Episode 149: Breakfast at Tiffany’s – Wie feinfühlig, psychologisch tiefgründig, albern, rassistisch, out of date und liebenswert ist der RomCom-Klassiker?
Johannes hat heute einen seiner absoluten Lieblingsfilme mitgebracht: Breakfast at Tiffany’s aus dem Jahre 1961 von Blake Edwards, basierend auf einer Vorlage von Truman Capote. Kann der Klassiker des witzig romantischen Kinos auch heute noch begeistern? Wie stehen wir zum Yellow Facing, Sexismus, zur Verharmlosung von minderjährigen Zwangsehen, wie sie in diesem Film zu finden sind. Und macht dies seine Rezeption kaputt oder wird er durch seinen Humor und Charme gerettet? Oder hat er vielleicht bei einer genaueren Analyse sogar mehr zu bieten als bloßen Feel Good RomCom-Wahnsinn? Dem versuchen wir hier auf den Grund zu gehen.
: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 149: Breakfast at Tiffany’s – Wie feinfühlig, psychologisch tiefgründig, albern, rassistisch, out of date und liebenswert ist der RomCom-Klassiker? Publishing Date: 2023-11-08T15:12:24+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2023/11/08/episode-149-breakfast-at-tiffanys-wie-feinfuehlig-psychologisch-tiefgruendig-albern-rassistisch-out-of-date-und-liebenswert-ist-der-romcom-klassiker/
Florian Bayer: Das ist einfach ein Hollywood-Happy End. Das kann nicht kaputt gehen. Es gibt nichts, was das auseinanderziehen kann. kann, weil es mit dem Sentimental-Kitschkleber von Hollywood zusammengehalten wird. Paramount hat es einmal nochmal umwickelt und ein Geschenkband drum gemacht. Das Ding hält bombenfest.
Johannes Franke: Moon river wider than a mile I'm crossing you in style Someday Oh, dream Make her your heart.
Florian Bayer: Was für ein wundervoll melancholischer Einstieg in diese Episode. Sie hörten Johannes Franke mit seiner Interpretation von Moonriver. Eigentlich gesungen von Audrey Hepburn in dem Film, den wir heute besprechen. Und zwar? Zwei Nutten in New York.
Johannes Franke: Sacrileg, Floor. Du bist gemein.
Florian Bayer: Wir reden heute über Frühstück bei Tiffany bzw. Breakfast at Tiffany's aus dem Jahr 1961, den Johannes mir vorgeschlagen hat.
Johannes Franke: Und dann hattest du das letzte Mal in einem Juweliergeschäft Frühstück. Plur.
Florian Bayer: Gestern. Aber es war nicht Tiffany's. Aber es war lecker. Aber dann wurde ich rausgeschmissen.
Johannes Franke: Ich hab das Fondue extra in die Ecke gestellt. Okay, Frühstück bei Tiffany's, ein Film, über den sehr, sehr, sehr viel zu sagen ist, auf allen Möglichkeiten. Ebenen, allein die Psychologie von Audrey Hepburns Charakter Holly Ich habe mich voll reingeworfen, aber ich weiß nicht, wie viel davon wir in dieser Episode unterbringen können.
Florian Bayer: Ich muss ja sagen, ich warte schon ewig darauf, dass du mir diesen Film aufgibst, weil... Ich glaube, ich habe diesen Film das erste Mal gesehen, als du ihn mir gezeigt hast.
Johannes Franke: Oh, wirklich?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist aber 43.000 Jahre her.
Florian Bayer: Das ist sehr lange her. Und das war eben in dieser Zeit, als wir uns auch gegenseitig im Freundeskreis, als die Filmbesprechungsrunde noch etwas größer war. Filme zugeworfen haben. Und da bist du irgendwann mal mit Breakfast at Tiffany's um die Ecke gekommen. Ich glaube, wir hatten alle sehr viel Spaß, wenn ich mich richtig erinnere.
Johannes Franke: Das ist ein guter Anlass, den Podcast nochmal zu erklären. Das Konzept, das wir hier fahren. Jeder gibt dem anderen alternierend einmal in der Woche einen Film auf und sagt... Dem guckst du jetzt, ob du willst oder nicht. Und der andere muss hingucken und dann wird darüber gesprochen. Und wenn das ein Horrorfilm ist, den ich nicht sehen will, ich muss ihn angucken. Und ich habe dieses Konzept schon ein paar Mal verflucht.
Florian Bayer: Und das ist auch titelgebend. Muss man sehen. Alter, den Film musst du sehen. Guck dir den an. Und das gilt natürlich auch für euch. Immer am Ende der Episode, das werdet ihr auch. Wird der Film für nächste Woche vorgeschlagen. Und um das auch gleich vorweg als Warnung zu sagen, wir spoilern heftig in jeder Episode. Das heißt, wir gehen davon aus, dass ihr euch den Film auch anguckt und dann vielleicht auch euch gleich mitärgern könnt oder mitfreuen könnt über unsere Erkenntnisse zu diesem Film.
Johannes Franke: Ja, oder ihr dürft euch so sehr ärgern, dass ihr uns schreibt, oh mein Gott, wir haben völlig verkannt, wie dieser Film eigentlich gemeint ist und dann schreibt ihr uns.
Florian Bayer: Wir freuen uns über jede Hassnachricht.
Johannes Franke: Wir bekommen viel zu wenig Hassnachrichten, hör mal.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall. Schreibt uns mehr Hassnachrichten. Und heute also Breakfast at Tiffany's, um vielleicht einmal so ganz persönlich zu starten. Johannes, wann hast du diesen Film zum ersten Mal gesehen?
Johannes Franke: Ich war sehr jung. Ich habe nichts von den problematischen Teilen dieses Films verstanden. Ich habe herzlich über einen Chinesen gelacht, den ich heute... Wo ich wirklich Schmerzen hatte.
Florian Bayer: Aber er ist kein Schleser, sondern Japaner, oder? Also ich meine, er ist Asiate.
Johannes Franke: Er ist Asiate.
Florian Bayer: Aber ich glaube, er soll Japaner sein.
Johannes Franke: Er soll Japaner sein, ja genau. Nein, er ist nicht Asiate und er ist nicht Japaner.
Florian Bayer: Er ist Mickey Rooney.
Johannes Franke: zwischendurch mal einsichtig war und dann später nicht mehr einsichtig war.
Florian Bayer: Worüber wir auch viel reden werden müssen. Darf ich gleich was Grundsätzliches raushauen?
Johannes Franke: Oh mein Gott. Ja, bitte.
Florian Bayer: Es ist so toll. Johannes Franke, der mit mir heftig diskutiert hat darüber, wie sexistisch die Reifeprüfung ist. der sich furchtbar über den Male Gaze in Ghost in the Shell aufgeregt hat. Und der wirklich nicht glücklich war mit dem Rassismus über Osteuropäer in The Painted Bird. Johannes Franke hat mir für heute... Breakfast at Tiffany's aufgegeben und ich kann alles zurückzahlen.
Johannes Franke: Oh, ich bin sehr gespannt, wie du das zurückzahlst. Weil ich habe zwischendurch auch gedacht, irgendwie hat der Film natürlich ganz viele Probleme, sexistische Probleme. Aber wenn ich genauer reinschaue und viel nochmal auseinandernehme und überlege, was der Film teilweise in Nebensätzen erzählt... dann kann ich so viel mehr verstehen, ohne es zu verurteilen. Aber es gibt trotzdem sehr viel Sexismus, das muss ich zugeben. Aber da werden wir dann später genauer drauf eingehen. Wir können ja mal kurz erklären, worum es in dem Film überhaupt geht. Damit die Leute, die es vielleicht doch nicht gesehen haben, einen kleinen Anstoß haben, dass sie den Film doch schnell gucken gehen, bevor sie hier weiterhören.
Florian Bayer: Also jetzt, falls ihr den Film nicht gesehen habt, drückt jetzt Pause. Beziehungsweise wartet noch kurz, bis Johannes so 30% des Films erzählt hat. Drückt kurz Pause und dann schaut euch den Film an.
Johannes Franke: Okay, also bei Frühstück at Tiffany's geht es im Grunde um Holly Golightly, die... Als Sexworkerin anscheinend. So genau wird es nicht erzählt.
Florian Bayer: Wir werden nicht.
Johannes Franke: Wir werten nicht. Als Sexworkerin ihr Leben irgendwie durchbringt, die quasi... Partygirl ist und mit Leuten mitgeht und ihnen dann 50 Dollar für die Toilette abknüpft.
Florian Bayer: Sie ist ein It-Girl, oder? Das ist das, was ein It-Girl ist? Was heutzutage ein It-Girl ist?
Johannes Franke: Was ist ein It-Girl? Das müssten wir jetzt aber echt genauer definieren.
Florian Bayer: Ich hätte gedacht, so reiche Leute schmücken sich mit jungen, hübschen Frauen, mit denen sie auch teilweise Sex haben, die irgendwie so ein bisschen zu schick sind, um Prostituierte zu sein. Und das Ganze zu subtil machen, um als Escort durchzugehen. Die aber trotzdem eigentlich genau das machen, nämlich dass sie Geld dafür nehmen, dass sie zum einen Amt Begleitung sind und Unterhalterin und eben für alles, was auch darüber hinausgehen kann und dann je nach persönlicher Persönliche Einstellung zu diesem Lifestyle. Also zum Beispiel habe ich das Gefühl, dass Holly tendenziell eher zu denen gehört, die nicht ganz so weit gehen. Weil sie flieht ja auch sehr oft vor den Männern, die ihr hinterherlaufen und noch mehr von ihr wollen.
Johannes Franke: Ich bin nicht so tief in der Thematik drin wie du, Flo, anscheinend. Ich weiß nicht genau, wo der Unterschied zwischen einem Escort und einem It-Girl ist. Also sie lebt davon. Sie lebt davon, mit Männern unterwegs zu sein. Und es zieht ein Herr in ihrem Haus ein, in dem sie wohnt. Und dieser Herr ist Schriftsteller. Lebt aber auch davon, nicht wirklich, sondern eher davon, dass eine Frau... wiederum ihn aushält. Und im Grunde sind sie dadurch irgendwie im selben Metier. Und lernen sich kennen und reden darüber und lernen sich mögen und machen viele teils sehr romantische Dinge.
Florian Bayer: Ignorieren wir komplett den Umstand, dass diese Frau, die Paul aushält, heißt wie ein Roboter aus dem Star Wars Film?
Johannes Franke: Das werden wir alles später mitlesen. Wir sind noch bei der Beschreibung.
Florian Bayer: Tui heißt die Frau, die ihn aushält.
Johannes Franke: Weil sie einen Vornamen und einen Nachnamen hat, die beide mit E beginnen. Emily Eustace heißt sie eigentlich. According to the Screenplay.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Emily Eustace.
Florian Bayer: According to the Screenplay, bei dem Holly auch ursprünglich einen anderen Namen hatte, ne?
Johannes Franke: Oh Gott, ja, das weiß ich aber auch nicht genau.
Florian Bayer: Ich habe es tatsächlich da, weil ich musste noch mal kurz gucken, sie heißt ja nicht Holly, sie heißt ja eigentlich Lula Mae.
Johannes Franke: Lula May, der Südstaaten-Name schlechthin.
Florian Bayer: Ja, genau. Das ist so geil, weil sie hat wirklich diese Hollywood-Lady, das ist der absolute Szene-Party-Girl-Name. Und dann heißt sie in Wirklichkeit halt wie so eine alte Lady, die auf ihrer Veranda in den Südstaaten sitzt im Schaukelstuhl. Sie sollte ursprünglich Conny Gustafsson heißen.
Johannes Franke: Ah ja, stimmt. Was für ein Name.
Florian Bayer: Auf jeden Fall treffen die aufeinander und die haben auch sehr schnell eine Sympathie füreinander. Ja, eine Verbindung.
Johannes Franke: Das Problem ist so ein bisschen, dass Holly eine sehr freiheitsliebende Frau ist und deswegen... Nicht so richtig den Typen an sich ranlässt, was zu mehreren Problemen führt und sie versucht dann irgendwie sich an die reichsten Männer New Yorks. ranzuschmeißen und ihnen Geld abzunehmen, beziehungsweise irgendwann versucht sie einfach zu sagen, okay, ich muss sie einfach heiraten. Dann habe ich ausgesorgt, dann kann ich meinen Bruder, den ich sehr liebe, nachholen und wir haben ein ausgesorgtes Leben.
Florian Bayer: Das ist ja eigentlich das Ding, sie hat kein Interesse an Paul, weil er arm ist. Sie will jemanden heiraten, der Geld hat. Sie will entweder diesen reichsten Mann unter... Unter 50 oder eben diesen brasilianischen Kronprinzen heiraten. Und Paul fällt einfach nicht in ihr Beuteschema. Paul hat kein Geld. Paul wird nicht für sie und Fred sorgen können.
Johannes Franke: Das werden wir alles nochmal genauer besprechen müssen, weil das gehört alles zu der Psychologie, die dahinter steckt, die noch interessant wird. Es gibt am Ende, wie das Hollywood-typisch ist, Irgendwie ein Happy End. Es gibt ein Zerwürfnis zwischen den beiden, das dann darin mündet, dass sie dann irgendwie einsieht, dass sie jemanden in ihren Käfig lassen muss. Zumindest ist das suggeriert. Und sie küssen sich im Regen und alles wird supposedly gut.
Florian Bayer: Womit wir auch schon zu einem der wesentlichen Unterschiede zur Vorlage kommen. Die Vorlage stammt von Truman Capote, geschrieben im Jahr, nicht viel früher, 1958. Und es ist eigentlich so der erste richtig große Erfolg von Truman Capote. Es hat dann auch sehr lange gedauert, bis er das nächste Buch geschrieben hat, was kaltblütig war, was mein liebstes Kapoti-Buch ist und was ich nach wie vor für ein in der großen Klassiker der amerikanischen Literaturhalter. Also absolut sehenswert, lesenswert. In Cold Blood von Capotei. Und in seinem Buch gibt es nicht dieses Happy End mit der Versöhnung, sondern in seinem Buch haut Holly dann nach Südamerika ab. Und das Buch ist aus der Perspektive von Paul geschrieben. Auch ein Unterschied zum Film, der nicht... sich nicht so festlegt auf die Paul-Perspektive.
Johannes Franke: Schon ein bisschen, aber nicht so massiv.
