Episode 78: Frozen / Die Eiskönigin – Die große Disney-Renaissance des 21. Jahrhunderts
Okay… Dann reden wir erst mal über “Let it go”. Einer der erfolgreichsten Disney-Songs aller Zeiten, Oscarprämiert, und ein schrecklicher Ohrwurm der vor allem von jungen Eltern ob seiner Omnipräsenz verflucht wird… achja, und ein verflucht guter Song obendrein. Da kann noch so oft darüber gelästert, gejammert und geschimpft werden. Gerade als “I want” Prinzessinnen-Song ist das Teil einfach mal mit das beste, was Disney je an musikalischem Empowerment rausgehauen hat.
Wo waren wir? Achso, ja Frozen. Die Eiskönigin – Völlig unverfroren. Völlig dämlicher deutscher Subtitel für einen Film, der nicht weniger als eine Disney-Renaissance im 21. Jahrhundert ausgelöst hat. Keine zehn Jahre alt, ist er bereits ein Stück Filmgeschichte. Das Märchen der Prinzessin Elsa, die unfreiwillig zur gefürchteten Schneekönigin wird… und ihrer kleinen Schwester Anna, die alles daran gibt ihrer älteren Schwester beizustehen. Dazu gibt es eine Menge Musicaleinlagen, ein wahnwitziges Tempo und sogar ein wenig Feminismus… auf jeden Fall mehr als man damals von einem Disney-Film erwarten durfte. Und damit ist Frozen auch irgendwie wegweisend für so manche auf ihn folgende Prinzessin.
Also dann: Als Vater eines Kindergartenkinds wurde ich mit diesem Film und seinem Titelsong in den letzten Jahren sehr oft konfrontiert. Und auch wenn wir unsere Entfremdungsphase hatten so ist er mir schlussendlich doch deutlich mehr ans Herz gewachsen. Aber wie sieht es denn mit dir aus Johannes, der du ihn bestimmt nicht so oft gesehen hast und wahrscheinlich nicht in Gesellschaft verzaubernd leuchtender Kinderaugen? Hat es trotzdem gefunkt?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 78: Frozen / Die Eiskönigin – Die große Disney-Renaissance des 21. Jahrhunderts Publishing Date: 2022-06-29T17:26:11+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/06/29/episode-78-frozen-die-eiskoenigin-die-grosse-disney-renaissance-des-21-jahrhunderts/
Florian Bayer: Und wie glücklich sind wir trotzdem für sie, dass sie sich selbst befreit. In der Song schafft es einfach, diese Stimmung zu drehen. Dass du sagst, oh nein, jetzt ist Chaos ausgebrochen. Oh nein, sie hat das ganze Land in Eis getaucht. Sie ist auf der Flucht. Oh shit, sie wird böse. Und dann singt sie diesen Song. Du denkst, ja, Baby, du hast es geschafft.
Johannes Franke: Ja, genau. Go, girl. Rack, rack, plop. Rack, rack, es läuft, es läuft.
Florian Bayer: Johannes, sing es bitte einmal, nur für mich. Love is an open door. Welchen Song wolltest du? Let it go, let it go. I am one with the wind and sky. None|Oh Gott, oh Gott. Entschuldigung. Jetzt haben wir die ersten Hörer schon wieder verloren. Ich kriege es mit Sicherheit nicht so gut hin wie, ähm... Oh Gott. Idina Menzel.
Johannes Franke: Ja, im Englischen Idina Menzel. Frau Menzel. Frau Menzel. Frau Menzel hat das sehr gut gemacht.
Florian Bayer: Aber ihr habt jetzt schon einen kleinen Hinweis, was wir heute besprechen werden. Schlechten Gesang. Und zwar unseren schlechten Gesang. Unseren schlechten Gesang. Wir werden heute für euch live, on tape, sämtliche Songs aus Frozen singen. Und sie anschließend, uns anschließend gegenseitig dabei bewerten, wie unsere Gesangsleistung war. Ich glaube, ich werde ganz gut abschneiden. Also mein Let it go ist nicht so schön, aber dafür ist, do you want to build a snowman, ist, habe ich einfach voll drauf. Den gesamten Text plus die Melodie, also Johannes kann es bestätigen. Nein, wir reden heute über Frozen, über die Eiskönigin, über den wahrscheinlich berühmtesten Disney-Animationsfilm der letzten 10 Jahre. 10? Vielleicht sogar der letzten 20 Jahre, wahrscheinlich sogar fast der letzten 30 Jahre. Ja, seit Disney wieder aus seiner angeblichen Dark Age aufgetaucht ist, oder? Ja, der Film, der mit dazu beigetragen hat, dass Disney aus seinem Dark Age wieder aufgetaucht ist. Und ein computeranimierter Film von Disney. Das zumindest, was, wenn wir so nach den Disney-Meisterwerken gehen, schon eine Besonderheit ist, weil Disney hat sehr lange an Zeichentrick festgehalten und computeranimiert waren dann doch Filme, die eher so andere Themen hatten als die klassischen Disney-Themen. Und 2010 mit Rapunzel haben sie es zum ersten Mal. Tangled. Tangled, genau. Haben sie zum ersten Mal versucht, wirklich so einen klassischen Disney-Film animiert zu machen. Und das war aber offensichtlich nur das Vorspiel für diesen riesigen Hype, der dann um die Eiskönigin stattgefunden hat.
Johannes Franke: Hast du mir diesen Film gegeben, damit du meinen Horizont erweiterst? Ist das die Maßgabe unseres Podcasts?
Florian Bayer: Ja, eigentlich ist das die Maßgabe unseres Podcasts. Eigentlich ist es meine Aufgabe, Johannes Eng, irgendwelche weirden, surrealen Science-Fiction-Filmen aus den 70ern zu geben. Weiß nicht, ob das deine Aufgabe ist. Das ist meine Aufgabe, ganz eindeutig. Oder irgendwelche abstrusen Horrorfilme. Aber andererseits hat Johannes in letzter Zeit auch immer wieder so ein bisschen drüber lamentiert, dass wir viel zu wenig Mainstream und viel zu wenig Popcorn-Kino da drin haben. Jetzt bin ich schuld? Ja, und dass die Audience doch eigentlich nach den klassischen Hollywood-Produktionen dürstet. Und ich glaube, die Eiskönigin ist, was das betrifft, ein wirklich großer Film.
Johannes Franke: Das stimmt. Das muss ich zugeben. Ich glaube, ich kann kein Geheimnis darum machen, ob ich diesen Film mag oder nicht. Natürlich mag ich diesen Film. Aber, Plur, möchtest du uns vielleicht in diesen Film einführen? Und dann gucken wir mal, ob wir doch vielleicht ein paar Probleme finden.
Florian Bayer: Auf jeden Fall sehr gerne. Ich habe einen kleinen Text vorbereitet und danach werden wir uns munter streiten. Hoffentlich finden wir was zum Streiten, aber das finden wir eigentlich immer. Und wenn es deine Frisur ist. Oh, Entschuldigung. Das hat wehgetan. Das hat tief im Herzen wehgetan. Vor allem, weil es kam so spontan, dass ich nicht drüber nachdenken konnte.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Oh Gott, Plur, es tut mir leid. Guckt euch das Foto von Plur an. Dann reden wir jetzt zur Strafe über Let It Go. Einen der erfolgreichsten Disney-Songs aller Zeiten. Oscar prämiert und ein schrecklicher Ohrwurm, der vor allem von jungen Eltern ob seiner Omnipräsenz verflucht wird. Ach ja, und ein verflucht guter Song obendrein. Da kann noch so oft darüber gelästert, gejammert und geschimpft werden. Gerade als I Want Prinzessinnen-Song ist das Teil einfach mal mit das Beste, was Disney je an musikalischem Empowerment rausgehauen hat. Ähm, wo waren wir? Ah, ja genau, Frozen. Die Eiskönigin. Völlig unverfroren. Völlig dämlicher deutscher Subtitel für einen Film. Der nicht weniger als seine Disney-Renaissance im 21. Jahrhundert ausgelöst hat. Keine 10 Jahre alt ist er bereits ein Stück Filmgeschichte. Das Märchen der Prinzessin Elsa, die unfreiwillig zu gefürchteten Schneekönigin wird. Und ihrer kleinen Schwester Anna, die alles daran gibt, ihrer älteren Schwester beizustehen. Dazu gibt es eine Menge Musical-Einlagen, ein wahnwitziges Tempo und sogar ein wenig Feminismus. Auf jeden Fall mehr, als man damals von einem Disney-Film erwarten durfte. Und damit ist Frozen auch irgendwie wegweisend für so manche auf ihn folgende Prinzessin. Also dann, als Vater eines Kindergartenkinds wurde ich mit diesem Film und seinem Titelsong in den letzten Jahren sehr oft konfrontiert. Und auch wenn wir unsere Entfremdungsphase hatten, so ist er mir schlussendlich doch deutlich mehr ans Herz gewachsen. Aber wie sieht es denn mit dir aus, Johannes, der du ihn bestimmt nicht so oft gesehen hast und wahrscheinlich auch nicht in Gesellschaft verzaubernder, leuchtender Kinderaugen? Hat es trotzdem gefunkt? Blöde Frage, hast du schon beantwortet. Hättest du mal gewartet, bis ich meinen Text vorgelesen habe, war?
Johannes Franke: Ja, okay, okay. Es hat gefunkt. Dramaturgisch haben wir das jetzt sehr schlecht eingefädert. Also ich. Nein, ja natürlich, ja, es hat gefunkt. Es hat auch mehr gefunkt als beim ersten Mal, muss ich sagen. Beim ersten Mal war ich ein kleines bisschen genervt davon, dass, ich glaube, Maya neben mir so wahnsinnig begeistert war, dann habe ich gedacht, ja, nee, jetzt muss ich irgendwie die Grumpy-Gegend-Variante spielen. Hat sie dir den Film gezeigt, weil sie ihn schon kannte und wollte, dass du auch so begeistert bist wie sie? Ich glaube, ja. Ich glaube, ja. Und dann ist man ja automatisch so ein bisschen reserviert und denkt sich, naja, komm, also wenn der so toll ist, dann auch nicht, wenn du den jetzt so hochlobst.
Florian Bayer: Wenn man vor allem das Gefühl hat, von dem, der ihm den Film ans Herz gelegt hat, mehr angeguckt zu werden, als dass diese Person selbst den Film schaut, das ist furchtbar nervig. Aber Frozen ist natürlich auch so ein Film, den zeigst du jemandem und sagst, du musst dir den angucken, der ist so süß und so schön und so toll. Und ja, es gibt viele Menschen, die von diesem Film genervt sind, einfach weil er halt so omnipräsent ist, also vor allem Eltern und vor allem von dem Titelsong auch. Aber es ist, man kann es nicht leugnen, es ist einfach ein unglaublich guter Disney-Film und er gehört einfach mit zu den großen Disney-Meisterwerken.
Johannes Franke: Lass uns mal über die Entstehungsgeschichte uns ranrobben, weil das finde ich irgendwie spannend. Dem liegt ja irgendwie eine Geschichte, Hans Christian Andersen zugrunde, die man ja nicht wiedererkennen kann.
Florian Bayer: Nee, überhaupt nicht. Also die Schneekönigin aus dem Jahr 1844 ist ein Märchen in sieben Geschichten von Hans Christian Andersen und lustigerweise habe ich mit diesem Märchen auch sehr viel Kontakt gehabt, weil das eine Zeit lang das Lieblingsmärchen von meinem Sohn war. Ach so, aber kanntest du es vorher? Ich kannte es vorher nicht. Ich kannte vorher so einen grundsätzlichen Rahmen. Ich wusste, dass die Schneekönigin böse ist und ich wusste, dass es irgendwie darum geht, die Schneekönigin zu besiegen und jemanden von ihr zu retten. Aber mehr wusste ich nicht, bevor ich angefangen habe, das mit meinem Kind zu lesen.
Johannes Franke: Ah ja, ich habe das als Musical gesehen, als Kind schon. Ah, und wie verstört warst du? Ich weiß nicht genau. Ich glaube, ich als Kind habe ich zu wenig verstanden, um wirklich verstört zu werden. Aber ich ahne, dass ich, wenn ich es als älteres Kind gesehen hätte, vielleicht schon auch einigermaßen verstört gewesen wäre, weil die böse Eiskönigin ist schon wirklich ziemlich verstörend.
Florian Bayer: Ja, und nicht nur die Eiskönigin, die ganze Geschichte ist eigentlich fast für Kinder ungeeignet. Das wurde auch an diesem Märchen kritisiert, dass es viel zu wenig zauberhaft wäre, dass es viel zu wenig naiv wäre und dass es eigentlich nicht den Kinderhänden gehört. Und es hat wirklich krasse, düstere Momente. Also es gibt ja diesen Einstieg mit dem Teufel, der einen Spiegel hat und seine kleine Kobolde fliegen dann los und zeigen den Menschen diesen Spiegel. Und jeder, der in diesen Spiegel blickt, der sieht nur noch das Böse in dieser Welt. Und dann zerspringt der Spiegel, weil die Engel gegen die Kobolde kämpfen, gegen die Teufelsjünger. Und dann fliegen die ganzen Scherben da rum und ein kleiner Junge wird von dieser Scherbe getroffen und wird dadurch böse. Das ist der kleine Kai, der beste Freund von Gerda, die dann die Protagonistin dieses Märchen ist. Ach, das sind gar keine Geschwister gewesen? Nee, das sind beste Freunde. Das sind arme Kinder, die sich immer zusammen auf einem Dach treffen, miteinander spielen, im Frühling und im Sommer. Und dann trifft ihn diese Scherbe und sie haben vorher mit Blumen gespielt. Und dann sagt er plötzlich, das ist so eine hässliche Blume und du bist auch hässlich und ich mag dich überhaupt nicht. Und warum heulst du überhaupt? Und das hat noch gar nichts mit der Geschichte von dieser Schneekönigin zu tun. Es steigt einfach mal damit ein, dass hier zwei Kinder sich voneinander entfremden, weil der eine vom Spiegel des Teufels getroffen wird. Ja, im Auge, glaube ich sogar. Genau, einmal im Auge und einmal im Herzen. Im Auge, dadurch sieht er halt alles nur noch dunkel und im Herzen, er kann keine Liebe mehr empfinden. Und das ist so ein merkwürdiger Einstieg, weil es eigentlich überhaupt nicht notwendig wäre, weil kurz darauf kommt halt diese Winterhandlung, wo er von der Schneekönigin entführt wird und sich in ihren Schlitten bettet. Und Gerda ist dann total traurig, dass ihr bester Freund verloren gegangen ist, obwohl er offensichtlich ein halbes Jahr vorher zu so einem Arschloch geworden ist. Und sie macht sich dann auf den Weg, ihn zu finden. Und was dann beginnt, ist ein Märchen in sieben Geschichten. So war der Untertitel im Deutschen. Ja. Und das trifft ziemlich gut, weil die ganze Geschichte ist sehr episodisch erzählt. Wir folgen jetzt einfach Gerda, wie sie versucht, ihren Freund aus den Fängen der Schneekönigin zu retten und erstmal herauszufinden, wo er überhaupt ist. Und sie trifft dann auf verschiedene Menschen und kommt in gefährliche Situationen, um mal so ein bisschen die Bandbreite aufzumachen. Es gibt unter anderem eine Geschichte, wo sie von einer Räuberfamilie gefangen genommen wird. Die Räubermutter will sie fressen. Oh Gott. Und die Tochter der Mutter sagt dann aber, die Räuberstochter sagt, nein, ich will eine Spielgefährtin haben. Und dann denkt man, ach schön, alles süß. Und dann lebt diese Räuberstochter, lebt in diesem Räuberbau und hat ganz viele Tauben um sich herum und hat ein Rentier und hat großes Vergnügen daran, immer mal wieder dieses Rentier mit seinem Messer zu ärgern. Und geht dann zu diesem Rentier und sagt, das ist mein Spielzeug und hält ihm das Messer an den Hals. Und es hat Angst vor meinem Messer und deswegen macht es alles, was ich will. Und es ist wirklich so ein What-the-Fuck-Moment, weil sie soll eigentlich, glaube ich, eine Art, sie ist nachher, sie ist eine Hilfe, sie hilft dann Gerda weiterzukommen, weil sie sie und das Rentier dann losziehen lässt. Aber sie ist einfach mal voll spooky, weil sie mit diesem Messer da rumspielt. Und Gerda ist auch ihre Gefangene erstmal. Die wünscht sich halt so eine kleine Puppe, mit der sie rumspielen kann dann. Und dann fuchtelt sie die ganze Zeit mit diesem Messer rum.
