Episode 276: The Big Lebowski – Talkin‘ about the Dude
„Der Dude“ Lebowski hat keine Lust mehr auf die Proteste seiner Jugend in den 60ern und all den Shit. Er will einfach nur baden und bowlen. Ganz in Ruhe. Dass ihm da zwei Kleinkriminelle auf den Teppich pissen, ist zwar scheiße, aber auch davon hätte er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wenn nicht Walter, sein Bowling Kumpel, ihn rein gequatscht hätte, der Sache auf den Grund zu gehen.
Da liegt nämlich eine Verwechslung vor. Die Teppich-Pisser waren eigentlich hinter einem anderen Lebowski hinter her. Einem Millionär. Der wiederum weigert sich den Teppich zu ersetzen, hat aber einen Auftrag für den Dude:
Er soll das Lösegeld einer Erpresserbande übergeben, um seine Frau nach einem Kidnapping wieder zu bekommen. Also die Frau vom Big Lebowski, nicht die vom Dude Lebowski.
Nach und nach erhärtet sich der Verdacht, dass sie Frau nichts von der Entführung weiß. Und auch nichts von einem abgeschnitten Zeh, der die Skrupellosigkeit der Entführer unterstreichen soll. Wie sich herausstellt, ist der Millionär pleite und will das Geld für sich. Seine Frau chillt einfach nur mit Freunden in Palm Springs.
Die tatsächlich existierenden Erpresser sind nur auf den Zug aufgesprungen, um Geld aus der Sache zu schlagen.
Ein Krimi ohne Krimi zu sein, ein Ermittler, der keiner sein will, ein Lehrstück ohne Lehre. Oder Plor?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 276: The Big Lebowski – Talkin‘ about the Dude Publishing Date: 2026-04-15T07:04:58+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/04/15/episode-276-the-big-lebowski-talkin-about-the-dude/
Johannes Franke: Und sie soll ja auch die femme fatale sein von diesem Film, wenn wir schon bei Film-Noir sind. Ja,
Florian Bayer: absolut Film-Noir. Wobei Bunny ist natürlich auch so ein bisschen die femme fatale oder eher die femme infantile.
Johannes Franke: Dude, ich bin froh, dass du es geschafft hast, überhaupt in meine Küche zu kommen und nicht zu Hause versackt. bist, Alter.
Florian Bayer: Ja, Dude, wenn es einen Podcast gibt, da muss man doch was machen.
Johannes Franke: Oh Gott, wir sind cringe. Ja, voll. Ey,
Florian Bayer: das sollten wir wirklich nicht machen, Mann.
Johannes Franke: Das hat nicht funktioniert. Nee,
Florian Bayer: überhaupt nicht. Herzlich willkommen zum Muss-man-sehen-Podcast, wo wir heute keinen Tee trinken, wie sonst immer, sondern...
Johannes Franke: Ich habe trotzdem Tee gemacht, aber wir haben einen White Russian hier. Ich habe tatsächlich noch Kaffeelikör gekauft und eine Sahne dazu geholt. Und der Dude... Er trinkt ihn ja angeblich mit Milch.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber ich habe gedacht, nee, das kann ich uns nicht antun. Denn dann richtig. Also mit Sahne.
Florian Bayer: Ich hatte meinen ersten Kontakt mit White Russian durch den Dude. Ja, ich auch. Und fand das total geil. Ja, natürlich. Und war dann total geschockt, als ich das erste Mal in einer Fancy Bar einen White Russian bestellt habe.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann den auch noch in so einem krassen Glas gekriegt habe, mit so ein bisschen Sahne oben drauf. Und war so, nee, Mann, das ist nicht das, was Jeff Bridges in diesem Film trinkt. Das will ich nicht.
Johannes Franke: Oh, Mann. Ich hatte hier ein großes Glas erwartet. mit viel Milch drin und vielen Eiswürfeln, nicht diesen komischen Likör hier. Und das ist so traurig, weil natürlich rollen sich die Fußnägel hoch eines jeden Bartenders, der nach Dude-Art einen White Russian machen muss. Obwohl jeder sich, glaube ich, angewöhnt hat, direkt zu fragen, mit Sahne oder mit Milch.
Florian Bayer: Wer hat das gemacht? Ich hatte nämlich das Gefühl, als ich zumindest so in den 2000ern dann öfter mal einen White Russian getrunken habe, ich mag den übrigens auch sehr mit Sahne, dass du nie gefragt wirst. Es ist ganz klar, White Russian ist ein Ding mit Sahne und wenn du den mit Milch... Milch trinken willst, dann outest du dich als jemand, der keine Ahnung von Drinks hat und aber diesen einen Film gesehen hat.
Johannes Franke: Vielleicht ist es auch ein Test, eine Testfrage. Ob du würdig bist, einen ordentlichen White Russian zu bekommen.
Florian Bayer: Maybe. Ich finde tatsächlich die White Russian Version, die der Dude trinkt mit Milch, finde ich auch ganz geil. Nach wie vor. Die ist ein bisschen räudiger und so, aber es ist halt irgendwie, ich mag das. Auch in diesem viel zu großen Glas mit viel zu vielen Eiswürfeln für einen Drink.
Johannes Franke: Wir probieren das als nächstes mit Sojamilch. Mal gucken, was passiert. Nee,
Florian Bayer: so jammig geht echt gar nicht. Tut mir leid.
Johannes Franke: Okay, Prost in die Kamera.
Florian Bayer: Prost. Wir reden also über The Big Lebowski aus dem Jahr 1998, den du vorgeschlagen hast, Janis. Ja,
Johannes Franke: und ich habe einen kleinen Text vorbereitet, damit wir einmal vorbereitet sind, was hier überhaupt passiert in dem Film, weil ihr habt den Film ja nicht gerade erst gestern gesehen. Und dann können wir direkt in die Diskussion starten. Der Dude Lebowski hat keine Lust mehr auf die Proteste seiner Jugend in den 60ern. Und all den anderen ganzen Shit. Er will einfach nur baden und bowlen, ganz in Ruhe. Dass ihm da zwei Kleinkriminelle auf den Teppich pissen, ist zwar scheiße, aber auch davon hätte er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn nicht Walter, sein Bowling-Kumpel, ihn da reingequatscht hätte, der Sache auf den Grund zu gehen. Da liegt nämlich eine Verwechslung vor. Die Teppichpisser waren eigentlich hinter einem anderen Lebowski hinterher. Einem Millionär. Der wiederum weigert sich, den Teppich zu ersetzen, hat aber einen Auftrag für den Dude. Er soll das Lösegeld einer Erpresserbande übergeben, um seine Frau nach einem Kidnapping wiederzubekommen. Also die Frau von Big Lebowski, nicht vom Dude Lebowski. Nach und nach erhärtet sich der Verdacht, dass die Frau nichts von der Entführung weiß und auch nichts von dem abgeschnittenen C, der die Skrupellosigkeit der Entführer unterstreichen soll. Wie sich herausstellt, ist der Millionär pleite und wollte das Geld für sich. Seine Frau chillt einfach nur mit Freunden in Palm Springs. Die tatsächlich existierenden Erpresser sind nur auf den Zug aufgesprungen, um Geld aus der Sache zu schlagen. Ein Krimi ohne Krimi zu sein, ein Ermittler, der keiner sein will, ein Lehrstück ohne Lehre oder Plor?
Florian Bayer: Nicht mal das. Nicht mal ein Lehrstück. Also ohne Lehre definitiv, aber nicht mal ein Lehrstück. Und natürlich ein Film-Nor.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Mit allem, was dazu gehört. Also nicht ganz allem. Schwarz-Weiß-Film zu wenig.
Florian Bayer: Ist nicht schwarz-weiß, genau. Aber wir sind in den 90ern. In den 90ern gab es auch Film-Nors oder Neo-Nors, wie wir sie dann irgendwann nennen, die nicht schwarz-weiß waren. Und ich habe über das Genre Film-Nor tatsächlich nochmal viel nachgedacht, weil ich Beklebowski schon ein paar Mal geguckt habe. aber nie als Film-Noir so wahrgenommen habe, seltsamerweise. Und diesmal hat das vor allem voll reingeschlagen, dass er total in diesem Genre Film-Noir ist. Und ich habe wieder festgestellt, wie viele Probleme ich mit dem Genre Film-Noir an und für sich habe.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Ja. Und zwar, generell habe ich nichts gegen das Genre. Ich finde, es gibt da auch extrem gute Filme.
Johannes Franke: Du hast mir Noir-Filme gegeben.
Florian Bayer: Ich habe dir Noir-Filme gegeben. Maltese Falken, wenn du dich erinnerst, haben wir sehr viel über diesen Film gelästert, wie schlecht der gealtert ist. Und dieser Film hier ist ja orientiert orientiert so ein bisschen an The Long Goodbye, was auch ein Norrfilm ist, den ich sehr mag, von Robert Altman aus den 70ern. Aber worüber ich nochmal nachgedacht habe, weil das alles in diesem Film vorkommt, bei Film-Norrfilmen ist es immer so, dass sie eigentlich grundsätzlich so sehr simpel gestrickt sind. Es gibt halt irgendein Verbrechen, das ist aufzuklären und es gibt keine tieferen moralischen Überlegungen, es gibt keine Gravitas.
Johannes Franke: Das heißt das nicht unbedingt. Es gibt doch bestimmt auch Filme, die sowas haben, oder?
Florian Bayer: Lass mich den Gedanken zu Ende führen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und stattdessen wird der Film aber konvolutet, um irgendwie so einen Schein von einer Gravitas zu erzeugen. Sprich, mein Problem mit Nor-Filmen ist, dass sie auf diese simple Story, die sie haben, unfassbar viel draufsetzen. An Side-Plots, an falschen Fährten. Und dann ist diese Person auch verstrickt und diese Person. Und es sind viel zu viele und du guckst das und du denkst, ey, das ist so überflüssig. Da passieren so viele Sachen, die ich überhaupt nicht brauche, die nichts mit diesem Verbrechen, das hier aufgeklärt wird, zu tun haben und die einfach nur gemacht sind. Und das ist das Krasse, was bei Filmnoirs oft passiert, um den Zuschauer in die Irre zu führen, zu verwirren und die Zeit in die Länge zu strecken. Das ist mein Rant über Filmnoirs.
Johannes Franke: Okay, das gibt es als Single. Okay, aber wir haben auch, also ich habe durchaus, ich mag ja Filmnoir sehr tatsächlich. Auch wenn ich zugeben muss, dass er eine gewisse Lehre nicht entbehrt und diese Lehre irgendwie füllt, versucht mit schönen Bildern oder mit Hardboiled Detectives. Und ich finde, dass das dieser Film ganz wunderbar umdreht. Ich habe das Gefühl, dass wir einen Softboiled Detective vor uns haben.
Florian Bayer: Das trifft es auf jeden Fall. Also ich glaube, was Filmner vor allem machen, ist, sie machen es übermäßig gut. übertrieben kompliziert, unnötig kompliziert. Sie haben so diese ganzen Story-Elemente, die halt noch mit reingeflanscht werden. Und du hast dann irgendwann das Gefühl, okay, ich muss jetzt kurz ein Notizbuch führen, um hier den Überblick zu behalten. Und ich glaube, das ist natürlich diese Mystery-Herkunft, dass sie einfach sagen, wir wollen was Mysteriöses haben. Und wenn wir den Plot von A nach B finden, ist das viel zu einfach. Also machen wir, da ist noch ein Irrweg, da ist noch eine Sackgasse, da ist noch eine Sackgasse. Alles Elemente, die ich in diesem Film sehe.
Johannes Franke: Aber du... Also ich höre das raus, Plor. Ich höre das schon raus, weil ich auch dein Grinsen schon sehe, dass du das in diesem Film ganz wunderbar findest.
Florian Bayer: Das Publikum kann den nicht sehen. Es ist großartig in diesem Film. Du hast niemanden gefohlt, Plor. Du hast versucht, dich aufzubauen, dass du scheiße findest. Mensch, lass mich doch eine Spannungskurve aufbauen. Dafür ist ein Podcast da. Pass auf, das Geile ist in diesem Film, dass der natürlich ganz viel auch Satire auf diese ganzen Tropes des Genres ist und ganz viel wirklich ordentlich dieses Genre in die Mangel nimmt. einfach weil... Weil du sagst, der Detektiv ist ein Softboiled. Auf jeden Fall. Er ist so vollkommen desinteressiert an diesem ganzen Scheiß und stolpert dadurch und hat keine Chance, sich irgendwie zu wehren. Und er hat auch keine Lust. Er hat keinen Bock drauf. Und das Geile ist, es ist auf 180 getreten. Das alles, was so am Rande passiert, egal. Es ist hier noch viel krasser. Es ist so scheißegal, was hier an Kriminalhandlung passiert.
Johannes Franke: Absolut, absolut. Und deswegen darf die auch so wahnsinnig idiotisch sein. Weil nichts davon wird aufgelöst am Ende. Nichts. Nichts davon kriegt irgendeine Katharsis oder sowas. Nichts. Du bist einfach nur, und jetzt? Aber es ist großartig, weil das eben genau das, was du sagst, dieses convoluted plot Dingen, dass das so einfach auf die Schippe nimmt und sagt, ja komm, hier passiert noch was und da noch passiert noch was. Und dann gibt es noch den Dreher, dass er das ja selber irgendwie, weil er Millionär ist, braucht er das Geld selber und so. Und dann noch eine Schleife zu drehen.
Florian Bayer: Es ist so überflüssig, auch dass so diese Nebenfiguren eingebaut werden, wie dieser Porno-King, der in einer Szene auftaucht, der nur dazu da ist, um einmal dem Dude zu sagen, ey, du könntest mir helfen, du kriegst 10 Prozent. Und ihn dann aber im gleichen Moment auch mit einer giftigen Cocktail-Mischung ohnmächtig zu machen und ihn dann durch die Stadt zu jagen, von der Polizei festnehmen zu lassen, wo du das Gefühl hast, diese Figur hat überhaupt keine logische Motivation. Aber er ist dafür da,
Johannes Franke: dass der Dude dieses... ein bisschen Beweise sammeln versuchen darf.
Florian Bayer: Einmal. Einmal in diesem Film spielt er Detektiv.
Johannes Franke: Er ist echt der Detektiv in dem Moment. Aber nur in diesem Moment. Der telefoniert, der schreibt was auf. Ich muss da hin, muss das Ding einmal mit der Klassiker, den jeder aus dem Mickey Mouse Heft von 1990 kennt, dass man mit einem Bleistift über das Ding drüber gehen muss, um zu sehen, was jemand vorher drauf geschrieben hat. Großartig. Und dann ist das einfach nur ein Penis. Großartig. Ganz toll. Es ist...
Florian Bayer: Es ist so absurd. Es ist wirklich, weil der Dude macht sonst nichts Detektiv. Und er ist nicht dumm oder so, aber er macht keine Detektivarbeit. Er ist jetzt nicht der Ermittler, der sich da irgendwie voll reinhängt. Aber er redet ganz oft über den Fall, als ob er ein Ermittler wäre. Es gibt diesen komischen Moment, wo er sagt, oh man, dieser Fall ist viel komplizierter geworden, als ich dachte. Und du denkst so, was verdammt nochmal, du machst hier nichts.
Johannes Franke: Es ist toll. Ja, wie er da überhaupt rein stolpert. Ich finde, das habe ich auch schon im Eingang gesagt. Der will ja gar nicht. Der wäre ja auch über den Teppich hinausgekommen. Der hätte ja auch gesagt, ja, okay, dann haben die mir darauf gepisst. Dann muss ich jetzt irgendwas machen. Aber ich will niemandem hinterherrennen, dass er mir jetzt das Ding ersetzt. Und dann Walter, der wirklich drauf besteht und sagt, Alter, die haben ja auf dem... Teppich gepisst. You have to draw a lion in the sand. So in der Richtung. Was er ja später nochmal sagt.
Florian Bayer: Vor allem Walter mit seiner Irakkriegs- Rhetorik. Das ist ja so krass. Es wird immer mal wieder auf diesen Irakkrieg zurück. Vietnam? Nee, Irak. Walter redet die ganze Zeit über Vietnam. Aber in dem Moment mit der Accretion,
Johannes Franke: die er erwähnt,
Florian Bayer: ist es eins zu eins die Sprache von Bush, um zu rechtfertigen, dass sie in den Irak einmarschieren. Und das spielt ja auch im Jahre 1991. Und es gibt immer wieder diese Rückgriffe. Und was so total absurd ist, weil es nichts mit dem zu tun hat. Der Irakik ist nicht das gleiche wie auf dem Teppich zu pinkeln.
Johannes Franke: Überhaupt nicht, nein. Aber es ist so krass, weil er die Rhetorik, aber nicht nur Walter die Rhetorik übernimmt, sondern der Dude ja dann auch.
Florian Bayer: Und zwar nicht nur von Walter, sondern der Dude übernimmt ständig die Rhetorik von anderen.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Und er ist so offensichtlich so desinteressiert an seiner eigenen Haltung. Dass es ihm total leicht fällt, selbst von den Personen, von denen er echt genervt ist, wie Walter, zumindest zeitweise einfach die Haltung komplett zu übernehmen.
Johannes Franke: Ja, oder zumindest die Rhetorik zu übernehmen, um der Situation irgendwie zu bestehen. Ich glaube, aber da stecken wir ganz tief in die Philosophie ein, aber ich würde das vielleicht später machen. Ich würde erstmal versuchen rauszufinden, wie zur Hölle die Coens zu diesem Skript gekommen sind, beziehungsweise wieso das so spät erst entstanden ist, der Film, weil der eigentlich ja viel früher geschrieben wurde. Der wurde in den 90ern, Anfang der 90er, also im Grunde dann, wenn der Film spielt, wurde das Ding schon geschrieben.
Florian Bayer: Und inspiriert war es von einem Typen, mit dem die Cones zu tun hatten seit ihrem ersten Film, nämlich Jeff Daut. Ein Produzent und ein Aktivist irgendwie? Ja,
Johannes Franke: naja, was heißt Keindorf? Der wurde festgenommen, weil er einen großen Protest angezettelt hatte. Diese großen sieben, die auch in diesem Film ja angesprochen werden. Wo er sozusagen einmal verrät, wo die Referenz herkommt vom Dude. Dieser Typ, Jeff Daud, heißt auch Jeff. Und wurde auch der Dude genannt als junger Mensch. Und hat da eben als Aktivist diesen Protest angezettelt. Die Sattles 7 hießen sie dann. Weil eben einfach sieben Leute dann verurteilt wurden, glaube ich, vom Bundesgericht zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe. Wegen Protest, weil Aufrührung zu was weiß ich.
