Episode 13: Much Ado About Nothing, The Fall
Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Frei nach diesem Prinzip wenden wir in unserer dreizehnten Episode ein wenig vom klassischen Film ab und wenden uns dessen geistigen Ahnen zu, den Brettern, die die Welt bedeuten. Die Shakespeare-Komödie Much Ado About Nothing erhielt im Jahr 2011 im Wyndham’s Theatre in London von Josie Rourke eine denkwürdige Aufführung, die für die Nachwelt Gott sei Dank auf Film festgehalten wurde. Abgefilmtes Theater, höchst professionell inszeniert, aber dennoch mit spürbaren Unterschieden zu unseren sonstigen cineastischen Erlebnissen. Dass dies keineswegs ein Nachteil sein muss, kommt nicht nur in unserem Gespräch zum Tragen, sondern wird auch in der dazu passenden Top 3 „Film trifft Theater“ mehr als deutlich. Ganz anders dagegen funktioniert das Fantasyepos The Fall von Tarsem Singh aus dem Jahr 2006. Die Ode ans Geschichtenerzählen fährt alles auf, was das Medium Film zu bieten hat, vielleicht sogar zu viel des Guten. In der dazu gehörigen Topliste beschäftigen wir uns mit den spannendsten Kind/Erwachsenen-Duos der Filmgeschichte, bei der wir sogar überraschend konsensuell unterwegs sind.
Much Ado About Nothing [William Shakespeare, Regie: Josie Rourke]
(GB 1599/2011)
Wir schreiben das Jahr 1599. Genauer gesagt: Shakespeare schreibt das Jahr 1599 und zwar unter die gerade fertiggestellte Komödie „much ado about nothing“. Shakespearetypisch dreht es sich um intrigen, Liebende die um ihre Liebe Kämpfen und deren Antagonisten, die dagegen arbeiten. Oder, wie in der spannenden Variante des zweiten Pärchens: Antagonisten, die sich um die Liebe der Protagonisten bemühen, während diese davon überzeugt sind, dass sie einander hassen.
Gerade dieser Nebenplot, macht für mich das Stück besonders sehenswert. Insbesondere aber auch wegen ihrer grandiosen Schauspieler, allen voran David Tennant und Catherine Tate, in der Inszenierung des Wyndham’s Theatre in London, im Jahre 2011 unter der Regie von Josie Rourke.
Das Stück kann man einfach bei Youtube finden. Einfach „much ado about nothing“ und „Catherine Tate“ oder „David Tennant“ eingeben. (ok, ok, hier ist der LINK) Und wer dann erschrocken feststellt, dass seine oder Ihre Englischkenntnisse nicht ausreichen, um Shakespeare zu verstehen und mir schon Kultursnobismus vorwerfen will, dessen Atem sei gespart, ich versteh auch nur die Hälfte der Worte. I Shit you not! Wer Shakespeare emotional nicht versteht, war in einer schlechten Inszenierung. Punkt. Danke, Plor, dass du dich darauf eingelassen hast, einen Ausflug ins Theater zu unternehmen.
Und jetzt wüsste ich gern, ob sich der Ausflug für dich gelohnt hat, oder ob du in Zukunft nicht mehr am all inclusive Sommertrip für Senioren teilnehmen möchtest.
The Fall [Tarsem Singh]
(USA 2006)
The Fall von Tarsem Singh aus dem Jahr 2006 gehört ein wenig zu den vergessenen Fantasyperlen der frühen 2000er Jahre. Von der Kritik wurde ihm damals vorgeworfen zu eskapistisch, zu sehr auf visuelle Reize aus zu sein, und in den folgenden Jahren wurde kaum noch über ihn geredet, nicht zuletzt auch weil Singh als Regisseur nicht mehr groß in Erscheinung getreten ist. Dabei gehört The Fall zu den schönsten Vertretern einer filmischen Gattung, die in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren immer wieder durch herausragende Produktionen aufgefallen ist: Das Loblied auf die kindliche Fantasie in einer Geschichte, die sich tendenziell eher an Erwachsene richtet.
Für den düsteren, erwachsenen Ton sorgt in diesem Fall der Protagonist Roy, ein Stuntman, der nach einem schweren Unfall am Set und dem Verlust seiner Freundin in einem Krankenhaus im Kalifornien der 1920er Jahre dahin vegetiert. Er hat jede Hoffnung und jeden Lebensmut verloren und will sich mit einer Überdosis Morphium das Leben nehmen. Um an dieses zu gelangen will er eine Mitpatientin, die 5jährige Alexandria, ein Kind rumänischer Einwanderer, das sich bei der Arbeit auf einer Orangenplantage den Arm gebrochen hat, ausnutzen. Sie soll ihm die weggschlossenen Medikamente für seinen Freitod beschaffen. Um sie auf seine Seite zu ziehen, beginnt er, ihr eine eklektische Geschichte von fünf Abenteurern zu erzählen, die unterwegs sind um den tyrannischen Gouverneur Odius zu stürzen. The Fall bleibt allerdings nicht bei der Erzählung von Roy stehen. Alexandria beginnt sich in die Geschichte einzumischen, um deren Brutalität und Düsternis – verursacht durch Roys Depressionen – aufzubrechen. Es entspinnt sich ein faszinierender Zweikampf zwischen dem naiven Kind und dem lebensmüden Stuntman um die narrative Hoheit in dem entworfenen Märchen. Das alles inszeniert in visuell beeindruckenden, pittoresken und opulenten Bildern.
Sind diese so dominant, dass Plot und Subtext verloren gehen? Oder steckt in diesem Film doch mehr als ein bloßer Bilderreigen eines in seinen Fantastereien Amok laufenden Werbefilmers? Was denkst du Johannes?
Transkript
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: Podcast: Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen Episode: Episode 13: Much Ado About Nothing, The Fall Publishing Date: 2021-03-31T19:29:41+02:00 Podcast URL: https://podcast.mussmansehen.de Episode URL: https://podcast.mussmansehen.de/2021/03/31/episode-13-much-ado-about-nothing-the-fall/
Florian Bayer: Johannes, du glaubst wirklich, die Welt braucht einen weiteren Podcast? Nein, eigentlich nicht, aber ich. Aber wenn wir einen Podcast machen zusammen, dann brauchen wir irgendwas Cooles, worüber wir reden können.
Johannes Franke: Wie wäre es mit Filmen? Du liebst Filme, ich liebe Filme, ist doch eine gute Idee.
Florian Bayer: Ja, aber wir lieben überhaupt nicht die gleichen Filme.
Johannes Franke: Ja, das könnte das Geile sein. Ich zeige dir Filme, die ich geil finde und du zeigst mir Filme, die du geil findest.
Florian Bayer: Das heißt so Musicals aus den 50ern? Mit russischen Untertiteln? Von mir, für dich. Oh Gott, okay. Aber du weißt, dass das für eine Menge Streit sorgen kann.
Johannes Franke: Äh, definitiv. Das wird lustig. Über Filme? Über Filme? Fragezeichen? Okay, okay. Ich habe mich ein bisschen weiter aus dem Fenster gelehnt, als wir das eigentlich wollten hier im Podcast. Wir wollten ja über Filme reden, aber ich habe eine so wundervolle Inszenierung von Much It Do But Nothing von Shakespeare, die ich dir einfach aufs Auge drücken musste. Ja, die Regeln, die Regeln. Ich bin gespannt, ob du mal irgendwann mich so richtig außerhalb triffst.
Florian Bayer: Ja, wozu Regeln, wenn man sie nicht ordentlich brechen kann. Richtig. Ich bin schon die ganze Zeit überlegen, wie ich mich rächen könnte. Vielleicht mit so einem YouTube-Video. Was? Einem Influencer-Clip auf Instagram. Einen Werbespot habe ich das letzte Mal vorgeschlagen. Ja, stimmt. Oder ein Musikvideo. Mal schauen. Irgendwas wird mir einfallen. Nein. Aber total okay. Also ich meine, abgefilmte Theaterstücke, da ist es spannend und darüber kann man auch reden. Ja. Und es ist ja auch nicht einfach nur ein Totale auf die Bühne und das war es dann. Richtig. Und es ist filmig inszeniert.
Johannes Franke: Genau, genau. Ich würde gerne an dieser Stelle einmal Marie danken. Marie hat damals für mich Shakespeare so, weiß nicht, meine Liebe zu Shakespeare geweckt. Das hatte ich vorher so gar nicht, aber dann habe ich Marie kennengelernt und es war so ein Aha-Moment, als ich dann im Globe stand, wir zusammen im Globe standen und uns Shakespeare angeschaut haben, live. Und einfach, ja, weiß nicht, da irgendwie eine Welt, die mir vorher echt verborgen geblieben ist, entdeckt. Wollen wir noch kurz klären, was du für mich hast diese Woche? Einen Film.
