Episode 104: 28 Days Later und das Genre des Zombiefilms
Es ist mal wieder Zeit für Horror, und darüber hinaus für ein Subgenre des Horrorfilms, das ich Johannes schon lange vorsetzen wollte. Der Zombiefilm wurde von George A. Romero mit seiner herausragenden Living Dead Trilogie in den späten 60ern und frühen 70ern definiert, verkam dann aber sehr schnell zum Synonym für billige, alberne und vor allem überflüssig Brutale Splatter-B-Movies. Erst in den 2000ern erlebte er ein unfassbares Revival, das ihm zu einer Popularität verhalf, die – The Walking Dead sei Dank – bis zur heutigen Zeit anhält.
Verantwortlich für dieses Revival ist unter anderem Danny Boyles “28 Days later” aus dem Jahr 2002: Der Fahrradkurier Jim wacht nach einem Koma in einer Welt auf, die von Menschen, die mit “Wut” infiziert sind, überrannt wurde. Die Infizierten haben keinerlei Vernunft mehr in sich, keinerlei Moral und keinerlei Menschlichkeit. Alles was sie wollen, ist verletzen und töten. Wer mit ihrem Blut in Berührung kommt, wird innerhalb von Sekunden selbst infiziert. Jim irrt durch das evakuierte, immer noch von Infizierten heimgesuchte London. Er findet in Selena eine Retterin und Mitstreiterin und flieht schließlich mit ihr und Frank, sowie dessen Tochter Hannah aus der verlorenen Stadt. In der Nähe von Manchester hoffen sie, Rettung in Form einer paramilitärischen Zufluchtstelle zu finden.
Zombie-Puristen mögen anmerken, dass es sich bei den Infizierten in 28 Days Later ja gar nicht um Untote handelt, aber ansonsten besitzt der Film alle Ingredienzen eines Zombiefilms: Eine Postapokalypse, in der der Schrecken hinter jeder Ecke lauert, ein soziopolitischer Subtext sowie ein Mäandern um Themen wie Verlorenheit, Einsamkeit, Hilflosigkeit. Gedreht in dreckigem Digitalformat gehört er zum Realistischsten, Bedrückendsten und Immersivsten, was das Genre aufzuweisen hat.
Also dann Johannes: Meckere erst mal über die Technik, die räudigen Bilder und die übertriebene Gewalt… und dann lass uns zum Kern dieses Meisterwerks vordringen.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 104: 28 Days Later und das Genre des Zombiefilms Publishing Date: 2022-12-28T15:15:23+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2022/12/28/episode-104-28-days-later-und-das-genre-des-zombiefilms/
Florian Bayer: Viel später, als ich mich nochmal mit Zombies beschäftigt habe, habe ich gedacht, das ist es und shit, das ist viel, viel älter als Night of the Living Dead, der als erster Zombie-Film genannt wird. Es sind die schwarzen Schlümpfe. Stay with me. Herzlich willkommen, liebes Publikum, zu einer neuen Episode vom Muss-Man-Sehen-Podcast. Mir gegenüber sitzt der leicht zombifizierte Johannes Franke. Herzlich willkommen zur wesentlichen Frage. Herzlich willkommen, Zombies. Kennst du dich mit Zombies aus? Kanntest du dich mit Zombies aus? Oh, voll reingelegt. Und das sagst du, das sagst du als Nicht-Zombie-Film-Purist, aber genau, wir werden heute über 28 Days Later reden, vor allem aus dem Grund, weil ich Johannes einen Zombie-Film geben wollte. Und Zombie-Puristen, ihr müsst jetzt alle ganz stark sein, für mich ist 28 Days Later der beste Zombie-Film aller Zeiten. Und es ist ein Zombie-Film. Und wir können gerne darüber diskutieren und gerne darüber streiten. Ich weiß nicht, ob Johannes der Richtige ist, um darüber zu streiten. Post-Horror ist eigentlich nur guter Horror und Post-Horror gibt es seit der Erfindung des Horror-Films. Es gibt halt nebendran auch immer so den Dumpster-Fuck-Horror, keine Ahnung. Ja. Okay, aber legen wir einfach los. Ich habe einen kleinen Text vorbereitet, den werde ich kurz vorlesen und danach werden Johannes und ich über den Film reden, diskutieren, streiten. Wir werden lachen, wir werden weinen und wir werden ein paar Brains fressen. Okay. Es ist mal wieder Zeit für Horror und darüber hinaus für ein Subgenre des Horrorfilms, das sich Johannes schon länger vorsetzen wollte. Der Zombiefilm wurde von George A. Romero mit seiner herausragenden Living-Dead-Triologie in den späten 60ern und frühen 70ern definiert, verkam dann aber sehr schnell zum Synonym für billige, alberne und vor allem überflüssig brutales Blätter-Movies. Erst in den 2000ern erlebte er ein unfassbares Revival, das ihm zu einer Popularität verhalf, die, Walking Dead sei Dank, bis zur heutigen Zeit anhält. Verantwortlich für dieses Revival ist unter anderem Danny Boyles 28 Days Later aus dem Jahr 2002. Der Fahrradkurier Jim wacht nach einem Koma in einer Welt auf, die von Menschen, die mit Wut infiziert sind, überrannt wurde. Die Infizierten haben keinerlei Vernunft mehr in sich, keinerlei Moral und keinerlei Menschlichkeit. Alles, was sie wollen, ist verletzen und töten. Wer mit ihrem Blut in Berührung kommt, wird innerhalb von Sekunden selbst infiziert. Jim irrt durch das Evakuierte, immer noch von Infizierten heimgesuchte London. Er findet in Selina eine Retterin und Mitstreiterin und flieht schließlich mit ihr und Frank sowie dessen Tochter Hannah aus der verlorenen Stadt. In der Nähe von Manchester hoffen sie Rettung in Form einer paramilitärischen Zufluchtsstelle zu finden. Zombie-Puristen mögen anmerken, dass es sich bei den Infizierten in 28 Days Later ja gar nicht um Untote handelt. Aber ansonsten besitzt der Film alle Ingredienzen eines Zombie-Films. Eine Post-Apokalypse, in der der Schrecken hinter jeder Ecke lauert, ein soziopolitischer Subtext, sowie ein Meandern um Themen wie Verlorenheit, Einsamkeit und Hilflosigkeit. Getreht in dreckigem Digitalformat gehörte zum realistischsten, bedrückendsten und immersivsten, was das Genre aufzuweisen hat. Also dann, Johannes, meckere erstmal über die Technik, die räudigen Bilder und die übertriebene Gewalt. Und dann lass uns zum Kern dieses Meisterwerks vorträngen. Ja. Darauf bin ich nicht vorbereitet. Ich auch nicht. Ich wollte gerade dazu ausholen und rechtfertigen, warum das eingesetzt wurde. Jetzt lieferst du die Rechtfertigung gleich mit. Aber es ist schon krass. Es fällt als Erste auf. Das Erste, was an diesem Film auffällt, sind die Bilder. Und zwar, wir sind Anfang der 2000er Jahre. Digitaler Film wird noch nicht viel eingesetzt. Dass die Filme, die digital gedreht wurden, zu der Zeit haben, dass alle, dass die Technik so ein bisschen angestaubt wirkt. Und bei dem Film ist es nochmal besonders krass. Also vor allem, was die Technik betrifft, hast du einfach diesen Home-Video-Look. Ich habe auf dem Fernseher geguckt, wir haben auch einen relativ großen Fernseher, würde ich sagen. Und ich finde, das ist schon krass, es sieht so aus. Und ich habe die Blu-Ray geguckt und ich dachte so, wow, krass, da ist nichts remastered und nichts, das sieht schon heftig aus. Was willst du remasteren, wenn die Scheiße in, Scheiße out? Also das ist halt so. Naja, man kann mit moderner Technik, kann man schon einiges machen mit Zwischenpixel-Berechnungen und so weiter. Ist ein Satz, Wille. Wie gesagt, ich habe die Blu-Ray-Variante, die noch nicht so alt ist. Und zwar, es wurde irgendwann mal vor fünf Jahren oder so ein Zweierpack veröffentlicht, zusammen mit dem Nachfolger 28 Weeks Later. Ah ja. Und das sieht genauso aus. Du guckst dir das an und du denkst, das ist schlechter als DVD-Qualität. Das ist einfach, du siehst, das ist einfach, von der Auflösung ist es nicht geil, aber ich rede jetzt technisch. Von der Auflösung ist es nicht geil, es wirkt alles so ein bisschen verschwommen, es wirkt alles wie durch so ein Filter. Es hat dieses Home-Video-Feeling. Absolut. Canon XL1 war die Kamera, mit der sie gedreht haben, eine TV-Kamera, wie du gesagt hast. Und zwar eine kleine Kamera, die relativ mobil ist, also relativ mobil war zur damaligen Zeit, wie gesagt, wir sind vor 20 Jahren. Genau, das war das Budgetproblem. Das Budgetfressen wären nicht die Kameras gewesen, sondern das, was sie drehen wollten, und zwar verlassene Plätze in London. Die ersten, es ist gar nicht so viel, es sind die ersten 15 Minuten des Films, handeln davon, dass unser Protagonist Jim durch das verlassene London irrt und wir haben wirklich markante Plätze, markante Brücken, markante Orte, über die er drüber geht und die sind komplett verlassen und menschenleer. Und wie sie das gemacht haben, ist unter Zeitdruck. Und das Set heißt auch Set aufbauen, weil die haben nicht nur ein verlassenes London, sondern auch ein zerstörtes London. Das heißt, wir haben auch eine Szene, in der ein typischer London-Doppeldecker-Bus auf der