Florian Bayer: Nicht so massiv. Und Paul fragt sich halt, was aus ihr geworden ist und es gibt wohl im Buch, ich habe das Buch nicht gelesen. Es gibt im Buch wohl diese rührende Abschlussszene, wo er dann die Katze sieht, die keinen Namen hat, die Holly die ganze Zeit hatte und die Holly dann auch wie im Film losgeworden ist, nur im Film holt sie sich zurück. Und er sieht diese Katze irgendwo sitzen und sie hat jetzt offensichtlichen Namen und ihr geht's gut und er hofft, dass... dass es Holly genauso geht, dass sie auch irgendwo angekommen ist.
Johannes Franke: Also es gibt keine... eindeutige Klärung, wie es Holly dann am Ende ergangen ist. Nur eben diese Hoffnung. Und jetzt mal schon auf dieses Ende geschielt, findest du das im Buch besser oder findest du es im Film besser?
Florian Bayer: Ich habe das Buch ja nicht gelesen.
Johannes Franke: Naja, aber so vom Gefühl her, was das Ende jetzt auf dem Blatt Papier erstmal versprechen könnte.
Florian Bayer: Ich finde das vom Buch plausibler. Also definitiv. Es ist klar, dass sie für einen Hollywood-Film dieses Ende suchen. Das ist jetzt nicht überraschend, dass sie einen Hollywood-Film 1961 dass da eben die große Romantik aufgefahren wird. Die Romantik ist ja auch im ganzen Film zwischen Paul und Holly ist irgendwie stärker. Also es wird mehr darauf hingearbeitet, dass sie irgendwie zusammenkommen. Ich finde es folgerichtiger, dass sie abhaut und ich habe das Gefühl, es gibt dem auch mehr Tiefe, wenn sie abhaut. Weil ich finde, es gibt einfach Punkte, wo ich mich dann doch des Öfteren frage, gerade gegen Ende, aber auch schon vorher. Ist das jetzt plausibel? Ist diese Romanze in dieser Form, wie sie hier erzählt wird, plausibel? Und wenn ich dann lese, was so im Buch passiert, wie ihre Beziehung im Buch ist und wie die auserzählt wird, habe ich das Gefühl... Da ist es deutlich glaubwürdiger.
Johannes Franke: Überhaupt, erstmal zur Hauptfigur von Lula Mae, beziehungsweise Holly Golightly. Was halten wir von ihr? Wir gucken ihr die ganze Zeit während des Films zu, bei Sachen, die man vielleicht... verurteilen würde. Ich weiß nicht, wie es dir ging, aber so ein paar Sachen, wo ich denke, oh mein Gott, was ist das für eine Frau? Krasse Sache. Alter, warum? Hast du damit Probleme oder gehst du gut mit ihr mit, weil einfach Audrey Hepburn so war?
Florian Bayer: Also, Audrey Hepburn ist natürlich unfassbar charmant, unfassbar charismatisch und gut aussehend. Was tatsächlich dazu führt, dass wir uns am Anfang tatsächlich in diese Figur verlieben. Weil sie wird ja auch eingeführt, was auch ein Unterschied ist zur Vorlage... Wir haben dieses Breakfast at Tiffany's ganz am Anfang, wenn wir sehen, wie sie vor dem Schaufenster von Tiffany's steht und ihr Brötchen isst und sie kommt offensichtlich aus dem Nachtclub. Und wir haben diese melancholische Musik und sie ist so ein bisschen eine Verlorene in der großen Stadt, die nicht genau weiß, wo sie jetzt hin will, aber... aber sich nicht einfach der Lamoyanz hingibt, sondern irgendwie versucht, das Schönste in diesem entstehenden Morgen zu machen. Und sie wird uns dadurch unglaublich sympathisch. Wir haben wirklich diese... sehr sympathische Figur, mit der wir auch irgendwie mitfühlen. Es ist eine melancholische Stimmung und das reißt dann natürlich ein während des Films, weil wir mehr und mehr vor allem auch durch die Perspektive von Paul mit ihren Schattenseiten konfrontiert werden. Und natürlich gibt es dann irgendwie den Twist, dass sie uns auch partiell unsympathisch werden soll. Das liegt noch nicht mal so an ihrem Lifestyle. Ich finde ihren Lifestyle total okay, soll sie machen. Das ist
Johannes Franke: Das ist das Wichtige daran. Das wollte ich nämlich auch unbedingt einfügen. Ich finde es wahnsinnig wichtig, dass uns dass wir ihr den Lifestyle, den sie hat, diese Entscheidung, die sie getroffen hat, zu sagen, okay, Ich weiß, das funktioniert mit den Männern. Bestimmte Männer brauchen das, wollen das und ich kann das liefern. Und wenn sie damit kein Problem hat, das zu liefern... und es für sie kein psychologisches Problem wird irgendwann, dann soll sie das auf jeden Fall machen dürfen und können. Also das ist wie unsere Episode über Pretty Woman, wo wir über Sexwork geredet haben. Sowas muss möglich sein.
Florian Bayer: Es ist aber auch nicht der Lifestyle, der sie dann partiell unsympathisch macht, sondern es ist eher, wie sie über Menschen redet und wie sie natürlich auch zusammenhängt mit diesem Lifestyle, mit Menschen umgeht und mit Katzen. Eigentlich ist der Reißpunkt, wenn sie diese arme Katze raus in den Regen wirft. Also wirklich, ich komme ganz viel klar mit dem ganzen Lassismus und Sexismus und so. Und Päderastie, da kommen wir auch noch zu sprechen. Ich komme mit allem klar. Aber wenn sie diese Katze in den Regen schleudert und ich bin voll bei Paul, der zu ihr sagt, du Miststück, was stimmt nicht mit dir?
Johannes Franke: Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir so schnell zu diesem Punkt kommen. Aber ja, das Schlimmste am ganzen Film ist, dass die Katze vor die Tür setzt, wo es regnet.
Florian Bayer: Ja, sie ist emotional aufgewühlt und ärgert und ist total verzweifelt wegen dem Tod von ihrem Bruder, aber da schleudert sie die Katze auch durch die Brude. Alter, was hat sie mit diesem Tier? Sie gibt dem Tier keinen Namen, ne? Und sie sagt, oh, wir sind beide frei. Aber eigentlich ist sie ziemlich, sie misshandelt dieses Tier. Ja. Ziemlich häufig.
Johannes Franke: Und Audrey Hepburn hat gesagt, das war das... Das geschmackloseste, was ich jemals machen musste für einen Film, diese Katze vor die Tür setzen.
Florian Bayer: Es ist dann natürlich auch gut inszeniert und es ist natürlich auch so inszeniert, dass wir in diesem Moment absolut sie hassen sollen dafür, dass sie das tut. Im Buch rennt die Katze dann weg und sie finden die Katze nicht mehr. Und im Film, nachdem sie die Abreibung von Paul gekriegt hat, rennt sie in den Regen raus und zuckt verzweifelt die Katze. halt dann auch irgendwie wieder so ein süßer Redemption-Moment ist. Johannes, möchtest du denn Tee?
Johannes Franke: Oh, oh, Plur! Das ist ja süß.
Florian Bayer: So, ich nehme mal den Tee und schenke dir vorsichtig ein.
Johannes Franke: Danke, Plur.
Florian Bayer: Sehr gerne.
Johannes Franke: Normalerweise ist das völlig anders.
Florian Bayer: Du möchtest doch bestimmt auch von diesem tollen Kluntje-Zucker
Johannes Franke: Normalerweise wartet Flor immer geduldig, bis ich irgendwann sage, Flor, möchtest du Tee? Darf ich so einen Stein bei dir?
Florian Bayer: dir versenken.
Johannes Franke: Ja, du darfst gerne einen Stein bei mir versenken.
Florian Bayer: Und einen zweiten?
Johannes Franke: Ja, auch gerne einen zweiten Klontierstein.
Florian Bayer: Warum trinken wir eigentlich nicht stilecht zu diesem Film irgendwas mit Gin und Gin oder mit einer Olive im Glas.
Johannes Franke: Irgendwas mit einer Olive im Glas? Wollen wir den schwarzen Tee, den wir trinken, mit Olive trinken?
Florian Bayer: Na, auf jeden Fall irgend so ein New Yorker Partygetränk sollten wir eigentlich trinken jetzt. Genau. Aber es ist ja nicht nur die einzige Schattenseite von ihr. Sie ist ja offensichtlich in kriminelle Machenschaften verstrickt.
Johannes Franke: Ja. Mit Salad Tomato. Ich sage Salad, weil es so ähnlich klingt. Salad Tomato. Und ich denke die ganze Zeit, Salat Tomato? Was ist los?
Florian Bayer: Rassistische Stereotype, man glaubt es kaum, enden nicht bei dem von Mickey Rooney verkörperten Asiaten. Wir haben einen Italiener, einen italienischen Mafiaboss, der Sully Tomato heißt. Tomato.
Johannes Franke: Ja. Ach man.
Florian Bayer: Sie hätten ihn genauso gut Sully Pizza Spaghetti nennen können. Wäre auch nicht schlimmer gewesen. Na, auf jeden Fall besucht sie diesen netten alten Herrn im Knast, weil der im Knast gerne Gesellschaft hat, in Sing Sing.
Johannes Franke: Und das ist eher wie ein Opernhaus. Ja. Das finde ich eine sehr süße Sache.
Florian Bayer: Und sie gibt aber auch gleichzeitig Wetterberichte an den Anwalt von diesem Typen. Ich weiß nicht, wie du das gelesen hast, aber sie weiß, was das ist, oder? Wir wissen das alle. Und wenn sie dann nachher von der Presse konfrontiert wird und dann sagt, ach, ich habe doch nur das Wetter gesagt. Mhm. Ist nochmal deutlich, sie wusste von Anfang an, dass sie da berichtet, dass sie einfach den hilft, Codes auszutauschen, wie die Geschäfte funktionieren.
Johannes Franke: Ja, das ist auch von Anfang an klar, während sie ihm das erzählt. Also es gibt wirklich Leute, die das lesen, als sie hat es einfach nicht verstanden. Bullshit. Sie ist viel zu clever dafür.
Florian Bayer: Ganz genau, was da passiert. Was halt auch zu ihren Schattenseiten gehört. Sie hilft hier einem Mafiaboss seine Geschäfte mit Drogen und... Prostituierten und wahrscheinlich auch Mord und Totschlag. Weißt du, was das Bekloppteste ist?
Johannes Franke: Sie ist dort zu sehen, wie sie dann nach dem Wetter fragt, Und der Polizist steht direkt daneben. Und Sally Tomato denkt sich gerade irgendein Wetterbericht aus, Der total so klingt wie irgendein Code und der Polizist steht daneben, guckt drauf und sagt, naja, lass uns mal in die Gefängniszelle zurückgehen.
Florian Bayer: Mehr Schnee in New York, 2 Kilogramm. Mhm. Was könnte das wohl bedeuten? Das ist reichlich dämlich. Natürlich OJ, der für sich selbst auch nochmal so ein Arsch ist irgendwie, ist ja offensichtlich auch... von ihr um den Finger gewickelt worden und sagt dann auch sehr oft, she's a phony.
Johannes Franke: But a real phony.
Florian Bayer: Sie hat es offensichtlich ganz gut drauf, Leute sitzen zu lassen und Leute für sich zu benutzen und dann irgendwann abzustoßen, wenn sie sie nicht mehr für sich benutzen kann.
Johannes Franke: Haben wir noch irgendwelche Sachen? Mir fallen noch ein paar Sachen ein, die wirklich ein Problem sind. Zum einen, sie hat kein einziges Buch bei sich. Also da würde ich auf jeden Fall einmal Kehrt machen, auf dem Hacken und wieder rausgehen aus der Wohnung, wenn da kein Buch steht.
Florian Bayer: Achso, sie ist unsympathisch, weil sie kein Buch da steht.
Johannes Franke: Natürlich, ja. Furchtbar, das geht gar nicht. Kein einziges Buch. Wie du gesagt hast, sie beleidigt die Leute, also als dick und hässlich und sie hat wirklich... sehr seltsame Worte für Menschen übrig, die direkt daneben stehen.
Florian Bayer: Im Buch ist das wohl noch krasser, da werden wohl ziemlich viele Racial Slurs benutzt und auch Homophobos Slurs. Und diese Beziehung mit Mac, was ich auch zum Beispiel ganz spannend finde, Mac spielt im Film kaum eine Rolle. Die ist irgendwie halt so da und ist halt eine Kollegin von ihr. Und im Buch macht sie Mac wohl so richtig fertig. Hinter ihrem Rücken erzählt sie Dinge über sie, die dazu führen. Und sie macht das natürlich gezielt, weil sie eine Konkurrentin ausschalten will, weil die buhlen beide um diesen einen Typen, der dieser reichste Typ unter
Johannes Franke: Es ist echt übel, was im Buch auch teilweise noch drinsteht, andere Sachen, zu denen wir in anderen Zusammenhängen noch kommen. Also sie macht wirklich sehr fragwürdige Dinge. Und was mich interessiert ist, warum tut sie das? Ja. Auch der Zusammenhang, der gesellschaftliche Zusammenhang und wie dieser Film dann später rezipiert wurde. Leicht Komödie, als süßes, ja, romantisches Komödien, das irgendwie die Zeit als Stilikone darstellen soll. Was irgendwie dem Film ja überhaupt nicht gerecht wird, so gar nicht. Was ich spannend finde, warum man ausgerechnet diese Teile des Films erinnert und nicht die wirklich sehr düsteren Teile des Films. Films.
Florian Bayer: Ich glaube, tut mir leid, jetzt verpasse ich dir einen Stich ins Herz, weil der Film daran scheitert, seine düsteren Sachen wirklich düster zu erzählen und wirklich mitzugeben, was da passiert.
Johannes Franke: Das ist gar kein Stich ins Herz. Das ist genau das Problem, was mit dem Film existiert.
Florian Bayer: Eigentlich ist das das Härteste. Wir werden noch kurz über Mickey Rooney reden, aber da kann man einfach sagen, okay, Rassismus, Scheiße und Ärzte. Und das wirklich Harte ist, dass wir im Mittelteil ihren Ehemann haben. Der kommt, um sie zu holen. Der sie vermisst.
Johannes Franke: Der könnte ihr Vater oder sogar ihr Großvater sein. Sie soll 19 sein übrigens. Audrey Hepburn war 31, als sie es gespielt hat und ich finde nicht, dass sie aussieht wie 19. Sie ist einfach pauschal jung.