Florian Bayer: Einen wirklich Filmfilm. Einen Filmfilm. Der alles das macht, was das Medium machen kann. The Fall von Tarsem Singh aus dem Jahr 2006. Mhm, der wirklich alles macht, was das Film macht. Also ein bisschen viel macht, aber egal.
Johannes Franke: Aber wir fangen an mit dem Theater. Wir fangen an mit dem... Okay, okay, na gut, dann fangen wir mit dem Theater an. Schnick, schnack, schnuck. Wollen wir noch ganz kurz klären, was wir überhaupt... Wir reden so selten darüber, was unser Konzept eigentlich ist. Wir reden, glaube ich, jede zweite Folge drüber, aber gerne. Genau. Und ich habe auch das Gefühl, dass auch keiner mehr weiß, wer du eigentlich bist und wer ich eigentlich bin. Ich bin Johannes Franke, ich bin Schauspieler und Filmliebhaber und ich rede gerne mit Plur über Filme und wir haben uns irgendwann gedacht, wir können entweder im Garten rumlaufen und darüber reden oder uns einfach vor das Mikro setzen und reden.
Florian Bayer: Was angenehmer ist, als es auf den ersten Blick klingt. Stimmt, ja. Ich habe nicht damit gerechnet. Ja, ich auch nicht tatsächlich. Wer bist du? Möchtest du dich nochmal kurz vorstellen? Ich bin Florian bzw. Plur, wie mich Johannes in 99% der Fälle nennt. Eher 100%. Ja. Und ich bin Web-TV-Produzent und ich liebe auch Filme. Und ich liebe es, über Filme zu reden. Und ich liebe es vor allem, mit Johannes über Filme zu streiten. Weil wir nicht immer der Meinung, der gleichen Meinung sind. Ja. Und hoffentlich streiten wir heute auch ein bisschen. Mal schauen.
Johannes Franke: Ich glaube schon. Mal sehen, wie kampfeslustig ich bin. Oh, ja, deine Woche war ein bisschen wirr, hast du erzählt. Ach ja, wuselig. Wuselig, das heißt, deine Kraft hast du schon verloren eigentlich die Woche über. Let out some steam, Schwarzenegger sagen würde.
Florian Bayer: Ja, okay. Wenn ihr wissen wollt, was es damit auf sich hat, dann müsst ihr die letzte Folge hören. Da reden wir nämlich über Kommando mit Schwarzenegger. Das war so schrecklich. Nein, es war nicht. Es war einfach wirklich sehr, sehr weird. Aber diesmal sind wir nicht bei den großen amerikanischen Action-Kloppern, sondern bei den würdevollen Briten. Wir sind bei Hochkultur. Ja, und bei den würdevollsten Briten überhaupt, ne? William Shakespeare. Willst du William Shakespeare wirklich als würdevollsten Briten einstufen? Ich weiß nicht, man könnte mal eine Umfrage machen, aber ich denke, er würde in den Top Ten landen.
Johannes Franke: Ich glaube, darum müssen wir sehr ausführlich reden, sobald wir in der Inszenierung drin sind. Ich mache mal kurz das Intro, lese mal ein bisschen vor, was ich dazu geschrieben habe und dann kommen wir langsam rein. Leg los. Wir schreiben das Jahr 1599. Genauer gesagt, Shakespeare schreibt das Jahr 1599 und zwar unter die gerade fertiggestellte Komödie Much Ado About Nothing. Shakespeare-typisch dreht es sich um Intrigen, Liebende, die um ihre Liebe kämpfen und deren Antagonisten, die dagegen arbeiten. Oder wie in der spannende Variante des zweiten Pärchens, Antagonisten, die sich um die Liebe der Protagonisten bemühen, während diese davon überzeugt sind, dass sie einander hassen. Gerade dieser Nebenplot macht für mich das Stück besonders sehenswert. Insbesondere aber auch wegen ihrer grandiosen Schauspieler. Einen voran David Tennant und Catherine Tate in der Inszenierung des Wyndham Theatre in London im Jahre 2011 unter der Regie von Josie Roque. Das Stück kann man einfach auf YouTube finden. Einfach Much Ado About Nothing und David Tennant eingeben oder Catherine Tate. Und wer dann erschrocken feststellt, dass seine oder ihre Englischkenntnisse nicht ausreichen, um Shakespeare zu verstehen und mir schon Kultursnobismus vorwerfen will, dessen Atem sei gespart, ich verstehe auch nur die Hälfte der Worte. I shit you not. Wer Shakespeare emotional nicht versteht, der war in einer schlechten Inszenierung. Punkt. Danke, Flor, dass du dich darauf eingelassen hast, einen Ausflug ins Theater zu unternehmen. Und jetzt wüsste ich gern, ob sich der Ausflug für dich gelohnt hat oder ob du in Zukunft nicht mehr am All-Inclusive-Sommertrip für Senioren teilnehmen möchtest.
Florian Bayer: Das ist so schrecklich. Tatsächlich hat mir die Inszenierung, die wirklich Spaß gemacht hat, gezeigt, wie sehr ich Theater gerade vermisse. Und es ist nicht nur so ein Covid-Ding, weil ich war auch vor dem Lockdown, war ich lange nicht mehr so, gerade in so klassischen Shakespeare-Aufführungen. Ich war mit meinem Kind viel im Kindertheater, aber so klassisches, erwachsenes Theater ist ein bisschen hinten übergefallen. Und die ganze Zeit, während ich das geguckt habe, dachte ich, ach ja, das fehlt. Das ist wirklich schade. Ich muss wieder öfter ins Theater gehen.
Johannes Franke: Ja, und jetzt ist halt gerade überhaupt nicht die Zeit dafür. Corona verbietet es und wir merken alle schmerzlich, wie sehr wir es vermissen. Es ist wirklich traurig, wenn man ein Jahr lang ohne Theater auskommen muss. Und das ist nur für mich als Schauspieler nochmal eine andere Perspektive auf die Sache, aber als Zuschauer eben auch. Es ist furchtbar einfach.
Florian Bayer: Auch generell Live-Veranstaltungen. Und es ist natürlich so, ich habe mich vorhin ein bisschen weiter aus dem Fenster gelehnt, als ich gesagt habe, es ist sehr filmig. Es ist natürlich ein abgefilmtes Theaterstück und man sieht das die ganze Zeit. Aber das macht den Schmerz umso stärker. Es fehlt mir einfach. Und auch Publikumsreaktionen zu hören, es irgendwie als Teil des Publikums zu fühlen. Übrigens, um kurz über das Technische drüber zu bürsten, da haben die wirklich eine gute Arbeit gemacht. Es ist gut abgemischt. Toll, oder? Das Publikum ist hörbar, gut hörbar, aber nicht störend. Es gibt ein, zwei Szenen, wo sie so ein bisschen krass drüber lachen. Das ist aber auch der Inszenierung verschuldet, weil sie in ein, zwei Szenen sehr stark auf Slapstick-Humor setzt. Und es gab Momente, also du hast es bereits gesagt, ich verstehe bei Shakespeare auch nur die Hände. Ich hatte auch die Untertitel an, die automatisch generiert wurden. Ja, genau, ich auch. Ich habe mich dann da so ein bisschen durchgehangen. Und es gibt ein, zwei Szenen, wo das Publikum dann einfach wirklich so laut wird und so ausrastet, dass man auf der auditiven Ebene nichts versteht. Und ich glaube, es geht nicht nur mir so, sondern wahrscheinlich sogar Native Speakers aus Großbritann.
Johannes Franke: Ja, ja, ja, das ist halt das Ding, ne? Shakespeare, es ist halt nicht nur Englisch, sondern es ist auch nur Shakespeare. Das heißt, selbst die Native Speaker in England sind ja nicht daran gewöhnt, an dieser Art und Weise zu sprechen. Und viele sprachliche Bilder sagen dir auch als Native Speaker nichts.
Florian Bayer: Überhaupt, ja, genau.
Johannes Franke: Woher? Wenn du dich nicht damit wahnsinnig viel beschäftigst. Und Shakespeare scheint ja jetzt gerade, und das lese ich immer wieder, gerade in Amerika, aber auch in England, so ein bisschen zu verschwinden aus dem Lehrplan. Also nicht gänzlich, aber die Wichtigkeit, die es mal hatte, scheint es gerade so ein kleines bisschen zu verlieren. Und es gibt immer wieder Artikel darüber, also Appelle von Schauspielern, von Regisseuren und so weiter, die sagen, wir müssen wieder mehr Shakespeare reinbringen.