Johannes Franke: Aber es ist folgerichtig, ne? Also es ist so ein bisschen, Hans Christian Andersen hat dann vielleicht ein bisschen mit der Realität über die Stränge geschlagen, weil eine Räuberstochter, die es nicht anders kennt und die Macht kennengelernt hat in der Form, macht das natürlich so.
Florian Bayer: Man muss ja dazu sagen, Hans Christian Andersen ist ein Autor, der immer auch düstere Themen hatte und auch immer tragische Themen. Also der Klassiker ist natürlich Ariel, die Meerjungfrau. Was auch sehr düster am Anfang. Spoiler, das Märchen geht nicht so aus wie der Disney-Film. Sie stirbt nämlich einfach am Ende. Und diese Geschichte gehört eigentlich, ich kenne jetzt auch nicht alles von Andersen, aber es gehört mit so zum düstersten und abgefucktesten, was ich von ihm kenne, weil er einfach diese wirklich schrägen Stationen hat, wo dann merkwürdige und absurde Dinge passieren. Es gibt auch diesen Moment, wo sie dann an so ein Schloss kommt und dann denkt sie, sie hätte jetzt endlich ihren Kai wiedergefunden, weil ein Rabe erzählt ihr ja und da ist ein junger Prinz gekommen. Der hat die Prinzessin für sich gewonnen und der sieht genauso aus, wie du gerade deinen Kai beschrieben hast. Und dann geht sie in das Schlafgemach von denen und macht so die Decke hoch und dann sind die total erschrocken und dann ist es nicht Kai, sondern irgendjemand anderes. Es ist alles, es hat alles so einen weirden Touch und der Geschichte fehlt tatsächlich eigentlich so das Märchenhafte. Wenn man die Geschichte so vor sich liegen hat, auch wenn sie ein Happy End hat, am Schluss rettet Gerda Kai und sie ziehen in den Frühling hinaus und das Schloss der Eiskönigin schmilzt und das Glas des bösen Spiegels in seinem Auge und in seinem Herzen zerbricht, weil sie ihn so lieb hat und die Liebe siegt über alles. Trotz dieses Happy Ends hat man dieses Märchen vor sich liegen und denkt, das eignet sich nicht für eine Disney-Adaption. Das haben die sich aber auch ganz lange gedacht. Wie wollt ihr daraus einen schönen, abendfüllenden Disney-Film machen?
Johannes Franke: Das Krasse ist, die haben 1940 damit angefangen, darüber nachzudenken, wie sie das schaffen. 1940. Ja. 2013 haben sie es geschafft.
Florian Bayer: Es ist echt krass. Und es ist auch irgendwie total folgerichtig, weil Disney hat halt einfach, die haben sehr früh angefangen, klassische Märchen zu plündern, einfach weil da kein Copyright drauf war. Ja, klar. Verständlich. Und wenn du dann so eine Reihe hast und du fängst dann an, sowas zu drehen wie Schneewittchen und Dornröschen, dann ist es natürlich folgerichtig, dass du guckst, was sind denn noch so große Märchen. Und dann landest du ziemlich schnell bei Hans Christian Andersen und dann siehst du, okay, was hat er gemacht? Däumelinchen? Naja, ist halt nicht so eine richtige Prinzessin, aber mit dieser Schneekönigin, da muss ich doch irgendwas machen lassen. Das muss doch irgendwie möglich sein. Und mit einem großen Eisschloss, da kann man ja auch schöne Bilder zaubern. Das ist gerade bei Disney ja auch sehr wichtig, dass die Bilder dich irgendwie umhauen, dass die episch sind, dass die mitreißen. Ja.
Johannes Franke: Und dann hast du aber diese böse Königin vor dir und denkst dir, ah, irgendwas relatable muss es schon sein und du musst irgendwie davon wegkommen, dass der Willen zu krass ist, vor allem in der Zeit heute dann auch. Also welche Gründe damals herrschten, weil natürlich hatten sie auch bei Schneewittchen zum Beispiel eine sehr böse Antagonistin. Ja. Aber dann mit der Zeit sind die Themen natürlich auch andere und dann so Vorläufer von Woken-Themen, die finden sich in der Geschichte einfach auch nicht so leicht. Überhaupt nicht.
Florian Bayer: Bei Hans Christian Andersen sowieso nicht. Hans Christian Andersen Märchen sind eigentlich was, was so Frauenbild betrifft, noch schlimmer als die Märchen der Gebrüder Krim. Ja. Wenn du eine Frau im Hans Christian Andersen Märchen bist, dann ist dein Schicksal zu heiraten, ob du willst oder nicht. Und dein Happy End ist, dass du heiratest. Und die Geschichte geht darum, dass du zehn Leute hast, die dich heiraten wollen und du hast und du musst einfach nur den Traumprinzen finden.
Johannes Franke: Was aber natürlich zu dem Disney damals sehr gut passt eigentlich. Total. Deswegen verstehe ich schon, dass man darauf kommt, aber irgendwie haben sie es nicht geschafft, das alles zusammenzubringen. Vielleicht hat es auch was damit zu tun, dass die Geschichte doch sehr verworren und komplex und dann hier diese sieben kleinen Geschichten. Es fehlt die soziale Interaktion.
Florian Bayer: Diesen Film zeichnet ja eigentlich immer ein sehr dichtes soziales Netz aus. Du hast deine Heldinnen oder deine Helden und dann bewegen die sich doch nicht in so einem episodischen Rahmen, sondern in einem sehr engen Rahmen, wo es meistens noch einen Comic Relief gibt. Ja, genau. Und dann gibt es den Bösewicht und dann gibt es vielleicht auch den vermeintlichen Helfer, der sich als Bösewicht entpuppt. Und das funktioniert eigentlich nicht in so einer episodischen Handlung. Und doch war der ursprüngliche Plan ja, sich irgendwie am Original anzulehnen, am Original zu orientieren. Diese Schneekönigin selbst sollte die Böse sein. Ja. Also das war zumindest so der grundsätzliche Plan, dass diese Elsa gibt, die eine Schneekönigin ist und die kalt und herzlos ist. Und irgendwann haben sie gemerkt, dass das nicht funktioniert. Warum haben sie es denn gemerkt?
Johannes Franke: Es ist eine ganz wundervolle Geschichte. Die beiden Composer, die diese Musik geschrieben haben, über die wir ja auch unbedingt noch ganz lange reden müssen, die immer so bescheiden sind auch in Interviews, die auch immer denken, ach naja, wir haben halt das Beste aus dem rausgeholt, was uns so eingefallen ist. Sie sind so süß. Und dann unterschätzen die auch immer wieder ihren Einfluss, weil ihr Einfluss ist eigentlich, die haben eine grobe Outline bekommen, wo Gott so rum soll es gehen im Film. Und dann kriegen die das und denken sich, ach naja, auf dem Spaziergang hier, ich werfe mal ein paar Phrases hin und her und wir probieren mal ein bisschen rum. und dann entpuppt sich der Song nach und nach, was viele Musiker sagen, dass Musiken sich dann aufdrängen eigentlich, dass sich auch so Themen dann rauskristallisieren von alleine und für die hat sich halt aufgedrängelt, dass diese Schneekönigin eine tragische Figur ist, weil sie eigentlich rauslassen will und sich selbst sein will und das aber nicht kann.
Florian Bayer: Und eine missverstandene, ein missverstandener Schurke, der Grund, warum die meisten Leuten Schurken werden, weil sie einfach nicht verstanden werden von der Gesellschaft. Robert Lopez und Kristen Anderson Lopez. Und die haben dann einfach, ein Ehepaar. Die dann einfach mal ein bisschen rumjongliert haben und innerhalb von einem Tag nichts weniger geschrieben haben als Elsas Badass Song. So haben sie es selbst genannt.
Johannes Franke: Das ist großartig. Let it go ist einfach so entschieden. Natürlich haben sie das zwischendurch geändert an Textstellen und so weiter, aber die grobe Sache stand innerhalb eines Tages. Und dann haben die das an die Produktion geschickt und an die Produktion festgestellt. Ja, stimmt. Ja, wenn das so ist, wenn unsere Hauptfigur ja missverstanden ist, dann sollten wir vielleicht den Rest der Geschichte ändern. Nicht etwa den Song, der nur so eine Minute lang ist, sondern den Rest des Films geändert.
Florian Bayer: Das ist großartig. Und das Krasse ist, die haben ja nicht nur diesen einen Song an dem einen Tag geschrieben, die haben ja wirklich an einem Wochenende zahllose Songs geschrieben. 25 Songs waren es letzten Endes, von denen es nur acht in den Film geschafft haben.
Johannes Franke: Ja, und dann haben sie noch ein extra Album rausgebracht, wo dann noch ein paar Songs, die nicht mit dem Film gelandet sind, noch mit drin sind.
Florian Bayer: Und das ist witzig, weil der Film ist voll gefopft mit Musik. Als ich den zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, wow, ich habe lange keinen Disney-Film mehr gesehen, der so auf das Musical-Genre gedrückt hat. Der Film ist deutlich mehr Musical als alles, was Disney die 30, 40, 50, 70 Jahre davor gebracht hat. Das geht eigentlich, was das betrifft, was so den Rhythmus betrifft zwischen Handlung und Musik, ganz weit zurück auf die klassischen Disney-Zeichentrickfilme.
Johannes Franke: Ja, es klingt jetzt nicht viel, aber ich glaube, 24 Minuten davon sind Musical-Nummern. Das klingt alleinstehend nicht viel, aber wenn man sich überlegt, was Filme sonst so an Musiken haben, dann ist das echt eine Hausnummer.
Florian Bayer: Es fühlt sich unglaublich viel an, gerade im Einstieg, weil der Film startet mit einer Musical-Nummer, wirklich ganz klassisch. Der Film hat einen richtig klassischen Musical-Prolog, der auch nur so ganz vage mit der Handlung verknüpft ist, wie das oft ist bei klassischen Musicals. Und das ist einfach mal eine echt beeindruckende Öffnungssequenz, oder? Ja, wirklich. Diese Eishauer, die dann Frozen Hearts singen und das ist einfach mal krass bombastisch und
Johannes Franke: monumental und es gibt schon so die Stimmung vor. Das ist so ein bisschen Shakespeare-mäßig, der ja teilweise auch schon so Prolog geschrieben hat und dann haben die schon sehr viel gespielt von dem, was später passieren würde und haben so Vorausschauungen gegeben. Was ich in dem Film sehr, sehr gut umgesetzt finde, weil man nicht unbedingt alles weiß dann schon, aber man hat so ein Gefühl, ein Grundgefühl dafür. Und dieser Junge, der da auftaucht, der dann später der Mann ist, ist auch total süß und mit seinem kleinen Rentier, was da irgendwie auch deppert in der Gegend rumstolpert.
Florian Bayer: Es gibt schon so diesen klassischen Disney-Witz und gleichzeitig ist es doch, es ist einfach mal eine Nummer monumentaler als alles, was man bei Disney gesehen hat seit, keine Ahnung, König der Löwen wahrscheinlich. Ich denke an die Öffnungssequenz von König der Löwen. Das ist ja auch dieses von der Story so ein bisschen losgelöst, wo wir sehen, wie Simba geweiht wird und die ganzen Tiere dahin ziehen und dann steigert sich der Song so langsam. Das ist auch so eine Öffnungssequenz. Wir sehen das Nordlicht, wir sehen die wirklich beeindruckende Eislandschaft, die von Norwegen inspiriert war und wir wissen, wir können uns auf was Großes einlassen, auf ein wirklich großes Disney-Epos.
Johannes Franke: Aber wenn wir gerade bei Norwegen sind, es ist ja wirklich der Hammer. Die sind ja in drei großen Expeditionen fast schon nach Norwegen gereist und haben dort, also nachdem sie sich überhaupt für Norwegen entschieden haben, die haben ja vorher schon ein riesiges Research-Team losgeschickt, sich zu überlegen, was so die Vorbilder sein könnten und dann haben sie so 80 Prozent der Bilder, die ihnen dann gefallen haben, waren halt ausgerechnet aus Norwegen und dann haben sie gesagt, okay, wir stürzen uns mal auf Norwegen, gucken mal, was es da gibt, sind hingereist, haben sich mit Leuten unterhalten, haben irgendwie so quirky Characters in Norwegen gefunden und haben sich da irgendwie echt reingesetzt, so richtig liebevoll mit dem Land beschäftigt und überlegt und dann haben sie die Special-Effects-Leute noch hingeschickt, die dann alle mal in verschiedener Kleidung in Schnee gefallen sind, einfach um zu gucken, wie würde sich denn Schnee überhaupt verhalten. Ja, was kann man mit Schnee alles machen? Ja, und Schnee ist ja so zwischen zwei Aggregatzuständen, es ist nicht flüssig und es ist nicht richtig fest und fällt auf eine sehr seltsame Art und Weise auseinander, was man eben animationstechnisch erst mal rausfinden muss. Wie kriege ich das hin? Und der Prozess muss unglaublich gewesen sein, eine riesige Journey.
Florian Bayer: Das muss unglaublich viel Spaß gemacht haben. Ja. Und es zeigt aber auch gleichzeitig so diese Liebe zum Detail. Ja. Um vielleicht nochmal zu der großen, goldenen Disney-Zeit zurückzugehen, das ist ja auch was sie bei König der Löwen gemacht haben, dass sie so genau geguckt haben, woran orientieren wir unsere Wahnsinn in Kenia, dann haben sie sich diese Felsen angeguckt und dieses Wechselspiel von Savanne, Wüste und Dschungel. Und wie fällt das Licht in diesen Bedingungen und so. Und sowas macht für mich ein wirkliches Disney-Meisterwerk aus, dass es diese Liebe zum Detail hat. Und das ist etwas, was in den Jahren davor so ein bisschen verloren gegangen war bei Disney. Also ich finde es immer so schwierig, so diese harte Unterteilung in die Zeitalter zu machen. Ja, das geht nicht. Und ich finde auch gerade so diesem Bronze Age der Disney-Zeichentrickkunst wird oft unrecht getan. Der wird ja auch gesagt, dann haben sie irgendwie so ein bisschen ihren Groove verloren, dann waren die Filme nicht mehr so zauberhaft wie die klassischen Filme. Das stimmt alles nicht so. Aber es gab schon eine ziemliche Dürreperiode vor der Eiskönigin. Was fällt denn da so rein? Ja, das Problem war glaube ich ganz groß, dass Pixar damals groß wurde. Und Disney hat die Filme von Pixar ja auch vertrieben. Das heißt, die fallen da so ein bisschen raus. Also es gab, Pixar hat Meisterwerk um Meisterwerk gemacht. Pixar und DreamWorks haben sich darum gebettelt, wer macht die besten computeranimierten Filme. Und Disney hat nach Toy Story eigentlich dazu nicht mehr so viel beizutragen gehabt. Bezeichnend ist, dass, also Rapunzel lassen wir mal außen vor, der war wirklich ein guter Film. Dass die großen Disney-Prinzessinnenfilme damals, die dann rauskamen, klassische Zeichentrickfilme waren. Das war Küss den Frosch, der kam 2009 raus. Und dann gab es lange gar keinen Disney-Prinzessinnenfilme, da müssen wir schon zurückgehen in die 90er. Also 99 waren, 98 mit Mulan und 99 mit Tarzan, waren so die letzten großen epischen Disney-Filme.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann kam mit 2000 ein Königreich für den Lama, der ja eher so ein sehr, sehr ironischer, fast schon dekonstruktivistischer Ansatz war, so eine Abrechnung ein bisschen auch mit dem Genre. Und dann kamen aber auch so sehr viele Filme computeranimiert, die eher durchschnittlich rezipiert wurden. Sowas wie Bärenbrüder, Himmel und Huhn, Triffti Robinsons, Bolt. Ich sehe es keinem nach, wenn er mit den Filmtiteln vielleicht was anfangen kann, aber die Filme selbst nicht gesehen hat.
Johannes Franke: Ich habe auch nicht alle davon gesehen.
