das ist eine filmische Stilrichtung. Und ich bin gar nicht so der große Fan dieser Stilrichtung, aber ich bin ein großer Fan dieses Films. Und das ist tatsächlich ein Film, der immer wieder von der Kritik nach oben geholt wird, wenn es darum geht, den besten Film aller Zeiten zu finden. Ach so, so gut. Also zumindest so beliebt bei dem Feuilleton.
Johannes Franke: Und ich bin sehr gespannt, was du davon halten wirst.
Florian Bayer: Wow.
Johannes Franke: Jetzt bin ich auch gespannt. Okay. Ja, cool. Ja, sehr schön. Dann sehen wir mal wieder einen alten Film. Sehr gut. Cool. Machen wir. Na dann. Bis nächste Woche. Vielen Dank. Bis dann. Ciao. Ciao. None|Ciao. None|Ciao.
