Episode 121: Nummer Fünf lebt – Roboterliebe und Geburtstagswünsche
Wir erfüllen endlich mal wieder einen Publikumswunsch. Zum Geburtstag schenken wir Liz ein Gespräch über die 1986er Science Fiction Komödie „Short Circuit“, in Deutschland bekannt unter dem Titel „Nummer 5 lebt“. In der Diskussion geht es um stereotype Darstellungen in Filmen der 80er Jahre, um die Möglichkeit von Technik, Emotionen zu erzeugen und natürlich die wichtigste Frage von allen: Kann Nummer 5 gegen die Konkurrenz von E.T. bestehen.
In unserer Top 3 suchen wir nach gelungenen Repräsentationen von ethnischen Minderheiten im Kino.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 121: Nummer Fünf lebt – Roboterliebe und Geburtstagswünsche Publishing Date: 2023-04-25T08:47:51+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/04/25/episode-121-nummer-fuenf-lebt-roboterliebe-und-geburtstagswuensche/
Johannes Franke: Liss, du bist selber schuld. Liss, ich warne dich vor, wir werden singen. Wo ist deine Ukulele?
Florian Bayer: Wo ist deine Ukulele?
Johannes Franke: Was? Wir werden mit Okuläsen?
Florian Bayer: Natürlich. Ich dachte, du spielst das jetzt auch. Ich weiß nicht, wie das geht. Wirklich nicht? Na dann. Happy birthday to you.
Johannes Franke: Happy birthday to you. Happy birthday, liebe Liz. Happy Birthday to you.
Florian Bayer: Ja und herzlich willkommen zu einer neuen Episode vom Muss man sehen Podcast mit endlich wieder einem Publikum. Willkumswunsch.
Johannes Franke: Yay! Und weil wir gesungen haben, haben wir auch nur noch Liz als Zuhörerin gesungen. Aber herzlich willkommen, Liz. Wir werden jetzt deinen Film auseinandernehmen.
Florian Bayer: Ja, herzlich willkommen, Liz. Diese Episode ist nur für dich. Alle anderen sind nämlich nach diesem Gesang gegangen. Ja. Wir reden heute über Short Circuit bzw. Nummer 5 lebt, wie er in Deutschland wahrscheinlich besser bekannt ist. den sich unsere Zuhörerin Liz zum Geburtstag gewünscht hat, der heute ist, wenn wir diese Episode veröffentlichen.
Johannes Franke: Sehr schön. Dafür veröffentlichen wir extra einen Tag vorher.
Florian Bayer: Ja, wir veröffentlichen extra einen Tag vorher für dich, für unsere treue Stammzuhörerin, die seit Episode 1 dabei ist und jede Folge gehört hat.
Johannes Franke: Ja, bleiben wir dabei. Glauben wir das einfach mal. Gut, Nummer 5 lebt. Nummer 5 lebt.
Florian Bayer: Aus dem Jahr 1986.
Johannes Franke: Sag immer ein paar Hard Facts.
Florian Bayer: Nein, nein, Hard Facts. Nummer 5 liebt aus dem Jahr 1986 mit einem Budget von... 15 Millionen und hat dann auf dem Box-Office 40 Millionen eingespielt. Regie John Betham, der davor schon einiges anderes gemacht hat. Drehbuch Brent Maddock und S.S. Wilson, die damals ihr Debüt vorgelegt haben. in der Folge noch öfter zusammengearbeitet haben. Produziert von David Foster und veröffentlicht von TriStar Pictures.
Johannes Franke: Flor, du hast vorher gesagt, wir sollen unsere Texte doch einfach mal lassen, weil die den langweiligsten Part unserer Podcast darstellen. War das hier der bessere Part?
Florian Bayer: Das war auf jeden Fall der kürzere Part als jetzt ein ewig langer Text, der mit irgendeiner Frageende die Diskussion einleiten sollte. Du hast eine gute Frage gestellt, du wolltest wissen, ob ich den Film kenne oder kam.
Johannes Franke: Ja, kanntest du den Film vorher, Plur?
Florian Bayer: Also ich kannte ihn auf jeden Fall vom Namen. Ja, der war, also du bist ja auch so ein Kind der 80er und der war bei uns auch einfach Schulhofgespräch. Also über den Film wurde geredet und ich weiß, viele meiner Altersgenossen haben ihn gesehen. Ich glaube, ich habe den Film als Kind gesehen. nie ganz gesehen, sondern nur so einzelne Szenen und mal reingesappt.
Johannes Franke: Aber du hast es so getan auf dem Schulhof, als hättest du ihn gesehen.
Florian Bayer: Das ist gut möglich. Kanntest du den Film denn?
Johannes Franke: Ich wurde nicht auf dem Schulhof gefragt, ob ich den Film gesehen habe. Deswegen ist mir die Peinlichkeit erspart geblieben. Aber ich glaube mich zu erinnern, dass ich irgendwas in der Richtung mal gesehen habe, aber es ist so weit weg in der Vergangenheit, irgendwo weggeschlossen in meinem Hirn. dass ich nicht mehr weiß, was ich da gesehen habe oder nicht.
Florian Bayer: Also ich habe ihn schon so in Erinnerung als einen der ikonischen Roboterfilme der 88er. und einen der ikonischen Filme, die irgendwie mit Animatronics oder Stop Motion oder so arbeiten und irgendeiner fantastischen Figur... Und das Bild von Nummer 5, also als du gesagt hast, Nummer 5 lebt, wünscht sich Liz, hatte ich auch direkt das Bild von diesem kleinen Roboter im Kopf, das schon irgendwie präsent war für mich auf Plakaten. Im Fernsehen, weil man es immer mal wieder gesehen hat und eben auch durch Schulhofgespräche.
Johannes Franke: Ja und wie wir aus Teil 2 wissen, gibt es davon ja Merchandise, kleine Roboterchen, die man verkaufen kann auf der Straße als falscher Ender.
Florian Bayer: Dazu kommen wir nachher. Es ist total ein Merchandise-Film. Und es ist ein Film, wie gesagt, ich selbst habe nicht so nostalgische Erinnerungen daran. Aber ich kann mir total gut vorstellen, dass es irgendwo eine andere Realität gibt, in der ich diesen Film als Kind gesehen habe. Und dann auch so einen nostalgischen Bezug dazu habe, weil es ist so ein Film für Leute, die ihn in den 80ern gesehen haben, denken, ach ja, Nummer 50. So wie ich denke, ach ja, ET oder ach ja, das Labyrinth, keine Ahnung.
Johannes Franke: Da sind wir schon beim ersten gemeinen Vergleich. E.T. Viele im Internet, die sich da so rum... und da irgendwie eine Meinung zu haben, sagen, dass E.T. der deutlich süßere und emotional ansteckendere Charakter ist. Würdest du dem zustimmen?
Florian Bayer: Da ich diese nostalgischen, warmen Gefühle mit IT verbinde, definitiv.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Da spielt natürlich die Nostalgiebrille eine große Rolle. Aber ja, also vom Produktionsdesign vielleicht nicht mal, sondern tatsächlich einfach von der ... Von der fantastischen Idee ist IT natürlich irgendwie warmherziger, nahelieender, um es ganz banal zu sagen organischer, weil Nummer 5 ist eben doch ein Roboter, der aus Metallteilen zusammengesetzt ist.
Johannes Franke: Also ich vergesse das nach den ersten fünf Minuten. Also nicht nach den ersten fünf Minuten, weil die ersten fünf Minuten sind es noch fünf Roboter, die alle irgendwie... irgendwelche komischen Stimmen haben und irgendwelche Gin Tonics mischen. Aber nachdem die Hand Gottes... Diesen Roboter berührt.
Florian Bayer: In Form eines Unwetters, wer kennt es nicht, ein Blitz schlägt ein, ein Roboter entwickelt Selbstbewusstsein.
Johannes Franke: Sieh immer diese Probleme, meine Mikrowelle. auch jede Woche eine neue Seele. Es ist unglaublich.
Florian Bayer: Um vielleicht drei wichtige Namen zu nennen, die wichtig sind für die Entstehung und für die Art des Roboters. Eric Allard. Special-Effect-Künstler hat die Skizzen und Entwürfe gemacht für diesen Roboter. Und wenn man so den Produktionsnotizen lauscht und sich ein bisschen umhört bei den Leuten, im Film dabei waren, waren seine Skizzen auch ganz wesentlich für die optische Erscheinung.
Johannes Franke: Der ist ja auch ganz viel anderes gerade gemacht. Der ist ja auch ein großer Künstler.
Florian Bayer: Er hat viel gemacht, weil Zurück in die Zukunft 2 hat er zum Beispiel viel entworfen, bei Aliens, bei Spider-Man.
Johannes Franke: Habe ich auch Blade gemacht?
Florian Bayer: Matrix Reloaded. Das ist der Name Nummer zwei.
Johannes Franke: Ach, der andere, ja.
Florian Bayer: Sid Mead ist der, der das eigentliche Design dann gemacht hat. Und der hatte vorher an Star Trek gearbeitet. Und dann aber vor allem ist er berühmt geworden durch die ganze Technik in Plate Runner. Also vor allem den Stadtentwurf, aber auch den Stadtentwurf. Die fliegenden Autos 1982, also gut vier Jahre vor diesem Film. Und kurz darauf hat er in Tron von Spielberg 1982 auch die Lichtmotorräder gestaltet. Also die waren beide großen Namen, die viel in der Industrie gemacht haben und die schon ihr Handwerk verstanden. Und das sieht man auch im Design von Nummer 15.
Johannes Franke: Ich finde auch. Und ich finde auch, dass man ihm ansieht, dass sie sehr viel Geld, also einen großen Batzen Geld, 1,4 Millionen oder sowas, für dieses Ding investiert haben.
Florian Bayer: 10%? 10% vom gesamten Budget wurde nur in diesen Roboter gesteckt.
Johannes Franke: Das kenne ich sonst nur von Gagen von Schauspielern. Weißt du, so Al Pacino, der dann irgendwie so 10% der ganzen Budgets frisst.
Florian Bayer: Und das war wohl auch, das war ein wirklich wichtiger Faktor bei dem Arrangement des Gesamtbudgets, dass sie halt gesagt haben, okay, unser Roboter der braucht wirklich viel Liebe, der braucht viele Details, der muss irgendwie lebendig wirken, die Leute müssen einfach dieses Wesen sympathisch finden, auch wenn es nur aus Metall besteht und aus Kabeln. Und dementsprechend wurde auch gekürzt bei anderen Sachen. Und der Film ist ja auch relativ niedriges Budget, ist zu viel gesagt. Er gehört nicht zu den großen Big-Budget-Filmen der damaligen Zeit. Und dann ist es schon beeindruckend, dass er sich so viel ... dass sie wirklich so viel Liebe da reingesteckt haben und es zahlt sich natürlich auch aus. Also Nummer 5 ist eine ikonische Figur geworden.
Johannes Franke: Ich finde den Gedanken, den Grundgedanken zu sagen, dieser Film kann nur funktionieren, wenn unsere Hauptfigur als Hauptfigur liebenswert ist, den Arsch in der Hose musst du erstmal haben, das auch der Produktion zu verkaufen, zu sagen, ich will aber jetzt wirklich 10% der Produktionskosten da reinstecken. Weil sie haben absolut recht, es gibt so viele Probleme mit diesem Film, über die wir reden müssen. Aber dass diese Figur... hundertprozentig funktioniert und mich von Anfang an mitnimmt auf diese Reise, lässt mich so viel verzeihen. Das ist so krass. Das ist so beeindruckend. Und als ob sie geahnt hätten, dass es vielleicht keine so schlaue Idee war, diesen Inder da reinzubauen oder andere Stolpersteine, die ihm einfach, wo sie einfach... vielleicht geahnt haben, wir brauchen, um ein paar Sachen auszugleichen, vielleicht einfach wirklich diese Figur, die so gut gemacht ist. Und dann hat Tim Blaney, um den dritten Namen zu um den dritten Namen zu nennen, so einen krass guten Job gemacht. Und die haben sogar seine Stimme genommen, obwohl seine Stimme nur für die Proben da war eigentlich. Ja. Bei den Proben hat er diese Figur als Puppeteer, als Puppenspieler gespielt und dann auch die Stimme für die Proben beigesteuert. Damit auch die Schauspielerin was zum Spielen hat.
Florian Bayer: Genau, es war schon gedacht, dass er im Film auch dabei ist. Ja, natürlich, klar. Aber dann halt, dass seine Stimme eher ein Platzhalter ist und dass man das im Studio dann einfach nachvertont.
Johannes Franke: Und das haben sie dann einfach nicht gemacht?
Florian Bayer: Nee, die Stimme war einfach zu geil. Unser Regisseur... John Batam hat sich einfach total verliebt in diese Stimme von Tim Blaney und man kann es verstehen. Er macht unglaublich viel. Also zum einen, Tim Planey ist ein erfahrener Puppenspieler. Der hat auch viel bei den Muppets gemacht zum Beispiel.
Johannes Franke: Möchtest du Tepler?
