Episode 105: Doris Day als Spion in Spitzenhöschen
Endlich ein Doris Day Film. Da wir eh viel über Doris Day reden werden, echt nur schnell die Zusammenfassung der Handlung: Die Witwe Jennifer Nelson arbeitet als Meerjungfrau bei ihren Eltern. Als solche wird sie vom neuen Chef aufgegabelt und nach allen Regeln der Kunst objetkifiziert. Natürlich verliebt sie sich daraufhin in ihn. Da sie in den 60ern bei der NASA arbeiten, eignet sich das Grundgerüst eines Spionage-Spoofs bestens für die kommenden Verstrickungen. Jennifer Nelson wird der Spionage verdächtigt, weil sie jeden Tag ihren Hund Wladimir anruft.
Im Grunde eine „Bekommen sie sich oder bekommen sie sich?“ Geschichte, mit albernen Slapstickeinlagen und ganz vielen Harmlosigkeiten.
Deswegen meine Frage jetzt an dich, um im Sinne des Films zu bleiben: Und du so?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 105: Doris Day als Spion in Spitzenhöschen Publishing Date: 2023-01-04T08:52:10+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/01/04/episode-105-doris-day-als-spion-in-spitzenhoeschen/
Florian Bayer: Ich kann mir nicht helfen. Ich finde diesen Film witzig. Ich habe Spaß bei diesem Film. Und ich weiß, jeder einzelne Gag ist so alt und ausgelutscht. Und ich weiß, es ist so voller Sexismus.
Johannes Franke: Fühlst du dich schmutzig, Plot?
Florian Bayer: Fühl mich schmutzig danach, genau. Ich denke, ach, schön. Und dann will ich duschen.
Johannes Franke: When I was just a little girl I ask my mother, what will I be? Will I be pretty? Will I be rich? Is what she said to me. Que sera, sera, whatever will be, will be. The future's not ours to see. Que sera, sera. Que sera, sera, whatever will be. Will be The future's not ours to see Que sera, sera, what will be, will be. Woo! Boah, es ist ganz schwer, eine Melodie zu bleiben in den Mittings. Hä?
Florian Bayer: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe vom Muss man sehen Podcast.
Johannes Franke: beiden Zuhörer, die ihr übrig geblieben seid nach diesem Intro. Schön, dass ihr durchgehalten habt.
Florian Bayer: Heute mit dem bezaubernden Johannes Franke...
Johannes Franke: Und ausnahmsweise heute mal mit dem wundervollen Plur und der bezaubernden und unschuldigen
Florian Bayer: Doris Day.
Johannes Franke: Oh, die Unschuld. 40, 44 Jahre lang. Die Unschuld, immer noch die Unschuld und immer noch die Unschuld. Darüber werden wir reden müssen, Plur.
Florian Bayer: Wir reden heute über The Class Bottom Boat in Deutschland, besser bekannt unter dem Namen Spion in Spitzenhöschen.
Johannes Franke: Welcher der beiden Titel ist der bessere? Welcher davon hat was damit zu tun mit dem Film?
Florian Bayer: Definitiv der deutsche Titel. Ohne jeden Zweifel.
Johannes Franke: Wenigstens das Wort Spion kommt drin vor.
Florian Bayer: Und Spionenspitzenhöschen klingt toll, weil es so ein bisschen anrüstig klingt, aber halt so wie die... 50er und 60er Jahre, wie Doris Day Filme anruhiglich klingen können.
Johannes Franke: Ja, also da ist aber auch nichts wirklich anruhiglich, oder? Also anruhig im richtig negativen Sinne ist halt, wie Produzenten es schaffen, einer Frau über 40 Jahre lang dieses Image aufzudrücken.
Florian Bayer: Anrüchig ist wie Produzenten, die der Ehemann der Schauspielerin sind. ihr nicht nur einen solchen Film aufdrücken, sondern auch noch eine TV-Show und sie dann mit einem Haufen Schuld
Johannes Franke: Mit einem riesigen Haufen Schulden, ja. Aber über ihre Männer sowieso müssen wir reden. Ja, ganz viel. sehr viel zu reden haben. Herzlich willkommen bei einer neuen Episode von Muss man sehen. Wir geben uns gegenseitig Filme auf und sagen, du musst ihn jetzt gucken, ob du willst oder nicht.
Florian Bayer: Und Johannes hat letzte Woche zu mir gesagt, du musst für diese Woche Spionenspitzenhöschen gucken.
Johannes Franke: Und es kommt daher, dass ich noch... keinen einzigen richtigen Doris Day Film gesehen habe. Also bewusst als Kind vielleicht mal. Aber ich glaube, ich habe echt das noch nicht gemacht. Und ich liebe die 50er, 60er. Ja.
Florian Bayer: Ich find's total krass. Ich würde nicht sagen, dass Story-Stay-Filme essentiell sind, um die Filmgeschichte zu verstehen. Und ich würde auch nicht sagen, jeder muss Story-Stay-Filme gesehen haben. Aber du ... Mit deinem Filmgeschmack. Du solltest Doris Day Filme geguckt haben.
Johannes Franke: Das krasse ist, ich habe auch nochmal in der Recherche so viele Leute gehört, die gesagt haben, naja gut, an Doris Day kommt man nur wirklich nicht vorbei und ich jedes Mal... Oh, ich bin immer kleiner geworden. Weil Doris D. anscheinend für die großen Hardcore-Fans der größere Star als Marilyn Monroe war.
Florian Bayer: Naja, der komplett andere Star, ne? Das ist der Gegenentwurf zu Mellon Monroe.
Johannes Franke: Kann man das so sagen? Ja, kann man. Ja, also mit ihrer Innocence. Also zumindest war das...
Florian Bayer: Was das öffentliche Erscheinungsbild betrifft und was die Filmauswahl betrifft, Doris Day hat ja auch, also 1966 ist der Film, von dem wir reden, hat Ein paar Jahre später die Rolle der Miss Robinson abgelehnt.
Johannes Franke: Ja, was ich irgendwie aus ihrer Warte dann mehr verstehen kann jetzt auch, nachdem ich mich ein bisschen damit beschäftigt habe.
Florian Bayer: Interessante Persönlichkeit auf jeden Fall, über die es einiges zu reden gibt und ein interessanter Film, würde ich auch behaupten.
Johannes Franke: Ich kann mal einführen in den Film so ein kleines bisschen. Es ist nicht viel, weil wir wollen schnell ins Reden kommen. Also folgendes. Endlich ein Doris Day Film. Da wir eh viel über Doris Day reden werden, echt nur schnell kurz die Zusammenfassung des Films. Also, eine Witwe arbeitet als Meerjungfrau bei ihrem Eltern. Als solche wird sie vom neuen Chef aufgegabelt und nach allen Natürlich verliebt sie sich darauf in ihn. Da sie in den 60ern bei der NASA arbeiten, eignet sich natürlich ein Spionagespoof. Jennifer Nelson, also Doris Day. wird der Spionage verdächtigt, weil sie jeden Tag ihren Hund Wladimir anruft. Also im Grunde eine Bekommen-Sie-Sich- oder Bekommen-Sie-Sich-Geschichte mit albernen Slapstick-Einlagen und ganz vielen Harmlosigkeiten. Deswegen meine Frage jetzt an dich, ganz im Sinne des Films Und du so? Ja.
Florian Bayer: Dieser Film ist sexistisch.
Johannes Franke: Oh mein Gott.
Florian Bayer: Dieser Film ist albern. Dieser Film ist kitschig. Dieser Film ist überdreht und dumm. Und ich liebe ihn.
Johannes Franke: Wie schön. Oh Gott, wie süß. Okay, Floor, es könnte das erste Mal sein, dass ich dir einen meiner krassen 60er Jahre Obsession Filme gebe und ihn am Ende weniger mag als du.
Florian Bayer: Oh, das ist durchaus möglich. Ich muss dazu sagen, ich habe diesen Film als Kind gesehen. Ich hatte nur noch vage Erinnerungen dran, aber... Der Vorspann. Die haben diesen trippy gezeichneten Vorspann aus dem Spongebob anscheinend seine Inspiration.
Johannes Franke: zieht.
Florian Bayer: A few seconds later. Ich kann es nicht gut, aber jeder kennt es. Und dann dieser Song The Class Bottom Boat und bei mir hat direkt so ein nostalgisches Klick eingesetzt. Dieser Song und dieses ständig repetitive Deep Blue Sea.
Johannes Franke: Das hat ja nun wirklich totgeritten, das Ding.
Florian Bayer: Und ich hatte einen Ohrwurm und ich war aber auch so direkt gecatcht, weil ich dachte, ach ja, ich hab so eine... Warme Erinnerung, das heißt, es ist sehr gut möglich, dass nichts, was ich in dieser Episode sage, irgendwie rational zu rechtfertigen ist.
Johannes Franke: Okay, das wird eine spannende Episode.
Florian Bayer: Aber auch danach, also ja, ich kann es nochmal, es kommt eine dumme Szene nach der anderen. Und ich denke jedes Mal, Gott, ist das dumm.
Johannes Franke: Oh, ist das gut. Ist es wegen Doris Day oder ist es die Naivität oder was ist es?
Florian Bayer: Ja, so eine Mischung aus allem. Also ich kann ja mal versuchen, was ich auf der Haben-Seite tatsächlich finde. Wenn ich versuche, irgendwie zu rationalisieren, warum ich diesen Film irgendwie genossen habe.
Johannes Franke: Ich find's...
Florian Bayer: Irgendwie süß, einer Frau den Slapstick zu geben und zwar ziemlich konsequent.
Johannes Franke: Sehr konsequent, ja.
Florian Bayer: Stolpert durch diesen Film die ganze Zeit und hat eine Slapstick-Einlage nach der anderen und so spielt es gut. Sie spielte es wirklich witzig und süß.
Johannes Franke: Und ich frage mich, wann ist denn das passiert eigentlich, dass Buster Keaton und Charlie Chaplin und so weiter, die ganzen Männer, die die Slapstick-Zeit sehr dominiert haben, Dass sich das ablösen durfte, also dass Frauen das machen durften, das ist ja auch gar nicht so lange her, glaube ich.
Florian Bayer: In den 60ern und wenn ich mich richtig erinnere, auch in den 70ern und so Frauen eher nicht gemacht. Das ist relativ ungewöhnlich für die Zeit.
Johannes Franke: Aber so ungewöhnlich ist es auch nicht, weil ich dann in der Recherche auch noch ein paar andere Frauen gefunden habe und auch in den 20er, 30ern Mabel Normand zum Beispiel... die ja auch ganz viel Comedy-Zeugs gemacht hat in der Stummfilmzeit. Es ist bloß nicht so, dass wir das im kollektiven Gedächtnis hätten. Aber es gibt auch in diesem Film noch eine weitere Schauspielerin, die sehr viel vom Slapstick gelebt hat. Das ist die, die die Nachbarin spielt. Alice Pierce. Alice Pearce, wo ich fast gedacht habe, sie ist die heimliche Herzensdame dieses Films für mich, weil ich sie in der Recherche dann nochmal, aber das können wir nachher nochmal machen.
