Episode 48: Thor Ragnarok und das Marvel Cinematic Universe
Superheldenfilme. Ein eigenwilliges Genre, das es in den letzten Jahrzehnten immer wieder geschafft hat, eine riesige Fangemeinde um sich zu scharen. Wie ist das denn nur passiert?
Plor, ich glaube wir müssen mal reden. Am besten am Beispiel von Thor: Ragnarok.
Im dritten Film der Thor-Reihe muss Thor ohne Hammer auskommen und gegen seine Böse Schwester Hela ankommen um Ragnarok, also das Ende von allem, zu verhindern. Dumm nur, dass er auf Sakaar festsitzt. Einem Planeten der unfreiwillig angespülte Menschen als Gladiatoren gegeneinander antreten lässt. Neben Thor darf auch Loki seine Späße treiben und Hulk seine Halbsätze grunzen und draufhauen.
Ein Feuerwerk an Action, Slapstick und vielleicht ein bisschen Drama.
Ich denke das ist ein guter Film um rauszufinden, was Superheldenfilme so erfolgreich macht… oder ist er vielleicht doch gar nicht so archetypisch für das Genre? Was meinst du Plor?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 48: Thor Ragnarok und das Marvel Cinematic Universe Publishing Date: 2021-12-01T20:47:01+01:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/12/01/episode-48-thor-ragnarok-und-das-marvel-cinematic-universe/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast?
Johannes Franke: Nein, eigentlich nicht, aber ich...
Florian Bayer: Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so... Musicals aus den 50ern.
Johannes Franke: Von mir, für dich, genau. Und koreanische Filme.
Florian Bayer: Mit russischen Untertiteln. Von mir. Für dich.
Johannes Franke: Oh Gott, okay.
Florian Bayer: Aber du weißt, dass das für Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Definitiv. Das wird lustig. Welche Superkraft hättest du?
Florian Bayer: Ich entscheide mich für das sehr klassische und sehr langweilige Unbesiegbar von Superman. Unsterblich quasi.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Man of Steel.
Johannes Franke: Sie muss ein bisschen mehr zu dir passen, Floor.
Florian Bayer: Es muss konkreter sein.
Johannes Franke: Für dich, was du sowieso in deinem Leben so ein bisschen hast, nicht nur, was du dir wünschst, was du gerne hättest. Nein, nein, nein. Es muss schon zu dem passen, was du sonst so hast.
Florian Bayer: Also es geht nicht das Superman-Gesamtpaket, weil das ist natürlich eine tolle Eigenschaft. Okay, dann nehme ich was anderes.
Johannes Franke: Du müsstest aussehen wie Christopher Reeves, das wäre nicht möglich.
Florian Bayer: dann weiß ich, glaube ich, was ich möchte. Und zwar ... Weil das auch gut passen würde zu der aktuellen Lage, in der ich bin. Ich habe gerade sehr viel Arbeit und ich muss sehr viel Arbeit sehr schnell erledigen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und natürlich wäre jetzt vielleicht naheliegend.
Johannes Franke: Oh, ja.
Florian Bayer: Aber ich erinnere mich an eine Serie aus den 70ern, die ich dann auch in den 80ern geschaut habe. Und zwar die 7-Millionen-Dollar-Frau. Die hatte irgendwelche bionische Implantate, die sie besonders schnell gemacht haben und besonders zackig. Und ich glaube, sie konnte auch besonders gut hören oder so. Und es gab diese eine Szene, wo sie, sie war Lehrerin und dann hat sie Schule gemacht für die Kids und musste noch ganz schnell was an die Tafel schreiben und da hat man dann gesehen, wie sie mit ihrer Supergeschwindigkeit ganz schnell ein riesiges Tafelgeschwindigkeit. Und das war natürlich total billig produziert, einfach einmal so Zeitraffer. Aber das wäre eine schöne Eigenschaft, einfach Schnelligkeit um Arbeit schnell erledigen zu können.
Johannes Franke: können.
Florian Bayer: Also entweder Flash oder die 7-Millionen-Dollar-Frau. Ich glaube, ich nehme die 7-Millionen-Dollar-Frau.
Johannes Franke: Das möchtest du einloggen?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Willst du nicht irgendjemanden anrufen noch? Nein.
Florian Bayer: Kein Joker. Was möchtest du denn?
Johannes Franke: Was ich möchte? Nein, ich glaube, was ich habe, ist, Leute totquatschen. Das kann ich. Das ist nicht so wirklich eine Superkraft. Das ist eine ziemliche Superkraft.
Florian Bayer: Zumindest wenn man einen Podcast macht.
Johannes Franke: Das ist eine Villensuperkraft. Leute totquatschen.
Florian Bayer: Ah, du willst Bösewicht werden. Du willst gar nicht der Held sein, sondern der Bösewicht, verstehe.
Johannes Franke: Aber ein bisschen spannender ist es schon auch. Also natürlich finde ich dieses, ich glaube, unendliches Leben wäre vielleicht auch interessant. Aber das ist nicht das, was ich gerade bei mir so angelegt sehe in meinem Leben.
Florian Bayer: Ich dachte, was du willst, nicht was du hast. Man will ja nicht das, was man hat. Wenn ich einfach nur sagen sollte, was ich habe, hätte ich gesagt, super Intelligenz, super Schönheit oder so. Ich soll ja sagen, was ich gerne möchte.
Johannes Franke: Aber dann hätte ich ja widersprochen, insofern ist das natürlich blöd.
Florian Bayer: Okay, aber tatsächlich Bösewicht sein oder Bösewichtkräfte zu haben, das ist spannend, weil die Bösewichte in den Filmen und auch in den Comics oft die spannenderen Figuren sind als die Helden.
Johannes Franke: Ja, muss man schon sagen. Ja, da werden wir vielleicht heute auch mal drauf eingehen. Wir haben ja einen Willen, einen spannenden Willen.
Florian Bayer: Ja, wir haben sogar zwei Willens.
Johannes Franke: Wir haben vielleicht sogar noch mehr.
Florian Bayer: Ja, wahrscheinlich schon. Also die Filme aus dem Marvel-Universe haben ja meistens mehrere Bösewichte nebeneinander.
Johannes Franke: Ja, die klotzen ja mehr als dass sie
Florian Bayer: Und dann oft auch noch ein paar dubiose Charaktere haben wir hier auch. Liebe ZuhörerInnen, herzlich willkommen zum Muss man sehen Podcast und wie ihr euch sicher denken könnt. Heute reden wir über Superhelden, Superheldenfilme und insbesondere über das Marvel Universe, das Marvel Cinematic Universe. Und einen Film daraus, den Johannes für mich ausgesucht hat.
Johannes Franke: Und zwar Thor Ragnarok. Man muss dazu sagen, glaube ich, dass jeder Nerd, der jetzt dieses große Wissen erwartet von uns, Und die großen Zusammenhänge und die Vergleiche zwischen Comic und Verfilmung und die Vergleiche zwischen nordischer Sage und Comic und Verfilmung, Ihr könnt gleich wieder abhauen.
Florian Bayer: Wir haben beide als Kinder und Jugendliche und auch im Erwachsenenalter einfach keine Superhelden-Comics gelesen.
Johannes Franke: Nicht wirklich. Also ich habe Asterix und Oberlix gelesen. Das war das super Hältigste, was ich mir vorstellen konnte.
Florian Bayer: Ich habe tatsächlich vor ein, zwei Jahren angefangen, mal wieder so ein bisschen mich mit Comics auseinanderzusetzen und geguckt. was so der aktuelle Stand ist und mir auch ein paar Comics besorgt. Und ich stehe ja tatsächlich auf die Comics, die so ein bisschen aus der Reihe tanzen. Und tatsächlich hat ... haben sowohl Marvel als auch DC im letzten Jahrzehnt durchaus ein Händchen bewiesen für Comics, die besonders sind, also die vor allem so ... Diversity sehr groß stehen haben. Es gibt zum Beispiel ein Captain America mit einer, nicht Captain America, ähm, Captain Marvel. Mit einer Captain Marvel, die Moslem ist. Oh.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann gibt es auch einen Comic mit einer Schwangeren. Also es ist auf jeden Fall tatsächlich, ist die Comicwelt in den letzten Jahren diverser geworden.
Johannes Franke: Was ich nur begrüßen kann.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Ähm, Spiderworm. Es gibt eine schwangere Spiderworm. Es gibt eine, äh, muslimische Miss Marvel.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und es gibt noch eine ganze Reihe davon und das finde ich super spannend. Also zum einen natürlich dieser Gender Twist, dass die klassischen Superhelden mal als weibliche Charaktere dargestellt werden. Ja. Oder eben auch als People of Color oder eben auch Muslimin und so weiter. Ja. fand ich ganz spannend und davon habe ich mir so ein paar besorgt, einfach um auch mal reinzuschauen, was Marvel da gerade macht und ich muss sagen, ja, Thumbs up, auch wenn ich kein Marvel-Fan bin.
Johannes Franke: Ja, aber es ist cool. Vor allem, weil ich das Gefühl habe, dass das ja gar nicht so weit hergeholt ist für Marvel. Obwohl immer alle sagen, ja, also so Gegner von dieser ganzen Gender, wie man damit umgeht, diese Gender-Debatte zu führen. Wenn man dann anfängt, diverse Charakter einzubauen und Fans verprellt, die einfach keine Veränderung wollen. Aber sind nicht Comics dieser Art sowieso immer schon Veränderungen unterworfen gewesen und haben sich diese Superhelden nicht immer schon immer wieder verändert? und Veränderungen durchgemacht, die vielleicht auch den ein oder anderen Fan einfach hinten überhaben fallen lassen.
Florian Bayer: Ja, definitiv. Und das ist auch tatsächlich spannend an dieser gesamten Comic-Welt. Zum Beispiel gibt es ja diverse Reinkarnationen von Spider-Man in verschiedensten Formen. Und es gab vor kurzem dann ja auch diesen Film Into the Spider Wars. Indem diese verschiedenen Charaktere zusammentreffen, wo wir dann zum Beispiel einen Spider-Man-Noir haben, der angelehnt ist an die Detektivfilme aus den 30ern.
Johannes Franke: Toll.
Florian Bayer: Und auch eine Spider-Quen, wo eigentlich das Love-Interest von Spider-Man aus den ersten Comics die eigentliche Superheldin ist. Mhm. Und dann haben wir einen alten, versoffenen Spider-Man und so weiter. Es ist total toll. Es gibt einfach ... Sowohl Marvel als auch DC haben immer mal wieder ihre Helden und Heldinnen neu erfunden. und neu gedacht und neue Storylines reingebracht und das macht diese Comicwelt auch unglaublich spannend.
Johannes Franke: Das ist toll, weil das so eine riesige Spielwiese ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das finde ich, hat dieser Film, den wir jetzt vor uns haben, den wir jetzt besprechen wollen, eben irgendwie auch... dass man das Gefühl hat, dass er das als Spielwiese begreift, mehr als die Filme davor. Aber das können wir ja gleich mal noch ein bisschen genauer exploren. Ich kann dir ja mal vorstellen.
Florian Bayer: Ja, leg mal los.
Johannes Franke: Und dann gehen wir rein. Ja. Kurze Vorstellungsrunde. Superheldenfilme. Ein eigenwilliges Genre. dass es in den letzten Jahrzehnten immer wieder geschafft hat, eine riesige Fangemeinde um sich zu scharen. Wie ist das mit den Fangemeinden nur passiert? Superhelden, Plor, ich glaube, wir müssen mal reden. Am besten am Beispiel von Thor Ragnarok. Im dritten Film der Thor-Reihe muss Thor ohne Hammer auskommen und gegen seine böse Schwester Hela ankommen um Ragnarok also das Ende von allem, zu verhindern. Dumm nur, dass er auf Sakar folgte. einem Planeten, der unfreiwillig angespülte Menschen als Gladiatoren gegeneinander antreten lässt. Neben Thor darf auch Loki seine Späße treiben und Hulk seine Halbsätze grunzen und draufhauen. Ein Feuerwerk an Action, Slapstick und vielleicht auch ein bisschen Drama? Mhm. Ich denke, das ist ein guter Film, um rauszufinden, was Superheldenfilme so erfolgreich macht. Oder ist er vielleicht doch gar nicht so archetypisch für das Genre? Was meinst du, Plur?
Florian Bayer: Also tatsächlich mit allem, was er so an Späßen treibt und was er anders macht. ist es schon ein archetypischer Marvel-Film. Das Marvel Cinematic Universe ist ja tatsächlich auch deswegen so erfolgreich, weil es irgendwie geschafft hat, Filme zu machen, die in einem gewissen Rahmen stattfinden. Und das tut auch dieser Film. Und trotzdem den jeweiligen Regisseuren und Regisseurinnen eine gewisse Freiheit zu geben, ihren eigenen Stempel da drauf zu drücken. Und es ist immer ein Balanceakt im Marvel Cinematic Universe. Und es ist meiner Meinung nach auch ... so retrospektiv gesehen öfter nicht so gut gegangen. Und wir haben sehr viele Filme, die sich dann doch ziemlich krass ähneln.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Und Thor Ragnarok hat auch viele Zutaten dieser Filme. Und trotzdem schafft er es, deutlich mehr aus der Reihe zu tanzen als andere... Marvel-Werke.
Johannes Franke: Und ich höre immer wieder, dass sich Leute, was ich überhaupt nicht verstanden habe, über diesen Film beschweren auch.
Florian Bayer: Was ist denn die hauptsächliche Beschwerde?
Johannes Franke: Zu lustig.
Florian Bayer: Zu lustig, ja. tatsächlich. Er ist für einen Superheldenfilm auch dafür, dass er in dieses Universum eingebettet ist und dass er immerhin der Vorläufer ist von dem großen Endkampf dann in Im Infinity War und Endgame ist er erstaunlich lustig und nimmt sich erstaunlich wenig ernst. Und es stellt sich natürlich die Frage, kann man das machen? Weil das Marvel-Universum lebt natürlich von seinem Pathos und lebt davon, dass es oft um alles geht und dass wir Helden haben, die... sich wirklich bemühen, das Ende der Welt zu verhindern. Und dann haben wir diesen lakonischen Tor plötzlich mit seinen albernen Sprüchen, dem nichts so wirklich Angst zu machen scheint.
Johannes Franke: Genau.
Florian Bayer: Wir haben diese... Diese böse Hela, die auch irgendwie, obwohl sie mit großem Pathos einmarschiert, in Asgard ... auch immer mal wieder noch so einen flapsigen Spruch auf den Lippen hatten, sagt so, ja, ja, ja, ich will alle umbringen. So, los geht's. Und jede Figur, egal wie schauerlich, vor allem, also das sieht man schon in der ersten Szene mit dem Surtur, Egal wie schauerlich, jede Figur wird eigentlich ziemlich auf die Schippe genommen.
Johannes Franke: Ja. Das, was mich an Marvel immer fasziniert hat, dass es das immer so im Ansatz gab. Und jetzt hat Taika Waititi das Ganze genommen und hat das Ganze einmal nochmal auf die Spitze getrieben und zwar ausgerechnet genau an den Stellen, wo ich Marvel liebe. Ja. und das finde ich grandios toll.