Florian Bayer: Oh ja, bitte, sehr gerne. Ganz witzig, um einmal noch zu nennen, was er gemacht hat. Er hat viel bei den Muppets gearbeitet, auch später bei den Muppets-Filmen. Ja. Er hat in Men in Black den Frank, den Hund.
Johannes Franke: Dieser krasse Hund, jaja.
Florian Bayer: Den hat er bedient.
Johannes Franke: Und die Stimme hat er doch auch gegeben. Auch für Frank.
Florian Bayer: Genau. Spongebob-Film Goofy Gooper, damit kann ich überhaupt nichts anfangen, weil ich überhaupt keine Ahnung von Spongebob habe.
Johannes Franke: Goofy was nochmal?
Florian Bayer: Goofy Gooper, eine Figur im Spongebob-Film.
Johannes Franke: Nicht in der Serie.
Florian Bayer: Und bei einem Film, über den wir auch schon zusammen geredet haben, wo die wilden Kerle wurden, hat er auch einiges an der Puppenarbeit gemacht.
Johannes Franke: Ah, sehr schön. Ja, auch sehr gute Puppenarbeit dort, muss man sagen. Hör dich die Episode mal an.
Florian Bayer: Und genau, Tim Planey macht... Eine hervorragende Arbeit, also er bewegt vor allem die Arme von Nummer 5.
Johannes Franke: Ja. Über so ein Tracksuit, oder? Genau. Die haben so ein Ding an, wie man sich heute vorstellt, die Leute, die die ganzen Punkte auf den Armen auf diesem komischen schwarzen Anzug anhaben. die dann die Bewegung übertragen an den Computer. Das ist damals natürlich anders gewesen. Damals hat das einfach die Bewegung... an den Arm dieses Roboters übertragen, sodass er den Arm bewegt hat und dann der Roboter das gespiegelt hat im Grunde und dass sie so interagieren konnten.
Florian Bayer: Sie haben wirklich sehr genau darauf geachtet, welche Details wichtig sind, um diese Nummer 5 eben lebendig werden zu lassen. Das sind zum Beispiel vor allem die Augenbrauen. mit dem sie ihm sehr viel Charakter geben. Er kann böse gucken, er kann traurig gucken, er kann überrascht gucken.
Johannes Franke: Und es macht Sinn. Es macht tatsächlich Sinn, weil diese Blades, die sie da haben, die sind natürlich dafür da, Bei ganz normalen Kameras, also die Augen sind die Kameras natürlich, die Sensoren, die Kameras, die das alles aufnehmen, womit der sich zurechtfinden soll. Und die haben auch beim Film ganz normal so Lichtblenden. Und ja, die können natürlich wunderbar als Augenbrauen herhalten, was ich total schön finde.
Florian Bayer: Und dann eine gute Entscheidung, Nummer fünf, also... Versteht mich nicht falsch. Er hat viel gewogen. Dieses Modell hat über 100 Kilo gewogen. 111. Aber sie haben die gute Entscheidung getroffen, ihn nicht so fett und mächtig dazu. sondern ihm tendenziell eher so ein bisschen so ein kratziles Aussehen zu geben.
Johannes Franke: Ein bisschen skelettös fast.
Florian Bayer: Skelettös, das trifft es ganz gut. Auch was in vielen Szenen dann benutzt wird. Es gibt ja zum Beispiel diese Tanzszene, in der er sich so sehr kratzil bewegt. Mhm. Und das macht ihn leichter und warmherziger. Wir dürfen nicht vergessen, wir sind hier Mitte der 80er Jahre und das ist so eine Zeit, in der es auch so ein bisschen so eine gewisse KI und Roboter- Panik gab oder Roboter Angst, die sich in vielen Hollywood-Filmen widergespiegelt hat. Terminator dürfte so das bekannteste davon sein. Ja, genau. Aber auch der vier Jahre jüngere Tron hat eher so ein dystopisches Bild von Cybertechnologie gezeichnet. Und in diesem Setting, in dem man eher Filme kennt, in denen bedrohliche Roboter gezeigt werden, Kampfmaschinen, düstere Roboter ... Muss man, auch wenn man sich abheben will mit so einem eher so einem leichten Film, mit so einer leichten Variante, muss man halt versuchen... ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. Und das ist ihnen gut gelungen, indem sie Nummer 5 eben so sehr leicht gemacht haben. Grazil, skelettös, finde ich, trifft es echt ganz gut.
Johannes Franke: Man muss auch daran denken, dass Star Wars natürlich vorher mit C3PO und R2D2 sehr erfolgreich und auch als Inspiration für die Autoren gelten. Also die Autoren, die ja, vielleicht reden wir darüber mal, die ja eigentlich in der Drehbuchautorenschule oder wie man das nennt, noch waren. Und die die Aufgabe hatten. Es gab ein Homework-Assignment. Und dann haben die sich die Frage gestellt, was ist denn... Wenn das, was da mit C3PO und R2D2 in Star Wars passiert, in einer fantastischen Welt, was ist denn, wenn das in unserer realen Welt passiert? passieren würde, wenn wir da jemanden plötzlich hätten, einen Roboter, der eine künstliche Intelligenz darstellt, also eine vermenschlichte Variante. Und ich finde den Gedanken interessant. Es hätte gar nicht mal nur so ein Kinderfilm werden müssen, aber dass es einer geworden ist, finde ich natürlich trotzdem umso... Süßer und sympathischer.
Florian Bayer: Man könnte in so einem Film deutlich mehr diese düsteren Untertöne machen, das haben sie natürlich gemacht, das Grundset ab, das Nummer 5 eigentlich ein Militär. Roboter ist und trainiert werden soll, zu töten. Ist halt schon sehr traditionell und spielt auch so ein bisschen in diese Richtung, dass Roboter auch eine Bedrohung sein können.
Johannes Franke: Aber da geht's mehr, hab ich das Gefühl, darum, die Bösewichte zu schärfen.
Florian Bayer: Die menschlichen Bösewichte.
Johannes Franke: Die menschlichen Bösewichte, die sowas erst herstellen. Die das für einen bestimmten Zweck herstellen und dadurch der Böse, ganz klar für Kinder sofort, der Bösewicht ist. Und natürlich die erste Szene, die da gezeigt wird, ist wie Blumen plattgeteilt. gefahren werden von Panzern.
Florian Bayer: Übrigens auch Terminator. Im Terminator gibt es eine sehr ähnliche Zähne wie so Roboter über Blumen rollen, um sie kaputt zu machen.
Johannes Franke: So ein plattes Bild. Genauso platt wie die Blumen danach.
Florian Bayer: Also es steht außer Frage, wir haben hier auf jeden Fall einen Kinderfilm und die Bösewichte sind ziemlich klar definiert, das ist das böse Militär. Das sind nicht unsere Schöpfer vom Roboter. Das sind nämlich auch unsere Protagonisten. Und zwar Newton Crosby und Ben Chappiduja. Newton Crosby gespielt von Steve Guttenberg, den man vor allem aus Police Academy kennt. Ja. Lustigen Scherzkeks, der halt seine Vorgesetzten in den Wahnsinn treibt.
Johannes Franke: Der auch irgendwie in allem, was ich kenne, das Gleiche spielt, oder? Ja. Also es gibt keine Rolle, wo man sagt, oh jetzt hat er sich mal reingefühlt in so einen Bösewicht oder irgendwas. Der ist immer grundsympathisch. Es scheint wirklich ein Delight zu sein, mit ihm zu arbeiten, aber es ist immer das Gleiche.
Florian Bayer: Immer so dieser junge Naivling, der aber immer so Scherzen macht, die aber nie zu böse sind. Aber trotzdem, die Bösewichte, übrigens unser Bösewicht, General Scroder, Schröder geschrieben, wird von GW Bailey gespielt, der mit Guttenberg auch schon in Police Academy zwei Jahre vorher zusammengespielt hat und da auch der Bösewicht war, der von von dem witzigen, naivlingen Guttenberg in den Wahnsinn getrieben wird. Und unser zweiter Protagonist bei den Wissenschaftlern?
Johannes Franke: Fischer Stevens. Als ein Inder?
Florian Bayer: Ben Chapituya.
Johannes Franke: Es ist so hart, es ist so schwer dem zuzugucken, diesem Unfall. In Zeitlupe. Es ist fast traurig, dass der Rest des Films so toll ist. Irgendwie hätte man den ganzen Film einmal wegschmeißen wollen wegen dieser einen Sache. Aber der Rest des Films ist so gut.
Florian Bayer: Fischer Stevens. 40 Jahre, nicht ganz 40 Jahre nach dem Film. It definitely haunts me.
Johannes Franke: Absolut. Ja, Aziz Ansari, der Comedian, hat irgendwie 2015 mal Kontakt mit Fischer Stevens aufgenommen. Und hat gesagt, du, ich hatte da diesen Film. Ich habe den als Kind gesehen. Und ich fand den ganz toll. Und ich habe mich so gefreut, Dass mal ein Inder als Protagonist herhält, der auch im zweiten Teil ist ja noch stärker der Protagonist der ganzen Geschichte... Und hab dann angefangen zu googeln und hab versucht rauszufinden, was denn aus diesem indischen Schauspieler geworden ist. Und dann habe ich festgestellt, dass es kein indischer Schauspieler war, sondern du, was ist denn da los gewesen? Was habt ihr denn da gemacht?
Florian Bayer: Was sie gemacht haben, ist hartes Blackfacing der übelsten Sorte.
Johannes Franke: Fuck, Alter.
Florian Bayer: Also nicht nur was die Maske betrifft, sondern auch was das Reden betrifft.
Johannes Franke: Mit diesem Fake-Indian-Accent.
Florian Bayer: Ganz hart. Und in dieser Figur versammeln sich so ziemlich alle. Stereotype und Klischees, die man irgendwie mit Indern zusammenbringt und die man auch tatsächlich im Kino und im Fernsehen auch danach noch bei indischen Figuren gesehen hat.
Johannes Franke: Wir hatten mal in einer Episode über so Stereotype und so geredet. Und mir fiel das wieder ein, dass wir auch darüber geredet hatten, dass es damals... so ein kleines bisschen das Gefühl von der gute Ausländer gab. So der fleißige Ausländer. So der... Der Inder, der sich mit Computern auskennt, Ausländer. Das macht so ein ungutes Gefühl und man denkt sich, ja. Ja, es gab auch indische Computerexperten und das kann man vielleicht auch mal zeigen, aber es ist so zum Stereotyp und so zum, es ist frustrierend.
Florian Bayer: Es ist ja nicht nur das, es ist auch, ich weiß nicht, wo das herkommt, aber es ist komplett das Glichee des horny Indien.
Johannes Franke: Auch das, es wird ja noch schlimmer.
Florian Bayer: Sie müssen raus aus dem Labor und er sagt... What's out there, woman?
Johannes Franke: Oh nein, versuchst du das gerade, Flor?
Florian Bayer: Ich sollte es nicht nachmachen. Aber wohlgemerkt, wenn ich es nachmache, verarsche ich hier nicht Inder, sondern ich verarsche diese Darstellung eines Inders. Und das ist ja auch so ein Trope, was wir in vielen verschiedenen Filmen und Serien haben und ich weiß wirklich, ich weiß ganz ehrlich, ich weiß nicht, wo das herkommt, aber zum Beispiel bei Die wilden 70er haben wir Steals. Da gibt's diesen einen, der nicht direkt als inner markiert ist, aber halt schon so irgendwie ähnliche Abstimmung sein soll. In der Serien wurden immer Witze drüber gemacht, dass niemand genau weiß, was sein Ursprungsland ist. Natürlich Big Bang Theory, wo es auch ganz krass ist. Ja. Wie heißt der bei Big Bang Theory nochmal? Der ist ja auch immer irgendwie so als ständig horny dargestellt. So diese Mischung aus nerdy, verklemmt und gleichzeitig horny. Und das hat man echt oft. Ich finde es krass und fast als ob wir hier so eine Blaupause für diese Figur hätten.
Johannes Franke: Absolut. Und es ist ja, das lehnt sich ja an an den anderen, an die andere Stereotype, die wir haben. Der Nerd... Der keine Ahnung hat, wie man mit Frauen redet, der eine Frau gerade mal von der Ferne gesehen hat, aber sich nichts sehnlicher wünscht, als mal mit einer Frau zu reden. Keine Ahnung.
Florian Bayer: Und dann aber auch so seine Aufreisersprüche aufhaut. Das macht er nämlich auch. Er ist nicht nur verklemmt und nicht nur... Nicht nur social awkward, sondern er versucht das zu überspielen, indem er besonders offensiv auf die Frauen...
Johannes Franke: Es ist schlimm, es kombiniert in diesem einen furchtbaren Satz, als er sich verabschiedet dann von einer Frau. I enjoyed throwing you to the ground five times. Goodbye goofy woman. Es ist so, oh fuck.
