Episode 282: Masters of the Universe (1987) – He-Man, vom Actionspielzeug zum Dolph Lundgren
Achja, He-Man… euch Jungspunden sagt das vielleicht jetzt ziemlich wenig, aber für mich als Kind der 80er Jahre war das damals das Actionspielzeug schlechthin. Und so ist es auch nur zu logisch, dass sich Mattell irgendwann dachte: “Och, daraus können wir auch eigentlich nen Film machen.” Nur problematisch, wenn man relativ wenig Budget zur Verfügung stellt und sich mit der chaotischsten Produktionsbuzze in ganz Hollywood einlässt.
Die verlegen, um Geld zu sparen, das Geschehen kurzerhand vom fantastischen Planeten Eternia in das USA ihrer Zeit. Genau dort landen die Heroen He-Man, Teela und Duncan nämlich gemeinsam mit dem Schlüsselmeister Gwyldor, nachdem der böse Skeletor Schloss Grayskull eingenommen hat und die Zauberin in seiner Gefangenschaft hält. Um das Böse zu besiegen und Eternia zu retten brauchen unsere Helden einen kosmischen Schlüssel, der allerdings den Teenagern Julie und Kevin in die Hände fällt. Und das Böse ruht natürlich auch nicht. Skeletor weiß mittlerweile, wo sich seine Feinde und der Schlüssel befinden und schickt seine eigene Monsterschar los, um den Planeten Erde ordentlich aufzuwühlen.
Masters of the Universe aus dem Jahr 1987, eine Fish out of Water Geschichte, die relativ wenig mit der ursprünglichen Spielzeug- oder Zeichentrickserie gemein hat. Entsprechend negativ fielen die Kritiken damals wie heute aus. Und wisst ihr was? Ich versuche, euch und Johannes heute davon zu überzeugen, warum die alle Unrecht haben.
Aber first things first. Johannes hattest du als Kind der 80er Jahre aus dem Osten irgendwelche Anknüpfungspunkte an He-Man oder andere Actionfiguren?
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 282: Masters of the Universe (1987) – He-Man, vom Actionspielzeug zum Dolph Lundgren Publishing Date: 2026-05-27T08:32:24+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2026/05/27/episode-282-masters-of-the-universe-1987-he-man-vom-actionspielzeug-zum-dolph-lundgren/
Johannes Franke: Ist er nicht schon auch depressiv, weil er die Einsamkeit des Bösen ihn so übermannt?
Florian Bayer: Ich glaube, eigentlich will er nur dazugehören und Sie lehnen ihn ab, weil er dieses Skelettgesicht hat. Vielleicht ist Skeletor der heimliche Held. Ich bin Plur, Verteidiger der Geheimnisse des Muss-Man-Sehen-Podcasts. Wunderbare Geheimkräfte erschlossen sich mir, als ich eines Tages mein Zaubermikrofon in die Höhe hielt und ausrief. Weil der macht es, muss man sehen, Podcast. Ich habe den richtigen Filmgeschmack.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Und so wurde ich zu Cineastic Man. Den mächtigsten Filmkritiker der Podcast-Welt. Als dieser verteidige ich die Geheimnisse des guten Filmgeschmacks vor den bösen Mächten von Johannes. Nein, das ist das komplett falsche Lachen. Du musst dieses heißere, krächzende... von Skeletor aus der Originalserie machen. Okay, Moment, Moment, Moment. Gib mir kurz Zeit. Fantastisch. Ich bin hin und weg. Leute, wir haben Großes vor uns. Wir haben... He-Man mit der Macht des Schwertes, mit der Macht des Universums, mit der Macht von Plor, der mir erzählen wird, warum das Ganze gut ist. Ja! Das werde ich machen. Oh Mann, der Held meiner Kindheit. Ich freue mich so drauf. Und eigentlich hatte ich vorher nur so eine kleine... Zwischenepisode ein bisschen Trash und Guilty Bleche aus meiner Kindheit zu machen.
Johannes Franke: Hast du versprochen zumindest?
Florian Bayer: Habe ich versprochen. Ich werde dieses Versprechen brechen.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Wir haben nämlich eine ganze Reihe vor uns. Wir müssen reden über Mattel und über Actionfiguren.
Johannes Franke: Wir haben schon über Mattel geredet. als wir über Barbie geredet haben.
Florian Bayer: Ja, das können wir kurz fassen. Wir reden über Mattel für Jungs. Mattel nach Barbie.
Johannes Franke: Andere Nummer.
Florian Bayer: Wir müssen über die Geschichte der Actionfiguren reden. Wir müssen über diese absolut irre Produktionsfirma Canon Group reden. die den Film produziert hat. Wir müssen natürlich über Dolph Lundgren reden. Und wir reden vielleicht noch über den Film. Und dann irgendwann landen wir beim Film. Leute, heute ist Masters of the Universe aus dem Jahr 1987 dran und ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf diese Folge gefreut habe. Ich habe das Gefühl, dass dieser Podcast sich ein bisschen in einen Geschichtspodcast verwandelt hat.
Johannes Franke: der so ein bisschen Anhang Film hat. Claude, versprich mir, dass du demnächst einen Film raussuchst, wo wir nicht eine komplette Geschichte aufarbeiten müssen. Von irgendwelchen Entstehungspflichten. Marie Antoinette ist tabu. Könige sind tabu.
Florian Bayer: Mozart war von dir.
Johannes Franke: Verdammt. Aber lass uns das mal wieder machen.
Florian Bayer: Du meinst einfach nur über Filme reden? Ja. Kriegen wir bestimmt irgendwann mal hin? Heute nicht?
Johannes Franke: Ja. Und ich lege einfach mal los mit dem Text zu diesem Film und dann gucken wir, wo es uns hinführt. Kurze Warnung, es gibt Spoiler, Spoiler, Spoiler, auch wenn dieser Film, also egal, ob ihr wisst, was da passiert oder nicht. Der Film macht glaube ich so oder so Spaß oder nicht Spaß, je nachdem wer drauf seid. Aber wir spoilern.
Florian Bayer: Nur, dass ihr Bescheid wisst. He-Man. Euch Jungspunden sagt das vielleicht jetzt ziemlich wenig, aber für mich als Kind der 80er Jahre war das damals das Actionspielzeug schlechthin. Und so ist es auch nur zoologisch, dass ich Mattel irgendwann dachte, ach, daraus können wir eigentlich auch einen Film machen. Nur problematisch, wenn man relativ wenig Budget zur Verfügung stellt und sich mit der chaotischsten Produktionsbutze in ganz Hollywood einlässt. Die verlegen, um Geld zu sparen, das Geschehen kurzerhand vom fantastischen Planeten Eternia in das USA ihrer Zeit. Genau dort landen die Heroen He-Man, Tila und Duncan nämlich, gemeinsam mit dem Schlüsselmeister Quildor, nachdem der böse Skeletor Schloss Greyskull eingenommen hat, und die Zauberin in seiner Gefangenschaft hält. Um das Böse zu besiegen und Eternia zu retten, brauchen unsere Helden einen kosmischen Schlüssel, der allerdings den Teenagern Julie und Kevin in die Hände fällt. Und das Böse ruht natürlich auch nicht. Skeletor weiß mittlerweile, wo sich seine Feinde und der Schlüssel befinden und schickt seine eigene Monsterschal los, um den Planeten Erde ordentlich aufzuwühlen. Masters of the Universe aus dem Jahre 1987. Eine Fish-Out-of-Water-Geschichte, die relativ wenig mit der ursprünglichen Spielzeug- und Zeichentrickserie gemein hat. Entsprechend negativ fielen die Kritiken damals wie heute aus. Und wisst ihr was? Ich versuche euch und Johannes heute davon zu überzeugen, warum die alle Unrecht haben. Aber first things first. Johannes, hattest du als Kind der 80er Jahre aus dem Osten Irgendwelche Anknüpfungspunkte an He-Man oder andere Actionfiguren.
Johannes Franke: Nein, nein, überhaupt nicht. Null, nada, Nietzsche, ich hatte nicht mal einen Fernseherplor. Ich bin immer zu irgendwelchen Freunden, um da irgendwas zu gucken und aber muss sagen, ich war sieben, als die Mauer gefallen ist und sich das alles verändert hat. Das heißt, ich hatte noch ein paar Kindheitsjahre, in denen ich dann auch Westfernsehen gucken konnte. Ja. Und da waren schon ein paar gute Sachen bei. Und He-Man war bestimmt auch ab und zu mal in Wiederholungen dabei. Die haben ja genug Episoden produziert.
Florian Bayer: Definitiv. Filmation, über die wir auch noch kurz reden müssen. Ja, da müssen wir auch drüber reden. Aber du hattest kein Spielzeug davon, auch als siebenjähriger frischer Wessi nicht.
Johannes Franke: Nein, irgendwie, ich war schon mit sieben mit Keulen und Bällen und Diabolos beschäftigt und mit Zauberutensilien. Also ich habe mit Actionfiguren... relativ wenig Berührung gehabt.
Florian Bayer: Und vermisst du es? Hast du so eine Nostalgie an etwas, was du nie hattest oder ist es dir einfach egal? Also wenn du heute zum Beispiel durch einen Spielzeugladen gehst, was wahrscheinlich nicht so oft vorkommt, und an den Actionfiguren vorbeiläufst, denkst du, ach, irgendwie ist das ja ganz hübsch.
Johannes Franke: Nein, überhaupt nicht. Gar nicht. Aber ich habe tatsächlich diese Nostalgie, die du ansprichst, die eine Erinnerung triggert, die man nicht hat. Ja. Weil sie einfach nicht da ist. Ich habe das Zeug nicht so in der Form gesehen. Die hatte ich, als ich die Serie jetzt nochmal angeschaut habe. Geil. Ich habe nicht die ganze Serie nochmal angeschaut. Aber ich habe mir eine Episode nochmal angeschaut und in zwei andere reingeschaut und hatte diese Nostalgie.
Florian Bayer: Und wie wir später erfahren werden, wenn man drei Folgen der He-Man-Serie hat, kann man im Prinzip alle anderen Folgen daraus zusammenschneiden.
Johannes Franke: Sehr schön. Außer die Morale am Ende.
Florian Bayer: Außer die Morale am Ende.
Johannes Franke: Die ist immer ein kleines bisschen anders.
Florian Bayer: Individuell. Aber dazu kommen wir. Wir steigen tatsächlich am besten einfach mal ganz kurz ein mit He-Man beziehungsweise mit Actionfiguren allgemein. Ich finde die Geschichte von Actionfiguren, ich als jemand, der im Westen groß geworden ist und tiefe Nostalgie habe dazu und wirklich... immer noch jauchzen könnte, wenn ich so alte He-Man-Figuren sehe?
Johannes Franke: Ja, also, aber dann musst du die Frage ja schnell auch noch richtig beantworten. Du machst es jetzt so halb, aber... Hattest du He-Man-Figuren?
Florian Bayer: Oh ja, ich hatte He-Man, ich hatte Crayskull, ich habe mit He-Man-Figuren gespielt und ich habe dann auch später ein bisschen mit Turtles gespielt. Aber wenn ich an Actionfiguren denke... hängt mein Herz immer an He-Man. Ich mochte die Serie als Kind, ich mochte die Actionfiguren als Kind und ich mochte auch den Film als Kind. Als ich den dann irgendwann, also der lief ja irgendwann auf RTL, so im Nachmittagsprogramm am Wochenende. Und ich habe den aber auch schon relativ früh gesehen, weil irgendein Freund von mir den auf Videokassette hat und den haben wir geguckt. Und um das gleich vorweg zu sagen, als Kind hat niemand von uns gedacht, das ist ja ganz anders als die Serie. Wir fanden das einfach geil. Es gab überhaupt keine Zweifel, dass das voll cool ist zu sehen, wie unser Held aus Plastik und Trick ist. Film jetzt plötzlich wirklich zu leben erweckt wird.
Johannes Franke: Zumindest für so ein paar Szenen in einem kompletten Film. der ganz, ganz, ganz andere Figuren nach vorne stellt. Absolut. Aber es ist interessant, weil natürlich... In der Rezeption, wenn man sich ein bisschen recherchiert und ein bisschen andere Stimmen anhört, da gibt es durchaus Leute, die da anderer Meinung sind. Die es als Kind geliebt haben, die Figuren und dann den Film geguckt haben und gesagt haben, was? Was hat das damit zu tun?
Florian Bayer: Und nochmal, ich werde nachher erzählen, warum die alle Unrecht haben.
Johannes Franke: Okay, aber wir steigen ein.
Florian Bayer: Von Mattel. Und wenn ihr unsere Barbie-Episode gehört habt, dann habt ihr schon sehr viel zu Mattel gehört. Deswegen müssen wir die ganze Geschichte nicht aufrollen. Mattel, riesiges Spielzeugunternehmen. Von Elliot Händler, Roof Händler und Harold Madsen gegründet. Mattel. Matt, Elliot und Harold haben einfach ihre Namen zur Verfügung gestellt, was echt hart ist, weil Roof die Geniale hinter dem ganzen Deck ist. Und Roof war auch die Erfinderin der Barbie-Puppe, die 1959 für einen riesigen Boom dieses Unternehmens gesorgt hat. Und das Ding ist, wir haben die Barbie-Puppe, Mädchenspielzeug ganz eindeutig und Und das übliche Jungspielzeug damals waren Minifiguren, Soldaten, so diese Plastiksoldaten. Daten, die grün sind, einfach sich nicht bewegen lassen. Und damit haben Jungs gespielt. Was an Barbie so verführerisch war, für die Produzenten war, wenn du Barbie gekauft hast, dann warst du halt nicht fertig mitkaufen. Du wolltest die Kleider haben, du wolltest das Wohnmobil haben, du wolltest das Traumhaus haben und so weiter. Und natürlich waren von Anfang an die Gedanken im Raum, wie können wir dieses Konzept auf Jungs Spielzeug übertragen?
Johannes Franke: Aber du hast gesagt, du willst die Geschichte der Actionfiguren aufrollen. Das heißt, du musst dann noch den... In die Vergangenheit zurückschlagen oder wie ist das?
Florian Bayer: Jetzt müssen wir kurz dazu kommen, dass Mattel nicht die Ersten waren, die das Konzept für Jungs umgesetzt haben, sondern der große Konkurrent von Mattel, Hasbro.
Johannes Franke: Ah, ja, ja.
Florian Bayer: Da hat sich nämlich irgendwann irgendjemand gedacht von der Produktion, Moment mal, was bei Barbie-Puppen funktioniert, funktioniert auch. auch bestimmt bei Jungsfiguren und hat dann eine Kennpuppe genommen und hat da einfach eine Soldatenuniform angezogen und einen Fallschirm in die Hand gedrückt. Ist zu seinem Chef gegangen, hat gesagt, das ist unser Jungs-Spielzeug. G.I. Joe. Die ersten Action-Figuren waren Puppen.
Johannes Franke: Fucking... Das Schöne ist, dass man ja immer wieder darauf trifft, dass Leute, wenn sie bei Mattel oder bei Hasbro oder sonst irgendwo... einen neuen Prototypen machen. Die klauen von der Konkurrenz etwas und malen die einfach anders an. Ich nehme das in der Hand und sage dann, das ist jetzt unser. Das ist so krass.
Florian Bayer: Das Geile war, denen war bewusst, dass sie das machen. Sie haben eine G.I. Joe, sie haben quasi eine Puppe für Jungs. Und sie haben halt die ganzen Sachen damit, die ganzen Gimmicks, die es bei Barbie gibt, auch für Jungs. Traumhaus hatte, hatte am G.I. Joe das U-Boot und wo Barbie das Wohnmobil hatte, hatte er den Helikopter und so weiter. Das Ding war, die mussten das an Jungs verkaufen. Das heißt, die haben das Wort Dolls, Puppen gemieden wie der Teufel des Weihwassers. Es geht das Gerücht um, dass das Hasbro die Zusammenarbeit mit Läden gekündigt hat, die das Ding als doll verkauft haben, weil sie gesagt haben... ihr könnt Jungs keine Puppen verkaufen. Die spielen nicht mit Puppen. Und so wurde der Name Actionfigur geboren. Das war die Puppe für Jungs. Und Mattel hat natürlich versucht nachzuziehen. Die haben 1970 Big Jim auf den Markt gebracht, die ein bisschen kleiner war als G.I. Joe. Wie gesagt, die waren damals so groß wie Barbie-Puppen, die Mädchenfiguren. Und dann hatten beide Erfolg, aber G.I. Cho Hasbro war ganz eindeutig der Marktführer. Das hat sich Anfang der 70er Jahre geändert, wegen dem Vietnamkrieg. und der Friedensbewegung und plötzlich waren Soldaten voll aus der Mode. Keiner wollte mehr mit Soldaten spielen und vor allem wollten Eltern... Diese scheiß Hippies wollten nicht, dass ihre Kinder mit Soldaten spielen und so begann der langsame Niedergang mit G.I. Joe und die Frage stand da natürlich im Raum, was machen wir jetzt, was Das sind die neuen Actionfiguren. Und das ist so ein bisschen die Zeit, so die 70er, in der das Licensing angefangen hat. Das war damals ein großer Gamble. Also die ersten, die das gemacht haben, waren Migo. Die haben Marvel und DC Comics lizenziert. Ah, okay. machen jetzt Actionfiguren von Spider-Man, von Batman, von Superman und so weiter und wir machen auch Actionfiguren von den Bösewichten.
Johannes Franke: Ich hätte fast gedacht, dass das früher passiert ist, aber echt
Florian Bayer: 1971 waren die ersten Superhelden Actionfiguren. Vorher ist keiner auf die Idee gekommen, dass man auch sowas lizensieren kann. Und in den 70ern haben die dann auch tatsächlich angefangen, Filme und Serien zu lizenzieren, die Spielzeughersteller. Das war aber wie gesagt immer ein Gamble, weil du hast gewusst, der Film kommt raus jetzt im Sommer und du hattest keine Ahnung, wie erfolgreich dieser Film sein wird.
Johannes Franke: Oder wie erfolgreich
Florian Bayer: diese Serie sein wird. Und wenn das dann nicht erfolgreich war, dann saß du einfach auf dem Spielzeug und hast es nicht verkauft gekriegt.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Und deswegen haben auch die Großen, nämlich Mattel und Migo, gesagt, nein, danke. als ein junger, ambitionierter Filmmacher namens George Lucas kam und gesagt hat, ich mache da so einen Science-Fiction-Film, wollt ihr vielleicht?
Johannes Franke: Und für wenig Geld. Der hätte 750.000 US-Dollar Vorabgebühr für das Merchandise haben wollen. Und das ist nicht viel gewesen für das, was es am Ende geworden ist an Merchandise, wie riesig das wurde. Star Wars.
Florian Bayer: Und lizenziert hat sich Star Wars letzten Endes Kenner und deswegen waren die Ende der 70er Jahre die erfolgreichsten Actionfigurproduzenten in den USA.
Johannes Franke: Und Mattel hat wirklich gesagt, eins zu eins, Leute, Filme können keine langfristige Bindung durchsetzen. Zoom zum Zuschauer herstellen. Keine Chance.
Florian Bayer: Der größte Fehler, den Mattel in seiner Geschichte gemacht hat. Sie haben Star Wars verpasst. Und Kenner hatte zum einen Erfolg, weil Star Wars einfach scheiß erfolgreich war, weil das ein riesiger Franchise wurde. Ja. Zum zweiten, weil Kenner ganz clever auf die Ölkrise reagiert hat. Die war nämlich auch in den 70ern. Und nicht nur Öl wurde damals teuer und Benzin, sondern auch Plastik. Und dann hat Kenner gesagt, okay, wir machen die Dinger kleiner. Das ist der Beginn der kleinen Actionfiguren. Waren die Teile vorher so groß wie Barbie, waren die von Kenner jetzt richtig klein. Die waren 95 Millimeter groß. Das waren richtig kleine Figuren. He-Man wurde später ein bisschen größer. Aber das war so ein bisschen die Geburtsstunde der kleinen Actionfiguren. Dann gab es natürlich auch zahllose Autos, Fahrzeuge, Flugzeuge und so weiter. Alles, was das Star Wars Universum hergibt.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und Mattel hat gesagt, scheiße, wir brauchen auch was. Und Hasbro hat natürlich auch gesagt, scheiße, wir brauchen auch was. Und die haben nach dem Next Big Thing gesucht.