Florian Bayer: Es gibt viel zu sagen über die Besetzung in diesem Film. Also wir haben Doris Day. die zur Zeit des Films schon in ihren 40ern war.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und die davor eigentlich immer so ein bisschen wirklich... Unschuld gespielt hat. Auch in diesem Film. Ja, aber es ging nicht mehr so ganz. Deswegen haben sie diesen Twist, damit, dass sie eine Witwe ist. Sie ist immer noch Unschuld.
Johannes Franke: Und dann nimmt sie irgendwann den Ring vor dem Finger ab, weil sie irgendwie denkt, okay, ich habe mich verliebt in jemand anderes.
Florian Bayer: Und sie wohnt mit diesen Tieren zusammen und wahrscheinlich konnten sie sie nicht als Junggesellin darstellen, weil sie dachten, okay, das ist so ein bisschen schade. Das ist zu nerdy, wenn wir hier eine Junggesellin haben, die mit diesen Tieren zusammenlebt und da bei der NASA arbeitet, das funktioniert alles nicht. Wir müssen irgendwie, sie brauchen eine Backstory und deswegen haben sie gesagt, okay. Sie ist Witwe.
Johannes Franke: Was auch ein bisschen gesellschaftlich rechtfertigt, dass sie so drauf ist, wie sie drauf ist, weil sie in der Zeit natürlich eigentlich nicht... Du hättest das nicht machen dürfen eigentlich so. Aber dadurch, dass du Witwe warst, dass du da durch die Ehe gegangen bist. Genau.
Florian Bayer: Du trauerst noch, sie trauert ja nicht mehr, sie trägt kein Schwarz.
Johannes Franke: Genau, also sie hat nicht ein einziges Mal irgendwie Schwarz an.
Florian Bayer: Sowieso, es gibt nichts Schwarzes in diesem Film. Sowohl von Kostüm als auch von... Von Personalseite ist dieser Film sehr weiß. Der Film ist der weißeste Film, den ich je gesehen habe.
Johannes Franke: Nicht mal die Bedienung, wo ich nicht ganz sicher war. Ist es schlimmer, als Bedienung besetzt zu werden oder gar nicht gesehen zu werden im Film?
Florian Bayer: Das ist eine gute Frage, die darfst du nicht mir stellen. Ich bin zu weiß, um das zu bauen.
Johannes Franke: Ja, ich glaube, ich bin auch. Wir sind beide zu weiß. das zu beantworten, aber es ist so eine Frage, die sich natürlich dann schon stellt, weil der Film wirklich sehr, sehr weiß ist. Und es gibt... Einmal eine Gruppe von Schwarzen, als sie... Oh mein Gott.
Florian Bayer: Ja, es sind unspezifisch Afrikaner. Wenn Sie als Äthiopier bezeichnen, kriegen Sie ein Land oder sind Sie einfach Afrikaner?
Johannes Franke: Das weiß ich nicht ganz genau, aber auf jeden Fall haben Sie sehr traditionelle Kleider.
Florian Bayer: Sehr traditionell und sie sind da, um sich das Ganze mal anzugucken, um die NASA-Technik anzugucken und sie gehen da rum und machen Notizen. Aber es gibt keinen richtig rassistischen Witz auf ihre Kosten.
Johannes Franke: Keinen Witz auf ihre Kosten. Was mich dazu bringt, weil in der Zeit gab es keine anderen Gründe, warum jemand als Schwarzer besetzt wurde, was sehr traurig ist. Das ist dann reiner Exotismus.
Florian Bayer: Ja, total, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Was ich auch krass finde.
Florian Bayer: Natürlich. Sie hätten auch, also es wäre in dieser Szene auch sehr gut vorstellbar, dass man ganz viele Asiaten... unspezifisch mit Kameras dahinstellt, die alle ganz viel knipsen. Das wäre genau dasselbe gewesen. Also man könnte sich so... Fünf kulturelle Stereotype ausdenken, die man da hinstellen könnte in diese Szene, weil die Personen machen auch nichts anderes, als einmal dieses kulturelle Stereotyp zu verkörpern und zu zeigen, oh guck mal, hier werden Afrikaner durchgeführt.
Johannes Franke: Oh Gott, jetzt sind wir ganz schnell zum Rassismus rübergerissen. Was ist denn passiert?
Florian Bayer: Ich war bei der Besetzung. Ich habe nur Doris Day gesagt und unschuldig und plötzlich hast du angefangen. Ich will gar keinen gesellschaftspolitischen Kontext aufmachen in dieser Episode. Ich möchte diesen Film genießen. Und genießen kann man vor allem Rod Taylor, der gleich am Anfang... Nein. Sowohl Johannes als auch ich, das haben wir kurz gerade im Vorgespräch festgestellt, haben einen Podcast gehört, wo einen wirklich tollen Podcast, um den einmal zu nennen, müsst ihr euch anhören. Wie hieß er noch? Old Hollywood?
Johannes Franke: Oh Gott, das musst du raussuchen. Das müssen wir jetzt richtig kriegen. The Hollywood Era, weiß ich nicht.
Florian Bayer: Ich such ihn kurz raus. Old Hollywood Realness. In dieser Episode reden sie zu zweit über den Film. Und der eine, der redet, der geht die ganze Zeit auf Rod Taylor ab. Und das ist so niedlich, weil er sich so freut über den nackten Oberkörper und dann sagt er noch ... Und Ron Taylor hat so diese Behaarung und er ist so teddybärenhaft und ich würde mich so gerne von ihm drücken lassen. Und es ist wunderbar. Und wie sexy findest du Taylor?
Johannes Franke: Der ist mir zu rot gebrannt. Ja, das ist... Er hat diese Las Vegas-Präune, oder? Das ist echt, das muss man auch sagen und das ist auch so ein bisschen in diesem Podcast und wir werden vielleicht auch ein kleines bisschen mehr von diesem Podcast leben als... als uns lieb ist, festgestellt, dass einfach diese Stars aus dieser Zeit einfach nicht drum herum gekommen sind, alle diese furchtbare rote... einfach verbrannt zu sein, weil das einfach zum guten Ton dazugehörte, wenn du reich warst in Hollywood, hast du halt die ganze Zeit am Strand verbracht. Und du siehst einfach furchtbar aus und diese Filme haben teilweise versucht, es zu kaschieren und teilweise haben sie es halt in ihrem Make-up leider sehr... unterstützen müssen, weil sie keine Chance hatten, anders. Und dann sehen halt sehr viele Leute aus dieser Zeit sehr ungesund und seltsam aus.
Florian Bayer: Dieser Film lebt natürlich so das Kalifornien der damaligen Zeit. Es ist Strand, es ist Sommer. Ich meine, die erste Szene ist sie im Meerjungfrauenkostüm. wie sie unter diesem Glasboot, die einzige Referenz zum Filmtitel, dieses verdammte Glasboot, das ihr Vater hat, da eigentlich drunter durchtauchen will, um eine Meerjungfrau zu spielen. Und das Ding spielt halt die ganze Zeit am Strand. Wir haben auch ihr Vater. Komm, dazu kommen wir gleich. Mit der Strandhütte und so weiter. Ich wollte die Besetzung. Wir sind all over the place.
Johannes Franke: weil einfach dieser Film so viel bietet und unser Hirn ist wahrscheinlich gerade absolut aufgeweicht, am zerplatzen, wie auch immer.
Florian Bayer: Wir haben immerhin ein potenzieller James Bond. Der wäre fast James Bond geworden.
Johannes Franke: War es echt?
Florian Bayer: War ein Gespräch Anfang der 60er.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und er hat auch reinste Filme gespielt. Ich meine, die Zeitmaschine war so sein großer Bespruch.
Johannes Franke: Oh, stimmt.
Florian Bayer: Und er hat in die Vögel mitgespielt von Hitchcock. Und dann in zwei Filmen mit Doris Day in den 60ern. Bitte nicht stören und den Spiegel in Spitzenhößen. Wir haben genau ihren Vater, Arthur Godfrey, ein Radio-Veteran, der Arthur Godfrey's Talent Scouts gemacht hat. Irgend so eine Talentshow?
Johannes Franke: Irgend so eine Talentshow, ja.
Florian Bayer: Im Radio? Und der, Moment, der spielt ihren Vater und der wohnt halt in dieser hawaiianischen Hütte. Zusammen mit seiner Frau, die glaube ich nicht ihre Mutter ist, sondern seine jetzige Freundin oder so und für den sie halt arbeitet, aber sie haben diese geile Hütte. in der sie leben.
Johannes Franke: Sie verdienen Geld damit, Touristen da irgendwie mit dem Glass Bottom Boat durch die See zu führen. Und dann unten können die Leute runtergucken und da sehen sie dann... Eine Frau im mehrjährigen Frauenanzug.
Florian Bayer: Stellt sie sich irgendwann mal die Frage, warum mache ich das? Weil sie arbeitet bei der fucking NASA.
Johannes Franke: Aber es ist ein neuer Job.
Florian Bayer: Ja, aber sie ist in der Abteilung von der NASA. Sie sollte eigentlich ziemlich gut verdienen. Okay, sie ist eine Frau, wir sind in den 60ern. Ja, genau. Aber genau, offensichtlich ist sie ihre Wochenendbeschäftigung, dass sie zu ihrem Vater rausfährt und da dann in das Meerjungfrauenkostüm schritt.
Johannes Franke: Ich glaube, sie macht das aus alter Verpflichtung.
Florian Bayer: Wahrscheinlich, ja.
Johannes Franke: Also wahrscheinlich hat sie das schon mit 10 gemacht.
Florian Bayer: Oh, keine schönen Bilder.
Johannes Franke: Okay, wahrscheinlich hat sie das schon mit 20 gemacht.
Florian Bayer: Danke, viel besser.
Johannes Franke: Und hat dann irgendwie einfach gedacht, ich muss das weiter fortführen. Ich weiß nicht, wie alt sie sein soll, aber sie ist Witwe und so. Sie sind in 40ern. Wobei Doris Day auch schon mit 19 Witwe war. Oder mit 19, ich weiß nicht ganz genau.
Florian Bayer: Sie war geschieden, oder? Wie oft war Doris Day verheiratet? Viermal. Viermal.
Johannes Franke: Ich erzähle dir das ganz genau.
Florian Bayer: Martin Melcher ist gestorben. Das war der Produzent von diesem Film.
Johannes Franke: Also, folgendes. Der erste Mann, den Doris Day hatte, hat sie geschlagen. Der zweite Mann, den sie hatte, hat sie betrogen. Volle Kanne. Der dritte Mann hat ihr Vermögen verprasst und sie in Verträge reingesteckt, in denen sie nicht sein wollte.
Florian Bayer: Das ist der Produzent von diesem Film.
Johannes Franke: Und der vierte konnte nicht mit ihren Tieren... sie sich auch getrennt. Sie hat einfach kein Händchen für Männer gehabt. Der erste war Al Jordan, den hat sie mit 16 kennengelernt. Das war ein Trombonist. Posonist. Posaunist, Entschuldigung.
Florian Bayer: Und mit dem hat sie einen Sohn gekriegt. Das heißt, als sie diesen Film gedreht hat, jetzt dann, weil ihr Sohn war im College-Alter, der war schon jünger Erwachsener.
Johannes Franke: Die waren quasi wie Geschwister, also ihre Beziehung, familiäre Beziehung war eher geschwisterlich als das Verhältnis von Mutter zu Weil die einfach sehr, die waren irgendwie sehr eng miteinander und haben Der hat ihr auch geholfen dann, als das ganze mit den Schulden kam und so hat der ihr geholfen.