Seite liegt und den mussten sie da hinlegen innerhalb von 20 Minuten. Das ist unglaublich. Das Ding drehen, wie er da dran vorbeigeht und dann das wieder wegräumen, damit der Verkehr wieder durchfahren kann. Ja, genau. Das war auch, Danny Boyle hat selbst dazu gesagt, ja, ein Grund dafür, dass wir das gemacht haben mit diesen Kameras, war der Zeitdruck und war das Budget und war die Möglichkeit, halt schnell in London zu drehen und diesen verlassenen Orte zu zeigen. Aber der andere Grund war auch, dass diese Kameras es irgendwie schaffen, dieses Gefühl von, wir sind Überlebende in einer Apokalypse rüberzubringen. Boyle, um ihn zu zitieren, The general idea was to try and shoot as though we were survivors too. Ja, genau. Und das ist auch das Gefühl, das man hat, wenn man diese Bilder sieht. Das ist wirklich eine Apokalypse. Und auch wenn es nur eine Small Portion in dem Film selbst ist, diese ersten Szenen, wenn Jim durch London geht. Aufgewacht aus dem Koma und dann ist alles verlassen. Wir sind keine Zombies, wir sind einfach nur die verlassene Stadt. Und dann läuft im Hintergrund East Hastings, ein Lied von der Post-Rock-Band Godspeed, Your Black Emperor, die ich unglaublich liebe. Um mal kurz Werbung zu machen für Post-Druck aus Kanada. Das macht bei dir gleich große Gefühle auf, ja? Ja, total. Okay. Es ist, ich finde, das löst bei mir immer noch total Gänsehaut aus, diese Szenen. Die sind einfach fantastisch. Ja. Diese Verlassenheit, diese Verlorenheit, auch diese Hilflosigkeit. Wir haben hier keinen Held vor uns. Wir haben hier keinen Überlebenskünstler, sondern der kommt aus dem Krankenhaus, der stolpert raus. Der hat, der ist wirklich, dem merkt man das Koma auch an. Er trägt nur diesen Krankenhauskittel. Das ist auch irgendwie so ein bisschen entwürdigend, wie er da rumläuft. Und er ruft, Hilfe, ist da irgendwer? Und er läuft dann über diese verlorenen, verlassenen Plätze. Und dieses Gefühl von Hilflosigkeit, von Verlassenheit und Shit, wo bin ich gelandet? Was ist passiert? Es ist total krass, wie der Film das umsetzt mit diesen wenigen Mitteln, mit diesen Bildern und dieser Musik. Alter, es ist so schrecklich. Es ist eine voll, Urängste werden da auch irgendwie ausgelöst. Dieses Verlassen werden. Man fühlt sich auch so an die Urängste, die man als Kind hatte, zurück. Ich weiß das auch von meinem Kind. Der ist ja mittlerweile schon sechs. Aber trotzdem ist es so, wenn er mal allein in der Wohnung ist und unerwartet allein in der Wohnung, weil wir gerade irgendwas machen, vergessen haben zu sagen, hey, ich gehe kurz mal in den Keller, gehe Wäsche machen oder so. Dann ruft er nach uns und dann wird das auch ganz schnell intensiver. Und ich weiß das auch noch, wie ich mich als Kind gefühlt habe, wenn meine Eltern irgendwie weg waren, unerwartet weg waren, wenn ich plötzlich allein war. Jeder kennt das wahrscheinlich. Zum Beispiel im Supermarkt plötzlich mal aus den Augen verloren oder so. Und diese Ängste werden in den Bildern wirklich super widergespiegelt. Und das ist krass. Also ich fühle sehr stark mit ihm. Mir macht das Angst. Ja. Also, ich finde, es gibt so eine sehr starke Entwicklung dahin. Das Ding ist natürlich, als Zuschauer wissen wir bereits, was passiert ist, weil wir haben ja diese Prämisse, die vorgestellt wird, diesen Prolog, wo wir sehen, wie Öko-Terroristen garantiert die letzte Generation, jetzt kleben sie sich nicht nur an Autobahnen, sondern befreien auch noch zombifizierte Affen. Ja, ja, ja, ja. Wie die in das Labor einbrechen und Affen befreien. Das ist unser erster Shot. Wir sehen, wie die da reinkommen und die Tiere befreien wollen und die Ärzte, die da sind, sagen, das könnt ihr nicht tun, die Affen sind infiziert mit Wut und dann kommt der Affe frei, jemand wird gebissen und wird auch wütend. Also, wir als Publikum wissen schon mehr als unser Protagonist. Das ist auch so ein bisschen dieses klassische Hitchcock-Suspense-Ding. Ja, sowas. Aber wir werden trotzdem reingerissen in diese Orientierungslosigkeit. Aber er benennt das Virus doch in dem Moment nicht, sondern er sagt einfach, er benimmt das Wort, was am ehesten verstanden wird. Ja, aber soll er ihnen jetzt sagen, ähm. Ja, folgendes. Kopfhaar 17? Ja, ja, ja. Ist das das Wort, was er ihnen an den Kopf herfst und sagen sie, ach so, na, wenn es so ist, befreien wir die Affen nicht. Ja. Da mal so ein bisschen. Und um dir zuzustimmen, sie nennen das Ding tatsächlich Rage Virus. Auch in den Fortsetzungen, auch es bekommt dann einfach diesen Namen. Aber andererseits sind wir auch nicht sonderlich kreativ, was die Benennung von neuen Krankheiten angeht. Ich meine, wir haben Vogelkrippe, wir haben, ja, Schweinepest, wir haben, was war das, Rinderwahnsinn. Also, hättest du in einem Film gesehen, wie jemand sagt, ihr werft die Kühe nicht fressen, sie haben Rinderwahnsinn, hättest du auch gesagt. Das ist aber cheesy. Ja. Also, wäre auf jeden Fall, wäre eine einfache Möglichkeit gewesen, für ein bisschen mehr wissenschaftliche Glaubwürdigkeiten zu geben. Es ist so viel Bullshit-Science in diesem Ding. Es ist so viel Bullshit-Science. Natürlich ist es Bullshit-Science. Es ist ein Zombiefilm. Zombiefilme haben Bullshit-Science. Es ist kein Epidemiefilm. Und es ist auch kein Pandemiefilm. Darüber können wir auch nochmal reden. Ja, müssen wir auch. Was ist in unterscheidet von anderen Pandemiefilmen? Ja. Aber was wirklich ganz spannend ist, ist eben die Tatsache, dass wir mehr wissen als unser Protagonist, aber trotzdem in diese Orientierungslosigkeit reinkommt. Und wir haben dann ja auch noch diesen Moment, wo er mit Celina redet, bevor sie erklärt. Und er sagt so, ey, ich war im Krankenhaus. Ich weiß nicht, ich muss halluzinieren. Und wir können auch so gut mit ihm fühlen, dass er das Gefühl hat, ey, ich war im Koma. Ich stehe unter Drogen. Ich halluziniere da irgendwelche monströsen Menschen, die da rumlaufen und Leichen, die da rumliegen. Es macht alles total Sinn in seiner Wahrnehmung. Ich finde es wirklich stark, dass wir hier einen Protagonisten haben, der eben kein Held ist. Der übers Ende kann man auch mal reden vielleicht, aber bis zum Ende eigentlich nie diesen wirklichen Heldenstatus hat, sondern ziemlich schwach ist und sehr angewiesen auf die Hilfe von anderen, vor allem von Celina, die ja dann irgendwie so seine Beschützerin auch wird. Kommen wir auf jeden Fall hin. Du als Nicht-Zombie-Film-Gucker, die Bedrohung von diesen Infizierten. Du hast gesagt, natürlich, der verliert für dich ein Stück ein bisschen, weil er so in Horror-Troops wandelt. Findest du die erschreckend? Findest du die gruselig? Findest du die unangenehm? Was empfindest du bei diesen Menschen, die voller Wut auf dich losrennen und versuchen, dich zu beißen oder zu zerreißen? Natürlich. Das ist auch Zombies. Bei Zombie-Filmen ist es oft so, dass es diesen Subtext gibt. Bei The Walking Dead ist das nochmal ganz stark geworden, dass die eigentliche Bedrohung mehr und mehr die anderen Überlebenden sind. Dass es nicht die Menschen sind. Nicht die Infizierten oder nicht die Zombies. Trotzdem ist mir auch bei dem, ist mir jetzt nochmal aufgefallen, ich habe den Film schon ein paar Mal geguckt, aber ich hatte das nicht mehr so in Erinnerung, dass es wirklich für einen Zombie-Film ausgesprochen wenig Zombie-Attacken gibt und ausgesprochen wenig bedrohliche Momente von Zombies. Und noch schlimmer, warum musst du kluge Charaktere dumme Dinge tun lassen? Ja, das ist noch schlimmer. Weil die sind ja eigentlich alle, also so einen richtig dummen Charakter haben wir ja eigentlich nicht dabei. Ja, eigentlich nicht, genau. Aber sind, und das haben wir oft in Horrorfilmen, kluge Charaktere oder vermeintlich kluge Charaktere, die halt sehr dumme Dinge machen. Ja. Und die Idee, in diesen Tunnel zu fahren, du siehst sie auf den Tunnel zu fahren und du weißt schon, Leute, das ist der Moment in jedem Horrorfilm, in dem man einmal auf die Bremse tritt, umdreht, rückwärts fährt und sich irgendeinen scheiß anderen Weg sucht. Ja, genau. Ihr habt alle Zeit der Welt, ihr müsst jetzt nicht in diesen Tunnel fahren, wo garantiert Scheiße passieren wird. Naja, ich glaube, was sie erzählen wollen, ist so ein bisschen, dass Frank ist halt so ein bisschen impulsiver Mensch. Ja, aber... Brandon Cleeson. Ja, ist gut. Ist der nicht toll? Ja, ist wirklich gut. Und Frank ist so ein bisschen einer, der schon sagt, jetzt haut drauf, jetzt machen wir das, jetzt packen wir das an. Und wir