Johannes Franke: Und das Geile ist natürlich, dass man wie eine Firma eben so reagiert, reagiert. Wir machen Marktforschung und wir sammeln alle Infos darüber, was die Jungs denn so mögen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann machen wir genau das, was die Jungs sagen. Und wenn die zu einem Drittel das, einem Drittel das und zu einem Drittel das sagen... Dann mischen wir einfach alle drei Drittel zusammen. Wir brauchen Schwerter. Aber wir brauchen auch Laserkanonen. Wir brauchen Roboter und wir brauchen Fahrzeuge und wir brauchen...
Florian Bayer: In dieser Zeit hat...
Johannes Franke: Conan the Barbarian?
Florian Bayer: Ja, das wissen wir noch nicht. Es gibt das Gerücht, Conan the Barbar war nicht die Vorlage für He-Man. He-Man wurde tatsächlich in den 70ern entwickelt, nachdem Mattel gesehen hat, scheiße, wir brauchen unser eigenes Science-Fiction-Ding, haben die angefangen, daran zu arbeiten.
Johannes Franke: Aber es war trotzdem dieses Barbarische drin.
Florian Bayer: Es war das Barbarische mit drin, das hat auch später für Ungerechtigkeit. zwischen denen und den Conan machen. Roger Sweet war wohl so der Lead-Designer, der das irgendwie... konzeptioniert hat und der das dann dem damaligen Mattel-Chef Ray Wagner gezeigt hat und Das hatte damals noch den Arbeitstitel Lords of Power. Dann haben die Verantwortlichen von Mattel gesagt, Leute, das geht gar nicht. Das ist viel zu religiös, damit wollen wir nichts zu tun haben, nennt es mal anders. Und so kam der Name Masters of the Universe. Und das Ding war, wie gesagt, es war kein Lizenzprodukt. Das heißt, es gab keine Geschichte dahinter. Es gab nichts, was irgendwie... gesagt hat, und das ist die Story. Und dann haben die angefangen, sich so Storylines auszudenken, was könnte mit He-Man sein. Und das war noch komplett anders als das, was wir später in der Zeichentrickserie sehen. Teilweise war hier jemand so ein Tarzan-Typ oder so ein Mowgli-Typ, der im Dschungel von Affen großgezogen worden war. Weil er auch so barbarisch aussah. Und DC Comics hat für sie diese Mini-Comics gemacht, die diesem Spielzeug beigelegt werden sollten.
Johannes Franke: Das ist das Geile. Das ist eigentlich wirklich eine sehr clevere Sache, weil natürlich haben sie erst mal gedacht, ja, okay, wir entwickeln hier eine neue Figur. Aber warum sollte ein Kind das kaufen? Niemand weiß, was das für eine Figur ist. Also muss man einen... eine Geschichte dahinter entwickeln. Und dann haben sie wirklich diese kleinen Comics gemacht und die den Figuren beigelegt. Und das war ja für Mattel sowieso so ein großes Ding. Das war die große Philosophie von Mattel. Die Figur ist mindestens genauso wichtig wie die Verpackung und wie die Philosophie dahinter. Ja. Das muss alles Hand in Hand gehen. Und da haben andere ein bisschen geschludert und deswegen war Mattel so groß.
Florian Bayer: Um das mit Conan nochmal kurz klarzustellen, also 1982 kamen die ersten Star Wars Figuren auf den Markt. Im selben Jahr kam der Film Conan der Barbar raus und es gab tatsächlich Gespräche zwischen Mattel und der Distribution von Conan. dass sie auch eine Actionfigur dazu machen. Und dazu wurde dann auch so eine Big Jim Figur, das war der große Abenteurer von Mattel, wurde so modifiziert, dass es quasi passen würde, Das Problem war, dann haben die von Mattel diesen Film gesehen und haben gesagt, Shit! Daraus können wir kein Kinderspielzeug machen. Das Ding ist voll brutal. Da werden Köpfe abgeschlagen, da spritzt Blut die ganze Zeit. Das geht gar nicht. Und haben das dann abgelehnt. Aber wie gesagt, He-Man ist unabhängig davon entstanden. Es sind Ideen von der Conan-Reihe mit eingeflossen. Conan ist ja auch älter als dieser Schwarzenegger-Film.
Johannes Franke: Und von Star Wars.
Florian Bayer: Und von Star Wars. Der Weltraum war einfach ein riesiges Mischmasch aus Sword and Sorcery. Genau. Barbarenfilme und natürlich Science Fiction. Die Rechtehalter von Conan haben Mattel später noch verklagt und haben gesagt, das ist doch viel zu sehr Conan. Mattel hat diesen Prozess aber gewonnen. Die Figur wurde auf 14 Zentimeter Größe gemacht. Das heißt, es war kleiner als Big Jim, größer als Star Wars. Sie wurde extrem bulky gemacht. Sie haben die ganze Zeit gesagt, Muskeln, Muskeln, Muskeln, wir brauchen mehr Muskeln.
Johannes Franke: Krass.
Florian Bayer: Es war halt auch so das Schönheitsideal der Actionhelden damals, das war die Schwarzenegger-Zeit, das waren die großen Bodybuilder, die in waren. Und dann kam das Ding für 1982 für 4,99 Dollar auf den Markt. Sie haben mit der Größe sehr genau kalkuliert, dass sie unter 5 Dollar bleiben können. Geil. Okay, krass. In dem selben Jahr kam übrigens auch eine 10 Zentimeter große G.I. Joe-Figur auf den Markt. Also Hasbro hat sich diesem Trend der kleineren Figuren
Johannes Franke: Ja, Jim war übrigens das große Konkurrenzprodukt vorher bei von Mattel, was einfach es nicht geschafft hat. Die haben es immer wieder versucht, das irgendwie zu pushen und irgendwie an G.I. Joe ranzukommen. Keine Chance.
Florian Bayer: Der hat sich ganz gut verkauft, aber er war nicht im geringsten in der Liga von G.I.
Johannes Franke: Joe. Und der hat halt wahrscheinlich auch nicht die große Lore, oder? Ich weiß es nicht ganz genau.
Florian Bayer: Das Problem war, sie haben G.I. Joe Anfang der 70er. Als die Kriegsspultzeug nicht mehr angesagt, haben sie G.I. Joe kurzerhand auch zum Abenteurer gemacht? Und haben gesagt, nein, nein, der hat die Machete nicht, um Vietnamesen umzubringen, sondern der hat die Machete, um sich durch den Dschungel zu schlagen. Und das hat Big Jim noch mehr geschadet, dass jetzt G.I. Joe plötzlich auch Abenteurer war.
Johannes Franke: Ja, scheiße.
Florian Bayer: Genau, G.I.T.O. war einfach der Marktführer bis dahin, beziehungsweise Star Wars danach.
Johannes Franke: Es gibt ja dann Läden, die das Zeug auch verkaufen müssen. Und dann hatten sie Gespräche mit Toys R Us und Toys R Us hat dann gesagt, ja gut, ihr habt da die Comics, aber fünf Jahre gelesen nicht. Was ist das? Ja. Und haben mir die richtigen Fragen gestellt, sodass irgendwann Mattel gesagt hat, ja, nein, nein, nein, nein, nein, nein, das Konzept ist ja noch viel weiter. Ja. Wir haben da noch eine geile Idee. Du, sag mal, was haben wir denn da so? Ah, eine Animationsserie.
Florian Bayer: Wer kann Animation? Wer kann Animation? Wir kennen da so ein kleines Studio namens Filmation.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Die waren dafür bekannt, alles zu machen.
Johannes Franke: Einfach alles, ja. Jeder Job muss an Land gezogen werden.
Florian Bayer: Die haben Cartoons gemacht fürs Fernsehen und zwar, die waren einfach in extrem effizient. Die wussten, wie man billig Zeichentrick macht, wie man schnell Zeichentrick macht. Und auf die ist Mattel 1983 zugang und hat gesagt, wir brauchen irgendwie eine Trickserie, die das Ding begleitet. Das war halt auch die Zeit, in der so... naja, Fernsehen immer größer wurde und Kids haben halt morgens, vor allem am Wochenende, viel Fernsehen geguckt. Und es hat sich irgendwann herausgestellt, die beste Möglichkeit, Spielzeug zu verkaufen, ist einfach nicht Werbung zu senden, sondern die Werbung zu dem fucking Produkt zu machen.
Johannes Franke: Ja. Und das war aber auch gar nicht so leicht, weil da gab es ja auch Gesetze dagegen. Und das hat sich aber geändert, weil da gab es jemanden, der dann da reingeschrieben hat. Der Mark Fowler, das war der Leiter der Federal Communications Commission. Die strikten Regulierungen, die bis dahin galten für an Kinder gerichtete Fernsehwerbung, der hat das aufgehoben einfach.
Florian Bayer: Großer Dank gilt auf Ronald Reagan. Der sich sehr viel eingesetzt hat als Präsident für das Siemens-Spielzeug und auch sehr viele Gesetze abgeschafft hat. Sie haben versucht, diese Serie so zu halten, dass Eltern zufrieden sind. Ja. Was tatsächlich krass war, das war Gewalt. in Zeichentrickform. Da wird sehr viel geprügelt. Jemand ist einfach der Barbar, der seine Gegner K.O. schlägt, aber es wird niemand getötet. In dieser Serie sterben keine Lebewesen. In dieser Serie wird geprügelt und die Bösen rennen weg.
Johannes Franke: Ja. Und es gibt am Ende eine Moral.
Florian Bayer: Die haben sie eingebaut, um das prüde, auf Moral versessen Amerika glücklich zu machen.
Johannes Franke: Aber es ist doch sweet, oder? Es ist so sweet. Es ist so süß, wenn du diese Serie geguckt hast. Du hast die Folge geguckt und alles ist zu Ende und plötzlich kommt He-Man nochmal rein und gibt den moralischen. Wie krass ist das denn?
Florian Bayer: Und das fand ich als Kind schon schräg. Ich habe diese Serie geliebt, aber ich saß dann immer am Schluss vorm Fernseher, in dieser letzten Minute, wenn jemand kommt und sagt, sowas haben wir heute gelernt. Drogen sind schlecht. Freunde müssen zusammenhalten, wenn sie erfolgreich sein wollen oder ähnliches. Es war total irritierend, weil es nicht zu der Prügelei davor gepasst hat. Und es hat nicht zu dieser Figur gepasst.
Johannes Franke: Er kommt doch auch als He-Man und nicht als Prince Adam, oder?
Florian Bayer: Manchmal kommt er auch als Prince Adam... Es sind unterschiedliche Figuren, die die Moral sagen. Manchmal ist es He-Man, manchmal ist es Orko, den ich sehr mochte, den kleinen Zauberer, der rumfliegt. Aber es sind meistens die männlichen Figuren. Diese ganze Lore, dass He-Man quasi ein Clark Kent hat, dass er sich von dem schmächtigen Prinz Adam in den muskulösen He-Man verwandelt, die ist erst mit der Zeichentrickserie entstanden. Das heißt, das Originalspielzeug hatte das nicht. Da war er einfach ein Barbar. In der Serie haben sie versucht, ein bisschen mehr draus zu machen. Auch diese Geschichte, das war schon so ein bisschen im Spielzeug angelegt, dass Schloss Craiskal gut und böse vereint. Und dass der Schlüssel zu Greyskull die Zusammenführung des Schwertes von Skeletor und des Schwertes von He-Man ist, das war schon so angelegt.
Johannes Franke: Damit man beide Figuren kauft.
Florian Bayer: Damit man beide Figuren kauft, nur damit konnte man das Schloss öffnen?
Johannes Franke: Aber das auch nicht, das stimmte ja auch nicht. Man konnte das Schloss trotzdem öffnen.
Florian Bayer: Man konnte das Schloss trotzdem öffnen. Aber das Konzept dahinter fand ich tatsächlich als Kind schon ziemlich geil, dass es diese Ambivalenz darin gab. Greyskull war nicht der Ort der guten Greyskull, sah aus wie eine Horrorburg. Mit diesem riesigen Totenschädel, der seinen Maul öffnet, mit diesem Grün und das so ein bisschen alt ist und irgendwie so verwest aussieht. Das sah nicht aus wie die Burg eines strahlenden Prinzen, sondern das war irgendwie ein düsterer, ambivalenter Ort.
Johannes Franke: Ja, aber zu 50-50, es hieß, der Ort ist genau das, was der Besitzer daraus macht. Genau. Also wenn da Skeletor drin wohnt, dann ist es halt der Hort des Bösen. Ansonsten kann der auch der Hort des absolut Guten sein.
Florian Bayer: Und die Lore war dann ungefähr, also bei mir auch vor allem so und auch eigentlich in der Serie hauptsächlich, dass He-Man, die Zauberin und seine Unterstützer, wie die Tila und wie Man at Arms, dass die Greyskull in ihren Händen halten und Skeleton musste sich auf Snake Mountain zurückziehen. Das war dann die zweite Burg. Muss man natürlich machen. Man gibt dem Bösen auch eine Burg, damit es einfach mehr Plastik zu verkaufen gibt. 130 Episoden liefen von dieser Serie in zwei Staffeln. Und Filmation... hat, wie gesagt, die waren bekannt dafür, günstig was zu machen. Und wie haben sie das gemacht? Sie haben ohne Skrupel wiederverwertet. Möchtest du Teplower? Ja, bitte. He-Man läuft auf die Kamera zu. Diese Teplower Diese Art der Zeichnung gibt es mit unterschiedlichen Hintergründen praktisch in jeder Episode.
Johannes Franke: Und nicht nur einmal in einer Episode. Episode.
Florian Bayer: Mehrmals. He-Man läuft an der Kamera vorbei, He-Man schlägt irgendwo zu. Die Zeichnungen, die Animationen sind immer und immer wieder verwertet. Die Hintergründe wurden ausgetauscht, manchmal wurde der Gegner ausgetauscht, manchmal wurde die Farbe ein bisschen geändert. Aber es ist einfach total krass. Also wenn Ihr kennt ja dieses Everything is a Remix Ding, wo gezeigt wird, wie Disney Sachen wiederverwertet, manchmal wirklich, manchmal vermeintlich. Ja. Das ist nichts gegen das, was Filmation in dieser Serie gemacht hat.
Johannes Franke: Ja, natürlich. auch irgendwie günstig sein und man muss ja Geld verdienen und so. Und Mattel hat jetzt auch nicht so den großen... den großen Batzen Geld reingeworfen, oder? Also ich weiß nicht genau, wie viel da wo gelandet ist, aber es war einfach billig. Das war Werbung. Ja, es war halt Werbung, genau.
Florian Bayer: Die sind auf die Idee für diese Serie überhaupt erst gekommen, weil irgendwann haben sie mal so eine Cartoon-Werbung produziert. Es gab... 30 Sekunden Werbung Zeichentrick von He-Man. Und dann haben sie gesagt, das funktioniert doch eigentlich ganz gut, auch als richtiger Content quasi.
Johannes Franke: Das Krasse ist, es wird ja immer wieder Hey Man eingeblendet dazwischen. Es gibt so Einblendungen auch an Stellen, wo ich denke, hä? Das macht jetzt gar keinen Sinn. Es ist nicht mal ein richtiger Szenenwechsel oder sowas. Aber es ist Werbung. Ja.
Florian Bayer: Es ist schnell, es ist actionreich, es passiert die ganze Zeit was. Es schreit dir ins Gesicht und es schlägt dir ins Gesicht.
Johannes Franke: Und als Kind weiß man das nicht. Niemand versteht das nicht.
Florian Bayer: Man findet es aber geil, es triggert total.
Johannes Franke: Ja, und man will halt E-Mail haben.
Florian Bayer: Weil du hast auch das Gefühl, wenn du diese Serie guckst, der ist die Du bist die ganze Zeit in deiner Fresse drin. Der schlägt gegen den Bildschirm, der rennt gegen den Bildschirm. Du hast extreme Nahaufnahmen. wild und das ist nah und du wirst voll reingezogen, vor allem als so ein 5-, 6-, 7-Jähriger.
Johannes Franke: Ja, absolut.
Florian Bayer: Ganz spannend. 1985 haben sie die Serie She-Ra, Princess of Power produziert. Warum? 20 Prozent. Merkt euch das wirklich, das ist krass. 20 Prozent der Leute, die mit He-Man gespielt haben, waren Mädchen. Das Ding hat sich wirklich gut auch beim weiblichen Publikum verkauft. Und dann haben sie gesagt, okay... Wir müssen irgendwie gucken, dass wir diese Zielgruppe noch ein bisschen mehr reinholen und dann haben sie diese zweite Figur, diese She-Ra entworfen, die eine tapfere Kämpferin ist.
Johannes Franke: Die Schwester von ihm.
Florian Bayer: Die Schwester. er ja. Und die ein Einhorn hat, das eine geile Stimme hat? Okay. Echt?
Johannes Franke: Wirklich? Geil.
Florian Bayer: Oh, übrigens genau. Reittier Einhorn zu den Reittieren. He-Man hat ein Reittier. Battle Cat.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Warum war Battle Cat ein Quasi-Tiger, grün-rot, warum war das ein Reittier? Ganz einfach, weil sie einen Big Jim Panther wiederverwertet haben.
Johannes Franke: Nein, wie geil.
Florian Bayer: Sie haben gesagt, wir brauchen irgendeinen tierischen Begleiter für jemanden. Und dann haben sie geguckt, oh, wir haben noch ganz viele Panther von Big Jim übrig, die haben sich nicht verkauft. Und dann haben sie das hingestellt. Und der Chef von Mattel hat sich daran gesagt, seid ihr bescheuert? Das Ding ist dreimal so groß wie ein normaler Panther im Vergleich zu dem. Der könnte drauf reiten.
Johannes Franke: Stimmt.
Florian Bayer: Machen wir einen Sattel drauf.
Johannes Franke: Auf. Und das dann auch für die Serie so umzumünzen, dass die Figur ja eigentlich recht klein und auch am Anfang so ein bisschen ängstlich aussieht. Und erst wenn er zu He-Man wird, weil er ja am Anfang Prinz Adam ist, dann wird auch diese Wildkatze zu einer riesigen Wildkatze, die auch wirklich kämpfen kann und so.
Florian Bayer: Sie haben es gemacht wie bei Barbie Puppen. Sie haben extrem viele neue Figuren rausgebracht. Es gab immer mal wieder so ein Monster of the Week. Das wurde dann zur Figur verarbeitet. Sie haben Fahrzeuge rausgebracht. Sie haben Tiere rausgebracht. Es gab alles Mögliche. 1983 bis 1986. Es war einfach mal die Peak-He-Mans-Zeit.
Johannes Franke: Die haben im Jahr 17 oder 23, also ein Jahr 17 neue Figuren rausgebracht, die sie anbieten. alle in der Serie vorher angekündigt quasi haben. Und sobald ein Kind eine neue Figur in dieser Serie gesehen hat, hat es gesagt, Mama, Mama, ich will diese neue Figur haben. Aber die gibt es noch nicht. Nächste Woche gab es sie.
Florian Bayer: Krass. verkauft wie geschnittenes Brot. Und was ist dann passiert? Dann hat es aufgehört.