Florian Bayer: Wirklich eine dreckige Geschichte. Martin Melcher, Produzent von diesem Film, ist 1968, kurz nach diesem Film, nachdem dieser Film veröffentlicht wurde, wurde gestorben und er hat halt die ganze Zeit ihre Verträge geregelt und auch so offensichtlich ihre Finanzen und dann hat's sie herausgefunden nach seinem Tod. Zum einen, dass er eine Show ausgemacht hat und einen Vertrag unterschrieben hat, ohne dass sie irgendwas davon wusste und zwar die Doris Day Show, die sie dann auch danach wirklich gemacht hat.
Johannes Franke: Und die tatsächlich sehr gut war dann auch.
Florian Bayer: Ich hab nichts davon gesehen.
Johannes Franke: Nee, aber sie kam sehr gut an. Ich hab auch nichts davon gesehen, aber sie schien sehr gut zu sein.
Florian Bayer: War eine große Sache in den 70ern.
Johannes Franke: Sie hat sich auch wirklich drum gekümmert.
Florian Bayer: Aber nicht nur das, sondern dass er Millionen von Dollarn wegen schlechten Investitionen, die sie verliebt hatte, ihr Geld. Hat er einfach verspielt und er hat ihr Schulden hinterlassen sogar.
Johannes Franke: 450.000 Dollar.
Florian Bayer: Und sie hat daraufhin seinen Geschäftspartner Jeremy B. Rosenthal verklagt wegen Betrug und... Ein langes Verfahren großer Skandal in der damaligen Zeit und er selbst hat dann Insolvenz angemeldet. Und es hat sich schließlich mit ihr geeinigt und sie hat dann sechs Millionen oder so als Entschädigung gekriegt.
Johannes Franke: Nur um das ganz kurz, weil man sich dann fragt, wie kann jemand für jemand anders noch Schulden machen? Also Geld verprassen ist die eine Sache, aber du kannst ja nicht irgendwie Schulden machen und die Schulden waren... größtenteils einfach Steuerschulden dann, ne? Weil irgendwie Steuern sind ordentlich abgeführt und so weiter und dann Betrug und das waren dann halt die Schulden, die Steuerschulden. Weil sonst ist es seltsam. Ich weiß nicht, wie jemand auf meinen Namen Schulden machen könnte.
Florian Bayer: Ja, heirate mal.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Wenn du heiratest, also ich glaube, es ist heute auch noch so, wenn du heiratest und ein gemeinsames Konto hast und dann stirbt der, ne?
Johannes Franke: Ja gut, wenn einer stirbt.
Florian Bayer: Ja genau, du vererbst die Schulden. Logisch. Wenn du verheiratet bist, vererbst du die Schulden. Du bist erst in der Erbrangfolge.
Johannes Franke: Ach so, nee, aber sie hatte ja den, also ich meine, sie hat es ja nicht nur geerbt, sondern es waren tatsächlich ihre Schulden in Taxis.
Florian Bayer: Naja, wahrscheinlich, weil damals war es halt noch so, wenn du verheiratet warst, dann hast du quasi einen...
Johannes Franke: Ein Konto.
Florian Bayer: Er hat offensichtlich ihr Geld verwaltet. Ja, genau. Und Verträge gemacht und alles.
Johannes Franke: Also klar. Ja, genau. Und dann der letzte Barry Comden. Der kam einfach nur nicht damit klar, dass er so viele Tiere hatte. Seine Aussage nach hat sie ihn tatsächlich irgendwann aus dem Bett geschmissen, weil nicht genug Platz für den Hund war. Sie hat zwölf Hunde gehabt oder 14 Hunde. Oh krass.
Florian Bayer: Was tatsächlich ganz geil ist, sie hat ja tatsächlich nach dieser Melcher-Geschichte, nach diesem Film eigentlich gesagt, ich habe jetzt keinen Bock mehr auf den ganzen Scheiß. Und hat seit 1968, sie hat praktisch nichts mehr gedreht. Sie hat diese Doris Day Show noch gemacht bis 1973. Und dann irgendwann in den 70ern noch so ein paar Fernseh-Specials. Aber es war eigentlich vorbei. Die war raus aus dem Filmbusiness. Die hatte keinen Bock mehr auf den Business.
Johannes Franke: Musik hat sie noch gemacht.
Florian Bayer: Ja, und Aktivismus. Sie hat sich ziemlich viel für Tierrechte eingesetzt. Es gibt ja immer so die Narrative, wie kam ich dazu? Als sie mit Hitchcock gedreht hat, der Mann, der zu viel wusste, hat sie gesehen, wie die Tiere, die Kamele, das wurde ja in der Wüste gedreht. Ja. die Tiere gequält wurden. Und das fand sie richtig kacke. Und damals hat sie angefangen, sich dafür einzusetzen, für Tierrechte. Ja. Und 1978 hat sie die Doris Day Pet Foundation gegründet.
Johannes Franke: Wenn man bedenkt, dass diese Frau 97 Jahre alt geworden ist.
Florian Bayer: Die ist 2019 gestorben. 2019.
Johannes Franke: 19. erst und das ist krass und ich kann mich nicht erinnern, dass mir das irgendwie über den Weg gelaufen ist. Weil solche große Sachen werden ja irgendwie überall weit gereicht. Aber ich dachte, Doris Day wäre schon längst... Aber bis 2019 hat sie gelebt. Und dann war sie Mitte 40, als sie mit dem Schauspiel aufgehört hat. Und hat quasi nochmal ein komplettes Leben hinten dran gehängt für Aktivismus für Tiere. Und das ist schon krass. Ist nicht großartig? Ist irgendwie
Florian Bayer: voll schön, oder? Ja, ist total toll. Dass sie auch gesagt hat, so ey, jetzt habe ich mit dem Mist abgeschlossen. Sie ist immer nochmal wieder so in Interviews, es gibt Interviews von ihr auch von später aus den 80ern, was ganz interessant ist, weil sie war dann ja tatsächlich für viele so die Stilikone der Unschuld.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann wurde sie irgendwann in den 80ern unter so einer TV-Show interviewt zum Thema Sex vor der Ehe.
Johannes Franke: Mhm. Dann hat sie gesagt, die Erste, die sagt, bitte verbringt Zeit und habt Sex vor der Ehe, damit ihr dann wisst, ob das funktioniert.
Florian Bayer: Auch so als weise Frau. Na, Leute, ich war jetzt viermal verheiratet.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Guckt euch den Typen an. Guckt, ob es im Bett klappt. Guckt, ob es mit dem Zusammenleben klappt und heiratet. Nicht nur, damit ihr Sex und Kinder haben könnt. Das funktioniert nicht.
Johannes Franke: Und das ist so krass, weil die Schere bei ihr einfach so groß ist zwischen dem, was aus ihr gemacht wurde im Public Image von Produzenten und so. Ja, einfach sie immer als Unschuldige und ich finde in dem Film, es ist der einzige Film, den ich von Doris Day bewusst gesehen habe. Ich finde, dass Doris Day in diesem Film mit 40, mit Mitte 40, ich weiß nicht, ob sie das früher schon hatte, die ganze Zeit durchblicken lässt, sie weiß einfach, wie der Hase lang läuft. Sie weiß es einfach. Egal, ob im Textbuch steht, du bist naiv und weißt es nicht, aber alles, was sie sagt, ist mit dem Subtext... Leute, erzählt mir nichts.
Florian Bayer: Sie kriegt ja auch tatsächlich eine coole Szene als Matarari, wo sie... Einmal tatsächlich eine Sexbomb da stehen darf. Wirklich in diesem kompletten... Matahari-Kostüm.
Johannes Franke: Was im Grunde das Herzstück kostümtechnisch dieses Films ist. Das ist leider nicht so lang zu sehen.
Florian Bayer: 10 Sekunden. Und das ist das, was es auch aufs Filmplakat geschafft hat. Und sie wird da auch als Sexsymbol... inszeniert und ja, ich meine, sie ist Mitte 40, sie sieht verdammt gut aus.
Johannes Franke: Absolut, natürlich, klar. Das perfide ist ja eigentlich, du hast vorhin gesagt, dass das der Gegenentwurf zu Marilyn Monroe ist. Ich glaube, es ist es leider gar nicht. So sehr, wie wir gerne hätten, weil sie ist ja trotzdem als Sexsymbol, aber eben als dieses Innocent- Ja, die Innocent-Variante. Schon Marilyn Monroe war ja nicht unbedingt diejenige, die es immer drauf angelegt hat, sondern schon eine, die auch... mit Augenklimpern in die Kamera geguckt hat und gesagt hat, ich weiß gar nicht, was jetzt gerade los ist.
Florian Bayer: Ja, aber natürlich so vom...
Johannes Franke: Aber genau, sie war mehr als Sexbomb quasi inszeniert. Während Doris Day... Ja, doch immer hochgeschlossen und sehr unschuldige Kostüme, aber auf eine Art und Weise, die trotzdem sexualisiert war.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Ich glaube, der Unterschied ist, dass Doris Day so inszeniert wurde, dass du dir als Mann nicht nur einen One-Night-Stand vorstellst, sondern dass du sie danach auch heiraten kannst. Während Mel Monro vielleicht eher so der One-Night-Stand war.
Johannes Franke: Verstehe. Ja, das ist... Die 50er, 60er Jahre, die da durchblicken, die sagen, das muss alles schon, wenn dann schon richtig, dann komm mit mir.
Florian Bayer: So fuckable und marriable vielleicht.
Johannes Franke: Okay, ja. Aber krass, also das finde ich ein bisschen pervers und das hat mir auch in ganz vielen Momenten dieses Films den Film so... madig gemacht, aber ich weiß noch nicht, sind wir schon aus Doris Days Leben raus oder wollen wir uns noch ein bisschen mit Doris Day beschäftigen? Zum Beispiel mit ihrem Sohn, der fast von der Manson Family umgebracht wurde.
Florian Bayer: Der eine Verbindung zur Manson Family hatte, weil er wollte Musik produzieren.
Johannes Franke: Er hat Musik produziert. Er hat sogar mit ihnen produziert. Aber nicht mit ihm. Marilyn Manson. Charles Manson. Entschuldigung. Marilyn Manson, meine Güte. Charles Manson hat ihn bequatscht und bequatscht und die haben irgendwie zusammen getrunken und... Und dann hat eben unser Sohn von Doris Day irgendwann gesagt, aber ich kann dich nicht produzieren, das geht nicht. Manson hat halt von der Musikkarriere geträumt und hat dann gesagt, vielleicht, man weiß es natürlich nicht genau, Aber vielleicht hat er tatsächlich geplant, ihn umzubringen, als er in eben genau dieses Haus... mit Sharon Tate, die dann umgebracht wurde von ihnen, dass er eigentlich ihn umbringen wollte anscheinend.
Florian Bayer: Genau. Terry Melchers Haus in Kalifornien, in Beverly Hills, war das Haus, in das dann Roman Polanski mit Sharon Tate gezogen ist. Ja. Und eventuell haben die Mansons ihn da noch vermutet? Keine Ahnung.