Florian Bayer: Shakespeare ist ja so ein bisschen für die Briten das, was für uns Goethe ist. Ja, viele Schüler werden auf Shakespeare schimpfen, einfach weil sie wahrscheinlich viel zu früh dadurch gequält werden, ohne den Spaß, den es auch in Shakespeare zu finden gibt, wirklich zu verstehen. Und dann wird das schnell zu so einer Fingerübung, dass man Textstellen interpretiert und Wortspiele interpretiert und fast so ein Vokabelheft führt. Was hat er damit gemeint? Was hat er damit gemeint? Und das ist auch tatsächlich schwierig. Also wie man mit literarischen Klassikern umgeht, ist eine spannende Frage, denke ich. Weil ich weiß nicht, ob Shakespeare das Beste ist, um einem Neulernenden die Schönheit der englischen Sprache deutlich zu machen. Oder ob das nicht eher was ist für den Fortgeschrittenen, der sich schon ein bisschen damit auseinandergesetzt hat und einfach eine gewisse Grundkenntnis mitbringt.
Johannes Franke: Ich glaube, dass man bei einer guten Inszenierung, das habe ich ja im Intro auch schon geschrieben, bei einer guten Inszenierung ist das Level deiner Englischkenntnisse eigentlich egal. Du kannst mit jedem Level, verstehst du natürlich nicht alles und bei weitem, du kannst die Geschichte vielleicht, wenn du ganz schlecht im Englischen bist, gar nicht wirklich folgen. Aber bei einer guten Inszenierung kommst du mit jedem emotional mit, weil Shakespeare das hinkriegt, weil Shakespeare das irgendwie alles so anlegt. Man muss sich nur draufsetzen als Regisseur.
Florian Bayer: Die Frage ist, was ist eine gute Inszenierung? Es gibt natürlich die Möglichkeit, und das macht dieses Stück auch, nicht nur den Wortwitz hervorzuheben, sondern auch Situationskomik und auch das Emotionale. Und die Snopps und Literaturgummis werden dann natürlich sagen, naja, naja, naja, die haben aus Shakespeare eine Lachnummer gemacht. Shakespeare ist ein Komödiant natürlich, also gerade in dem Stück auch. Shakespeare ist Volkstheater. Aber man kann durchaus sagen, ja, man kann Shakespeare auch vulgarisieren, auch zu sehr vulgarisieren und dann ist es ziemlich enttäuschend für Leute, die in der Hochkultur frönen.
Johannes Franke: Ja, aber da muss ich dann bei Kultursnobismus einmal einhaken. Das finde ich ganz schrecklich. Shakespeare ist eben nicht das, was immer alle glauben, dieses hochtrabende und schwülstige Intellektualisierte. Das ist Shakespeare nicht, also nicht gänzlich. Shakespeare hat das auch, Shakespeare hat das vor allem in seinen Tragödien mehr, dass er mehr in dieses Philosophische und in dieses, wie das eben auch bei Tragödien ist. Du hast ernstere Themen und du sprichst da ganz anders die Themen an. Aber die Komödien von Shakespeare sind Volkstheater und das Publikum, was damals vor der Bühne gestanden hat und sich das angeschaut hat, die haben keinen großen intellektuellen Hintergrund gehabt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Woher auch? Und dafür muss Shakespeare ja geschrieben haben.
Florian Bayer: Was es bei Shakespeare natürlich gibt, ist das radikale Primat des gesprochenen Wortes. Shakespeare ist kein Dramatiker, der viele Bühnenanweisungen gibt, der viele Schauspielanweisungen gibt, viel Bewegung macht, viel Raum erklärt, sondern bei Shakespeare steht das Wort. Und der Rest ist dann tatsächlich auch der Inszenierung überlassen. Und dann ist die Frage, wie man Shakespeare inszenieren will. Will man ihn so inszenieren, dass man sagt, ich bin am Urstoff, am nächsten dran, wenn ich wirklich versuche, das so radikal minimalistisch wie möglich zu machen. Ich denke an so eine Hamlet-Aufführung, die ich mal im Berliner Ensemble gesehen habe, wo die Bühne kein dreidimensionaler Raum war, sondern wo sie wirklich nur die Rampe vorne hatten. Oh. Und dahinter plain white, wenn ich mich recht erinnere. Okay. Die Schauspieler auch nicht kostümiert. Und dann haben die sich auf dieser zweidimensionalen Ebene bewegt. Und es war wirklich so, es gab keine große Bewegung im Raum. Okay. Ist was, was man machen kann, wenn man sagt, ich nehme Shakespeare's Text radikal ernst. Ja. Da steht nicht viel drin, dass die jetzt an der Lampe hängen soll oder eher mit Farbe beschmiert wird. Also mache ich das so. Das gibt es alles nicht bei Shakespeare. Bei Shakespeare steht komplett das Wort im Mittelpunkt. Und ich will nicht von dem Wort ablenken.
Johannes Franke: Ja, ich glaube aber, dass das, was Shakespeare da macht, auch dem geschuldet ist, dass er es ja alles selbst inszeniert hat. Also er hat das Stück ja nicht geschrieben, um es anderen Regisseuren in die Hand zu geben und zu sagen, guck mal, und da steht, habe ich jetzt noch reingeschrieben, wie er das machen sollt.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Der hat genau gewusst, was er machen will. Und es kommt einem auch komisch vor, wenn man in einem Stück nun genau reinschreibt und alles erklärt und dann auch noch reinschreibt. Jetzt fühlt der das und der das. Nein, es steht alles im Text. Du musst den Text entsprechend interpretieren. Und dann kannst du natürlich Freiheiten haben, wie du es machen willst. Und wenn du es minimalistisch machen willst, finde ich auch spannend, muss ich schon sagen. Funktioniert wahrscheinlich eher mit Hamlet als mit Machado, but nothing.
Florian Bayer: Mit Sicherheit. Das ist dann die zweite Ebene. Da denke ich, und das ist tatsächlich auch die, zu der ich eher tendiere, zu sagen, er hat so wenig Anweisungen gegeben, wenn ich den Shakespeare-Text ernst nehmen will, dann ist der Kern davon eigentlich, ey, mach damit, was du möchtest. Bleib am Text dran, aber inszeniere selbst und finde deinen eigenen Inszenierungsstil. Und was du mit deinen Kostümen machst und was du mit deinen Kulissen machst, das ist komplett dir überlassen. Und diese Inszenierung geht definitiv in diese Richtung, dass du sagst, ich habe hier den Text liegen und jetzt schauen wir mal, was wir mit den Kostümen machen können und wie wir das Set aufbauen und wie wir diese Farce inszenieren, wie wir dieses Intrigenspiel inszenieren. Und das macht sie auch wirklich schön. Also die Kostüme sind toll.
Johannes Franke: Ich finde es großartig. Soll ich erstmal die Story einmal, dass wir einmal die Story rundum, dass jeder sich vorstellen kann, worum wir uns hier bewegen, worum wir kreisen. Es gibt eine A-Story und eine B-Story. Das ist ziemlich typisch für Shakespeare's und auch allgemein damals und auch heute viel noch Komödien. Es gibt eine Hauptstory und eine B-Story. Die Hauptstory ist relativ simpel, typisch Shakespeare. Es kommen zwei Menschen zusammen, ein Soldat in diesem Fall kommt nach Messina zurück, das ist in Italien. Und Hiro, die Tochter des Gouverneurs, verliebt sich in... Claudio. Claudio, genau.
Florian Bayer: Der große, heldenhafte Soldat. Der zurückkehrt. Der auch ganz toll in der Schlacht gekämpft hat und den alle lieben. Er ist der Star.
Johannes Franke: Er ist der Star. Ja, und die sind so beide im heiratsfähigen Alter, also ich nehme an, dass die irgendwie eigentlich so 20 sein sollen, höchstens.
Florian Bayer: Ja, bei Shakespeare ist man mit 14 im heiratsfähigen Alter.
Johannes Franke: Ja, ist richtig, aber sie waren im Krieg, also nehme ich an, dass sie ein bisschen älter. Also 16, 17, 18, vielleicht höchstens 20, würde ich sagen.
Florian Bayer: Ich muss gerade kurz an die tolle Zusammenfassung von Romeo und Julia denken, die ich vor kurzem gelesen habe. Romeo und Julia dreht sich darum, dass ein 17-Jähriger eine 14-Jährige verführt und 60 Leute sterben.
