Episode 74: First Blood – Der erste Rambo-Film
Die Literaturverfilmung First Blood aus dem Jahr 1982 erzählt die Geschichte des Vietnamveterans John J. Rambo, der auf seinem Weg durch die nordamerikanische Kleinstadt Hope vom örtlichen Sheriff als Herumtreiber festgenommen wird. Die äußerst brutale Behandlung durch die örtlichen Polizisten führt bei Rambo zu Kriegsflashbacks. Er schlägt sich den Weg aus dem Polizeirevier frei und flieht in die umliegenden Wälder. Die Polizisten folgen ihm, werden aber Dank seiner im Krieg erlernten Überlebensfertigkeiten sehr schnell von Jägern zu Gejagten.
Wenn man an die Person Rambo denkt, hat man vor allem die Memes und Klischees im Kopf an denen vor allem die beiden 80er Jahre Fortsetzungen Schuld sind: Der heroische Einzelkämpfer, der wie durch ein Wunder jedem Kugelhagel entgeht und im Alleingang Kriege gewinnt und die Ehre der USA wiederherstellt. Aber vielleicht gelingt es diesem ersten Teil dann doch der Figur andere Facetten abzugewinnen… die Frage ist nur, welche Facette überwiegt.
Und damit spiele ich den Ball an dich weiter, Johannes. Wer ist dieser John J. Rambo in First Blood? Ein traumatisiertes Kriegsopfer? Ein Kind, das mit seiner Stärke nicht umgehen kann? Ein verwirrter Gewalttäter? Eine Kampfmaschine, die in der Zivilgesellschaft nichts verloren hat? Ein Terrorist? Oder vielleicht doch einfach nur ein überzeichneter, stereotyper konservativer Actionheld getarnt als tragischer Außenseiter?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 74: First Blood – Der erste Rambo-Film Publishing Date: 2022-06-01T12:44:47+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/06/01/episode-74-first-blood-der-erste-rambo-film/
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Mach Rambo am Schluss grausamer und der Film wird stärker. Day True First Blood. Not me. Die dümmste Rechtfertigung der Filmgeschichte. Herzlich willkommen, liebe ZuhörerInnen, zum Muss-Man-Sehen-Podcast mit Florian Plor Bayer und Johannes, kein Nickname, Franke. Immer musst du irgendwas dazu. Das funktioniert nicht, Plor. Ja, herzlich willkommen. Eine neue Folge, eine neue Woche. Ein neuer Film, über den wir sprechen werden. Ich habe ernsthaft versucht, deinen Horizont zu erweitern mit einem Genre, das nicht dein Genre ist, das aber auch nicht mein Genre ist. Nämlich dem guten alten amerikanischen Actionfilm. Full Disclaimer, Johannes kannte den Film überhaupt nicht. Ja. Es handelt sich um Rambo, beziehungsweise First Blood aus dem Januar 1982. Wir müssen unbedingt irgendwann im Laufe dieser Episode über die absolut bescheuerte Namensgebung der Rambo-Filme reden. Und Johannes kannte den Film überhaupt nicht und er kannte tatsächlich nur die Memes und Klischees, die man eben von dieser Figur John J. Rambo hat. Es hat auch noch einen J. dazwischen. Ja, nur J. ist ganz wichtig. Okay. Und wofür steht J.? Für Geronimo? Keine Ahnung. Natürlich für J. Achso, okay. Es gibt auch diese tolle Simpsons-Folge. Ja, ja, genau. Huma J. Simpson. Genau, und Johannes kannte nur die Klischees von ihm und daran sind natürlich die Fortsetzungen nicht unschuld und Rambo ist halt auch irgendwann zum Klischee und zum Meme geworden. Ja. Und deswegen fand ich es ganz spannend, mal mit ihm zusammen draufzuschauen, wo die Klischees herkommen und was der erste Film anders macht als die Fortsetzung. Und vielleicht auch die Frage beantworten, die ich mir selbst immer mal wieder stelle, ob der Film erfolgreich dabei ist, eine Figur zu etablieren, die sich komplett von der Figur aus den Fortsetzungen unterscheidet. Und ich bin sehr gespannt, was du zu dem Film zu sagen hast und was mit deinem Wissen oder Nichtwissen über Rambo geschehen ist im Laufe der Filmrezeption.
Johannes Franke: Oh Gott, Plur.
Florian Bayer: Egal. Klontje. Klontje, hier. Okay, und wie immer habe ich einen ganz kleinen Text vorbereitet, mit dem wir einsteigen werden und der ist hoffentlich nicht zu lange und danach geht es gleich rein in die Diskussion und den Streit. Ich würde einfach mal loslegen. Ja, sehr schön. Die Literaturverfilmung First Blood aus dem Jahr 1982 erzählt die Geschichte des Vietnam-Veterans John J. Rambo, der auf seinem Weg durch die nordamerikanische Kleinstadt Hope vom örtlichen Sheriff als Herumtreiber festgenommen wird. Die äußerst brutale Behandlung durch die örtliche Polizei führt bei Rambo zu Kriegsflashbacks. Er schlägt sich den Weg aus dem Polizeirevier frei und fliegt in die anliegenden Wälder. Die Polizisten folgen ihm, werden aber dank seiner im Krieg erlernten Überlebensfertigkeiten sehr schnell von Jägern zugejagten. Wenn man an die Person Rambo denkt, hat man vor allem die Memes und Klischees im Kopf, an denen vor allem die beiden 80er Jahre Fortsetzungen schuld sind. Der heroische Einzelkämpfer, der wie durch ein Wunder jedem Kugelhagel entgeht und im Alleingang Kriege gewinnt, der die Ehre der USA endlich wiederherstellt. Aber vielleicht gelingt es diesem ersten Teil dann doch, der Figur andere Facetten abzugewinnen. Die Frage ist nur, welche Facette überwiegt. Und damit spiele ich den Ball an dich weiter, Johannes. Wer ist dieser John J. Rambo in First Blood? Ein traumatisiertes Kriegsopfer? Ein Kind, das mit seiner Stärke nicht umgehen kann? Ein verwirrter Gewalttäter? Eine Kampfmaschine, die in der Zivilgesellschaft nichts verloren hat? Ein Terrorist? Oder vielleicht doch einfach nur ein überzeichneter, Stereotyper und konservativer Actionheld, getarnt als tragischer Außenseiter? Ja, zu wenig Motivation, was ist denn seine Motivation? Weil Sylvester Stallone kein guter Schauspieler ist. Nein, weil das Drehbuch schlecht ist. Weil das Drehbuch schlecht ist, okay. Es ist ja ein Film, der sich wie andere Filme auch sehr stark von seiner Vorlage entfernt und wirklich radikal von der Vorlage abweicht. Das Buch selbst ist von David Morell aus dem Jahr 1972 und das ging auch durch verschiedene Hände, bevor es dann endlich verfilmt wurde. Es gab 1972 schon die Idee, das zu verfilmen und von Columbia Pictures und das ist aber einfach schiefgegangen. Wahnsinnig viele Schauspieler, die dafür auch ins Trage gekommen sind. Ja, unglaublich viele Leute, die im Laufe der Zeit geplant waren als Rambo-Darsteller. Und es gab im Prinzip diese drei Versuche. Der erste Versuch 1972, der zweite Versuch 1977 und die sind beide gescheitert. Und beim zweiten Versuch hatte sich das Skript dann aber schon so ein bisschen geändert. Und zwar mit einem der wesentlichen Änderungen, dass Rambo am Schluss den Film überlebt im Gegensatz zum Buch. Aber sie haben ja auch beide Sachen gedreht. Aber im Buch wird er tatsächlich umgebracht. Im Buch ist Rambo auch im Gegensatz zum Film eine absolut eiskalte Killermaschine. Also die Sympathieverteilung im Buch selbst ist eigentlich ziemlich klar, weil wir einfach die Perspektive des Cops einnehmen. Dieses Teasel, der