Florian Bayer: Das Tolle ist ja, er hat keine Angst vorm Trash, es ist ja auch Eine riesige Verbeugung vor dieser 80er Jahre Superhelden-Ästhetik, wo alles drüber ist und alles Fantasy mit E-Gitarren unterlegt und bunten Farben. Der bunteste Marvel-Film überhaupt. Da kann man überhaupt nicht drüber diskutieren. Obwohl Guardians of the Galaxy zum Beispiel auch sehr bunt war, ist dieser Film ein einziger Farbrausch.
Johannes Franke: Und Guardians of the Galaxy war vorher mein Liebling von der ganzen Reihe. Der wurde abgelöst von Thor Ragnarok.
Florian Bayer: Ich finde Guardians of the Galaxy furchtbar langweilig.
Johannes Franke: Echt?
Florian Bayer: Ich habe kaum noch Erinnerungen an diesen Film. Ich mag den überhaupt nicht. Ich finde diesen Teil noch weniger. Ja, die Figuren sind total geil.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann läuft es aber doch in so eine Generische, wir retten die Welthandlung. Und das haben so viele Marvel-Filme, dass ich die wirklich nicht auseinanderhalten kann. Selbst wenn man sagt, okay, das eine spielt im Weltraum. und das andere spielt auf der Erde, ich krieg die nicht auseinander. Weil in den Actionszenen und in den Bedrohungslagen dann doch immer derselbe Scheiß passiert.
Johannes Franke: Ja. Ich glaube, worauf ich immer mehr gucke als auf die Story an sich ist ... wie sind die Charaktere gezeichnet und wie interagieren die miteinander und wie menschlich ist das Ganze. Und das finde ich macht dieser Film halt auch wirklich gut.
Florian Bayer: Findest du den menschlich?
Johannes Franke: Die ganzen Götter sind der Mythologie entsprechend auch total menschlich und haben ganz viele Fehler. Ich find's super.
Florian Bayer: Aber sie sind alle so unrealistisch, lakonisch und desinteressiert. Ja. Die Welt geht unter und Der Einzige, der wirklich noch Mühe hat, der wirklich kämpft und mit Pathos ins Geschehen eintritt. ist Heimdall. Und sonst sind alle so, ja, ich sterbe jetzt. Naja, dann geht jetzt halt die Welt unter. Komm, wir kämpfen noch ein bisschen.
Johannes Franke: Ja, Thor ist derjenige, der am meisten in die Richtung tendiert, aber die anderen nicht ganz so schlimm.
Florian Bayer: Und nicht, dass ich das nicht geil finden würde. Aber menschlich oder realistisch ist es nicht.
Johannes Franke: Nein, also realistisch und menschlich sind zwei unterschiedliche Dinge. Das ist schon wirklich ein großer Unterschied. Also realistisch ist natürlich nichts davon. Völlig klar.
Florian Bayer: Also Menschen haben Angst und Menschen leiden und Menschen sind mal traurig und sind verzweifelt.
Johannes Franke: Menschen haben vor allem Fehler und agieren aus Eigennutz. Und das finde ich macht dieser Film schon sehr gut.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also diese Fehler und dieser Eigennutz und dieses, ich versuche jetzt Bruce Banner da noch rein zu... Quatschen, dass er wieder der Hulk wird, obwohl er nie wieder Bruce Banner werden wird danach, ist schon so ein sehr... Ja, menschlich eigennütziges Ding, weißt du? Und ich finde es irgendwie schon cool.
Florian Bayer: Kommen wir mal zu unseren menschlichen Charakteren.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Natürlich haben wir als erstes den titelgebenden strahlenden Helden Thor.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und Thor wird inszeniert als... das, was er immer ist, als wirklich überstarker Charakter, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt oder nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Ja. Und dem das Geklopper auch verdammt viel Spaß macht. Der immer einen One-Liner auf den Lippen hat. Und der aber trotzdem sich so seines Heldenstatus sehr bewusst ist und den auch... Am Schluss zumindest mit so einem gewissen Pathos garniert, wenn er dann feststellt, es geht nicht darum, Ragnarok zu verhindern, sondern es geht darum, es auszulösen. Asgard ist nicht der Ort, sondern das Volk. Und er ist da schon ein sehr klassischer Superheld, mal abgesehen davon, dass er eben wirklich sehr lakonig ist.
Johannes Franke: Ja, ja. Gespielt von Chris Hemsworth. Und dann hätten wir Loki an seiner Seite. Tom Hiddleston, den ich großartig finde, immer wieder großartig finde. Es ist unglaublich. Ich habe die Serie noch nicht gesehen, hast du auch nicht, oder?
Florian Bayer: Nee, ist jetzt nicht so, dass ich mit einer Figur aus dem Marvel-Universe unbedingt gerne Sex hätte, aber... Aber wenn dann... Ja, also ich meine, das ist keine Frage, oder?
Johannes Franke: Wenn dann Loki...
Florian Bayer: Nein, er macht das schon ziemlich cool. Und das hat er in allen Filmen gemacht, in denen er aufgetreten ist. Nicht nur in den Thor-Filmen, sondern auch in den Avengers-Filmen. Ja, ja. Und Loki war für mich immer so ein kleines Highlight in diesen Geschichten. Ja, immer. Loki auch tatsächlich bis auf diesen Film mehr als Thor. Wie schon gesagt, die Bösewichte sind spannender. Ich fand ihn den spannenderen Charakter. Weil er so hin- und hergerissen ist zwischen diesem eigentlich unschuldigen Schabernack und Und dann diesen wirklich bösartigen Welteroberungsplänen gekreuzt mit einer Kränkung, weil er irgendwie so der nicht so ganz doll geliebte Sohn von Odin ist. Und eine ganz tolle Szene aus diesem Film, wo Loki nicht selbst vorkommt. Ja. aber perfekt zusammenfasst ist, wenn Thor erzählt, dass Loki ihn immer ärgern wollte und immer vernichten wollte und dann erzählt er so eine nette Geschichte. Und sagt, naja, und dann ist Loki herausgesprungen und hat gesagt, hier bin ich. Und hat mir ein Messer in den Rücken gerammt. Wir waren acht. Das war eine schöne Zeit.
Johannes Franke: Da hat er sich als Schlange verkleidet.
Florian Bayer: Genau, als Schlange hat er sich verkleidet.
Johannes Franke: Meine Güte. Als dritte Wichtigste im Bunde fände ich jetzt Cate Blanchett.
Florian Bayer: Natürlich, unsere Bösewichtin. definitiv.
Johannes Franke: Okay, Cate Blanchett ist ja immer großartig, finde ich, in Filmen. Auch in diesem Film großartig, aber ich finde fast... irgendwie hat sie nicht alles ausspielen können, was sie kann normalerweise. Woran liegt das?
Florian Bayer: Ich fand sie tatsächlich ziemlich lame. Und das liegt nicht an ihr. Cate Blanchett ist großartig. Ich fand, die Rolle war einfach nicht so wirklich... clever gezeichnet. Und das größte Problem sehe ich darin, dass diese Figur mit ihrem großen Pathos eigentlich die Möglichkeit gegeben hätten, Kontrapunkt zu setzen zu den anderen albernen Figuren. Und sie macht aber irgendwann auch dieselben One-Liner und dieselben Witze und dieselben flapsigen Kommentare wie alle anderen auch.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sie hätte eigentlich eine Kontrastfigur sein müssen. Sie hätte wirklich die pathetische Welteneroberin sein müssen. Also kurz zu ihr, sie ist die erstgeborene Tochter von Odin, von der Odin seinen beiden Söhnen Thor und Loki nie erzählt hat. Und nachdem Odin dann gestorben ist, erhebt sie den Anspruch auf den Thron. Sie will Asgard regieren und damit auch gleichzeitig das Ende Asgards auslösen.
Johannes Franke: Und sie hat recht. Sie ist diejenige, die Thronerbin. Sie müsste eigentlich den Thron bekommen. Also eigentlich hat sie recht. Eigentlich hätte der Film sehr kurz sein können.
Florian Bayer: Sie ist aber eine scheiß Herrscherin. Sie agiert mit der Wut der Gekränkten. Und sie hat einen sehr hohen Bodycount. Ja. Und eine krasse Zerstörungswut. Ich fand sie tatsächlich einfach langweilig. Marvel hat auch, wenn ich sage, Bösewichte mag ich meistens mehr als die Lieben. Marvel hatte in den letzten fünf Jahren kein gutes Händchen für gute Bösewichte. Also zum Beispiel in Iron Man 3 dieser wirklich, wirklich... unheimliche Bösewicht, dieser Scheich, der ein Terrorist ist, der sich dann als von Ben Kingsley ganz toll gespielt, dieser Mandarin. der sich dann als einfacher Schauspieler entpuppt. Aber auch, ich fand tatsächlich in Avengers ... im letzten Avengers, im Endgame und Infinity War, den von vielen so gefeierten ... von Josh Brolin gespielt, fand ich einen ziemlich langweiligen Bösewicht. Und der wurde ja von vielen als das Highlight des Films ausgemacht oder der Filme. Und Der hat mir nicht viel gegeben. Und das zieht sich so ein bisschen durch die letzten Marvel-Filme. Auch bei Black Panther, den ich wirklich mag, der wirklich ein guter Marvel-Film ist.
Johannes Franke: Ja, der ist sehr gut.
Florian Bayer: Gab es in der Theorie einen guten Bösewichten, der aber in der Praxis nicht geil ausgespielt wurde? Und ja, es zieht sich einfach so durch.
Johannes Franke: Ja, ist Jessica Jones, ist das auch Marvel, ne?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Aber es sind die TV-Sachen. Und da fand ich den Bösewichten halt David Tennant auch großartig.
Florian Bayer: Aber auch nur, weil es David Tennant ist, oder?
Johannes Franke: Er spielt ihn halt großartig.
Florian Bayer: Das zählt nicht, du bist ein Fanboy. Das kann ich nicht akzeptieren.
Johannes Franke: Nein, er ist auch gut geschrieben. Ich finde ihn auch als Bösewicht an sich wirklich gut.
Florian Bayer: Naja, auf jeden Fall war für mich in Thor Ragnarok tatsächlich der Bösewicht, obwohl es eine großartige Schauspielerin ist. Und in der Theorie auch eine gute Idee ist, die einzuführen, diese Figur.
Johannes Franke: Ja, ja.
Florian Bayer: Fand ich sie ziemlich enttäuschend.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Spannender fand ich unseren zweiten quasi-Bösewichten. Also vor allem, weil er lustiger ist, der Grandmaster. Von Jeff Goldblum.
Johannes Franke: Jeff Goldblum ist einfach ein... Was ist das für ein Schauspieler?
Florian Bayer: Der spielt sich selbst, aber er spielt es großartig.
Johannes Franke: Immer solche Figuren. Das ist einfach nicht anders zu kriegen vielleicht von ihm. Ich weiß es nicht ganz genau. Er hat auch, es gab mal von ihm irgendeine Präsentation von Wildlife oder was, keine Ahnung was das war. Irgendwie hat er den Planeten erklärt und der war genauso. Privat. Er hat einfach den Planeten auf eine bestimmte Art und Weise erklärt, wo ich dachte, okay, okay, du könntest jetzt auch irgendwo bei James Bond der Bösewicht sein.
Florian Bayer: Der hat so eine schlutrige Art und so ein bisschen so eine desorientierte Art. Er spielt den Herrscher von den Planeten, auf denen es Tor verschlägt. Und er ist der, der... sich ergötzt an diesen Gladiatoren-Campen. Und Jeff Goldblum, diese Rolle dieser Grandmaster, wird vor allem aber auch so geil durch seine Assistentin beziehungsweise durch seinen Bodyguard Toppers, die irgendwie ... Die ergeben so ein witziges ... Schräges Duo. Es gibt diesen einen total absurden Dialog zwischen den beiden. Nachdem die Revolution ausgebrochen ist und alle fliehen. Und sie sagt dann irgendwie so zu ihm. Ja, genau. Also es gibt diesen einen Dialog, wo der Grandmaster über seine Kopfgeldjägerin redet und er sagt dann so... Wie habe ich sie immer genannt? Es hat ein B angefangen. Und dann sagt Topper so nebendran Trash. Und dann so, was? Nein, Trash? Das fang nicht mal mit einem B an. Und dann gibt's diese Z. Die zweite großartige Szene, wenn die Revolution losgebreten ist. Und dann fragt ihr, Revolution, how did this happen? Und sie sagt ... Und dann sagt er, oh, I don't like this word. Slaves. Prägt ein Mainframe? Hä, was? Warum sollte ich Mainframe nicht mögen? Nein, das S-Wort!
Johannes Franke: Slaves. Und dann meint sie aber, was hat sie mir übersetzt? Sorry.
Florian Bayer: The prisoners with jobs. Ja. Das ist dann ihre Übersetzung. Okay, that's better.
Johannes Franke: Ich finde, dass der Film sowieso so ein, zwei... schöne Side Notes zum Thema Sklaverei, Rassismus und so weiter hat, die schon schön sind. Ja. Echt ein paar schöne Sachen dabei.
Florian Bayer: Auf jeden Fall. Und diese Topaz ist halt wirklich, die hat nicht viele Dialogszenen, aber sie ist eine großartige. Ergänzung zu diesem leicht konfusen Grandmaster, der nie so genau weiß, wo er hin will und sie rückt ihn immer so ein bisschen gerade und sagt dann aber auch immer total schräg. gesagt und verliert ihn nur noch mehr.
Johannes Franke: Und wir haben natürlich jetzt, also wenn es nach Größe der Rollen geht, dann dürfen wir den Hulk natürlich nicht vergessen.
Florian Bayer: Auf keinen Fall. Hulk ist super in diesem Film.
Johannes Franke: Also Mark Ruffalo wieder dabei als Hulk und die haben auch extra nochmal sein Gesicht neu aufgenommen, damit es nochmal besser... animiert werden kann, der Hulk. Ist gut geworden.
Florian Bayer: Und es ist das erste Mal, dass er selbst den Hulk synchronisiert.
Johannes Franke: Ja, wirklich. Ich war ganz irritiert zu lesen, dass es früher nicht so war, dass er das nicht selbst gemacht hat, sondern jetzt erst.
Florian Bayer: Sie haben selbst, als Mark Ruffalo den Bruce Banner gespielt hat, haben sie den Hulk von Lou Ferrigno synchronisieren lassen. Aber warum? Weil der das in den 80ern gemacht hat, in dieser wirklich guten Hulk-Serie.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Lou Ferrigno war ein... Bodybuilder und der hat in den 80ern Hulk gespielt, als man Hulk eben noch nicht mit CGI herstellen konnte. Da brauchten sie einfach einen großen, muskulösen Mann. Und der hat ihn dann gespielt und dann haben sie ihn so ein bisschen aus nostalgischen Gründen, denke ich, den synchronisieren lassen. Aber es ist eine gute Entscheidung, hier Hulk von Ruffalo synchronisieren zu lassen. weil er deutlich menschlicher ist als vorher in den Filmen. Er kriegt viel mehr Sprechrollen. Er ist auch intelligenter.