Johannes Franke: Nein, wir sind aber bei diesen, wir sind bei Manche in the Butten-Defense. Also, Claudio kommt zurück aus dem Krieg. Hero verliebt sich, hat selber Kopf in ihn, er verliebt sich in sie. Jetzt würde man als Shakespeare normalerweise machen, die Eltern haben was dagegen. Aber nein, überhaupt, die Eltern haben gar nichts dagegen. Nein, der Vater sagt, ja, klingt doch super, der Kriegsheld, warum nicht, klar, macht mal. Wer was dagegen hat, ist allerdings der Bruder, also der Halbbruder von Don Pedro, der heißt Don John.
Florian Bayer: Genau, das ist der illegitime Bruder des Prinzen Don Pedro. Und der ist einfach der Bösewicht. Er sagt es einfach knallhart heraus, ich bin der Bösewicht. Ich habe keine großen Intentionen, ich will Chaos stiften. Übrigens ein total spannender Bösewicht, weil der auch ein bisschen abweicht von dem klassischen Bösewicht. Er ist kein Nebenbuhler, er hat überhaupt kein Interesse an Hero. Er hat kein Interesse daran zu heiraten, er hat kein Interesse an Macht und Geld. Er will einfach Chaos sehen. Ja, und er kann seinen Bruder nicht leiden. Er kann seinen Bruder nicht leiden und will deswegen Chaos sehen. Er will die Welt brennen sehen. Er ist eigentlich der Joker.
Johannes Franke: Er ist eigentlich der Joker, das finde ich auch spannend. Das Problem ist, dass er innerhalb des Stücks nicht, also innerhalb dieser Inszenierung, ich weiß nicht, wie das in anderen Inszenierungen vielleicht möglich ist, kriegt er nicht genug Fleisch, als dass ich ihm genug irgendwie andichten kann oder mit ihm irgendwie mitgehen kann oder so. Das ist ein bisschen schade, weil mit dem Joker kann ich mitgehen. Der ist geil, der will wirklich was.
Florian Bayer: Sein Fleisch ist, dass er nicht viel redet. Sein erster Auftritt ist, er fährt da rein und hier ist mein Bruder, sagt Don Pedro und zeigt ihn und er steht auf und sagt, ich bin ein Mann weniger Worte. Pause. Pause, Pause, Pause. Stammelt er irgendwas und verschwindet wieder.
Johannes Franke: Was irgendwie schön ist, ja, aber er kriegt innerhalb des Stücks dann nicht genug zu tun, um sich da ranhängen zu können als Zuschauer, leider.
Florian Bayer: Ich bin mehrere Intrigen. Seine erste Intrige ist, dass er, also Don Pedro, der Feldführer, Vorgesetzte von Claudio, sagt, hey, wir machen das ganz klassisch. Ich werde für dich bei Hero, um Hero werben und ich werde als ich um sie werben. Das fand ich tatsächlich etwas merkwürdig. Was macht er da genau? Er will um sie werben?
Johannes Franke: Also, also nur zur Klärung, es geht gerade um Don Pedro, nicht um Don John. Don John ist der Bösewicht, Don Pedro ist der Bruder. Don Pedro schlägt Claudio vor, weil er so verliebt ist, für ihn auf dieser Party, um Hero zu buhlen. Genau. Formuliert das aber irgendwie komisch. Ich werde als ich hier für dich buhlen. Was dann später zu dem Missverständnis führt, dass Don John, glaube ich, dem Claudio sagt, na, der will die ja selber.
Florian Bayer: Genau. Das ist die erste Intrige. Don John sagt zu Claudio, hey, pass auf, ich habe mitgekriegt, dass Don Pedro in sie verliebt ist. Der benutzt das. Der will gar nicht, dass du sie am Schluss kriegst, sondern der will einfach den ersten Schritt machen und der will dich aus dem Weg haben.
Johannes Franke: Was aber ziemlich downplayed ist in diesem Falle, weil es relativ schnell aufgeklärt wird.
Florian Bayer: Wird auch tatsächlich im Originaltext. Ich habe einmal kurz reingeguckt, wird es auch schnell aufgeklärt. Das ist eine total absurde Intrige, einfach weil sie keine großen Folgen hat. Es gibt dieses kurze Missverständnis dadurch und dann wird das Missverständnis geklärt und alles ist gut. Und Claudio und Hero werden heiraten. Es ist ausgemachte Sache, sie sind verliebt. Und hey, ganz toll.
Johannes Franke: Sag mal, wenn wir schon dabei sind, warum zur Hölle traut sich Claudio nicht zu, das selbst zu machen?
Florian Bayer: Was ist los mit diesem Typen? Also dieser Claudio ist sowieso so ein komischer Typ. Der ist ein Kriegsheld und der sieht gut aus. Sie haben einen Extraymann genommen, sie haben einen Schauspieler genommen, der wirklich so ein typischer Schönling ist. Tom Bateman spielt den Claudio und das ist einfach mal so alles, was man halt von einem Claudio erwartet. Markantes Kinn, groß, hellen Brust oder Lühnerbrust, er tritt gekleidet, er ist Soldat in seiner schicken Navy-Uniform. Genau. Und ja, es gibt eigentlich keinen Grund, warum er schüchtern sein sollte. Er kommt auch nicht schüchtern rüber in dem Stück. Er ist nicht großmäulig oder so, aber er ist selbstbewusst und nachdem das geklärt ist, ist er auch, er weiß, was er will und er sagt auch, was er will, frei heraus.
Johannes Franke: Ja, meine Erklärung und das deckt sich mit dem, was später passiert ist, eigentlich einfach nur, er ist nicht die hellste Leuchte im Kerzer, äh, im ganzen Ständer. Er ist einfach, er ist einfach, weiß ich nicht, so knapp über Zimmertemperatur der EQ. Vom Gefühl her.
Florian Bayer: Claudio ist so ein Abziehbild von so einem dummen Helden, der macht was, was ihm befohlen wird und der nicht wirklich nachdenkt und der halt irgendwie so sehr gerade, sehr gerade heraus sein Leben gestaltet.
Johannes Franke: Und ja, und dann kommt halt jemand mit einem Vorschlag um die Ecke und er denkt, äh, äh, okay. Okay, genau.
Florian Bayer: Er glaubt auch alles, also er ist, er ist auch ein totaler Naivling. Ja. Er hat was gesagt und er glaubt es. Er hinterfragt es nicht. Und es wird ihm von Don schon gesagt, der wirklich von Anfang an wie so ein Abziehbild eines Bösewichten auftritt, auch wenn er nicht viel sagt. Er ist ja zu klein gewachsen, dann in diesem, äh, schwarzen Anzug und irgendwie mit so einem fiesen, rattigen Blick die ganze Zeit. Ja, und, aber wie gesagt, Gott sei Dank wird diese, wird diese Intrige schnell aufgelöst, beziehungsweise nicht als Intrige, es wird einfach, äh, niemand weiß, dass Don schon dahinter steckt, sondern es wird dann einfach aufgelöst und Tiro und Claudia sind bereit zu heiraten und deswegen muss Don schon die nächste Intrige spinnen, die deutlicher fieser ist und deutlich hinterhältiger.
Johannes Franke: Ja. Er sammelt Leute zusammen, mit denen er eine Art, ähm, Schattenspiel inszenieren will, äh, nämlich im Fenster von Hiro, die derweil irgendwo anders abgelenkt wird, äh, sollen zwei Menschen miteinander, ja, rummachen. Koopulieren. Und dann will er ihn, Claudio, ans Fenster führen und ihm sagen, guck mal, Hiro hat jemanden anders.
Florian Bayer: Das macht er dann auch, ne?
Johannes Franke: Und das macht er auch, ja. Er sprengt den Junggesellenabend. Die, die A-Story ist schon fast vorbei damit, weil, weil, irgendwann wird's halt aufgeklärt, dass das, dass das nicht stimmte, die, die Gauner, die das Ganze inszeniert haben, werden gefasst und, ähm, ja.
Florian Bayer: Ja, es, es kommt noch zu dieser, zu dieser Hochzeit. Ja, genau. Also, die Hochzeit wird vorbereitet. Claudio sagt vor der Hochzeit, okay, sie hat mich betrogen. Ich, ich werde ihr am Altar, werde ich ihr das, werde ich ihr das entgegenschleudern. Dieses Miststück. Slut-Shaming, Slut-Shaming, Slut-Shaming. Und so kommt es dann auch und sie wird ohnmächtig und er zieht davon, nachdem er seine Worte gesagt hat, nachdem sie ohnmächtig wurde, noch von ihrem Vater ordentlich, äh, verdroschen wurde. Mhm. Kann es nicht anders sagen. Und dann wird das Ganze, äh, äh, wird kurz inszeniert, als ob sie tot wäre. Mhm. Und übrigens, ganz kurz dazu, sie haben eine Striptease-Tänzerin bei ihrem Junggesellenabschied, die ordentlich mit Claudio abgeht und Claudio zeigt auch keinerlei Hemmnisse und macht da einfach mal mit und kurz darauf hat er wirklich die Eier zu sagen, sie ist eine Schlampe, sie hat mit jemand anderem geschlafen.
