Episode 65: This is Spinal Tap
Spinal Tap, das sind David, Nigel, Derek, Viv und Mick. Bestimmt nicht die beste oder erfolgreiche Hardrock- und Heavy Metal Band der frühen 80er Jahre, aber eine Gruppe, die sich nicht unterkriegen lässt und trotz so mancher Misserfolge weiter Platten aufnimmt, weiter tourt, und weiter um ihren Platz in den Annalen der Musikgeschichte kämpft.
Wir schreiben das Jahr 1984 als der Dokumentarfilmer Marty sie bei ihrer aktuellen Tour und den Aufnahmen zu ihrem neuesten Album begleitet. Mittlerweile wissen wir natürlich, dass der dabei entstandene Film keine Dokumentation ist sondern eine bissige Satire auf Künstlertum und Musikbusiness. Nichts desto trotz hat der Film This is Spinal Tap einen gewaltigen Impact hinterlassen: Von Roger Ebert damals als witzigster Film des Jahre bezeichnet, bis heute Kultfilm vieler 80er Musikliebhaber, natürlich in der Liste der 1000 Filme, die man vor dem Tod gesehen haben sollte… und nicht zuletzt verantwortlich für eine fiktive aber doch ziemlich beständige Band, die bis zum heutigen Tage tourt und Platten veröffentlicht.
Johannes… mir fällt keine gescheite Frage ein. Also diesmal ganz platt und direkt: Hattest du denn Spaß?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 65: This is Spinal Tap Publishing Date: 2022-03-30T16:08:38+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/03/30/episode-65-this-is-spinal-tap/
Florian Bayer: Oh, stimmt, das könnte natürlich sein, so Industrial Rock. Genau. Oh, das ist hart. Oh, das wird auch ein schlechtes Album.
Johannes Franke: Halper, halper!
Florian Bayer: Nein, ich dachte nicht so an Eurodance, sondern eher sowas. Sie versuchen so Industrial Rock zu machen. Das haben auch viele Metalbands gemacht in den 90ern.
Johannes Franke: This is Spinal Tap from Hell.
Florian Bayer: Herzlich willkommen.
Johannes Franke: Das ist doch viel zu laut. Oh my God.
Florian Bayer: Ah, Plor, wie geht's dir nach dieser Woche mit Spinal Tap? Wunderbar. Es macht immer wieder Spaß, diesen Film zu gucken. Ich bin immer wieder glücklich. Und noch glücklicher bin ich darüber, dass du den Film geguckt hast, wie du gerade zugegeben hast, wirklich ohne zu wissen, was auf dich zukommt.
Johannes Franke: Du hast ja vorher wirklich mich darauf eingeschworen quasi. Ich musste die Hand heben und die Hymne singen und aufs Buch schwören.
Florian Bayer: Also die Wahrheit ist ja tatsächlich, wenn man diesen Film guckt, man kommt nach den ersten Minuten dahinter, dass es sich um ein Mockumentary handelt. Aber es ist trotzdem, dieser Moment ist, glaube ich, einfach total schön. Ich habe diesen Moment damals leider verpasst. Als ich den Film zum ersten Mal geguckt habe, wusste ich, dass es eine Komödie ist und dass es ein Mockumentary ist. Oh nein. Was ich total schade finde, weil er, darüber reden wir gleich, wenn wir in den Film reingehen, weil ich finde, er ist so subtil, dass es, man kommt gleich drauf, aber es ist trotzdem, der Humor ist gut versteckt drin. Und ich hoffe, du hast ihn trotzdem entdecken können, auch wenn du nicht so einen großen Hard-Rock-Heavy-Metal-Background hast.
Johannes Franke: Ach, ich habe ihn mehr als du denkst vielleicht. Oh, da bin ich sehr gespannt auf persönliche Geschichten. Ach, naja, so viel gibt es jetzt auch nicht. Aber es ist, ich habe ein Herz dafür. Johannes war mal in einer Metal-Band.
Florian Bayer: Nein, da haben wir uns The Originals. Nein, The Regulars haben wir uns dann genannt. Okay, ihr habt es sicher schon mitgekriegt, ich habe Johannes für diese Woche den Film This Is Spinal Tap aufgegeben aus dem Jahr 1984.
Johannes Franke: Was uns unser Konzept, vielleicht ganz kurz für die, die das erste Mal einschalten. Jede Woche gibt der eine dem anderen einen Film auf, den er mag, in der Hoffnung, dass er den Horizont des anderen erweitert. Auch vielleicht mit der Maßgabe, dass der andere unter Umständen den Film sonst nicht gucken würde. Wenn ich ihn nicht sagen würde, du musst ihn jetzt gucken, würdest du ihn nicht gucken, weil er nicht in dein Genre fällt oder in deine Weltsicht. So, um es mal ganz groß zu formulieren.
Florian Bayer: Und tatsächlich bei diesem Film ist es auch noch mal, finde ich es ganz gut, weil es ist ein Film, der in Deutschland nicht so groß rezipiert wurde. Ich weiß gar nicht, ob es eine synchronisierte Version davon gab. Keine Ahnung, weiß ich nicht. Ich glaube, irgendwo habe ich was gelesen mit einem total albernen Titel, den es irgendwann mal in Deutschland gab. Es gab ihn irgendwo mal bestimmt auf Kassette oder so, aber ich glaube, es ist kein Film, den man jetzt in Deutsch kaufen kann oder so. Es ist tatsächlich eher ein amerikanischer Film und es ist halt auch ein Film, den man, selbst wenn er synchronisiert wäre, müsste man im Originalton gucken. In Amerika hat er aber Kultstatus tatsächlich oder im englischsprachigen Raum ganz allgemein und unter Hardrock und Heavy Metal Fans erst recht.
Johannes Franke: Ich habe mal irgendwas gelesen von einem Titel, aber irgendwo im skandinavischen Raum. Hilfe, ich bin im Musikbusiness oder sowas hieß der dort.
Florian Bayer: Und zwar als Reminiscenz. Nee, warte mal, wie war das noch mal mit dieser Reise in den verrückten Flugzeug? Ja, irgendwas. Mit der verknoteten Gitarre dann als Bild?
Johannes Franke: Ja, irgendwas in der Richtung. Ich weiß es aber auch nicht mehr genau.
Florian Bayer: Ich glaube, der Film funktioniert am besten, wenn man ihn rezipiert, zumindest in den ersten Sekunden als Dokumentarfilm und dann feststellt, Ah, da steckt was anderes dahinter. Und was, das werden wir jetzt herausfinden. Sehr schön. Flor, erzähl uns doch mal, worum es geht so grob und dann können wir einsteigen. Spinal Tap. Das sind David, Nigel, Derek, Viv und Mick. Bestimmt nicht die beste oder erfolgreichste Hardrock und Heavy Metal Band der frühen 80er Jahre, aber eine Gruppe, die sich nicht unterkriegen lässt und trotz so mancher Misserfolge weiter Platten aufnimmt, weiter tourt und weiter um ihren Platz in den Annalen der Musikgeschichte kämpft. Wir schreiben das Jahr 1984, als der Dokumentarfilm Mati sie bei ihrer aktuellen Tour und den Aufnahmen zu ihrem neuesten Album begleitet. Okay, mittlerweile wissen wir natürlich, dass der dabei entstandene Film keine Dokumentation ist, sondern eine bissige Satire auf Künstlertum und Musikbusiness. Nichtsdestotrotz hat This Is Spinal Tap einen gewaltigen Impact hinterlassen. Von Roger Ebert, damals als witzigster Film des Jahres bezeichnet, bis heute Kultfilm vieler 80er Jahre Musikliebhaber, natürlich in der Liste der 1000 Filme, die man vor dem Tod gesehen haben sollte und nicht zuletzt verantwortlich für eine fiktive, aber doch ziemlich beständige Band, die bis zum heutigen Tage tourt und Platten veröffentlicht. Johannes, mir fällt keine gescheite Frage ein. Also diesmal ganz platt und direkt. Hattest du denn Spaß? Ja. Okay, danke fürs Zuhören. Ich wünsche noch einen wunderschönen. Bis nächste Woche. Es ist doch ganz gut, mal so was herzerfrischend Simples, einfach nur spaßiges, unterhaltsames zu gucken, oder?
Johannes Franke: Das Geile ist, das ist ja gleich am Anfang, sitzen die da und haben dieses Main-Interview, was dann immer wieder eingeschaltet wird, wo sie da im Halbkreis sitzen. Und das allererste Interview ist schon so wahnsinnig witzig. Du bist nur am Kichern, wie sie darüber reden, wie sie den Namen von The Originals und dann gab es aber eine andere Band.
Florian Bayer: Gehen wir das mal ganz kurz durch, weil das ist so toll. Das ist unglaublich. Also sie haben sich The Originals genannt und mussten dann ihren Namen ändern, weil naja, es gab in The East End eine andere Band, die auch The Originals hieß und dann haben sie sich einen neuen Namen gegeben, The New Originals. Und dann haben die sich aber in The Regulars umbenannt und dann war der alte Name wieder frei. Ja, dann haben sie überlegt, naja, wir könnten uns nochmal The Originals nennen, aber what's the point? Und dann wurden sie, the Thames man.
Johannes Franke: Das ist so bescheuert. Und die machen das in so einer unglaublich guten Ernsthaftigkeit durch. Es ist so großartig. Ja. Man hat sehr, sehr viel Spaß dabei. Und dann haben sie auch so viel Spaß dabei, die Ursprünge von denen als die Beatles und als diese ganzen 60er, 50er, 60er Jahre Sachen. Das ist so geil, diese Band,
Florian Bayer: die immer den Trends hinterher rennen. Sie sind zuerst so diese klassische Beatband, so in Anzügen und mit diesen Bobfrisuren, die sie die Beatles hatten. Und dann 60er, harter Cut und auf einmal sind sie als die Thames man, machen sie so 10 Minuten Hippie-Hübenden. Ja, das ist The Flower People oder so. Was überhaupt nichts mit dem zu tun hat.
Johannes Franke: Love The Flower People oder so. Und das ist unglaublich. Jedes Mal, wenn Musik erscheint, er schaltet, hast du das Gefühl, es ist original, es ist gute Musik irgendwie für das Genre, was sie da haben. Ich find's ganz beeindruckend, ehrlich gesagt. Ich find's sogar die Rockmusik, die sie machen, diese Glamrock-Sache, fände ich, würde ich sogar hören. Ich find's irgendwie nicht. Würdest du das hören? Ja. Ist das dein Genre? Nein, aber es ist was, wenn ich Lust auf Glamrock habe, dann sind da solche Sachen. Natürlich.
Florian Bayer: Sie haben's geschafft. Also natürlich haben sie so, sie machen Witze drüber, weil es ist wirklich so teilweise sehr generischer Glam-Hardrock, den sie spielen. Aber die beiden Typen, die die Hauptrollen spielen, also Nigel und David, die haben ja tatsächlich zusammen Musik gemacht.
Johannes Franke: Ja, und das sind echt, das sind legit Musiker. Das ist unglaublich. Man sieht den das auch total an, nicht nur in den Szenen, wo sie dann auf der Bühne stehen und spielen, sondern auch zwischendurch, wenn die irgendwie mit irgendwas rumspielen, mit den Fingern sich irgendwie beschäftigen, wie Musiker das ganz viel machen oder einfach eine Gitarre die ganze Zeit so bearbeiten, während sie sich einfach über was anderes unterhalten. Es ist unglaublich. Das ist wirklich sehr, sehr, sehr nah an der Realität.
Florian Bayer: In den 60ern haben die schon angefangen, Musik zusammen zu machen, die beiden Hauptdarsteller. Ah, geil, ja. Und dann haben sie mit Harry Shearer und Rob Reiner, der später der Regisseur des Films ist, plus diese Rolle des Marty übernimmt, haben sie einen TV-Piloten gespielt und zwar für eine Comedy-Show. Mhm. Die einfach nur der TV-Show hielt und das war so halt verschiedene Episoden, wie Fernsehen parodiert wird und sie haben dann gesagt, hey, wir machen eine Parodie auf eine Rockband und nennen die Spinal Tap und ...