haben dann ja auch diese Szene, in der Frank da lachend durchfährt und Jim, Cillian Murphy übrigens in seinem, nicht Debüt, aber seine erste große Rolle. Ja, sehr, sehr gut. Der die ganze Zeit rumnimmt und sagt, das ist eine Scheiß-Idee, das ist eine Scheiß-Idee, lass uns das nicht tun. Ja, genau. Was sollst du ihm auch sagen? Hey Junge, es ist nicht das Ende der Welt. Wobei die dummen Entscheidungen, die halten sich im Rahmen, oder? Also ich meine, wir haben diese Tunnel-Szene, gebe ich auf jeden Fall mit. Das finde ich eine interessante Szene, aber daraus entsteht ja keine richtig krasse Bedrohung, sondern es ist eigentlich... Nein, aber es hätte. Okay, es hätte auf jeden Fall. Aber die Szene finde ich stark, weil... Also ganz kurz, sie fahren nach Manchester zusammen, also zu viert. Und dann halten sie irgendwo und sie sagt, bleib bei mir. Und er fühlt sich genervt von ihr und gegängelt, weil sie... Ja, wie gesagt, sie hat halt die Situation im Griff. Sie ist so ein bisschen die Einzige mit Kampferfahrungen aus dem Team. Und sie sagt dann zu ihm, bleib hier. Und er sagt, ach nee, ich geh mich mal ums Nur umgucken. Und dann kommt er in diesen Burgerladen und da ist ein infiziertes Kind. Und die Situation endet damit, dass er das infizierte Kind erschlägt mit einem Baseballschläger. Und dann rausgeht und drauf gefragt, was los war, sagt er halt nichts, lass uns fahren. Es ist ein erster Mord, ne? Also es ist ein erster Mord an einem Infizierten. Ja. Aber es ist ja auch so, es ist ja in dem Moment auch einfach nur überleben, ne? Ja, natürlich. Er hat totale Angst, er ist einfach von Pein gesteuert, er erschlägt einfach, ohne groß nachzudenken. Wobei wir ja tatsächlich relativ viel von ihm sehen und von seinen Ängsten. Also wir haben dann wirklich diese sehr lange Szene im Mittelteil, wo sie nach Manchester fahren und dann halten sie irgendwann mal draußen und sie haben wirklich eine schöne Zeit zusammen. Sie gehen einkaufen und es ist wirklich so eine Familie, die sich bildet, was auch ein ganz klassisches Job für einen Zombiefilm ist, dass Überlebende sich zusammenfinden und dann irgendwie so eine harte Gemeinschaft werden, dass sie sich auch wirklich füreinander einsetzen und verteidigen. Und dann sind sie zusammen shoppen, dann haben sie Spaß zusammen, dann machen sie ein Picknick und übernachten unter freiem Himmel. Und dann hat er einen Albtraum, einen ganz banalen Albtraum. Er wird wach und ist allein. Das ist ja sowieso, dieser Mittelteil ist krass, weil wir da so viel Harmonie haben. Sie fahren durch diese Landschaften, wir sehen Blumenwiesen, richtig bunte Blumenwiesen. Wir sehen, wie sie an Windrädern vorbeifahren, so einfach Bilder von der Landschaft und sie sind unterwegs und dann läuft auch diese harmonische Musik und sie sind wirklich glücklich zusammen. Sie haben so einen Moment des absoluten Friedens und dann haben wir diesen Albtraum dazwischen, wo er halt einfach, genau, er ist allein gelassen und er schreit um Hilfe und es ist niemand da und dann auch ohne großen Schock, sondern irgendjemand sagt, hey, du hattest einen Albtraum, alles gut und das war's schon. Ja, ja, genau. Aber ja, es zeigt einfach, was diesem Film im Kern wichtig ist und das ist eben diese Einsamkeit, diese Verlorenheit und natürlich ist Horror und apokalyptischer Horror ist natürlich ein guter Weg, solche Ängste nochmal zu verstärken und darzustellen. Naja, ich würde behaupten, ein guter Horrorfilm muss in seinem Subtext Ängste haben, die gerechtfertigt sind und diese Ängste entweder steigern oder karikieren, um so eine Art Katharsis auszulösen oder eben in was Metaphorisches umzuwandeln. Zum Beispiel die Angst davor, verloren, verlassen zu sein. Wir bauen irgendwie so eine apokalyptische Landschaft auf. Oder die Angst vor Krankheiten. Also die Zombie-Filme in den späten 70ern, 80ern hatten natürlich auch das Thema HIV. Diese Angst vor einer Infektion, die man nicht einzuschätzen weiß, wo man nicht genau weiß, was passiert. Und es wurde dann genommen, Godzilla, japanischer Horrorfilm, ist im Prinzip eine Metapher auf den Abwurf der Atombomben. Die Japaner haben da den Schrecken verarbeitet, den sie hatten von einer so zerstörerischen Urgewalt, die ganze Städte hinreißt. Und ich glaube, das ist ein ganz wesentliches Momentum von guten Horrorfilmen, dass sie es eben schaffen, diese nachvollziehbaren Ängste zu nehmen und damit irgendwas zu bauen. Egal ob als Analogie oder als Übertreibung. Und das machen eigentlich alle guten Horrorfilme von angefangen bei Nosferatu bis hin in unsere heutige Zeit. Aber natürlich auch der Vampirismus, da geht es ja auch um sexuelle Verführung, um das Verlieren der Unschuld. Und also ja, du findest, wenn du tiefer kräbst in diesen klassischen Horrordrops, findest du eigentlich immer irgendeine Angst, die das getriggert hat und die auch sehr gut erklärt, warum sind zum Beispiel, warum haben Zombiefilme ausgerechnet in den 70ern und dann wieder in unserer Zeit so einen Erfolg? Oder warum haben Vampirfilme da gerade ihren Höhepunkt? Zombiefilme. Oh, es ist so spannend. Es ist so ein tolles Thema. Und es ist so ein tolles Thema, weil die Frage natürlich ist, was ist ein Zombiefilm und wann entsteht überhaupt der Zombiefilm? Also Zombies gibt es im Film und in der Kultur schon länger und auch schon länger als der Zombiefilm, wie wir ihn heute kennen. Und zwar wie so vieles, wie so viele Tropes aus Horrorfilmen und Fantasyfilmen ist er vor allem eine Missinterpretation von afrikanischer Kultur oder schwarzer Kultur. In dem Fall vor allem von haitianischer Kultur, wo europäische Kolonialisten kommen, was sehen, irgendwelche Bräuche sehen, das überhaupt nicht verstehen und dann daraus so ein Horror-Meme machen. Ja, na toll. Das heißt, wir müssen sie canceln. Ja, genau. Das wollte ich damit sagen. Und das Drop Zombie ist entstanden, weil einfach, weil es Totenrituale gab, vor allem im Voodoo, die Leute nicht verstanden haben und dann gesagt haben, oh shit, da geht es um Untote. So ungefähr. Und dann haben Zombies im Film ja schon in den 20ern eine Rolle gespielt. Viele sagen, der erste wirkliche Zombiefilm ist vielleicht das Kabinett des Dr. Caligari, könnte man sagen. Wir haben hier eine Figur in diesem Schlafwandler, der fremdgesteuert ist, der keine Ratio mehr hat und der willenlos Befehle befolgt. Das ist das Motiv des traditionellen Zombiefilms, bevor wir zum Modernen kommen, dass Zombies von außen gesteuerte Wesen sind. Irgendein böser Magier, irgendein böser Herrscher beschwört Zombies und die dienen ihm dann und machen für ihn Arbeiten und meistens böse, schäbige Arbeiten. Das ist schon sehr weit gefasst. Darüber kann man dann auch diskutieren. Es ist eigentlich kein Zombie. Viele sagen, die ersten klassischen Zombie kommen in dem Film White Zombie aus dem Jahr 1932 vor von Victor Halberin. Und da sind es Untote und da sind die Untoten beschworen von irgendeinem bösen Magier mit irgendwelchen Voodoo-Zeugs und machen dann für ihn Arbeiten. Sind so eine latente Bedrohung, aber eben nicht unbedingt tödlich, sondern einfach so Arbeitssklaven. Und damals war es meistens entweder das oder Außerirdisch, die Zombies beschwören. Play 9 from Outer Space. Zombies, die von aliens gesteuert werden. Oh mein Gott. Aber das war das Ding des traditionellen Zombiefilms und viele würden sagen, mich eingeschlossen, das ist noch nicht das Genre Zombiefilm. Weil das sind einfach Zombies, die wie andere Monster, wie Wehrwölfe und Vampire in Horrorfilmen auftauchen. In Monsterfilmen, genau. Die nicht so klar definiert sind, die vielleicht sogar noch nicht mal so krass im Mittelpunkt stehen und da halt irgendwie rumlaufen. Der moderne Zombiefilm, das Genre definierende Zombiefilm entsteht im Jahr, und jetzt werden mich ganz viele steinigen, 1959. Okay. In einem Comic. Ist das die Steinigung, weil es zu früh oder zu spät ist? Zu viel zu früh. Viel zu früh. In einem Comic. Und ich möchte, ich muss das unbedingt einwerfen, weil das war mein erster Kontakt mit dem Zombie-Trope und ich fand's damals total großartig. Ich hab's als Kind gelesen, es hat mir eine tierische Angst gemacht. Oh. Und viel später, als ich mich nochmal mit Zombies beschäftigt habe, hab ich gedacht, das ist es. Und shit, das ist viel, viel älter als Night of the Living Dead, der als erster Zombiefilm genannt wird. Es sind die schwarzen Schlümpfe.
Johannes Franke: Wie war der da?
Florian Bayer: Stay with me.
Johannes Franke: Kennst du die?