ihn jagt. Und es ist eigentlich ganz klar, dass dieser Rambo eine Gefahr ist für die Gesellschaft. Und der hat auch einen ordentlichen Bodycount im Buch im Gegensatz zum Film. Im Buch tötet er... 18 Leute, glaube ich, oder? Eine zweistellige Zahl von Leuten auf jeden Fall. Ja, ich glaube, es war so irgendwas zwischen 10 und 20, eher Richtung 20. Während er im Film eigentlich nur für einen Toten verantwortlich ist. Und das wird sogar noch inszeniert als Unfall. Also es gab wirklich viele Änderungen. Sylvester Stallone hat tatsächlich beim dritten Versuch sehr viel am Drehbuch nochmal umgeändert, umgeschrieben. Hat auch gesagt, er will diesen Rambo irgendwie anders darstellen. Tatsächlich, Pointe, David Morell mochte die Verfilmung. Und er sagt, er hat die Verfilmung so gelesen, dass weder der Polizist noch Rambo Protagonisten sind. Beziehungsweise, dass beide Protagonisten sind, dass es keinen wirklichen Antagonisten gibt. Oder dass beide Antagonisten sind, deren Perspektive wir nacheinander oder wechselnd annehmen. Ja. Und dass das eigentlich viel besser passt, weil er meinte so, man konnte im Jahr 1982 konnte man Rambo nicht mehr so inszenieren, wie ich das 1972 gemacht hatte, wie ich das 1972 im Kopf hatte. Das ist einfach ein anderer Film. Ja. Das ist einfach eine andere Zeit und es gibt andere Themen, die relevant sind. Und deswegen hat er das durchaus zu schätzen gewusst, dass so viel sich verändert hat. Ja, was natürlich grundsätzlich das Thema ist, ist der Umgang mit Vietnam. Einige Zeit danach. Das ist vor allem der Hauptunterschied. 1972 war Vietnam noch total frisch und 1982 haben wir eine ganz andere Situation bei den Vietnam-Veteranen. Und der Film hat dabei natürlich eine gewisse konservative Stoßrichtung. Die kann man in diesem Film nicht absprechen. Die ist ganz klar vorhanden. Nicht nur in dem berühmten Monolog, den Rambo am Schluss hält, wo er sich furchtbar drüber aufregt und in Tränen zusammenbricht und erzählt, dass er nach Hause kommt. Und dann stehen da die Leute und sagen, er wäre ein Kindermörder. Und so ein bisschen diese Deutsch-Stuss-Legende, dass die Friedensbewegung die patriotischen Soldaten nicht vernünftig behandelt hat und dass die deswegen irgendwie nie in der Zivilgesellschaft ankommen konnten. Er macht aber auf jeden Fall das Thema auf, was ist da in Vietnam passiert, was in den einzelnen Soldaten passiert und wie haben die versucht, das zu verarbeiten und wie ist das schiefgegangen. Was ja auch tatsächlich ein spannendes und auch ein wichtiges Thema ist, was einige Antikriegsfilme in der Zeit und davor und auch danach gemacht haben. Vietnam hat natürlich in der amerikanischen Seele ein großes Trauma hinterlassen und vor allem eben bei den Soldaten, die zurückgekommen sind. Das Problem bei diesem Narrativ ist natürlich immer, dass die, wenn du so ein Opfernarrativ aufmachst von den armen amerikanischen Soldaten, die da im Dschungel alleingelassen wurden und vom bösen Vietcong gefoltert wurden, dass komplett unter den Teppich gekehrt wird, dass die amerikanischen Soldaten da natürlich auch ganz krass Täter waren. Ja, ja. Und dieses Narrativ vom amerikanischen Soldaten als Opfer ignoriert das natürlich so ein bisschen oder relativiert das auch und spielt das auch so ein bisschen klein, dass da unglaublich viel Gewalt von amerikanischen Soldaten stattgefunden hat. Ja, du meinst über das Vietnam-Trauma von ihm persönlich? In seiner ganzen Karriere. Stallone hat tatsächlich später, so in den späten 90ern hinaus, hat Stallone durchaus einige Rollen gespielt, wo man dachte, oh, interessant. Das Interessante ist ja, Sylvester Stallone war damals, wurde eigentlich als Kassengift angesehen, ne? Die wollten, die wollten den eigentlich nicht haben. Es gab enorme Widerstände gegen Stallone zum einen, weil es hieß, der kann diese Rolle eigentlich nicht stützen, der kann diese Rolle nicht tragen. Und Ted Kotschev, der Regisseur, hat wohl ziemlich dafür gekämpft, dass er Stallone kriegt, weil die Produzenten gesagt haben, ey, der hat bis jetzt nur in Trashfilmen mitgespielt und hat einmal ein glückliches Händchen mit Rocky bewiesen. Ja, genau. Und sonst waren seine Filme auch alle Flops, ne? Rocky war eigentlich so das einzige Ding, was ihn irgendwie hat so ein bisschen leuchten lassen, da hat er ja auch das Drehbuch geschrieben. Ja. Und ansonsten hat er halt so was gespielt, wie der italienische Hengst. Ach, die Scheiße. Und dann irgendwelche trashigen Actionfilme. Und ja, ich finde, Stallone passt in die Rolle. Ich finde, er ist jetzt kein, er ist nicht ein überzeugender Darsteller, aber gerade diese Wortkargheit von der Rolle und auch diese narrative Kargheit von dem Film macht es für mich passend. Ich bin froh, dass der Film ja nicht over-explained, was mit diesem Rambo passiert ist, sondern dass er eben wirklich nur so ein paar Momente gibt der Wahrnehmung, nicht mal der Reflexion, einfach wirklich diese Flashbacks. Ja. Und das reicht für mich erstmal, um zu etablieren, okay, da ist ein Trauma offensichtlich. Das ist, wir haben hier ganz klar posttraumatische Kriegsverfahren. Und die erste, die Verfolgungsjagd, wenn die Polizisten zum ersten Mal durch den Wald jagen, 40 Minuten oder sowas. Ja, unglaublich. Und Stallone hat sich geschämen. Was für eine Art von Erklärung erwartest du oder was für eine Art von Narrativ erwartest du, dass dir den Film näher bringt? Tatsächlich finde ich es total stark in dieser Szene, dass du das Gefühl hast, er ist socially nicht nur awkward, sondern er ist einfach, er kommt in der Zivilgesellschaft nicht wirklich zurecht. Ja. Er kann nicht kommunizieren, er kann überhaupt nicht sagen, was er eigentlich will und er scheint irgendwas zu suchen. Und ich meine, er ist ja wirklich, also er ist ja das tatsächlich, was der Polizist, unser zweiter Protagonist in ihm sieht. Er ist ja irgendwie ein Herumtreiber, er weiß nicht genau, wo er hin will, er ist eher halt unterwegs mit seinem Rucksack. Er hat lange verfilzte Haare, er hat ein bisschen Bart. Er hat keine langen verfilzten Haare. Für 1982er Standard, Tom. Das ist kurz vor Satanismus und Heavy Metal. Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Es ist übrigens lustigerweise reduziert, im Roman hat er ein Vollbart und die Haare sind deutlich länger. Da haben wir die erste politische Schlagseite des Films tatsächlich. Der Film ist ein konservativer Actionfilm und er hat vor allem Spuren von diesem Paläokonservatismus oder Paläolibertarismus. Also dem Konservatismus wird ja oft nachgesagt, dass er einen starken Staat will, der halt irgendwie harte Gesetze hat, der ganz genau regelt, dass sich alles an der Bibel orientiert, also vor allem dem US-Konservatismus und dass Homosexuelle nicht heiraten dürfen und so weiter. Aber es gibt natürlich diese eine Richtung, die sich als radikal-libertär versteht. Und das ist die Richtung, die jetzt auch in der Trump-Ära nochmal stärker nach umgekommen ist, wo es den Konservativen vor allem darum geht, sich vor einem vermeintlich in alles eingreifenden Staat zu schützen. Das dazu gehört zum einen diese Sezessionenbewegung, dass man sagt, hey, wir Südstaaten müssen uns lösen von dieser Zentralregierung in Washington, die uns unterdrücken will. Ei, ei, ei, ei. Aber dazu gehört natürlich auch so dieses klassische Waffending, from my cold dead hands, dieses wir wollen das Recht darauf haben, Evolution in der Schule nicht unterrichten zu müssen und ähnliche Sachen. Wir wollen eine starke Wirtschaft, einen freien Markt, das heißt der Staat soll eigentlich so wenig wie möglich eingreifen und natürlich mit dem Grundkonzept, die Macht des Stärkeren. Und dieser Film erzählt natürlich, wie ein Soldat, ein ehrenhafter Bürger, der im Krieg gekämpft hat, von einer übertriebenen Staatsmacht in die Mangel genommen wird und nicht den Respekt kriegt, den er verdient hat. Also das ist tatsächlich die erste politische Schlagseite, die wir in diesem Film haben. Und das macht der Film ja auch erfolgreich. Also er zeigt uns zumindest, in der ersten halben Stunde ist ganz klar unsere Sympathie auf Rambos Seite. Ja natürlich, weil diese Cops sind total ätzend, die haben überhaupt keinen Respekt vor ihm, die sind gewalttätig ihm gegenüber. Und dieser Moment, wenn der Sheriff ihn aussetzt auf der Brücke und wegfährt und er dann zurück. Und dann gibt es diesen Moment, wo er wirklich kurz überlegt und es gibt die klare Entscheidung, ich drehe mich jetzt um und gehe wieder zurück in diese Stadt, das ist mein Recht. Das kommt eben in dieser Opferrolle als Traumatisierter, der in der Zivilgesellschaft wirklich funktioniert. Da passt das doch rein. Was sollte er machen? Sollte er reden? Sollte er versuchen, sich zu erklären? Das würde doch noch weniger zu der Figur passen. Es ist tatsächlich eine gute Frage, was es da braucht. Wir haben hier ja auch eine resignierte Figur vor uns. Er sagt ja, irgendwann beschwert er sich ja drüber, dass er auch überhaupt keine Chance kriegt in der Gesellschaft. Und er sagt, da konnte ich einen Panzer fahren. Ich war verantwortlich für Millionen Dollar von Equipment. Und hier kriege ich nicht mal einen Job als Parkwächter. Hier kann ich einfach nichts machen. Er ist ja wirklich, er ist ja auch irgendwie resigniert. Er traumelt so ein bisschen durch diese Welt, weiß nicht, wo er hin soll. Offensichtlich sind alle tot, die ihm irgendwas bedeutet haben. Nämlich die Leute, mit denen er in Vietnam gedient hat. Und er ist komplett auf sich allein gestellt und einfach hilflos. Also er ist für mich in diesen Szenen wie so ein hilfloses Kind, das irgendwie durch eine Welt irrt, das es nicht versteht. Ja. Auch schon so ein bisschen glorifiziert. Wir sind im Moment auf seiner Seite einfach durch die Art, wie er behandelt wird. Ja, total. Auf jeden Fall. Naja, es gibt diesen einen jungen Hilfssheriff, der irgendwann sagt, die haben ihn ziemlich hart drangenommen, der da auch irgendwie nicht dabei sein will, der dann irgendwann weggeht, wo sie sich noch über ihn lustig machen. Aber ja, das gebe ich dir auf jeden Fall. Die Polizisten in dem Film sind sehr eindimensional gezeichnet. Das wäre auf jeden Fall was, wo der Film facettenreicher hätte sein können, auch irgendwie ein bisschen nachvollziehbarer. Er hätte erzählen können, wie sich Menschen verhalten. Ändert für mich allerdings nichts dran, dass die Figur Rambo Facetten gewinnt. Das sind diese Szenen, wo er die Facetten eines hilflosen Opfers, eines Kindes, das irgendwie nicht weiß, wo's hingehört, gewinnt. Die zweite Facette ist halt diese Amokläufer-Facette. Die kommt kurz darauf, wenn er sich eben zur Wehr setzt. Es gibt ja diese, weißt du, woher der Name Rambo kommt? Ich hab's, glaub ich, gelesen irgendwo. Das war ein Apfel. Das war, die Frau des Autoren hat irgendwas mit Äpfeln gemacht oder so und er dann geguckt, ah ja, oh Rambo. Und viele, die schreiben, wissen genau, das ist die Art, wie man auf Namen kommt, dass man irgendwas sieht und dann denkt, perfekt. Aber tatsächlich ist Rambo auch, Zufall, ein Lehnswort aus dem Japanischen, das so viel wie ungezügelte Gewalt ungefähr bedeutet. Ah, okay. Und es gibt ja auch das malaiische Lehnwort Amok. Das heißt in Blinderwut angreifen und töten. Es gibt ja durchaus eine gewisse phonetische Ähnlichkeit zwischen den beiden und eine semantische Ähnlichkeit zwischen den beiden. Und das Thema Amoklauf war immer mal wieder in der Geschichte der Kultur Thema. Anfang des 20. Jahrhunderts gibt's Bücher über Amokläufer. Es gibt Taxi-Driver aus den 70ern, also in New Hollywood war Amoklauf ein Thema. Und dann natürlich durch die Schule Amokläufer in den 90ern. Ende der 90er wurde es wieder ein großes Thema. Und ich finde, Rambo ist auch nochmal so eine kleine Welle, wo dieses Amoklauf-Thema irgendwie aufgegriffen wird. Es passt zu dem, was man so als psychosoziales Profil von einem Amokläufer haben kann. Dass sie Menschen sind, die sich entwurzelt fühlen, die sich in der Welt nicht akzeptiert fühlen. Und die dann, die darauf verheerend reagieren, indem sie halt ihre Konflikte mit Gewalt lösen. Und bei Rambo ist das natürlich nochmal besonders stark, weil er eben auch eine Figur ist, eine Person ist, die offensichtlich einfach gelernt hat, dass Konflikte sich mit Gewalt lösen lassen. Indem er im Krieg täglich Konflikte mit Gewalt gelöst hat. Aber hast du das Gefühl, der Film präsentiert dir Rambo zu sehr als Sympathieträger? Aber siehst du dann, dass der Film auch umschwenkt? Also, dass diese Sympathie, die wir mit ihm entwickeln irgendwie am Anfang, weil er ein Opfer ist oder die wir nicht entwickeln, weil es schlecht inszeniert ist, dass der Film die dann irgendwie auch brechen will, indem er eben diesem Rambo neue Seite gibt? Ich finde, es wird tatsächlich gebrochen, spätestens in dem Moment, in dem wir eine außenstehende Person eingeführt bekommen, die Rambo kennt und die ihn von außen nochmal beurteilt. Und das ist eben dieser Troutman, dieser Colonel, der unter dem Rambo gedient hat und der fast so eine Art Vaterfigur für Rambo geworden ist. Und wenn er quasi etabliert wird mit God didn't make Rambo, I made him. Und dann wird Rambo als Soldatenfigur etabliert. Und dann kommen am stärksten natürlich diese Aspekte aus dem Roman zur Geltung, dass Rambo eben als dieser Soldat und auch als diese Kampfmaschine gezeigt wird, die ja fast schon automatisch reagiert. Wenn er zum Beispiel diesen Funkspruch von seinem Colonel empfängt, wie konditioniert reagiert er da drauf und ist auch direkt in diesem Militärmodus. Und ich finde, da wird das aufgebrochen. Da wird diese Rambo-Figur auf jeden Fall, also sie kriegt auf jeden Fall Sympathie genommen. Das wird nachher nochmal stärker, wenn so eine letzte große Facette von ihm nochmal