Florian Bayer: Ja, ich auch überhaupt nicht. Es war wirklich keine große Zeit für Disney-Zeichentrick oder Disney-Animationskunst. Mit Ralf Reichts 2012, Wreck-It-Ralf, war dann wieder so ein bisschen, aber auch natürlich auch wieder so eher ironisch und eher Meta-Ebene und wenn es Nostalgie spielen. Und dann die Eiskönigin hat wirklich nochmal eine neue Welle an großen Disney-Filmen ausgelöst. Danach kam halt Zomania und Vajana und Raya und der letzte Drache und ein Kanto. Dann sind wir schon in unserer Zeit. Und das waren alles große Filme, wo Disney es geschafft hat, auch so ein bisschen den Ansatz, wie sie Märchen erzählen, neu zu definieren. Und die Eiskönigin ist da wirklich so ein bisschen Vorreiter, weil er ist noch sehr stark dran an den Disney-Filmen, an den klassischen, alten. Wo wir ein paar Probleme vielleicht auch auftauchen, über die noch reden müssen. Aber er hat auch schon diesen neuen Komponenten drin. Und er ist, glaube ich, unter anderem auch so erfolgreich gewesen, weil Erwachsene da auch sehr viel mitnehmen konnten, weil er halt diese Nostalgie ausgelöst hat. Ach, das ist ja wie Schneewittchen. Das hat ja wieder diese Detailliebe und diese klassische, es wird endlich mal wieder ein klassisches Märchen erzählt. Es gibt eine Disney-Prinzessin. Und das waren halt so Sachen, die dann einfach nochmal gefunkt haben. Ja. Aber er ist auch ein bisschen drüber hinausgegangen.
Johannes Franke: Nicht so stark wie die Filme später. Wenn man das erste Problem schon mal so ein bisschen anteasern möchte. Sie sind drüber weggegangen, also über den Tellerrand, den sie sonst hatten. Aber so vorsichtig teilweise, dass man denkt, ach komm, jetzt hättest du doch noch einen Schritt weiter gehen können, noch ein bisschen mehr auf die Kacke hauen können.
Florian Bayer: Was meine persönliche Rezeption betrifft, ich kann mich noch gut erinnern, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, ah, und das sollen, das ist jetzt der feministische Beitrag von Disney, weil damals wurde er sehr viel deswegen gefeiert. Da hieß es, Disney hat den Feminismus entdeckt. Disney macht weibliches Empowerment. Endlich mal Disney-Prinzessinnen, die nicht so sind, wie man Disney-Prinzessinnen erwartet. Und ich habe ihn gesehen, bevor mein Kind auf der Welt war. Und ich war dann eher so ein bisschen enttäuscht, weil ich dachte, okay, da wird viel darüber geschrieben, wie Disney plötzlich die weibliche Empowerment für sich entdeckt. Aber dann haben wir doch eine Struktur, die sehr viele Momente hat, die wir halt aus den klassischen Disney-Filmen kennen. Es gibt diese Liebesgeschichte. Und natürlich meine ich jetzt Christoph und Anna. Und die ist halt doch sehr traditionell. Auch so dieses Picking und dieses, erkennen sie irgendwann, dass sie füreinander gemacht sind. Und auch wenn er sich sehr zurückhält, der Film, kommt er halt doch zu diesem Ende. Er kommt am Schluss zum klassischen, romantischen Ende. Anna, die gesucht hat, die an den Falschen geraten ist, findet am Schluss ihren Traumprinzen.
Johannes Franke: Und zwar genauso schnell wie den anderen. Genau. Also es ist wirklich so, das ist einer meiner größten Probleme mit dem Film. Dass wirklich, es wird gesagt, nein, du kannst doch nicht denjenigen heiraten, den du am gleichen Tag kennengelernt hast. Und dann dreht sie sich einmal um, da steht der nächste Mann, den sie immerhin zwei Tage kannte.
Florian Bayer: Ja, genau. Super Steigerung, ganz toll. Den nächsten kriegst du vielleicht drei Tage kennenlernt. Reden wir mal ganz kurz über dieses Beziehungstreik, weil ich finde, das ist auch eine ganz krass verpasste Chance des Films. Es gibt ja diesen Hans, den Anna am Anfang kennenlernt und das löst ja den Streit mit Elsa aus, wodurch Elsas Kräfte, die lange in ihr rumort haben, rausbrechen. Und dieser Hans wird halt so als Traumprinz inszeniert. Und dann gibt es auch dieses Liebeslied von den beiden zusammen und wir sind füreinander gemacht. Und nachher entpuppt sich Hans als der Bösewicht. Ja. Als der, der von Anfang an geplant hat, eben in dieses Haus Arendelle reinzuheiraten, um Geld und Macht zu erlangen und der eigentlich gar kein Interesse an Anna hat. Ich finde, das ist eine total verpasste Chance. Ich finde, sie hätten ihn nicht zu so einem durchtriebenen, verschwörerischen Bösewicht machen sollen, sondern es hätte gereicht, ihm so eine leicht dunkle Note zu geben und dann einfach, es wäre einfach möglich gewesen, dass er das doof findet, dass er offensichtlich nicht ihre wahre Liebe ist und deswegen austickt. Es gibt ja diesen Moment so, und durch den Kuss der wahren Liebe wird sie erlöst von ihrem Fluch und dann küssen sie sich und er sagt, ich bin nicht deine wahre Liebe. Aber sie haben sich ja noch nicht mal geküsst. Genau, er macht es nicht mal. Er macht es nicht mal. Wie viel cooler wäre es gewesen, wenn er sie geküsst hätte, er stellt fest, ich bin nicht deine wahre Liebe, du liebst jemand anderen, was ist zur Hölle hier los? Und dann hat er plötzlich eine Motivation Bösewicht zu werden. Und es wäre eine viel bessere Story, als so zu machen, hey, cooler Plottwist, er ist eigentlich
Johannes Franke: böse. Also ich glaube, die waren von Anfang an darin verliebt, weil auch, ich habe gelesen, dass die am Anfang Hans viel böser gemacht haben. Also der war von Anfang an eigentlich so geplant, dass sie das vielleicht nicht durchschaut, aber dass wir es sofort wissen, dass er böse ist. Und dann wollten sie es aber eigentlich so haben, dass der möglichst believable die wahre Liebe sein soll, damit wir überrascht sind, damit wir am Ende wirklich so einen Plotpoint, so einen Drehmoment haben in der Story. Und es ist gelungen? Frage an dich. Ja, absolut. Natürlich, weil er wirklich wholeheartedly mit ihr singt und Spaß hat und so. Und dadurch wird es auch ein kleines bisschen retrospektiv unglaubwürdig, weil er echt zu gut spielt, dass er sie mag.
Florian Bayer: Es ist hart, es hat bei mir auch funktioniert. Und ich würde mir nachsagen, dass ich relativ gut bin, Plotwists zu erkennen und zu früh zu erkennen. Und der Film hat mich auch vollgekriegt mit diesem Plotwist. Ja, und ich war wirklich devastated. Also wirklich so, was?
Johannes Franke: Nein! Ich wusste nicht, warum? Nicht Hans! Ist das gemein!
Florian Bayer: Weil ich ihn wirklich mochte. Und er kriegt ja auch ein paar Momente, wo er wirklich überzeugend ist, der es eigentlich richtig machen will, aber halt trotzdem es irgendwie falsch macht. Wenn sie in das Schloss von Elsa einbrechen, er will ja deeskalieren. Selbst als er sie gefangen hat, wirkt er ja immer noch wie der, der eigentlich deeskalieren will und der sagt, hey, wir müssen das Land wieder auf die Reihe kriegen. Tut mir leid, dass du jetzt im Gefängnis bist, aber mach mal diesen ganzen Winterscheiß dabei. Und man kauft es ihm ab. Und warum haben sie, sie hätten ihn einfach anders schreiben müssen.
Johannes Franke: Er hätte nicht so sich als Komplettschurke entpuppen müssen. Ja, also ich glaube, deine Version wäre echt geil gewesen. Ich habe nicht daran gedacht. Ich bin nicht drauf gekommen, Plotwist. Das ist gut, das wäre gut.
Florian Bayer: Es wäre vielschichtiger gewesen und ambivalenter und vielleicht zu ambivalent für Disney. Zumindest zu dem Zeitpunkt. Vielleicht, ja. Weil sie wollen einen Bösewicht haben, sie braucht Bösewichte. Und das ist ein Punkt, wo man sagen kann, dass der Film ein Vorreiter ist, weil später haben sie das geschafft, Filme ohne Bösewichte zu erzählen. Dazu kommen wir später nochmal. Ja, was toll ist. Man sieht hier schon so eine Disney-Evolution. Klassisch bei den Disney-Filmen ist ja immer, wir haben den strahlenden Held, die Prinzessin, die auch sehr klare Werte mitbringt. Sie ist naiv, sie ist süß, sie ist romantisch veranlagt und sie läuft deswegen in die Falle vom Bösewicht. Und wir haben eben den Superschurken, der das ausnutzt. Und dann gibt es diesen Kampf dazwischen. Und der Held rettet am Schluss doch die Prinzessin. Der männliche Held. Ja, und hier wird schon einiges umgedreht. Ja, genau. Es ist auch wirklich toll. Also es ist so ein kleines Detail, davon hätten sie mehr reinpacken können. Ganz am Anfang, wenn die großen Festlichkeiten anstehen zur Krönung von Elsa und dann unterhalten sich die Leute und sagen, oh, wir sind endlich die Prinzessin, sie soll wunderschön sein. Und dann haben wir diesen Schnitt auf Anna, wie sie im Bett liegt. Es ist so geil. Mit den Haaren verwuschelt. Und sie sabbert da ins Bett, ins Kissen und kommt da auch lange nicht raus.
Johannes Franke: Es ist ziemlich geil. Sie halten das recht lange durch.
Florian Bayer: Ich finde es super. Ja, es ist wirklich schön. Und dann auch das Liebeslied. Also zumindest das habe ich am Anfang gleich als Parodie gelesen. Das ist einfach so drüber, wenn sie zum ersten Mal auf Hans trifft und dann singen sie miteinander Love is an open door. Und es ist einfach so drüber, dass du merkst, okay, entweder haben die komplett den Verstand verloren oder sie machen das gerade ironisch und Gott sei Dank, sie machen es ironisch. Ja, genau. Es ist wirklich schön und ich mag den Song tatsächlich sehr gerne.
Johannes Franke: Es ist ein sehr schöner Song. Wirklich guter Song.
Florian Bayer: Ist toll. Wo wir gerade am Anfang sind und sagen, hier ein schöner Song. Also ich glaube, es fühlt sich auch sehr viel wie ein starkes, wie so ein krasses Musical an, weil es am Anfang vollgepackt ist mit Songs. Wir haben diese Öffnungssequenz mit den Eishauern und dann geht es gleich weiter mit dem nächsten Musical.
Johannes Franke: Do you wanna build this moment? Ach, so schöner Song. Ich mag den wirklich sehr gerne.
Florian Bayer: Und dann gefällt er dir? Ich finde den super. Also ich finde tatsächlich, ich finde fast alle Songs in dem Film gut. Es gibt ein, zwei Ausnahmen. Ich bin mal gespannt, ob du Ausnahmen hast. Ah ja, okay. Aber auch die Ausnahmen sind keine schlechten Songs. Also grundsätzlich, der Film ist musikalisch total stark und es geht dann ja auch musikalisch weiter, weil wir haben nach diesem Snowman Song wird im Zeitraffer erzählt, wie sie älter werden, wie ihre Eltern sterben und das Ganze fast ohne Handlung, ohne Text. Und es ist einfach, es ist zwar kein Song dafür da, aber es ist einfach musikalisch. Es wird nicht viel geredet. Wir sehen das, wir haben die Musik und dann geht es gleich weiter mit dem nächsten Stück mit For the First Time and Forever, der so ein bisschen mein Lieblingslied aus dem Film ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und zwar auch, weil es eben diese Wiederholung gibt. So klassisch Reprise, ne? Genau. Wenn sie dann am Schluss später im Schloss ist und versucht Elsa zurückzugewinnen. Genau. Dann wird der Song wiederholt. Ja. Und das ist so ein tolles Wechselspiel zwischen Anna, die sagt, ja, endlich wird das Schloss aufgemacht und endlich kann ich feiern und Menschen treffen und hoffentlich auch meinen Traumprinz. Ja. Und parallel dazu singt halt Elsa, oh Gott, das Schloss wird aufgemacht, hoffentlich werden sie nicht von meinen Kräften was mitkriegen, hoffentlich schaffe ich es, ohne Chaos zu stiften.
Johannes Franke: Was so musikalisch so toll gemacht ist, ich bin wirklich beeindruckt davon gewesen. Ja, diese Steigerung, ne? Ja, und vor allem aber auch diese Parallelität zwischen den beiden, die völlig unterschiedliche Stimmungen mitbringen. Das musst du musikalisch erstmal schaffen, das übereinander zu legen. Echt gut.
Florian Bayer: Es ist einfach so ein krasser Gänsehaut-Moment, weil in diesem Moment werden auch die Befindlichkeiten unserer beiden Protagonisten perfekt auf den Punkt gebracht. Wir verstehen sie beide. Wir verstehen die Sehnsucht, die Anna hat und die Angst, die Elsa hat. Ja, total gut. Und es ist natürlich ganz spannend, weil Elsa als die Prinzessin, Elsa ist die, was ich nie verstehen werde, die ikonische Figur aus dem Film geworden und die kleinen Mädchen wollen alle als Elsa verkleidet sein. Ja. Anna ist ja eigentlich die coole Heldin, ne?
Johannes Franke: Ja, Anna ist ja die, hat 90 Prozent des Films zu betreiten, während Elsa ja nur so ein paar Auftritte im Endeffekt hat. Aber ich verstehe ja auch, warum Elsa diejenige ist, die dann, weil einfach der Song let it go. Das ist einfach, das ist einfach das. Und das ist das, was man immer als Identifikation hat, wenn ich irgendwie, deswegen ist es ja auch bei den LGBTQ-Leuten so gut angekommen, weil immer, in diesem Fall ist es halt die Eiskräfte, die sie hat, die sie drin halten muss, die sie nicht zeigen darf. Es gibt so viele Menschen da draußen und so viele Kinder da draußen, die das Gefühl haben, bestimmte Sachen nicht zeigen zu dürfen. Dass sie irgendwas haben, was sie denken, verstecken zu müssen. Und wenn dann so ein Song kommt und dir gesagt wird, nee, es ist okay, deal with it, nimm's und mach was draus.
Florian Bayer: Natürlich ist das eine Identifikation. Ja. Das ist eben das wirklich stark an dem Film. Es gibt, dass es diesen I Want Song gibt am Anfang von Anna. Ja. Und dann gibt es eben diesen zweiten I Want Song von Elsa, die im ersten I Want Song ja so die vorsichtige und ängstliche war, weil am Anfang, immer wenn sie auftritt, geht es darum, dass sie versucht, ihre Kräfte zu verbergen und denkt auch, dass das das Richtige ist. Und dann dieser Moment der Selbstbefreiung und dann, okay, jetzt kommen wir zu Let It Go und dann haben wir diese Hymne und dann ist es einfach perfekt. Fuck. Bild und Musik, diese Komposition, dieser Schnitt und wie sie zu dir im Schloss geht. Und ja, es ist total totgespielt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber es ist so unfassbar gut gemacht.
Johannes Franke: Frau Menzel, man möchte ihr immer wieder und immer wieder zuhören. Es ist unglaublich, was sie aus diesem Song. Das Ding ist, sie singt es nicht nur perfekt, was Musikalität betrifft, sondern sie spielt es auch noch, während sie singt, so, so gut, dass du gar nicht das Gefühl hast, einer Musical-Unterbrechung beizuwohnen, sondern einfach der logischen Konsequenz einer Szenerie, die halt ein bisschen musikalisch wird. Du kommst in diese Emotionalität wunderbar rein, die sie da hat. Und das ist oft bei Songs nicht das Ding, weil viele Songs dann sich so sehr konzentrieren darauf, ja, diese hohe Note, die muss irgendwie getroffen werden und dann wird schön gesungen und dann wird irgendwie noch ein bisschen textlich vielleicht was mittransportiert, was die Geschichte voranbringen soll. Aber du bist dann emotional oft ein bisschen rausgeholt aus der Geschichte. Und in diesem Song, ich glaube, es ist in diese Richtung der stärkste Song, der mir überhaupt einfällt, in irgendeinem Musical, der es schafft, emotional weiterzutragen und den Film emotional voranzubringen und nicht nur inhaltlich.