Florian Bayer: Und das ist ganz interessant. Googelt mal Bilder von Jeff Daut, wenn ihr die Gelegenheit dazu habt. Der Typ ist der Dude. Der Typ ist ein bisschen dicker. Der Typ ist ein bisschen weniger bärtig. Aber so von der Haltung, von den Haaren und von diesem. Es gibt so Menschen, ohne offensiv zu sein, die immer so ein bisschen umgewaschen wirken.
Johannes Franke: Der arme Mensch.
Florian Bayer: Der möchte sich bestimmt dreimal am Tag. Natürlich, aber er sieht halt einfach so aus. Sondern der es locker nimmt.
Johannes Franke: Ja. Aber genau das haben sie halt auch für den Film übernommen.
Florian Bayer: Wir müssen dazu sagen, die Coens waren damals Anfang der 90er, waren die irgendwie diese weirden Indie-Regisseure. Also die angefangen haben, an dieser Idee zu arbeiten. Die hatten so in Indie-Kreisen, hatten die so kleine Erfolge erzielt. Aber sie waren tendenziell eher ein Regie-Duo, beziehungsweise Drehbuch-Regie-Duo für die Kritiker. Weniger fürs Publikum, weil deren Filme waren alle nicht sonderlich groß. Die haben nicht viel gekostet. Die haben da auch nicht viel Geld eingespielt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und 1994 war es so, dass sie zum ersten Mal so einen Shot hatten, weil sie einfach mit Barton Fink zum Beispiel und Milla's Crossing hatten sie durchaus Aufmerksamkeit erzeugt, auch wenn die Filme kein Erfolg waren. Und sie hatten zum ersten Mal so einen großen Shot und haben für 25 Millionen, haben sie da Hatsaka Proxy gedreht. Der Film war ein gewaltiger Flop.
Johannes Franke: Leider. Leider.
Florian Bayer: Sie haben diese Komödie gedreht. Das warmherzigste, was sie je gedreht haben. Deutlich weniger Gewalt, deutlich mehr Humor. Alles so richtig warm und kuschelig. Und das Publikum hat gesagt, nö, kein Interesse.
Johannes Franke: Na toll.
Florian Bayer: Und dann haben sie zwei Jahre später, 1996, haben sie Fargo gedreht. Kalt, düster, abgefuckt. Wir haben drüber geredet im Podcast. Ja,
Johannes Franke: großartiger Film.
Florian Bayer: Für sieben Millionen. Sie haben dann plötzlich nur noch ein Viertel von dem gekriegt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ein riesiger Erfolg.
Johannes Franke: Wahnsinnserfolg.
Florian Bayer: Der hat 60 Millionen eingespielt im Box-Office.
Johannes Franke: Krass.
Florian Bayer: Und dann haben die beiden drauf geguckt und einer von beiden, ich weiß nicht wer, die kann ich sowieso nicht auseinanderhalten, hat gesagt, Leute, wenn Hatsaker Proxy kein Erfolg ist, aber Fargo so viel Geld ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Dann kann man ja alles machen.
Johannes Franke: Genau, dann ist es auch egal, was wir als nächstes machen, weil es scheint sich ja nicht abzuzeichnen, was jetzt erfolgreich ist von jetzt und was nicht. Also haben sie einfach irgendwas gemacht.
Florian Bayer: Genau. Und tatsächlich, aber sind sie eigentlich, also... Wenn ich mir Big Lebowski heute anschaue, auch mit dem Gedanken, dass es kein großer Erfolg war, das ist eine sehr große Enttäuschung an den Kinokassen, haben sie sich doch eher an Hatsacker-Proxy orientiert. Also eher an der Komödienrichtung, weil Big Lebowski ist deutlich mehr so Cone-Comedy. Ja,
Johannes Franke: richtig Comedy, na klar.
Florian Bayer: Und sie haben auch tatsächlich, meiner Meinung nach, es ist komisch, dass der kein Erfolg war, weil sie haben auf dieses Dude-Pro-Publikum auch gezielt. Das ist der Film, es ist eigentlich der... der richtige Film zur richtigen Zeit, weil wir haben den Pulp Fiction Erfolg und Jackie Brown und Tarantino und so. Wir haben irgendwie so die Zeit Ende der 90er, als alle versucht haben, Tarantino-Filme zu machen. Und ich habe das Gefühl, es ist tatsächlich der Mainstream-tauglichste Film der Coens und der am ehesten auch irgendwie zu diesem Pro- und Dude-Kino passt, das dann halt Mitte, Ende der 90er groß wurde. War der vielleicht einfach zu früh? Nee, wenn dann zu spät. Weil Pulp Fiction war ja 1994, war früher. Aber die ganzen Epigoden, die kamen halt so irgendwie danach und so Filme von, wie heißt der Britte nochmal, der versucht hat, Cones zu machen. Er war mit Madonna verheiratet. Ich komme nicht auf den Namen.
Johannes Franke: Weiß gerade nicht. Snatch.
Florian Bayer: Moment. Guy Ritchie. Guy Ritchie war Ende der 90er und dann ja halt auch wirklich so ganz viele Filme, die irgendwie das Tarantino-Konzept versucht haben zu reproduzieren. Und irgendwie finde ich, passt Big Lebowski da so ein bisschen rein in diese Ecke. Ein bisschen schräg, ein bisschen wild, ein bisschen Gewalt, viel schwarzer Humor. Ich verstehe nicht, warum der keinen Erfolg hatte.
Johannes Franke: Ich verstehe es halt auch wirklich nicht. Ich habe auch in der Recherche, ich wusste es vorher nicht, dass der gar nicht so erfolgreich war. Ich kannte den halt von einem Haufen Dudes aus, von vor 20 Jahren gefühlt. Oder tatsächlich, fuck, scheiße, 20 Jahre. Die den Film geil fanden und den hochgelobt haben in alle Sphären. Und man sich dann wundert, wenn man sieht, dass der gar nicht so erfolgreich war. Der hat ja ein Kult-Following bekommen. Absolut. Absolut. Und nicht nur auf einer Ebene, sondern auch auf einer religiösen Ebene. Absolut.
Florian Bayer: Es gibt ein Buch vom Dude quasi. Also nicht vom Dude selbst, aber es gibt ein Buch, einen Zen-Guide quasi mit dem Dude.
Johannes Franke: Das ist großartig. Können wir auch gleich noch besprechen. Aber es ist nicht nachvollziehbar, warum der nicht gleich Nachfolger war.
Florian Bayer: Es ist so viel Meme geworden, was in diesem Film ist.
Johannes Franke: Absolut. Und er ist so quotable. Du kannst so viele Zitate aus diesem Film rausholen und du triffst das immer.
Florian Bayer: Ja, und man findet sie auch. Es gibt so viele Momente und ich habe diesen Film geguckt und noch mal gedacht, ach krass, und das habe ich als Meme wiederentdeckt und das habe ich als Meme wiederentdeckt. Voll. Also er hatte diesen verspäteten Erfolg und dann auch genau bei diesen Dude-Bro-Leuten, irgendwie so Stoner und Leute, die halt auf so coole, etwas schräge, weirde Filme stehen.
Johannes Franke: Und halt vor allem auch Leute, muss ich sagen, um mal in meine Vergangenheit mit diesem Film zu gehen. Leute, mit denen ich nichts anfangen konnte. Wo ich gar nicht, ich bin kein Stoner, ich bin kein Kiffer, ich bin nichts in der Richtung und ich bin auch kein Bro und auch kein Dude.
Florian Bayer: Nein, bist du nicht.
Johannes Franke: Überhaupt nicht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Ich konnte mit den Leuten nichts anfangen und wenn die den Film empfehlen, dann habe ich damals eher gedacht, ich muss dazugehören, ich muss das auch gut finden. Und hab ihn deswegen geguckt. Aber dann war er wirklich gut. Ja,
Florian Bayer: ich wollte gerade sagen, dann stellt man fest, die Dudes und Pros haben manchmal halt auch einfach recht. Ja,
Johannes Franke: manchmal ist das einfach so.
Florian Bayer: Und die Dude- und Pro-Filme sind teilweise halt auch wirklich geil. Wie dieser hier. Ja,
Johannes Franke: wie dieser. Vielleicht rede ich mir das dann schön, indem ich sage, die finden die aus dem falschen Grund schön. Ja,
Florian Bayer: es ist so versnobbt, das zu denken.
Johannes Franke: Aber das stimmt ja auch nicht. Leute haben ja genauso Filmgeschmack wie ich.
Florian Bayer: Das ist noch schlimmer, als zu sagen, mit diesem Film will ich nichts zu tun haben.
Johannes Franke: Genau, genau. und das ist so blöd und man kann sich da nicht raus lavieren, das ist halt einfach so.
Florian Bayer: Nein, es ist ja einfach, also ich meine, gucken wir doch mal auf den Hauptcharakter, wir haben ja diesen Dude, wir haben hier diesen Typen im Bademantel mit verlaustem Bad, mit verlausten Haaren, der offensichtlich irgendwie sowas wie ein Althippie ist, auch, ja. Auch wenn es sehr lange nicht erzählt wird, also es dauert sehr lange, bis wir überhaupt was aus seinem Leben erfahren.
Johannes Franke: Du weißt das sofort, du guckst ihn an und weißt, dass es ein Alte-B.
Florian Bayer: Ja, aber er hängt mit dem fucking Vietnam-Veteranen rum, ne?
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Ja, aber die haben... Ach, warum die sich getroffen haben. Ich glaube, das sind beide Seiten einer Münze. Die haben beide nicht mehr... Die haben ihren Sinn verloren im Leben, weil eben der Krieg vorbei ist, weil Vietnam vorbei ist, weil diese ganze Zeit... wo man sich, also die Hippies haben sich ja, da haben wir auch schon drüber geredet, als wir über Herr geredet haben. Das hat sich halt irgendwann überholt und die Politik und die Gesellschaft ist weitergelaufen. Vielleicht in eine falsche Richtung, aber die sind halt woanders gelandet und die Hippies hatten kein Zuhause mehr so richtig. Auch keine gesellschaftliche Unterstützung mehr. Und dann hat man kein richtiges Zuhause mehr als Dude. Und ich glaube, dass es Water genauso geht.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall.
Johannes Franke: Und deswegen treffen die sich.
Florian Bayer: Ja, ich glaube auch, dass es irgendwie so ein bisschen so, Leute, die eigentlich verloren sind, das ist total witzig, weil der Dude wird von unserem Narrator am Anfang vorgestellt als ein Mann, der perfekt in seine Zeit passt. Sometimes there's a man. Und ich kann Sam Elliott's Stimme nicht nachmachen.
Johannes Franke: Großartige Stimme. Aber sie ist so genial, vor allem,
Florian Bayer: weil sie von Anfang an diese Cowboy-Vibes hat.
Johannes Franke: Absolut, du weißt sofort, was los ist.
Florian Bayer: Und dann so ramble, ramble und so, oh, ich habe den Faden verloren. Wo war ich nochmal? Ah, manchmal, manchmal, manchmal, da ist ein Mann und der passt perfekt in seine Zeit. Das ist der Dude. Und du denkst so, nein, überhaupt nicht. Wir haben 1991 und dieser alte Hippie läuft da rum,
Johannes Franke: trinkt seinen White Russian und geht Bowlen und macht sonst gar nichts. Der ist komplett aus der Zeit gefallen. Die erste Szene bei ihm im Supermarkt. Ja. Der erzählt sofort alles. Ich finde das so genial, dass die Coens es wirklich schaffen, innerhalb von so zwei Sekunden in einem Bild eine Figur zu etablieren. Ja. Er im Bademantel, in der Abteilung, wo die Milch ist. Guckt sich die Milch an, sucht sich eine aus. In Seelenruhe, sieht richtig furchtbar aus. Ich will ihm nicht begegnen im Supermarkt. Und sucht sich eine aus und macht die im Supermarkt auf, um sie schon zu trinken. Um dann einen Scheck auszustellen für 69 Cent. Was eigentlich verboten ist. Es gab keine Möglichkeit, Schecks auszustellen unter einem Dollar.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also das zeigt nochmal, wo dieser Typ in seinem Leben steht.
Florian Bayer: Ja, total. Genau, er ist irgendwie abgefuckt, aber wir sehen dann auch, naja, wir kriegen gesagt, dass er absolut faul ist, dass er der Faulste in Kalifornien ist, was offensichtlich gleichbedeutend ist mit dem Faulsten weltweit. Und wir kriegen aber nicht erzählt, wo er herkommt, was für Ziele er hat oder so, sondern er ist halt einfach der Man und der passt offensichtlich in die Zeit, wobei sich das dem komplett widerspricht, was wir sehen. Und sein Leben pendelt zwischen seiner Wohnung und der Bowlinghalle.
Johannes Franke: Ja. That's it. Wenn wir gerade beim Erzähler sind, ich glaube, wir können dem Erzähler sowieso kein Wort glauben. Ja, weil der Erzähler zum einen verliert er ständig den Faden und sagt das selber auch. Und zum anderen, weil er seine Figur in die falsche Zeit einsortiert, sagt, dass er genau in seiner richtigen Zeit ist und ihn auch so glorifiziert irgendwie auf eine Art. Voll. Und ihn auch als faulsten Menschen der Welt irgendwie als Vorbild dastehen lässt. Die Figur des Erzählers hat irgendwie eine sehr seltsame Haltung zu der ganzen Sache.
Florian Bayer: Dieser Erzähler ist ja der Stranger, so wird er benannt in den Credits und dieser Erzähler kommt ja auch zweimal in der Handlung vor und ich finde es total spannend, so erzählt theoretisch, was diese Figur macht, weil diese Figur hat so ein paar Off-Texte und erzählt manchmal die Handlung, das heißt, sie weiß, sie ist jemand, der weiß, was passiert. Sie erzählt es aus einer sehr personalen Perspektive. Das heißt, sie weiß, was dem Dude passiert und was der Dude erlebt und zwar bis zu dem Punkt, dass sie in... seine Träume hineingeht. Das heißt, es ist eigentlich fast so eine Art, wenn wir von der Erzählperspektive reden würden, wenn wir nur den Text angucken würden, würden wir sagen, oh, das ist eine Personalperspektive. Diese Person weiß nicht mehr als der Dude. Ja, okay. Also einfach, beziehungsweise diese Person ist immer am Dude dran. Die erzählt uns nicht, was Walter macht, wenn er nicht beim Dude ist. Sie erzählt uns nicht, was die Bösewichter machen oder so. Aber dann ist diese Person ja offensichtlich irgendwie ein Außenstehender. Sie kommt vor. Dieser Mensch sitzt irgendwann an einer Bar und unterhält sich mit dem Dude.
Johannes Franke: Wobei ich nicht weiß, ob der da wirklich sitzt.
Florian Bayer: Spannende Frage. Lass uns den Gedanken halten. Und diese Person kann dann ja auch, diese Person bewertet den Film.
Johannes Franke: Jawohl.
Florian Bayer: Am Ende sagt die Person ja wirklich, wie fandet ihr es? Ja, ich fand es ganz cool. Das Donnie, übrigens Achtung Spoilerwarnung, wir werden sehr viel spoilern in dieser Episode. Wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt, guckt ihn euch jetzt an. Letzte Chance.
Johannes Franke: Das ist der Moment, Flo. Nein,
Florian Bayer: du hast vorhin schon den Text gelesen. Er sagt, dass er es doof fand, dass Donnie gestorben ist. Und zwar in der Form, wie ein kleines Kind über einen Film redet. Ich finde es blöd, dass der stirbt. Das mag ich nicht. Das hat mir nicht so gut gefallen an der Geschichte. Und dann... redet aber auch noch weiter. Mal schauen, wie es mit dem Bowling wird. Das ist eigentlich das Spannende.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Und es ist ja auch ein Kind unterwegs. Das ist ja auch ganz interessant. Wo ich das Gefühl habe... Voll naiv, ne? Über die Geschichte erzählt. Wo ich das Gefühl habe, dieser Typ ist auch so ein bisschen Stand-In für einen Zuschauer.
Johannes Franke: Ja, wobei ich noch ein anderes Stand-In in diesem Film für den Zuschauer sehe.
Florian Bayer: Oh, interessant.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Hau es gleich raus.
Johannes Franke: Donnie.
Florian Bayer: Donnie ist Zuschauer?
Johannes Franke: Ja, weil Donnie eigentlich die ganze Zeit hinterherhinkt und eigentlich nur hinterherhächelt und versucht, sich zu beteiligen, aber keine Chance hat. Und er steht immer dabei, er guckt zu und dann versucht er ab und zu mal, weil er Lennon statt Lenin verstanden hat, I'm the Walrus als Zitat mit einzubringen, weil er denkt, oh jetzt kann ich mich beteiligen, ich kenne die Beatles. Und er meint aber Lenin und mit Lenin kennt er sich nicht aus. Also ich glaube, dass Donnie, wenn dann schon irgendwie eine Zuschauerperspektive hat. Ganz interessant, weil zum einen es gibt... Du hast bestimmt auch von der Theorie gelesen, dass Donnie nur imaginiert ist. Achso. Dass der gar nicht wirklich existiert. Ja, ja, habe ich auch gelesen.
Florian Bayer: Also der Dritte von, eigentlich sind wir nur Zweier-Bowling-Teams. Er ist der Dritte, er interagiert nur mit Walter und mit Chef.
Johannes Franke: Mit dem Dude.
Florian Bayer: Mit dem Dude. Entschuldigung. Dude. Und
Johannes Franke: U-Dude-ness kannst du auch sagen, wenn du möchtest.
Florian Bayer: Ja, stimmt. Und wir sehen nicht, wie er irgendwie mit der Außenwelt interagiert. Deswegen gibt es diese Theorie, die ich total bescheuert finde. Ja,
Johannes Franke: ich mag die nicht. Mir ist das wurscht.
Florian Bayer: Donnie als Stand-In fürs Publikum. Lass mich kurz überlegen. Ich finde den Gedanken interessant.
Johannes Franke: Ich finde ihn vor allem interessant, weil er am Ende stirbt und überlege noch, was das bedeuten könnte.
Florian Bayer: Ich finde es genau deswegen schwierig. Kann ich mich damit nicht so anfreunden, das so zu sehen. Weil Donnie ist ja am Schluss in einem Film, der wenig Emotionen hat. Das ist der einzige emotionale Punkt, also es plötzlich dann doch diesen harten emotionalen Moment gibt, der reinkickt.
Johannes Franke: Wir finden irgendeine Begründung, warum er der Zuschauer ist, der am Ende sterben muss, damit die ihre Geschichte alleine weiterziehen können.
Florian Bayer: Ich glaube, ich will nicht, dass er Stand-In für den Zuschauer ist.
Johannes Franke: Aber ich?