Johannes Franke: Natürlich gibt es auch immer wieder so Vermutungen hier und da und so und es hieß eigentlich, naja, der muss das schon gewusst haben, dass der schon wieder weggezogen ist. Da war auch zwischendurch nochmal jemand anders drin, wenn ich das richtig verstanden habe.
Florian Bayer: Maybe.
Johannes Franke: Den er auch eigentlich hätte meinen können. Aber es wird ja sowieso viel darüber geredet und spekuliert, dass Chell und Tate ja gar nicht der... das eigentliche Ziel der ganzen Geschichte war. Sondern, dass es jemanden anders treffen sollte.
Florian Bayer: Aber wir können nicht während einer Story Stay Films über... über Charles Manson reden. Das ist einfach too much. Wir sind nämlich im guten alten Hollywood. Wir haben ja auch mal über Once Upon a Time in Hollywood geredet und das ist das gute alte Hollywood, das Quentin Tarantino da zeichnet. Stimmt, ja. wo die Manson-Morde nicht stattgefunden haben und tatsächlich auch noch nicht stattgefunden haben. Stimmt. Und alles ist dufte und alle sind glücklich und haben Spaß beim Drehen. Und es gibt tolle Liebesgeschichten. Wie das halt so ist. Witwe verliebt sich in einen NASA-Wissenschaftler, der künstliche Schwerkraft erzeugt. Witwe wird für Spionen gehalten. Russische Spione sind tatsächlich da und am Schluss wird geheiratet.
Johannes Franke: Mich beschleicht das Gefühl, dass dieser Film einen starken Durchbruch gegen den Hays Code versucht.
Florian Bayer: Oh, jetzt bin ich gespannt. Was versucht dieser Film gegen den Haste-Code?
Johannes Franke: Du hast schon sehr stark sexualisierte Sachen da drin. Und er versucht es in vielen kleinen Dingen... Also der Hays Code, wann war das? Ungefähr von 1930 bis eben 1966, würde ich sagen.
Florian Bayer: Genau, New Hollywood verdankt seiner Entstehung ja unter anderem der Tatsache, dass der Haze-Code aufgegeben wurde.
Johannes Franke: Genau. Aber dann haben wir natürlich viel größere Beispiele wie Bonnie und Clyde und so weiter, die das Ganze aufgebrochen und genutzt haben, da irgendwie in eine andere Richtung zu gehen mit mehr Gewalt und so weiter. Aber ich glaube, dass auch dieser Film es schon versucht, da rauszubrechen. Und dass das irgendwie clumsy ist und irgendwie... Weiß ich nicht, sehr viele sexualisierte Kommentare. Gleich am Anfang, wenn sie da irgendwie button naked im Wasser hängt.
Florian Bayer: Warum trägt sie nichts drunter?
Johannes Franke: Natürlich trägt sie nichts drunter, damit er irgendwelche blöden Kommentare geben kann und sie aber nicht rauskommen kann. Schon in dem Moment verliert mich der Film ein kleines bisschen, weil ich es zu dolle finde, wie er sich darüber lustig macht, dass diese Frau jetzt irgendwie... bloßgestellt da irgendwie nicht aus dem Wasser kommen kann? Mh...
Florian Bayer: Es ist auf jeden Fall, es hat definitiv diese sexistische Komponente. Wenn du Haste Code sagst, Wir befinden uns ja hier im klassischen Studiofilm. Das ist ein MGM-Film. Und wir befinden uns, eigentlich ist der Film ganz großartig, so als Musterbeispiel für seine Zeit. Weil wir befinden uns in der Zeit des Niedergangs des klassischen Hollywoods, des Studios. Und MGM... Hat damals extrem kämpfen müssen, weil die Leute immer weniger an ihren Filmen interessiert waren, weil die Kinokette... Verluste hatten, weil die Leute alle plötzlich einen Fernseher zu Hause stehen hatten. MGM hat sich dagegen aufgebäumt, hat irgendwie versucht, mit anderen irgendwie Geld zu machen, war damit aber eigentlich nicht so wirklich erfolgreich. Und die haben dann teilweise wirklich Billigfilme gemacht, weil sie mit teuren Produktionen extrem Verluste gemacht haben. teilweise wirklich billig getreten. Es gibt aus der Zeit von MGM eine Menge Schrott. Also auch einfach produktionstechnisch und budgettechnisch. Und Und dann so zwei, drei Versuche, größere Filme zu machen, sowas wie Dr. Zhivago zum Beispiel, die dann aber auch auf 35mm gedreht wurden, offensichtlich auch aus Budgetgründen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und die wurden 1969 aufgekauft von Kirk. Ist ja eigentlich egal, aber auf jeden Fall befinden wir uns in so einer Zeit, in der deutlich wird, das alte Studiosystem funktioniert nicht mehr so. Und diese sauberen Hochglanzproduktionen, wie man sie kennt, kommen beim Publikum nicht anders. Publikum will halt doch eher sowas sehen wie Bonnie und Clyde und die Reifeprüfung, wilde Filme, Indie-Filme. die irgendwie so Moral und Werte der Zeit in Frage stellen. Und das liefert der Film ja eigentlich nicht.
Johannes Franke: Ganz viele sexuelle Anspielungen, die schon nicht in Ordnung gewesen wären unterm Hays Code. Also ganz viele Andeutungen von...
Florian Bayer: Aber er hat ja nicht gerade diese sublimen sexuellen Andeutungen, die halt gerade noch so unterm Haste-Code durchschlüpfen können. Ich gebe dir zu... Das ist alles so ein bisschen schlüpfrig und so ein bisschen widerlich, auch so wie er sich ihr gegenüber verhält. Ich meine, er sagt dann, ich besorge ihnen ein neues Meerjungfrau-Kostüm und dann schickt er ihr so ein Kein Bikini? Reizwäsche. Er schickt dir Reizwäsche.
Johannes Franke: Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Das ist so widerlich.
Johannes Franke: Fuck, Alter. Und weißt du, was der Film macht? Der macht dann jedes Mal so ein... Auf jeden Fall. Definitiv. Oh nein, schon wieder dieser sexistische Kommentar. Na sowas. Und das Schlimme ist...
Florian Bayer: Ihre Rolle ist, sobald sie erkennt, dass er dieser Bruce ist, dass er dieser Typ ist von der NASA, sie himmelt ihn nur noch an. Es findet ein kompletter Switch statt.
Johannes Franke: Noch nicht mal richtig und das finde ich fast schlimmer. Weil man sieht ganz, ganz selten, wie sie tatsächlich drauf einsteigt. Sondern sobald es darum geht, wie zum Beispiel, dass er sie küsst, es ist seine Entscheidung.
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Er dreht sich um, geht zu ihr. Wir sehen ihre Reaktion nicht im geringsten. Er küsst sie, wir sehen ihr in ihren Rücken und dann lässt er sie wieder los, geht und sie bleibt zurück. Und wir wissen gar nicht, ob sie irgendwas wollte. Ob sie irgendwie überrumpelt ist oder sowas. Wir können nicht einmal aus ihrer Körpersprache lesen, was sie eigentlich fühlt.
Florian Bayer: Aber sie kriegt dann doch ihren Ich brauche einen Mann in meinem Leben Song mit diesem Soft as the Starlight.
Johannes Franke: Das dann schon.
Florian Bayer: Also damit ist doch alles klar.
Johannes Franke: Ja, ja, Szene später. Aber wir haben sozusagen jedes Mal, wenn es darum geht, um diese Annäherung, haben wir knallhart seine Perspektive und nicht im geringsten, ob sie jetzt, was sie will oder was sie nicht will.
Florian Bayer: Naja, was ihre Perspektive ist, ist so die eingeschüchterte. Sie versteckt sich unterm Tisch, wenn sie zum ersten Mal das RR ist, versteckt sie sich unterm Tisch, weil sie sich so schämt. Und dann haben wir diese Montage, wenn er sagt, hey, ich hab ein neues Projekt, willst du mitmachen? Dass er sich komplett aus den Fingern gezogen hat. Ja, ja. Projekt Venus, natürlich. Mars und Venus müssen zusammenkommen. Kennste, kennste? Und dann stolpert sie ihm die ganze Zeit hinterher und es ist schon so, dass sie so, ich schreib alles auf, was du machst. Wir haben diese Montage, in der ihr nur Tollpatschigkeiten passieren und sie immer hinterher stolpert.
Johannes Franke: Was auch in Ordnung ist, weil auch Frauen, genauso wie Männer, gibt es Frauenrollen, die einfach tollpatschig sein sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, aber sie wird ja niedrig.
Johannes Franke: Aber genau das ist das Problem.
Florian Bayer: Sie ist die Dumme, die keine Ahnung von von Technik hat.
Johannes Franke: Und das ist so der nächste Punkt, wo ich denke, warum? Ich will doch den Film genießen. Macht mir den doch nicht kaputt.
Florian Bayer: Sie arbeitet bei der NASA und sie hat keinen... Keine Ahnung von Technik, sie kann kein Staubsauger bedienen.
Johannes Franke: Was soll das? Fuck, man. Und dann diese ganzen... Das ist nur eine ganz kleine Sache jetzt. Aber das ist das in a nutshell. Er steht da und sagt zu ihr... I've taken a special interest in you. Und legt die Hand auf die Schulter. die sind noch nicht in einer Situation, wo das mal eben geht, sondern die sind ganz am Anfang, haben sich gerade kennengelernt. Und er sagt diesen creepy Satz zu ihr und ich denke... Run, Mädel, run.
Florian Bayer: Aber zur Verteidigung des Films und des ganzen Universums, das hier aufgebaut wird. Sie kriegt diese wirklich, wirklich tolle Szene. Wenn sie sich nach dieser Tortenslapstick-Szene den Fuß verstaucht hat und er ihren Fuß massiert und dann sagt, ich muss dir was gestehen, das macht mir viel zu viel Spaß, den Fuß zu massieren. Ist. Und sie sagt dann, ich muss dir was gestehen, das ist gar nicht der Fuß, den ich mir verstaucht habe. Das rettet ihn. Das ist eine wirklich coole Szene, wo man sagt, yeah, Baby, schnapp ihn dir. Und ich meine, hey.
Johannes Franke: Aber allein wie er kommt und ihr einfach selbstverständlich ihren Fuß in die Hand und anfängt daran rumzulassen. zu kneten, ohne zu wissen, was er da tut. Man sieht sofort, er hat keine Ahnung von nix.
Florian Bayer: Aber sie findet sie auch geil, ne?
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Und eigentlich ist es ja auch schon so, sie will ihn flachlegen, ne?
Johannes Franke: Ja. Also gehen wir mal...
Florian Bayer: Hey, ist gut, das erzählt nicht der Film, aber das sehe ich in dem Film ganz eindeutig.
Johannes Franke: Und das sehe ich bei Doris Day. Ja, auf jeden Fall. Das sehe ich nicht im Drehbuch. Ich sehe, dass Doris Day es schafft. Das zu spielen, was ich glaube, viele Produzenten, auch nicht, wenn sie es gesehen hätten, ich weiß gar nicht, wer das alles gesehen hat, hat in der Zeit, dass sie das so spielt, aber die wahrscheinlich das nicht gemocht hätten.
Florian Bayer: Ja. Sie hat so diesen, ah ja, der ist fuckable.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Okay, ja, kriegen wir hin.