Florian Bayer: Nein. Es gibt von den Schlümpfen eine Ausgabe und dann wiederkehrend, das Motiv wird immer mal wieder aufgegriffen, da werden Schlümpfe von irgendwas gebissen und werden dann schwarz, also richtig rabenschwarz. Und diese Schlümpfe haben keine Ratio mehr und haben nichts anderes im Sinn, als andere Schlümpfe, die normalen Schlümpfe, in den Hintern zu beißen. In den Hintern. Und wenn sie die anderen Schlümpfe in den Hintern gebissen haben, werden die auch zu schwarzen Schlümpfen. Okay. Das ist aus dem Jahr 1959. Das war mein erster Kontakt mit diesem Trope und es ist alles drin, was zum Zombiefilm dazugehört. Ich würde behaupten, George Romero, der Vater des Zombiefilms, hat für seinen Film fast zehn Jahre später diese Idee, wie auch immer, irgendwie geklaut. Auf jeden Fall. Machen wir es nur mal kleiner. Das war mein erster Kontakt als Kind mit dem Topboy und es ist halt wirklich alles vorhanden. Zum modernen Zombiefilm gehört, dass wir diese Bedrohung in Massen haben. Es gibt sehr viele Zombies. Das Virale, wenn du von einem Zombie gebissen wirst oder irgendwie mit ihm in Kontakt kommst. Es gibt unterschiedliche Interpretationen, aber letzten Endes läuft es daraus hinaus. Auch du kannst zum Zombie werden und die Menschheit stirbt dadurch nach und nach. Die Zombies werden mehr. Es ist quasi ein Wettlauf, Menschen gegen Zombies und die Menschen verlieren, weil es gibt keine Möglichkeit vom Zombie geheilt zu werden. Man konnte als schwarzer Schlumpf nicht wieder normal werden? Doch, man konnte als schwarzer Schlumpf normal werden. Aha, Flor, ich habe dich widerlegt. Das ist nicht der erste Zombie. Die Schlümpfe wurden dann auch nicht geköpft oder erschlagen und haben keine Organe gefressen, sondern sie, aber das Wesentliche vom Zombie-Film, um es nochmal zusammenzufassen, die Zombies kommen in Massen, die Zombies können dich anstecken und mit den Geschichten der Zombies einher geht so eine grundsätzliche apokalyptische Welt, weil die Menschen eben ausradiert sind. Und dann können in dieses Fenster ganz viel gepackt werden, was es an Subtexten gibt, was es an Themen gibt. Der erste Zombie-Film, der den modernen Zombie-Film erschaffen hat, war 1968, George R. Romero's Night of the Living Dead. Und ich glaube, es war auch der erste Zombie-Film, den ich gesehen habe. Ich weiß es nicht mehr ganz sicher. Ich habe den auf jeden Fall als Jugendlicher gesehen. Ich glaube, es war der erste. Und Schwarz-Weiß, Debüt von George R. Romero, mit minimalem Budget gedreht. Ja, sieht man eben auch an. Ja, hast du den gesehen? Den haben wir zusammen gesehen mal. Wir haben den zusammen gesehen. Ich glaube, wir haben den zusammen gesehen mal. Oh, interessant. Es ist ein großartiger Film. Ich mag diesen Film immer noch. Ich finde, der funktioniert auch noch. Der hat natürlich so ein bisschen diese 68er-Corniness in sich drin. Aber er bringt all diese Tropes zum ersten Mal wirklich raus, verbindet die zu einer stimmigen Gesamtgeschichte. Und er hat vor allem auch seinen politischen Subtext. Wir sind nämlich in den späten 60ern und es geht unter anderem um die Bürgerrechtsbewegung. Wir haben einen Film mit einem schwarzen Protagonisten. Und dieser schwarze Protagonist, der die ganze Zeit gegen die Zombies besteht, der im Prinzip der Held des Tages ist, der es schafft, mehrere Leute zu retten im Haus und dann werden sie trotzdem von Zombies überfallen, dann sterben sie nach und nach. Aber er überlebt als einziger. Er schafft es. Er wird dann am Schluss von einer Bürgerwehr erschossen. Ach du Scheiße. Von Weißen, die als Bürgerwehr da rumlaufen, um Zombies zu erledigen und die sehen ihn am Fenster und sagen, da ist noch einer, erschießen ihn und dann ist der Film vorbei. Das ist, wenn wir von den frühen Zombie-Filmen reden, sind wir auf jeden Fall bei George R. Romero. Was daran liegt, dass viele haben das kopiert. Also George R. Romero hat damals einen Zombie-Hype ausgelöst in den 60ern, aber dann vor allem in den 70ern mit der Fortsetzung von Night of the Living Dead. Der war von, lass mich jetzt nichts Falsches sagen, genau von Dawn of the Dead aus dem Jahr 1978. Zehn Jahre später hat er seinen zweiten Teil gedreht und hat damit den Hype erst so richtig ausgelöst. Aber auch schon nach Night of the Living Dead wurden so in den 70ern, Ende der 70er sind sehr viele Zombie-Filme entstanden, aber die waren alle Grütze. Du findest kaum einen guten Zombie-Film aus der damaligen Zeit, weil die eben diese Grundideen nehmen und damit aber nichts machen. Also nichts politisches einbauen, nicht irgendwie mit Ängsten spielen, sondern das Ganze eigentlich nur so als Tableau benutzen, um viel Splatter zu erzählen. Wenn du halt Zombies hast, kannst du wunderbar Körper auseinanderreißen, Organe fressen. Du kannst wunderbar Blut rumspritzen, macht alles toll Spaß. Aber ignoriert so ein bisschen den Kern vom Zombie-Film, eben Ängste zu nehmen und gleichzeitig diesen gesellschaftlichen Subtext im apokalyptischen Zombie. Dawn of the Dead aus dem Jahr 1978, der einfach mal, ja, vielleicht der beste Film von dieser Living Dead Trilogie ist. Und zwar handelt er von Überlebenden während dieser Zombie-Apokalypse, die aus einem Fernsehstudio fliehen. Der Film fängt total krass an mit so einer hektischen Collage aus Nachrichtensendungen und während die im Studio und in der TV-Produktion schon alle abhauen und wegrennen, weil klar ist, die Zombies überrennen alles. Die fliehen dann und landen in einem Supermarkt. Ganz kleine Gruppe von Überlebenden, auch wieder so eine Kernfamilie quasi, die aber zusammengewürfelt sind. Und dann sind sie in dem Supermarkt und dann konsumieren sie erstmal. Und dann haben wir dieses großartige, was macht der Mensch im Angesicht der Apokalypse, konsumieren. Sie gehen durch diese Geschäfte, sie nehmen sich die teuersten Sachen, die besten Parfums, das beste Essen und haben einfach Spaß. Und dann kommt so eine Rockerbande in diesen Supermarkt und dann kämpfen sie gegen die, aber verbinden sich auch teilweise mit ihnen. Und dann kommen natürlich auch die Zombies in den Supermarkt, dann hast du auch diese tolle Szene, wo du so eine klassische amerikanische Mall hast. Und dann die Zombies da durchwandeln und denkst du, okay, der Unterschied zu den Lebenden, die einkaufen gehen, die shoppen gehen, der ist nicht besonders groß. Geil. Auch fantastischer Film. Sehr blutig, sehr brutal, war auch auf dem Index in Deutschland. Und das war so das zweite George-Aromero-Meisterwerk. Und der dritte Teil kam dann auch erst in den 80ern. George-Aromero hat Horrorfilme gedreht, aber sehr gute Horrorfilme. Er hat zum Beispiel auch Crazies gemacht, der auch das Zombie-Thema zumindest so latent drin hatte. Auch ein sehr guter Film, da geht es darum, dass auch eine Krankheit tobt, die Menschen wütend macht. Rage! Ja, es ist ein Rage-Virus auch. Und dann wird gezeigt, der fällt aber nur über eine Kleinstadt her. Und das Militär kommt, um die Quarantäne durchzusetzen. Und dann haben wir die ganze Zeit Militär, das gegen einfache Bürger kämpft. Und die Bürger wirken gar nicht infiziert. Und du weißt gar nicht so genau, wer ist infiziert und wer wehrt sich einfach gegen diese militärische Willkür hier. Auch ein sehr guter Film, sehr interessant. Zombie 2, der dritte Film, der Abschluss der Living-Dead-Trilogie ist aus dem Jahr 1985 und heißt Day of the Dead. Und handelt davon, dass in einem Bunker wenige Überlebende versuchen, irgendwie eine neue Zivilisation aufzubauen in diesem Bunker. Und der wird von Militärs beherrscht. Aber da gibt es auch einen Wissenschaftler, der mit Zombies experimentiert. Der hat einen Zombie, der Bob heißt. Da hat George R. Romero zum ersten Mal das Prinzip des etwas intelligenteren Zombies eingeführt. Weil dieser Bob hat gewisse Gefühle und mag seinen Besitzer oder diesen Arzt eben. Und dann wird gezeigt, wie der Konflikt ausbricht zwischen Wissenschaft und Militärs. Es ist aus den 80ern behandelt vor allem die Angst vor einer willkürlichen Militärherrschaft. Wie wir sie auch in 28 Days Later wiederfinden. Ja, okay. Das war der moderne Zombie-Film, der durch George R. Romero beziehungsweise durch die Schlümpfe entstanden ist. Und hat zahllose Epigonen nach sich gezogen, die aber alle nicht sonderlich gut waren. Zombies waren dann auch ganz lange sowas für die Videotheken-B-Movie-Ecke. Mit viel Splatter und Spaß. Also man könnte sagen, Evil Dead hat so ein paar Zombie-Filmmomente. Evil Dead haben wir auch geguckt, befragen wir auch in einem Podcast. Brain Dead ist so ein Klassiker von Peter Jackson, der später Herr der Ringe gemacht hat. Da geht es auch um Zombies, aber das ist halt einfach eine Splatter-Komödie. Wo waren wir genau? Wir waren mal im modernen Zombie-Film und dann war lange nichts. In den 90ern haben wir praktisch keine großen Zombie-Filme. Wir haben durch die Resident-Evil-Reihe im Videospielbereich Zombies, die wieder so ein bisschen populärer werden. Und es gab dann ja auch Anfang der 2000er den Resident-Evil-Film. Und zwar zum dritten großen Punkt, zum Zombie-Revival. Das unter anderem von 28 Days Later, aber auch der Resident-Evil-Verfilmung, die kamen ungefähr zur selben Zeit raus. Und einem Remake von Dawn of the Dead aus dem Jahr 2004, das gut ist, von Zack Snyder. Ein guter Film. Oh. Als Zack Snyder noch nicht synonym war für total durch. Okay. Ein gutes Remake, Dawn of the Dead. Die drei Filme haben das große Revival eingeläutet. Und mit einem wesentlichen Unterschied, die Zombies in den traditionellen Zombie-Filmen waren immer langsam. Ja. Und sind geschlichen und haben sich so langsam bewegt. Und die neuen Zombie-Filme haben am Anfang, vor allem wegen nicht so viel Budget, schnelle Zombies gemacht. Weil wenn du dir nicht so viele Statisten leisten kannst, die in großen Horden rumlaufen, dann musst du die Bedrohung anders erzeugen. Und deswegen machst du die Zombies schnell. Also vor allem 28 Days Later ist eigentlich verantwortlich für die schnellen Zombies. Und Dawn of the Dead, das war halt so kurz danach, der hat bestimmt auch sich inspirieren lassen. Aber das war so im Prinzip die Geburtsstunde der schnellen Zombies. Und seitdem gibt es eine, wie ich das Gefühl habe, manchmal erbitterte Diskussion in Zombie-Film-Fan-Kreisen, ob Zombies denn nun schnell oder langsam sein sollten. Oh Gott. George R. Romero hat 2005 Land of the Dead einen vierten Teil seiner Trilogie gemacht. Wo er wieder die