Johannes Franke: Ganz kurz, der Name He-Man ist ja die ganze Zeit nur Platzhalter gewesen, ne? Ja, es ist ja gar kein... Er sollte ja nicht He-Man heißen. Zumindest für ganz viele Leute, die am Prozess beteiligt waren, hieß es ganz lange... Aber das ändert ihr noch, ne? Da gibt es noch einen richtigen Namen, oder? Und der Typ, der diese Figur benannt hat... hat die ganze Zeit gesagt, ja, ja, natürlich, da kommt noch was, kein Problem, macht euch keine Sorgen, alles gut. Und dann hat er heimlich die Deadline immer weiter nach hinten verschoben, da einen Namen drauf zu klatschen. Und hat aber gesagt, ja, sein Vater hat ihn immer als He-Man bezeichnet und er fand es geil. Und er wollte es durchdrücken.
Florian Bayer: Sie haben es ja tatsächlich durchgezogen, das Konzept. Am Anfang haben sie ja wirklich viele Manfiguren produziert, Beastman, Man at Arms, Merman, den sie zuerst Seaman hatten als Arbeitstitel und dann hat irgendjemand gesagt, das können wir nicht. Die kleinen vorpubertären Kinder werden sich kaputt lachen, wenn sie Siemens sagen. Sie hatten die Frauenfigur Thila ziemlich früh. Die wollten sie zuerst auswählen. Women nennen.
Johannes Franke: Ach Gott, aber so viele Namen in diesen Dingern sind so... Wie heißt der eine? Mirror, weil er so eine shiny Armor hat? Ich weiß nicht. Es gibt so wahnsinnig viele Namen, die genauso klingen wie das Wort, was ihr am besten beschreibt.
Florian Bayer: Es gab auch diesen Man of Thousand Face, ist oder so, dessen große Superkraft es war, dass er sein Gesichtsausdruck wechseln konnte. Und zwar indem man seinen Kopf, der hinter so einem Helm versteckt war, drehen konnte. Und dann gab es den bösen Blick und den netten Blick und je nachdem welchen Blick. Er drauf hatte gerade, so war er gerade eingestellt. Es gab zu viele Figuren. Das war nämlich dann auch irgendwann das Problem. Die He-Man-Zeit hat mehrere Gründe, dass der He-Man-Erfolg aufhörte. Einer war davon... Sie haben einfach zu viele Bösewichter produziert und zu wenig He-Man und Skeletor Figuren. Die Kids wollten He-Man und Skeletor. haben und dann gab es plötzlich zehn Monster und die standen wie Plei in den Regalen und dann haben sie angefangen, weniger zu verdienen damit.
Johannes Franke: Also es ist noch ein bisschen komplexer, vielleicht kriege ich das noch zusammen, aber es war so, dass die Manager bei Mattel einen Bonus bekommen haben, je nachdem wie viel sie ausgeliefert haben. In dem Jahr. Und die wollten in diesem Jahr möglichst ihren Bonus retten. Und es war immer so, dass die Nachfolger von den Läden rausgeschickt wurde, wie viel brauchen wir und Mattel, also einfach jeder Mattel auch, immer ein bisschen weniger geschickt hat. Weil es am Ende nicht alles ausverkauft wurde. Und es auch künstlich knapp zu halten und so. Und in diesem Jahr haben die Manager gesagt, naja, aber wir kriegen ja Geldbasis auf dessen, was wir rausschicken. Also schicken wir einfach alles raus. Wir bedienen einfach alles. Und dann standen die Regale tatsächlich einfach voll, voll, voll, voll, voll und es hat ein schlechtes Signal gesendet. Die haben ihren Bonus bekommen, aber die nächsten Jahre sahen Mauern.
Florian Bayer: Ja, wir können nachher nochmal kurz auf die Legacy von He-Man eingehen, weil es gab ja dann auch nach einer großen Phase, wo dann He-Man irgendwie vorbei war, gab es ja nochmal eine Wiederbelebungsversuche. Es gab neues Spielzeug, es gab neue Serien. Es gibt jetzt einen neuen Film, der kommt dieses Jahr raus. Demnächst, wenn ihr das hört, in zwei Wochen oder so glaube ich. Der Trailer sieht für mich schon irgendwie geil aus. Ich freue mich drauf.
Johannes Franke: Ja, ich bin auch gespannt.
Florian Bayer: Ich habe einen Skeletor zu Hause liegen, den ich vor ein paar Jahren gekauft habe, in der Hoffnung, dass mein Sohn damit spielt. Mein Sohn hat nicht damit gespielt. Kein Interesse an Actionfiguren gehabt. Ich
Johannes Franke: Aber es könnte sich mit dem neuen Film ändern, wenn du dein Kind in den Film schickst?
Florian Bayer: Jetzt ist es vorbei. Er ist raus aus dem Actionfigur. Er war auch nie wirklich in der Actionfigur-Phase.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Darüber können wir alles später reden, aber wir kommen jetzt in die Zeit 1986, als Mattel gesagt hat und jetzt auf dem Höhepunkt unseres Erfolges Machen wir auch einen Masters of the Universe Kinofilm? Yes. Wer sind die Richtigen, um diesen Film für uns zu produzieren?
Johannes Franke: Wie wäre es mit Dreamworks? Gab es die Dreamworks schon?
Florian Bayer: Dreamworks gab es noch nicht. Steven Spielberg war damals ein großer Name, aber er hat sowas noch nicht gemacht.
Johannes Franke: Aber da gibt es noch große Filmstudios, die man fragen könnte. Warum fragt man dann Canon? Was ist los?
Florian Bayer: Canon Inc. Ich habe in Vorbereitung auf dieser Episode eine Doku gesehen, die heißt Electric Bugalo. Und die handelt anderthalb Stunden lang von der Geschichte von Ken Inc., Und keine Sorge, Leute, ich werde euch jetzt nicht die ganze Geschichte von Ken Inc. aufbereiten, aber diese Geschichte ist zu geil, um nicht wenigstens im Ansatz erzählt zu werden. Canon Inc. wurde 1967 gegründet. Das war eine amerikanische Butze für günstige Billigfilme.
Johannes Franke: Ja, das war das Konzept.
Florian Bayer: Die hatten aber enorm Probleme, genug Geld zu verdienen. Und deswegen kamen Anfang der 70er Jahre zwei verrückte Israelis. Menachem Golan und Joram Globus. Die haben geguckt und haben gesagt, ey Leute, ihr verdient ja nichts. Dürfen wir euch euer Filmstudio abkaufen? Und die von Canon haben gesagt, oh ja, exit! Und haben das verscheuert.
Johannes Franke: Natürlich hätte ich auch an deren Stelle.
Florian Bayer: Menachem Galan und Joram Klobus, die Namen kannte man damals vor allem, weil sie die Eis am Stiel Filme produziert haben. Vielleicht erinnert ihr euch in den 60ern, das war so eine Mischung aus Soft Sex, Komödie, Coming of Ages, war das American Pie der 60er. Ein bisschen schmuddeliger, ein bisschen sexistischer, auch ein bisschen mehr Titten als American Pie. besser als sein Ruf. Das haben die produziert. Und die haben sehr viel so Softcore-Erotik produziert, die teilweise sehr krass Exploitation war. Und die waren verrückt. Die hatten keine Ahnung davon, wie die Filmindustrie funktioniert. Die wollten aber Filme machen und die wollten große Stars in der Filmindustrie sein. Die hatten Oscar-Ambitionen. Die haben die schmuddeligsten, brutalsten, billigsten Filme gemacht und haben gedacht... Damit werden wir ein großes Studio, so wie Lucasfilms, die es damals glaube ich auch noch nicht gab. Wir werden das nächste 20th Century Fox. Und die haben daran gearbeitet, indem sie jedes Jahr zu Cannes gefahren sind. Mit einer riesigen Mappe, voll mit Postern, die sie entworfen hatten am Abend zuvor. Kein Scherz. Es gab kein Drehbuch, es gab kein Geld, es gab nichts. Sie hatten einfach nur ein Poster und einen Filmtitel und haben gesagt, das klingt geil, da sind ein paar Titel drauf zu sehen, das sieht cool aus. Und haben versucht, Gelder einzuholen.
Johannes Franke: Natürlich. The American Dream. So funktioniert das. Ich werfe einfach mal irgendwas, was nicht ausgearbeitet ist, dagegen und gucke, was bleibt hängen.
Florian Bayer: Auf! Kann. Die sind auf einem der angesehensten Filmfestivals, der Arthouse-Filmfestivals rumgelaufen und haben... unglaublich gute Salesman-Arbeit gemacht. Die haben es nämlich geschafft, Geld zu kriegen. Die haben es geschafft, ihre Filme zu produzieren. Und dann haben die in den 80ern wirklich krasse Filme gedreht. Die haben ganz viele so schmuddelige kleine Actionfilme gedreht. Sie haben Death Wish, Ein Mann sieht rot. mit Charles Bronson, da haben sie die Rechte gekauft und haben da vier Fortsetzungen oder so gemacht.
Johannes Franke: Krass.
Florian Bayer: Wo er einfach Leute niederballert.
Johannes Franke: Ach Gott.
Florian Bayer: Sie sind dafür verantwortlich, dass wir heute Chuck Norris-Memes haben, weil die haben die ganzen Chuck Norris-Filme produziert, wie Missing in Action oder Invasion USA. Und sie haben einfach wilde Genre-Mixe gemacht, weil sie halt irgendwas gesehen hatten, was sie geil fanden. Zum Beispiel Ninja 3, The Domination. Ja. Eine Mischung aus Exorzis, Ninja-Film und Flashdance.
Johannes Franke: Die haben aber auch, muss man sagen, nicht nur einfach geil, wir machen Filme gemacht, sondern sie haben auch Genauso wie Mattel mit den Actionfiguren Marktforschung betrieben? Ja. Und geschaut, was läuft denn gerade? Was ist denn gerade in und wo müssen wir uns ranhängen, um da irgendwie mit reinzurutschen? Ich muss an diese Transmorphers-Filme denken.
Florian Bayer: Genau, die waren auch so ein bisschen wie Asylum. Die haben rausgefunden, dass ein großes Studio an einem Breakdance-Film arbeitet.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: hatten ein halbes Jahr Zeit und haben gesagt, wir müssen jetzt in einem halben Jahr diesen Film so produzieren, dass der schneller rauskommt als der andere Breakdance-Film. Und sie haben es geschafft. Der Film war totaler Schrott. Der Film war nicht im Ansatz so erfolgreich wie der andere Breakdance-Film. Aber sie haben es geschafft, die Ersten zu sein. Sie konnten sagen, wir haben den ersten Breakdance-Film in Amerika veröffentlicht.
Johannes Franke: Ja, aber sie haben es irgendwie geschafft, sich ja auch lang über Wasser zu halten damit.
Florian Bayer: Absolut. Die haben einen Film gemacht mit einem Affen. Und zwar... ein Kind freundet sich mit einem Affen an. Und Menachem Golan, der Verrückte von den beiden, hat gesagt, wir brauchen einen richtigen Affen, der das spielt. Und dann saß er in den Verhandlungen mit den Agenten, mit diesem Affen in einem Raum. Der Affe saß da auch. Und dann hat Benachem Golan zu den Agenten gesagt, pass auf, ich habe folgende Ideen für einen Film. Stellt euch vor, da ist dieser kleine Junge. Der freundet sich mit einem Affen an. Er dreht sich zum Affen und sagt, das bist du. Pass auf, der kleine Junge ist total begeistert von dir. Und du freundest dich mit diesem Jungen an. Glaubst du, dass du da spielen kannst? Und er hat angeblich die ganze Zeit während dieser Konferenz nur noch mit dem Affen geredet. Sie haben diesen Film gestartet mit dem Affen. Er hat die Agenten damit offensichtlich überzeugt. Das war eine Katastrophe, weil der Affe nicht vernünftig trainiert war. Am ersten oder zweiten Drehtag hat er das Kind gebissen.
Johannes Franke: Ach, shit.
Florian Bayer: Dann haben sie den Affen rausgeschmissen, aber sie hatten schon die Plakate gemacht. Manachem Gollam sagt, wir müssen diesen Film drehen. Wir brauchen diesen Film. Wir haben das alles versprochen. Der soll im halben Jahr rauskommen. Was machen sie? Sie stellen einen Kleinwüchsigen an. Nein. Packen ihn in das Affenkostüm und lassen ihm das Set laufen. Du siehst diesen Film und niemand sieht da was anderes als Kleinwüchsigen in einem Affenkostüm. der mit diesem Kind spielt. Und sie ziehen es einfach durch.
Johannes Franke: Fuck.
Florian Bayer: Die waren eine Zeit lang das Filmstudio in Hollywood, das die meisten Filme pro Jahr produziert hat. Die haben 50 Filme pro Jahr gemacht. Die größten Studios. Warnapro. haben maximal 20 gemacht und das war schon hart an der Grenze. Die haben mehr als doppelt so viel produziert.
Johannes Franke: Oh Mann.
Florian Bayer: Aber sie haben halt auch immer auf die Zukunft gewettet mit den Filmen. Die haben nicht irgendwie angelegt oder so, sondern die haben das Geld, was sie verdient haben, rausgepulvert. Für die nächsten Filme. Es waren 40 Filme nicht erfolgreich, aber sie mussten nur diese ein, zwei kleinen Hits landen. Und das ist ihnen meistens irgendwie gelungen.
Johannes Franke: Das ist auch immer die Wette gewesen und das kommt hier auch zum Tragen, dass sie so ein, zwei Filme hatten, wo sie gesagt haben... Ja, das wird auf jeden Fall erfolgreich. Wir können jetzt schon mal in diesen da noch viel mehr Geld reinpumpen, obwohl wir es eigentlich nicht haben. Das heißt, sie haben immer auf Pump gelebt.
Florian Bayer: Das Problem war, Masters of the Universe war ihr Hoffnungsträger im Jahr 1986. Ganz genau. Die wollten eigentlich Spider-Man drehen und haben dann aber gesagt, ach pass auf, wenn wir einen großen Film drehen können mit Lizenz, dann drehen wir lieber zwei. nicht ganz so große und haben stattdessen, statt diesem Spider-Man, haben sie Superman-Rechte gekauft, um um Superman 4 zu produzieren und mit Mattel ausgemacht, dass sie Masters of the Universe produzieren. Sprich, sie hatten sowieso das schmale Budget, das sie immer hatten für ihre Filme. Hatten sie plötzlich für zwei Filme statt für einen Film.
Johannes Franke: Sie haben trotzdem... Ich weiß nicht genau, wie die auf Mattel zugegangen sind und wie sie es geschafft haben, Mattel zu überzeugen, dass das eine gute Idee ist. Mattel sollte ja auch die Hälfte des Geldes übernehmen. Wir haben ja auch festgestellt, dass das wahnsinnig teuer wird nach dem, was sich so anbahnt an Ideen. Was der Drehbuchautor sich da so ausdenkt, was am Ende nicht im geringsten übrig geblieben ist, von dem, was der Drehbuchautor am Anfang gedacht hat, was er machen möchte. Aber sie haben das Ganze geschätzt und Mattel hat sich auf 12 Millionen eingelassen. Als die Hälfte. Also musste Canon Films weitere zwölf Millionen reinhauen. Und dann haben sie erstmal die zwölf Millionen nach und nach von Mattel verbraten.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Was aber auch nur so tröpfeweise reinkam, das Geld, was auch schwierig war.
Florian Bayer: Sie konnten nicht gut mit dem Geld umgehen. Sie waren unglaublich gute Salesmen. Deswegen haben sie diesen Pitch gewonnen. Die haben echt viele Pitches gewonnen. Die haben in den 80ern mit Jean-Luc Godard zusammengearbeitet. Was? Die haben Filme von angesehenen Regisseuren produziert. Die haben eine Othello-Version produziert, die auch wirklich angesehen war, weil sie haben es irgendwie geschafft und man guckt da drauf, man weiß nicht, wie sie es geschafft haben. Aber sie hatten zwischen diesen ganzen schmuddeligen Sachen hatten sie auch immer sowas wie King Lear von Godard oder eine Othello-Verfilmung.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Und sie haben Sylvester Stallone gekriegt für den Film Cobra, der ziemlich erfolgreich war.
Johannes Franke: Ja, das war auch so ein Problem, wenn man das jetzt...
Florian Bayer: Aber es war irgendwie schräg. Die waren verliebt in das Konzept Film, ohne das Konzept Film zu verstehen. und haben dann da Geld reingepulvert und haben sich in die Dreharbeiten eingemischt, waren furchtbar nervig.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also du hast es schon angedeutet, David Odell, der verantwortlich ist für das Drehbuch, hat gesagt, das hat nicht mehr viel. mit dem zu tun, was ich da geschrieben habe. Mein Originaldrehbuch war viel mehr Eternia, viel mehr Fantasywelt.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: David O'Dell ist ein großer Typ, der hat für die Muppet Show geschrieben mit Jim Hansen zusammen.
Johannes Franke: Ja, genau. Also der hat wirklich viel, viel, viel mehr auch von der Serie und von dem, was so an Universum da war, genommen und es war viel noch viel abwechslungsreicher und actionreicher. Das Ende sollte richtig ne Jagd werden durch irgendwelche die es einfach existieren in der Serie.
Florian Bayer: Und die haben drauf geguckt und gesagt, wir haben das Geld nicht, wir müssen das anders machen. Also tatsächlich... Dass das in die USA verlegt wird, in unserer Zeit, beziehungsweise in der Zeit, in den 80er Jahren, war von Anfang an angelegt, aber die haben gesagt, das müssen wir größer machen. Viel größer machen. mehr USA, mehr Planet Erde und das hat nicht aufgehört mit dem Geldproblem. Die Der Regisseur Gary Godard hat gesagt, wir hatten nie genug Geld. Und die haben nicht genug bezahlt. Es war ein riesiges Problem, dass die Leute, die Crew, nicht die Arbeit niedergelegt haben, was sie tatsächlich später gemacht haben. Ja, was sie machen. Weil das Geld so tröpfchenweise reingekommen ist, weil wir zu wenig hatten.
Johannes Franke: Es gab wirklich Tage, wo sie ans Set gekommen sind, die Leute gesagt haben, Leute... wir haben unser Geld nicht, wir arbeiten nicht. Und sie dann wirklich wahnsinnige Überzeugungsarbeit leisten mussten und sagen mussten, ihr seid jetzt schon hier. Warum macht er den Tag nicht einfach noch? Also jetzt ist ja sowieso schon alles da. Macht es doch bitte und wir sorgen dafür, dass das Geld kommt. Und es war immer ein Kampf. Ja. Aus Canon Films das Geld dann wirklich rauszuholen. Und Mattel war wahrscheinlich auch nicht der beste Partner, was das betrifft. Die waren auch nicht gut.
Florian Bayer: Die hatten auch ihre eigenen Sorgen. das Lizenzprodukt, wir haben da jetzt Geld reingepulvert, die sollen jetzt machen, dass da was Vernünftiges draus wird.
Johannes Franke: Und dann wurde auch der Absatz Von den Figuren immer weniger, muss man auch dazu sagen.
Florian Bayer: Eskaliert ist das Ganze eigentlich am Ende der Dreharbeiten, aber als noch nicht alles fertiggestellt war.
Johannes Franke: Es gab auch zwischendurch schon Probleme. Die ersten zwölf Millionen von Mattel waren durchgebrannt und Canon Films war eigentlich schon pleite. Also sie haben ihre eigenen 12 Millionen, die sie eigentlich investieren sollten, haben sie eigentlich auch schon gar nicht mehr gehabt.
Florian Bayer: Die konnten nicht mit Geld umgehen. Richtig eskaliert ist es insofern, dass sie drei Tage vor dem letzten Dreh gesagt haben, wir... es geht nicht, wir haben nichts mehr.
Johannes Franke: Tschüss, aus, ist over. Die haben die Kamera zugehalten vorne, die Linse und haben gesagt, hier wird überhaupt nichts mehr gedreht, wir haben das Geld nicht, geht nach Hause.
Florian Bayer: Es hat eine Sache gefehlt.
