Episode 37: Der Clou, Hustlers
Heists, Schemes und Betrugsmaschen stehen im Mittelpunkt unserer aktuellen Podcastepisode. Wir werfen einen Blick auf den Heist-Movie-Klassiker „The Sting“ aus dem Jahre 1973 und wir betrachten einen sehr jungen und frischen Film, der Betrug und Gaunereien in seinem Zentrum hat: Hustlers aus dem Jahr 2019.
In den zugehörigen Bestenlisten sprechen wir über die besten Schlusstwists der Filmgeschichte und alles was „based on a true story“ und dennoch sehenswert ist.
Der Clou [George Roy Hill]
(USA 1973)
Wir schreiben das Jahr 1936, die Zeit der „Great Depression“, der Wirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929. Der Trickbetrüger Johnny Hooker und sein erfahrener Kollege Luther Coleman halten sich mit kleinen Gaunereien über Wasser. Durch einen Zufall erleichtern sie ausgerechnet einen Boten des größten Gangsterbosses der Gegend um 11.000 Dollar… Was damals richtig viel Geld war. Dieser Boss ist not amused und lässt Luther umbringen.
Natürlich ist das der inciting incident, der Johnny dazu bringt, seine Rache zu planen. Eine ausgefeilte Rache in Plan und Ausführung, die wir uns den Film über anschauen dürfen. In gefakten Pferdewetten will Johnny den Gangsterboss um eine halbe Million Dollar erleichtern… Was damals wirklich, wirklich viel Geld war. Hab ich das schon gesagt? Das war damals extreeem viel Geld.
Ein Film der viel Liebe für die Kleingauner und Überlebenskünstler dieser Welt hat und offenbar auch eine Liebe fürs Theater und Illusionskünstler. – Falls du weißt was ich meine, Plor?
Hustlers [Lorene Scafaria]
(USA 2019)
Hustlers von Lorene Scafaria aus dem Jahr 2019 basiert auf einer Reportage des New York Magazines von Jessica Pressler. Erzählt wird die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von einer Gruppe Stripperinnen, die nach der Finanzkrise 2007 mit dem Niedergang ihres Business konfrontiert werden und sich kreative Wege zur Geldbeschaffung ausdenken müssen. Kreativ heißt in diesem Fall vor allem illegal: Die Frauen betäuben ihre Stammkunden mit einem Mix aus Ketamin und MDMA, locken diese in ein Separee ihres Clubs und bringen anschließend deren Kreditkarte zum Glühen. Sowohl sie als auch der Club profitieren davon, während die Opfer, die lüsternen und gierigen Broker, – zumindest wenn man dem höchst subjektiven Blick der Erzählerin folgt – es nicht anders verdient haben.
Ist Hustlers also nicht mehr als eine Krimikomödie über einen ebenso durchdachten wie gehässigen Massenbetrug? Rechtfertigt und verharmlost er das kriminelle Verhalten seiner Protagonistinnen sogar? Oder geht es doch um mehr? Freundschaft, Fürsorge, das Überleben am Rand der Gesellschaft und um die Rache an einer arroganten, selbstsüchtigen von Männern dominierten Brokerwelt? Deine Gedanken, Johannes.
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 37: Der Clou, Hustlers Publishing Date: 2021-09-15T17:00:44+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/09/15/episode-37-der-clou-hustlers/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
Johannes Franke: Nein, eigentlich nicht, aber ich...
Florian Bayer: Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so... Musicals aus den 50ern.
Johannes Franke: Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme.
Florian Bayer: Mit russischen Untertiteln. Von mir. Für dich.
Johannes Franke: Oh Gott, okay.
Florian Bayer: Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Definitiv.
Florian Bayer: Das wird lustig. Happy birthday to you. Happy birthday to you. Happy birthday. Dear Johannes, happy birthday to you. Woo! Herzlichen Glückwunsch, Johannes. Fast eine Woche zu spät, aber ich habe absichtlich gewartet, damit ich das hier vom Mikro machen kann.
Johannes Franke: Ich sehe Marilyn Monroe vor mir.
Florian Bayer: Nicht nur, dass ich vor dem Mikro singen kann für dich, sondern dass ich dir vor dem Mikro auch was bereiche.
Johannes Franke: Nein, Floor.
Florian Bayer: Ich wollte kein Gefängspapier verschwenden. Aber ich hab gleichzeitig was gefunden, was eben so knistert. Das musst du jetzt vor unseren Zuhörerinnen auspacken. Das gibt's ja wohl nicht. Du weißt schon, das ist ein Podcast, das wird kein Video. Ja, du musst schnell anfangen zu knistern, damit was passiert.
Johannes Franke: Es scheint ein Buch zu sein. Es ist ein schweres Buch. Schwere Lektüre. Das muss man sehen, Buch im Grunde. Tausende eine Filme, die sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Ja, das heißt, das ist die 200. Ausgabe oder was? Weil das wird doch bestimmt ständig...
Florian Bayer: Das ist der filmkanonische Bestseller, ja. Das wird ständig aktualisiert.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich die Ausgabe kriege, die ein bisschen schöneres Titelbild hat, aber dafür hätte ich das Dreifache bezahlt.
Johannes Franke: Nein, aber deswegen kriegst du nachvolle Ausgabe. Hier haben wir übrigens auf dem Titel, den ich jetzt vor mir habe, das ist Revenant, nehme ich an. mit Leonardo DiCaprio. Wie er aussieht, als wenn er gerade... bei Titanic aus dem Erfrorenen wieder ausgegraben wurde.
Florian Bayer: Und wenn du es ins Bücherregal stellst, dann hast du sehr schönen Audrey, die dich jeden Tag anlächelt.
Johannes Franke: Oh mein Gott. Oh, das ist toll.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Das ist das Beste an dem Buch.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Geil, danke, Flo. Und wenn uns mal keine Filme einfallen für eine kommende Episode, dann schlagen wir einfach das Buch auf. Tippen rein und sagen den.
Johannes Franke: Auf irgendeine Seite.
Florian Bayer: Ich glaube tatsächlich für die nächste Episode will ich einmal so ein Shuffling machen durch das Buch.
Johannes Franke: Aber gerne. Geil, Mann. Tausend und eine Filme. Und glaubst du, dass man die wirklich alle sehen sollte? Ja.
Florian Bayer: Nein, ich glaube, man sollte versuchen, seinen eigenen Kanon zu finden. Aber natürlich ist so ein Buch grundsätzlich wie jeder Kanon eine total coole Inspirationsquelle.
Johannes Franke: Ich versuche gerade, das Buch aufzureißen. Da ist noch ein Zellufan drumherum.
Florian Bayer: Um sich inspirieren zu lassen, während Johannes reißt, erzähle ich einfach weiter. Ich glaube, es ist... grundsätzlich gut sich inspirieren zu lassen von dem, was andere Menschen empfehlen. Vor allem, wenn man Menschen findet, die einen ähnlichen Geschmack haben oder einen komplett entgegengesetzten Geschmack haben, um sich überraschen zu lassen.
Johannes Franke: Du versuchst gerade unser Konzept des Podcasts nochmal zu erklären.
Florian Bayer: Ja. Nein, ich bin tatsächlich ein totaler Fan von Kanonisierung und ich bin ein totaler Fan von Bestenlisten. Wenn sie gut gemacht sind und wenn man das Gefühl hat, dass die Person dahinter sich wirklich Gedanken gemacht hat und versucht... irgendwie ein breites Spektrum an Filmen abzudecken.
Johannes Franke: Naja, es ist halt immer so eine Frage, es hängt wirklich an dem Typen, der das macht. Und wenn man... Flores Geschmack für einen Film überhaupt nicht mag, dann hat man halt Pech mit seiner... Muss man sehen, Seite.
Florian Bayer: Wobei mein Filmgeschmack ist ja so ein bisschen Kraut und Rüben.
Johannes Franke: Ich muss mal dein Mikro noch ordentlich, das haben wir überhaupt nicht hingekriegt.
Florian Bayer: Heute fängt alles etwas chaotisch an.
Johannes Franke: So, besser.
Florian Bayer: Ich habe jetzt nicht, glaube ich, so einen ultraspezifischen Filmgeschmack. Es gibt ja so Leute, und ich bewundere das total, wo man sagt, wow, die haben ja einen coolen Geschmack, weil die so einen ganz spezifischen... Geschmack haben auf bestimmte Sachen. Zum Beispiel irgendwie nur Punkrock aus den 70ern hören und Rockabilly.
Johannes Franke: Ja, gut, okay.
Florian Bayer: Und dann denkst du irgendwie, ja, die Leute haben Stil, deren Geschmack hat irgendwie Stil, aber das kriege ich nicht hin. Dafür ist mein Geschmack, glaube ich, zu breit, zu viel, ja, zu quer drüber.
Johannes Franke: Man könnte auch böse sagen, es ist dir eigentlich egal.
Florian Bayer: So könnte man es auch sagen.
Johannes Franke: Okay. Als erstes, ich schlage hier als erstes auf und was kommt? Playtime. Tatis Herrliche Zeiten.
Florian Bayer: Fantastisch.
Johannes Franke: 1967. Wie geil ist das denn? Ich freue mich sehr über dieses Buch. Es ist großartig.
Florian Bayer: Das ist schön. Das freut mich.
Johannes Franke: Danke.
Florian Bayer: Ich habe mich die ganze Woche darauf gefreut, dir das zu überreichen.
Johannes Franke: Ich hätte mich nicht zurückhalten können an deiner Stelle. Ich bin bei sowas ganz schlecht. Ich bin aber auch schlecht im Schenken, deswegen komme ich da nicht oft in diese Situation, jemanden verheimlichen zu müssen, was ich habe. Geil, Mann. Okay, jetzt werde ich die ganze Episode darin rum... Ich glaube, wir machen jetzt einfach kurz Pause. Ich werde jetzt drei Stunden darin rumklettern und dann...
Florian Bayer: Ich gehe davon aus, dass der eine Film, den wir heute haben, dass der in diesem Buch vorkommt. Können Sie sich sehr gut vorstellen.
Johannes Franke: Ja, da bin ich mir ziemlich sicher. Das wird wahrscheinlich das Ding sein.
Florian Bayer: Genau, der Clou aus dem Jahr 1973. Wann ist das Buch aktualisiert, weißt du das? Ich glaube, das ist ziemlich frisch. Das ist wahrscheinlich so 2019, 2018 vielleicht auch.
Johannes Franke: Kann sein. Das heißt, eigentlich theoretisch könnte unser zweiter Film auch schon drin sein.
Florian Bayer: Nee, das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Weil der ist ja wirklich sehr jung und frisch und ich glaube, das war nicht so eine überwältigende Rezeption, dass er drin sein könnte.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Von Filmen jüngeren Datums. Ja, gute Frage. Könnte was wirklich Junges drin sein.
Johannes Franke: 2016 sehe ich hier gerade.
Florian Bayer: Also wenn wir so Filme aus den Jahren 2019, 2020 überlegen ... Da müsste der schon sehr, sehr positiv rezipiert worden sein, um aufgenommen zu werden.
Johannes Franke: Die letzten Filme sind 2016, das heißt, der könnte sowieso nicht drin sein. Das heißt, wir können nicht wissen, ob Kritikerinnen und Kritiker diesen Film, den wir noch besprechen werden, überhaupt würdig erachten würden, in diesem Buch aufzutauchen. Und wir werden das auch nachher feststellen, Plur, ob wir den würdig erachten.
Florian Bayer: Hasslers aus dem Jahr 2019, um das noch nicht mehr zu ergänzen.
Johannes Franke: Ja, genau. Mit welchem Film wir denn anfangen, Plur?
Florian Bayer: Mit dem Klassiker, würde ich sagen.
Johannes Franke: Mit dem Klassiker, also Hasslers. Okay, gut, dann fangen wir mit der Clou an. Schön, ich lege kurz das Buch zur Seite und dann führe ich uns in den Film ein. Wie wäre es?
Florian Bayer: Hervorragend. Und ich glaube, der Tee ist auch genug gezogen.
Johannes Franke: Oh, Tee. Vorher, möchtest du Tee?
Florian Bayer: Sehr gerne.
Johannes Franke: Danke. Bitte, bitte. Möchtest du Tee, Johannes? Ja, danke. Vielen Dank, reicht so. Okay. So, das bringt noch Plur Löffel. Müssen wir das alles, das lassen wir jetzt einfach ungeschnitten durchlaufen, ne Plur?
Florian Bayer: Ja, sieht ganz danach aus, würde ich sagen.
Johannes Franke: Okay, jetzt habt ihr gehört, wie wir uns Tee eingegossen haben und... wie ich mir noch schnell Zucker hineingeworfen habe. Und wie ich mir noch Hafermilch hole.
Florian Bayer: aus der Küche von Johannes Franke. Der muss man sehen, Podcast.
Johannes Franke: Wer schon immer dabei sein wollte, wie wir uns Tee eingießen. Das ist das Nächste, was ihr je daran kommen werdet.
Florian Bayer: Erleben Sie die spannendsten Momente der frankischen Teezubereitung. Wie Milch vergießen. Tee zu lange ziehen lassen.
Johannes Franke: Ist der bitter geworden.
Florian Bayer: Und der Klassiker vergessen, den Anknopf beim Wasserkocher zu drücken.
Johannes Franke: Er ist ja kalt. Wir sind die Meister der Improvisation. Total. Oh Gott, das ist doch. So. Okay. Dann führe ich uns jetzt in den Klassiker schlechthin ein und wir schauen mal, was... dieser Film zu bieten hat. Wir schreiben das Jahr 1936, die Zeit der Great Depression. der Wirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929. Der Trickbetrüger Johnny Hooker und sein erfahrener Kollege Luther Coleman ...halten sich mit kleineren Gaunereien über Wasser. Durch einen Zufall erleichtern sie ausgerechnet einen Boten des größten Gangsterbosses der Gegend... um 11.000 Dollar. Was damals richtig viel Geld war. Dieser Boss ist natürlich not amused und lässt Luthor umbringen. Natürlich ist das der Inciting Incident, der Johnny dazu bringt, seine Rache zu planen, was wir uns den Film über anschauen dürfen. In gefakten Pferdewetten will Johnny den Gangsterboss um eine halbe Million Dollar erleichtern. was damals sehr viel Geld war. Habe ich das schon gesagt? Das war damals extrem viel Geld. Geld. Ein Film, der viel Liebe für die kleinen Gauner und Überlebenskünstler dieser Welt hat und offenbar auch eine Liebe fürs Theater und Illusionskünstler. Falls du weißt, was ich meine. Plur.
Florian Bayer: 9,2 Millionen wären es heute.
Johannes Franke: 9,2 Millionen, genau.
Florian Bayer: Und 1,6 Millionen wären es im Jahr 1973 gewesen. als der Film veröffentlicht wurde. Ja, der Film ist, wir haben letztes Mal... Oder vorletztes Mal über Magie im Film geredet, als wir Harry Potter drin hatten, beziehungsweise fantastische Tierwesen. Und da hatten wir auch kurz Prestige genannt. Und gesagt, dass der so schön ist, weil der eben auch ... nicht nur das Thema Magie hat, sondern auch aufgebaut ist wie ein Zaubertrick. Und das Ding hat auch sehr viel von einem richtig klassischen, gut durchdachten, einen perfekt präsentierten Zaubertrick.
Johannes Franke: Toll, oder? Ja, ich finde es super. Und mir ist genau dadurch aufgefallen, warum ich den Film überhaupt so mag. Ist mir immer ein Rätsel gewesen, Weil das Genre, naja, die Zeit, die es behandelt, mag ich natürlich sehr optisch und so. Aber das Eigentliche Was mich daran so fasziniert ist, glaube ich, dass wir Leuten dabei zusehen, wie sie ein Theaterstück planen und aufführen oder einen Zaubertrick planen und aufführen. Ja. Und das finde ich so wahnsinnig spannend und geil, dass die sich da... Wer es nicht gesehen hat, es geht darum, habe ich ja kurz zusammengefasst, dass sie irgendwie versuchen, den Boss, der Luther umgebracht hat, um eine halbe Million zu erleichtern. Und das machen sie, indem sie ein Wettbüro bauen, was es eigentlich gar nicht gibt. Und ein Haufen Statisten, ein Haufen Leute, die sich darum kümmern und die da irgendwie da sind. Und ein gefaktes Radio, das irgendwie den Fortschritt des Pferderennens broadcasten. Und der setzt dann halt irgendwie beim zweiten Mal sein eigenes Geld, eine halbe Million auf ein bestimmtes Pferd, was ihm als Geheimtipp verkauft wird.
Florian Bayer: Ihre Geschichte ist, dass sie es schaffen, die Ergebnisse des Pferderennens zu haben, bevor sie im Radio übertragen werden. Und das ist ja auch tatsächlich zeitlich akkurat. Es gab die Wettbüros, es gab die Radioübertragung, aber die Wettergebnisse wurden irgendwie so über Telegrafie übermittelt. Das heißt, die Wettergebnisse waren eigentlich immer ein bisschen schneller als der Radioton. Und sie sagen, wir haben die Ergebnisse früher, weil wir haben einen Insider, der sitzt da, bei denen die Ergebnisse einlaufen. Und der gibt uns die Ergebnisse kurz vorher, bevor Wettschluss ist. Das heißt, wenn du jetzt Geld auf dieses Pferd setzt, dann gewinnst du auf jeden Fall, weil das... ist es schon klar, dass das Pferd gewonnen hat. Damit wollen sie ihn kriegen. Und damit wollen sie ihn natürlich reinlegen. Und wir erfahren lange nicht, bis zum Schluss eigentlich nicht, wie der Trick ... Genau gemacht wird. Sie reden über den Trick. Sie haben sogar einen Namen für den Trick. Und The Wire heißt der. Ja. Aber sie sagen uns als Publikum nichts davon, weil sie kennen das halt alles. Sie unterhalten sich drüber wie Leute, die das kennen.
Johannes Franke: Du hast irgendwie das Gefühl, als Zuschauer die ganze Zeit ... Du ahnst, wie es funktioniert, aber du fragst dich auch gar nicht so sehr, wie machen sie das denn jetzt eigentlich? Weil eigentlich bist du ja bei jedem Schritt dabei und hast... bist zuversichtlich, ja, ja, das ist, dann kommt der und dann kommt der und dann machen die das. Was dazu führt, dass am Ende Wenn dann was schief geht, vermeintlich, du gar nicht damit rechnest, dass das ja vielleicht Teil des Plans gewesen sein könnte, weil du dich ja nicht vorher fragst, fehlt da vielleicht was oder habe ich irgendwas verpasst oder so, sondern du hörst halt den Leuten zu, wie sie sich darüber unterhalten, was sie als nächstes tun. Es ist großartig.
Florian Bayer: Ja, und das hat ja auch tatsächlich wirklich große Inspiration auf viele folgende Heist-Movies. und Hassler und Skipping, wie es bis zum heutigen Tag gehabt hat, dass es immer diesen Moment gibt, wo du denkst, es geht was schief.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Aber dann offenbart sich, dass es eben doch Teil des Plans ist. Und in diesem Fall ist es, dass sich irgendwann das FBI einschaltet, weil die Henry Gondorf, mit dem Hooker seinen ... seinen Racheplan macht, der ist halt der Erfahrene von den beiden. Der wird vom FBI tatsächlich gesucht. Mhm. Und gleichzeitig wird Huka von einem korrupten Polizisten gesucht, der ihm auf den Fersen ist, weil er ihn einfach kennt. weil er ihm Falschgeld untergejubelt hat, um ihn zu bestechen vermeintlich. Mhm. Und irgendwann kommt halt das FBI einfach auf den Plan und schnappen sich den Polizisten und sagen, hey, wir wissen, dass dieser Hooker mit dem Gondorf zusammenarbeitet, der Gondorf ist eine große Nummer, den wollen wir schnappen. Und dann kriegen sie auch Hooker und bringen ihn dazu, Gondorf zu verraten. Und wir als Publikum sehen tatsächlich in dem Moment, wie irgendwas schief geht, wie sich da ein Konflikt offenbart. Bis halt zum großen Finale, wo dann die große Offenbarung kommt, die vom FBI gehören, genauso zu dieser Nummernrevue. Das sind auch... Alles Laiendarsteller zusammengecastet aus den Ganoven der Stadt. Und die hängen da auch mit drin. Und das hat alles zum Plan gehören. Der Plan geht eben am Ende perfekt auf.
Johannes Franke: Und das Tolle ist, ich erinnere mich, ich habe ihn jetzt wieder gesehen und wusste schon, was war. Aber ich erinnere mich, ich saß davor und war ehrlich schockiert. Der wird erst erschossen, scheiße. Und jetzt der andere auch noch, oh mein Gott. sind doch die Leute, an denen ich hänge.
Florian Bayer: Unsere Sympathieträger.
Johannes Franke: Wie kann das sein? Tu das nicht. Und hab wirklich dran gehangen und war dann so erleichtert, Als es dann in die Auflösung ging, es geht halt auch wirklich so Schlag auf Schlag dann am Schluss.
Florian Bayer: Das ist eine Szene, diese Schlussszene, wenn das FBI dann in den Laden stürmt. Und sagt, danke, Hooker, du kannst jetzt gehen. Und dann schießt Gondorf auf ihn, dann schießt das FBI auf Gondorf. Und dann sagen sie zu dem Polizisten ... Sie müssen jetzt ganz schnell den Gangboss daraus schaffen, weil er auch ein großer Banker ist.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann ist es schon vorbei. Es ist so zack, zack, zack. Und dann stehen alle auf und lachen. Und man sieht, er hat eine Blutkapsel im Mund. eine Blutkapsel im Hemd und das war alles gefakt. Das ist einfach eine tolle Szene.
Johannes Franke: Das ist grandios. Ganz großartig. Vor allem, weil das auch nochmal dieses Theater unterstützt, dieses Gefühl von, wir haben jetzt alle einmal eine Vorstellung für diesen Typen gespielt, die Eintrittskarte kostet eine halbe Million. Und der Zuschauer weiß gar nicht, was er da für eine Vorstellung besucht. Das ist großartig.
Florian Bayer: Ich schaue gerade in meinen Aufzeichnungen, weil du Theater gesagt hast. Es haut leider nicht ganz hin, dass es ein Fünfakter ist. Der Film ist ja tatsächlich ... unterteilt in diese Segmente.
Johannes Franke: Es gibt insgesamt sieben. Sieben? The players, the setup, the hook, the tail, the wire, the shutout and the sting. Okay. Und das Tolle ist, der macht das lange, lange vor Tarantino. Dass er so Zwischentitel einbaut. Also nicht Zwischentitel im Sinne von ein Stummfilm macht Dialog, sondern... Ein Zwischentitel, wir beginnen ein neues Kapitel der Erzählung und das neue Kapitel heißt dann halt The Hook oder The Wire.
Florian Bayer: Mit richtig schönen Artworks.
Johannes Franke: So tolle Art.
Florian Bayer: Wir sehen dann immer ein Bild im Stil der 30er Jahre. Jaroslav Gebber. war der, der diese Zeichnung gemacht hat, der auch das berühmte Plakat gemacht hat, wo die beiden Protagonisten drauf zu sehen sind.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und der hat sich orientiert ganz stark an Bildern aus dem Wochenmagazin des Saturday Evening Posts. Ja. das in den 30er Jahren tatsächlich sehr beliebt war und das spürt man auch, diese Atmosphäre der 30er Jahre wird grandios dadurch eingefangen.
Johannes Franke: Wundervoll. Die Font, die er benutzt, also die Schriftart, wie das da drüber ist, die Illustrationen, die er macht, die so ein bisschen wie so ein Wie jemand, der bei Gericht die Leute porträtiert, die da sitzen als Verdächtige. So kommt mir das ein kleines bisschen vor.
Florian Bayer: Ja, stimmt. Es hat so was von Skizzen. Also es ist mit leichter Feder, so mit Bleistift und bunten Holzstiften.
Johannes Franke: Ja, genau. Oh, das ist großartig. Es ist wirklich so eine wundervolle Illustration. Und es gibt mir die Möglichkeit als Zuschauer... mich da ein bisschen durchzuhangeln durch den Film. Zu verstehen, ah okay, das ist jetzt die Vorbereitung, jetzt geht's weiter um den The Hook, die... die Fischleine auszuwerfen und zu hoffen, dass er anbeißt. Solche Sachen. Also es gibt mir... antizipiert mir, welcher Teil jetzt kommt und was ich erwarten kann von dem Teil und gibt Ordnung für ein doch recht komplexes. Story-Gebäude. Ich finde es schon krass.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Und das Tolle ist, dass dieser Stil, der in den Karten... in diesen Titelkarten gezeigt wird, der führt sich halt auch nahtlos im Film weiter. Es ist wirklich, also wenn man diesen Film sieht, würde man nicht meinen, dass der aus den 70ern ist. Ich finde, der könnte genauso gut aus den 50ern sein, der könnte aus den 60ern sein, der könnte auch aus den 90ern sein. Weil er es einfach so perfekt schafft, die Zeit, die er porträtiert, einzufangen.
Johannes Franke: Das ist wundervoll.
Florian Bayer: ganz witzige kleine Nebengeschichte der Regisseur George Roy Hill. Der hat sich sehr viel mit Filmen der 30er Jahre beschäftigt, als er das Ding vorbereitet hat. Und hat dabei festgestellt, dass tatsächlich kaum Statisten benutzt wurden in dem Film. Die Straßen sind leer. Und das hat er dann auch gemacht. Er lässt kaum Statisten durchs Bild laufen. die wir sehen, hat irgendeine Beziehung zur Geschichte. Und das sind so diese kleinen Dinge, die wirklich ein Gespür für Perfektion und auch eine Liebe zu dem Sujet und zu dem Stil der damaligen Zeit offenbaren und das wirklich vergoldet.
Johannes Franke: Ich muss jetzt gerade an Some Like It Hot denken. Ja, der ja nicht aus den 30ern, sondern auch aus den 50ern ist, aber eben auch in den 30ern, glaube ich, spielt, oder? In den 20ern, 30ern? Ich weiß es nicht mehr genau. Ich glaube...
Florian Bayer: Ja, ist gut möglich. Aber auch so in dieser Prohibition. Ja, genau.
Johannes Franke: Und irgendwie... hat er den gleichen Vibe und das in den 70ern. Und natürlich merkt man schon ein bisschen an der Kamera, an der Qualität der Kamera, dass es nicht aus den 30ern ist. Ja. Aber er hat das super, er hat ja auch extra eine Color Palette, also so eine Farbauswahl gemacht, wie er wie die Kostüme, was für Farbräume die haben, was die Sets für Farbräume haben und so. Das ist alles so Erdton, so ... Gelb, Rot, Braun, diese Töne, alles in diese Richtung und hat sich da ganz, also in jedem Bereich vorgelegt. so viel reingearbeitet in die 30er.
Florian Bayer: Die Übergänge zwischen den Szenen, diese sich schließenden, rechnenden Kreise und diese Transitions, die in der Zeit halt auch sehr beliebt waren, weil man das quasi neu entdeckt hat und damit ganz viel experimentiert hatte. Das macht der Film auch sehr extrem. Funktioniert einfach. Er fängt an mit einem 30er Jahre Universal Logo. Das sagt eigentlich schon...
Johannes Franke: Das ist toll. Ich war ein bisschen irritiert, als es kam, weil ich dachte, hä? Aber der ist doch aus den 70ern. Weil das wirklich so eine ganz eigene, krisselige Qualität hat und dann hat das irgendwie so ein... macht sofort Stimmung.