gezeigt wird. Wir fangen gleichzeitig an, ihn ein bisschen mehr zu verstehen. Und ich finde es ganz spannend, dieser Wechsel, weil wir haben dann ja auch einen Perspektivwechsel. Wir haben dann ja eine relativ große Szene im Film, wo wir nicht Rambos Perspektive haben, sondern die Perspektive seiner Verfolger, die zu Verfolgten werden, die zu Jagden werden. Und die dann versuchen, irgendwie die Situation zu handeln. Ein großes Presseauflauf, dann wird die Nationalgarde gerufen, dann kommt dieser Troutman dazu. Und dann diskutieren sie über diesen Rambo, der halt in den Wäldern ist. Aber ist dir auch aufgefallen im Schnitt, man merkt tatsächlich, dass sie die Zeiten, also gerade was die Sonne betrifft, dass sie es teilweise echt, echt clumsy machen. Es gibt diesen Wechsel von, wir haben Dunkelheit und dann ist plötzlich wieder ein nicht heller Tag, aber irgendwie so Nachmittag. Und wir sind mitten in der Nacht und dann haben wir plötzlich den frühen Abend. Und das ist alles so ein bisschen ungeschickt zusammengeschnitten. Also es gibt viele von diesen Momenten, wo du denkst, hoppla, Continuity? Wo befinden wir uns gerade in der Zeit? Okay, wollt ihr uns gerade erzählen, was davor passiert ist? Aber hättet ihr das dann nicht besser davor schneiden sollen? Die haben eigentlich ein bisschen mehr als 24 Stunden. Er wird, gehen wir mal davon aus, dass er am frühen Mittag von der Polizei festgesetzt wird und dann fliegt und am Nachmittag von ihm gejagt wird. Dann rufen sie die Nationalgarde und es ist abends. Dann ist ja auch tatsächlich diese Übernachtung und dann wird er nochmal angegriffen von denen, flieht durch diesen Tunnel und dann vergeht halt wieder ein Tag und in der nächsten Nacht greift er dann die Stadt an. Was ich auch so absurd finde. Ja, aber das, genau, das ist nochmal, das ist tatsächlich nochmal eine spannende Facette, weil in dem Moment wird Trambo ja wirklich zum Terrorismus. Ja, das ist ja das Krasse. Ja, er trägt den Krieg in die Zivilgesellschaft. Du kannst dem Film nicht vorwerfen, dass er deiner Erwartungen bricht, wenn er das mit Absicht macht. Nee, natürlich nicht. Ja, ja, ja, ich weiß, was du meinst. Ich fand tatsächlich, die hat einen ganz merkwürdigen Habitus, diese Figur. Ja. Ich finde die tatsächlich interessant, gespielt von Richard Cranor. Ich finde, der hat so was Weiches an sich. Und ich hatte ein paar Mal, als ich den Film gesehen habe und nicht zum ersten Mal, hatte ich das Gefühl, es könnte so eine homosexuelle Schlagseite angegültet werden. Unbewusst vielleicht. Also, der Film hat ja nichts, was in diese Richtung geht. Aber diese Nähe, die dieser Cranor, diese Figur Troutman hat zu Rambo und wie sie über ihn redet, das ist natürlich so ein bisschen eine Vater-Sohn-Beziehung. Ja, genau. Aber ich habe das Gefühl, da steckt auch, da steckt so eine romantische bis, ja, vor allem so eine romantische Komponente irgendwie drin. Und die wird halt dadurch noch verstärkt, dass er so eine, das, was man gerade im 80er-Kino als sehr glichähaft, als weibliche oder feminine Seite beschreiben würde. Ja. Also, ich finde, er wirkt nicht so wie der harte Colonel, der zähe Hund, der irgendwie die Leute rumkommandiert, sondern er hat was sehr Weiches an sich. Das stimmt. Übrigens auch eine wesentliche Änderung zwischen Buch und Film. Im Buch kennt Rambo diesen Trotman praktisch gar nicht. Stimmt, er erinnert sich eigentlich nicht an ihn. Ja. Und es ist eine ganz andere Beziehung. Im Film wird diese Männerfreundschaft viel stärker gemacht. Ja. Und dieser Trotman erschießt im Buch ja sogar Rambo. Ja. Und hier hat er viel mehr Mitgefühl für ihn und ist eigentlich so die einzige Verbindung, die er noch irgendwie hat zu einem anderen Menschen. Deswegen umso stärker romantisierter wirkt diese Beziehung. Und eben nicht einfach nur im Testosteron-gestellten Wir-sind-Soldaten- und-halten-Zusammensinne. Ja, ja, genau. Sondern eben auch in diesem Nimm-mich-bitter-in-den-Arm-Sinne. Rambo darf auch weinen bei ihm, ne? Ja, ja, ja. Ja. Okay, ich sehe schon die Diskrepanz in unserer Wahrnehmung. Das, was du als konfus wahrnimmst und als irgendwie inkonsistent, nehme ich tatsächlich als facettenreich wahr. Und als tatsächlich, ja, vielleicht so ein bisschen klamm sie aneinander gedrückt. Aber ich finde, dieser Rambo, diese Figur offenbart mehr und mehr Facetten. Und dass es eben diese letzte große Facette ist eben, dass er wirklich zum Terroristen wird. Und es gibt in der Sozialwissenschaft gibt es unter anderem die Haltung, dass das Terrorismus nicht als militärische Strategie gesehen wird, sondern als Kommunikationsstrategie, deren Ziel es ist, bestehende Ordnung zu verändern. Das heißt, ein Terrorakt ist immer auch irgendwie so eine Art Aufbegehren, Aufschreien gegen ein vermeintliches Unrecht oder gegen gesellschaftliche Missstände. Der große Unterschied beim Terrorismus ist, dass er viel zielgerichteter ist. Und das ist das, was Rambo auch im, was quasi im letzten Akt Rambo macht. Es ist ja ein sehr zielgerichteter Guerillakampf, den er macht gegen die Stadt. Und er weiß ja auch genau, was er will. Er weiß ja, er muss hier die Stromleitungen kaputt schießen, damit dem Polizeirevier das Licht ausfällt. Er muss hier in der Tankstelle Feuer machen, damit die Polizisten abgelenkt sind, damit er seinen Hauptantagonisten eben diesen Teasel finden kann und zur Strecke bringen kann. Und wo bist du in diesem Moment? Bist du in der Wahrnehmung des Teasel, der so eigentlich diese klassische Horrorfilm-Wahrnehmung, irgendwo ist das Böse, das mich jetzt zur Strecke bringen will und ich muss mich schützen? Oder bist du eher in der Perspektive des Rambo, der denkt, okay, ich habe ein ganz klares Ziel und jetzt muss ich diesen Wichser zur Strecke bringen? Schafft er es? Schafft er es? Aber ich glaube, da bist du auf das Rambo-Selbstbild reingefallen. Das Rambo-Selbstbild sagt natürlich, ich will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Ich bin keine Gefahr für die Gesellschaft. Aber das andere Bild, was wir gezeigt kriegen, was wir unter anderem durch den Trotman vermittelt kriegen und auch durch seine Opfer, ich meine, er sagt, er will keine Zivilisten verletzen, aber dafür baut er schon ziemlich brutale Fallen auf, um die Leute eben doch doll zu verletzen. Das ist schon ziemlich hart. Ja, auf jeden Fall. Dieser Rambo ist natürlich eine Gefahr auch für die Gesellschaft. Genau, genau. Und da musst du natürlich, da musst du auch von der Intention von den Filmemachern weggehen und zu dem Phänomen an und für sich kommen, was wir in diesem Film sehen. Und ich glaube, wir sehen in diesem Film, und das ist tatsächlich, das ist für mich auch ein Moment, wo dieser Film nämlich knickt, wo ja Rambo anfängt als Actionheld zu etablieren. Ja. Es gibt mehrmals diese Actionmomente, wo, angepeilscht von dieser Musik von Jerry Goldsmith, der ja