Florian Bayer: Ich glaube, ich will, dass Donnie die interessanteste Figur in dem Film ist. Und dass Donnie die Figur ist, die aber die ganze Zeit zurücktritt, vor allem auch, weil sie zum Rücktritten gezwungen wird. Auf Donnie wird die ganze Zeit draufgehauen. Dieses Shut the fuck up Donnie ist in Wolters Wortschatz ganz weit oben. oben. Ganz fest integriert. Und es ist in seinem System drin. Wenn Donnie was sagt, ist das die erste Reaktion. Wir haben diese geile Szene, wo Donnie sagt, hey, die Spielpläne sind draußen.
Johannes Franke: Und Walt hat wie aus der Pistole geschossen. Shut the fuck up, Donnie. Und im nächsten Moment, oh, wie sind die Pläne? Wann spielen wir? Es ist großartig. Vor allem, weil man das Gefühl hat, dass er mindestens fünfmal am Tag das sagen muss, damit er seinen Soll erfüllt. Und dann haut das einfach mal raus an einer Stelle, wo es halt vielleicht nicht passt.
Florian Bayer: Das Schlimme ist, er hat ja teilweise recht. Genau diesen Moment, wo Walter und der Dude sich unterhalten über den Teppich. Und dann Walter mit seinem Lenin-Zitat kommt. Und dann kommt Donnie dazu. Offensichtlich keinen Plan, was da passiert, worum es geht im Gespräch. Aber er will dazu. Und dann versucht er es nicht mit Nachfragen, sondern versucht es wirklich, indem er Sachen reinwirft.
Johannes Franke: Er will dazu gehören.
Florian Bayer: Ja, aber furchtbar nervig. Also natürlich, Walter ist voll der Arsch und ich finde es echt hart, wie Walter mit Donnie umgeht. Aber Donnie ist in dem Moment auch ein bisschen nervig, ne?
Johannes Franke: Ja, natürlich. Aber das ist auch der Zuschauer. Der Zuschauer ist nervig zwischendurch. Der will eine kohärentere Story haben. Das nervt nur. Der soll sein Geld zahlen und die Fresse halten und im Kino sitzen.
Florian Bayer: Der Zuschauer ist vor allem nervig, wenn er glaubt, die Handlung zu verstehen und die ganze Zeit reinquatscht in die Handlung, weil er sagt, ja, so ist das und so ist das. Ah, jetzt wird Lennon zitiert.
Johannes Franke: Siehst du, du hast meine These schon unterstützt.
Florian Bayer: Vielen Dank. Okay, wir können das noch kurz halten, aber ich glaube, diese These macht den Film um einiges schwächer. Ja genau, also zurück zum Dude.
Johannes Franke: Der Dude ist großartig. Moment, lass mich kurz in meine Notizen dorthin gehen. Ich habe mehrere Stellen in meinen Notizen. Zum einen zur Philosophie dieser ganzen Sache. Also auch die Figuren, die einzelne Philosophien ja irgendwie darstellen, mehr oder weniger. Sie sagen es ja auch sehr eindeutig, das sind die Nihilisten.
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Was ich sehr lustig finde, weil diese Figuren, die wir da vor uns sehen. Das sind nicht unbedingt die Philosophie-Studenten.
Florian Bayer: Nein, und es sind vor allem auch keine Nihilisten. Das ist kompletter Bullshit. Und dieses Nihilisten-Ding, also über Nihilismus können wir meinetwegen nochmal reden, aber es ist einfach Quatsch. Und kaum ein Mensch bezeichnet sich selbst als Nihilisten. Also sie sind eigentlich, eigentlich sind sie so ein Stand-in. Wir kommen gleich zu denen. Da gibt es noch ein paar mehr Sachen. Der Dude hat eine Philosophie. Der Dude hat ja auch ein Leben. Ganz spät, wenn er im Bett liegt mit Mord. Also ganz spät im Sinne vom Ende des Films. Ja, ja, ja. erfahren wir ein bisschen, was er gemacht hat. Und da erzählt er nämlich, dass er da protestiert hat, dass er zu den Seattle Seven gehört hat, die wirklich existiert haben. Und dass er dieses Port Euro Statement mitgeschrieben hat. Dann war er kurz im Musikbusiness, woraufhin Mozart sagt, wow. Und dann sagt er, er war roadie für Metallica und sie sagt, oh. Was für ein geiler Dialog. Einfach nur ihre Reaktion, oh. in zwei Sekunden. Diese Enttäuschung. Er war roadie für Metallica bei dieser Speed of Sound Tour, die es wirklich gab. Und es passt auch ungefähr, dass er das gemacht hat, so zeitlich, vom Alter her. Metallica fanden es übrigens total geil, dass sie in diesem Film auftauchen, dass sie erwähnt werden. Kirk Hammett, der auch so ein bisschen so ein Dude ist, der Gitarrist von ihnen, hat gesagt, eigentlich wäre es ganz geil, wenn wir das irgendwie in unsere Konzerte, diese Filmszene, wo wir erwähnt werden, in unser Konzert einbauen könnten. Und dann sagt er mal, Career slowed down. und das war es nämlich auch einfach. Er war dann offensichtlich roadie und dann es gibt nicht viel zu erzählen.
Johannes Franke: Er hat dann zu Hause gesessen, hat White Russian getrunken und im Badezimmer gebadet und irgendwelche Kleinkriminellen ferngehalten.
Florian Bayer: Occasional asset flashback, sagt er noch. Das ist super. Sie fragt ihn, was er in seiner Freizeit macht, weil es offensichtlich nichts mehr zu seiner Karriere gibt. Es gibt einen virtuellen Lebenslauf vom Dude,
Johannes Franke: zumindest eine virtuelle Herkunft, die erklärt, warum er das tun kann, was er tut. Ach so, meinst du jetzt, was das Geld betrifft und so? Was das Geld betrifft. Wie kann dieser Mensch überleben, so wie er lebt? Die Coens, das möchte ich einmal sagen, die Coens haben bewusst beschlossen, das nicht in den Film zu bringen. Damit ist es nicht Kanon.
Florian Bayer: Damit ist es nicht Kanon, das stimmt.
Johannes Franke: Eigentlich finde ich durchaus, dass die Coens recht haben, dass es wichtig ist, dass wir nicht wissen, woher sein Geld kommt. Weil er ist einfach nur der Slacker. Er ist der Archetyp des Slackers, der da einfach rumhängt. Und wenn wir jetzt rausfinden, wo er denn Geld hat. dann fangen wir an, eine Welt aufzumachen, die brauchen wir nicht dafür. Und das, was sie mal überlegt hatten, war eben, dass er der Erbe der Familie ist, der den Rubik's Cube damals erfunden hat.
Florian Bayer: Was ich total sweet finde. Ich finde die Idee süß, ja. Ich nehme einfach, ohne mehr groß weiter Gedanken drüber zu machen. Es gibt diesen Film mit Hugh Grant, wo er... About a Boy. Wo er auch jemanden spielt, der die ganze Zeit so in den Tag hinein leben kann. Und da wird es im Film thematisiert. Und zwar wird erzählt, dass er die Rechte für irgendeinen Song hat. Dass er der Erbe ist von jemandem, der einen Song geschrieben hat. Er hat die Rechte dran, er kriegt jedes Jahr Tantiemen und genug, um zu leben. Und da macht es auch Sinn. In diesem Film bin ich absolut bei dir und auch bei den Cones. Es ist egal, es ist absolut überflüssig zu erzählen, wie er das schafft. Er schafft es halt einfach. The dude abides. Er hält halt irgendwie, er kommt halt irgendwie über die Runden und er ist nicht reich. Und er hat auch offensichtlich Schulden, wie wir ziemlich schnell erfahren. Aber er ist auch nicht komplett verarmt. Er kriegt seine Schulden immer irgendwie wieder bezahlt. wenn er halt
Johannes Franke: Wenn er beim Bowling gewonnen hat vielleicht. Wer weiß.
Florian Bayer: Anfang 90er ist Bowling nicht mehr das Ding, was so viel Geld bringt. Schade. Und genau im Gespräch mit seinem Vermieter erfahren wir, dass er offensichtlich regelmäßig mit der Miete im Rückstand ist. Dass der Vermieter aber trotzdem irgendwie einen Respekt vor ihm hat, der sehr schräg ist. Der Vermieter kommt nur einmal kurz in dieser Szene vor. Und warum haben sich die Coins dazu entschieden,
Johannes Franke: ihn als kleinen Wurm darzustellen? Was ist los? Der steht da und sagt, ich wollte ja nichts sagen. Vielleicht könntest du bald mit dem Geld, also das wäre ja schön. Aber viel wichtiger ist, ich habe hier so ein Ding, wo könntest du da hinkommen?
Florian Bayer: Die Coens sind wirklich gut darin, bizarre Nebencharaktere zu schreiben, die keine Relevanz für die eigentliche Handlung haben.
Johannes Franke: Also das sieht man in diesem Film auf jeden Fall.
Florian Bayer: Die das Universum aber sehr reich machen und anfüllen, weil es sind immer Figuren, wo man denkt, ah, ich würde doch gerne ein bisschen mehr über diese Person wissen. Was ist mit ihr los? Warum verhält sie sich zu unserem Protagonisten so?
Johannes Franke: Aber ist es vielleicht fast ein bisschen billig? Also weiß ich nicht genau. Ich mag das total so. Aber jetzt, wo du es sagst, denke ich, ist das gut so, einfach nur zu sagen, okay, das ist halt eine schräge Figur und dadurch wirkt sie dreidimensional, weil man sich fragt, was ist mit der?
Florian Bayer: Ja, es ist ein Taschenspielertrick ein bisschen. Und ich glaube auch, in keinem anderen Film machen sie so oft diesen Taschenspielertrick wie in diesem Film. Bis zu dem Punkt, wo sie es meiner Meinung nach auch so weit überziehen, dass ich sage, Ja, ich sehe, dass es geil ist irgendwie und witzig.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber eigentlich, und ich sehe, dass diese Momente mit dieser Figur auch witzig sind. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich will diese Figur nicht in diesem Film haben, so cool sie auch ist. Ich rede von Jesus. Ach, Jesus. Jesus ist irgendwie eine witzige Figur.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Eine skurrile Nebenfigur. Und ich habe die ganze Zeit das Gefühl, da habt ihr es vielleicht doch ein bisschen übertrieben. Muss die Figur da wirklich noch mit drin sein?
Johannes Franke: Es hat gereicht für einen weiteren Film. Der offensichtlich sehr schlecht war. Der muss sehr schlecht sein, ja. Er wollte unbedingt diesen Film machen. Er hat es geschafft. Die Condons haben gesagt, okay, mach halt. Haben ihm quasi inoffiziell oder auch halboffiziell gesagt, du bist jetzt derjenige, der die Fortsetzung dieses Films dreht.
Florian Bayer: 2019, ne?
Johannes Franke: Ja, aber das muss so schlecht sein.
Florian Bayer: John Turturro, der den Jesus hier spielt, hat gesagt, ich will mit der Figur noch was machen. Und hat dann diese Fortsetzung geschrieben. Du hast sie auch nicht gesehen.
Johannes Franke: Ich habe sie auch nicht gesehen. Aber es scheint auch ein Remake von einem anderen Film zu sein, noch zusätzlich. Also nicht nur die Fortsetzung. von der Roten Karte.
Florian Bayer: Movie, bla, Frankreich, glaube ich.
Johannes Franke: Also irgendwie, weiß ich nicht, ich mag John Turturro total, ne? Fantastischer Schauspieler. Richtig toller Schauspieler.
Florian Bayer: Und die Zähne von Jesus sind ja auch geil. Das ist ja das Ding, deswegen kämpfe ich so damit, weil ich die Zähne eigentlich voll witzig finde und zum einen, dass wir ihn so etabliert haben als diesen echt coolen, sexy Typen, der die Bowlingkugel anleckt, um sie dann rauszuwerfen zu Hotel California von den Gypsy Kings. Aber er geht da voll rein.
Johannes Franke: Ich mag es, wenn Schauspieler sich wirklich ganz schamlos volle Kanne reinbegeben.
Florian Bayer: Und dann haben wir diesen geilen Gegenschnitt, wenn Walter erzählt, ach übrigens, der ist ein Pederast und der muss da einmal rumgehen und das den Leuten sagen. Dann haben wir ihn an der Tür klingeln und dann öffnet dieser Biker-Typ breitschuldrig mit wirklich bösem Blick. Und wir wissen schon, okay, der kriegt gleich die Fresse poliert.
Johannes Franke: Ich weiß gar nicht, ob das so nötig war, dass er der Pederast ist, weil das ist auch so ein kleines bisschen unreflektiert einfach nur drin und ich denke, ist es als Gag drin? Ich glaube,
Florian Bayer: das ist das, was die Cones wirklich gut können, nämlich ich binde die Geschichte weiter und ich glaube, Walter erzählt Quatsch. Walter hat gehört, er ist ein Sexoffender und ich glaube, und das ist ja tatsächlich das Gesetz, dass Sexoffender klingeln müssen an Türen und ich glaube, er ist ein Sexoffender und er hat was komplett harmloses gemacht. Sex in der Öffentlichkeit gehabt. Einfach mit einer Frau Sex in der Öffentlichkeit gehabt.
Johannes Franke: Aber wie kommst du darauf? Ich glaube,
Florian Bayer: ich bin sehr stark beeinflusst. Es gibt in Orange is the New Black, glaube ich, eine Episode, wo genau das thematisiert wird. Da gibt es einen Sex-Offender, der ist rumgegangen, muss da an allen Türen klingeln und sagen, ich bin jetzt hier eingezogen, ich bin als Sex-Offender verurteilt. Und dann, Orange is the New Black spielt ja in dem Frauengefängnis und dann gibt es immer diese Rückblenden und es ist die Geschichte von einer Protagonistin. Und die dann zu ihm geht und dann erfährt, dass er einfach nur Sex in der Öffentlichkeit hatte. Aber natürlich sind in der ganzen Nachbarschaft diese Gerüchte über ihn im Umlauf, dass er ein Päderast ist.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Dass er ein junges Mädchen vergewaltigt hat oder verschiedene Sachen. Und dann ist es halt einfach nur das. Er hatte mit seiner Freundin Sex in der Öffentlichkeit und deswegen ist es Sex Offender. Ich glaube das vor allem, weil ich finde diese Päderastie-Geschichte passt irgendwie nicht so wirklich zu Jesus.
Johannes Franke: Nee, irgendwie finde ich auch passt das nicht so richtig. Aber es würde vielleicht zu Walter tatsächlich passen, dass er sich das ausdenkt. Nicht ausdenkt,
Florian Bayer: sondern zu Gerüchte gehört hat. Naja, eine fichte Idee.
Johannes Franke: Oder so genau, ja. Also wie er eben hört von Jeff, dass der einmal die Theorie entwickelt, dass Bunny sich selbst entführt hat. Und er sofort, fuck diese Bitch. Und da richtig relativ reingeht.
Florian Bayer: Und er hält voll fest an dieser Geschichte. Egal was passiert. In diesem Moment ist diese Geschichte bei ihm Kanon. Das kann sich nicht ändern. Er ist sold. Das war es jetzt. Meine Fresse. Nein, wir waren aber beim Dude. Wir waren beim Dude. Jetzt haben wir wieder über Walter, über Jesus. Aber das ist die Genialität der Cones.
Johannes Franke: Die haben so viele Figuren. Okay, der Dude. Der Dude. Diese Philosophie, man sagt im Englischen Non-Achiever zu sein. Absolut. Möglichst nichts zu machen mit seinem Leben mehr. Zu sagen, okay, was kommt, da muss ich irgendwie mit klarkommen. Aber ich habe keinerlei Ambitionen mehr. Ja, das ist krass. Ich meine, was ich so krass daran finde, ist vor allem, dass ich voll an ihm dran bin und es total gut finde, obwohl ich überhaupt nicht so bin. Ich bin jemand, der, ich muss arbeiten, ich muss Sachen machen, ich komme nicht klar, wenn ich einen Tag nur im Bett liege und nichts gemacht habe. Selbst wenn ich im Bett liege, weil ich krank bin oder sowas, muss ich irgendwas geschafft haben am Ende des Tages. Und er schafft es wirklich in den Tag hinein. Wenn er sich keinen White Russian gemacht hat, ist es vielleicht ein Problem. Aber ansonsten... Alles schick, alles smooth. Ich gehe zum Bullen, zum Baden und das war's. Das Geile ist ja auch,
Florian Bayer: seine erste Reaktion auf die Sachen, die ihm passieren, ist ja immer ein gewisses Desinteresse. Er wird in seine Wohnung überfallen und er ist dann auch ein bisschen genervt von diesen Typen. Sie tauchen ihn ins Klo, sie pinkeln auf seinen Teppich, aber er setzt sich dann aufs Klo und setzt seine Sonnenbrille auf und sagt halt so, ey Leute, guckt mal, ich bin nicht verheiratet. Der Klodeckel war oben, offensichtlich lebt hier keine Frau.
Johannes Franke: Kommt mal bitte klar. Und es ist nicht so, dass er da irgendwie kämpferisch wäre, sondern er packt halt Argumente raus, so das, was er so kann, aber möglichst Minimum an Gegenwehr. Also den Weg des geringsten Widerstandes. Ja,
Florian Bayer: absolut.
Johannes Franke: Es ist halt krass attraktiv bei ihm, weil es wirklich attraktiv ist, weil es wirklich so einen gewissen Sexappeal hat. Total krass.
Florian Bayer: Er ist so lazy. Wirklich bis zu dem Moment, wo du sagst, oh, ist das anstrengend. Und gleichzeitig ist er so charismatisch dabei.
Johannes Franke: Ja, ja, absolut. Vielleicht ist es auch einfach nur, weil Jeff Bridges hinter dem Bart steht. Jeff Bridges ist cool. Der war übrigens auch so ein bisschen, der hat so ein bisschen gezögert. Ja. Er hat gemeint, ey, ist das das Bild, was ich meinen Töchtern vermitteln will? Tja, tja. Aber es hätte auch mal Gibson werden können. Aber der war nicht begeistert genug vom Skript. Und dann haben die Coens gesagt, na ja, komm, dann halt nicht. Und haben es ihm wieder aus der Hand gerissen und gesagt, nein, du spielst das nicht. Gott sei Dank nicht mehr Gibson. Und Jeff Bridges war dann auch tatsächlich eher so, dass er gesagt hat, naja, diese Haltung kenne ich aus meiner Highschool-Zeit. Ja, super. Das ist doch dann perfekt. Ich finde, dass er das ganz wunderbar vergrößert hier. Ich finde, Jeff Bridges macht das so, so, so gut. Er spielt das ganz fantastisch. Er schafft es vor allem, das so zu spielen, dass es nie komplett zur Karikatur wird. Sondern er ist ja auch jemand, der sich aufregt. Also vor allem Walter kann ihn an die Grenze bringen, wo er dann auch wirklich mal ausrastet und rumprüllt.