Johannes Franke: Ein bisschen.
Florian Bayer: Ja, zumindest agiert er irgendwie mehr und halt wie so ein großes, übergroßes Kleinkind. Und es gibt Tolle Dialoge zwischen ihm und Thor.
Johannes Franke: Aber wirklich hervorragende Dialoge, ganz toll. Hast du was da?
Florian Bayer: Ach, wenn sie sich dreiden, no smash. Hulk will immer alles smashen und es gibt, die schönste Szene ist eigentlich ganz am Schluss. Wenn sie den Sur-Tor rausgelassen haben, um Asgard zu zerstören und den Superbösewicht mit in den Tod zu reißen, kommt plötzlich Hulk nochmal rausgesprochen.
Johannes Franke: Und will dieses Monster erledigen, was sie ja extra rausgelassen haben, dass wir das Monster, den Bösewicht erledigt, also Cate Blanchett erledigen.
Florian Bayer: Und dann schreit, oh nein, Hulk, bitte dieses eine Mal kein Smash. What big monster?
Johannes Franke: Hulk, let's go! Es ist großartig. Ich finde eigentlich fast am schönsten die Dialogzeile... Wo die beiden da noch gefangen auf dem Planeten sitzen und sie stellen fest, ah ja, wir sind beide irgendwie so wie Feuer. Und dann sagt Halk, ich bin wie Feuer, du bist eher wie Wasser. Was? Nein, ich bin nicht Wasser, ich bin auch Feuer. Ja, aber ich bin ein großes Feuer und du bist eher so ein kleines glimmerndes... Feuer. Ganz, ganz tolle, auch schauspielerisch sehr schön gelöst.
Florian Bayer: Es ist auch so toll, weil sie wirklich so... Es hat so Body-Movie-Komponenten. Also Hulk... Und Thor mögen sich halt irgendwie, weil sie zusammengearbeitet haben, aber Hulk hat keinen Bock mehr auf die Erde und ist deswegen eigentlich ganz glücklich, wo er gerade ist, wo er kämpft, weil er gewinnt halt. Und dieser Grandmaster liebt ihn. Und dann will Thor ihn aber natürlich überzeugen, ihm zu helfen. Und dann versucht er das irgendwie zu schaffen und sagt, nein, Halk, die Erde finde dich ganz toll und ich bin doch dein Freund. Und er sagt halt, nein, du bist der Freund von Bruce Banner. Dann sagt er, Quatsch, Bruce Banner. Benner ist total blöd. Er ist doch so ein Wissenschaftler. Ich finde dich viel cooler. Wir sind uns viel ähnlicher. Wir machen Sachen kaputt. Das ist unsere Sache. Und Hulk ist tatsächlich eine menschliche Figur in diesem Film, weil er ist auch oft traurig und auch ein bisschen einsam. Und ich mag ihn in diesem Film sehr.
Johannes Franke: Ja, ich auch. auf dieses Menschliche zurückzukommen später, wenn Bruce Banner wieder da ist, statt dem Hulk, sagt natürlich Thor... Nein, der Hulk war voll doof. Ich mag dich viel lieber, Bruce Banner. Der Hulk macht immer nur Smash, Smash, Smash. Und du? Du weißt voll, wie es abgeht. Und du hast 50.000 PhDs.
Florian Bayer: Und das nicht unter den Teppich zu kehren, Bruce Banner ist auch ganz toll in dem Film, weil es gibt dann natürlich irgendwann den Moment, wo Hulk sich zurückverwandelt in Bruce Banner und der... hing im Universum noch rum als Hulk, weil er in einem der Filme davor die Welt gerettet hat und dabei im Universum verschwunden ist. Und dann wird Bruce Banner wach und stellt fest, dass er zwei Jahre lang als Hulk auf einem fremden Planeten als Gladiator gekämpft hat. Und ist total panisch, weil er ist so ein einfacher Wissenschaftler. der wirklich nicht kämpfen kann und auch nicht kämpfen will. Der will einfach nur zurück zur Erde.
Johannes Franke: Das war das erste Mal außerhalb außerhalb der Erde. Also er war schon mal auf einem anderen Planeten, aber das zweite Mal jetzt auf einem anderen Planeten und ist natürlich überhaupt nicht daran gewöhnt, irgendwie irgendwo im Weltall unterwegs zu sein, hat keine Ahnung davon. Natürlich Panik.
Florian Bayer: Ich möchte noch eine Figur, dann können wir aufhören, über die Figuren zu reden. Es gibt wie in jedem Marvel-Film ganz viele Figuren.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: In diesem Film gibt es die beste Figur, die je in einem Marvel-Film stattgefunden hat.
Johannes Franke: Ich bin ja mal gespannt, ob du das gleich hast wie ich.
Florian Bayer: Bestimmt habe ich das gleich wie du, Kork. Kork ist fantastisch. Kork ist ein Gentle Giant. Er ist ein Steinriese. Der auch auf diesem Planeten gefangen ist und auch dieses Gladiatorenkämpfen macht. Und er ist stark, er wollte offensichtlich mal eine Revolution starten, ist dann schief gegangen, weil er zu wenig Pamphlete gedruckt hat. Und er ist seitdem gefangen.
Johannes Franke: Und das bedeutet, er macht hier diesen Paper Scissors Rocks Paper Scissors Joke. Und wenn er zu wenig Pamphlete gedruckt hat, bedeutet das, Papier besiegt Rocks. Ja, genau.
Florian Bayer: Und er ist so, er ist gechillt die ganze Zeit. Er redet auch so total cool. Hey! Hey, wir sind hier auf diesem fremden Planeten und ich wollte jetzt alle retten. Willst du mitkommen? Hast du Bock mitzukommen?
Johannes Franke: Ja. Und er hat so eine sanfte, sanfte Stimme. Ja, total sand.
Florian Bayer: Er wirkt immer so ein bisschen bekifft, aber auch sehr clever. Und Taiga Bertitti hat gesagt, er hat ihn an Türstehern orientiert. die ihr irgendwie cool fand, die einfach so nette Kerle waren, mit denen man ganz normal rational reden konnte, die aber alle aussahen wie eben diese Stiernacken.
Johannes Franke: Daika Waititi hat noch irgendwas anderes die Motion-Sachen gemacht für, ich weiß nicht mehr, es war irgendeine andere Figur. Die ich gerade nicht zuordnen kann, aber er hat noch mehr in dem Film im Nachhinein für so Motion-Zeit gemacht.
Florian Bayer: Ja, was nicht dieses Vieh, dass das immer bei Kork dabei ist und dass das nicht redet, wo er am Schluss noch sagt, oh, ich glaube, ich habe ihn umgebracht und ich habe ihn die ganze Zeit in der Hand.
Johannes Franke: Ja, aber dann lebt er doch. Was wiederum bedeutet, dass...
Florian Bayer: Ich schere... Oh mein Gott. Nein, okay. War das denn deine Lieblingsfigur, die ich jetzt... Nein, das ist nicht meine Lieblingsfigur. Was wolltest du nennen?
Johannes Franke: Ich wollte eigentlich noch sagen, dass Tessa Thompson natürlich großartig ist.
Florian Bayer: Tessa Thompson ist cool. Und zwar Tessa Thompson ist tatsächlich die Figur, die am ehesten diesen Pathos reinbringt, weil sie ist eine Walküre, die... in einer sehr verlustreichen Schlacht für Odin gekämpft hat und deswegen ziemlich angepisst ist auf ihn und seitdem als Kopfgeldjägerin eben auf diesem fremden Planeten für den ... Für den Grandmaster arbeitet. Sie hat keinen Bock mehr auf diesen ganzen Asgard-Scheiß.
Johannes Franke: Verständlich. Es gibt eine ganz tolle Zeitlupen-Szene. Ich finde ja Zeitlupen manchmal sehr schlecht eingesetzt. Aber das ist eine sehr gut gemachte Zeitlopenszene in ihrer Verinnerung an die Danesie Schlacht. Da haben sie auch sehr aufwendig, das sind irgendwie wahnsinnig viele Frames per Second, ich weiß nicht mehr genau, aber nicht nur so 100, sondern irgendwie 1000 oder so. Und krass ausgeleuchtet und ja, sehr, sehr gut gemacht.
Florian Bayer: Und sie ist vor allem cool, weil sie halt einfach diese toughe Kopfgeldjägerin ist, die sich dann irgendwann ihrem Schicksal stellt und hilft, Asgard zu retten.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und weil sie diese coole Beziehung zu Hulk hat. Er nennt sie immer Angry Girl und sie sind einfach Freunde. Sie toben zusammen, haben Spaß zusammen. Das ist super.
Johannes Franke: Das ist echt süß. Ja und dann baut sie so ein bisschen Beziehung zu Thor auf, ne?
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Und das ist auch schon ein bisschen süß auch, weil sie sagt immer eure Majestät, ganz ironisch.
Florian Bayer: Und es wandelt so ein bisschen auf der Clip, wo man anfängt, es ein bisschen nervig zu finden, weil ich finde sie dadurch ein bisschen schwächer.
Johannes Franke: Aber es geht noch. Es geht noch.
Florian Bayer: Es geht noch, ja.
Johannes Franke: In der früheren Fassung war es ja wirklich Love Interest, ne?
Florian Bayer: Ja, und das... Gott sei Dank haben sie das nicht gemacht. Gott sei Dank haben sie, und es ist immer noch ein bisschen drin, ich finde, es wird immer noch so ein bisschen angedeutet, aber Gott sei Dank haben sie das zurückgefahren, weil das hätte richtig genervt in ihrem Charakter. schlecht werden lassen.
Johannes Franke: Und sie macht das sehr gut und ich finde auch ihren ersten Auftritt total großartig, wie sie erstmal betrunken vom Schiff fällt. Aber selbst im betrunkenen Zustand noch völlig überlegen ist allen anderen.
Florian Bayer: Ja, sie ist so cool. Er gehört mir und dann kippt sie erst mal um. Moment, Moment, Moment, er gehört mir, er gehört wirklich mir. Dann gibt es auch diese tolle Szene, wo sie dann sagt, ich habe über einiges nachgedacht und ich komme jetzt mit. Und dann sagt sie, ich finde es gut, dass du aufhörst zu trinken. Und sie meint so, ich habe nie vorgehabt aufzuhören zu trinken. Ich will jetzt einfach nur Asgard retten, ich saufe weiter.
Johannes Franke: Und sie nennen sich Revengers. Wie doof ist das denn? Ich finde es großartig. Noch mit dieser kurzen Gedankenpause. Revengerst. Großartig. Das heißt, um bis jetzt so ein kleines Fazit zwischendurch zu haben für das, was so passiert. Ich höre so ein bisschen raus, dass du den Humor und die Dynamik ganz gut findest.
Florian Bayer: Ich finde den super witzig. Ich liebe den als Komödie. Alles, was Komödie ist an diesem Film, ist großartig. Ich glaube, sie hätten vielleicht sogar noch einen Schritt weiter gehen können.
Johannes Franke: Ja, fast, ne?
Florian Bayer: Aber sie gehen schon so weit und es ist wirklich krass. Also Taika Waititi dehnt die Grenzen, was ein Marvel-Film an Humor bringen darf, sehr weit aus. Ja. Zum Beispiel, wenn Thor am Anfang in diesem Käfig ist, bei diesem Sur-Thor. Er wird gefangen genommen von einem Feuerdämonen. Das ist der Anfang. Und dann hängt er da... Und redet mit dem, als würde er so einen Teeplausch halten. Und er hängt halt an dem Seil kopfüber runter und dann dreht er sich zufällig, während Surthor vom Ende der Welt erzählt... Und er sagt so, äh, Moment, ich bin gleich wieder bei dir. Ich kann auch nix dafür, das dreht sich halt. Das ist halt gerade so. Und man merkt schon, dieser Ansatz, es wird überhaupt nicht ernst genommen. Es geht um die fucking Apokalypse und es ist überhaupt kein Ernst dabei.
Johannes Franke: Und Taika Waititi beweist so ein gutes Gespür für Situationen und Situationskomik. Aber das hat er ja in allen seinen Filmen irgendwie so ein Gefühl dafür, was... Was ist eine Pause? Wo brauchst du die? Und wo muss man den größten Pathos genau dort unterbrechen, um den größten Gag drauf zu machen? zu machen. Es ist wirklich toll.
Florian Bayer: Und das ist ganz viel, der meiste Humor des Films speist sich eben genau daraus, dass es sehr pathetische Ansagen gibt. und die von irgendwem nicht ernst genommen werden und dann nimmt niemand mehr überhaupt irgendwas ernst. Und sie steigen alle mit drauf ein. Also auch dieser Sur-Tour ist dann so... Sie haben den Dialog über seine Krone. Und Thor sagt so, ach, das ist eine Krone. Ich dachte, das wäre, was sagt der Augenbraue? Und dann sagt Thor, nein, es ist eine Krone.
Johannes Franke: Und irgendwann nennt er es auch noch Tiara. Das finde ich auch ganz großartig.
Florian Bayer: Es gibt immer diesen Moment, wo dieser ganze Pathos, dieser ganze Ballast, der da sein könnte beim Ende der Welt. komplett aufgebrochen wird und alle einfach nur noch Witze machen.
Johannes Franke: Ja, was ich auch großartig finde, das Timing, wenn Bruce Banner beschließt, wieder der Hulk zu werden, um zu helfen. Und Taika Waititi schafft es wirklich, das alles aufzubauen. Und man hat eine ganz... klare Erwartung, was passiert, um dann alles anders zu machen. Bruce Banner beschließt wieder der Hulk zu werden und springt da aus diesem Flugzeug raus, aus diesem Raumschiff, um dann Wir erwarten, dass er dann als Hulk da unten ankommt, um dieses Riesenviech zu erledigen. Aber nein, er fällt halt als Bruce Banner einfach nur plumm.
Florian Bayer: Und er liegt dann auch so geil verrenkt da, mit dem Gesicht so auf den Boden gedrückt.
Johannes Franke: Und sieht erstmal einfach tot aus und das war's. Und dann geht der Krieg weiter und plötzlich ist er dann doch da als Hulk. Aber es ist so antiklimaktisch. Ich liebe es.
Florian Bayer: Der Film hat wirklich ein gutes Timing für die Jokes. Und deswegen funktioniert das auch. Deswegen gibt es für mich keinen Moment, wo ich sage, oh nee, jetzt ist es aber echt zu... Blöd, zu albern, zu lustig. Weil genau davon lebt der Film. Und deswegen ist es auch einer von den Marvel-Filmen, die in Erinnerung bleiben. Einfach, weil er so drüber ist die ganze Zeit.
Johannes Franke: Und das sind genau die Sachen, diese selbstironischen Sachen, diese Drüber-Sachen und so. Wo man das Gefühl hat, der Filmemacher nimmt dieses Genre Superheldenfilm nicht so ernst.
Florian Bayer: Definitiv nicht so ernst.
Johannes Franke: Und das macht halt DC, um mal den Kampf aufzumachen. DC macht das nicht so häufig und nicht so brillant. DC ist oft todernst.