auch einige Hollywoodfilme machen durfte, gibt es einfach diese Momente, wo der Film sich so ein bisschen selbst in diese Figur Rambo verliebt, wo er ihn als Actionheld inszeniert, auch wenn wir sehen, wie Rambo als Überlebenskünstler ein Wildschwein schlachtet und über dem Feuer präht und boah, der hat es voll drauf und das geile Messer, das er hat, das übrigens total ikonisch geworden ist dadurch. Ja, genau. Ein Messer mit einem schönen Knauf, wo dann noch ein Kompass drin ist, hat sich wie doof verkauft nach dem Film. Der Film verliebt sich in Rambo als Actionhelden, aber natürlich wird Rambo in diesem Moment eigentlich, witzigerweise, wo der Film ihn zum Actionheld stilisiert, wird Rambo zum Terroristen und wird Rambo als das gezeigt, was er tatsächlich ist, nämlich eine Gefahr für die Zivilgesellschaft. Absolut. Der ein bisschen ein, zwei Mal zu oft geschubst wird und dann mit aller Härte zurückschlägt. Und es ist vielleicht auch tatsächlich eine Schwäche von dem Film, dass er am Schluss Tiesel nicht umbringt, weil das ist natürlich so sein Ziel dann irgendwie. Er hat ganz klar ein Ziel und er hat ganz klar ein Opfer und er wird dann halt von Trotman zurückgehalten, aber eigentlich ist er gefährlich und natürlich ist er auch ein Killer. Mach Rambo am Schluss grausamer und der Film wird stärker. Das Ding ist ja tatsächlich, durch dieses Verschonen von der Figur Rambo in dem Film erleben wir ja quasi die Geburt des Rambos als Actionheld und das ist dann ja wirklich eine krasse Genese, die er durchmacht. Also von einem auf den anderen Film und dann haben wir ja die Fortsetzung und die sind ja knallhart. Rambo ist dieser coole Einzelkämpfer, der es schafft, den Krieg zu gewinnen. Und da frage ich mich, warum? Ja. Ich glaube tatsächlich, also Stallone ist mit daran schuld, weil Stallone einfach in dieser Zeit sich so als Actionfigur entwickelt hat. Wir haben dann ja auch in den 80ern, im Laufe der 80er haben wir ja eine Menge Actionfilme, wo Stallone einfach nur der coole Held sein kann und so zusammen mit Schwarzenegger quasi so die Speerspitze dieses Testosteron-gesteuerten Kinos ist. Und Stallone wollte das ja auch in diesem Film so ein bisschen. Von ihm kam die Idee, dass er auf diesen Wildschwein-Eber springt und ihn tötet. Der wollte doch viel mehr von dem Scheiß machen. Der hat gesagt, der hat sich offensichtlich total absurde Sachen ausgedacht. Er wollte gegen Berglöwen kämpfen. Was? Und gegen einen Hirschen. Und dann hatten sie so Ranger als Beratung. Und die meinten dann, du, also ganz ehrlich, du, wenn du gegen irgendwelche Tiere im Wald kämpfen willst, einen Hasen, den würdest du vielleicht packen. Das können wir gerne machen, aber wahrscheinlich würdest du von dem Hasen gebissen werden. Das wäre auch nicht so geil. Ist das geil? Es gab wohl so eine ganze Liste von Stallone übrigens. Diese Tiere will ich alle noch besiegen. Gott, wie doof. Ach man, ich habe ihm mehr zugetraut. Aber das macht diesen Film tatsächlich für mich spannend. In seiner Zerrissenheit auch. Weil er präsentiert uns Rambo eben als dieses Opfer, als dieses hilflose Kind. Er präsentiert uns Rambo aber auch als den Amokläufer, als den Terroristen, als den Soldaten, als diese Killermaschine, die gar keinen eigenen Willen mehr hat, nur konditioniert ist aufs Töten. Und dann kommt er aber irgendwie auch auf diese Actionheld-Spur. Und das ist so eine innere Zerrissenheit, in der dieser Film kämpft. Und das macht den Film für mich tatsächlich sehr spannend. Ja, ach, ich weiß nicht. Hat er? Echt? Ja, ja. Also nicht schlimm, nicht so verheerend, wie andere Verletzungen von Stuntman sein können. Aber den hat es schon ein bisschen erwischt. Okay. Ich finde ihn tatsächlich als Actionfilm stark, weil er eben diese Action-Momente so klein macht. Das Auto fällt halt nicht die Klippe runter und es modiert dann noch groß. Richtig, genau. Es hat alles diesen kargen Realismus, auch so ein bisschen diesen deprimierenden Realismus. Ja. Auch wir sehen echte Folgen, ne? Also Menschen werden verletzt und sind dann nicht mehr fähig zu kämpfen. Inklusive Rambo selbst, der halt auch irgendwie ziemlich verletzt da liegt. Und wir sehen halt auch lange Rambo einfach, der mit seinen Verletzungen kämpft und darunter leidet. Deswegen finde ich ihn als Actionfilm stark, als Drama. Wenn ich ihn als Drama rezipiere, denke ich auch, oh, es gibt so viele bessere Dramen, die sich mit Vietnam-Trauma auseinandersetzen. Genau. Oder mit vermeintlichen hellen Taxi-Driver, um das nochmal zu nennen, ist natürlich ein viel besseres Drama in der Hinsicht. Aber wenn ich ihn so als Hybrit sehe aus Drama und Actionfilm und sage, okay, es hat irgendwie diesen Actionanspruch. Und es hatte ja auch das Buch, also der Autor des Buches, David Morrell, hat selbst gesagt, sein Buch war ein Actionbuch. Ja, okay. Und deswegen hat er auch einen Actionfilm erwartet. Ja. Was ihn dann auch überrascht hat, ein bisschen als er aus dem Kino rauskam, dass es so wenig Actionfilm war. Ja. Dann denke ich, für einen Actionfilm ist es sehr gelungen, weil es das Beste macht, was ein Actionfilm machen kann, nämlich das Genre zu unterlaufen. Ja, also das gebe ich dir natürlich vollkommen recht. Das ist vielleicht so ein ganz guter Mittelweg, auf den wir uns treffen können. Ja, vielleicht. Vielleicht genau das. Lass uns mal ganz kurz was zu den Fortsetzungen sagen, weil wie gesagt, mit der Figur, mit der Person Rambo, die überlebt, wird diese Ikone Rambo geboren. Der erste Film hieß First Blood. Der hieß nicht Rambo. Im Deutschen hieß er Rambo. In Deutschland wurde er Rambo genannt. In Amerika hieß er First Blood. Ja, ganz normaler Titel. Weil es eben keine ikonische Figur ist. Der zweite Film hieß in Amerika Rambo. Doppelpunkt First Blood Part 2. Okay, okay. Man hätte sagen können First Blood 2. Man hätte das Part streichen können. Doppelpunkt Rambo. Dann wäre es irgendwie klarer. Ja. Im Deutschen hieß er Rambo 2. Der Auftrag ist konsistent tatsächlich. Ja, das stimmt. Der dritte Film hieß in Amerika Rambo 3. What? Wenn First Blood Part 2 Rambo ist, müsste dann der dritte Film nicht eigentlich Rambo 2 sein? Witzigerweise haben sie es im Deutschen tatsächlich geschafft, konsistenter zu sein als im Original in Amerika. 1988 war der dritte Film. Sehr viel später, nämlich genau 20 Jahre. 