Florian Bayer: Aber er bleibt... dreidimensional, so lazy er ist. Er ist nicht so ein Stoner Abziehbild wie die Figuren aus den Stoner-Filmen aus den frühen 90er Jahren. Er ist kein Depp. Er bewegt sich auch an Orte. Ich meine, er geht immerhin persönlich zu dem reichen Lebowski, um Schadenersatz raus zu handeln, wie auch immer.
Johannes Franke: Er musste hingeschickt werden von Walter, mehr oder weniger, aber er hat es gemacht. Er wurde einmal aufgepeitscht, Walter hat es geschafft, ihn hochzukratschen und dann sagt er, okay, dann mache ich das jetzt aber. Auch. Und ich finde das Gespräch zwischen dem reichen Lebowski und dem Dude so gut gespielt von beiden. Die haben so eine, kann man das sagen, Chemie. Ja. Also es ist ja unglaublich, wie diese Szene, wie die sich gegenseitig das Wort geben und wie die Welten aufeinanderprallen, die da irgendwie existieren. Die Fronten so krass.
Florian Bayer: David Huddleston, der offensichtlich mal Santa Claus gespielt hat, spielt ganz großartig diesen fast nottenreichen Typen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: der nicht nur selbstgefällig ist, sondern unglaublich aggressiv in der Art, wie er redet. Und auch so dieses typische Entitlement hat, was man irgendwie so Millionären oder Milliardären zuschreibt. Und der Dude ist davon aber relativ unbeeindruckt.
Johannes Franke: Ja, das Krasse ist, dass er es schafft, diese Haltung zu haben, so, ach komm, das muss ich mir jetzt vielleicht auch nicht geben. Komm, ich setze lieber meine Sonnenbrille auf und dann... nehme ich mir einfach einen Teppich mit, wenn ich rausgehe.
Florian Bayer: Und genau, das zeigt, er kann durchaus geschickt handeln. Ja, natürlich. Er schafft es, den Butler, übrigens Philip Seymour Hoffman, in einer kleinen Rolle, die so groß ist.
Johannes Franke: Oh, Wahnsinn.
Florian Bayer: Als Brand, er schafft es, den zu überzeugen, dass er einen Teppich mitnehmen darf und geht am Ende mit einem wirklich teuren Teppich, davon können wir ausgehen, da raus.
Johannes Franke: Ein Erbstück. Ja. Und er ist schlagfertig. Genau. Wenn er in der Toilette verschwindet, weil die Typen ihn in die Toilette eintauchen, dann sagt er, komm, drück mich nochmal rein, vielleicht find ich's dort, was ihr sucht. Wenn Bunny zu ihm sagt, für 1000 Plastik die einen, sagt er, oh, ich muss gucken, wo die nächste ATM-Maschine ist. Er ist einfach ein witziger Typ. Er ist wirklich ein witziger Typ. Er hat halt irgendwann aufgegeben in seinem Leben. Und sein eigentlicher Protest ist halt nicht mehr gefragt und er hat sich anscheinend nie irgendwie was anderes dann noch... überlegt, was es denn sein könnte.
Florian Bayer: Er wirkt so, als ob er absolut glücklich und zufrieden mit sich selbst und mit der Welt wäre. Und das ist vielleicht auch das, was unser Stranger, unser Narrator meint am Anfang, wenn er sagt, er war in der richtigen Zeit, am richtigen Ort, der ist ein Man und ich kann nicht viel über ihn sagen, aber er ist ein Man. Klingt so ein bisschen wie ja, es gibt jetzt nicht mehr viel über ihn zu sagen, weil er halt einfach nur rumhängt, aber Es ist nicht schlecht.
Johannes Franke: Ich werde nach Wort bezahlt, also sage ich jetzt noch ein paar Worte.
Florian Bayer: Es ist so geil, wenn er sagt, oh, I lost my train of thought, I think.
Johannes Franke: Das ist so gut.
Florian Bayer: Und dann wieder, oh, there is a man. Aber das ist vielleicht genau diese Dude-Haltung, dass er einfach, wir müssen das nicht bewerten, weil er einfach glücklich ist. Und weil er irgendwie so seinen Platz im Leben und in der Welt gefunden hat. Godspeed, wenn dieser Platz darin besteht, dass er zwischen Wohnung und Bowling Allee... pendelt.
Johannes Franke: Absolut, absolut. Wenn man jetzt so ein bisschen, du hast Philosophie studiert. Ja. Kannst du das genauer auseinandernehmen? Ich habe jetzt einfach nur ein paar Stichworte aufgeschrieben, aber ich kann ihn nicht genauer untermauern. So Stoizismus. Ja,
Florian Bayer: definitiv Stoizismus, ganz groß.
Johannes Franke: Pragmatismus natürlich. Und so ein kleines bisschen, aber auch Nihilismus. Nein, kein Nihilismus. Gar nicht?
Florian Bayer: Nee. Also Stoizismus auf jeden Fall für alle Nicht-Philosophen. Stoizismus, das ist der Typ, der in der Mülltonne gewohnt hat. Und der zu Alexander gefragt hat, Mann, du bist so ein intelligenter Mensch, was brauchst du? Geh mir aus der Sonne. Das war der große suizistische Philosoph. Meinetwegen können wir noch ein bisschen Existenzialismus mit draufpacken, aber das Problem ist natürlich, jedes philosophische System scheitert daran, dass der Dude sich nicht über sowas geäußert hat. Von konservativen christlichen Philosophen, alle die bezeichnen, die halt irgendwie säkular gedacht haben.
Johannes Franke: Lass uns einen Pin reinsetzen und darüber reden, wenn wir zu den Nazis kommen.
Florian Bayer: Die Nihilisten, das sind keine Nazis. Und es sind auch keine Nihilisten. Das ist Kraftwerk. Und darüber müssen wir auch nochmal reden. Genau. Sie haben das Kraftwerk-Album-Cover, ne? Sie haben die LP von Kraftwerk und haben deren Gesicht da drauf gepackt. Der Dude, ich glaube, der Dude ist einfach kein Philosoph. Der Dude... hat keine philosophische Ideologie dahinter. Wenn es eine wäre, dann wäre es am ehesten Stoizismus. Und he fits right in there. Und er schlägt sich ja auch irgendwie ganz gut durch. Also ich meine, er wird hier mit einem echt komplexen Fall verwickelt. In einen echt komplexen Fall verwickelt. Und er hat mit so vielen Menschen plötzlich zu tun, mit denen er nichts zu tun hatte. Aber er schlägt sich da irgendwie ganz gut durch. Und dann Leute wie Mord sind ja offensichtlich begeistert von ihm. Absolut, absolut.
Johannes Franke: Kein Wunder, dass er die Religionsgemeinschaft den Dudaismus gegründet hat, mehr oder weniger. Um das wenigstens einmal kurz zu sagen. The Church of the Latter Day Dude. Yes, ganz großartig. Sie verstehen sich als moderne Übersetzung des Taoismus.
Florian Bayer: Ja, da kann man übrigens auch dieses mit sich selbst im Reinen sein. Buddhismus kann man auch reinbringen, das hat weniger Philosophie und mehr Religion. Entschuldigung für alle, die sagen nein. Aber ich habe mich auch nie viel mit... Buddhismus auseinandergesetzt, deswegen kann ich dazu nicht viel sagen.
Johannes Franke: Und kennst du das Konzept des Wu-Wai oder wie das ausgesprochen wird? Dieses Nicht-Handeln quasi oder dieses eher Handeln ohne bewusste Anstrengung. Also eher ein Fließen mit dem natürlichen Lauf der Dinge. Das ist es halt auch.
Florian Bayer: Der Du bleibt nicht stoisch stehen, sondern er bewegt sich mit diesem Fluss und wenn dann Mord sagt, ey, das ist so und so, dann nimmt er das auch auf und redet und packt das in seine Geschichte rein. Also wenn Morty ihm erzählt, dass Bunny sich vielleicht selbst entführt hat. Und wenn die Leute vom Pornoking sagen, er soll sich mit dem treffen, dann trifft er sich halt auch mit dem. Er lässt sich halt einfach mitreißen. Er könnte auch zu Hause versauern und sagen, oh Gott, ich will mit dem Scheiß gar nichts mehr zu tun haben. Nein, nein, er macht das irgendwie mit.
Johannes Franke: Es hilft halt auch, die Story nach vorne zu bringen. Also wenn er jetzt wirklich so ein ganz passiver Typ wäre, der gar nichts macht, dann wäre da keine Story. Natürlich muss er einer sein, der auf den Wellen, die da kommen, auch reitet und auch mitgeht und jetzt vielleicht nicht unbedingt die Energie aufbringt, da irgendwie in großen Diskussionen zu sein, auch wenn er das mit Walter durchaus ab und zu macht, aber nur, wenn er wirklich gar nicht mehr kann.
Florian Bayer: Aber das Ding ist ja, und das ist halt das Nordding, da ist keine Story. Das ist konvolut.
Johannes Franke: Das ist total irre.
Florian Bayer: Also Gott sei Dank ist das kein richtiger Detektivfilm, weil wenn sich jemand so eine Story im Detektivfilm ausdenkt, das ist einfach Shit. Das ist wirklich... wirklich schlecht teilweise, wie hier dann nochmal die Figur reingebracht wird und die Figur und dann nochmal die Erkenntnis, dass Bunny nur bei Freunden war und dass der tatsächliche Bicklebowski gar kein Geld hat und so. Es ist alles, es ist so schlecht, nicht schlecht, aber so unnötig kompliziert und verkompliziert.
Johannes Franke: Und zum anderen finde ich, das I-Pünktchen ist dann wirklich die Deutschen. Die wirklich gar nichts damit zu tun eigentlich haben und dann versuchen da irgendwie noch sich reinzuburscheln und dann auch Geld rauszuziehen. Ja, ich finde es total weird und ich verstehe den auch nicht so richtig, den Plot, muss ich sagen. Diese Deutschen. Wir haben hier Peter Stormare, den wir kennen aus Fargo. Ah ja, stimmt. Den Psychokiller hat er da gespielt, den wirklich wahnsinnigen Typen, vor dem man Angst hatte.
Florian Bayer: Hat er sehr gut gemacht. Dann haben wir Flea von den Red Hot Chili Peppers. Der Bass, der wirklich Bassspiel Anfang der 90er nicht revolutioniert hat, der verdammt guter Bassist ist einfach. Und dann haben wir noch den einzigen Deutschen in diesem Trio, Thorsten Voges, der unter anderem in Funny People gespielt hat.
Johannes Franke: Achso, okay, keine Ahnung.
Florian Bayer: Genau, und diese drei, wir wissen es lange nicht, es wirkt ganz lange so, als ob diese drei total wesentlich wären für das Aufklären des Falles, bis wir dann herausstellen, es gibt gar keinen Fall.
Johannes Franke: Das ist geil.
Florian Bayer: Diese Typen sind total schräg. Und ich komme nicht drüber hinweg, dass dann Mord irgendwann sagt, ja, ja, ich kenne den, der macht, ist Musiker und dann dieses Albumcover hervorzieht, diese LP-Vinyl von... Kraftwerk, Autobahn und drauf zeigt auf den Titel und sagt, so heißt die Band, nämlich nicht Kraftwerk, sondern Autobahn. Und das Cover ist auch dieses Cover mit den drei Köpfen, das gibt es wirklich. Und dann haben wir aber die drei Köpfe von diesen Typen da reingeflanscht. Es ist total irre. Ich hoffe, die haben die Erlaubnis eingeholt.
Johannes Franke: Ich habe keine Ahnung, das habe ich nicht recherchiert.
Florian Bayer: Ah, nee, es ist nicht Autobahn. Warte mal, jetzt muss ich nochmal kurz... Ist es Menschmaschine? Ja, es ist Menschmaschine. Menschmaschine hat ein Albumcover wo die vier Leute von Kraftwerk drauf sind, vor einem roten Hintergrund. Und sie haben das irgendwie gemixt. Aber es ist ganz eindeutig Kraftwerk, was sie hier referieren. Und sie sagt, er war mal in einer Elektroband und übrigens, der macht auch bei den Pornos mit. Sie drehen Pornos zusammen.
Johannes Franke: Was für ein großartiger Porno aber auch, oder? Fantastisch. Es ist ein typischer Porno aus den 90ern, oder? Und was glaubst du, was er da gleich macht? Die Kabel reparieren? Es ist so. Geil. Perfekte Antwort vom Dude. Wir haben über die Chemie zwischen dem Dude und dem Bicklebauski geredet.
Florian Bayer: Die Chemie zwischen dem Dude und Mord ist fantastisch.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Die wirklich großartige Julianne Moore, die übrigens schwanger war bei den Dreharbeiten, spielt hier diese Künstlerin, die offensichtlich inspiriert auch von einem echten Künstler nackt über Bilder fliegt und Farbe verspritzt.
Johannes Franke: Ja, es gibt da echte KünstlerInnen, Wo hab ich das denn? Moment, ich hab's gleich. Inspiriert von Carol Lee Schneemann. Schneemann? Ich hab keine Ahnung. Carol Lee Schneemann. Die tatsächlich oft auf einer Schaukel und zwar nackt malte, was auch immer. Und natürlich auch so ein bisschen, muss man sagen, Yoko Ono. Ah. Yoko Ono ist da auch ein bisschen mitverarbeitet.
Florian Bayer: Yoko Ono hat Farbe verspritzt?
Johannes Franke: Nee, aber sie hat dieses... sehr feministische,
Florian Bayer: prätentiöse diese Art zu reden.
Johannes Franke: Und auch sich ein bisschen zu kleiden, so vom Gefühl her. So gut kenne ich mich mit Yoko Ono nicht aus, aber das ist mein Gefühl dazu.
Florian Bayer: Es klingt auf jeden Fall nicht nach Westküste, es klingt nicht nach Los Angeles, nach diesem Slacker-Hipstertum.
Johannes Franke: Und man hat das Gefühl, dass Julianne Moore eine Figur spielt, die diesen Slang oder diesen Akzent sich aneignet. Ohne ihn wirklich zu haben. Es ist irgendwie... Diese Art,
Florian Bayer: wie sie Wörter betont. Und dann ist sie ganz stolz darauf, dass sie dieses Vaginale betont ihrer Kunst. Und dann merkt sie, dass vom Dude natürlich keine Reaktion kommt, weil dem Dude sowas nicht so, weil dem einfach egal ist. Kannst du nicht schocken, wenn du ihm ins Gesicht Vagina sagst. Aber dann sagt sie es nochmal. Vagina. Ihre Erwartung ist, dass Männer immer schockiert sind, wenn man das Wort Vagina sagt. Das ist großartig, weil sie das auch so betont nochmal. Und das ist geil, es gibt immer wieder diese Momente, wo man merkt, sie ist es gewohnt, Menschen zu schockieren, indem sie... rote Linien übertritt. Und dann fragt sie zum Beispiel den Dude, mögen sie Sex? Und der Dude nur so, ey, ich will nur meinen Teppich. Und das ist so geil, weil sie erwartet was komplett anderes. Sie versucht die ganze Zeit diese Provokationen. Und es gelingt ihr nicht, weil der Dude einfach viel zu relaxed ist, um darauf irgendwie zu reagieren.
Johannes Franke: Es ist schön. Und sie mag es. Und sie soll ja auch die femme fatale sein von diesem Film, wenn wir schon bei Film-Noir sind. Ja,
Florian Bayer: absolut Film-Noir. Wobei Bunny ist natürlich auch so ein bisschen die femme fatale. Oder eher die femme infantile. Ja,
Johannes Franke: vom Infantil mehr. Also fatal ist sie nicht, weil sie auch nicht aktiv genug irgendwelche Leute in den... Sie ist nicht intrigant genug. Genau.
Florian Bayer: Aber Mord ist ja auch nicht intrigant.
Johannes Franke: Naja, aber sie ist schon diejenige, die versucht, also allein das, was du jetzt gerade beschrieben hast, dass sie versucht, aus ihm Sachen rauszulocken und ihn irgendwie da aus der Reserve zu holen. Das ist doch femme fatal.
Florian Bayer: Ja, sie ist halt so relativ wenig fatal. Also ich meine, okay, sie ist am Schluss schwanger von ihm wahrscheinlich. Ja. Die Sperma-Diebstahl. Aber ich weiß nicht, ob sie...
Johannes Franke: Du klangst so, als ob dir das selber passiert wäre. Nein, du jetzt alles rausgelassen hättest.
Florian Bayer: War das nicht dieses Boris-Becker-Ding? Ich habe irgendwie so eine Erinnerung. Gossip, ne? 90er, 2000er, Yellow Press. Irgendwas mit Boris Becker und Sperma-Diebstahl oder so. Samenraub. Samenraub war der offizielle Begriff. Lass mich das googeln. Heute lernen wir was Neues.
Johannes Franke: Samenraub.
Florian Bayer: Samenraub bezeichnet die Beschaffung von menschlichen Sperma durch eine Frau, Um... um ohne Zustimmung des Mannes ein Kind zu zeugnen. Das hat ein Wikipedia-Artikel. Seit 2013 steht das Ding im Duden.
Johannes Franke: Samenraub klingt wie ein Titel von einem Ärzte-Song. Samenraub. Das wäre ein geiler Ärzte-Song.
Florian Bayer: So, gucken wir mal kurz. Da, Boris Becker. Verstärkte Popularität erlangte der Begriff Samenraub 2001 mit der Berichterstattung über eine Affäre Boris Beckers im Januar 1999. Ich und mein Yellow Press.
Johannes Franke: Das Wort Samenraub hat eine Popularität bekommen. Was ist das für ein Satz, bitte?
Florian Bayer: Also, sie betreibt Samenraub. Sie spielt ihm vor, dass sie einfach mit ihm Sex haben will. Aber offensichtlich ist ihr der Sex gar nicht so wichtig, sondern stattdessen will sie wissen, wie... Der Dude zeugungsfähig ist, deswegen schickt sie ihn ja auch zum Arzt. Und er kriegt da eine... Ich gehe mal davon aus, dass das einmal seine Prostata gecheckt wird. Und wenn wir ihn danach im Auto sehen, scheint er auch sehr glücklich damit zu sein, wie das gelaufen ist.
Johannes Franke: What are you implying, Floor?
Florian Bayer: Wir haben diese Szene, wie der Arzt zu ihm sagt, ziehen Sie Ihre Shorts runter.