Johannes Franke: Ja, es hat eine Sache gefehlt, die wirklich wichtig war, nämlich dieser Kampf am Ende. Und der sieht jetzt, wie wir ihn jetzt im Film haben. so aus, eben genau deswegen, weil gesagt wurde, ihr könnt nicht mehr drehen, Lichter aus und deswegen ist es halt sehr dunkel und ohne große crazy Beleuchtung, sondern einfach eine kunstvolle Idee und das war's.
Florian Bayer: Es findet in einem nirgendwo statt. Alles Andere ist ausgeblendet. Wir haben einfach He-Man und Skeletor, die in einer schwarzen Umgebung im Lichtschein, sehr künstlichen, sehr artifiziellen Lichtschein gegeneinander kämpfen. Ich finde, das ist Das ist eine fantastische Szene.
Johannes Franke: Ich finde es auch fantastisch, muss ich sagen.
Florian Bayer: Es ist unglaublich, wenn man dann liest, dass das aus der Not gebracht wird. und denkt so, wow, das wäre als künstlerische Entscheidung, würdest du dich davor verbeugen?
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Und das muss man sagen, viel Kunst entsteht aus Not. Und das ist halt einfach so. Und hier hat er wirklich die richtige Entscheidung getroffen. Man sieht es ein bisschen, finde ich, am grisseligen Bild, weil die ISO doch recht hochgezogen werden musste, weil es nicht gut ausgeleuchtet war, sondern einfach wirklich eine Lampe Gegenlicht und noch eine Lampe an der Seite und so und damit irgendwie das hinzukriegen, ist nicht gut ausgeleuchtet, sodass der Film mit Grissel Bild reagiert hat, aber ansonsten ist das eine fantastische Idee gewesen, das so zu machen und jetzt aus eigener Tasche bezahlt hat.
Florian Bayer: Er hat seine eigene Tasche bezahlt, weil er das Ding einfach fertig kriegen wollte. Unser großer Held Gary Goddard, der nicht viel gemacht hat, der kein großer Regisseur war. Er hat Tatsachen gedreht, 81.
Johannes Franke: Über den müssen wir auch noch. reden.
Florian Bayer: Ja. Johannes, hast du die Zeichentrickserie vor Film geguckt? Weil du hast ja jetzt schon gesagt, dass du so ein, zwei, du hast zuerst den Film geguckt und dann die Zeichentrickserie.
Johannes Franke: Ich hab zuerst den Film geguckt.
Florian Bayer: Wie fühlt sich das an, ohne Vorwissen zu haben, diesen Anfang zu sehen? wenn wir in den Film reinkommen, wenn diese düstere Stimme sagt, da liegt Schloss Greyskull und so weiter und wer das beherrscht, wird Meister des Universums und dann
Johannes Franke: Du weißt genau, wie es sich anfühlt. Du denkst, du siehst gleich Star Wars. Ja.
Florian Bayer: Das ist es im Grunde.
Johannes Franke: Das ist doch alles. Du kriegst einmal eine Vorgeschichte von Latz geknallt, damit du richtig reingeworfen wirst. Das ist dann auch das erste Gespräch zwischen Skeletor und ihr.
Florian Bayer: Er ist Darth Vader. Er kommt rein.
Johannes Franke: wie Darth Vader. Absolut Darth Vader. Die Rebellen, wie weit sind die Rebellen? Und so, weißt du, solche Sachen. Solche Gespräche führen die. Und man denkt sich, okay, da hat jemand Star Wars geguckt und eins zu eins kopiert und dem... Musiker auch noch gesagt, ja, ich möchte bitte genau die Musik von Star Wars verabschieden. Und das ist so krass. Und dann sind da auch noch diese Leute mit diesen Helmen, die ganz genauso aussehen wie die...
Florian Bayer: Wenn du sagst, der Musiker, say his name, Bill Conti, der wirklich ein guter Filmmusiker ist, der unter anderem Rocky gemacht hat, der wirklich geil ist. Und der hat hier auch einen extrem geilen Score gemacht.
Johannes Franke: Das funktioniert einfach. Aber es ist der Temp-Tracker. Es ist absolut Star Wars. Und okay, ja, ja, geschenkt. Es ist voll Star Wars. Aber so fühlt es sich an. Aber ist Skeletor nicht unfassbar geil? Also... Wir müssen in den Film reingehen und dann werde ich erst darüber reden, wie geil ich was finde. Das lasse ich mir jetzt nicht nehmen. Frank Lange. Geller als Skeletor und Mac Forster als Evelyn.
Florian Bayer: Die ersten Charaktere, die wir sehen in diesem Film. Was für ein Bösewicht. Ja, die Maske ist komplett albern, vor allem wenn man einen Skelettkopf erwartet, wie er in der Serie zu sehen ist. Aber die Maske funktioniert, weil wir einfach genug von Franklin Gellars Mimik sehen können. Und er spielt das, als ob er fucking Shakespeare spielen würde. Und es ist so drüber, weil es überhaupt nicht passt. Vor allem, wenn wir ihn nachher neben Dolph Lundgren, neben He-Man stellen, was Schauspielleistung betrifft. Er ist viel zu drin. Heißt das, wir gehen jetzt wirklich in die Figuren rein?
Johannes Franke: Weil eigentlich hätten wir jetzt noch den Regisseur und wir hätten noch einen Schreibprozess und wir hätten noch... verschiedene andere Sachen. Okay, wir gehen in den Film rein. Tada, wir sind im Film. Ah, fuck, Flor. Ich weiß einfach nicht, was ich dir sagen soll. Ich hab den Film zweimal
Florian Bayer: geguckt. Yes, das ist schon mal gut.
Johannes Franke: Nein, nein, nein, nicht weil ich den Film gesehen habe beim ersten Mal und gesagt habe, boah geil, ich muss ihn gleich nochmal sehen. Nein, nein. Ich habe ihn beim ersten Mal gesehen und bin weggepennt.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Zwischendurch. Und das Geile ist, beim zweiten Mal gucken bin ich genau an der gleichen Stelle wieder müde geworden. Und habe gedacht, was ist es? Woran liegt es? Und ich habe mich dann aber gezwungen, darüber wegzukommen. Und fünf Minuten später war die Müdigkeit schon wieder weg. Das Krasse ist, ich habe mir Notizen gemacht zwischen den beiden Viewings. Beim ersten Mal war ich danach so... Ist das was, ist das was? Ich weiß nicht, brauche ich das? Stimmt doch alles irgendwie nicht und alles ist irgendwie off. Und so, und da habe ich entsprechend die Recherche angestellt und habe dann immer alle Kritikpunkte so, die mir so aufgefallen sind. Gwendor, wie heißt er?
Florian Bayer: Quildor.
Johannes Franke: Quildor ist toll. Nervt nur. Und dann habe ich es mir das zweite Mal angeschaut und hätte meine Notizen vom ersten Mal komplett wegschmeißen können, weil ich habe so gefeiert. Er hat mich so gefreut und ich habe diesen Film so wahnsinnig gerne gesehen. Aber ich habe ihn im Zug auf dem Handy gesehen. Okay, es ist vollkommen okay.
Florian Bayer: Dieser Film wurde ja auch im Zug auf dem Handy gedreht.
Johannes Franke: Genau. Genau diesen Gedanken hatte ich. Ich habe den Gedanken gehabt. Beim ersten Mal habe ich nämlich auf der Leinwand geguckt. in groß und wo man alle Fehler und alle kleinen Sachen sieht und so. Aber der Film ist gemacht für einen kleinen People-Fernseher, den... das Kind gerade geschenkt bekommen hat fürs Kinderzimmer. Der so groß wie eine Briefmarke ist im Grunde. Und dafür ist dieser Film gemacht. Eine Röhre.
Florian Bayer: Mit Scanlines.
Johannes Franke: Und dann ist quasi mein Handy schon größer als das Bild. was dieses Kind wahrscheinlich hat, als es das im Fernsehen geschaut hat. Und dafür... Irgendwie funktioniert das so wahnsinnig gut und ich habe den beim zweiten Mal gucken so wahnsinnig geliebt und ich verstehe mich selbst nicht. Beim ersten Mal habe ich es total gehasst und beim zweiten Mal habe ich es total geliebt. Was mache ich hier?
Florian Bayer: Ich kann es dir nachher erklären, aber noch nicht. Ich möchte zuerst mal, also die Bösewichter, in die wir eingeführt werden, die machen glaube ich ganz viel für diese Liebe aus. Also zumindest bei mir machen die ganz viel aus, weil Die Helden sind nicht zu gebrauchen.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Es ist krass. Ich finde in diesem Film tatsächlich fast alle, die an diesem Film beteiligt sind, spielen sich die Seele aus dem Leib. Wir haben in diesem Film ganz viele Schauspielleistungen, die viel zu gut sind für so ein Trash-Vehikel. Und dann haben wir aber unsere drei Helden. Und das sind alles drei komplette Schnarchnasen. Quildo ist der coolste aus der Heldengruppe.
Johannes Franke: Muss man sagen, ja.
Florian Bayer: Aber wenn wir uns Frank Langella ansehen, der ja sowieso ein cooler Schauspieler ist, also auch ein angesehener Schauspieler, der auch eine Oscar-Nominierung hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: der mit Mel Brooks zusammengearbeitet hat und Frost Nixon ist, glaube ich, so einer seiner berühmtesten Filme.
Johannes Franke: Ja, das ist das große Ding, genau.
Florian Bayer: Als Nixon... Frank Langella hat eine unglaubliche Gravitas. Dieser Skeletor, dieser Bösewicht hat Bei all der Albernheit, dass wir hier einen Gerippemann sehen, hat der so viel Stärke und Größe.
Johannes Franke: Also ich muss dir absolut beipflichten in allen diesen Punkten, vor allem auch, dass sie die Maske so gut so schlecht gemacht haben. Ja. Dass man wirklich sieht, was der Typ spielt und seine Augen sind so... Also allein, was seine Augen spielen. Es gibt ja Schauspieler, denen sagt man nach, dass sie großes Schauspieltalent im Rücken haben. Wenn man mit der Kamera von hinten auf einen Schauspieler so filmt und manchen Schauspielern sieht man ihre Emotionen schon im Rücken an. Das sind die ganz großen Schauspieler.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Und Skeletor sieht man einfach an der nicht vorhandenen Nase an, was er ist. was er fühlt und was er denkt. Das finde ich so grandios. Natürlich, die Augen machen das meiste davon so, aber seine Haltung... seinen Tonfall, seine Art und Weise damit umzugehen. Ich muss nur an das Letzte denken, was so wahnsinnig reinhaut. wie He-Man gefangen ist und dann ausgepeitscht wird mit diesem Teil und er versteckt sich fast hinter seinen eigenen Händen weil er nicht mehr angucken kann, wie He-Man gefoltert wird. Steckt überhaupt nicht im Text drin. Der Schauspieler hat das einfach so angelegt. Hat einfach gesagt, das tut mir auch weh. Eigentlich will ich das gar nicht. Und ich habe die ganze Zeit das Gefühl... Dass er Angst vor seiner eigenen Courage hat und dass er da gar nicht hin will und dass er He-Man gar nicht erwartet hat, dass das klappt. Was passiert denn hier jetzt? wird der ausgepeitscht, der große He-Man, der eigentlich ganz heimlich mein großer Held ist und ich kann nicht damit leben, dass der jetzt ausgepeitscht wird und sagt dann irgendwann genug. Mit meiner dramatischsten Stimme, die mir zur Verfügung steht. Es ist so gut. Er hat ja auch teilweise wirklich so Shakespeare-Lines.
Florian Bayer: Er sagt zu ihm, sag mir was über die Einsamkeit des Guten.
Johannes Franke: Ist sie wie die Einsamkeit des Bösen? Und diese Stelle kommt tatsächlich vom Schauspieler. Frank Langella hat tatsächlich auch Lines beigetragen, unter anderem das... Und der hat mit dem Regisseur wirklich ganz viel zusammengesessen vorher im Vorfeld und hat mit ihm das ausbaldovert. Wie sie das machen, weil man muss dazu sagen, dass... Godard, also unser Regisseur, der war nicht so richtig involviert in die Entscheidung, ob jetzt... Dolph das macht. Der wurde einfach damit vor vollendete Tatsachen gesetzt, dass dieser Schauspieler, der für diese eine Rolle in Rocky... bekannt geworden ist. Und da hat er ja auch nur so zwei, drei Lines oder so. Und er sieht einfach muskelbepackt aus, also haben sie ihn genommen. Und der Regisseur sagt sich, ach scheiße, kann der überhaupt spielen? Ich muss irgendwas mit der Geschichte machen, sodass dieser Typ nicht so oft aufsteht.
Florian Bayer: Es gibt die Legende, dass Sylvester Stallone, der Dolph Lundgren kannten, weil die zusammengearbeitet hatten, am Set vorbeigestolpert ist. Er geht übers Set, sieht Dolph Lundgren, zeigt mit dem Finger drauf und sagt, you give this guy lines?
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Du gibst ihm wirklich eine Sprechrolle? Oh, ist das gemein. Aber er hat recht. Dolph Lundgren ist... Land ist noch zu viel und zu nett gesagt. Natürlich, natürlich. Du bist in höchster Gefahr. So sagt er das.
Johannes Franke: Und sein Gesicht sagt es auch. Aber ich muss sagen, So wie sie es jetzt von der Masse gemacht haben, komme ich vollkommen damit klar. Ich habe überhaupt gar kein Problem damit. vielleicht hätte er sogar noch ein, zwei Lines mehr haben können. Es ist vollkommen in Ordnung. Aber der Film heißt halt He-Man eigentlich. Also er heißt Masters of the Universe, aber He-Man ist die große Figur der ganzen Sache. Und dann kommt er vielleicht zwölf Minuten vor von gefühlten zwei Stunden.
Florian Bayer: Ich finde seinen fehlenden Charisma einfach nur urkomisch. Ich finde, dieses gesamte Zusammenspiel von dieser Heldengruppe, also wir haben He-Man, wir haben Duncan, der quasi der Man at Arms ist und wir haben Tila. Und die drei sind ja offensichtlich Vater und Tochter, also Duncan ist der Vater von Tila und irgendwie Kriegskameraden. Und es gibt immer diese Dynamik zwischen den dreien, dass Thieler sagt, wir müssen es umbringen. Wir müssen es in die Luft sprengen. Und Thieler sagt, ruhig Frau, du weißt nicht, was es ist. Das ist die hauptsächliche Dynamik, die wir in diesen Dreien haben. Und niemand von diesen Dreien... versprüht aber irgendeine Form von Charisma.
Johannes Franke: Ich finde, der Schnäuzer, der schafft es.
Florian Bayer: Der Schnauzer ist das Aufregendste von diesem Typen. John Cypher heißt der Darsteller von Duncan und Chelsea Field heißt die von Tila. Und dann haben wir aber Quildor, Billy Barty, den sie reingebracht haben, weil Orko konnten sie sich nicht leisten, weil ein fliegender Zauberer funktioniert nicht, wenn du kein Budget hast.
Johannes Franke: Und Yoda konnten. sie sich auch nicht leisten. Brauchen aber unbedingt eine Yoda-Figur.
Florian Bayer: Und Billy Barty, ganz großer Mann. Der hat die Little People of America Organisation 1957 gegründet. Ah, okay. einer von denen, die sich ganz viel eingesetzt haben für kleinwüchsige SchauspielerInnen in Hollywood sein ganzes Leben lang.
Johannes Franke: Geil.
Florian Bayer: wurde auch mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt. Weil er wirklich viel gemacht hat in der Filmindustrie. Also auf den lasse ich nichts kommen.
Johannes Franke: Ja. Man muss aber sagen, der Film geht nicht gut mit ihm um teilweise.
Florian Bayer: Er ist halt der Comics-Sidekick.
Johannes Franke: Ja. Und er ist eigentlich der würdevollste von denen. Und beim ersten Mal ist mir das nicht aufgefallen, beim zweiten Mal, auf dem kleinen Bildschirm ausgerechnet, ist mir das schon aufgefallen, dass er es schafft, seine Rolle tatsächlich zwischendurch mit Gravitas auszustatten, die überhaupt nicht angelegt ist. Weil er auch kopfüber im Sumpf stecken muss, weil man ihn als Kleinwüchsling in der Gegend rumträgt plötzlich, was ich so ganz unangenehm finde. Ja, ist es. Solche Sachen, weiß nicht, also so geht der Film halt mit ihm um und das finde ich teilweise ein bisschen hart, aber er ist halt auch die Fantasiefigur des Ja, er ist ja nicht als Kleinwüchsiger da, sondern er ist halt eine andere Rasse, die eine bestimmte Körpergröße hat.
Florian Bayer: Er ist der einzige in unserem Heldenquartett, der einen zweistelligen IQ hat. Wirklich?
Johannes Franke: Ja, dann haben wir eine Einstellung. Okay, oh Gott, oh Gott.
Florian Bayer: Und er hat wirklich einige große Momente, die, zweistellige klingt zu wenig, er hat einen dreistelligen, ich muss korrigieren, er hat einen dreistelligen. Und er hat wirklich so einige große Momente, wo man einfach merkt, okay, er hat innerhalb von fünf Minuten offensichtlich diesen Cadillac umgebaut, wie auch immer er das geschafft hat.
Johannes Franke: Aber er kann sich keine Melodien merken.
Florian Bayer: Aber er ist ein Schlüsselmeister. Und ich finde, er erfüllt das. Ich finde die Rolle des Quildor... Ich habe das gesehen als Kind, ich habe Orko nicht vermisst, weil ich Quidor einfach total geil fand. Warum finde ich ihn beim ersten Mal so scheiße? Weil dir das eingeredet wurde. Quildor kriegt immer viel Kacke ab.
Johannes Franke: Aber mir wurde das nicht eingeredet, weil ich vorher nicht recherchierte. Ich wusste nichts darüber. Und beim ersten Mal gucken fand ich das alles irgendwie echt daneben. Und beim zweiten Mal war ich so begeistert davon. Ich weiß nicht, ob ich diesen Podcast guten Gewissens noch mit dir machen kann, wenn ich von einem... Viewing auf einen anderen einen Film so komplett anders sehe.
Florian Bayer: Nein, das ist okay bei diesem Film. Ich glaube, gerade bei diesem Film passt das, weil... Ich weiß, dass ich den auch als 30-Jähriger gesehen habe und gedacht habe, oh Gott, das fand ich als Kind geil. Wie ist das möglich? Das kann doch nicht wahr sein. Und heute sehe ich ihn und denke, was, ich fand das als 30-Jähriger doof? Das kann doch nicht wahr sein. Das ist fantastisch und hammer und unterhaltsam. Ja. Oh mein Gott, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Oh mein Gott, ich glaube... Oh nein, wir sind in einer Self-Promo. Nein, shit, ganz schnell, damit wir zurückfinden. Ihr da draußen.
Johannes Franke: Es gibt wahnsinnig viele Wege, wie ihr uns unterstützen könnt. Und wir brauchen Unterstützung, glaubt uns. Ja.
Florian Bayer: Wenn ihr uns ein bisschen Trinkgeld da lassen wollt, macht das doch bitte über buymeacoffee.com. Den Link findet ihr auch in der Episodenbeschreibung. Danke.
Johannes Franke: Könnt ihr uns gerne ein paar Euro geben, gerne auch gleich monatlich einstellen, nicht wahr? Denn Kosten haben wir genug.
Florian Bayer: Wenn ihr uns mit Geld zwingen wollt, einen bestimmten Film zu besprechen, Ist das eure Chance? Das könnt ihr nämlich über dieses Formular auch machen.
Johannes Franke: Oder ihr schickt uns einfach so einen Filmvorschlag ohne Geld und Feedback gerne an johannes. muss man sehen.de und Florian at muss man sehen.de Außerdem freuen wir uns natürlich über jeden
Florian Bayer: Jedes Abonnement, egal ob bei Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Amazon Music, whatever.