Florian Bayer: Aber um zumindest... Ein ganz klein bisschen, ein ganz klein bisschen die Ehre dieses Films zu retten. Es gibt zwei Momente, wo man das Gefühl hat, dass er fast sowas wie eine Self-Awareness entwickelt. Und zwar gibt es einmal dieses Gespräch zwischen Ben und Newton, wo Newton dann fragt, where are you from anyway? Und die Antwort ist Pittsburgh. Und dann der zweite Moment, wenn sie ankommen beim Haus von Stephanie, die die Nummer 5 Asyl gewährt hat und sie fragt, what planet is this guy from? Man könnte das natürlich so lesen, dass der Film sich dann nochmal hart über die Inder lustig macht, die wie Außerirdische wirken. Ich habe das Gefühl, das ist fast so ein Moment der Self-Awareness. der merkt, dass er hier einen komplett überzeichnenden Charakter hat und selbst nicht so genau weiß, wo er mit diesem Film hin will und das einmal so unbewusst thematisiert und sagt, Was haben wir denn da überhaupt erschaffen?
Johannes Franke: Also, man muss ja dazu sagen, dass die Rolle ja gar nicht im Drehbuch sein sollte, ne? Das war ein ganz normaler White Dude. Und dann hat der Regisseur irgendwann, nachdem schon Fisher Stevens besetzt war, gesagt, ach komm, Wir machen da noch irgendwie, der ist nicht lustig genug, der muss lustiger werden. Es ist alles so falsch daran. Und je mehr man drüber redet, umso schlimmer wird es. Die Entstehungsgeschichte wird einfach nur noch schlimmer, weißt du? Dann sagt dieser Regisseur, ach komm, dann lass uns doch einen lustigen Inder draus machen. Allein das Wort der lustige Inder ist echt hart. Alter. Und vor allem auch mit dem erklärten Ziel, dass dieser Inder so lustig ist, weil er Probleme mit der englischen Sprache hat. Ja.
Florian Bayer: Und dann wird alles gemacht, dann kriegt er einmal sein Blackfacing drauf, dann werden seine Haare gefährdet. Dann kriegt er Kontaktlinsen, damit seine Augen braun sind und nicht blau. Und dann fängt er an, in diesem fake-indischen Akzent zu reden. der halt wirklich einfach mal so hart drüber ist und fängt auch an, sich so zu bewegen, wie so ein Hilfe. Alltagsloser, alleingelassener, verlorener Wissenschaftsnodal. Es ist alles Klischee.
Johannes Franke: Es ist wirklich hart. Und man muss zur Verteidigung des Schauspielers sagen, Was auch Aziz Ansari dann noch gesagt hat, als Resümee seines Gesprächs mit Fischer Stevens, hat er dann irgendwann gesagt, es ist nur ein armer, junger Schauspieler gewesen, der einfach Geld verdient. brauchte. Und Fisher Stevens hat sich wirklich reingehangen. Der hat ja sehr viel sich mit der Kultur auseinandergesetzt, hat Dinge gelernt, hat Zeug gemacht und hat vor dem zweiten Film, wo er dann noch eine größere Rolle bekommen sollte mit diesem Inder, Hat er einen Monat in Indien gelebt, hat solche Sachen gemacht, wie so das große Research-Ding von vielen Schauspielern eben ist. Also er hat sich gekümmert, aber nun ja, man kann auch schwer gegen die Anweisungen und die Absichten des Regisseurs gegenarbeiten.
Florian Bayer: Es ist halt einfach schief gelaufen.
Johannes Franke: Das ist wirklich hart gewesen.
Florian Bayer: Es ist so alles an dieser Geschichte, an dieser Rolle.
Johannes Franke: Aber ich muss dazu sagen, ich finde alles, was da an Rassismen drin steckt, furchtbar. Aber ich finde ihn unglaublich sympathisch. Ich finde diese Figur unglaublich sympathisch.
Florian Bayer: Er ist halt so überzeichnend. Er ist halt der Comic Relief. Und es ist so ein bisschen hart, das auch zu sehen, dass er so ganz spezifisch darauf gestaltet wurde. Und sich ganz spezifisch darauf bewegt. Und es ist einfach... alles ein Witz an ihm. Er ist einfach der Witz, der da eingebaut wurde für die 90 Minuten neben dem antisemitischen Witz, den Nummer 5 versteht, um zu zeigen, dass er ein Selbstbewusstsein hat.
Johannes Franke: Oh, frag das das Nächste. Warum? Warum?
Florian Bayer: Bleib mir mal ganz kurz bei dir. bei den Figuren und kommen ja noch zu der dritten Protagonistenfigur im Bunde. Und zwar unserem Love Interest, unserer weiblichen Hauptrolle, Stephanie, die gespielt wird von... Ellie Sheedy.
Johannes Franke: Ellie Sheedy. Das nächste, wo ich mich total freue.
Florian Bayer: Ellie Sheedy, über die wir auch geredet haben, als wir uns mit dem Film, bei dem wir beide nicht wissen, ob wir ihn gut finden, Send Elmos Feier beschäftigen.
Johannes Franke: Wir wissen, dass wir den nicht gut finden. Nein! Der Film ist nicht gut. Der Film ist gut. Wir wissen beide, dass St. Elmo's Feier eine Katastrophe ist.
Florian Bayer: Ich hab's jetzt sacken lassen und ich hab beschlossen, St. Elmo's Fire ist der beste Film, den das Brad Pack gemacht hat.
Johannes Franke: Was? Nein! Breakfast Club.
Florian Bayer: Brad Peck, Mitglied der ersten Stunde, auch in Breakfast Club zu sehen, wahrscheinlich im berühmtensten Film damals, ein Jahr vor Nummer 5 gedreht. Und L&M was Fire war
Johannes Franke: War auch noch kurz davor.
Florian Bayer: Ja, genau. War auch kurz davor und Elie Shidi ist halt einfach erstmal so super süß.
Johannes Franke: Es ist unglaublich, oder? Oh mein Gott, was für eine krasse Ausstrahlung hat diese Frau. Auf eine ganz eigene Art und Weise will man ihr total... folgen und mit allem Ja sagen. Und dann hat die 20.000 Tiere, denen es wahrscheinlich nicht gut gehen kann bei ihr, so in der Form, wie sie sie auffällt. Aber man mag sie einfach. Man denkt sich oh ja, natürlich, mach das. Vielleicht hast du auch noch einen Alligator irgendwo.
Florian Bayer: Total sympathische Figur und er schlagt mich jetzt schrecklich gespielt. Ich bin Ellie Schidi so süß und ich mag sie auch in vielen Filmen. Ich finde sie spielt in diesem Film grauenhaft.
Johannes Franke: Nein, nein, nein. Ich glaube, sie hat Anweisungen bekommen für eine bestimmte Figur, die natürlich eine Art und Weise an den Tag legt, die vielleicht... Die ihr Probleme bereitet.
Florian Bayer: Meinetwegen gibt John Badham die Schuld, aber es ist grauenhaft.
Johannes Franke: Nein, ich finde es nicht grauenhaft.
Florian Bayer: Also sie... Sie ist auch total drüber. Und jede Emotion bei ihr ist, als würde die aus so... einem impulsiven Moment entspringt, aber nicht von einer impulsiven Person, sondern von einem impulsiven Drehbuch. von einer impulsiven Regie?
Johannes Franke: Nein, doch, von einer impulsiven Person. Sie spielt das schon so, dass das geht.
Florian Bayer: Und jetzt musst du ausrasten. jetzt musst du fröhlich sein und jetzt musst du verzweifelt sein.
Johannes Franke: Vor allem musst du innerhalb eines Satzes zweimal wechseln.
Florian Bayer: Innerhalb einer Sekunde, genau. Und das machst du halt mit Facial Expression und davon hat sie sehr viel in diesem Film. Stimmt.
Johannes Franke: Aber ich finde, sie ist ein Delight. Ich mag es irgendwie. Es ist ein Kinderfilm.
Florian Bayer: Ja, es ist ein Kinderfilm und es muss auch drüber sein. Und es ist auch wirklich niedlich und es ist wirklich eine tolle Figur. Einfach weil sie so, sie ist so die absolut krass naive Figur. Ich meine, wir können gerne nochmal über das Frauenbild dieses Films reden. Sie hält Nummer 5 auch sehr lange für einen Außerirdischen am Anfang.
Johannes Franke: Aber was ich sehr süß finde. Ich hätte ihn vielleicht auch erstmal für den Außerirdischen gehalten, wenn ich Star Trek im Hintergrund habe, wo es ganz viele außerirdische Lebensformen gibt, die auch... Eher auch ein Roboter hätte sein können. Doch, doch. Und das geht.
Florian Bayer: Und dann ist sie natürlich, ja, sie ist halt gegen Big Corp und gegen das Militär, was ja auch irgendwie cool ist. Ja. So die, die Nummer 5 deswegen helfen will die ganze Zeit von Anfang an, die auch sehr schnell als erste glaubt, dass er wirklich ein Bewusstsein hat und sich von ihm einnehmen lässt. Wir müssen nachher noch die Frage beantworten, ob es Sex zwischen den beiden gibt. Ich finde, es gibt nämlich eine Schnittfolge, die sehr darauf hinweist, dass die beiden Sex miteinander haben. Und ja, sie ist... Liss, wir machen dir deine Kindheit kaputt. Sie ist wirklich eine coole Figur und einfach, weil Ellie Sheedy so echt eine krasse Ausstrahlung hat, man kann es nicht anders sagen, eine echt sympathische Ausstrahlung. Kann ich auch drüber hinwegsehen, dass es wirklich nicht gut spielt und dass es keine gute Schauspielregie ist, die da im Hintergrund wirkt.
Johannes Franke: Vielleicht ist es auch die perfekte Schauspielregie, Flo. Weil der genau wusste, er macht einen Kinderfilm und die muss einfach so auf diese Art und Weise. Das ist immer, du musst über dein... Zielpublikum nachdenken. Du musst wissen, wohin geht dieser Film?
Florian Bayer: Wohin geht dieser Film? Das ist eine gute Frage.
Johannes Franke: Und der war im Home-Video-Bereich so wahnsinnig erfolgreich. Der war eines der, ich glaube der war auf Nummer 1.
Florian Bayer: Nachdem ich ihn jetzt gesehen habe, dachte ich auch, oh krass, den muss ich mit meinem Kind zusammen gucken. Da würde der Film bestimmt Spaß machen. Es ist total ein Kinderfilm geworden. Was aber auch, wie du schon sagst, es muss nicht schlecht sein, natürlich. Und dann muss man ein bisschen drüber sein und dann macht man große Gefühle und alles ein bisschen drüber.
Johannes Franke: Also du musst nicht drüber sein. Es gibt sehr viele gute Kinderfilme, die nicht drüber sind. einmal den Zug auf dieses Gleis setzt und sagt, wir machen jetzt alles drüber. Also schon im Drehbuch ist so viel angelegt, was überhaupt nicht stimmen kann, was alles völlig falsch ist, was aber genau in diese Kinderfilmkerbe geht.
Florian Bayer: Also man braucht sehr viel, als Erwachsener braucht man sehr viel Suspension of Disbelief, um mit dem Zeug klarzukommen, was hier passiert und wie sich die Menschen verhalten. Stephanie ist toll, Elie Schidi ist toll, aber ... Es ist nicht das, was ich als gutes Schauspiel definieren würde.
Johannes Franke: Okay, gut. Granted. Es ist vielleicht auch bei den anderen nicht so. Ich finde auch, dass Guttenberg jetzt nicht, aber der ist halt immer so.
Florian Bayer: Guttenberg macht das, was er immer macht. Wenn wir von gutem Schauspiel reden, dann haben wir General Scroder. G. W. Bailey. einfach mal ein geiler Bösewicht ist. Und beim Bösewicht kann ich auch eher verzeihen, dass er drüber ist und die ganze Zeit so grumpy und sagt, wir müssen ihn vernichten. erschießen, erschießen, erschießen. Das macht einfach Spaß. Das hat aber auch nichts mit guten Schauspielen zu tun. Nee, aber dann macht es Spaß, weil man ihn ja sowieso hassen soll. Und dann macht er es einem einfach leicht, ihn zu hassen und ich hasse Scroder die ganze Zeit mit einem wirklich guten, naiven Gefühl, so wie man als Kind... Wenn du einen Oberschurken hast. Das macht Spaß.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Absolut. Dann hätten wir noch den Ex-Freund von Ally Sheedy. Ja. Stephanie. Der, Moment, einen dreibeinigen Hund an Medical Research verkaufen will? Moment, in welcher Welt kann ich überhaupt... Tiere irgendwo einfangen und an irgendwelche Leute verkaufen, die, und es scheint eine offizielle Stelle zu sein, an die ja Tiere verkauft für Tierversuche. Was ist das? War das in den 18ern ein Ding? Ich glaube nicht.
Florian Bayer: Frank, auch ein toller Bösewicht, weil er einfach böse ist und zwar auf eine nervige Böse-Variante. Ja.
Johannes Franke: Was ist das?
Florian Bayer: Wir freuen uns auch wirklich drüber, wenn er von Nummer 5 dann so ordentlich in den Arsch getreten bekommt.
Johannes Franke: Und wenn es sein Auto auseinander nimmt.