langsamen Zombies eingebracht hat. Und wir haben aber, dieses Revival hält bis heute an. Und wir haben auch eine unglaubliche Bandbreite, weil mit diesem Revival einher geht auch so eine Diversifizierung des Genres. Wir haben dann sowas wie, ich lese jetzt mal vor, ich habe so eine Liste zusammengestellt. Es gibt Zombie-Blockbuster, World War Z, einer der teuersten Zombie-Filme, der je produziert wurde. Und auch der erfolgreichste Zombie-Film, der je produziert wurde. Allerdings nicht erfolgreich, sondern der hat am meisten eingespielt, aber es bringt nichts, weil er so teuer war, dass er ein riesiges Fiasko war. Mit Brad Pitt und FSK ab 12. Was? Sie haben Rated-R-Zombie-Film gemacht, weil sie halt Geld einspielen wollten. Es gibt Zombie-Dramen wie 28 Days Later könnte man dazu zählen. Aber auch Train to Busan, der erste große koreanische Zombie-Film. Es gibt komplett realistische Zombie-Filme. Der deutsche Rambock. Auch Deutschland hat Zombie-Filme gedreht in der Zeit. Auch ein sehenswerter Film. Okay. Und dann haben wir noch sowas wie Zombie-Komödie, Zombieland. Die hast du vielleicht sogar gesehen. Zombie-Romanzen, Rom-Coms, Warm Bodies. Eine Liebeskomödie mit Zombies. Genau, das habe ich gesehen. Wir haben Zombie-Spoofs wie Shaun of the Dead von Edgar Wright, wo der klassische Zombie-Film verarscht wird. Oder relativ frisch Jim Charmusch's The Dead Won't Die. Wo Jim Charmusch seine Brigade durch eine Zombie-Welt laufen lässt. Wir haben Zombies, die geheilt werden können. Zum Beispiel The Returned. Und wir haben Zombie-Filme, in denen gar keine Zombies vorkommen. Der, lass mich nichts Falsches sagen, ich glaube neuseeländische Film oder australische Film. Carriers, wo gar keine Zombies vorkommen. Aber es ist trotzdem ein ganz eindeutig ein Zombie-Film. Okay. Und natürlich haben wir auch sowas wie Found-Footage-Zombie-Filme. Da gab es dann den fünften Teil von George R. Romero's Trilogie. Der hieß Diary of the Dead mit Found-Footage. Oder der spanische Film Wreck, der auch ein amerikanisches Remake gekriegt hat. Okay. Und dann zum Abschluss. Wir sind fast durch. Wir sind im Revival. Und was dann allerdings im Revival passiert, ist eine Monopolisierung des Zombie-Genres. Oh nein! Durch The Walking Dead. Man kann es nicht anders sagen. 2010 kommt die Serie The Walking Dead raus und 2022 läuft die letzte Staffel. Und Walking Dead ist inspiriert von den Walking Dead Comics. Ganz interessant aus dem Jahr 2003, in denen ein Polizist nach einem Unfall in einem Krankenhaus aufwacht und durch eine postapokalyptische Welt stolpert, wo alles verloren ist. Wow! Und dann Hilfe und Retter findet und sich mit denen auf den Weg macht zum einzigen Rettungsort und unter anderem Stress mit paramilitärischen Organisationen hat. Robert Kirkman ist der Erschaffer von Walking Dead. Und ihm wurde öfter mal gesagt, hey Junge, dein Comic, den du 2003 veröffentlicht hast, sieht verdammt aus wie dieser Film von 2002. Und Kirkman hat gesagt, und ich kaufe es ihm ab, Leute, wir waren fertig mit dem Comic. Wir waren bereit und er war schon quasi im Lektorat und kurz davor veröffentlicht zu werden. Und dann kommt dieser verfickte 28 Days Later raus und ich gucke da drauf und sage nur Shit, alle werden sagen, ich habe von ihm geklaut. Und so wie er das in den Interviews sagt, es ist glaubwürdig, zumal dann The Walking Dead auch andere Sachen macht. Aber genau, dieser Comic wurde 2010 zu der Serie gemacht, die bis heute läuft. Zeitweise der Highest Crossing TV-Show ever. Krass, ja. Riesiger Erfolg, und das für eine TV-Serie, die so brutal ist. Und hat mittlerweile mehrere Spin-offs nach sich gezogen. Also es gibt ein Prequel, Fear the Walking Dead. Es gibt ein Sequel, The Walking Dead World Beyond. Okay. Die auch, Fear the Walking Dead läuft seit 2015. Und es sind zwei weitere Serien in Arbeit. Wow. Und es gibt immer noch Zombie-Filme da draußen. Aber ich habe so das Gefühl, Walking Dead, dieses Universum, weil das so ein bisschen für sich beansprucht, das definitive Zombie-Universum zu erzählen, frisst das alles so ein bisschen auf. Und wenn man heute über Zombie-Riss redet, denkt man meistens als erstes an Walking Dead. Und es macht ja auch Sinn, so wirklich eine Welt zu haben, die immer weitererzählt wird. Ja. Was George A. Romero mit seinen Filmen auch probiert hat. Ja. Und Walking Dead hat halt auch sehr viel, was das so verführerisch macht. Weil Walking Dead bringt diese ganzen Themen rein. Die Angst vor den Menschen, die Angst davor, selbst zum Monster zu werden, haben wir auch in 28 Days Later, können wir auch nochmal darauf zu sprechen kommen. Genau, ja. Und schafft es das wirklich gut, in einem runden Setting zu erzählen. Und Walking Dead ist aber auch teilweise unfassbar trashig und cheesy und albern und schlechte Dialoge. So ein zweischneidiges Schwert. Und es ist halt so ein bisschen dafür verantwortlich, synonym geworden zu sein mit dem Genre. Ich gehe mal davon aus, dass sehr viele von unseren HörerInnen das geguckt haben, weil es wirklich eine verdammt erfolgreiche Serie ist. Also in Zeiten von Game of Thrones und Breaking Bad hat die Serie einfach mal die besten Einschaltquoten gehabt eine Zeit lang. Das ist schon krass. Ja. Wow. Und es ist wirklich, Walking Dead ist wirklich eine brutale Serie. Sie machen halt alles, was Zombie-Filme davor gemacht haben, nur nochmal ein Stück krasser und realistischer. Und es werden Kinder getötet, es werden Babys getötet. Okay. Es wird alles gezeigt, was an Gewalt irgendwie drin ist. Es ist unglaublich zynisch und menschenverachtend teilweise. Findest du die Serie gut? Jein. Also ich finde, sie ist ziemlich doof, aber sie ist auch ziemlich gut. Es ist wirklich, es wechselt so ab zwischen, was für ein Mist und das sind aber wirklich gute Ideen. Springen wir zurück. Gehen wir zurück zu unserem Film, genau. 28 Days Later, der ja vor 20 Jahren entstanden ist und zwar wurde der gedreht, als gerade die 9-11-Attentate waren. Wenn sie feiern, ne? Wie sie sich freuen und so. Und Danny Boyle hat gesagt, das war ganz merkwürdig, das zu drehen. Ja. Und er wurde öfter darauf hingewiesen, wie gesagt, der Film kam 2002 in die Kinos, in Deutschland erst 2003. Dass es auch so Ähnlichkeiten gibt zwischen diesen Bildern von Vermissten, an denen Jim am Anfang vorbeistolpert. Ja. So Fotos von Leuten, wo steht, wir trauern um dich und dem, was nach 9-11 auch gemacht wurde. Ja, ja. Das ist so einfach so ein Zufall, dass das zusammenfällt. Was aber natürlich auch ist, der Film ist ein Kind seiner Zeit und er wurde gedreht vor 9-11, aber es ist eine Zeit der Terrorangst. Also wir hatten ja davor, ein paar Jahre davor einen Anschlag aufs World Trade Center und wir hatten ja dieses, es war noch nicht dieses krasse passiert, dass alle über Terror geredet haben, aber es gab schon auch Anfang der 2000er so eine sublime Angst, da kommt was Neues, da gibt es eine neue Art von Bedrohung, wir können das noch nicht so ganz einschätzen. Wir wissen, woher es kommt, aber wir wissen nicht, was es macht mit uns und dann kam 9-11 fast so als, naja, Katalysator dieser Angst, so ach shit, okay, darum geht es, die können ganze Städte niederreißen. Ja, krass. Ja, und dann kommen wir natürlich zum zweiten großen Thema des Films, die Menschen sind die eigentliche Bedrohung, nämlich wenn sie zu ihrer Rettung, zu ihrem vermeintlichen Zufluchtsort kommen. Also erstmal ist es schrecklich, dass Frank vorher stirbt, ne? Ja. Vielleicht haben sie erstmal geguckt, ausgespäht, was sind das für Leute? Macht ja auch irgendwie Sinn zu gucken, ist das eine Bedrohung? Können wir die nehmen? Passen die zu uns? Können wir mit denen was anfangen? Aber es ist auch so, dieser Tod ist natürlich auch so, das Drehbuch forciert es auch, ne? Weil eigentlich wirst du mal meinen, er ist jetzt lange genug in der Zombie-Apokalypse unterwegs, um zu wissen, dass es keine gute Idee ist, wenn da oben Blut und Fleisch ist. Aber er stirbt und dann kommt, du wirst dich gefreut haben. Hast du ihn erkannt? Weil es ist doch, also... Meinst du Christopher Eccleston? Genau, Christopher Eccleston. Ja. Ja, aber du fandst ihn als Doktor Who nicht besonders gut? Ich finde, also ich hab tatsächlich Doktor Who mit Eccleston hab ich gesehen, weil ich hab die Serie angefangen zu gucken, als dieses große Revival war und alle gesagt haben, du musst das gucken. Ja, ja, ja. Und fand so, oh, okay. Ja, verstehe ich auch. Ich finde ihn in diesem Film richtig gut. Ja, ich finde ihn auch super. Also ich meine, er ist ein guter Schauspieler. Ja, ich finde ihn, er hat die richtige Mischung aus Autorität und hey, das ist jemand, der versucht alles anzupacken und irgendwie zu lösen. Und dadurch aber auch sowas beängstigend, weil der packt an und dann ist er vielleicht nicht unbedingt rücksichtsvoll, wenn er anpackt und setzt seine Ideen durch. Er trägt eine Uniform, er ist in der Autorität und er wirkt so, als ob er die Autorität auch vollkommen zurecht tragen würde. Ja, genau. Und dann kommen sie da rein und dann ist das erstmal so eine Truppe von etwas schrägen, natürlich auch schon so Testosterongeladenen, das merkt man Soldaten. Ja. Ja, und dann haben wir ja diesen Moment, also es ist so die ganze Zeit so dieses ungute Gefühl und wir merken schon, ah, und der macht sie dumm an und jetzt ist jetzt irgendwie, und dann gibt es diesen Moment, wo der Major, also Christopher Eccleston Henry, heißt der, sagt ich, dass er ihnen Frauen versprochen hat, seinen Männern und dann erzählt, dass der eine Soldat sich umbringen wollte und dann hat er gesagt, hey Leute, wir kriegen Frauen hier hin und dann wird alles gut und dann merkst du, shit. Also es ist erschreckend, dass ich das jetzt sage, aber vielleicht denkst du zu gut von den Menschen. Nein, also kannst du nicht, nein. Ich glaube, was hier gezeigt wird, ist so verschiedene Sachen und ja, er macht das so ein bisschen holterdiepolter, also er muss ja auch zu sein einbekommen und er erzählt das ein bisschen schnell. Wir haben einen, der sich dagegen wehrt. Wir haben aber auch Leute, die wirken wie so diese typischen Mittäter, die sich eben nicht trauen, den Mund aufzumachen und einfach von dieser toxischen, männlichen Dynamik mitgerissen werden. Aber die sind doch nicht in der Lage, eine Frau zu vergewaltigen. Es wird ja auch keiner Vergewaltigung gezeigt. Nein, nein, aber die fühlen sich alle potent genug, das zu tun. Die protzen sehr viel, du weißt