Johannes Franke: War das dieses 20-minütige Ding, was sie da hatten? Genau, genau. Dass sie für 10.000 Dollar machen sollten und dann haben sie das irgendwie ... Und davon sind ja auch Sachen dann in dem Film gelandet, ne?
Florian Bayer: Ja, sie haben improvisiert, die haben einfach immer weitergemacht und ihre Karakere haben sich weiterentwickelt und dann haben sie irgendwann gesagt, okay, das ist so viel, wir müssen daraus einen Film machen, und das muss ein Film sein. Und dann hat Rob Reiner irgendwie so ein bisschen Geld zusammengesammelt und hat halt angefangen, das Drehbuch zu schreiben, wobei sie relativ schnell festgestellt haben, dass das eigentlich am besten ist, wenn sie einfach improvisieren, dass sie das am besten können. Sie sind wirklich halt nicht nur Musiker, sondern auch Comedians. Und dann wurde unglaublich viel gedreht, ne?
Johannes Franke: Ja, die 100 Stunden Material und dann irgendwie das zusammen zu cutten, ist halt echt hart. Die haben drei Editoren verschlissen, die Leute im Schnitt gebraucht,
Florian Bayer: um das Zeug zusammen zu kürzen. Und dieses Improvisierte, das zieht sich natürlich durch den Film. Also ich finde, es ist wirklich ein Muster, Beispiel für eine gelungene Mockumentary, weil sie es schaffen, einfach so diese Alltagsaufnahmen zu haben. Und es gibt ganz viele Sachen, wo wenig Humor ist, ganz viele Sachen, wo Humor so versteckt passiert. Und natürlich gibt es diese total albernen Sachen, die dazwischen sind. Aber es gibt auch so einfache, kleine, lustige Momente. Zum Beispiel, wenn sie Backstage sind und dann auf die Bühne sollen und dann verlaufen sie sich. Und dann folgt die Kamera ihnen einfach, wie sie durch diese Gänge irren, auf dem Weg, auf der Suche nach der Bühne. Und draußen sind die Fans und sind schon ganz ungeduldig. Und es gibt so viele Geschichten von Leuten, die es tatsächlich erlebt haben, wie sie sowas wirklich haben. Genau, es ist einfach das, was es gibt. Es gibt eine Aufnahme davon. Es gibt diese, es gibt eine Musikdokumentation, wo genau das, davon Bilder zu sehen sind.
Johannes Franke: Wo das in Deutschland passiert ist. Ja. Wer war das? Ich weiß nicht mehr genau, den Namen des Musikers. Aber der war irgendwie, dann ist der runter in den ersten, ins erste Geschoss. Da war aber dann nichts. Und dann sind die in das zweite, war auch nichts. Und dann hat sich herausgestellt, die Bühne ist im dritten Geschoss von diesem Ding. Irgendwie haben sie echt nichts gefunden. Und ich kenne das von meinen Auftritten. Ganz ehrlich, es gibt manchmal Backstage, die sind sehr weit weg von der Bühne und du weißt nicht mehr, oh Gott, wie ging es denn hier lang jetzt? Wenn ich an meine Zeit in der komischen Oper denke, die komische Oper hat ja, und ich war da mehr oder weniger Statist, das heißt, ich war noch weiter weg als alle anderen. Und dann da irgendwie durch, durch Gänge und dort und dort und allein die Volksbühne ist ja auch so ein Labyrinth. Und du musst da irgendwie durchkommen. Und manchmal, wenn du da nur einmal hinkommst und da einmal zu spielen und dann weiterzureisen, du verläufst dich gnadenlos. Ja. Und das ist so geil, weil das so nah dran ist. Und es gab auch echt Leute, die den Film gesehen haben, damals als er rauskam und danach zu Rob Ryder gegangen sind und gesagt haben, ganz tolle Doku, aber vielleicht hättest du eine Band nehmen sollen, die vielleicht ein bisschen bekannter ist. Und dann denkt sich dann, okay, es gibt Leute, die wirklich geglaubt haben,
Florian Bayer: es ist eine echte Doku. Es wird wohl berichtet, dass, ich weiß nicht, wie viel wahr daran ist, dass das Liam und Noel Gallagher von Oasis da waren und einer von beiden war dann total enttäuscht, dass er von seinem Bruder erfahren musste, dass das eine Komödie ist. Und wie gesagt, Liam und Noel Gallagher, das heißt, wir sind irgendwie so 10, 15 Jahre nach dem, dieser Film gedreht wurde. Aber er hat auch wirklich diese Liebe für den Realismus, für diese kleinen Geschichten, die nicht so krass, so radikal stattgefunden haben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber jede Rockband, die irgendwie versucht zu provozieren, kennt das, dass sie Ärger hat wegen ihren Plattencovern. Ja. Die Scorpions zum Beispiel hatten ein ganz schreckliches Plattencover irgendwie in den 80er Jahren. Das hieß, Moment, Virgin Killer. Und das ist ein Plattencover, wo wirklich ein junges Mädchen darauf ist, 10 Jahre alt, nackt. Was? Und an ihren Genitalien ist dann so ein Riss in der Platte. Okay. Und das wurde, glaube ich, das wurde indiziert. Also es gab das Originalcover und das wurde dann, glaube ich, das wurde dann gewechselt, weil das total geschmacklos war. Okay, krass. Also das ist, laut Rudolf Schenker, dem Kopf von den Scorpions, hatte nicht die Band, sondern die Plattenfirma die Idee zu dem Cover.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und Virgin Killer. Und sie meinten, wir haben gar nicht daran gedacht, wir hatten an Jungfrauentöter, an die Zeit gedacht. Das ist der Jungfrauentöter. Ah, okay. Und, ähm, naja, und es wurde entsprechend von der Öffentlichkeit ziemlich, ziemlich, ziemlich schlecht auf dieses Cover reagiert. Ja, okay. Also man, ich empfehle jetzt nicht, sich das anzugucken, weil es wirklich, es ist einfach nur voll geschmacklos. Also es ist noch nicht mal, noch nicht mal die Tatsache, dass wir hier ein nacktes Mädchen haben. Man sieht auch ihre Brüste, was 10 ist, glaube ich. Okay. Sondern, ähm, es ist auch einfach so geschmacklos. Und also es gibt das offensichtlich.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und das Album, man kann kurz gucken, das war 1976, also es war acht Jahre vor diesem Film. Und in diesem Film haben wir ja auch so ein Cover und zwar Smell the Cluff, ihr neues Album.
Johannes Franke: Smell the Cluff, das ist so was. Das ist überhaupt, was die sich an Titeln ausgedacht haben. Das ist unglaublich geil. Und die Musik, was sie für Liedtexte haben,
Florian Bayer: ganz kurz, Smell the Cluff. Es ist so, okay, kurz, bevor ich zu Smell the Cluff komme, es ist so großartig, wenn der, ähm, der, der emotionale Liedgitarrist der Band, Nigel, auf dem Klavier so ein ganz romantisches Liedspiel. Und der richtig so sagt, äh, Alter, ich wusste gar nicht, dass du so was Schönes spielen kannst. Wie heißt es denn? Na Moment, er referiert erst mal auf Mozart und auf Beethoven, was völliger Blödsinn ist. Und er sagt, er ist ganz viel inspiriert von klassischer Musik und man hat so das Gefühl, hey, da ist jemand, der was, was dahinter, der was wirkliches, wirklich was Romantisches spielen will und das ist, der soll da eigentlich so was spielen, schöne romantische Lieder. Wer heißt das Lied denn? Und das heißt, Lick My Love Pump.
Johannes Franke: Es ist aber auch zwischendurch ein bisschen platt als Humor. Aber es ist so geil. Aber es funktioniert einfach. Und es ist vor allem auch so, so gut delivered, dass du hast ein perfektes Timing da drin.
Florian Bayer: Und er hat das auch so mit vollem Ernst sagt. Er hat dieses Stück gespielt, er ist ein großer Künstler, er hat jetzt, er kann richtig gute Songs schreiben. Wie heißt das Stück? Lick My Love Pump. Das Cover. Sie machen, ihr neues Album heißt Smile The Clough und soll ein Cover haben. Und eigentlich war ihr Plan, dass da eine Frau ist, die in einem Geschirr ist,
Johannes Franke: in einem Hundegeschirr. Ja, und dann hat sie irgendwie jemand an der Leine irgendwie hat sie dann. Und dann gibt es die Faust, die vor ihr ist.
Florian Bayer: Und dann sagt der Ian, der Bandmanager noch, als sie drüber diskutieren, der Bandmanager diskutiert ständig mit der Plattenfirma. Und er diskutiert mit ihnen und sagt, und warum sie das nicht nehmen können, und sagt, you should have seen the cover they wanted to do. It wasn't the Clough, believe me.
Johannes Franke: Und es ist so geil. Und ich liebe es, dass Fran Drescher dabei ist, die ja später die Nanny gespielt hat. Das ist die Nanny. Das ist die Frau in dem Film. Ja. Und Fran Drescher, ich liebe sie. Sie ist eine ganz großartige Frau. Eine ganz tolle Schauspielerin und auch irgendwie privat. Ich fand sie immer in Interviews irgendwie wirklich cool. Ach krass, das ist komplett an mir vorbeigegangen. Echt, das hast du nicht erkannt? Wie geil ist das denn? Ja, die ist großartig. Ja. Und die spielt das so gut. Und auch dieses fassungslose Gesicht, was sie vor sich erdrückt. Das ist total offensiv. Was macht ihr hier? Was könnt ihr mal... Wacht auf. Hallo? In Sexes. What is wrong with sexy? Ja, genau.
Florian Bayer: Sex ist... Ist... Das ist so geil. Das ist sowieso schön. Also wie... Es ist... Also dafür, dass der Film aus dem Jahr 1984 ist, thematisiert er tatsächlich relativ gut den Sexismus und auch den Rassismus in dieser Szene.
Johannes Franke: Und das finde ich sehr bemerkenswert, weil wir 2020 noch darüber reden, und noch irgendwie Aufklärungsarbeit leisten müssten und die damals wirklich auf eine sehr gute Art und Weise sowas alles schon auf den Tisch gebracht haben. Auf eine witzige Art,
Florian Bayer: ohne die sexistischen Stereotype zu reproduzieren. Total gut. Sie fragen dann die Band, ey, ist euch schon mal aufgefallen, dass ihr nur von Jungs gehört werdet? Ja. Woran könnte das denn liegen? Keine Ahnung. Und dann sagt der eine, ja, es ist diese Kraft, die wir haben. Ich glaube, Frauen ertragen das nicht. Das ist einfach zu viel für sie. Das ist so dämlich. Und am Schluss des Films dann nochmal die Frage, ey, ihr werdet nur von einem weißen Publikum gehört. Ist euch das schon mal aufgefallen? Wo sie dann auch so ein bisschen sitzen, so an ihren Nägen knabbern und sagen, ey, wir sind nicht rassistisch. Wir wissen auch nicht, woran das liegen könnte. Es ist wirklich schön, so diese, es ist erstaunlich für 1984, dass die das so schaffen, ohne dass sie in irgendwelche komischen Fallen laufen.
Johannes Franke: Ja, aber also sehr reflektierter Film. Wirklich ganz toll. Und das alles ja auf Improvisationen basiert, bedeutet ja auch, dass nicht nur der Regisseur oder der Drehbuchautor sich so irgendwie, heute würde man woke sagen, aber so Gedanken gemacht hat. Ja. Sondern dass es inherent in den Schauspielern drin ist, dass die es schaffen, on the spot so ein Gag zu produzieren, dass das keine, keine lang überlegte, verkopfte Sache ist, sondern wirklich aus denen heraus kommt dieser, diese wirklich sehr intelligente Gag über, über Rassismus und über Sexismus und so. Das ist ganz toll.