Florian Bayer: Ich finde es so geil. Wie schnell nimmt er dieses Auto komplett auseinander und sortiert es. Und sortiert es. Wunderbar.
Johannes Franke: Ganz toll. Ja, der Bösewicht ist natürlich, also auf dieser Seite. so drüber auf eine andere Art und Weise als der General. Bei dem General kann man es nochmal anders verstehen, aber bei ihm, weiß ich nicht, da finde ich es fast ein bisschen viel. weil der wirklich alle Klischees abgreift von so einem abusive boyfriend.
Florian Bayer: Wir haben die natürlich auch als Gegenentwurf für Gutenberg, um auch verstehen zu können, warum sich die Romanze zwischen Newton und Stephanie so schnell entwickelt, obwohl er eigentlich eigentlich der Mistkerl ist, der den Robotern fürs Militär erfunden hat und ihn jetzt einfangen und abschalten.
Johannes Franke: Er ist ja gar nicht der Mistkerl. Er ist ja derjenige, der ihn retten will.
Florian Bayer: Ja, aber in ihren Augen schon. Als sie ihn kennenlernt, ist er... Ist ja einfach nur die Bedrohung für Nummer 5. Und das bleibt ja auch eine Zeit lang, so bis sie dann irgendwann begreift, dass er auch eher auf ihrer Seite ist. Aber erstmal hasst sie ihn und dann haben wir ja so dieses klassische Rom-Com-Ding, dass sie sich nicht verstehen. Und sich gegenseitig necken und dumm anmachen und dann irgendwie zusammenfinden und klar, du musst die ganze Zeit auch dafür sein, dass sie zusammenkommen. Und dafür, dass das halt auch so ein Klischee ist, haben sie dann doch eine relativ gute Chemie zusammen.
Johannes Franke: Ja, ja, total. Ich weiß, ganz ehrlich... Ellie Sheedys Charakter ist schon im wahren Leben sehr nervig, oder? Also ich kann mir nicht vorstellen, länger als eine Woche mit ihr auszuhalten.
Florian Bayer: Nein, auf keinen Fall.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ihr Charakter ist halt auch so angelegt, ich glaube, sie ist als Charakter so angelegt, dass nachvollziehbar ist, warum sie mit so einem Typen wie Frank zusammenkommt, weil sie einfach so... unfassbar naiv ist. Ja, ja, ja. Also sie hat natürlich so diese Weltretterattitüde, damit, dass sie die ganzen Tiere zusammenhält und dass sie... dass sie Nummer 5 retten will. Und sie ist jetzt aber nicht die hellste Kerze, die hellste Leuchte auf dem Kuchen...
Johannes Franke: Nein, wirklich nicht. Es ist schon hart. Aber als Kind wiederum, mal um wieder auf das Zielpublikum hinaus zu laufen. Als Kind... kauft man das ja alles. Man freut sich ja einfach nur über jeden, der irgendwie Tiere lieb hat und der die Welt retten will. Ja. Das ist ja das, was du als Kind toll findest.
Florian Bayer: Findest du es als Kind folgende Schnitttechnik toll? Beziehungsweise anders gefragt. Finde ich als Erwachsener, der ein Kind hat und ein Kind diesen Film zeigen will, folgende Schnittfolge gut. Und sind da vielleicht problematische Implikationen dabei, die das Kind nicht unbedingt versteht. Nummer 5 tanzt vom Fernseher zu Saturday Night Fever. Stephanie kommt zu, ihm freut sich total, tanzt mit ihm zusammen. Sie tanzen sehr engig, eng umschlungen. Die Kamera faded, das Bild faded langsam aus. Schnitt, nächster Morgen. Nummer 5 kommt fröhlich singend in die Küche und macht... frisches Spiegelei oder Rührei oder Pfannkuchen für Stephanie, die dazukommt im Bademann und sagt, ah Nummer 5, da bist du ja. Johannes, was ist da passiert?
Johannes Franke: Wir hätten es vielleicht im zweiten Teil rausfinden können, ob da noch kleine Roboterchen bei rauskommen oder nicht. Aber wir werden es nicht erfahren, wir haben den Film nicht gesehen. Hast du den zweiten gesehen?
Florian Bayer: Nee, hab ich nicht.
Johannes Franke: Nee, ich hab ihn auch nicht gesehen.
Florian Bayer: So weit würde ich gar nicht gehen, aber Johannes. Johannes, was ist da passiert?
Johannes Franke: Ja, es ist ein riesiger Vibrator, sagen wir es. Nummer fünf ist ein riesiger Vibrator.
Florian Bayer: Also Stephanie ist ja ein sehr impulsiver Mensch und Stephanie scheint sich schnell zu verlieben, wie wir sehen durch die Romanze mit Gutenberg. Und Johannes, die, oder? Die haben, ne?
Johannes Franke: Ja, natürlich, aber volle Kanzler. Moment, Moment, Moment. Er hat anscheinend aber die Augen zugemacht. Weil er kommt später rein, wenn sie in der Wanne liegt. Das ist erst später, oder?
Florian Bayer: Nee, ich glaube, das ist davor.
Johannes Franke: Ist das davor?
Florian Bayer: Wirklich?
Johannes Franke: Ach, fuck. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall kommt er ja rein und guckt sie an und sagt den seltsamen Satz. Ja. Nice software. Ja. Was ist daran Software? Warum sagt sie nicht Nice Hardware? Es geht doch darum, wie sie aussieht, oder? Software würde ja bedeuten, dass sie besonders schlau ist. Sie wollten einen Gag machen, aber ich verstehe auch den Gag, den sie machen wollten, aber ich weiß nicht, warum sie diese Wortwahl gewählt haben.
Florian Bayer: Den Gag kannst du in den 80er machen, in dem die Unterscheidung zwischen Hard und Software nicht so geläufig ist. Und da ist Software einfach ein Computerbegriff. Und Soft im Gegensatz zu Hard. Ich glaube, das ist alles. Den Witz könntest du heute nicht mehr bringen, weil heute jeder weiß, was Software und was Hardware ist. Und das war 1986. da wussten das die Leute einfach noch nicht und wussten aber, dass Software und Hardware irgendwie Fachtermini aus dem Bereich der Computertechnik sind und deswegen kann man den Witz bringen, auch wenn da kein Sinne ergibt.
Johannes Franke: Naja, das lass ich nicht so durchgehen. Ja, also Nummer
Florian Bayer: Nummer 5 hat offensichtlich auch sowas wie romantische Gefühle und erotische Gefühle und einen ästhetischen Sinn. Dann kommen wir vielleicht auch schon zu der Charakterfrage von Nummer 5, die dafür, dass der Film teilweise wirklich sehr albern ist, in einigen Momenten erstaunlich tiefgehend gemacht ist.
Johannes Franke: Ja. Gehen wir schon vom Sex schon wieder weg? Ich glaube nicht.
Florian Bayer: Du willst noch mehr über den Sex mit dem Roboter reden? Okay, los.
Johannes Franke: Ich will bloß einmal feststellen, dieser Roboter ist seit ein paar Stunden hat er ein Bewusstsein.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Es ist erstaunlich realistisch, dass er als erstes anfängt, Frauen anzugraben.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, dass er an Sex denkt, ja. Ich meine, er hat auch das Lexikon durchgelesen, da wird einiges über die menschliche Anatomie und über die Lüste der Menschen gestanden haben.
Johannes Franke: schon bei Chat-GPT sind. Wir wissen ja inzwischen, wie so Learning funktioniert bei so AI. Gerade bei dem, was jetzt gerade aktuell passiert. Der hat sich das Fernsehprogramm angeschaut, was voller Sexismen ist. Und der hat sich wahrscheinlich... Einfach zwölf Bände der Enzyklopädie Britannica angeschaut, was das Weltwissen zu der Zeit war. Und damit hat er wahrscheinlich den Male Gaze einmal aufgesogen.
Florian Bayer: Absolut. Ja, wahrscheinlich genau deswegen kommt das. Er würde das nicht sagen, er hätte das wahrscheinlich nicht gesagt, wenn er Steve Guttenberg in der Badewanne überrascht hätte.
Johannes Franke: Glauben wir, dass das etwas ist, was beabsichtigter Kommentar ist? Aber es ist ein Kommentar.
Florian Bayer: Es ist ein Kommentar und man kann es total als Kommentar lesen. Auf jeden Fall.
Johannes Franke: Total krass.
Florian Bayer: Und es eröffnet nochmal so eine interessante Perspektive auf den Film. Was passiert mit einem Roboter? der mit dem Weltwissen von 1986 gespeist wird, vor allem in den Medien, im Fernsehen. Und in Büchern, was für einen Blick hat der auf die Welt? Und das ist ganz klar ein männlicher Blick. Absolut. Und dieser männliche Blick... Zu diesem männlichen Blick gehört ja natürlich auch, dass Frauen objektifiziert werden. Und das macht er dann ja auch logischerweise mit Stephanie.
Johannes Franke: Ja, und damit schließt sich meine Angst, was Chat-GPT betrifft, mit ein. Also auch wenn da viel geredet wird drüber, es wird ja darüber reflektiert, womit füttert man diese KI und was kann sie ausspucken. Aber es gibt da schon, das sind Implikationen, über die wir nachdenken müssen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall ist es dasselbe, was Suchmaschinen betrifft. Es wurde ja schon festgestellt, dass die... die Gesichtserkennung bei Suchmaschinen extrem rassistisch ist. Und dass das einfach gespeist ist, nicht nur mit dem Wissen, sondern auch mit den Vorurteilen, die die Menschen haben. In der Zeit, in der Gesellschaft, in der diese Technik entsteht. Und das ist definitiv ein Problem, dem man sich bewusst sein muss bei sowas. Es ist aber auch ein Problem, was nicht nur künstliche Intelligenz betrifft und was nicht nur Suchmaschinen betrifft, sondern auch was jeden medialen Output betrifft, jeden Film. jedes Buch, jedes Bild ist ein Kind seiner Zeit und wenn wir uns Medien angucken, zum Beispiel aus den 80er Jahren, dann sind die deutlich sexistischer als Medien von heute. Und wenn wir uns in Medien in 50 Jahren anschauen, sind die hoffentlich deutlich weniger sexistisch als heute.
Johannes Franke: Hofft man so, ne?
Florian Bayer: Ja. Und Gott sei Dank wurde in den 80ern noch keine KI entwickelt.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Weil die hätte wahrscheinlich wirklich dieses Frauenbild gehabt. Need Input.
Johannes Franke: Ja, Need Input. Ich find's sehr süß, weil sie die ganze Zeit ganz stolz sagt, ja, ich geb dir großartigen Input. Los, komm, ich erzähl dir das und ich erzähl dir das. Irgendwie ist es ja, Cedric.
Florian Bayer: Sie hätte eigentlich die Chance gehabt, die noch viel mehr zu formen. Eigentlich wäre das cool, wenn er nicht die Bücher gelesen hätte, sondern einfach seinen Input durch Gespräche mit ihr gekriegt hätte. Was für eine tolle KI wäre das wohl geworden.
Johannes Franke: Absolut. Nicht überlebensfähig, aber katzenliebend.
Florian Bayer: Nicht überlebensfähig, aber Katzen lieben. Ich mag wirklich diese Szene mit dem Re-Sample-Thema. Das ist ganz toll, ja. Es wird zwar ein bisschen dadurch kaputt gemacht, dass dann die Panik kommt, aber es fängt erstmal an, dass er einfach zum ersten Mal erkennt, was Tod bedeutet, wenn er diesen Grashüpfer plattfährt. Und dann versucht irgendwie zu verstehen, was los ist und dann zu Stephanie sagt, dass sie reassemble soll. Weil er geht eigentlich davon aus, wenn was auseinandergenommen wird, kann es wieder zusammengefügt werden. Und das soll eigentlich nur darauf hinführen, dass er jetzt nicht zurück will, Weil er weiß, wenn die ihn kriegen, dass sie ihn dann auseinandernehmen und er dann tot ist. Bevor diese Erkenntnis kommt und diese Panik und er dann ganz schnell wegfährt, haben wir wirklich so einen ruhigen... Nachdenklichen Moment, wo einmal über den Tod reflektiert wird und einmal gezeigt wird, was ist das für eine Erkenntnis, wir müssen sterben und wenn wir sterben, dann gibt es kein Zurück mehr.
Johannes Franke: Das ist total krass. Ich finde die so toll, die Szene. Und ich war wirklich emotional, muss ich sagen. Und dann sagt er von einem, und der Übergang ist großartig, reassemble. Reassemble. Reassemble? Und rennt weg. Und ich finde das toll. du sagst jetzt irgendwie, das wird dann ein bisschen kaputt, die Szene, aber ich finde die ganz großartig, weil das diese Erkenntnis so krass macht und er dann die menschlichste Reaktion überhaupt zeigt. Wegrennen.
Florian Bayer: Ja, Panik.
Johannes Franke: Wegrennen. Ich muss mich verstecken.
Florian Bayer: Ich mag halt diesen nachdenklichen Moment, der dann da reingebracht wird. Und auch dieses, das gehört halt auch zum Erkenntnisgewinn dazu, dass man mit mit den Schattenseiten der Welt konfrontiert wird und das ist Tod. Sie hätten ihm ein bisschen mehr Zeit geben können da.