Florian Bayer: Du wirst voll reingezogen. Und vor allem verstehst du sie komplett. Also du bist einfach in dem Moment auch komplett auf ihrer Seite. Ja, absolut. Und davor ist es schon sehr stark die Perspektive von Anna auf sie, beziehungsweise auch die Perspektive von uns, die wir vorher gelernt haben, sie muss ihre Kräfte unterdrücken. Und es wird glaubhaft erzählt am Anfang, hey, die Kräfte sind gefährlich, sie hat ihre kleine Schwester verletzt damit. Absolut. Sie muss diese Handschuhe tragen, sie muss gefangen sein. Und wie glücklich sind wir trotzdem für sie, dass sie sich selbst befreit. In der Song schafft es einfach, diese Stimmung zu drehen, dass du sagst, oh nein, jetzt ist Chaos ausgebrochen, oh nein, sie hat das ganze Land in Eis getaucht, sie ist auf der Flucht, oh shit, sie wird böse. Und dann singt sie diesen Song, du denkst, ja, Baby, du hast es geschafft.
Johannes Franke: Genau. Go, Girl. Das ist unfassbar. Ja. Das heißt, wir haben auch nicht die Entwicklung zu einem klassischen Villain. Das heißt, du hast nicht einmal, was schon gut gewesen wäre für Disney, zu sagen, wir zeigen die Evolution eines Villains in einen Villain, sondern wir haben die Evolution einer Persönlichkeit, einfach nur einer Persönlichkeit in ihre eigene Kraft und nicht etwa zu erzählen, so und jetzt wird die böse und jetzt macht die ganz viele böse Sachen und gut ist, sondern die ist einfach, die versucht einfach nur ihr Zuhause zu finden.
Florian Bayer: Das Tolle ist, dass wir eben trotzdem in diesem Dilemma drin sind, weil wir wissen, wie ihre Beziehung zu Anna ist und wie gut ihre Beziehung zu Anna war und was da verloren gegangen ist und das macht einfach auch einen wirklich starken Konflikt auf, weil wir selbst hin und her gerissen sind in diesem Film. Und Disney hat ganz viel aus diesem Film gelernt für spätere Filme, für Konflikte. Ich glaube, so ein bisschen der Höhepunkt ist jetzt tatsächlich der Film, der leider nicht im Kino gelaufen ist und so ein bisschen untergegangen ist, Encanto, können wir vielleicht später nochmal reden. Der letzte große Disney-Prinzessin-Film aus dem Jahr 2021, der halt jetzt so auf Disney Plus so ein bisschen vor sich hin vegetiert, aber der viel Lob auch abgekriegt hat. Und vieles, was man in diesem Film sieht, hat Disney in diesem Film schon angewendet, dass die Konflikte deutlich ambivalenter sind als früher. Wir haben es ja gesagt, es gab immer diese Archetypen. Wir hatten den Helden, den Prinzen, wir hatten die Prinzessin, wir hatten den Bösewicht und es war ganz klar, wie gut und böse verteilt sind und was wir wollen. Und hier wird aber plötzlich erzählt, hey, es beißt sich irgendwie, wir wollen, dass Elsa frei ist, wir wollen, dass Elsa zu sich selbst findet und ihre Kräfte rauslässt, aber natürlich wollen wir auch, dass sie sich mit Anna versöhnt und wir wollen natürlich auch, dass das Reich gerettet wird und nicht im ewigen Eis liegt. Genau, ja. Und wow, was für ein toller Konflikt hier da ist und der lässt sich nicht so einfach lösen. Ja, genau. Da muss man nicht den Bösewicht gefangen nehmen oder umbringen oder so und dann ist es vorbei, nein, hier, hey, aber dann kommen wir mal zur Lösung.
Johannes Franke: Wie wird denn das Ganze wieder sommerlich? Es ist sehr plump und sehr schnell abgehandelt, dass Liebe die Lösung ist, oder?
Florian Bayer: Liebe ist immer die Lösung. Ich kann es dem Film so ein bisschen nachsehen, weil es halt Liebe zwischen den beiden Schwestern ist, weil du die ganze Zeit denkst, ach nee, jetzt gibt es wieder, es wird ja so vorbereitet, sie hat mit Christopher die ganze Zeit diese, Christoph, Christopher, sag ich die ganze Zeit den falschen Namen. Christoph, Christoph? Christoph, ich glaube. Oh Gott, guck lieber nach. Ich hab's jetzt so oft gesagt, dass ich selbst unsicher geworden bin. Christoph, ohne er. Sie hat mit Christoph die ganze Zeit diese Rom-Com-Sachen und dieses Screwball-Ding und wir wissen irgendwie, er könnte ihre wahre Liebe sein und dann ist es doch so sehr befreiend, dass die wahre Liebe, die in dem Film gemeint ist, die geschwisterliche Zuneigung ist.
Johannes Franke: Ist das nicht toll, dass es eine ganz wundervolle Entwicklung und auch der Grund, warum dieser Film überhaupt so geworden ist, wie er geworden ist? Weil das war der Punkt, den diesen Menschen interessiert hat, der am Ende das Projekt in die Hand bekommen hat. Der ist ja von so vielen Händen weitergereicht worden im Sinne von, ich versuch's mal, ich schreib mal ein Script, dann sagt die Produktion, nee, vielleicht auch eher nicht. Dann wurde es immer wieder in die Schublade gesteckt und dann wieder rausgeholt. Dann hat es wieder der nächste in die Hand bekommen und hat es verkackt. Es ist einfach kein leichter Stoff gewesen. Und dann dieser Mensch, der es am Ende in die Hand bekommen hat, dessen Namen ich leider jetzt gerade nicht, verdammt, der hat gesagt, mich interessiert... Chris Buck und Jennifer Lee sind unsere beiden. Diese Liebe, ich will nicht, dass das wieder eine heteronormative, romantische Liebe ist. Ich will mal, dass das die geschwisterliche Liebe sein kann, die es ja dann geworden ist. Und ich glaube, das ist der wichtigste Turning Point in Disneys Geschichte.
Florian Bayer: Allein, weil die Frauenrollen dadurch so stark werden. Wir brauchen plötzlich den Mann nicht mehr. Jeder Disney-Film braucht den Mann, der die Frau rettet. Egal, ob er Schneewittchen wach küsst, was übrigens sehr problematisch ist, Leute. Oder ob er zurück zum Felsen geht, um die armen Löwin zu befreien von der bösen Herrschaft von Scar. Es ist immer der Mann, der am Schluss die Situation rettet. Und hier haben wir es einfach mal, dass sie den Mann nicht mehr brauchen. Wir haben zum ersten Mal wirklich eine Disney-Heldin, die... Und am Schluss offenbart sich die, die zum Bösewicht hätte werden können, als die Heldin, die das Land befreit und ihre Schwester rettet. Die aber einfach mal ihren Empowerment-Move durchzieht.
Johannes Franke: Ja. Beziehungsweise erzählt ja der Film eigentlich, dass Anna diejenige ist, die sich selbst rettet. Durch den selbstlosen Akt der Liebe ihrer Schwester gegenüber. Ja. Ihre Schwester zu retten vor dem Schwert. Stimmt. Dass auch sie niedergehen soll.
Florian Bayer: Ich sehe immer noch diesen Moment, wo sie... Und Bela sagt das immer. Mein Kind sagt immer, oh nein, und jetzt kommen die da... Jetzt gibt's wieder Tränen und Umarmung und das löst das Eis auf. Deswegen ist das so mein Bild von diesem Film. Okay. Dass Elsa einfach Anna umarmt und diese Umarmung und diese Liebe ist es... Aber ja, natürlich. Anna schmeißt sich dazwischen, als Hans Elsa mit dem Schwert... Töten will. Töten will.
Johannes Franke: Ja. Und das ist ein starker Moment, weil sie nicht nur den Mann nicht braucht, sondern eigentlich die Lösung in sich selbst findet. Was? Also wirklich, das gab's vorher einfach bei Disney nicht und ich find's ganz stark und wichtig und ganz toll.
Florian Bayer: Okay, wir sind viel zu harmonisch. Also reden wir über Olaf. Okay, du magst Olaf nicht, ich mag Olaf. Ich mag Olaf nicht. Also, ich bin mir bewusst, dass so ein Film Comic Relief braucht. Ja, natürlich. Ich find... Also zum einen hat Olaf meiner Meinung nach den schwächsten Song in Summer.
Johannes Franke: Ja, und der bleibt nicht im Kopf und der bleibt nirgendwo. Das ist einfach nur so ein Comedy geplättet. Nein, du musst mir jetzt widersprechen. Du hast das nicht verstanden. Wir müssen jetzt streiten. Stimmt. Na, aber das ist doch eine schöne Reminiszenz an Mary Poppins, wie unser Typ mit den Pinguinen tanzt. Daran lehnt sich das an und das ist eine ganz, ganz, ganz tolle Hommage.
Florian Bayer: Das ist einfach ein langweiliger vor sich hin plätschernder Song, aber ich spüre schon, du bist ja eigentlich auf meiner Seite, was das betrifft. Und ich find Olaf jetzt nicht total schrecklich, aber ich find Olaf als Comic Relief ist so ein bisschen wenig. Was halt ganz gut funktioniert tatsächlich ist Olaf in Kombination mit dem Rentier. Ja, genau. Das ist so ein bisschen, was Olaf so ein bisschen rausholt, dass er irgendwie, dass er einen Widerpart hat und dass dadurch Humor entsteht. Aber ich find Olaf ist eigentlich meistens, die meiste Zeit über einfach so ein bisschen der nervig quatschende Comic Relief. Und er läuft halt irgendwie mit. Ja, du weißt einfach, was seine Rolle in dem Film ist. Du siehst ihn zum ersten Mal und du weißt, was diese Rolle ist. Und ja, das ist irgendwie ganz witzig. Also es ist süß, dass er natürlich das Symbol ist ihrer, der Freundschaft der engen Bindung von Anna und Elsa. Ja. Weil sie hat ihn wieder erschaffen. Und das ist dieses tolle Symbol und das wird aber halt kaputt gemacht dadurch, dass wir dann so einen nervig quatschenden Schneemann haben, der sich Sommer wünscht. Und ich find das süß. Seine Vorstellung von Sommer ist ein bisschen naiv. Und es gibt so eine ganz, ganz tolle Stelle. Sag's ihm nicht. Meinst du das? Es gibt
Johannes Franke: so eine ganz tolle Stelle, wo er halt singt irgendwas auf To Cuddle ist das Ende und dann reimt sich halt eigentlich Paddle, weil er da vor so einer Pfütze sitzt und dann draufguckt
Florian Bayer: auf die Pfütze. Wie wäre ich denn im Sommer? Ich wäre. Und dann das Reimwort Paddle nicht nutzt, weil er einfach ignoriert, dass er dann eine Pfütze wird. Ich find das so süß und so toll. Ich find tatsächlich den witzigsten Moment in diesem Song ist, wenn Anna und Christoph sich anschauen. Ja, genau. Ich werd's ihm sagen. Nein, tust du nicht. Er freut sich so auf den Sommer. Er muss die Wahrheit nicht erfahren. Ja. Und er kriegt ja dann den Sommer
Johannes Franke: und er kriegt ja seinen eigenen Fridge quasi. Wir können nachher noch über die Fortsetzung
Florian Bayer: reden. Hast du die Fortsetzung geguckt? Nein, hab ich nicht gesehen. Ah, okay. Interessant, weil in der Fortsetzung kriegt er eine deutlich größere Rolle. Ah, okay. In der Fortsetzung kommt Olaf in so eine fast existenzielle Krise. Oh. Und ich find's auch doof. Oh, okay. Es gibt tatsächlich einen Moment, wo sie ihn töten. Also, er stirbt jetzt, weil er schmilzt dann. Und dann ist so ein bisschen der Twist, den es dann gibt, das Wasser in Gedächtnis hat. Und dadurch kann er natürlich wiedergeboren werden, weil er Teil des Wassers ist. Und ja, ich bin einfach kein großer Olaf-Fan. Ich mag Sven. Ich find Sven voll witzig. Ich find
Johannes Franke: vor allem witzig, dass Sven ja keine eigene Sprache hat, aber trotzdem ein Commentary
Florian Bayer: hat. Total. Absolut. Es ist total schön. Und Sven ist eigentlich der coolere Comic-Relief
Johannes Franke: in diesem Film. Ja. Auch im Zusammenspiel mit Christoph. Ja, weil Christoph ihn dann voicet. Und ich find das so schön. Vor allem das erste Duett, was die miteinander haben, was ja eigentlich kein Duett, sondern ein Solo ist. Ja. Total schön, wie er einfach dann sagt, ja, und jetzt kommt das, jetzt sagt das, rennt ihr das. Und jetzt sag ich das. Und jetzt sagt das, rennt ihr das. Das ist toll. Ja.
Florian Bayer: Ja. Tatsächlich cooler als Olaf ist, die ist den zweiten Schneemann, den sie dann baut. Dieses Schneemonster. Ah, Marshmallow. Ja. Auch die Szene, die mein Kind besonders mochte, immer in diesem Film, wenn dieses Monster sie dann jagt. Ach, okay. Weil das Monster auch wirklich so ein klassischer Türsteher und Bodyguard ist. Das stimmt, ja. Sie sehen
Johannes Franke: ihn die ganze Zeit so als Bedrohung. Er will sie einfach nur loswerden. Okay. Weißt du, dass sie ursprünglich überlegt hatten, einen riesigen Olaf zu machen? Ja, Gott sei Dank haben sie es nicht getan. Es war auch zu albern dann, haben sie gemeint. Sie haben festgestellt, dass es einfach zu krass ist. Also. Ich finde es tatsächlich cool, dass sie nochmal so einen
Florian Bayer: bedrohlichen Moment haben. Ja, ja. Der aber passend zur Geschichte so erzählt wird, dass das Monster, das sie erschafft, ist eben kein tödliches Monster. Es ist nicht sowas wie die Wölfe, die sie auch mal zwischendurch bedrohen, sondern es ist wirklich, sie hat einfach ihren Bodyguard und Türsteher, der zu den Feinden sagt, verschwindet. Ja. Kommt nicht wieder. Und sogar nachdem sie ihn provoziert haben, immer noch eigentlich, eigentlich nichts
Johannes Franke: anderes will, als sie loswerden. Ja. Und eine kleine Anekdote zu Olaf. Josh Gad, oder wie er ausgesprochen wird. Ja. Der war im Kino mit seiner Tochter. Die war vier Jahre alt zu dem Zeitpunkt. Und dann haben sie aber nicht den Film gesehen, sondern die haben einen anderen Film gesehen. Und dann gab es am Ende, ähm, oder am Anfang einen Trailer für, ähm, Frozen. Aber er war nicht im Trailer drin, Olaf. Aber es gab irgendwo im Hintergrund in einer Szene ein Lachen von Olaf. Und das Kind hat sofort erkannt, dass das gerade Papa ist, der da, der da lacht. Dada. Einfach nur und sagt dann Dada. Mo Dada. Das ist so süß.
Florian Bayer: Das ist total toll. Ich kann mir vorstellen, wie glücklich du als Vater sein musst, wenn du dann daneben sitzt und das hörst. Genau. Und sie hat das Lachen erkannt in diesen zwei Sekunden. Genau. Es ist so ein kleiner Moment und sofort Dada. Ach. Oh. Total schön. Ja, und, ähm, okay, du magst Olaf. Ich mag Olaf. Ich weiß aber auch,
Johannes Franke: dass Olaf eher auf der schwächeren Seite liegt und dass das jetzt keine große Meisterleistung war, was sie ihm angedichtet haben. Aber ich glaube, es braucht ihn einfach auch. Es ist einfach wichtig, lighthearted zwischendurch da durchzugehen und jemanden zu haben, der Scheiße bauen kann. Das ist ja auch wichtig auf so einer Reise. Ja. Ja, ich weiß.