Florian Bayer: Ihr merkt schon, diese Folge wird wahrscheinlich vor allem eine Wiedergabe von Witzen sein. Ja, ja. Das hänge ich nochmal ganz kurz in das Interview ein. wo der Regisseur ihnen Musikreviews vorliest. The musical growth rate of this band cannot even be charted. They are treating water in a sea of retarded sexuality and bad poetry. Und die Antwort von Nigel, naja, that's nitpicking, isn't it? Das ist so geil. Noch schöner, die, die, die, die, die eine Review nur aus einem Wort. Shark Sandwich. Shit Sandwich.
Johannes Franke: Okay, das, das sind so Gags, da muss man dabei gewesen sein. Das sind solche Sachen, wo man, wo man den Film natürlich gesehen haben muss. Aber, ähm, wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt, macht kurz Pause, schaut euch den Film an und dann könnt ihr noch
Florian Bayer: ein bisschen mit Spaß haben, weil es ist so großartig. Er dauert auch gar nicht so lange, ne?
Johannes Franke: Er guckt sich auch schnell weg, er ist wirklich kurzweilig auf. Und es gibt so viele schöne Situationen, auf die man alle, eigentlich alle einmal nachherzigen will, weil man so Spaß daran hat. Allein wie sie auf der Bühne einer nach dem anderen aus so einem Ei aussteigen und das letzte Ei geht nicht ordentlich auf und die versuchen das dann irgendwie noch aufzubrechen auf der Bühne während der Live-Show.
Florian Bayer: Oder Stonehenge und so. Oh, Stonehenge ist der Klassiker. Stonehenge ist wahrscheinlich auch die berühmteste Szene des Films. Bist du ganz kurz, was passiert, was läuft schief?
Johannes Franke: Das ist so großartig. Die haben so eine geniale Idee am Tisch nach irgendeiner Show und er nimmt sich eine Serviette und malt irgendwas auf und ist total begeistert davon und macht da irgendwie, schreibt sogar Maße dran, 18 Inch und meint aber wahrscheinlich 18 Foot und gibt das aber weiter dann an irgendeine Designerin, die das machen soll, der Chef der Band, also der Manager. Und da kommt ein viel zu kleines Teil an von Stonehenge, was sie eigentlich als eindrucksvolles, riesiges Bühnenbild da haben wollten. Und dann sind alle entsetzt. Also erstmal vor allem der Manager, der aber dann seinen Bandmitgliedern nicht sagt, was schiefgelaufen ist, sondern während der Live-Show dann irgendwann auf Cue, auf Stichwort, kommt dieses viel zu kleine Modell
Florian Bayer: da von der Decke runter. Die Kameraperspektive ist so geil in diesem Moment, weil wir sehen das so von unten nach oben gefilmt und man sieht es an der Decke und es wirkt noch monumental und fruchtig und während es runterkommt, sieht man dann so langsam, dass es so groß ist wie eine Actionfigur. Und diese schockierten Blicke von ihnen und auch diese genervten Blicke von ihnen, als sie sehen, wie dieses vollkommenes, lungenes Set-Stück langsam runtergelassen wird. Oh Gott.
Johannes Franke: Aber dann kommt der einzige nicht so richtig Walker-Moment, wo die zwei Kleinwüchsige um das Ding drumherum, also sie haben sich als Zwerge verkleidet. Sie haben sich als Zwerge verkleidet, genau. Oh, das ist natürlich nicht, naja, ist nicht geil.
Florian Bayer: Ja, aber das ist halt auch so 80er-Style, ne, dieser 80er-Rock-Stil. Ich finde tatsächlich, um nochmal ganz kurz auf so subtilere Witze einzugehen, es gibt einen ganz großartigen Kleinwitz, wo sich Nigel Backstage total über das Brot aufregt, das zu klein ist. Oh, das ist so großartig. Es gibt diese lange Szenen, wo er dann sagt, ey, ich kann das nicht knicken und ich kann das nicht und der macht ihn echt fertig.
Johannes Franke: Guckt er dieses Brot an, es ist viel zu klein. Dazu ist das hier, da kommt da die Salami drauf und das ist, das geht nicht. Wo soll ich denn da, das hängt da überall drüber. Und es regt sich echt lange über das Catering auf. Ja. Was auch echt nicht weit weg ist von manchen Künstlern, die man so kennt.
Florian Bayer: Ja. Ist das unglaublich? Und das Tolle ist, dass das da so konterkariert ist, weil der richtige Gag findet dann durch den Schnitt statt. Man sieht sie auf der Bühne spielen und sie singen einen Song namens Hellhole und singen irgendwie, wie sie in der Hölle sind oder das ist die Hölle für uns. Einfach dieser krasse Kontrast, dass er davor so Backstage sich als Diva aufgeregt hat über dieses kleine Brot und dann steht er auf der Bühne und singt, wir leben in der Hölle, das ist alles schrecklich.
Johannes Franke: Vor allem dieser Kontrast zwischen diesem machtvollen, großen boah, ich bin der große Künstler und dann im Backstage Mimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimimim Eine der schönsten Szenen finde ich allerdings, wie er den Verstärker vorstellt. It goes up to 11. 11. Achso, sonst geht's nur bis 10. Ja, ja, und der geht bis 11. Okay, aber man könnte doch dann, also ich meine, dann könnte man doch auf 9 gehen und dann 10 ist dann der Zusatz. Nein, nein, es geht bis 11.
Florian Bayer: Es ist 11. IMDb hat darauf sehr schön reagiert. Bei IMDb, bei dem Ranking von diesem Film ist es möglich, 11 Punkte zu vergeben.
Johannes Franke: Es ist nicht möglich, leider, aber sie haben einen weiteren Stern hinzugefügt. Man kann also 11 sehen, wo man sonst nur 10 vergeben kann. Es ist so geil, weil er einfach, er ist echt beschränkt genug, dass er nicht versteht, dass das Maximum also ist. It's one louder. Was?
Florian Bayer: Es ist natürlich auch so klassischer Mockumentary-Humor, wenn du Realität darstellst und einfach Leute zeigst, die nicht selbst reflektiert sind, diesen Reflexionsgrad nicht schaffen, um zu verstehen, dass sie sich gerade komplett zum Horst machen. Und das machen sie ständig. Sie sind ständig unterwegs und laufen in irgendwelche Situationen, wo sie sich einfach total dämlich verhalten. Es gibt diesen Moment, wo sie im Hotel sind, dann treffen sie auf Duke Fame, den Sänger von Duke Fame and the Fame Fowers. Und sie, offensichtlich war er irgendwann mal Opener für sie. Und sie sind total, und er hat's geschafft. Also er hat Fans, die Begegnung findet so statt, dass da zwei weibliche Fans stehen. Und dann sagt Nigel oder David sagt, ah, da kommen schon wieder unsere Groupies. Und dann laufen die einfach an ihnen vorbei, zu diesem Duke Fame.
Johannes Franke: Und es ist auch schön, weil die fast schon so einen Fan-Moment ihm gegenüber haben. Genau, sie biedern sich total an. Sie biedern sich so dermaßen an, und sobald er weg ist, fangen sie an zu lästern. Ja, sie haben nie an ihn geglaubt. Ah, überhaupt nicht begabter Musiker. Schrecklich.
Florian Bayer: Der Film ist voll solcher tollen Momente. Und dann hat sie ja auch diese Traktik-Komponente. Dann wird ihr Geek gecancelt. Und sie haben früher vor 10.000 Zuschauern gespielt. Plötzlich spielen sie vor 1.500 Zuschauern. Und es geht auch immer noch ein Stück weiter runter, wie wir feststellen werden.
Johannes Franke: Und das Süße ist natürlich, dass der Manager versucht, das runterzuspielen. Der Regisseur, der ja immer wieder im Bild ist und immer wieder Fragen stellt im Interview mit dem Manager. Ja, also jetzt, früher waren das ja Hallen, wo so 10.000 Leute reingepasst haben. Jetzt sind das so Räume, wo so 1.500 Leute reinpassen. Bedeutet das, dass der Ruhm der Band ein bisschen nachlässt? Und der versucht echt, durch geschicktes, aber eher ungeschicktes Framing das irgendwie besser darzustellen.
Florian Bayer: Und das ist echt süß. Das macht er ja auch mit dem Plattencover. Sie diskutieren, wie gesagt, es gibt Smell the Clough, wird nicht akzeptiert von der Plattenfirma. Und deswegen, weil es keine Alternative gibt, machen sie einfach ein schwarzes Cover, komplett schwarz. Und dann gibt es dieses Schönreden, damit das ja voll das coole Schwarz ist, in das man blickt. Es geht eigentlich nicht schwärzer. Das ist so düster.
Johannes Franke: Und der versucht das, also ich finde, der Schauspieler ist auch wirklich sehr gut. Da gibt es eine traurige Geschichte dazu. Der war nämlich am Tag, bevor die Dreharbeiten angefangen haben, hatte der einen Moment, wo der sich eigentlich umbringen wollte. Der hat echt einen Versuch, wirklich einen Selbstmordversuch gehabt, den Abend davor. Ja, Tony Hendra. In seiner Biografie geschrieben. Und er schiebt einen großen Teil, dass er noch lebt, darauf, dass er diesen Film gemacht hat. Weil die Erfahrung am Set so großartig war, dass er so einen großen Schub aus seiner Depression rausbekommen hat, dass er es geschafft hat, da wieder rauszukommen. Ach cool. Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Ja, es ist ja tatsächlich, also es ist ein Film, den man sieht und man kann sich vorstellen, dass die Beteiligten alle unglaublich viel Spaß dabei hatten. Es wirkt einfach wie so ein Spaß.
Johannes Franke: Ich finde, dass die alle unglaublich viel Liebe vor allem für ihre Figuren haben. Ja. Und das macht, glaube ich, eines der wichtigsten Argumente aus, warum dieser Film überhaupt so viel Lust macht, dazu zu gucken. Weil du einfach siehst, wie mit wie viel Liebe die an diese Figuren rangehen. Ich finde das großartig. Ganz, ganz, ganz toll.
Florian Bayer: Ja, weil sie machen sich natürlich lustig über ihre Figuren, aber man merkt, sie haben auch, es gibt diese, es ist auch durchaus eine Tragikomödie. Es ist natürlich vor allem eine Komödie, aber es gibt einfach diese, es gibt immer schöne, tragische Fallhöhnen. Ja. Weil es ist ja wirklich traurig. Ich meine, das ist eine Band, die einen One-Hit-Wonder hatten, im besten Fall, wenn überhaupt. Es gibt diese eine wirklich traurige Szene, wo sie im Hotelzimmer sitzen, dann wird das im Radio gespielt und sie freuen sich noch so. Hey, wir sind Oldies, da ist unser Oldie. Und dann wird halt danach der DJ, Moment, wie heißt es beim Radio, der Jockey? Nein, einfach der Moderator. Der Moderator sagt dann, ja, und die Band fällt übrigens auch in die Kategorie, was ist eigentlich mit denen, man hört nichts mehr von ihnen. Ja. Und dann sind sie so ziemlich frustriert und traurig.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil das ist ihre Realität, die sind halt immer den Trends hinterhergelaufen und jetzt sind sie halt irgendwie so eine Hardrock-Band aus der zweiten Reihe, von denen es ganz viele gibt in der Zeit. Oder der dritten Reihe vielleicht sogar. Oder sogar eher dritte Reihe, ja. Und sie versuchen, es irgendwie schönzureden, sie versuchen es irgendwie zu schaffen. Sie haben auch ihre Hardcore-Fans, die am Anfang interviewt werden, die wirklich zu ihnen halten. Ja. Aber da ist nicht mehr viel. Ja. Und es geht eher stetig bergab. Bis dann die Japan-Tour vielleicht noch kommt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Was tatsächlich auch so ein Stable in Rock-History ist, dass Bands, die in Europa und Amerika keinen Erfolg mehr haben, Big in Japan ist echt ein Ding. Ja. Und kann dich dann durch den Rest deines Lebens führen.
Johannes Franke: Ja. Das ist total übel. Also ich finde es total ... Also ich meine, es ist natürlich schön. Es freut sich natürlich, dass du Fans hast. Aber dass das so ein Stable geworden ist, ist natürlich auch so ein bisschen tragisch fast.