Johannes Franke: Nein. Auch wenn es ein Kinderfilm ist. Ich finde es ein super Timing. Ich finde es wirklich toll gemacht.
Florian Bayer: Naja, es geht halt so Schlag auf Schlag. Wir kommen aus diesem wirklich ruhigen Moment dann in die wilde Panik und Flucht und Verfolgungsjagden. Dann sind plötzlich alle da. Aber er hat offensichtlich, woher hat er das eigentlich? Von Anfang an ein moralisches Bewusstsein, weil immer wenn er Leute angreift, tötet er nicht. Er schießt aufs Militär, ohne zu töten. Er ärgert Frank, der ja wirklich bedrohlich ist, aber auch ohne ihn richtig zu verletzen.
Johannes Franke: Jaja, es ist auch von Anfang an sehbar, dass er das absichtlich genau dorthin schießt und auf und mit einer bestimmten Intensität, sodass nur bestimmte Dinge passieren. die vertreiben sollen oder sowas.
Florian Bayer: Was sie auch machen müssen, damit er sympathisch bleibt, weil er darf zum keinen Zeitpunkt nur bedrohen werden. Und die maximale Betrohungsszene, die wir haben, ist dann, wenn er nachher Newton entführt, wo er dann auch wirklich so ein bisschen böse aussieht. Mhm. Wenn er dann sagt, ich übernehme jetzt den Lieferwagen und geh zur Seite. Ansonsten ist es natürlich schwierig, weil es ist ein Roboter, der vom Militär entworfen wurde und sie sind entworfen, um zu töten. Und das sehen wir am Anfang auch. Die erste Szene ist, wie die Roboter die Autos und Panzer in die Luft sprengen. Und dann muss das Publikum natürlich die ganze Zeit auf der Seite von Nummer 5 sein. keinerlei Bedrohung ausgehen. Aber logisch ist es nicht, dass er dieses moralische Bewusstsein hat, oder?
Johannes Franke: Was ist denn logisch daran? Also überhaupt, Moment, Moment. Wir haben einen Blitz, der irgendwo einschlägt und dann fängt ein Roboter an zu sagen, oh ich bin ich, was bin ich denn, guck ich mir die Welt mal an und du fragst nach Logik?
Florian Bayer: Was ist denn los? Ja, pass auf, bis zu diesem Moment hat meine Suspension of Disbelief funktioniert. Jetzt wird sie ausgeschaltet. Und jetzt frage ich mich, sollte er nicht alle platt machen? machen, die versuchen, ihn zu töten?
Johannes Franke: Also, wenn wir bei dem Punkt sind, müssen wir die Perspektive wechseln. Dann müssen wir auf die Perspektive der Bösewichte gehen, die hier dargestellt werden, die ja vielleicht einfach gar keine Bösewichte sind, sondern das einzig Richtige tun. Nämlich sagen... Das Ding hat uns zwar 11 Millionen gekostet, aber verdammt nochmal, er schießt das Teil einfach, damit es keinen umbringt in dem Ort, wo wir hier sind.
Florian Bayer: Na, du kannst total die Prämisse eigentlich nehmen und daraus noch auch für machen. Militärroboter. Natürlich. Ein Roboter hat irgendeine Fehlfunktion und läuft los und fährt in eine Kleinstadt rein.
Johannes Franke: Alles, was die Firma weiß, ist, wir haben einen malfunctioning Roboter. Und wer weiß, was für Scheiße passieren kann? Und die gehen noch nicht mal auf das Geld. Ja. Also die wollen nicht mal den Roboter retten und das Geld retten, sondern sie machen das eigentlich das Beste der ganzen Geschichte, sagen, scheiß drauf, Hauptsache der erschießt hier niemanden.
Florian Bayer: Wir wollen keine zivilen Opfer haben. Und eigentlich haben sie recht.
Johannes Franke: Sie haben vollkommen recht. Also... Insofern kann man den Film natürlich auf einer anderen Seite lesen und als, naja.
Florian Bayer: Sie hätten halt nicht mit dem Feuer spielen sollen. Es wird ja von Anfang an erzählt, dass unser Sympathia-Wissenschaftler Newton... eigentlich die Roboter als Spielzeug bauen will. Und dass der ganz andere Sachen vor Ort und das böse Militär will, diese Technik korrumpieren, um damit Waffen zu haben.
Johannes Franke: Er wollte es eigentlich als Hilfe für Ehe... Ja, keine Ahnung. Ja, er ist der Gute. Marathon Aid oder wie das hieß. Also, dass er nochmal unterstützen sollte, dass er keine Ahnung von Beziehungen hat. Das ist so hart. Meine Güte. Aber wie ist so ein Roboter Hilfe für sowas? Ich bin noch nicht ganz sicher, was das sollte. Ja. Und er sagt es ja nicht als Gag, sondern es wird als Gag hingestellt vom Chef, aber er sagt es ernsthaft.
Florian Bayer: Ja, was wollte er eigentlich? Was wollte er da eigentlich? Einfach mal angefangen zu bauen und gedacht, es wird schon was, es ist ja auch was Cooles dabei rausgekommen.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Und er spielt mit ihm rum am Anfang, macht mit irgendwem Musik und Zeug.
Florian Bayer: Und der Roboter ist ja auch später die perfekte Datinghilfe. Ohne Nummer 5 hätte er Stephanie nie kennengelernt.
Johannes Franke: Warum ist Nummer 5 nicht eifersüchtig?
Florian Bayer: Das ist eine gute Frage. Naja, vielleicht hat er festgestellt, dass Sex nicht so das Richtige für ihn ist. Kann ja auch sein.
Johannes Franke: Ich meine, er hat jetzt... Ich sag dir warum. Er hat noch nicht rausgefunden, wie scheiße es ist, das fünfte Rad am Wagen zu sein.
Florian Bayer: Oh, das ist hart. Ja, und
Johannes Franke: Aber das wird er demnächst. Ja, auf jeden Fall. Deswegen blendet der Film an der Stelle ab, um das nicht noch erzählen zu müssen.
Florian Bayer: Das ist wirklich hart, ja. Es gibt ja diesen Bonding-Moment zwischen Nummer 5 und Newton dann, wenn sie im Sonnenuntergang zusammen diskutieren. sehr lange diese Diskussion führen, hat Nummer 5 jetzt ein Bewusstsein? Und dann zum Beispiel, wo Newton die Suppe aufs Papier schüttet und dann nimmt Nummer 5 das erstmal auseinander und Newton freut sich und dann sagt er, aber es ist auch ein Schmetterling. Gefühle. Und dann bindet er ihm die Schuhe zusammen. Hey, Tumor. Und dann erzählt die Newton einen Witz.
Johannes Franke: Und die richtige Reaktion wäre nicht gewesen zu lachen, die richtige Reaktion wäre gewesen, Alter. Hör auf, irgendwelche antisemitischen Witze zu erzählen, sondern guck mal, ob du was Besseres auf deiner Festplatte findest.
Florian Bayer: Ein Witz mit der Pointe, dass der Rabbi einfach das Geld für sich einstecken will. Ich kannte den Witz tatsächlich vorher. Ich kannte den nicht.
Johannes Franke: Und ich glaube, ich habe früher darüber gelacht.
Florian Bayer: Also, Steve Guttenberg hat jüdische Wurzeln.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Aber Crosby ist vielleicht auch als jüdischer Charakter angelegt und es ist einfach so ein innerjüdisches Ding, also es ist gar nicht so ein antisemitischer Witz, sondern eher der Witz, den sich halt ... Juden erzählen, die mit den Klischees spielen und dann ist es okay. Aber ich muss es trotzdem kurz schlucken.
Johannes Franke: Naja, gut. Also man muss dazu sagen, dass der Film auf so vielen Ebenen so naiv ist, dass zum Beispiel auch der Inder... Und eben dieser Witz so auf einem See von Naivität schwimmt, dass man so ein bisschen den Biss verliert, zu sagen ... ah, du Bösewicht, sondern die ganze Zeit denkt, na, okay.
Florian Bayer: Das ist wirklich, was diesem Film gelingt. Er ist eigentlich an so vielen Stellen offensive. Was Weltbild betrifft, was Frauenbild betrifft, was Rassismus betrifft. Aber er ist gleichzeitig so harmlos. Ja, genau. Dass man die ganze Zeit auch denkt, ich kann mich doch jetzt nicht wirklich empößen. hören über diesen wirklich harmlosen, netten, unterhaltsamen kleinen Film.
Johannes Franke: Ja, ja. Ja, genau. Allerdings ist es ja, wenn man das nochmal von der anderen Seite sieht, schon wesentlich, gerade für Kinder. Wenn du den Kindern etwas vorsetzt... gerade Kindern Stereotype vorsetzt, dann pflanzt du etwas ein in Weltbilder, die gerade erst entstehen, was echt nicht sein muss.
Florian Bayer: Ja, was bei mir total diese Hürde ist, bei der Überlegung, den Film mit Bela zusammen zu gucken. Weil ich denke, er hätte total viel Spaß dran. Ich finde das Thema geil, Bela fände das Thema geil. geil, es ist eigentlich witzig, es ist total gut für seinen Alltag geeignet, aber will ich, dass er das sieht? Will ich, dass er solche krass Stereotypen-Blackfacing-Rollen sieht? Will ich, dass er diese Witze hört? Will ich, dass dieses Frauenbild, das immer so eine Sexualisierung mitschwingt, mitnimmt? Und da denke ich mir, es ist schade. Und um dann vielleicht nochmal Fischer Stevens zu zitieren, der halt auch gesagt hat, ich glaube nach wie vor, dass das ein guter Film ist. der hat so seine Stärken und das ist wirklich ein unterhaltsamer Film und gerade wenn man es eben aus dieser Kinderperspektive sieht, aber Dann eben auch ergänzen mit dem Zusatz, die Welt war damals eine andere, 1986. Die Welt ist heute eine andere. Und die Frage ist halt wirklich, gibt es heute da nicht bessere Filme, die ich meinem Kind zeige, wenn ich ihm einen coolen Film über Roboter zeigen will? Einfach aus diesen Gründen. Cancel Culture, ich cancel jetzt Nummer 5.
Johannes Franke: Naja, nee, auf der anderen Seite. Ich finde, dass viele Filme, die solche Probleme mit sich rumtragen, ja auch Gesprächsstoff sein können. Also du musst ja... Du kannst bestimmte Themen nicht einfach ignorieren und dann... wird dein Kind auf der Straße diesen Themen begegnen und weiß dann nicht, wie es reagieren soll.
Florian Bayer: Du meinst, wenn wir mal beim Karneval in Köln sind und jemand kommt auf ihn zu, der als Inder verkleidet ist.
Johannes Franke: Genau. Und dann wird der Wähler total verstört sein und dann denken... Oh mein Gott, was ist das da? Ich weiß nicht, Card Compute, keine Ahnung.
Florian Bayer: Ja, ich weiß nicht. ob ich ihm sowas als Gesprächsangebot zeigen muss. Also in so einem Setting von einem unterhaltsamen Film. Das ist ja genau dasselbe wie mit Pippi Langstrumpf. Natürlich kann ich die Pippi Langstrumpf-Ausgabe lesen. lesen, die immer noch das N-Wort drin hat. Aber da gibt es ja eine ordentliche Alternative. Genau, genau. Und das finde ich auch richtig, dass es die gibt. Ja, total. würde ihm auch eher die Alternative vorlesen als das, weil ich glaube, das ist nicht das Setting, um über Rassismus zu reden, wenn du einfach ein unterhaltsames Buch lesen willst.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Das ist natürlich das Problem. Du machst einen Film an und denkst dir, ja, wir machen jetzt einen unterhaltsamen Film, wir haben irgendwie jetzt einfach Spaß und es geht um Roboter und so und dann musst du aber eben dann noch ein riesiges kompliziertes Thema aufmachen.
Florian Bayer: Vielleicht warten wir einfach darauf, dass wir dann demnächst soweit sind, dass wir mit AI und Deepfake einfach einen echten Inder da reinstellen. In diesem Film, der nicht so klischeehaft spielt.
Johannes Franke: In der Zwischenzeit hauen wir da Apo rein.
Florian Bayer: Wird das schlimmer nur noch? Die Apu-Geschichte, habe ich das Gefühl, ist mittlerweile auch schon ziemlich totgetreten. Dazu fällt mir gar nichts mehr ein sonst.
Johannes Franke: Ist Apo eigentlich komplett raus aus den Simpsons?
Florian Bayer: Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, weil ich die Simpsons auch seit 32 Staffeln nicht mehr gesehen habe.
Johannes Franke: Ja. Weil schade wäre es natürlich um die Repräsentanz. Also Repräsentanz wäre ja trotzdem gut. Ja. Hm. Ja, auch mal eine Recherchefrage. Okay. Oder schreibt uns, liebe Zuhörerinnen, ob ihr da ein... Ich würde mir wünschen, dass Assis Ansari reingeschnitten wird. Ja, das stimmt, das wäre geil.