Florian Bayer: Es wäre witziger gegangen und es wäre vielleicht auch ein bisschen besser gegangen. Es gab einfach, in der Vergangenheit gab es einfach deutlich bessere Comic Reliefs in Disney-Filmen. Ja, ja. Er ist ziemlich auf seine Funktion reduziert. Also Timon und Pumper wischen mit Olaf den Boden auf. Ja, das stimmt allerdings. Pun intended. Ja, ich sehe schon, wir schaffen es heute nicht, uns zu streiten. Das ist einfach, diese Episode wird eingehen in die Geschichte unseres Podcasts als die harmonischste Episode, die wir jemals hatten. Ja. Aber das ist vielleicht auch mal okay. Ich meine, es ist ja auch ein Film, der dazu einlädt, fröhlich zu sein und glücklich zu sein und einfach nur zu sagen, ey Mann, vergiss den ganzen Scheiß, der da draußen stattfindet. Das ist groß und am Ende sind alle glücklich.
Johannes Franke: Wollen wir noch ein bisschen über die Animation reden, die wirklich der Hammer ist? Ich weiß nicht, ob man vorher irgendwas in der Form gesehen hat. Die haben irgendwie 420.000 einzelne Haare allein von Elsa animiert, obwohl so ein durchschnittlicher Kopf eigentlich nur 100.000 Haare hat.
Florian Bayer: Aber es ist so krass. Es macht viel aus. Und wir reden natürlich nicht von Realismus. Es ist kein realistischer Film.
Johannes Franke: Nein, natürlich nicht.
Florian Bayer: Er trifft diesen Moment gut und das ist was, womit der Animationsfilm bis heute kämpft. Wie bewegen wir uns zwischen Realismus und Zeichentrick? Und woran orientieren wir uns? Und ich habe das Gefühl, Frozen hat eine ganz gute Antwort gefunden. Also es gibt sehr viele andere Filme, die auch eine gute Antwort gefunden haben. Ich sehe bei Frozen tatsächlich viele Inspirationen eher aus dem asiatischen Zeichentrick, weil
Johannes Franke: die Augen sehr groß sind. Ja, da bin ich ein bisschen, naja, ich finde es nicht ganz so gut. Und manchmal sind die Augen ein bisschen tot, muss ich sagen. Tot? Ja, manchmal sind sie ein bisschen tot. In manchen Shots haben sie es nicht so gut hingekriegt.
Florian Bayer: Okay, finde ich nicht unbedingt. Ich mag diese, also wir haben große Augen, wir haben so sehr, sehr grazile Körper durchgängig. Als eigentlich als einziger Gegenentwurf haben wir eben Christoph, der so ein bisschen stämmiger ist, aber halt auch stämmig im Disney-Sinne.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und man kann hier durchaus anmerken, dass Disney hier noch so sehr dem klassischen, traditionellen Schönheitsideal ihrer Prinzessin folgt. Aber das ist wirklich ein Problem. Die sind wirklich dünn, haben große Brüste und lange schöne Haare. Und sie sind jugendlich, ne? Also ich meine, Anna ist jetzt niemand, dem man unbedingt große Brüste geben sollte als Eye-Candy, weil sie ist, wie alt soll sie sein, 15?
Johannes Franke: Nein, nein, sie ist am Ende schon 18 und 21 sind die beiden. 18 und 21? Ja, ja. Und Christoph ist 23 und der andere ist 21. Hans ist 21.
Florian Bayer: Aber im Film wird das nicht erwähnt. Das ist Produktionsnotizen.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Weil ich würde Anna tatsächlich als Jünger lesen, allein schon, weil sie so naiv ist und weil wir natürlich dieses mittelalterliche Setup haben, in dem junge Frauen sehr früh geheiratet haben. Ja, okay, das stimmt. Aber okay, wenn Disney das sagt, dann muss es wohl stimmen.
Johannes Franke: Ja, aber natürlich hängt es eher davon ab, wie man das wahrnimmt. Wenn du das so wahrgenommen hast, dann ist das ein Problem. Ja.
Florian Bayer: Also auf jeden Fall, wo wir uns einig sein können, ist, dass das Schönheitsideal, was hier erzählt wird, unabhängig vom Alter der beiden, ist einfach stockkonservativ. Ja. Und zwar stockkonservativ im Disney-Konservatismus. Genau. So sehen Disney-Prinzessinnen, so sahen Disney-Prinzessinnen seit den 30er-Jahren aus. Ja.
Johannes Franke: Wollen wir noch ein paar Probleme reiten?
Florian Bayer: Komm, wenn wir gerade dabei sind, komm, es gibt noch ein paar Probleme in diesem Film. Ich dachte, wir waren noch bei der Computeranimation. Ich wollte auch zwei, drei Sachen zuerst tätig sagen. Was ich wirklich beeindruckend finde, ist, wie bunt man einen Film erzählen kann, der größtenteils im Schnee und im Eis stattfindet. Das stimmt, ja. Und nicht nur, also was so obvious ist, dass es diese Farbänderung gibt in Elsass Schloss und reicht, dass sie erschafft. Wir haben Rot bei Gefahr und wir haben Grün für die Hoffnung und so weiter.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sondern auch in ganz banalen kleinen Szenen, wenn sie im Schnee unterwegs sind, wir haben sehr viel Farbspiel mit Violetttönen, mit Grüntönen. Obwohl, selbst in der Dunkelheit im Schnee, es passiert unglaublich viel an Farbe.
Johannes Franke: Ja. Und believable. Also nicht, dass man denkt, jetzt haben sie irgendwie noch ein paar Farbe einmal drüber gekippt, war los, sondern das stimmt alles. Ja.
Florian Bayer: Und das ist der Punkt, wo es auch eben anders ist als bei den asiatischen Zeichentrickfilmen, wo sie sich so ein bisschen inspiriert haben. Es bleibt ein Stück, ein großer Stück Realismus. Du hast erzählt, sie waren in Norwegen und haben geguckt, wie Leute in den Schnee fallen. Genau. Wie sie mit der Umgebung interagieren, wie Objekte, wie Schwerkraft funktioniert in diesem Film. Ja. Er hat einen hohen Realismus. Und sie haben einen Reindeer ins Studio geholt. Und das muss wohl der lustigste Moment der Aufnahmen gewesen sein.
Johannes Franke: Wird von vielen so beschrieben als der beste Moment des ganzen Dings. Das ist echt so ein Reindeer. Du hast da so ein Ding und kannst dann einfach wirklich so ganz hautnah so ein tolles Tier beobachten und gucken, wie bewegt sich das, welche Situationen und wie und was und wo. Es ist einfach ganz toll.
Florian Bayer: Das heißt, es ist natürlich ein fantastisches Märchen, aber so einfache Dinge, wie wenn jemand von einem Schneeball getroffen wird. Ja. Es ist, man merkt einfach, wenn man das vergleicht mit, also Toy Story ist jetzt ein bisschen unfair, aber auch wenn man es mit Animationsfilmen, der vor zehn Jahre früher vergleicht, wenn man Schreck dagegen hält. Ja. Es ist schon krass, was für einen Sprung der Realismus gemacht hat in der Animation. Gerade was Physik betrifft.
Johannes Franke: Ja. Allein dieses Castle von Elsa, das hat 50 Leute beschäftigt. Ja. 50 Leute gleichzeitig, die überlegt haben, was wie wo. Und dafür muss ich sagen, es ist ein bisschen arg minimalistisch steckenweise. Ist es? Ja. Ich finde, ich weiß nicht, entweder hat sie keinen guten Geschmack oder ich bin einfach
Florian Bayer: als Typ sehr eklektisch und finde es ein bisschen, naja. Ja, das Schloss ist halt einfach auch so ein symbolischer Moment. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man da gemütlich drin leben kann. Ja, wirklich. Also wenn ich diese Fähigkeiten hätte, ich würde mir eher ein geiles Haus aus Eis bauen. Ja, natürlich.
Johannes Franke: Und irgendwie so eine Bar und so. Also es gibt auch viele Möglichkeiten, aber es ist alles sehr, sehr minimalistisch. Es gibt diese riesige Treppe im Empfangsraum und das war es eigentlich fast. Es hat einen großen Raum für sich alleine. Ja.
Florian Bayer: Aber wie gesagt, das ist eben auch diese symbolische Natur. Ja. Sie hat sich da, sie hat sich selbst gefunden und jetzt ist sie erstmal allein, hat sich zurückgezogen und hat ihr Reich erschaffen und das Reich ist eben groß und leer. Ja.
Johannes Franke: Du wolltest noch mehr Probleme wälzen. Naja, noch eine Sache, wenn es um diese Animation geht. Sehr beispielhaft dafür, wie krass das ist, ist, dass der komplexeste Frame an der ganzen Geschichte, ich weiß nicht welcher es war, aber der hat 132 Stunden gebraucht, erstellt zu werden von den Computern. Ein Frame.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Von, weiß ich nicht, wie viele Frames per Second die da drin hatten, aber wahrscheinlich 25 wie der normale Film, weil es kein Zechentrick ist, sondern weil es computeranimiert ist. Also ein Frame, der sehr komplex war, einfach, wo viel passiert ist, 132 Stunden. Krass, ne? Im Rendering. Ja. Das ist wirklich krass. Das ist hart. Wow.
Florian Bayer: Wäre ganz spannend, wie es heute wäre, weil die Computertechnik natürlich krasse Fortschritte macht.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber es ist schon eine Ansage.
Johannes Franke: Sie haben 400 Computer beschäftigt gleichzeitig, um Sachen zu berechnen. Das ist echt hart. Naja, gut, genau. Also das nochmal zur Animation, die wirklich sehr, sehr gelungen und sehr, sehr gut ist. Es ist wirklich toll. Ja, es gibt Probleme. Natürlich gibt es noch Probleme. Also erzählerisch muss man mal sagen, es ist sehr, sehr lazy, gleich am Anfang den Eltern, die schlechtesten Eltern dahin zu stellen, die es überhaupt gibt. Und die sterben dann ja sehr schnell. Ja, aber die dann einfach sagen, ja gut, die hat jetzt Fähigkeiten, also sperren wir sie weg. Ein paar, zwei Sekunden mal drüber nachdenken, welche Möglichkeiten es gibt.
Florian Bayer: Ich weiß nicht. Also es war nicht sehr... Es ist tatsächlich auch ein bisschen rushed, dann diese ganze Vorgeschichte, wie die Eltern dann sterben. Ja. Und sie ist so rushed, dass bis heute Fan-Theorien existieren, dass die Eltern überlebt haben können. Und ich habe fest damit gerechnet, im zweiten Film, dass die Eltern wieder auftauchen. Oh, aber das wäre natürlich cool gewesen. Das stimmt. Tun sie nicht. Und es ist auch wirklich ein bisschen unglücklich erzählt, weil es öffnet diesen Raum, weil es halt so schnell drüber geht. Ja. Und man merkt, sie wollen da sehr viel, sehr viel Entwicklung innerhalb kurzer Zeit pressen, auch wenn das Zeitraffer visuell beeindruckend ist, auch wenn wir alles über Anna und Elsa erfahren, was wir wissen müssen in diesem Moment. Ja. Es ist halt schon so ein bisschen, wir galoppieren da jetzt durch, damit wir zur eigentlichen Handlung kommen können. Ja.
Johannes Franke: Naja, und dann ist es halt so, dass ich denke, es gibt schon noch ein paar Zwischentöne zwischen, also für Elsa jetzt, die versucht, ihre Schwester zu schützen, indem sie nichts mit ihr zu tun hat. Aber dann ist sie sehr viel gemein zu ihr auch und hat so eine abweichende Haltung, dass man denkt, naja, es gäbe auch noch die Möglichkeit, das ein bisschen differenzierter zu erzählen. Also man kann erzählen, dass sie sich nicht anders zu helfen weiß, als gemein zu sein oder abweisend zu sein oder, ne? Aber entweder man zeigt, wie sie versucht zu argumentieren oder irgendwie was erzählen, was ein bisschen mehr Graustufen hat. Meinst du, wenn sie die Verlobung ablehnt zum Beispiel? Zum Beispiel. Oder wenn sie verschwindet, wenn sie geht, um ihre Fähigkeiten nicht rauskommen zu lassen. Ja. Sie könnte schon viel mehr auf ihre Schwester eingehen, ohne jetzt irgendwie ausrasten zu müssen. Ich fand es eigentlich recht stark, wie ihr Verhalten erzählt wurde.
Florian Bayer: Weil sie erzählt wurde, auch als junge Erwachsene, die ihr ganzes jugendliches Leben in Insolation verbracht hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Die permanent mit dem Gedanken konfrontiert wurde, dass sie ihre Schwester fast getötet hätte. Ja. Und die um alles in der Welt verhindern will, dass das nochmal passiert. Sprich, ihre Kälte auch benutzt als Abschirmung vor ihrer Schwester. Fand dich eigentlich überzeugend?
Johannes Franke: Hm. Ja. Hm. Weiß nicht. Es gab für mich ein paar Momente, wo ich gedacht hätte, das hätte man differenzierter machen können. Ja. Aber gut, vielleicht bin ich der Einzige auf der Welt, dem das so ging. Ja. Ansonsten, hast du denn noch Probleme mit dem Film, wo du sagst, naja, das wäre vielleicht ein bisschen besser gewesen?
Florian Bayer: Die größten Probleme, die ich sehe, also über den Feminismus, der nicht so 100 Prozent durchgezogen ist.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Im Moment haben wir schon geredet. Ja. Über die sehr traditionelle, konservative Darstellung des weiblichen Körpers, der Prinzessin haben wir schon geredet. Ja. Und über Olaf habe ich gar nicht so viel gesagt, weil, ja, er ist halt ein bisschen nervig. Aber es ist für mich wirklich ein Film, über den ich nicht viel Schlechtes sagen kann, weil es einfach vollkommen zu Recht zu den Disney-Meisterwerken gehört und für mich auch in der Top Ten, vielleicht sogar in der Top Five der besten Disney-Filme, also die traditionellen Disney-Filme geht, die so in diesem Kranon drin sind, da wäre der Film einfach drin. Seit König der Löwen hat mich kein Disney-Film mehr so begeistert, wie du sagst. Ach, okay.
Johannes Franke: Wow, da hast du jetzt schon so ein Fazit rausgehauen, Mann. Das gibt's ja wohl nicht. Wir müssen das noch. Wir müssen noch Top 3 machen und alles. Ja, ja, wir müssen. Wir sind auch out of time. Disney-Film, aber ich hab's noch. Wir müssen noch Disney-Film, dann können wir auf die... Ja, ich hab' aber noch, ich hab' aber noch. Okay, okay. Nein, nein, nein, nein, nein. Haus raus. Ich finde noch wichtig, weil es sich ja auch darum ging, wie viel traut sich denn Disney an Feminismus und so weiter und da kommt nicht so viel rum, wie man gerne hätte und es fiel mir auch so ein kleines bisschen auf bei dem Moment, der eigentlich geil ist, wie wir den Schnitt haben zu ihr, die da sabbernd im Bett liegt und die Haare sind wuschelig und alles und sie versuchen dem Eye-Candy zu entgehen in dem Moment, beziehungsweise das eben gegenzusetzen, aber am Ende ist alles, was sie mit ihr machen, dann doch wieder, dann versucht man irgendwie was hinzustellen als, das ist Fortschritt, aber eigentlich ist es nur genau die andere Seite von... Es ist immer noch Male Gaze. Ja, es ist immer ganz genau das, ha, danke für das Stichwort. Es ist immer noch Male Gaze und irgendwie weiß es nicht genau.
Florian Bayer: Und sie kriegt ja auch wirklich nur diesen einen hässlichen Moment, das ist der einzige hässliche Moment. Ja, und der ist ja auch nicht wirklich hässlich. Genau, und der dauert nicht lange und danach haben wir dann, dass sie durch das Schloss tanzt.
Johannes Franke: Und ich glaube, dass die, die Animatoren und die Macher des Films viel mehr Momente aufmachen würden und sagen würden, naja, aber wir haben doch auch noch quirky Momente von ihr und hässliche Momente von ihr. Die sind aber alle nicht hässlich, nein, die sind alle einfach sweet auf eine andere Art und Weise als vorher. So ein bisschen tollpatschig süß. Sie hat halt kein Ballkleid mehr an, was soll's. Der Unterschied ist aber trotzdem nicht da.