Johannes Franke: Und es ist so krass, weil sie rettet dadurch so viel... Also sie macht so viel Heavy Lifting für den Film. Ich bin total begeistert von Doris Day, muss ich sagen.
Florian Bayer: Sie hat ja, also es ist gerade in diesem Teil, wo wir uns jetzt bewegen, in diesem Mittelteil, es gibt einen Punkt, wo man nur noch mit den Augen rollen kann, weil es sehr oft diese Tollpatsch-Szene gibt. Wenn sie den Helm hat, der ihr zu klein ist, der ihr zu groß ist, wenn sie zufällig in dieser schwerelos Kammer landet und dann da rumfliegt Hilfe, wenn sie in dem Boot ist und die Fernbedienung und das Boot nicht bedient kriegt, während er im Wasser landet. Und es gibt diesen Moment, wo du denkst, oh, es ist einfach zu viel gerade.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Und dann gibt es aber die Momente, wo sie halt wirklich kurz mal so cool ist. Zum Beispiel, wenn sie mit ihren Eltern zusammen da ist und sie singt zusammen und irgendwie, also wenn sie nicht rumstolpert, hat sie die Situation.
Johannes Franke: Also diese Situation, wo sie mit ihren Eltern singt, ist für mich das absolute Highlight des Films. Ich liebe diese Szene. Sie ist viel zu lang. Aber sie ist großartig.
Florian Bayer: Absolut. Sie ist viel zu lang, sie macht auch keinen Sinn. Das ist kurz die Frage, weil kurz danach kommt dann ja auch dieser Soft-Uster-Starlight-Song. Ach so, ihr wollt... Doch ein Musical machen? Vielleicht? Also Songs spielen jetzt eine Rolle? Okay, okay, gib her. Und es ist wirklich total süß, wie sie nur so gerade mal andeutungsweise Kessera singt zusammen mit Alpha Godfrey. Das ist wundervoll.
Johannes Franke: Es ist wundervoll und auch wie die sich unterhalten, wie sie zusammen sind und da kriegen die Eltern plötzlich auch so eine ganz selbstverständliche Art und Weise zu spielen. Und dass die Situation, in der die das gedreht haben, einfach so entspannt und sie das irgendwie so geschafft hat, eine Stimmung zu schaffen, dass alle... völlig entspannte Familiensituationen dargestellt haben, die ich glaube noch nie in einem Film so in der Form ich aus der Zeit gesehen habe. Aus der Zeit, in der Zeit. Das ist krass, weil die so privat und so familiär einfach nur zusammensitzen und singen und nichts mit der Story zu tun haben. Und es ist das Schönste des ganzen Films, finde ich.
Florian Bayer: Es ist auf jeden Fall eine wirklich süße Szene. Auch sie singen wirklich schön zusammen. Davor singen sie ja dieses Glass Bottom Boat und sie macht dann auch so Fragen. Ich freue mich immer, dass Doris Day den Mut hat, also nicht hässlich zu sein, aber fratzig. Clown und Comedian zu sein.
Johannes Franke: Absolut. Und das ist sie auch und das kann sie auch. Und das finde ich ganz beeindruckend, weil ich das Bild nicht von ihr hatte vorher.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also wirklich schön. Also diese Szene, da lasse ich nichts ran. Die ist wirklich toll. Sehr, sehr privat und sehr natürlich und sehr gut.
Florian Bayer: Doris Day war ja, Doris Day, Rod Taylor war ja auch voll des Lobes für Doris Day und für die Zusammenarbeit mit ihr zusammen. Er hat ja davor mit ihr diese... Do Not Disturb gedreht.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und hat gemeint, es war toll, mit Doris Day zusammenzuarbeiten. Deswegen haben die das ja auch nochmal gemacht. War total angenehm, genau. Und ich würde jederzeit wieder mit ihr arbeiten.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann gibt es ja auch diesen Moment der Stärke, wo sie zuerst sein Sexangebot ablehnt und dann doch bei ihm zu Hause ist. Und man denkt so, yeah baby. Und dann haben wir den Kuss, ne? Also nicht den Kuss von ihm, sondern von seinem besten Freund. Und dann, wo du denkst, okay, du wolltest jetzt, du hast uns jetzt kurz einen Moment gegeben, wo du wirklich hoch bist und wir denken, jetzt hast du die Kurve gekriegt.
Johannes Franke: Ja, und dann kommt sowas.
Florian Bayer: Das beste sexistische Trope, das du überhaupt finden kannst. Und zwar liegt sie auf der Couch. Und sein Kumpel, beziehungsweise sein Vermarkter, sein PR-Mensch, wie heißt der? Zack? Kommt rein und... Und sie küsst ihn, weil sie denkt, es wäre Bruce. Aber es ist natürlich nicht Bruce, sondern Zack. Von Dick Martin gespielt, der übrigens sehr witzig ist in diesem Film. Aber dann haben wir halt genau die Rape Choke. Das ist nichts anderes. Sie hält ihn für jemand anderen und er geht natürlich gerne drauf ein und küsst sie.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Das Schlimmste ist, dass dann auch noch Bruce daneben steht und sich das Ganze anguckt.
Johannes Franke: Es ist so übel. ist so schlimm. Ich versinke im Boden, wenn ich das sehe und denke mir, lieber Film, ich glaube, ich muss dich ausmachen, aber ich muss dich weitersehen, weil ich
Florian Bayer: Ich mache eine Podcast-Episode dazu. Ich muss nicht weitersehen. Ich will nicht, aber ich muss.
Johannes Franke: Und natürlich gibt es danach wieder Szenen, die auch... Spaß machen und so, aber es ist insgesamt, es summiert sich, solche Szenen summieren sich einfach zu einem Maß, dass ich dass ich nicht mit einem liebenden Auge zurückblicken kann auf diesen Film am Ende. Das geht leider nicht.
Florian Bayer: ich bin ja voll bei dir, was alles betrifft. Es ist voll Panne und so. Aber Dann wiederum Dick Martin. Also wenn er jetzt mal nicht der Rapist ist. Es ist wirklich witzig, wie er so herumhampelt um Rod Taylor. Einfach ein toller Comedian, der als Comic Relief da irgendwie an der Seite rumläuft und dann halt mal in so ein Loch stürzen darf und voll mit Staub ist. Anschließend eine Szene, in der Rod Taylor viel zu lange über diesen Witz lacht, über den das Publikum eigentlich lachen soll.
Johannes Franke: Genau, genau. Sehr seltsam. Übrigens, nur um das mal kurz aufzuklären, Regisseur Frank Tashlin oder wie man ihn ausspricht? Frank Tashlin hat sehr viele Jerry-Lewis-Filme gemacht.
Florian Bayer: Und davor hat er ganz viel Looney Tunes gemacht und Mary Melodies.
Johannes Franke: Genau. Und das erklärt einiges, finde ich. Was diesen Film betrifft. Zum einen das Intro, das animierte. A few weeks later.
Florian Bayer: Oh, das war on point.
Johannes Franke: Sehr geil. Und dann diese ganzen Slapstick-Sachen, die einfach... Jerry Lewis hätte machen sollen wahrscheinlich in dem Film. Ich kann mir Jerry Lewis vorstellen, wie er das macht. Okay, ja.
Florian Bayer: Okay, es ist ja schade, wenn Doris Day nicht drin wäre, aber wäre das nicht großartig? Einfach diesen Film und einfach... Oh, das wäre doch, wie heißt das Ding? Mach das mal mit AI-generierten Bildern so. Wie heißt das nochmal? Mach mal ein Deepfake, wo Doris Day ausgetauscht ist durch Jerry Lewis in diesem gesamten Film.
Johannes Franke: Aber dann hat der Film Doris Day nicht mehr und Doris Day rettet den Film.
Florian Bayer: Alter, ja. Aber das ist nicht großartig.
Johannes Franke: Ja. Das stimmt. Man hat echt das Gefühl, dass der Regisseur die ganze Zeit Jerry Lewis inszenieren will, aber es ist halt Doris Day am Set.
Florian Bayer: Und sie macht mit. Hey, Kudos zu ihr, dass sie das mitmacht.
Johannes Franke: Und sie macht das gut. Und ich glaube, das ist ja auch nicht das erste Mal, dass sie das macht. Ja, haben wir genug über Doris Gail geredet, weil wir haben noch eine zweite Frau, die ich gerne nach vorne schreibe.
Florian Bayer: Du willst dem Nachbarn kommen. Ich hatte das Gefühl, wir sind irgendwie eingestiegen bei den Personen, die mitmachen. Deswegen passen die ganz gut rein. Dann würde ich zumindest noch einmal Dom de Luis hervorheben. Der den Handwerker Julius spielt, der...
Johannes Franke: Das sind eine seiner früheren Auftritte.
Florian Bayer: Vor allem in der Dean Martin Show als Comedian Dauergast war wohl.
Johannes Franke: Und der auch immer genau diese Figur gespielt hat.
Florian Bayer: Er ist Spion, aber eigentlich ist er ein total tollpatschiger Spion und eigentlich will er gar kein Spion sein und er hat nur eine Wasserpistole.
Johannes Franke: Und er schwitzt die ganze Zeit und rettet so bis...
Florian Bayer: Und dann auch einmal zumindest kurz Paul Lindt erwähnt, der auch aus der Serie Bewitched bekannt ist. und der hier einen FBI-Agenten, CIA-Sicherheitsmann, Security-Mann spielen darf und dann irgendwann auch in Frauenkleidern auftritt und in in dieser Drag-Szene wirklich witzig ist, wenn Doris Day versucht zu verfolgen auf das Frauenklo.
Johannes Franke: Diese Perücke. Die Perücke ist der Wahnsinn, oder?
Florian Bayer: Das Kleid ist der Wahnsinn. Das Kleid ist natürlich auch der Wahnsinn. Paul Lünd ist der Wahnsinn.
Johannes Franke: Also in Drag wirklich der absolute Hammer, muss man sagen. Wirklich toll.
Florian Bayer: Und sie haben Paul Lünd öfter in diese Kostüme gesteckt, weil er zu den Schauspielern gehört hat, bei denen es ein offenes Geheimnis war, dass er homosexuell ist.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Verstehe. Na gut.
Florian Bayer: Und er ist vor allem bekannt aus der Serie Bewitched und daraus sind ja noch zwei Personen bekannt. Jetzt darfst du Johannes.
Johannes Franke: Jetzt habe ich mich so erinnert gefühlt an unsere Episode über, wie ist das Ding?
Florian Bayer: Don't worry.
Johannes Franke: Don't worry, we think of a title. Der ja auch quasi von einer Serie, die gerade im Beenden begriffen ist, nämlich der Dick Van Dyke Show, die irgendwie dann einen Film gemacht haben. Also einfach gedacht haben, wir tun das zusammen und machen statt der Fernsehserie jetzt einfach einen Film, der irgendwie genauso funktioniert, aber irgendwie. wie sehr viel schlechter ist.
Florian Bayer: Richtig schlecht. Hört rein, vor zwei Episoden oder so reden wir darüber.