Florian Bayer: Auch einfach, weil ich den total mag, weil der so cool ist.
Johannes Franke: Ach man, es waren wirklich viele Inder da draußen, die, ich hab mir das ein bisschen durchgelesen.
Florian Bayer: Ja, es gibt eine Milliarde Inder.
Johannes Franke: Nein, ich meine, so viele Inder da draußen diesen Film gesehen haben und gedacht haben, yeah, wir haben Repräsentanz und dann sowas.
Florian Bayer: Hot Take, auf dieser Welt leben sehr viele Inder. Mehr als alle Amerikaner, alle Mitteleuropäer und alle, keine Ahnung, Australier zusammen.
Johannes Franke: Das ist ein toller Satz. Das ist wie der tolle Satz von Reinhard Grebe. Vor tausend Jahren soll es viele Mittelaltermärkte gegeben haben.
Florian Bayer: Oh mein Gott, was ist das für eine Musik? Was war das? Wo sind wir? Ich glaube, wir wurden rausgerissen. Aber wohin? Oh mein Gott, Johannes. Ja, ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo.
Johannes Franke: Oh nein! Shit!
Florian Bayer: ja ganz schnell, damit wir zurück zum Besprech können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind, also auf Spotify oder
Florian Bayer: iTunes, Beam, whatever, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-mussmann-sehen.de oder florian-mussmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch.
Florian Bayer: Boah, das war eine krasse Self-Promo. Aber gut, ich hoffe, ihr habt euch alles gemerkt, was die beiden komischen Typen da während dieser Self-Promo gesagt haben. Ja bitte. Also um vielleicht das nochmal stark zu machen, der Film hat sehr viele echt unterhaltsame Momente. Und ich sehe ihn total als so einen Film, den man wirklich auch mit Nostalgie betrachtet, der einem einfach gefallen hat als Kind. Und ich glaube, wenn ich den als Kind gesehen hätte, so richtig gesehen hätte, hätte er mir auch gefallen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich kann auch nicht mehr genau rekonstruieren, warum ich den nie ganz gesehen habe. Hat sich einfach nicht so wirklich ergeben.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dafür ist es ein echt toller Film. Es ist ein echt toller Film, den ich als Kind gesehen hätte. Das wäre ein guter Film, den ich als Kind gesehen hätte. Ich muss viele Konjunktive benutzen.
Johannes Franke: Ich habe geweint.
Florian Bayer: Du hast geweint bei diesem Film?
Johannes Franke: Ich habe bei diesem Film geweint.
Florian Bayer: Wenn ihr über den Grashüpfer fährt.
Johannes Franke: Darf auch schon fast, auch mit der Erkenntnis und so, aber als der Wissenschaftler endlich vor ihm steht und sagt, du lebst. Eigentlich nicht an der Stelle, sondern genau an der anderen Stelle, wo der Roboter selber sagt. Und zwar nicht mehr Number 5 is alive, sondern... I am alive. Und ich finde das so, oh mein Gott. Heul, heul. Weißt du, ja. Irgendwie bin ich ein Softspot für so Momente, wo so Selbsterkenntnis und Acknowledgement einer... einer Persönlichkeit, die vielleicht ein bisschen anders ist als alle anderen, aber es ist okay, so wie du bist. So dieses Ding, weißt du?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist toll.
Florian Bayer: Sie schreiben ja auch wirklich eine schöne Entwicklung in die Figur. Total. Von diesem ersten Selbstbewusstsein entwickeln einfach nur Input zu wollen. Bis hin zu dem wirklichen Ich-Verständnis, das er dann ganz am Schluss hat.
Johannes Franke: Ja, und auch dann sich selbst benennt. Oh nein, oh nein, Plor, ich wollte die ganze Zeit, ach fuck, ich hatte mir vorgenommen, nicht den Deadname von Johnny zu benutzen.
Florian Bayer: Oh, stimmt, er ist Johnny.
Johannes Franke: Er heißt Johnny. Mann, Nummer. Wir haben es völlig falsch. Wir haben es voll vergeigt. Wir haben es voll vergeigt.
Florian Bayer: Nennt ihn Johnny.
Johannes Franke: Er heißt Johnny. Und nicht, nee, den Deadname nehmen wir jetzt nicht mehr.
Florian Bayer: Wir nennen ihn ab sofort Johnny. Okay, ganz am Schluss beschließt er das und er geht noch so die Namen durch. Er hat jetzt nicht so tolle Namen zur Auswahl. Was hat er? Kevin?
Johannes Franke: Kevin, Dave. Lieber Johnny. Johnny ist besser. Das ist auch der Song, der da gerade... Hast du das Musikvideo von Who's Johnny gesehen?
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: geil.
Florian Bayer: Erzähl mir, gib mir Input. More Input.
Johannes Franke: Der Typ, der das singt, Ur-sympathischer Typ, zumindest im Musikvideo. Sie haben einen Courtroom aufgebaut, wo es um irgendeinen Fall geht. Keine Ahnung, es wird nicht genauer gesagt. Vielleicht habe ich irgendeinen Hinweis verpasst. Auf jeden Fall ist er in der Zeugenbank und singt dann halt diesen Song. Und Ellie Sheedy ist dabei als Zeugin oder sowas. Und irgendwie haben sie leider den Gutenberg nicht bekommen. Das heißt, sie haben einfach knallhart so einen Cutout-Aufsteller, Pappaufsteller hingestellt. der dann auch da präsent ist. Und dann singen die in diesem Courtroom und bringen irgendwelche Beweise, die nichts beweisen. Also eine Videokassette mit Ausschnitzen aus dem Film zum Beispiel.
Florian Bayer: MTV-Promo quasi aus der damaligen Zeit.
Johannes Franke: Es ist so großartig. Ich hab's geliebt. Und ich mag den Song. Es ist ein knaller Song.
Florian Bayer: Okay. Hört ihn euch an. Mein Name ist Johnny?
Johannes Franke: Nee, Who's Johnny?
Florian Bayer: Who's Johnny?
Johannes Franke: Oder sowas. Verdammt.
Florian Bayer: Ihr kriegt das hin. Kurz nach Fakten suchen. Who's Johnny Song? Who's Johnny? Elder Barge. Aldebach, whatever. Aus dem Jahr 1986 wurde von Wirteljankovic parodiert. Hm.
Johannes Franke: Ja, okay. So, eine Sache habe ich noch.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist ja eine Waffe. Also die Roboter sind alle gebaut, um nukleare Sprengstoffe in der Gegend rum zu transportieren. Hat Johnny nuklearen Sprengstoff verbaut? Oder ist das so gebaut, dass der das dann auf die Hände bekommt und in der Gegend rumtragen soll? Also hat er das schon drin? Wie gefährlich ist Johnny?
Florian Bayer: Also Johnny ist ziemlich gefährlich, wie wir sehen, wenn er mit seinen Lasern schießt.
Johannes Franke: Aber das kann er noch beeinflussen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wie ich auch beeinflussen kann, ob ich jetzt Leute auf der Straße anpöbel. Aber wenn er ungünstig fällt...
Florian Bayer: Du meinst, er könnte quasi eine nukleare Explosion auslösen?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber... Am Anfang wird doch gezeigt, wie das funktioniert. Und da haben sie diese Dinger doch aufgeladen. Also ganz am Anfang, wenn der Film einsteigt, sehen wir doch diese Präsentation von den Robotern. Und da wird doch ziemlich klar gezeigt, dass sie diese Raketen auf dem Rücken tragen und die hat Johnny ja nie.
Johannes Franke: Ach so, da sind die Raketen auf dem Rücken.
Florian Bayer: Ich gehe davon aus. Ich glaube, die werden dann auch gezeigt, wie sie abgefeuert werden.
Johannes Franke: Was? Sie haben da nukleare...
Florian Bayer: Ja, da haben sie wahrscheinlich normale konventionelle Sprengstoffe, aber das ist der Ort, wo dann wahrscheinlich auch die nuklearen Sprengstoffe sind. Aber es ist vollkommen egal, ob nuklear oder nicht nuklear, weil dieser Laser ist schon gefährlich genug. Ja, natürlich. Damit sprengen sie die Panzer in die Luft.
Johannes Franke: Wenn der mal Mäntel geht, dann hast du ein Problem.
Florian Bayer: Und man hat ja offensichtlich gesehen, dass ein Blitzeinschlag reicht, um so eine Maschine durchdrehen zu lassen. Stell dir mal vor, Johnny steht an der Mikrowelle und kriegt die falsche Strahlungsladung ab und beschließt, Stephanie in ihre Einzelteile zu zerlegen. Nein, nein, es ist ein Kinderfilm. Oh, ey.
Johannes Franke: Flor, es ist die Hand Gottes gewesen. Das haben wir doch gleich am Anfang einmal etabliert. Dieser Blitz ist Hand Gottes gewesen. Das ist die Variante von diesem Deckengemälde. Dieser Film ist eine Variante des Deckengemäldes in der sextinischen Kapette.
Florian Bayer: Was sagen die Daleks immer?
Johannes Franke: Die Daleks?
Florian Bayer: Die Daleks, ja.
Johannes Franke: Daleks sagen Exterminate.
Florian Bayer: Exterminate. Stell dir mal vor, weißt du, Johnny macht Frühstück für Stephanie. Stephanie liegt mit Newton im Bett und sie schlafen gemütlich. Johnny geht zur Mikrowelle, Johnny kriegt Mikrowellenstrahlung ab, Johnny denkt, exterminate, fährt zum Bett, sieht Newton, sieht Stephanie, exterminate. Da hast du deinen Kinderfilm.
Johannes Franke: Ich glaube, du bist so düster drauf. Was ist los?
Florian Bayer: Ich will ja nur nochmal sagen, wir hatten es ja schon angedeutet, vielleicht hatten die Bösewichte recht. Vielleicht war Crow da auf der richtigen Seite und dafür verliert er dann seinen Job.
Johannes Franke: Aber noch so ein Moment, wo ich beinahe wieder in Tränen ausgebrochen bin. Wie Guttenberg fragt, Ja, ich weiß, dass man keine Menschen tötet, aber du bist ja programmiert, das zu tun. Woher weißt du das denn? Wer hat dir denn gesagt, dass du das nicht machen sollst? Und er sagt, I told me. Ja. Oh mein Gott, ja. Du bist ein guter Roboter. Who is a good boy?
Florian Bayer: Er ist ja auch wirklich cool. Er hat dann ja auch offensichtlich voll das Programm drauf, dass er die, die er liebt, beschützen will. Also Stephanie, wenn sie gegen Frank kämpft. Ja. Da wird er nämlich erst so richtig physisch gegen Frank, als der Stephanie nochmal angreift.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Dann natürlich, als sie dann am Schluss mit dem Militär konfrontiert werden und er quasi los, also er fährt ja nicht los, Er lässt sein Facsimile losfahren, um von dem Fubschrauber gejagt zu werden. Das ist ja auch so ganz klar, er fasst Pläne, um seine Freunde zu schützen.
Johannes Franke: Ja, so schlau. Flor, er ist richtig schlau und er ist, also ich weiß nicht, ob das mit dem Witz... Wirklich, also wenn ich Chat-GPT einen Witz erzähle, kann der das erkennen?
Florian Bayer: Nummer 5 ja. Nummer 5 lustigerweise. Die, ähm... Tatsächlich habe ich vor kurzem einen Tweet drüber gelesen, wo jemand denselben Witz einmal ChatGPT Version 4 und einmal ChatGPT Version 5 vorgelegt hat.
Johannes Franke: Es gibt eine Version 5?
Florian Bayer: Version 3 und Version 4 vorgelegt hat und die aktuellste Version von ChatGPT hat den Witz erkannt und konnte den Witz auseinander nehmen und konnte sagen, das ist Aber ChatGPT kann nicht drüber lachen.
Johannes Franke: Ja gut, okay. Man kann JetGPT entsprechend programmieren oder es kann sich selbst programmieren, wie wir inzwischen wissen. Weil Chad GDPT eine ganze Menge gelernt hat, was vorher nicht angelegt wurde, was ein bisschen gruselig ist. Ja, voll, ne? Vielleicht reden wir da auch nochmal ausführlicher drüber. Ich bin ein bisschen beunruhigt, muss ich sagen. Ich habe heute seltsame Sachen gelesen darüber. Egal. Auf jeden Fall ist das nicht der beste Test. Der beste Test wäre der Turing-Test und auch da bin ich mir nicht mehr so sicher.
Florian Bayer: Ja, JGPT würde, glaube ich, die Turing-Tests mittlerweile ziemlich gut bestehen.
Johannes Franke: Das ist echt ein Problem. Also für den Turing-Test, nicht für uns.
Florian Bayer: Ich bin ja fortschrittsfreundlich, was das betrifft und ich finde, natürlich gibt es Implikationen, die wir beachten müssen und es gibt Gefahren dahinter und Risiken und so weiter wie mit jeder neuen Technik, aber erstmal ist es geil, dass es diese Technik gibt. Und es ist krass, wie schnell sich das gerade entwickelt. Und ich bin da unabhängig von all den Fragen, die noch kommen. Und natürlich, die müssen wir stellen und die müssen wir diskutieren. Bin ich riesiger Fan von dieser Entwicklung. Ich glaube, das ist total gut. Das bringt uns... Erstmal weiter und das ist gut.