Florian Bayer: Ja, es ist komisch. Also natürlich ist es cool, weil die Japaner dann teilweise so wirklich total krass abgehen auf einige Bands. Mhm. Und gerade so Metal aus Europa. Und ich glaube, das ist so ein Exotismus-Ding, ne? Ja, ja, ja. Aus der anderen Ecke.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Da kommen die verrückten Norweger, die wie Wikinger gekleidet sind. Genau. Und die alle riesig sind und lange blonde Haare und große Bärte haben. Ja. Geil. Ja. Was ist denn das? Das ist total exotisch. Lass uns das mal reinziehen.
Johannes Franke: Mensch, das macht ja voll Spaß. Ja. Was ich dem Film sehr zugutehalten möchte, ist, dass tatsächlich Leute einfach gedacht haben, das ist eine Dokumentation. Weil das bedeutet, dass der Film es irgendwie schafft, diese Waage zu halten zwischen Realität und der Fiktion, die es ja eigentlich erzählt, durchzuschlüpfen. Und das finde ich bemerkenswert, weil Rob Reiner ja vorher nicht viel gemacht hat. Das ist ja sein Debüt-Langfilm, oder? Das ist tatsächlich sein Debüt-Langfilm. Krass. Ja.
Florian Bayer: Und das finde ich wirklich krass. Und Rob Reiner, es ist so ein Name, der ist eine Konstante in Hollywood. Der hat so viele Filme gedreht. Und auch, vor allem Rob Reiner hat eine Fähigkeit, Filme zu drehen, die ein großes Publikum ansprechen, im Sinne auch von ein breites Publikum. Seine Filme werden gemocht von Filmliebhabern genauso wie von, das sind einfach Dauerbrenner. Also sowas wie Harry und Sally hat er gemacht. Und sowas wie Eine Frage der Ehre. Das sind einfach Filme, wo man weiß, die sprechen unglaublich viele Menschen an. Ja. Ja, und das scheint schon so durch in diesem Film, so mit den einfachen Mitteln, mit denen er gemacht ist, auch so improvisiert. Er hat einfach ein Auge dafür, was gut funktioniert im Film. Ja. Was wichtig ist, was Spaß macht und was Emotionen auslöst. Das ist kein Denker. Also Rob Reiner hat nie die großen Denker-Filme gemacht, sondern einfach unterhaltsame Filme, die... Hast du ein paar Beispiele? Stand by Me. Ein wunderschöner Film. The Princess Bride. Ja. An Harry und Sally.
Johannes Franke: Übrigens, wie dieser Film auch ausgewählt wurde, als kulturell signifikant und deswegen in so eine Library, eine amerikanische Library aufgenommen wurde von Filmen, die irgendwie kulturell signifikant genug sind, dass sie...
Florian Bayer: Gehört auch tatsächlich zu den Filmen, die in Amerika deutlich stärker rezipiert wurden als hier bei uns. Ja. Ich muss ja sagen, das Buch ist viel besser als der Film. Ja, ja, ja. Also bei Princess Bride bis jetzt. Und das Hörbuch mit gelesen von, jetzt kannst du es mir bestimmt sagen, Bela B. und... Jochen Malmsheimer. Ja, das ist eines der... Ich würde sagen, das ist mein liebstes Hörbuch. Ich bin gar nicht so ein großer Hörbuch-Fan, aber das dürfte wahrscheinlich mein liebstes Hörbuch sein. Und das Hörbuch ist besser als das Buch.
Johannes Franke: Es macht mehr Spaß, dieses Buch zu hören, als zu lesen. Das stimmt, weil gerade Jochen Malmsheimer hat so eine tolle Erzählstimme. Und Bela B. ist nicht wirklich gut, aber irgendwie ist er einem ja trotzdem ans Herz gewachsen. Es passt auch einfach. Ja.
Florian Bayer: Und ja genau, und The Princess Bride ist auch ein sehr süßes Herangehen an Fantastereien, an fantastische Erzählungen, die so eine Meta-Ebene haben. Harry und Sally dürfte wahrscheinlich Rob Reyners bekanntester Film sein, die große Rom-Com Ende der 80er Jahre.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber er hat auch sowas gemacht wie Eine Frage der Ehre, einer der bekanntesten Gerichtsfilme, wahrscheinlich der 90er, wo... Sie wollen die Wahrheit, Sie können die Wahrheit doch gar nicht ertragen, Jack Nicholson. Ja. Heute hauen wir nur Zitate raus. Heute unterhalten wir uns nur in Memes und Zitaten.
Johannes Franke: Übrigens, Harry und Sally ist Billy Crystal, ne? Ja. Billy Crystal. Und Billy Crystal kommt auch in diesem Film vor. Ja, ganz kleine Rolle. Ganz klein als Meme. Und das finde ich auch, ich habe so flach gelegen, allein die Idee zu haben, auf einer Party noch so ein Meme zu haben. So ein Pantomimen, der einfach pantomimisches Essen anbietet. Und da hält er sich auch noch mit dem anderen Meme darüber, welche Routinen die da haben, um das... Nein, das musst du anders machen. Das ist so besser. Das ist so geil.
Florian Bayer: Ach ja, dieses Business. Alles verrückt. Bevor wir zu viele Memes rausschleudern. Ja. Es gibt ja eine Handlung und tatsächlich... Also es gibt am Schluss kondensiert dann doch das Ganze. Es versucht so ein bisschen Dramaturgie zu machen. Ja. Was tatsächlich eher die schwächeren Momente des Films sind. Ja. Es gibt diese Janine, die Freundin von David, die an Astronologie glaubt und deswegen Tierbilder für alle zeichnet. Die vor allem bei Nigel nicht so auf Gegenliebe stößen, weil Janine ist einfach die Yoko Ono so ein bisschen dieser Gruppe. Genau. An die habe ich auch die ganze Zeit gedacht. Obwohl man ja Yoko Ono sehr unrecht tut. Genau. Die Yoko Ono, wie sie viel zu viel rezipiert wurde. Yoko Ono war nicht schon. John Lennon war es. Ja. Um das nochmal stark zu machen. Und dann nach dem Stonehenge-Fiasko beschließen sie sich von Ian zu trennen. Auch weil Janine das mit anstößt. Weil sie die ganze Zeit sagt, ey, du machst das alles falsch und ich könnte das viel besser. Und dann macht David seine Freundin zur Bandmanagerin. Und sie hat auch einen ganz tollen Tourplan für die Leute zusammengestellt, wo alles stimmt mit Saturn ist im dritten Haus.
Johannes Franke: Das ist ganz toll. Übrigens, diese Figur der Janine wurde dann eingeführt von der Produktionsfirma. Ja, weil sie ein bisschen mehr Handlung wollten. Die haben nämlich Angst gehabt, dass es wirklich völlig plotfrei von dann geht. Ja. Und dann ist natürlich irgendwie gar nichts mehr. Aber es wirkt schon reingepfropft. Es wirkt so ein bisschen reingepfropft.
Florian Bayer: Und es ist auch, ja, es ist einfach, wir brauchen diese Handlung nicht zwingend. Wir brauchen nicht so ein krasses Drama. Das tut mir fast so ein bisschen leid, dass das noch da passiert. Weil eigentlich ist dieses kleine Drama, das in den Situationen passiert, weil davor ist der Film nur Situation. Ja. Wie es halt ist, wenn jemand eine Band begleitet. Wir sehen, wie sie sich auf die Tour vorbereiten. Wir sehen, wie sie Backstage sind und auf der Bühne und es gibt ein paar Interviews und Interviews mit Fans und so weiter. Das reicht, weil wir lernen so viel über diese Band kennen. Und ich finde die Rolle der Janine auch toll. Ich finde es super, dass sie drin ist. Ja. Aber dass sie dann Managerin wird, sorgt für tolle, witzige Momente. Aber ja, es ist ein bisschen zu viel Story vielleicht. Auch dieses Verwürfnis dann zwischen Nigel und David, was dann stattfindet, ist natürlich total süß. Weil das sind ewig lange Freunde und dann verwerfen sie sich und das ist auch wirklich traurig dann.
Johannes Franke: Und ich finde aber auch, dass sie dann nicht zu sehr drauf gehauen haben. Weil die Gefahr besteht natürlich, dass er ein riesiges Fass aufmacht. Aber er kommt ja dann irgendwann zu Proben wieder. Beziehungsweise nicht zur Probe, sondern zu einem Auftritt. Und wird einfach gefragt, willst du angucken, willst du die Show anschauen? Weil er ja ausgestiegen ist kurz vorher. Und dann steht er Backstage, guckt auf die Bühne. Total süß. Diese Wiedervereinigung. Er singt da so ein bisschen so mit. Und hat wieder voll Spaß und denkt, ja scheiße, warum bin ich nicht auf der Bühne? Wahrscheinlich, also in seinen Augen. Und dann aber auch der Typ auf der Bühne, der sein bester Freund eigentlich ist, guckt dann rüber und sagt dann irgendwann, ach komm, komm doch, komm auf die Bühne. Komm, mach mit. Und dann sind sie wieder zusammen, ist alles gut. Und es ist keine große Wiedervereinigungsszene im Sinne von, sie liegen sich weinend in den Armen und haben irgendwie sich ausgesprochen oder sowas. Nee, es geht stumm vonstatten, ach komm doch mit auf die Bühne und gut ist.
Florian Bayer: Was ich tatsächlich mag an dieser, wenn sie sich verstreiten, dass wir ein bisschen was über das dritte wichtige Bandmitglied lernen, über diesen Derek, der immer so ein bisschen im Hintergrund ist. Und das ist auch tatsächlich jemand, der will mit dem ganzen künstlerischen, mit dem ganzen künstlerischen Schaffen nichts zu tun haben. Er will einfach Musik machen. Ja. Und dann redet er so ein bisschen und sagt so, naja, die sind die Visionäre und die sind so die beiden Poeten und die zoffen sich immer. Und my role in the band is to be kind of in the middle of that. Kind of like lukewarm water. Und der ist so sympathisch in diesen Momenten, weil er ihn macht es auch wirklich fertig, aber er will weiter die Musik machen, weil er will einfach nur auf der Bühne stehen und Spaß haben. Und er hat ja auch einen Song geschrieben, den spielen sie dann, weil sie haben das Problem, dass ganz viele Songs können sie nicht spielen, weil die von Nigel sind. Und Derek hat in den 60ern einen Song geschrieben, eine Free-Jazz-Impro-Hippie-Psychedelic-Nummer. Das ist so großartig.
Johannes Franke: Und dann spielen sie das. Auf dem Festival, wo so schon kaum Leute da sind, spielen die das dann. Und das ist so geil. Dann setzen die sich alle so hin und warten und denken sich, okay, müssen wir den Song jetzt abwarten oder wie ist das? Und dann fangen sie an zu buhen und zu gehen. Und es ist so traurig. Und ich fand die Musik ganz geil.
Florian Bayer: Ich tatsächlich auch. Also ich bin aber auch, ich hab so ein wirkliches Herz für diesen 60er-Psychedelic, der total ausrastet. So Entschuldigung für das 30-minütige Saxophon-Solo. Ja, genau. Das ist einfach so mit uns mitgegangen, durchgegangen. So was, ja, ich mag das total. Und ich mag diesen Derek so, weil es gibt wenige Momente von ihm. Und er ist einfach der, der sich so ruhig zurückhält und die Dieben so ein bisschen machen lässt. Aber für den das, glaube ich, unglaublich wichtig ist, ist, dass sie zusammen in dieser Band sind und dass sie diese Musik machen, diesen Spaß haben. Es gibt diesen tollen Dialog zwischen ihm und David, wo sie das reflektieren, dass die Leute sie ausgebucht haben. Und dann meint Derek, I mean, people should be inviting us, you know? Und dann sagt David, I envy us. Und Derek, yeah, I do, me too. Das ist so süß, wo man merkt, dass diese Band wirklich, also gerade für Derek auch wirklich was bedeutet, weil es ist für ihre Familie. Und für David und Deichel natürlich auch. Also das ist das, was sie machen seit viel zu langer Zeit. Und das würde Derek gerne ewig weitermachen. Im Gegensatz zu den Drummers, die immer nur sehr kurzlebig sind.