Florian Bayer: Ja, das stimmt.
Johannes Franke: Und das finde ich dann streckenweise für einen Superheldenfilm als Erwachsener davor zu sitzen und einen Batman ins Gesicht rülpst, weiß ich nicht. Ich glaube, es gibt Platz für beides.
Florian Bayer: Für ernste Superheldenfilme und für ironische Superheldenfilme. Und das klassische Ding ist ja, dass diese Superheldenfilme, also vor allem des Marvel-Universes, die Mischung versuchen. Das sind Blockbuster, die wollen Blockbuster sein. Das heißt, sie wollen die Leute zum Lachen bringen und jeder Marvel-Film trägt sein Gepäck an Humor mit. Egal wie ernst er ist, es gibt immer lustige Side-Characters, Comic-Reliefs. Es gibt immer witzige Slapstick-Einlagen. Das heißt, was das betrifft, auch wenn Thor mehr davon macht, passt er da schon rein. Und das ist für mich aber auch das Konzept, was die Marvel-Filme so ein bisschen ... Also bei mir eine Übersättigung erzeugt hat für die Marvel-Filme, weil es wirklich dieses Blockbuster-Schema ist. Wir wollen im Kino sitzen, unser Popcorn futtern und Spaß haben. Und deswegen wollen wir zwischendurch auch immer lachen. Es darf nie zu dramatisch werden. Es muss immer die Möglichkeit geben, nochmal eine witzige Szene einzustreuen. Das ist das, was Blockbuster machen. Star Wars bis heute. Und ich weiß es sehr zu schätzen, wenn zum Beispiel so ein Film wie... Batman The Dark Knight, todernst bleibt. Aber auch der ist nicht geschützt davon. Auch der macht seine Witze. Und das nervt mich auch so ein bisschen, dass das jeder Blockbuster machen muss. Das ist immer so dieses, okay, wir müssen ein bisschen Humor reinbringen, um es aufzuweichen. Und in The Dark Knight gibt es wenige Jokes, aber es gibt sie auch.
Johannes Franke: Ja, aber das ist ja wirklich homöopathisch im Vergleich.
Florian Bayer: Mhm. Aber allein schon mit diesem Gedanken, mit diesem Mindset an den Film ranzugehen, der braucht Witze, damit das Publikum nicht ins Popcorn heult. Ich weiß nicht, ob das immer so sein muss. Ich warte eigentlich immer noch auf den Film. Starke These. Ein Superheldenfilm, der sich wirklich ernst nimmt, gibt es bis heute nicht.
Johannes Franke: Das glaube ich nicht. Der Joker.
Florian Bayer: Dark Knight, ja, aber auch Dark Knight. Nein, ich meine nicht. Ach so, der Joker. Das ist kein Superheldenfilm. Der Joker fällt nicht in die Kategorie Superheldenfilm, weil es kommt kein Superheld drin vor.
Johannes Franke: Naja ...
Florian Bayer: Der Joker ist ein düsterer Abgesang auf den 80er Jahre New York, ein New Hollywood Film. Ja, im selben Universum, aber das ist kein Superheldenfilm. Also da musst du die Definition von Superheldenfilmen schon sehr weit den... um beim Joker rauszukommen. Aber tatsächlich, ich würde mir wünschen, dass es mehr... mehr Wagnisse gibt, was Superheldenfilme betrifft.
Johannes Franke: Aber Entschuldigung, vielleicht ist es das. Kommst du, wenn du bei Superheldenfilmen ernst bleiben willst, kommst du nicht drum rum, die Superhelden zu streichen und den Joker zu machen?
Florian Bayer: Du meinst, weil es Leute sind, die in viel zu engen Unterhosen, die sie über ihren Klamotten tragen, Abenteuer erleben.
Johannes Franke: Du kannst ja nicht humorlos irgendwelche Leute in Superhelden Klamotten stricken, das geht gar nicht.
Florian Bayer: Aber dann wiederum würde ich mir mehr wünschen, dass sie es noch radikaler machen und ich würde unglaublich gern mal wieder so einen Film sehen, wie den Batman aus den 60er, 70er Jahre? Batman hält die Welt in Atem. Der von 1966 ist, der wirklich nur albern ist, der nur Komödie ist, wo Batman mit seinem Anti-Hai-Spray Haie besiegt. Ach, das Und ein Delfin sich vor eine Rakete wirft, um Batman und Robin zu schützen und Robin immer irgendwelche alberne Sprüche sagt wie, heiliges Kanonenrohr, verfluchter Alleskleber. So was würde ich mir dann wünschen. Weil Thoracna Rock... Hat natürlich den Humor, aber er ist trotzdem in diesen Pathosrahmen vom Marvel Universe eingebettet und da kommt er auch nicht ganz raus.
Johannes Franke: Das stimmt.
Florian Bayer: Er ist halt trotzdem ein Film aus dem Marvel Cinematic Universe und das merkt man auch. Allein schon, weil er auch den Rahmen setzt für das folgende Avengers Infinity War.
Johannes Franke: Der übrigens sehr dramatisch wird auch.
Florian Bayer: Der sehr dramatisch wird. Und das ist mir echt so ein bisschen über. Marvel macht Eben seitdem dieses Universum angefangen hat, machen die Filme Immer nach demselben Schema. Auch wenn sie den Regisseur an Freiheiten geben. Letzten Endes kommen doch immer so Blockbuster heraus. mit Unterhaltung, mit Humor, mit Pathos. total geil für Thor, dass er es schafft, den Humor so weit hochzufahren, dass der Pathos ganz oft runtergeht. Aber trotzdem spürt man unter der Oberfläche, dass er eben auch ein Marvel-Film nach diesem Schema ist.
Johannes Franke: Aber will man einen Film angucken, der... Also ich meine, will man das dauerhaft... Dass man sagt, wir machen jetzt Superheldenfilme, die humorbefreit sind?
Florian Bayer: Nee, auf keinen Fall. Das geht ja auch meistens total schief. Wie du schon sagst, man kann sie nicht ernst nehmen dann. Und diese Zack-Snyder-Superhelden-Filme sind dann ja auch ganz oft unfreiwillig komisch. Aber ich würde mir gerne was anderes wünschen. Generell was anderes. Meinetwegen auch ein Film, der wirklich nur lustig ist. Oder ein Film, der nur comichaft ist oder noch mal was Neues probiert. Aber es gibt eben seit dem Erfolg von Iron Man, und das ist mittlerweile ... nicht ganz 15 Jahre her, gibt es leider eine Formel für Superhelden-Blockbuster und die wird... immer noch zu sklavisch befolgt und das ist einfach irgendwann zu viel. Die ähneln sich alle zu sehr.
Johannes Franke: Okay, das heißt, wir haben das Tatort-Prinzip und wir brauchen mal jemanden, der das, was wir als Tatort gesehen haben, als Alternative. Wir hatten ja mal Tatort besprochen, der war ja für einen Tatort relativ ungewöhnlich.
Florian Bayer: Das ist halt schwer. eine Alternative zu finden, wenn du so ein geschlossenes Universum aufbaust. Wenn du sagst, die Filme müssen zumindest so weit in diesem Rahmen funktionieren, dass wir die Charaktere hin und her tauschen können. Dass ein Doctor Strange eben auch bei Thor vorkommt, das müssen wir hinkriegen. Dass die Figuren nicht verraten werden. Und wir müssen es hinkriegen, dass das Tor damit endet, dass der nächste Film eingeleitet wird.
Johannes Franke: Aber das müssen sie ja gar nicht. Also vielleicht könnten sie das auch schaffen, dass sie es wie bei den Comics, dass sie sagen, wir haben mal ein Reboot hier, ein Reboot
Florian Bayer: Ja, das würde ich mir viel mehr wünschen. Das versucht ja gerade DC. Und DC scheitert damit gerade Film für Film. Aber sie versuchen es wenigstens. Sie versuchen was Neues zum Beispiel. Ich will eben, dass sie einfach sagen, wir erzählen eine komplett neue Joker-Lore. Jetzt gibt es eine neue Joker-Entstehungsgeschichte. Und das hat nichts zu tun mit dem, was ihr in The Dark Knight gesehen habt. oder mit dem, was ihr in Batman vs. Superman gesehen habt. Es ist einfach eine neue Joker-Geschichte. Das finde ich cool. Diese ... Weg von diesem Universumsgedanken. Und damit hat Marvel auch echt was angerichtet, weil... In der Folgezeit haben ja ganz viele versucht, auch so ein geschlossenes Universum zu machen. DC hat es auch versucht und es gescheitert. Und dann hat Universal versucht, mit seinen Monsterfilmen, Und hat diesen einen Film, diese Mumie gedreht mit Tom Cruise, der überhaupt nicht angekommen ist. Und dann haben sie gesagt, ich glaube, das funktioniert nicht. Also, dass die Leute plötzlich versuchen, so ... Serien zu machen, das ist das Problem. Wir haben hier 20 Kinofilme, das sind im Prinzip drei Serienstaffeln, die da aufgebaut werden. Ja. Ich weiß es nicht, ob man das... Also der Erfolg gibt ihnen Recht erstmal. Ja, aber der Erfolg gibt auch Helene Fischer Recht und... Das ist der Erfolg, darf kein Argument sein.
Johannes Franke: Naja.
Florian Bayer: Natürlich, klar, die Filme begeisterndes Publikum.
Johannes Franke: Und ich finde auch, obwohl ich mit Superheldenfilmen wegen des Konzeptes Superheld irgendwie nur bedingt was anfangen kann. und immer nur das Scheitern liebe bei Superhelden, kann ich mit den Marvel-Filmen mit fast allen irgendwie was anfangen. Mal mehr, mal weniger. Aber meistens ist doch irgendwas, was ich darin finde und das finde ich bemerkenswert.
Florian Bayer: Es gibt so ein Marvel-Phänomen bei mir zumindest, dass ich die Filme gesehen habe und bei den Filmen total Spaß habe. Wirklich, ich fühle mich gut unterhalten bei den Filmen. Und eine halbe Stunde später weiß ich nicht mehr, was passiert ist. Und kann den nicht mehr unterscheiden von anderen Marvel-Filmen.
Johannes Franke: Ja, richtig.
Florian Bayer: Und das ist krass, weil ich eigentlich von mir behaupten würde, dass ich ein ziemlich gutes Filmgedächtnis habe, dass ich mir Handlungen gut merken kann.
Johannes Franke: Definitiv. In unseren Gesprächen gucken wir das immer wieder. Und ich denke immer wieder, ach du Scheiße, ich weiß schon gar nicht mehr, was passiert und ich habe ihn gestern gesehen.
Florian Bayer: Aber ich muss kämpfen, zu wissen, wer war nochmal der Bösewicht in Iron Man 2? Wer war nochmal der Bösewicht in The First Avenger? Okay, First Adventure fällt so ein bisschen raus, weil er in der Vergangenheit spielt im Zweiten Weltkrieg. Aber wenn ich mir einfach random so einen Film greife aus dem Marvel-Universe ... Ich kann die Bösewichte nicht mehr unterscheiden. Zum Beispiel Guardians of the Galaxy hat in meiner Vorstellung immer denselben Bösewichten wie ... Wie Avengers Infinity War. Das ist auch derselbe Bild. Das ist Thanos, aber das ist genau... Und Age of Ultron, keine Ahnung mehr, was da passiert ist. Was war noch mal im zweiten Captain America los? Das verschwimmt alles so. Und das ist, weil diese Filme einfach ... Obwohl jeder so ein bisschen seine eigene Not hat, doch sehr generisch sind.
Johannes Franke: Ja, das stimmt schon. Willst du eine Noir-Variante?
Florian Bayer: Zum Beispiel? Ich will mehr Mut zum Experiment mal wieder so ein bisschen da auszubrechen. Und ich kann total gut verstehen, dass sie dieser Formel folgen, weil die Formel gerade erfolgsversprechend ist. Aber man fühlt sich so vollgefressen und so satt. Und das Problem liegt halt auch daran, dass diese Superhelden so dominant sind, was das Blockbuster-Kino betrifft. Ich liebe gute Blockbuster. Ich freue mich immer, wenn ein cooler, großer Sommerblockbuster rauskommt. Aber in den letzten zehn Jahren waren das halt immer Superheldenfilme. Und niemand traut sich mehr, was anderes zu machen. Und das Schlimme ist, diese Formel hat ja Disney nicht nur bei den Superheldenfilmen liegen, sondern die haben das ganze Ding ja auch auf Star Wars draufgestülpt. Obwohl ich den Star-Wars-Fortsetzungen viel abgewinnen kann, fühlen sich die drei neuesten Star-Wars-Filme auch kaputt. ganz oft an, als ob sie nach dieser Marvel-Formel funktionieren würden.
Johannes Franke: Ich finde den letzten Star-Wars-Film ganz gut. Dazwischen fand ich gar nicht mal so geil.
Florian Bayer: Ich fand tatsächlich den zweiten am besten. Und damit bin ich, glaube ich, Allein auf weiter Flur, weil den alle gehasst haben.
Johannes Franke: Okay. Ich kann dir aber nicht mehr sagen, worum es ging. Ja, genau.
Florian Bayer: Da ist wieder dieses Phänomen. Und dieses Kuhmelken und dann auch dieses Star Wars... Seitfilms, die rausgekommen sind, das verschwimmt alles so, weil es so generische Charaktere sind, weil es alles dieselbe Formel ist, ein bisschen Pathos, ein bisschen Action, ein bisschen Comedy. Es nervt. Und es ist schade, dass ich das jetzt in dieser Episode sage, weil ... Thor wirklich der Film ist, der am stärksten und am besten dann auch ausbricht.
Johannes Franke: Also Thor Ragnarok zumindest.
Florian Bayer: Thor Ragnarok, genau, Thor, nicht unbedingt Thor.
Johannes Franke: Thor ist ja fast der ernsthafteste und also die anderen beiden fand ich ja sehr... Ja, irgendwie im unteren Level der Humorschiene.
Florian Bayer: tatsächlich ganz geil, weil das Kenneth Branagh inszeniert hat und der hat so viel Shakespeare da draufgestülpt vom Pathos.
Johannes Franke: Das passt natürlich zu Loki wieder. Also da fand ich das wirklich toll, wie Loki diese sehr Shakespeare-esken Szenen hatte. Das stimmt. Und was wir noch gar nicht hatten, ist unser Anthony Hopkins, der Odin spielen durfte und der Loki spielen durfte. Ja. Ja, stimmt. Was ich nämlich ziemlich geil fand. Der wollte ja eigentlich gar nicht mitmachen. Er hat gesagt, nicht nochmal. Und dann hat er es gelesen und hat gesagt, na gut, okay, das mache ich mit. Wahrscheinlich zum einen, weil er gestorben ist, weil er gedacht hat, okay, dann ist es endgültig vorbei. auch wahrscheinlich, würde ich sagen, wegen dieser Szene, wo er Loki spielen darf.