Johannes Franke: Ja, das schon. Aber Sachen, die mich beunruhigt haben. Zum Beispiel der Bericht... Er hat sich als blinder Mensch ausgegeben, hat eine Mail geschrieben an einen Menschen und hat gesagt, ich kann folgende Sachen nicht ankreuzen, bitte mach du das für mich.
Florian Bayer: Aber da war ein Mensch dann im Hintergrund, der das gemacht hat. Ein Mensch hat das aus ChatGPT rausgeholt, hat gesagt, schreib mir mal diese Mail.
Johannes Franke: Hat nur eine Aufgabe gestellt. Die Lösung dieser Aufgabe, die Idee, eine Mail an jemanden zu schreiben, um ihn zu beauftragen, eine bestimmte Aufgabe zu erledigen, damit... er dann an seine Aufgabenlösung kommt, hat Jet GPT selbst...
Florian Bayer: Okay, das muss ich mir nochmal genauer durchlesen. Das klingt irgendwie merkwürdig. Ich habe das Gefühl, wenn wir uns die KI... an ihrem aktuellen Stand betrachten, ist es das Infame, was dazukommt, geht immer vom Menschen aus, der sie steuert. Und das ist dasselbe wie mit ganz vieler Technik. Die Atombombe oder die Kernfusion. Das bösartige Moment, dass daraus eine Waffe wird, die Millionen von Menschen vernichtet, liegt nicht in der Kernfusion selbst, sondern liegt darin, dass die Menschen die nutzen.
Johannes Franke: Jaja, das ist schon richtig. Aber es gibt ja genug Leute, die zugeben müssen und wollen, dass sie... nicht genau wissen, was da drin eigentlich passiert in dem Teil. wie bestimmte Lösungen erreicht werden. Und wie bestimmte Fähigkeiten dieses Ding sich angeeignet hat, die eigentlich nicht vorgesehen waren. Und die Lösung... Ich weiß nicht, wie viele moralische Punkte festgelegt wurden, die nicht überschritten werden dürfen, um auf die Lösung eines Problems zu kommen. Weil eine Maschine ja nicht... Sagen kann, das ist eine moralisch einwandfreie Lösung für einen Weg oder das ist eine moralisch nicht einwandfreie Lösung für einen Weg.
Florian Bayer: Aber das ist dann ja die Aufgabe des Menschen, weil ChatGPT gibt ja nur Lösungsvorschläge raus. Du kannst ja nicht zu ChatGPT sagen, programmier mir dieses Programm. Sondern du kannst sagen, kannst du mir helfen, dieses Programm zu programmieren? Und ChatGPT sagt dann ja, hier hast du einen Codefetzen, da hast du einen Codefetzen, da hast du einen Codefetzen, bau die hier und so und so zusammen. Und dann hast du das Programm... Aber es gibt immer noch diese Transferleistung, die der Mensch machen muss, um daraus was zu machen. Oder wenn du zu JetGPT sagst, Entwürf mir eine coole Maschine. Dann kann ChatGPT dir ganz viel Anleitung geben, aber letzten Endes musst du der sein, der die Maschine zusammenbaut. Also es gibt immer diese... ChatGPT kann keine Mails von sich ausschreiben, sondern das musst du als Mensch machen.
Johannes Franke: Da bin ich mir nicht sicher. Das, was ich da gelesen habe, klang anders.
Florian Bayer: Müssen wir uns nochmal durchlesen.
Johannes Franke: Ja, lass uns das mal durchlesen. Gut, das ist jetzt ein bisschen her, dass ich das gelesen habe und vielleicht erinnere ich es auch nicht mehr ganz korrekt.
Florian Bayer: Ich glaube, bei sowas ist natürlich, wenn so eine Technik kommt und es war dasselbe wie... mit dem Internet, das war dasselbe mit dem Homecomputer und mit allen anderen technischen Entwicklungen sind halt die Apokalyptiker sehr schnell zur Stelle, um zu sagen, Wir werden alle sterben. Und ja, ich meine, die Leute haben dagegen protestiert, dass das im Kern... in der Schweiz im CERN Experimente gemacht werden, weil sie Angst hatten, dass ein schwarzes Loch auf der Erde entsteht. Also ich glaube, da ist viel... Auch viele Apokalyptiker waren dabei, wenn darüber geschrieben wird, wie gefährlich diese Technik ist. Und dann guckt man es sich im Detail an, dann stellt man fest, ah, okay, das ist passiert, das ist passiert, ah, und da hat ein Mensch das und das dann gemacht. Und darauf läuft es meistens hinaus.
Johannes Franke: Ja, vor allem, weil ja tatsächlich auch so viele Leute daran beteiligt sind, die durchaus alle sane sind. Und... Durchaus wissen, okay, das ist etwas, worüber wir uns wirklich Sorgen machen müssen oder das ist etwas, was wir tatsächlich auf die Menschheit loslassen können.
Florian Bayer: Ich habe in letzter Zeit sehr viel mit Leonardo AI gespielt, um noch so eine andere Intelligenz reinzubringen. Und abgesehen davon, dass es immer noch mit den Händen verkackt. Das kriegen sie einfach nicht hin. Du hast immer merkwürdige Hände.
Johannes Franke: Ich habe noch eine andere gefunden, die das besser hinkriegt mit den Händen. Eine Fünfer-Version von, verdammt nochmal, ich weiß es nicht mehr genau, aber nicht von Leonardo.
Florian Bayer: Adobe macht jetzt auch sein eigenes Ding. Ich bin sehr gespannt drauf. Adobe verspricht das Erste, was keine Probleme mit Copyright verursacht. Aha. Auch wohl so integriert in die Creative Suite. Man kann sich anmelden für ein Trial-Period. Irgendwas kannst du machen als Adobe-Customer bist du ja auch. Aber unabhängig davon, dass sie das mit den Händen immer noch nicht hinkriegen, wenn du dir anschaust, wie das öffentliche Board aussieht, was die Leute mit Leonel NADO-AI machen. Das ist dasselbe wie bei Mitch Orny. Du hast das Gefühl, es wird vor allem von 40, 30, 40-jährigen Männern benutzt, um sehr viele halbnackte Frauen zu machen. Nein!
Johannes Franke: Oh fuck, Alter.
Florian Bayer: Und das ist es dann wieder. Dann siehst du das und stellst fest, ah ja, dafür wird das benutzt. Aber das macht das Programm moralisch nicht verwerflich, sondern die, die es benutzen.
Johannes Franke: Ja, da hast du recht.
Florian Bayer: Und bei Waffen ist es nochmal was anderes. Also ich will jetzt nicht hier dafür argumentieren, dass Waffen freigegeben werden müssen, weil die Menschen die Bösen sind, die sie stießen. Ähm, Aber ja, es ist schon ein Unterschied. Ich glaube, das ist ganz wichtig bei der Beurteilung von technischem Fortschritt. dass es eben natürlich in der Hände von falschen Leuten zur Gefahr werden kann. Aber das macht nicht per se die Technik schlecht, sondern erst mal... zeigt es auf, wo Grenzen sind, wo Gefahren sind, womit wir umgehen müssen, aber die Technik bleibt trotzdem was Gutes. Und so sehe ich das mit ChatGPT und allen anderen AIs, die jetzt auf rausgeworfen werden, sehe ich das so. Wir müssen halt einfach die Augen offen halten, wir müssen das kritisch begleiten, aber wir sollten das Auf jeden Fall nutzen, weil das total geil ist und das Konzept Arbeit und so nochmal komplett neu definiert und nochmal komplett neue Möglichkeiten der Problemlösung eröffnet. Taschenrechner sind auch was Gutes, wisst ihr.
Johannes Franke: Ja, ja, ja. Ich glaube, das ist ein... durchaus einen Unterschied zwischen Chat, GPT und einem Taschenrechner gibt. Und ich glaube auch, dass wir ja nun mit diesem einen OpenAI als Hersteller für dieses eine Ding arbeiten. Nun jemanden haben, der das Ganze auch wirtschaftlich ausbeuten will. Dann gibt es vielleicht irgendwelche Leute, die nicht so gute Absichten haben. die dann vielleicht eine Version entwickeln, die eben als Waffe durchaus einsetzbar ist. Und das ist natürlich eine mächtige Waffe. Auf jeden Fall. Und das ist halt echt ein Ding, wie du sagst, man muss das halt kritisch begleiten, aber so richtig aufhalten ist natürlich sinnlos.
Florian Bayer: Wo waren wir? Top 5, äh, Top 3.
Johannes Franke: Unsere Top 3. Ja, gehen wir mal einfach in die Top 3 rein, dann müssen wir uns jetzt nicht mit dem ganzen Kram nochmal beschäftigen.
Florian Bayer: Wie habe ich dir geschrieben, Johannes, müssen wir jetzt wirklich Top 3 Roboter machen? Irgendwie habe ich das Gefühl, das hatten wir schon so oft.
Johannes Franke: Ja, ich glaube, das ist Blödsinn. KI hatten wir schon mal als Top 3. Müssen wir uns nicht wiederholen.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Insofern hast du noch einen anderen Vorschlag gehabt und zwar die positive Variante der...
Florian Bayer: so ein bisschen rumgeeiert und Repräsentation ausländischer Kultur, aber eigentlich wollte ich nur eine Top 3 Gegenentwürfe zu diesem Inder, den wir hier haben.
Johannes Franke: Das hättest du noch dazu schreiben können, dann wäre es leichter geworden für mich.
Florian Bayer: Radikale Gegenentwürfe zu dieser Figur. Wo werden Menschen, die, keine Ahnung, ethnische Minoritäten sind... Oder aus anderen Kulturkreisen kommen irgendwie glaubhaft dargestellt, klischeefrei dargestellt, ohne Stereotype dargestellt. sodass man draufgucken kann und sagen kann, ja, genau so sollte es gemacht werden.
Johannes Franke: Ich habe als Platz 3, ich fang einfach mal an.
Florian Bayer: Ja, fang an.
Johannes Franke: Als Platz 3 etwas, was mich damals einfach so wahnsinnig gefreut hat, worüber ich mich so... Was ich einfach so gefeiert habe, weil so viele Produzenten vorher gesagt haben, wie jetzt ein Film mit nur Black Cast. Das geht nicht, da geht keiner rein. Und dann kommt Black Panther raus. und alle rennen rein. Es ist großartig. Ich muss ihn einfach als Platz 3, der passt da so rein.
Florian Bayer: Go woke, get rich.
Johannes Franke: Ein bisschen in die Richtung. Also wirklich toller. Ich fand auch einen tollen Film. Also die haben es auch gut dargestellt und natürlich auch eine... Eine Kultur, die vielleicht im Fantasiebereich angelegt ist, aber eben... sehr viel von Black Culture einfach inspiriert ist und wirklich ein Ein toller Film irgendwie.
Florian Bayer: Afrikanischer Superheld. Total geil. Und auch wirklich konsequent umgesetzt. Und dann auch spannende Themen dabei aufgeworfen. So Fragen nach Clubhouse. und nach Verantwortung und verantwortungsvoller Politik, wenn man sehr mächtig ist und sehr viel Gelder hat. Großartiger Film. Mein Platz 3 ist 1974, Angst, Essen, Seele, auch von Rainer Werner Fassbinder, der es wirklich erstaunlich gut schafft, einen... Er kommt aus Marokko und ich glaube, es wird gar nicht so groß thematisiert, ob er Asylbewerber ist oder ob er Flüchtling ist, ob er... wie sein Aufenthaltsstatus. Das wird einfach nicht klar definiert. Aber er wird als sehr glaubwürdig gezeigt und es wird natürlich auch sehr viel gezeigt, wie er mit Rassismus konfrontiert wird und er erzählt auch ein bisschen und es ist einfach eine super Darstellung von einem marokkanischen Gastarbeiter, keine Ahnung, in Deutschland der 70er Jahre und mit all den Problemen, mit denen er konfrontiert ist. Toller Film.
Johannes Franke: Schön. Ich hätte auf Platz zwei, ich wollte eigentlich Moonlight mit reinnehmen. Habe ich jetzt gerade eben in meinem Kopf rausgeworfen, weil mir noch einer eingefallen ist. Deswegen zieht jetzt Turning Red nach. Hast du ihn inzwischen gesehen?
Florian Bayer: Immer noch nicht, ne?
Johannes Franke: Ah, fuck mein Gott, du musst in den Film gucken. Das ist so ein guter Film. Disney, schaut ihn euch an. Auch im asiatischen Kulturkreis angesiedelt. Ist einfach sehr, sehr gut dargestellt alles und mit sehr viel Liebe zum Detail und auf Realität und so. Und behandelt dann wiederum ein Thema, was eigentlich sehr universell ist. Das Mädchen, die Hauptfigur, kriegt halt ihre Tage. Wird zwar nie so gesagt, aber eigentlich kriegt sie ihre Tage. Es wird zum roten Monster oder so, ne? Es wird zum roten Panda. Und es ist so toll inszeniert und es ist so toll gemacht und mit so viel Liebe. Es ist so schön. Guckt ihn euch an.