Florian Bayer: Er nimmt das total ernst und das ist vor allem für mich, dass, wie mir dieser Film immer in Erinnerung geblieben ist, das ist so ... Perfektion der Nostalgie, der Hollywood-Nostalgie. Aber wirklich mit Gespür für die kleinsten Details ... Dadurch die ganze Zeit über so ungemein elegant und...
Johannes Franke: Ich weiß nicht mehr genau, wer das war, aber irgendjemand sagte zu dem Film... Und erklärte daran dann, was der Unterschied zwischen Eye Candy und er nannte es dann Eye Protein ist. Weil er meinte, Eye Candy sieht gut aus, hat aber keinen Inhalt. Und Eye Protein ist, wenn wirklich in jedem Bild... so viele Sachen sind, die Informationen tragen, die alle zur Geschichte beitragen, die alle wertvoll und wichtig sind für die Szenerie. dann ist das iProtein, weil das eben einfach gehaltvoll ist. Und dieser ganze Film ist einfach so viel iProtein drin.
Florian Bayer: Definitiv.
Johannes Franke: Der Wahnsinn.
Florian Bayer: So von der ersten bis zur letzten Szene. So viele Details, so viel Liebe. Also wir können ja mal in die Story reinsteigen. Wir lernen Hooker und den dann noch lebenden Lufa als erstes kennen. Und sie wirkten erstmal fast wie Nebenfiguren.
Johannes Franke: Ja, total gut. Weil man dann überhaupt nicht damit rechnet, was da jetzt passiert. Weil du kommst da rein, irgendjemand hat gerade Geld, sehr viel Geld bekommen und soll das irgendwo hintragen. Und wir wissen noch nicht warum, woher und wer gegen wen und warum, aber man ahnt schon so ein bisschen eine Zwielichtigkeit. Also, ne? Und der läuft dann los und dann finde ich diesen Skin, den den fahren, Total clever. Es ist unglaublich clever. Sie tun so, als ob jemand verfolgt wird. und angeschossen wird und machen sie zu dritt und der eine rennt dann weg und der andere sei einfach nur Passant, in diesem Fall Robert Redford. Der ist irgendwie mit dem anderen zusammen, der da eben ausgeraubt werden soll, der dann... das beobachtet und dann hinrennt zur Hilfe und der andere kommt auch so zögerlich dazu und
Florian Bayer: Der, der angeschossen wurde, gespielt von Lufa in dem Fall, sagt, ich hab ihn verschuldet, ich muss das Geld ganz schnell da hinbringen, an irgendeine Bande, sonst bin ich tot. Und kann das nicht einer von euch machen? Und Hooker, sein Partner im Crime, sagt dann, nee, kann ich nicht machen, ist mir viel zu riskant, sonst kommt nachher der Dieb wieder und überfällt mich. Und dann sagt Motola, hey, ich kann das machen. Weil er ist natürlich ein Gauner und er sieht da 5.000 Dollar, die er einfach mal abstauben kann.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann sagt Tuka zu ihm, na klar, mach das, aber versteck das Geld am besten in der Hose. Hast du noch mehr Geld? Und dann reift halt Motola in seine Tasche und zieht das Geld raus, was er übergeben soll und dann nimmt Huka das alles, packt es in ein Taschentuch, schiebt es in die Hose und sagt, siehst du, so machst du das und zieht das Taschentuch wieder raus. Tada, hier hat der Zaubertrick stattgefunden. Hier wurde natürlich das Geld ausgetauscht. Und gibt es Motola, der es dann in seine Tasche steckt?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann natürlich abhaut mit dem Geld im Taxi und sich freut und es dann auspackt, um zu gucken. Und dann stellt er fest, dass er nichts als Windeln, es sieht aus wie Windeln in der Tasche hat.
Johannes Franke: Papier, dünnes Papier ist das einfach nur, was sie damals benutzt haben, um so Geldpacken zu imitieren. Aber ein unglaublich geiler Zaubertrick.
Florian Bayer: Fantastisch. Und so. simpel und perfekt. Und die drei spielen ihre Rollen natürlich auch gut. Also Hooker und Lufa sowieso. Lufa ist der Erfahrene, der ist auch der Älteste aus dem Trio.
Johannes Franke: Und
Florian Bayer: Hooker ist eher so ein mittleres Alter. Teilweise, wie er sich verhält, würde man meinen, er sollte eigentlich jünger sein. Robert Redford ist vielleicht ein bisschen zu alt für die Rolle, könnte man meinen.
Johannes Franke: Robert Redford sollte eigentlich, also die Rolle sollte eigentlich irgendwie 19 sein, ganz ursprünglich. Und dann hat sich das alles aber verschoben, weil dann nämlich Paul Newman dazu kam in die Produktion und der... Der war ja schon 49 oder 50 irgendwie in dem Dreh. Und dann musste das alles ein bisschen nach oben verschoben werden, weil sonst wäre es so fast schon... väterlich, großväterlich geworden. Und das ist sowieso schon so ein bisschen väterliches Verhältnis, aber nicht ganz so extrem. Ja.
Florian Bayer: Und der dritte im Bunde ist, der immer ein bisschen zu wenig Liebe gegeben wird, Joe Eerie. Ein ganz toller Charakter. der so ein bisschen nicht der Clown der Truppe ist, aber der, der am wenigsten Erfahrung hat offensichtlich und der von ihnen so ein bisschen unter die Fittiche genommen wurde. Der war auch ... nachher im großen Spiel mitspielen will und der nachher auch dabei sein darf bei dem großen Clou, wo sie sich rächen.
Johannes Franke: Sideshow Bob.
Florian Bayer: Ja, so ein bisschen. Aber ein total sympathischer und loyaler Kerl, der wirklich ... der das Herz am rechten Fleck hat und auch in einigen Szenen wirklich Mut beweisen darf. Gespielt von Jack Cahill.
Johannes Franke: Wo du sagst, Herz am rechten Fleck ... Das ist eine Gauner-Geschichte. Keiner von denen hat das Herz am rechten. Naja, die haben alle das Herz am rechten Fleck.
Florian Bayer: Das sind alles die Guten. Wir fiebern bei Ihnen mit von Anfang an. Wir wünschen Ihnen nur das Beste, auch wenn Sie Gauner sind.
Johannes Franke: Es geht ja nur Gauner gegen Gauner. Im Grunde gibt es ja eigentlich keine guten... Es ist toll, weil ganz eindeutig und sehr klar erzählt wird, wer die Guten und wer die Bösen sind und das alles eigentlich... auf eine sehr seltsame, verquere Weise eine Moralgeschichte ist. Moralgeschichte von Freundschaft und Loyalität.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Der Film ist ein bisschen mit Schuld daran, dass genau diese Geschichten immer erzählt werden unter Gangstern.
Florian Bayer: Dann lernen wir erst mal diesen Hooker kennen, der offensichtlich ein wirklich wilder und ungestümer junger Mann ist. Der holt dann erst mal seine Freundin. In einem Nachtclub ab?
Johannes Franke: Ja, Freundin ist zu viel gesagt. Ich finde einen ganz tollen Satz. Er kauft sich erstmal einen roten Anzug, weil er so viel Geld bekommen hat, weil diese 11.000 Dollar ja eigentlich echt, das ist unglaublich viel Geld. Und dann sein Anteil sind so 3000 oder ein bisschen mehr, weil er sich den Anzug ja auch noch davon gekauft hat. Und will als erstes gleich mal eine Frau beeindrucken. Und es ist so geil. Und er sagt, komm her, wir machen einen Abend. Und I will spend 50 bucks on you. Und dann geht das aber sowas von schief, weil die irgendwie da in diese Spielhölle gehen und er gleich... Alle 3.000 Dollar. Total bedämlich. Ganz großzügig auf schwarz.
Florian Bayer: Das ist auch so übertrieben organisiert. unrealistisch. Also was die Szene offensichtlich erzählen will, er kennt den Gruppier. Er geht zum Roulette-Tisch und der Gruppier hat eine... eine Bremse unter seinem Roulette-Tisch, mit der er die Kugeln anhalten kann. Und offensichtlich hat der Coupier ihn auch öfter mal gewinnen lassen in der Vergangenheit. Allerdings sitzt da einer im Hintergrund, dem die Bar gehört und der sagt dann natürlich, und der Gruppier sagt noch, nee, ich kann keine 3000 Dollar annehmen.
Johannes Franke: Das funktioniert nicht, ja.
Florian Bayer: Und der im Hintergrund sagt dann doch, nimm es an. Und Huka setzt dann da drauf und der Coupier lässt ihn dann verlieren und entschuldigt sich auch bei ihm.
Johannes Franke: Ja, ja. Tja, da wollte jemand zu viel. Naja, und dann kommen sie da raus und sie, die Freundin, die er beeindrucken wollte, ist total misst drauf und sagt... Wenn du das nächste Mal 50 Dollar ausgeben willst, dann schick sie mir per Post.
Florian Bayer: Ja, das ist schön. Wir wissen alles über diesen Hooker, was wir wissen müssen. Ja.
Johannes Franke: Und dann... Lernen wir auch noch die Welt des Schwarzen kennen, der der Erfahrene ist, der Luther. Und das ist total schön, das ist eine total herzliche und super Familie, wo er da reinkommt. Der Film gibt sich viel Mühe, weil alle Gangster, die auf dieser Seite sind, als sehr herzliche und sehr liebevolle. Und ehrenwerte Menschen darzustellen. Bis auf das kleine bisschen Trickbetrug.
Florian Bayer: Es ist klar, wo unsere Sympathien liegen müssen. Dieser Lufer will auch eigentlich abschließen mit dem Geschäft. Der sagt zu Hooker dann, Das ist das Geld, auf das er gewartet hat. Jetzt kann er zum Schwager, Vetter, zu irgendeinem Verwandten gehen, der einen Laden hat und da liegt nicht viel Geld, aber es ist wenigstens anständige Arbeit und jetzt will er endlich raus und aufhören. Und sagt dann, aber ich kenne jemanden, der kann dich unter seine Fittiche nehmen. Und das ist dieser Henry Gondorf. Das ist einer von den ganz großen Spielern.
Johannes Franke: Von denen kannst du noch was lernen.
Florian Bayer: Genau, von denen kannst du was lernen. Ich war nie groß im Geschäft dabei. Ich bin eher so immer am Rand rumbalanciert. Was auch an meiner Hautfarbe liegt, sagt er auch so ganz klar. Niemand würde einem hungrigen N-Wort... Ja. So vertrauen, dass er ihm Geld gibt. Deswegen können wir ihn einfach nicht so betrügen, wie die anderen das machen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Hooker ist davon auch ein bisschen frustriert?
Johannes Franke: Ja, der wollte eigentlich mit ihm jetzt noch ein paar Jahre durchziehen. Also er war, glaube ich, sehr zufrieden mit der Situation.
Florian Bayer: Das war einfach ein super Freund auch von ihm. Das war ziemlich klar deutlich.
Johannes Franke: Und dann, naja, weil das Geld ja jemandem gehörte, nämlich ein Gangsterboss, hat der sich halt dann... Darum gekümmert, dass die Leute aufgespürt werden, die das Geld an sich genommen haben. Luther wird gefunden. Luther wird gefunden und getötet. Was hat die Welt, die Filmwelt nur damit, dass sie einer Figur kurz bevor sie stirbt noch möglichst sehr viel Zufriedenheit und Glück für die Zukunft macht?
Florian Bayer: Er war einen Tag vor seiner Pensionierung.
Johannes Franke: Ja, genau das. Es ist wirklich so.
Florian Bayer: Na, High Stakes, ne? Wenn du wirklich einen zufriedenen und glücklichen Menschen hast, der auch nett war, dann weißt du einfach, Die Rache ist gerechtfertigt. Wir wollen diesen Doyle Lonegan, diesen Obergang. Das bedeutet aber, dass ich als Zuschauer, wenn das zu viel benutzt wird, was jetzt definitiv gemacht wird,
Johannes Franke: Dass ich jedes Mal, selbst in der kleinsten Pups-Serie ... Sobald jemand sehr glücklich wird, kann ich sagen, der stirbt demnächst.
Florian Bayer: Und das ist immer der beste Freund, der schon ein bisschen älter ist.
Johannes Franke: Ja, genau. Irgendwie sowas. Das ist echt...
Florian Bayer: Ja, das ist so ein bisschen platt.
Johannes Franke: Aber es sind die 70er, es ist noch nicht so ausgemelgt wie heute.
Florian Bayer: Es war auch schon in den 70ern ein bisschen platt. Also ich finde, der hat schon so seine Stereotype an Bord. Auch dieses Ding, dass er... dass der Hooker einfach mal so 3000 Dollar verspielen lässt. Er nimmt einfach eine Abkürzung. Ja, das stimmt. Er zeigt nicht einen wilden Abend, wo das Geld am Ende weg ist, sondern er macht das alles in einem Spiel. Dann nimmt er einfach so klassische Stereotype-Abkürzungen, um seine Geschichte nach vorne zu treiben. Ja. Kann ich ihm verzeihen, weil er auch wirklich viel Geschichte an Bord hat. Ja, das stimmt. Und sonst würde er drei Stunden dauern, wenn er sich jetzt noch um dieses Dinge auch... ausschweifender kümmern müsste und Stereotype so ein bisschen auflösen wollen würde.
Johannes Franke: Das ist schon komplex genug, das Ding. Es ist ja auch noch, wir sind ja auch noch vor dem Inciting Incident, also was Inciting Incident eigentlich bedeuten soll, ist der Moment. der die Figur nach vorne treibt, der die Figur sagt, das musst du jetzt den Film übermachen. Also irgendein Ereignis. Und das ist halt der Tod von Luthor.
Florian Bayer: Genau. Hooker ist davor eigentlich total glücklich mit seinem Leben als kleiner Laganove. Der will eigentlich gar nicht mehr. Es gibt dieses Gespräch zwischen ihm und Joe dann kurz, wo er sagt, dass er... Und dann sagt Jo zu ihm, hey, du könntest viel mehr Geld machen, du könntest doch das machen, du solltest mit dem Spielen aufhören, dann könntest du dir ein Auto kaufen. Und dann meint er, ich kann doch nicht fahren, was soll ich mit Geld machen? Und dann sagt er, wir haben eine Wirtschaftskrise. Und dann meint er, wir haben ständig eine Wirtschaftskrise.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er ist eigentlich zufrieden, aber dieser Mord an Lufa weckt dann in ihm tatsächlich den Ehrgeiz.
Johannes Franke: Ganz pure Rachegefühle.
Florian Bayer: Ja, Rachegefühle, genau.
Johannes Franke: Und ich finde es toll, dass der Film sich dieser Tricksereien annimmt und nicht immer... Es muss nicht immer der große Mafiaboss, der mit Waffengewalt alles durchsetzt sein, was ja oft genug auch gemacht wird. Ja. dass du Filme hast, wo einfach viele übermächtige Menschen in Machtpositionen gegeneinander kämpfen, sondern du hast diese Underdog-Geschichte da drin.
Florian Bayer: Total, ja. Und es sind Ganoven und ihre Art sich zu rächen ist auch durch Trickserei und durch Ganovereien. Also das ist von Ganovereien? Was ist denn das für ein Wort? Das habe ich mir doch gerade ausgedacht. Hookah macht von Anfang an klar, dass er nicht töten will. Es geht nicht darum, Doyle Lonegan umzubringen, weil er kann nicht töten. Das sagt er zu Gondorf. Ja. Als Gondorf ihn fragt, warum willst du so einen Scheme, so einen Betrug durchziehen, so einen Coup?
Johannes Franke: Vor allem bei so einem riesigen Typen.
Florian Bayer: Genau, warum willst du das machen? Dann sagt er einfach, naja, ich kann ihn nicht töten, ich bin einfach kein Mörder.
Johannes Franke: Ja, was schlau ist und was auch viel mehr wehtun könnte.
Florian Bayer: Ja, genau. Sie treffen ihn da, wo es wehtut beim Geld.
Johannes Franke: Ja, es ist voll gut. Und man will auch sofort, dass sie es schaffen.
Florian Bayer: Ja, weil wir lernen unseren zweiten Protagonisten kennen, den besucht er dann und der ist halt auch total sympathisch. Hatte ich Henry Gondorf gespielt von Paul Newman.
Johannes Franke: Oh, Paul Newman ist so gut.
Florian Bayer: Und Paul Newman und Robert Redford sind so ein großartiges Duo.
Johannes Franke: Hast du Budge, Cassidy und The Sunhouse Kid gesehen?
Florian Bayer: Nein, fehlt noch auf meiner Liste, muss ich um den gucken, weil ich jetzt über die 70er schreibe. Und genau, da haben sie zum ersten Mal zusammengetreten, da haben sie schon
Johannes Franke: Da waren sie schon so ein Dreamteam quasi.
Florian Bayer: Unter demselben Regisseur tatsächlich auch.
Johannes Franke: Ja, genau. Und das war irgendwie ... In dem anderen Film hat halt er den Schnauzer und der andere ist clean shaved. Irgendwie sind es aber von den Figuren her anscheinend so eine ähnliche Dynamik. Ich muss mir den Film mal angucken.
Florian Bayer: Die Dynamik ist toll zwischen den beiden, weil Henry Gondorf ist eigentlich der Erfahrene. Aber als Hooker ihn besucht, ist er komplett am Boden. Auf der Flucht vom FBI und offensichtlich den ganzen Tag am Saufen. Wie ich den auch verkatert, muss ich ihn erstmal unter die Dusche stellen.
Johannes Franke: Ich habe gehört, von dir kann ich nur einiges lernen, also trinken kann ich schon.
Florian Bayer: Sehr schön. Und es ist nicht einfach nur so der alte Erfahrene, der ihn einfach komplett einweist, sondern Hooker ist halt so einer, der einfach seinen eigenen Willen hat. Deswegen gibt es zwischen den beiden die ganze Zeit so diese wunderschönen Buddy-Movie-Momente.
Johannes Franke: toll. Ich könnte den beiden dabei zuschauen, wie sie so ein Road-Movie für fünf Stunden ist. Könnte ich mir echt angucken, die ganze Zeit von den beiden. Das ist super.
Florian Bayer: Es gibt immer wieder diese Momente, wo Gondorf Huka was zeigen will und Huka so ein bisschen neben der Spur fährt, so ganz leicht. Zum Beispiel eben in dieser Montage, dann werden sie den Kuh vorbereiten, wenn Hooker angezogen wird und seine Nägel gemacht werden und seine Haare gemacht werden und dann sieht er es mit... allem unzufrieden und unglücklich. Er guckt seine Hände total irritiert an.
Johannes Franke: damit anzufangen.
Florian Bayer: Seine Haare, dann gibt's diese Zähne, wo er den Anzug hat und sich tierisch drüber aufregt, wie dieser Anzug geschnitten ist. Und Gondorf sitzt halt so ein bisschen wie der alte, erfahrene, schmunzelnd nebendran.
Johannes Franke: Die ganzen Vorbereitungen, diese Inszenierung dieser einzelnen Sachen ist einfach wunderschön.
Florian Bayer: Es gibt gar nicht so wenige Montagen, es gibt immer mal wieder so musikalische Szenen dazwischen.
Johannes Franke: Es ist ja aber auch bei so Vorbereitungen, der ganze Film ist ja eine Vorbereitung eigentlich. Der Payoff ist am Ende so fünf Minuten und das war's. Das heißt, du hast eigentlich nur Vorbereitungen. Und andere Filme würden das tatsächlich in einer einzigen Montage machen. Also ich denke an Ocean's Eleven, wenn die dann wirklich die richtigen hier Planungen du da, du da, du da. Lava, Lava, Lava, Lava.
Florian Bayer: Musik, man sieht ganz viele Schnitte.
Johannes Franke: Genau, aber der ganze Film hier ist eigentlich... Die Vorbereitung. Und ich finde es ganz toll, weil gerade das auf dem Zug finde ich super. Wie sie die Angel einmal auswerfen und hoffen, dass er anbeißt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und Paul Newman ist großartig.
Florian Bayer: Das Pokerspiel.
Johannes Franke: Das Pokerspiel ist der Hammer.
Florian Bayer: Ich glaube, Roger Ebert war es, der gesagt hat, das ist eine der lustigsten Szenen aller Zeiten. Ja. Und das trifft es auch total gut. Also sie müssen irgendwie den Haken auswerfen. Sie müssen die Aufmerksamkeit von Doyle Lonnegan gewinnen. Und dann versuchen sie ... Im Team mittlerweile versuchen sie herauszufinden, wie sie an ihn rankommen und stellen fest, dass es ein ziemlicher Langweiler ist, der nicht viel macht. Aber ... Er spielt Poker. Und zwar im Zug. In einer hochdotierten Partie. Und der betrügt auch beim Pokerspielen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und offensichtlich hat Gondorf auch einige Ahnung vom Poker und auch vom Falschspielen beim Poker.
Johannes Franke: Und es gibt diese eine ganz wunderbare Slider-Fans-Sache, wo er in seinem Zimmer, also Zimmer, in seinem Abteil da im Zug... die Karten rausholt, die ja gefaked sind, die dann irgendwie dazu führen, dass er gewinnen kann, wo er so ein paar Fingerfertigkeiten spielen lässt.
Florian Bayer: Und es sind nicht die Hände von Paul Newman.
Johannes Franke: Nein, es sind leider nicht die Hände von Paul Newman.
Florian Bayer: Aber sie haben es gut geschnitten, dass man es nicht sieht.
Johannes Franke: Wirklich sehr gut gemacht, ja. Das, was er da macht, ist großartig, ne? Also wirklich tolle Sachen dabei.
Florian Bayer: Ja. John Scarn, der Technical Advisor war das, um den Namen nochmal zu sagen, der wirklich einfach so ganz klassische, tolle, wie nennt man das?
Johannes Franke: So ein bisschen Flourishes, so ein paar Kartentricks, die einfach ... Ein paar Mal abheben, oben ist immer noch die gleiche Karte oder irgendwie mischen und das ist immer, dass er sozusagen immer weiß, ich kann die Karte, die ich brauche, kontrollieren auf eine bestimmte Art und Weise. ohne dass man es merkt. Das ist wirklich toll. Allein das lohnt sich. Es gibt bestimmt bei YouTube einen Ausschnitt einfach nur.
Florian Bayer: Ja, die Szene, die gibt es mit Sicherheit bei YouTube zu sehen. Und dann lässt er sich halt, dann bestecht er halt einen Zugschaffner damit er in diese Pokerpartie reinkommt und spielt da dann eben die Rolle von Sean, von einem ... Geschäftsmann, der keine Manieren hat und sturzbetrunken ist und trotzdem beim Pokern alle schlägt. Vor allem eben Lonegan. den sie vorher noch haben beklauen lassen.
Johannes Franke: Er kommt da echt rein. Ich weiß nicht, welche Übersetzung die gewählt haben, aber wenn ich das jetzt übersetzen müsste, er kommt rein mit den Worten Sorry, das ist zu spät komisch, war noch scheißen. Ja, genau. Oh. Oh mein Gott. Und trinkt halt seinen Gin vor sich hin. Googelt vorher mit dem Gin.
Florian Bayer: I was taking a crap.
Johannes Franke: Und setzt sich dann halt irgendwie so richtig schlimm rüpelhaft an diesen Tisch und mischt sich da rein und alle total...
Florian Bayer: Und Lonegan sagt noch, wir tragen hier Krawatten am Tisch. Und er so, hey, klar, natürlich, danke. Natürlich gibt es nachher eine Szene, wo er sich in die Krawatte reinschnäuzt, die er von Lonergan gekriegt hat.
Johannes Franke: Das ist großartig.
Florian Bayer: Das ist so eine tolle Szene. Und er ist einfach ein Rüpel und er sagt den Namen von Lonergan die ganze Zeit falsch. Ja.
Johannes Franke: Und es ist mit so einer Chuzpe gespielt. Ich will ihm einfach die ganze Zeit dabei zuschauen. Es ist so schön gespielt, ich liebe es.
Florian Bayer: Und da kommen wir natürlich, die Szene funktioniert auch so gut, weil da haben wir unseren Bösewicht, unseren Schurken, der ausgeraubt werden soll. Doyle Lonegan, gespielt von Robert Shaw. Und diese Szene zwischen den beiden, diese Interaktion, wo wir sehen, dass Lonegan immer wütender wird von Sekunde zu Sekunde. immer genervter ist von diesem Typen, der jetzt an seinem Poker tichtet und dann auch noch gewinnt.
Johannes Franke: Ja. Großartig, ganz toll. Und ziehen Sie sich zurück, fünf Minuten Pause. Dann gehen Sie in Ihren Abteil und sagen, okay. hey, gib mir die gezinkten Karten, das letzte muss ich gewinnen, damit wir das Geld wieder zurückbekommen. Und dann funktioniert selbst mit den gezinkten Karten das nicht, weil eben natürlich... unser Held selbst noch gezinkte Karten mit dabei hat und die dann mit einbringen kann. Ach, ich hätte mir fast gewünscht, dass sie ein bisschen besser zeigen, wie er es schafft, dann diese drei Buben mit einzuschleusen. Das wird überhaupt nicht gezeigt. Ich glaube, es ist auch...
Florian Bayer: Schwierig. Also es wird zu viel gezeigt in diesen Szenen. Wir haben den Anfangstrick, wo wir einfach mal sehen, wie Paul Newman sich vorbereitet. Dann sehen wir, wie Lonegan bescheißt beim Spiel. Und zwar wird von seinem Bodyguard ... der immer mal wieder da ist, der irgendwie auch eine witzige Rolle ist. Weil der eigentlich nur so der ruhige Typ im Hintergrund ist, der immer ein bisschen fies guckt und geheimnischt. gar nicht so groß aussieht, wie man sich einen Bodyguard vorstellen würde.
Johannes Franke: Der hat einfach nur eine Schlägernase.
Florian Bayer: Der hat eine Schlägernase, er hat breite Schultern, aber er ist jetzt nicht größer als Ronnegan. Und der steckt ihm halt das andere Spiel zu und der tauscht es dann aus. Und ... Er steckt natürlich seinem Kontrahenten schon, will er auch ein gutes Blatt zustecken, damit sie um wirklich viel Geld spielen können.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Ich glaube, vier Dreien gegen vier Damen oder so ist das Ziel?
Johannes Franke: Genau, ja.
Florian Bayer: Und dann tauscht irgendwann Paul Newman die Karten aus, wir sehen nicht wie, und besiegt ihn. Und dann schuldet Lonergan ihm richtig viel Geld.
Johannes Franke: Ich war bis dahin nicht sicher, ob er absichtlich verlieren oder ob er gewinnen muss. Weil ich nicht wusste, worauf wollen sie denn hinaus? Wie wollen sie ihn denn kriegen? Wollen sie ihn gewinnen lassen und ihm die Chance geben, zu sagen, das ist ein... spannender Kontrahent, da muss ich, mit dem muss ich mehr spielen oder was, worauf wollen sie hinaus?
Florian Bayer: Wir erfahren es einfach nicht, weil wir wissen, wir hören Namen, aber wir wissen nicht, was das Team im Hintergrund
Johannes Franke: Und wir kriegen es dann raus, indem Robert Redford dann zu Lonegan geht, zu dem Bösewicht und... sich ausgibt als jemand, der sich rächen will am eigenen Arbeitgeber.