Florian Bayer: Vielleicht. Also seine Rolle als Odin selbst ist ja extrem stark reduziert. Sie sehen ihn einmal kurz, wenn er sagt, so und jetzt sterbe ich. Und übrigens, ihr habt eine Schwester, die euch gleich angreifen wird. Und dann, ja, diese Szene als Loki, also Loki getarnt als Odin und schaut dann diesem bizarren Theaterstück zu. Das ist so großartig.
Johannes Franke: Matt Damon dazu bekommen, das zu machen und das ist wirklich, wirklich toll.
Florian Bayer: Es ist verdammt lustig. Loki hat Asgard Eingenommen quasi als Odin. Odin verkleidet. lässt er ein Theaterstück aufführen, in dem eben Loki gefeiert wird und hat eine riesige Loki-Statue aufgebaut und er sitzt da mit den Trauben und genießt dieses Dieses bizarre Stück, in dem die Handlung von dem zweiten Torfilm nochmal Revue passiert. Revue passiert?
Johannes Franke: Vor allem aber der Tod von Loki. Der...
Florian Bayer: Genau, diese dramatische Szene, in der Thor über Loki gebeugt ist. Stirb nicht, Bruder. Du bist der Beste von uns allen.
Johannes Franke: Es ist großartig und es ist genau das, was ich an Taika Waititi toll finde, der sich nämlich überlegt, der sich ernsthaft überlegt, wenn ich jetzt Loki wäre. Und als Odin verkleidet, da die Stadt regiere. Was würde ich machen? Natürlich würde ich mir jeden Tag erzählen lassen, wie toll ich bin. Und da ist so ein Theaterstück natürlich großartig.
Florian Bayer: Es ist einfach sauwitzig. Und das ist halt oft, also weil Titi... Drückt diesem Film schon sehr seinen Comedy-Stempel auf und das tut dem Film wirklich gut.
Johannes Franke: Wirklich, wirklich toll. Das Ding ist natürlich, dass es ein paar Nachteile hat. Ich finde, dass der Tod von Odin, wenn wir gerade bei Odin waren, der ist ja sehr en passant. Ja. Da haben wir keinen großen Pathos. Ich finde es in dem Moment ganz gut, wo es passiert, dass er einfach einmal allen auf die Schulter klopft und dann ist er weg. Aber, aber niemand ist wirklich ergriffen.
Florian Bayer: Nee, es geht dafür jetzt einfach zu schnell.
Johannes Franke: Es ist irgendwie, dann kommt halt sofort die Schwester und dann kann keiner trauern und auch den ganzen Film übertrauert keiner wirklich. Es gibt dann so ein... paar kleine Momente, wo jemand mal so das mal im Nebensatz fallen lässt. Aber es gibt keine Trauer und das finde ich schade.
Florian Bayer: Das ist grundsätzlich das Problem. Immer wenn Emotionen in diesen Film kommen, wirken sie so ein bisschen fehl am Platz. Also Heimdall. den ich ganz großartig finde in den anderen beiden Filmen von Idris Elba gespielt. Der wirkt so verloren in diesem Film, weil er der Einzige ist, der diesen Pathos und diesen Zorn hat. Wenn er versucht, das ganze Volk zu retten vor dieser wahnsinnigen Hehler ... dann wirkt er groß und stark und mächtig und hat einfach dieses Shakespeare-Vibes aus den anderen Filmen. Aber er wirkt so verloren in dieser... Comedy, wo sonst niemand das Geschehen ernst nimmt, wenn da jemand steht und sagt, wir müssen das Volk retten. Und du hast in der nächsten Szene jemand, der sagt, ach ja, lass uns noch ein bisschen mit dem netten Fenriswolf spielen. Dann wirkt das so ein bisschen deplatziert. Und das betrifft leider eben auch die von Tessa Thompson gespielte Walküre. Die hat ihre emotionalen Momente. Aber die wirkten immer so ein bisschen fehl am Platz, so ein bisschen orientierungslos in diesem sonstigen albernen Chaos.
Johannes Franke: Also wenn jetzt jemand hier zuhört und den Film noch nicht gesehen hat, hat er bestimmt ein sehr chaotisches Bild von dem Film. Übertreiben vielleicht auch ein kleines bisschen, weil ich habe das Gefühl, dass da durchaus ein bisschen... was Ernstes und was Dramatisches auch drin ist. Es wird halt bloß immer wieder abgelöst. Also es gibt diese Momente, aber sie werden halt schnell weggespült vom nächsten Gag.
Florian Bayer: Also wenn wir mal so Genreschubladen aufmachen, würde ich sagen, grundsätzlich sind Marvel-Filme natürlich irgendwie Action-Filme.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und der ist aber der erste Film, den ich wirklich eher bei Action-Komödie einsortieren würde.
Johannes Franke: Das stimmt, da hast du recht.
Florian Bayer: Mit Komödie durchaus auch unterstrichen.
Johannes Franke: Ja. Apropos, was ich an diesem Film wieder schön finde, weil ich finde Action meistens sterbenslangweilig. Ich kann mir nicht angucken, wie stundenlang irgendjemand auf jemand anderen einprügelt. Was soll das? Wozu? Was muss ich mir das angucken? Und dieser Film hat zwei Sachen, zwei Szenen, Kampfszenen, wo ich denke, okay ... Daran muss man sich dann orientieren, wenn man wirklich Kampfszenen machen will, die interessant sind. Du brauchst dringend, um eine Kampfszene spannend zu machen, eine Idee. Bei Oldboy ist es die Idee, einfach auf einer zweidimensionalen, auf einer Leinwand quasi zu bleiben und nur zur einen Seite und zur anderen Seite mitzunehmen. Kamera zu fahren, sodass sich da durch den Gang hindurch gekämpft wird. Das ist eine Idee. Ja. So, das ist eine visuelle Idee. Bei Thor Ragnarok wäre es bei dem Kampf unten ganz am Anfang bei dem rauchenden Feuermonster... Dass wir dem Hammer folgen. Dass wir im Grunde die ganze Zeit die POV oder die Overshoulder... des Hammers haben, wie er die Leute vermöbelt. Das ist eine Idee, eine visuelle. Das finde ich dann spannend oder das will ich mir gerne angucken.
Florian Bayer: Die ist ja auch Gott sei Dank relativ kurz, die Szene, ne? Genau. Dieser Mjölnje-Kampf ist, wir sind eigentlich noch im Vorspann.
Johannes Franke: Ja, genau. Und die ist gut. Dadurch ist sie gut. Dann gibt es wieder ganz viele Kampfszenen, wo ich denke, Taika Waititi hat sich da nicht so viele Gedanken drüber gemacht. Er hat einfach gesagt, ja, macht mal Kampf.
Florian Bayer: Klassische Marvel-Kampfszenen.
Johannes Franke: Und dann gibt es halt diese Kampfszene in dieser Arena.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Da ist die Idee, dass der eine den anderen kennt und eigentlich nicht verletzen will. was wiederum auch eine schöne kampfszene sein kann das ist eine idee aber es gibt Es gibt halt so viele Kampfszenen in so Actionfilmen, wo man denkt, ja, das ist keine Idee, das ist nur Gemetzel.
Florian Bayer: Ja, vor allem der finale Kampf ist eigentlich so eine klassische Marvel-CTI-Schlag.
Johannes Franke: Ja, genau.
Florian Bayer: Wo ganz viele Leute kämpfen und es wird hin und her geschaltet zwischen ihnen und es gibt natürlich auch wieder diese Gags dazwischen. Aber letzten Endes haben wir einfach mal Heimdall, Thor, Loki gegen den Fenris-Wolf und Hela. Und dann wird an verschiedenen Schauplätzen gekämpft. Wir haben diese großen, total natürlich visuell total beeindruckend. Spektakelkino hat Marvel mittlerweile wirklich drauf.
Johannes Franke: Na klar.
Florian Bayer: Aber es fühlt sich auch irgendwie so leer an und so unsättigend.
Johannes Franke: Ja, genau. Ja, deswegen glaube ich auch, dass die Leute, die diese Actionsequenzen sehen wollen, die Marvel oder überhaupt Superheldenfilme deswegen gucken, weil... sich gegenseitig auf die Fresse gehauen wird, dass die mit diesem Film eben nicht zufrieden sind.
Florian Bayer: Weil es weniger Action-Szenen gibt, meinst du?
Johannes Franke: Es gibt weniger Action-Szenen und es geht... Also ich habe das Gefühl, ich habe mit dem Podcast auch dazu angehört von anderen Leuten, die sich nicht so zufrieden dazu gezeigt haben. Die sagen halt... Äh, ist mir zu albern. Ich will, dass es ernsthaft auf Fresse gibt.
Florian Bayer: Ja. Aber ernsthaft auf die Fresse kriegst du in 20 anderen Marvel-Filmen.
Johannes Franke: Ja, genau. Was soll das? Warum muss ich mir das dann angucken?
Florian Bayer: Tatsächlich gibt es immer wieder Highlights in Marvel-Filmen. Ich glaube, es ist nicht so ein Ding, was man nur Taiga Waititi zurechnen kann, dass er ein gutes Konzept hat, in diesen zwei Szenen, die du jetzt hervorgehoben hast. Zum Beispiel fand ich es total spannend in Infinity War, dem ersten großen Film des Finales.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: gibt es am Anfang ganz viele Szenen, wo die Charaktere aufeinandertreffen, wie Doctor Strange und Thor und so weiter. Und wir haben das, was man ganz oft in Comics sieht, das gekämpft wird und gleichzeitig geredet wird. Das finde ich ein super Konzept, weil es so total dicht dran ist an den Comics. In den Marvel Comics ist es echt so, du hast Action-Szenen und halt immer Sprechblasen mit drin. Das wurde in den Filmen bis jetzt noch nie so krass umgesetzt wie da. Da findet quasi eine Exposition von einem Charakter statt, während er kämpft. Und zwar durch Dialoge.
Johannes Franke: Das ist ja geil.
Florian Bayer: Das ist zum Beispiel ein sehr schönes Konzept, was mir sehr gut gefallen hat. Und wenn ich jetzt drüber nachdenke, fallen mir bestimmt noch ... drei, vier andere Beispiele, einen aus dem Marvel-Universe, aber das ist halt auch immer vom Regisseur abhängig. Und drumherum hast du immer diese klassischen Materialschlachten. Und das ist halt auch so ein Ding. Es gibt auch bei mir so ein bisschen diese CGI- Übersättigung. Ich bin eigentlich ganz glücklich, auch mal wieder ab und zu wirklich so practical special effects zu sehen.
Johannes Franke: Ja, ja, genau. Und das finde ich zum Beispiel an der Szene mit Doctor Strange total großartig. Ja, da ist CGI dabei. Aber die Grundidee, die eigentliche Hauptidee, ist, dass sie über einen Schnitt klären, dass Dr. Strange ihn gerade woanders hingebracht hat. Und der Schauspieler verkauft den Schnitt.
Florian Bayer: Das ist wirklich schön gemacht, ja.
Johannes Franke: Und das ist, wenn du angehender Filmemacher bist... ...und kein Geld für Special Effect hast... ...und trotzdem irgendwas in der Richtung machen willst... Schau dir diese Szene an. Es ist unglaublich. Du hast alles nur durch einen Schnitt gelöst. Das ist alles. Nichts anderes.
Florian Bayer: Harte, sichtbare Schnitte. Ganz großartig gemacht.
Johannes Franke: Und es ist ganz toll, einfach die Schauspieler verkaufen das wahnsinnig gut und die Regie ist einfach wirklich gut darin, das zu timen.
Florian Bayer: Chris Hemsworth, der dann wie so ein Betrunkener da rumstoppert und sagt, Jetzt hör endlich auf damit.
Johannes Franke: Und das Geile ist, dieses Set von Doctor Strange gab es halt, als sie das gedreht haben. Ja. Und dann sollte es abgerissen werden. Und dann hat halt Saika Waititi gesagt, Moment, bevor ihr das jetzt abreißt, ich würde da mal vorbeikommen und was mit euch drehen. Und hat es schnell noch genutzt. Und es passt so wunderbar in diesen Film rein. Es ist ganz großartig.
Florian Bayer: Tatsächlich passt es total gut zur Handlung. Da kommen wir noch zum Punkt, den ich auch störend fand bei der Handlung. Das zeigt sich am Anfang besonders stark, dass unser Protagonist am Anfang nur hin und her geschubst wird. Der agiert eigentlich gar nicht selbst.
Johannes Franke: Ja, das stimmt.
Florian Bayer: Er ist halt bei diesem Sur-Tour und da kämpft er ein bisschen, aber eigentlich hängt er da ja auch fest und ist ein Gefangener. Dann muss er dahin, wo Loki ihn hinbringt, weil er wissen will, wo sein Vater ist. Dann kommt dieser Doctor Strange und schubst ihn tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes rum mit seinen Zaubertricks. Und man hat das Gefühl ... er agiert nicht wirklich viel, sondern er reagiert nur. Auch dann, wenn er in diesem Strudel landet, auf dem fremden Planeten landet, er wird zum Kämpfen gezwungen. Irgendwie... Was Handlung betrifft, ist Thor ein unglaublich schwacher Charakter in diesem Film, weil er eigentlich nur reagiert auf ...
Johannes Franke: Aber weißt du, das finde ich wiederum im Zusammenspiel mit den anderen Filmen sehr stark. Weil er ist ja sonst jemand, der immer auf die Kacke haut, der sagt, wo es lang geht. Und ihm dann die Kraft wegzunehmen und ihm wird ja auch der Hammer genommen und so. Das finde ich einen interessanten Gedanken.
Florian Bayer: Auf jeden Fall, ja.
Johannes Franke: Also finde ich schon ganz geil, dass der eigentlich in der Gegend rumgeschubst wird, als der, derer augenscheinlich auch ist, nämlich muskelbepackt und eigentlich jemand, der sagt, wo es lang geht. Finde ich schon gut.
Florian Bayer: Es ist halt so ein bisschen, das widerspricht so dem Film Einmaleins, das... Charaktere, die Handlung vorantreiben. Hier werden wirklich Charaktere von der Handlung hin und her geschubst.
Johannes Franke: Aber das finde ich auch schön. Odin, der dann ja gesucht wird, den sie dann in Norwegen finden, der sollte ja eigentlich auch in irgendeiner Seitenstraße in New York fahren. eigentlich sein. Das haben sie dann irgendwie geändert, weil das doch recht würdelos wirkte.
Florian Bayer: Und das Norwegen-Set passt natürlich total zum klassischen Odin-Charakter.
Johannes Franke: Ja, ja. Ja, aber der Szene sieht man so ein kleines bisschen den CGI auch an dem selben Greenscreen gedreht.
Florian Bayer: Kommen wir kurz zum klassischen Odin-Charakter. Ich kann nämlich tatsächlich, so wenig ich zu den Comics sagen kann, so viel kann ich zu dem sagen, was den Comics zugrunde liegt, zur nordischen Mythologie.
Johannes Franke: Jetzt bitte. bin ich gespannt.
Florian Bayer: Ich liebe nämlich die nordische Mythologie und ich finde das Pantheon der nordischen und germanischen Götter ist einfach mal Hat einfach die besten Geschichten und die spannendsten Geschichten und die coolsten Charaktere. Und was Marvel dann mit den Comics daraus gemacht hat, ist nochmal eine andere Geschichte. Wir können vielleicht gleich nochmal ganz kurz was zu den Comics sagen.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Aber ich will einmal kurz eine kleine Empfehlung aussprechen. Es gibt von Neil Gaiman. Gibt es die nordischen Göttersagen?