allerdings, du weißt nicht, was passiert wäre, wenn das weitergegangen wäre, wenn das weiter eskaliert wäre. Also ich bin fest davon überzeugt, wie diese Charaktere inszeniert werden. Es soll auf jeden Fall erzählt werden, dass da mehr als einer dabei ist, der bereit ist, die Frau und das Kind. Die Heiner ist ja nicht volljährig, wie alt ist sie 14, 15, 16? Irgendwas in der Richtung, ja. Also dass da auf jeden Fall welche dabei sind, die definitiv bereit werden, die es vergewaltigen. Ich glaube, der Film will aber auch zeigen, dass sind welche dabei, die zu feige sind, was dagegen zu sagen, die sich einfach mitreißen lassen, weil sie zur Peergroup gehören wollen, weil sie Teil dieser männlichen Gemeinschaft sein wollen. Und er zeigt das eben als so eine toxische Mischung. Auch dieser Eccleston zum Beispiel, das ist nicht der Vergewaltiger. Das ist der, der seinen Leuten die Frauen gibt, damit sie... Er ist der Zuhälter. Und ich glaube, dass viele von denen auch noch gedacht haben, ey, wenn dann Frauen kommen, wollen die bestimmt auch, hey, wir sind die letzten Männer auf der Welt. Weißt du, so eine wirklich üble, hässliche, dreckige, toxische Mischung. Und auch so dieses sich selbst das Rechtfertigen und so. Und ich finde, der Film erzählt das ein bisschen schnell und ein bisschen folternd. Und es ist auch, sie hätten eine Spur runterfahren können, was den Bad-Guy-Status betrifft von diesen Soldaten, um es ein bisschen realistischer zu machen. Aber es reicht noch, um mir das Gefühl zu geben, ja, das ist ein unfassbar schreckliches Szenario. Und das ist nicht komplett weg von dem, was in Wirklichkeit passieren könnte. Das ist nicht komplett absurd und karikiert überzeichnet. Man hätte das subtiler zeichnen können, man hätte es auch ein bisschen langsamer erzählen können. Es wären nochmal so zehn Minuten da gewesen für ein bisschen mehr soziale Interaktion. Ich finde, sie machen halt einen ganz guten Job, diese Soldatengruppe, die erstmal wie so eine Einheit wirkt, so ein bisschen auszufransen und ein bisschen einzelne Charaktere zu zeigen. Hey, wir haben hier den, der rumphilosophiert. Wir haben hier den, der kocht und der irgendwie noch so ein Bürschchen ist. So ein bisschen, so ein ahnungsloses Bürschchen, der halt vergammelte Eier ins Essen mischt, weil er nicht weiß, weil er denkt, das würde keiner bemerken. Dann haben wir diesen richtig toxischen Arsch, der denkt, der kann sich alles nehmen, was ihm gehört. Also das schaffen sie schon. Und ich finde, es bleibt in einem Rahmen, wo ich denke, ja, shit, das ist echt ein hässliches Szenario. Aber es ist für mich nicht komplett absurd und komplett abwegig. Sondern ja, das halte ich für denkbar, dass es so eine Art von Eskalation gibt, gerade in Männergruppen in einem apokalyptischen Setup. Das ist aber der Charakter, das ist Jim, das kaufe ich komplett ab. Ich weiß nicht. Das ist, wie Jim sich verhält in der Situation, Jim ist kein Stratege, Jim ist kein unermäßig kluger Kopf, das ist ein Fahrradkurier, ein einfacher Typ, der immer noch schwach ist, der immer noch mitgenommen ist vom Krankenhaus und von der Fahrt und von allem und der einfach in dem Moment tierisch Angst kriegt. Jim ist denen ja auch eigentlich komplett unterlegen. Ich finde, was dann weitererzählt wird mit ihm, das macht die Szene nochmal besonders spannend, weil Jim wird dann zu einem Rage-Infizierten, ohne mit Rage infiziert zu sein. Ich glaube, du liest das Falsche da rein, da wird keine Courage erzählt, die er kriegt, da wird erzählt, wie er selbst seine Menschlichkeit verliert. Ich finde es ganz stark, wie er dann, wie er für Chaos sorgt, wie er einbricht und dann gibt es natürlich diesen einen Moment, wo er den einen umbringt und er bringt ihn so um, wie diese Rage-Infizierten die ganze Zeit ihre Opfer umbringen, indem er ihm ins Gesicht drückt und seine Augen eindrückt. Braucht es das? Ich weiß nicht. Ich finde das so stark, weil es zeigt, was macht diese Apokalypse mit den Menschen und wenn der Mensch das Menschenwolf ist, bla bla bla, was passiert dann mit dir? Und was passiert dann mit einem? Natürlich ist es zu viel. Natürlich ist Jim eigentlich nicht so eine starke Figur und der würde bei diesem Versuch wahrscheinlich eigentlich abgeknallt werden. Eigentlich müsste Selina auch umrennen und die Leute totschlagen. Genau das ist es ja. Darum geht es nicht. Es geht nicht darum, dass er besonders stark ist oder besonders mutig, sondern dass diese Apokalypse ihn so weit getrieben hat, dass er einfach mal zum eiskalten Killer wird und sich plötzlich bewegt wie die Infizierten. Aber warum? Er hat ja ein Ziel. Es muss eine Motivation dafür geben, dass er das tut. Naja, er trägt die ganze Zeit diese Verlorenheit, diese Suche nach Rettung und Hilfe bei sich und dann entpuppt sich diese Hilfe, diese vermeintlich finale Hilfe als der absolute Albtraumort und dann ist der Moment, wo es Klack, Klick macht. Warum korrigiere ich mich? Es kann auch Klack machen. Es darf auch Klack machen. Klack. Nein, nein, nein. Ihr versteht mich nicht falsch. Kein Klack. Kein Klack. Klick.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Das war wirklich, das musst du nachher wegmachen. Okay, okay. Nicht, dass die Leute denken, ich hätte hier Klack gesagt. Kein Problem. Das ist der Moment, in dem es Klack macht und sich was umdreht und Jim ist in diesem Moment nicht mehr Jim, sondern Jim ist irgendwie, ja, Jim ist, er ist von diesem Rage Virus infiziert. Was er ja nicht wirklich ist. Was er ja nicht wirklich ist, aber ich finde das Bild total stark. Eben, weil sie ihn auch so inszenieren. Sie inszenieren ihn wie einen Infizierten die ganze Zeit in dem Moment. Dann ist es wieder ein Konzept. Ja, großartig. Das ist ein Subtext, den er hier hat und der wird ja auch nicht so ganz krass forciert, aber es ist so, es ist einfach in der Bildsprache, ich meine, wir wissen ja auch, dass Jim nicht infiziert ist und ich finde diesen Moment übrigens total doof, wo er dann vor ihr steht und sie fast erschlägt und ich denke die ganze Zeit, ey Junge, das ist der Moment, in dem du sagst, alles gut, ich bin nicht infiziert, ich will dich nur retten, weil du kannst dich nicht drauf verlassen, dass sie zögert. Nein, gerade sie nicht, gerade sie nicht. Aber ich finde es wirklich stark, wie er inszeniert wird in diesen Momenten, eben als dieser Typ, der da so schnell, amoklaufend über das Gelände rennt und dann, kulminierend in dieser Szene, wo er diesen einen Typen angreift und quasi zerfetzt, mit bloßen Händen ermordet und zwar nicht, indem er ihn erwürgt, sondern indem er ihn zermetzelt mit seinen Fingern. Was für ein starkes Bild, was diese Apokalypse mit den Menschen macht. Das ist übrigens, ja, also, wo wir kurz bei Eccleston sind und dann ihm bei seiner Angst dabei sind, weil Eccleston ist in dem Moment ja eigentlich, was passiert, wo sind meine Leute und dann sieht er den Toten im Auto sitzen. Ja, ich würde so, ich gebe mit dir mit, dass das ein bisschen clumsy ist, wie das inszeniert ist. Das ist ein bisschen tollpatschig, das ist ein bisschen zu holterdiepolter und verliert auch ein bisschen Glaubwürdigkeit. Ich verzeih ihm das komplett, weil ich das Bild oder die Bilder, die da entworfen werden über den Menschen und auch über unseren Protagonisten, der Sympathieträger ist, auch wenn er noch ein Killer ist, dass die einfach zu stark sind. Deswegen verzeih ich dem das. Ja, sehr gerne. Dann gehen wir nochmal kurz übers Ende, weil es ist dann, er sorgt für Chaos und er tötet den Typen und verhindert, dass die Frauen vergewaltigt werden und dann… Plötzlich der große Held, ja. Und dann fliehen sie und wir haben kurz diesen Zusammenschnitt so im Krankenhaus, sie schreit irgendwie noch was, dass Jim überleben soll und nicht sterben soll und dann 28 Tage später und er wird in dieser Hütte wach und Celina näht und Henna breitet eine große Plane aus und dann kommt der Helikopter aus Finnland? Es ist finnisch, glaube ich. Finnisch, ja, ja. Sie sagen, finnisch, finnisch, ruft einen, nee, genau, ruft einen Helikopter und sie sind gerettet und alles schön und es gibt ein alternatives Ende. Ja, ja, ja. Mir erzähle ich das, aber euch erzähle ich das, weil ihr habt den Film vielleicht nicht gesehen. Ja, gerade der Zombie-Revival-Film hat oft so ein zynisches Ende und ich finde es schade. Ich finde, Zombie-Filme gewinnen, wenn sie Happy Ends haben. Ich weiß gar nicht, warum, aber ... Ja, genau. Zombie-Filme leben natürlich von dem zynischen Blick auf den Menschen und die meisten Zombie-Filme sind auch super misantrop, Walking Dead ist auch super misantrop, also das ist so, wirklich die schlimmsten Seiten des Menschen werden einfach mal gezeigt. A Night of the Living Dead hat so ein zynisches Ende, haben wir ja vorhin gesagt, wo der Schwarze erschossen wird von der Bürgerwehr. Dawn of the Dead hat ein positives Ende und Day of the Dead hat auch eher ein positives Ende, zumindest so ein Stück Hoffnung. Und ich finde, apokalyptische Filme sollten das ihrem Publikum gönnen, nicht immer, aber ich finde es schön, wenn sie das machen, wenn es so ein Stück Hoffnung gibt, so ein Moment von, es ist vielleicht nicht alles verloren und deswegen mag ich das Ende von Ja, es ist ja auch, wir haben ja eigentlich die opulentesten Bilder des gesamten Films, wir haben halt wirklich die, vom Himmel aus sehen wir, wie sie dieses Hello ausspannen und, äh, warum nicht Help, warum Hello? Siehst so H-E-E und denkst dann so, da muss Help stehen und dann steht da Hello und dann, okay, es ist nicht so dringend, Plur. Okay. Also. Es gibt eine Fortsetzung, zu der ich noch kurz was sagen kann. Ah ja, das machen wir noch. 28 Weeks Later ist meiner Meinung nach ein guter Film, ist bei der Kritik nicht besonders gut angekommen, aus dem Jahr 2007, also gut fünf Jahre später, wurde eher so gemischt aufgenommen von der Kritik, ist definitiv nicht so rough inszeniert wie 28 Days Later, definitiv mehr Horror und mehr Splatter von Juan Carlos Fresnadillo, einem spanischen Regisseur, der sonst nicht sonderlich viel gemacht hat, aber er hat ein paar wirklich gute Ideen, die das Konzept des ersten Teils aufnehmen und interessant weitererzählen. Also es spielt keine Person aus dem ersten Teil mit. Okay. Es spielt 28 Wochen nach der Apokalypse. Ja. Und mittlerweile sind die Infizierten, weil es keine Untoten sind, können die nämlich sterben. Die sind gestorben. Wir sehen das bei 28 Days Later.