Florian Bayer: Als er sie geheiratet hat, dieser Ehemann,
Johannes Franke: War sie 13, going on 14. Meine Güte.
Florian Bayer: Und er hat sie geheiratet, weil er sie und ihren Bruder beim Stehlen erwischt hat.
Johannes Franke: Das ist nicht der Grund. Der Grund ist, dass er sie aufgegriffen hat dabei, sie aufgenommen hat und dann sich verliebt hat anscheinend oder so. in sie und sie dann geheiratet hat.
Florian Bayer: Das Problem ist, dass dieser Film das nicht problematisiert, sondern dieser Typ ist der netteste Mensch, den man sich vorstellen kann.
Johannes Franke: Und die Reaktion von Paul bzw. Fred, wie sie ihn immer nennt, ist auch... Quasi nicht existent. Er sitzt mit ihm da im Central Park und er erzählt ihm das weirde, krasse, viel zu alte Typ. Doc, und es gibt keine Reaktion von Fred. Im Sinne von, Alter, hast du sie noch alle? Ich zeige dir auf gar keinen Fall, wie du jetzt in ihre Wohnung kommst. sie zu ihr. Ja.
Florian Bayer: Das ist der Moment, wo du sagen könntest, natürlich bringe ich dich zu ihr da einmal um die Ecke. Das ist die Polizei, wie wär's? Wir haben diesen Doc, dieser Typ, der halt erzählt, dass sie Lula Mae heißt eigentlich, dass er sie geheiratet hat, als sie 13 war. Und Paul sagt, okay, ich bringe dich zu ihr. Und das Problem ist ja auch, dieser Doc wird ja wirklich sympathisch erzählt. Er liebt sie und sie sagt dann, sie muss auch nochmal betonen, was für ein netter Mensch er ist und dass er eigentlich nur alles gut machen wollte und dass er helfen wollte.
Johannes Franke: Toll.
Florian Bayer: Und dann gibt es diese Verabschiedung, wo sie sagt, du kannst mich nicht zähmen, ich bin ein wildes Tier und so weiter. Und tut mir echt leid und er vergisst dann noch eine Träne für sie und er ist ein Fisch. Fucking Pederast, sie war 13, als er sie geheiratet hat.
Johannes Franke: Was ich zwischendurch gedacht habe, wenn der Film das so leicht erzählt. Vielleicht könnte der Film auch erzählen, dass diese Heirat vor allem aus Schutz passiert ist und dass sie nichts mehr... mit irgendwelchen romantischen oder sexuellen oder irgendwelchen anderen Gefühlen zu tun hat, sondern dass es aus Schutz vor dem Zugriff der... Im öffentlichen Hand. Was auch sein kann. Aber das wird nicht erzählt.
Florian Bayer: Nein, überhaupt nicht. Er hat sich in sie verliebt. Er liebt sie. Er hat sie geliebt, als sie 13 war.
Johannes Franke: Oh mein fucking Gott.
Florian Bayer: Und es ist wirklich, es ist tatsächlich, du sagst es, es ist einfach, eigentlich das Potenzial, diesem Film auch nochmal eine ganz krasse Tiefe zu geben, wenn das anders erzählt wird. Wenn dieser Typ anders erzählt wird, es geht gar nicht darum, dass er als Bösewicht dargestellt werden muss, aber es muss irgendwie problematisiert werden. Es braucht diese Stärke. Okay, kommen wir ganz kurz auch zu Mickey Rooney, weil ich finde, das gehört dann zumindest in dem Punkt zusammen, wo man sagen kann, da haben Menschen gesessen und haben gesagt, that's fine, das machen wir so.
Johannes Franke: Und da haben nicht nur einer oder zwei gesessen, sondern das ging ja durch die ganze Produktion ja durch dann. Also es musste ja wirklich jeder das einmal abnicken. Und im Schnitt muss noch jemand gesessen haben und gesagt haben, ja kein Problem, den schneide ich da immer wieder rein.
Florian Bayer: Mickey Rooney, ein amerikanischer Schauspieler, britischer Schauspieler, Entschuldigung, weiß ich gerade nicht.
Johannes Franke: Ich auch gerade nicht.
Florian Bayer: Absurdestes Yellowfacing.
Johannes Franke: Furchtbar.
Florian Bayer: Mit inklusive Zahnproteen. inklusive gebrochenem Englisch. Und zwar nicht so, wie jemand versucht, ein bisschen asiatisch zu spielen. Nein, jemand macht eine absolut rassistische Karikatur von einem Asiaten.
Johannes Franke: Furchtbar.
Florian Bayer: It's Blake Edwards, der hat ja mit Peter Sellers auch mal so indische Rollen spielen lassen, die genauso drauf sind.
Johannes Franke: Ja, später hat das irgendwie versucht so Reue zu zeigen. Aber irgendwie auch nur so halb, ich weiß nicht genau, wie ich das ihm abnehmen soll. Das ist halt so ein Zeit... Ding. Irgendwann sagen sie alle, oh nein, Rassismus. Und er sagt dann so, naja gut, wenn ihr jetzt alle dagegen seid, dann muss ich mich irgendwie dagegen aussprechen oder so. Ich weiß es nicht. Ich kann es Kann es eben nicht so richtig abnehmen. Mickey Rooney hat es auch nicht geschafft. Mickey Rooney hat zwischendurch gesagt, ja nee, war jetzt vielleicht nicht so geil. Und dann sagt er aber solche Sachen, Moment, lass mich mal ganz kurz gucken. Blake Edwards wanted me to do this because he was a comedy director. They hired me to do this overboard and we had fun doing it. Never in all the more than 40 years after we made it, not one complaint. Every place I've gone in the world, people say, God, you were so funny. Asians, Chinese, come up to me and say, Mickey, you were out of this world. Ja.
Florian Bayer: Und es ist so typisch, dieses dann zu sagen, aber ich habe ganz viele Schwarze, die es okay finden, mit dem N-Wort von mir benannt zu werden.
Johannes Franke: Das ist doch keine... Was ist das? Was soll das? Und es ist wirklich, oh fuck, Alter.
Florian Bayer: Und es wäre sogar, das Ding ist halt auch, es ist halt so präsent, ne? Diese wunderschöne, wirklich. Eigentlich, es ist eine der besten Hollywood-Intros ever, wenn wir... Wenn wir Holly Golightly da stehen haben und wie sie in den Morgengrauen geht und so. Aber dann ist Mickey Rooney, dann ist dieser Mr., jetzt muss ich gucken, wie der Name ist, Mr. Junioshi. Ist halt die nächste Szene. Und der kommt oft vor in dem Film. Und immer Slapstick und immer stolpert er und stößt sich den Kopf und schreit irgendwas Unverständliches.
Johannes Franke: Und das Krasse ist, der Film würde funktionieren, wenn ich ihn komplett rausschneiden würde.
Florian Bayer: Absolut. Der muss nicht da drin sein. Im Buch ist ja eine ganz kleine Rolle, ne?
Johannes Franke: Man braucht ihn nicht. Es ist so absurd, dass er so hochgezogen wurde, so groß gemacht wurde. Und dieser, dieser legere Rassismus, der da drin steckt, ist so absurd. So krass, der macht so viel kaputt beim Gucken. Ich möchte trotzdem immer wieder betonen, das werde ich noch ein paar Mal betonen, dass ich den Film liebe. Ich liebe diesen Film und wir werden vielleicht uns nach annähern, warum ich den Film so liebe und warum ich... auch finde, dass dieser Film seine düstere Note trotzdem mitträgt und auskostet, obwohl man sagen könnte, er müsste eigentlich mehr problematisieren. Aber trotzdem ist das alles da drin. Man muss es allerdings durchaus wollen, sehen wollen.
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, also Blake Edwards hat diesen Mr. Juni Oshii reingebaut, weil er das Gefühl hatte, ich muss noch ein bisschen mehr Slapstick, ein bisschen mehr Comedy machen. Man sieht, Blake Edwards ist einfach ein Comedy-Regisseur. Und es gibt diese Momente, wo man das Gefühl hat, okay, jetzt muss Humor rein und jetzt muss schneller Humor rein. Was an vielen Stellen auch total okay ist, also um vielleicht mal jetzt zu springen zu der Partyszene.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Da haben wir auch, Blake Edwards macht Slapstick.
Johannes Franke: Ja, voll. Ich finde es super. Er hat die ganzen Leute reingeholt, also die ganzen Gäste, die Schauspieler, die die Gäste spielen sollten. Und dann hat er wirklich den... das überlassen, hat gesagt, was fällt euch denn ein? Der hat wirklich Alkohol mit ans Set gebracht und die waren einfach besoffen und haben einfach... irgendwelchen Scheiß vorgeschlagen und der hat gesagt, gut, dann machen wir das so, machen wir das, machen wir das. Finde ich gute Idee, machen wir. Und hat dann irgendwie einfach das... am Set erarbeitet mit denen und es ist eine tolle Slapstick-Nummer.
Florian Bayer: Es ist komplettes Sodom und Gomorra. Es ist nämlich nicht nur eine tolle Slapstick-Nummer, sondern es ist der Moment, wo der Film eine düstere Note kriegt. Wir haben diese Party, die Holly in ihrer Wohnung gibt. Ihre Wohnung hat für sie eigentlich gar keine Bedeutung, weil sie lässt da Leute. rein und raus und sie flieht dann auch immer mal wieder. Das ist auch übrigens schön, am Ende dieser Szene flieht sie dann und pfeift noch die ganze Das ist großartig. Und wir haben diese Party, die hat ganz harmlose Gags, wie zum Beispiel Holly hält eine Zigarette und zündet dabei den Hut von der Dame so ein bisschen an. Aber diese Szene fängt an, immer bizarrer zu werden und düsterer zu werden. Frau vor dem Spiegel sitzt, die lachend mit sich redet und schnitt, schnitt und dann sitzt sie heulend vor dem Spiegel und beklagt ihr Leben.
Johannes Franke: Es ist wirklich krass, weil sie das auch wirklich in den Extremen macht. Sie ist extrem excited am Anfang und dann wirklich zerstört vor diesem Spiegel später.
Florian Bayer: Und dann haben wir Paul, der überhaupt nicht mit dieser Szenerie klarkommt und da dann irgendwann wirklich im wahrsten Sinne des Wortes auf Knien durchkriecht. Und Leute setzen sich auf, wie in der versuchten Telefon zu greifen. Und es ist eigentlich total too much. Aber es ist nicht albern. Ich fand die Szene... hatte so was krass Beängstigendes, so was Klaustrophobisches. Ich finde das großartig, um das dazu zu sagen. es einfach so bizarr ist und auch gar nicht so zu diesem Go-Lightly-Stilpass, den man davor hatte, zu diesem netten, lustigen und so weiter, weil Ja, es ist komplette Dekadenz. Es ist Apokalypse. Es ist Menschen, die sich in ihrem eigenen Elend befinden. Und es ist fantastisch.
Johannes Franke: Es ist wirklich fantastisch. Vor allem, weil sie fast nur noch Zaungast ist. Sie ist diejenige, die das einmal angestoßen hat. Die so einmal gegen diese Dominosteine stößt und dann bricht das Chaos aus, das machen die dann für sich aus und sie geht am Ende. Und lässt sie einfach in Ruhe und sagt, ja, ja, hier Polizei, geht mal da oben, da oben, die machen alle Party. Hau der Ball mal in die andere Richtung ab mit dem reichsten Typen unter 50.
Florian Bayer: Das ist fantastisch. Und dann genau, und José, der andere, um den Hollywood wird dann noch von Paul gerettet, weil der sagt auch, oh, das kann ich jetzt echt nicht gebrauchen. Mhm. Wo wir auch nicht so genau wissen wollen, warum.
Johannes Franke: Ja, ja, genau.
Florian Bayer: Und es ist einfach eine krasse Szene und es ist eine tolle Szene, weil sie... zu den, ich würde sagen, wenigen Momenten gehört, wo dieser Film seine düsteren Noten offenbart. So, okay, hier wird es wirklich dark, hier haben wir wirklich... merkwürdige Geschehnisse, die so ein bisschen die Struktur auch zerreißen.
Johannes Franke: Ich finde, wenn man den Film guckt, Und es schafft in dem Moment, wo Doc auftaucht, also der Mann von Holly, Und diese ganze Scheiße erzählt, die da passiert ist und sich dabei nichts denkt. Also nichts Schlechtes aus irgendwelchen Gründen. Man selber das einsortiert und dann anfängt darüber zu verstehen, warum Holly macht, was sie macht. Und darüber die Psychologie von Holly versteht, dann wird der Film so düster, wie er eigentlich sein müsste. Dann kriegt der Film die Dimension, die das Buch wahrscheinlich...
Florian Bayer: Holly ist ja offensichtlich traumatisiert. Also wir erfahren kurz, dass ihre Eltern gestorben sind und dass sie und Fred auf auf der Straße auch unterwegs waren, weil sie bei ihren letzten Pflegeeltern schlecht behandelt wurden, misshandelt wurden. Wir erfahren, dass Fred offensichtlich irgendeine geistige Behinderung hat. Es wird nicht so genau gesagt, was. Also zumindest sagt sie öfter mal, dass er slow ist.
Johannes Franke: Ja, genau. Aber er hat zumindest ein eigenständiges Leben. Er ist in der Armee gelandet. Er ist in der Armee gelandet, ja. Das geht schon.
Florian Bayer: Aber wir sind Anfang der 60er Jahre. Und genau, in der Armee landen auch Leute, die eigentlich vielleicht nicht für den Krieg gaben. geeignet sind, unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit. Auf jeden Fall Fred scheint, also vielleicht beschreibt sie damit auch einfach nur als so ein bisschen dummer Ratner, Aber ich glaube, es soll schon ausdrücken, dass er schon so ein bisschen kindlicher ist, ein bisschen hilfloser ist, dass er eigentlich auf sie angewiesen ist, um klar zu kommen.
Johannes Franke: Das stimmt, ja.
Florian Bayer: Also sie hat einfach dieses Trauma hinter sich.
Johannes Franke: Und dann eben noch diese Heiratung. Und dann heiratet sie ein Kind. Rauch, der da drin steckt und man will ja gar nicht wissen, was da alles passiert sein muss.