Johannes Franke: Ja, toll.
Florian Bayer: Und ich weiß, einige von euch hören uns auch auf Spotify. Das Hörbuch dazu kriegt man auf Spotify zu hören. Und ganz fette Empfehlung. Hört euch das mal an. Oder ihr könnt es auch gerne lesen. Es ist wirklich super. Es sind tolle Geschichten und es sind tolle Götter. Diese ganze nordische Welt ist natürlich... viel düsterer als die zum Beispiel klassischen griechischen oder römischen Götter sagen. Aber die Geschichten sind tatsächlich abwechslungsreicher und haben auch mehr Witz.
Johannes Franke: Schön.
Florian Bayer: Weil die klassischen Griechischen Sagen haben natürlich die Heldengeschichten. Aber da geht es immer nur darum, dass Helden von einer Station zur nächsten gehen. Also es gibt auch tolle griechische Sagen. Ich will jetzt die griechische Götterwelt nicht schlecht reden. Aber wenn du bei den griechischen Heldengeschichten bist, bist du immer bei Geschichten so, okay Herkules, du hast jetzt 10 Aufgaben. Ah, es sind doch 13, mach die mal alle nach und nach. Und das zweite ist, wenn es um die Götter geht, dann ist es eigentlich immer nur Zeus, der sich als irgendein Tier tarnt und irgendeine Frau pimpert und irgendeinen neuen Helden zur Welt bringt. Ja. Und im nordischen Pantheon passiert einfach viel mehr. Es gibt wirklich, wirklich geile Geschichten. Und die Charaktere, die wir in dem Film haben und auch in den Comics haben, die kommen natürlich auch in diesem nordischen Pantheon vor. Vor allem Odin, der Vater aller Götter, der wirklich so ein Zeus ist. Und spannender sind aber eigentlich seine Kinder, nämlich Thor, Loki und dann vielleicht noch so als dritten Tür zu nennen. Aber tatsächlich spielt Loki in der Nordjian Mythologie eine unglaublich große Rolle, weil fast alle Sagen handeln davon, dass Loki irgendwelchen Mist baut. und im Folgenden müssen die anderen Götter das irgendwie gerade rücken und reparieren. Und dabei ist Loki gar nicht so sehr der Antagonist, also der ist ganz lange auch eigentlich Freund und Weggefährte von Thor. Und er treibt aber seine üblen Späße. Und zum Beispiel die Figuren, denen wir auch in diesem Film begegnen, Das sind ja eigentlich nicht Odins Kinder, sondern das sind Lokis Kinder.
Johannes Franke: Ja, Hella.
Florian Bayer: Hella?
Johannes Franke: Beziehungsweise Hehl.
Florian Bayer: Hehl? Und der Fenriswolf, den sie bei sich hat. Und die Midgard-Schlange ist auch ein Kind von Loki. Ach, das wusste ich nicht. böse Schlange, die die ganze Welt umschließt. Und die Geschichte dahinter ist, dass Loki irgendwann mal eine Affäre mit einer Riesen hat. Und klassische nordische Geschichte, Loki hat Mist gebaut, die Riesen, er hat drei Kinder von ihm gekriegt, oh shit, die könnten uns gefährlich werden, jetzt müssen wir die erstmal einfangen. Und dann gibt es eben die Geschichte, wo sie den Fenris-Wolf einfangen und Tyr, der Gott des Krieges, einer von Odins Söhnen, der versteht sich total gut mit diesem kleinen Wolf. Und sie wollen ihn aber in Fesseln legen und dann kommt diese wirklich traurige Szene, wo der Der Wolf dann sagt, na gut, ihr dürft mich in Fesseln legen, aber nur, wenn einer von euch seine Hand in meinen Maul legt. Und das macht dann Tür... der wie so ein Ziehvater für ihn ist. Und Tür sagt dann sogar zu dem Wolf, okay, beiß zu, wir haben dich reingelegt und das ist jetzt einfach das, was ich machen muss. Und dann kommt hier die Hand abgebissen von dem Wolf, der fortan in Fesseln liegt. Und Taylor ist eine total coole Figur in der nordischen Mythologie. Die ist ein Kind eigentlich. Und die eine Hälfte ist ein ganz süßes, pausbäckiges Mädchengesicht. Und die andere Hälfte ist dunkel und verwest und dreckig und sieht aus wie der Tod und alle haben Angst vor ihr. Das heißt, je nachdem, welche Seite sie... dir zudreht, findest du sie entweder voll niedlich oder eben total gruselig.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und mit Hela gehen sie aber eigentlich ganz nett um. Und zwar sagt Odin zu ihr, na ja ... Pass auf, dir gehört jetzt die Unterwelt. Und dann sagt sie, das ist eigentlich ganz cool hier unten und ist dann ab sofort Herrscherin der Unterwelt und ist gar nicht so viel böses Blut. Und der dritte, genau, die Midgard-Schlange, die wird dann halt von ihnen an den Rand der Welt gedrückt. Und dann wird sie immer größer und legt sich einmal um die ganze Welt rum. Aber ja, ich will jetzt nicht groß Geschichten erzählen, aber es gibt wirklich ganz tolle nordische mythologische Geschichten. Und Loki wird auch irgendwann zum Feind der Götter, nämlich wenn er für den Tod von Baldr verantwortlich ist. Was wirklich eine sehr traurige Geschichte ist. Und zwar ist Baldur oder Balder, wie er manchmal auch genannt wird, Er ist einer der schönsten Götter und alle lieben ihn. Er hat aber böse Träume, dass er sterben wird. Und deswegen hat seine Mutter schrecklich Angst um ihn und zieht dann los. Und sagt allen Lebewesen der Welt, sie sollen doch bitte Baldur in Ruhe lassen. Sie sollen ihm nichts anhaben. Und das einzige Lebewesen, das ignoriert, ist ein kleiner Mistelzweig, weil der irgendwie so weit draußen bei den Riesen wächst.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und dann kommt sie zurück und sagt, hey, ich habe mit allen geredet, niemand wird dir mehr was antun. Und die Götter glauben ihr erst nicht. Und dann sagt sie, probiert es doch aus. Und dann nehmen sie sich Steine und Speere und schlagen auf Baldur ein. Und das ist eine Riesenparty. Alle haben Spaß. Weil Baldur nichts was anhaben kann. Und Baldur hat einen Bruder. Der heißt Hermut, der ist blind, der kann nichts sehen. Und der ist so total traurig und sagt so, ich krieg nichts mit, warum haben alle so viel Spaß und ich will auch Spaß haben. Und dann kommt Loki. Und Loki verkleidet sich dann als Frau und flüstert ihm so zu, pass auf, ich kann dir helfen. Er vergleitet sich als Frau und kriegt dann zuerst von der Mutter von Baldur raus, dass der Mitzeszweig das Einzige ist, was sie ignoriert hat. Und dann sagt er zu Hermut, pass auf, ich kann dir helfen. Du kannst auch Spaß haben. Du kannst auch einen Pfeil auf deinen Bruder schießen. Mhm. und gibt ihm dann einen Mistelzweig-Pfeil. Und dann schießt Hermut diesen Pfeil. Und dann sind plötzlich alle still und er versteht das überhaupt nicht, was passiert ist, weil er hat doch genau dasselbe gemacht wie die anderen auch und er wollte doch auch nur Spaß haben. Dann setzt das große Weinen ein, weil Baldur tot ist. Und die Götter kriegen dann aber raus, dass das Loki war. Und dann wird er gejagt und wird gefangen genommen. und kriegt eine wirklich, wirklich fiese Strafe. Er wird an ein Bett gefesselt und eine Giftschlange wird über ihn gehängt. aus deren Zähnen die ganze Zeit Gift tropft und das landet ihm aufs Gesicht und jedes Mal, wenn ihn so einen Tropfen trifft, er leidet höllische Schmerzen und schreit vor Schmerzen. Und die Einzige, die noch zu ihm hält, ist seine Frau Sigin. Die bleibt dann bei ihm sitzen und hält eine Schale über seinen Kopf, damit das Gift in diese Schale tropft. Und aber hin und wieder ist die Schale halt voll und sie muss sie kurz ausleeren und dann wird er von Gift getroffen und schreit wieder auf und in der nordischen Mythologie sind das Erdbeben. Wenn Sigyn die Schale austauschen muss und kurz Loki von dem Gift getroffen wird und schreit und zetert, dann beginnt das Erdbeben. Und das ist sein Schicksal bis zum Ende der Welt, was eben dieses berühmte Ragnarok ist, was ja auch titelgebend ist für den Film. Und Ragnarok ist tatsächlich ... so ein bisschen so eine klassische Eschatologie, wie das Armageddon bei den Christen irgendwann in der fernen Zukunft wird das Ende der Götterwelt sein und dann werden die Götter gegen die Riesen kämpfen und Loki schlägt sich auf die Seite der Riesen. Und dann kämpfen alle und das bedeutet den Untergang der göttlichen Welt und den Untergang der Erde und am Schluss bleiben irgendwie nur so zwei übrig und das ist eigentlich eine ganz epische Schlacht. Man kann diesem Film zugutehalten, dass er das nicht gemacht hat. Dieser Film ist eigentlich ein totaler Etikettenschwindel. Ragnarok statt. Es gibt nicht diese Götter Apokalypse. Asgard wird zwar vernichtet am Schluss, aber im eigentlichen Ragnarok wird Asgard vernichtet und Midgard. Und Utgard, die Welt der Riesen. Und das ist ein episches Gemetze, wo alle gegen alle kämpfen und nach und nach sich gegenseitig umbringen. Und am Schluss stehen sich tatsächlich nur noch Heimdall und Loki auf dem Schlachtfeld gegenüber und töten sich dann gegenseitig.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Und dann gibt es eben diese zwei Überlebenden, die die neue Welt gründen. Ist so ein bisschen wie im Christentum, der finale Endkampf zwischen Gut und Böse.
Johannes Franke: Ja, okay.
Florian Bayer: Aber es ist toll. Hört euch die Geschichten an von Neil Gaiman, lest sie durch. Es ist wirklich ... Großartige Unterhaltung, gerade wenn man denkt, klassische Götter sagen wie die aus Griechenland, die sind so langweilig. Die nordische Mythologie hat deutlich mehr. mehr zu bieten.
Johannes Franke: Ja, das ist toll. Ich habe so ein fettes Buch mal bei meinen Eltern aufgeschlagen und es ist so großartig. Ganz, ganz toll.
Florian Bayer: Und um dann nochmal den Bogen zu schlagen, kurz zu Marvel. Die Comicvorlage von 1962 hatte ja tatsächlich den Gedanken von Stan Lee, der damals für viele Figuren verantwortlich war. In dem Fall zusammen mit Larry Lieber und Jack Kirby. Es war kurz nach Hulk. Und dann war die Frage, wie schafft man es, eine noch stärkere Person zu schaffen als Hulk, der ja der stärkste Mensch überhaupt ist. Und dann dachte er, okay, dann nehmen wir halt keinen Menschen, sondern dann nehmen wir einen Gott. Und so war Thor geboren. der in den Comics aber eigentlich eine ganz klassische Superheldenidentität hat. Es gibt sein Alter-Ego. Er ist Arzt, Dr. Don Blake.
Johannes Franke: Ach so.
Florian Bayer: Und das ist seine Tarnung, so wie halt Superman Clark Kent ist. Und er lebt einfach mit dieser Doppelidentität auf der Erde. Und die Comics finden auch deutlich weniger im Weltraum statt als diese ... als die Verfilmung dann in den 70ern, 80ern gab es wohl etwas mehr Action und Abenteuer im Weltraum. Aber Thor war eigentlich ganz lang ein ganz klassischer Superheld, der auf der Erde lebt, eine Doppelidentität hat und Abenteuer erlebt und gegen Bösewichter kämpft.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Er hat mit Herkules zusammengearbeitet.
Johannes Franke: Okay. Ja, es gibt ja sehr, nicht nur Marvel hat sich an solchen Sagen und Mythen vergangen. Muss man mal sagen. Oh mein Gott. Mein Segway in unsere Top 3 ist, ich glaube, die beste gewesen seit vielen Episoden. Das glaube ich auch. Jingle. Unsere Top 3. So, da haben wir sie.
Florian Bayer: Da haben wir sie, unsere Top 3. Top 3 Filme. Mythologie hast du dir gewünscht.
Johannes Franke: Ja, mit mythologischem Hintergrund. Filme mit mythologischem Hintergrund.
Florian Bayer: Und das ist mir echt schwer gefallen.
Johannes Franke: Echt, wirklich?
Florian Bayer: Es gibt nicht viele gute Filme. Also zumindest, es gibt nicht viele Filme, die ich mag, die irgendwie im mythologischen Rahmen spielen.
Johannes Franke: Dann bist du vielleicht, ist dein mythologischer Rahmen sehr eng gewesen. Weil es geht ja nicht nur um griechische Mythologie oder um nordische Sagen, sondern es geht ja auch um... Vampire.
Florian Bayer: Oh, okay. Ich bin tatsächlich bei den ganz klassischen Göttersagen hängen gekommen. Und ich habe es geschafft, einmal Griechenland, einmal Nordrheinland. Ja. Einmal britische Mythologie. Und einmal, ich habe sogar was Christliches gefunden.
Johannes Franke: Oh, nicht schlecht. Nein, Mythologie war schon ein bisschen weitergefasst, weil mythologische, also es ist ja nicht nur... so Weltursprungsdinger, oder würdest du sagen, Vampire sind keine mythologischen Wesen?
Florian Bayer: Ja, natürlich sind vampiromythologische Wesen. Das ist halt einfach eine jüngere Mythologie. Bei mir hört es irgendwie dann beim Islam aus. Und der Rest ist alles esoterisch. Okay. Aber Vampire sind natürlich eine voll spannende Mythologie auch. Also das Ganze, was da drumherum stattfindet, die Geschichte von dem... klassischen Vlad Dragul und die Theorien, wie überhaupt der Glauben an Vampire entstanden ist und so weiter. Das ist super interessant.
Johannes Franke: Super spannend. Lass uns mal Honorable Mentions am Ende machen, damit wir uns erstmal um die Ohren hauen können, was wir so an Liste haben.
Florian Bayer: Ich muss anfangen, weil es ja deine Folge ist. Und los. Also, mein erster Film ist tatsächlich ein Film, der sich auch an einer total jungen total jungen Mythos orientiert, nämlich an der Geschichte von König Arthus und den Rittern der Tafelrunde. Und er basiert auf einem Roman, der sich damit auseinandergesetzt hat, aus dem 15. Jahrhundert von Thomas Mallory. Und zwar ist das der Film Excalibur aus dem Jahr 1991. 81 von John Borman.
Johannes Franke: Ich dachte, du redest von Monty Python und The Holy Grail.