Johannes Franke: Und das müssen wir auch einmal, also die Sätzen, das wird ja von Anfang an einmal so. Schon im ersten Interview wird darüber geredet, dass der eine ist halt irgendwie gestorben durch, weiß ich nicht genau, der andere ist irgendwie explodiert, spontan. Einer ist an der Kotze erstickt. Ah ja. Nicht an seiner. Nicht an seiner eigenen. Und man fragt sich, oh Gott, erzählen die jetzt genauer an welcher Kotze und wie und äh.
Florian Bayer: Aber glücklicherweise sparen sie das ein bisschen aus. Die Drummer sind total verflucht in dieser Band. Und sie interviewen dann ja auch den Drummer und fragen ihn, ob er Angst hat deswegen. Er sagt, naja.
Johannes Franke: Das kann ja nicht auch nochmal passieren. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass das schon wieder passiert. Und als sie dann auf die Japan-Tour gehen, haben sie einen neuen Drummer.
Florian Bayer: Es wird so schön gezeigt, wie es passiert. Es wird so ganz kurz dieser Moment gezeigt, wo sie dann nochmal auf der Bühne sind. Und da gibt es irgendwie diesen elektrischen Schlag im Hintergrund. Genau. Schnitt, neuer Drummer. Sie haben 37 Bandmitglieder hatten sie. Sagen sie irgendwann mal so im Dialog so, oh Mann, diese Band hatte 37 Mitglieder. Das sind viele. Oh Gott. Aber Nigel und David und offensichtlich auch Derek sind so sehr stabile Mitglieder. Und das sind auch die drei, die im Mittelpunkt stehen. Also den Keyboarder und den Drummer, den lernen wir nicht so wirklich kennen.
Johannes Franke: Aber was ich sehr schön finde ist, auch der Moment, wo der eine die Band verlassen hat, nicht Nigel. Wer, wer, oder, wer, wie heißen die?
Florian Bayer: Nigel verlässt die Band. Nigel, David, David ist der mit der Freunde.
Johannes Franke: Und David wird dann interviewt und gefragt, und ist das jetzt schlimm und großes Drama und so. Und er versucht dann irgendwie, sich das schönzureden und zu sagen, nee, wir hatten ja irgendwie 37 Leute über der Zeit, vermisse ich, den habe ich nicht alle so vermisst. Was soll's, warum sollte ich ihn dann so vermissen? Und versucht es klein für sich zu reden. Aber er spielt das so schön, dass man die ganze Zeit weiß, oh Gott, das ist schrecklich.
Florian Bayer: Das ist so, man merkt einfach, die sind beste Freunde. Und es kommt natürlich zugute, dass die beiden Schauspieler offensichtlich auch beste Freunde sind. Also die haben lange zusammen Musik gemacht, die haben zusammen Comedy gemacht, die verstehen sich auch. Und diese Chemie zwischen ihnen, die merkt man auch in dem Film.
Johannes Franke: Absolut. Das ist wirklich super. Das ist so schön. Und ich habe die ganze Zeit gedacht, woher kenne ich den? Woher kenne ich den Schauspieler von David? Woher kenne ich den? Und dann ist mir aufgefallen, von Breaking Bad Spin-Off Dingens. Better Call Saul. Better Call Saul. Ich hätte ihn auf den Teufel nicht erkannt.
Florian Bayer: Niemals. Das musste ich nachlesen. Michael McKean. Das ist unglaublich. Er spielt in Better Call Saul den großen Bruder von Saul.
Johannes Franke: Und der macht das sehr, sehr, sehr, sehr gut und sehr eindrucksvoll und spielt jemanden, der, naja, auch im Oberstübchen nicht mehr ganz da ist. Der wirklich, also so verschwörungstheoretisch.
Florian Bayer: Ja, er hat Angst, dass er allergisch auf Elektrowellen reagieren könnte. Und dann wohnt er in dem Haus komplett ohne Elektrizität und hat alles isoliert mit Alufolie tatsächlich.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Und er ist ein super Schauspieler. Und jedes Mal, wenn irgendjemand zu Besuch kommt, müssen die alle ihre Handys abgeben und alles irgendwie wegsperren und so.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist eine krasse Figur. Ja. Und er spielt das sehr, sehr, sehr gut.
Florian Bayer: Ja, er spielt das richtig gut. Gerade in den ersten Staffeln, also wir dürfen jetzt nicht zu viel spoilern von der Serie Better Call Saul, aber gerade in den ersten Staffeln ist er ein ganz wichtiger Kontrapunkt zu diesem exzentrischen, extrovertierten Saul. Ja. Und auch ganz wichtig für die Konflikte, die Saul auszustehen hat, weil er halt doch ein ganz wesentlicher Punkt in Sauls Leben ist. Ja. Und Michael McKean ist einfach ein großer Schauspieler, der das locker stemmt. Ja.
Johannes Franke: Und deswegen war ich auch so ein bisschen irritiert die ganze Zeit, als ich ihn gesehen habe. Und ich konnte nicht einsortieren, woher ich ihn kannte. Ja. Aber es war so präsent und es war so völlig anders präsent. Also die Figur war völlig anders, die ich im Kopf hatte von ihm, sodass ich ganz lange nicht überein gekriegt habe, dass der jetzt sowas spielt. Ich hätte ihn nie erkannt in diesem Film.
Florian Bayer: Ich finde, er sieht so ein bisschen aus wie so ein James Hetfield für Armin. James Hetfield ist der Sänger von Metallica. Ja, das stimmt. Ja, also ich hätte den nie in Zusammenhang gebracht mit dieser Rolle. Was witzig ist, weil er ja in dem Alter, in dem er jetzt ist, immer noch in Spinal Tap ist. Ja, ja, ja, genau. Kommen wir mal kurz zu der Realität hinter der Band. Weil sie war als Witz gedacht und sie ist auch irgendwie ein Witz. Aber sie hat ein Album aufgenommen. Und zwar im Jahr, in dem der Film rauskam, nämlich unter demselben Namen, das ist Spinal Tap. Das war einfach das Soundtrack-Album. Und da waren richtige Songs von der Band. Ich meine, das waren Liedermacher, die haben Musik gemacht. Die haben es wirklich alle selbst gespielt. Die haben auch selbst komponiert und die selbst die Texte geschrieben. Ich finde, das ist so großartig. Und dann haben sie über die Jahre hinweg immer mal wieder was gemacht. Zum Beispiel 1991 haben sie in Disneyland performt. Das war quasi so eine große Reunion-Tour. Geil. Wo sie sich einmal noch mal alle getroffen haben. Großes Klassentreffen. Und dann haben sie auch tatsächlich Album aufgenommen. 1992, Break Like the Wind. Nach dieser Reunion-Tour. Geil. Und sie haben insgesamt drei Studiealben. Das dritte 2009, Back From the Dead. Und mit einem großartigen Cover, mit einem Grabstein und einer Hand, die aus der Erde kommt. So eine Zombie-Hand. Ja, und sie hatten über die Jahre hinweg ... Die haben auch noch ein paar Videos gemacht. Ja, es gibt Videos, es gibt Auftritte von ihnen. Sie haben eine Website rausgebracht im Jahr 2000, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, als das noch Neuland war. Wow. Wo sie den Song Back From The Dead als Download zur Verfügung gestellt haben. Und dann 2001 haben sie eine Back From The Dead-Tour gemacht. Geil, Mann. In Los Angeles gestartet. Und haben dann 2009 das Album aufgenommen, das tatsächlich auch viele Re-Recordings von Songs aus dem Film hatte. Okay. Aber es ist irgendwie cool zu sehen, dass sich dieser Witz so ... Dass der so einen Kultstatus hat, dass er sich so über die Jahre weitertragen konnte. Auch, und dazu müssen wir jetzt kommen, das finde ich ganz wichtig noch mal zu sagen, es ist unrealistisch. Das, was mit der Band passiert ist, nach 1984, ist unrealistisch. Weil das war eine Band, die immer so krass den Trends hinterhergelangt ist. Ja. Und dazu passt es nicht, dass sie im Jahr 2009 immer noch diesen Hardtalk machen. Diesen Hardtalk machen, ja. Die hätten eigentlich Emo-Musik machen müssen.
Johannes Franke: Zum Beispiel. Ja, ja.
Florian Bayer: Ich würde gerne mal versuchen, eine fiktive Weiterführung dieser Band zu machen. Wie ich sie für realistisch halte. Und du kannst gerne mit Ideen reinwerfen oder stoppen. Und das ist eine große Mitmachaktion. Ganz wichtig, um Publikum zu binden. Leute, schreibt uns, wie ihr denkt, dass das Beine-Tab nach dem Jahr 1984 weitergemacht hat. Schreibt es in die Comments. Lasst uns ein Like da. Wenn euch der Kanal gefällt, abonniert ihn. Ihr könnt das jetzt nicht sehen, weil wir ein Podcast sind. Aber ich zeige mit den Fingern irgendwie so nach oben und links und unten, wie man es halt machen muss.
Johannes Franke: Unterm Video, hit the bell. Genau. Alles das. Tut alles dem Algorithmus gut. Oh Gott, wie doof. Ja, was würdest du denn sagen? Nach 1984, was war denn da? Hätten sie Madonna imitiert? Nein, nein, nein.
Florian Bayer: Erstmal Big in Japan eine Zeit lang tatsächlich. Ich glaube, das hält sich eine Zeit, weil sie davon einfach leben. Und dann versuchen sie so Mitte der 80er ein Album aufzunehmen. Und dann, das war einfach die Zeit, in der dieser Metal-Zug extrem fahrt aufgenommen hatte. Das heißt, sie orientieren sich Richtung Härte. Sie werden versuchen, sie werden damit auch Werbung machen. Das ist unser härtestes Album, was wir bis jetzt gemacht haben. Speed Metal. Speed Metal, Fresh Metal, so irgendwie so zwischen Slayer und Metallica. Aber bei weitem nicht so hart. Und sie werden auch in der Szene nicht so angenommen, weil sie als Poser bezeichnet werden. Und dann versuchen sie deswegen auf dem nächsten Album, wir sind immer noch Ende der 80er ungefähr, eine Gegenrichtung und machen ein Album, was eher so ein bisschen emotional ist und landen damit tatsächlich ihren zweiten großen One-Hit-Wonder. Es gibt viele... So ein David-Hesloff-Ding? Nein, nicht so schlimm.
Johannes Franke: Nicht so schlimm. Das kam tief aus deinem Herzen.