Johannes Franke: würde ist wenn ihr uns so fünf Sterne oder Herzchen oder sonst was auch immer euer Podcatcher anbietet gibt und am besten auch noch gleich eine Review dazu schreiben und
Florian Bayer: Ah, super. Fehlt noch irgendwas?
Johannes Franke: Nee, ich glaube, wir haben alles, wa? Okay, dann ganz schnell zurück in die Episode.
Florian Bayer: Yes! Ich finde auch übrigens auch ganz viele Entscheidungen, die aus der Not geboren wurden, die hier in dem Film drin sind, machen diesen Film besser, als er eigentlich sein dürfte. Übrigens, unser Regisseur Godard hat gesagt, er hat versucht, es so wenig wie möglich wie ein Kennfilm wirken zu lassen. Und ich finde, das ist ihm ganz viel gelungen. Nicht so schmuddelig. Die Kennenfilme hatten immer viel Titten und Gewalt. Ihm kam natürlich entgegen, dass Mattel gesagt hat, He-Man tötet keine Menschen. Deswegen haben sie alle zu Robotern gemacht. Die ganzen Bösen sind alle Roboter.
Johannes Franke: Was wir nicht erklärt bekommen, oder? Also ich habe das nicht mitbekommen.
Florian Bayer: Nee, aber es ist einfach, es wird einfach als gegeben vorausgesetzt. Und Mattel hat gesagt, wir wollen nicht zu viel Gewalt drin haben, wir Wir wollen unsere Spielzeuge damit verkaufen. Das darf kein Kunde der Barbar werden.
Johannes Franke: Aber es ist ein Actionfilm. Meine Fresse, was denkst du, was das wird? Aber es ist schon so ein bisschen...
Florian Bayer: Aber es ist das Bud Spencer und Terence Siffen-Ding. Das ist genau dasselbe. Das funktioniert. Du kannst tatsächlich so Action mit Prügeleien und so haben, ohne dass es wirkt wie Gewalt, die nicht für Kinder geeignet ist.
Johannes Franke: Das Problem ist, und ich weiß nicht genau woran es liegt, ob es jetzt wirklich an Dolph liegt oder ob das an anderen Umständen liegt oder Choreografen oder sowas, die Kämpfe sind alle für den Arsch. Natürlich! Sorry, aber der versucht das irgendwie mit schnellen Schnitten und mit Nahaufnahmen zu lösen. Aber man sieht immer die Awkwardness in jedem Ausfallschritt von Dorf, wie er versucht, mit einem Schwert irgendwo hinzukommen. Es sieht immer kacke aus.
Florian Bayer: Das Traurige ist einer von den Bösewichten und zwar der, der Plate spielt. Ja. Den mit den zwei Schwertern.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Anthony Longus. Das war ein großes... Das war ein großer... amerikanischer Stuntman und vor allem Choreograf. Und der hat Dolph Amset Sachen beigebracht. Das war gar nicht seine Aufgabe. Der war nicht dafür eingesetzt, aber der hat versucht, ihm ein bisschen was beizubringen, weil der konnte mit den Schwertern umgehen. Es hat halt einfach nicht gereicht und sie hatten einfach nicht die Zeit dafür. Es funktioniert insofern, dass diese muskelbepackten Barbarenhelden, die müssen meiner Meinung nach nicht elegant kämpfen können.
Johannes Franke: Es hat aber nichts mit Eleganz zu tun. Es hat was damit zu tun, dass ich mich nicht abnehme, dass er auch nur einen Treffer wirklich landet. Also wirklich nicht. Das ist schon traurig. Alle anderen Figuren haben ähnliche Probleme, aber keiner so doll wie Dorf, muss man sagen. Und ich habe das Gefühl, dass die Choreografien nicht existieren. Es fühlt sich so an, Sicherlich ist es nicht so, aber es fühlt sich so an, als ob sie unvorbereitet ans Set gekommen wären und gesagt hätten, ach ja, jetzt diese Kampfszene, ihr macht das schon, probiert mal was.
Florian Bayer: Ich befürchte sogar, dass das teilweise so war.
Johannes Franke: Aber das ist doch furchtbar.
Florian Bayer: Ich glaube, das Problem fängt tatsächlich schon früher an. Und das ist ein ähnliches Problem, das Star Wars mitgetragen hat. Dieser typische Gag, du kommst zu einer Schießerei mit einem Messer.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: den Laserschwertern, das ist auch schwer zu verkaufen. Da ist es schwer, dieses Pension of Displief abzulegen, weil du sagst, okay, wir sind hier in einer Welt, der mit Laserkanonen geschossen wird. Kein Mensch kämpft mit einem Schwert in einer solchen Welt, weil das ein Todesurteil ist.
Johannes Franke: Absolut. Und dann kommt... Dolph Lundgren mit einem Schwert in der Hand. Und er benutzt es ja auch sehr wenig, muss man sagen.
Florian Bayer: Er benutzt es halt, um die Laserschüsse abzuwehren. Wie schnell ist er?
Johannes Franke: Aber er schießt dann halt zwischendurch auch einfach sehr viel mit Waffen, die er irgendwo herholt. Und dafür finde ich es dann auch ein bisschen schade, weil das ist doch das große Markenzeichen. Ich meine, ich habe die Serie nicht groß geguckt. Aber das weiß ich, dass er mit dem großen Schwert abgebildet wird und die Macht durch das Schwert hat.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und warum zur Hölle kämpft er denn so wenig mit dem Schwert? Was soll das?
Florian Bayer: Wahrscheinlich, weil sie drauf geguckt haben und gesagt haben, der bewegt sich viel zu ungelenk. Der kann das nicht. Und sie haben recht.
Johannes Franke: Ja, na klar.
Florian Bayer: Und ich glaube, deswegen ist die Entsch... Das Schwert darf glänzen. Ich stehe tatsächlich, ich bin, ich stehe voll auf diesen Sword and Sorcery Look. Deswegen nehme ich das auch. Meine Suspension of Disbelief nimmt das mit. Das ist ja wirklich eine krude Mischung, die auch schon in der Serie ist. Dieses Wir mixen das klassische Fantasy-Genre, Sword & Sorcery, mit Barbaren-Action, mit Weltraum. Das kann ja eigentlich, das klingt ja nicht wie eine Mischung, die funktioniert, weil das einfach, weil du einfach sagst, wir ignorieren tausend Jahre Entfernung, So, du packst kein Motorrad ins alte Rom. Das ist irgendwie komisch.
Johannes Franke: Aber der Film macht das ja öfter, so Sachen gegeneinander tun und wo ich es tatsächlich geil finde und wo ich mir... total mich in mein sieben- oder achtjähriges Ich reinversetzen kann, das diesen Film guckt, wie... aus einer komplett anderen Welt die Leute plötzlich auf der Erde landen. Und ich kenne die Erde und sehe... dass die da völlig verloren und völlig fehl am Platze sind. Und das macht ein großes Vergnügen, finde ich. Dieser Film glänzt durch diese Fish-Out-of-Water-Geschichte. mit so viel Selbstironie.
Florian Bayer: Und ohne diese Selbstironie wäre der Film verloren.
Johannes Franke: Aber er könnte auch, finde ich, da ein bisschen mehr reingehen, weil ich die Selbstironie beim ersten Mal kaum gesehen habe.
Florian Bayer: Aber das Erste, was ist, wenn sie auf der Erde landen... Wir wissen doch nicht, dass sie auf der Erde sind. Sie sind da im Sumpf und sie sagen, oh mein Gott, was ist das für ein schreckliches Ungetüm. Und dann steht da eine Kuh. Das sagt doch schon alles.
Johannes Franke: Und ab da haben wir eigentlich nur noch Selbstironie. Sie kommen einfach nicht mit dieser Welt klar. Naja, irgendwie spielen sie es auch nicht so aus. Aber das ist gar nicht so unbedingt das, was mit einem zweiten Gucken wirklich fehlt oder sowas. Ich fand dann einfach so schön zu sehen, mit welcher Liebe sie einfach den größten Scheiß machen. Das fand ich wirklich schön. Einfach zu sehen, dass sie das lieben, was sie da tun. Obwohl das Ding von Canon nur als Vehikel gedacht ist, um Geld zu verdienen. hat der Regisseur und haben die Darsteller es irgendwie geschafft, da Liebe reinzuwerfen, die da eigentlich keinen Platz haben sollte ursprünglich.
Florian Bayer: Wir haben ja einen emotionalen Kern in der Handlung mit unseren Erdenmenschen. Wir haben Courtney Cox als Julie. Und wir haben Robert Duncan McNeil als Kevin. Und Courtney Cox kennt man aus Friends hauptsächlich. Und Scream. Ich kenne sie vor allem aus Scream. Ich habe Friends nie gerne geguckt. Aber sie ist eine große Schauspielerin, bekannte Schauspielerin und die bringen ja irgendwie so ein Stück Herz rein. Und auch hier würde ich sagen, es ist eine sehr simple Geschichte.
Johannes Franke: Ja, sehr.
Florian Bayer: Aber ich finde, sie haben eine funktionierende Chemie zusammen.
Johannes Franke: Ja, so 60% funktionieren. Die 60% funktioniert die Chemie zusammen, also die beiden Hauptfiguren. Ich finde, dass die Geschichte... nicht so gut. Ich würde mich mehr darüber freuen, wenn man noch ein bisschen mehr von den komischen Figuren sehen würde.
Florian Bayer: Von den albernen Action-Leuten, Action-Figuren sage ich schon.
Johannes Franke: Aber vielleicht muss man sagen, nein, ich hätte nicht gerne mehr von denen, sondern ich hätte einfach insgesamt weniger gerne von den Menschen. Und den Film kürzer, weil ich schon das Gefühl habe und deswegen bin ich auch wieder an der gleichen Stelle müde geworden, dass es sobald die da in diesem Kampf bei dem Musikladen sind. Ja. Dass der zu lange dauert.
Florian Bayer: Tut er, absolut.
Johannes Franke: Dass er so viel zu lange dauert, dass ich... schwer darüber hinwegkomme und dann schwer wieder reinkomme und dann denke, was und jetzt wollt ihr noch eine Schleife drehen, was soll denn das?
Florian Bayer: Dieser Film hat ein katastrophales Pacing.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Also ohne jeden Zweifel. Dieser Endkampf dauert viel zu lange. Es gibt quasi drei Finales, die einfach aneinander geschnitten sind.
Johannes Franke: Ganz oft habe ich geschrieben, ah, okay, und jetzt ist gleich zu Ende, ja?
Florian Bayer: Aber deswegen denke ich, dass der Film halt durch seine selbstironische Note gerettet wird. Und in diesem großen Kampf, den wir dann haben, der echt... viel zu viele Runden dreht, haben wir halt diesen Detective Lubick, der durch das Szenario stolpert. James Tolkien. Achso, ja. Unseren Schulleiter aus Back to the Future.
Johannes Franke: Großartig, ganz toll.
Florian Bayer: Der die McFly's hasst. Und später dann als Sheriff die McFly's hasst. Ein ganz toller Schauspieler, der ist im März 2026 gestorben. Vor zwei Monaten.
Johannes Franke: Wie krass.
Florian Bayer: Einem Monat.
Johannes Franke: Wie alt ist er geworden?
Florian Bayer: Weiß ich nicht genau.
Johannes Franke: Das googelst du jetzt schnell. Das gibt es ja wohl nicht. Jetzt sagst du schon, dass er tot ist und dann sagst du mir nicht, wie er alter geworden ist. Bisschen Respekt hier.
Florian Bayer: Fast 100. 95. Sehr gut.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Großartiger Schauspieler und er bringt so viel Humor da rein, wie er halt mit diesen absurden Zirkusfiguren, anders kann er es ja nicht sehen. interagiert, die da rumlaufen. Und wenn er das erste Mal auf He-Man stößt und sagt, und dich habe ich besonders im Auge, Blondie,
Johannes Franke: I love him. Aber er ist auch mit dem Kleinwüchsigen ein bisschen schlecht. Also muss man sagen... Bisschen der Ableismus der Zeit.
Florian Bayer: Ja, ja, ja, natürlich. Aber... Diese Rolle ist so geil, weil er ist so der Nullchecker, der aber trotzdem badass sein will und der irgendwie versucht, das auf die Reihe zu kriegen. Und es ist so toll, wie er da rumstolpert, während die die Welt auseinandernehmen.
Johannes Franke: Es ist eine tolle Kontrastfigur, ja. Vor allem, weil er wirklich versucht... auf seinem Niveau das ordentlich zu machen, was er da an Job hat, was er an Job für sich sieht. Es macht nicht immer alles Sinn, so richtig, was er so macht.
Florian Bayer: Es macht doch nicht Sinn. Weder das, was er macht, noch was die Guten machen, noch was die Bösen machen, macht Sinn. Also zum einen, sie landen auf diesem fremden Planeten und sagen, wir müssen den Schlüssel suchen. Sie haben keine Ahnung, wie groß diese Welt ist. Was wollen sie tun? Das wird kein Plan erstellt. Es ist die Erde. keinen Plan, man geht einfach los. Sie sind doch irgendwo gelandet, da kann doch der Schlüssel nicht weit sein. Kommt, sucht meine Kontaktlinse mit mir. Skeletor sagt, wir müssen den Schlüssel einsammeln und anstatt... ... ... ... ... ...
Johannes Franke: Und die machen alles kaputt, anstatt mit ihr zu reden. Das ist doch der Geniestreich der ganzen Zeit. Da muss er nicht los und kann Leute verpulvern, bevor er dann die Leute losschickt, die dann wirklich die Aufgaben erledigen.
Florian Bayer: Sie sind so schlecht. Sie sind in dieser Schule zu viert. Und sie schaffen es nicht, diese Teenagerin einzufangen?
Johannes Franke: Hat er überhaupt genug untertan? Weil das Problem ist ja. Wenn wir auf seine Projektion gucken, die er ja irgendwann auf diesem Planeten hat und allen sagt, unterwerft euch mir, frage ich mich, aber wer? Wer soll sich denn dir unterwerfen? Die drei Hanseln, die da stehen? Das ist Eternia. Also hat er doch auch keine Auswahl an Leuten, wen er schicken kann. Und auf der Erde genau das gleiche Problem. Seltsamerweise ist unsere Bevölkerung auf zehn Leute geschrumpft.
Florian Bayer: Das Problem bei Skeletor ist ja auch, dass er offensichtlich bei jeder Mission die fehlschlägten Viertel von seiner Crew, die er losgeschickt hat, einfach umbringt. Das ist echt nicht sonderlich effizient.
Johannes Franke: Nein, nicht sehr schlau. Aber er hat halt ein Wutproblem.
Florian Bayer: Und es ist auch ein bisschen so, wie Mattel, glaube ich, in der Führungsebene gearbeitet hat. Wenn dann ein Spielzeug fehlgeschlagen ist, dann wurden auch mal ein Viertel von der Leute rausgeworfen. Ja, ich meine, Skeletor ist ein Choleriker. Ja. Das ist wirklich ein Problem. Er steht sich da auch so ein bisschen selbst im Weg.
Johannes Franke: Und ich habe auch das Gefühl, er merkt das. Er weiß das und er versucht sich auch zu beherrschen an der richtigen Stelle, aber er schafft das nicht.
Florian Bayer: Es ist Dauerbeherrschung, was er macht.
Johannes Franke: Ich finde das so geil, weil der Schauspieler das so entscheidet und das überhaupt nicht im Drehbuch ist. Und der Schauspieler es wirklich schafft, so viel Tiefe in diese Figur zu bringen. Ich sitze ganz oft... Gerade wegen dieses Kontrastes zwischen dem Trash, der da passiert und diesem Schauspieler, der wirklich... das Ernsthaftes spielt, was ihm irgendwie zur Verfügung steht. Und er kommt ja auch vom Theater und er hat große Rachen gespielt und so. Also der weiß, wie man es macht.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und der wirft sich so 130% rein, dass ich oft mit offenem Mund einfach da sitze und nur fasziniert von diesem Typen bin. Wirklich krass.
Florian Bayer: Ich finde, es ist auch das Zusammenspiel mit Evelyn.
Johannes Franke: Ja, Evelyn ist auch nicht schlecht. Muss man auch sagen.
Florian Bayer: Nicht nur nicht schlecht, ich finde die richtig groß, weil auch sie spielt dieses Berechnende. Ja. Ja. Wenn der He-Man besiegt hat und die Guten alle zur Seite geräumt hat, dann hat er ein Messer von ihr im Rücken. Weil sie ist komplett durchtrieben. Und wir wissen, sie hat das alles durchgeplant und sie ist dann ja auch die, die abhaut. Wenn jemand freikommt und klar ist, wir verlieren jetzt, Haut sie mit den Leuten, die sie am meisten mag, offensichtlich so ihre Crew, ihre Gang, mit der haut sie dann ab und lässt Skeletor alleine und wir wissen, sie würde ihnen genauso hintergehen, wie sie alle anderen in diesem Film hinkriegen.
Johannes Franke: Auf jeden Fall. Ich habe jetzt noch nicht das Messer in seinem Rücken gesehen, aber was ich in ihrem Blick sehe, was ich auch toll finde, dass sie das so entscheidet, das so zu spielen, ist dieser Moment, Zu kapieren, okay, der Typ ist sowas von durch, mit dem ist auch keine, da kriegen wir keine Lorbeeren mehr zusammengesammelt. Der Typ ist einfach durch. Und ich muss jetzt das retten, was mir noch übrig bleibt. Und das ist schon eine ganze Weile, bevor sie tatsächlich abhaut. spielt sie diese Entscheidung. Und ich finde das so toll, wie sie das spielt, weil es wirklich subtil ist. Es ist keine Comic-Verfilmung in dem Moment, sondern es ist wirklich... Ernsthaftes, richtig geiles Schauspiel.
Florian Bayer: Es gibt ja auch diesen großen dramatischen Moment ganz am Anfang, wenn sie sagt, Crayskull gehört uns und Skeletor dann schreit, No, mein. Und wir sehen seinen Blick und wir sehen ihren Blick und wir sehen die Dynamik zwischen den beiden, die deutlich komplexer ist, als es so einen Film verdient hat.
Johannes Franke: Absolut. Und das nur durch Blicke. Ist das nicht geil, dass so ein Drehbuch zum Trotz man sowas machen kann? Ja. Deswegen bin ich Schauspieler geworden. Ich bin so begeistert davon, dass das geht.
Florian Bayer: Mac Foster übrigens, sie hat wirklich so eine krasse Augen. Sie wurde der Eyes of 1979 genannt, wegen ihrer krassen. Und sie hat auch viel gespielt, sie hat im Fernsehen Filme und so weiter. Und irgendwann haben die Produktionsfirmen angefangen ihr Kontaktlinsen zu geben, weil sie gesagt haben, deine Augen sind zu krass. Das irritiert so sehr.
Johannes Franke: Aber für diese Rolle war es richtig gut und richtig passend.
Florian Bayer: Absolut.
Johannes Franke: Sie hat aber die ganze Zeit so eine Brustplatte getragen, ne?
Florian Bayer: Autsch! Und die muss echt schwer und schmerzhaft gewesen sein.
Johannes Franke: Das heißt, sie konnte sie auch nicht richtig hinsetzen, weil die sonst sie quasi aufgespießt hätte. Ja. Und diese ganze Energie, dieser Frust, dieser Brustplatte gegenüber, den hat sie einfach ins Spiel mit übernommen. Finde ich eine sehr gute Spielentscheidung.
Florian Bayer: Es ist übrigens so trashig und albern dieser Film ist, wenn ich auf die Kostüme und die Sets gucke. Das, was die wollen, erreichen die. Also, dass die Special Effects oft absolut out of date sind, geschenkt.
Johannes Franke: Ja, aber manchmal richtig gut. Erstaunlich, ne?
Florian Bayer: Wenn ich Greyskull sehe?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das ist ein geiles Set. Also man fragt sich natürlich, warum hat da jemand so riesige Löcher in den Boden gemacht? Das ist nicht so praktisch für einen Thronsaal.