Florian Bayer: Die haben Ähnlichkeiten. Excalibur ist ein gewaltiger, krasser, pathetischer Film, der auch so ein bisschen cheesy ist, wenn man ihn heute schaut, weil er eben diesen 80er-Jahre-Kitsch hat. Aber er ist im besten Sinne des Wortes ein überambitioniertes Fantasy-Epos, das mit gar nicht so viel Budget ... Eine große, epische Geschichte erzählt und die ganze Zeit die Musik von Camina Burana den Leuten entgegenschleudert. Wenn die Ritter in die Schlacht reiten, kommt die ganze Zeit dieses Ho, Ho. Oh, oh.
Johannes Franke: Das war deine Camina Burana Impossination.
Florian Bayer: Sehr schön. Leider kann ich kein, mein Latein reicht nicht aus, um die Wörter jetzt zu singen. Aber sonst war es perfekt.
Johannes Franke: Ja, natürlich. Wenn du das nicht gesagt hättest, hätte ich auch gewusst, was es ist.
Florian Bayer: Toller Film, wirklich gewaltig, auch ziemlich brutal, aber auch sehr kitschig und ein Film, der auch einfach Spaß macht.
Johannes Franke: Ich habe gedacht, du nimmst mir meinen Platz drei weg, aber das hast du nicht. Ich habe aber nicht Monty Python the Holy Grey drauf, sondern die Hexe und der Zauberer.
Florian Bayer: König Arthus. Arthus als Kind.
Johannes Franke: Das ist so schön. Es ist so. süß. Das ist eine tolle, ganz tolle Alltag-Disney.
Florian Bayer: Einer der letzten wirklich klassischen Disney-Filme, bevor es so eine kleine Dürre-Periode gab.
Johannes Franke: Ich weiß nicht genau, wie die Abfolge ist, aber das ist wirklich eine der tollsten Erinnerungen an die alten Disney-Filme.
Florian Bayer: Ja, und diese tollen Geschichten mit Merlin, der ihn dann verzaubert, damit er was übers Leben lernt. Aus dem Jahr 1963. 1963, wow. Krass, Mann. Ja. Und das ist eigentlich so ein bisschen die klassische Dekade der Animation Studios. Danach kam Dschungelbuch. Okay, es war offensichtlich ... Doch noch ein Stück entfernt von dieser Lücke, von der oft geredet wird. Die aber gar nicht so schlimm ist, wenn man sie sich anschaut. Großartiger Film. Mag ich auch sehr.
Johannes Franke: Schön. Das war mein Platz 3. Jetzt bist du dran mit Platz 2?
Florian Bayer: Mein Platz 2, jetzt bin ich in der christlichen Mythologie. Und zwar habe ich mich entschieden für... Mother von Darren Aronofsky.
Johannes Franke: Ah, oh mein Gott.
Florian Bayer: Der einfach mal einmal so ein Ritt durch die Genesis ist. Und dann auch irgendwie das Neue Testament noch ein bisschen aufnimmt und in metaphorischer Form und teilweise wirklich so in your face metaphorisch. Also es geht ja um eine Frau, die zusammen mit ihrem Mann, der Schriftsteller ist, im Haus wohnt und dann kommen ungebetene Gäste. Und dann wird die Cain und Abel Geschichte erzählt, weil einer der Brüder den anderen Bruder umbringt.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: das ist schon so in your face, aber dann gibt's auch tatsächlich die Sintflut, die wird eben gezeigt, indem es einen Rohrbruch gibt und überall Wasser ist.
Johannes Franke: Ich hab den Film noch nicht gesehen.
Florian Bayer: Krass, es ist wirklich, also man kann ihn auch anders deuten. Aber ich finde, also meine Lieblingsinterpretation von dem Film ist es irgendwie so ein bisschen feministischer Take auf die biblische Schöpfungsgeschichte.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Weil sie ist halt Mutter Erde eigentlich, die sich um ihr Haus kümmern will. Und er ist der herrliche, patriarchliche Gott, der ... ungebetene Gäste einlädt, aka die Menschen. Und die machen alles kaputt und sie versucht das irgendwie gerade zu biegen und das endet eigentlich mit einer Art Jesus-Geschichte, inklusive Kani
Johannes Franke: Ach du Scheiße.
Florian Bayer: Der Film ist komplett drüber.
Johannes Franke: Klingt auch sehr prätentiös, muss ich sagen.
Florian Bayer: Er ist total prätentiös und er ist so mit mehr als einem Auge Richtung Lars von Trier geschielt.
Johannes Franke: Oh, okay.
Florian Bayer: Und es gibt den Moment, wo er auch ins unfreiwillig Komische kippt, aber er macht uns. unglaublich viel Spaß. Hm.
Johannes Franke: Vielleicht müssen wir den mal geben.
Florian Bayer: Ja, ja.
Johannes Franke: Okay, mein Platz zwei wäre The Lighthouse.
Florian Bayer: Oh ja, cool. Seemannsmythologie.
Johannes Franke: Und so viel Zeug, was ich alles nicht verstehe, aber ich denke die ganze Zeit... Okay, das ist jetzt irgendein mythologischer Hintergrund und das ist irgendeiner und da hat jemand noch irgendwie ganz tief irgendwas ausgegraben. Ich weiß nicht, wovon er redet. Aber allein die Mermaid, die da irgendwie einmal auftaucht, also ich meine, natürlich ist das Ding voll von irgendwelchen Seemannsgarnen, von irgendwelchen... Also es spielt, glaube ich, 1880 oder 1890 irgendwo auf einer Insel bei einem Lighthouse einfach. Und die beiden Seemänner, die da sind, Es werden halt verrückt. Und es ist total krass. inszeniert und auch total dreckig und total ekelhaft und total und ich weiß immer nicht so genau, ob ich den Film zu Ende gucken will. Aber es ist wirklich einfach mit einer Wucht dann am Ende, dass man denkt, okay, ich bin doch froh, dass ich ihn gesehen habe, obwohl es wirklich kein... kein schönes Erlebnis war.
Florian Bayer: Es schaffen es irgendwie so ein Kammerspiel zu inszenieren mit gleichzeitig verloren sein in der Weite des Meeres. Und dann war der auch 4 zu 3, der hatte doch so eine krasse Ästhetik, ne?
Johannes Franke: Schwarz-Weiß, 4 zu 3, glaube ich, und total...
Florian Bayer: Man wünscht sich ein Quellenverzeichnis am Ende von Robert Eggers, von dem auch The Witch ist, den ich auch immer gerne nach... oben hebe, wenn es um aktuelle Horrorfilme geht, der irgendwie ein Händchen dafür hat, so klassische mythologische Themen in moderne Horrorfilme zu packen.
Johannes Franke: Ja. Ja, toller Film. Dann Platz 1.
Florian Bayer: Mein Platz 1 und ich bin wieder bei der nordischen Mythologie. Und zwar ein Disney-Konkurrent. Aus Dänemark, aus dem Jahr 1986, Valhalla. Ein Zeichentrickfilm, der die... Eigentlich meine Lieblingsgeschichte der nordischen Mythologie, nämlich die Geschichte wie Thor und Loki. zusammen mit zwei Kindern beim Utgard-Loki sind, bei dem Riesen. Und der lässt sie in Wettkämpfen antreten. Und der legt sie aber rein in diesen Wettkämpfen mit ganz ungeheuerlichen tollen Tricks. Und dieser Valhalla erzählt diese Geschichte als Zeichentrickfilm für Kinder, aber wie es halt zu dem Thema passt, ist es ziemlich düster für einen Kinderzeichentrickfilm.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ganz großartig inszeniert, viel dreckiger, viel rauer als Disney, auch ein bisschen holprig manchmal, hat auch so ein bisschen diese 80er Jahre Cheeziness drin. Wunderschöner Film und meiner Meinung nach die beste filmische Umsetzung des nordischen Pantheons, die es gibt.
Johannes Franke: Toll, wow. Wo hast du gesagt? Schweden? Dänemark. Den habe ich als Kind.
Florian Bayer: gesehen und geliebt und jetzt wirklich schon lange nicht mehr gesehen. Man findet ihn auch nicht so wirklich. Also ich wollte ihn mir einfach kaufen, damit ich ihn ins Regal stellen kann. Und es gibt eine DVD davon, die 50 Euro kostet und keine Blu-Ray. Ich muss irgendwie nochmal an diesen Film rankommen, weil ich fand den so toll und ich will den auch meinem Kind zeigen.
Johannes Franke: Okay, toll. Mein Platz 1 ist sehr Johannestypisch, aber vor allem habe ich ihn dahingesetzt, weil er Johannestypisch wirkt. Nicht, weil er wirklich der beste Film aller Zeiten wäre, aber einfach wirklich so wegweisend und so... Gigantisch. Nosferatu. Welchen? Den Klassiker. Den Klassiker aus den 20ern? 20er, oder? Irgendwann 21, 22 oder 23 oder sowas. Von Murnau ist der 1922. Ja, genau.
Florian Bayer: Eine Sinfonie des Grauens.
Johannes Franke: Eine Sinfonie des Grauens und ist wirklich, ich weiß nicht, wie freiwillig er das alles so ein bisschen... entmystifiziert und lustig wird, das Ganze. Ich kann es dir nicht sagen, weil es ist natürlich ein Haufen... Day for Night-Szenen, wo du draußen am hellerlichten Tag versucht hast, eine Nachtszene zu drehen und allen völlig klar ist, dass das ein totaler Mumpitz ist. Und dieser Typ mit seinen überlangen Fingernägeln, die sich da an den Sarg oder was er da in der Gegend rumschleppt, sein Bett entlang biegen und das ist alles irgendwie... Also aus heutiger Sicht sehr absurd.
Florian Bayer: Es ist ein fantastischer Film.
Johannes Franke: Aber es ist ein fantastischer Film. Es ist wirklich einfach ein fantastischer Film.
Florian Bayer: Sie durften ihn nicht Dracula nennen, sie hatten diesen Rechtsstreit, weil der Roman von Bram Stoker, der war noch zu frisch. Und deswegen mussten sie das alles so ein bisschen abändern, damit sie keine Probleme kriegen. Deswegen spielt sie auch in Deutschland.
Johannes Franke: Das ist ganz toll gemacht.
Florian Bayer: Super, ganz tolle Umsetzung des Vampirmythos. Ja, wahrscheinlich sogar wirklich einer der besten Vampirfilme überhaupt. Was auch mal eine schöne Top 3 wäre. Die besten Vampirfilme.
Johannes Franke: Dazu kenne ich, glaube ich, zu wenige. Es gibt noch diesen mit Klaus Kinski.
Florian Bayer: Ja, das ist quasi ein Remake von dem, ne? Aus den 70ern von Werner Herzog.
Johannes Franke: Ah ja, Herzog. Ah, okay. Ja.
Florian Bayer: Nosferatu, Symphonie der Nacht. Nee, irgendwas der Nacht oder so.
Johannes Franke: Keine Ahnung.
Florian Bayer: Es gibt einen wirklich guten, den ich sehr schätze, von Francis Ford Coppola, der sich sehr stark am Roman orientiert, Anfang der 90er. Der heißt einfach Bram Stoker's Dracula.
Johannes Franke: Ah ja, okay.
Florian Bayer: Stolzgeschwellte Brust. Hier wird die Geschichte noch mal wirklich erzählt, wie Bram Stoker sie sich gedacht hat.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und dann gibt es natürlich diese ganzen 50er und 60er Jahre Filme, zum einen die Universal Filme und dann aber auch vor allem die englischen Hammer Filme. mit zehn Töchter des Draculas und Dracula trifft Frankenstein und Draculas Teufelsweib und so weiter gibt.
Johannes Franke: Naja. Apropos Hammerfilme. Wollen wir zurück in unseren Film?
Florian Bayer: Springen wir zurück? Du wolltest noch Honorable Mentions bringen?
Johannes Franke: Hammer Time. Achso, ja, wir wollten noch, naja, also Little Mermaid zum Beispiel ist ja auch so ein bisschen diese Mythologie aufgegriffen. Sicher auf Disney-Art. Und Nightmare Before Christmas hat natürlich gleich mehrere mythologische Figuren. Also wenn man sogar, es ist ein Weihnachtsmann und Easter Bunny und diese ganzen Sachen. Und es kommt ja auch ein Vampir, glaube ich, vor.
Florian Bayer: Aber dieser Jacks. Galiton heißt der oder der Protagonist ist eine Tim Burton Erfindung oder basiert der auch auf einem klassischen Charakter?
Johannes Franke: Ich glaube es ist eine Tim Burton Erfindung, ja.
Florian Bayer: Ja, glaube ich auch.
Johannes Franke: Aber das ist so ein Rundumschlag von so Zeug in der Richtung. Und dann natürlich Monty Python und the Holy Grail und Pan's Labyrinth.
Florian Bayer: Gehört ja auch in diese... Ja, mit den Allraunen und so.
Johannes Franke: Ganz viel tolles... spannendes Zeug drin, was man alles gar nicht so kennt, wo man aber ahnt, dass das alles so, es riecht alles so nach mythologischen Hintergründen.
Florian Bayer: Da musst du eigentlich noch Harry Potter mit reinpacken. Ja, natürlich. Das ist so eine riesige Mythologie-Wundertüte. Ja, klar. Und J.K. Rowling hat sich alles geschnappt, was sie irgendwie gefunden hat in klassischen Märchen und Sagen.
Johannes Franke: Genau. Allein was in den Figuren, also in diesem Hippogreif und so weiter, was da in den Tieren drin steckt, ist natürlich alles.
Florian Bayer: Ja. Obrada Were Art Doe hätte ich noch. Stimmt, ja. Die Odyssey als Geschichte von einem Gefängnisausbruch in Mississippi im Jahr 1937. Ja.
Johannes Franke: Unsere Top 3. Hammer Time. Zurück zu Thor Ragnarok. Warum brauchen wir als Erwachsene Superheldenfilme?
Florian Bayer: Tatsächlich? Also es gibt ja diese ganz klassische Gott-Theorie von Feuerbach, warum die Menschen an Gott glauben. Das ist einfach, weil es eine Projektion von Menschen ist. Wir schaffen uns quasi ein übermenschliches Wesen, weil wir uns wünschen, übermenschlich zu sein.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Und ich glaube, Superhelden erfüllen in einem Zeitalter der Zerkularisierung ganz stark diese Funktion, dass es eine Sehnsucht danach gibt. Natürlich wäre, du hast die Episode damit gestartet mit der Frage, natürlich wäre es cool, irgendwie super Kräfte zu haben und es ist nicht toll, so fliegen zu können. mit einem Handstreich alle Probleme lösen zu können. Diese Sehnsucht wird darin einfach erfüllt.
Johannes Franke: Ist es vielleicht auch deswegen so, dass viele Fans der Superheldenfilme diesen Film nicht so mögen, weil der zu... zu wenig Sehnsuchtsräume aufmacht, sondern eher lächerlich macht.