Florian Bayer: Ja, er sagt, er arbeitet für Sean, er heißt Kelly und er will... Er will den ausnehmen und er weiß auch wie, eben durch diesen Trick, den er ihm zeigen könnte.
Johannes Franke: Und das nimmt dann natürlich Lonningen gerne an, weil er ja gerade stinksauer auf diesem Typen ist. Und das finde ich auch eben so einen cleveren Move, zu sagen, ah, okay, wir geben ihnen einen Grund, sich rächen zu wollen und dann geben wir ihnen das Werkzeug, sich rächen zu können. Und Drache macht immer blind. Und das finde ich großartig. Ganz tolle Idee. Also der Drehbuchautor ist wirklich so ein bisschen, wo ich denke, wow, cool. Und der war noch auf der Drehbuchschule. Der hat ja irgendwie, das war so... Sein zweites Drehbuch, das erste, ich weiß nicht genau, welches er als erstes angefangen hat zu schreiben, aber... Jedenfalls sind das seine ersten Projekte.
Florian Bayer: Wir müssen kurz über Inspiration und Plagiarismus reden.
Johannes Franke: Oh nein.
Florian Bayer: David Maurer ist Autor des Buches The Big Con.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: das über die tatsächlichen kriminellen Fred und Charlie Gondorf war. Und der hat 1940 dieses Buch The Big Con geschrieben. Und der hat tatsächlich Universal verklagt. Der hat gesagt ... Das ist nicht von David S. Watt, diese Geschichte. Das ist einfach von meinem Buch geklaut.
Johannes Franke: Aber vor allem der erste Teil, das war so sein... Der Autor sagte natürlich wiederum... Nein, ich habe ganz viel gelesen natürlich und dann ist natürlich hier und da mal eine Inspiration reingerutscht, aber das ist ja kein Plagiatismus. Und ich sage eigentlich, also meine Position ist, jeder lässt sich von allen Sachen inspirieren und everything is a remix.
Florian Bayer: Aber es gibt eine Grenze, ne? Also es muss irgendwo eine Grenze geben.
Johannes Franke: Das stimmt. Ich habe das Buch natürlich nicht gelesen.
Florian Bayer: Ich habe es auch nicht gelesen, deswegen kann ich nichts dazu sagen. Aber offensichtlich hat es gereicht, dass sie... sich geeinigt haben und das Universally im 300.000 gegeben hat, was nicht wenig Geld ist.
Johannes Franke: Was wirklich nicht wenig Geld ist, ja. Ist richtig.
Florian Bayer: Ja, es ist schwer zu sagen. Ich kann es nicht beurteilen, weil ich das Buch nicht gelesen habe, aber ich finde, es gibt irgendwo immer so eine Grenze, wo halt die Inspiration aufhört und das Plagiat beginnt. Und es wäre ganz interessant, mal dieses Buch der Bikkonen mal so durchzublettern und zu gucken, wie weit hat sich Ward inspirieren lassen davon und wie viel ist in den Film eingeflossen. Das kann ja auch so das Prinzip sein, dass er sagt, ja, ich habe ganz viel gelesen, aber dann haben wir trotzdem... 70% Einfluss von diesem einen Buch und dann der Rest ist halt so zusammengestückelt aus vielen kleinen, dann wird es halt auch schon problematisch. Ja.
Johannes Franke: Ja, können wir nicht abschließend beurteilen, Plur. Ich bin zu begeistert von dem Film, als dass ich da böse Sachen streuen will.
Florian Bayer: Und dann kommen sie mit der Geschichte. Tatsächlich, das Kapitel heißt auch The Tale und Gondorf, Lonegan ist zum ersten Mal in diesem Wettbüro von Gondorf, dass sie auf mit allen kleinen Ganonen der Stadt, die alle tierisch sauer sind, weil Lufa war offensichtlich ein bunter Hund, der war bekannt. Der war beliebt und alle denken, wir müssen jetzt was machen. Zum einen wollen wir uns an diesen Typen rächen, der dafür verantwortlich ist. Und zum zweiten ist es auch ganz cool, wenn wir ein bisschen Geld haben für seine Familie. Und dann bauen sie dieses riesige Wettbüro auf und haben wirklich 20, 30 Statisten. Das ist unglaublich. Es ist total toll. Es wird auch gezeigt. Es gibt so diesen ... wieder so eine schöne Montage, wo gezeigt wird, wie sie das aufbauen und wie sie die Leute casten und wie sie gucken, was sie damit machen können. Joe Eerie darf auch
Johannes Franke: Ja, das ist so süß.
Florian Bayer: Und wir haben plötzlich, natürlich ist der Film so ein, das Dreamteam ist Paul Newman und Robert Redford. Aber wir haben so einen ganzen illustren Haufen von kleinen und größeren Ganoven.
Johannes Franke: Ja, die alle ganz tolle, liebevoll erzählt sind.
Florian Bayer: Um zwei hervorzuheben, die ich wirklich, die einfach jedes Mal, wenn diese auftauchen, macht es mir Spaß. Und zwar ist das eine Kid Twist, gespielt von Harold Gold. Das ist der mit dem eleganten Schnauzer und dem Hut, der quasi das Ding kauft. Der Theaterdirektor.
Johannes Franke: Rektor quasi.
Florian Bayer: Ja, der sehr viel im Hintergrund organisiert und der die Leute castet. Der ist so fantastisch. So ein ganz eleganter Ganove der alten Schule.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich find diesen ... Ich find diesen J.J. total toll. Der wird gespielt von Ray Walston.
Johannes Franke: Wer ist das?
Florian Bayer: Das ist der... Der macht eigentlich nicht viel. Das ist, glaube ich, ein Ire. Er soll, glaube ich, ein Ire sein. Er ist so ein bisschen grumpy old man. Dabei ist er gar nicht so alt. Der ist aber auch von Anfang an mit dabei.
Johannes Franke: Der macht sich den Bart am Ende ran, ne?
Florian Bayer: Nee, das ist jemand anderes. Das ist jemand anderes. Okay. Der ist bei den Malerarbeiten dabei. Bei den Malerarbeiten sind es Kid Twist und JJ. Und JJ ist immer so ein bisschen der ruppige Mann von der Straße so ein bisschen.
Johannes Franke: Schauspieler, ich habe danach so ein bisschen die Schauspieler durchgegangen, bin durchgegangen und habe mir natürlich alles nicht gemerkt, deswegen habe ich die Verbindung auch nicht sofort hergestellt, aber ich glaube, das ist der, der 96 Jahre alt geworden ist. der echt lange gelebt hat. 97, 96, ja.
Florian Bayer: den ich vor allem kannte, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, kannte ich ihn schon aus der Serie Picket Fences, wo er den Richter spielt.
Johannes Franke: Ah, ja.
Florian Bayer: Und deswegen habe ich auch sowieso schon, ich mag ihn einfach, also ich mag den Schauspieler einfach, aber ich finde in der Rolle ist er auch total schön, auch so. Ein bisschen im Hintergrund, er macht nicht zu viel, aber immer wenn er da ist, freue ich mich ihn zu sehen.
Johannes Franke: Ja, stimmt. Überhaupt, diese Malerarbeiten ist ja auch eine geile Sache.
Florian Bayer: Tolle Szene.
Johannes Franke: Sie brauchen irgendwie ein Büro, weil der Bösewicht darauf besteht... die Männer im Hintergrund kennenzulernen, die das Ganze mit der Radioübertragung irgendwie managen. Und die gibt es natürlich eigentlich nicht. Es ist ja alles nur Fake. Dann müssen sie sich irgendwie ein Büro organisieren. Und dann stolzieren sie irgendwo in irgendein Büro rein als Maler. Leute sagen, der Chef hat gesagt, wir sollen hier malern, geh mal raus. Und dann haben sie natürlich eigentlich nicht genug Zeit, den Typen dazu empfangen und lassen ihn über die Hintertür quasi so einmal reinlucken in das... angebliche Büro von diesem Typen, der das organisiert und dann gehen sie zusammen irgendwo was trinken. Aber diese Chuzpe da einfach reinzuspazieren.
Florian Bayer: Das ist sowieso ganz viel von dem, was sie machen, funktioniert auch einfach so gut, weil sie überhaupt keine Angst kennen. Und einfach so wirklich offensiv sagen, wir machen das jetzt. Sie haben einfach das ... Sie haben das Handwerkzeug, um Leute zu überzeugen, dass sie das kriegen, was sie kriegen wollen. Und das haben diese Ganoven alle. Und das ist so schön zu sehen, wie die eben diese Inszenierungen machen, diese kleinen und großen Inszenierungen. Du hast gesagt, der mit dem Bart. Du meinst wahrscheinlich der, der den englischen Gentleman spielt.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Der ist auch ganz toll. Der hat ja auch nur zwei Szenen eigentlich. Ja, genau. Die Rolle ist einfach so toll ausgearbeitet. Wir sehen diese Rolle und wir wissen direkt ... Wie dieser Figur tickt, wir wissen, das ist ein Mensch, der total Spaß an seinem Beruf hat. Also beim Casting sehen wir vor allem. Ja, ja, ja. Und da sagt er halt, ja, ich habe mein eigenes Zeug dabei und ich kann das gut und ich kann das gut. Und wir wissen, der hat schon tausende dieser Sachen durchgezogen und er hat es einfach drauf. Mit dem willst du zusammenarbeiten.
Johannes Franke: Oh Mann. Und es ist so schön, dass dieser, den du am Anfang hattest, der Dritte im Bunde eigentlich mit Luther gewesen ist, der dann... Joe Eerie, der auch dann nochmal dabei sein darf. Und das Süße ist, da kommt der Bösewicht das erste Mal rein, setzt sich da hin, neben ihn, und er kriegt so einen nervösen Anfall und übertreibt erst mal voll mit dem Spiel. Los, los, los! Und feuert die nicht vorhandenen Pferde an und es ist so geil. Und dann jemand irgendwo im Hintergrund guckt den an und so, weniger, weniger. So. Super. Gefällt mir total gut. Ich finde es mit so viel Liebe für die Menschen einfach inszeniert. Das ist ganz...
Florian Bayer: Das sind einfach, es sind Ganoven, die ihren Job verstehen und deswegen fiebern wir mit ihnen mit, vor allem, weil sie eben einen viel schlimmeren Verbrecher haben. übers Ohr hauen. Dieser Lonergan, dieser Bösewicht, ist einfach mal so die Quintessenz des bösen Obergangster- der über Leichen geht, das wird auch gesagt, der Killer hat, die er auch auf Huka ansetzt. Den ganzen Filmen über geht es auch immer wieder darum, dass Huka versucht, vor den Killern wegzurennen, die ihn jagen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Mit einem netten Twist übrigens auch noch. So ganz nebenbei baut der Film dann noch so einen Twist ein, wer am Schluss der Hauptkiller ist, der hinter ihm her ist.
Johannes Franke: Ich gucke gerade sehr fragend.
Florian Bayer: Salino, Loretta Salino. Er ist die ganze Zeit auf der Flucht vor den Killern und dann sagt Lonegan, die sind nicht erfolgreich, wir müssen unseren besten Killer ansetzen. Und das ist Salino. Und dann wird dieser Name Salino immer mal wieder gesagt, dass dieser Salino so gefährlich ist, aber wirklich gut, ist ein totaler Profi. Und währenddessen wird erzählt, dass Hooker in einer Bar eine Frau kennenlernt, die da arbeitet.
Johannes Franke: Ah ja, stimmt, genau.
Florian Bayer: Und die erst vor kurzem arbeitet und er flirtet auch mit ihr und verbringt dann auch tatsächlich eine Nacht mit ihr. Und dann kurz vor dem großen Sting erfahren wir, dass sie ist Salino. Sie ist der Killer und sie versucht ihn umzubringen, aber Gott sei Dank hat Gondorf die ganze Zeit ein Auge auf ihn geworfen und hat jemand anderen angeheuert, der auf ihn aufpasst und der dann Salino umbringt.
Johannes Franke: Ja, wirklich ein schöner Twist. Vor allem, weil mir das erzählt, dass auch Robert Redford, also Hooker, Nicht alles im Auge hat und auch, dass das sehr fragil ist alles und dass man da, dass die Gefahr doch recht groß ist, dass es auch schief gehen könnte. Das ist eine gute Methode, das noch mal mit einzubringen und noch mal zu erzählen.
Florian Bayer: Auch mit dieser Figur des Snyder. Die einzige, nicht gesetzestreue, die einzige Figur, die das Gesetz repräsentiert, ist ein ziemlich korrupter Polizist. Und der ist ihm ja auch die ganze Zeit auf den Spuren. Und das ist so ein richtig schöner, widerlicher Kopf, der auch richtig ätzend ist, der sich bestechen lässt, der die Ganoven erpresst, der überall versucht. was rauszuholen für sich und auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Also es gibt zwei Szenen, wo er wirklich brutal ist, einmal gegen Buka ganz am Anfang. Und dann einmal gegen Joe Eerie, wo ihr in der Bar den Kopf auf den Tisch haut. Da sind die Sympathien auch klar verteilt. Wir wissen, diesen Kopf hassen wir.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber der ist halt auch so eine permanente Bedrohung, weil wir wissen, wenn der Hooker wirklich schnappt, dann war's das.
Johannes Franke: Woher kenne ich den Schauspieler? Von der Snyder? Ja. Ich bin nicht mehr dazu gekommen, das jetzt noch zu googeln, woher ich den kenne. Aber es kommt mir so bekannt vor.
Florian Bayer: Das ist Charles Sturning. wahrscheinlich am bekanntesten aus Tutsi.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Wo er, der alte Typ, ist der, also Tutsi ist ja der Film, wo Dustin Hoffman sich als Frau verkleidet, um ich weiß gar nicht mehr, was der eigentlich Anlass davon ist.
Johannes Franke: Was ich auch
Florian Bayer: Nicht mehr. Und Charles Durning verehrt dann diese Tutsi und stellt ihr die ganze Zeit nach. Und du kennst Charles Sterling auch aus, das sehe ich jetzt aber gerade wirklich, während ich seine Filmliste aufhabe, aus. Nee, doch nicht.
Johannes Franke: Wahrscheinlich schon ein paar ältere Filme.
Florian Bayer: Aus dem Remake von To Be or Not To Be, aber ich weiß nicht, was er da spielt.
Johannes Franke: Natürlich, ja, auf jeden Fall. Geil. Was spielt er denn da? Gute Frage. Aber ja, ich weiß. Ah!
Florian Bayer: Ah, natürlich, ist er der, der, der, ähm, sie nennen mich Concentration Camp R hat. Er ist Concentration Camp Erhard in dem Remake von Mel Brooks von Sein oder Nichtsein. Wir haben in einer der letzten Episoden über Sein oder Nichtsein gesprochen, also vor allem über den Lubitsch-Film.
Johannes Franke: Und dieses Remake von Mel Brooks trifft leider immer so knapp daneben. bei vielen Sachen und hat aber so ein paar eigene Sachen, die wirklich sehr gut gelungen sind, wie zum Beispiel das Ende, darüber haben wir lang und ausführlich geredet. Hört euch diese Episode an, es ist wirklich toll. Ist ein toller Film.
Florian Bayer: Und Charles Durning ist in dem Film auf jeden Fall klasse. Und Charles Durning ist in diesem Film hier auch, wenn er relativ wenig Szenen hat, auch ganz fantastisch, weil Wir lieben es, ihn zu hassen.
Johannes Franke: Ja, es ist wirklich toll. Ein wirklich toller Schauspieler.
Florian Bayer: Genau, die Maler arbeiten bei Western Union dann. Lonegan will einfach sehen, also Lonegan kauft die Geschichten nicht sofort, dass sie einen Kontakt haben zu Western Union. wissen, wie die Rennen ausgehen, bevor sie wetten und will deswegen einmal das Büro von dem Kontaktmann sehen und dann schleichen sie sich so mit Malerausrüstung bei Western Union rein und bauen ganz schnell das Büro um und Kid Twist spielt dann den Kontaktmann.
Johannes Franke: Und sie haben da extra das Bild ausgetauscht, was auf dem Treibtisch steht. Dieses absurde Familienbild. So absurd. Und man denkt sich, Gott, wenn der wirklich genauer hinschaut, dann weiß der sofort, dass das alles... Des aller Scheißes.
Florian Bayer: Kathleen Freeman ist die Frau, die auf dem Foto zu sehen ist. Das ist wohl eine sehr bekannte Schauspielerin.
Johannes Franke: Okay. Was hat dich damit zu tun?
Florian Bayer: Ja, das ist eine gute Frage. Das werde ich jetzt ganz schnell live hier googeln. Wahrscheinlich gar nichts, aber sie haben ein Foto von einer Frau gebraucht. die unter anderem in Blues Brothers gespielt hat. Oh, okay. Nackte Naked Gun. Und eine riesige Filmvita hat. Mal sehen, was sie in den 60ern und 70ern gespielt hat.
Johannes Franke: Da war sie ein Model. Und hat nur Fotos von sich für irgendwelche Filme.
Florian Bayer: Viele Filme, die ich nicht kenne einfach.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Where does it hurt? The unholy rollers. So evil my sister. Oh, das sieht aus nach Trash und Exploitation. Also zumindest diese Unholy Rollers.
Johannes Franke: Das ist ja genau dein Genre, Plur. Ja.
Florian Bayer: Ja, ein Inliner-Actionfilm, wenn ich das richtig sehe. Oder ein Rollschuh-Actionfilm.
Johannes Franke: Was?
Florian Bayer: Okay, sie hat viele Komödien gedreht.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Support your local gunfighter. Was ist das für ein Titel? 1971. Die Frau auf dem Foto.
Johannes Franke: Wie kamen wir jetzt darauf?
Florian Bayer: Weil die Maler-Szene so toll ist und dieses Foto so absurd ist, dass sie da hinstellen.
Johannes Franke: Richtig, genau.
Florian Bayer: Und dann schluckt es Lonegan endlich. Und es gibt noch dieses eine Zwischenspiel, wo er sagt, er will noch einmal ein bisschen mehr Geld setzen... Und dann überlegen sie im Hintergrund, was machen wir jetzt, so viel Geld haben wir nicht. Und dann machen sie eigentlich einen ganz simplen Trick und lassen, kurz bevor ihr die Wette abgeben kann, bildet sich eine große Schlange vor dem... vor dem Wettschalter und deswegen kann er seine Wette nicht rechtzeitig abgeben.
Johannes Franke: Ja, was ihn sehr ärgert.
Florian Bayer: Dann kauft er es aber. Dann hat er es geschluckt. Er ist jetzt bereit, seine 500.000 zu nehmen. Und die dort einzusetzen, um daraus aus seiner Sicht 2 Millionen, 3 Millionen zu machen, Gondorf in die Ruin zu treiben und einfach mal wieder Geld gemacht zu haben.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: Wenig ahnt er, was passieren wird.
Johannes Franke: Übrigens, dieser Schauspieler, ich hab ja die ganze Zeit gedacht, uh, ich könnte ihn hinkend spielen. Was aus einer Geschichte von Kishon ist, der erzählte, wie der Schauspieler am Theater sich... alles Mögliche überlegt hat für diese Rolle und dann fällt immer wieder dieser Satz, ich könnte ihn Hinken spielen. Als Synonym für, ich bin der große Künstler und überlege mir sonst was für die Figur. Er hinkt, aber dann ist mir irgendwann eingefallen, ich gucke mal nach, ist das echt? Das ist echt. Leider hatte der tatsächlich gerade eine Verletzung und musste diese Rolle hinkenspielen, weil er so eine Schiene dann am Bein hatte.
Florian Bayer: Und es passt nicht. Wirklich gut zu der Rolle.
Johannes Franke: Es ist unglaublich gut. Ich sollte öfter Dinge, die ich gerade habe, irgendwie mit in den Film reinbringen.
Florian Bayer: Robert Shaw. Ganz toller Darsteller übrigens auch.
Johannes Franke: Ja. Der spielt das wirklich super. Und man nimmt ihm alles ab und man... febert wirklich mit gerade weil er so ist wie er ist dieser fiese ernste typ der keinen spaß am leben hat also richtig gar keinen spaß versteht weißt du das Das ist so, man sieht es ihm sofort an. Ein Blick von ihm reicht und man sagt sich, okay, ich versuche hier nicht lustig zu sein.
Florian Bayer: Komplett humorbefreit.
Johannes Franke: Ja, krasser Typ.
Florian Bayer: Dann haben wir den Vorabend des Dings. Da ist zum einen diese Sache, wo Hooker dann mit seinem potenziellen Killer ins Bett steigt. Und dann ist aber auch vor allem die Sache, wo er vom FBI geschnappt wird und zwar von Snyder. Snyder hatte zwischendurch Kontakt mit dem vermeintlichen FBI und die haben gesagt, wir wollen Gondorf.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und wir wollen, dass du uns Huka bringst. Und Snyder bringt ihnen dann Huka. Und dann machen sie einen Deal. Huka sagt, er will das Ding auf jeden Fall durchziehen. Das dürfen sie auf keinen Fall verhindern, aber dann kann er ihnen alles sagen. Und dann machen sie halt den Deal, dass sie, sobald das Ding durchgezogen ist, dass das FBI zusammen mit Snyder kommt. und Gondor festnimmt. Vermeintlich. Wir als Zuschauer kaufen das voll ab. Also als ich das das erste Mal gesehen habe, habe ich das auch geglaubt. Oh krass, Schritt jetzt hinter geht er ihnen ja doch.
Johannes Franke: Und da fiebert man echt mit und hofft, irgendwie muss er da rauskommen und irgendwas muss doch passieren. Nein, tu es nicht. Und es ist toll, weil was mir jetzt erst wieder aufgefallen ist beim wiederholten Gucken, dadurch, dass die beiden sterben, gibt es ja überhaupt niemanden mehr, an dem man sich rächen könnte oder den man festnehmen könnte. Und das ist so geil.
Florian Bayer: Das ist so clever. Und Snyder braucht Hooker nicht mehr zu jagen, weil er denkt, dass er tot ist.
Johannes Franke: Genau. Lonegan hat niemanden mehr, an dem man sich rächen kann. Und damit das alles... Ja, aufgelöst. Das ist so großartig.
Florian Bayer: Der eigentliche Kuh ist da nämlich, also man denkt zuerst noch, der Kuh würde darin bestehen, dass sie Lonnegan am Telefon so ein bisschen schwammig sagen, wie er setzen soll. Und er setzt deswegen am Wettschalter falsch. Und zwar Plays statt Sieg.
Johannes Franke: Und Place ist ja der zweite Platz.
Florian Bayer: Genau, Place ist der zweite Platz. Und das denken wir auch ganz wirklich kurz. Lonergan gibt dann seine Wetterabsitz, dann kommt der Kontaktmann, gespielt von Kipp wieder und Und hat alles geklappt. Und Nongen sagt ganz selbstbewusst, na klar, ich habe aufs Sieg gesetzt. Und er sagt, nein, nein, nein, please, please. Und dann denken wir, ah, so ging der Trick. Und Lonergan stürmt zum Wettschalter. Und dann wird die Tür aufgestoßen. Und die Polizei kommt. Die Polizei und die FBI kommen. Und eben das letzte große Schauspiel, das sie dann zu Hooker sagen. Vielen Dank, hast du gut gemacht. Gondorf zieht seine Kanone, erschießt Huka. Das FBI zieht eine Kanone, erschießt Gondorf. Und der Typ vom FBI sagt zu Snyder, und jetzt schaffen sie so schnell wie möglich diesen Banker raus, bevor die Presse da ist. Und Snyder haut mit Lonegan ab und Lonegan so, nein, wir können nicht gehen, da ist so viel Geld vor mir. Ich hab Geld. Und der sagt, nein, nein, nein, wir müssen jetzt sofort los. Gleich kommt die Presse, sie dürfen auf keinen Fall hier gesehen werden. Zwei Menschen sind gestorben.
Johannes Franke: Und das ist so geil, man kann sich darauf verlassen, dass Snyder total korrupt ist und den Gangster rettet. Ja. der einfach eben auch, naja, auf seiner Payroll ist. Ja. So krass, Mann.
Florian Bayer: Und dann Schnitt zurück ins Wettbüro. Es ist geschafft und alle jubeln und freuen sich. Ende der Veranstaltung. Rondorf steht auf.
Johannes Franke: Beim ersten Mal, als die Tür sich hinter dem ersten Besuch von Lonegan schließt, denkt man noch, jubelt mal nicht zu früh, vielleicht macht er jetzt Kehrt und kommen mal nochmal zurück.
Florian Bayer: Oh, ich hab meine Brieftasche vergessen.
Johannes Franke: Wundervoller Film. Es gibt ein paar One-Liner, die großartig sind. Diese Story ist so wahnsinnig gut gestrickt. Die Schauspieler sind der Hammer.
Florian Bayer: Johannes, du musst noch was zur Musik sagen. Du hast die Schallplatte.
Johannes Franke: Ich hab die Schallplatte. Kannst du mir sagen, warum sie... 1905 Ragtime benutzen.
Florian Bayer: Nein, aber es passt so wie Faust auf Auge.
Johannes Franke: Das ist aber ein Stretch, auf den muss man erst mal kommen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Der Film spielt 1930. 36. Es ist nicht... Nicht-Drag-Time-Zeit eigentlich. Es ist nicht ... Scott Joplin ist ... Scott Joplin? Ich glaube, ja. Das ist ein bisschen vorbei, die Ära. 70er Jahre ist es noch viel. 20 Jahre vor dem Film. Also es ist überhaupt nicht die Zeit dafür. Warum nimmt man Ragtime? Ich finde es großartig, aber warum nimmt man Ragtime? Wie kommt man darauf? Und dann hat das ein bisschen umgeschrieben, der Typ, der damit beauftragt wurde.
Florian Bayer: Marvin Hemlisch. Genau.
Johannes Franke: Und der war auch am Anfang gar nicht so begeistert davon, weil der wollte ja eigentlich einen Original-Score selber schreiben. Und dann hat er diesen Film gesehen, wie er war und hat auch schon gesehen, es gibt schon Stellen für ihn, die wirklich komplett... frei von Dialogs sind, die ja nur für ihn sind, dass er das musikalisch füllt. Und er fand den Film so großartig und hat dann irgendwie gesagt, okay, ich mach's.
Florian Bayer: Es gibt wirklich so schöne musikalische Szenen, so ganz simple, kurze Sachen, zum Beispiel, wenn Vuka ganz am Anfang, wenn sie den ersten Betrug durchgezogen haben, um Vuka, das Geld hat und sich dann einkleidet. Und dann geht der über die Straße und dann ist das fast so ein Tanz, wenn er nochmal seine Füße zusammenschlägt. Und genau, er tanzt ja auch wirklich so zurück. Genau. Das ist einfach schön, diese musikalischen Momente, die sich die ganze Zeit durch den Film ziehen. Ja. Und die ganze Zeit begleitet von dieser Scott-Joplin-Musik. Ich hab tatsächlich ... Bis ich jetzt für den Film recherchiert habe, bin ich fest davon ausgegangen, dass es Originalkompositionen von Joplin sind. Ich habe es jetzt zum ersten Mal gelesen, dass es doch jemand anderes war, aber der wirklich einfach so, sich so stark orientiert hat an diesem Rack von Joplin, dass...