Johannes Franke: Ja, und man fragt sich auch, Also das Ding sieht ja alles gemalt aus dann irgendwie. Ja, aber schön. Ja. Also wenn du in der Totalen bist, weißt du sofort, okay, da sind 20% wirklich set und der Rest ist gemalt. Wenn du dann in die näheren Aufnahmen reingehst und in die Perspektiven und so, dann siehst du schon, dass da ein bisschen was an Set aufgebaut ist. Also es ist schon da, aber auch das ist ja alles Pappmaché angemalt und man sieht es ganz, ganz, ganz dolle. Das war das größte Set damals, das Hollywood seit 40 Jahren gesehen hatte. Die haben da extra eine Wand durchbrochen und weggemacht, damit sie das wirklich komplett bauen konnten. Und es hat offensichtlich nicht gereicht, sonst hätten sie das Matte Painting nicht gebraucht. Also dann haben sie wirklich nochmal draufgesetzt. Ich finde es funktioniert.
Florian Bayer: Ja, es hat was Artifizielles.
Johannes Franke: Sehr stark Artifizielles.
Florian Bayer: Aber es sieht so geil aus, finde ich. Ich finde, es ist so ein schönes Set. Ich bin da total verliebt drin. Gerade auch wegen diesem Artifiziellen, wegen dieser Zweidimensionalität, die sich dann in der Flucht irgendwann doch zeigt. Ich finde, es hat eine Größe. Und auch die Kostüme. Natürlich sind das alberne Sorten-Sorcery-Kostüme und He-Man ist komisch wie ein Barbar angezogen und dann haben wir diese komischen Monster. Aber in dieser Albernheit Haben sie genug Glaubwürdigkeit, dass sie für mich funktionieren?
Johannes Franke: Weißt du, was mir fehlt in dem Set? Mir fehlt das Gefühl für, wo bin ich? Ja, das ist ein bisschen das Problem und ich glaube, das ist auch ein Problem des Set-Designs, weil du brauchst Ankerpunkte visuelle. Okay, hier ist die große Statue, okay, hier ist diese Treppe, okay, hier ist das und hier ist das. Und er hat ja eigentlich, der Set-Designer hatte ja ganz viele Treppen und so, die haben sich am Ende nicht genutzt. Weil das war für den Kampf gedacht. Für den Kampf hat er halt irgendwie so Tolle, wo man dann... Einer ist weiter oben und der andere ist weiter unten und dann muss man irgendwie rüberspringen, um dann weiter dort kämpfen zu können und so. Das hat er alles angelegt. Konnten sie am Ende nicht drehen, mussten sie damit Licht ausmachen. Aber ansonsten sehe ich dem Set nicht an, wo wir sind. Und das ist ein bisschen ein Problem.
Florian Bayer: Es gibt in Eternia, in diesem Film, vor allem wenn man mit den Cartoons nichts zu tun hat, aber eigentlich ist es auch egal, weil es ja sowieso wenig mit den Cartoons zu tun hat. Es gibt so eine generelle Verlorenheit. Du hast schon erwähnt, dass wir kaum Bevölkerung sehen. Wir wissen nicht genau, wie die gesellschaftliche Dynamik davon ist.
Johannes Franke: Gar nicht.
Florian Bayer: Ich will ja gar nicht so hochgestochen, so viel wirklich Drama, aber ich will zumindest ein bisschen verstehen, wer da lebt und wer was hat. Wenn wir uns Star Wars angucken, dann sehen wir auch relativ,
Johannes Franke: wenige Menschen.
Florian Bayer: Aber wir verstehen, wie das Universum funktioniert, relativ schnell. Einfach weil Weil wir Dynamik haben zwischen Gut und Böse und zwar nicht nur zwischen Gut und Böse bei den Protagonisten. Sondern auch zwischen peripheren Figuren. Wir sehen ganz am Anfang, darf Wähler, wie er irgendeinen Soldaten von den Rebellen umbringt und ihn vorher noch kurz verhört. Und wir sehen halt Lukes Familie und das macht einfach was aus, weil wir ein Gefühl davon haben, dass hier Gesellschaft stattfindet und Leben und nicht nur ein Kampf um eine Burg.
Johannes Franke: Und hier ist es halt so, wir können uns keine Statisten leisten, also müssen wir darauf verzichten.
Florian Bayer: haben sie geschafft. Die stehen auf dem Hügel und gucken sich den Skeletor an.
Johannes Franke: Genau, das war's. Auf der Erde eben genauso. Du hast dann halt kaum jemanden auf der Straße und du fragst dich, aha, Hier ist riesige Veranstaltung in der Schule. Wo sind die Leute? Was ist da los?
Florian Bayer: Das ist sowieso so verstörend, dass wir dann ja auch irgendwann diese Szenen haben, wo sie wirklich in diesen Vorort einmarschieren mit Raumschiffen, mit ganz vielen Robotern. Und kein Mensch zeigt sich.
Johannes Franke: Das wäre so Potenzial gewesen für schreiende Menschen, die wegrennen und irgendwie so ein bisschen Eskalation und so. Aber so hat es aber auch, muss man sagen, irgendwie eine seltsame Erhabenheit, weil es um nichts geht offenbar. Also du hast keine Welt, die du eroberst, die da irgendwie lebendig ist, sondern du hast irgendwie einsame Bösewichte. die da plötzlich rumstehen.
Florian Bayer: Es ist auch so geil, dass den Bösewichten die Erde komplett egal ist.
Johannes Franke: Ja. Es gibt
Florian Bayer: keinerlei imperialistische Ambitionen von Skeletor. Der will einfach nur diesen scheiß Schlüssel und so schnell wie möglich zurück nach Eternia, um Gottes Universum zu werden, was auch immer das dann bedeutet. Außer Goldglitzer.
Johannes Franke: Goldglitzer. Und dieser schöne Helm. Ich will ihn auch.
Florian Bayer: So geil, dass die Metamorphose sein anzupotieren. getroffen. What? Natürlich, natürlich.
Johannes Franke: Ach, schön. Das ist sein Drag, weißt du?
Florian Bayer: Ja. Aber das, was sie haben an der Erde, an der Interaktion zwischen Bösewichtern und Menschen und Helden und Menschen... Ich finde, das gibt einfach viele wirklich schöne Momente. Wenn Quildur verkleidet auftaucht und sagt, Jetzt wird uns niemand mehr erkennen. Wir sind getarnt. Wir sind angezogen wie die Ehrenbevölkerung. Und dann steht da Kevin und versteht kein Wort. Und fragt, wer ist das? Und der nimmt das natürlich sofort als, siehst du? Siehst du? Comedy Gold, oder?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann auch Julie, die es ihm dann erklärt.
Johannes Franke: Julie läuft jemand in die Arme, er erzählt ihr irgendwas und sie glaubt das sofort. Weißt du, was das Problem ist? Diese Gags sind ganz gut gemacht so. Wenn man die richtige Perspektive beim Gucken hat. Weil, sind wir ehrlich, jeder dieser Gags wurde schon mal gemacht. Es ist kein neuer Gag dabei. Aber sie waren schneller als Space... Ah ne, waren sie schneller als Spaceballs? Ne, sie waren nach Spaceballs mit ihrem Spaceballs-Gag.
Florian Bayer: Sie machen original das Spaceballs-Ding, wenn Evelyn sich als Mutter von Julie tarnt, um den Schlüssel zu kriegen. Es ist genauso inszeniert wie Spaceballs.
Johannes Franke: Tja, was soll ich sagen? Ich glaube, beim ersten Mal gucken hatte ich doch recht und nicht beim zweiten Mal. Es ist wirklich so. Also man muss schon sagen, da sind keine neuen crazy Ideen dabei. Wenn man in der richtigen Verfassung ist, findet man es geil. Und wenn man nicht in der richtigen Verfassung ist, denkt man sich, ja, kenne ich schon. Es ist hart Star Wars.
Florian Bayer: Ja, es ist hart Conan der Barbar ohne Gewalt. Es ist hart, also ich meine, Lubeck ist einfach die Rolle aus Zurück in die Zukunft. Er spielt einfach diesen Typen... Der genervt ist und der die Leute anschnauzt. Also sie lassen ihn sogar seine alte Rolle spielen. Natürlich. Es ist komplett zusammengemixt. Das ist das, was halt dann doch so dieses Kennen-Ding war.
Johannes Franke: Dass wenig eigene Ideen drin sind und geschenkt, dass es keinen Sinn ergibt, weil dafür ist es Trash. Also das ist ja in Ordnung. Also darum geht es ja im Grunde auch zu sagen, nee, wir haben jetzt einfach Spaß mit den Figuren. Scheiß auf die Logik dahinter oder ob jemand länger darüber nachgedacht hat, ob man von A nach B gut kommt oder nicht. Damit habe ich, glaube ich, nicht das große Problem, auch nicht beim ersten Mal gucken schon. Da denke ich schon, ja, das ist halt eine Actionfigurenverfilmung, was soll's.
Florian Bayer: Was es für mich halt wirklich ausmacht, ist zum einen, dass wir wirklich viele tolle Schauspielleistungen haben. Ja. dass wir diese Selbstironie haben, die einfach auf der Erde passiert, die immer mal wieder reingeworfen ist. Also man kann einfach über diesen Film lachen. Und dann finde ich, es hat in vielen Momenten eine gewisse Größe, die man nicht erwartet. die in diesen Momenten nicht unbedingt zu sehen ist. Und das betrifft sowohl die Musik als auch das Kostüm und Set-Design. Einfach ganz generell die Bilder. Es ist natürlich, es ist insgesamt, wenn man auf das große Ganze guckt, ist das irgendwie Trash. Mhm. Aber dafür ist es dann halt teilweise doch zu episch.
Johannes Franke: Man freut sich glaubwürdig. Ich glaube vor allem darüber, dass ein paar Leute darin beim Drehen mehr gesehen haben als uns. Kennen eigentlich wollte. Kennen wollte vor allem, ohne zu wissen, wie Film funktioniert, einen Film machen und damit vor allem Geld verdienen für andere Sachen. Und wenn du dann aber einen Schauspieler hast, der Skeletor spielt und einfach sagt, ich gehe da jetzt 100% rein und der auch Jahre später in Interviews nicht etwa sowas sagt wie... Naja, es war halt eine Kinderverfilmung. Bitte vergesst es wieder. sondern der dann sagt, das hat zwei meiner wichtigen großen Rollen massiv beeinflusst. Er hat gesagt, er hat es geliebt, den Skeletor zu spielen. Und man sieht es einfach. Und das macht es, glaube ich, lebenswert. Bei ihm sieht man es, bei ihr sieht man es, also wie heißt sie, die Bösewichtin?
Florian Bayer: Evelyn? Macforster?
Johannes Franke: Evelyn? Was auch so ein Name, weißt du? Evil-Lingen. Meine Fresse.
Florian Bayer: Könnte sie böse sein? Vielleicht.
Johannes Franke: Und ich glaube, der Regisseur wollte auch unbedingt ganz viel und das sieht man auch so. Und das ist toll. Und Courtney Cox hat es irgendwie geschafft, da tatsächlich auch mehr reinzugeben als als ursprünglich angedacht.
Florian Bayer: Courtney Cox ist halt auch einfach super charmant. Ja und das merkt man da schon. Das ist eine ihrer ersten Rollen. Sie funktioniert einfacher als Figur, weil sie wirklich sweet ist.
Johannes Franke: Ja, total. Sag mal, wer ist denn eigentlich die Zielgruppe?
Florian Bayer: Na, die Zielgruppe damals waren ganz eindeutig zehnjährige Jungs.
Johannes Franke: Aber kann das sein? Warum legt man dann so eine Liebesgeschichte zwischen so Jugendlichen dahin, die so wirklich sehr dominant sind? die wichtige Storyline bildet.
Florian Bayer: Weil diese Teenager-Geschichten damals überall und auch heute noch, würde ich behaupten, in diesen Filmen mit Zielpublikum, zehnjähriger Junge, drin sind.
Johannes Franke: Guck dir die ganzen Disney Filme an. Es gibt so ein, zwei Disney Filme, die das als Hauptthema haben, die aber dann auch ein jugendliches Thema an, jugendliche Zielgruppe ansprechen. Und wenn es um jüngere Leute geht, Dann gibt es sowas, aber dann ist das ein sehr kleiner Teil. Und hier ist es aber so groß, dass ich nicht weiß, warum.
Florian Bayer: Ich finde das hier gar nicht so groß. Also die... Also klar, die Teenager-Story ist groß, aber nicht die Liebesgeschichte darin, sondern eher die Trauerverarbeitungsgeschichte ist es ja. Es wird doch praktisch nichts über die Liebesbeziehung zwischen Kevin und Julie erzählt, sondern es wird erzählt, dass Julie irgendwie damit klarkommen muss, dass ihre Eltern gestorben sind, dass sie sich Vorwürfe macht. und dass sie jetzt neues Leben anfangen will, weil sie nicht weiß, wie sie damit umgehen soll.
Johannes Franke: Aber wenn wir jetzt bei der Trauerverarbeitungsgeschichte sind, dann ist der Film ja wirklich nur am Scheitern, oder?
Florian Bayer: Ja, absolut.
Johannes Franke: Wenn er am Ende dann auch noch sagt, hier hast du deine Eltern wieder, nichts mit Verarbeitung, Trauer für den Arsch, du brauchst keine Trauer hier, wir werfen einfach Magie dagegen. Natürlich ist es für den Moment irgendwie schön, aber es ist irgendwie eine seltsame Sache. Ich weiß nicht. Sie schreit in letzter Sekunde Quildor zu.
Florian Bayer: Nein, Moment, schick uns doch zurück in die Zeit. Was, wenn er sie falsch verstanden hätte und sie in die Dinosaurierzeit schicken würde?
Johannes Franke: Der hat sie nicht falsch verstanden. Wir haben einen ganzen großen Brocken Geschichte nicht gesehen, in der er versucht hat rauszufinden, was sie geschrien hat und ist ihr hinterhergereist. Hat sie gefragt, hat nochmal hin und her und ist nochmal hin und her gereist und dann hat es geklappt.
Florian Bayer: Und ist nicht geil, dass Lubik, der die ganze Zeit seinen Beef mit den Leuten aus Eternia hatte, dann einfach in Eternia bleibt?
Johannes Franke: Vor allem, wie viele Minuten später ist das? Wie hat er es geschafft? In diesen paar Minuten... wie das Ganze gewesen ist. Diese Frau kennenzulernen, zu sagen, jo, deswegen bleibe ich hier. Und dieses Kostüm da anzuziehen, quasi Royalty zu werden von dem ganzen Ding, ist echt ein bisschen seltsam.
Florian Bayer: Es ist die Detective Lubeck, der schafft sowas. Alternative, sie waren da eine Woche danach. Weil die müssen sich ja auch erstmal erholen. Die hatten ja echt diesen harten Kampf... By the way, der harte Kampf, ist es nicht ziemlich inkonsistent? Die ganze Zeit wird uns gezeigt, wie dieser kosmische Schlüssel ein Tor öffnet und dann gehen sie da durch und sind in einer anderen Welt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Beim letzten finalen Kampf machen sie den kosmischen Schlüssel an und schreiten nicht durch ein Tor, sondern transportieren... sich als Gruppe automatisch dahin, inklusive einen Teil von der Mauer, wo sie mitbringen, macht überhaupt keinen Sinn. Der funktioniert offensichtlich auf unterschiedliche Art und Weise und es wird nicht erklärt, warum.
Johannes Franke: Und der Schlüsselmacher weiß das selber nicht.
Florian Bayer: Nee.
Johannes Franke: Denn offensichtlich, und das finde ich ein bisschen schade, das hätte der Schauspieler wirklich machen können, sich wirklich was auszudenken, welche Tonfolge ist es denn? Weil was er macht, ist einfach wild drauf los. Und man sieht es. Man macht keinen Unterschied, ob er dort oder dort drauf drückt. Und das finde ich doof. Das könnte er wirklich machen. Sich wenigstens einmal eine Tonfolge ausdenken.
Florian Bayer: Das stimmt. Na ja, ich stehe auf den kosmischen Schlüssel. Ein sehr schönes Gerät.
Johannes Franke: Ich finde es auch total schön, weil das Musik als kosmisches, was hält den Kosmos zusammen, ne? So Töne und Frequenzen und so weiter. Das finde ich eigentlich eine nette Idee. Und das auch irgendwie sehr 80er das Ganze auf einen Synthesizer zu legen. Wer kann die Welt retten? Der Typ mit dem Synthesizer. Ich finde es super.
Florian Bayer: Okay, eine Frage müssen wir uns noch stellen. Wie viel Kink steckt in diesem Film?
Johannes Franke: Wie viel Kink?
Florian Bayer: Wir haben He-Man der ausgepeitscht wird vor Skeletta und sich wirklich der Peitsche entgegenstreckt teilweise, als ob er es genießen würde. Wir haben diese Beziehung zwischen Skeletor und Evelyn, die immer so ein bisschen so was leicht Satomasochistisches hat, so wie er mit ihr redet. Wir haben Evil-Lindy die ganze Zeit an allen rumbaggert, egal ob Mensch oder Monster. Und wir haben natürlich die ganze Zeit diese Kostüme, die schreien, zeig mir Haut. Und zwar nicht nur bei den Frauen, sondern auch bei den Männern. Wie viel Kink steckt in diesem Film?
Johannes Franke: Auch Courtney Cox, die das erste Mal He-Man sieht und noch sagt, da hinten diese Leute. Und He-Man muss nur einmal sagen, alles gut. Du bist bei mir in Sicherheit. Und sie sofort so, ach ja, deine Arme sind so schön.
Florian Bayer: Und jemanden, der dann Pläde entgegenläuft, Und Blade sagt so, darauf habe ich lange gewartet und freut sich natürlich, dass er gegen ihn kämpfen kann. Ich finde, es gibt so einen gewissen sexuellen Unterton, der bestimmt nicht gedacht war, der aber irgendwie drin steckt.
Johannes Franke: Aber der steckt doch in den 80ern. Nicht in diesem Film, sondern in den 80ern allgemein. Ah, ich finde bei He-Man besonders. Der Mann hat ein Pronomen. Schön. Sehr gut für ihn.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Was für ein scheiß Vogue-Film.
Johannes Franke: Also ich glaube wirklich, dass die 80er sehr diesen, wenn du dir Wrestling anschaust. Yeah, baby. So viel homoerotische Untertöne und auch so viel Lack-und-Leder-Untertöne, dass du wirklich das Gefühl hast, das war einfach das Jahrzehnt dafür. Und dann ist das vielleicht bei vielen gar nicht so gemeint gewesen, aber dann war das so in und dann gucken wir jetzt da drauf und denken jetzt, aber naja.
Florian Bayer: Ich finde es schön, dass du auch Skeletor als Fan von He-Man interpretiert hast.
Johannes Franke: Total. Und man sieht es immer wieder, wie er wirklich so... ganz am Ende eben gerade, weil man das Gefühl hat, dass er so fassungslos ist, dass das jetzt wirklich geklappt hat. Wie kann denn das sein? Und dieser Übermensch, den ich immer bewundert habe... Ich versuche immer wieder herauszufordern, dass das jetzt klappt, das kann nicht sein, das geht nicht und ich will auch gar nicht, dass das klappt, weil ich ihn nicht verletzen will und ihn nicht von seinem Thron runterstelle. stoßen will. Aber er muss das jetzt durchziehen. So, das geht nicht. Er hat es einmal gesagt, also muss das jetzt. Und auch vorher schon so. Der ist so obsessed mit He-Man. Ich finde das so geil.
Florian Bayer: Ja, absolut. Und wofür eigentlich der ganze Scheiß? Also ich meine, was macht der in diesem Gott-Status? Was...
Johannes Franke: Naja, er kommt ja gar nicht dazu, uns das zu zeigen, was er machen würde damit.