Florian Bayer: Nerds haben ja starke Gatekeeping-Mentalität. Das ist furchtbar anstrengend, wenn mal was Neues probiert wird mit den klassischen Nerd-Themen. Also wenn ich überlege, wie zum Beispiel mit dem Ghostbusters Reboot umgegangen wurde. Wenn du darüber nachdenkst, fallen dir bestimmt noch zig weitere Beispiele ein. Und ja, natürlich, Thor Ragnarök schießt da auch irgendwie so ein bisschen rein, weil er ... Ja, dass das, wofür die Nerds brennen, nicht so ernst nimmt.
Johannes Franke: Mhm.
Florian Bayer: Weil er sich drüber lustig macht, weil er sagt, naja, ist doch alles halb so wild, dann retten wir halt nochmal die Erde. Beziehungsweise Asgard. Aber das ist auch seine Stärke.
Johannes Franke: Das stimmt, genau. Ja, deswegen mag ich ihn überhaupt, weil ich das so albern finde, so Superhelden-Thematik finde ich einfach an sich angenehm. einfach albern. Ich komme damit nicht so klar. Und dann, wenn man es schafft, dass es wie mit Obrigkeiten, Satire mit Obrigkeiten umgeht. Wenn du einen Polizisten hast, der einmal in Gullifeld bei Chaplin... Ja, klar, natürlich. Du hast viel mehr Vergnügen daran, etwas, was eigentlich groß und stark sein sollte, dann fallen zu lassen.
Florian Bayer: Ich glaube, es ist so ein bisschen dadurch entschärft, dass Superhelden schon lange keine Nerd-Domäne mehr sind, weil ich meine, Hand aufs Herz, das ist totaler Mainstream.
Johannes Franke: Ja, natürlich.
Florian Bayer: Wenn du heutzutage ein Exot sein willst, dann musst du eigentlich auf Fußball stehen und auf ... oder Football, dann bist du der eigentliche Exot, weil das, was wir hier haben, dieses Marvel Cinematic Universe ist, und ich sag das ohne, nee, das klingt trotzdem negativ, Unterhaltung für die Massen. Es ist einfach, das sind die Blockbuster-Filme, die sich alle Leute angucken und Wahrscheinlich auch was, was Nerds schrecklich finden, dass Leute in diesen Filmen sind, die Comics vorher nicht mit der Arschbacke angeguckt haben. die keine Ahnung haben von der Geschichte der Superhelden, die keine Ahnung haben von dem Kunsthandwerk Stan Lees, die keine Ahnung haben von dieser großen, komplexen Überhandlung, die in Marvel stattfindet und so weiter. Aber Leute, damit müsst ihr leben.
Johannes Franke: Ja, so ist das.
Florian Bayer: Die Helden sind Mainstream geworden. Ich hoffe, dass sie es bald nicht mehr sind.
Johannes Franke: Ja, aber Marvel ist halt losgezogen, all die Leute zu kriegen, die nicht die Nerds aus den 80ern sind.
Florian Bayer: Und sie haben es wirklich auch gut gemacht. Und es ist ja auch wirklich lobenswert, dass sie es geschafft haben mit dieser Filmreihe, Zumindest so diese Grundkonzepte der Comics, der klassischen Comics, ins Bewusstsein von einer breiten Öffentlichkeit zu tragen. Marvel hat es geschafft, Comics aus der Nische rauszuholen damit. das wird sich trotzdem niemand Comics kaufen, nachdem er in einem Marvel-Film war.
Johannes Franke: Nicht unbedingt, aber ich könnte mir vorstellen, dass so ein kleiner Prozentsatz dazugekommen ist, der ein bisschen... da noch rübergezogen werden, die vorher vielleicht nicht dazugekommen wären.
Florian Bayer: Und das muss ja auch gar nicht sein. Es wird ja dann trotzdem auch über die Themen geredet und die Das ganze Komplex Comics wird dann halt auch einfach als Stück Kulturgeschichte akzeptiert. Und infolgedessen gab es dann ja auch zum Beispiel Filme, die sich... mehr mit der Entstehung auseinandergesetzt haben. Was mir als erstes einfällt, ist dieser Professor Marston und The Wonder Woman-Film. wo die geschichte von dem wanderwurm schöpfer erzählt wird wie der einer eine polyamoröse Beziehung hatte mit seiner Frau und einer Assistentin. Das ist einfach ganz interessant, dass es mehr zum Kulturgut geworden ist, weil in unserer Jugendzeit haben die Erwachsenen ja noch eher den Kopf über Comics geschüttelt. wirklich so ein Ding für die Nerds und dann kannst du nicht mal was Gescheites machen.
Johannes Franke: Naja, jetzt ist es was Gescheites. Ja, sind wir beim Fazit?
Florian Bayer: Wir sind beim Fazit, denke ich.
Johannes Franke: Wow. Du möchtest keinen klassischen Marvel-Film mehr sehen, aber der war so der letzte große?
Florian Bayer: Oder was würdest du sagen? Es gibt immer wieder Highlights. im Marvel-Universum. Ich mochte auch, ich fand Black Panther gut. Ja, der war toll. die ganze Probleme im Gepäck, die andere Marvel-Filme auch haben. Trotzdem fand ich ihn gut. Ich fand Captain Marvel gut. Der hatte auch die ganzen Probleme mit dem Gepäck, die anderen Marvel-Filme drin haben. Deswegen kann ich bei denen tatsächlich auch nur sagen, mit Einschränkung, Thor Ragnarok ist wahrscheinlich mein liebster Marvel-Film.
Johannes Franke: Schön, das würde ich gerne unterstreichen.
Florian Bayer: Marvel-Filme mehr sehen.
Johannes Franke: Das würde ich nicht unterstreichen.
Florian Bayer: Ich habe wirklich genug davon. Wenn ich hier schon auf die Liste gucke, passt auf. 17. Dezember 2021, Spider-Man No Way Home. 6. Mai 2022, Doctor Strange in the Multiverse of Madness. Mhm. 8. Juli 2022. Thor Love and Thunder von Taika Waititi.
Johannes Franke: Yeah, ich freue mich sehr drauf.
Florian Bayer: 11. November 22, Black Panther, Wakanda Forever. 17. Februar 23, The Marvels. 5. Mai 23, Guardians of the Galaxy 3. 28. Juli 23, Ant-Man. Und dann habe ich noch nicht mal die fünf Filme aufgezählt, die hier noch demnächst entwickelt werden, wie Fantastic Four. Sie drehen tatsächlich einen neuen fucking Blade. Deadpool 3 kommt raus. Captain America 4. World War Hulk. Aufhören!
Johannes Franke: Macht schön weiter, macht weiter, macht weiter. Ist schon okay. Ich freue mich auf Deadpool 3.
Florian Bayer: Und dann habe ich noch gar nicht angefangen von den ganzen Scheiß-Serien, die ja auch noch gelaufen sind.
Johannes Franke: Ja, genau. Ich muss mir unbedingt die Serie wenigstens anschauen. Mal gucken, was sie daraus gemacht haben. Weil er ist einfach wirklich gut. Tom Hiddleston ist einfach ein toller Schauspieler.
Florian Bayer: Null Interesse tatsächlich. Ja, wenn er vor der Tür steht und sagt, hey, hast du Lust? Lust auf einen Knickknack bin ich dabei, aber ich muss echt keine ganze Serie mit ihm gucken.
Johannes Franke: Okay, okay. Mein Fazit ist, es ist ein ganz toller, wirklich der beste aus dem Cinematic Universe bis jetzt. Und Genau aus den richtigen Gründen nicht der beste für die Nerds, die gerne alles bestätigt sehen wollen, was sie bis jetzt, was sie hatten bis jetzt. Und ich freue mich auf den von Taika Waititi, den neuen dann Love & Thunder. Ich bin sehr gespannt, wie der wird. Er meinte, er dreht alles nochmal eine Ecke drauf. Also er will möglichst viele Leute verärgern, hat er wirklich so gesagt. Ja. Und ich freue mich da einfach.
Florian Bayer: Dann habe ich, glaube ich, auch Bock auf diesen Film.
Johannes Franke: Ich finde es schön. Ich finde solche Sachen wie, dass der Wächter, der die Leute da willkommen heißt... am Anfang des Films einfach zwei Frauen beeindrucken will mit diesem Shake-Weight-Ding. Was übrigens von Taika Waititi war. Das war sein persönliches Teil. Das hatte er und hat da mitgebracht. Er hat irgendwann mal nachts im Hotelzimmer bestellt, weil er Fernsehen geguckt hat und ihm das verkauft wurde. Er hat das mitgebracht. Behold my stuff. Es ist großartig. Wegen solcher Gags freue ich mich über diesen Film.
Florian Bayer: Ja, zu Recht. Schön.
Johannes Franke: Und würde ich mich auch über jeden anderen neuen freuen. So. Wie viele haben wir jetzt verärgert damit?
Florian Bayer: Ja, wir haben wirklich während dieser Episode sträfliches Unwissen über die Comics offenbart.
Johannes Franke: Ja, furchtbar. Ach, lebt damit.
Florian Bayer: Wenn ihr wissen wollt, womit wir euch nächste Woche verärgern, bleibt noch kurz dran. Nach dem Outro werde ich Johannes eine Aufgabe geben.
Johannes Franke: Ich bin gespannt, Plur, was du mir zu bieten hast.
Florian Bayer: Kannst du, kannst du.
Johannes Franke: Oh Gott, oh Gott, das wird schlimm.
Florian Bayer: Bis dann euch eine schöne Woche.
Johannes Franke: Danke dir, Flor, dass du geguckt hast.
Florian Bayer: Ja, vielen Dank. Es hat wieder Spaß gemacht.
Johannes Franke: Schön, freut mich. Ja, mir hat auch wahnsinnig Spaß gemacht, jetzt diese Episode aufzunehmen, weil wir einfach alles durch alles einmal so durch und ich habe 20.000 Sachen, die ich nicht gesagt habe hier auf meinem Zettel, aber es ist...
Florian Bayer: Du kannst sie ja traditionsreich noch ins Outro reinbrüllen.
Johannes Franke: Okay, gut. Na dann, ich wünsche euch da draußen eine wunderschöne Woche. Und bis zum nächsten Mal.
Florian Bayer: Wir hören uns. Ciao.
Johannes Franke: Aber Flo, wir haben nicht ein einziges Mal Led Zeppelin erwähnt.
Florian Bayer: Nein, der Soundtrack ist so geil. 80er Jahre, Mensch. Das ist großartig.
Johannes Franke: Vor allem, weil das bei Taika Waititi, der ja ein Casting gemacht hat als Director. Die Produktionsfirma hat mehrere Directors gecast. Und er hat ein Demoreal abgegeben, in dem er andere Filme zusammengeschnitten hat. Und diesen Titel reingehauen hat von Led Zeppelin. Großartig. Es ist großartig. Fantastisch. Oh mein Gott. Okay, das war unser Postscriptum.
Florian Bayer: Marvel-Klassik haben wir natürlich dieses Postscriptum eingebaut, nach dem Abspann.
Johannes Franke: Natürlich.
Florian Bayer: Und dieses Postscriptum, jetzt sind wir auf einer krassen Metaebene, mussten wir auch noch reinbringen, weil nach dem Abspann, nach dem Abspann...
Johannes Franke: Ja, ja. Noch was kommt. Das eine ist ja Mid-Credit-Scene und das andere ist After-Credit-Scene.
Florian Bayer: Also wie bei Marvel, wo man wirklich bis zum Schluss im Kino bleiben muss, bis die Lichter angehen, musst du dir jetzt auch bis zum Schluss hören, um das noch zu hören.
Johannes Franke: Sehr gut.
Florian Bayer: So, Johannes.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ich hätte noch was für dich. Eine Aufgabe.
Johannes Franke: Ich bin schon jetzt am Zittern. Ich habe Angst.
Florian Bayer: Ich orientiere mich total an dir.
Johannes Franke: Okay.
Florian Bayer: Weil du... das in dieser Episode so geil fandst, was zu nehmen, auf das eigentlich kein Comedy gehört.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Und sagst, hey, und dadurch ist es wirklich gut geworden. Ja. Muss ich dir auch was geben, wo Comedy drin ist, das da eigentlich nicht hingehört.
Johannes Franke: Oh Gott.
Florian Bayer: Und zwar sogar richtig klassischer Slapstick.
Johannes Franke: Aber wenn du das vorschlägst, dann kann es nur schlimm sein.
Florian Bayer: Das ist natürlich ein Horrorfilm.
Johannes Franke: Genau das meine ich.
Florian Bayer: Aber es ist einer der besten Horrorfilme der 80er Jahre, wenn nicht sogar einer der besten Horrorfilme überhaupt. Mit einer Menge Slapstick, einer Menge Trash.
Johannes Franke: Carpenter?
Florian Bayer: Und wirklich Spaß. Nein. Sam Raimi.
Johannes Franke: Ach du Sch... Nein.
Florian Bayer: Ich geb dir... Evil Dead 2, beziehungsweise Tanz der Teufel 2, wie er in Deutschland hieß. Sehr viel Splatter, sehr viel Gore, sehr viel Humor.
Johannes Franke: Ist es schlimmer als der andere Gor, den wir hatten? Das war dieses Zauberer-Ding, wie heißt der?
Florian Bayer: Es ist anders. Es ist 80er. Wizard of War, glaube ich. Ich kann mir vorstellen, dass du in diesem Film einen gewissen Spaß finden wirst, Aber ich glaube, du wirst trotzdem sehr verzweifelt sein. Und ich glaube, wir brauchen nochmal eine Episode, in der wir uns ein bisschen mehr streiten über die Qualität des ausgesuchten Films.
Johannes Franke: Ja, da brauche ich ja nicht viel zu sagen. Da kann ich ja nur sagen...
Florian Bayer: Ich glaube, du kannst doch ein, zwei mehr Sachen dazu sagen. Es ist wirklich ein toller Film. Ich glaube nicht, dass du ihn mögen würdest. Aber ich bin gespannt, ich lasse mich gerne überraschen, eines besseren überzeugen.
Johannes Franke: Ich habe einmal irgendwie so in einem Trailer irgendwelche ekelhaften Gesichter, die sich auflösen. gesehen.
Florian Bayer: Ja, es gibt viel Blut, auflösende Gesichter. Es gibt eine Kettensäge, es gibt tanzende Dämonen. 84 Minuten dauert die ungeschnittene Fassung und ich bitte dich auch die ungeschnittene Fassung zu gucken, die in Deutschland jahrelang auf dem Index war.
Johannes Franke: Fuck. Oh Gott.
Florian Bayer: Wir gucken einen richtig klassischen, ab 18 in dem Sinne, dass er in Deutschland initiiert wurde Film.
Johannes Franke: Scheiße.
Florian Bayer: Ich bin so gespannt, wie du ihn finden wirst.
Johannes Franke: Wegen solcher Sachen hatte ich Angst, diesen Podcast mit dir zu machen. Nein.
Florian Bayer: Wegen solcher Sachen habe ich mich auf diesen Podcast gefreut.
Johannes Franke: Ach du Scheiße. Okay, Plur. Also dann mach dich darauf... gefasst, dass der Kopf abgerissen wird. Und ihr macht euch darauf gefasst, dass wir eine Splatter-Folge haben werden, in der Plur der Kopf abgerissen wird. Dann bis nächste Woche. Ciao.