Johannes Franke: kein Unterschied zu hören ist, ne? Naja, es gibt einen Unterschied, aber es ist halt, dieses Thema kommt ja immer wieder im Film vor, in verschiedenen Variationen, weil du natürlich für jede Szene Du hast einen anderen Bogen, den du schlagen musst für die Musik. Aber es ist ziemlich original. Joplin. Und es ist super. Ich weiß nicht, ob du seine Musik kennst großartig.
Florian Bayer: So was, so Hintergrundmusik. Ich bin jetzt nicht der große Jazz- oder Rackhörer. Aber Joplin ... Klar, also man stolpert immer wieder über Kompositionen von ihm.
Johannes Franke: Das ist Wahnsinn. Ein unglaublicher Typ. Da könnte man einen eigenen Podcast drüber machen. Ich liebe diesen Typen. Das ist wirklich toll. Naja, hört euch Racktimes von Joplin an.
Florian Bayer: Oder eben den Soundtrack von Das Ding, von Marvin Hamlisch.
Johannes Franke: Jetzt müssten wir eigentlich irgendwie noch zu unserer Top 3 rüber schwenken.
Florian Bayer: Lass uns das Fazit machen und ganz am Schluss die Top 3. Dann haben wir... Die Struktur gewahrt.
Johannes Franke: Die Struktur gewahrt. Ja, das machen wir immer so.
Florian Bayer: Wir haben eine Struktur.
Johannes Franke: Welche Struktur? Okay, Fazit. Plur. Fazit du mal.
Florian Bayer: Ich liebe diesen Film. Es ist für mich... Perfektion. In ganz vielen kleinen Details. Und man könnte sagen, es ist ein braver Film, es ist ein nostalgischer Film. Er ist nicht so edgy wie viele andere Thriller und Krimis dieser Zeit. Aber er ist mit so viel Liebe gemacht ... dass er immer einen Platz in meinem Herzen haben wird und für mich auch tatsächlich einfach einer der besten Filme der 70er ist und ganz weit oben in meiner All-Time-Favorite-List.
Johannes Franke: Ja, ich bin nicht unbedingt der größte Fan von Filmen aus den 70ern, aber da der Film nicht aus den 70ern ist... Also eigentlich ja, aber irgendwie ist der Film halt so aus der Zeit gefallen, aus seiner Zeit gefallen, dass er es irgendwie geschafft hat, ein absolut zeitloser All-Time-Favorite zu sein.
Florian Bayer: Ja. Er hat ja auch richtig abgeräumt bei den Oscars damals. Ja, ja. Und der ist geliebt unter Kritikern und Kritikerinnen. Er hat einfach den Ruf, einer der besten Filme zu sein. Und den hat er sich auch einfach verdient, weil er wirklich... mit so viel Liebe zum Detail gemacht ist, mit so viel Perfektion. Da merkt man einfach, was mit Filmmachen möglich ist.
Johannes Franke: Ja, das ist wundervoll.
Florian Bayer: Ein Fazit möchte ich noch nachschieben. Für alle O-Ton-Fetischisten, ich habe diesen Film zum ersten Mal jetzt im Originalton gesehen. Und festgestellt, dass ich ... ohne Untertitel aufgeschmissen wäre. Wegen diesem Streetslang aus der Zeit, der ganz viel benutzt wird. Ich muss da auch immer nebenbei mal wieder so Begriffe googeln, was die bedeuten. Also man bräuchte eigentlich so ein 30s Urban Dictionary.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: Die deutsche Synchronisation von dem Film ist ganz hervorragend.
Johannes Franke: Ja, es ist halt auch aus einer Zeit, wo die deutschen Kommunisationen noch wirklich sehr gut waren. Also muss man schon sagen, wir sind in Deutschland... in dieser Zeit, 50er bis 80er, 90er vielleicht sogar noch, weiß ich nicht mehr ganz genau, weltweit In der Synchronisation führend gewesen. Unsere Tonqualität war immer hervorragend und unsere Synchronbücher waren immer hervorragend.
Florian Bayer: Das Synchronbuch vor allem. Sie haben teilweise Sachen komplett anders übersetzt als im Film. Also im Original gesagt, zum Beispiel wenn Hooker mit ... in dem schicken Anzug seine Frau abholen geht, ganz am Anfang. Da wird er gefragt, im Original fragen sie ihn, willst du heiraten oder so? Are you marrying? Und im Deutschen fragen sie, hat Rockefeller dich adoptiert? Ganz toll übersetzt, super. Also wirklich schön. Und einige Dialoge wurden dazu geschrieben, zum Beispiel auch relativ am Anfang, wenn... Wenn Hooker ahnt, dass Lufa ermordet werden wird, rennt er schnell zum öffentlichen Telefon, um Lufa anzurufen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und da ist eine Frau drin und die schmeißt er dann raus aus der Zelle, telefoniert und rennt dann weg. Und diese Frau fängt dann an, auf Joe einzuhauen, der bei ihm war mit dem Schirm. flüchtet Joe in diese Zelle. Und im Original ist das komplett tonlos. Also Joe sagt einfach gar nichts. Und im Deutschen sagt er, warum hauen sie denn auf mich? Ich hab sie doch nicht da rausgezerrt. Was soll das denn? Ja. Und es gibt mehrere Momente, wo die deutsche Synchro wirklich richtig stark ist. Also ein Film, den man sich mit gutem Gewissen auch in der deutschen Synchronisation angucken kann.
Johannes Franke: Ja, stimmt, absolut. Dann müssten wir jetzt noch die Top 3 machen.
Florian Bayer: 1, 2, 1, 2, 3, 4.
Johannes Franke: Ja!
Florian Bayer: Top 3! Schluss-Twists!
Johannes Franke: Ja, weil das so einen tollen Twist am Ende hat, hab ich gedacht, wir gucken mal, was uns so an Twists einfällt.
Florian Bayer: Hatten wir nicht schon mal eine Plot-Twist-Folge? Habe ich, während ich diese Liste gemacht habe, überlegt?
Johannes Franke: Ich habe auch überlegt, aber das war gar nicht so. Ich hätte bei Caligari gedacht, dass wir sie gemacht haben.
Florian Bayer: Nein, früher, viel früher.
Johannes Franke: Aber haben wir ja gar nicht.
Florian Bayer: Ich glaube, bei irgendeiner sehr, sehr weit zurückliegenden Folge haben wir mal die besten Plot-Twists gemacht. Echt?
Johannes Franke: Und das hast du nicht recherchiert, Plot?
Florian Bayer: Nein, ich war mit der Liste schon fertig. Ach so, ich habe die Liste ja auch erst heute Mittag gemacht. Weil mir diese Liste erst heute Morgen vorgeschlagen wurde. Ups. Von einem sehr verschlafenen Herr Franke.
Johannes Franke: Ich bin echt, ich bin aufgewacht, habe so schlaftrunken, nach meinem Handy getappt und dann kommt eine Nachricht von dir. Die war schon seit zwei Stunden oder drei Stunden da. Welche Top 3 haben wir denn? Und dann habe ich schnell überlegt, scheiße. Aber dafür finde ich, dass Plottwists eine gute Idee ist.
Florian Bayer: War es bei Oldboy? Lass mich einmal kurz schauen. Ähm... Nee, ich find's jetzt nicht. Vielleicht hatten wir es doch nicht.
Johannes Franke: Ha! Wir müssen, wir brauchen einfach diese Darkenbank mal machen.
Florian Bayer: Ja, müssen wir unbedingt mal machen. Es gibt so viele Sachen, die wir unbedingt mal machen müssen. Na gut, wir schauen auf die besten Schluss-Twists in Filmen. Ich hab bewusst jetzt auch gedacht, Schluss-Twists, also Sachen, die wirklich in den letzten Minuten reinhauen und überraschen.
Johannes Franke: Okay, ja, ja, ja, ja, ja, nee, ja, nee, nee, ja, nee, nee, okay.
Florian Bayer: Ich habe ein paar honorable mentions.
Johannes Franke: Zuerst die Frage, Plor.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Braucht jeder Film so einen Twist?
Florian Bayer: Nein, um Gottes Willen, bloß nicht.
Johannes Franke: Aber warum machen das alle? Warum muss das unbedingt jedes Mal sein?
Florian Bayer: M. Night Shyamalan ist schuld. Wirklich.
Johannes Franke: Nein, der ist nicht schuld.
Florian Bayer: Der hat mit Sixth Sense Ende der 90er, aber die End-90er sind einfach schuld. Da hat es angefangen. Und plötzlich hat das Mainstream-Kino, das Blockbuster-Kino und auch das Indie-Kino nicht so schlimm, aber vor allem das Blockbuster-Kino diese Geilheit an Überraschungen entwickelt. Wir müssen Zuschauer überraschen.
Johannes Franke: Aber warum? Warum kann ich nicht einfach einen Zug auf den Gleis setzen und sagen, der fährt jetzt da lang und wir haben Vergnügen daran zu sehen, wo der überall langfährt?
Florian Bayer: Ich bin ganz bei dir. Ich glaube tatsächlich, es hat sich so ein bisschen die Meinung durchgesetzt, dass wenn wir den Zuschauer oder die Zuschauerinnen am Schluss nochmal so richtig schön überraschen können, Dass die dann irgendwie mit einem Wow-Effekt aus dem Kino gehen und dass das vielleicht mehr stärkere Mund-zu-Mund-Propaganda auslöst und so weiter, was eben auch daran liegt. The Sixth Sense war so ein riesiger Erfolg wegen seinem Schlusstwist. Es ist egal, du musst den Film sehen. Der ist total überraschend am Ende. Und da hat auch diese Angst vor Spoilern eingesetzt. Die war früher auch nicht so stark.
Johannes Franke: Aber das ist doch eigentlich auch bei Fight Club so.
Florian Bayer: Ja, genau, Fight Club, selbe Zeit. War der nicht früher? Ende 90er auch, 98, 99. Oceans 11. Anfang 2000er. Bei Scream haben sie das ganz krass gemacht im Horror-Kino, im Slasher-Kino. Das ist die große Überraschung, der große Reveal, wer ist der Killer? Und aus der Zeit gibt es einige Filme, vielleicht einer meiner Honorable Mention ist aus der Zeit, zwei sogar. Sixth Sense habe ich einfach nochmal mit reingeparkt, weil ich es nicht anders konnte. Das ist wirklich ein grandioser Twist. The Game ist auch aus der Zeit von David Fincher, hat auch diesen krassen Plottwist am Ende. wo herauskommt, dass es dann doch nur ein Spiel war. Falls du dich erinnerst.
Johannes Franke: Das heißt, ganz kurz, wir spoilern, wie in unserem ... Also an den Zuhörer, wir spoilern. Wie auch in dem ganzen Podcasting sowieso. Wir spoilern jeden. Film, den wir besprechen. Das heißt, diese Liste, die kommt ja nicht aus, ohne dass wir erzählen, was für ein Plot-Twist das ist, oder? Ja.
Florian Bayer: Das ist zu spät für Spoilerwarnungen. Wir haben gerade das Ding komplett gespoilert und ich sehe auch kein... Kein Sinn darin, ein Film, der 30 Jahre alt ist oder wie in dem Fall 50 Jahre alt.
Johannes Franke: Ja, aber bei einer Top-3-Liste habe ich schon nochmal überlegt, ob wir die jetzt spoilervoll machen oder nicht.
Florian Bayer: Bei ganz aktuellen Filmen wäre ich tatsächlich ein bisschen vorsichtiger. Wir können ja mal die Filme nennen und wir können kurz überlegen, ob wir diesen Spoiler nennen wollen.
Johannes Franke: Okay, gut. Also der neueste Film wäre jetzt Caligari. Sollen wir da schon einen Spoiler sagen?
Florian Bayer: Da darf man spoilern. Der ist 100 Jahre alt, da darfst du spoilern. Ist Kalligarie deine 3 oder deine Honorable Mention?
Johannes Franke: Habe ich gar nicht festgelegt. Jetzt kommt er in die Honorable Mention, weil ich ihn jetzt schon genannt habe. Alles in Ordnung.
Florian Bayer: Ich habe Arrival drin und der ist tatsächlich relativ frisch, deswegen würde ich da auf den Spoiler vielleicht verzichten. Ein toller philosophischer Science-Fiction-Film von vor vier, fünf Jahren.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Ich habe Oldboy drin. Bei meinen honorable mentions.
Johannes Franke: Ah ja.
Florian Bayer: Weil das so ein Magengrubenschlag ist am Schluss.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Und zwei ältere Filme, die ich spoilern kann von meinen Honorable Mentions noch, Zeugen der Anklage. Ganz, ganz großartiger Plot-Twist, wo ... Ach, jetzt muss ich ... Von 1957 ... Ein Gerichtsfilm von Billy Wilder. In dem Marlene Dietrich, die ... Frau spielt, die gegen ihren Mann aussagt, als Zeugin der Anklage. Und dann kommt heraus, dass sie das nur macht, weil sie sich an ihm rächen will und ihn loswerden will. Und dann kommt heraus, dass das Ganze nur inszeniert war. Moment, jetzt bin ich selbstverwärts. Den müsste ich nochmal gucken.
Johannes Franke: Ja, lass uns den nochmal gucken.
Florian Bayer: Ich weiß nur, dass es am Ende so wumm, wumm, wumm, ach so, ach so, ach so. Und du hast plötzlich drei Twists und dann ist es vorbei und du denkst nur, wow, das war krass.
Johannes Franke: What a ride. Ja. Okay.
Florian Bayer: Und noch einen älteren habe ich, Silent Green.
Johannes Franke: Ah ja, stimmt. So ein greenes Menschenfleisch.
Florian Bayer: Du hast gespoilert.
Johannes Franke: Aber das war doch das. Wann ist der?
Florian Bayer: 80er? Nein, 70er.
Johannes Franke: 70er?
Florian Bayer: Das Jahrzehnt, das du nicht magst.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Okay, und hast du, genau, Honorable Mentions, hast du was?
Johannes Franke: Habe ich Honorable Mentions sonst noch? Dann würde ich mal noch ... Ja, dann kommt La Jeté jetzt noch auf die Honorable Mentions. Unten am Rollfeld der Kurzfilm von Chris Marker, auf den 12 Monkeys basiert. Von... weiß ich nicht genau. Achso, ähm, hier, äh, 12 Monkeys. Wer hat 12 Monkeys gemacht? Ich habe den Namen gerade nicht. Terry Gilliam. Terry Gilliam. Meine Güte. Plus in seinen Recherchen versunken. Toller Film. La Jetée, großartig. Ein unglaublich toller Film, der nur mit Fotos funktioniert, aber auf ganz großartiger Weise. Chris Marker, Nussi.
Florian Bayer: Nouvelle Vague. Wir kommen immer wieder auf die Nouvelle Vague zurück.
Johannes Franke: Stimmt, ja.
Florian Bayer: Mein Platz 3.
Johannes Franke: Dein Platz 3.
Florian Bayer: Aus dem Jahr 19... von Alan Parker, Angel Heart. Und das ist so ein unbekannter Film, dass ich den jetzt tatsächlich nicht spoilern will.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Er hat auch so ein Magengrubenende und das ist eine Mischung aus klassischem Detektiv-Noor und Mystery-Thriller mit leichtem Horror-Einschlag. Mit Mickey Rourke als ermittelnder Detektiv. Und Robert De Niro als der, der ihn beauftragt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und... sowohl was die Person des Ermittelnden betrifft, als auch die Person des Auftraggebers, gibt es zwei fette Überraschungen. die die ganze Geschichte noch mal so um 180 Grad drehen und daraus wirklich ein düsteren Horrorplot zaubern. Toller Film.
Johannes Franke: Ist es nicht schon ein Spoiler zu sagen, dass es einen Plottwist geben wird?
Florian Bayer: Nicht in unserer Filmwelt, wo alles voll ist mit Plot-Twists, alles komplett verseucht.
Johannes Franke: Okay. Na gut, ich bin gespannt. Den würde ich nämlich dann schon mal gucken, weil die Besetzung klingt jetzt sehr gut.
Florian Bayer: Ja. Aber ich weiß gar nicht, ob so ein Film für dich ist.
Johannes Franke: Na gut. Mein Platz drei wäre jetzt, einfach weil es da reingeht, es muss einfach sein, The Empire Strikes Back. Star Wars.
Florian Bayer: Das kann man spoilern.
Johannes Franke: Der Plottwist schlechthin.
Florian Bayer: Der Plottwist des Blockbuster-Kinos.
Johannes Franke: I'm your father. Und es heißt nicht, Luke, ich bin dein Vater, sondern es heißt, no, I'm your father.
Florian Bayer: Ja, und ich kann ihn nicht aufnehmen, weil er mich nicht überrascht hat, weil ich als Kind wusste, dass das so ist. Oh nein. Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe. Aber ich habe ja auch Spaceballs gesehen, bevor ich den Star Wars gesehen habe, den ersten.
Johannes Franke: Das habe ich auch. Aber das hat mich nicht... gespoilert oder sowas?
Florian Bayer: Nee, mich hat so das Drumherum der ganze Kontext gespoilert. Ich glaube, meine Eltern waren schuld, die es dann einfach so gesagt haben, mal dazwischen. Ich glaube, ich habe die auch in komischer Reihenfolge gesehen. Ich Okay. Okay.
Johannes Franke: Nee, ich habe den irgendwann mal mit meinem Onkel als Kind in Rostock, als wir nichts Besseres zu tun hatten, weil wir zu Besuch waren und alles... Wenn man zu Besuch ist und man nicht so richtig weiß, was man machen will, guckt man halt irgendwie sowas. Und das hat er uns gezeigt. fand die ganz großartig und ich war von dem Plottwist wirklich, wirklich, boah.
Florian Bayer: Ist auch ein super Plottwist. Vor allem haut es dich so aus den Socken, weil du nicht damit rechnest in diesem Setup. wo Gut und Böse so klar definiert sind.
Johannes Franke: Genau. Und dann plötzlich kommt ein Verschwimmtes. Plötzlich weißt du nicht mehr, hä, was? Ja. Ja, ist wirklich toll.
Florian Bayer: Ja, großartig. Mein Platz 2. Planet der Affen aus dem Jahr 1968. Ihr Wahnsinnigen, ihr habt die Erde kaputt gemacht. Wie konntet ihr nur? Ja, ich glaube, ein Plotwist, der den meisten, selbst denen, die den für nicht gesehen haben, bekannt sein dürfte. Charlton Heston landet als Astronaut auf einem Planeten, in dem die Affen das Sagen haben und die Menschen wie Tiere in Käffigen gehalten werden. Und der große Twist ist dann am Ende, dass er in den Sonnenuntergang reitet.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann kommt er am Strand plötzlich an der halb versunkenen Freiheitsstatue vorbei, die da im Sand steht und Und stellt fest, dass er die ganze Zeit auf der Erde war, in der Zukunft gelandet ist und die Menschen einfach die Erde zugrunde gerichtet haben und deswegen die Affen in der Evolution aufgestiegen sind. Und die Menschen abgestiegen sind. Und er verflucht die Menschen, die die Erde zerstört haben. Und damit endet dann der Film. Tatsächlich ist das... Bild der Freiheitsstatue im Vordergrund und eher im Hintergrund, wie er auf dem Boden liegt und total verzweifelt ist, ist das letzte Bild dieses Wirklich das letzte Bild dieses Films. Ganz toll.
Johannes Franke: Wow. Ich hab den Film nie gesehen.
Florian Bayer: Nein.
Johannes Franke: Ich hab den Planetarium nie gesehen.
Florian Bayer: Oh, der gehört auf jeden Fall auf die 1001-Liste.
Johannes Franke: Wirklich, ja?
Florian Bayer: Ja. Vielleicht nehme ich den fürs nächste Mal mal schauen.
Johannes Franke: Also ich fand halt die Vorstellung, da einen Haufen Affen zu sehen, immer sehr albern. Und da habe ich gedacht, ne, hä?
Florian Bayer: Das ist gut gemacht. Mit den Kostümen, ja. Ich finde es überzeugend. Das ist natürlich was anderes als bei den neuen Planet der Affen Filme.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der Film hat ja quasi mittlerweile zwei Remakes gekriegt und zahllose Fortsetzungen. Und bei den neuen haben sie es einmal so, haben sie die Affen sehr affig inszeniert. Das war der Tim Burton Film. wo die sich wirklich sehr wie Affen bewegen und noch krasser ist es eigentlich bei dem danach, wo sie ja wirklich einfach die Affen nehmen und dann so die Entwicklung zeigen, wie die Affen langsam menschlicher werden. Und er macht es halt mit Kostümen. Er steckt halt Schauspieler in Kostüme und das sieht man schon. Aber es funktioniert erstaunlich gut, vor allem, weil er einfach ... wirklich pointiert Gesellschaftskritik damit abliefern kann, weil die Menschen eben die sind, die im Zoo gehalten werden und die wie Tiere behandelt werden und Die Affen sehen sich selbst als die Kultivierten und können sich überhaupt nicht vorstellen, dass sie und die Menschen gleiche Vorfahren haben. Im Prinzip so ein Diskurs, den wir auch... und teilweise leider auch noch haben. Also wir haben einfach mal die evolutionsleugnenden Affen. die total schockiert sind, als plötzlich ein Mensch anfängt zu reden. Superfilm, wirklich. Immer noch ganz oben in meiner Liste.
Johannes Franke: Okay. Na gut. Platz zwei bei mir wäre ... Knives Out. Sehr neu.
Florian Bayer: Wirklich neu. Oh, den darf man nicht spoilern, oder?
Johannes Franke: Netflix? Ich weiß nicht genau.
Florian Bayer: Das ist kein Netflix-Film, das ist ein Kinofilm. Also läuft mittlerweile auf Netflix?
Johannes Franke: Ja, genau, läuft auf Netflix.
Florian Bayer: Ist ein Kinofilm. Darf man den spoilern? Ich finde es super.
Johannes Franke: Das ist ganz toll. Also endlich mal wieder so ein wie so ein Krimi, Agatha Christie, wir alle sitzen in einem Haus und irgendwie... fragt sich, wer war es, wer hat was wie wann gemacht, weswegen und warum und das ist auf eine so tolle, ich weiß nicht, So lustvoll inszeniert.
Florian Bayer: Da hat jemand sehr viel Spaß an klassischer Murder-Mystery-Unterhaltung.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Und dann Daniel Craig als fast so die Karikatur von so einem ermittelnden Detektiv. Ja, ja. immer alles zu wissen, der aber ganz lange auch im Dunkeln tappt.
Johannes Franke: Ja, und der auch wirklich sehr würdevoll dadurch, also sehr... gebemüht, würdevoll da durchläuft und irgendwie so ein, ich weiß nicht, ich fand es ganz, ganz toll, weil man auch viel miträtselt und der Plottwist am Ende ist wirklich toll.
Florian Bayer: Das Schöne ist ja, es gibt ja am Anfang, so nach dem ersten Drittel gibt es so einen Clot-Twist. Und dann denkt man die ganze Zeit, da muss doch noch was kommen kann. Da muss doch noch was kommen. Irgendwann hat man sich fast schon damit abgefunden, dass nichts mehr kommt. Und dann kommt doch noch mal was.
Johannes Franke: Ist schön.
Florian Bayer: Weil wir wissen sehr früh, wer der vermeintliche Mörder beziehungsweise die vermeintliche Mörderin ist.
Johannes Franke: Mhm. Weil es auch ganz straightforward erzählt wird dann. Und dann hast du irgendwann merkst du dann, huch, da ist doch noch was. Doch noch was.
Florian Bayer: Sehr schöner Film.
Johannes Franke: Ganz toll.
Florian Bayer: Platz 1, Memento. Großartiges Ende, wo der Protagonist sich die ganze Zeit fragt, wer verarscht mich hier? Am Schluss kommt raus, er hat sich selbst verarscht. Memento, eigentlich auch ziemlich berühmt von Chris Nolan, einer der frühesten Filme von Chris Nolan, ich glaube sein zweiter Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Der Protagonist hat eine Amnesie, die das Kurzzeitgedächtnis betrifft. Deswegen kann er sich immer nur an die letzten zwei, drei Minuten erinnern. Und der Film setzt das ganz gekonnt so um, indem er uns die Geschichte rückwärts erleben lässt. Das heißt, er zeigt immer diese zwei, drei Minuten-Segmente. Und schneidet dann zu dem 2-3 Minuten-Segment davor auch tatsächlich in der Story begründet mit der Aussage des Protagonisten, ich weiß, was ich als nächstes tun werde vielleicht. Aber ich weiß nicht, was ich getan habe. Und so sehen wir halt auch den Film. Wir wissen immer, was er tun wird, aber wir wissen nie, was er getan hat. Und er jagt den Mörder seiner Frau und die Person, die dafür verantwortlich ist, dass er eben diesen Gedächtnisverlust hat. Und am Ende erfahren wir, also wir wissen die ganze Zeit, er wird irgendwie reingelegt und irgendjemand will ihn dazu bringen, den Falschen zu ermorden. Und am Ende erfahren wir, er ist es selbst, der sich dazu bringt, den Falschen zu ermorden, indem er sich falsche Fährten legt, weil er will einen korrupten Polizisten umbringen, der ihn wiederum die ganze Zeit dazu bringt, andere Leute umzubringen. Es ist sehr konvolutet, also Es ist ein durchaus komplizierter Film auch.
Johannes Franke: Aber sehr schön. Also ich mochte den Film damals sehr. Ich habe ihn ewig nicht gesehen. Ich glaube damals, als er rauskam oder sowas mal einmal und dann... Oder wann kam der raus, weiß ich nicht genau.
Florian Bayer: Ja, auch diese Zeit, die Zeit der Plottwists, Anfang 2000er oder Ende 90er.
Johannes Franke: Genau. Fand ihn ganz toll und habe ihn aber dann nicht nochmal gesehen. Ich glaube, ich wäre echt nur einmal.
Florian Bayer: Ist auch so ein Rewatch-Kandidat.
Johannes Franke: Ja. Okay, sehenswert, sehr sehenswert. Mein Platz 1, ähm, Hast du jetzt dein Platz 1 schon genannt? Mein Platz 1 ist The Prestige.
Florian Bayer: Ja, nochmal 9. 9 hat es drauf.
Johannes Franke: Ja, 9 kriegt das irgendwie hin. Toll. Zauberer. Zwei Zauberer, die irgendwie in Konkurrenz zueinander stehen, die so einen ganz krassen Trick haben, wo ... Einfach Teleportation von einer Seite der Bühne auf die andere Seite in einem Tempo, das einfach schwierig ist zu machen. Und tja, Plottwist, erklären oder nicht?
Florian Bayer: Es gibt zwei Plottwists, weil die machen ja natürlich unterschiedliche Strategien, wie sie das machen.
Johannes Franke: Und das eine ist so übel, das ist so düster.
Florian Bayer: Und das geht dann ja auch in die Fantasy-Richtung. Also das eine ist total wirklich einfach nur schön erklärt. Ja.
Johannes Franke: Der eine, also ich erzähl's einfach, weil es 2006 kommen, was soll's. Dieser Trick wird einfach der eine, der den Original macht, der irgendwie auch damit... Anscheinend zufriedener zu sein scheint und damit sehr viel mehr im Reinen ist. einfach einen Zwilling. Der hat einfach einen Zwilling, der auf der anderen Seite der Bühne dann durch die Tür kommt.