Florian Bayer: Aber es wirkt auch nicht, als ob er einen Plan hätte.
Johannes Franke: Nein, er geht jetzt zu Germany's Next Topmodel oder sowas mit diesem Helm, mit dem Goldhelm. Sieht doch Ich glaube, er wird einfach depressiv.
Florian Bayer: Das ist so ein bisschen die Geschichte von dem Bösewicht, der alles erreicht hat und komplett den Sinn in seinem Leben verliert.
Johannes Franke: Aber ist er nicht schon auch depressiv, weil er die Einsamkeit des Bösen ihn so übermannt?
Florian Bayer: Total. Ich glaube, eigentlich will er nur dazugehören und Sie legen ihn ab, weil er dieses Skelettgesicht hat. Vielleicht ist Skeletor der heimliche Held.
Johannes Franke: Oh nein. Och Gott, jetzt habe ich Mitleid mit Skeletor.
Florian Bayer: Ich meine, wir definieren in diesem Film, wer das Schwert hat, wer den Crayskull hat und das Schwert hat die Macht über das Universum. Und wir definieren Gut und Böse von Anfang an einfach dadurch, dass der eine der gute und der andere der böse ist. Wer sagt das? Ich meine, hey, wir haben offensichtlich eine Art von Monarchie. Die Zauberin regiert wahrscheinlich.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wer sagt, dass Skeleta ein schlimmerer Herrscher ist als die, die davor da waren?
Johannes Franke: Weil sie gut aussieht. So einfach ist es in den 80ern. Sie ist die elfengleiche Zauberin und wenn ihre Macht schwindet, sieht sie zunehmend scheiße aus. Das sind die 80er. Scheiße slash alt. Genau, aber die Perspektive der 80er sieht scheiße aus.
Florian Bayer: Okay und Skeletor lässt dir auch durchscheinen, dass er ein autokratischer Herrscher ist, wenn er sagt, wer sich mir nicht beugt, der wird bestraft werden.
Johannes Franke: Absolut. Und wenn sie sagt, wir werden die Macht haben, sagt ihr, nein, ich werde die Macht haben. Das ist sein Ding.
Florian Bayer: Aber er ist zum Beispiel fair zu He-Man, als He-Man sagt, ich stelle mich dir und lasse meine Freundin in Ruhe, lässt er sie in Ruhe.
Johannes Franke: Ja, aber nur bis zu dem Moment, wo sie auftauchen.
Florian Bayer: Ja, das ist ihr Problem. Da haben sie sich ja wieder eingemischt.
Johannes Franke: Aber da sagt er eindeutig, ich habe gelogen.
Florian Bayer: Ja, aber es ist totaler Bullshit. Natürlich kämpft er in dem Moment.
Johannes Franke: Ja, na klar.
Florian Bayer: Das ist, ja, natürlich. Ja, ja, ja, aber er stellt es so hin wie, ach. Weil er seinen Ruf wahren muss als Bösewicht. Mir als Bösewicht, ach wie. Aber ist doch klar, er verteidigt sich ja nur gegen sie. In seinem Thronsaal, der ganz eindeutig ihm gehört. Guck dir mal seine goldene Rüstung an.
Johannes Franke: Ach, der Arme. Es tut einem echt leid. Ich habe in die Netflix-Sache reingeschaut. Auf Netflix habe ich eine Serie gefunden, die relativ neu ist.
Florian Bayer: Es gibt ja mehrere Neuauflagen seit den 90ern. Immer mal wieder den Versuch.
Johannes Franke: Ich weiß nicht genau. Es ist so 3D-animationsmäßig.
Florian Bayer: Ja, nee, ich glaube, dass es die noch ein bisschen älter ist. Es gab Anfang der 90er, da bin ich ausgestiegen bei Jemen übrigens, Anfang der 90er haben sie eine neue Serie gemacht, Das war nämlich auch ein Grund, warum die Leute Interesse an He-Man verloren haben, weil diese Steroid-Zeit vorbei war. Und zwar wirklich genau deswegen, weil es plötzlich hieß, hey Moment, die Leute mit den Muskeln haben das nicht, weil sie so toll trainieren, sondern nehmen hart Drogen. Dann haben die einen neuen He-Man Anfang der 90er gemacht, der kaum noch Muskeln hatte und da war ich irgendwie raus und dachte so, der sieht ja lame aus. Das war, ich glaube, das hieß New Adventures of He-Man und war glaube ich so ziemlich genau 1990. Aber ich war dann auch irgendwie in einem Alter, wo ich nicht mehr so Interesse dran hatte. Genau. Und dann genau war Masters of the Universe lange so ein Ding für Nostalgiker, die sehr viel und viel zu viel Geld ausgeben für Actionfiguren aus den 80ern. um die zu sammeln, am besten in Originalverpackung. Und 2002 hat Mattel eine neue Spielzeugserie rausgebracht. Und auch eine neue Serie und du hast dann wahrscheinlich diese Netflix-Serie 2018 oder 2019 geguckt, ne? Die Shira, wo Shira im Mittelpunkt steht?
Johannes Franke: Nee.
Florian Bayer: Nee, okay.
Johannes Franke: Ich habe irgendwas gesehen, was mir bei Netflix vorgeschlagen wurde. Und da... wird am Anfang gezeigt, wie überhaupt der junge He-Man zu diesem Schwert kommt und Und wie Skeletor noch ohne Skelettgesicht ist. Und dann entwickelt sich das sozusagen. Ich habe nicht viel davon gesehen.
Florian Bayer: Aber war es so, dass du gesagt hast, also du bist wahrscheinlich auch nicht Zielpublikum?
Johannes Franke: Ich bin nicht Zielpublikum, aber man merkt natürlich, natürlich, dass es sowas ganz, ganz stark modernisiert und wenn du so eine Folge hast, dann ist das nicht einfach nur gut und böse und es gibt eine Moral am Ende. Und eine schlechte Geschichte, wo alle zwei Minuten Skeletor sagt, was er eigentlich vorhat, damit jedes Kind auch verstanden hat, was sein Plan ist. Sondern es ist wirklich komplexer und mit diverserem Cast. Man hat mehr das Gefühl, dass es durchmischt ist. Auch Geschlechterverteilung und so weiter. Ich glaube, die ist ganz okay, wenn man auf sowas steht. Ich stehe halt nicht so sehr auf sowas, aber ich glaube... Das war ganz nett.
Florian Bayer: Ich glaube, mein Sohn hat die auch geguckt und fand die auch ganz cool. Wir hatten nostalgische Brille mal beiseite gelegt, weil die ist bei mir natürlich immer auf, wenn ich daran denke... Das Kinderfernsehen der 80er Jahre im Privatfernsehen war ziemlich schlecht. Ja. Also man kann es nicht anders sagen. Und diese Serien, die produziert wurden, Da gab es ja noch mehr nur, um Spielzeug zu verkaufen. Wir gucken da heute natürlich mit der Nostalgiebrille drauf. Aber mir kann niemand erzählen, dass sowas wie Transformers oder Masters of the Universe hochwertige Unterhaltung ist.
Johannes Franke: Ja, genau. Also es ist komplexer ein bisschen in der Erzählstruktur, habe ich so das Gefühl, dass das mehr, also nicht ganz geradeaus erzählt einfach nur. und dadurch eine Komplexität auch im Inhalt vorgaukelt, die es ja aber nicht hat. Also auch im Thema vorgaukelt, die es nicht hat. Aber die Erzählstruktur und die Art und Weise zu erzählen ist ja durchaus moderner, komplexer. Mit A, B Plot, C Plot, hier und da, hin und her und so.
Florian Bayer: Wo bist du jetzt? Wo ist es komplexer?
Johannes Franke: In den neuen Transformers Filmen.
Florian Bayer: Achso, in den neuen Transformers Filmen. Ich bin bei den 80ern. Also wenn ich sage, Transformers war ja 80er Zeichen. Achso. Diese Serien. die damals produziert wurden und das Ziel hatten, vor allem Spielzeug zu verkaufen. Wie Transformers, wie Masters of the Universe. Das war keine hochwertige Unterhaltung.
Johannes Franke: Nein, nein, nein.
Florian Bayer: Und ich bin absolut kein Fan von den Transformers Filmen, aber ich glaube, die sind auch besser als diese Idee damals. Gary Goddard.
Johannes Franke: Oder Goddard. Oder wer auch immer.
Florian Bayer: Goddard, wie sein französischer Namensgefährte. Nein, ich glaube ihn. Ich meine, sie haben beide Kennenfilme gemacht.
Johannes Franke: Also, der hat ja nun nicht mehr sehr viel gemacht. Filme betrifft, die wir breit im Kino sehen konnten. Aber sein Hauptwerk, wenn man das so sagen kann, liegt in Freizeitparks und Attraktionen. Also er hat riesige Unterkennern, sehr berühmte Freizeitparkattraktionen entworfen und da echt neue Maßstäbe gesetzt. Also er war bei Disney als Imagineer Erstmal angestellt und hat dann auch eigene Designfirmen und so, die Goddard Group zum Beispiel, ins Leben gerufen. Und halt einfach solche Sachen wie The Amazing Adventure for Spider-Man, ein Island-Adventure von Universal. Und ein Terminator 2 3D-Battle und Jurassic Park Ride und so. Also er hat richtig große Sachen. Alle bei Universal sehe ich jetzt hier gerade. Und in Las Vegas noch irgendwie eine Star Trek Experience und so. Große Sachen gemacht. Ja, also er hat sich da auch wirklich einen großen Namen gemacht. Allerdings gab es wohl im Zuge der MeToo-Bewegung Probleme. Also, ihm wurden auch durchaus Sachen vorgeworfen. Und da hat er sich dann auch ein bisschen zurückgezogen und ist nicht mehr so aktiv.
Florian Bayer: Fuck. Oh Mann, zu viele. Viel zu viele.
Johannes Franke: Aber er redet auch immer mal wieder über diesen Film öffentlich, wenn er gefragt wird und freut sich auch darüber zu reden. wie viele Steine ihm in den Weg gelegt wurden und wie heldenhaft er trotzdem einen Film draus gemacht hat.
Florian Bayer: Ich finde es auch schräg, dass sie David O'Dell als Drehbuchautor gewonnen haben, der echt viel bei den Muppets gearbeitet hat. Crystal für Jim Hansen geschrieben hat.
Johannes Franke: Er kennt sich mit Puppen aus. Das ist die Denke von Canon gewesen wahrscheinlich.
Florian Bayer: Und einen der schlechtesten Superheldenfilme der 80er Jahre, Supergirl aus dem Jahr 1984. Muss man leider auch dazu sagen. Ja.
Johannes Franke: Aber er hatte ja auch viel mehr geplant. Insofern kann man, glaube ich, aus dem fertigen Film nicht lesen, welche Qualität der Drehbuchautor hat.
Florian Bayer: Wir können noch ganz kurz sagen, wie es mit Canon weiterging. Mit dem ging es nämlich nicht sonderlich weiter. Masters of the Universe war ein Misserfolg. Budget 22 Millionen, Box Office 17 Millionen. Kein großer Erfolg. Und Ken hat sich auch tatsächlich nicht mehr erledigt. lange gehalten. Die hatten schon den Ruf, dass die irgendwie schlecht mit dem Geld umgehen. Die hatten extreme Verluste und hatten dann zuerst so eine Vereinbarung mit Warner Bros., Dass die einiges von denen übernommen haben, das hat aber nicht geholfen. Die haben trotzdem weiter verloren und dann wurden sie von Pathé Communications übernommen. Und Globus und Golan, die beiden verrückten Israelis, hinter dem ganzen Ding, die sind dann getrennter Wege gegangen. Und Ken hat aber als Teil von diesem Pathé, das dann irgendwie zu MGM gehört hat, Gott, Hollywood kompliziert, haben weiter Filme gedreht, so ein bisschen. Witzige Geschichte. Golan und Globus wurden 2014, 2013 von den Filmmachern von dem Film Electric Boogaloo veröffentlicht. von dem ich schon erzählt habe, angefragt, ob sie Interviews geben, weil Electric Blogologe hat eine anderthalbstündige Doku gemacht über die Geschichte von Ken, weil sie gesagt haben, das ist so verrückt, das muss erzählt werden. Guckt euch diese Doku an, es ist wirklich lustig. Und dann haben die ja mit ganz vielen Leuten, SchauspielerInnen, RegisseurInnen und so weiter gesprochen, die dabei waren. Und aber Golan und Globus haben abgesagt. Die haben gesagt, wir wollen euch kein Interview geben.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Ascolan und Globus gemacht haben, das, was sie auch damals in den 80ern gemacht haben. Sie haben gesagt, da kommt ein Film raus über unsere Produktionsgesellschaft. Wir müssen schneller sein.
Johannes Franke: Nein, nein.
Florian Bayer: Und die haben ihre eigene Doku gedreht.
Johannes Franke: Legrat.
Florian Bayer: Es steht in den Endcredits von dem Film Electric Boogaloo, dass die dann den Film geträgt haben. The Go-Go-Boys. The Inside Story of Canon Films. und den rausgebracht haben. Und zwar vor Electric Boogaloo. Und? Ist es schlecht? Drei Monate vorher veröffentlicht hat vernichtende Kritiken gekriegt, während Electric Boogaloo extrem abgefeiert wurde. Same old game, same old game.
Johannes Franke: Krass, krass, krass, krass, krass. Okay, ich würde sagen, wir gehen in unsere Top 3 rüber, oder?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Bevor wir in die Top 3 rüber gehen, wir bringen uns immer Sachen mit. Ich war in Wien. Du hast mir das letzte Mal, bevor ich nach Wien gefahren bin, hast du gesagt, du möchtest Salieri.
Florian Bayer: Ich möchte Salieri, ich erinnere mich.
Johannes Franke: Und zwar Salieri, der nicht als Mörder dargestellt wird.
Florian Bayer: Ich erinnere mich.
Johannes Franke: Es gibt in Wien kein Salieri-Merchandise. Es ist schrecklich. Aber ich muss dir das gleich geben, ich habe es jetzt hier nicht, aber ich wollte es jetzt nicht aus dem Podcast raushalten, weil das ist wichtig. Ich habe dir eine Serviette mitgebracht von einem Restaurant, das Salieri heißt.
Florian Bayer: Du bist so geil. Wie cool.
Johannes Franke: Es ist das einzige, was man in Wien finden kann, das irgendwas mit Salieri zu tun hat. Außer natürlich irgendwelche CDs mit aufgenommenen Musikstücken von Salieri in irgendwelchen Musikläden. Aber das ist eine andere Nummer. Aber ansonsten gibt es kein Merchandise. Aber ich habe dir diese Serviette besorgt.
Florian Bayer: Oh, du bist so großartig. Wenn ihr wissen wollt, was es mit dem Salieri-Mozart-Beef auf sich hat, es gibt von uns eine Episode zu dem Film Amadeus und da kämpfe ich und verteidige Antonio Salieri, der ein wirklich toller Komponist war. Ich, der Mörder von Mozart. Und genau, ich habe eine tiefe Liebe für Salieri, einfach weil ihm so viel Unrecht getan wurde.
Johannes Franke: Okay, und dann spiele ich noch den Jingle ein und dann gehen wir in unser Top 3. Unsere Top 3. Top 3. Herzlich willkommen in diesem Top 3. Wir sind beim Thema Blondie. Blondinen, ich will Blondinen. Gib mir Blondinen, Johannes. Männliche Blondinen? Blondies. Du hast einfach eine Blondie geschrieben. Also ich hätte auch den Hund nehmen können.
Florian Bayer: Ja, alles was blond ist. Gib mir alles was blond ist. Hast du ein Faible für blond?
Johannes Franke: Nee, aber mir ist jemand aufgefallen, der einen wahnsinnigen Fable für blond hat. Hitchcock. Deswegen habe ich Tippi Hedren auf meinem Platz 3. Janet Leigh. Achso. Okay.
Florian Bayer: Aus welchem Film, Tippi Hedren?
Johannes Franke: Die Vögel. Ja, ich habe Janet Leigh aus Psycho. Natürlich.
Florian Bayer: Du kannst keine Blondie-Liste ohne Hitchcock machen.
Johannes Franke: Wie krass ist das denn, Flo? Schön. Schön freut mich.
Florian Bayer: Danke.
Johannes Franke: Gut, die Vögel übrigens kann man sich sehr gut anschauen. Wir haben auch diesen Film besprochen, wo einfach mal plötzlich ein Haufen Vögel ausrasten und die Leute angreifen. Tippi Hedren dabei erwischen, wie sie stalkermäßig einem Typen hinterher rennt. Großartiger Horrorfilm, großartige Satire, großartiges symbolisch aufgeladenes freudianisches Drama. Und wir haben auch da ein bisschen gestritten zwischendurch.
Florian Bayer: Haben wir.
Johannes Franke: Ja, also es lohnt sich auf jeden Fall.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Sehr schön. Was hast du denn auf Platz 3? Ach, du hattest auf Platz 3... Ja. Willst du kurz sagen, worum es in Psycho geht?
Florian Bayer: Blondine wird in der ersten halben Stunde umgebracht, in der Dusche. Und dann müssen wir mit einer anderen Vorlieb nehmen. Großartig. Hitchcock, du raffinierter Mistkerl.
Johannes Franke: Weiter geht's. Ich habe noch Platz zwei. Gentlemen prefer blondes.
Florian Bayer: Ah, Marilyn?
Johannes Franke: Marilyn Monroe.
Florian Bayer: Natürlich.
Johannes Franke: Natürlich, weil sie auch da so hingedrängelt wurde und gesagt hat, okay, wenn ich erfolgreich sein will, dann muss ich bestimmte Standards hier erfüllen, die eigentlich für den Arsch sind, aber gut, was soll's.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und dann hat sie solche Filme gemacht und dann heißt es eben Gentleman Prefer Blondes 1953. Einfach eine Musical-Komödie und die ist wirklich sehr, sehr gut.
Florian Bayer: Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Macht sehr viel Spaß. Und Marilyn Monroe ist sowieso so eine Unterschätzte. Ist sie unterschätzt? Nein. Wahrscheinlich nicht mehr.
Florian Bayer: Nein, überhaupt nicht. Ich habe vielleicht noch ein bisschen unterschätzte, die blondigste Blondine der 60er Jahre, Doris Day in Spion in Spitzenhöhe. Weil sie diese wunderbare Tollpatschigkeit und Naivität auch mit aufs Parkett bringt, die man aus einem typischen Blondinenwitz kennt. Und das trotzdem mit sehr viel Charme spielt und natürlich ist es alles sehr brav und sehr bieder.
Johannes Franke: Sehr bieder und sehr sexistisch.
Florian Bayer: Und sehr sexistisch, aber es macht Spaß und es ist irgendwie... Es ist die harmlose Variante von einem Blondinenwitz.
Johannes Franke: Jetzt haben wir zwei Frauen. Das ist blöd. Deswegen nehme ich jetzt Ryan Gosling.
Florian Bayer: Den habe ich auch auf Platz 1. Ich habe wirklich überlegt. Ich habe da auch so dazustehen oder vielleicht doch Barbie. Aber es ist Ryan Gosling.
Johannes Franke: Nein, es ist Ken. Es ist Ken. Großartig.
Florian Bayer: Großartiger Film. Die Barbie-Verfilmung wieder im Mattel. Wieder Blondie.
Johannes Franke: Der bessere Film als Masters of the Universe ohne jeden Zweifel.
Florian Bayer: Fantastisch. Ich fand den, obwohl er natürlich ein Marketingvehikel ist, wirklich, wirklich gut. Ja, ja. der Werbung für eine Puppe ist eigentlich erstaunlich progressiv. Und er hat genug Feminismus mit an Bord, dass man nicht nur so sagt, pff, Das ist so ein Packaging, sondern er hat auch wirklich das Herz am rechten Fleck.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich mag diesen Film.