Florian Bayer: Es gibt diesen Wait-What-Moment, den tatsächlich Jennifer Lee komplett improvisiert hat, wo sie so ein bisschen tollpatschig ist, als sie Hans zum ersten Mal kennenlernt und nicht so genau weiß, wie sie mit ihm reden soll. Ja, genau. Das ist süß, aber ihre Attraktivität wird nicht gebrochen. Überhaupt nicht, gar nicht, gar nicht. Und du sagst es eigentlich, ja, im ersten Moment, wenn sie dann im Bett liegt, das ist nett, weil es halt wirklich dieser harte Schnitt ist von den Erwartungen zu der Realität. Aber sie ist ja trotzdem süß in diesem Moment. Ja, genau. Sie darf den ganzen Film übersüß sein. Ja. Und das Problem ist, sie ist halt süß für den männlichen Blick. Genau. Genau das.
Johannes Franke: Ja. Ei, ei, ei. Okay, das war ein großer Bogen, den ich da irgendwie in meinem Kopf hatte.
Florian Bayer: Aber jetzt haben wir den Bogen zur Top 3 geschlagen. Ah, ja, stimmt. Es gibt nämlich eine Top-Liste, die sich genau darauf bezieht, auf Frauenrollen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und was sind gute Frauenrollen und was sind schlechte Frauenrollen und hohe, hohe, hohe Anforderungen, dieser Frage nachzugehen bei Disney, wenn man da nämlich eine Top 3 machen will bei Disney-Prinzessin, das ist gar nicht so einfach. Ja. Jingle. Jingle. None|Jingle. Unsere Top 3.
Johannes Franke: Ah, Disney-Prinzessin. Top 3 Disney-Prinzessin. Was ist denn eine Disney-Prinzessin? Ja, was ist eine Disney-Prinzessin? Ich habe mich das auch sehr intensiv gefragt, weil ich nämlich ganz, ganz wahnsinnig gerne, und da komme ich zu einer Honorable Mention schon mal, Red Panda mit reingebracht hätte. Ich weiß nicht, ob du den gesehen hast, ich weiß auch gar nicht, ob der Red Panda heißt, aber sie hat so einen roten, der rote Panda, der für ihre, quasi für ihre Tage steht, die sie dann hat.
Florian Bayer: Den habe ich noch nicht gesehen. Das ist auch ein ganz aktueller, ist das überhaupt Disney oder ist es Pixar?
Johannes Franke: Ja, aber Pixar gehört halt zu Disney. Es ist ein Pixar-Film, ja. Ja, Turning Red aus dem Jahr 2022. Ah, Turning Red heißt er eigentlich. Aber das ist, sie ist halt keine Prinzessin. Ja. Aber sie hat alle Traits, mag es quasi eine Prinzessin.
Florian Bayer: Wenn du diese Honorable Mentions reinbringst, dann will ich auch eine reinbringen, die auch nicht Disney ist und die ich auch gerne genannt hätte. Ja. Und ich glaube, es geht durch, weil wir geben dieser Figur ein Geschlecht, aber sie hat kein Geschlecht. Wall-E. Wall-E ist für mich eine ganz tolle Disney-Prinzessin. Oh, wie süß. Weil Wall-E bewegt sich in einer Welt, die zu eng für ihn ist eigentlich. Er sehnt sich nach mehr. Er trifft seinen Traumprinz, in dem Fall halt diese Traumprinzessin, die sind andere Roboter, der kommt und er will ausbrechen. Ja. Und er kriegt diese, ich will raus Momente, ich will Freiheit, ich will mehr als das, was ich habe. Wall-E ist eigentlich eine tolle Disney-Prinzessin. Oh. Oh Gott, jetzt stelle ich mir Wall-E mit so einer Tiara vor. Egal. Aber wenn wir von klassischen Disney-Prinzessinnen reden, haben wir natürlich weiblich. Disney-Prinzessinnen bewegen sich eigentlich, sie müssen nicht mal 100% artig sein, aber sie sind es natürlich fast immer. Aber sie bewegen sich in einem engen Rahmen, der ihnen zu eng ist und wollen da irgendwie ausbrechen. Ausbrechen, genau. Zu einer Disney-Prinzessin gehört eigentlich der klassische, ich will hier raus Song, ich will mehr, ich sehne mich nach Freiheit, ich sehne mich nach Liebe. Meistens nach Liebe. There must be more than this provincial life. Genau. Und Disney-Prinzessinnen sind meistens dargestellt als sehr süß, sehr naiv, sehr romantisch und sie erkennen die Gefahren nicht, die da schlummern, weil sie eben so naiv sind und sie müssen so ein bisschen da rausgenommen werden.
Johannes Franke: Ja. Kann man denn dann überhaupt von einer Top 3 reden, wenn all diese Trademarks erfüllt werden müssen? Weil man dann natürlich irgendwie denkt, ja, da ist aber dann keine Appealing für mich, weil die alle diese Naivität haben, die man eigentlich gar nicht mehr sehen kann. Die besten Disney-Prinzessinnen sind meiner Meinung nach die, die es geschafft haben,
Florian Bayer: das irgendwie aufzubrechen. Ja. Und das wird sich gleich in meiner Liste ganz stark zeigen, dass das Disney in den letzten Jahren deutlich besser gelungen ist als in den Jahren davor.
Johannes Franke: Und da kommt meine Schwäche ins Spiel. Ich kann keine wirklich gute Top 3 geben, weil ich sehr viele Filme nicht gesehen habe, bei denen ich weiß, ah, okay, aber da wäre ein starker Charakter gewesen und ich weiß es einfach nicht genau. Ich würde gerne noch eine Honorable Mention bringen, weil wir gerade bei welchen waren,
Florian Bayer: die so ein bisschen aus der Reihe fallen. Und schlag mich aber, der Teufel aus South Park, dem Film. None|Au! Das hast du jetzt davon. Liebes Publikum, bei dieser Szene wurden keine Podcaster verletzt. Bei South Park, dem Film, South Park, Bigger, Longer and Uncut. Moment, Bigger, Longer and Uncut, was ist das? Also jüdisch war er schon mal nicht. Ja. Okay. Genau, du hast den Bezug verstanden, dafür gibt es ein Sternchen. Danke. Aus dem Jahr 1999 taucht der Teufel auf. Also der Teufel taucht auch vorher schon in der Serie auf, hat aber nie so eine starke Rolle wie da und zwar lebt der Teufel natürlich in der Hölle und ist zusammen mit Saddam Hussein, der irgendwann gestorben ist. Die beiden sind ein Paar. Und Saddam Hussein unterdrückt den Teufel. Das ist eine sehr ernste Geschichte. Lach nicht darüber. Saddam Hussein unterdrückt den Teufel. Ja, es ist eine toxische Beziehung. Also Saddam Hussein ist echt nicht so der ideale Partner.
Johannes Franke: Moment, wenn man Saddam Hussein und den Teufel in eine Beziehung packt, hättest du was anderes als eine toxische Beziehung erwartet?
Florian Bayer: Vielleicht. Könnte auch ein Match in Heaven beziehungsweise in Hell sein. Auf jeden Fall Kenny landet in der Hölle, weil er natürlich stirbt. Wie immer. In diesem Fall dann ganz am Anfang des Films und er kriegt halt so ein bisschen diese Beziehung von außen mit und das ist so, dass Saddam Hussein den Teufel halt die ganze Zeit runter macht und so typisch Gaslighting. Aber er schafft es immer, ihn wieder für sich zu gewinnen, indem er ihn verführt mit sexy Outfits und so weiter. Also es ist keine schöne Beziehung. Der Teufel tut einem leid. Also wir haben Mitleid mit dem Teufel. Ja. Okay. Und dann kriegt der Teufel einen wirklich fantastischen I Want Song, der vor allem eine Parodie ist auf den Song von Ariel, die Meerjungfrau. Okay. Wo er singt, dass er eigentlich nach oben will und dann singt er halt, da oben, da gibt es so viel zu sehen. Moment, ich muss einmal kurz Bob Andrews, Recherchen und Archiv. Up there heißt der Song. Und dann singt er, up there, there is so much room, where babies burp and flowers bloom, everyone dreams, I can dream too. Okay. Up there, where the skies are, ocean blue und so weiter. Und er träumt halt eigentlich davon, draußen zu sein. Und dann gibt es diese wunderschöne Szene, wo er sich das vorstellt, wie er dann auf so einem Cruiser-Schiff ist mit so ganz vielen heißen Typen und mit denen dann feiert. Und es ist ein wirklich, also es ist South Park. South Park ist schwarzer Humor. Aber dieser Song dazwischen ist wirklich so eine tolle Upbeat-Empowerment-Nummer. Und Satan ist in diesem Moment einfach eine großartige Disney-Prinzessin. So viel zu meinen Honorable Mentions. Ich glaube, du musst mit Platz 3 anfangen. Aber South Park gehört nicht zu Disney, oder? Nein. Aber Pixar gehört, also Pixar gehört zu Disney, aber Pixar gehört nicht. Pixar-Prinzessin kann man reinzählen, genauso wie man South Park-Prinzessin reinzählen kann.
Johannes Franke: Okay. Ich habe mich gar nicht an die anderen Filme herangetraut. Ich war wirklich nur bei Disney. Und wenn ich das jetzt, ah, fuck. Wenn ich den Blick hätte öffnen können, wenn ich diese Weitsicht gehabt hätte, verdammt. Na gut. Okay. Dann bin ich mal gespannt. Ich muss anfangen, oder? Das Problem ist, Pocahontas ist ein weite Teile problematischer Film. Und sie habe ich als starke Person in Erinnerung. Aber irgendwie kann ich ihn nicht in die Top 3 mit reinnehmen. Merida, oder wie die heißt, die rothaarige Wuschelige, habe ich leider den Film zu lange nicht gesehen und weiß nicht mehr genau, wie das eigentlich war. Aber sie wird immer so als die große, starke, auf Müpfige dargestellt. Und ich glaube, es wäre ein guter Platz gewesen, aber ich weiß es einfach nicht mehr gut genug. Ja. Deswegen beschrägt sich das alles jetzt auf Folgendes. Auf Platz 3 wäre bei mir Ariel, weil Ariel meine erste Zeichentrick-Liebe war. Ja.
Florian Bayer: Und wahrscheinlich von jedem, der irgendwann Anfang der 80er geboren wurde. Genau. Also, jetzt haben wir so viel über Feminismus geredet, jetzt kann ich es raushauen. Ariel ist heiß. Ja, das stimmt. Ja, ja. Also wirklich. Aber wirklich. Aber sie ist halt auch jugendlich, ne? Ja. Sie ist 14? Ist sie 14? 14? Was? Nein. Sie ist jünger, als man denkt. Man liest, wie alt sie sein soll und denkt so, ah, okay. Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Ja, ganz problematisch. Gut, gut. Stellen wir uns vor, sie ist 18. Wir stellen uns vor, sie ist 18. Gut. Und, aber ja, also ich fand Ariel damals auch, ich fand sie, ich fand sie, als ich sie attraktiv finden konnte, als ich in dem Alter war, fand ich sie attraktiv. Ja, genau. Und ich fand sie auch schon schön, bevor ich an sowas wie Attraktivität im sexuellen Sinne gedacht habe.
Johannes Franke: Ja, genau, genau.
Florian Bayer: Ja, Ariel ist cool, aber Ariel ist wirklich so eine sehr klassische, prototypische Prinzessin.
Johannes Franke: Und mit all den Problemen, die sie mit sich bringt. Und das ist halt so ein bisschen der Schmerz, der jetzt kommt, wenn ich die in die Liste reinhaue. Aber sie ist einfach meine erste große Zeichentricklebe. Ich kann es total gut verstehen. Und das ist einfach absolut wichtig.
Florian Bayer: Immer in meinem Herzen. Ich habe in dieser Liste wirklich den großen Vorteil, dass ich ein Kind habe und dass ich die letzten Disney-Filme gesehen habe. Und wie bereits gesagt, Disney ist immer besser geworden in der Darstellung von Prinzessinnen. Nicht nur, was den feministischen Aspekt betrifft, dass die Prinzessinnen Dinge tun dürfen und nicht mehr so naiv sind, sondern auch, was das narrative Moment betrifft, dass die Konflikte ambivalenter geworden sind, vielfältiger. Und deswegen hebe ich auch immer wieder so Frozen als Vorbild, als Vorreiter hervor, weil damit hat das angefangen und es ist besser geworden in den Jahren danach. Mein Platz drei ist Raya und der letzte Drache, die Prinzessin Raya aus diesem Film. Ah ja. Ja, die Thronenerbin eines Königreiches ist, was in den ersten zehn Minuten platt gemacht wird durch einen schrecklichen Krieg und die dann nach Rache sinnend einsam durchs Land zieht, mittlerweile als junge Erwachsene, und dann einen Drachen findet, der ihr dabei helfen soll. Und der Konflikt ist halt mit einem anderen Königreich, was für diesen Krieg verantwortlich ist. Und durch einen Verrat von einer ihrer Freundin, das war damals ihre vermeintlich eine Freundin, hat sich dann als Verräterin entpuppt und der Konflikt schreit eigentlich danach, es ist eine klassische Geschichte gut gegen böse, wird dann aber doch anders gelöst und wird wirklich spannend gelöst. Und Raya ist einfach mal eine Prinzessin, die am Anfang des Films eigentlich dieses Meer kriegt, wonach sie sich sehnt. Sie wird zur Kriegerin gezwungenermaßen aber, und sie kann Abenteuer erleben, aber sie ist dann halt auch gleichzeitig mit dem Verlust ihres Königreiches und ihrer Eltern konfrontiert und zieht als ziemlich desillusionierte einsame Kriegerin durchs Land. Großartiger Film, wirklich sehenswert.
Johannes Franke: Ich glaube, ich habe den auch gesehen, aber irgendwie ist es verblasst in mir. Vielleicht sollte ich den nochmal gucken. Bei mir auf Platz zwei wäre Jasmin von Aladin, die sich ganz wunderbar für ihre Zeit auflehnen und beschweren darf und ihre eigenen Sachen durchziehen darf, die sie gerne machen möchte. Natürlich kommen auch da wieder die ganzen typischen Probleme zum Tragen.
Florian Bayer: Der große Freiheitsmoment ist, wenn Aladin, der Traumprinz, mit ihr auf dem Teppich durch den Himmel fliegt und für sie singt und dann singt sie irgendwann mit. Ich zeige dir meine Welt und so. Aber davor hat sie ein paar wirklich coole Momente, wo sie die ganzen potenziellen Heiratskandidaten mit ihrem Tiger verscheucht. Genau.
Johannes Franke: Und das ist schon cool. Ja, es gibt ein paar schöne, wirklich schöne Momente bei ihr.
Florian Bayer: Ja, Jasmin, das ist cool. Das Schlimme ist ja, ich hätte die auch alle in meiner Liste, wenn ich halt nicht die aktuellen Filme gesehen hätte. Vielleicht auch nochmal als kleine Empfehlung, auch für Leute, die keine Kinder haben, guckt euch die aktuellen Disney-Filme an. Die sind wirklich gut und ihr werdet überrascht sein, gerade wenn ihr mit den klassischen Disney-Figuren groß geworden seid, mit den klassischen Disney-Archetypen und Stereotypen. Und es hat sich da einiges getan. Mein Platz zwei ist Mona, im Deutschen eher bekannt unter dem Namen Vajana, eine polynesische Prinzessin. Habe ich nicht gesehen und ich bereue es, seit ich das weiß, dass es das gibt. Die loszieht, um ihr Volk zu retten, um das Herz des Ozeans zu finden und die einfach mal eine Badass-Prinzessin ist, die dann unterwegs auf ihrem Schiff Abenteuer erlebt und auf einen Halbgott stößt und natürlich irgendwie die Welt oder ihr Land rettet. Aber das halt wirklich auch selbst macht. Und aus dem Jahr 2016, also eigentlich unmittelbar nach Frozen, so der erste große Push in diese Richtung nochmal, das Ganze nochmal ein bisschen stärker zu machen und deutlich mehr Empowerment, deutlich mehr zu tun als bei Frozen für die Prinzessin. Und sie ist auch deutlich weniger Disney-Schöne als Ideal, aber immer noch ein bisschen mehr. Also es ist tatsächlich, es ist immer noch so ein bisschen Eyecandy, aber sie ist ein bisschen kleiner, sie ist nicht dick. Aber sie ist, sie hat ein bisschen mehr auf den Ritten als die Disney-Prinzessin davor. Das ist gut.