Johannes Franke: Schnitt. Der Dude im Auto raucht einen Joint, hört die Musik. Sieht happy aus und klopft nochmal so gegen die Autodecke. Ja, aber es könnte auch posttraumatische Belastungsstörung sein, dass er versucht, das Ganze wegzurauchen mit einem Joint.
Florian Bayer: Ich finde nicht, dass er so wirkt. Nein, das stimmt nicht. Ich glaube, der wurde einmal ordentlich gemolken und ist darüber nicht so unglücklich.
Johannes Franke: Okay. Ja gut, the dude abides, sagen wir so.
Florian Bayer: Genau, the dude abides. Oh mein Gott, Flo, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir?
Johannes Franke: Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo.
Florian Bayer: Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurückfinden.
Johannes Franke: Ihr da draußen, es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld dalassen wollt, macht das doch bitte über buymeacoffee.com slash muss man sehen. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung.
Johannes Franke: Dann könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen... Ist das eure Chance? Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag, ohne Geld. Und Feedback gerne an johannes.mussmansehen.de und florian.mussmansehen.de Außerdem freuen wir uns natürlich über jedes Abonnement,
Florian Bayer: egal ob bei Spotify, Apple Podcast, Deezer, whatever.
Johannes Franke: Was uns total helfen würde ist, wenn ihr uns so 5 Sterne oder Herzchen oder sonst irgendwas, was auch immer euer Podcatcher anbietet, gebt. Und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben. Ah super, fehlt noch irgendwas? Nee, ich glaube wir haben alles, wa?
Florian Bayer: Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode.
Johannes Franke: Yes
Florian Bayer: Mott ist offensichtlich angetan von ihm, weil sie will seinen Sperma, ne? Sie will ein Kind mit ihm haben. Übrigens der einzige Moment, wo sie ihn aus der Fassung bringt, wenn sie diese Yoga-Übung macht und dann sagt, das ist damit, damit das besser schneller zum Ei kommt.
Johannes Franke: Was ein völliger Quatsch ist. Aber für mich auch ein kleines bisschen der Moment, wo ich mir das angucke und denke, ja, vielleicht auch so ein dudfeuchter Traum, die... die Frau, die viel Sex will und die dann schwanger ist und dann habe ich aber nichts damit zu tun und ich muss mich um nichts kümmern.
Florian Bayer: Nee, ich finde, dafür ist Mord zu stark. Ich sehe die Figur so stark und so überlegen, dass der Film nicht in die Falle tappt, dass ich das Gefühl habe, hier wird erzählt, hier wird so eine Männerfantasie aufgebaut.
Johannes Franke: Ja, vielleicht. Weiß ich nicht genau. Weiß ich nicht. Also der Gedanke drängelt sich ein bisschen auf. Aber es ist nicht so, dass ich darüber stolper groß.
Florian Bayer: Habe ich nicht gesehen.
Johannes Franke: Ja. Genau, also irgendwie ist da die Chemie auch mit Maud und Maud ist auch irgendwie cool. Ja, Maud ist super. Ich mag sie total. Aber vielleicht auch ein bisschen, weil Julianne Maud es einfach so gut macht. Ich weiß nicht, ob das Drehbuch das so sehr ergibt, wie sie das dann wirklich macht. Sie macht das wirklich toll, muss man sagen. Und ich habe das Gefühl die ganze Zeit, dass sie eigentlich, so wie sie angezogen ist, dass sie eigentlich gleich eine Bank überfällt. Und sie wirkt wie so eine Hauptfigur aus so einem... Heist-Movie, die dann mit so einer Sonnenbrille irgendwo beim Louvre oben mit einem Seil runtergelassen wird.
Florian Bayer: Ja, ja, durchaus, kann ich sehen.
Johannes Franke: Wir waren beim Dude. Wir waren eigentlich beim Dude, aber ich finde, dadurch, dass wir diese Philosophie des Dudes einmal durchgesprochen haben, kommen wir eigentlich ganz gut rüber zu Walter, der nämlich das totale Gegenteil ist. Der wirklich an allem festhält, was irgendwann mal irgendjemandem in seinem Umfeld heilig war. Also um genau zu sagen, seiner Frau, vor der er sich schon lange getrennt hat. Und er hat dieses Regelwerk, was er durch das Judentum und so hat und das Regelwerk, das er aus dem Militär mitgebracht hat, so hart verinnerlicht, das muss auch beim Bowling durchgezogen werden und es rechtfertigt, eine Waffe zu ziehen. Ich finde es so krass.
Florian Bayer: Was für ein anstrengender Charakter.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Was für ein nerviger Charakter. Und John Goodman spielt das natürlich brillant. Und John Goodman kennt man eigentlich nicht in so einer Rolle. John Goodman kannte man bis dahin eher auch so als der Laidback-Typ. John Goodman hätte den Dude spielen können. Das stimmt.
Johannes Franke: Der ursprüngliche Typ, Jeff Doud, der die Vorlage ist, der hatte auch zwischendurch Angst, weil er gehört hat, dass es nicht Jeff Bridges, sondern dass John Goodman das spielen soll. Und er war total erleichtert, als es dann Jeff Bridges wurde.
Florian Bayer: Ja. Ich finde, John Goodman hätte das auch spielen können. Aber John Goodman ist halt einfach ein sauguter Schauspieler.
Johannes Franke: Ich finde, er hat in Barton Fink... auch schon eine krasse Rolle in diese Richtung. Ja, das spricht ja auch so ein Psycho,
Florian Bayer: ne?
Johannes Franke: Auch so ein bisschen Psycho, aber noch lebensfroher.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Auf eine absurde Art und Weise. Barton Fink müssen wir auch unbedingt mal besprechen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und hier, ich finde, dass... Diese Rastlosigkeit und diese Wut in sich und dieses verzweifelte Versuchen, einmal durchzuatmen, aber es nicht zu schaffen, sich zurückzuhalten. Er spielt das so verdammt gut. Absolut. Das ist unglaublich. Also ich glaube, eine seiner besten Performances, die ich je gesehen habe. Vielleicht, ja. Wirklich. Also er spielt diese Figur wirklich unangenehm und gleichzeitig so. Das ist wirklich strange an dieser Figur,
Florian Bayer: weil es entsteht trotzdem so ein Stück Empathie mit dieser Dreiergruppe.
Johannes Franke: Total, ja.
Florian Bayer: Und trotzdem denkst du die ganze Zeit, nee, du willst nicht länger als fünf Minuten mit diesem Typen in einem Raum sein. Auf gar keinen Fall. Das ist ja ein Desaster. Wenn du mit dem zusammen bist, besteht ja jederzeit die Gefahr, dass ein Kampf ausbricht, dass die Polizei kommen muss, dass du irgendwo rausgeschmissen wirst. John Goodman, immer wenn er zu sehen ist, egal wo er sich aufhält, es ist immer kurz vorm Überkochen. Er ist kurz davor, aus dem Café rausgeflogen zu werden. Er sorgt dafür, dass die Bowlinghalle von Polizisten gestürmt wird. Er beißt nachher einen von den Nihilisten. ein Ohr ab.
Johannes Franke: Ja, ja. Ah, Alter.
Florian Bayer: Und dann fragt man sich wirklich, ey,
Johannes Franke: wie schafft es diese Freundschaft zwischen dem Dude und Walter zu bestehen? Wie ist das möglich? Ich glaube, wie ich eingangs gesagt habe, die brauchen einander, weil sie keinen Lebensinhalt mehr haben. Weil es einfach das, wofür sie mal gekämpft haben, existiert so nicht mehr. Ich glaube, es ist ganz simpel. Und ich glaube, das ist auch das Donnie-Ding.
Florian Bayer: Der Dude mag Bowling und braucht einen Bowlingpartner. Walter mag Bowling, braucht einen Bowlingpartner. Donny mag Bowling, braucht einen Bowlingpartner.
Johannes Franke: Aber guck dir die Bowlinghalle an. Da sind so viele tolle Typen, die bowlen.
Florian Bayer: Ja, aber niemand von denen würde mit einem von den drei zusammen bowlen.
Johannes Franke: Ach, mit dem Dude würde doch jeder bowlen. Das ist doch in Ordnung. Der ist so entspannt. Dem ist auch egal, ob jemand mal mit dem C über der Linie ist.
Florian Bayer: Aber die Leute sind ja offensichtlich motiviert. Die wollen ja, das Turnier spielt eine große Rolle. Die wollen das Ding gewinnen. Das stimmt,
Johannes Franke: das stimmt, ja.
Florian Bayer: Und wir sehen jetzt nicht so viele Gegner von ihnen. Aber die scheinen das doch. alle relativ ernst zu nehmen. Und der eine Typ ruft dann ja auch nochmal, nachdem die Pistole auf ihn gezeigt wurde, nachvollziehbarerweise bei dem Bowlingverband an.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Und sagt so, ey, ich mach da mal was, das geht so nicht.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Also das Bowling wird durchaus von den Leuten ernst genommen, die das hier betreiben.
Johannes Franke: Ja, aber der Dude ist doch, ich weiß nicht, wie gut der Dude ist.
Florian Bayer: Wir sehen ja nicht, ob der Dude gut ist.
Johannes Franke: Wir sehen ihn nicht ein einziges Mal in eine Bowlingkugel werfen oder rollen. Wir wissen,
Florian Bayer: dass Donnie gut ist. Wir wissen, dass Donnie verdammt gut ist, genau. Donnie hat's drauf. Und ansonsten wissen wir nichts. Und ich habe so ein bisschen die Befürchtung, dass Donnie vor allem bei den beiden gelandet ist, weil sie festgestellt haben, oh, wir brauchen noch einen, der bowlen kann. Wir können kein Bowling-Team sein, das die ganze Zeit verliert.
Johannes Franke: Ach, geil. Ja. Ja, aber ich finde es total wesentlich, dass wir nicht wissen, ob der Dude gut ist oder nicht. Weil dann würden wir wiederum eine Welt aufmachen, in der wir uns überlegen müssen, hat er gute Entscheidungen für sein Leben getroffen? Wenn er gut ist, hat er das? Wenn er schlecht ist, hat er das nicht? Fragezeichen. Stimmt das? Stimmt das nicht? Glaubst du, dass der Dude gut im Bowlen ist? Ich darf nicht in diese Welt geraten. Beantworte die Frage. Glaubst du, dass der Dude gut im Bowlen ist? Und wenn du jetzt eine Lampe auf mich richtest, ich werde nicht antworten. I plead the fifth. Also, ich glaube, es ist gut, dass wir es nicht wissen. Weil sonst fangen wir an zu bewerten. Bist du gut im Bowlen? Ich bin super schlecht im Bowlen. Ich auch. Wir könnten also so ein Team sein. Ja. Großartig. Wir bräuchten einen dritten. Wir brauchen einen Donnie. Ich bin nicht einfach schlecht,
Florian Bayer: ich bin inkonsistent. Ich schaffe es manchmal, wirklich Strikes zu werfen, weiß aber nicht warum. Beim nächsten Wurf habe ich einen Gatter. Also es ist so komplett random.
Johannes Franke: Plor, du weißt Worte aus dem Bowling?
Florian Bayer: Ich habe hier in meiner Recherche eine ganze Seite über die Geschichte des Bowlings.
Johannes Franke: Oh nein, Plor.
Florian Bayer: Ich sage es doch nicht, du hast mich gefragt. Also, Bowling. 1837. Ist ja gut. Du hast gefragt. Aber natürlich, wenn ich die Beklemmen ausgegucke, muss ich mich doch kurz über Bowling schlau machen. Okay, wir kommen zum Podcast, muss man Bowlen. Ich habe keine Ahnung von Bowling. Also jetzt habe ich eine theoretische Ahnung von Bowling. Ich kann nicht Bowlen. Und ich mache es auch nicht gerne.
Johannes Franke: Gut, danke. Das war Anfang des 20. Jahrhunderts.
Florian Bayer: Okay, okay. Genau, ich glaube, die drei sind vor allem deswegen zusammen. Letzten Endes ist es ein Dreierbund. Und natürlich ist daraus irgendwie sowas wie eine Freundschaft entstanden. Ich weiß aber nicht, wie stabil diese Freundschaft ist. Und natürlich erzählt uns der Film irgendwie auch so gegen Ende, dass die zwischen Walter und dem Dude sehr stabil ist.
Johannes Franke: Ich glaube, dass die zwischen den dreien total stabil ist, weil die das alle brauchen. Die leben alle in Funktion zueinander. Ich verstehe die Funktionen nicht 100 Prozent, aber ich glaube, der Film berichtet uns von einer absolut bombenfesten Freundschaft von den dreien.
Florian Bayer: Oh man, aber Donnie kriegt doch nur Scheiße ab. Natürlich. Und keiner redet mit ihm.
Johannes Franke: Und wahrscheinlich schon seit Jahren.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das ist genau das, was Donnie auch nicht aufzubrechen wagt, weil er das irgendwie auch braucht.
Florian Bayer: Aber sie wissen halt auch nichts über ihn, ne? Nein. Das ist so traurig. Also das Einzige, was sie bei seiner Grabrede sagen können, ist, dass er irgendwann mal gerne gesurft ist und selbst da würde ich ein Fragezeichen hinstellen.
Johannes Franke: Genau. Und da macht er ja auch selber ein Fragezeichen, mehr oder weniger. Und was sie sagen ist, er war, er mochte Bowlen.
Florian Bayer: Ja,
Johannes Franke: das ist alles, was wir über ihn sagen können.
Florian Bayer: Sie wissen nichts über Donnie.
Johannes Franke: Es ist so traurig. Und dann fängt er an, über seinen Vietnamkrieg zu reden. Brutal. So richtig daneben.
Florian Bayer: Aber was wirklich geil ist, ich finde es schade, dass die Cones das in diesem Film zu wenig machen. Ich mag es, wenn die Cones emotional werden, weil die Cones schaffen das einzufangen. Die schaffen diesen bizarren schwarzen Humor, diese Skurrilität da reinzubringen in die Seebestattung von der Asche von ihrem Freund. Und sie schaffen es, das absolut absurd zu erzählen. Nämlich, dass Walter anfängt, wieder über den Vietnamkrieg zu reden, der nichts mit dem Ding zu tun hat. Dass er dann die Asche nicht vernünftig ins Wasser kippt und die komplett in Dudes Gesicht geht.
Johannes Franke: Das ist auch so cool.
Florian Bayer: Und trotzdem schaffen sie es irgendwie, diese Scheißkerle, hier einen emotionalen Kern zu finden.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dass du da sitzt und denkst, oh Mann, es ist echt traurig, wie sie sich dann in den Armen liegen.
Johannes Franke: Ja, total. Also es schafft es halt auch, weil der Dude dann auch seine Gefühlsregung hat. Der hat ja sonst, also so passiv der Typ ist, schafft er es hier trotzdem und auch über den Film hinaus, immer wieder einen moralischen Anker zu... zu bilden und zu bieten. Ja?
Florian Bayer: Ja, wirklich.
Johannes Franke: Tut er das? Ja, weil, also zumindest wenn er im Auto, wenn Walter anfängt im Auto zu sagen, komm, die Millionen behalten wir für uns. Und er dann sagt, Alter, die Frau wird umgebracht. Das geht nicht. Also er hat seine moralischen Sachen. Und diese moralischen Sachen führen auch dazu, dass er eine Aktion führt. Und nicht nur passiv bleibt.
Florian Bayer: Ich glaube, diese Szene, diesen Moment, wenn Walter mit dem Decoy der Decoy-Tasche kommt und sagt, wir werfen die raus. Und der Dude sagt, dann wird die umgebracht. Das ist einfach nur eine Wiederholung von dem, was er davor von Lebowski gehört hat, dass ihr Leben in seinen Händen ist. Ich habe nicht das Gefühl, dass da ein moralischer Kompass anspringt.
Johannes Franke: Also dieses, ja, diese Ernsthaftigkeit, die da plötzlich entsteht, wenn er gesagt bekommt, ihr Leben liegt in deiner Hand. Vielleicht sorgt die dafür, dass ihm das erstmal klar wird, aber ich glaube, dass er das schon ernsthaft auch sieht.
Florian Bayer: Ich habe nicht das Gefühl, ich habe das Gefühl, er hat da einen Auftrag gekriegt, den erfüllt er jetzt, warum auch immer, weil er halt einfach so drauf ist, dass er das macht. Und er ist eher genervt von Walter, aber dann, dass Walter reinspringt ins Auto und sagt, und jetzt habe ich hier eine Tasche, das macht er dann auch bis zu einem gewissen Punkt mit, auch mit den Widersprüchen. Aber das ist halt dieses, der Dude ist zu sehr im Flow, um einen moralischen Kompass zu haben, weil sein moralischer Kompass richtet sich halt entweder nach Walter oder nach dem Big Lebowski oder nach Mord, je nachdem. Und zwar nicht als Opportunist, sondern einfach.
Johannes Franke: Er geht halt mit den Vibes und wenn die Vibes sind, jetzt passiert das, dann passiert halt das. Ja, ja, größtenteils auf jeden Fall, weil das ist ja seine Philosophie in Anführungsstrichen. Auch wenn er nicht als Philosoph daherkommt. Aber ich habe schon das Gefühl, dass er einen moralischen Kompass hat irgendwo. Ich finde,
Florian Bayer: sein moralischer Kompass geht nicht über die Eagles sind scheiße und Polizisten sind Faschisten hinaus.
Johannes Franke: Und das ist schon mal ein guter. Beides. Ich habe keine Ahnung, ob ich den Eagles gut finde oder nicht.
Florian Bayer: Ich verstehe es nicht so ganz, aber ich kenne von den Eagles auch wirklich nicht viel. Ich bin so ein Eagles, so eher Stino-Normal-Eagles-Ich-kenne-drei-Songs-von-ihnen-Typ. Also ich glaube,
Johannes Franke: der Dude muss schon allein deswegen einen moralischen Kompass haben, weil er der Gegenentwurf zu Walter sein soll.
Florian Bayer: Walter hat einen moralischen Kompass.
Johannes Franke: Ich sage nicht, dass der gut eingestellt ist, aber Walter hat einen Kompass. Er muss echt mal zum Doktor mit seiner Einstellung. Absolut. Walter ist ja der Beweis dafür, dass ein moralischer Kompass vielleicht nicht immer das Richtige ist. Ja, vor allem hat er eben einfach ein binäres Konstrukt der Welt. Also das heißt, es gibt nur richtig oder es gibt falsch und er hat das vorher alles festgelegt. Und egal, was dazwischen kommt, egal, welche Umstände dann stattfinden, er muss nach diesem Kompass gehen. Er wird nicht an Schabbat fahren.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Er wird kein Telefon in die Hand nehmen und nichts. Er macht das dann irgendwie so. Aber man etabliert das erstmal so, dass er wirklich sagt, Nein, ich weiß, was richtig und was falsch ist und keine Situation der Welt wird mich umstimmen.