Johannes Franke: Die verhungern.
Florian Bayer: Die verhungern, genau. Und dann haben sie London, eine Quarantäne um London gezogen und fangen an, London wieder zu bevölkern. Das heißt, Familien dürfen in London wieder einziehen. Und erzählt wird die Geschichte von einer Familie und zwar die beiden Kinder mit ihrem Vater, die da hinkommen. Und ihre Mutter wurde während der Zombie-Apokalypse vermeintlich von Zombies gefressen. In Wirklichkeit hat der Vater sie im Stich gelassen und hat den Kindern erzählt, sie wurde gefressen. Oh nein. Und die Kinder sind dann in London und der Sohn in diesem Quarantäne-Bereich, und der Sohn verlässt absichtlich diesen Quarantäne-Bereich, weil er in sein Haus will, das irgendwie ein bisschen weiter außerhalb in irgendeinem Suburb ist, weil er einfach ein paar Fotos oder so nehmen will. Und da ist dann seine Mutter und seine Mutter ist eindeutig infiziert, hat aber offensichtlich irgendeine, hat irgendwas genetisch, was sie davor bewahrt, dass sie, dass das Virus ausbricht, was vermeintlich gut klingt, was viel schlimmer ist, weil das ist natürlich so, sie ist, sie kann andere Menschen infizieren, aber sie selbst hat das nicht. Und dann wird sie halt, und dann kommt aber das Militär und nimmt sie gefangen und sie wird in Quarantäne gebracht. Und der Vater geht zu ihr und sagt, es tut mir so leid, dass ich das getan habe und küsst sie und dann verwandelt sich der Vater und dann haben wir eben diese Situation, in der das eigentlich so rezivilisierte London wieder überrannt wird von Untoten und überall sind Militärs, weil die haben das halt alles super abgesperrt, ganz viele Sicherheitsmaßnahmen und dann stehen auf den Dächern Scharfschützen, um die Zombies abzuschießen und dann ist Chaos, Menschen rennen vor Untoten weg und was macht das Militär? Schießt einfach irgendwann nur noch in die Menschen rein und dann erschießen sie alle. Und was total krass erzählt wird, ist dieses perfekt durchgeplanter Militärapparat, der wirklich das Beste will und der irgendwann die Kontrolle verliert und dann kommen Menschen zu Schaden und dann ist halt ihr Plan, okay, jetzt müssen wir New Game All, dann wollen sie halt irgendwie eine Bombe über London abwerfen, damit es sich nicht wieder ausbreitet. Und die Kinder sind auf der Flucht halt verfolgt von dem Vater. Krass. Und es ist mehr Splatter, es ist ein bisschen trashiger als der erste Teil. Ich finde, er ist trotzdem sehenswert. Den kann man sich angucken. Der ist, ja, wie gesagt, der ist nicht gut angekommen bei der Kritik, aber ich fand ihn immer noch gut. Na gut. Genau, Danny Boyle. Übrigens, wir haben noch gar nicht zu Danny Boyle gesagt, das ist wirklich ein toller Regisseur. Der hat viele Sachen gemacht, Trainspotting ist von ihm? Trainspotting, The Beach, Slumdog Millionaire, Yesterday. Ah, ja stimmt, Yesterday, genau. Und das Drehbuch ist von Alex Garland, der den Roman zu The Beach geschrieben hat, diese Geschichte, wo Leonardo DiCaprio am Strand ist und er hat das erlebt, also das war ja so halb autobiografisch. Er war in Thailand unterwegs und war dann an so einem verlassenen Strand, wo sie so in einer Community gelebt haben und hat diese Erlebnisse natürlich etwas übertrieben verarbeitet in dem Roman The Beach. Und dann hat er die Drehbücher zu beiden 28 Filmen gedreht und hat dann relativ viel mit Danny Boyle zusammengearbeitet und hatte sein Regie-Debüt selbst mit Ex Machina. Ah, den hab ich glaube ich gesehen. Der über eine künstliche Intelligenz, ein ziemlich interessanter Film zum Thema künstliche Intelligenz und Roboter. Genau, sie machen den, ähm, den Turing-Test. Ja, ja, genau. Und zwar soll, aber so mit so einem Twist drin, also er weiß, dass sie ein Roboter ist und die Frage ist, hat er trotzdem das Gefühl, dass sie menschlich ist, einfach durch die Art, wie sie sich verhält. Spannender Film, genau. Alex Garland auf jeden Fall auch ein guter Autor und, äh, auch spannender Regisseur. Schön. Bin in dieses Gespräch gegangen, mit dem festen Willen, mit Blut, Schweiß und Tränen, diese DV-Kamera-Stil zu verteidigen. Weißt du, mich so im Rage-Rirus auf dich zu stürzen, zu sagen, das ist gut in diesem Film. Und du hast mich komplett aus dem Konzept gebracht, in dem du gleich am Anfang gesagt hast, hey, das passt, das funktioniert. Ja, es geht also das Thema Familie und auch so dieses Suchen nach Familie und es ist sehr stark in dem Film. Also die Beziehung zwischen Frank und Hannah, zu der haben wir noch gar nicht viel gesagt, ist natürlich auch total krass darauf ausgerichtet, dass er dieser liebende Vater ist, der alles machen würde, um seine Tochter zu schützen und deswegen will er mit ihnen beiden auch fliehen, weil er sagt, ich kann nicht mit meiner Tochter allein fliehen, wenn mir was passiert. Dann sitzt dieses Mädchen allein auf der Straße und weiß nicht wohin. Ja. Es gibt einfach diese Vater-Tochter-Momente, die echt schön sind. Ja, absolut. Und wieder viele schlechte Filme nach sich gezogen. Aber tatsächlich, das Zombie-Revival seit 2002 hat auch eigentlich mit die besten und spannendsten Zombie-Filme der Filmgeschichte hervorgebracht. Also ich mag die 70er-Klassiker, George A. Romero, die Filme sind auf jeden Fall sehenswert. Aber es sind so viele spannende Zombie-Filme in den letzten 20 Jahren entstanden, so viele tolle Sehenswerte, die auch neue Themen aufgreifen. Auch so diese Frage nach dem Wiederaufbau in der Apokalypse, das finde ich super spannend. Wie schaffen wir es, wieder eine Zivilisation aufzubauen? Wie schaffen wir es, wieder als Gemeinschaft zusammenzuleben? Da hat Walking Dead auch zum Beispiel sehr viel gemacht, wo erzählt wird, können wir als Gemeinschaft überleben und können wir uns unsere Menschlichkeit wahren? Wie weit müssen wir gehen? Und das Grundthema Zombie-Apokalypse hat so viel Potenzial für diese Fragen, egal ob sie jetzt philosophisch, emotional oder politisch behandelt werden. Ja, das stimmt. Die Schere ist sehr groß. Es gibt sehr gute Zombie-Filme und es gibt sehr schlechte Zombie-Filme und es gibt auch wirklich viele sehr gute Filme, aber es gibt auch sehr, sehr, sehr, sehr viele sehr schlechte Filme. Unsere Top 3. Okay. Achso, ich muss gar nicht klopfen. Wir haben ja ein Intro, das du gerade gespielt hast. Wir haben ja so einen großartigen Jingle. Jingle! Haben wir gerade gespielt. Das ist super schwer, ne? Es ist super schwer, weil alle Filme, die in London spielen, feiern diesen Ort natürlich. Total. Nothing Hill. Genau. Jeder. Jeder Film mit den Beatles. Genau. London ist immer schick, London ist bunt, London ist laut, London ist hip und natürlich ist es ja auch. Und deswegen ist es umso spannender, wenn Filme es mal schaffen, die düsteren Seiten von London zu zeigen. Hört in unsere Weihnachtsepisode vom letzten Jahr rein, da reden wir über Christmas Carol und oder hört unsere Weihnachtsepisode von letzter Woche, da reden wir über den Cringe. Genau. Johannes, du musst starten. Okay. Ich glaub dir total. Christopher Eccleston. Fuck. wo Christopher Eccleston mitgespielt hat. Mein Platz drei. Ja? Darf ich meine Honorable Mention gleich bringen? Ja, wenn du möchtest. Honorable Mention Cats. London ist voll mit zingenden, schrecklich aussehenden Katzen. Uncanny Welly. Hilfe! Warum hab ich daran nicht gedacht? Wie geil. Mein Platz drei. Children of Man. Children of Man. Wir haben ein apokalyptisches London, in dem die Menschen keine Kinder mehr kriegen und es herrscht Bürgerkrieg und alles ist verloren. Auch aus den 2000ern. Offensichtlich war London in den 2000ern ein ziemlich schrecklicher Ort. 2006. Kurz nach deiner Dr. Who-Folge und ein paar Jahre nach 28 Days Later. Nee, ich hab mit Burton, Leute, die regelmäßig unseren Podcast hören, wissen, dass ich immer sage, mit Burton kann ich seit Mitte der 90er nichts mehr anfangen, aber der gehört zu den Filmen, die ich gut fand. Okay. Christopher Lee? War das Christopher Lee nicht, der