Florian Bayer: Viele Hard-Rock-Bands, die so diesen männlichen, maskulinen Rock gemacht haben, wie die auch machen, so mit den Wir-Sin-Harte-Kerle-Songs, haben irgendwann so Mitte der 80er Songs aufgenommen, die Liebeslieder waren. Das bekannteste Beispiel ist wahrscheinlich I Want To Know What Love Is von Foreigner.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Die haben davor ganz andere Musik gemacht. Und die hatten damit ihren großen Radio-Hit mit dieser Ballade. Du hast bestimmt... Willst du es singen? Oh Gott, nein. Das singe ich jetzt nicht. I want you to show me. Mit inklusive Gospel-Chor, der im Hintergrund singt. Und da gibt es noch mehr Beispiele. Und ich glaube, die hätten damit dann nochmal einen Radio-Hit. Also sie haben ein Album mit so halbgaren Hard-Rock-Songs und eine Power-Ballade, die es bis auf Platz zwei oder drei der Charts schafft.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Dann touren sie wieder sehr lange, weil sie irgendwie da mit so einigermaßen leben können. Aber sie sind als One-Hit-Wonder irgendwie dann so da drin. Und dann Anfang der 90er, als der Crunch anfängt. Das muss man gerade sagen. Dann versuchen sie sich nochmal ein neues Image zu geben. Dreckig, roh. Auch so mit zerrissenen Jeans. Und dann versuchen sie ein Album, dass sie irgendwie... Machen sie ein MTV Unplugged? Nee, das schaffen sie alles nicht. MTV Unplugged will sie nicht. Das würden sie alles gerne machen. Sie fragen auch bei Nirvana an, ob die mit ihnen touren wollen. Ganzen Roses haben Nirvana gefragt, ob sie mit ihnen touren wollen. Weil Axl Rose war ein großer Nirvana-Fan. Und Kurt Cobain muss ihn wohl so ausgelacht und beschimpft haben. Oh nein! Dass es dann jahrelang einen richtigen Beef gab zwischen den beiden Bands. Oh nein! Also es muss so ein bisschen Axl Roses Herz gebrochen haben. Weil der dachte, wir sind doch auch cooler Hardrock, genauso wie Nirvana. Und Nirvana hat halt gedacht, da kommen die Clamrock-Oppas. Was wollen die von uns? Wir machen ganz andere Musik. Wir machen nicht so Establishment-Rock, sondern wir machen ehrlichen Rock. Und wir haben mit diesen ganzen Rock'n'Roller-Attitüden nichts zu tun. Genau, sie versuchen das auch, aber sie scheitern grandios damit. Dieses Album wird eines der am schlechtesten bewerteten Alben der Anfang der 90er Jahre. Unglaublich mies und alle machen sich drüber lustig. Und dann dauert es eine Zeit lang. Sie versuchen noch so mit ein bisschen Touren und es klappt auch irgendwie so halbwegs Hallen zu füllen. Aber sie machen ganz lange gar nichts. Und Ende der 90er machen sie so eine Art Comeback-Versuch. Back to the Roots. Und dann nehmen sie ein Album auf, was sehr ähnlich ist wie This Spinal Tap. So, wir sind zurück, wir machen wieder richtig klassischen Hardrock. Ja, aber dann, ja, hm, weiß ich nicht.
Johannes Franke: Meinst du nicht, dass sie weiter hinterher hercheln? Ja gut, was kämen dann? Aber Punk und Emo?
Florian Bayer: Nein, zwischendurch gibt es die Elektro-Versuche. Oh, stimmt, das könnte natürlich sein. So Industrial Rock. Genau. Oh, das ist hart. Oh, das wird auch ein schlechtes Album.
Johannes Franke: Halper, halper!
Florian Bayer: Nein, ich dachte nicht so an Eurodance, sondern eher so was. Sie versuchen so Industrial Rock zu machen. Das haben auch viele Metalbands gemacht in den 90ern, dass sie schon ihr Metal-Zeug durchgespielt haben. Aber dann so ein bisschen Elektronik im Hintergrund hatten. Ja, das könnte sein. Und dann so eine Collabro mit irgendwie so einem Hip-Hopper aus der dritten Reihe. Der dann, wo sie einen Song haben, wo der rappt und sie singen.
Johannes Franke: Und das ist nämlich das Sprungbrett, weil das so grandios gefloppt und sich alle so sehr darüber lustig machen, dass sie wirklich in eine Depression fallen und dann so Mark-Knopfler-mäßig wieder rauskommen. Zehn Jahre später.
Florian Bayer: So mit so introspektiven Alben, die Kunst sind. Und dann stehen sie auch dazu, dass sie mittlerweile über 50 sind.
Johannes Franke: Ja, ja. Und dann machen sie so ganz nachdenkliche. Oh, ja, das finde ich gut.
Florian Bayer: Das passt auf jeden Fall. So mit Akustik-Gitarren auch hauptsächlich. Ohne Drummer, die ich es mache. Ja, der Drummer ist einfach alle Drummer der Welt verschlissen. Ja, das ist gut. Das sind also die 2000er, machen sie das, ne? Ja, genau. Ja. Und glaubst du, es gibt da nochmal ein großes Hardrock-Album? So ein richtig klassisches Hardrock-Album, dass sie irgendwann sagen, okay, wir wollen nochmal ein Back-to-the-Roots-Album machen? Das ist Spinal Tap 2. Es gab auch Let's Zeppelin 2 und sogar Let's Zeppelin 3.
Johannes Franke: Insofern. Aber sie hatten ja, eigentlich haben sie im Film ja gesagt, kannst du dir vorstellen, mit 45 noch auf der Bühne zu stehen mit Hardrock. Das war ja irgendwie so ein, eigentlich war das ja eher ausgeschlossen. Das heißt, ich kann mir vorstellen, dass die es irgendwie dann doch nicht machen. Also ich meine, die Wahrheit belehrt uns eines Besseren. Sie machen es immer noch so. Aber in unserer Fantasie jetzt habe ich das Gefühl, in der Realität des Films, die aufmacht erst mal, würde ich so weiterdenken, dass sie sich nicht trauen, in so einem Alter dann Spannung anzuziehen. Und was passiert dann? Spannung ist noch anzuziehen. Touren sie dann einfach nur noch mit dieser Mark-Knopfler-Nummer? Ja, ich glaube schon. Und dann versuchen sie natürlich so YouTube-Hits zu generieren. und bewerben jedes Video mit viral und mit solchen... Nein, wirklich? Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Vielleicht haben sie das dann... Also ich glaube, die sind... Das sind doch Leute,
Johannes Franke: die wirklich eine Werbeagentur engagieren mit den Worten, macht uns mal ein virales Video. Was ein völliger Blödsinn ist. Was ja nicht geht. Was ja... Weil so ganz viele, weißt du, so Mitte-50-jährige Leute, die wirklich so anrufen, die mich als Kameramann ansprechen und sagen, kannst du mir ein virales Video machen? Was ist das denn? Es ist schon so traurig, wo sie auf dieser Airbase spielen
Florian Bayer: und gefragt werden, are you Spinal Tarp? Nicht sie, sondern Janine wird gefragt. Und dann auch, das ist toll, dieser General, der sagt, Start by saying, how thrilled we are to have you here. We are such fans of your music and all of your records. That's great. I'm not speaking of you personally. But the whole genre of Rock'n'Roll. Das ist so geil. Ja, vielleicht, ich weiß nicht. Also in meiner Vorstellung sind sie zumindest immer so weit erfolgreich genug, dass sie davon leben können. Ja, okay. Ja, vielleicht macht das... Vielleicht redet ihnen das eher jemand ein, dass sie das machen müssen. Weil ich glaube, die beschäftigen sich nicht so viel damit, mit YouTube und so.
Johannes Franke: Ja, es redet ihnen garantiert irgendjemand ein. Ja, Janine. Ja. Die ist inzwischen Influencer geworden. Oh Gott. Oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Viele Bands waren begeistert,
Johannes Franke: viele KünstlerInnen waren begeistert. Es gibt so viele Stimmen von berühmten Musikern, die alle gesagt haben, oh mein Gott, ich habe nicht gelacht, ich habe geweint, weil das so nah an der Realität dran ist.
Florian Bayer: Gene Simmons hat gesagt, Gott, das klingt fast so, als ob der Film auf uns basieren würde. Ja, genau. Mehrere Künstler haben für sich in Anspruch genommen, dass sie der Einfluss sind. über die Jahre hinweg haben immer mal wieder Bands gesagt, wie Aerosmith oder wie Saxon, ey, wir sind die, die als Inspiration dienen für Spinal Tap. Und ich glaube, es liegt daran, dass es einfach in dieser Zeit sehr viele von diesen Bands gab. Ja. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine Band wie Aerosmith oder Saxon oder so, die sind einfach zu sehr top tier. Ich glaube, es gibt ganz viele Midtier-Bands, an die wir uns einfach nicht mehr erinnern.
Johannes Franke: Deswegen überhaupt nichts wissen, was die gemacht haben in der Zeit und die wahrscheinlich jetzt auch irgendwo einen Hausmeisterjob haben. Ja. Es gibt so viel
Florian Bayer: radiotauglichen Hardrock aus der Zeit oder nicht so radiotauglichen Hardrock, der irgendwie einfach untergegangen ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Weil es war halt das, was die alle gemacht haben.
Johannes Franke: Ja. Aber es war doch schon, war schon schön. Deswegen, ich mag, ich habe ein Herz für diese Zeit und für diese Musik. Das ist das Überraschendste
Florian Bayer: an dieser Folge. Ich hätte dich niemals, ich hätte niemals gedacht, dass du irgendwie auch nur den kleinsten Bezug zu dem musikalischen Genre hast.
Johannes Franke: So Hardrock, Metal. Ja doch schon. Also, also noch nicht mal, nicht unbedingt die richtig ernst gemeinten Mettler. Ja. Das ist mir dann fast wieder zu viel, wo ich dann denke, ja, komm, ach, aber das sind gar nicht so viele, wenn man so richtig durchgeht. Wenn man so durchgeht durch die Metal-Szene, dann hat man ganz viele Leute, die eine ganz gehörige Portion Ironie haben.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Also vor allem im Glamrock-Bereich.
Florian Bayer: Ja, es gibt ja diese eine Glamrock-Band, die das ganz, warte mal, jetzt mal kurz gucken, wie die heißt. Es gibt doch diese eine Glamrock-Hair-Metal-Band von heute. The Calling heißen die, glaube ich. Nee, nicht The Calling.
Johannes Franke: Moment. Flo recherchiert. Wer von den drei Fragezeichen war für Recherchen und Archiv? Ich hab's schon wieder vergessen.
Florian Bayer: Okay, einfach, es gibt diese eine Band, die, ähm, Moment, ich hab's gleich.
Johannes Franke: I wanna know what love is. I want you to hold me. Oder sowas. Keine Ahnung.
Florian Bayer: The Darkness. The Darkness. The Darkness. Das ist eine, ähm, Hardrock-Band, die vor, die im Jahr 2000 gegründet wurde und die einfach so Hair-Metal machen. Okay. Und natürlich super ironisch. Schön. Aber trotzdem Songs schreiben, richtige Songs schreiben und mittlerweile echt viele Alben aufgenommen haben. Geil. Und die machen, ja, die haben eins, zwei, drei, vier, fünf, acht Alben oder so aufgenommen. Seit 2003. Und machen einfach Hair-Metal. Heute. Mit allem, was dazugehört. Mit den engen Hosen, mit der Schminke, mit den, mit den, mit den Dauer, Dauerwellen. Alles, alles, was man als, als ordentlicher Hair-Metaler braucht. Das ist total cool. Geil, Mann. Das wäre was für dich.
Johannes Franke: Auf jeden Fall. Ach, wie schön. Also ich meine, es ist natürlich, läuft bei mir einen Tag über jetzt nicht so wahnsinnig viel Glamrock oder Heavy Metal oder so. Ja. So. Ich habe dann eher Bob Dylan Platten aufgelegt oder sowas oder Melody Gardot. Jazz.
Florian Bayer: Wir sind, wir hören nur gute Musik.
Johannes Franke: Aber, aber ich habe echt immer wieder Lust, immer wieder so zwischendurch mir einfach auch die Videos dazu anzuschauen, weil die einfach echt Spaß machen.
Florian Bayer: Das ist ja tatsächlich, man kann so viel aus der damaligen Zeit auch so ironisch gucken. Ja, das macht wirklich Spaß. Ja. Und ohne sich drüber lustig zu machen, sondern einfach mit so einem Augenzwinkern,
Johannes Franke: aber hey,
Florian Bayer: so einfachere Zeiten.
Johannes Franke: Ja, und man hat da einfach auch Spaß, sich nicht ganz ernst zu nehmen und da wirklich drauf Lust zu zu rocken und zu machen und
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und sich zu schminken und in hautenge Kleidung zu stecken.
Florian Bayer: Und es ist ja auch tatsächlich gute Musik entstanden in der Zeit. Ja. Also ich würde nach wie vor eine Lanze brechen für die ganzen Roses Alben Use Your Illusion 1 und 2, auch wenn die teilweise eher so meh sind, gibt es da richtig gute Songs drauf. Und natürlich hatten auch Led Zeppelin so eine Hard Rock Phase, wo sie richtig gute Musik gemacht haben. Absolut. Aerosmith hatten echt ein paar coole Songs. Ja, natürlich ist das alles jetzt. Das sind jetzt so die, ja. Ja. Manchmal muss man den musikalischen Snobbismus zur Seite kehren und sagen, lass uns einfach ein bisschen Spaß haben mit Männern, die viel zu männlich sind für ein weibliches Publikum.