Johannes Franke: Ja, ich auch total. Ja, hört euch gerne die Episode an, wie wir darüber reden. Auch recht lang geworden, glaube ich. Okay, wir gehen wieder zurück in unseren Film. Masters of the Universe. Das war unsere Top 3.
Florian Bayer: Bevor wir zu unserem Urteil kommen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Leute, wir haben jetzt gerade, in dem Moment hört ihr die 282. Episode unseres Podcasts.
Johannes Franke: Fuck, die 282.
Florian Bayer: Und wir wollen auf jeden Fall die 300 voll machen.
Johannes Franke: Ja, das sowieso mindestens.
Florian Bayer: Wir wollen dann aber nicht aufhören, keine Sorge.
Johannes Franke: Wir machen ja 600 voll oder so.
Florian Bayer: Wir wollen in der 300. ein kleines Frage- und Antwortspiel machen. Wir haben sowieso... Wir sind nicht so gut drin, auf Kommentare zu antworten. Du bist nicht so gut drin. Ich bin da nicht gut drin. Ich kann dieses ganze Social Game echt nicht gut. Sorry. Wenn ihr Fragen an uns habt, wir haben auch einige, wir haben Mails, wir haben Kommentare und so, aber wenn ihr irgendwie so Fragen habt, die euch unter den Nägeln brennen, schickt uns die gerne. Ja, wir werden in der 300. Folge so ein Ask Me Anything machen und werden einfach mal so ein bisschen auf eure Fragen, die wir sowieso schon haben, eingehen. Aber wenn neue dazu kommt, freuen wir uns auch sehr.
Johannes Franke: Volle Kanne, weil die Fragen, die wir bisher haben, die gehen alle in eine ähnliche Richtung.
Florian Bayer: Warum seid ihr so woke?
Johannes Franke: zum Beispiel.
Florian Bayer: Und warum kann Plur das Wort Zähne nicht aussprechen?
Johannes Franke: Ja. Oh. Ach, Flor, es tut mir so leid. Ja, ich weiß. Ich habe mich damit abgelehnt. Hört euch die ersten Episoden an, die wir gemacht haben und hört euch den Unterschied an. Plur hat einen weiten Weg genommen, finde ich, vom Saarländischen ins... Ich will nicht Hochdeutsch sagen, aber ins Deutsch.
Florian Bayer: Als wir unsere ersten Episoden aufgenommen haben, habe ich schon 20 Jahre in Berlin gelebt. Das Saarländische wärst du nicht los.
Johannes Franke: Nein, aber ich habe das Gefühl, dass der Podcast dich dazu gezwungen hat, so ein kleines bisschen da reinzuwachsen.
Florian Bayer: Vielleicht ein wenig, ja.
Johannes Franke: Also, wir öffnen unser Muss-man-sehen-Universum und geben anderen Podcasts. die vielleicht über den gleichen Film gesprochen haben oder eine Meinung dazu haben. Ein kleines Forum von so zwei, drei Minuten, dass sie uns sagen können, wie sie den Film fanden.
Florian Bayer: Wir brauchen auf jeden Fall einen Jingle dafür. Jingle. Und jetzt jemand komplett anders. Hallo ihr Lieben, hier sind Roman und Sven von den alten Videothekenkindern.
Johannes Franke: Schön, dass wir bei euch zu Gast sein dürfen und etwas zu Masters of the Universe sagen dürfen.
Florian Bayer: Ja, und zwar nicht über den neuen Film, der jetzt erst ins Kino kommt, sondern über den Film von 1987. Und Roman, wir haben ja noch nicht ganz so viele Folgen, die muss man sehen, Jungs. Wir sind bei Folge 20, die wir im letzten Jahr aufgenommen haben. Da sind wir nämlich auch schon bei Masters of the Universe hängengeblieben von 1987. Und haben darüber gesprochen. Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bist du riesiger Motu-Fan.
Johannes Franke: Das stimmt, absolut. Und trotzdem, obwohl der Film so wenig Fanservice liefert, weil er wenig von dem zeigt, was man als Fan sehen wollte damals, Ist er mir trotzdem sehr positiv in Erinnerung geblieben.
Florian Bayer: Das ist ein Phänomen, ne? Also weil eigentlich hat er ja nichts mit He-Man zu tun. Der hat so drei Charaktere, vier Charaktere, die im Film vorkommen. Richtig, genau.
Johannes Franke: Es gibt keine Verwandlung von Adam zu He-Man. Ja. Battle Cat Field.
Florian Bayer: Gar nicht. Aber trotzdem. Und er spielt kein Orko. Das war das Schlimme, dass keiner von den Originalhelden mitspielt. Das war das, was einen einfach so, ich habe mich so gefreut Orko zu sehen und dann hat man aber, dann war der Film plötzlich ab zwölf glaube ich und dann konnte ich ihn gar nicht gucken, weil ich noch so jung war, da war ich richtig traurig. Und man wollte halt auch nicht die Erde sehen. Ich wollte Eternia sehen und Castle Greyskull und Snake Mountain und vielleicht sogar die Wilde Horde.
Johannes Franke: wo man die Figuren ja alle von hatte. Wo man sich das alles schon so vorgestellt hat. Wie sieht das wohl aus in Wirklichkeit? Als Kind hat man noch die Fantasie, die man da so reinbringt und dann liefert der Film davon relativ wenig. Aber irgendwie das, was er liefert, das hat man trotzdem ins Herz geschlossen, weil wir hatten ja nichts anderes.
Florian Bayer: Ja, also das ist absoluter 80er Jahre Trash, der Film, aber irgendwie, und ich weiß nicht, wie er das schafft. Irgendwie berührt er mein Herz. Ich finde Courtney Cox cool, dass sie da mitspielt, so vor Friends schon. Dann Dolph Lundgren fand ich einen richtig guten He-Man und ich weiß nicht warum. Also er spielt ja nicht besonders grandios, aber trotzdem.
Johannes Franke: Also von der Physis her schon. Ja, von der Physis passt das einfach. Er hat schon einen krassen kleinen kurzen Hane-Schnur an. Da musst du schon was rüberbringen, damit es nicht komisch aussieht.
Florian Bayer: Ich mochte auch so alles um diesen kosmischen Schlüssel drumherum, so diese Soundeffekte, wenn die da so raufgedrückt haben. Das ist ja auch in unser Intro ein bisschen mit eingeflossen. Die Musik von Bill Conti, die auch richtig, richtig geil ist.
Johannes Franke: Auf jeden Fall. Die Gegner, die man vorher auch nicht kannte, Saurot und Blade fand ich gut. Richtig gut.
Florian Bayer: Richtig gut, gerade diesen Dinosaurier und weil der so schwer in der Maske war, haben sie den einfach direkt getötet.
Johannes Franke: Wenn Charles as Beastman auch nicht redet oder Evelyn zaubert auch relativ wenig. Mac Foster wirkt aber wenigstens gut als Evelyn, kommt gut rüber.
Florian Bayer: Und die Maske von Skeletor ist natürlich ein Kracher.
Johannes Franke: Ja, und auch gut verkörpert durch Frank Langella.
Florian Bayer: Ich finde auch, der spielt das so toll und ich mag sogar diesen Schwertkampf am Ende, auch wenn er einfach so vor zwei Laken, die gespannt wurden, aufgenommen wurde. wie die da so kämpfen dann noch, wo sie schon kein Geld mehr eigentlich hatten. Aber trotzdem hat der Film so viel Charme und Ich muss es zugeben, ich mag Vildor, also mochte den früher schon immer, so als kleiner Junge. Ich weiß nicht warum, hab mir dann auch die Figur geholt und mochte den einfach immer.
Johannes Franke: Genau, wir hatten ja nichts anderes.
Florian Bayer: Wir hatten ja nichts. Aber hast du noch irgendeinen Gag in Erinnerung, wo du immer dran denken musst, wenn du an Masters denkst?
Johannes Franke: Ach, Viele Kleinigkeiten, wie Gildor seine Tür abschließt mit den ganzen verschiedenen Schlössern. Ja, geil. Wo sie alle da reinstürmen. Oder wie Courtney Cox Rolle halt da schreit und schreit vor den bösen Schergen wegrennt.
Florian Bayer: In der Turnhalle.
Johannes Franke: Genau, das ist mir auch noch im Kopf geblieben.
Florian Bayer: Ich liebe die Szenen und ich weiß nicht warum, wo sie KFC essen. Und dann, ah, wie sie das da wohl ranbekommen, das sind Räppchen. Ja.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Oder Schenkel, sagt er. Schenkel, glaube ich, oder?
Johannes Franke: Ja, kann das sein. Ich weiß es nicht mehr.
Florian Bayer: Richtig. Und dann, wie Quill, dass ich die angeguckt habe. Ja, ich komme. Irgendwie mag ich das, ich weiß nicht wieso, weil seine Haut irgendwie auch so aussieht wie von so einem gebrannten Hähnchen. Ja.
Johannes Franke: wahrscheinlich.
Florian Bayer: Und Roman, was meinst du denn, wie der Neufilm wird?
Johannes Franke: Ich weiß nicht. Ich hoffe, der wird gut. Der erste Trailer hat schon ein bisschen in die richtige Richtung gezeigt, finde ich. Aber muss ich echt drauf einlassen können.
Florian Bayer: Ich weiß nicht, ich will mir da vorher einfach reingehen und mal gucken, ob er mich kriegt. Ich hoffe. Ich hoffe. Ich glaube, der wird ganz gut. Ich hab da wirklich Hoffnung. Aber ich geh da jetzt nicht rein mit, oh, das wird bestimmt der beste Film. Nee, das wird ein trashiger Film, aber die ganze Toyline war halt trash. Und diese krassen Figuren, die alle eine coole Funktion hatten, was habe ich das geliebt, so immer rauszufinden, oh, was kann denn der Besonderes? Ja, jetzt habe ich einen Elefanten, der Wasser spritzen kann. Jetzt nehme ich den Feuerwehrmann von Eternia. Und der verwandelt sich in einen Stein. Also fand ich geil, dass die alle für besondere Fähigkeiten hatten, was die Neuen ja nicht mehr so haben, was ich mega schade finde von der neuen Toyline.
Johannes Franke: Trotzdem fragt man sich auch mit den technischen Möglichkeiten heute, warum sie das alles weglassen.
Florian Bayer: Ja, und die Comics nicht zu übersetzen, auch eine Frechheit.
Johannes Franke: Aber die trauen uns halt einfach nicht zu, die Zusammenhänge zu verstehen. Wir sollen die so anhand der Bilder sehen.
Florian Bayer: Ja, aber also, wie gesagt, ich glaube, der wird ganz gut. Ich glaube, der nimmt sich selber nicht so ernst und spielt ja auch auf der Erde am Anfang, aber dann doch irgendwann auf Eternia.
Johannes Franke: Ja, das war schon das erste Mal, dass mich das ein bisschen enttäuscht hat, muss ich sagen. Also ich dachte mir, mach das nicht schon wieder. Warum? Warum muss immer diese Connection zur Erde sein? Warum?
Florian Bayer: Ja, ist komisch, ne? Das war in den Büchern nicht, aber jetzt ist es einfach jedes Mal so. Naja, aber... Da sind coole viele Figuren bei und ich glaube, das wird ganz spannend. Ich bin da sehr, sehr, sehr positiv gestimmt auf jeden Fall. Ja, und Roman, weißt du noch, was du damals dem Film gegeben hast bei uns im Podcast?
Johannes Franke: Nee, leider nicht mehr. Ich tippe mal ... Ja, ich glaube, eine 6 von 10 wird er gekriegt haben, denke ich mal.
Florian Bayer: Ja, meinst du? Ich glaube, ich habe dem eine 7, ich weiß es aber nicht mehr genau. Ach ja, da müsst ihr einfach mal in Folge 20 von den alten Videotheken genau rein, wenn ihr das wissen wollt. Wo wir auch ein paar interessante Fakten noch über den Film, die die beiden Jungs vielleicht ja auch noch nicht hatten in ihrem Podcast. Also wenn ihr das komplette He-Man... Komplurat haben wollt, dann hört ihr einfach diese wundervolle Folge von uns auch noch hinterher. Ja, und dann würde ich auch schon sagen, Roman, das war es dann auch schon von uns.
Johannes Franke: Ja, genau, also wie du es gerade so schön gesagt hast, hört gerne bei uns mal rein, bei den alten Videothekenkindern, da findet ihr uns überall, wo es Podcasts gibt natürlich.
Florian Bayer: Ja, danke lieber Johannes, lieber Flor, dass wir hier zu Gast sein durften und euch weiterhin viel Spaß beim Muss-Man-Sehen-Podcast.
Johannes Franke: Und denkt immer daran.
Florian Bayer: Zurückspul nicht vergessen. Euer Roman. Und euer Sven. Und jetzt jemand komplett anders.
Johannes Franke: Willst du noch was sagen zu Masters?
Florian Bayer: Ja, bitte.
Johannes Franke: Das leg du los. Also, ich war total... fasziniert davon, dass ich es nicht geschafft habe, eine coherent viewing experience mir hinzulegen. Ich habe es im Zug viel mehr genossen auf dem Handy als auf dem Beamer zu Hause. Beim zweiten Mal gucken wusste ich dann auch schon ein bisschen, worum es geht. Und ich hatte dann vielleicht auch, muss man sagen, die Möglichkeit, über das Erkennen der ganzen Tropes mich dann nicht mehr zu ärgern, sondern diese Tropes dann einfach, ich wusste ja schon, dass sie existieren. Und ich wusste auch schon, dass diese ganzen Gags, die eigentlich auch uralt sind, auch existieren und habe mich dann mehr darauf konzentrieren können, wie sweet der das auflöst. Also wie liebevoll die Leute auch damit umgehen und wie liebevoll das teilweise inszeniert ist, obwohl da ganz viel Zwang und Geldprobleme und so weiter da drin stecken. Und irgendwie lohnt sich dieser Film volle Kanne. Aber man muss in der richtigen Verfassung sein dafür.
Florian Bayer: Er ist echt ein wildes Mischmisch aus verschiedenen Genres und Ideen, die teilweise sehr unbeholfen zusammengeklebt sind. Ja. Ja. Ja. Es ist vielleicht der beste Film in Cannons Filmkatalog von diesen ganzen komischen Actionfilmen und er hat das Herz am rechten Fleck. Er bringt echt genug Selbstironie mit, dass man nie das Gefühl hat, dass er sich zu ernst nimmt. Er hat teilweise grandiose Schauspielleistungen und er hat ein echt gutes Set-Design und Kostüm-Design. Ich bin total glücklich mit diesem.
Johannes Franke: Auf einer Skala von Flash Gordon zu Flash Gordon, wie schneidet er ab?
Florian Bayer: Ja, Flash Gordon ist schon der bessere Film. Flash Gordon macht mehr Spaß. Flash Gordon ist halt ein bisschen... Masters of the Universe hat einfach diese Masters of the Universe Lore, die sehr männlich ist und dann Flash Gordon mit diesem ein bisschen kinkiger und ein bisschen diverser kann ich eher antworten.
Johannes Franke: docken. Ja, ein bisschen mehr Varieté quasi noch.
Florian Bayer: Genau, ein bisschen mehr Zirkus und Masters of the Universe ist ein bisschen mehr Gekloppe, aber trotzdem, ich mag das auch und natürlich habe ich die Nostalgie dabei. Ich bin damit groß geworden. Ich finde, der Film hat was Besseres verdient als das, was er gerade an Ruf hat. Und vielleicht guckt ihn euch mal nochmal an, gerade wenn ihr welche seid, die sich sehr über diesen Film geärgert haben oder sehr viel über diesen Film lustig gemacht haben. Ganz ehrlich, er ist besser als sein Gruff. Es ist nicht nur Guilty Pleasure und es ist nicht nur, man guckt das Ding ironisch und lacht sich drüber kaputt.
Johannes Franke: Ich finde, was er mit Flash Gordon gemeint hat, ist der wahnsinnig gute Bösewicht. Ja. Flash Gordon hat da auch so einen krassen Bösewicht, wo man auch gedacht hat, wie kann das sein, dass der sich da so reinwirft?
Florian Bayer: Obwohl es Yellowfacing war, ne? Max von Südo als Emperor Ming. Auch wenn es nicht näher definiert ist, ist es ziemlich klar, dass er eine Art asiatischer Autokrat sein soll.
Johannes Franke: Ja, oh Gott, oh Gott, stimmt. Ich bin wieder verdrängt. Ja, aber... Es ist interessant, dass die Bösewichte auf dieser Trash-Schiene, die Bösewichte so gut funktionieren.
Florian Bayer: Flash Gordon wäre auch ein toller Blondie gewesen für unsere Liste. Stimmt. Schade.
Johannes Franke: Naja, okay, verpasste Chancen. Also dann werden wir uns mal zurückziehen und überlegen, was wir als nächstes machen. Wenn ihr wissen wollt, was nächste Woche kommt. Dann bleibt noch kurz dran. Wir zeigen euch nochmal den Jingle, damit wir Zeit haben, darüber zu diskutieren, was es gibt. Aber ich bin hier dran. Das heißt, wir müssen gar nicht diskutieren, sondern ich kann Plur einfach irgendwas geben und er muss damit leben. Ja, muss ich wohl.
Florian Bayer: Ansonsten wie immer, euch vielen Dank fürs Zuhören. Macht es gut, unterstützt mich im Kampf gegen den Bösen, Johannes.
Johannes Franke: What the fuck?
Florian Bayer: Was gibt es denn?
Johannes Franke: Wir haben jetzt noch was und zwar, warum Licht?
Florian Bayer: Keine Ahnung.
Johannes Franke: Wir haben ein Königreich für ein Lama. Wir sind viel zu sehr im Hintertreffen mit Disney. Naja, wir haben ein Dschungelbuch gemacht und wir haben 101 Dalmatiner und so weiter. Aber da sind so viele großeartige Sachen rausgekommen. Absolut. Und ein Königreich für einen Lama ist 2000 rausgekommen. Und ich denke immer, der muss irgendwie noch viel jünger sein, weil er für mich so der Start ins neue Disney in meinem Kopf ist. Aber ich weiß nicht, ob das irgendwie sich mit irgendwelchen goldenen Zeitaltern, Silberzeitaltern, was auch im Bronzezeitalter von Disney irgendwie deckt oder was, ab wann was anfängt. Aber für mich ist ein Krönigreich für einen Lama das moderne Disney.
Florian Bayer: Es ist ein OG-WG-Film. Aber ich glaube, keiner von uns beiden hat den reingebracht. Ich habe den zum ersten Mal logischerweise als junger Erwachsener gesehen.
Johannes Franke: Das müsste Maya gewesen sein.
Florian Bayer: Wahrscheinlich, ja. Ziemlich sicher. Es war auf jeden Fall ein Film, den wir in der WG geguckt haben, den ich das erste Mal mit euch geguckt habe. Und ich weiß, wir hatten alle sehr viel Spaß dran. Ja! Aber er stammt aus einem etwas düsteren Disney-Zeitalter. Die Disney-Renaissance war vorbei. Die großen Erfolge waren vorbei und es hat noch ein bisschen gedauert, bis dann die zweite Renaissance kam mit sowas wie Frozen. Deswegen bin ich sehr gespannt.
Johannes Franke: Ja, also ich weiß noch, dass ich den sehr geliebt habe und ich bin gespannt, wenn er jetzt tatsächlich schon 26 Jahre auf dem Buckel hat. Krass. Da hab ich nicht mit gerechnet. Ich hab jetzt einfach Wikipedia aufgemacht und gesehen, 2000? Was? Krass, ne? Der ist alt, der Film. Aber wir sind auch alt. Ja, was soll man mal sagen dazu? Okay, also, ihr guckt euch Ein Königreich für einen Lama an und dann sehen wir uns, hören wir uns nächste Woche wieder.
Florian Bayer: Ich freue mich drauf. Bis dann. Ciao. Ciao.