Johannes Franke: Was mir so ein bisschen jetzt einfällt und auffällt ist, dass Disney ja schon auch ein großer, böser Konzern ist. So einer, wo man sagt, als Kapitalismuskritiker sagt, ab mit ihrem Kopf. Aber irgendwie haben die es immer geschafft, Leute für ihre Filme zu rekrutieren, die mit sehr viel Liebe da rangehen. Gerade an diesem Film sieht man das, an Frozen und an vielen anderen Soul, den wir besprochen haben. Es ist unglaublich teilweise, was da für Liebe drin steckt und Zeit und Geld an Recherche und Überlegungen und ernsthafter, alles steht Kopf, muss man sich ja nur anschauen. Das ist ja unglaublich. Das ist so toll, wie viel Herzblut und ernsthafte Überlegungen und ernsthaftes Interesse daran, einen Film zu machen, der wirklich einen Mehrwert bietet.
Florian Bayer: Und jetzt kommt die spannende Frage, was die Zyniker vielleicht sagen würden, ist das einfach Strategie? Natürlich ist das Strategie. Kannst du jetzt hinterher sagen, wir machen jetzt woke Filme, weil das ist das, was gelobt wird, was die Leute anzieht?
Johannes Franke: Ja, natürlich. Aber das ist der, ich glaube, das ist der Teil des Kapitalismus, wo ich sage, okay, der kann irgendwie mit funktionieren und ziehen. Das Problem ist bloß, dass der zu viele Probleme mitbringt. Aber wenn die Masse das will, dann kann der Kapitalismus sich darauf auch raufsetzen und anschmiegen und schafft es, dann die richtigen Leute an den richtigen Positionen zu bringen, damit wir, bei Amazon funktioniert es nicht, bei Disney Filmen funktioniert es, das bekommen, was wir wollen, was wir gesellschaftlich auch brauchen.
Florian Bayer: Das Problem ist, wenn man es so sieht, was es, wenn Disney oder jemand anderes das Gefühl hat, das ist das, was die Masse nicht sehen will. Weil es gibt ja sehr lautstarke Leute, die sagen, wir boykottieren jetzt Star Wars, weil es da einen schwarzen Stormtrooper gibt und weil es da eine Frau als Jedi-Ritter gibt, die viel zu viel macht und viel zu viel kann. Wir boykottieren das jetzt, weil da wird eine feministische Agenda vorangetrieben und so weiter. Und das sind ja durchaus sehr laute Leute. Ja, ja. Und das ist ja auch, also ich meine so gerade so Themen aus dem Bereich LGBTQ und so weiter sind ja, sind ja noch nie, also wir dürfen uns da nichts vormachen. Das ist ja eigentlich, sind ja eigentlich keine mainstreamfähigen Themen. Das Problem ist, wenn es halt kippt, wenn so ein Konzern dann denkt, oh, wir sollten vielleicht eher auf die hören, die Konservativen. Das sind vielleicht, das ist das Publikum, was wir hegen müssen.
Johannes Franke: Aber weißt du, was das Tolle am Kapitalismus, um Gottes willen, warum habe ich diesen Satz so angefangen? Weißt du, was das Tolle daran ist? Es gibt Zahlen. Zahlen können nicht lauter schreien. Das funktioniert nicht. Es gibt Verkaufszahlen. Und wenn du einen Film wie Black Panther machst und feststellst, okay, der ist mega erfolgreich, obwohl da fast ausschließlich Black Cast drin ist, was du dich vorher nicht getraut hast, dann sagen die Zahlen dir, okay, mach das weiter. Ja. Und dann sagt das Geld, okay, komm, das sind Themen, die anscheinend irgendwie ziehen, also machen wir das.
Florian Bayer: Es gibt ja in rechten Kreisen tatsächlich dieses beliebte, diese beliebte Floskel, Go Woke, Go Proke, womit dann auf so Filme referiert wird, die ein Gegenbeispiel sind. Und es gibt die Gegenbeispiele, also was so, glaube ich, für viele aus dem rechten Lager noch so der strahlende Diamant ist, um das vorzuhalten, ist der Ghostbusters-Film aus dem Jahr 2016, der ja, der war kein komplettes finanzielles Desaster, aber der war bei weitem nicht der Erfolg, den Sony damals erwartet hat. Und der hat ja auch dazu geführt, sie wollten damit eigentlich ein Reboot machen und eine Franchise draus machen. Und der hat ja dazu geführt, dass sie gesagt haben, okay, wir legen das jetzt alles erstmal auf Eis, nach den schlechten Zahlen plus dem großen Shitstorm, den wir abgekriegt haben und haben dann fünf Jahre später diesen anderen Ghostbusters-Film gemacht, wo sie wieder männlichen Cast hatten, wo sie extrem viel Fanservice geboten haben und der auch erfolgreicher war. War jetzt auch nicht so erfolgreich, wie sie gedacht hätten, aber doch deutlich erfolgreicher als der 2016er-Film. Das heißt, es gibt ja leider auch diese Gegenbeispiele und was halt wirklich schlimm ist, ist diese krasse Shitstorm-Mentalität von rechts, weil von der Seite wird das dann ja auch politisiert. Die mobilisieren dann ja auch und sagen, okay, wir gehen jetzt alle versammelt zu Rotten Tomatoes und geben dem Film negative Wertungen, um zu sagen, hey, guck mal, die Kritiker haben diesem Film 93 Prozent gegeben, aber das Publikum, wir, die eigentlich bestimmen sollten, wir haben diesem Film nur 30 Prozent gegeben. Das sind ja Dinge, die gerade passieren, weil die Rechte eben sehr stark politisiert dabei. Das heißt, sobald ein Film mit einer Frau in der Hauptrolle ist, heißt es, das ist eine Voka-Agenda, wo du denkst, ihr habt ja einen Arsch offen, guck mal, wie viele Filme es mit männlichen Protagonisten gibt. Das ist immer noch das Gro der Filme, die rauskommen. Aber so ist es halt, die sind halt laut und die machen halt, dadurch, dass sie das so politisieren, machen die halt auch eine große Welle. Und erzeugen halt auch so für sich so eine Öffentlichkeit, die man dann natürlich überschätzt, also so lautstarke Minderheiten, auf die dann vielleicht auch zu viel gehört wird. Und die Gefahr sehe ich so ein bisschen immer darunter.
Johannes Franke: Die Gefahr sehe ich natürlich auf ganz vielen Ebenen, was Politik betrifft und so. Immer wenn es darum geht, dass Politiker um ihre Wiederwahl irgendwie bemüht sind, gibt es ganz große Probleme damit. Aber ich glaube, dass einfach ein rein finanziell orientierter Konzern wie Disney auf die Zahlen guckt. Und die Zahlen sind halt nicht von den lauten Leuten geschrieben.
Florian Bayer: Das stimmt. Und vielleicht ist es wirklich ganz gut, dass wir, hey, Kapitalismus, yeah, so einen kulturellen Wandel auch miterreichen.
Johannes Franke: Ja, ja, es rettet den Kapitalismus nicht, aber es ist halt einer der, naja, zufälligen guten Seiten. Dein Platz 1. Mein Platz 1 ist Belle von Die Schöne und das Biest. Auch wenn ich finde, dass es totale Scheiße ist, dass Belle am Ende, dass man eigentlich sagt, naja, du musst dranbleiben, auch wenn der Typ ein Arschloch ist. Nein, nein, der ändert sich nicht. Also natürlich ändert er sich in diesem Film, aber was ist denn das für eine Botschaft?
Florian Bayer: Ja, das stimmt allerdings. Stockholm-Syndrom. Ja. Aber ich bin trotzdem ganz bei dir. Belle wäre bei mir die Honorable Mention, die so als letzte klassische Disney-Prinzessin schon so ein bisschen in eine andere Zukunft weist.
Johannes Franke: Ja, sie ist belesen und sie hat Wünsche, die wirklich nachvollziehbar und, also, vielleicht formuliert sie es ein bisschen ungünstig, weil sie dem Typen, der ihr gerade Bücher gibt, entgegen singt, there must be more than this provincial life.
Florian Bayer: Und ich als Bibliothekar gesagt hätte, Alter, ich geb dir mein ganzes Leben und du beschimpfst mich. Aber gut. Nein, Belle ist tatsächlich cool. Ja. Bin ich ganz bei dir auf jeden Fall. Mein Platz 1 ist dann wirklich auch der jüngste Film aus dieser Reihe. Ich hab den Rat noch nicht gesehen. Encanto aus dem Jahr 2021, wo eine junge Tochter einer der großen Familie Madrigal, die dafür bekannt ist, dass sie alle Zauberkräfte haben, die sie in so einem Initiationsritual kriegen, wenn sie älter werden. Und im Mittelpunkt steht die junge Tochter Mirabel, die bei diesem Ritual keine besondere Gabe bekommen hat. Die können alle ganz tolle Sachen. Die einen sind besonders stark, die anderen können mit Tieren reden oder können das Wetter beeinflussen oder Blumen wachsen lassen und sie kann gar nichts. Dann bricht das Haus so nach und nach auseinander und sie versucht herauszufinden, was es damit auf sich hat. Und ihr wird so ein bisschen die Schuld gegeben, weil sie halt irgendwie verflucht ist, weil sie nicht in die Familie passt. Also zum einen ist es eine Disney-Prinzessin, die diese klassischen Zutaten mitbringt, dass sie irgendwie Außenseiterin ist und mehr will, gleichzeitig aber auch für ihre Familie da sein will. Und dann bricht es aber komplett auch mit der Narration sämtlicher Disney-Film. Ich habe noch nie einen Kinderfilm gesehen im Big-Budget-Bereich, der so großartig einen Konflikt erzählt hat und so großartig diesen Konflikt gelöst hat. Dieser Film kommt ohne Bösewicht aus.
Johannes Franke: Sehr gut.
Florian Bayer: Es ist komplett gewaltfreie Konfliktlösung. Und jetzt sagt nicht langweilig. Natürlich ist es auch cool, wenn mal die Schwerter aufeinander klären. Und ich bin der Letzte, der seinem Kind sagt, du guckst nur Filme, in denen Konflikte gewaltlos gelöst werden. Du guckst nur noch ARD und ZDF und Kika. Nein, das ist schon in Ordnung, wenn auch mal gekämpft wird in Kinderfilmen. Das ist in Ordnung. Aber dieser Film schafft es, das wirklich spannend und mitreißend zu erzählen. Gewaltfreie Konfliktlösung ohne Bösewicht. Ohne was Großes, Düsteres im Hintergrund und trotzdem was Großes im Hintergrund. Und es ist unglaublich wert zu beschreiben, was dieser Film richtig macht. Aber wenn man ihn gesehen hat, merkt man, wie viel Potenzial sehr viele Filme davor verschenkt haben. Und wie viel möglich ist auf einer erzählerischen Ebene, grundsätzlich für das Blockbuster-Kineo und nicht nur für Kinderfilme, was Umgang mit Konflikten betrifft. Wie man spannend erzählen kann und monumental erzählen kann, ohne in Klischees zu laufen. Es ist wirklich beeindruckend. Und diese Protagonistin Mirabelle ist halt auch von der gesamten Gestalt wirklich mal eine Prinzessin, die einfach klassische Schönheitsideale bricht. Es ist ein wirklich starker Film. Ich war hin und weg, als ich den gesehen habe. Habe ich vor einem halben Jahr oder so gesehen und hatte gleich das Gefühl, wow, Disney hat eigentlich das Genre Kinder-Blockbuster damit fast neu erfunden. Wow. Ich kann den gar nicht... Dann muss ich auf jeden Fall mal reingucken. Es ist wirklich, es ist krass. Er stellt alles so ein bisschen auf den Kopf, was man vorher kannte, was klassische Blockbuster-Kinderunterhaltung betrifft. Wow. Und man kennt dieses Konzept, wir erzählen Konflikte anders. So, dass sie pädagogisch wertvoll gelöst werden, kennt man eigentlich in Deutschland vor allem aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Aus den Kinderserien. Aber das ist halt ein ganz anderes Niveau. Dann hast du halt diese Budget-Limitierung. Ja. Und so ein Konzept in einem großen Blockbuster für ein großes Publikum zu sehen, das ist Wahnsinn. Hm. Krass.
Johannes Franke: Okay, dann entweder wir müssen den hier mal besprechen oder... Ja, vielleicht. Ich gucke ihn mir so mal an. Aber eigentlich warte ich immer darauf, dass du mir die Filme...
Florian Bayer: Disney Encanto. Aus dem Jahr 2021 gibt es bei Disney Plus zu sehen. Unbedingte Sehempfehlung. Wow. Okay. Schön.
Johannes Franke: Dann gehen wir zurück in unseren Film.
Florian Bayer: Das war unsere Top 3. Gehen wir zurück in unseren Film. Wir haben ihn so viel gelobt. Wir können ja noch mal kurz erwähnen, dass der Film nicht nur von uns, von den blöden Kritikern gelobt wurde, sondern der Film war... Aber das ist... Selbstreden war ein durchschlagender Erfolg.
Johannes Franke: Ja, ein riesiger Erfolg. Erfolgreicher als fast alles vorher, was Disney gemacht hat. Ja. Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Um einmal kurz die nackten Zahlen zu nennen. Ja. Mit einem Budget von 150 Millionen Dollar, was viel ist. Ja, das ist natürlich krass. Hat er im Box-Office 1,2 Milliarden eingespielt. Das sind Zahlen, die kann man sich nicht vorstellen. Das ist unglaublich. Das ist krass, ne? Und dann der Highest Crossing Animated and Musical Film of all time. Beides. Es ist der Wahnsinn. Erfolgreichstes Musical, erfolgreichster animierter Film. Unglaublich. Und der neunthöchst, neunthöchst erfolgreichste Film überhaupt. Also damals im Jahr 2013. Und da ist das Merchandise nicht mit. Ja. Und Merchandise, wie blöd, ne? Es ist unglaublich. Also ich müsste den Film hassen, nur für das Merchandise. Das wäre tatsächlich was, wo man sagen könnte, wenn es Kritik an dem Film gibt, ist es natürlich der ganze Kontext, das Drumherum.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Furchtbar. Netter Nebenaspekt, die Namen Elsa sind enorm in die Höhe geschossen in der Folgezeit. Sehr viele Eltern haben ihre Kinder Elsa genannt.
Johannes Franke: Es gibt so Bestenlisten, also so Rankings, ne? Und Elsa war nie vorher in irgendeinem Ranking dieser Art. Nie.
Florian Bayer: Es gab den Namen einfach nicht in der Masse. Und plötzlich ist er irgendwie ganz oben in so einem Ranking drin. Und jeder, der Kinder hat, die mal auf Halloween, Fasching verkleidet waren. Genau. Man weiß es, in der Kita laufen einfach zehn Elsas da rum. Ja. Und ich finde es so ein bisschen schade, wie gesagt, weil ich Anna eigentlich die coolere finde in dem Film. Die coolere Figur. Aber Elsa gibt natürlich viel mehr her mit ihrem tollen Kleid und ihrer tollen Frisur. Ja, und dann alles. Plüschfiguren von Olaf. Es gab Actionfiguren von dem Zeug. Es gibt so viel Frozen Merchandising. Also mein Kind hat auch bestimmt zwei oder drei Frozen Shirts getragen in seiner Zeit.
Johannes Franke: Ach, so viele Ranzen in diesem Theme und Ranzen Schultüten. Die Spin-Offs mit Serien und mit Fortsetzungen und mit allem. Und hat Olaf was eigenes bekommen? Ich weiß es gar nicht.
Florian Bayer: Ja, es gibt einen Olaf-Kurz-Film, wo Olaf das Weihnachtsfest rettet. Der ist doof. Okay. Aber ich meine, das ist halt so ein Disney-Kurz-Film. Ja. Ich sag ganz kurz gleich was zu den Spin-Offs, die wir natürlich dann auch geguckt haben, gezwungenermaßen, weil mein Kind halt Frozen geliebt hat. Academy Awards für den besten animierten Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Frozen und natürlich Best Original Song für Let It Go. Ja.
Johannes Franke: Völlig zu Recht. Absolut zu Recht. Völlig zu Recht. Also die Musik kann man nicht genug loben. Die ist wirklich der Hammer. Unglaublich.