Florian Bayer: Und dann flieht sie, aber sie will halt irgendwie Fred nachholen. Sie hat diese extrem enge Verbindung zu ihrem Bruder. Es gibt diese ein bisschen abrupt, wenn sie einschläft und dann innerhalb von zwei Sekunden anfängt, offensichtlich in der REM-Schlafphase zu sein und zu reden. Aber ist egal. Es gibt diese Szene, wo sie im Bett liegt bei Paul und schläft und dann anfängt, Fred, no, Fred. Es ist schlecht gemacht, muss ich sagen. Es ist total schlecht gemacht. Sie sagt es euch. Übrigens, das ist auch so ein bisschen dafür, dass das Truman Capote schwul ist. haben wir hier sehr viele heterosexuelle Männerfantasien. Nämlich wie sie sich ins Apartment von Paul schlägt, sich zu ihm ins Bett legt und sie sieht wirklich großartig aus. Und sagt, keine Sorge, ich will nur schlafen und schläft dann in seinem Arm ein.
Johannes Franke: Das Ding ist ja, im Buch ist Paul ja eigentlich gay-coded.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Also Paul ist, da gibt es ja diese Romantik nicht. Deswegen ist ja Truman Capote auch überhaupt nicht zufrieden mit dem Film. Truman Capote hat gesagt, das ist eigentlich... Überhaupt nicht diese Romantik, die ihr da in den Film hineingebaut habt, sondern das ist eigentlich ein satirischer Kommentar auf Gesellschaft und auf diese ganzen Sachen, die ihm wichtig waren, zu empfangen. nur so, naja, ganz klein. Und diese düstere Note, die man rauskitzeln muss aus dem Film, ist halt wahrscheinlich in dem Buch viel, viel größer.
Florian Bayer: Das ist jetzt total unfair, tut mir leid, liebe Audrey Hepburn, aber My Fair Lady ist auch so ein geiles Beispiel und wo auch Audrey Hepburn die Hauptrolle spielt. das ja eigentlich, also es basiert auf dieses, ich glaube das Musical gab es als Bühnenshow früher, weiß ich aber gar nicht so genau, aber auf jeden Fall basiert es ja ursprünglich auf Pygmalion von George Bernard Shaw. Ein Drama aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Und auch in My Fair Lady haben sie auch so eine Romantik reingebaut.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: die im Original nicht drin ist und haben das auch so Hollywood weich gespült. Und da kenne ich jetzt das Original und kann deswegen sagen, und ja, es ist so, was Hollywood halt mit solchen Büchern gerne macht. Es gibt so einen ganz kleinen Funke Romantik. Das müssen wir groß machen, daraus machen wir jetzt Paramount, Big Budget, Liebesfilm, wunderschön und alle werden da hinschmelzen. Und ich gehe davon aus, ich glaube, ich will die Vorlage auch noch lesen, weil ich bin wirklich neugierig darauf, wie das von Caputi ist. Und es wirkt so, als wäre da genau dasselbe passiert.
Johannes Franke: Ich würde gerne einmal durchgehen, welche Möglichkeiten wir denn haben, Holly dann zu lesen. Es gibt ja... Die Oberflächemöglichkeit, dass man sagt, okay, das ist einfach ein It-Girl, das ist so ein bisschen vielleicht sogar ein Vorbild... weil sie sehr freiheitsliebend ist und selbst entscheidet, was sie macht und was sie nicht macht und den Männern ganz klar ihre Schranken dann auch zeigt bzw. flüchten muss. Aber ja, also die dann auch wirklich sagt, das mache ich, das mache ich nicht.
Florian Bayer: Role Model für Sex Positive Feminism?
Johannes Franke: Ja, so ein bisschen in der Richtung. Gerade für die Zeit natürlich etwas, was noch nicht absehbar war. Das Wort gab es dafür noch gar nicht in der Form. Aber ich glaube, dass sie ein bisschen einen Anstoß gegeben hat, auch der Zeit damals, dass man gedacht hat... Ah ja, ich muss gar nicht unbedingt heiraten. Ich kann auch wie sie einfach mein Leben leben, wie ich das gerne möchte. Das war zu der Zeit eine neue Erkenntnis für manche. Also es ist schon wirklich etwas, was gesellschaftlich nicht so... Und wenn wir das so deuten, wie deuten wir dann das Ende?
Florian Bayer: Wo sie dann ja doch gezähmt wird.
Johannes Franke: Ja, das ist Hollywood.
Florian Bayer: Das ist dann Kacke, oder?
Johannes Franke: Ja, das ist total Kacke dann. Wenn wir ein bisschen weiter reingehen... Dann müssen wir natürlich überlegen, welche psychologische Disposition steckt dahinter. hat sie einfach nur eine normale Bindungsangst, wie man das als Mensch so haben kann. Wo man sagt, okay, das ist noch keine psychische Störung, sondern es ist einfach eine charakterische Ausprägung oder es ist eine psychische Störung, dass dann ein Narzissmus unterstellt werden kann. Und Narzissmus geht viel mit dem einher, was sie eben im Film so zeigt, was so passiert, ne? Sehr vergnügungssüchtig und es geht viel um sie und Gefühle anderer Menschen sind gar nicht so wichtig. Da geht man drüber weg und wenn man ganz tief reingehen will, könnte man sogar noch Psychopathie finden. Das ist dann die Übertreibung dessen, was im Narzissmus eben auch angelegt ist. So dieses, ich habe keine Empathie, ich gehe über Leichen in Anführungsstrichen. Oder eben manche Psychopathen über tatsächliche Leichen. Ein ständiges und übermäßiges Bedürfnis nach Aufregung. Man muss überall dorthin, wo die Action ist, auf der Überholspur sein, solche Sachen. Man ist sehr gut darin zu lügen, zu täuschen, zu manipulieren, solche Sachen. Die Frage ist, wenn man noch tiefer reingeht, dann an der Stelle zu sagen, nichts davon trifft eigentlich zu. weil ihre Vergangenheit einfach dazu führt, dass sie sich erstmal so verhalten muss?
Florian Bayer: Also es gibt auf jeden Fall diese Momente, wo dieses Psychopathische, Am krassesten fand ich tatsächlich den Moment, wo sie sich der Presse stellt, nachdem ihr Mafia-Freund, der Tomato... aufgeflogen ist und mit diesen ganzen Dingen und dann steht sie vor der Presse und gibt so die Unschuldige lachend und im Blitzlicht. Und da wirkt sie schon extrem psychopathisch. Da macht sie mir fast so ein bisschen Angst.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, ja. Es gibt mehrere Stellen. Im Buch gibt es noch viel mehr Stellen. Es gibt diese eine Stelle, wo sie sagt, ich habe dir doch gesagt, du kannst dich dazu bringen, jeden zu lieben. Weil sie verteidigt, dass sie diesen reichen Typen gegen den nächsten austauschen kann. Im Buch ist sie, glaube ich, schwanger und das Kind...
Florian Bayer: Genau, sie hat eine Fehlgeburt.
Johannes Franke: Sie hat eine Fehlgeburt. Dann sagt sie salopp, ich habe das Erbe verloren. Was eine seltsame Zusammenfassung der Geschehnisse ist. Also das ist schon hart. Das gibt einfach wirklich dieses Psychopathische sehr mit. Ja. Es gibt auch eine Stelle im Buch, wo sie sagt, ich würde ein Grab ausrauben, ich würde zwei Stücke von den Augen eines toten Mannes stehlen, wenn ich glaube, dass es zum Vergnügen des Tages beiträgt. Ich würde trotzdem behaupten, dass das alles weder Narzissmus noch Psychopathie ist. Ich glaube, dass es die einzige Möglichkeit gibt.
Florian Bayer: Wie sie lebend aus der Sache rauskommt für sich und das, was sie erlebt hat, das, was sie geprägt hat in ihrer Kindheit.
Johannes Franke: Das, was sie geprägt hat, genau. Also sie flüchtet natürlich nach New York. Sie ist vorher nach L.A. geflüchtet anscheinend, weil sie dort irgendwie Schauspielerin werden wollte. Da hat sie festgestellt, jetzt gibt es noch mehr Männer, die mich irgendwie in Sachen reindrängen wollen. Das mache ich auch nicht. Also ist sie nach New York gepflichtet. Und dort gibt es ja auch keine Bindung mit Männern ein. Aber aus gutem Grund, aus Erfahrung. Nicht aus Psychopathie, die egozentrisch ist, sondern einfach nur aus... Naja, aus Erfahrung, aus Angst. Und ich glaube auch nicht, dass sie darüber hinweg geht, was andere fühlen, weil sie nicht empathisch ist. Sondern weil sie das nicht zulassen kann.
Florian Bayer: Ich finde bei der Rehabilitierung... Charakters ist ein Punkt ganz wichtig und das ist die Person des Paul. Und zwar gar nicht so sehr, dass wir sie sehr viel durch Pauls Blick sehen, sondern dass Paul so ein bisschen eine Spiegelung von ihr ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Es gibt mehrere Momente in diesem Film, wo ich mich frage, wen ich unsympathischer finde. Holly oder Paul. Wenn wir noch nicht den Auftritt von Doc hatten. Weil Paul ist auch ein ziemlicher Arsch.
Johannes Franke: Über Paul müssen wir auf jeden Fall ausführlich reden.
Florian Bayer: Paul lässt sich auch von dieser reichen Dame aushalten. Er macht eigentlich genau das, was sie macht. Mhm. Und er ist aber in seiner...
Johannes Franke: Aber ist das ein Problem?
Florian Bayer: Wenn sie das darf. Nein, nein, das ist erstmal eine Spiegelung von ihr. Es ist quasi so, wir erleben dasselbe in der männlichen Form. Da können wir sagen, wir sind einfach beim feministischen Statement. Ihr verurteilt sie, aber guckt euch doch mal an, was der Typ da macht. Die Art, wie Paul das macht, kommt mir in sehr vielen Dingen viel schäbiger vor. Und ich weiß gar nicht so genau, warum. Weil sie ist a real phony. Das ist ja das Ding, was OJ über sie sagt. Sie lebt das, was sie ist und sie zeigt das und sie ist das Partygirl und so weiter. Und Paul sitzt da und sagt, ich bin schriftstellig. Ich bin Schriftsteller und er hat kein Band in seiner Schreibmaschine. Er hat gar keine Möglichkeit, zu schreiben und es ist auch nicht besonders plausibel, dass er nachher irgendwie Erfolg hat mit was, weil er ist kein Schriftsteller. Er ist jemand, der faul ist und der sich aushalten lässt von dieser Frau und dieses Image des Künstlers irgendwie hochhält. wahrscheinlich auch sich selbst damit so ein bisschen belügt.
Johannes Franke: Aber er muss mal was geschrieben haben, was erfolgreich war.
Florian Bayer: Ja, er hat irgendwann mal was geschrieben. Ja. Es ist okay, jeder hat mal was geschrieben. Ja. Sogar du hast mal was geschrieben. Auf jeden Fall ist er... Er lebt deutlich mehr in der Lüge als sie. Und das ist ja auch die Art, wie er da mit ihr umgeht, wie er sehr besitzergreifend ist. Und wie er von Liebe erzählt und wie seine Vorstellungen vom Leben sind. Ich würde mich jetzt sogar festlegen, ich finde ihn den unsympathischen Charakter. Jetzt haben wir zwei unsympathische Hauptcharaktere in einem Hollywood-Film, was gegebenenfalls ein Problem ist, wenn man mitfühlen soll und wenn man... in diese Romantik einsteigen soll. Aber was das natürlich macht, ist so ein bisschen, dass wir sie immer wieder gespiegelt haben durch ihn. Und dann sehen, ah ja, da ist ein Mistkerl und so weiter. Und das macht eine ganz merkwürdige Art von Rehabilitierung mit ihm. Ja, nämlich nach dem Motto, okay, wir haben auf der einen Seite Mussolini, aber da ist Hitler. Mussolini ist vielleicht doch nicht ganz so schlimm.
Johannes Franke: Ich weiß nicht, ob man das dann aufwiegen kann. Aber nein, bei mir, ich muss sagen... Das, was ich gerade durch existiert habe mit dem Narzissmus und der Psychopathie und dann aber noch den Schritt weiter reinzugehen und zu fragen, warum... Passieren denn die Sachen und sind die wirklich Symptome von Psychopathie oder von Narzissmus oder sind die einfach... Erstmal Coping Mechanisms, die sich mit der Zeit mit einer ordentlichen Therapie erledigen könnten. Weil Narzissmus, okay, kann man mit einer Therapie vielleicht noch... Abmildern oder in Griff kriegen im Sinne von man kann damit leben, aber Psychopathie gilt so ein bisschen als unheilbar oder als unbehandelbar. Und das ist krass. Also ich meine, es gibt natürlich genug Leute mit Psychopathie, die... damit leben und die nicht allen Leuten schaden auf dieser Welt und die einfach ein valid Mitglied dieser Gesellschaft sind. Aber es ist trotzdem etwas, was schwer behandelbar ist. Während das, was sie erlebt hat durch Traumata und so weiter... dass man das aufarbeiten kann und dass sie dann auch in eine Lage geraten kann, die... die ihr die Möglichkeit gibt, Bindungen einzugehen und all das nicht mehr an den Tag zu legen, was sie jetzt gerade an den Tag legt. Und deswegen finde ich sie wiederum sympathisch. Weil ich von der Oberfläche hineingehen kann und überlegen kann, was ist denn da los? Bei ihm kann ich das nämlich nicht.
Florian Bayer: Das ist auch ganz wichtig bei dieser Spiegelung, dass er nicht durch die Kacke gegangen ist, durch die sie gegangen ist. Das Problem ist halt so ein bisschen... Der Film erzählt das nicht. Wir können uns das erzählen.
Johannes Franke: Absolut.
Florian Bayer: Und wir können das auch in den Film reinlesen. Es ist halt sehr viel an der Oberfläche, was das verhindert, weil sie ist halt auch irgendwie dieses Manic Pixie Dream Girl, die extrovertierte fröhliche, die zu dem Typen ins Bett steigt und sagt, ich will nur kuscheln, keine Sorge.
Johannes Franke: Und die will
Florian Bayer: die es zu zähmen gilt und die sein Leben komplett umkrempelt, sodass er den Mut fasst, zu seiner Gönnerin zu sagen Tschüss, Babe.
Johannes Franke: Ja, und Xavier...
Florian Bayer: White Savior.
Johannes Franke: Genau, zum White Knight.