Johannes Franke: Es ist wirklich krass, die Inszenierung, was, die Macht der Inszenierung, es steht ja nicht im Text drin, dass da irgendwie eine Striptease-Tänzerin ist, sondern sie haben es einfach sich da einmal draufgesetzt, um diese, diese, äh, dieses Problem einmal zu klären.
Florian Bayer: Ja, das war wirklich gut. Also es war einfach, sie haben diese Szene Claudio mit der Striptease-Tänzerin und direkt danach den vermeintlichen Betrug von Hiro. Und es ist einfach toll zusammengeschritten dadurch, weil du hast einfach ganz klar diesen Slutshaming-Moment und siehst einfach diese, ähm, diese Doppelmoral.
Johannes Franke: Ja. Also Hiro ist natürlich völlig am Boden zerstört, sie fällt da in Ohnmacht auf der Hochzeit. Äh, alle glauben erst mal, dass das, wird ja wohl stimmen, der wird ja nicht lügen, äh, wenn er das gesehen hat, hat er das gesehen. Und der, selbst der Vater, der sofort erst mal zur Zirade ausholt und ihr, sie verbal wirklich, äh, in Grund und Boden, ähm, stampft, äh, nur ihre beste Freundin, die in der B-Story jetzt nochmal gleich, äh, zum Tragen kommt, die hält zu ihr und der, äh, Pastor, ist das ein Pastor? Ja. Ja. Und die sagen dann halt, äh, der Pastor sagt dann, äh, lass es uns so machen. Sie stirbt jetzt, also wir tun so, als ob sie stirbt, aus, vor Gram, ne, so, dann wird er schon sehen, was er davon hat, das so zu machen. Aber er zeigt nicht wirklich Remorse, das muss man mal sagen.
Florian Bayer: Es gibt, es gibt so eine absurde Szene, wo er nochmal rumlacht und rumspottet. Ja. Wo du denkst, what the fuck, was für ein Arsch.
Johannes Franke: Sie ist gestorben und er, äh, zeigt überhaupt gar keine Emotionen so richtig, irgendwie, also keine Negativ, also keine Trauer oder irgendwas. Und erst, als dann die Gauner gefasst werden, die das Ganze, äh, inszeniert haben und klar wird, äh, dass sie es nicht war, also dass sie das nicht gemacht hat, ähm, ist alles okay plötzlich wieder und er denkt sich, na, oh, boah, das ist ja schade.
Florian Bayer: Es gibt zumindest davor einmal diesen Remorse-Moment, der auch tatsächlich für mich der emotional starkste Moment des Stück war, wo er wirklich irgendwie trauert und auch, äh, kurz gucken, äh, ja, sie sich fast umbringt, ne? Sie sich fast umbringt? Ja, er sitzt da und er jammert darüber, dass sie tot ist und es ist auch so ein, ähm, wie so ein Grab aufgestellt für sie und er hat dann die Pistole auch in der Hand und hält sie sich an die Schläfe. Ah ja, stimmt, ja. Und dann gibt's auch direkt danach nochmal diese bizarre, ähm, Hochzeit, also der Vater, der Eingewalt ist in dem Plan und gesagt hat, dass seine Tochter tot wäre wegen dieser Schande, der sagt dann, naja, ich hab ne Nichte, die sieht genauso aus wie sie.
Johannes Franke: Das ist so absurd, vor allem, weil, weil er sagt, so, und weil du das jetzt gemacht hast, musst du jetzt meine Nichte heiraten. Es ist, also Claudio ist wirklich der, also wirklich ein, es ist ein Depp. Depp, ein so dämlicher.
Florian Bayer: Und ein Sexist und ein Macho und er ist irgendwie kein, kein geiler Held, aber auf jeden Fall bei der, bei dieser bizarren Mischung aus Trauerfeier für Hiro und Hochzeitsfeier von Claudio mit der Nichte, macht dann die Nichte, die unter dem schwarzen Schleier war, ihren Schleier hoch und Claudio erkennt, ah, es ist Hiro, sie lebt. Da kommt raus, da Plott, Intrige und so weiter und tatsächlich. Es ist dann vorbei und alle sind glücklich und die A-Story ist eigentlich ein bisschen lahm, wenn ich jetzt nochmal so drüber gucke.
Johannes Franke: Also diese A-Story finde ich total lame. Ja. Also ich, das ist so, so, okay, wir machen hier, wir haben einen Punkt A und der muss zum Punkt C und es gibt so einen halbseidenen B-Punkt. Ja. Und es ist irgendwie, wäh.
Florian Bayer: Claudio ist halt auch wirklich ein lahmer Held. Ja. Ist ein lahmer Protagonist, weil er ist einfach so ein plasser Superheld, der dann immer arschiger wird im Laufe der Handlung.
Johannes Franke: Den man überhaupt nichts grünnt eigentlich dann.
Florian Bayer: Also vor allem in der zweiten Hälfte, wenn so, ja, wenn es einfach, es gibt bei Shakespeare, das ist typisch Shakespeare eigentlich in den Komödien oft, diesen Moment, wo es so Richtung Tragödie kippt, wo alles wirklich kacke aussieht und das ist hier auch in der zweiten Hälfte so inszeniert, wo der Humor deutlich zurückgefahren wird, beziehungsweise nur noch die lustigen Sidekicks sind für den Humor verantwortlich und Claudio und Hiro haben einfach so eine tragische Handlung, die sich dann aber doch in Wohlgefallen auflösten, dann wird es wieder zur Komödie. Aber ja, Claudio ist eigentlich zu plass und zu doof, um ein guter Protagonist zu sein und Hiro ist zu plass und zu leer. Sie macht ja nicht viel. Ja. Ich überlege gerade, ob es von Hiro, Hiro, Hiro. Spielen sie wirklich einmal Hiro an? Ich bin mir nicht sicher. Das ist sie. Wirklich? Du, du, I need a Hiro. Es ist die Melodie am Anfang, also sie spielen ein Lied, was dazwischen gespielt wird. Ach so, doch, natürlich, das ist Bonnie Tyler, ne? Du hast recht. Aber mit einem anderen Text und es ist ein sehr merkwürdiger Moment, weil sie halt, also es gibt auch ein paar Wortspiele mit Hiro und Hiro und Hiro, das ist eigentlich so ein Running Gag auch in dem Stück. Ja. Ja, genau, aber sie hat eigentlich keinen besonders starken Moment, ja, er ist doof, sie ist plass und die A-Story ist relativ vernachlässigungswert, würde ich sagen.
Johannes Franke: Ja, und das hat sich auch über die Zeit, also Shakespeare hat das geschrieben und soweit ich das weiß, ich habe jetzt in der Recherche das nicht nochmal gefunden, aber ich hatte mich ja schon mal damit beschäftigt, weil ich das so geil fand, irgendwie das Gefühl, dass Shakespeare am Anfang der A-Story viel mehr Bedeutung beigemessen hat und das nach und nach immer mehr im Hintergrund, auch über die Jahrhunderte in den Inszenierungen, immer mehr nach hinten geschoben wurde und eigentlich die B-Story nach vorne geholt wurde, die auch wirklich viel, viel besser ist als die A-Story.
Florian Bayer: Und das macht diese Inszenierung auch, also allein schon durch die Besetzung. Ja. Für die B-Story, für den Benedikt.
Johannes Franke: David Tennant, es ist so großartig, der ist einfach, was der mitbringt, ein Power an Selbstverständnis vom Text, wie man das Gefühl hat, dass er einfach den Text durchdrungen hat in einem Verständnis und sie auch, was ich bei ganz vielen Shakespeare-Inszenierungen nicht sehe, nicht finde. Ich habe extra nochmal ein bisschen weitergeguckt, habe auch nochmal andere Inszenierungen reingeschaut und ich fand es immer im Vergleich lame.