Johannes Franke: Ja, und deswegen habe ich auch dieses Déjà-vu leider gerade so... Und diesmal von Bewitched, von der anderen großen Serie aus dieser Zeit. Ihr kennt bestimmt Bewitched, die Frau, die zaubern kann. Und in einer Ehe ist und die versucht es geheim zu halten. Und die Nachbarin. The Nosy Neighbor, was auch irgendwie so ein Trope geworden ist über die Zeit, beobachtet immer mal wieder, wie diese Zaubereien passieren. Und diese Nachbarin hat einen Ehemann und diese Schauspieler Hat mit dieser Schauspielerin Alice Piers und George Tobias. Genau, die beiden kommen in diesem Film einfach auch wieder als Nachbarn. Und als Ehepaar tauchen sie auf, genau in ihrer eigenen gleichen Rolle im Grunde.
Florian Bayer: Ja, und sie wieder die Frau, die... die sieht, was passiert und er glaubt ihr nicht. Und denkt, sie ist hysterisch und hat Visionen.
Johannes Franke: Und ich find's so süß und ich hab irgendwie... habe ich gedacht, diese Frau ist großartig. Woher kenne ich diese Frau? Und dann bin ich eben auf Bewitched gekommen und dann habe ich ein bisschen recherchiert. Und diese Frau ist ja der Hammer. Irgendwann mal ist sie als Kind ganz furchtbar gestürzt und aufs Kinn. gestürzt. Und dann hat sich das Kind nicht richtig entwickelt, weswegen sie einen relativ ungewöhnliches Äußeres entwickelt hat. Also sehr, sehr kurzes Kinn und damit eine Und dann hat die so viele tolle Sachen gedreht. Ich wusste das alles gar nicht vorher, aber ich bin in dieses Rabbit Hole rein und hab mir Sachen von ihr angeschaut und hab gedacht ... Meine Güte, ich muss mir so viele Filme angucken, wo sie mitgespielt hat. Sie hat so ein geiles... Timing, mit Witz, mit Hintersinnigkeit und irgendwie konntest du auch sehr gut singen. Und daraus hat sie eine Karriere gemacht. Und dann ist sie bei Bewitched reingegangen, hat es das erste Jahr gemacht und als sie nach der Pause wiedergekommen ist, war sie sehr, sehr dünn. Und dann hat sie gesagt, ich muss euch irgendwie mal sagen, ich habe Krebs. Und ich hatte Krebs, als ihr mich bei Bewitched eingestellt habt. Und ich wusste nicht, ob ich überhaupt irgendwann mal noch irgendwas drehen könnte. Und dann seid ihr gekommen und habt gesagt, mach das doch. Und dann hat sie es als letzte Chance gesehen, noch einen Last Shot zu haben in ihrem Beruf. Und dann war sie aber so... schon so fortgeschritten in ihrer Krankheit, als sie in die nächste Staffel gekommen ist und die Leute gefragt haben, was ist denn los? Und sie das dann gesagt hat, Und dann haben die alle zusammengerauft sich und gesagt, okay, wir machen das jetzt einfach so lange, dir eine gute Zeit mit den Dreharbeiten, wie es halt geht. Und ihr Mann ist jeden Tag zur Mittagspause gekommen? Und jeden Tag hatte er sie abends, bis sie eben fertig war mit dem Drehen, ist er da gewesen und hat sie dann abgeholt und ist mit ihr weg. Und das erste Jahr hat keiner verstanden, warum dieser Typ das jedes Mal macht. Und die haben alle gedacht, okay, ja, der ist halt ein sehr süßes Pärchen. Waren sie auch? Aber vor allem, weil er einfach noch viel Zeit mit ihr haben wollte. So viel, wie es irgendwie geht.
Florian Bayer: Das ist viel zu traurig und viel zu herzerwärmend als Backstory für diesen Film. Das war der letzte Film, den sie gedreht hat. Sie ist 1966 gestorben. Und sie ist toll in diesem Film.
Johannes Franke: Sie ist richtig toll in dem Film. Und sie ist auch bei Bewitched richtig toll. Ich habe mir noch ein bisschen was angeschaut. Und sie hat so ein tolles Timing, comedic timing und ausdrucksstark und so. Und sie hat Journal geschrieben während ihrer Krankheit. Und ein paar Sachen davon habe ich dann auch gelesen und das ist wirklich sehr sweet, aber sehr traurig.
Florian Bayer: Ja, das glaube ich dir. Auch krass.
Johannes Franke: Tolle Frau. Alice Pearce.
Florian Bayer: Das muss man dem Film auf jeden Fall zugute halten. Er ist bis in die kleinsten Nebenrolle, wirklich stark besetzt mit vielen Comedians, vielen... vielen Comedy-Stars, aber auch nicht einfach nur Stars, die ein Cameo haben, sondern Leute, die wirklich witzig spielen können. Egal, ob jetzt Alice Pearce oder Arthur Godfrey oder Dom DeLuise. Die liefern alle ab in diesem Film.
Johannes Franke: Also man muss natürlich dazu sagen, nicht unbedingt immer alle so, dass man sagt, das ist ein ernsthafter Schauspiel. Niemand von denen.
Florian Bayer: Dramatische Rollen. Niemand von denen.
Johannes Franke: Außer Doris Day. Die hat ja wirklich auch dramatische Sachen.
Florian Bayer: Ja, Doris Day hat eine Hitchcock-Vergangenheit.
Johannes Franke: Ja, genau. Also insofern, wobei natürlich sie in das Bild, das öffentliche Bild nach ihrer Karriere. Vor allem darauf runtergebrochen war, was sie hier spielt.
Florian Bayer: Naja, sie hat auch, also die 60er waren halt auch wirklich eine Zeit, wo sie viele, viele, viele Rom-Coms gemacht hat. Ja. Und so ein Wechsel. Dann hatte sie zuerst Rock Hudson, dann hatte sie Rod Taylor. Cary Grant, mit dem hat sie glaube ich auch getreten. Sie hatte immer so ihre Rom-Com-Partner und mit denen hat sie dann doch mehrere Filme oft gemacht und naja, also es war einfach so ein bisschen ihr Ding. Aber kudos dann auch gleichzeitig, dass sie nach dem Film gesagt hat, beziehungsweise nach dem Tod von ihrem Mann und der ganzen Scheiße, so ey, jetzt hab ich keinen Bock mehr, ihr könnt mich alle mal.
Johannes Franke: Vielleicht am Anfang, weil sie gedacht hat, sie hat Geld. Dann hat sie festgestellt, sie hat kein Geld. Dann hat sie natürlich noch diese Doris Day Show durchgezogen und hat tatsächlich, das finde ich auch toll. Dass sie nicht irgendwie zynisch geworden ist und gesagt hat, nee, wir machen jetzt irgendwie, ich reiß das jetzt runter, was soll's, dann mach hier irgendwelchen Scheiß. Sondern sie hat sich wirklich hingesetzt und hat geguckt, okay, wie ist das Konzept und wie kann ich das für mich anpassen, dass ich dann wirklich noch auch Spaß habe und dass das auch wirklich noch gut wird. Das ist toll. Sie war anscheinend wirklich eine Frau, die über all den Scheiß, den sie erlebt hat, mit ihren Männern und mit irgendwelchen anderen Müllen, mit irgendwelchen Produzenten. Ist sie nie zynisch geworden? Also nie eine schwer zu ertragene Person am Set oder sowas? Immer nett und immer toll und immer... Lebensfroh.
Florian Bayer: Also ich meine, das habe ich euch immer schwer so über jemanden zu beurteilen. Ich finde sie wirkt in Interviews, wenn man sie sieht, so als spätere.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wirkt sie immer sehr sympathisch. Auch wirklich wie jemand, der einiges erlebt hat im Leben und der auch was zu sagen hat. Sie hat schon so dieses... diese Vibes von einer sehr weisen Frau, die genug erlebt hat, um sagen zu können, Kids, versucht mal, dass ihr das hier ein bisschen besser macht.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und hey, ich mein ... Also wenn man sich dann so krass Tierrechten widmet, das ist ja auch was wert, ne?
Johannes Franke: Ja, absolut, natürlich. Ich finde es total toll, wenn man es geschafft hat, sich... Ein Vermögen zu erarbeiten und dann zu sagen, okay, das war jetzt der eine Teil meines Lebens, jetzt nutze ich das Geld für etwas, was sonst... chronisch unterfinanziert ist oder wo sich keiner für einsetzen kann, weil einfach auch Geld verdient werden muss und dann habe ich nicht genug Zeit, mich damit auseinanderzusetzen. Und sie hat jetzt die Zeit, weil sie kein Geld verdienen muss. Super. Das finde ich immer toll. Also es gibt ja mehrere Beispiele auch aus der ganzen Welt von Schauspielern, die das tun. Aber bei ihr war das jetzt wirklich so ein komplettes weiteres Leben, das sie da reingesteckt hat.
Florian Bayer: Springen wir nochmal ganz kurz zurück in den Film. Das kulminiert dann ja alles so bei dieser Party, wo sie dann auch zum ersten Mal... tatsächlich Initiative, zeigten die aktive Rolle ein. Sie kriegt nämlich mit, dass sie von den einen der Spionage verdächtigt wird und sie kriegt mit, dass Bruce ein ziemlicher... Arsch! Ich mag keine Bananen-Creme-Torte, das war nur eine Erfindung. Und ich finde, sie ist so doof,
Johannes Franke: zum Spionieren.
Florian Bayer: Genau, sie ist so doofen Spionin zu sein und ich hab sie überwachen lassen und hab das alles über sie rausgefunden und so weiter. Und dann ist sie erstmal so... Eigentlich ein ganz cooler Revenge-Plot, ne?
Johannes Franke: Ja, das schon.
Florian Bayer: Sie sperrt den Crips, der die Frauenkleider angezogen hat und ihr die ganze Zeit folgt, sperrt sie im Klo ein. Sie sorgt dafür, dass zwei, die sie verdächtigt haben, zu einem Tetatet sich treffen.
Johannes Franke: Und dann zusammen im Bett liegen und als sie feststellen, dass sie da zusammen jetzt reingelegt wurden und der eine nimmt einfach die Situation an und sagt, wollen wir uns treffen, um die Möbel auszusuchen?
Florian Bayer: Wichtige Frage, ist das Haus von Proust, wo die Party stattfindet? Essen-Bodell. Danke. Das ist ein Puff. Das ist nichts anderes als ein Puff. Er hat Schlafzimmer außen, die ganz eindeutig keine Schlafzimmer, sondern Sexzimmer sind. Ein Red Room.
Johannes Franke: Was sonst ist das bitte? Da brauchst du nicht mal Code für, um das zu wissen.
Florian Bayer: Und es passt ja schrecklicherweise. Von seiner ganzen Art ist es wenig überraschend.
Johannes Franke: Fuck, Alter. Ja, das ist noch so ein Grund, warum dieser Film manchmal echt, also ganz oft solche Momente hat, wo ich denke... Warum?
Florian Bayer: Und dann macht sie diese Fake-Anrufe. Sie wird verdächtig, weil sie mit ihrem Hund telefoniert. Und Vladimir heißt der Hund. Warum nennt sie ihren Hund Vladimir? Egal. Auf jeden Fall macht sie dann so Fake-Anrufe bei ihrem Vater und bei anderen Leuten, um die alle auf eine falsche Fährte zu denken. Und sie sorgt für Chaos. Und dann kommt halt der echte Spion dieser... Edgar Hill, der einzige nicht witzige Figur in dem Film. Deswegen hätte man ihn gleich von Anfang an verdächtigen können. Der FBI-Typ, der sich als Spion entpuppt und dann großes Chaos und Ende und Ende. Happy End natürlich. Am Schluss wird der Bösewicht festgenommen und sie heiraten. Was sonst?