Johannes Franke: Ja, wir machen denen Angst, denen Frauen. genau. Deswegen hören die uns nicht. Es ist aber auch, muss man sagen, egal ob damals oder heute, es ist manchmal einfach schwer, Kunst zu machen. Ich glaube, ich sehe da was auf uns zufliegen. Jetzt habe ich die Überleitung geschaffen. Flor, ist das nicht beeindruckend? Gott sei Dank, sie kommt.
Florian Bayer: Jingle.
Johannes Franke: Unsere
Florian Bayer: Top Drei. Top Drei Kunst machen ist scheiße, wollte ich von dir und das passt gar nicht, nachdem wir jetzt so viel Liebe auf die Kunst und auf die Künstler geworfen haben. Aber vielleicht kriegen wir es trotzdem hin, weil tatsächlich habe ich drei Filme, in denen Kunst machen teilweise wirklich scheiße ist, aber einen muss Spaß machen. Obwohl es scheiße ist.
Johannes Franke: Scheiße ist die Kategorie? Nein, es ist schwer Kunst zu machen, hast du mir geschrieben. Verdammt, ich habe, oh, oh, interessant. Aber es ist schwer Kunst zu machen, ist meine Top-Liste. Okay. Kunst machen ist scheiße, ist eine völlig andere Liste.
Florian Bayer: Kunst machen ist scheiße, ist einfach die vulgäre Variante davon. Wenn du als Künstler da sitzt und sagst, boah, Kunst machen ist so scheiße, ich habe keinen Bock da drauf mehr. Ich will irgendwas anständiges machen. Ich werde jetzt Banker oder Pilot. Okay. Ja doch, Banker oder Pilot. Du kannst dich doch nicht aufführen, als wärst du erst 18 und ein Vollidiot. None|Doch! Was ist das jetzt für ein Zitat? Das ist Ärzte, das ist Rock'n'Roll. Ach, okay. Gabi, genau, Gabi sagt zu Uwe, du kannst dich doch nicht aufführen, als wärst du erst 17 und noch ein Vollidiot. Okay.
Johannes Franke: Gut, halten wir auch das Stimme einmal. So, dann muss ich anfangen. Du musst anfangen, ja. Ja, ich mach meine Honorable Mentions vielleicht danach, damit ich weiß, was ich ausgeschlossen habe. Okay. Es ist schwer, Kunst zu machen. Habe ich zu ernst vielleicht genommen, das Thema. Ich hätte auf Platz 3 Molière. Das ist ein riesiges Epos, also wirklich ein Block von Filmen über Molière. Oh. Und wie die in der Gegend rumgereist sind damals und hier aufgebaut haben, riesige Aufbauten, ganz viele Leute irgendwie da, wie so ein Zirkus, wie so ein Wanderzirkus. Aber eben damals. Und es ist eine unglaublich gute Dokumentation über, also nicht keine Dokumentation, sondern es ist halt ein Spielfilm. Aber einfach, man hat das Gefühl, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Zeit damals war mit Molière und wie die zu ihren großen Erfolgen gekommen sind und was die für Arbeit da reingesteckt haben und für ein Kunstverständnis und für eine Arbeitsmoral hatten. Als Schauspieler. Den legst du mir
Florian Bayer: auch nicht zum ersten Mal ans Herz.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aus dem Jahr 2007 von Laurent Tira.
Johannes Franke: Nein, nein, nein. Viel älter. Interessant. Vielleicht muss ich den mal aufgeben, dann haben wir das Thema einmal abgearbeitet. 1978. Das kann sein. Französisches Drama. Das kommt viel näher dem an das, was ich... Und es dauert auch 260 Minuten. Genau. Genau.
Florian Bayer: Wirklich ein Eber. Oh, das ist gut, weil ich bin ja noch bei meiner 70er-Liste beim Blog und den habe ich noch nicht gesehen und das ist wahrscheinlich dann ein Historien-Film, den ich zumindest gesehen haben sollte. Dringend. Bevor ich ihn in der Luft zerreiße und sage, Johannes, was ist das für ein
Johannes Franke: überambitionierter Mist? Nein, überambitionierter Mist ist meine Phrase. Du magst ja die Überambitionierung. Ja, definitiv.
Florian Bayer: Honorable Mention. Ja, kannst du, wenn du möchtest, auch vorher machen. Ich glaube, man muss gar nicht viel dazu sagen, The Shining. Ja, okay. So. Ja, ja. 1980
Johannes Franke: Autor wird im Hotel langsam wahnsinnig. Es ist halt einfach schwer, Kunst zu machen und deswegen schreibt man halt einfach nur auf, no, no, just, just work and not play. It makes Jacob dull boy.
Florian Bayer: Genau. Genau. Es ist auch wirklich schwer, Kunst zu machen, wenn man in einem Hotel sitzt, zusammen mit seiner komischen Familie und dem Sohn, der übersinnliche Fähigkeiten hat, während Geister um einen rumtouren und versuchen,
Johannes Franke: einen zu fressen. Ja, und dann kann man sich nicht konzentrieren. Ja, das nervt. Das nervt.
Florian Bayer: War das dein Platz drei? Molière war mein Platz drei. Da muss ich noch Platz drei nennen. Habe ich schon öfter genannt. Desaster Artist. Ja, den habe ich auch aufgeschrieben, aber dann fällt er jetzt raus. Verdammt,
Johannes Franke: tut mir leid. Ist vollkommen in Ordnung.
Florian Bayer: Wunderbarer Film aus dem Jahr 2017 über den vermeintlich schlechtesten Film aller Zeiten oder zumindest den schlechtesten Film des 21. Jahrhunderts, The Room, den es tatsächlich gibt. Und es ist eine Verfilmung der Autobiografie des Hauptdarstellers oder des Nebendarstellers aus The Room. Ja. Und der erzählt und der Film beschreibt, wie ein möchte gern Regisseur, nämlich Tommy Wiseau, der viel zu viel Geld hat, das Geld in die Hand nimmt, um sein persönliches Drama, das er fürs Theater geschrieben hat, in Filmform zu verwandeln. Er hat keine Ahnung vom Film. Er kann nicht schauspielern, besetzt sich aber als Hauptrolle. Er kann nicht produzieren, macht sich aber zum Produzenten. Und es ist ein desaströser Dreh, der unglaublich viel Geld verpulvert. Toller, witziger Film aus der Seth Rogen Franco, James Franco-Clicker.
Johannes Franke: Ja, James Franco hat sich ja sehr dafür eingesetzt, das zu machen. Der wollte ja unbedingt und hat sich dann irgendwie mit Tommy Wiseau zusammengesetzt und hat versucht, ihn davon zu überzeugen, dass das geht, dass wir das machen dürfen. Das ist schon echt. Und Tommy Wiseau hat sich ja dann auch für die Promotion bereitgestellt. Und da habe ich Interviews gesehen und bin mir die ganze Zeit unsicher, ob er sich gerade verarscht fühlt oder ob er wirklich stolz auf das Ergebnis ist oder ob er versteht, dass das alles irgendwie ein bisschen seltsam ist. Was für ein merkwürdiger Kanäster. Ich habe keine Ahnung, was der Typ in seinem Kopf vorgeht.
Florian Bayer: Also wenn ihr mal wirklich was Schräges, eine schräge Anekdote aus der Filmgeschichte des 21. Jahrhunderts wissen wollt, beschäftigt euch mit The Room, mit Disaster Artist und Tommy Wiseau.
Johannes Franke: Ja, obwohl ich, wenn ihr diesen Podcast hört, ich gehe ein bisschen davon aus, dass ihr es schon kennt, weil wer sich solche speziellen Podcasts anhört, hat vielleicht ein bisschen was mit Filmen schon am Hut gehabt. Ja. Vorher. Mein Platz zwei ist dann einfach der andere. Ed Wood. Ja. Von Johnny Depp gespielt in der Verfilmung von Edwards Leben. Ed Wood war ja auch so eigentlich galt bis Tommy Wiseau als der schlechteste Filmemacher aller Zeiten und hat einfach Sachen wie Plan 9 from Outer Space und Glennau Glenda Filme gemacht, mit Hangen zu Science Fiction und mit Hangen zu ganz schlechten Props und versucht da irgendwie irgendwas herzustellen mit wenig Geld und hat wirklich riesige Ambitionen, muss man sagen, wirklich. Man kann ihm eigentlich nur das Beste auf der Welt wünschen dafür, dass er das alles irgendwie wollte unbedingt, aber er war halt einfach nicht gut und das ist schon echt so ...
Florian Bayer: Aber es ist nicht schön, wenn Leute, obwohl sie nicht gut sind, ihren Visionen folgen.
Johannes Franke: Ja und das finde ich halt irgendwie auch toll und deswegen bin ich auch ein kleiner Fan von Ed Wood, obwohl die Filme wirklich, ich hab's versucht, ich hab versucht, mir die anzuschauen, die sind einfach schlecht. Es sind teilweise Filme dabei, die man auch ironisch gucken kann und dann Spaß dran hat, aber die meisten Filme von Ed Wood sind nicht mal so schlecht, nicht mal so gut schlecht, dass man irgendwie Spaß dran hat, sondern man schläft einfach ein beim Film. Ich hab von Ed Wood tatsächlich wenig gesehen,
Florian Bayer: also Plan 9 from Outer Space hab ich gesehen, das dürfte es gewesen sein tatsächlich. Vielleicht musst du mir
Johannes Franke: mal Ed Wood Film aufgeben. Nee, das will ich eigentlich nicht, also sie sind halt einfach nicht gut genug und das ist so, ich hab Glenna Glenda geguckt und mit Maya zusammen und Maya ist eingeschlafen und ich hab ihn noch zu Ende geschaut und hab gedacht, oh Gott, ich hab ihn wenigstens gesehen, aber naja.
Florian Bayer: Mein Platz 2. Dein Platz 2. Ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2010. Exit through the Gift Shop. Das ist mein Platz 1. Nein, okay,
Johannes Franke: dann sag was dazu. Nein.
Florian Bayer: Das ist dein Platz 1,
Johannes Franke: du musst was dazu sagen. Nee, ich möchte gerne noch einen anderen Platz dann da reinhauen. Also ich werde noch einen anderen Film reinhauen. Okay. Es geht um
Florian Bayer: den berühmten Street Artist Banksy und um einen gewissen Thierry Guetta, der ein leidenschaftlicher Filmemacher ist und eigentlich eine Doku drehen will über Street Art, ohne groß Ahnung davon zu haben und dann, also der geht dann auf Banksy zu und sagt, hey, kann ich da drehen und Banksy sagt, okay. Und Banksy hijackt das Projekt so ein bisschen, das was Banksy halt so macht und im Folgenden sehen wir dann, wie dieser Thierry Guetta von Banksy zum großen Künstler aufgebaut wird, währenddessen einen total schrägigen Film dreht und wild zusammenschneidet. Es gibt eine wunderschöne Szene, wo wir die ersten 20, 30 Sekunden des Films sehen, wie Guetta den im Kopf hatte und danach sehen wir einfach nur Banksy, wie er macht ähm weil es ist einfach nur Chaos und es hat überhaupt keine Stringenz, nichts, es ist einfach nur anstrengend und deswegen übernimmt Banksy den Film und macht dann Guetta, um ihn abzulenken zum Künstler und Guetta macht eine Ausstellung und dieser Film ist genau wie Banksy selbst so ein totales Mysterium. Manche Leute behaupten, Dierry Guetta und Banksy wären die gleiche Person. Ja, ja. Manche Leute behaupten, das wäre einfach von Anfang an als Mockumentary geplant gewesen und diesen Guetta gäbe es gar nicht wirklich, das wäre eine Kunstfigur von Banksy und es ist aber vor allem ein super unterhaltsamer, spaßiger Film, bei dem man sehr viel lernt über die Street-Art-Szene in den 2000er Jahren.