2008 kam der vierte Film raus, der in Amerika nicht Rambo 4 hieß, sondern Rambo. Der hieß einfach nur Rambo? Der hieß einfach nur Rambo. Und deswegen mussten sie ihn im Deutschen, konnten sie ihn ja nicht Rambo nennen, weil sie sagt ja schon Rambo im Deutschen. Deswegen heißt er im Deutschen natürlich John Rambo. Wie sonst? Fuck, Alter. Warum nicht Rambo 4? Was denn? Man kann sich nicht weiterzählen, hat jemand irgendwie verlernt, wie es weitergeht. Irgendwie haben sie das total verkackt mit dem Titel. Oh Gott. Und der fünfte Teil 2019, drei Jahre alt. Ja. Rambo, Doppelpunkt, Last Blood. Immerhin so eine Klammer drum gemacht. Okay. Aber sie, wären sie mutig gewesen, hätten sie ihn nur Last Blood genannt. Jetzt stimmt. Ach, Mann. Aber viel witziger als die Titel ist noch die Handlung von den Filmen. Hast du einmal kurz quer geguckt, worum es geht? Nein, keine Ahnung. Also, in Rambo 2, beziehungsweise Rambo First Blood 2, wird Rambo von seinem, von dem Colonel Troutman zurück nach Vietnam geschickt, weil er da irgendwie Leute retten muss, die festgehalten werden. Er soll doch seine, seine Sentence, also seine, seine Gefängnisstrafe soll er verkürzen. Genau, die wird ihm verkürzt oder erlassen, wenn er, wenn er zurück nach Afghanistan geht und da halt irgendwie Action-Gedöns macht, sprich ganz viele Vietkong tötet und die Leute rausholt, die gefangen genommen sind. Und in diesem Film gibt es dann dieses berühmte Zitat, wo er sagt, werden wir diesmal den Krieg gewinnen? Und genau das ist dieser Film. Dieser Film ist purer amerikanischer Action-Revisionismus. Oh Gott. Wir gehen zurück nach Vietnam und Rambo macht das, was wir damals nicht geschafft haben. Wir gewinnen jetzt den Vietnamkrieg, Rambo gewinnt den für uns, Rambo macht das. Und da wird, da wird einfach mal diese Ikone geboren. Dieser Rambo, der, der halt einfach im Kugelhagel durchläuft. Tausend Vietnamesen schießen auf ihn, keiner trifft ihn, Maschinengewehrsalen prasseln auf ihn nieder, er rennt durch den Dschungel und schafft es alle zu retten. Und natürlich ist der Film blutig und brutal. Der Bodycount ist unglaublich hoch. Die Rambo-Filme sind berühmt dafür, dass ihr Bodycount eine Zeit lang zu den höchsten der Filmgeschichte gezählt hat. Und er macht das ganz tapfer und er gewinnt den Krieg natürlich für uns. Viel besser ist aber noch Rambo III, wo Rambo natürlich nach Afghanistan reist, wo er an Seite der tapfen Mujahedin gegen die bösen sowjetischen Besatzer kämpft. Wir erinnern uns vielleicht an diesen Mujahedin, das sind nämlich nachher die, die wiederum den islamistischen Terror mit begründen. Das heißt, wir befinden uns hier im Jahr 1988 und das sind die Guten. Weil die kämpfen gegen die sowjetischen Besatzer und wir haben noch den Kalten Krieg. Und da sind das echte Helden. Krass. Das heißt, wir haben einen Rambo-Film, in dem die Islamisten die Helden sind und Rambo zusammen mit ihnen gegen die bösen sowjetischen Besatzer kämpft. Dieser Film fängt übrigens an mit, mein Krieg ist vorbei. Und kurz danach hat er den höchsten Bodycount der Filmgeschichte ever. Genau, herzlichen Glückwunsch. Schön. Also, die beiden Filme sind purer Trash. Das ist pure 80er Jahre Action-Trash. Oh, Mann. Inklusive dieser wirklich unangenehmen politischen Komponente. Wir wissen genau, Ronald Reagan mag das. Ja, oh Gott. Das ist dieser Action-Konservatismus, den wir in den 80er Jahren in den USA auch oft haben. Dass die Einzelkämpfer dazu in der Lage sind, weltgroße geopolitische Probleme zu lösen. Halt ausgerüstetem Maschinengewehr und einem Bogen. Der erste Rambo-Film ist der einzige Film, wo er keinen Bogen hat. Und ja, er gewinnt den Krieg. Also, ja, genau. Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Es ist wirklich ein schlechter Film. Also, Rambo 2 und 3 kann man sich angucken, wenn man ein bisschen Freude an Action-Kitsch hat, an Action-Trash. Und wenn man Leute sterben sehen will. Man muss ironisch distanziert gucken, weil sonst ist es nicht zu ertragen. Okay. Das Krasse ist ja, die Gewalt in diesem Film ist so trüber, dass es nicht mal irgendwie so ist, dass du denkst, es ist unangenehm. Weil es ist einfach, die Gegner, mit denen Rambo konfrontiert ist, das sind NPCs. Die sterben halt, wie die fliegen. Und es ist vollkommen egal. Es ist wie, wenn man sich durch ein Computerspiel schießt. Es gibt null Empathie. Es gibt, also die sind auch wirklich entmenschlicht, weil die einfach von allen Seiten kommen wie so Horden von Orks oder Zombies. Was in Herr der Ringe halt gelöst ist, indem es Orks sind. Die darf man halt abschlachten. Da ist es egal, wie viele davon sterben. Und in dem Film sind es aber halt einfach mal Vietnamesen und sowjetische Besatzer. Und dann bleibt noch einer übrig, wenn ich möchte. Zwei. Oh, cool. John Rambo, wo, oh Gott, den habe ich gesehen. Das ist wirklich lange her, deswegen kann ich dazu gar nicht viel sagen. Er geht wieder in den Dschungel und er kämpft wieder. Wie ich ihn in Erinnerung habe, ich war überrascht. Es war auch lange Zeit nach den 80ern natürlich. Es war 2008. Sie haben es tatsächlich so ein bisschen geschafft, den Schrecken des Krieges wieder ein bisschen zurück in die Rambo-Filme zu bringen. Also verstehe mich nicht falsch, es ist immer noch ein schlechter Actionfilm. Oder nee, es ist ein durchschnittlicher Actionfilm. Und er hat immer noch diese Probleme, schleppt er immer noch mit sich, die die anderen Fortsetzungen hatten. Aber er nähert sich wieder so ein Stück dem ersten Film. Ich glaube einfach, weil er die Gewalt ein bisschen realistischer zeigt. Ein bisschen exzessiver auch nochmal, aber dadurch auch nochmal so eine düstere Komponente kriegt, die den anderen beiden Trash-Filmen komplett gefehlt haben. Und Rambo ist aber halt wieder der Söldner, der irgendwie, ich weiß nicht, wo er kämpft, irgendwo im Dschungel gegen irgendwelche Leute, die böse sind. Rambo ist für die Zivilgesellschaft untauglich. Und wenn er wieder im Krieg ist, ist er voll in seinem Element und ist glücklich. Und dann gibt es tatsächlich einen letzten Film, den ich nicht gesehen habe, den ich irgendwann noch gucken muss, einfach so aus Completionist-Gründen. Ja. Der wohl ziemlich harsch kritisiert wurde wegen seinem Rassismus, den er mit sich trägt. Okay. Und zwar geht es darum, dass Rambo sich endgültig zurückgezogen hat. Sein Krieg ist vorbei, natürlich. Ja. Und er lebt irgendwo auf einer Farm. Und dann wird diese Farm, wenn ich das richtig verstanden habe, wird von Mexikanern überfallen. Ähm, okay. Oder auf jeden Fall hat er irgendwie einen Konflikt mit mexikanischen Gangstern oder so. Mhm. Und, ähm, macht halt das, was er kann, Leute erstießen, um das Problem zu lösen. Schiebt ihn der Pfleger im Rollstuhl in der Gegend rum, damit er schießen kann? Hey, Kudos an Sylvester Stallone, man kann zu ihm sagen, was man will. Aber der Mann ist jetzt mittlerweile, ähm, 60, 70 Jahre alt, über 70 Jahre alt. Wow. Und der macht noch die Action. Also der bewegt sich noch da drin. Wow. Sylvester Stallone hat ja nicht nur Rambo wiederbelebt, sondern auch Rocky in den 2000ern mit wirklich guten Filmen. Also sowohl die 2006er Fortsetzung Rocky Balboa, da fängt es schon wieder an mit dem Film. Er hat den fucking Film Rocky Balboa genannt. Die, äh, fünfte Fortsetzung von Rocky. Mhm. Äh, die sechste. Der ist wirklich gut. Der spielt ja gut, also er kann diese Rocky-Rolle einfach spielen. Ich würde