Florian Bayer: David Tennant spielt das fantastisch, großartig, aber Catherine Tate rockt das Ding. Catherine Tate als Beatrice, die weibliche Protagonistin der B-Story. Sie ist das Herz des Stücks. Und ich finde David Tennant total großartig, er macht das wirklich super, er spielt diese Rolle fantastisch und mit dem richtigen Zynismus und dem richtigen Sarkasmus oder so, aber sie toppt das immer noch. Und immer wenn die zusammen sind, sie haben viele, viele, viele Duelle, viele verbale Duelle. Sie geht immer als Siegerin hervor. Immer. Weil ihre Figur einfach so geil ist und weil sie so geil spielt. Okay, die B-Story. Der beste Freund von Claudio ist Benedikt. Benedikt, genau. Auch ein Soldat, der sich geschworen hat, niemals zu heiraten. I will die, a bachelor. Genau. Und er hat eine Vergangenheit in Messina, die nicht so richtig geklärt wird, aber offensichtlich kennt er diese Beatrice, die die Cousine ist von Hiro, von unserer Protagonistin.
Johannes Franke: Und sie wohnt da irgendwie im Anwesen von Leonardo, der es der Vater ist.
Florian Bayer: Und sie ist so, sie ist eigentlich, sie ist ein Spiegelbild. Sie ist genauso zynisch wie er, sie ist genauso sarkastisch wie er. Sie hat keinen Bock auf Männer, sie hält Männer für dumm im besten Fall, gefährlich im schlimmsten Fall. Ja, ja. Und die beiden kennen sich, haben eine Vergangenheit. Es wird nicht genau erzählt, welche, aber sie hassen sich.
Johannes Franke: Sie haben eine Vergangenheit, die so angedeutet wird, dass man John schon auch weiß, die hatten mal was miteinander. Aber es wird nie explizit gesagt. Nee, so richtig explizit. Aber in allen Zusammenfassungen, die ich nochmal gelesen habe, wird angenommen, dass die beiden mal eine Beziehung hatten, die irgendwie, die nicht funktioniert hat.
Florian Bayer: Ich denke, sie haben sich gegenseitig traumatisiert. Ja, wahrscheinlich. Dass er nicht heiraten will, ist ihre Schuld. Und dass die Männer hassen, ist seine Schuld. Ja. Und wenn man diese beiden Charaktere sieht und wie sie agieren auf der Bühne, nicht nur miteinander, sondern auch drumherum, versteht man auch direkt warum. Weil sie sind beide, sie sind die letzten zynischen Ärsche und sie sind so toll dabei.
Johannes Franke: Und sie sind, und das Tolle ist, die sind von Anfang an, als Zuschauer denkt man, die sind füreinander geschaffen. Auf jeden Fall. Absolut. Ganz eindeutig. Also, und dass die sich jetzt nur ausgerechnet hassen, macht natürlich so wahnsinnig viel Spaß. Und es macht auch total Sinn. Es ist ganz, die müssen sich hassen. Es geht gar nicht anders. Ich muss mal raussuchen, ich habe mir aufgeschrieben, was er sagt über Frauen und was sie sagt über Männer.
Florian Bayer: Und was sie sagt über ihn. Weil ihr erster Auftritt ist ja, dass sie tatsächlich über ihn redet, ne? Stimmt. Beatrice, wir lernen diese Benedikt nicht als solchen erst, nicht als solchen kennen, sondern wir lernen ihn zuerst einmal durch sie kennen. Und dann, und zwar indem sie den, indem sie den Boten ausfragt, der kommt und sagt, naja, die Schlacht ist jetzt vorbei und jetzt, jetzt kommen sie zurück, jetzt kommt der Prinz zurück und Claudio. Und dann fragt Beatrice, ah, und ist da auch dieser Benedikt dabei? Und dann sagt der Bote, oh ja, dieser Benedikt, der ist doch ganz toll. Und dann legt sie los. Und ich habe nur die Hälfte verstanden, aber das, was ich verstanden habe, war echt böse und bitter.
Johannes Franke: Ja. Und sie, also sie nimmt jede Gelegenheit, um ihn über ihn herzuziehen. Das macht sie auch später beim Maskenball, wo sie nicht weiß, dass sie gerade ausgerechnet vor ihm steht und ihm dann erzählt, wie, wie scheiße sie ihn findet. Genau. Und man, aber man weiß nicht genau, ob sie es vielleicht doch weiß, vor wem sie mir steht. Man könnte es so inszenieren. Ja, könnte man.
Florian Bayer: Hier war es eher nicht so inszeniert. Es war nicht so inszeniert, ja. Aber sie redet tatsächlich auch schlecht über ihn, wenn er nicht dabei ist. Also sie hasst ihn und jeder, jeder, mit dem sie redet, jedem muss sie das mitteilen. Also sie ist auch ungefragt. Ja, genau. Ist übrigens Benedikt in der Armee. Ja, oh, Moment, Benedikt, dazu habe ich doch ein, zwei Sachen zu sagen. Das ist toll.
Johannes Franke: Und ihr, ihr Kommentar zu Männern ist, sie sagt zum Beispiel, he is no less than a stuffed
Florian Bayer: man, but for the stuffing, well, we are all mortal.
Johannes Franke: Stuffing ist übrigens eine Pregnancy, ne, eigentlich.
Florian Bayer: Ja, ja. Schön wie die Wortspiele, ne. Wir müssen zum Titel kommen, aber vielleicht schieben wir das noch. Vielleicht schieben wir das noch.
Johannes Franke: Das Spannende ist bei ihr, wenn sie was gegen Männer sagt, dass das Argument gar nicht so geil ist. Sie zieht das so aus dem Hut. Sie sagt, what should I do with him? Dress him in my apparel and make him my waiting gentle woman?
Florian Bayer: Ihr Männerhass funktioniert auf jeden Fall anders, als dein Frauenhass. Ja, genau. I see, the messenger, I see lady, the gentleman is not in your books. Und sie antwortet, no, and if he were, I would burn my study. Das ist so großartig. Ich hab auch den Satz aufgeschrieben. Ganz toll. Und genau, das ist wirklich tatsächlich Beatrice, die werden wir erstmal dadurch kennen, dass sie einfach nur über Benedikt herzieht. Geil. Und dann werden wir Benedikt kennen und er ist ja auch ein arroganter Dreckszack. Also das ganze Ding hat natürlich auch so dieses frühes 20. Jahrhundert Screwball Comedy Flair. Ja. Die Kulissen sind auch so ein bisschen, die Kostüme sind so. Sie ist am Anfang im blauen Badeanzug. Dann haben sie diese Navy Uniformen an und wechseln aber auch ständig die Klamotten. Das ist alles so 80er, 90er so angehaucht. Ja, 80er ist auch ganz viel drin. Und gerade bei den Masken haben sie so viele popkulturelle Referenzen. Weil da mal Mario dazwischen rumtankst. Und sie als Lady Di? Oh, das habe ich nicht. Ich weiß nicht, ob das eine Lady Di Maske war. Ich kann es nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Aber in Verbindung mit dem Kostüm könnte es eine Lady Di Maske sein. Aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Na gut. Genau, sie kommen mit dem Golfwagen an. Dann ist es toll. Und er tritt halt, also sie treten alle drei total arrogant auf sich. Sie sind so eine richtige Dreier-Männer-Clicker. Also Don Pedro, der Prinz, ihr Vorgesetzter. Dann unser Claudio, über den wir jetzt genug gesagt haben. Der Dovi. Und dann der arrogante, aber intelligente Drecksack. Benedict.
Johannes Franke: Können wir von Claudio jetzt bitte als der Lappen reden? Der Lappen. Der Lappen. Da bin ich voll dabei. Ja, dann haben wir den Maskenball, wo sich alle nochmal darüber auslassen werden, wie wen wo mag oder nicht mag. Vor allem nicht mag. Und dann kommt, dass Don Pedro sich Beatrice als Ehemann anbietet. Ja.
Florian Bayer: Don Pedro tut einem echt leid, weil, also ich meine, das ist so eine Dreier-Männer-Clicker und das sind echt so drei Kerle, die teilweise tierisch nerven, zusammen rumprollen. Der Höhepunkt ist wirklich, der schon erwähnte Junggesellenabschied ist, die Tänzerin. Aber dieser Don Pedro ist von den Dreien irgendwie noch so der Anständigste. Ja. Der irgendwie auch wirklich gute Absichten hat, auch dass er Claudio helfen will, Hero zu erobern. Mhm. Und genau, er macht sich an Beatrice ran, aber relativ ungelenk auch und auch wirklich vorsichtig zurückhaltend und das klappt halt nicht und im Folgenden ist ja so ein bisschen der Trauerkloß auch. Ja, ja. Immer so am Rand, gerade am Schluss da, wenn es das Happy End gibt, steht Don Pedro echt so ein bisschen am Rand. Ja. Auch wenn sein Arschlochbruder festgenommen wurde.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Ist ja irgendwie, er hat nicht so ein richtiges Happy End. Aber seine, dass er so ein toller Kerl ist und so ein ehrenhafter Kerl zeigt sich halt darin, dass er, nachdem er von Beatrice abgelehnt wurde, einen anderen Plan hat. Ja. Und zwar ist es seine Idee, ne? Ja, ja. Dass Beatrice und Benedikt, die müssen wir verkuppeln. Es geht gar nicht anders und darum dreht sich eigentlich diese Behandlung. Ja, genau. Dass die Helden und Heldinnen jetzt eine Intrige spinnen vor der Hochzeit, um Benedikt und Beatrice zu verkuppeln und sie machen das, was natürlich am besten funktioniert. Sie erzählen einem von den beiden jeweils, dass der andere hoffnungslos verliebt wäre und dieser ganze Zweikampf eigentlich nur vorgeschoben wäre.