Florian Bayer: Und wir haben dann die ganze Zeit diesen Male Gaze auf Also wir haben einfach seine Perspektive auf sie und sie ist die ganze Zeit sexy. Also sie ist einfach die ganze Zeit sexy inszeniert. Wir müssen gar nicht seinem Blick, dass er sie sexy findet. Es reicht schon, dass die Kamera sie sexy findet. Und das... Das ist halt so, das bewegt sich halt die ganze Zeit an der Oberfläche. Und dann, wenn es diese tiefen Momente gibt, wo wir tiefe Einsteigungen erfahren, ah, was ist das überhaupt für ein Mensch? Dann ist es halt so... Ach ja, der Typ, der sie mit 13 geheiratet hat, ist halt eigentlich der liebe Onkel, der sie nur auf seinem Schoß sitzen haben wollte.
Johannes Franke: Mach doch nicht solche Bilder auf. Tut mir leid.
Florian Bayer: Aber, ne, und er liebt sie ja eigentlich und er vergießt noch eine Träne, wenn sie dann sagt, ich bin frei und ich bin, I'm a wild thing oder was auch immer, du kannst mich nicht zähmen. Das ist halt so, ja, wir haben hier dieses Potenzial, aber ich muss echt viel von dem Film zur Seite kehren. um zu sagen, ja, ich steige da jetzt voll ein und gebe mich jetzt dieser Analyse hin. Good for you, wenn du es kannst. Ich schaff's nicht.
Johannes Franke: Weißt du, warum das klappt? Audrey Hepburn spielt das so gut. Und so auf den Punkt, dass ich die ganze Zeit dran bin und wissen will, was dahinter steckt. Ich will die ganze Zeit Audrey Hepburn verstehen. Also Holly Golightly verstehen. Weil Audrey Hepburn das so verdammt gut spielt und genau die richtigen Punkte trifft bei mir als Zuschauer, dass ich es wissen will.
Florian Bayer: Sie ist halt, also sie schafft es schon so, dieses Charmantsein und dieses Schnellsein Also es ist so unfassbar schnell inszeniert. Ich würde mal behaupten, das Drehbuch ist wahrscheinlich doppelt so lang wie bei allen anderen Filmen dieser Länge, wenn nicht sogar dreimal so lang. Die reden so schnell und so viel. Und sie ist die ganze Zeit auch in diesem, sie plappert, sie kredet auch ganz viel Quatsch dabei. Aber sie ist die ganze Zeit am plappern und man hat manchmal das Gefühl, man entfasst in so einem Gedankenfluss von jemandem, der überhaupt nicht weiß, wohin mit seiner Aufmerksamkeit und wohin mit seinen Wünschen. Und das macht Audrey Hepburn großartig. Audrey Hepburn spult das runter, diese Dialoge, ohne dass es gekünstelt wird. Wie gesagt, das ist sehr viel Text, den sie in sehr kurzer Zeit runterhauen muss. Das muss die Hölle gewesen sein, das auswendig zu lernen. Und sie macht es trotzdem überzeugend, auf jeden Fall. Also ihre Art, diese Schnelligkeit und diesen Witz in der Sprache zu erzählen, sodass es trotzdem glaubwürdig wirkt. Dass es nicht wirkt wie, sie erzählt nur das, was im Drehbuch steht, was witzig im Drehbuch ist. Sondern sie wirkt wirklich wie eine schlagfertige, schnelle und intelligente Frau, die eigentlich zu intelligent ist für diesen Lifestyle, den sie führt. Und da bin ich auf jeden Fall bei dir. Und das macht sie großartig. Das macht sie auch. Also der Film lebt natürlich von Audrey. Auch von ihren Kostümen.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Auch von dem Stil, wie sie... inszeniert ist. Der Film ist extrem stilsicher, wenn eben nicht Mickey Rooney zu sehen ist.
Johannes Franke: Sie sieht großartig aus.
Florian Bayer: Ja, von ihrer ganzen Erscheinung und das ist schon krass und vor allem gerade, weil sie auch so eine vermeintlich junge Frau spielt, sie ist so präsent und sie ist da und sie beherrscht einfach die Szenerie, wenn sie auftritt.
Johannes Franke: Ich würde dann aber versuchen, wie du den Kontrast zu ihm aufmachst, der dann sie entschuldigt, ein bisschen, den Kontrast aufmachen zur potenziellen anderen Besetzung. Marilyn Monroe sollte eigentlich Holligo-Leitlich spielen, wenn es nach Truman Capote gegangen wäre. Der wollte das unbedingt und ich denke die ganze Zeit, fuck, das wäre aber so hart auf den Sex draufgegangen. Weil Marilyn Monroe, wenn sie inszeniert wird, immer auf Sex inszeniert wird. Was immer scheiße war, was Marilyn Monroe auch nie wollte, aber was einfach automatisch passiert wäre. Und wenn es nur der Blick des Zuschauers gewesen wäre, der die Geschichte von Marilyn Monroe mit inspiriert. Kino getragen hätte und den Film so angeschaut hätte mit der Geschichte von Marilyn Monroe im Hinterkopf. Es wäre viel, viel stärker auf den Sex gegangen und das hätte den Film viel, viel besser. platter gemacht.
Florian Bayer: Glaube ich auch. Ich kann mir auch, also so wie der Film inszeniert ist, ich kann mir Merlin Monroe nicht... Nicht so wirklich vorstellen. Was ich viel spannender gefunden hätte, was die Frage nach Cars Crew betrifft, die sich geändert hat. Ich hätte gerne den Film inszeniert von Billy Wilder gesehen.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Und wir hatten das schon mal, wir hatten über The Odd Couple geredet, wo wir auch gesagt haben, wenn Billy Wilder das Ding gemacht hätte, wäre es anders geworden. Und bei diesem Film... glaube ich, noch ein bisschen krasser. Billy Wilder hätte, glaube ich, diese Tiefe rausgeholt, diese Düsternis. Wir haben das bei Das Apartment gesagt. gesehen.
Johannes Franke: Total.
Florian Bayer: Sehr ähnliches Thema. Da geht es auch darum, auch um dieses Thema, wie bewegt sich eine Frau in einer männlichen Welt und wie funktioniert das mit Sex und Macht und das Zusammenspiel davon. Und Billy Wilder macht sowas natürlich on point. Und schafft es auch in leichten, tragikomischen Settings die Tiefe und das Düstere herauszukehren.
Johannes Franke: Und dabei noch witziger zu sein.
Florian Bayer: Und dabei noch witziger Slapstick. Weniger Slapstick und mehr... Oder weniger... Ein bisschen mehr... Vielleicht auch einfach ein legenderer Humor?
Johannes Franke: Vielleicht, ja.
Florian Bayer: Und das... Hätte bei diesem Film auch gepasst.
Johannes Franke: Dem wäre nicht Mickey Rooney passiert.
Florian Bayer: Dem wäre nicht Mickey Rooney passiert. Das glaube ich auch.
Johannes Franke: Naja... Und ich muss sagen, ich bin jedes Mal, wenn ich den Film sehe, verstört, dass nicht Cary Grant die Hauptrolle spielt. Sondern dass es halt dieser Typ ist, dessen Name wieder entfällt. Immer wieder entfällt.
Florian Bayer: War Cary Grant My Fair Lady? Nee. Nee, nee, Rex Harrison.
Johannes Franke: Er hat mit Audrey Hepburn zusammen den anderen Film gespielt, den wir besprochen haben. Ah, ja, ja.
Florian Bayer: Charade.
Johannes Franke: Charade, genau. Aber das ist doch seltsam, oder? Das Cary Grant gehört doch da rein. Ja.
Florian Bayer: eigentlich schon. George Peppert ist der Darsteller von Paul und ist halt, er ist halt auch nicht charmant oder so. Nein. Und weißt du,
Johannes Franke: dass das große Problem ist, wenn wir gerade bei dieser Figur sind, meine Güte, der war eine, die war vor dem Herrn am Set. Der war einer der frühesten Method-Actor. Der wollte unbedingt Method durchziehen.
Florian Bayer: Wo ist die Method in seinem Acting?
Johannes Franke: Ich kann es dir nicht sagen. Ich sehe es nicht. Es ist unglaublich. Es ist nichts davon zu sehen. Und der war aber so krass drin. Der wollte das unbedingt so haben. Das kam bis zu dem Punkt, dass der Regisseur mit ihm so, so, so viel geredet hat. Nein, ich möchte die Szene so und so und so haben. Ich möchte, dass du das auf diese und diese und diese Art und Weise machst und er hat jedes Mal genau das gleiche gemacht. weil er das so vorbereitet hat und er sich das so vorüberlegt hat.
Florian Bayer: George Peppert übrigens für alle aus unserer Generation sollte sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viel später. in der großartigen Action-Serie das A-Team, den Hannibal Smith, den Anführer der ganzen Gruppe spielen.
Johannes Franke: Peppert hatte auch ein eigenes Gefühl dafür, was für eine Figur er da spielen soll. Und es war nicht die gleiche Figur, die alle anderen im Kopf hatten. Er war der große Held des alten Kinos für ihn in seinem Kopf. Den wollte er spielen. Und er hatte eigentlich, war da so eine Verletzlichkeit in der Figur, die er einfach nicht anerkannt hat. Und einfach gesagt hat, nee, ich bin der Held hier in der Geschichte. Deswegen ist auch eigentlich diese Szene mit ihm... wo er oberkörperfrei zu sehen ist. Ist das im Schlafzimmer oder im Badezimmer? Ich weiß es nicht ganz genau. Aber das ist das Bild, was er abgeben wollte. Der hält. Und das hatte nichts mit dem zu tun, was der Rest wollte. Und das sieht man im Film, finde ich, an.
Florian Bayer: Er ist, glaube ich, nicht der Einzige, der es nicht so ganz geschafft hat, in dem Film das zu machen, was die eigentliche Intention von und jetzt... Ich bin ja immer dagegen, dass sozusagen... Aber von Truman Capote war, von unseren Autoren des Buches. Ich kann total verstehen, dass Truman Capote pisst war, weil man sieht noch Spuren von dieser Idee in dem Film.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber ich glaube, Black Edwards hat viel zu viel diesen Slapstick-Humor, dieses Comedy-Ding gesehen.
Johannes Franke: Ja, und die Romantik.
Florian Bayer: Da gebe ich Paramount die Schuld, die gesagt hat, wir müssen hier eine Romanze draus machen.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Und es wurden einfach Sachen verpasst, die im Buch... stärker sind. Wobei das Buch, wie gesagt, das soll hier nicht freigesprochen werden und ich glaube, ich werde auch ziemlich enttäuscht sein, wenn ich es lese und feststelle, dass Truman Capote auch so ziemlich einen Gossip-Trash geschrieben hat in dem Moment.
Johannes Franke: Gossip auf jeden Fall.
Florian Bayer: Trash weiß ich nicht. Für mich ist halt Truman Capote einfach der Autor von In Cold Blood und das ist was ganz anderes. Das ist so empathisch und so nah an den Menschen und wenn man böse ist, kann man auch sagen, das ist das erste Mal, dass True Crime erfolgreich wurde und vielleicht ist er schuld daran, dass wir diese ganzen CSI-Gedöns und diese ganzen True Crime Podcasts jetzt haben.
Johannes Franke: Aber ich kenne Truman Capote darüber, dass er sich sehr unbeliebt gemacht hat bei seinen eigenen Leuten, weil er angefangen hat, über den High Society Mist zu schreiben. Und das auch hier eben.
Florian Bayer: Ja, genau. Truman Capote war ja schon, der war so ein bunter Hund einfach in dieser ganzen Szene und der hat sich da viel bewegt. Der hatte viele Feinde und viele Freunde und das hat auch munter gewechselt. Für mich ist er vor allem der Autor von In Cold Blood und der gute Freund von Hapalidi. die dann ja später Wer die Nachtigall stört geschrieben hat.
Johannes Franke: Wenn wir bei Capote sind, seine Mutter, Lily Mae Falk, Kommt ja was bekannt vor, Lily Mae. Oha. Die kam aus Alabama... Und hat Capote bekommen, also ihren Sohn und den hat sie weggegeben zum Cousin nach Monroeville. oder Monroe Will, wie auch immer man das ausspricht, und ist nach New York gegangen und hat genau im Grunde das durchgezogen, was Holly im Film durchzieht. Die wollte ihre eigenständige Sache da durchziehen und hat den Sohn irgendwann zurück mitgeholt, also auch nach New York geholt. Hat nicht geklappt und sind irgendwann wieder zurückgezogen nach Alabama.
Florian Bayer: Und Capote wiederum? Auch wenn er nicht so als It-Boy unterwegs war? Hat halt auch, also die auch so ein bisschen auf der Flucht vor seiner Vergangenheit auch so dieses Parallel. Leben gewählt. Also Truman Capote kennt man vor allem gerade aus dieser Zeit auch eben als dieser Typ, der auf jeder Hollywood Party ist und da rumhängt mit seiner Crew und Und wild exzessiv feiert und dann gibt es nochmal Erzählungen, was er alles gemacht hat und was für Drogen sie nehmen. Und das war ja auch tatsächlich und Sein Lifestyle ist auch, auch wenn er halt dann das Geld hatte und er auf der anderen Seite war, aber sein Lifestyle war halt auch ähnlich wie der von Holly.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Er hat auch die wilden Partys gefeiert. Er hat auch seine Wohnung aufgemacht. Die Leute sind rein und es war einfach Exzess.
Johannes Franke: Insofern, wie man so sagt, schreib über das, was du kennst. Aber der Film... Naja, entscheidet sich ein bisschen davon wegzugehen und in eine andere Richtung einzuschlagen und ich glaube, ich bin nicht so richtig zufrieden damit. Ich finde, irgendwie nachvollziehbar, dass Paramount dieses romantische Ende haben will. Ich hätte viel mehr... Es hätte mich viel mehr interessiert, wenn diese männliche Figur tatsächlich so ein bisschen gay-coded gewesen wäre. Und es eine Geschichte von einer Freundschaft geblieben wäre und nicht von einer Romanze.
Florian Bayer: Homosexualität haben sie offensichtlich ziemlich konsequent rausgezogen aus dem Film. Also Holly gibt wohl im Buch auch irgendwann mal zu verstehen, dass sie vielleicht auch bisexuell sein können. Sie redet sehr viel über Homosexualität. Aber auch sehr negativ. Genau, sie hat diesen, ich weiß, wie ist der Begriff nochmal? Es gibt so einen Slur, den glaube ich heute gar nicht mehr so benutzt wird für Lesben.