jetzt auch sagen, dass das, Sylvester Stallone ist kein begnadeter Schauspieler, aber mit dem richtigen Film kann er was. Und Rocky Balboa war wirklich ein guter Film. Und dann hat er ja die Krone weitergegeben in den beiden Creed-Filmen, Creed Rockies Legacy. Ja. Wo er den Sohn von Apollo Creed, der Adonis, der von Michael B. Jordan gespielt wird, den bildet er aus. Und da ist Rocky dann quasi nur noch Trainer, das heißt, er bestreitet die Kämpfe nicht selbst. Ja. Und davon gibt es auch nochmal eine Fortsetzung. Und das sind gute Filme. Mhm. Also, äh, Sylvester Stallone, man muss seine Filme wirklich nicht mögen, aber der Mann kann was. Und das ist auch tatsächlich ein ziemlich kluger Mann, ne? Der, ähm, malt ja auch. Und die Bilder können sich sehen lassen. Okay. Und der, ähm, ist mittlerweile mit Arnold Schwarzenegger, seinem großen Konkurrenten in der gesamten Filmgeschichte. Mit dem ist er wohl so irgendwie ganz okay befreundet. Okay. Und hat sich auch so ein bisschen politisch engagiert, glaube ich. Ich weiß nicht, ob ich da was durcheinander schmeiße, aber irgendwie hab ich immer so Arnold Schwarzenegger als den Republikaner von den beiden gesehen. Und, äh, Sylvester Stallone als den, äh, Demokraten. Das stimmt aber tatsächlich nicht so 100 Prozent. Aber das Bild hatte ich auch und deswegen war ich so überrascht über, über diese konservative Haltung. Naja, das war Anfang der 80er. Da waren viele, viele, viele konservativ. Er war tatsächlich, hat tatsächlich auch, ähm, er hat tatsächlich auch Republikaner unterstützt und Demokraten. Er ist wohl irgendwie so ein bisschen dazwischen. So ähnlich wie Arnold Schwarzenegger eigentlich. Mhm. Also, weil, ähm, Schwarzenegger gehört ja eigentlich auch eher zum linken Flügel der Republikaner. Ja, muss man natürlich auch, wenn man in Kalifornien ist, weil Kalifornien ist eigentlich kein, kein republikanischer Staat. Und zum Beispiel, also beide waren entschiedene Gegner von Donald Trump. Und eher zu denen gehörte, die Donald Trump ordentlich kritisiert haben. Ja. Ich glaube, er macht in seinem Kontext, und zwar einen Actionfilm Anfang der 80er Jahre, orientiert an einem Roman, der wohl ein sehr einseitiges Bild von einem traumatisierten Soldaten zeichnet, macht er sehr viel richtig. Und zwar einfach, indem er eine ziemlich facettenreiche Figur zeichnet und sich sehr auf diese Figur stürzt. Also, der Film lebt durch diese Figur. Das heißt, wenn man die Figur Kacke findet, wenn man die Figur eindimensional findet, dann hat der Film nichts mehr. Ja. Und dass er aber gleichzeitig eben auch spannend ist, weil er die ganze Zeit so balanciert an diesen Genre-Grenzen von Drama und Actionfilm. Ja. Und er stolpert dabei. Und er ist oft clumsy dabei und etwas hilflos auch und macht auch vieles falsch dabei. Aber er bleibt in dieser Zerrissenheit spannend. Nicht zuletzt eben auch, wenn man ihn in den Kontext drückt, dass er der erste Film ist mit einem der berühmtesten Actionhelden der 80er Jahre. Ich glaube tatsächlich, dass viele Actionfilm-Fans, die mit Rambo 2 oder 3 eingestiegen sind, diesen Film total doof sind. Was haben die da Gefühle? Was soll das? Aber er war wirklich erfolgreich. Es war ein richtig, richtig erfolgreicher Film. Das stimmt, ja. Er hat, es war der erste Film von Stallone, der kein Rocky-Film war, der wirklich Geld gebracht hat und der ihn eben auch zum Actionhelden gemacht hat. 15 Millionen war das Budget. Er hat 125 Millionen eingespielt. Und von den 15 Millionen Budget ging übrigens ein Viertel fast an Stallone, der wohl ganz gut verhandelt hat, der 3,5 Millionen wollte. Und dann haben sie ihn auf 2 Millionen gekriegt. Und dann hat er aber nochmal extra 1,5 Millionen durch die TV-Auswertung gekriegt. Und der Film wurde ja auch sehr positiv aufgenommen von der Kritik. Also der ist durchaus, was so Actionfilmen betrifft, eher ein Fuitan-Liebling. Nein, die Rambo 2 und Rambo 3 Fans und die Michael Bay Fans sind auf deiner Seite. Aber wirklich nichts gegen Jerry Goldsmith, der gehört wirklich zu den großen Komponisten für USA-Filme. Hast du nicht auch gegen die Musik von Planet der Affen so gelästert? Ah, da weiß ich nicht mehr genau. Diese Percussions, die sind nämlich auch von Jerry Goldsmith. Ah, okay. Der nebenbei unter anderem noch Alien gemacht hat, Poltergeist, Total Recall, The Mummy. Er hat tatsächlich ein Händchen für sehr pathetische Scores. Ja, ja, sehr. Und der kommt in diesem Film auch total durch, auch gerade in den Action-Szenen. Ne, offensichtlich hat der Einstieg die richtige Stimmung gesetzt. Du wolltest sie einfach nicht akzeptieren. Immer möglich. Dann wollen wir einfach mal ganz elegant rüberschwingen zu unseren Top 3. Unsere Top 3. So, Top 3 zivile Kriegsfilme. Zivile Kriegsfilme. Ich habe es bewusst offen gehalten. Perspektive von Zivilisten im Krieg gilt ebenso wie Krieg, der in die Zivilgesellschaft getragen wird. Okay. Ja, wie leben Zivilisten im Krieg? Was passiert, wenn Krieg oder Erfahrungen, die man im Krieg gemacht hat, im zivilen Leben plötzlich wieder zum Tragen kommen? Und ich bin sehr gespannt, was du für mich hast. Ich glaube, du hast die Liste ernster genommen als ich. Dann haue ich mal eine Honorable Mention raus, weil, also er hat es nicht ganz in die Liste geschafft, weil er halt doch so diesen Pathos mitträgt, der an manchen Stellen vielleicht ein bisschen viel ist. Aber trotzdem ein sehenswerter Film von Steven Spielberg aus den 80ern 1987, Das Reich der Sonne. Mit Christian Bale. Oh, als Kind. Wow. Christian Bale spielt Jamie, der mit seinen Eltern in Shanghai lebt und dann kommt es zum japanisch-chinesischen Krieg. Der Film spielt nämlich Anfang der 40er Jahre und er wird von seinen Eltern getrennt und landet auch in Kriegsgefangenschaft und er dann durch dieses Kriegsszenario zwischen Japan und China, bis hin zu, dass er quasi dem Atombombenabwurf auf Nagasaki beiwohnt. Okay. Und es ist ein Steven Spielberg-Film, das heißt, er hat sehr viel Pathos, sehr viel Größe und sehr viel Hollywood und ist auch so ein bisschen Oscar-Batey. Aber es ist ein wirklich starker und emotionaler Film, aber es ist ein wirklich starker und emotionaler Film, eben vor allem, weil er einfach Krieg aus der Sicht eines Kindes zeigt. Wow. Und wie dieses Kind mehr und mehr in den Krieg reingezogen wird und mehr und mehr dadurch auch einfach seine Unschuld verliert. Ja. Sehr sehenswerter Film. Harry Potter? Platz eins. Twilight. Hunger Games. Platz eins. Hunger Games. Oh Gott. Du hast ein bisschen mehr Stil. Für Twilight hast du zu viel Stil. Warum Harry Potter? Da musst du das zumindest begründen. Alter, wenn Zauberer gegeneinander kämpfen, das ist kein Krieg. Das ist ein Fantasy-Film. Das ist Krieg. Der berühmte Kriegsfilm Harry Potter von J.K. Rowling. Wir führen Krieg gegen Transsexualität.
Johannes Franke: Oh nein, Flor. Aua, Autsch, Autsch, Autsch.