Johannes Franke: Ist das, hast du das Gefühl, dass das so gut ist von ihm oder ist das eher so eine Rache für den abgelehnten Heiratsantrag? Findest du? Das ist eine heldenhafte, gute Aktion. Okay. Weil sie sagt schon krasse Sachen. Also sie sagt, your grace is too costly to wear everyday.
Florian Bayer: Okay. Sie ist, danke. Einfach nur fies. Aber vielleicht ist es auch der Moment, wo er merkt, okay, diese Frau ist vielleicht nicht so das Richtige. Ich brauche vielleicht was ein bisschen Solideres.
Johannes Franke: Na gut, okay. Also du sagst, es ist eher heroisch gemeint. Ich denke, es ist hier ruhig.
Florian Bayer: Also ich kaufe mir das ab, dass es tatsächlich ein süßer Plan ist und sie wollen sich auch einfach die Zeit vertreiben. Ja, ja. Das ist jetzt noch ein bisschen bis zur Hochzeit hin. Was machen wir denn? Oh, pass auf. Ich habe hier einen Plan. Wir kriegen Beatrice und Benedikt zusammen. Wir erzählen, dass Beatrice in Benedikt verliebt ist, während Benedikt uns beobachtet und machen so, als ob wir das nicht mitkriegen würden. Und ihr macht dasselbe mit Beatrice. Das funktioniert garantiert.
Johannes Franke: Das funktioniert ja auch. Ich habe gerade noch den Monolog von David Tennant, was er sagt, warum er keine Frau will und wie Frau sein müsste, damit er... Der verkaterte David Tennant nach dem Maskenball. Es ist so großartig. Er macht das so unglaublich gut.
Florian Bayer: Ein absolutes Highlight. Ganz tolle Szene auf jeden Fall. Es ist auch so stark mit dem Maskenball davor. Also dieser Maskenball und dieser Monolog danach, das sind einfach zwei großartige Szenen, weil bei dem Maskenball... Er macht das danach natürlich auch, weil er... Es sticht ihn ganz schön, dass sie so über ihn herziehen. Ja. Er ist verkleidet und Beatrice ist verkleidet und er erkennt Beatrice. Und sie erzählt dann, dass sie Benedikt total zum Kotzen findet. Und er kennt Benedikt vermeintlich nicht hinter seinem Kostüm. Wir wissen nicht hundert Prozent, ob sie ihn erkennt. Aber sie zieht halt echt ganz schön böse über ihn her und das trifft ihn auch.
Johannes Franke: Und dann kommt noch dazu, dass er ganz schön frustriert ist, dass Claudio jetzt so verliebt ist, wobei beide eigentlich mal der Meinung waren. Also Claudio war ja auch auf seiner Linie mehr oder weniger, ne? Ja. So, ah, Frauen, nein. Wir best Buddies forever und so weiter, ne? Und er dann so frustriert ist, dass Claudio so ekelhaft verliebt ist. Er foppt auch Claudio ganz schön deswegen, ne?
Florian Bayer: Ganz schön, ja. Und auch zu Recht, weil Claudio ist natürlich... Wir haben festgestellt, Entschuldigung, nicht Claudio, der Lappen, ist ein ganz schöner Schwärmer. Ja. Und er ist dann auch so, ah, und sie ist verliebt und ja, ah, und ich bin verliebt und es ist alles toll und was jetzt so wunderbar wären. Und dann haben wir einen Benedict, der hinten dran sitzt und nur einen Moment.
Johannes Franke: Die ganze Zeit nur kotzt und eigentlich so immer, immer was dagegen zu sagen findet, ne? Ja, genau. Also auch immer ein gutes Comeback auf den Lippen hat. May I be so converted, I cannot tell, I think not. Wise, virtuous, fair, mild und noble und of good discourse. An excellent musician. Weißt du, da kommt da eins nach dem anderen, noch drauf und noch drauf und noch drauf, sodass du am Ende ein Bild einer Frau hast, was niemand erfüllen kann.
Florian Bayer: Natürlich, und das ist ja auch sein Ziel. Also man kauft es ihm tatsächlich ab, er will eigentlich Junggeselle bleiben. Aber gleichzeitig ist es auch so, er will auch geliebt werden. Ja. Und es ist auch, es wird fast so ein bisschen, also die Liebesgeschichte wird fast so ein bisschen kaputt gemacht, dadurch, dass sie durch diese Intrige dann zustande kommt. Ja. Aber eigentlich ist dieser Maskenball, wo sie ihn beleidigt, inkognito, und er danach so frustriert ist und dann diese Sachen raushaut, das ist eigentlich ein viel schönerer Start für die Liebesgeschichte. Und dann gibt es nochmal diese zusätzliche Starthilfe durch das Spiel, was die anderen mit ihnen treiben. Ja. Was so ein bisschen schade ist, weil man hätte diese Liebesgeschichte auch durchaus erzählen können, ohne dass es diese Intrige braucht. Naja, aber es ist Shakespeare. Es ist Shakespeare. Er braucht Intrigen, um da irgendwo hinzukommen. Dieses Stück ist sowieso voll mit Intrigen. Und zwar hauptsächlich mit wohlmeinenden Intrigen. Ja. Der wirklich böse Intrigant in diesem Stück ist Don John, der halt diese Claudia-Höre-Geschichte macht. Aber ansonsten drumherum spinnen die Figuren ständig irgendwelche Intrigen, irgendwelche Ränkespielchen. Aber alle nur, um sich zu unterhalten. Ja, ja. Die haben einfach Spaß daran. Hey, wäre das nicht geil, wenn wir irgendwie Benedikt und Beatrice verkuppeln? Komm, lass uns mal ein bisschen Spaß haben.
Johannes Franke: Ja, das ist cool. Ja, das macht dieses Leichtfüßige, was Shakespeare in den Komödie dann einfach auch schafft. Das finde ich toll.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Dann durch die Inszenierung hat sich da auch eine Voll drauf gesetzt und das ist halt wirklich schön. Total. Ja. Ja. Und dann hört halt Benedikt die anderen darüber reden, dass sie so wahnsinnig verliebt sei in ihn und das ist auch wunderschön inszeniert, weil er da im Hintergrund sich irgendwo versteckt und dann in Farbe reinfällt, weil er das nicht glauben kann und dann fällt
Florian Bayer: Sehr viel Slapstick. Ja. Er ist dann einmal komplett mit Farbe beschmiert und dann kommt Beatrice, die noch nicht weiß, dass er vermeintlich in sie verliebt ist. So großartig. Die gebeten wurde, ihn zum Dinner abzuholen. Und sie ist natürlich wie immer drauf und sie sagt, against my will I am sent to bid you to come to dinner. Fair Beatrice, I thank you for your pains. Und ihr Zusammenspiel ist sowieso immer fantastisch, wenn ihre Sarkasmen aufeinander treffen und dann trifft aber ihr Sarkasmus auf seine wirklich ernst gemeinte Höflichkeit und sie hält es natürlich nach wie vor für Sarkasmus und haut ordentlich zurück. Und er sieht es aber nicht, weil er nur die Frau sieht, die vermeintlich in ihn verliebt ist.
Johannes Franke: Auch wie er da steht mit der Farbe bekleckert und dann sich fragt, love me? Guckt an sich herum da, guckt wieder hoch. Why?
Florian Bayer: Ja, und dann kommt die Szene in der Hiro und ihre Sofa.
Johannes Franke: Oh, wichtig, noch bevor wir weitergehen, ganz wichtiger Satz. When I said I would die a bachelor, I did not think I would live till I was married. Wie Nörden ganz schön ab, kann das sein?
Florian Bayer: Du hörst gerade vor allem ab. Ich hab gar nicht so viele Sätze notiert. Ich komm nicht mit.