Johannes Franke: Achso, oh Gott, den habe ich nicht erinnert.
Florian Bayer: Den sie relativ viel benutzen in Buchen und ständig irgendwie sagt, und die ist eine, und die ist eine, und die ist eine. Und ja, das hat dann Hollywood auch einfach ein bisschen entschärft. Und vielleicht ist das sogar, was wir hier sehen, diese Doc-Geschichte, ist der Versuch von Hollywood, diese Geschichte zu entschärfen. Dieses... Trauma von ihrer Kindheit.
Johannes Franke: Schwierig. Jetzt sind wir schon mal bei ihr gelandet. Wir wollten eigentlich über ihn noch ein bisschen reden. Sein bester Part ist die Frau.
Florian Bayer: Sie ist cool, ne?
Johannes Franke: Ich finde sie großartig und ich muss sagen, ich kann mir vorstellen, dass die richtig gut, also dass die richtig guten Sex haben. Weil sie weiß genau, was sie will.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und sie weiß genau, wie sie da hinkommt. Sie hat eine großartige Stimme. Und ohne mit der Bildung zu zucken, holt sie einen Scheck raus und sagt, ja komm, du hast doch schon mal gesehen, wie ich einen Scheck unterschrieben habe, was fragst du?
Florian Bayer: Ich finde sie tatsächlich vor allem geil, wie sie auf seine Trennung reagiert. Er macht so dieses große Drama und sagt, so, es ist soweit, wir müssen reden. Ich habe die ganze Zeit drauf gewartet. Okay, verstehe. Natürlich ist sie auch ein bisschen traurig deswegen, aber sie ist vor allem so, okay, dann lass uns das kurz abhandeln, können wir weitermachen.
Johannes Franke: Nee, ich glaube, dass sie sagt... Naja, der wird sich jetzt irgendwie verliebt haben, aber das wird sowieso nichts sein. Ich schicke die jetzt auf ein Wochenende, damit die merken, dass das nichts ist und dass er dann wiederkommen kann. Ja. Das ist so das Gefühl, was sie mir gibt. Ich glaube, wenn sie sonst sowieso jetzt schon einsehen würde, dass das nichts mehr wird, dann würde sie vielleicht nicht noch den großen Shake auspacken.
Florian Bayer: Aber ich glaube, sie ahnt schon, dass das... Also sie ist irgendwie so von der Attitüde, sie weiß, dass das nicht ewig hält und dass sie ihn irgendwie verlieren wird.
Johannes Franke: Aber das sowieso...
Florian Bayer: Sie wirkt auch nicht so, als ob sie da mit großer romantischer Anspannung drin wäre. Wie du schon gesagt hast, Sex ist wahrscheinlich bei ihr deutlich wichtiger als, wahrscheinlich wirklich als bei diesen Holly-Beziehungen. Das ist das, was sie sich da rausnimmt. Und sie hat halt so ein kleines Haustier auch so ein bisschen. Er ist so ein bisschen ihr Schoßhündchen. Absolut. Und sie behandelt ihn ja auch entsprechend. Also wenn sie auftritt, ich meine, ich glaube, wir würden drüber reden, wie unangenehm das ist, wenn wir dieses einmal... Gender Switch machen würden und er wäre die Frau und sie wäre der Mann, dann würde uns das sehr, sehr sauer aufstoßen, wie sie sich ihm gegenüber verhält. So ist es irgendwie eine ganz interessante Spiegelung. Von der Art, wie Holly ihre Beziehungen lebt. Und Patricia Neal spielt das einfach saugut.
Johannes Franke: Ich finde, sie spielt das großartig. Ganz, ganz toll.
Florian Bayer: Die auch übrigens ein paar Jahre später einen Oscar gewinnen sollte für, als bester weiblicher Hauptrolle in diesem Fall für den Film hat aus dem Jahr 1963 ein Western. Den ich nicht gesehen habe.
Johannes Franke: Den ich auch nicht gesehen habe, keine Ahnung. Vielleicht müssen wir den mal gucken.
Florian Bayer: Cool.
Johannes Franke: Ja, großartige Schauspielerin. Ich fand sie wirklich immer toll und hab mich immer gefreut, wenn sie auftaucht. Was ein bisschen seltsam ist für einen Film, wo sie wirklich so eine Nebenrolle spielt.
Florian Bayer: Eine sehr kleine Rolle. Sie... Ich hätte sie gerne öfter gesehen als Mr. Oniyoshi, den man leider zu oft sieht. Ja, absolut.
Johannes Franke: Vielleicht kann man mit KI heute irgendwelchen Kram machen. Oh mein Gott, was ist das für eine Musik?
Florian Bayer: Was war das?
Johannes Franke: Wo sind wir?
Florian Bayer: Ich glaube, wir wurden rausgerissen.
Johannes Franke: Aber wohin?
Florian Bayer: Oh mein Gott, Johannes.
Johannes Franke: Ja?
Florian Bayer: Ich befürchte, wir befinden uns in einer Self-Promo.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: Shit. Ganz schnell, ganz schnell, damit wir zurück zum Gespräch können. Was müssen wir machen? Was müssen wir sagen?
Johannes Franke: Wir müssen den Leuten unbedingt sagen, dass sie uns abonnieren sollen, wo auch immer sie sind, also auf Spotify oder Amazon.
Florian Bayer: iTunes, Beam, was ihr auch benutzt.
Johannes Franke: Also abonnieren und anderen sagen, dass sie uns abonnieren sollen.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Wenn euch die Folge gefällt, gebt uns gerne Sterne, Herzchen, Daumen hoch, was auch immer euer Podcatcher anbietet.
Johannes Franke: Genau, und wenn sie euch nicht gefällt, dann schickt diese Episode weiter an eure Feinde oder eure Nachbarn.
Florian Bayer: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, wir freuen uns total über jeden Kommentar an johannes-it-mussmann-sehen.de oder florian-it-mussmann-sehen.de Genau, schickt uns Filmvorschläge und so weiter.
Johannes Franke: Boah, wir sind schnell durchgekommen. Ja, jetzt schnell raus, schnell wieder zurück ins Gespräch. Ist dir klar, das 50 Dollar. heute ungefähr 500 Dollar wären.
Florian Bayer: Ja. Und ich habe das ungefähr verstanden, was da passiert. Also sie will Toilettengeld haben, weil sie... ein bisschen Kleingeld bei der Toilettenfrau hinwerfen will. Aber natürlich sind das keine 50 Dollar, sondern die brauchen ein paar Cent. Und der reiche Typ muss halt sagen, ja, ich hab doch hier ganz viel. Aber pfff. 500?
Johannes Franke: Ja, 500 Dollar. Ich weiß nicht, in welcher Welt das wirklich passieren soll. Ich glaube es einfach nicht.
Florian Bayer: Weil ich glaube, das sind die Preise, die du heute auch bezahlst für Escortfrauen. Also diese Art des Escorts, ne?
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Insofern, wenn das nur einfach als Code zu verstehen ist für ich bezahle einen Festpreis am Ende und sie geht dann halt auf Toilette und das ist das Ende. Aber sie sagt ja auch noch mehr Sachen. Sie sagt ja auch 50 Dollar fürs Taxi.
Florian Bayer: Es wird ja auch irgendwann klar, sie müsste eigentlich stinkreich sein bei dem, was sie kriegt, aber sie kann ihr Geld nicht zusammenhalten.
Johannes Franke: Das ist unglaublich. Das geht mir ein bisschen gegen den Strich, weil ich das Gefühl habe, wenn dir der Bruder so wichtig ist... dann würde die das irgendwie hinkriegen. Die würde es hinkriegen, wenigstens ein bisschen was zur Seite zu legen, wenn ihr Bruder wirklich so wahnsinnig wichtig ist. Und es scheint so. Also ihr Ausraster, wenn der Bruder tot ist, da glaube ich ihr total, dass sie... Dass das eigentlich ihr ganzes Leben war.
Florian Bayer: Die Beziehung, die sie zu ihrem Bruder hat, ist die glaubwürdigste Emotionalbindung in diesem Film. Das ist die, die wir nicht sehen. Wir sehen ihren Bruder gar nicht. Wir sehen es nur dadurch, wie sie von ihm erzählt und wie sie dann halt darauf reagiert, als er stirbt.
Johannes Franke: Hast du eine Schreibmaschine bei dir ohne Band?
Florian Bayer: Nein, ich bin nicht so ein Poser wie er.
Johannes Franke: Wollen wir über deinen schriftstellerischen Ferdegang reden?
Florian Bayer: Nein. Wollen wir über unsere Top 3 reden?
Johannes Franke: Oh, du willst in deine Top 3 rüberrutschen? Na gut, okay. Unsere Top 3. Top 3. Was für eine Top 3 haben wir denn, Plur?
Florian Bayer: Titelsongs hast du mir aufgegeben. Titelsongs. Meine Stimme bricht schon weg, wenn ich es sage.
Johannes Franke: Oh, Moon River ist so großartig, oder? Das ist voll schön, ja. Das ist ein krasser... Wenn er nicht in diesem Film wäre, wäre er jetzt in meiner Liste für die besten Titelsongs aller Zeiten. Wir müssen ganz kurz darauf eingehen, Henry Mancini ist ja wohl der Hammer, oder? Der hat krasse Sachen gemacht.
Florian Bayer: Und diesen Song hat er extra für Audrey Hepburn geschrieben, ne?
Johannes Franke: Extra für sie, weil sie jetzt nicht die krasseste Gesangsstimme in alle Ranges hat. Deswegen... Hat sie halt in einer Oktave ihre Songs, ihre Töne und ich finde ihn so schön und das zeigt mal wieder wie so ein ganz einfacher Song. ohne großes Gezauber der schönste Song aller Zeiten werden kann.
Florian Bayer: Ich würde sogar behaupten, der Song gehört zu den Sachen, die dem Film nochmal eine... Stärke geben, weil er eben ganz in dieser melancholischen Note drin ist, die vielleicht ein bisschen selten in dem Film vorkommt. Aber wir haben den Song ja einmal am Anfang angespielt als instrumental, wenn sie halt eben diesen... diese wirklich tolle Einstiegsszene hat, wie sie dadurch das morgendliche New York geht. Und dann in dieser Szene, wo sie eben mit der Gitarre da sitzt und es ist einfach... Schön, wenn eine Frau die Liedermacherin sein darf, die den Song zum Besten gibt, weil sonst sind es halt oft. doch die Kerle, die irgendwas nochmal mit Gitarre schmettern und die Frauen dürfen sie anhimmeln. Und hier ist es genau umgekehrt.
Johannes Franke: Und sie sitzt da einfach ganz simpel mit diesem Tuch um den Haaren, weil im Buch ist es so, dass sie sich immer die Haare wäscht. Und dann die Haare trocknen lässt am offenen Fenster, während sie Gitarre spielt. Das kommt im Film jetzt nicht so raus, aber es ist schön, dass Sie es andeuten.
Florian Bayer: Es ist toll, weil sie es macht. Es ist ein intimer Moment. Sie macht es ja für sich. Es ist mal eine Sache, die sie nicht für ein Publikum macht. Es ist was, was sie wirklich kann.
Johannes Franke: Ja, das ist ganz toll. Und es ist tatsächlich ein meistgecoverter Song überhaupt, habe ich so das Gefühl. Es gibt wirklich wahnsinnig viele Cover davon. Ja, und Henry Mancini hat gesagt, es ist immer noch die beste Version von Audrey Hepburn.
Florian Bayer: Das ist schön. Und das ist ein großes Lob von jemandem wie Mancini.
Johannes Franke: Ja, der hat Schrade gemacht, der hat Pink Panther gemacht.
Florian Bayer: Das ist, glaube ich, so sein bekanntestes, die Pink Panther Titelmelodie, auch für Blake Edwards.
Johannes Franke: wirklich unglaubliche Filmografie, die er da hat, also Diskografie.
Florian Bayer: Der hat einfach die 50er, 60er Jahre Hollywood total wegdominiert mit seinen Songs.
Johannes Franke: Und ich habe tatsächlich viel von ihm gehört, ich habe auf Spotify so ein Listen und so und da ist viel wahnsinnig viel von ihm drin, ohne dass ich das immer so genau präsent habe, dass ich das weiß, dass das von ihm ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und ich hab einfach nur so Favorites, weißt du? Und dann geht man da durch und denkt sich, oh, es ist sehr viel manziert. Wie krass ist das denn?
Florian Bayer: Das ist schon toll.
Johannes Franke: Naja. Okay, gehen wir in unsere Top 3 rein?
Florian Bayer: Auf. Titelsong heißt aber nicht der Film, nee, weil der Film heißt auch nicht Moon River.
Johannes Franke: Nein, genau. Einfach der große Song eines Films, der dann irgendwie entweder berühmt geworden ist oder der... nochmal über die Endcredits läuft, weil er der Titelsong ist oder so Songs, die untrennbar mit einem Film verbunden sind, die vielleicht den Song auch nochmal berühmter gemacht haben. Kann auch ein Song sein, der schon vorher existiert hat und dann durch einen Film. Ja.
Florian Bayer: Ich hatte eine Honorable Mention. Die ich einfach raushauen will, weil das für mich so was Song- und Filmverknüpfung betrifft, einfach so am prägnantesten. Das ist Another Brick in the Wall von Pink Floyd. Okay. Das zählt nicht so ganz, weil der Film natürlich eigentlich die Verfilmung des Songs ist und nicht der Song für den Film gedreht wurde, sondern eher umgekehrt. Und dann würde ich mit meinem Platz 3 einsteigen, ne?
Johannes Franke: Ja, ich bringe dann auch ganz viele Honorable Mentions, aber vielleicht erst am Ende, wenn ich dann alle durch habe.
Florian Bayer: Und wenn wir von guten Songs reden, müssen wir natürlich über den Mann reden, der am besten ist in ganz Hollywood, wenn es darum geht, gute Songs für seine Filme zu finden, nämlich Quentin Tarantino. Oh, wirklich? In Tarantino-Filmen findest du immer so 20 Songs, die eine großartige Mischung sind aus Funk und Rock'n'Roll und ein bisschen Soul und du entdeckst immer Neues, wenn du einen von seinen Filmen guckst. Okay. Und zu seinen vielleicht etwas weniger populären oder weniger beliebten Filmen gehört Jackie Brown Ende der 90er Jahre. Der große Song, der in diesem Film... 1997. Der große Song, der in diesem Film gespielt wird, ist ein... Song, der offensichtlich schon mal für einen anderen Film geschrieben wurde, Across the 110th Street.