Florian Bayer: Ja. Das ist nicht das, was du als Ziviler kriegst. Nein, natürlich wolltest du das nicht. Ich weiß das schon, aber. Dieser Podcast ist hiermit beendet. Das war die letzte Folge. Das muss man sehen, Podcast. Harry Potter, ich weiß es nicht. Mein Platz zwei. Ja. Mein Platz drei. The Killing Fields, schreiendes Land aus dem Jahr 1984. Okay. Ein mit drei Oscars ausgezeichneter Film, nennt das Harry, der die Geschichte erzählt von einem Journalisten, der in Kambodscha in den 70er Jahren unterwegs ist und mit der Terrorherrschaft der Roten Khmer konfrontiert wird. Ein ziemlich realistischer Film, der menschliche Abgründe zeigt. Also, die Roten Khmer haben ja wirklich krasse, krasse Kriegsverbrechen verübt und das eben aus der Perspektive von einem Zivilisten, von einem Kriegsreporter und ein wirklich harter Film und ein Film, der einfach den Atem raubt teilweise und wirklich nicht angenehm zu sehen ist, aber verdammt gut. Okay. Ja, komm, Haus, trau mich, komm. Dein Platz zwei. Na los, komm, auf. Kevin allein zu Hause. Aber den geb ich dir. Der ist gut. Der ist gut. Und tatsächlich wäre es total toll, mal ein Filmessay zu schreiben, Parallelen zwischen Kevin allein zu Hause und Rambo. Ich mein, die fallen von Kevin. Ja, natürlich. Definitiv. Und es gibt ja auch diese große Szene, wo er dann da steht mit diesem Luftgewehr und sagt, jetzt ist es soweit. Ja. Und er steht wirklich da wie ein fucking Soldat. Kriegsstrategie auf jeden Fall. So ein zu hätte von Kevin lernen können. Siehst du? Auf jeden Fall. So. Toller Platz zwei. Danke. So. Wieder ernst. Ja, okay. Werden wir wieder ernst. Das ist genau diese Inkonsistenz, die du Rambo vorwirfst. Die haben wir jetzt gerade bei unseren Top drei. Okay, los. Also mein Platz zwei ist tatsächlich ein Film, der sich auch mit Vietnam-Traumata befasst. Und zwar aus dem Jahr 1990 von Adrian Lün, Jacobs Letter, der die Geschichte von einem Vietnam-Heimkehrer erzählt, der ganz krass von Paranoian geplagt ist und Schreckensvisionen hat und Albtraum und Realität vermischen sich dann auf eine ganz merkwürdige Art und Weise. Es ist so ein bisschen, er hat so sehr viele Surrealismus-Vibes, dieser Film. Er wird offensichtlich verfolgt und weiß nicht genau warum. Und wir erfahren dann nach und nach, dass er während des Kampfes, während des Krieges offensichtlich irgendwelche Drogen gekriegt hat, um bei ihm und den anderen Soldaten irgendwie so eine Art Kampfeswut auszulösen, so einen Blutrausch. Und es ist ein ziemlich düsterer Film, der einen ganz interessanten Take hat auf Vietnam, weil er halt wirklich sich komplett auf dieses Trauma stürzt und das in so albtraumhaften Bildern erzählt mit Tim Robbins in der Hauptrolle, der glaube ich nie besser war als in diesem Film. Okay. Mein Platz eins ist ein bisschen ernsthafter. Okay. Um das nochmal, um deine Liste nochmal zusammenzufassen. Ja. Wir haben den Zauberlehrling, der von einer transfeindlichen Autoren geschrieben wurde. Wir haben den, wir haben das kleine Kind, das zum Psychopathen wird. Ja. Und wir haben den amerikanischen Revolutionismus-Film, der sagt, ey, die Südstaatler waren eigentlich ganz cool und standen auf der richtigen Seite. Schön. Mein Platz 1. Ein Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1986, Wenn der Wind weht, When the Wind blows, einer der traurigsten Filme der 80er Jahre überhaupt, einer der traurigsten Zeichentrickfilme überhaupt. Und zwar zeigt er ein älteres Paar in den 80er Jahren und in der Zeit des Kalten Krieges. Und es gibt einen Atombombenabwurf und die wissen aber nicht genau, was sie machen sollen und hören dann halt auf diese ganzen Protect and Survive-Anweisungen, dieses so Ducken und Duck and Cover und verstecken sich in der Badewanne während des Abwurfs. Und dann sehen wir sehr lange die Folgen von diesem Atombombenabwurf und sie sterben halt einfach langsam. Oh, fuck. Und es ist ein Film, der einfach mal eine Stunde lang zeigt, wie ein älteres Paar nach einem Atombombenabwurf langsam dahin siegt ohne Hilfe und es ist wirklich, wirklich trauriger Film und ein unglaublich guter Film, der aber, ja, in Mark und Knochen geht. Okay. Das war unsere Top 3. Springen wir einmal ganz kurz in die Abschlussszene noch einmal. Die haben wir ja noch nicht viel besprochen. Das stimmt. Und wie stark fandst du den Monolog von John Rambo am Schluss? Wenn er in Tränen zusammenbricht und irgendwie versucht, irgendwie Sinn zu finden in dieser ganzen Situation und von den Kriegsgeschehnissen erzählt und zwar so, dass man es kaum versteht, weil er einfach nur an sich reinmurmelt, während er heult und dann diese Geschichte erzählt, wie sein Freund von einem Vietkong-Anschlag in die Luft gesprengt wird und er seine Beine nicht finden kann. Ich fand die Szene tatsächlich ziemlich stark, auch weil sie, was halt auch im Actionkino der 80er Jahre das folgen sollte, undenkbar ist, dem Protagonisten wirklich einen radikalen Moment der Schwäche geben. Ja, das ist gut. Also normalerweise ist ja das Klischee, dass wenn ein Mann im Actionkino weint, dann vergießt der eine Träne. Oder die Augen röten sich, das ist auch so ganz oft zu sehen. Aber wirklich dieses Heulen und dieses wirklich verzweifelte Weinen, das sieht man leider nicht und das finde ich echt stark, dass der Film sich das traut und der Film das auch macht und auch lange durchzieht. Also die Szene dauert einfach mal. Also dein Urteil eher, kann man sehen, muss man nicht sehen, sollte man nicht sehen, blöd? Ich finde, es ist ein wirklich guter Actionfilm, eben weil er so an der Klippe ist zum anderen Genre. Als Drama wäre er tatsächlich flach, aber ich kann ihn sehr gut als Actionfilm rezipieren, der viele spannende, interessante, dramatische Momente hat und der eine interessante, vielschichtige Figur erzählt. Ich sehe allerdings auch den Konservatismus, den der Film sich rumträgt und ich finde, deswegen ist er auch als historisch gelesen ganz spannend, weil er nicht nur die Genese dieser Action-Ikone Rambo zeigt, sondern auch so ein bisschen die Genese des Action-Kinos in Amerika in den 80er Jahren. Er steht halt am Anfang der Epoche und was zurückliegt, war halt dieses sehr raue, sehr raffe 70er Jahre New Hollywood Action-Kino. Und in den 80ern haben wir diese Entwicklung zu den stählernen, übermenschlichen Action-Helden, eben vor allem von Carver Drift Stallone und Schwarzenegger, aber auch in ganz vielen anderen Stars und Figuren finden wir das. Und ich finde es ganz spannend, weil er so ein bisschen schon diese Stoßrichtung anzeigt, indem er einfach verliebt ist in diese Figur, obwohl er das nicht will und dadurch so eine gewisse Zerrissenheit mit sich trägt. Und deswegen ist er aus filmhistorischer Perspektive einfach super spannend, weil er zwischen dem meiner Meinung nach besseren, stärkeren New Hollywood Action-Kino und diesem späteren romantisierenden 80er-Einzelkämpfer-Action-Held-Kino steht. Definitiv. Und das hat er ja auch offensichtlich geschafft. Ganz kurz noch, warst du überrascht? Weil, also ich habe dir ja schon ein bisschen angekündigt, dass du was anderes sehen wirst, als du erwartest. So, Plor, was hast du für mich? Hast du ein Genre, mit dem du dich rächen kannst, wenn ich dir schon einen Action-Film vorgesetzt habe? Da hast du mich doch ein bisschen herausgefordert. Wenn du jetzt Harry Potter sagst, ist dieser Podcast wirklich vorbei? Okay.