Florian Bayer: Aber so total dedicated, ne? Irgendwann verliert er einen Finger, dann muss er dem Zwilling auch den Finger abhauen, dann bist du Damit sie gleich aussehen. Und der verrät es auch niemandem. Dieser Zwillingsbruder existiert nicht. Selbst seine Frau weiß nichts davon. Und manchmal ist der Zwillingsbruder auch bei seiner Frau. Und sie sagt so, manchmal sagst du, ich liebe dich und ich glaube dir nicht.
Johannes Franke: Und der andere, der im Konkurrenztream steht, der ist halt total so ein irrer Typ, der dann Zwillinge von sich, also so Klone von sich herstellt. Ja. Und die dann aber jedes Mal sterben müssen, wenn der Trick passiert ist, wenn ich das richtig erinnere.
Florian Bayer: Er hat Unterstützung von Nikola Tesla, der so eine Maschine gebaut hat. Er versteht halt einfach nicht, dass sein Konkurrent da so gut kann und will das dann auch hinkriegen. Dann geht er zu Nikola Tesla weil er dann den Hinweis gekriegt hat, dass sein Konkurrent bei dem war. Aber das sind nur falsche Fährten, die der Konkurrent gelegt hat. Aber Nikola Tesla schafft es dann tatsächlich, eine Maschine zu bauen, die ihn klont. Aber das wirklich Grausame ist, nicht seine Klone werden dann umgebracht, sondern er wird immer umgebracht. Er steht auf der Bühne.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Und er lässt den Klon im Theater ganz weit hinten in den Publikumsrängen erscheinen und er selbst fällt durch eine Klappe Und fällt ins Wasser und stirbt dann. Und darüber wird auch kurz in dem Film dann philosophiert, was eigentlich mit ihm ist. Ist er das? Er ist Weil er erinnert sich natürlich immer, dass der Trick funktioniert hat und er dann wieder da stand, weil er sich nicht als die Person erinnert, die gestorben ist. Weil der Klon ist halt innerhalb von einer Sekunde entstanden und... Hat dann auch genau dieselben Erinnerungen.
Johannes Franke: Wow.
Florian Bayer: Also das ist ziemlich düster und er sagt auch irgendwann mal, er hat bei diesem Trick dann immer gehofft, dass er... im Zuschauerraum steht, wenn der Trick vorbei ist. Und das hat er immer in seiner Erinnerung, weil er halt immer die Erinnerung des Überlebenden ist. Und Leichen pflastern seinen Weg.
Johannes Franke: Wahnsinn.
Florian Bayer: Großartiger Film. Hugh Jackman ist der Wahnsinnige. Christian Bale ist der mit dem Zwillingsbruder.
Johannes Franke: Wahnsinn. Toller Film. Ja, dann wären wir durch mit unserer Top 3.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und haben auch schon unser Fazit für das Ding.
Florian Bayer: Ja, wir können einfach ganz sanft jetzt unsere Musik, unsere Zwischenmelodie einblenden. Einmal die Tatsache. Title Cut zeigen, wie wir beide zu sehen sind. So skizziert, wie wir vor dem Mikrofon sitzen. Und dann steht da Hustlers. Und wir sehen uns gleich.
Johannes Franke: Wir sehen uns gleich. Viel Spaß mit das Ding. Und schaut euch, bevor wir jetzt... Hustlers gucken, besprechen. Guckt euch den an. Bis gleich.
Florian Bayer: Bis gleich. Ich habe vorhin ganz vergessen, als ich das Geburtstagsständchen für dich gesungen habe. Zwei kleine Anekdoten dazu. Hast du gerade gesungen gesagt?
Johannes Franke: Oh, Plur, das tut mir leid. Jetzt war ich fies. Nein, es war ganz toll, Plur. Nein, es war sehr schön. Vom Spiegel. Es war wirklich sehr schön.
Florian Bayer: Ich habe extra Gesangsunterricht genommen.
Johannes Franke: Ich muss dazu sagen, dass wir früher, als wir auch dieses Konzept, was wir jetzt beim Podcast fahren, schon früher mit unseren... anderen Freunden mit Maya und mit Katrin und sowas gefahren haben, dass wir uns gegenseitig Filme gezeigt haben. Wir haben auch Karaoke gesungen zusammen.
Florian Bayer: Mhm.
Johannes Franke: Und es gab eben diese Karaoke-Maschine, die sagen konnte, wie nah man am Original war.
Florian Bayer: Singstar auf der Playstation. Das waren keine glorreichen Momente von mir.
Johannes Franke: Und Plo hat immer die schlimmsten Töne daneben gefunden, die es so gab. Großartig.
Florian Bayer: Ich habe Singstar gesprengt. Ich bin der Einzige, der es schafft, bei Singstar einen negativen Score zu erreichen.
Johannes Franke: Aber es war wirklich ganz toll.
Florian Bayer: Ja, es war eine schöne Zeit. Wir müssten mal wieder Singstar spielen.
Johannes Franke: Oh Mann, ja, eigentlich schon. Okay.
Florian Bayer: Genug Nostalgie. Ja. Genau, zwei Anekdoten zum Geburtstagsständchen. Es gibt ganz tolle Memes im Internet, wie man schaut, wenn einem Happy Birthday gesungen wird.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Und so der O-Ton ist ein angestrengtes, eingefrorenes Grinsen. Also googelt einfach mal so Meme und My Face when someone sings Happy Birthday for me. Und dann gibt es ein ganz tolles Stück von Trevor Noah, findet man auf YouTube. Er hat ja immer mal wieder so diese Zwischenstücke, wo er mit dem Publikum redet. Und da erzählt er von Happy Birthday. und erzählt, dass er als kleines Kind ein anderes Happy Birthday gelernt hat, so ein total fröhliches Upbeat. Und er hat das immer gesungen, ganz fröhlich. Und dann war er im Kindergarten. Und dann haben sie gesagt, so jetzt singen wir Happy Birthday. Und dann hat er angefangen, Happy Birthday to you, yeah. Und dann meinten die Erzieher oder Erzieherinnen wohl so zu ihm, nein, nein, nein, das ist komplett falsch, so kannst du das nicht singen, das Glied geht so, Leute, zeig dir mal, wie das geht. Und dann haben die das gesungen und er meinte, das war total schrecklich und schockierend für mich. Kann das ein Geburtstagslied sein? Das ist ein Trauerlied. Stellt euch mal irgendeinen anderen Text dazu vor. Happy Birthday to you. Also es ist wie ein Beerdigungslied und dann wird noch ein Kuchen reingefahren und die Kerzen werden ausgeschlagen. Es steht für Tod, für Trauer und für Vernust.
Johannes Franke: Ja, okay. Nein, aber du hast es wirklich nicht als Trauerlied gesungen, das muss man sagen.
Florian Bayer: So schief will kein Trauerlied gesungen werden. In diesem Moment steht der oder die Gestorben aus dem Grab auf und sagt, nein, nicht bei meiner Beerdigung.
Johannes Franke: Nein, aber ich war tatsächlich, muss ich sagen, ein bisschen überrascht, dass ich das Lied, ah, ich hab's erkannt.
Florian Bayer: Okay, komm, jetzt aber.
Johannes Franke: Es hatte einen Text. Ja, stimmt. Nein, es war wirklich nicht schlecht, Bloor. Ich finde, du hast dich über die Jahre jetzt ein bisschen... Vielleicht hat es mit deinem Kind zu tun?
Florian Bayer: Ja, wobei ich dem auch nicht so wirklich viel, also mittlerweile nicht mehr. Als er ganz klein war, habe ich ihm zum Einschlafen Losing My Religion vorgestellt.
Johannes Franke: im Losing My Religion vorgelesen und Nietzsche vorgelesen.
Florian Bayer: Naja, wenn ich schon Schlaflieder singe für ein Baby, der sowieso keine Ahnung von Musik hat, dann soll es wenigstens was Gutes sein. Und nicht morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt.
Johannes Franke: Oh Gott, das ist so hart. So Gott will, wirst du wieder geweckt. Oh mein Gott.
Florian Bayer: Gut, kommen wir zu unserem zweiten Film für heute. Einem sehr aktuellen Film, der aber auch im kleinen kriminellen Milieu spielt.
Johannes Franke: Der auch im kleinen oder Großkriminellen eher, weiß ich nicht, naja.
Florian Bayer: Wird sich zeigen.
Johannes Franke: Wird sich zeigen. Flor, führ uns doch mal in den Film ein.
Florian Bayer: Hustlers von Lorene Scafaria aus dem Jahr 2019 basiert auf einer Reportage des New York Magazines von Jessica Pressler. Erzählt wird die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von einer Gruppe Stripperinnen, die nach der Finanzkrise 2007 mit dem Niedergang ihres Business konfrontiert werden. Kreativ heißt in diesem Fall vor allem illegal. Die Frauen betäuben ihre Stammkunden mit einem Mix aus Getamin und MDMA, locken diese in ein Separee ihres Clubs und bringen anschließend deren Kreditkarten zum Glühen. sowohl sie als auch der Club profitieren davon, während die Opfer, die lüsternden und gierigen Banker Zumindest wenn man dem höchst subjektiven Blick der Erzählerin folgt, es nicht anders verdient haben. Ist Hustlers also nicht mehr als eine Krimi-Komödie über einen ebenso durchdachten wie gehässigen Massenbetrug? Rechtfertigt und verharmlost er das kriminelle Verhalten seiner Protagonistin sogar? Oder geht es doch um mehr? Um Freundschaft, Fürsorge, das Überleben am Rand der Gesellschaft, die Rache an einer arroganten, selbstsüchtigen, von Männern dominierten Brokerwelt? Deine Gedanken, Johannes.
Johannes Franke: Du hast doch jetzt schon beantwortet.
Florian Bayer: Nein, ganz viele Fragezeichen. Ganz viele, ganz viele überhaupt nicht suggestive oder rhetorische Fragen.
Johannes Franke: Nein. Ja, der Film verharmlost mir fast zu wenig, was sie machen. Es ist ein Film, der... Also um das gleiche am Anfang einmal vorauszuschicken. Bei The Sting jetzt... bin ich sofort bei den Protagonisten, weil ich die Antagonisten sowieso nicht mag. Ich bin bei diesem Film auch nicht unbedingt bei den Bankern. Finde aber auch nicht unbedingt, dass sie es verdient haben.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil das ist schon ziemlich hart, was sie da abziehen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Es ist wirklich ziemlich hart. Und ich finde, ich bin sehr hin und her gerissen, weil der Film... Sehr viel Respekt dafür verdient, dass sie es nicht verharmlosen, also dass sie nicht sagen, zu sehr sagen, hier guck mal, die haben es sowieso verdient. Das tut er nämlich nicht, um mal eine Frau zu zitieren, die damit sehr viel zu tun hatte, die Regisseurin, um genau zu sein. Sie sagte, ich habe kein direktes Zitat, fällt mir dabei auf. Sie meinte, es sei nicht... Nötig gewesen, den Menschen, die da die Männern, die da an der Wall Street arbeiten, die sie über den Tisch ziehen, auch noch... mehr so darzustellen, dass sie es verdient hätten. Weil Banker dieser Welt sowieso schon genug Scheiße angetan haben. Ich bin da voll bei ihr, aber ich habe den Film über zu viel Schmerzen beim Gucken manchmal.
Florian Bayer: Zu viel Schmerzen. Warum?
Johannes Franke: Weil das einfach echt hart ist, was sie da machen.
Florian Bayer: Ja, das ist hart. Das ist auf jeden Fall brutal. Du meinst, sie hätten es weniger... weniger brutal inszenieren sollen, weil es war ja so brutal. Also die Geschichte, auf der das basiert, ist ja tatsächlich so brutal.
Johannes Franke: Es wurde... an die Regisseurin herangetragen von der Produktion. Sie sollen doch bitte versuchen ... die Männer noch mehr so darzustellen, dass sie es verdient hätten. Also nicht weniger Gewalt, sondern mehr, ich habe es verdient. Das hat sie eben mit der gerade erwähnten Begründung abgelehnt. Ja. was ich einen guten, spannenden Gedanken für einen Film finde, aber mir Schwierigkeiten macht, den Protagonistinnen zu folgen.
Florian Bayer: Das ist genau, das wäre die Frage, die ich gleich angeschlossen hätte. Das heißt, Sympathien für die Protagonistin zu entwickeln. Ja, kann ich total gut nachvollziehen. Ich finde, der Film macht einen ganz guten Job dabei, Sympathien für die Protagonistin außerhalb ihres Schemes zu entwickeln.
Johannes Franke: Ja, das ja.
Florian Bayer: Weil er zeigt halt tatsächlich seine Protagonistinnen eben nicht nur in dieser Rolle als Stripperin und Ganovin.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Sondern er gibt denen wirklich für eine Krimi-Komödie sehr viel Menschlichkeit mit. Er zeigt sie in ihren Rollen als Mütter. Zum Beispiel unsere, also wir haben hier zwei Hauptprotagonistinnen, das ist einmal Destiny, das ist die Junge, die als Stripperin am Anfang 2007, als der Film anfängt, nicht so viel Erfolg hat. Und dann von Ramona, das ist die zweite Protagonistin der älteren, erfahrenen Stripperin ... unter die Fittiche genommen wird und von ihr so ein bisschen lernt, wie sie wirklich Geld machen kann in den Clubs. Und sowohl Destiny als auch Ramona kriegen halt sehr viel nebenbei, was sie machen. Ramona ist eine Mutter, eine Alleinerziehende, die sich um ihr Kind kümmert. Destiny kümmert sich um ihre Mutter, die älter ist und macht es auch, um Geld für sie zu haben. Destiny will nebenbei auch sich weiterbilden, macht ihren Schulabschluss tatsächlich. Und sie werden auch nie als so herzlose Betrügerinnen gezeigt, die einfach die anderen übers Ohr hauen, sondern was nebenbei erzählt wird, ist ja wirklich eine... tiefe Freundschaft zwischen Destiny und Ramona.
Johannes Franke: Aber sie sind zwischendurch schon sehr... Also schon sehr herzlos und einfach drauflos. Die geht geschäftsmäßig durch die ganzen Kontakte, die sie hat. Ja. Also die Geschäftsmäßigkeit, mit der sie dann sind, sind sie gnadenlos. Das ist wirklich hart.
Florian Bayer: Definitiv, da sind sie richtig hart. Und es gibt ja auch diese eine Szene, es gibt einen... Ein Opfer von ihnen, das ... tatsächlich als Opfer inszeniert wird, der nochmal bei ihr anruft und sagt, ich sitze hier auf Schulden, ich kann mein Haus nicht bezahlen, ich habe so viel Geld verloren und Und der wirklich verzweifelt ist und zu dem Destiny auch noch mal so retrospektiv sagt, den fand ich eigentlich ganz nett und es hat mir auch leid getan. Und das bringt dann das ins Rollen, dass sie entdeckt werden, weil sie sich dann am Telefon tatsächlich entschuldigt, was sie sonst halt nicht machen. Sonst sagen sie halt zu den Typen meistens, ey, du hattest die Nacht deines Lebens. Und du erinnerst dich einfach nicht daran. Du warst einfach so voll zugeballert. Was offensichtlich tatsächlich funktioniert, weil sie haben Also auch, wenn man die Geschichte von einem New York Magazine nebenbei liest, sie hatten tatsächlich Stammkunden. Sie hatten Leute, die haben sich über den Tisch ziehen lassen und
Johannes Franke: Und sind wiedergekommen.
Florian Bayer: Und sind wiedergekommen und haben sich ein paar Wochen später wieder über den Tisch ziehen lassen. Einfach, weil sie die Illusion hatten von der Nacht der Nächte. So, wow, ich habe so hart gefeiert mit Prostituierten. Ich habe so viel Geld ausgegeben und kann mich an nichts erinnern. Das muss geil gewesen sein. Das muss ich wiederholen. Was nicht sonderlich für die Intelligenz unserer Geschlechtspartner spricht.
Johannes Franke: Überhaupt nicht. Ich habe für ganz wenige Leute in dieser Geschichte irgendwie Sympathien übrig. Natürlich auch nicht für die Männer, aber eben auch für die Frauen ganz wenig in ihrem Scheme. Aber was du richtig sagst, innerhalb ihrer privaten Geschichte schon, natürlich, klar. Ich will, dass die überleben. Ich will, dass die aus ihren Löchern rauskommen, teilweise in die sie fallen. Aber sobald sie... auf großem Fuß leben, denke ich, äh, Alter, raus da.
Florian Bayer: Ja, ich finde es tatsächlich, ich finde es spannend. Also ich finde, der Film trägt die ganze Zeit so eine gewisse Ambivalenz mit. die es auch nicht so leicht macht. Dem Film wurde auch teilweise vor allem von der konservativen Kritik vorgeworfen, dass er eben ... So ein Stück ist, das totale Verbrechensapologie betreibt, aus einem feministischen Standpunkt heraus. Als der Film rauskam, war er eine Zeit lang das Lieblingsziel der... rechten Filmsphäre, die dann halt gesagt haben, da guckt euch an, so sieht ein Woker Film aus, da sind die Männer, die Opfer. Die Männer werden so als die kompletten Deppen gezeigt und das wird total verharmlost.
Johannes Franke: Na gut, okay, das ist natürlich das falsche Horn, in das sie stoßen.
Florian Bayer: Er macht es meiner Meinung nach nicht. Ich finde, er schafft es. Er balanciert die ganze Zeit da drumherum. Und er zeigt sie, auch wenn sie wirklich ... Wenn sie da voll drin stecken und wirklich kriminell handeln. Wie gesagt, während sie kriminell handeln, hat das wenig Sympathisches. Ich meine, sie geben den Leuten quasi K.O.-Tropfen, sie machen die fertig. Und dann rauben sie sie aus. Also es ist nichts anderes, was sie da machen. Aber trotzdem, wie sie miteinander umgehen, sehe ich da ganz oft so Momente, wo sie halt einfach aufeinander aufpassen, wo sie füreinander da sind und Und immer so ein Stück Menschlichkeit füreinander, gegeneinander bewahren. Selbst auch dieser Moment, als dann schließlich am Ende, wenn Destiny ... zu Ramona sagt, ich habe mit der Polizei jetzt einen Deal gemacht. Da ist Ramona sichtlich enttäuscht und auch frustriert. Aber es zieht nicht so ein Hass- und Rache-Ding nach. Sie umarmen sich ja auch noch mal. Sie umarmen sich sogar. Es bleibt auf dieser menschlichen Ebene.
Johannes Franke: Das stimmt, ist gut.
Florian Bayer: Und das, finde ich, gelingt dem Film wirklich gut, dieses einerseits, andererseits zu erzählen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: eben wir haben hier Menschen und wir haben hier Menschen, die es schwer haben im Leben und die halt irgendwie versuchen zu überleben und um die Runden zu kommen und die daraus... eine gewisse Gier entwickeln und immer mehr wollen und immer mehr machen und definitiv zu weit gehen und auch kriminell werden. Aber es sind trotzdem noch Menschen, die machen halt auch andere Dinge. Sie kümmert sich um ihre Tochter. Sie hat Probleme mit ihrem Freund, weil der nicht ertragen kann, dass sie Stripperin ist. Mhm. So diese ganz kleinen Dinge und das halte ich dem Film sehr zugute, dass er das schafft, sich diese Ambivalenz zu bewahren, weil ich finde, das ist wirklich schwer. Wenn man als Vergleich dagegen hält Wolf of Wall Street von Martin Scorsese.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: der auch ein guter Film ist und der ja diese Broker-Welt auch gezeigt hat und diese Betrüger, die männlichen Betrüger, die Millionen machen, Da war deutlich weniger Menschlichkeit drin und deutlich weniger Freundschaft zueinander. aufeinander aufpassen und so weiter. Da ging es wirklich nur um die Habgier und nur um das Feiern und um die Party. Bis zum Schluss.
Johannes Franke: Dieser Film wurde ja auch Martin Scorsese angeboten, ne?
Florian Bayer: Ja, er hätte den auch machen können, glaube ich. Aber ich bin ganz, ganz froh, dass er in der Hand von einer Regisseurin gelandet ist.
Johannes Franke: Ja, ich auch.
Florian Bayer: Und ich finde, diese Ambivalenz, die trägt er auch in der Inszenierung. Wir haben diese Schnitte zwischen dem Interview von der Reporterin mit Destiny.
Johannes Franke: Zur Party. Julia Stiles.
Florian Bayer: Julia Stiles.
Johannes Franke: Ich saß da und dachte, oh mein Gott, Julia Stiles.
Florian Bayer: Julia Stiles. Zehn Dinge, die ich an dir hasse, Julia Stiles. Spawn Identity Julia Stiles. Julia Stiles, die nicht so eine große Rolle hat in diesem Film, aber die mit sehr viel Ernsthaftigkeit und sehr viel ... ausfüllt.
Johannes Franke: Ich liebe sie. Sie ist super. Sie ist toll. Und es gibt dann
Florian Bayer: diese Momente, wo wir halt wirklich wild party, hemmungslos und dann so ein harter Schnitt in das Wohnzimmer von Destiny, wie sie der Reporterin gegenüber sitzt und versucht sich irgendwie zu rechtfertigen. Und sagt so, okay, das klingt jetzt vielleicht alles ganz falsch, aber guck dir das nochmal, versuch mich zu verstehen und was da passiert ist. Und das, finde ich, gelingt dem Film wirklich gut. Ambivalenz ist was, was der Film definitiv auf seiner Habenseite hat.
Johannes Franke: Ich bin mir nicht ganz sicher, woher das kommt, dass ich dem Film nicht so richtig ... Die Ambivalenz sofort abkaufe, den Willen zur Ambivalenz abkaufe. Ich glaube, es liegt daran, dass der erste Teil des Films doch sehr Hollywood-Party-Film ist.
Florian Bayer: auch der zweite Teil, er ergätzt sich total an dieser Party- und Klemmerstimmung. Es gibt dann ja auch diese Szene, wo sie sagen, oh mein Gott, oh mein Gott, Bitches, Ascher ist hier. Und dann kommt Ascher, der sich tatsächlich selbst spielt in den Club.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und der Film springt quasi vom Jahr 2007 so über das Jahr 2017 in die Zukunft hinein. Und das ist so die letzte große Partynacht, das ist im Jahr 2017, kurz bevor es zum Crash kommt. Und dann ist halt Ascher in dem Club und wirft mit Geld und sie tanzen alle und sie freuen sich alle. Und es ist, der Film ergötzt sich total an dem Klemmer, auch wenn sie sich teure Handtaschen kaufen und schicke Kleider und dann das so feiern. Es gibt aber für mich immer genug Momente dazwischen, die das aufbrechen. Zum Beispiel, wenn eine Tänzerin in der Garderobe heulend sitzt, weil sie ihre Periode hat. Und ich weiß, wie sie damit umgehen soll. Und dann kommt Destiny und sagt einmal, hey, guck mal, hier, Tampon, ich schneide jetzt nicht nur ab, stoffst ihn rein, musst ihn halt nachher wieder rausformeln, aber so merkt kein Typ, dass du deine Periode hast.
Johannes Franke: Aber es war nicht Destiny, oder? Es war Ramona, genau.
Florian Bayer: Und es gibt dieses Glitzern und der Film läuft auch immer so ein bisschen Gefahr, dieser Glitzerwelt zu erleben. Und das cool zu finden, diesen Konsum und dieses Konsumgeile. Aber es wird meiner Meinung nach ausgeglichen dadurch, dass die Frauen, die hier gezeigt werden, die hier porträtiert werden, eben auch... Auch andere Sachen machen.
Johannes Franke: Ja, also das ist schon richtig, dass er auch auf der anderen Seite der Waagschale ein bisschen was zu bieten hat. Aber für mich... hängt da tatsächlich ein bisschen zu sehr in diesem Kapitalismus-Glamour-Macht-Ding.
Florian Bayer: Ja, genau.
Johannes Franke: Ich glaube, da bin ich ein kleines bisschen auf der Seite der Leute, die sagen, es ist... Das verherrlicht das ein kleines bisschen zu sehr. Ja, also mir ist es ein kleines bisschen zu viel.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber es kann auch sein auf der anderen Seite natürlich, dass du damit Leute erreichst, die normalerweise Filme nicht gucken, die dich so tief ziehen in gesellschaftliche Probleme und in so Milieusachen.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Weil eigentlich der Film so viele Partymomente hat, dass du vielleicht Leute erreichst, die einfach gerne, weiß ich nicht, American Pie und so weiter gucken.
Florian Bayer: Er hat tatsächlich diese Partymomente. Und ich glaube, der Film ist ... eigentlich so angelegt, dass er diese Momente des Klemmers und des hemmungslosen Geldausgebens auch kritisch sehen will und kritisch begleiten will. Und wie viele Filme, die das machen, scheitert er daran, weil er einfach dann doch zu sehr in diesen Klima verliebt ist. Das ist dasselbe was auch Kriegsfilme ganz oft haben, wenn sie dezidiert als Antikriegsfilme ausgelegt sind. verlieren sie sich doch ganz oft in der Faszination am Krieg. Zum Beispiel, ganz klassisches Beispiel ist für mich Soldat James Ryan. Der versucht, ein Antikriegsfilm zu sein und der am Anfang in den ersten fünf Minuten alles raushaut, was so Schrecken des Krieges ist, ohne Pathos. Und dann stolpert er doch irgendwann in diese Pathos-Falle und wird halt doch zum Helden-Epos und liest sich plötzlich wie eine Kriegsapologie. Oder auch ein sehr prominentes Beispiel, Starship Troopers. So ein Science-Fiction-Film, der eigentlich angelegt ist als Satire auf Faschismus, weil die alle sich so ... die in der NS-Zeit bewegen. Und dann tragen sie auch diese SS-Mäntel und so weiter. Und er will sich ja eigentlich drüber lustig machen und sagen, guck mal, die Menschheit im Kampf gegen diese Aliens ist so total zum faschistischen System geworden. Aber irgendwie hat er dann doch Freude daran, stolzierende Soldaten zu zeigen. Ich finde es doch geil, diese Massenzielen zu haben. Und dieses Problem hat der Film auch. Dass er eigentlich was kritisieren will oder was kritisch begleiten will. Und dann immer und immer wieder so ein bisschen zu sehr reinrutscht in diese Faszination.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Liegt natürlich auch daran, dass der Film radikal subjektiv erzählt ist. Wir haben die Perspektive von Destiny, die das erzählt. Und zwar nur von Destiny. Und diese Perspektive wird nur aufgebrochen durch die Reporterin, die von Julia Stiles gespielt wird.
Johannes Franke: Und ganz am Ende haben wir so ein bisschen die Perspektive von der Reporterin, die erzählt, sie war mit Ramona auch im Interview und hat dann erzählt...
Florian Bayer: Aber es sind so ein paar kleine Sachen, dann auch so dieser Blick von Julia Stiles, die dann einfach nur schockiert guckt. und wirklich so fassungslos ist. Und Destiny hat offensichtlich begeistert davon erzählt, von der Partywelt. Und in diesem Blick, in diesem Reaction-Shot merkt man, Sowohl Destiny als auch das Publikum plötzlich, okay, vielleicht sollten wir das doch noch mal hinterfragen. Und das wird's dann ja auch, immer wenn Destiny versucht, sich so zu rechtfertigen und sagt, oh ja, okay ... Sie müssen verstehen, was das für eine Welt war und es war wirklich eine kaputte Welt, in der wir gelebt haben und die Männer waren totaler Arschlöcher. Und in unserer Perspektive haben es die Männer nicht anders verdient.