Florian Bayer: Ja, genau. Und wenn jemand die Linie übertreten hat, dann werden null Punkte aufgezeichnet.
Johannes Franke: Dann ist das nicht nur ein Regelverstoß, sondern ist das ein Angriff auf die Grundfeste der Zivilisation.
Florian Bayer: Das, was wirklich Meme geworden ist, Walter, der die Waffe gezückt hat und schreit, kümmert sich denn außer mir hier keiner um die Regeln. Das ist Walter und das ist ein sehr starker moralischer Kompass.
Johannes Franke: Ja, okay. Sein ganzes Leben besteht ja irgendwie nur aus Vietnam-Veteran sein und orthodoxer Jude zu sein.
Florian Bayer: Und das Witzige ist, der orthodoxe Jude, er ist kein Jude. Er ist nie konvertiert. Er hatte eine jüdische Freundin, mit der er, ich glaube, auch gar nicht so lange zusammen war. Aber er hängt so an der.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, wie lange er zusammen war.
Florian Bayer: Und sie sind noch, waren sie verheiratet? Wird gesagt, dass sie seine Ex-Frau ist?
Johannes Franke: Ich weiß es nicht.
Florian Bayer: Na, auf jeden Fall, sie sind getrennt, aber sie kriegt ihn noch dazu, auf ihren Hund aufzupassen und ähnliches.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und. Von ihr hat er auch offensichtlich dieses krasse, starre, orthodoxe Jüdische übernommen. Ich arbeite nicht am Sabbat.
Johannes Franke: Genau. Und das ist halt identitätsstiftend. Und deswegen hält er da ja auch fest dran, weil das seine Identität ist. Das ganze Ding und seinen ganzen Ausraster und sein ganzes irrationales Zeug, das ist nur alles, weil er an seiner Identität festhält und alles andere seine Identität ins Wanken bringen würde.
Florian Bayer: Und diese Identität, es hat militärisch, ne? Und ich bin Badass und ich bin Autorität und ich setze Autorität um. Und es gibt so ein paar kleine Momente, wo das gerissen wird. Und das finde ich sind großartige Momente. Wenn sie bei Larry sind, bei dem Dieb vom Auto vom Dude. Und dann sagt er, ja pass auf, jetzt siehst du, was mit Leuten passiert. They try to fuck strangers in the ass. Und dann rennt er raus und fängt an, diesen Wagen zu zerstören. Und... dann kommt der Typ, dem wirklich der Wagen gehört und es ist nicht Larry, es ist nicht der komische Schüler, den sie da überfallen haben. Und er sagt, was machst du mit meinem Auto? Und Walter ist plötzlich ganz kurz voll eingeschüchtert und kommt überhaupt nicht klar und so, oh sorry, oh Mann ey, oh shit.
Johannes Franke: Und es bricht komplett. Ich find's großartig. Ist eine ganz tolle Szene auch. Weil der Junge, den sie da überfallen, ja wirklich nur stumm da sitzt, nichts sagt. Die handeln alles an ihren eigenen Vorstellungen davon, wie das gelaufen ist, ab.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Es ist so krass. Es ist so eine krasse Szene. Das hat mit der Realität eigentlich nicht mehr viel zu tun.
Florian Bayer: Und ja genau, Walter ist irgendwie immer irgendwie in einer anderen Realität. Und das ist krass, weil der Dude ist ja eigentlich der, der offensichtlich mehrmals Drogen genommen hat in seiner Vergangenheit. Und Walter ist jemand, der sagen würde, die Realität ist mir sehr wichtig und ich stehe mit beiden Beinen auf dem Boden.
Johannes Franke: Und der liegt komplett in seiner eigenen Story, in seiner eigenen Fiktion. Was ich so krass finde ist, dass der seine eigene Fiktion ja macht, indem er dann sagt, ja, die hat sich selbst entführt. Und der C, ach, der C kann auch von jedem sein. Und dann hat er auch noch Richt. Ja. Das finde ich so absurd von diesem Film. Dass ich denke, er darf nicht Recht bekommen eigentlich, weil er so eine absurde Figur ist. Und er ja nur damit seine seltsame Weltsicht füttert. Und dann gibt der Film ihm auch noch Recht. Das ist ja voll fies.
Florian Bayer: Ja, auch schon bei der Geldübergabe, wenn sie im Auto sitzen und der Dude ist wirklich voll verkackt. Und immer gesagt hat, wir sind gleich da.
Johannes Franke: So geil. Auflegen. Das ist halt typisch der Dude. Er ist einfach so laid back in der Situation, dass er nicht darüber nachdenken kann, wie er das jetzt was formuliert. Und dann legen sie auf und der Dude ist voll verärgert und schockiert und Walter so, die rufen wieder an, pass auf. Und sie rufen wieder an. Mann, also ich bin echt ein bisschen, ich finde es hart, dass dieser Film so sehr immer wieder in die Karten spielt.
Florian Bayer: Ja, aber andererseits. Er hat am Ende doch, finde ich, schon ziemlich klar erzählt, dass Walter eine... ganz große Mitschuld am Tod von Donnie trägt.
Johannes Franke: Ist das so?
Florian Bayer: Ja. Weil ich glaube, dieser Herzinfarkt passiert vor allem, weil die Situation eskaliert. Und die Situation wäre nicht eskaliert, wenn sie den drei Nihilisten das bisschen Kleingeld gegeben hätten, was sie da bei sich haben. Dann wäre die Situation vorbei gewesen. Und Walter verursacht den Kampf, die Situation eskaliert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Donnie war davor ja schon so ein bisschen angeschlagen, aber das ist der Moment, wo Donnie den Schock kriegt, der seinen Herzinfarkt verursacht.
Johannes Franke: Aber das sind zwei Ecken, die, also jedem normalen Menschen, würde ich sagen, macht er keine Vorwürfe.
Florian Bayer: Natürlich, das würde ich ihm auch sagen. Aber
Johannes Franke: Schuld, ich weiß nicht, ob das dann ein gutes Konzept ist, ihm Schuld zu geben.
Florian Bayer: Naja, Walter lässt die Situation eskalieren. Walter ist jemand, der Situationen eskalieren lässt. Walter zieht die Waffe, die geladene Waffe, in der Bowlinghalle, weil jemand über eine Linie getreten ist, seiner Meinung nach, und es anders sieht. Walter wirft den Big Lebowski aus dem Rollstuhl, weil er sagt, ah, Das habe ich doch schon so oft gesehen. Das ist nicht echt. Der muss gar nicht im Rollstuhl sitzen. Das finde ich die geile Antithese. Und wirft diesen armen Mann einfach auf den Boden.
Johannes Franke: Aber der Film hat mich inzwischen so weit, dass ich denke, oh, vielleicht hat er damit auch recht. Aber es stimmt natürlich nicht.
Florian Bayer: Und Walter ist in diesem Café und schreit dann wirklich krass rum. Wir haben so oft diese Situation, wo der Du zu Walter sagt, ey, komm mal runter, bitte, bitte. Und wo dann die Bedienung im Café kommt und sagt, ey, Leute, das geht so nicht. Du kannst... hier in dem Café, wo Kinder sitzen, nicht dieses Zeug rumschreien, das du gerade rumschreist.
Johannes Franke: Und er dann wirklich noch sitzen bleibt.
Florian Bayer: Provokant.
Johannes Franke: Provokant und sagt, nee, ich bleib jetzt hier und ich trinke meinen Kaffee. Aber er spielt das so gut. Einer seiner besten Szenen, Mann.
Florian Bayer: Also Walter ist eine krasse Figur. Ich fände Walter im realen Leben anstrengend. Ich würde mich komplett fernhalten von dem. Absolut, absolut. Aber er ist natürlich eine tolle Antithese zum Dude und eine super Ergänzung für ihn. Und dass sie trotzdem halt irgendwie diese Art von schräger Freundschaft haben.
Johannes Franke: Das ist krass, ne?
Florian Bayer: Das ist geil.
Johannes Franke: Und dass er das irgendwie auch, vielleicht ist der Dude genau der Richtige, weil er das aufnehmen und einfach verschlucken kann, weil sein Zen einfach so tief sitzt. Und er einfach dann sagen kann, yeah, well, you know, that's just like your opinion, man.
Florian Bayer: Das sagt halt so Jesus, ne? Wenn Jesus sagt, I will fuck you in the ass. In diesem Film wird echt viel geflucht, ne?
Johannes Franke: Aber das ist so seine Haltung dann dazu. Und er schafft es dadurch auch die Sachen zu nehmen, die Aggression, die ihm entgegenkommt und einfach zu neutralisieren mehr oder weniger.
Florian Bayer: Wobei ja Walter ja tatsächlich öfter mal anschreit. Also nicht nur in dieser Schlussszene mit der Asche, sondern auch davor schon. Es gibt immer mal wieder diese Diskussion zwischen Walter und dem Dude, wo man das Gefühl hat, ja da ist er ein bisschen weniger sein, als er davor war.
Johannes Franke: Ich möchte mal ganz kurz wenigstens nochmal, ich komme nicht darüber weg, dass du sagst, dass die Nihilisten keine Nihilisten sind. Der Film sagt es doch selber irgendwie. Also die Figuren sagen das ganz stark. Natürlich sagen die das stark. Aber die Figuren selber, also die Deutschen sagen ja auch, we believe in nothing Lebowski, nothing. And tomorrow we come back and cut off your Johnson.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und es ist an nichts glauben. Was ist es denn dann, wenn es nicht ein Helosmus ist? Ja, nichts glauben. Also zumindest als Front. Ja,
Florian Bayer: genau, als Front. Als Front ist es Nihilismus. Aber das sind keine Nihilisten, das sind keine Philosophen, die sich irgendwie philosophisch mit dem Nihilismus auseinandergesetzt haben.
Johannes Franke: Ja, aber der Dude ist ja auch trotzdem irgendwie, also ist ja nicht trotzdem irgendwie Stoizist, auch wenn er sich nicht mit der Philosophie auseinandergesetzt hat.
Florian Bayer: Ja, aber der Dude ist es halt wirklich. Der Dude lebt das und sie leben das ja nicht. Sie machen sich ja, ihnen ist das Geld wichtig. Ihnen ist ihr Auftreten wichtig, ihre Autorität, ihnen ist offensichtlich Musik wichtig. Sie haben nicht diesen nihilistischen Lifestyle. Lass mich mal kurz überlegen, ob ich irgendeinen Film... empfinde, wo eine nihilistische Figur vorkommt, die man wirklich so, wo man sagen könnte, ah, das ist so ein Prototyp oder so ein Stand-in für eine nihilistische Lebensweise. Ja, spontan.
Johannes Franke: Du weißt, dass ich die Jeopardy-Melodie einspielen muss jetzt.
Florian Bayer: Ja, musst du machen. Definitiv, gib mir die Jeopardy-Musik lang Zeit zum Nachdenken. Vielleicht so ein bisschen außer Atem von Godard. Und vielleicht auch Limmel-Pi von Buddha. Da kommen hier listige Figuren vor.
Johannes Franke: Ich fand Außer Atem zu scheiße, als dass ich das jetzt noch... So scheiße fandst du den gar nicht.
Florian Bayer: Hör dir die Episode nochmal an. Wirklich? Ja,
Johannes Franke: ja. Oh Gott, ich darf Schari nie hören. Wir reden so viel über den Scheiß-Film Außer Atem. Wirklich? Ja, natürlich.
Florian Bayer: Hör dir die Episode nochmal an. So scheiße fandst du den nicht.
Johannes Franke: Unsere ganze Identität als Paar beruht darauf, dass wir eine Außer-Atem-Scheiße finden. Das kannst du mir nicht nehmen, Flo.
Florian Bayer: Okay, pass auf. We need to talk about Kevin Hartmann. ziemlich viel, da geht es um einen Jugendlichen, der sich strange verhält. Da gibt es nihilistische Momente in der Figur. Aber ich glaube, es ist wirklich schwierig, weil das Ding ist, Nihilismus als Philosophie ist halt wirklich schwer zu fassen, weil Nihilismus eine Fremdzuschreibung ist. Du findest kaum, du findest in der Philosophiegeschichte niemand, der sagt, ich bin jetzt Nihilist.
Johannes Franke: Naja, ich glaube, sie sagen ja das mehr oder weniger. Und ich glaube eben auch, dass es eher eine Front ist, also dass sie es nicht wirklich sind. Also der Film macht sich ja einen Spaß draus, sie dann rufen zu lassen, das ist nicht fair, wenn sie plötzlich Schmerzen erfahren. Und das widerspricht natürlich dem nihilistischen Konzept. Ja, das sind kleine Kinder,
Florian Bayer: die irgendwie auch in diese Situation geraten sind und gedacht haben, jetzt können wir das für uns ausnutzen, die aber kein Konzept dahinter haben.
Johannes Franke: Genau. Und deswegen glaube ich auch, dass es eine Front ist, aber dass es zumindest eine Selbstzuschreibung ist, die sie haben, die sie vornehmen. Auch wenn die nicht... nicht wirklich stimmt, sondern es eher so als nach außen ist.
Florian Bayer: Es ist halt genau, es ist Fassade, es ist Show. Und das ist Nihilismus in 99% der Fälle, weil es gibt keinen Menschen, der an nichts glaubt. Es gibt ja sogar das Konzept, dass der Nihilismus als Ideengebäude selbst ein Paradoxon ist. Weil wenn du an den Nihilismus glaubst, als Idee, dann hast du einen Idealismus. Nämlich den Nihilismus.
Johannes Franke: Das heißt,
Florian Bayer: du kannst kein Nihilist mehr sein. Aber ich mag sehr die Theatervorführung, die wir dann später tatsächlich von Wolters Mieter sehen. Und was kommt denn von The Dudes Mieter sehen?
Johannes Franke: Vermieter.
Florian Bayer: Vermieter.
Johannes Franke: Ich habe total vergessen, dass dieser Vermieter da war und ihn eingeladen hat. Und dann sitzen die in dieser Vorstellung und ich auch erinnere mich nicht. Ich habe das erst später wieder festgestellt. Stimmt, der wurde ja eingeladen. Fuck, Alter. Aber das ist mir in der Szene nicht eingefallen. Und ich dachte, was machen die da? Was soll das?
Florian Bayer: Du siehst diesen Schattentanz und denkst so, hä, wo sind wir jetzt plötzlich gelandet? Ist das wieder irgendwas von Mord? Und dann kommt der aber raus und hat dieses Adams-Kostüm und denkt so, ah, das ist der Vermieter. Ach du Scheiße. Und das soll er kritisieren.
Johannes Franke: Toll.
Florian Bayer: So enden Freundschaften.
Johannes Franke: Übrigens, was wir noch gar nicht gemacht haben, ist mal einen Schritt zurück zu machen und zu gucken, wie ist das überhaupt gedreht und gemacht und wie sieht der Film aus. Roger Deakins hat die Kamera gemacht.
Florian Bayer: Was für ein großartiger Kameramann.
Johannes Franke: Wir haben in diesem Podcast schon so oft über Roger Deakins geredet, aber nie ausführlich und das werden wir jetzt auch nicht machen, weil ich mich nicht informiert habe. Aber ganz, ganz toller Kameramann. Der hat einen Podcast, wo er Rede und Antwort steht zu seinen Projekten und auch ein kleines bisschen Matzos-Gefühl, dass er doch durchaus ein Sendungsbewusstsein hat, sagen wir so. Also er redet gerne über seine Sachen. Aber... Aber es macht auch Spaß. Also es ist schon sehr gut, wenn ihr irgendwas an Kamera, wenn es euch interessiert, wenn ihr ein bisschen nerdy über Kamera reden wollt, dann hört euch den Podcast über Roger Deacon oder mit Roger Deacon an.
Florian Bayer: Shawshank Redemption, die Verurteilten haben wir besprochen. Fargo haben wir besprochen. Er hat viel mit den Cones zusammen gemacht, also auch nach diesem Film. Er hat auch sowas gemacht wie Blade Runner 2049 und 1917, also auch jüngere Filme. Und für die beiden hat er auch einen Oscar gewonnen. fantastisch. Ich finde, jeder Film von ihm hat, man merkt einfach, der hat Ideen und hat großartige Kameraführung. Dieser Film auch. Ich finde hier vor allem, also es passieren einige wirklich tolle Sachen in diesen Traumsequenzen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Da gibt es so viel verspieltes Zeug mit Bild, mit Kamera, mit Erzählung. Also wenn er zur Bowlingkugel wird und in dieser Bowlingkugel dann die Pins umwirft. Wir haben eine Musical-Szene, wo er auf die Stage runtergeht und dann tanzt.
Johannes Franke: Wenn ihr euch fragt, wie die Kamera in die Bowlingkugel reingekommen ist, die da rollt, ist sie natürlich nicht. Also dieses Loch, was man da sieht, durch das man rausgucken kann, haben sie digital nachträglich draufgelegt. Eine der wenigen Sachen, die digital passiert sind. Dieser Film ist sonst alles mit Practical Effects und so. Aber das ist am Computer noch drübergelegt worden, damit sie... das Gefühl von diesem Loch haben, aus dem das rausgefilmt ist,
Florian Bayer: dann großartig. Also die Traumsequenzen finde ich super. Auch die Musik, die da angesetzt ist. Die Musik von Bob Dylan bei der ersten Traumsequenz.
Johannes Franke: Bob Dylan ist so großartig. Oh, ich liebe es. Der Film kriegt sofort eine ganz bestimmte Stimmung, wenn Bob Dylan klingt.
Florian Bayer: Und es ist ja nicht nur Bob Dylan. Also wir haben hier ja jetzt springen wir von der Kamera zur Musik, aber um zumindest die Namen zu nennen, wir haben hier Captain Beefheart auch drin, Elvis Costello. Es sind wirklich großartige Songs in diesem Film eingebaut und die passen wirklich gut. Es gibt so die Vibes, die da sind, so zwischen Country, Slacker, Hippie und irgendwas. Es ist schon verdammt gut getroffen. Das war ein fantastischer White Russian.
Johannes Franke: Toll, oder?
Florian Bayer: Der war wirklich gut.
Johannes Franke: Ganz großartig.
Florian Bayer: Großartige Musik, um den Namen auch nochmal zu erwähnen, Kata Börvel. der auch viel mit den Cones zusammengearbeitet hat und unter anderem dann auch für sowas wie für Martin McDonagh, über den wir auch mehrmals gesprochen haben, Free Billboards und Benchies of Inner Sheeran, die Musik gemacht hat. Der hat hier eine, also zum einen ist gute Musik drin und er hat eine exzellente Songauswahl getroffen. Also Kamera und Musik, beides erstklassig. Roger Deakins, Carter Burwell.