Johannes Franke: Wir machen jetzt zur Regel, dass wir den immer ansingen müssen. Damit ich weiß, welchen Song du meinst, bitte einmal.
Florian Bayer: Das kann ich nicht. Von Bobby Womack. Bobby Womack and Peace. Und der wurde für einen Film geschrieben, der den gleichen Namen hat im Jahr 1973. Und Tarantino hat den einfach ganz dreist bei Jackie Brown noch mal prominent reingehauen.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und es ist ein toller Soul-Song, Soul-Funk-Jazz, irgendwas dazwischen. Fantastischer Song.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Moment. Heute hören wir ein bisschen Musik. Wir kommentieren die Lieder, deswegen ist das urheberrechtlich vollkommen okay, Johannes, guck nicht so panisch. Okay. Fantastischer Song.
Johannes Franke: Okay, ja. Könntest du eine Lyrics-Zeile? Überhaupt nicht.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Okay. Mir kommt das hier gerade sehr instrumental vor. Ah, okay. Es wird ein bisschen gesungen.
Florian Bayer: Fantastischer Song.
Johannes Franke: Johannes. Auf meinem Platz 3. Hakuna Matada. What a wonderful phrase. Hakuna Matada. Ain't no passing grace. Okay.
Florian Bayer: Ja, auf der Suche nach der stereotypischsten afrikanischen Catchphrase.
Johannes Franke: Oh nein! Aber der Song ist großartig.
Florian Bayer: Der Song ist geil. Aber nicht mein Lieblingssong bei König der Löwen.
Johannes Franke: Nicht?
Florian Bayer: Ich liebe den Bösewicht-Song. Ich mag Bösewicht-Songs bei Disney. Das stimmt schon, ja. Be prepared.
Johannes Franke: Be prepared.
Florian Bayer: So majestätig. Cool, stimmt. Mein Platz zwei ist ... Auch speziell für einen Film geschrieben und einen Film, über den wir auch geredet haben und zwar Sound of Silence von Simon Garfanke für die Reifeprüfung.
Johannes Franke: Der nicht wirklich speziell dafür geschrieben wurde, sondern einmal zweitverwertet wurde. Aber das könnt ihr euch alles anhören in unserer Episode, wo wir über die Reifeprüfung reden und ich den Film richtig abhälte teilweise.
Florian Bayer: Ja, was mich echt getroffen hat, weil ich liebe diesen Film.
Johannes Franke: Und der Song passt überhaupt nicht in den Film rein. Nein! Die Melancholie davon. Absolut total jetzt um Gottes Willen. Nein, keine Chance. Well, if you wanna sing out, sing out. And if you wanna be free, be free.
Florian Bayer: Tatsächlich so ein bisschen das... Kleine oder wahrscheinlich deiner Meinung nach eher große Bruder von The Graduate, weil es einfach nur mit Gender Switch auch wiederum...
Johannes Franke: Ach so, ja.
Florian Bayer: Nicht mit Gender Switch, weil es auch um eine Beziehung geht zwischen Alt und Jung und weil es auch so ein Hippie-Film ist und auch so ein New Hollywood-Romantic-Comedy und... falls ihr es noch nicht mitgekriegt habt, Johannes hat gerade Harold und Maud. Und auch hier würde ich sagen, Cat Stevens verliert gegen Simon & Garfunkel, was Musik betrifft. Und Harold & Mord verliert gegen... The Graduate, was Romantik aus dieser Zeit betrifft.
Johannes Franke: Also ich gebe dir vielleicht recht, was den Song betrifft, aber auch nur sehr knapp. Und was den Film betrifft, Harold und Mord ist es bei weitem besser. Nein. Viel, viel besser. Harold und Mord, finde ich, ist ein bisschen überschätzt. Kannst mich mal am Popo schmatzen. Okay, los, dein Platz... Mein Platz 1.
Florian Bayer: Ein Song, der nicht speziell für den Film gedreht wurde und dessen Dessen Musikalität auch scheinbar gar nicht unbedingt zu dem Film passt, weil es ein sehr romantisches, kitschiges Lied ist, das aber perfekt da reinpasst, genau deswegen. Und zwar Blue Velvet. Und zwar benutzt in einem Film von David Lynch. Und ich wollte jetzt eigentlich genau... der den selben Song hat und der Song ist von Bobby Winton. Und der wird in diesem Film benutzt, dieser kitschige 50er Jahre Oldie 1962. Diese schreckliche Schnulze wird benutzt und in dieses düstere Setting gepackt.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Und es ist einfach fantastisch.
Johannes Franke: Ja, das stimmt. Das ist eine gute Stelle. Okay, mein Platz 1. You must remember this. A kiss is just a kiss. A side is just a side. Kannst du nicht zuordnen?
Florian Bayer: Nee, gerade nicht.
Johannes Franke: Casablanca.
Florian Bayer: Ah.
Johannes Franke: Der letzte Song, wie sie in den Sonnenuntergang reiten. Also nicht reiten.
Florian Bayer: Der Beginn einer großen artigen Freundschaft.
Johannes Franke: Genau das.
Florian Bayer: Casablanca empfinde ich auch gerne mal besprechen würde irgendwann im Podcast.
Johannes Franke: Sollten wir vielleicht mal ja Meine Güte, aber das ist wirklich Nummer eins für mich. Ich habe das Gefühl, dass der, ich habe den Film sehr früh gesehen als Kind. Und ich fand ihn immer sehr, sehr beeindruckend. Und dieser Song über dieses Gespräch, was dann noch stattfindet... dieses gemeinsame in den Sonnenuntergang laufen und eine Freundschaft beginnt. Fand ich so toll, fand ich immer großartig und ich liebe diesen Song allein für diesen Film. Ich weiß gar nicht, wie gut der Song eigentlich wäre, wenn ich den Film nicht dazu im Kopf hätte. Aber es ist toll.
Florian Bayer: Ja, es ist wirklich schön. Ja, coole Top-3s haben wir ja.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Und wir springen zurück.
Johannes Franke: Das war. Unsere Top 3. Wie beruhigend findest du es, auf schöne, teure Sachen zu starren, Plur?
Florian Bayer: Johannes kriegt gerade seine Liste durch und will noch ganz schnell alles abhandeln.
Johannes Franke: Das darfst du nicht sagen, das ist alles Backstage, okay? Also wie war die Frage? Wie beruhigend findest du es, auf schöne, teure Sachen zu starren?
Florian Bayer: Überhaupt gar nicht.
Johannes Franke: Gar nicht? Du kannst Holly nicht nachvollziehen, wie sie sagt, ich möchte gerne bei Tiffany sein, wenn es mir gerade schlecht geht.
Florian Bayer: Oh, wir haben... The red means... Ja, ja, okay, wir haben tatsächlich noch gar nicht über diese... Das ist nämlich... Ich war jetzt sehr kritisch gegenüber dem Film in ganz vielen Stellen. Es gibt so Momente, die wirklich toll sind und dazu gehört unter anderem den Tag, den sie zusammen verbringen.
Johannes Franke: Unglaublich schön. Eine der schönsten Montagen eines Kennenlernens oder eines gemeinsamen, eines Verliebens vielleicht.
Florian Bayer: Sie gehen zu Tiffany's?
Johannes Franke: Und dieses Gespräch mit diesem Typ.
Florian Bayer: Und es ist so süß, ja. Es ist auch awkward und putzig zugleich, wenn sie... Was wollen sie? Was kriegen sie dann?
Johannes Franke: Also... Also es geht ja darum, dass sie etwas finden für 10 Dollar. Also er hat zwar einen Scheck für 50 Dollar bekommen als Vorwort für sein Buch, was er dann veröffentlicht. Aber sie sagt, nein, das geben wir nicht aus. Wir gehen nicht an den Scheck ran, aber wir haben 10 Dollar dabei. Finden wir bei Tiffany's etwas, was 10 Dollar kostet. Und dann gehen sie zu einem Verkäufer und der Verkäufer ist erstmal sehr... Das scheint eher ein Problem zu sein für 10 Dollar. Wir hätten hier einen Telefon-Dialer, so ein silbernes kleines Stück. Was man nutzen kann, um die Telefonscheibe zu wählen. Und sie so, ja, das ist vielleicht nicht ganz so romantisch, wie wir uns das gedacht haben. Aber ihm fällt halt nichts ein. Was gibt es hier für 10 Dollar? Nichts, was ist das? Und 10 Dollar sind mehr als 100 Dollar.
Florian Bayer: Ja, ja, es ist viel Geld.
Johannes Franke: Und dann sagen sie, ja vielleicht können wir was eingravieren lassen in etwas. Und dann sagt er, naja dann müssten sie vielleicht was kaufen, wo man das eingravieren lassen kann. Sie verstehen das Problem? Und dann holt er diesen Ring raus, den er in einer Crackerjack-Box gefunden hat, das glaube ich Serials, wo dann irgendwas dabei ist. Und das ist wie aus einem Kaugummi-Automaten im Grunde. So ein Ding, was nix wert ist. Und er holte diesen Ring raus... Und erzählt die Geschichte von dieser Crackerjack-Buff. Und der Verkäufer ist so gerührt davon, dass da immer noch diese Dinger drin sind, immer noch dieses Spielzeug drin ist oder... Was auch immer, die haben ja mehrere Sachen drin. Anscheinend sind da vor allem so Tröten drin und so. Und ich find's total süß, wie das Gespräch abläuft und dass er dann tatsächlich sagt, ich muss die... Regeln ein bisschen missachten hier, um das zu machen, aber ich mache es irgendwie möglich, dass ich euch da was reingravieren lasse.
Florian Bayer: Es ist eine Szene, die so viel Potenzial dafür hätte, keine Ahnung was eskalieren zu lassen und es ist einfach nur süß und dieser Typ, dieser Verkäufer. ist total nett und da ist ein Moment, wo ich sage, ja, Hollywood darf einfach niedlich und schön sein.
Johannes Franke: Ja, total.
Florian Bayer: Dann gehen sie noch in die Bibliothek, weil er hat ja sein Buch jetzt rausgebracht, ne, Erfolg und dann müssen sie unter
Johannes Franke: Und die Frau hat kein Erbarmen. Es ist mir scheißegal, wie berühmt dieser Typ da ist, der da steht, ihr seid ruhig.
Florian Bayer: Es ist eine fucking Bibliothek, da redet man
Johannes Franke: nicht. Und dann schreibt er sein Autogramm da rein in dieses Buch und sie ist völlig entsetzt natürlich. Das ist ganz toll. Und dann rennen sie weg und freuen sich einfach über dieses Ding.
Florian Bayer: Die dritte große gemeinsame Betätigung ist natürlich ein Ladendiebstahl. Und das ist wieder diese Szene, wo der Film so absurd, bizarr wird, weil sie gehen nicht rein, als ob sie irgendwas kleines klauen wollen würden, was sie vorhaben, sondern sie gehen da rein, als ob sie das Ding ausrauben und in die Luft sprengen wollen würden. Und sie werden, kurz bevor sie rausgehen, werden sie von zehn Kaufhausdetektiven beobachtet, weil sie absolut suspicious sich verhalten und trotzdem schaffen sie es, diese Plastikmasken zu klauen, ohne dass jemand hinterher etwas passiert hat.
Johannes Franke: Es ist wirklich sehr seltsam. Es kann sein, dass es damit zu tun hat, dass alle glauben, dass sie die Bank ausrauben und so erleichtert sind, dass sie es nicht tun. Dass ich einfach sage, okay, wenn die die Masken haben wollen, let's give it to them.
Florian Bayer: Es ist so eine absurde Szene auch, weil sie dann so mehrere Versuche wagen, was sie stehlen können und immer feststellen, sie werden beobachtet. Und dann wie sie Zeug in ihren Hut packen. Nicht faul. Das ist alles offensichtlich. Sie gehen da rein und sie haben, ich bin ein Ladendieb, auf ihrer Stirn getackert. Und es ist eine tolle Szene, weil es einfach komplett, es hat nichts Glaubwürdiges an sich.
Johannes Franke: Ja, aber es ist einfach nur süß. Solche Sachen sind halt wirklich toll und natürlich, um zu der Frage zurückzukommen, ist es beruhigend auf schöne, teure Sachen zu starren? Ich kann dem voll was abgewinnen. Ich bin voll da drin. Schmuck? Nein, Schmuck nicht. Aber Klamotten zum Beispiel. Ach echt? Ja, voll. Ich kann in Berlin durch Läden durchgehen und mich damit den ganzen Tag beschäftigen, draufzustarren und zu sagen, ach wie schön, oh, ich fasse mal diesen Stoff an, der ist ja toll. Und das ist teuer und das ist schön und das ist... Du kleine Konsumbitch. Total. Das ist wirklich übel. Also ich kann das wirklich einen Tag lang machen und mich einfach nur damit erfreuen und am Ende nichts gekauft haben, wie schön Sachen sein können.
Florian Bayer: Also wenn, dann ist es beruhigend für Sachen zu kaufen. Ich bin tatsächlich nicht Frustkäufer, aber doch so Stresskäufer. Also es kann mal sein, dass ich irgendwie so denke, oh. Das war jetzt eine anstrengende Woche. Ich muss jetzt einfach mal 50 Euro bei Amazon für irgendeinen Scheiß loswerden.
Johannes Franke: Ja gut, okay, das ist natürlich was anderes. Aber dann hast du schon Amazon mit reingezogen, was so das Absurdeste überhaupt ist, wenn man irgendwo Window-Shopping geht.
Florian Bayer: Ich gehe nicht gerne shoppen. Ich mag keine... Tja. Nächste Frage auf deiner Liste.
Johannes Franke: Glaubst du, dass die Beziehung durchhält am Ende?
Florian Bayer: Also so wie der Film sie inszeniert und wie Hollywood sie inszeniert, hält die durch. Das ist einfach ein Hollywood-Happy-End. Das kann nicht kaputt gehen. Es gibt nichts, was das auseinanderziehen kann, weil es mit dem Sentimental-Kitschkleber von Hollywood zusammengehalten wird. Paramount hat es einmal nochmal umwickelt und ein Geschenkband drum gemacht hat. Das Ding hält bombenfest.