Johannes Franke: Aber diesen Satz... Diese Erzählstruktur macht er gar nicht so sehr. Ich habe das gar nicht ausführlich gehört, dass die das Gefühl hatten, dass die Männer das alles verdient haben. Wenn sie mir das mehr erzählt hätte, dann wäre ich da mehr mitgegangen. Aber das hat sie gar nicht so sehr.
Florian Bayer: Naja, es gibt halt so diese ein, zwei Momente, wo sie halt von den Männern erzählt, wie eklig die waren. Also sie sagt dann ja auch, es gab einfach Scheißtage und dann sieht man halt so... so wie sie im Separé ist und irgendein Typ sie mit Geld so total herablassend bewirft. Es gibt diese wirklich schlimme Prostitutionsszene?
Johannes Franke: Ja, ist richtig. Aber das ist nicht in Verbindung mit dem, was sie da macht, sondern das ist dann vorher. Das ist ja lange vorher.
Florian Bayer: Nee, aber klar, das wirft so ein generelles Licht auf diesen Kundenkreis. Was sind das für Männer, die diesen Stripclub besuchen? Und die sind halt offensichtlich so, dass sie die Frauen wirklich nur als Objekte betrachten. Und auch herablassend behandeln. Oder es sind halt tatsächlich auch einfach teilweise Idioten, die ... die überhaupt nichts mit sich anzufangen wissen und deswegen sowieso schon vorher vor der Finanzkrise Tausende von Dollar für Champagner im Stripclub ausgegeben haben. Es gibt diesen tollen Moment zum Beispiel. Wir haben diese Weihnachtsparty, sie feiern zusammen. Und sie sind alle glücklich und Ramona sagt, wir sind jetzt eine Familie mit Geld und sie tauschen Geschenke aus, es ist wirklich harmonisch. Und dann harter Schnitt, die Musik ist vorbei. Und wir sehen Elisabeth, die Reporterin, und sie sagt, sie haben Leute unter Drogen gesetzt.
Johannes Franke: Ja. Ja, ja, ja. Das ist natürlich gut gegeneinander geschnitten. Aber der Film macht natürlich dann auch sehr pauschal jeden Besucher dieser Etablissements runter.
Florian Bayer: Das stimmt tatsächlich.
Johannes Franke: Was ja auch nicht... besonders dezidiert ist. Es ist ja auch nicht...
Florian Bayer: Es ist tatsächlich auch nicht... Also er hat eine sehr krass, eine deutliche Perspektive und das ist die Perspektive von Destiny. Das ist die weibliche Perspektive.
Johannes Franke: Und
Florian Bayer: Ich glaube, er will das auch so verkaufen. Also ich sehe gerade so, wie du darauf reagierst, dass er damit tendenziell auch eher scheitert. Er will das verkaufen, dass das ihre Perspektive ist und sie ... arbeitet in einer Welt und wird in einer Welt groß, die von Männern dominiert ist und in der Männer denken, dass sie die Krone der Schöpfung sind und alles machen dürfen und sich alles herausnehmen dürfen.
Johannes Franke: Ja, wenn er das ein bisschen mehr herausgearbeitet hätte, wäre ich da auch mitgegangen, ehrlich gesagt. Also, weil das ist natürlich sowieso meine Perspektive.
Florian Bayer: Das ist halt dieses Milieu und auch diese Welten, die sich bewegt und aus ihren Augen, die ja wirklich so oft wie Dreck behandelt wird, ist das irgendwie nachvollziehbar. Und es ist auch nachvollziehbar, dass dann irgendwann die Differenzierungen verschwimmen. Dass es dann halt wirklich nur noch ... Männer als Opfer gibt. Sie behandeln im Prinzip die Männer so, wie sie vorher von den Männern behandeln wurden. Sie sehen sie halt als Cash Cow an.
Johannes Franke: Ja, ja, ja.
Florian Bayer: Es ist ganz spannend, was die Subjektivität der Perspektive betrifft. Hast du den Artikel mal gelesen?
Johannes Franke: Nee, ich habe ihn nicht gelesen tatsächlich.
Florian Bayer: Ich werde ihn nochmal in die Show Notes hauen. Man kann sich den Artikel durchlesen. Es gibt im Archive... gibt es im Webarchive, gibt es eine archivierte Version des Artikels. Das ist total lesenswert. Und der Film hält sich sehr dicht an diese Interview-Reportage. Ah, cool. Allerdings ist die Freundschaft, diese enge Freundschaft zwischen Destiny und Ramona, ziemlich eindeutig dazu gedichtet. Zumindest, wenn man sich die Reportage durchliest. war das offensichtlich zwischen den beiden ein deutlich professionelleres Verhältnis und deutlich weniger freundschaftlich. Und ich verstehe, warum der Film das macht, weil der Film macht das natürlich, weil er die Sympathie für seine Protagonistin wecken will. Und das Zweite ist, wie den Film selbst, und das ist, glaube ich, ganz wichtig dabei, Alles, was Destiny erzählt in dem Film, genauso wie das, was sie in der Reportage erzählt, sollte man, wie sagt man, mit einer Menge Salz genießen. Weil es ist ... Es ist ihre Perspektive und es ist ihre Geschichte. Die Reporterin, die Jessica Pressler, Hat gesagt, na ja, sie hat sich wirklich lange mit dieser Destiny unterhalten. Und sie fand das auch plausibel, was sie gesagt hat. Aber es waren immer mal wieder so kleine Lücken dazwischen, wo man gedacht hat, okay, da versucht sie was zu übertreiben oder zu untertreiben.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann später hat der Faktenchecker von dem Magazin angerufen bei ihr, um Details nochmal zu beklären. Und dann meinte sie, sie hat das alles erfunden. Das ist doch eine totale Räuberpistole, die ich da erzählt habe und das war doch gar nicht so. Also sie ist auch offensichtlich da nochmal zurückgerudert.
Johannes Franke: Aha. Das heißt, wir wissen nicht, was jetzt bei Destiny erfunden ist und was nicht...
Florian Bayer: Wir wissen nicht, was erfunden ist und was wirklich passiert ist. Wir wissen nicht, wie weit sie gegangen sind mit ihren Kunden... Es gab ja tatsächlich diesen Fall und es gab auch Anklagen gegen die Frauen und die sind alle recht glimpflich davongekommen. Und es gab diese Anklagen tatsächlich, weil Opfer, und zwar erst mal nur ein Opfer, sich bei der Polizei gemeldet hat. Und gesagt hat, ich wurde unter Drogen gesetzt und ausgeraubt in einem Stripclub. Und dann hat der Polizist gesagt ...
Johannes Franke: Und das Anrufe kriegen wir ständig.
Florian Bayer: Und das ist auch tatsächlich so. Also die Jessica Pressler hat auch Polizisten, die haben gemeint, diese Anrufe kriegen wir ständig, weil Leute einfach... einfach kacke finden, dass sie so viel Geld im Stripclub ausgegeben haben. Aber der Mann hatte dann tatsächlich einen Telefonanruf, den er gemacht hatte bei Destiny. Also das stimmt auch. Das wird ja auch im Film gezeigt. wo er das halt sagt und wo er ihr verzweifelt sagt, wie seine Situation ist und sie sich dann entschuldigt. Und das hat er den Polizisten halt vorgespielt. Und dann haben sie es ihm geglaubt. Und dann haben sie wohl nochmal ein zweites Opfer gefunden. Und dann... verschwimmt so ein bisschen, was wirklich passiert ist, weil die in der Realität In der Geschichte von der Reportage von der Destiny, die die Geschichte erzählt, war es dann wohl so, dass sie ziemlich paranoid wurden, weil sie dachten, sie werden überwacht. Und es wird irgendwas, es werden ihnen potenzielle Kunden von der Polizei werden verwandt oder so zu ihnen geschickt oder die Polizei selbst kommt und spielt Kunden. Das wird im Film ja auch gezeigt. Und die Polizei hat aber selbst gesagt, wir haben sowas nie gemacht und wir hatten Zeugen oder beziehungsweise wir sagen nichts dazu, wir können das nicht kommentieren. Und es gibt sehr viel an dieser Geschichte, wo es so in der Reportage einfach so ein bisschen schwammig ist. was ist wirklich passiert, was ist dazu gedichtet, was ist übertrieben, was ist untertrieben. Und ich finde, der Film übersetzt das ganz gut darin, dass er eben, dass er sich selbst erzählt aus dieser subjektiven Perspektive. Dass er diese Perspektive zwar auch bricht, dann eben mit Jessica Presslers Aufzeichnung, Aber ich finde, er ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine Geschichte subjektiv erzählen kann. Und das aber auch offensichtlich macht. Der Film ist ein Interview-Film.
Johannes Franke: Jaja, genau.
Florian Bayer: sehen, sind die Bilder, die entstehen, wenn Destiny ganz begeistert davon erzählt, wie sie gefeiert haben und wenn Destiny ganz begeistert davon erzählt, wie geil ihre Betrugsaktionen funktioniert haben. Und aufgebrochen wird er eben durch die Reaktion von der Reporterin, die dann kritisch nachhakt und sagt, Moment mal, Ihr habt hier Menschen unter Drogen gesetzt. Mit MDMA und Ketamin. Das ist gefährlich.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und das war's ja auch offensichtlich. Zwei-, dreimal gibt's ja diese Situation, wo's fast schiefgeht, weil jemand fast draufgeht.
Johannes Franke: Ja, das find ich schon krass. Also, das hat mich wirklich sehr ... getroffen da beim Schauen, weswegen es eben mir dann teilweise sehr schwer gefallen ist, denen da noch Sympathie zu geben, also denen auch noch zu wünschen, dass sie irgendwas schaffen.
Florian Bayer: Ja, natürlich. Also offensichtlich, wir haben hier zwei Positionen. Ich finde, der Balanceakt ist gewagt, den sie machen. Ich finde, der Balanceakt gelingt die meiste Zeit über. Manchmal verfängt sich der Film so in seiner Begeisterung für den Glamour. Und du bist offensichtlich eher so in der Position, der Balanceakt gelingt, nicht so wirklich.
Johannes Franke: Also, der Film ist gut.
Florian Bayer: Okay.
Johannes Franke: Der Film ist wirklich gut. Aber ich habe Schwierigkeiten, die Sympathiefiguren als Sympathiefiguren über weite Strecken zu behalten. Und das macht es eben schwer, den zu gucken. Und natürlich kann ich ihn Absolut gucken als Zeuge einer wahren Begebenheit. womit wir eigentlich rüber wechseln könnten.
Florian Bayer: Oh, ich spüre da was kommen. Eine Top-Liste? Zwei Top-Listen sogar? Oh mein Gott. Schengel. Zwei Top-Listen? Naja, eine von mir, eine von dir. Ich bin immer irritiert, wenn ich den Jingle höre, unsere Liste. Da denke ich immer, Listen.
Johannes Franke: Listen.
Florian Bayer: Ja, okay. Wir haben Based on a True Story. Ja. Und ich finde es wirklich ein schönes Thema und auch ein schwieriges Thema, weil... Ja, wie weit muss sich der Film von der Realität entfernen, um ein guter Film zu sein? Und wie nah muss er an der Realität sein, um dieses Based on a True Story bei sich tragen zu dürfen?
Johannes Franke: Und ich habe die ganzen Biografien weggelassen.
Florian Bayer: Lass mich kurz gucken. Eine Biografie habe ich dabei.
Johannes Franke: Das ist ein bisschen lazy. Weil eigentlich ist ja Biografie doch was anderes als einfach nur eine Story, die...
Florian Bayer: Und hast du so diese Fake-Pseudo-based-on-a-true-story irgendwie dabei, die das ... Nicht die es so absichtlich machen, sondern die wirklich sagen, based on a true story und du guckst den Film und weißt genau, ey Leute, ihr habt 2000 Sachen dazu gedichtet, das hat nichts mit dem eigentlichen Geschehen zu tun.
Johannes Franke: Also Leute, die das sozusagen tatsächlich ernst meinen, das da hinzuschreiben. Ich war kurz versucht, Fargo mit reinzunehmen. Bei Fargo ist es ja allen klar, dass das Blödsinn ist.
Florian Bayer: Ja, es gibt ja halt auch... Manchmal habe ich das Gefühl, Based on a True Story ist auch so ein bisschen ein Oscar-Garant. Und es gibt ja diese Filme, die dann sagen, hey, Based on a true story. Wir haben hier ein historisches Gewicht, das wir mit uns rumtragen. Und dann schaust du einmal zum Faktencheck und stellst fest, das ist dazu gedichtet, das ist dazu gedichtet, das ist dazu gedichtet.
Johannes Franke: Ja. Habe ich alles nicht. Es gibt diese, das fällt mir jetzt gerade erst ein, diese Geschichte, kennst du das? Von... Schwarzen Frauen.
Florian Bayer: Den wollte ich unbedingt noch gucken. Hidden Figures?
Johannes Franke: Nee. Verdammt. Ich weiß es leider gerade nicht. Aber dieser Film wäre jetzt in der Liste eigentlich. Ich bin bloß nicht drauf gekommen. Ich komme jetzt erst drauf. 50er Jahre, schwarze Frauen. The Help.
Florian Bayer: Nee, habe ich nicht gesehen. The Help sagt mir auch gerade nichts.
Johannes Franke: Das war super. Okay, taucht nicht in meine Liste auf, ist jetzt Honorable Mention. The Help.
Florian Bayer: Hast du noch mehr Honorable Mentions?
Johannes Franke: Ich habe als Honorable Mention noch... Ja, und zwar The Two Popes.
Florian Bayer: Oh ja, den hattest du schon mal genannt, den hab ich immer noch nicht gesehen.
Johannes Franke: Also Plur, jetzt sage ich dir einmal einen Film, den du nicht kennst und dann... Okay, nein, The Two Pops, deswegen honorable mention, weil das Gespräch zwischen den beiden wahrscheinlich nie stattgefunden hat. Aber es ist halt so ein, es geht ja darum, ein Papst, der sein Amt niederlegt. Das ist etwas völlig Undenkbares eigentlich, aber der war halt gesundheitlich und so nicht, der hat einfach noch gemerkt. dass es ganz schlecht wäre, jetzt weiterzumachen, was ich ihm wirklich zugutehalten möchte. Und normalerweise stirbt halt ein Papst einfach und dann gibt es den nächsten.
Florian Bayer: Davor ist er noch dement, komplett auf dem Stuhl sitzen und irgendwelchen Scheiß erzählen.
Johannes Franke: Und die erzählen ja sowieso genug Scheiße. Also insofern ist es schon ganz gut. Und der hat dann halt an Pope Francis, glaube ich, seinen Posten abgegeben. Es gibt ein fiktives Gespräch, was in diesem Film, also was eigentlich den Film... Wo die sich unterhalten über die Kirche, die Aufgabe der Kirche und was vorher war, was nachher war und die beiden waren sich eigentlich auch gar nicht grün.
Florian Bayer: Und der Film steht nur aus diesem Gespräch oder ist der drumherum was anderes noch?
Johannes Franke: Fast nur dieses Gespräch.
Florian Bayer: Krass. Fernando Merey aus dem Jahr 2019 und zwei Stunden Päpste, die sich unterhalten.
Johannes Franke: Ja, es ist toll. Es ist wirklich toll. Also, es lohnt sich. Und dann ist Anthony Hopkins und... Oh, krass. Jonathan Pryce. Jonathan Pryce.
Florian Bayer: Also als Benedikt der 16. und Franziskus, die letzten beiden. Päpste quasi.
Johannes Franke: Das ist unglaublich gut gemacht. Wirklich ganz toll. Und die großen Fragen.
Florian Bayer: Ja, ich muss den mal auf die Liste packen.
Johannes Franke: Vielleicht müssen wir, ich gebe ihn dir auf.
Florian Bayer: Ja, mach das vielleicht, dann habe ich wenigstens einen Grund, ihn zu gucken auch.
Johannes Franke: Dann machen wir das. Komm, das machen wir. Sehr schön. Müssen wir nur merken und bis zum Ende der Episode.
Florian Bayer: Ich habe auch ein paar Honorable Mentions.
Johannes Franke: Okay, und los.
Florian Bayer: Meine erste Honorable Mention ist Frost Nixon aus dem Jahr 2008 von Ron Howard, dass dieses Interview von David Frost mit Richard Nixon. was ihn dann, wo er quasi Watergate gestanden, hab ich dir was weggenommen?
Johannes Franke: Nee, nee, aber krasses Ding, ne?
Florian Bayer: Where Watergate gestanden hat und ist wie viele Filme based on True Story verkürzt und zusammengeschnitten und ein bisschen hinzugedichtet, um das pointierter zu machen. grandioses Kammerspiel. Auch zwei Männer, die sich unterhalten und nichts anderes. Und trotzdem zwei Stunden lang Und trotzdem die ganze Zeit überspannend und angespannt, weil man einfach weiß, was für ein historisches und politisches Gewicht da drauf liegt. Toller Film.
Johannes Franke: Krass, ne?
Florian Bayer: Dann habe ich Serpico. Das ist auch so ein bisschen Biografie aus den ... aus dem Jahr 1973 von Sidney Lumet. wo Al Pacino einen Cop spielt, der gegen die Korruption innerhalb der New Yorker Polizei kämpft und ... einen ziemlichen Struggle hat, weil er so als Nestbeschmutzer gilt. Grandios gespielt, allein wegen Al Pacino, der das wirklich fantastisch spielt, sehenswert, aber natürlich ist auch Siddly Nomi ein großer, richtig Und ein sehr politischer Film aus den 70ern einfach, der toll Schwachstellen in der Polizei aufdeckt. Und meine letzte Honorable Mention, tut mir leid, einer habe ich noch. Jeder für sich und Gott gegen alle von ... Von Werner Herzog, der die Geschichte des Kaspar Hauser behandelt. Auch aus dem Jahr 1974 in dem Fall. Auch aus den 70ern.
Johannes Franke: Aber auch sehr frei, oder?
Florian Bayer: sehr frei. Deswegen ist er auch nur Honorable Mention. Der setzt sich so zusammen aus Sagen, die sich erzählt wurden, aus Geschichten, aus Tagebucheinträgen. Und Kaspar Hauser ist ja ein großes Mysterium. Und er behandelt das allerdings auch wie ein Mysterium. Das, was Werner Herzog kann, alles sehr schwammig und sehr undeutlich erzählen und immer sehr abstrakt. nacktbleibend. Aber er schafft es, irgendwie diese ... Diese Atmosphäre, die mit dieser Figur, mit dieser Person, die offensichtlich jahrelang in einem Kellerverlies gelebt hat. Und dann plötzlich rauskommt und niemand weiß genau, wer ihn eingesperrt hat und warum. Diese Atmosphäre, dieses Mysterium, das um ihn herum schwebt, das schafft Werner Herzog fantastisch in Bilder zu packen. Spezieller Film, based on a true story, sehr weit gedehnt, aber definitiv sehenswert.
Johannes Franke: Bei Werner Herzog habe ich immer dieses Deutsch-Englisch im Kopf, was er spricht. Das ist unglaublich.
Florian Bayer: Wow. Und er ist schon so lange international. unterwegs und trotzdem klingt sein Englisch immer noch so wie Rheinland-Pfälz, ich ja CDU-Politiker.
Johannes Franke: Und dann habe ich irgendwie, ich weiß nicht warum, hat er mal sowas gemacht, so wie er so... Tierdokus der Narrator ist. Ja, er ist ganz auf der Narrator. Look at this lion. This lion ist so ein bisschen Schwarzenegger. Das klingt an Schwarzenegger. Ja, okay. Aber es ist nicht so weit weg irgendwie so vom Gefühl.
Florian Bayer: Ich finde Herzogsstimme echt anstrengend. Der ist mir immer so ein bisschen zu ruhig.
Johannes Franke: Nein, so schlimm ist es nicht.
Florian Bayer: Also ich liebe Werner Herzog als Registrier, aber als Sprecher, ich würde ihm raten, nimm jemand anderen, der deine Filme erzeugt.
Johannes Franke: Hast du Mandalorian gesehen?
Florian Bayer: Nee.
Johannes Franke: Die erste Folge habe ich gesehen. Die erste Folge habe ich gesehen. Da kommt er ja vor. Ach, das Werner Herzog, der eine Händler oder was das ist.
Florian Bayer: Oh, ist mir gar nicht aufgefallen, krass.
Johannes Franke: Ja, da habe ich mich gefreut, das fand ich cool. Ja. Und die hatte auch gut gespielt, das passte irgendwie voll zu ihm. Aber es ist halt Werner Herzog. Bevor du zu deinem Platz 3 kommst.
Florian Bayer: Du musst deinem Platz 3 als erstes machen.
Johannes Franke: Bevor ich zu meinem Platz 3 komme, werde ich kurz die Katze füttern. Die ganze Zeit macht er hier Rabatz. Und ich sage dir, ach nee, Moment. Modini, du lügst. Das gibt's ja wohl nicht. Du hast es schon bekommen. Längst.
Florian Bayer: Heute ist so eine Alltagsfolge, wo ihr live miterleben könnt, wie wir uns Tee einschenken und Johannes' Geschenk auspacken. und die Katze sich beschwert, obwohl sie was zu fressen hat.
Johannes Franke: Du bist heute schon... Der ist heute Morgen... Manchmal vergesse ich morgens... weil wir uns dann ja treffen und ich dann gleich irgendwie am Rechner sitze und noch recherchiere und so, dass ich die Katze noch morgens füttern sollte. Aber ich habe mir ein Zeichen ausgedacht, woran ich merke, dass ich schön gefüttert habe, damit Houdini mich nicht betrügen kann. Und er lügt.
Florian Bayer: Katzen sind doch notorische Lügner.
Johannes Franke: Ja, muss man sagen.
Florian Bayer: Genau.
Johannes Franke: Genau das meine ich von Dini. Nachher. Okay, äh, mein Platz 3, lieber Plor, ähm, Ich muss mal kurz zu das Ding zurück. Was wäre, das wollte ich dich unbedingt fragen und ich habe es vergessen. Was wäre mein Ganoven-Namen? Die haben doch immer einen Zusatznamen. Johannes, blablablub, Franke. Welchen Zusatznamen würdest du mir geben?
Florian Bayer: Moment, lass mich kurz überlegen. Vielleicht ... The Magician ist ein bisschen zu lang vielleicht.
Johannes Franke: Nee, es geht schon. The Magician. Aber, aber, aber ein bisschen sehr obvious.
Florian Bayer: Allerdings. Äh, ja. Das...
Johannes Franke: Ich hätte einen für dich.
Florian Bayer: Oh ja, sag mal.
Johannes Franke: Dann hast du noch Zeit zu überlegen. Florian The Spinster Buyer.
Florian Bayer: The was?
Johannes Franke: The Spinster.
Florian Bayer: The Spinster? Jetzt muss ich googeln, was das heißt.
Johannes Franke: Jetzt bin ich mal gespannt, was du da rausholst.
Florian Bayer: Jungfahrt.
Johannes Franke: Was? Nein.
Florian Bayer: Jungfahrt.
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Bist du da die alte Jungfer?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: Die ledige Person?
Johannes Franke: Nein.
Florian Bayer: S-P-I-N-S-T-E-R? Ja.
Johannes Franke: Ja. ist eigentlich short für Spin Doctor. Mhm. Und zwar sind das ja ganz viel die Leute, die so Public Relations für Leute machen. Ja. Den positiven Spin eines Politikers, der eigentlich negative Probleme hat.
Florian Bayer: Da kannst du nicht nehmen. Da ist Junggesellin, unverheiratetes Fräulein, älteres Fräulein, unverheiratete Frau, alte Jungfrau. Unverheiratete alte Frau, eine versauerte alte Jungfrau.
Johannes Franke: Du hast halt einen doppeldeutigen Namen. Okay, aber Spinster wird wirklich benutzt als Short für das. Aber ich dachte vor allem daran, weil Spin Doctor auch bei mir in meinem Berufsfeld auch heißt, eine andere Form von Script Doctor ist. Also man schaut sich das an, was da ist, ein Skript oder eine Idee. Und dann wird das einmal durchs Plorhirn durchgewalzt und das sagt dann, das nicht, das nicht, das nicht, das nicht, das nicht, das besser, das besser, das anders.
Florian Bayer: Okay, nehm ich. Danke. Okay, es klingt auch obvious auf den ersten Blick, aber hat eine schöne Doppelbedeutung, Juggler. Weil du wunderbar mit Ideen jonglieren kannst. Und dann fliegen die Ideen durch die Luft und man denkt so, oh fuck, das kann doch nichts werden. Und dann hast du sie trotzdem wieder alle gefangen. Und sie liegen genau da, wo sie liegen sollen. Okay.
Johannes Franke: Gut, damit komme ich klar. Cool, danke. So, jetzt haben wir unsere Ganoven-Namen gegenseitig erzählt. Ganz wichtig. Und das gehört eigentlich in den Teil davor. Aber gut. Nummer drei.
Florian Bayer: Ah, er knirrt mit dem Geschenkpapier.
Johannes Franke: Komm, ich tue das mal hier draußen hin, dann kannst du das auch knirzen, wenn du den willst.
Florian Bayer: Mann, Mann, Mann. Einmal mit Profis arbeiten.
Johannes Franke: Also, mein Platz 3 wäre Saving Mr. Banks.
Florian Bayer: Nicht gesehen.
Johannes Franke: Schade, immer noch nicht. Plor, den solltest du doch sehen. Disney, ja. Und zwar die Geschichte, wie die Autorin von, ich habe ihren Namen gerade nicht mehr parat, Travers? die Frau, die Mary Poppins geschrieben hat. Damals von Disney, höchstpersönlich von dem Herrn Walt Disney.
Florian Bayer: P. L. Travers.
Johannes Franke: P. L. Travers, die Autorin... sollte den Stoff Mary Poppins verkaufen, damit der verfilmt werden kann. Es waren ja vorher Bücher. Und diese Frau war so wahnsinnig widerspenstig, was die Verfilmung betrifft, weil ihr die Figur Mary Poppins einfach so wahnsinnig wichtig war. Mhm. Und unbedingt wollte, dass das Wenn dann richtig umgesetzt wird und so wie sie das möchte. Und dann haben sie ihr vorgesetzt, hier, guck mal, und dann haben wir uns Lieder ausgedacht, die sie singen und so. Und die tanzen und singen. Und dann ist sie echt auf die Barrikaden gegangen und hat gesagt, das... Geht nicht, ich habe eine ernsthafte Figur geschrieben. Die kann doch nicht hier in der Gegend rumtanzen und hüpfen.
Florian Bayer: Die soll gefälligst Kinder unter Drogen setzen. früh ins Bett schicken und Hausarrest geben, wenn sie sich nicht benehmen.
Johannes Franke: Also die Mary Poppins bei P. L. Travers ist wirklich ein bisschen... härter drauf noch.
Florian Bayer: Sie gibt den Kindern Morphium.
Johannes Franke: Es ist wirklich krass.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Dieser Film erzählt halt davon, wie sie es dann doch geschafft haben, sie davon zu überzeugen, das zu machen. hat überlieferter Maßen dann in der Premiere gesessen und war echt nicht zufrieden. Ja, der Film zeigt es relativ seicht.
Florian Bayer: Ich wollte gerade fragen, das ist ja ein Disney-Film, ne?
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ist es nicht so, Disney wascht sich rein, was das betrifft, so ein bisschen?