Johannes Franke: Ich finde, der Film ist wie Bruce Templeton. Sehr schön. Sie beschreibt, like a piece of space hardware. Erinnerst du dich, dass er das mal sagt? Er sagt einmal über sie. Nein, ich kann mich nicht erinnern tatsächlich. Sie ist a piece of space hardware.
Florian Bayer: Ich verstehe die Metapher gerade nicht.
Johannes Franke: Die Metapher ist eigentlich, weil er ja Space so toll findet und tolle Sachen macht mit irgendwelchen NASA Equipment und so. und das natürlich seine Leidenschaft ist. Aber wie doof muss man sein, dass dann als Metapher einbringen zu wollen. A Piece of Space Hardware.
Florian Bayer: Ich hab's offensichtlich überhört. Keine Ahnung.
Johannes Franke: Es gibt ganz viele Sachen, die du offensichtlich überhört hast. Richtig, richtig. richtig schlimm sind. Der Vater sagt irgendwann mal am Telefon I said mermaid, not whale maid. Ja, oh ja. Als es um die Frau geht.
Florian Bayer: Wie der Vater mit seiner Freundin umgeht, ist teilweise nicht sehr nett. Fuck, Alter. Ich finde, dieser Film ist wie eine Bananen-Creme-Torte. Wenn man das Verhältnis wie Bruce zu Bananencremetorten hat, und zwar eigentlich sind Bananencremetorten total kacke. Aber wenn irgendjemand reintritt und drüber stolpert, dann ist es vielleicht ganz witzig.
Johannes Franke: Nein, du hast die Metapher vermasselt. Es stimmt, du hast recht. Der Film ist wie eine Bananencremetorte. Man mag Bananencremetorten nicht, aber wenn Doris Daisy bringt, dann will man sie haben.
Florian Bayer: Ich kann mir nicht helfen. Ich finde diesen Film witzig. hab Spaß bei diesem Film. Und ich weiß, jeder einzelne Gag ist so alt und ausgelutscht. Und ich weiß, es ist so voller Sexismus. Und ich weiß, es ist So viele Augenrollmomente, so viele unangenehme, juicy Moments. Ich weiß nicht warum, aber der Film macht Spaß.
Johannes Franke: Fühlst du dich schmutzig, Plot?
Florian Bayer: Ich fühle mich schmutzig danach, genau. Ich denke, ach, schön. Und dann will ich duschen. Aber ich finde, wie lange dauert der Film? Während 110 Minuten dieser Film, er ist viel zu lang. Während der 110 Minuten sitze ich da und denke, ach schön, wie... Und danach will ich duschen. Aber er schafft es diese 110 Minuten. Das Ding ist viel zu lang. Oh, hätte man nicht die... Die... Die Staubsaugerzähne? Hättet ihr nicht die Staubsaugerzähne wegkürzen können?
Johannes Franke: Also ich find's schon süß, wie sie da versuchen, diesen Futurismus mit einzubauen. Aber zündet natürlich bei uns jetzt schon nicht mehr. Ich weiß nicht, ob er damals gezündet hat.
Florian Bayer: War es wirklich nötig, sie bei diesem Projekt hinterher stolpern zu lassen und dann mit dem Helm den Helm runterzuziehen?
Johannes Franke: Ja, das mit dem Helm dachte ich auch. Oh ja, und jetzt kriegt natürlich die Frau den Helm und hat mit ihrer Frisur Probleme. 110 Minuten.
Florian Bayer: Ihr hättet nicht die Zähne, in der ihr sie in eine Kammer einsperrt, wegschneiden können.
Johannes Franke: Ihr hättet nicht die Szene wegschneiden können, wo er sie so richtig sexistisch betatscht und dann am Ende sagt, where is your sense of humor?
Florian Bayer: Alter! Alter! Es ist, man könnte, also eine 80-Minuten-Version von diesem Film, wenn man sämtliche sexistische Momente rausschneidet.
Johannes Franke: Dann hast du keine 80 Minuten mehr, dann hast du 20 Minuten.
Florian Bayer: Stimmt. Aber vielleicht könnte man diesen Film neu zurechtschneiden. Ich weiß es nicht. Ich weiß doch auch nicht, warum er mir gefallen hat. 110 Minuten. Ich hätte jetzt gedacht, das wären 70 Minuten Spaß gewesen. Das waren 110 Minuten Spaß.
Johannes Franke: Floor, ich finde es ganz, ganz, ganz, ganz großartig, dass wir einen Film gefunden haben, der eigentlich in mein Feld fällt. den du besser findest als ich. Ich finde es großartig. Dafür ist dieser Podcast da.
Florian Bayer: Es ist ein großartiges Guilty Pleasure. Ich habe einfach einen neuen Film für meine Guilty Pleasure-Liste, würde ich sagen.
Johannes Franke: Es ist wirklich ein Guilty Pleasure. Sehr guilty.
Florian Bayer: Sehr, sehr guilty. Auf jeden Fall. Die Zähne, wenn die ganzen Spione kommen und ihren Vater nach Wladimir fragen, finde ich übrigens witzig. Und er verprügelt sie dann. Er ist voll genervt von ihnen. Sie macht doch diese Fake-Anrufe.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und dann ruft sie auch bei ihm an. Und dann haben wir das so dazwischen. geschnitten, dass immer wieder Leute zu ihm kommen, weil sie denken, wo ist Wladimir? Ach so, ja, ja, stimmt. Und er ist voll genervt davon, verprügelt sie alles. Total bescheuert, aber super.
Johannes Franke: Also, Sashay Away oder Shantay You Stay? Um mal RuPaul zu evozieren. Dieser Film. You stay. You stay. Naja, gut, okay. Aber vor der Haustür. Ja, auf jeden Fall. Wollen wir überleiten? In unsere Top 3.
Florian Bayer: Gut, gehen wir in unsere Top 3. Unsere Top 3.
Johannes Franke: So, ich hab gedacht, weil ich eben diese Geschichte von dieser wundervollen Schauspielerin, die die Nachbarin gespielt hat, Da habe ich gedacht, wir müssen mal gucken, ob wir eine Liste von den besten Nachbarn, die aber nicht die Hauptfiguren sind. Also es geht nicht um diese Nachbarn, sondern es geht halt um sie. Und die Nachbarn daneben sind, die wir jetzt hervorheben wollen. Und du musst anfangen?
Florian Bayer: Ich muss anfangen. Ja, ich fange an mit ... Also, der Film ist ein bisschen gecheatet. Du kannst mir gleich sagen, wie viel gecheatet. Weil der Film sich doch relativ viel um sie dreht. Aber sie sind einfach toll. Und zwar ein Film aus den 80ern. Meine teuflischen Nachbarn mit Tom Hanks. Tom Hanks wohnt als typischer Spießbürger.
Johannes Franke: Der Film heißt so. Ich sage nicht die Hauptfiguren.
Florian Bayer: Originaltitel The Burbs, aber ich glaube Burbs ist der Name von den Nachbarn.
Johannes Franke: Ja, wer?
Florian Bayer: Und neben ihm ziehen Nachbarn ein, die doch etwas merkwürdig wirken. Und er fragt sich die ganze Zeit, ob das Killer oder Monster oder so sind. Und spioniert sie dann zusammen mit seinen Nachbarn aus. Und es herauskommt eine wirklich dumme... Eine schwarze Komödie aus den 80er Jahren, die sehr sehenswert ist.
Johannes Franke: Ja, also für einen Platz 3 ist es okay. steigern. Also da ist noch Luft nach oben. Mein Platz 3 ist... Ich nehme jetzt auf Platz 3, weil er die größte Connection zum Film hat, aber vielleicht nicht unbedingt die beste. Platzierung hat... Ich glaube, dass Bewitched und dieser Film natürlich irgendwie auch, den Gedanken hatte ich natürlich bei diesem Film als erstes, dafür verantwortlich ist, dass später wahnsinnig viele Sitcoms und andere Filme auf dieses Trope beraten. draufgesprungen sind. Es gibt immer diesen nosy Neighbor. Und ganz besonders bei Alf.
Florian Bayer: Oh, ja. Oh, ja.
Johannes Franke: Die nebenan wohnt und immer wieder sieht... und sagt, da wohnt ein Monster und keiner glaubt dir. Und das ist ja in diesem Film eben auch so. Die sieht irgendwie immer was und keiner glaubt ihr. Und es ist großartig.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Stimmt.
Johannes Franke: Ich liebe Mrs. Ogmonik.
Florian Bayer: Stimmt. Sitcoms eignen sich natürlich toll für witzige Nachbarn. Ich glaube, meine Honorable Mention-Liste hat sich gerade sehr... Sehr erweitert, aber ich wollte einen besonderen Nachbarn nennen, auch aus dem TV, der einfach jedes Mal ein Lächeln auf meine Lippen zaubert, Ned Flanders aus den Simpsons.
Johannes Franke: Natürlich, ja, ja. Ich hatte ihn kurz in meiner Liste und habe ihn wieder rausgenommen, war jetzt so obvious.
Florian Bayer: Großartiger Nachbar, am Anfang so ein bisschen Neidfigur, weil er alles das hat, was Homer Simpson nicht hat und dann entwickelt er sich eben im Laufe der Serie mir und mir zum religiösen Fanatiker und Großartig. Und immer wenn er mal im Zentrum von einer Episode steht, was hin und wieder vorkommt, sind diese Episoden auch ganz toll.
Johannes Franke: Ja, das stimmt, ja.
Florian Bayer: Mein Platz zwei, Ned Flanders.
Johannes Franke: Das ist dein Platz zwei?
Florian Bayer: Ja. Okay.
Johannes Franke: Mein Platz zwei ist American Beauty. Es geht vor allem ums Nachbarn, um den Nachbarsjungen, aber den meine ich gar nicht, weil der ist so sehr Hauptfigur. Aber den Vater von diesem.
Florian Bayer: Oh ja, tragische Figur.
Johannes Franke: Eine wahnsinnig tragische Figur, die mich so umgehauen hat, als ich diesen Film gesehen habe das erste Mal. Also überhaupt der Film am Anfang, als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, mich sehr umgehauen. Ich weiß nicht, wie er heute noch wirkt oder was er noch kann oder ob er verloren hat über die Zeit, auch wegen Kevin Spacey einfach, ne?
Florian Bayer: Ist aber, glaube ich, auch ein Film, der, der Film trägt in sich das Potenzial, schlecht gealtert zu sein. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen, aber ich glaube, er trägt sehr das Potenzial in sich, schlecht gealtert zu sein.
Johannes Franke: Ja, ich war halt in einem Alter, den ich den Film gesehen habe, wo mich allein der erste Satz, heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens, sehr beeindruckt hat. Mit 16, 17 oder sowas.
Florian Bayer: Das Grundproblem von American Beauty ist, er fällt in so eine Zeit, in der diese Art von Filmen, und von Büchern und Kunst und Kultur generell im Trend war und zwar sehr reiche, sehr weiße, sehr erfolgreiche Und sehr mächtige Männer jammern, dass die Gesellschaft so gemein zu ihnen ist. American Beauty und natürlich Fight Club.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und es gibt noch zig andere, die irgendwie so sind. Das ist so eine Krankheit der Ende 90er.