Florian Bayer: Es gab eine Fortsetzung. Mhm. Die Eiskönigin 2. Der versucht hat, die Magie des ersten Filmes zu wiederholen. Es ist kein, es ist nicht, es ist nicht eine billige Fortsetzung. Es gibt ja von Disney, gab es ja immer mal wieder diese, diese DVD-Fortsetzung. Das ist Frozen 2 nicht.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Da wurde schon, da wurden sich Gedanken gemacht und da wurde auch Budget investiert. Der Film hat genauso viel gekostet wie der erste Film. Oh, okay. Und hat auch sogar mehr eingespielt. 150 Millionen Dollar Budget. 1,45 Milliarden. Wow. Am Box Office. Er scheitert. Aber er scheitert sehr würdevoll. Auf einem hohen Niveau? Auf einem hohen Niveau. Okay. Und er schafft es halt auch wieder, Kinder Augen zum Leuchten zu bringen. Das ist so ein Film, den sieht man mit seinem Kind und sieht, was der Film mit dem Kind macht. Und dann kann man dem Film nicht böse sein. None|Okay. Aber er erzählt tatsächlich, er hat sehr viele Schwächen. Die Songs sind deutlich schwächer. Es gibt keinen wirklich, wirklich krassen, einnehmenden Song in dem Film. Vielleicht Into the Unknown. Okay. Er hat so ein bisschen versucht, nochmal so ein zweites Let it go zu sein, was natürlich nicht gelingt. Ist ja irgendwie klar.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er macht aus Reindeers Are Better Than People, was ja im ersten Film nur so ein kurzes Intermezzo ist. Macht ein richtiges Lied. Ah, okay. Und es geht darum, dass Elsa aus dem, neben dem Königreich liegenden Wald, seltsame Gesänge hört, die sie irgendwie locken.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann reist sie da hin. Aber Anna und Christoph, die mittlerweile ein Paar sind und Christoph will ja die ganze Zeit einen Heiratsantrag machen und schafft es nicht so wirklich. Ja. Die folgen ihr und das ist ganz nett, weil es wird so ein bisschen das Prinzip aus dem ersten Film gebrochen. Sie holen sie ein und sagen, ey, du gehst da nicht alleine rein, das hatten wir schon mal, wir gehen da jetzt zusammen, wir halten zusammen. Und dann sagt Elsa, okay, kommt mit. Schön. Und dann sind sie auch wirklich zusammen unterwegs und dann treffen sie auf einen, auf ein Volk, das da im Wald lebt und werden mit einer dunklen Hintergrundgeschichte zu Arendell konfrontiert. Mhm. Und damit, dass Arendell eigentlich auf Blut gebaut ist, so ein bisschen, weil es gab einen kriegerischen Konflikt von den Arendellern mit denen, die da Ureinwohner waren.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und die, ähm, ihre Großeltern haben sich in diesem Konflikt nicht ganz sauber verhalten. Mhm. Und Arendell ist bedroht und es gibt wieder so einen Konflikt, der nicht so einfach zu lösen ist, weil klar ist, ähm, wir haben Mist gebaut. Mhm. Gleichzeitig wollen wir natürlich nicht, dass unser Königreich komplett ausgelöscht wird. Und wie kriegen wir das jetzt irgendwie gehandelt? Das ist ein gutes Thema. Das ist ein gutes Thema, äh, der Film ist auf dem Papier eigentlich ganz gut, aber die Umsetzung ist dann, ach, es schleppt sich alles so ein bisschen, es, es, es ist viel Primborium, nichts. Olaf kriegt so sehr viele Momente, wo, ey, Olaf steckt in der Midlife-Crisis, man weiß es nicht so genau, er hat die ganze Zeit Angst zu sterben oder so. Okay. Und die, es ist ganz süß, dass Christoph die ganze Zeit Anna einen Heiratsantrag machen will und ihm das nicht so 100% gelingt. Mhm. Es ist ein Film, den man mit einem Kind gucken kann und der, der Kindern auch gefällt. Aber ich glaube, selbst Kinder merken, dass er nicht ganz den Zauber vom ersten Teil besitzt. Mhm.
Johannes Franke: Na ja, gut. Ja, so ist das mit Fortsetzungen. Es gibt's ja wirklich sehr selten, dass Fortsetzungen so, so, so toll sind dann.
Florian Bayer: Und dann gab's eben dieses, dieses Olaf taut auf, Äh, Olafs Frozen Adventure aus dem Jahr 2017, wo, ähm, sie Weihnachten feiern und Olaf sich fragt, wie, wie Weihnachten aussieht und was, was Weihnachtstraditionen sind und es wird so ein bisschen der Konflikt aufgemacht, dass Anna und Elsa nicht so wirklich gemeinsame Weihnachtstraditionen haben. Hm. Olaf will halt irgendwie das Ganze retten, indem er Weihnachts, Weihnachten macht und zieht dann los, um Weihnachten zu machen. Okay. Es ist halt ein 20-Minüter-Disney und es ist nett für Leute, die totale Eiskönigin-Fans sind, es ist eigentlich, es ist für Kinder, es ist ein Spin-Off für Kinder und damit hat's auch seine Berechtigung, aber das, das ist es irgendwie. Na gut. 2018 wurde das Ding zum Musical gemacht, auf dem Broadway. Okay. Seit November 2021 wird es auch in Hamburg aufgeführt.
Johannes Franke: Hm.
Florian Bayer: Ja, dann rennt alle hin, schaut sich an, keine Ahnung, ob das gut ist. Ich hab, ich kann nicht viel dazu sagen, ich hab noch nie einen Disney-Film auf der Bühne gesehen. Hm. Hm. Aber ich weiß, die großen Filme. König der Löwen wird ganz viel gespielt. Die haben sie alle zu Musicals gemacht, ne? Aladin auch. Ja. Arielle weiß ich jetzt nicht sicher. Schön und das bist auch ziemlich sicher.
Johannes Franke: Hm.
Florian Bayer: Also es gibt eine Tradition von, Disney bringt die großen Musicals, die großen Filme auf die Bühne und die landen immer irgendwann in Hamburg. Hm. Vielleicht auch in Berlin. Doch in Berlin sind, äh, König der Löwen wurde überall gespielt.
Johannes Franke: So, äh, sind wir, haben wir ein Fazit noch oder sind wir eigentlich, du hast schon mal gleich am Anfang irgendwie ein Fazit gebracht. Plur, hast du noch irgendwas zu sagen? Ist dir noch irgendwas?
Florian Bayer: Lass mich einmal schauen, ob ich noch einen lustigen Funfact bringen kann. Das shared Disney-Universe. Am Anfang, wenn Anna durch, durch das Schloss ranzt, flirtet sie mit einer Statue, die verdächtig nach Prinz Erik von Ariel, die Meerjungfrau aussieht. Und es gibt sogar eine Fan-Theorie, dass das Schiff von den Eltern von Elsa und Anna, das gesunken ist, das versunkene Schiff ist, wo Ariel ihre verschiedenen Gegenstände gesammelt hat. Ah, okay. Es gibt auch einen Hidden Mickey und so. Genau, Hidden Mickeys, ja, gibt es auch. Ja. Und, und der, aber der Regisseur von, von Ariel meinte, ja, das wäre eigentlich eine ganz nette Theorie, aber ich glaube nicht, dass sie das beabsichtigt haben. None|Hm. Ja, Johannes, möchtest du noch was sagen?
Johannes Franke: Ja, ich, ich kann nur Faziten, ich kann nur sagen, der Film ist großartig, es ist wirklich einer der besten Disney-Filme überhaupt und, ähm, nachdem ich so 101 Damatiner abgefeiert habe, ist es natürlich ein Film aus seiner Zeit und, und Frozen einfach das längst nötige Update, äh, der ganzen Disney-Moral, äh, die sie so jahrzehntelang gepflegt haben. Und das ist so, so, so ein großer Schritt, man kann es nicht unterschätzen, dass diese, auch der Act der wahren Liebe eben die geschwisterliche Liebe ist und so, das ist ein unglaublich wichtiger Schritt gewesen und ich, ich, ich liebe den Film sehr dafür. Und die Songs sind einfach so gut und, und, und, und Frau Menzel hat das so, so, so gut geperformt. Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Regisseurin Jennifer Lee ist, äh, äh, fünf Jahre nach, nach, äh, nach Frozen 2018 ist sie künstlerische Leiterin der Disney Animation Studios geworden. Ah, zurecht. Absolut verdient. Natürlich. Und auch mit, äh, gutem, äh, gutem Ergebnis, weil, wenn wir uns anschauen, was nach 2018 noch weiter an Disney-Filmen produziert wurde, mit klassischen Disney-Märchen-Themen. Es ist Wahnsinn, was für einen Sprung diese, diese, diese Produktionen gemacht haben. Ja. Und es ist wirklich beeindruckend, wie Disney sich aus so einer kargen Zeit herausgearbeitet hat mit neuen Themen, neuen Gesichtern, neuen Ideen. Ja. Und wie sie es wirklich schaffen, ihre traditionellen Stoffe anders zu erzählen. Also, ja, böser Konzern, aber Kudos an Disney. Sie hauen gerade jedes Jahr neue Meisterwerke raus. Ja.
Johannes Franke: Ist toll. Sehr schön. Ach, hoffen wir, dass es weiter so geht und dass wir noch viele tolle Sachen bekommen. Ja. Und schaut euch den Film an, wenn ihr ihn nicht gesehen habt. Ansonsten, wenn ihr irgendwas habt, wo ihr sagt, ah, das ist ein völlig verkannter Disney-Film, dann schickt uns gerne Hinweise, dann gucken wir das und besprechen es hier.
Florian Bayer: Ja, wenn ihr wissen wollt, was Johannes mir nächste Woche gibt. Ich bin schon sehr gespannt. Vielleicht nochmal so einen großen Blockbuster. Ich habe jetzt ganz tolles Flur, aber das müssen wir gleich. Bleibt dran. Euch wünsche ich bis dahin eine schöne Woche und vielen Dank, Johannes. Es war wie immer ein großes Vergnügen.
Johannes Franke: Danke dir, Flur. Und danke euch, dass ihr zugehört habt. Bleibt gesund. Bis dann. Flur. Was hast du denn für mich? Du bist ganz aufgeregt. Erinnerst du dich daran, dass ich, wir haben es leider nicht im On gemacht, aber jedes Mal, nachdem wir fertig waren mit dem Podcast, mit der Aufzeichnung, habe ich dich gebeten zu googeln und in deinem Kopf zu kramen nach einem Film, von dem ich keine ordentliche Beschreibung gekriegt habe. Ich habe die ganze Zeit gesagt, irgendwas mit Computern, aber 80er oder 70er vielleicht oder und dann reist sie durch die Zeit. Und wir saßen beide da und haben gegoogelt und ich habe Zeitreisefilme, Listen auf IMDb durchgeguckt und es nicht gefunden. Wir haben echt Stunden damit verbracht. Es ist unglaublich. Und jetzt in der Recherche zu dem anderen Thema habe ich, glaube ich, diesen Film gefunden. Du glaubst ihn gefunden, so. Aber ich glaube nur und ich weiß es nicht genau, Flur. Oh, spannend. Und ich möchte eigentlich mit dir diesen Film gucken, um dann festzustellen, okay, das war der nicht oder festzustellen, oh Gott, das war der. Ja. Und der ist furchtbar schlecht oder sowas, weiß ich nicht. Ich wäre auf jedenfalls damals totaler Fan davon. Ich bin voll gespannt. Oh mein Gott. Wie ist der Name? Und das Geile ist, Tilda Swinton. Tilda Swinton. Tilda Swinton. Tilda Swinton dabei. Und ich habe mich nicht daran erinnert, weil ich damals Tilda Swinton noch nicht so richtig kannte. Ich wusste nicht, dass das jemand ist, den man kennen müsste. 1997. Also völlig raus. Ich habe gedacht, das wäre irgendwie 80er, 70er, aber nein, es hat so Weichzeichnererinnerungen bei mir. Und deswegen dachte ich so 80er Softporno oder sowas. 1997, okay. Conceiving Ada. Conceiving Ada? Okay, nie gehört. Ich finde es großartig. Oh wow. Ich habe den gesehen damals und ich habe ihn mehrmals gesehen. Wahrscheinlich in einer schlechten VHS-Version. Und deswegen ist der auch bei mir vielleicht so 80er abgespeichert oder sowas. Oder er ist wirklich voller Weichzeichner und er ist bloß irgendwie atypisch. Aber sie sitzt tatsächlich am Rechner und programmiert irgendeinen Code und kann damit irgendwie mit der Frau aus der Vergangenheit Kontakt aufnehmen. Wow. Findet man diesen Film denn online? Ich habe keine Ahnung. Wir müssen es irgendwie schaffen, Plur. Schafft das. Bitte. Bitte. Es ist wichtig.
Florian Bayer: Ihr könnt jetzt, wir sind ja, ihr könnt jederzeit ausmachen. Das dauert jetzt kurz noch. Aber ich gucke gerade Conceiving Ada Full Movie. Also ich habe ihn auf jeden Fall so movierules.lol. Das klingt wie eine vertrauenserweckende Seite. Penispumpen.de Mirror 1. Wir machen hier nichts Illegales. Nein, wir machen nichts Illegales. Gehen Sie bitte weiter. Hier gibt es nichts zu sehen. Oh Gott. Hier gehen auf jeden Fall ganz viele Pop-Up-Werbungen schon mal auf.
Johannes Franke: Ich bin unglaublich aufgeregt, weil dieser Film einfach seit Jahren in meinem Kopf rumspuckt und ich nicht mehr rausgefunden habe, welcher Film das war. Aber ich wette, das kennt jeder auf dieser Welt oder jeder, der irgendwie mit Filmen irgendwas verbindet. Und dann hat man irgendein Bild von vor 30 Jahren im Kopf und denkt sich, scheiße, von welchem Film war das? Mädchen aus Berlin. Hallo, ich will Sex.
Florian Bayer: What? Armin Laschet hat alles verloren. Schockierender Unfall. Ich bin gerade auf so einer dreckigen Movie-Piracy-Seite. Vielleicht sollte ich einfach mal gucken, ob es den auf Amazon gibt. Du bist in meinem WLAN. Du weißt schon Bescheid, ne? So, wir sind bei Conceiving Ada. DVD nicht verfügbar, natürlich nicht. VHS nicht verfügbar, natürlich nicht. Ah, fuck, fuck, fuck, fuck, fuck. Wir müssen diesen Film finden, Flor. Ja, ja, ich suche noch Ada-Film. In Deutsch hieße offensichtlich nur Ada. So, hier finden wir ihn schon mal nicht. Conceiving Ada.
Johannes Franke: Conceiving Ada, YouTube, Dailymotion, das sind alles nur Trailer. So, mal schauen, was wir hier haben. Justwatch.com, das sind doch alles so komische Seiten. M4UHD.tv
Florian Bayer: Bro, jetzt klingelt gleich die Polizei allein, weil wir hier so... Oh, da ist er! Was, wirklich? Ja, ZDF und Arte, Hotwire Production, Complex Corporation Present. Ja, das ist er mal sehen. Oh mein Gott. Jetzt, wenn ich jetzt klicke, dann, ja, natürlich, dann öffnet sich so ein Mist. Aber das ist er. Es funktioniert. Oh mein Gott. Ja, Tilda Swinton. Okay, ich gucke nicht weiter. Ich mache mir mal ein Sternchen und schicke dir den Link. Okay. Und ich bin total gespannt drauf, weil du so viel von dem Film erzählt hast. Und es war so konfus, was ich erzählt habe. Ja, es war so konfus, was du erzählt hast. Ich bin voll gespannt, was dieser Film uns zu geben hat.
Johannes Franke: Ja, und vielleicht ist es totaler Schrott. Und ich habe einfach nur in meiner Erinnerung, weil ich noch keine Ahnung von Film hatte, war total geflasht oder sowas. Oder ich hatte irgendein Thema als 19-Jähriger, wo der Film raufgestiegen ist. Ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Wenn ihr einen obskuren 1997er-Film mit Tilda Swinton von einer feministischen Filmkünstlerin und Medienkünstlerin, wenn ihr was über diesen Film erfahren wollt, dann müsst ihr nächste Woche reinhören. Ja. Sehr schön. Bis dann. Bis dann. Ciao.