Johannes Franke: Ein kleines bisschen, aber sie erzählen schon auch, was das Problem war. Also so ist es nicht. Sie erzählen dann aber eben, dass sie am Ende... da sitzt, wir sehen ihr Gesicht, es wird nicht... Kein Wort darüber verloren, aber man sieht ihr ambivalentes Gesicht.
Florian Bayer: Okay, immerhin.
Johannes Franke: Also ich denke, sie war... Weniger zufrieden, als das gespielt war am Ende von, ich habe ihren Namen gerade nicht parat, aber ganz großartige Schauspielerin. Und ist ein kleines bisschen das, was du sagst, reinwaschen von ... Problem, vielleicht auch Schuld. Aber ich finde es schön trotzdem, dass sie sich damit auseinandersetzen mit der Geschichte.
Florian Bayer: Ja, das stimmt. Interessant. Sollte ich auch mal sehen. Heute hast du viele Filme, wo ich denke, ja, muss ich sehen, muss ich sehen.
Johannes Franke: Ja, auch der Hintergrund, warum Sie dieses Buch so und was für wichtig, was für Sie so wichtig ist an dem Buch. Und zwar eben Saving Mr. Banks heißt der Film nicht umsonst, weil es nicht so sehr darum ging, den Kinder zu retten, sondern eigentlich... den Familienvater zu retten. Finde ich ein ganz spannender Film. Toll. Das war, war das meine Honorable Mention? Nee, das war 3. Ja.
Florian Bayer: Mein Platz 3 aus dem Jahre 2005. Capote von Bennett Miller. der sich mit Truman Capote beschäftigt und dessen Recherchen zu dem Buch kaltblütig. Und wie Truman Capote ... quasi den Journalismus als belletristische Gattung erfindet. Und ... der ganz großartig darin ist, diese Ambivalenz des Charakters zu zeigen, der zum einen halt so dieser Lebemann aus der Stadt ist.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Der aber gleichzeitig versucht, wirklich auf Tuchfühlung zu gehen mit den Leuten, über die er schreibt. Das heißt mit den Opfern eines Mordanschlags und dann vor allem auch mit den beiden Mördern. Und zu dem einen Mörder entwickelt er fast so etwas wie eine Freundschaft. Aber er nutzt ihn auch ziemlich aus, weil er will natürlich sein Buch fertig schreiben.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Unfassbar gut gespielt von Philipp Simon Hoffmann.
Johannes Franke: Der ist halt ein wirklich großartiger Schauspieler.
Florian Bayer: Ja, der in diesem Film einfach zu Truman Capote wird. Also meiner Meinung nach sein Glanzstück. Der hat ... Eine Karriere voll mit großartigen Filmen und großartigen Schauspielleistungen und da hat er am besten gespielt. Wow. superintensives, spannendes Drama, das mit seinen Protagonisten auch hart ins Gericht geht.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: und trotzdem ihn nie unsympathisch werden lässt. Sehr starker Film.
Johannes Franke: Okay. Ich hab ihn nicht gesehen bis jetzt, deswegen ... Okay. Mein Platz zwei wäre dann Aaron Brockovich. Krass, Julia Roberts. Als kämpferische Frau, die versucht, ich glaube, es geht um Wasser, diese... Verschmutzung.
Florian Bayer: Sie ist nicht mal Anwältin, sondern nur Anwaltsgehilfin?
Johannes Franke: Nicht mal das, glaube ich. Sie hat einfach sich da reingestürzt und hat von überall nur Ablehnung erhalten und hat dieses berühmte Bild. Wie sie in Papierkram erstickt quasi in ihrem Haus und versucht sich durch so viel Zeug zu arbeiten und irgendwie... Dreck, das die Leute am Stecken haben, zusammen zu sammeln, um das dann einmal geballt auf Schreibtische zu knallen.
Florian Bayer: Es geht um Kontamination von Wasser und sie ist nur Rechtsanwaltgehilfin und zusätzlich noch alleinerziehende Mutter.
Johannes Franke: Ja, genau, dann sehen sie eine Mutter und hat da irgendwie einfach, ja, Einfach großes Sozialengagement und der Sinn für Gerechtigkeit und Kampf für... Ich glaube, irgendjemand ist da auch... betroffen von dieser Verunreinigung. Ja, genau.
Florian Bayer: Und sie redet mit den Opfern. kämpft und arbeitet halt da wie wahnsinnig dran.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Oh, das ist lange her, dass ich den gesehen habe.
Johannes Franke: Aber ich fand ihn damals sehr, sehr gut. Ich weiß nicht, wie ich ihn heute finden würde, aber ich denke schon auch noch gut.
Florian Bayer: Ja, ich glaube, das war ein ziemlich starker Film.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und der hatte auch immer dieses tragikomische Element. Der war nicht so ein reines Charakterdrama, sondern er hatte sehr viele lustige Momente. Weil sie auch einfach eine coole Figur ist, und wie Robert C. super spielt.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Dein Platz 2?
Florian Bayer: Mein Platz 2 ist mein obligatorischer Indie-Film, den kein Mensch kennt. American Splendor aus dem Jahr 2003.
Johannes Franke: Ach der!
Florian Bayer: Eine Comic-Verfilmung. Und zwar geht es um Harvey Pika. Der hat eine Comicreihe gemacht mit dem Titel American Splendor.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: In den 70ern.
Johannes Franke: Das klingt so nach einem Bloorfilm.
Florian Bayer: Und Robert Puccini hat sein Leben verfilmt. Und damit auch seine Comics, also hat seine Comics verfilmt und damit sein Leben. Und dieser Film steckt voller Selbstreferentialität. Also wir sehen den wirklichen Harvey Pika, der dann durchs Bild läuft und sagt, und übrigens... dieser Typ spielt mich und zeigt dann auch Paul Giamatti, der noch gerade das Skript studiert. Und wir haben so Comic-Szenen eingeblendet. Und wir haben immer wieder dazwischen auch Interviews mit dem echten Harvey Pika. Und es ist so ein wilder Mix ... Zwischen Realität und Fiktion und Comicverfilmung, die aber halt nicht wirklich Comicverfilmung, sondern eigentlich Biopic ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ganz, ganz, ganz toller, witziger Film. Paul Giamatti spielt Harvey Pika. Und Paul Giamatti ist sowieso ein großartiger Schauspieler. und spielt in diesem Film einen ganz tollen, einen super Rhythmus, ein ganz großartiger Film, der irgendwie es schafft, wirklich so ... dokumentarisches, comichaftes, verspieltes und klassischen Spielfilmen wild durcheinander zu mischen und damit einfach voll viel Spaß macht.
Johannes Franke: Ich habe die ganze Zeit noch einen anderen Comicfilm im Kopf, aber das ist der nicht. Ich habe jetzt gerade nochmal gegoogelt, aber... Kennst du noch so Filme auf Comic? Der hat auch so einen ganz geilen Soundtrack. Scheiße, Mann, wie hieß denn der? Krump, Krump.
Florian Bayer: Krump. Ah, und das Witzige ist ja genau, und Krump und Pika haben auch zusammengearbeitet. Ach. Pika hat tatsächlich ... Oh Gott. Grump war damals schon eine größere Nummer und sie haben sich dann kennengelernt, weil Grump die Comics von... Nee. Wie war das? Nee. Pika hat geschrieben, glaub ich, nur. Und Krump fand das geil. Und Pika hat gemeint, hey, willst du das nicht für mich zeichnen? Und Krump ... Vielen Dank. Nee, genau, Grump hat das gezeichnet. Grump hat die Comics gezeichnet von Pika dann. Also sie haben zusammengearbeitet. Das war 70er Jahre, wilde Zeit.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Genau. Und ja, es ist genau dasselbe Milieu und dieselbe Zeit.
Johannes Franke: Geil. Ja, der Soundtrack ist großartig. den nochmal gefunden.
Florian Bayer: 1994 gibt es einen Dokumentarfilm von Crump, stimmt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ah, krass, ja, oh Gott. Den habe ich auch gesehen, aber das ist schon so lange her. Den will ich unbedingt mal wieder gucken, der muss auf die Liste. Weil das war ein bisschen mehr Doku, ne?
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Und weniger Schauspieler und so. Oh, Crump. Cool. Danke.
Johannes Franke: Okay, cool. Das war dein Platz drei.
Florian Bayer: Ja, zwei.
Johannes Franke: Zwei. Dann bin ich jetzt mit meinem Platz eins. Und zwar The King's Speech.
Florian Bayer: Oh, habe ich nicht gesehen.
Johannes Franke: Das ist auch ein toller Film. Wirklich ein guter Film. Ich weiß.
Florian Bayer: Also ich glaube dir direkt muss ich unbedingt gucken.
Johannes Franke: So ein super, das sind so tolle Schauspieler, die das machen und mir fallen die Namen nicht ein, du musst das jetzt gerade mal googeln für mich. Colin Firth spielt den Stotter, den König.
Florian Bayer: King George, den sechsten.
Johannes Franke: Der muss halt irgendwie... Durch die Entwicklung von Radio und so weiter muss er halt Reden halten. Und das fällt ihm wahnsinnig schwer. Ja. Und ein stotternder König, das geht ja mal gar nicht. vor dem Radio ja nun nicht so das große Problem gewesen, weil die müssten sich ja meistens nicht so da hinstellen und irgendwelche Reden schwingen. Aber jetzt durch Radio und die ganzen Anforderungen, die so ein König dann doch mitbringt, Das war ein großer Oscar-Film, ne?
Florian Bayer: Ja. Ja, ja, ja. Ja, 2011. Bester Film, beste Regie. Ja, ich weiß, ich muss den schauen. Ich weiß, der gehört sowas von auf die Liste. Der steht bestimmt in diesem 1001-Film.
Johannes Franke: Garantiert, garantiert. Das wäre mal Platz 1. Dein Platz 1?
Florian Bayer: Mein Platz 1. Wir bleiben so ein bisschen im Indie-Bereich, aber haben wir, glaube ich, doch schon ein paar mehr gehört. The Disaster Artist aus dem Jahr 2017. der die Hintergründe des vermeintlich schlechtesten Films aller Zeiten, The Room, beleuchtet.
Johannes Franke: Was heißt vermeintlich schlechtesten Films?
Florian Bayer: Und er folgt dem Regisseur Tommy Wiseau, der von James dass Franco gespielt wird. Sein Bruder Dave Franco spielt Craig Zestero, dessen bester Freund. Die drehen zusammen einen Film, weil sie in Hollywood keinen Erfolg haben. Und wie der Titel schon andeutet, werden die Dreharbeiten zum kompletten Desaster und der Film zum absoluten Kult-Hit des schlechten Kinos. Ja.
Johannes Franke: Und das hat James Franco auch noch nach vorne gebracht, dass das überhaupt gemacht wird, oder? Das war sein Anliegen.
Florian Bayer: Das war sein Baby, genau. James Franco kommt ja aus dieser Klick rund um Seth Rogen.
Johannes Franke: Ja, stimmt.
Florian Bayer: die so diese wirklich teilweise echt witzigen Komödien gedreht haben. Da gibt es einfach so eine Clique von Leuten, die coole Filme eigentlich gemacht haben immer. Und James Franco hat dieses Buch von Craig Zestero gelesen. Craig Zestero war der Hauptdarsteller und beste Freund von Tommy Vison. Und der hat eben das gleichnamige Buch geschrieben, wo er sich damit auseinandersetzt, wie das damals war bei den Dreharbeiten. Und James Franco fand das voll lustig. Und hat auch Greg Sestero dazu gekriegt, mitzuarbeiten an dem Film, ihn zu beraten. Tommy Wiseau selbst hat wohl auch ... Zumindest ein bisschen mitgeholfen.
Johannes Franke: Ja, und er hat auch bei der Promotour und so weiter geholfen.
Florian Bayer: Und Tommi, wieso geht da mittlerweile, glaube ich, so ziemlich offen um? Man weiß nie genau, wie viel Selbsterkenntnis da dabei ist.
Johannes Franke: Das ist so schwer zu sagen. Ich habe so viele Interviews geguckt und ich bin jedes Mal... Weiß der jetzt eigentlich, was da los ist? Oder ist ihm das alles irgendwie...
Florian Bayer: Es ist so schwierig. Es ist so... Phänomen dieser Typ ist einfach krass. Also Tommy Wiseau ist eine total merkwürdige Figur.
Johannes Franke: Ist er die ganze Zeit unter Drogen oder was ist da los?
Florian Bayer: Ich kann es nicht sagen, ich weiß es nicht. Ich glaube es ist so, also er hat wirklich künstlerische Visionen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und er ist aber kein guter Künstler. Ja, das klingt halt sehr hart, aber so ist es.
Johannes Franke: Und aber ...
Florian Bayer: diese Bedingungslosigkeit, mit der er sie umsetzen will, verdient irgendwie Respekt, auch wenn das Ergebnis wirklich schlechte Filme sind. Also The Room ist halt der schlechte Film. Er hat eigentlich nur diesen einen großen Film gespielt und sich gleich die Hauptrolle gegeben. Er kann auch nicht schauspielern. Er hat mit zwei Kameras gedreht, weil er nicht wusste, ob er digital oder analog drehen will, deswegen hat er so ein ganz komisches Kamera-Rack gebaut, wo beide Kameras nebeneinander oder übereinander sind. Er hat einen riesigen Greenscreen aufgebaut, um einen Rooftop zu inszenieren.
Johannes Franke: Er ist so bescheuert.
Florian Bayer: Rooftop zu drehen. Das heißt, du hast die ganze Zeit dieses Greenscreen.
Johannes Franke: Und er war der festen Überzeugung, wenn er seinen Hintern nicht in die Kamera... hält, dann wird der Film keinen Erfolg haben. Jaja, nackter Arsch.
Florian Bayer: Und er hat offensichtlich Probleme, sich auch den Text zu merken. Und dann gibt's diese eine Szene, wo er ... Und das zeigen sie halt bei den Dreharbeiten, wo er diesen einen ... diese zwei Zeilen sagen muss und die ganze Zeit das immer und wieder versucht, I did not hit her, I did not. Oh, hey, Marc.
Johannes Franke: Das ist so, dass wir das alles mitsprechen können.
Florian Bayer: Das ist ja wirklich, ja. Und du saßt da. Ja, er macht sich darüber lustig, aber er hat auch sehr viel Liebe für diese Figuren. Das stimmt, ja. Und es ist wirklich Schöner Film, eine Tragikomödie. Es geht nicht nur um ein misslungenes Filmprojekt, sondern es geht auch ein bisschen um Freundschaft. Es geht auch ein bisschen darum, dass es verdammt schwer ist, in Hollywood Fuß zu fassen. Und dass es verdammt viele Menschen gibt, die irgendwie am Rande dieser vermeintlichen Traumfabrik vor sich hin vegetieren.
Johannes Franke: You're tearing me apart, Lisa.
Florian Bayer: Eine Liebeserklärung an all die Dilettanten und kleinen Möchtegern-Künstler dieser Welt.
Johannes Franke: Toller Film.
Florian Bayer: 2017. Kann man, glaube ich, auf Netflix oder Amazon gucken. Ich weiß nicht genau.
Johannes Franke: Ja, der lässt sich finden. Ziemlich sicher. Äh, das war dein Platz 1, wa?
Florian Bayer: Das war mein Platz 1.
Johannes Franke: Dann lass uns doch mal in unseren Film zurückgehen.
Florian Bayer: Ja, wo wir gerade gesagt haben, Schauspiel. Sag mal was, dein Take auf die Schauspielleistung.
Johannes Franke: Okay, es geht ja, das haben wir gar nicht erwähnt, Jennifer Lopez.
Florian Bayer: Jennifer Lopez spielt die Ramona.
Johannes Franke: Spielt Ramona. Und ist weitgehend ... Also, der Film ist ja auch ... mit 87 Prozent Bestätigung bei Rotten Tomatoes oder sowas. Ich weiß nicht ganz genau. Auf jeden Fall hat er sehr viel Positives Zuspruch bekommen. Und für ihre Schauspielleistung wurde Jennifer Lopez ganz viel gelobt und sei wohl der große... Die große Schauspielleistung von Jennifer Lopez. Und als sie da am Anfang auf dem Dach sind, warum zur Hölle muss es immer ein Dach sein?
Florian Bayer: Ja, das ist eine gute Frage.
Johannes Franke: Jetzt New York, Baby. Das habe ich ihm nicht verziehen, dem Film so richtig, dass er sehr viele Klischee-Orte rausholt und so. Aber egal. Auf jeden Fall Dieses Gespräch zwischen der Jungen und der Erfahrenen Funktioniert auf dem Dach super großartig. Also da ist Jennifer Lopez wirklich genau das, was wir brauchen dafür. Und sie ist genau dieser alte Hase im Leben, wie sie ihn auch dort spielt. Und das ist ganz toll, weil das so eine Typbesetzung quasi ist. Sie ist zwar keine Stripperin, aber sie ist diejenige, die im Schaugeschäft einfach... weiß, was läuft und wie, was läuft. Und das schafft sie ganz, ganz, ganz toll, ihre eigene Erfahrung damit reinzuhauen. Und eine gewisse Distanz in diese Figur einzubauen, die diese Figur immer den ganzen Film überträgt. Also so eine professionelle Distanz zu allem. Das Problem ist bloß, dass der Film es braucht. dass sie sich mal auf Augenhöhe unterhalten.
Florian Bayer: Ja, das findest du, tun sie nicht?
Johannes Franke: Und ich finde, dass das Drehbuch, das schreit... Aber das Spiel von Jennifer Lopez schafft das nicht.
Florian Bayer: Oh, okay.
Johannes Franke: Weil sie selbst, wenn sie im Deiner sich unterhalten noch und sich gegenseitig erzählen, was sie erlebt haben und sich gegenseitig versuchen... zu versichern, dass sie die besten Freunde sind. Und später, wenn sie zusammen feiern und so ... Jennifer Lopez trägt immer eine gewisse Professionalität vor sich her. Eine Wand, die sie nicht durchbricht.
Florian Bayer: Weil sie Popstar ist? Ist es das Problem von Jennifer Lopez, dass sie das nicht ... ganz ablegen kann, wenn sie vor einer Kamera steht, dass sie eben sehr viele Music-Videoclips gedreht hat?
Johannes Franke: Kann sein. Kann absolut sein, natürlich, ja.
Florian Bayer: Also ich finde Jennifer Lopez, so generell, wenn wir mal ihre Schauspielkarriere betrachten, ist keine sonderlich gute Schauspielerin.
Johannes Franke: Kann ich gar nicht so sagen, ehrlich gesagt. Ich weiß gar nicht, was sie alles gemacht hat.
Florian Bayer: Es gibt wenig, wo sie mich begeistert hat. Und meistens war es dann so, dass es eher war, okay, sie stört gerade nicht in diesem Film. Was sie gedreht hat, war Out of Sight zum Beispiel. Da war sie gut, weil sie nicht so gestört hat.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: The Cell, da war sie eher störend.
Johannes Franke: Weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Ich finde, also wenn man jetzt darüber nachdenkt, wie sie sich die Figur gebaut hat, sie hat garantiert... eine unglaubliche Vorbereitung mit irgendwelchen Schauspielcoaches gemacht. was absolut richtig und was ich auch gemacht hätte an ihrer Stelle. Ähm, Aber ich glaube, sie haben sich zu sehr darauf eingeschossen, dass sie diese abgebrühte alte Häsin spielt. die einfach weiß wo es lang geht und die immer eben diese dieses leichte über allem schweben drin hat und Und es ist völlig klar, wenn man nicht so richtig viel dreht und so viel Schauspiel betreibt. und nicht ständig im Training ist, dass man es nicht schafft, diese eine Ebene, die man sich einmal gebaut hat, dann für bestimmte Szenen auch einzureißen. Ich verstehe das total und es kann auch sein, dass ich damit Probleme habe, wenn ich sowas spiele, weil es einfach wirklich schwer ist, eine Figur, die man darauf basierend sich erarbeitet, dann im richtigen Moment die Mauer einzureißen, ist wahnsinnig schwer. Und das schafft sie halt leider nicht. Ansonsten finde ich sie gut. In den Szenen, und das sind 90 Prozent des Films, in denen sie die alte Häsin spielen soll, macht sie es ganz wunderbar. Aber leider fehlt es dann halt in den einzelnen Szenen, wo sie wirklich emotional sein soll.
Florian Bayer: Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich Jennifer Lopez in einem Film gesehen habe und ihr die Rolle nicht nur komplett abgekauft habe, sondern auch in einigen Momenten dachten, wow, das ist wirklich eine gute Leistung.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Also wie gesagt, bis jetzt war es immer so, wenn ich Jennifer Lopez gesehen hatte, entweder fand ich sie störend, weil sie es einfach nicht geschafft hat, die Rolle, die sie hatte, zu spielen.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: oder im besten Fall halt plass genug, dass sie den Film nicht kaputt gemacht hat.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: war das erste Mal, wo ich dachte, wow, Jennifer Lopez kann echt gut spielen, wenn sie die richtige Regisseurin hat, vielleicht auch, wenn sie das richtige Team drumherum hat, die richtigen Partnerin.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das wäre nämlich so mein zweiter Punkt. Ich finde, die Constance Wu, die Destiny spielt, spielt die super.
Johannes Franke: Die ist super.
Florian Bayer: Ja, so diese Ambivalenz, auch so diese Unsicherheit, die sich aber nach und nach auflöst. Sie spielt auch eine Figur, die sich über den Zeitraum von ... 15 Jahren entwickelt und schafft es ihr am Anfang diese Unsicherheit zu geben, aber diesen Willen irgendwie was zu erreichen in diesem Business, Und schafft ihrer Figur dann auf diesem biografischen Weg mehr und mehr Selbstsicherheit zu gehen. Und das ist wirklich, und das ist schwierig, das ist gar nicht so einfach. Charakter über ein Jahrzehnt zu erzählen und das glaubwürdig zu machen, dass sich dieser Charakter auch wirklich weiterentwickelt. Vor allem, wenn ständig gewechselt wird zwischen Ereignissen und das schafft sie richtig gut.
Johannes Franke: Wobei man natürlich sagen muss, dass das Drehbuch das auch dankbar hergibt.
Florian Bayer: Natürlich, natürlich.
Johannes Franke: Während ich mir vorstellen kann, dass das Drehbuch bei Ramona jetzt auch nicht unbedingt die großen Entwicklungsmöglichkeiten gegeben hat. Das ist nämlich der zweite Punkt, der bei Ramona ein Problem ist, dass sie welche Entwicklung sich nimmt, diese Figur, welche Entwicklung macht sie denn?
Florian Bayer: Die macht gar keine Entwicklung.
Johannes Franke: Und das ist echt ein Problem.
Florian Bayer: Sie ist tatsächlich, also sie sagt am Anfang, als Destiny sie kennenlernt, badet sie im Geld der Kunden, die auf sie werfen und sie sagt, mach dich Geld auch so horny wie mich.
Johannes Franke: Genau, sowas.
Florian Bayer: Und das ist Ramonas Charakter, so ziemlich zusammengefasst.
Johannes Franke: In a nutshell.
Florian Bayer: Man tut ihr ein bisschen Unrecht, weil es gibt ja diese Momente eben. Sie wird halt auch als Mutter präsentiert, als Mutter inszeniert. Sie hat diese Momente mit ihrem Kind. Das sind die Momente, wo ich denke, Jennifer Lopez kann mehr. Da habe ich dir den Wechsel abgekauft. Vom schillernden Star, der die Männer verführt, zu der einfachen Mutter, die ihrem Kind bei den Hausaufgaben hilft.
Johannes Franke: Ja ...
Florian Bayer: die trotzdem immer noch so ein sehr exaltierter, extrovertierter Mensch ist, aber wirklich in dem Moment das Familiäre im Vordergrund hat.
Johannes Franke: Ja, das stimmt schon. Das stimmt schon. Das ist schon richtig. Ja, obwohl sie auch da ihre Professionalität nicht so ganz ablegen kann.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Was ich als Mutter auch verstehen kann unter Umständen, weil man ja auch ein Familienleben professionell managen muss. Insofern kann ich das in den Szenen verzeihen, aber wenn sie dann wirklich emotional mit ihr sein soll. dann muss das irgendwie fallen. Aber abgesehen davon macht sie wirklich einen guten Job. Das ist wirklich toll. Und auch, was sie da an der Stange bringt, ist der Hammer. Absolut. Und ich finde diese Szene, wo sie ihr beibringt, wie das geht, ganz, ganz, ganz toll. Ich habe mich da sehr gefreut über diese Szene und wie das entwickelt.
Florian Bayer: Ja, wenn sie an der Stange stehen beide und sie dann sagt, so und jetzt musst du den Arsch anspannen und mach so und mach das und mach das. nicht funktionieren. Das kann doch nicht sexy aussehen.
Johannes Franke: Ich habe gar nicht die Muskeln für sowas. Solche Sachen, genau.
Florian Bayer: Was auch ganz cool ist, weil es wirklich so ein bisschen den Hintergrund von diesen Striptease-Tänzerinnen zeigt, die halt einfach wirklich sportliche Höchstleistungen bringen müssen in den Stangen.
Johannes Franke: Also das Milieu so zu zeigen, finde ich, hat der Film dann auf jeden Fall geschafft. Das ist gar nicht die Frage. Müsste man aber vielleicht auch nochmal Leute fragen, die sich... noch ein bisschen tiefer darin befinden. Ich kann dazu auch nicht viel sagen.
Florian Bayer: Ich war nie in meinem Leben in einem Stripclub.
Johannes Franke: Also Script Club habe ich auch noch nie gemacht. Ich habe viel in der Bolesk Szene hier in Berlin zu tun, aber das zählt nicht, das ist was anderes.
Florian Bayer: Ich hatte die Gelegenheit gehabt bei einer Klassenfahrt, als wir in Prag waren, als ich 18 war und da wollte ich dann nicht, dann bin ich lieber saufen gegangen mit anderen. Da haben sich dann so zwei Gruppen gebildet und die einen sind in den Stripclub gegangen.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Die dritte im Bunde ist natürlich Julia Stiles und die ist einfach mal die beste von den Schauspielerinnen, wahrscheinlich auch, weil sie die meiste Erfahrung hat.
Johannes Franke: Weiß ich nicht, ob sie die Beste ist, aber also die Konstanz finde ich schon wirklich sehr, sehr gut. Julia Stiles ist einfach
Florian Bayer: Julia Stiles schafft die wenigen Szenen, die sie hat, total mit Leben zu füllen. Wir wissen, in wenigen Blicken und mit wenigen Kommentaren wissen wir, wie diese Reporterin das aufnimmt. was sie da hört und wie ihr Verhältnis zu diesen Frauen ist, die sie da interviewt, deren Geschichte sie aufschreibt.
Johannes Franke: Es gibt auf jeden Fall der Geschichte noch eine dritte Dimension, die sie dringend braucht.
Florian Bayer: Und dann hat der Film natürlich auch noch Spaß daran, so ein paar Cameo-Auftritte zu haben, Rapperin besetzt. Wir haben hier Lizzo, Melissa Vivian Jefferson. Die ist eine Songwriterin und spielt Flöte und ist eine Rapperin.
Johannes Franke: Und spielt Flöte.