Johannes Franke: Ja. Ja, es ist wirklich toll. Es ist ein ganz, ganz, ganz toller Film und man denkt sich schon auch die ganze Zeit, wie, was davon ist Realität und was, was ist einfach konstruiert. Ja, wie viel wird hier mit uns gespielt als Publikum
Florian Bayer: und der Film lässt es offen. Bis zum heutigen Tag weiß man nicht, was daran echt ist,
Johannes Franke: was geplant war. Und das ist voll auf Banksys Linie. Man weiß bis heute, also der hat ja immer wieder so Aktionen, wo man echt nicht weiß, wer, was, wie, wo, wann, was ist irgendwie gemeint und hm? Also wirklich, zuletzt das zerschredderte Bild,
Florian Bayer: dass sich das versteigert wurde
Johannes Franke: und dann sich selbst zerstörte. Sich selbst zerstörte. Aber leider nur bis zur Hälfte. Ja. Aber was auch wiederum ein Teil der Kunst ist. Ja. Ja. Oh Mann. Ja, Exit through the Gift Shop. Wer das noch nicht gesehen hat, unbedingt angucken. Ich bin gespannt, ob irgendwann mal was, was genaueres rauskommt. Aber ich liebe dieses Mysterium. Ich glaube, das ist so wichtig für, für die Kunst.
Florian Bayer: Seine Kunst hört auf, wertvoll zu sein, sobald herauskommt, wer es ist und wie er lebt. Ja.
Johannes Franke: Tja. Tut mir leid. Dann hätte ich jetzt einen anderen Platz 1. und zwar Finding Vivian Meyer. Das ist ein Dokumentarfilm über Vivian Meyer. Es ist gar nicht so schwer, Kunst zu machen für sie, aber sie hat es nie als Kunst begriffen. Vivian Meyer war eine Frau, die in den 60er, 70er, 80er, 90er, also so, aber vor allem in den 60er und 70ern Fotos gemacht hat, einfach nur auf der Straße und streckenweise, also die größten Teile ihrer Fotos nicht mal entwickelt hat. Die hat die Fotos gemacht, den Film irgendwo eingelagert, mit Zeitungspapier, sie hat ganz viel Zeitungspapier gesammelt und so, das hat wahrscheinlich damit nichts zu tun, aber das war einer der Teile des Films, die mich sehr beeindruckt haben, dass sie so wahnsinnig viel Zeitung gesammelt hat. Irgendwie hat sie einen Flitz gehabt damit. Und sie hat einfach geniale, großartige Fotos gemacht und sie nie irgendjemandem gezeigt. Sie hat einmal versucht, so Postkartenhersteller zu überzeugen, dass sie vielleicht so ein paar schöne Landschaftsfotos von ihr oder so mitverkaufen, mitverkaufen, hat aber auch nirgendwo wirklich hingeführt. Sie hat es einfach für sich gemacht. Sie war Kindermädchen, war auch nicht die netteste Person, muss man sagen. Die Kinder, die sie betreut hat, erinnert sich nicht immer nur positiv an sie, aber sie war eine großartige Künstlerin und hat es nie rausgehauen. Krass. Ist das traurig oder schön? Das kann ich bis heute nicht sagen. Ich weiß es nicht. Das hängt am Ende davon ab, wie glücklich sie da war damit oder nicht war. Aber das Ganze ist ins Rollen gekommen, eigentlich nur, weil irgendjemand auf einer Versteigerung blind eine riesige Kiste gekauft hat, ohne zu wissen, was da nun genau drin ist. Also wusste, dass da irgendwie Filmrollen drin sind. Hat dann eins entwickelt und dann festgestellt, oh, das ist gar nicht so schlecht, die Fotos. Die nächste Rolle genommen, hat entwickelt und dann festgestellt, oh mein Gott, das ist ein riesiger Schatz an richtig guten Fotos. Das ist ein Dokumentarfilm. Das ist ein Dokumentarfilm.
Florian Bayer: Hat 2015 den Oscar gewonnen für den besten Dokumentarfilm.
Johannes Franke: Das ist wirklich der Hammer. Wow. Und diese Frau, also für sie war es nicht so wahnsinnig schwierig, weil sie einfach nur, sie hat es als Hobby quasi nebenher gemacht, aber was heißt nebenher? Sie hat einen riesigen Schatz hinterlassen, was andere in einem Hauptberuf machen, hat sie in einem Nebenberuf einfach immer mitgenommen. Sie hat immer die Kamera dabei gehabt. Krass. Das ist der Hammer. Okay, das klingt wie ein Film, den ich gucken sollte. Ja. Und das ist ein Satz, den ich selten von dir höre, weil du ja alles schon kennst. Nein, das stimmt nicht. In dieser Liste hast du zwei Filme,
Florian Bayer: die ich nicht kenne. Ja, okay. Den anderen habe ich dir weggenommen. Mein Platz 1. Und Coens, wir hatten vor kurzem eine Episode, wo wir über die Coens gesprochen haben. Ja. Arizona Junior. Ja. Und auch ein sehr frühes Werk von den Coens ist Barton Fink. Ah. Eine Wüstemischung aus Satire und Mystery-Thriller mit leichten Horror-Elementen und ziemlich surreal. Und es geht um einen Künstler, gespielt von John Turturro, einen Autoren, der 1941 versucht, als Autor in Hollywood irgendwie anzukommen, Erfolg zu haben. und ihm gelingt es aber nicht zu schreiben, weil sein Nachbar, gespielt von John Goodman, ein totaler Psychopath ist. Ja. Wie der John Goodman.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und im Folgenden geht es einfach nur darum, wie dieser Hauptcharakter, dieser Barton Fink irgendwie versucht, seine Kunst umzusetzen und immer schrecklichere Dinge um ihn herum passieren und die Welt bricht nach und nach zusammen und es ist einfach sauwitzig, ziemlich schräg und einer der eher spröderen und schwierigeren Filme von den Cones, aber absolut sehenswert.
Johannes Franke: Ey, das ist eine schöne Liste. Ich möchte einmal noch reinwerfen, Loving Vincent. Habe ich auch noch nicht gesehen. Weil Vincent van Gogh natürlich fällt mir auch als erstes ein, wenn es darum geht, es ist schwer, Kunst zu machen. Vor allem, auch Kunst ist scheiße, ist fast auch schon das richtige Thema dafür, weil der einfach so von seiner Kunst vereinnahmt und aber auch von der Gesellschaft so abgelehnt wurde. Das Loving Vincent, der impressionistische Zeichentrickfilm, oder war das nochmal andere? Ja, es ist kein Zeichentrickfilm, sondern es ist halt seine Bilder einmal lebendig gemacht. Krass. Sie haben wirklich einen Haufen Zeichner, einen Haufen Maler beschäftigt, die Frame für Frame seine Bilder genommen und dann in Bewegung gesetzt haben. Wirklich mit Malerei und nicht nur am Computer, sondern wirklich einmal auf Leinwand ein Frame, eine Leinwand. Wow. Der Hammer. Richtig gut. Also visuell unglaublich. Von der Geschichte her. Das Visuelle kann manchmal auch einfach reichen, ne? Ja, absolut. Wirklich toll. Ganz toll. Okay, schön. Und dann haben die ihre Bilder verkauft nach und nach, die Friends. Ja. Und ich wollte unbedingt eins haben, aber die waren alle weg. Nein! Oh verdammt. Ich hätte gerne, liebend gerne, wahnsinnig viel Geld dafür ausgegeben, weil ich das so liebe. Aber die waren alle... Auf Ebay die Augen offen halten. Ja, vielleicht. Aber das... Das sind dann wahrscheinlich ziemlich viele, oder? Ach, teurer. Das sind sehr viele, ja. Aber die, die sie angeboten haben, waren halt irgendwie weg. Es kann sein, dass sie natürlich nicht alles verkauft haben, sondern dass irgendwie jeder im Team nochmal 20 Bilder bekommen hat. Keine Ahnung, weiß ich nicht. Naja. Okay, cool.
Florian Bayer: Schöne Listen heute.
Johannes Franke: Ja. Das war unsere Top 3. Wollen wir zurück in unseren Film nochmal?
Florian Bayer: Wollen wir ein Fazit? Ja, ein kleines Fazit ziehen. Ich glaube, wir sind ziemlich durch. Also ich habe alles an Memes rausgefeuert, was ich gefunden habe. Also ich habe lange nicht alles rausgefeuert,
Johannes Franke: was da alles drin war, aber... Das, was ich markiert habe, als das muss ich unbedingt reinschreien. Es ist einfach wirklich ein ganz, ganz, ganz, ganz toller, liebevoller Dokumentarfilm, ein Pseudodokumentarfilm, eine Mockumentary über Menschen, wirklich über Menschen, die machen, was sie lieben. Und in dem Fall ist es halt Kunst und Heavy Metal.
Florian Bayer: Und das ist wirklich, wirklich schön. Es ist ein Film, den, wenn man ihn geguckt hat und auf einer Party jemandem begegnet, der diesen Film auch geguckt hat, kann man sich wunderbar gegenseitig Zitate an den Kopf schmeißen aus dem Film und zusammen drüber lachen. Und alle anderen fragen sich, hä, was ist da los? The Originals? Bitte was?
Johannes Franke: Eleven, it goes up to eleven.
Florian Bayer: Und ich glaube, das haben wir diese Folge auch sehr ausgereizt. Ich hoffe, sie ist trotzdem hörbar geworden. Ich gebe dieser Folge
Johannes Franke: eine Elf von Zehn. Eine Zehn von Elf und so rum.
Florian Bayer: It's one louder. Okay. Wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche drankommt,
Johannes Franke: was Johannes mir nächste Woche aufgibt, dann bleibt noch dran. Seid gespannt. Vielen Dank fürs Zuhören. Vielen Dank, dass ihr wieder dabei wart und vielen Dank, dass ihr allen Leuten erzählt, dass ihr die Folge so toll findet. Und dann kommen wir auch auf Elf Zuhörer.
Florian Bayer: Ich wünsche euch eine schöne Woche. Bis dann. Bis dahin. Ciao.
Johannes Franke: So, jetzt mal von diesem ganzen Gegackere weg.
Florian Bayer: Wir brauchen etwas, was ein bisschen tiefer ist. Damit wir das nächste Mal weniger Memes rumschleudern und wieder mehr zum Eigentlichen kommen, dem Zuhörer und der Zuhörerin Filmgeschichte zu präsentieren. Filmgeschichte? Ja, Johannes, ich will was, was mindestens 70 Jahre alt ist. Was für ein Zufall, Flore,
Johannes Franke: dass ich... Du wusstest ja vorher schon, was ich wollte.
Florian Bayer: Zu viel Transparenz.
Johannes Franke: Was hast du denn für mich? Okay, ich habe für dich das Fenster zum Hof. Rear Window von Alfred Hitchcock aus den 50ern. Und ich wiederhole nochmal,
Florian Bayer: oh, interessant. Du weißt, ich stehe eher auf den etwas späteren Hitchcock, aber es ist lange her, dass ich das Fenster zum Hof das letzte Mal gesehen habe und ich freue mich total drauf.
Johannes Franke: Cool. Ich weiß, dass wir in letzter Zeit sehr viele Filme gucken, die du schon gesehen hast, aber ich muss zu meiner Verteidigung sagen, es gibt einfach wenige Filme, die ich gesehen habe, die du noch nicht kennst. Das stimmt nicht, glaube ich. Du traust dich einfach nicht, die richtig fiesen Filme aus dem Giftschrank zu nehmen. Ja, ich muss mal in meine besten Listen gucken, was ich so reingehauen habe. Du hast ja ab und zu mal gesagt, den kennst du nicht. Ja, genau. Vielleicht muss ich einfach so ein paar sagen. Egal. Gute Idee. Erstmal das Fenster zum Hof. Reise in die 50er Jahre. Großartig. Und viel Spaß euch beim Rewatch oder ersten Mal gucken und dann sehen wir uns bei der Lecture nächste Woche. Bis dann. Bis dann. Ciao.