Johannes Franke: Okay, gut, damit kann ich nicht argumentieren. Keine Diskussion.
Florian Bayer: Du hast eine düstere Interpretation, oder? Und die sagt, es hält nicht?
Johannes Franke: Nein, es hält natürlich nicht. Wie soll denn das halten? Sie lässt sich einmal anschreien, rennt dann hinterher und sagt, ich muss dich jetzt küssen, ich muss die Katze retten und die braucht keine Beziehung, die braucht eine Therapie.
Florian Bayer: Und die kriegt sie von ihm sicherlich nicht.
Johannes Franke: Nein, der Freund ist die schlechteste Therapie. Das geht nicht.
Florian Bayer: Das wird eine absolut toxische Beziehung, oder?
Johannes Franke: Das ist das Problem. Wenn mir der Film wenigstens noch miterzählen würde, dass sie sich um eine Therapie kümmern würden, Dann würde ich dem schon mehr Chancen geben. Aber auf die Art, wie das hinein stolpert, keine Chance. Absolut nicht. Sorry, da ist meine Romantik dann doch am Ende.
Florian Bayer: Aber Paramount, die haben einen Knoten drum gemacht, so einen Seemannsknoten und dann nochmal eine Schleife und dann nochmal einen Knoten. Und das kann einfach nicht auseinander gehen.
Johannes Franke: Was das Beschissene daran ist, dass ich am Anfang des Films ständig sehe, wie Holly sagt, ich bestimme, bis wo es geht.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Und die Männer werden in ihre Schranken verwiesen. Und diese ganzen Männer, die auch... so erzählt werden, dass sie Männer sind, die sich als Savior begreifen, am Ende dem Mann das geben, der sich als Savior begreift. Das finde ich irgendwie echt ein scheiß Turnaround.
Florian Bayer: Wobei Holly als feministisches Role Model allein schon deswegen nicht taugt, weil ihre Art... zu sagen, jetzt reicht es ja meistens, dass sie wegrennt. Oder dass sie ihre Wohnung verlässt, dass sie wegrennt, dass da jemand vor ihrer Tür steht und sagt... Aber ich habe dir noch 50 Dollar fürs Klo gegeben. Und dass sie dann bei einem anderen Mann ins Fenster steigt und sagt, kann ich bei dir im Bett schlafen? Also ist jetzt vielleicht nicht unbedingt... Das coole Role Model.
Johannes Franke: Ja, kommt drauf an, wie man es sieht, wo man ansetzt und was man einfach ignoriert. Der Film kann 20 Filme sein, je nachdem, was man wegignoriert. Und der Film macht es einem leicht, bestimmte Dinge wegzuignorieren, wie wir festgestellt haben. Also insofern, naja, will der Film einem auch erzählen, dass man als Sexworker gerettet werden muss?
Florian Bayer: Befürchte, ja.
Johannes Franke: Weil das ist das, was am Ende passiert.
Florian Bayer: Ich befürchte, ja. Aber das macht Pretty Woman ja auch.
Johannes Franke: Das macht Pretty Woman auch, ja. Da sind wir nicht weiter.
Florian Bayer: Der Film leidet natürlich unter diesen typischen Hollywood-Krankheiten. Die sind einfach offensichtlich und die haben wir in sehr vielen romantischen Komödien, die ernstere Themen tangieren. Oder die so ein bisschen gewagter sind, dass sie dann halt sehr schnell die Rettung, dass die konservative, traditionelle, heteronormative Ehe am Schluss doch die Rettung ist.
Johannes Franke: Was wäre das bessere Ende gewesen? Du weißt, ich hänge die ganze Zeit an dem Ende rum und so. Wir müssen das irgendwie hinkriegen, weil ich hab da viel Gedanken reingesetzt. Was ist die bessere Möglichkeit? Was hätte man machen können? ein romantisches Ende zu haben und trotzdem irgendwie ihre Selbstermächtigung nicht in seine Hände zu geben.
Florian Bayer: Dann braucht man einen anderen männlichen Protagonisten. Der funktioniert nicht. Dieser Hauptcharakter funktioniert nicht. Der ist zu unsympathisch.
Johannes Franke: Ja, ich finde ihn auch zu doof. Aber ich glaube, es hätte trotzdem funktionieren können, wenn José nicht gesagt hätte... das wird nichts mehr mit uns, kommen nicht her, sondern sie im Auto irgendwann gedacht hätte... Scheiß, das funktioniert so nicht. Ich kann nicht einfach mich von einem Reichen zum nächsten hangeln. Das geht einfach nicht. Ich kann so nicht weitermachen. Ich habe hier jemanden, den ich eigentlich liebe. und selbst eine Entscheidung zu treffen. Das hätte der Film schaffen können.
Florian Bayer: Narrativ funktioniert, wenn es gar keinen Anstubser von außen gibt. Es braucht einen Impuls.
Johannes Franke: Es braucht einen Impuls für vielleicht, aber sie muss die Entscheidung selber treffen. Wenn José derjenige ist, der sagt, das wird nichts, dann ist das auf dem Abstellgleis Dass sie niemanden anders bekommen hat und dann einfach eher die nächstbeste Wirklichkeit ist.
Florian Bayer: dann ist ja eigentlich ihre geile Entscheidung, die eigentlich ursprüngliche Entscheidung, ich gehe trotzdem nach Südamerika, jetzt habe ich schon mal das Ticket, jetzt mache ich das, ist eigentlich die viel geilere Entscheidung. Das ist viel mehr...
Johannes Franke: Richtig, aber wenn man bei einem romantischen... Ende sein will, dann muss sie sich auch aus eigenem Antrieb dafür entscheiden, zu sagen, nee, ich bleib hier, egal wie reich der Typ ist, der auf mich wartet, ich liebe den nicht. Sondern ich habe eine Erkenntnis, dass ich hier bleiben muss.
Florian Bayer: Ich würde ganz hart sagen, das romantische Ende funktioniert nicht mit dieser Figurenkonstellation, nicht mit dieser Story. Da kommst du nicht drum herum.
Johannes Franke: rum.
Florian Bayer: Und es würde immer noch schlimmer gehen. Schlimmer wäre, wenn sie zum Beispiel zu ihrem Ehemann zurückgeht.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Absolut.
Florian Bayer: Und Das romantische Ende ist ja auch, ich meine, es gibt so viele Filme mit genau diesem romantischen Ende. Und sie küssen sich auch noch.
Johannes Franke: im Regen.
Florian Bayer: Und der tiefe Hollywood-Kuss, der Anfang 60er Jahre, wie Anfang der 60er Jahre in Hollywood-Kino geküsst wurde. Man könnte ein Happy End erzählen für sie, ohne dass es diese Romantik gibt. Das wäre ein gutes Happy End. Ich will hier gar nicht das Happy End nehmen. Natürlich ist das ein Film, der ein Happy End verdient hat. Aber es muss nicht das Happy End sein, ja jetzt ist sie endlich gezähmt und in dieser heteronormativen romantischen Beziehung, die wir alle sehen wollen, sie wird jetzt doch noch ein anständiges Mädchen.
Johannes Franke: Ja, die Freundschaft. Es wäre wirklich gut gewesen, wenn sie aus dem Buch das einfach übernommen hätten, dass es eine Freundschaft oder dass es irgendwie eine... platonischere Sache oder eine, die nur auf Sex basiert, hätte auch passieren können. Ja, auf jeden Fall.
Florian Bayer: Aber das wäre nicht Anfang der 60er gegangen.
Johannes Franke: Ja, na gut, sie haben die Geschichte erzählt von der Frau, die den Writer da aushält. Das ist eine reine Sexbeziehung.
Florian Bayer: Aber wir wissen, dass diese Beziehung falsch ist. Und am Schluss haben sie die richtige Beziehung.
Johannes Franke: Ich feiere die Beziehung so ein bisschen.
Florian Bayer: Die ist voll geil, aber der Film sagt uns die ganze Zeit, das ist falsch. Was hier passiert, falsch.
Johannes Franke: Aber wäre das nicht geil gewesen? Ich mag die Frau so sehr.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Ich bin ganz bei dir.
Johannes Franke: Und ich finde auch total in Ordnung, dass er sagt, ja gut, dann schreibe ich halt jetzt erstmal nicht mehr. Es ist ja sowieso anstrengend und ich kriege das Geld ja sowieso.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Es ist sehr witzig, ja.
Johannes Franke: Okay, das waren noch meine wichtigen Punkte, wirklich das Ende nochmal auseinanderzunehmen. War mir wichtig. Ich möchte nochmal stark machen und damit rutschen wir so ein bisschen ins Fazit rein.
Florian Bayer: Jingle.
Johannes Franke: Das Urteil. Danke dir, Flo. Ich hätte nicht gedacht, dass du diesen Jingle mal hören willst.
Florian Bayer: Ich habe aufgegeben.
Johannes Franke: Sehr gut. Okay, mein Fazit. Ich liebe es, dass dieser Film etwas zeigt, was ich sonst... kaum zu sehen bekomme. Eine Frau mit einem unglaublichen Ballast am psychischen... Probleme ausgelöst durch Traumata und so weiter, die wir gar nicht alle messen können. Die leider nur an der Seite erzählt werden, weswegen das auch manchem entgehen könnte und sich dann nur wundert, warum die Frau so komisch drauf ist. Aber wenn man das schafft, wenn man sich damit auseinandersetzen will, finde ich da so viel drin, dass ich es ganz großartig finde, als Gefühl. Ich finde, der Film vermittelt am Ende auch ein Gefühl für etwas, wo einfach viel drin steckt, wo viel Tiefe drin steckt. Dieser Film aber glatt bügelt mit ganz vielen Fehlentscheidungen, was ich traurig finde. Aber trotzdem ist der Film absolut sehenswert und gehört zu den großen Filmen, die vielleicht Top Ten, die man gucken muss.
Florian Bayer: Ich habe das Gefühl, der Film wird jedes Mal schlechter, wenn ich ihn nochmal sehe. Das ist echt ein Problem. Also was er auf seiner Haben-Seite hat, ist auf jeden Fall der Stil. Bilder und Kostüme und Settings sind echt schön. Er hat natürlich Audrey Hepburn auf seiner Seite. Und er hat so... zwei, drei Szenen, die auch relativ viel Platz einnehmen, die auf ihre bizarre Art wirklich unterhaltsam sind. Aber je öfter ich den Film sehe, je mehr nehme ich seine Schwächen wahr. Und dass wir heute echt nicht viel über Mickey Rooney geredet haben, sondern viel über andere Probleme... zeigt schon, dass es halt eben doch viel mehr ist als diese Stereotype-Karikatur eines Japaners. Es gibt halt doch sehr viele Sachen, die... Klischeehaft sind, teilweise hochproblematisch sind, was die moralische Fragestellung betrifft. Und deswegen kann ich den Film leider nicht uneingeschränkt empfehlen. Ich sehe das, was unterhaltsam ist und das sehe ich auch immer noch. Aber dieses Mal hat es mich dann doch ein bisschen zu sehr gepikst und geschmerzt beim Gucken.
Johannes Franke: Na gut. Ja, schade. Es ist natürlich eine große Diskrepanz da, auch bei mir, zwischen dem, was ich früher gesehen habe als Kind und dem, was ich jetzt sehe. Natürlich. Und ich habe ihn zwischendurch auch als junger Mensch mit 20 oder 19 oder sowas nochmal gesehen. Und war dann plötzlich in diesem Male Savior Ding drin, bis ich irgendwann verstanden habe, dass das keine geile Sache ist. Mhm. Dann guckt man sich den Film aus dieser Warte an, dann denkt man sich die ganze Zeit, oh, die arme Frau, ich muss sie retten. Deswegen bin ich die ganze Zeit in dem Film drin und finde sie toll, weil es irgendwie... Weißt du, aus allen falschen Gründen. dann geht das irgendwann ins Land und hat man das irgendwann verstanden und dann guckt man den Film nochmal anders. Ich finde es total spannend, was der Film über Jahre, über die Jahre mit mir in unterschiedlichen Phasen gemacht hat. Ich finde es total krass.
Florian Bayer: Vielen Dank, dass du ihn mir nochmal gegeben hast und vielen Dank für dieses Gespräch. Es war total spannend, auch nochmal so ein bisschen tiefer reinzugehen in die Psychologie von Holly. Und den Film auch einfach nochmal aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Johannes Franke: Danke, dass du den nochmal angeschaut hast und schade, dass du ihn mit jedem Mal schlechter findest, aber... Gut, da kann ich nichts gegen ausrichten.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, was ich Johannes nächste Woche aufgebe, bleibt dran, weil dann erfahrt ihr auch, was ihr gucken solltet. Ansonsten vielen Dank euch fürs Zuhören. Habt eine wunderschöne Woche und wir hören uns.
Johannes Franke: Bleibt gesund. Bis dann.
Florian Bayer: Ciao.
Johannes Franke: Ciao. So, Plur. Was haben wir denn nächste Woche? Was sollen wir alle gucken? Ihr da draußen und ich.
Florian Bayer: Liebes Publikum, wir erleben was, was einzigartig ist in der Geschichte dieses Podcasts. Okay? Ich werde hier als Geisel gehalten. Wir haben nämlich über den Film geredet, The Banshees of Inner Sheeran, den sowohl Johannes als auch ich gesehen habe und Johannes hat gesagt... Ich weiß nicht, ob ich den so gut fand. Und ich habe gesagt, oh, ich fand den sehr gut. Und dann hat Johannes gesagt, dann müssen wir den mal besprechen im Podcast. Und du machst ihn. Und dann hat er mir eine Waffe an den Kopf gehalten und hat gesagt, du machst ihn. Und ich habe gesagt, aber du hast ihn doch eigentlich vorgeschlagen. Und Johannes hat gesagt, nein, du machst ihn. Das ist dein Film, du findest ihn gut. Und jetzt sitze ich hier und muss Johannes diesen Film aufgeben. Obwohl ich eigentlich was ganz anderes aufgeben wollte, so einen französischen Arthouse-Film aus den 50ern oder sowas.
Johannes Franke: Du hältst aus dem Maul. Kein Autosfilm aus Frankreich. Vergiss es.
Florian Bayer: Wir hören uns nächste Woche mit The Banschies of Inner Sheeran aus dem Jahr 2022. Auf die Polizei!
Johannes Franke: Viel Spaß!