Florian Bayer: Ja, es gibt diese eine Szene, wo sie dann auch tatsächlich mal die Flöte in die Hand kriegen darf. Nur so Backstage, weil sie auch nicht irgendwas mit einer Flöte macht. Die ist die etwas molligere Stripperin. Dann haben wir Kiki Palmer, die spielt Mercedes. die ganz viel am Broadway gespielt hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann haben wir KTB. KTB, genau. Die Diamond spielt.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und es ist tatsächlich, also keine dieser drei Frauen ist mir als Künstlerin sonderlich ein Begriff aufgenommen.
Johannes Franke: Nee, Cardi B ein bisschen.
Florian Bayer: Genau, Cardi B ist halt so, weil sie halt einfach Chart-Hits hatte.
Johannes Franke: Und die war tatsächlich vorher Stripperin.
Florian Bayer: Ah, okay.
Johannes Franke: Ja, ja, die hat das sozusagen wirklich, die war diejenige in dem ganzen Film, hatte Jennifer Lopez dann irgendwann gesagt... die First Hand Experience mitgebracht hat und auch wirklich wusste, worum es da geht. Während Jennifer Lopez selbst immer mal Angebote hatte, sowas zu machen, bevor sie berühmt geworden ist und es aber nie gemacht hat, obwohl sie immer gedacht hat... Wow, okay, die reden davon viel Geld und ich habe gerade nichts zu fressen, aber sie hat es tatsächlich nie gemacht.
Florian Bayer: Ja, okay. Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, die passen alle gut da rein. Ich hatte nie das Gefühl, dass hier so ein paar Rapperinnen und Stars noch reingeplatscht werden. Nö. um für ein bisschen mehr Klamour zu sorgen, sondern die haben ihre Rollen alle gut gespielt, also diese ganze Striptease-Crew und auch später diese Hustler-Crew, die wir haben. Die sind überzeugend. Das sind jetzt keine krass herausstechenden Schauspielleistungen dabei. Aber es macht einfach Spaß, denen zuzugucken. Und man fühlt sich auch irgendwie wohl unter diesen Frauen, weil die halt so eine kleine, große Familie sind. Johannes hat gerade den Kater auf den Arm genommen, weil der tierisch rumnervt. Und jetzt wird er offensichtlich in ein anderes Zimmer getragen. Ruf den Tierschutz an. Schnell! Ich weiß nicht, was da jetzt passiert. Da wurde eine Tür zugeschlagen.
Johannes Franke: Ich hab Angst. And stay out. Wo du sagst Familie, das ist tatsächlich so im ersten Teil mit diesen Gaststars dann auch drin. Das ist wirklich familiär. Das finde ich wirklich schön. Das ist wirklich gut gemacht. Während die Familie, die sich später entwickelt ... ich schon gar nicht mehr richtig als Familie wahrnehme, sondern eher als Geschäftsleute.
Florian Bayer: Das wird dann ja auch der Moment, wo der Film kippt, wo er sagt, jetzt fängt es an, scheiße zu werden, als sie mehr Leute wollen, als sie expandieren wollen und dann ... halt wirklich Kriminelle und Prostituierte und Drogensüchtige von der Straße quasi wegkasten.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und denen so kurz beibringen, wie man Fake-Cooks schnieft und wie man Fake trinkt, damit sie die Leute halt ordentlich betrunken machen können. Und das ist ja aber auch der Moment, wo es kippt. Wo tatsächlich die Geschichte selbst, also wie sie von Destiny erzählt wird, sagt. Und von da an ging es bergab. Und dann fingen die Probleme an.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann wird ja noch diese Dorn eingeführt, die eine relativ prominente Rolle einnimmt, diese Figur, auf die Destiny dann auch sehr eifersüchtig ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: vom Film dazu gedichtet, aber finde ich irgendwie schlüssig, das so zu erzählen, zu sagen, okay, jetzt gibt es plötzlich eine neue Junge und die wird auch von Ramona total geliebt und unter die Fittiche genommen und Ramona ist total begeistert von ihr und Destiny sagt, diese Dawn, die macht nur Probleme und gleichzeitig merkt man aber auch, dass weil sie eifersüchtig ist auf diese Dornen, weil sie zu Ramona ein enges Verhältnis hat.
Johannes Franke: Aber irgendwie ist es auch der Moment, wo man sich denkt, wie zur Hölle kommt man auf die Idee, Da dann auch noch ein Geschäft draus zu machen, dass das irgendwie so zuhältermäßig mit den anderen Frauen umgeht. Das fand ich ein bisschen krass dann. Da haben sie mich halt dann wirklich verloren, so an Sympathie. Also gänzlich verloren dann. Weil das einfach, da sind sie ja dann auch nochmal, in der Rezeptur wird nochmal geändert und das ist alles noch ein bisschen krasser und auch ein bisschen schlimmer. Und da bin ich dann einfach raus als Zuschauer und denke, Alter, ähm, Egal, wer was wie wo verdient hätte oder nicht verdient hätte, das geht nicht.
Florian Bayer: Aber das ist ja auch der Film, der Moment, wo der Film einfach auch so ein bisschen die moralischen Spitzen einsetzt und so.
Johannes Franke: Ja, aber nicht.
Florian Bayer: Der Perspektiv von Destiny hinterfragt, ja, dann doch mehr. mehr an dieser Stelle, also mehr hinterfragen, mehr sagen, das ist Kacke, was da passiert, das sind richtige Verbrechen und die Menschen leiden?
Johannes Franke: Ja, also wir sehen dann ja auch das Opfer, das da anruft und sagt, ich bin total pleite, ich weiß nicht, wie ich... jetzt noch irgendwie, ich muss mein Haus abbezahlen können, das Scheiße, was mir abzieht, das ist auch gut inszeniert und das heißt, der Film... Sag dem Zuschauer schon, mach dir deine eigenen Gedanken und ich gebe dir nur so ein paar Brocken, denen du ablesen kannst, dass es scheiße ist, was hier passiert. Aber das Problem ist dadurch, dass er so viel Party macht vorher der Film und so viel gutes Leben zeigt und so viel Spaß und so viel... Wir sind alle lustig und haben irgendwie keine Konsequenzen. Und dir kommen ja auch Relativ glimpflich davon, was das betrifft. Die haben ja nicht so die wahnsinnig hohen Haftstrafen bekommen.
Florian Bayer: Es kommt keine ins Gefängnis. Die eine musste... Wochenende ins Gefängnis. Die Ramona, die ja offensichtlich der Kopf der Bande war, kommt auf Bewerbung frei.
Johannes Franke: Ja, also das ist dann schon ein ziemlich konsequenzloser Film. Es ist schon ein bisschen crazy dann.
Florian Bayer: Ich glaube, unser Urteil kann man ganz gut, also unsere Diskrepanz oder unser Disput bei dem Urteil kann man ganz gut zusammenfassen. Du siehst, dass diese Ambivalenzen nicht genug eingefangen werden und ich sehe halt, dass sie schon eingefangen werden, gerade was dieser Kontrast Partyleben und Verbrechen betrifft.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Am Anfang durch die Schnitte mit der Reporterin. Und im zweiten Teil einfach dadurch, dass ... immer mal wieder so diese Frage kommt und immer so ein bisschen gekitzelt wird auch am Publikum und hey, glaubt nicht alles, was ihr da seht. Hier geschehen eben doch Verbrechen.
Johannes Franke: Ja, also er hat wirklich gute... sehr, sehr gute Momente, so ist es nicht. Er schafft es oft mir, das gut zu erzählen und nicht allzu nach Lehrbuch zu erzählen oder so, sondern mich auch ein bisschen kritisch zu unterhalten. durch dieses Party-Abfeiern und auch so ein bisschen Stereotype zu sehr zu bedienen und Natürlich hat sie am Anfang gleich erstmal schlechte Erfahrungen mit allen Männern, die da sind, die ihnen eher hinterherrufen. Hey Lucy Lou, komm mal her, zeig mir meinen Kumpel. Und auch finanziell betrogen wird vom Typen, der als Zuhälter dargestellt wird. Das sind alles Klischees, die sofort erstmal, weiß ich nicht, kenne ich alles, weiß ich alles, warum musst du mir das so als erstes gleich unter die Nase reiben, fand ich nicht so... Und dann auch noch zu sagen, die macht das alles nur, um ihre Großmutter zu finanzieren. Wurde auch wirklich, das ist auch ein ganz, ganz alter Hut. Ich weiß nicht. fand ich auch am Anfang da irgendwie schwierig. Und deswegen, ich glaube, durch diese paar Stolpersteine, die mir gleich am Anfang in den Weg gelegt sind, bin ich nicht unbedingt frei von Hinterfragen in den Film gegangen.
Florian Bayer: Ich finde, der Film ist cleverer, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Das ist aber auch so seine eigene Schuld, weil er sich eben wirklich selbst oft zu gerne an dieser glitzernden Oberfläche, die er demaskieren will, verliert.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dadurch macht er sich selbst so ein bisschen, eigentlich sehr viel cleveren Subtext, den er hat und sehr viel cleveren Kommentar und cleveren Metaebene kaputt. Ja. Und er verliert sich da ein bisschen drin. Aber ich finde, er bleibt trotzdem ambivalent die ganze Zeit über und trägt diese Ambivalenz wirklich ganz gut mit sich.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und macht aber trotzdem natürlich Spaß. Es ist kein schwerer Film, es ist ein Film, der unterhält, es ist ein Film, der Spaß macht, der irgendwie Sexappeal hat, der einfach auch ein cleveres Ganoven-Stück ist.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und ich finde, die Balance gelingt ihm gut. Er ist definitiv nicht frei von Schwächen. Und ich sehe auch total, was du hier an Schwächen ausmachst. Dass er eben Gefahr läuft, so ins Apologetische abzurutschen, dass er Gefahr läuft, so total an dieser Konsum... Und Geldkultur, sich festzusetzen und sich darin zu verlieben. Aber ich finde, er kommt ein bisschen ins Stolpern, aber nie so komplett. Er fällt nie, sondern er bleibt auf der Bahn, auf der er ist und das macht ihn zu einem guten guten Hustler-Ganoven-Film.
Johannes Franke: Ich möchte ein, zwei Highlights einmal hochstellen, die nur inszenatorisch mich noch fasziniert haben, die ich gut fand. die das Ganze sehr aufgewertet haben. Zum einen, wenn sie nach dem Diktiergerät greift und es ausmacht und dann wirklich der Ton weg ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Fand ich eine ganz tolle, szenatorische Idee. Ja.
Florian Bayer: Super.
Johannes Franke: Weil dann sehen wir nur noch hören, aber nicht, was sie noch sagt und sie nach draußen scheucht und sie da irgendwie von der Tür setzt. Ganz toll. Und wie die Großmutter stirbt, ist auch ganz ohne großes Brimborium erzählt. nicht irgendwie der Großmutter geht es noch schlecht und da und wird es sich schaffen und dann noch alle fahren sie noch ins Krankenhaus und Die liegt einfach irgendwann da. Sie kommt nach Hause, sieht das, ist erstmal geschockt, dann gehen wir zur Beerdigung. Wo sie mir ein bisschen zu laut findet, gedämpfter wäre noch besser gewesen, aber insgesamt ist es eine ziemlich gute... Entscheidung, das nicht groß aufzubauschen, sondern das als umso dramatischer wird es halt, wenn es nicht, wenn ich der Zuschauer soll heilen, nicht sie. Ja. Für mich als Schauspieler auch immer so ein Satz, der mir wichtig ist. Wenn ich eine Szene habe, wo es darum geht, dass es für den Zuschauer dramatisch sein soll, dann muss der Zuschauer weinen, nicht ich. Weil wenn ich weine, dann muss das Zuschauer es nicht mehr machen.
Florian Bayer: Wenn du quasi seine Reaktion vorwegnimmst.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Wie ein Losengelächter in das Sitcom.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Stellvertreter.
Johannes Franke: Und es ist viel dramatischer für den Zuschauer, wenn er sieht, dass jemand mit den Tränen kämpft, als dass er sie rauslässt.
Florian Bayer: Ja, auf jeden Fall, würde ich unterschreiben. Ich finde es gut, dass der Film wird nie zu pathetisch, er wird nie zu schwülstig und auch nie zu groß, sondern er bleibt... in seiner Erzählhaltung, bei dem, was er erzählt, und das ist halt ein Betrug, der größere Ausmaße annimmt, aber in einem gewissen Rahmen bleibt.
Johannes Franke: Ja. Dann ahne ich, dass wir nur an so ein paar kleinen Dingen ... in zwei verschiedene Richtungen tendieren, aber ansonsten den Film doch beide ganz gut finden.
Florian Bayer: Ja, ich würde sagen, ich glaube, du gibst eine 7 von 10 und ich gebe eine 8 von 10.
Johannes Franke: Ja, oder vielleicht eine 6,5 von 10. Ne, 7 stimmt schon. 7 von 10 stimmt.
Florian Bayer: Wahrscheinlich bin ich bei 7,5. Es war ein wirklich guter Film. Ich fand es erfrischend, dass sie wirklich so einen weiblichen Ganoven-Film haben.
Johannes Franke: Das sowieso, auf jeden Fall, klar.
Florian Bayer: Und ich fand, die Ambivalenz hat... der Film einfach ganz gut durchgehalten. Dafür, dass er so viel glänzt, dafür, dass er so viel schillert und laut ist und musikalisch und exaltiert ist, hat er doch eine erstaunliche Ambivalenz und Komplexität, was die Figuren betrifft, gewahrt.
Johannes Franke: Was ist jetzt, wenn wir schon zwei Filme hintereinander haben, die ein ähnliches Thema haben? Wo ist der Unterschied? Wir haben Unterschiede in der Zeit der einen in den 70ern. Wo sind wir inszenatorisch inzwischen? Nachdem wir jetzt 30 Jahre gelernt haben, 40 Jahre, 50 Jahre, oh Gott, du Scheiße, gelernt haben und wo sind wir so von einer Erzählstruktur gekommen? Und von dem, was für Figuren wir nach vorne stellen.
Florian Bayer: Das Unterhaltungskino von heute legt viel mehr Wert auf sozialen Realismus als das Unterhaltungskino von vor 50 Jahren. Wenn wir jetzt mal beide dem Unterhaltungskino zuordnen. Und das kann man aber auch erweitern auf Filme wie ... bis hin zu Superheldenfilmen von Marvel, gibt es mittlerweile immer ... ein Bedürfnis nach einem gewissen sozialen Realismus und nach einer gewissen Komplexität auch von Nebenfiguren. Zumindest bei gehobenen Filmen.
Johannes Franke: Ja. Okay.
Florian Bayer: Ja, das wäre so ein Take, den ich mitnehmen würde, wenn ich die beiden vergleiche. Von der Struktur her. sind wir gar nicht so viel weiter.
Johannes Franke: Vielleicht ist es auch gar nicht nötig, weiter
Florian Bayer: Naja, die Frage ist... Vom Rhythmus her könnte ein Film wie das Ding auch heute so inszeniert werden. vom Pacing und vom Rhythmus. Das würde vielleicht ein bisschen schneller, vielleicht ein bisschen ... Ein bisschen mehr Pathos, aber ich finde, es ist jetzt nicht so weit entfernt von dem, was man auch heute sieht bei heißen Movies.
Johannes Franke: Das stimmt. Ja, vielleicht ein bisschen mehr Action. Also im Sinne von da explodiert noch was und da ist noch irgendwas. Obwohl hier jetzt auch nichts explodiert ist. Nee.
Florian Bayer: Das sind halt auch beides keine Firmen, die große Action-Szenen hergeben. Tatsächlich gibt's ja diese ... In das Ding gibt's ja tatsächlich viele Verfolgungsjagden. So am Robert Redford, der ständig wegrennt.
Johannes Franke: Ja, und über irgendwelche Dächer.
Florian Bayer: Und über irgendwelche Dächer. Jetzt habe ich irgendwie eine Anekdote im Kopf, die ich aber nicht mehr ganz zusammenkriege. Wie war das mit dem rennenden Robert Redford? War das überhaupt dieser Film?
Johannes Franke: Keine Ahnung.
Florian Bayer: Also, Robert Redford war laut der Produzentin Julia Phillips ziemlich besorgt. dass er in das Ding nicht so richtig viel spielen kann, sondern die ganze Zeit am Rumrennen ist. Und am Ende der Dreharbeiten hat Regisseur George Roy Hill Robert Redford eine Skulptur gegeben.
Johannes Franke: Ja, ich erinnere mich.
Florian Bayer: Und zwar den Roadrunner, also den Warner Bros. Cartoon, die Figur vom Roadrunner. Aus Nägeln gemacht. Es gab auch eine Gravur und da stand If you can't be good. Be fast.
Johannes Franke: Das ist so gemein. Die haben sich sowieso gegenseitig ständig irgendwelche Streiche gespielt. Es ging so weit, dass Robert Redford, nee, wer, irgendjemand hat dem anderen den Schreibtisch zersägt? Weil er ihm acht Dollar in Rechnung gestellt hatte für irgendwas, Alkohol, den er mitbringen soll. Und der hat diese 8 Dollar nicht zurückgezahlt. Und dann hat er ihm den Schreibtisch zersägt und gesagt, so ernst ist es mir mit den 8 Dollar. Und dann hat ihm die Produktionsfirma eine Rechnung geschickt für den Schreibtisch, die er nie bezahlt hat.
Florian Bayer: Die gute alte Zeit. Das wäre heute wahrscheinlich nicht mehr ganz so. Nee. Wobei es ja auch diese Set Geschichten gibt von Schauspielern und Schauspielerinnen, die sich gerne gegenseitig Streichel spielen.
Johannes Franke: Ja, ja. Ja.
Florian Bayer: Ja, vielleicht tatsächlich, ich überlege gerade, ob das Ding nicht sogar mehr Action hat als Hustlers. Weil es gibt diese, bei das Ding gibt es diese dramatischen Action-Szenen. Es wird geschossen, es wird weg. gerannt, es wird geflohen. Aber natürlich sind die anders inszeniert, als das heute inszeniert werden würde. Mehr Totalen, weniger Nahen. Das ist natürlich ein großer Inszenierungsunterschied. Noch stärker, weil der Film halt auch auf die 30er referiert.
Johannes Franke: Genau. Ich überlege halt, warum ich das Ding immer vorziehen würde.
Florian Bayer: Weil er einfach der bessere Film ist. Ich glaube, man muss gar keine große Dekaden-Debatte draus machen. Das Ding ist einfach durchdacht da ... Er hat bessere Schauspieler.
Johannes Franke: Ja, er hat bessere Schauspieler vielleicht auch.
Florian Bayer: Er hat eine bessere Inszenierung. Er hat einfach ... mehr Detailversessenheit Ich glaube, das ist aber auch einfach ein unfairer Zweikampf.
Johannes Franke: Ja, wahrscheinlich ist es unfair. Aber man kann sich da sehr in Details verlieren. Man kann natürlich genau gucken, wo ist die Inszenierung, wann, wie, wo, warum besser oder schlechter oder nicht. Aber vielleicht ist es auch zu gemein, das zu machen.
Florian Bayer: Und du findest, also vor allem ist es gemein, weil du findest ja in den 70ern, findest du unglaublich viele so 7,5 Filme. die auf dem Niveau von Hasslers arbeiten.
Johannes Franke: Und es ist ein gutes Niveau.
Florian Bayer: Genau, und das Ding ist ja eher so eine Ausnahmeerscheinung. So ein Film wird eben auch nur mal alle fünf Jahre gemacht, der wirklich so krass perfektionistisch ist.
Johannes Franke: Das ist richtig. Hast ja recht. Hast ja recht. Nur haben wir aber die beiden Filme eben hintereinander und deswegen drängt er sich mit.
Florian Bayer: Das machen wir eigentlich viel zu selten, dass wir die Filme am Schluss nochmal vergleichen. Egal wie absurd der Vergleich wäre... Weil manchmal ist es ja wirklich merkwürdig, wenn wir dann so ein Western aus den 70ern vergleichen mit einem Musical aus den 50ern. Ja, ja. Aber eigentlich sollten wir uns das mal einführen, dass wir am Ende der Episode noch einmal sagen, so und jetzt vergleichen wir die beiden Filme. Wen würdest du in deiner Top-Tierlist nach oben setzen? Wen nach unten?
Johannes Franke: Ja, ja. Fall ist es relativ klar, das Ding ist einfach ein unglaubliches Meisterwerk, was einfach nicht, das kommt nur alle paar Jahre vor, wie du sagst. Aber Hustlers ist schon wirklich gut. Ich habe bloß eben wirklich so ein paar Schwächen für mich entdeckt, die ich schwierig finde.
Florian Bayer: Ich finde, Hustlers ist halt auch, es ist ja wirklich ein junger Film, er ist halt ein Jahr alt. Ich hoffe, dass das ein Film ist, der nicht vergessen wird. Ich hoffe, dass das ein Film ist, der auch in zehn Jahren noch rezipiert wird und auch gesagt wird, guckt mal ... So wurden im Jahr 2019, 2020 Heist-Movies und Sting- und Hustler-Movies inszeniert. Mhm. Und das war damals besonders und das war damals schön. Und vielleicht reden dann in 40 Jahren irgendwelche 30-jährigen Typen in ihrem Podcast ... Der über Facebooks Second-Life-Klon, wie heißt das Ding? Was? Wie heißt das nochmal, was Facebook jetzt macht, das Internet, das neue Internet?
Johannes Franke: Ich habe neulich einen Artikel drüber gelesen.
Florian Bayer: Das Metaverse. in ihrem Metaverse-Podcast dann darüber reden und sagen, ja, und so war das damals, 2020. Und Dieter... So heißt mein fiktiver Gesprächspartner. Dieter, sag mal, wenn wir das jetzt vergleichen mit dem Film ... Das Ding 3. Eine Fortsetzung, die 100 Jahre nach dem ersten Teil gedreht wurde.
Johannes Franke: Und 90 Jahre nach dem zweiten Teil.
Florian Bayer: Auf den zweiten Teil sind wir gar nicht eingegangen. Vollkommen zu Recht. Ich habe ihn nicht gesehen, aber ich habe nur Schlimmes drüber gehört. Es gibt eine Fortsetzung von das Ding mit anderen Schauspielern und einer anderen Geschichte, anderen Namen und wahrscheinlich nicht sehr viel Gemeinsamkeiten mit dem ersten Teil.
Johannes Franke: Aber gucken muss ich ihn, weil das ist der gleiche Drehbuchort wenigstens gewesen.
Florian Bayer: Immerhin.
Johannes Franke: Das heißt, da könnte schon ein bisschen was drinstecken. Vielleicht. Ja, dann haben wir jetzt auch noch beide Filme gegeneinander antreten lassen in einem unfairen Duell. Das Celebrity Deathmatch. Oh, Floor. Wow. Wir sind in der gleichen Zeit aufgewachsen. Das ist schrecklich. So eine obskure Referenz auch noch. Wie krass. Gut, dann schaltet ihr mal ab, während wir noch unser End-30er-Leben feiern und unsere Körperreferenzen aus vor 30 Jahren.
Florian Bayer: Und bleibt aber unbedingt noch dran, um noch einmal am Schwarz auf Weiß zu hören. Kann man Schwarz auf Weiß hören? Was wir nächste Woche machen.
Johannes Franke: Aber natürlich, Schwarz auf Weiß hören, kein Problem. Unsere nächste Podcast-Folge wird sich damit auseinandersetzen, ob das geht. Bis dann. Ciao. Ciao.
Florian Bayer: Da habe ich sogar einen extra Artikel geschrieben, warum er nicht zu den besten Kriegsfilmen der 90er gehört.
Johannes Franke: James Ryan? Ja.
Florian Bayer: Warum? Naja, weil er sich komplett in diesem Heldenpathos verliert, dass eine Gruppe von Soldaten loszieht, um einen einzelnen zu retten. Und das will er eigentlich auch kritisch betrachten, aber es gelingt ihm überhaupt nicht. Und am Schluss opfert sich Tom Hanks, um... damit der junge Matt Damon nach Hause kann.
Johannes Franke: Übrigens, Plor belästert gerade das Buch durch, was er mir geschenkt hat. Findet so manchen Film, den er in seinen Retrospektiven untergebracht hat und freut sich tierisch.
Florian Bayer: Ich freue mich darüber, dass Filme, die ich in meinen Retrospektiven untergebracht habe, nicht drin vorkommen. Sonst hätten meine Retrospektiven keinen Sinn. Das wäre ganz schlimm.
Johannes Franke: Ja, aber so ein bisschen freust du dich auch, dass du die richtigen Filme gesehen hast.
Florian Bayer: Ich kann nicht anders. Es gibt doch ein tiefes Bedürfnis, irgendwie sich dann doch so ein bisschen in einer Peergroup zu bewegen, der Film die
Johannes Franke: Jetzt hast du dieses obskure Ich-bin-auf-der-Gewinner-Seite-Gefühl Ja, genau
Florian Bayer: Ich mag The Player. Aromba Stomper zum Beispiel hätte ich auch nicht aufgenommen.
Johannes Franke: Okay, Plur, wir haben noch was festzulegen.
Florian Bayer: Wir müssen noch sagen, was wir nächste Woche gucken. Wir haben es ja schon während dieser Episode, wenn ihr gut aufgepasst habt.
Johannes Franke: Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.
Florian Bayer: Die Publikumsfrage, habt ihr erkannt, welche zwei Filme wir nächste Woche gucken wollen? ist das A. Richtig, von mir kommt Planet der Affen. Mit Charlton Heston, nicht der Tim Burton Film bitte, sondern der Original aus den 60er Jahren.
Johannes Franke: Aus den 60ern ist der.
Florian Bayer: Ja, ich glaube 66, 67, so um den Dreh.
Johannes Franke: Okay. Und ich gebe dir den, den wir vorhin besprochen haben ... der auf Netflix zu finden ist, und zwar The Two Popes. Wo einfach sich zwei Päpste zwei Stunden lang unterhalten.
Florian Bayer: Ich bin voll gespannt, wie das wird.
Johannes Franke: Das ist wirklich ein toller Film.
Florian Bayer: Ja, glaube ich dir. Mal schauen, ob ich ihn auch toll finde. Ich will unbefleckt rangehen.
Johannes Franke: Ich bin ja auch das Finster. Bei meiner Unterhaltung von zwei Päpsten ist unbeflecktes Rangehen ganz gut. Oh Mann. Okay, Flor, dann freue ich mich auf nächste Woche.
Florian Bayer: Ich mich auch.
Johannes Franke: Vielen Dank für diese schöne Episode. Ebenso danke. Ich habe mich noch gar nicht bedankt. Das ist sehr schön. Nein, das war total toll.
Florian Bayer: Wirklich cool. Die ganzen Zwischenspiele mit Katze und Tee.
Johannes Franke: Die ich alle rausgeschnitten habe.
Florian Bayer: Also wenn ihr jetzt gerade eine 90-minütige Folge hört, dann verpasst ihr eine Menge, weil Johannes sich nicht traut, dieses Zeug drin zu lassen. Wenn ihr jetzt auf euren Podcast-Player schaut und da steht 3 Stunden 55 Minuten.
Johannes Franke: Dann habt ihr das vollständig genossen. Genau. Und wenn ihr den Directors Cut wollt, dann wird er bestimmt irgendwo online gestellt mal. Aber in 20 Jahren erst. Nee. Den Plors-Cut. Den Plors-Cut, genau. Gut, dann schön vielen Dank und bis zum nächsten Wochen.
Florian Bayer: Bis nächste Woche.
Johannes Franke: Ciao.