Johannes Franke: Auf jeden Fall hat mich der damals sehr beeindruckt. Und aber natürlich am meisten dieser Mann, dieser... krasser Typ, der den dann auch umbringt, den Kevin Spacey.
Florian Bayer: Den Protagonisten, genau.
Johannes Franke: Das ging mir so durch, weil der irgendwie so eine Tragik in sich trägt, die wirklich gut aufgebaut war auch.
Florian Bayer: Es wäre ein interessanter Film für einen Rewatch. Den könnte man irgendwann mal auf unsere Liste packen.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: abonniert uns, wenn ihr wissen wollt, wann wir über American Beauty reden. Könnte in zwei Episoden der Fall sein, könnte aber auch in 20 Episoden der Fall sein.
Johannes Franke: Oh, das war Clickbait. Oh, ist das Clickbait.
Florian Bayer: Mein Platz 1. Ein witziger wie gruseliger Nachbar, Charlie Meadows aus dem Film Barton Fink. Aus dem Jahr 1991 von den Cone-Brüdern. Einer der frühen Cone-Brüder-Filmen. Und zwar geht es um Barton Fink von John Tutoro. Turturro gespielt. Fragt mich nicht, wie man den Namen ausspricht. Barton Fink ist ein Schriftsteller, der es irgendwie schaffen will, in Hollywood voranzukommen und dann Zieht er da hin und ist in so einer schäbigen Unterkunft in einem ganz kleinen Apartment, wo so in so einem Flur, wo Apartment an Apartment steht und versucht halt zu schreiben. Und dann lernt er seinen Nachbarn kennen, eben diesen Charlie, gespielt von John Goodman, der irgendwie so was ganz Weiches und Warmherziges hat, aber irgendwie auch so eine düstere Aura. Und im Film erfahren wir immer so stückchenweise ein bisschen mehr über diesen Nachbarn und es ist immer aufregend, man fragt sich die ganze Zeit, was steckt hinter dieser Figur. Und sie ist den ganzen Film überspannend, obwohl sie gar nicht so sehr im Zentrum steht. Toller Film.
Johannes Franke: Löst sich die Spannung auf oder bleibt der am Ende unsichtbar, also undurchsichtig als Person?
Florian Bayer: Nee, es wird irgendwann ziemlich klar, welche Rolle er spielt in dem Gefüge der Geschichte und wir kriegen quasi einen Relief für diese Story. Es bleibt kein Mysterium.
Johannes Franke: Mein Platz 1, Klassiker und fast ein bisschen zu obvious, Rear Window.
Florian Bayer: Natürlich, welcher?
Johannes Franke: Also, wenn... Eigentlich die ganze Napperschaft, die Gemeinschaft. Ich hatte mir so ein bisschen den Musiker rausgesucht, der da oben... sein Ding spielt. Aber ich finde auch das Pärchen ganz süß, das da auf dem Balkon liegt und da irgendwie dann flüchten muss, weil es regnet. Ja.
Florian Bayer: Die den Hund runterlassen.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Es gibt so viele, das Fenster zum Hof, wir haben auch eine Episode, in der wir darüber reden. Früher, nicht früher. Mittlerer Hitchcock-Film aus den 60ern, 50ern? Ne, 50er, ne?
Johannes Franke: 50er, ich glaube 50er, ja.
Florian Bayer: Toller Film und den hat Johannes mir irgendwann mal vorgesetzt und wir haben sehr lange drüber geredet und uns sehr drüber gefreut.
Johannes Franke: Sehr, sehr guter Film. Auf jeden Fall.
Florian Bayer: Jetzt sind mir als Honorable Mentions noch ganz viele Serien eingefallen, wo ich die Serien gar nicht gut finde, aber die Nachbarn cool. Ich finde zum Beispiel, wie heißt die Serie mit Tim Allen nochmal?
Johannes Franke: Hör mal, wer da hämmert.
Florian Bayer: Ja, finde ich eine total doofe Serie, aber diesen Nachbarn, der immer hinterm Zaun ist. und den man nie ganz sieht, ist eine super Rolle und eine tolle Idee, mit dem Konzept Nachbarschaft zu spielen. Und er hat immer einen weisen Ratschlag parat.
Johannes Franke: Ich wusste zu schnell, was du meinst. Verdammt. Und ich weiß den Namen auch. Oh oh.
Florian Bayer: Na, aber du bist der Sitcom-Zuschauer von uns beiden. Was? Ja, auf jeden Fall. Naja. Dick van Dijk Show, Mr. Ed.
Johannes Franke: Ja, aber...
Florian Bayer: Doris Day.
Johannes Franke: 60er Jahre.
Florian Bayer: Das ist ein Sitcom. Big Bang Theory magst du.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Nicht?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Ich hätte schwören können, du magst Big Bang Theory.
Johannes Franke: Wie kommst du denn darauf?
Florian Bayer: Ich weiß nicht.
Johannes Franke: Das sind ja so Stereotype Idioten. Moment, hast du mir kurz überlegt. Es gibt ein paar gute Episoden von Big Bang Theory.
Florian Bayer: Und grundsätzlich sind so... Alf, ich mag Alf.
Johannes Franke: Ja genau, du hast einfach Platz 3. Ganz alte Referenzen.
Florian Bayer: 80er, also sind wir schon weit raus aus den 60ern. Machen wir die Liste zu.
Johannes Franke: Bonk. Das war unsere Top 3. So, sehr schön. Danke für die Liste.
Florian Bayer: Vielen Dank, dass du mir mit diesem Vorschlag einen Guilty Pleasure aufgedrückt hast.
Johannes Franke: Ja, dann weiß ich jetzt Bescheid. Ich werde dich sehr lange damit aufziehen, Plor.
Florian Bayer: Ich kann das gerade nicht einschätzen, was du denkst. Gib mal ganz traditionell eine 1 von 10 Punkte Vergabe für diesen Film.
Johannes Franke: 1 von 10?
Florian Bayer: Ja. Meinetwegen auch 1 von 5.
Johannes Franke: Nein, 1 von 10 ist schon okay, dann habe ich ein bisschen Differenzierung. Und Es kommt drauf an, wie ich drauf bin. Wenn ich es schaffe, über diesen ganzen Scheiß hinweg zu sehen, finde ich den Film tatsächlich ein bisschen... Unterhaltsam und amüsant. Aber viele Slapstick-Momente sind nicht so, wie sie sein könnten, in the mood bin, weil mich das alles stört, was da vorher passiert, sexistisch ist. Ich glaube, ich bin einfach tatsächlich nicht in the mood, dadurch, dass er die Voraussetzungen nicht schafft. Dadurch, dass er einfach so sexistisch und so schlimm mit den mit den Figuren und einfach mit der Frauenfigur umgeht, dass ich einfach nicht damit klarkomme. Ich glaube, wenn das alles nicht wäre, hätte er so viele schöne Momente, die ich wirklich genießen könnte. Aber leider denke ich zu oft. Aber er wäre schön. Also ich würde sagen, viereinhalb, nicht von fünf, von zehn.
Florian Bayer: Da sind wir gar nicht so weit auseinander. Ich habe sehr oft mit den Augen gerollt bei diesem Film. Ich habe sehr oft gestöhnt. Ich war sehr oft genervt. Aber ich hatte die ganze Zeit Spaß dabei, selbst wenn ich genervt war und gestöhnt habe und selbst wenn ich mich darüber aufgeregt habe, was der Film für merkwürdige Tropes hat. Deswegen pendelt er tatsächlich, schwingt er die ganze Zeit so an einem Pendel zwischen 9 von 10 und 0 von 10 und dann pendelt es sich irgendwie so in der Mitte ein. Und ich würde sagen so 5,5, vielleicht auch 6 von 10, aber deutlich unterhaltsamer als viele durchschnittliche 5er und 6er Filme. Das stimmt. Versteht mich nicht falsch, wenn ich so sage, er hat so eine 5 oder 6 von 10. Normalerweise spricht das ja für einen Film, der einen einfach so langweilend plätschert und an einem vorüberzieht. Dafür war er halt echt unterhaltsam.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ja. Durchschnittsfilm heißt in dem Fall halt nicht, dass man die ganze Zeit durchschnittlich gelangweilt ist, sondern dass man halt... von einer Minute in die nächste. Von Tode betrübt zu Himmel hoch.
Florian Bayer: Der Film hat Feuer, aber er verbrennt sich halt die ganze Zeit dabei. Genau, ja.
Johannes Franke: Das hast du wohl schön gesagt.
Florian Bayer: Gutes Abschlusswort. Glass Bottomboat 1966. Haut ihn euch an, wenn ihr wollt. Jetzt wisst ihr, worauf wir euch einlasten.
Johannes Franke: Und es interessiert mich, wenn ihr irgendwie sagen könnt, wir können darüber hinwegsehen, dass der Film so wahnsinnig viele sexistische Momente hat und ich kann ihn genießen. Schreibt mir das gerne. Würde mich sehr interessieren, wie die Verteilung so ist, wie die Quote so ist. Heutzutage, also man bekommt natürlich einen Haufen Rezensionen so im Internet, aber ich finde interessant, wer heute diesen Film guckt, Und es schafft, darüber hinwegzusehen und den Spaß tatsächlich hat.
Florian Bayer: Ich glaube, Nostalgie ist sehr wichtig. Selbst wenn man Nostalgie, selbst wenn man sie nicht erlebt hat, für die Zeit hat. Macht es das leichter? Deswegen hätte ich tatsächlich auch gedacht, dass der Film bei dir besser abschneidet.
Johannes Franke: Ja gut, ich habe ihn nicht gesehen als Kind.
Florian Bayer: Nee, aber Nostalgie für die Zeit. Ach so, Du magst ja die 50er und 60er und die Ästhetik und die Kostüme und die Kulissen und so weiter.
Johannes Franke: Das sind tolle Kostüme.
Florian Bayer: Tolle Kostüme, tolle Kulissen. Alles ist drüber, aber allein dieses Menschen, in dem er lebt. Das ist Essens Single. What the fuck?
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes nächste Woche aufgebe als Revanche für diesen Film, bleibt dran. Und ansonsten... Eine schöne Woche euch, einen guten Start ins neue Jahr.
Johannes Franke: Bleibt gesund und wünscht euch irgendwas fürs neue Jahr und haltet es möglichst drei oder vier Tage ein. Perfekt. Na dann, ciao. Bis dann, ciao.
Florian Bayer: Hallo Johannes. Da wir heute offensichtlich beide zu verpeilt waren, daran zu denken... Die Ankündigung für nächste Woche aufzunehmen, gibt es das Ganze jetzt in hervorragender Soundqualität von meinem heimischen Rechner. Nächste Woche möchte ich mit dir über Stanley Kubricks Full Metal Jacket reden. Über Kriegsfilme, über Antikriegsfilme. über den Vietnamkrieg und damit endlich ein Thema abhaken, das wir bis jetzt noch gar nicht drin hatten. Ein Genre, über das wir bis jetzt noch gar nicht geredet haben. Krieg. Juhu, bis dann. Ciao.