das synchronisiert hat? Oh, ist das Christopher Lee gewesen? Weiß ich nicht. Aber nein, ich mag ja die Langfilme von Burton. Ich mag Beetle Shoots, ich mag Edward mit den Scherenhänden, ich mag ... Nein, irgendwann Ende der 90er hört's dann auf. Ich mag, ich mag, Dings, Edward und ... Ja, stimmt. Es gibt viele gute Burton-Filme, mit denen ich sehr viel anfangen kann, dann irgendwann wurde es zu schematisch. Ich glaub, so mit dem Remake von Charlie and Chocolate Factory fängt's an, dass ich Burton nervig finde. Das kann natürlich sein, ja. Dann spielt immer Johnny Depp mit. Und dann hast du das Gefühl, also ich mag Helena von deinem Kater sehr. Ja. Aber Tim, musst du deine Frau in jeden Film packen von dir? Muss das sein? Ja, sie kriegt doch sonst keine Arbeit. Hallo? Sie durfte Emma Watson spielen. Also sie durfte Hermine Granger spielen, die versucht, diese böse Hexe zu spielen. Das ist zum Meme geworden, dass wir hier Helena von Bornheim-Kater haben, die eine Performance abliefert, die die Performance von Hermine von dieser bösen Hexe ist. Großartig. Aber viktorianisches London ist schon cool. So Jack the Ripper und düstere Gassenkanäle. Und finde ich ja auf jeden Fall, also wenn man, eigentlich kann man da sehr viel finden. Ja. Ich habe nichts viktorianisches bei mir drin. Das finde ich gut, weil ich habe ja nur viktorianisches. Mein Platz 2 ist, aber auch in Killer, und zwar Hitchcocks Frenzy aus dem Jahr 1972. London is a terrible place, weil ein Krawattenmörder umhergeht und Frauen tötet. Und unser Protagonist gerät, wie in so vielen Hitchcock-Filmen, irgendwie da rein und mit diesem Krawattenmörder aneinander und wird sogar verdächtigt, selbst der Mörder zu sein. Toller Film, Spätwerk von Hitchcock aus dem Jahr 1972. 1972, einer seiner späten Filme und aber so ein richtig klassischer Hitchcock, der alles hat, was man will. Wenn du in dem Film die Bilder siehst von den Frauen, die im Bett liegen und die Krawatten um sich haben und so die Zunge rausgestreckt und ganz bleich sind, dann ist es nicht mehr süß. Aber der war richtig gut. Cool. Richtig gut. Ja, es gibt so ein kleines Murder Mystery Revival, auch durch den Knives Out, der jetzt ja auch... Klingt auf jeden Fall cool. Sind wir bei deinem Platz 1? Mein Platz 1 ist aus dem Jahr 2015 High Rise von Ben Wheatley und zwar ein Film, der in einem riesigen Hochhauskomplex spielt, der quasi eine Stadt in der Stadt darstellen soll. In den 70er Jahren sind wir und so eine merkwürdige Mischung aus Retrofuturismus und Sozialdrama ist und sich dann nach und nach zur Bizarrerie umwandelt. Also du weißt ja, ich mag es, wenn so Filme irgendwann komplett am Rad drehen und am Schluss ist einfach nur Apokalypse in diesem Hochhauskonzept und Menschen fallen übereinander her und an einem Raum wird gefeiert, in dem anderen Raum wird gefögelt und in dem dritten Raum wird getötet. Okay, wow. Ein wirklich schräger Film von einem großartigen Regisseur, der immer so ein bisschen unterm Radar läuft, aber echt in den letzten zehn Jahren sehr viele richtig gute Filme gemacht hat. Fazitus Interruptus. Ich weiß auch immer bis jetzt, also ich meine, du hast jetzt schon durchblicken lassen, dass dir der Film grundsätzlich gefallen hat. Ja, ja, ja. Aber sag doch mal, ich meine, ich habe schon gesagt, Meisterwerk und einer meiner, wahrscheinlich der beste Zombie-Film. Es ist wahrscheinlich der beste Zombie-Film, ich gebe dir absolut recht, ich habe ja nur Übrigens, zumindest erwähnenswert, weil I Am Legend basiert ja auf einem Roman und wurde schon jemals verfilmt, wurde immer schlecht verfilmt, es gibt keinen guten I Am Legend Film. Oh, okay. Und weil eigentlich die Grundaussage des Romans wurde in allen Verfilmungen missverstanden. In dem Roman ist es nämlich so, dass der letzte Überlebende, der die ganze Zeit da rumzieht und gegen Zombies kämpft und die erschießt, herausfindet, die Zombies greifen ihn nur an, weil er rumzieht und sie erschießt. Ach du Scheiße. Er ist das Monster. Die Zombies sind die guten. Und die fragen sich die ganze Zeit, warum greift der uns an? Der muss uns doch endlich mal in Ruhe lassen. Wir müssen jetzt zu seinem Haus gehen und er muss verstehen, dass er uns in Ruhe lassen soll. Und er schießt immer weiter auf sie. Und das erkennt er. Und ich weiß nicht mehr, ob er sich dann umbringt oder ob er das einfach akzeptiert, aber die Hauptaussage des Romans ist, der Mensch ist wirklich der Böse. Und die Zombies sind jetzt die, die die Welt beherrschen. Und du bist der Außenseiter, du bist das Monster, du bist der Werwolf, du bist Frankensteins Monster. Geilo. Das macht halt, die Filme machen das halt nicht. Und es war ein guter Film. Ja, das freut mich. Ich liebe Zombie-Filme und ich glaube, und ich mag die klassischen Zombie-Filme. Ich liebe George Romero, alle George Romero-Filme sind großartig. Ich mag die langsamen Zombies. Ich finde ganz oft, schnelle Zombies sind eine faule Entscheidung, weil die Leute, die den Film gemacht haben, es nicht hingekriegt haben, irgendwie anders Spannung zu erzeugen. Und deswegen müssen sie Geschwindigkeit in die Bedrohung bauen. Und trotzdem glaube ich, dass das hier der beste Zombie-Film ist, auch wenn es Infizierte sind. Es ist alles drin, was zum Zombie-Film dazugehört. Es sind halt schnelle Zombies, aber es ist ein Zombie-Film, ganz eindeutig. Ich glaube, es ist der beste Zombie-Film. Auf jeden Fall. Ja, also es freut mich, dass er dir gefallen hat. Und ja, es ist vollkommen zu Recht in die Filmgeschichte eingegangen. Er hat ja auch gut Geld gemacht. Ja, ja, genau. Unglaublich lukrativ. Acht Millionen hat er gekostet. Ja. Eingespielt, das hat er verdient. Wie viel hat er eingespielt nochmal laut? 85 Millionen. Sehr viel Liebe steckt in diesem Film. Sehr viel Blick für Ängste und für Wünsche und Sehnsüchte und sehr viel Blick für den Menschen. Und deswegen hat er vielleicht auch ein bisschen das, was Zombie-Filme, die danach gekommen sind, oft nicht mehr haben. Und was auch Walking Dead oft nicht mehr hat. Ja. Ja. Und nicht das Herz im Sinne von, die Brust wird aufgerissen und irgendjemand frisst das Herz. Das haben Zombie-Filme oft genug. Ja. Okay. Johannes, danke. Danke dir, Plur, dass du mir diesen Film vorgeschlagen hast. Toll, dass er dir gefallen hat. Und danke, dass du so viel darüber geredest und dir so viel Gedanken darüber gemacht hast, obwohl es eigentlich nicht dein Genre war. Aber du hast so viel gefunden. Das freut mich sehr. Leute, wenn ihr wissen wollt, wie wir uns nächste Woche gegenseitig die Eier schaukeln, dann bleibt noch kurz dran. Nämlich für nächste Woche wird Johannes mir eine Aufgabe aufgeben. Du darfst gespannt sein. Ich bin sehr gespannt. Bis dahin, euch eine schöne Woche und... Bleibt gesund und nicht infiziert. Und guten Rutsch ins neue Jahr, denke ich, weil ich glaube, wir sind in der letzten Episode in diesem Jahr. Echt, ja. Ja, und Doris Day ist ja eigentlich so von alles, was so Bilder betrifft und Mode und Accessoires und so soll eigentlich voll der Ding sein. Spannend, ja. Keine Ahnung, welcher der beiden Titel mehr mit dem Film zu tun hatte. Ich habe sehr schwammige Erinnerungen an diesen Film, den ich als Kind geguckt habe. Und zwar nicht nur einmal, glaube ich. Oh, okay. Weil, ja warum eigentlich? Ich kann es nicht mehr genau sagen, aber ich glaube, ich habe den ein oder zwei Mal gesehen. Vielleicht sogar öfter. Ich habe schwammige Erinnerungen an irgendwas. Also Doris Day auf jeden Fall so lieb und gut aussehend, aber irgendwie Science Fiction. Ich will nichts Falsches sagen. Sehr schwammige Erinnerungen. Ich freue mich total, weil ich meine mich zu erinnern, dass ich den Film mochte als Kind. Wir müssen ganz viel über Doris Day reden und über die 60er und über die wunderschöne gute alte Zeit im guten alten Studio Hollywood wahrscheinlich. Ja, wahrscheinlich, genau. Bis dahin. Sehr schön. Schöne Woche euch, bis dann. Ciao. Ciao.