Johannes Franke: Ja, ganz großartig. Wie finden wir denn, dass der Dude im Bademantel... den Film beginnt und ihn im Bademantel endet. Also um übertragen zu sagen, der macht keine Entwicklung durch.
Florian Bayer: Nada.
Johannes Franke: Keiner von denen macht eine Entwicklung durch. Na, es gibt nichts. Wir haben keine Chance, mein berühmtes Save the Cat Heldenreise-Ding drüber zu sprechen. Keine Heldenreise passt auf diesen Film, Gott sei Dank. Kommen wir damit klar? Also du kommst damit klar, oder? Ich komme damit voll klar. Das Interessante ist, ich komme natürlich auch vollkommen damit klar. Aber ich finde es... Absolut bemerkenswert. Und deswegen will ich es einmal sagen. Dieser Film widerspricht all diesen Lehrstücken da draußen, die sagen, du brauchst eine Figur, eine Hauptfigur, die interessant ist, weil sie etwas will vom Leben. Der Dude will nichts. Und weil sie was erreicht. Ja. Und verändert aus der Sache wieder rausgeht. Nichts davon passiert.
Florian Bayer: Und dieser Film zieht das ja wirklich konsequent durch, dass er auch... von der Erzählung wirklich holprig, ein bisschen episodisch. Es kommen neue Personen, die keine Rolle spielen. Es kommen Personen, die vielleicht eine Rolle spielen. Wir wissen es ganz oft nicht. Und so wie der Du durch das Geschehen stolpert, stolpert der Film auch irgendwie durch seine Handlung. Total.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich finde es ganz großartig, dass er halt einmal wirklich zur Halbzeit im Mittelteil diese Meta-Ebene aufmacht, indem wir dem Narrator dann kurz begegnen.
Johannes Franke: Ja. Ist der wirklich da? Ja, der ist da. Ich weiß nicht.
Florian Bayer: Naja, der Narrator ist natürlich so eine übernatürliche Gestalt.
Johannes Franke: Ja. Aber er ist da, er unterhält sich mit dem Dude. Die Einstellung ist ja, die drei sitzen nebeneinander.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Dann haben wir eine Kamera-Ranfahrt an den Dude. Und dann geht die Kamera wieder auf und plötzlich sind die beiden nicht mehr da, sondern der Erzähler ist da. Ja.
Florian Bayer: Aber er ist da, er sitzt da, wir sehen ihn. Er sitzt da, wir sehen ihn. Reicht das nicht, um zu sagen, er sitzt da? Nein. Das ist natürlich diese Meta-Ebene. Also der Dude referiert, der Stranger referiert ja auf den Film. Sam Elio spielt das übrigens in den wenigen Momenten, in denen er zu sehen ist, ganz großartig. Als alter Cowboy.
Johannes Franke: Ja, ist ganz toll.
Florian Bayer: Was so überhaupt nicht passt. Nein,
Johannes Franke: das hat überhaupt nichts mit irgendwas zu tun.
Florian Bayer: Und dann ist er ja wirklich jemand, er ist fast wie, also er ist so ein Solo-Cour. Er kommentiert den Film. Er kritisiert am Dude, dass er so viel flucht. Das ist sein Ding in der Mitte des Films. sagt, ey, ist ja alles ganz cool, aber... Dein Style ist super, aber musst du so viel fluchen? Kannst du das mal ein bisschen zurückfahren? What the fuck do you mean?
Johannes Franke: Vor allem als Erzähler. Einfach in die Story einmal eingreifen und sagen, Leute, ist ganz schön, aber bitte macht mal hier ein bisschen mellow.
Florian Bayer: Und dann macht er das ja auch am Schluss auch nochmal ganz krass, dass er wirklich zu uns spricht. Einmal vierte Wand brechen, ganz klassisch. Und guckt zu uns und sagt, na, wie fandet ihr es? Ich hoffe, ihr hattet Spaß. Das war eine gute Story. Ne, ich musste lachen. Ich fand's nicht cool, dass Donnie gestorben ist, aber hey, da gibt's ja noch ein paar Sachen, über die man nachdenken kann. Hoffentlich schafft es der Dude in die Finals, ganz wichtig. Und da gibt's dann ja auch noch den Little Dude, der unterwegs ist.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Ah, und dann ja, ansonsten, naja, der Dude abides. Und irgendwie ganz cool, across the sand of time, oh, I'm rambling again. Und dann verabschiedet er einfach mit uns mit den Worten, naja, ich hoffe, ihr hattet trotzdem ein bisschen Spaß. Und das fasst diesen Film perfekt zusammen. Ja,
Johannes Franke: und es passt so zu dem Film, weil... der Erzähler offensichtlich auch nicht viel weiß.
Florian Bayer: Nichts?
Johannes Franke: Der ist ja auch so einer, der die ganze Zeit so, irgendwas ist da mit diesem Typen und der ist eigentlich ganz cool. Und das war's.
Florian Bayer: Es gibt ja auch nichts zu erzählen. Dieser ganze Film ist ja eigentlich wie so ein Typ, der dir sagt, ey, ich hab eine irre Story zu erzählen. Am Schluss sitzt du da und fragst, und was ist jetzt die Message dahinter? Und er so, ich hoffe, das hat Spaß gemacht. Also im Prinzip ist dieser Film, der Typ mit dem Kopf... der in der Bar sitzt und irgendjemand anderem diese Geschichte erzählt. Jemanden, der zu viel Zeit hat.
Johannes Franke: Und das sind fünf oder vier Menschen, die zu viel Zeit haben. Ich finde auch interessant, dass er den Dude am Ende auch noch einmal heilig spricht. Er sagt ja nochmal richtig, he's chillin' for us sinners. Oder sowas in der Richtung. Großartige Verwertung von Jesus. Eine eindeutige Referenz auf dieses Jesus-Ding ist. Und dann ist es halt der Dude. Der ist derjenige, der für uns Sündiger, Sündende, für uns Sündiger, wie heißt das? Für uns Sünder. Für uns Sünder quasi am Joint zieht.
Florian Bayer: Oh du Joint Gottes.
Johannes Franke: Es ist großartig, es passt total zur Stimmung von dem Film und es ist auch glaube ich das,
Florian Bayer: was der Film letzten Endes dann sagen will. Kurz in die Richtung gehen, was will uns ein Film sagen? So what? Er will uns nichts sagen. Und der Film sagt uns aber auch sehr offensiv, dass er uns nichts sagen will. Und das ist hier eine nette Story und vielleicht habt ihr ein bisschen Spaß damit. Am Schluss sehen wir eine Bowlingbahn und keiner von unseren Protagonisten, aber wir sehen noch einmal, dass ein Strike geworfen wird.
Johannes Franke: Stimmt,
Florian Bayer: ja. Der Film endet mit einem Strike.
Johannes Franke: Beziehungsweise kurz vorher wird abgeblendet.
Florian Bayer: Also es ist ein Strike.
Johannes Franke: Es ist, ja, ja, aber es gibt die Theorie, dass sie abblenden mussten, weil ein Kegel stehen geblieben ist. Es ist ja eine lange Einstellung, weil wir den Erzähler sehen und dann schwenkt die Kamera rüber. Und dann muss dieser Profi mit unter ungeheurem Druck noch diesen einen Strike werfen, damit die nicht alles nochmal machen müssen. Was ja durchaus ein langer Monolog war von dem Typen.
Florian Bayer: Ja, absolut.
Johannes Franke: Und der saß so perfekt, der Monolog. Und dann haut er daneben. Nee, das geht nicht.
Florian Bayer: Ich finde es genial. Und es passt halt auch einfach zu dem Film, dass es sagt, ja, so be it.
Johannes Franke: Ja, ist richtig. Ja, ich finde es großartig. Also ich muss sagen. Nein, Fazit mache ich noch nicht. Wir müssen ja noch in unsere Top 3. Zum Fazit kommen wir gleich. Wir müssen in unsere Top 3 und dafür kommt jetzt auch der Jingle. Jingle, Jingle, Jingle. Wir haben eine Top 3 und zwar Drinks oder Getränke in Filmen. Hatten wir sowas schon mal? Ich weiß es nicht. Ich fürchte, ich habe fast das Gefühl, ich habe schon mal den Right Russian aus The Big Lebowski in eine Liste gepackt. Aber ich weiß es nicht mehr ganz sicher. Es ist lang genug her, dass es nicht mehr wahr ist.
Florian Bayer: Genau und vor allem ist es lang genug her, dass wir sagen können, ja, wenn ihr die Folge gehört habt und jetzt nochmal eine Top 3 zum Thema Drinks gehört habt, ihr einfach Pech gehabt. Aber um ein bisschen überflüssiges Fun-Wissen reinzubringen, Black Russian war der ursprüngliche Name.
Johannes Franke: Achso.
Florian Bayer: Ja, der halt 19... 1949 wurde da der White Russian draus, davor war es der Black Russian und der war halt einfach mit Kalua, also mit diesem Kaffeelikör und mit Wodka. Und dann hat irgendjemand gedacht, pack mal mal noch Sahne obendrauf. Und wer auch immer das war, danke.
Johannes Franke: Ja, die Sahne ist wichtig. Es wird ja trotzdem im Black Russian bleiben können, weil der Weiß und Schwarz durchaus gleichberechtigt in diesem Glas sind.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Naja.
Florian Bayer: Und White Russian, wie ich ihn kenne, halt wirklich so aus Fancy Bars, ist dann auch tatsächlich in so einem Glas, das eher wie so ein breites Champagnerglas aussieht. Ich kann Gläser nicht gut beschreiben.
Johannes Franke: Ich glaube, das macht man aber auch nicht unbedingt. Ich weiß es nicht genau.
Florian Bayer: Also wenn ich in Bars einen White Russian bestellt habe, habe ich ihn eher so gekriegt.
Johannes Franke: Und weil ich ihn gerne trinke,
Florian Bayer: ist es mir tatsächlich egal. Aber ich finde, wie gesagt, ich mag den Dude-Style mit der Milch drin und ich finde den Namen Kauk Hähnchen auch ganz süß dazu.
Johannes Franke: Ich finde es ganz, ganz großartig. wie er da einmal in dieses Auto geworfen wird und die ganze Zeit sein Glas in der Hand hat und nichts verschüttet. Es ist so toll, weil das fasst den ganzen Dude zusammen in dem Moment. Das ganze Leben ist völlig im Chaos und völlig durcheinander, aber er schafft es noch, seinen Drink ordentlich in der Hand zu halten.
Florian Bayer: Egal was es ist, er will sich einen Red Russian machen und er will einen Joint rauchen. Genau. Egal, bei wem er auftaucht.
Johannes Franke: Das klappt irgendwie immer. Und seine wichtigsten Regieanweisungen, die er von den Codons bekommen hat, immer die Frage, ist er in der Szene bekifft oder nicht? Das war die wichtigste Entscheidung für die Szene für ihn immer. Und diese Frage hat er immer gestellt und danach hat sich entschieden, wie er es spielt.
Florian Bayer: Ja, und vor allem hat er dann auch ein bisschen noch so die Augen gerieben, wenn er bekifft sein sollte, damit er halt schön mitgenommen aussieht. Platz 3. Drinks.
Johannes Franke: Drinks in Filmen.
Florian Bayer: Ganz klassisch bei mir. Bier. In the Banshees of Innesheeren.
Johannes Franke: Oh, geil. Das ist Bierwerbung an dieser einen Szene. Da haben wir auch drüber geredet.
Florian Bayer: Es ist dieser wirklich deprimierende Film auf dieser Insel irgendwo in Irland, wo die Leute nichts zu tun haben und wo dann ein großes Drama zwischen zwei Freunden entsteht. Und sie sitzen immer mal wieder in dieser wirklich heruntergekommenen Bar und bestellen sich ein Bier. Und dann wird halt einfach dieses dunkle Bier, es sieht aus wie Guinness, ohne viel Schaum drauf wird ihnen hingestellt. Und jedes Mal denke ich, boah, hab ich Bock auf ein Guinness. Absolut. Und allein wenn ich jetzt schon drüber rede, habe ich Bock auf ein Guinness.
Johannes Franke: Du hast gerade ein White Roshan getrunken. Ich habe noch eins zu Hause. Ich glaube, das trinke ich heute Abend. Der Film ist wirklich verdammt gut, muss ich sagen. Also beim ersten Mal muss ich sagen, ich hatte dir ja gesagt, ich weiß nicht, ob wir den besprechen sollten, weil ich bin nicht so sicher, ob ich den Film so gut finde. Und dann habe ich ihn doch gegeben und dann haben wir ihn doch geguckt und dann habe ich ihn ein zweites Mal gesehen und war total so, wow, okay, warum habe ich das alles beim ersten Mal so nicht, warum ging das bei mir so? Weil ich habe den Film halt unter falsche Prämisse geguckt. Ich habe was anderes erwartet. Und dadurch habe ich beim ersten Gucken einfach nicht gesehen, was da alles noch so drinsteckt, ohne meine Vorurteile, die ich halt mitgebracht habe. Naja, ich habe auf Platz 3 einen Old Fashioned. Natürlich, guck mich an. Das ist halt ein Whisky-Klassiker mit Zucker und Bitter. Der ist so ein kleines bisschen außer Mode gekommen, weil er halt ein Old Fashioned ist.
Florian Bayer: Wie der Name schon sagt, nenn deinen Drink nicht Old Fashioned. Es könnte schief gehen.
Johannes Franke: Und er kommt wahnsinnig viel vor in Mad Men.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist die Serie.
Florian Bayer: Die ich nie geguckt habe.
Johannes Franke: Ach, das ist schon ziemlich eine coole Serie. Aber vielleicht ist sie nicht unbedingt was für dich auf Dauer.
Florian Bayer: Ich habe die erste Episode geguckt und es war mir zu träge.
Johannes Franke: Ich glaube,
Florian Bayer: ich war in einer Phase meines Lebens, wo ich nicht Lust hatte, nochmal so eine große Serie zu sehen, die langsam erzählt ist.
Johannes Franke: Aha, okay. Also die wird schon langsam erzählt, das stimmt. Und es sind auch, ich kann mir vorstellen, dass man nach der zweiten Staffel schon mal aussteigt oder sowas. Aber nach der ersten Folge, hm.
Florian Bayer: Ein großes Problem bei mir, ich bin Raucher und ich bin getriggert, wenn ich Rauchen im Fernsehen sehe, dann kriege ich Lust auf eine Zigarette.
Johannes Franke: Ja, das ist scheiße.
Florian Bayer: Und ich glaube, ich könnte Mad Men keine fünf Minuten gucken, weil ich die ganze Zeit unterbrechen und rauchen müsste.
Johannes Franke: Ja, ihr spielt die ganze Zeit so ungefähr in den 50ern in einer Werbebranche, wo einfach... Don Draper als Hauptfigur die ganze Zeit raucht und säuft auf dem Arbeitsplatz. Und dort irgendwie, also man sieht sie auch sehr selten wirklich richtig arbeiten. Die wird halt die ganze Geschichte drumherum erzählt.
Florian Bayer: Eine der großen Serien der späten 2000er und frühen 2010er Jahre. Als wirklich so eine Serienhochzeit war mit Breaking Bad und Game of Thrones. Und wo wirklich große Serien gemacht werden. Und sie wird oft auch so als Referenz genannt. Sie ist eine davon. Eine von diesen großen Serien aus dieser Zeit.
Johannes Franke: Absolut, absolut.
Florian Bayer: Auch schon über 15 Jahre her. Krass, ja. Mein Platz 2. Butterscotch und Butter Gin aus Willy Wonka and the Chocolate Factory. Natürlich nicht die Burton-Variante, sondern die mit Good Old Gene Hackman. Der eher so am Rande erwähnt, der offensichtlich seinen Oompa Loompas das Zeug zu trinken gibt. Und die werden dann alle lustig und haben Spaß. Und es ist natürlich so ein Wortspiel, weil Butterscotch ist eigentlich eine Süßigkeit. Also einfach eine Süßigkeit für Kinder als Geschmacksrichtung. Aber in dem Fall ist ein alkoholisches Getränk gemeint.
Johannes Franke: Okay. Er erinnert mich an Denkbrause oder wie heißt das? Rainer Lacomi sagte immer, er trinke sehr viel Denkbrause. Er ist Kindermacher oder war. Er ist ja, glaube ich, gestorben vor einer Weile. Und er hat auch viel getrunken, muss man sagen. Man hat ihn auch angesehen irgendwann.
Florian Bayer: Ja, wenn ich mir so ihn anhöre, dann... Ja, er klingt wie jemand, der gerne mal über den Durst trinkt. Ich habe mit Lacombe nie was zu tun gehabt. Ich bin Wessi. Ich habe erst in meinem Erwachsenenalter bin ich auf den Traumzauberbaum gestoßen. Finde ich aber ganz toll.
Johannes Franke: Ganz toller. Ja, ja, ganz, ganz toll. Es ist aber keine Platzierung von mir, sondern... Ich weiß ja keinen Film. Ich habe auf Platz zwei den 5-Dollar-Milchshake aus Pulp Fiction. Oh ja.
Florian Bayer: Was waren das für Zeiten? Als ein 5... Dollar Milchshake als teuer angesehen wurde. Ja,
Johannes Franke: als teuer angesehen wurde. Und sie lieben ihn und sie reden auch viel darüber und er ist fucking pretty fucking good, um mal zu zitieren. Ja.
Florian Bayer: Das war Mitte der 90er, damals war 5 Dollar für ein Milchshake wirklich, wirklich viel.
Johannes Franke: Aber don't be a square. Okay, wir reden sehr viel über Pulp Fiction, Pulp Fiction ganz, tja, wie sagt man das jetzt? In der Zeit verhafteter Film? Wir haben ein bisschen darüber geredet, dass wir vielleicht so ein paar Minuspunkte finden zu heute, dass er ein bisschen verloren hat, während andere Filme aus der gleichen Zeit vielleicht besser mithalten können mit der Zeit, mit dem Fortschreiten der Zeit.
Florian Bayer: Mein Platz 1, Clockwork Orange, der Moloko Plus, den Alex mit seinen Truks in einer Milchbar trinkt und zwar in der Corova Milk Bar und wir können uns vorstellen, dass das Plus vor allem irgendwas, irgendeine Drogensubstanz ist, mit der sie sich high machen. Und Molokow ist das russische Wort für Milch.
Johannes Franke: Ah, ja, ja. Wir haben einen Vespa Martini auf Platz 1.
Florian Bayer: Ah, aus welchem Film?
Johannes Franke: Jedem. Jedem James Bond.