Florian Bayer: Mein Platz 2, ein kanadischer Film aus dem Jahr 2011. Monsieur Lassart. Er erzählt die Geschichte von einem algerischen Migranten, Bachir Lhasa. an einer Grundschule in Montreal anfängt zu arbeiten. Und das Tolle daran ist, dass seine Figur Also es werden Eigenheiten aus dem Kulturkreis gezeigt, aus dem er kommt, aber sie werden nie überspitzt, sie werden gezeigt, wie sie in Reibung stehen, auch mit der Gesellschaft in Kanada. Aber nie überspitzt und eigentlich, er ist die ganze Zeit Protagonist und Sympathieträger. Und es wird einfach spannend gezeigt, wie sowohl er sich entwickelt, als auch die Kinder, mit denen er zusammenarbeitet. Und ein sehr leiser und sehr zurückhaltender Film und unglaublich schön gemacht. Zu Tränen rührend und einfach so ein ganz subtiler und zurückhaltender Film, der aber on point ist, was so die Auseinandersetzung ist mit Clash of the Cultures.
Johannes Franke: Schön. Mein Platz eins. Everything, everywhere, all at once.
Florian Bayer: Mein Platz eins. Everything, everywhere, all at once.
Johannes Franke: Geil. Okay.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Och Gott, ist das großartig. Und es ist auch so ein Clash und es wird alles so liebevoll und so gut erzählt und so... Und irgendwie hat man das Gefühl, dass da einfach jemandem was aus dem Herzen erzählt wird. Der eine Regisseur scheint ja auch einen asiatischen Migranten-Background zu haben. Daniel Kwan. Und ich finde es so großartig und so liebevoll und so toll gemacht. Und natürlich ist dieser Film ridiculous auf ganz vielen Ebenen.
Florian Bayer: Aber eben nicht auf dieser Ebene.
Johannes Franke: Genau, auf dieser Ebene kann er so ein tolles Familiendrama erzählen.
Florian Bayer: Und weil er auch ganz toll die Probleme thematisiert, die diese Migranten der ersten Generation haben. mit der zweiten Generation sind, wie sie aneinander geraten mit den Behörden in den USA, wie sie da irgendwie versuchen sich rauszukämpfen, wie sie versuchen sich was aufzubauen. Großartig, ja. Ein total irrer, verrückter Multiverse-Film, der in sich aber ein wunderschönes Drama trägt über... Probleme der Migranten der ersten und zweiten Generation aus dem asiatischen Raum in Amerika.
Johannes Franke: Voll krass. Also wirklich einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Okay, zu Recht bei den Oscars sehr stark abgeräumt.
Florian Bayer: Ja. Das hat unser Film ja, um zu dem zurückzukommen, nicht, und der wurde ja auch eher mit gemischten Kritiken aufgenommen, ne?
Johannes Franke: Ja, weil ich glaube, dass die meisten den gesehen haben und gedacht haben, na, also ich als Erwachsener kann da nicht so mitgehen. Statt zu sagen, ja okay, ich als Kind kann da voll mitgehen.
Florian Bayer: Das ist halt schwierig, weil er ist... Er ist nicht offensichtlich als Kinderfilm angelegt. Er hat sehr viele Erzählmomente und Prämissen, die ihn schon eher so als... Unterhaltung für alle präsentieren. So wie IT zum Beispiel. Und E.T. würde ich sogar sagen, kommt noch mehr als Kinderfinder her von der ganzen Promotion.
Johannes Franke: Das kann sein, ja.
Florian Bayer: Aber ist deutlich erwachsener als der hier.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber ja, das ist so ein bisschen ein Problem von ihm, womit er irgendwie zu kämpfen hat, dass er halt, er ist ein Film der Kinder total gefällt, auf jeden Fall. Und der Kindern auch heute noch gefällt. Und damit natürlich auch ein Film, der allen gefällt wahrscheinlich, die ihn als Kind gesehen und als Kind genossen haben.
Johannes Franke: Ja, ja. Eine meiner Lieblingssätze, die für Erwachsene war, Hey, laser lips, your mama was a snowblower. Und das ist ein Satz, der kam später rein im Dubbing. Das haben sie nicht am Set gemacht, sondern denen ist das noch eingefallen und dann haben sie es einfach noch mit reingehauen.
Florian Bayer: Sie haben ja auch diese Free-Stooges-Referenzen.
Johannes Franke: Welches Kind versteht das denn? Oh mein Gott, ich hab so... Ich habe zwei Minuten lang nichts mehr vom Film mitbekommen, weil ich so gelacht habe über diese drei Roboter, die er als Three Stooges einmal umprogrammiert hat, was natürlich völliger Quatsch ist. dass er die Kabel einfach neu sortiert hat und damit umprogrammiert. Wer kommt auf die Idee, dass das so funktioniert? Es ist so dämlich.
Florian Bayer: Wie gesagt, das ist die Zeit, wenn man noch Hardware und Software mitzumachen konnte, die keinen Sinn ergeben, einfach weil die Leute nicht wussten, wie Computertechnik überhaupt funktioniert.
Johannes Franke: Und diese Routine funktioniert so gut. Wir haben es geschafft, mit drei Robotern diese Routine zu machen. Das ist so geil. Fuck. Eines der großen Highlights, wirklich.
Florian Bayer: Ich finde es besser, als wenn man sich die Kritiken von damals durchschreibt. Natürlich schneidet er schlechter ab, als er es verdient hat.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Weil er ist wirklich süß und er ist wirklich unterhaltsam. Es gibt so wirklich ein paar harte Sachen. die mich nach wie vor damit kämpfen lassen, ob ich den Film Billa zeigen will, weil eigentlich denke ich, das ist ein toller Film für mein Kind. dieser Inder, das ist wirklich so hart, das tut mir so leid, das macht echt vieles von dem Film kaputt. Ja, aber ich hatte Spaß. Also mal ganz banal. Ich hatte wirklich Spaß bei diesem Film. Und es gibt ja sowas wie so eine Fake-Nostalgie, dass man ein nostalgisches Gefühl hat bei was, was man gar nicht erlebt hat, einfach weil man das Gefühl hat, hat man vielleicht doch erlebt oder könnte erlebt haben und das habe ich bei diesem Film auch so ein bisschen, so eine Nostalgie, die eigentlich nicht hinhauen kann, weil das nicht zu den Filmen gehört, die ich als Kind viel geguckt habe.
Johannes Franke: Ja, Liz, da draußen, vielen, vielen, vielen Dank für diese Empfehlung. Ich war ein kleines bisschen kritisch, muss ich sagen. Muss ich zugeben, weil ich nicht genau wusste, was da auf uns zukommt. Aber ich bin so dankbar für diese Empfehlung. Vielen, vielen Dank. Und das ist auch gleichzeitig der Aufruf an alle da draußen, schreibt uns an florian-musman-sehen.de oder an johannes-musman-sehen.de. Filmempfehlungen, was wollt ihr gerne, dass wir besprechen und was wollt ihr vor allem, was wir mal sehen, weil man es gesehen haben muss, irgendwelche verschollenen Perlen der Filmgeschichte, die wir nicht kennen.
Florian Bayer: Ja, und ihr müsst dann halt damit leben, dass wir vielleicht manchmal etwas härter mit euren Filmen...
Johannes Franke: Ja, das haben wir auch schon gemacht.
Florian Bayer: Ja, das stimmt. Ich glaube, für Liz wird das wahrscheinlich auch, wenn das so bestimmt einer der Lieblingsfilme ihrer Kindheit ist, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe.
Johannes Franke: Ja, gehe ich jetzt einfach auch davon aus.
Florian Bayer: Dass das dann schon hart ist zu hören. er ist rassistisch, der ist sexistisch, das, das, das.
Johannes Franke: Aber das sieht sie wahrscheinlich auch.
Florian Bayer: Lässt sich auch schwer verstecken.
Johannes Franke: Die
Florian Bayer: Produktionscompany von dem Film, PSO, Producer Sales Organization, die am Und zwar waren daran ganz viele Händler und verschiedene Produzenten beteiligt, unter anderem David Foster, der den Film hauptsächlich produziert hat und Laurence Thurman. Die haben sowas gemacht, sowas produziert wie das Boot und Cuccio, die unendliche Geschichte. 1986 im Jahr, in dem dieser Film rauskommt, gingen sie bankrott.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Und das Ding wurde dann von Tri-Stars Pictures ja vertrieben.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Aber die Produktionsgesellschaft, die war dann. Geschichte. Das heißt, es ist der finale Film von dieser... Kann sein, dass sie 1986 noch was produziert haben, aber ja, er gehört zum... End on the high note. Und ja, offensichtlich spezialisiert auf solche Filmen, die man ja leider nicht mehr so viel sieht. Durch diese netten Nicht-Bee-Movies. aber auch nicht A-Movies, sondern irgendwie so dazwischen so diese im Big-Budget-Popcorn-Bereich diese Low-Hits. So wie dieser Film, sowohl was die Kosten betrifft, als auch dann was das Einspielergebnis betrifft. Der lief halt irgendwie so auf Platz 20 oder so in diesem Jahr.
Johannes Franke: Aber der lief gar nicht so schnell. Lief wirklich nicht schlecht. Wenn man sich anguckt, im Box-Office war Police Academy ungefähr gleich auf.
Florian Bayer: Ja, der lief besser als einige andere Filme, wie zum Beispiel Little Shop of Horror oder Brady in Pink.
Johannes Franke: Und Little Shop of Horror ist ja auch großartig gewesen.
Florian Bayer: Genau. Und dann mit großer Video-Wertung 1987. Aber halt so irgendwie, ja, es ist nicht erfolgreich genug, dass man es als AAA-Movie bezeichnen würde, aber es ist auch kein B-Movie, sondern es ist halt irgendwie so dazwischen. Und solche Filme würde ich eigentlich gerne heute auch mal wieder... hin und wieder produziert sind. Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist immer entweder so diese krassen High-Button. Hollywood-Produktionen, Marvel und Disney?
Johannes Franke: Ich glaube, wir bewegen uns im Serienbereich, was das betrifft. Alles dahin verlegt.
Florian Bayer: Ja, wahrscheinlich. Was schade ist, weil ich finde auch so einen anderthalbstündigen Film... Hat schon Vorteile gegenüber einer Serie, die aus zehn Staffeln mit 20 Folgen jeweils besteht.
Johannes Franke: Es kann sein, dass wir sowas aber erst in zehn Jahren sehen. Dass wir in zehn Jahren zurückblicken und sagen, okay, das ist jetzt kein AAA-Movie gewesen, aber eben auch kein B-Movie.
Florian Bayer: Vielleicht, ja, das kann sein.
Johannes Franke: Vielleicht ist es schwierig, wenn man drinsteckt, sowas zu beurteilen.
Florian Bayer: Ja, das kann gut sein. Na gut, also, wenn ihr wissen wollt, was Johannes mir nächste Woche aufgibt. für nächste Woche aufgeben. Und wenn ihr vor allem wissen wollt, was ihr schauen solltet, bevor ihr nächste Woche reinhört, dann bleibt noch kurz dran.
Johannes Franke: Den Jingle müsst ihr euch nochmal antun.
Florian Bayer: Ansonsten vielen Dank Liz für diesen tollen Filmvorschlag und vielen Dank Johannes für dieses tolle Gespräch.
Johannes Franke: Ja, vielen Dank dir, Flor, für dieses tolle Gespräch. Grüße gehen raus. und so und wir sehen uns nächste Woche wieder.
Florian Bayer: Wir hören uns nächste Woche.
Johannes Franke: Ja, wir sehen uns, Flor. Wir beide sehen uns.
Florian Bayer: Wir sehen uns, ihr hört uns. Bis dann.
Johannes Franke: Ciao. So, so. Flor, ich habe was für dich. Ich habe für dich, weil wir schon lange nicht mehr in diese Richtung unterwegs waren und das eigentlich so ein typischer Johannes-Film mal wieder ran muss. habe ich für dich The Apartment von Billy Wilder.
Florian Bayer: Ja, schön. Das freut mich. Darauf habe ich Bock.
Johannes Franke: Du hast den Film bestimmt schon mal gesehen.
Florian Bayer: Ja, ist aber schon länger her. Und ich glaube, ich habe den auch eher einmal gesehen. Also vielleicht zweimal, nicht wie ich, 20 Mal? Nee, definitiv nicht. Ich hätte jetzt Probleme, die Handlung zusammenzufassen.
Johannes Franke: Oh, okay. Okay, dann das reicht mir aus, als ich kann deinen Horizont nochmal erweitern.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall, das wird es tun.
Johannes Franke: Gut, sehr schön. Dann schaut ihr alle da draußen The Apartment von Billy Wilder und hört nächste Woche wieder rein, wenn wir diesen Film auseinandernehmen.
Florian Bayer: Bis dann. Ciao.