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Gerührt, nicht geschüttelt. Und zwar genau das. Und ich wollte es vor allem auf Platz 1 setzen, weil das natürlich irgendwie der berühmteste Drink der Filmgeschichte ist. Aber auch um mich im... Ein bisschen darüber auszuregen, dass das völliger Quatsch ist, wenn er den geschüttelt und nicht gerührt haben will und dann auch eine Scheibe Zitrone haben will. In seiner Version ist das ein Maß Wodka, ein halbes Maß Kinale und drei Maß Gordons Gin. Und Gin und Wodka zu mischen, da rollt es Drinkmixern die Fußnägel hoch. Das macht man nicht. Okay. So, also das ist schon mal... Der, der das geschrieben hat, ich habe den Namen gerade nicht parat. Ian Fleming. Ian Fleming, der hat gesagt, ja, ich lasse ihn einen Drink bestellen, der was Neues versucht, was anderes macht, was Wildes macht. Und natürlich weiß keine Sau, dass das irgendwas Wildes ist und niemand weiß, dass man das so nicht macht. Und vor allem darf man den auch nicht schütteln, sondern man muss ihn halt rühren eigentlich.
Florian Bayer: Es ist vom Autoren, der keine Ahnung von Drinks hat und sich was ausgedacht hat. Der fancy Alkoholnamen gefunden hat und gesagt hat, die mische ich jetzt zusammen. Das ist doch ein cooler Drink.
Johannes Franke: Und noch ein kleiner Fun-Fact. Wenn man sich als Kunde ein Martini wünscht, dann ist das entweder ein Wermut der Marke Martini oder eben der Drink Martini, der Cocktail. Und ich habe mal das Falsche bestellt und habe nicht das bekommen, was ich wollte. Und habe mich aber nicht getraut, irgendjemandem zu sagen, dass das vielleicht nicht das war, was ich wollte. Und das schmeckte ganz furchtbar, weil ich mit Martini an sich, also Wermut, diesem Wermut wo überhaupt nichts anfangen konnte.
Florian Bayer: Es gibt einen ganz großartigen Sketch von Dropout, früher College Humor, und zwar aus der Zeit, als sie noch College Humor hießen, wo drei Typen in eine Bar gehen und dann bestellen sie sich die ersten beiden irgendwas, was einen sehr schrägen Namen hat und kriegen so ein richtig geil männlich aussehendes Bier hingestellt. Und der Dritte ist offensichtlich zum ersten Mal in dieser Bar und guckt dann ganz panisch die Liste durch von den Drinks und nimmt das, was am männlichsten klingt und kriegt dann aber so was Rosanes hingestellt mit Schirmchen. Und sagt so, nein, nein, nein, ich will einen richtigen Drink. Ich war nur ein Spaß. Und arbeitet sich durch diese Karte. Und es wird more and more embarrassing von Drink zu Drink. Bis hin zu dem Punkt, wo er so einen Brunnen hingestellt kriegt, wo so eine kleine Jungfigur ist, die auf Knopfdruck reinpinkelt. Es ist wirklich ein toller Skit, so fünf Minuten.
Johannes Franke: Ach, sehr schön.
Florian Bayer: Und er wollte einfach nur ein männlich aussehendes Bier. Und ich glaube, es endet damit, dass er einen roten Cocktail hat, in den dann ein Tampon reingesteckt wird. Und dann sagt er, okay. Gut, weil er aufgegeben hat.
Johannes Franke: Okay, du hast noch Platz 1.
Florian Bayer: Nee, mein Platz 1 war war, war, war, äh, mein Platz 1 war Molokow. Ah,
Johannes Franke: okay, Molokow, okay. Äh, dann gehen wir doch wieder zurück in unseren Film und zwar zu Beagle Bowski.
Florian Bayer: Top 3. Kommen wir zu einem Fazit?
Johannes Franke: Wollen wir zu einem Fazit kommen?
Florian Bayer: Wenn wir nicht zu einem Fazit kommen, fange ich an, über Bowling zu regeln. Ah, nein, nein, nein, okay. Also, folgendes. Kegelverbot 1837 im Connecticut. Oh, nein, we are entering a world of pain.
Johannes Franke: Sie haben, Bowling wurde nur erfunden, weil... Ich ziehe meine Waffe, wenn du jetzt anfängst, über Bowling zu reden. Aber wie dumm ist das denn? Die Regeln, Flo, wir haben hier Regeln. Was passiert mit dieser Welt, wenn wir nicht uns an unsere Regeln halten?
Florian Bayer: Dann hat der Staat gesagt, ihr dürft nicht kegeln. Das ist so, illegales Glücksspiel wird da betrieben und so weiter, Verbrechen. Und dann haben sie gesagt, okay, wir stellen einen Zehnten dazu und sagen, das wird ab sofort nicht mehr kegeln, sondern Bowling genannt. Und dann dürfen wir es wieder machen. Johannes? Johannes?
Johannes Franke: Ja, ich bin noch da.
Florian Bayer: Ich bin noch da.
Johannes Franke: Alles gut. Alles gut. Fazit. Fazit. Wir haben ein Fazit. Plor, ich habe ja das dir gegeben, weil ich gedacht habe, was ist da wirklich noch dran?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil ich gedacht habe, ja, ich habe den vor 20 Jahren geil gefunden und die ganzen Dudes in meiner Umgebung, die ich nicht geil fanden, fanden den Film auch geil. Wie ist denn der Film jetzt wirklich? Und der Film ist einfach fucking gut.
Florian Bayer: Es ist ein extrem guter Film.
Johannes Franke: Wirklich beeindruckend. Aber ich muss sagen, gut, es sind die Coens und man muss mir noch einen Coen zeigen, der wirklich schlecht ist. Ich fand bis jetzt tatsächlich jeden ziemlich gut.
Florian Bayer: Ja. Es gibt, also ich glaube, so richtig schlecht gibt es nicht. Es gibt Cones, die ein bisschen schwächer sind. Lady Killer ist so ein Fall, der ist nicht so geil.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Tatsächlich würde ich auch, jetzt müsste ich einmal die Liste von Cones Filmen durchgucken. Ich würde Big Lebowski nicht auf Platz 1 packen.
Johannes Franke: Ja gut, okay.
Florian Bayer: Liegt daran, ich bin bei den Cones tatsächlich bei den Filmen, die so ein bisschen mehr dramatische Gravitas hatten. Die finde ich stärker. Millers Crossing und Raising Arizona und
Johannes Franke: Barton Fink würde ich ganz viel... Barton Fink, Country for Old Men,
Florian Bayer: wo es ein bisschen mehr Stakes gibt, ein bisschen mehr emotional, ein bisschen mehr Dramatik, ein bisschen mehr Fleisch. Und er ist wahrscheinlich die beste Komödie von ihnen, die beste reine Komödie von ihnen. Ah, Fargo natürlich, Fargo ist auch ganz weit oben.
Johannes Franke: Und Raising Arizona ist doch auch eine sehr komödiantische...
Florian Bayer: Ja, aber Raising Arizona hat durch die Bank diesen emotionalen Kern. Und dieses emotionale Drama. Sie haben ein Kind entführt und sie beschäftigen sich damit und sie setzen sich damit, Raising Arizona ist mein Lieblingsfilm von den Coens. Sie setzen sich damit wirklich auseinander und hier haben wir halt diesen letzten, diesen Tod von Donnie als einzigen emotionalen Moment.
Johannes Franke: Hast du Hail Caesar gesehen? Nee. Weil das ist vielleicht noch einer, der muss auch echt extrem lustig sein, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich habe ihn noch nicht gesehen.
Florian Bayer: Der ist nicht so gut angekommen bei der Kritik, ne?
Johannes Franke: Weiß ich?
Florian Bayer: Echt? Ich weiß es aber nicht mehr ganz sicher. 2016 ist einer der jüngsten. Ich habe die letzten beiden nicht gesehen. Und Inside Llewyn Davis auch nicht. Den habe ich gesehen. Ich habe die letzten drei nicht gesehen.
Johannes Franke: Inside Llewyn Davis habe ich gesehen. Fand ich ganz beeindruckend. Damals, als er rausgekommen ist. Also da habe ich noch keine Ahnung gehabt. Und nicht, dass ich jetzt Ahnung hätte oder so. 2018 Ballett auf, was das Scruggs ist, auf Netflix erschienen. Und ist tatsächlich auch ganz gut.
Florian Bayer: Krass, ich habe alle Filme von denen gesehen, bis auf die letzten drei. Oh, krass. Ich bin einmal gerade durchgegangen, was ich an langen Filmen von denen gesehen habe. Und Burn After Reading war zum Beispiel auch ein Film, der nicht so gut war. Aber Serious Man aus dem Jahr 2009 war ganz großartig. Ich liebe die Cones. Die Cones machen extrem gute Filme. Bill Klebowski gehört zu den extrem guten Filmen, die die Cones machen. Ich will ihn jetzt nicht einsortieren. Ich will ihn damit auch nicht kaputt reden. Das ist wirklich ein unterhaltsamer Film. Und man hat das Gefühl, am Schluss, wenn der... Der Stranger, als er das letzte Mal in die Kamera geredet hat, dass der Film genau das erreicht hat, was er wollte. Und ich kann mir aber auch vorstellen, dass es Leute da draußen gibt, die sagen, mir ist das zu wenig. Oder ich komme damit nicht klar, mir ist das zu schräg.
Johannes Franke: Weiß ich nicht, also der Film bleibt dir die ganze Zeit unterhaltsam und dann fragst du dich halt am Ende, ja und jetzt? Was ist jetzt? Gib mir was, womit ich den Film abschließen kann. Aber gut, das macht ja den Film nicht kaputt. Manche Leute vielleicht schon. Ich glaube,
Florian Bayer: manche kommen mit diesem und jetzt nicht so gut klar. Und ich kann es auch nachvollziehen. Natürlich kann das so ein Mindset sein.
Johannes Franke: Aber wie kann der Film in den letzten fünf Minuten den ganzen Film kaputt machen? Nee,
Florian Bayer: nicht in den letzten fünf Minuten. Und jetzt haben sie ja die ganze Zeit. Dieser Film ist ja ein einziges und jetzt. Ja,
Johannes Franke: aber du kannst ja trotzdem noch hoffen, dass in den letzten fünf Minuten jemand alle, wie in einer guten Serie, wo die letzte Staffel versucht, alles zusammenzubringen, aber es nicht schafft oder eben doch schafft.
Florian Bayer: Meistens ist ja eher das Gegenteil der Fall, dass eine letzte Staffel so reinhaut, dass die Leute sagen, oh Gott, das hat mir die ersten fünf Staffeln kaputt. gemacht.
Johannes Franke: Das ist Blödsinn. Die waren doch trotzdem gut, die ersten fünf Staffeln.
Florian Bayer: Aber trotzdem, nimm mir mal eine gute letzte Staffel, die du gesehen hast von der Serie.
Johannes Franke: Von 30 Rock. Comedy-Serie mit Tina Fey, von Tina Fey. Hat eine grandiose letzte Staffel, vor allem eine grandiose letzte Folge, die es irgendwie schafft, alles noch zusammenzubringen. Obwohl da auch jetzt nicht so wahnsinnig viel diversifiziert ist. Also es ist nicht so wie bei, was hast du geguckt, Lost? wo ganz viele Rätsel aufgemacht werden und dann am Ende zusammengebracht werden müssen.
Florian Bayer: Oh Gott, Lost ist ein Paradebeispiel für eine richtig letzte Staffel.
Johannes Franke: Ja, genau. Aber die haben halt auch sich sehr breit gestreut und mussten das irgendwie zusammenbringen, wenn ich das richtig verstehe. Und bei 30 Rock, ich meine, das ist eine Bürositcom mehr oder weniger. Plus eben eine Sitcom in einem Writers Room von Comedy-Autoren. Und das ist hervorragend, ganz, ganz toll. Tina Fey ist ganz, ganz großartig, die hat tolle Sachen gemacht und die hat es irgendwie geschafft, da ein zufriedenstellendes Ende zu kriegen. Okay,
Florian Bayer: mir würde jetzt so, selbst bei den Serien, wenn ich an die Serien denke, die ein ganz gutes Ende gefunden haben und jetzt fallen mir gerade als Beispiel wirklich nur Breaking Bad und Better Call Saul ein, selbst da würde ich sagen. Wenn wir die letzte Staffel mit den Staffeln davor vergleichen, gibt es einen kleinen Abfall.
Johannes Franke: Ja, also Better Call Saul hat es noch besser geschafft als
Florian Bayer: Breaking Bad. Würde ich auch sagen. Und ansonsten kenne ich halt auch viele Katastrophen und viele Sachen, wo du nach der letzten Staffel da sitzt und sagst, uff, Leute, Wahnsinn. Aktuelles Beispiel ist wahrscheinlich Stranger Things, wobei Stranger Things, finde ich, hat es teilweise noch. Stranger Things ist nicht... die ist nicht so schlimm, wie teilweise auf sie abgekübelt wurde,
Johannes Franke: aber nicht das schlechteste Ende.
Florian Bayer: Es gibt viel schlimmere Beispiele. Also Game of Thrones hat eine schlechtere letzte Staffel. Walking Dead hat überhaupt nicht mehr gewusst, was es erzählen soll. Die Office-Katastrophe.
Johannes Franke: Ja, es gibt wirklich viele, viele schlechte letzte Staffeln. Wie viele Fuck hast du gezählt während des Films? Ich habe aufgehört zu zählen. Hast du Fucks gezählt? Das wäre wirklich sehr, sehr nerdig. Nein, aber ich habe ein bisschen geguckt und es gibt unterschiedliche Zahlen. Zwischen 260 und 292 Mal. Was ungefähr zweieinhalb Mal die Minute ist. Okay, passt. Schön. Ja, fuck.
Florian Bayer: Haben wir auch eine Tabelle mit so Aufteilung, von wem die ganzen Facts kommen? Weil ich glaube, Walter ist auch ziemlich gut dabei.
Johannes Franke: Ja, wahrscheinlich. Nee, habe ich leider nicht. Und es gibt einen schönen kleinen Funfact, was die Zensur betrifft. Sie mussten es ja irgendwann für Fernsehen aufbereiten. Und da gab es tatsächlich einige, um... Synchronisierungen im Englischen, weil sie dann gesagt haben, okay, der kann jetzt nicht sagen This is what happens when you fuck a stranger in the ass. Das haben sie umsynchronisiert in Do you see what happens when you find a stranger in the Alps? What? What? Wenn du einen Fremden in den Alpen findest? Was ist da los? Das ist wirklich traurig. Und es hat wohl irgendwie einfach von der Mundbewegung halt, naja, dann so gepasst. Oh Gott, oh Leute. Das ist super seltsam. Wollte ich nur noch loswerden, weil mir das so ins Auge gesprungen ist und ich dachte, um Gottes Willen, was machen sie da? Ja, ja. Großartiger Film. Großartiger Film. Guck den gerne nochmal an. Sagt uns gerne, ob ihr mit dem Ende klarkommt, dass da irgendwie dann nichts zusammengebracht wird, sondern einfach, ja, so ist das jetzt halt. Vielen Dank, dass du mir den gegeben hast. Ja, ich hatte sehr viel Spaß. Ich bin froh, dass ich dieses Risiko eingegangen ist, meine Jugend zu zerstören.
Florian Bayer: Und sie wurde nicht zerstört, sondern der Film hat wirklich überlebt. Es ist ein zeitloser Film, vielleicht auch, weil er so merkwürdig in der Zeit springt, so acht Jahre zurück. Ich bin von 1998 in der Zelle aus 1991. Leute, wie immer euch auch vielen Dank fürs Zuhören. Schön, dass ihr da seid.
Johannes Franke: Ja, wir haben immer sehr viel Spaß mit euch. Ich finde es ganz großartig. Also geht gerne mit rüber zu Social Media und... diskutiert fleißig mit.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes nächste Woche gebe,
Johannes Franke: dann bleibt noch dran. Hört euch nochmal den Jingle an.
Florian Bayer: Bis dahin gibt es nur noch eins zu sagen. Wusstest du, dass 1982 der erste perfekte 900er-Serie in Berlin gespielt wurde? Ah So. Ich hab's in einer der letzten Episoden irgendwann gesagt und ich weiß nicht mehr wann, ich hab irgendwann mal einen neuen Film gesehen.
Johannes Franke: Was,
Florian Bayer: wir reden hier so viel über alte Filme? Aber dieser Film ist relativ neu, aus dem Jahr 2024.
Johannes Franke: Das geht nicht, Plot. Also wir haben eine Karenzzeit von ungefähr 40 Jahren.
Florian Bayer: Ungefähr, ja. Wir müssen über diesen Film reden, weil ich nicht weiß, wie ich diesen Film fand. Ich weiß nicht, ob ich ihn gut fand oder schlecht. Und ich glaube, es ist so ein Film, über den man so wenig wie möglich weiß, am besten, wenn man reingeht. Was bei mir der Fall war und worüber ich auch irgendwie dankbar bin. Und deswegen habe ich aber auch so ein bisschen Angst vorm zweiten Gucken, weil ich glaube, dass das auch was sein könnte, was wirklich funktioniert hat und an diesem Film kaputt macht, wenn ich reingehe und schon weiß, was passiert. The Life of Chuck aus dem Jahr 2024. Ich habe diesen Film gesehen und ich habe danach noch relativ lange drüber nachgedacht. Ohne zu wissen, wie ich den Film fand.
Johannes Franke: Ist das nicht dieses generische Plakat vor Tom Hiddleston oder so? Ja. Da steht so tänzerisch fast.
Florian Bayer: Tom Hiddleston steht tänzerisch da auf dem Plakat und es ist vielleicht auch irgendwie die Stimmung des Films getroffen, vielleicht auch irgendwie nicht. Und wie gesagt, am besten weiß man so wenig wie möglich, wenn man reingeht.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und keine Ahnung, ob ich ihn gut fand.
Johannes Franke: Ja, dann guckt euch den Film doch auch mit uns einmal an. Findet vorher nichts darüber raus. Und dann seid ihr im Plors Mindset und dann wisst ihr auch nicht, wie ihr den Film finden sollt. Und dann hört ihr rein, wie wir nächste Woche den Film einmal auseinandernehmen und euch sagen, wie ihr den Film finden sollt.
Florian Bayer: Damit ihr, damit, ich zeig den ja auch Johannes, weil ich auch eine Meinung, ich möchte einfach, ich möchte bei diesem Film eine Meinung von jemand anderem übernehmen. Ich hoffe, Johannes hat eine gute. Okay, na gut, dann bin ich mal gespannt. Muss ich mir eine aus dem Hintern ziehen. Gut, sehr schön. Dann sehen wir uns nächste Woche wieder. Ich freu mich drauf. Bis dahin, ciao. Bis dann, ciao.