Johannes Franke: Und er grinst die ganze Zeit dämlich. Okay. Jetzt hört Beatrice, wie die anderen sich gegenseitig erzählen, dass Benedikt so wahnsinnig verliebt in sie wäre. Während sie am Kronleuchter hängt. Ich find's eine inszenatorisch eine wahnsinnig gute Idee, weil im Grunde wiederholt sich die Szene jetzt.
Florian Bayer: Ja, genau. Es ist wieder Slapstick. Im Vordergrund reden drei Frauen über Benedikt, der verliebt sei.
Johannes Franke: Und du weißt schon, was die reden werden. Und deswegen achtest du am Ende gar nicht mehr darauf, was die sagen, sondern du siehst die ganze Zeit die Slapstick zu.
Florian Bayer: Du verstehst auch nicht, was sie sagen, weil das ist die Szene, die ich vorhin gemeint habe, wo das Publikum so laut drüber lacht, wie sie da an der Decke hängt und das sieht und total schockiert guckt die ganze Zeit dabei. Und ich hab tatsächlich nichts mehr verstanden und ich glaube, es war dann auch nicht nur Unverständnis des Textes, sondern wirklich Unverständnis der Worte, weil so laut drüber gelacht wurde, dass die komplett untergehen.
Johannes Franke: Und es ist auch Absicht, glaube ich, einfach. Weil du weißt als Regisseur, das interessiert uns einfach keinen mehr. Du weißt ganz genau, was kommen wird. Die Worte sind völlig egal. Das, was passieren muss, ist, dass sie das hört. Okay, das müssen wir zeigen. Also machen wir jetzt noch den Kniff, dass sie da irgendwie von den Malerarbeiten, die da irgendwie passieren, dass da jemand einen Haken an ihre Hose ranmacht und sie hochzieht und sie dann in der Luft hängt und da vor sich hin schwimmt.
Florian Bayer: Diese Szene wurde viel kritisiert tatsächlich, weil es zu viel Slapstick wäre. Ich finde, es passt total gut. Ich finde es auch großartig. Es brauchte diese Spiegelung. Wir brauchten eine zweite Slapstick-Szene und sie ist die ganze Zeit so zynisch und so überlegen. Sie hat diese Slapstick-Szene verdient. Einfach, um sie so ein bisschen physisch auch zu prägen, dass sie auch ihren Slapstick-Moment bekommt. Ja, dass sie nicht immer nur würdevoll da ist, sondern dass sie nicht immer nur als Sieger aus allem rausgeht. Um auch einfach ihrem Zynismus zu begegnen. Es braucht diesen Moment, wo beide aus den Angeln gehoben werden. Er mit der Farbe und sie im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Haken.
Johannes Franke: Ja, ach schön, das freut mich, dass dir das, weil ich hatte auch kurz überlegt, ob dir das dann vielleicht zu viel Geblödel ist am Ende.
Florian Bayer: Ich habe tatsächlich, ich habe auch zwischendurch drüber nachgedacht, aber ich fand es tatsächlich dann auch zu witzig und zu passend. Schön. Es waren, also das war auch der Moment, es ist einfach eine Abfolge von Szenen, wo man viel lacht. Weil angefangen bei dem Maskenball, es wird kurz wirklich zur Farce und auch mehr als Shakespeare das wohl angelegt hat, weil Shakespeare hat seine Farce-Figuren da drin und das sind halt diese beiden Wächter, die total dumm sind. Aber in dem Moment wird es auch zur Farce in dieser Haupt-Nebenhandlung. Aber es passt gut. Weil es ist natürlich auch so, eigentlich zumindest aus unserer heutigen Perspektive, so was total Abgedroschenes. Dieses, wir erzählen den Verliebten, wir erzählen den Nicht-Verliebten, dass sie ineinander verliebt sind und dann klappt das schon. Das hat man einfach schon oft gesehen. Und das muss nicht sprachlich dann komplett ausdividiert werden, sondern es reicht, wenn wir eine Vorstellung davon haben und wenn wir dann aber sehen, was mit den Verliebten passiert, wenn die im Zentrum stehen und durch die Slapstick-Szenen passiert das, dass das Publikum einfach seine Aufmerksamkeit auf den Zuhörenden lenkt. Und im Originaltext, wenn du diese beiden Szenen durchliest, die kommen einfach nicht vor, die stehen am Rande und es gibt keine Anweisung weiter, für die wir hören, einfach nur, was die Intrigierenden sagen. Genau. Und dann am Schluss dürfen sie nochmal sagen, oh, jetzt bin ich aber überrascht und dann ist die Szene vorbei. Genau, ja. Und diese Entscheidung der Inszenierung, die beiden so in den Mittelpunkt zu rücken, die zuhören.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Das ist großartig. Ganz toll, ganz toll. Und sie sind ja auch die zentralen Figuren dabei, weil was bei ihnen emotional passiert,
Johannes Franke: ist das Witzige. Und das ist ja aber auch erst heute abgedroschen. Damals war abgedroschen, was er mit Hero und mit dem Lappen gemacht hat. Also diese Geschichten gab es ganz, ganz, ganz viel damals. Ja, auch. Intrigen gegen Hochzeiten. Ja. Aber, also auch vor allem das Konzept, der Frau vorzuwerfen, sie hätte irgendwelchen Scheiß gemacht und dann irgendwie Remorse und diese ganze Zirkel. Aber, ähm.
Florian Bayer: Und immer die Frau, die dann auch trotzdem noch leiden muss, obwohl wir alle wissen, dass sie unschuldig ist. Ja, genau, genau. Es gibt so für die Frau eine merkwürdige Redemption-Arc, in dem sie durchs Leid geschickt wird, im wahrsten Sinne des Wortes stirbt, was auch oft genug vorgekommen ist, oder halt wie hier im übertragenen Sinne des Wortes. Ja.
Johannes Franke: Und, äh, da gibt's auch irgendwelche italienischen Vorbilder, deswegen ist das auch in Italien das Stück und so.
Florian Bayer: Die Leute in Romantik haben das dann auch ganz viel gemacht, ne? Ja. Bei Schiller und Goethe findest du auch diese ganzen Handlungen, wenn du sowas guckst wie, ähm, Kabale und Liebe und blablabla. Es gibt zu viel davon.
Johannes Franke: Aber das Schöne ist eben, dass diese Benedikt- und Beatrice-Nummer, dass die relativ neu damals war.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also, dass das echt nicht so, vor allem auch mit dieser, mit dieser Schärfe und diesem, diesem krassen Sarkasmus, der da drin steckt, das war damals noch nicht so.
Florian Bayer: Übrigens, meine liebste gespielte Szene, ohne viele Worte, ich muss nicht viel Shakespeare zitieren, what? Nachdem, nachdem, nachdem Beatrice gelauscht hat und dann endlich runtergelassen wurde vom Haken und die anderen weg sind, das erste, was sie sagt, ist einfach nur ein richtig schönes, herzhaftes what? Und sie spielt es so on point. She nailed it. Großartig.
Johannes Franke: Aber du wirst nicht vergessen, was sie vorher macht. Sie geht vom Haken runter, genießt erstmal den Applaus der Szene und durchbricht die vierte Wand. Ja, genau. Redet stumm mit dem
Florian Bayer: Weil das für einen Moment, wo das alles aufgelöst, alle hatten Spaß, alle sind fröhlich. Pause und dann nochmal. Und das ist, das ist die Pointe der Szene. Und sie trifft es so auf den Punkt. Und es ist nur ein einziges Wort. Es ist nur ein einziges Wort und es trifft es so gut. Toll. Oh Gott. Und dann kommt tatsächlich die eigentliche Phase, nämlich dieses, die, können wir zumindest kurz drauf eingehen, diese Wachmänner. Ja, genau. Die Bürgerwehr quasi, ne? Ja, die angeleitet sind, aufzupassen und vor allem auf den Prinzen zu achten. Ja. Und die für das Stück so ein bisschen den Deus Ex Machina nachher spielen, weil sie, die sind die, die Intriganten, die diese Kopulation von, von Hiro, dies war meint, die Kopulation, aufdecken. Ja. Weil sie die beiden, die das inszeniert haben, gefangen nehmen und dazu bringen, dann zuzugeben, dass das Ganze nur inszeniert war und dass Hiro unschuldig ist und dann ab und sie heiraten kann. Ja. Es hieß damals immer, Dim as a Constable.
Johannes Franke: Also so doof wie so ein, naja, Constable wie, naja, Hüter des Gesetzes, ne? Ja. Also, weil damals wollte keiner diesen Job machen. Und er war schlecht bezahlt und du hattest keine Freunde mehr. Ja. Teilweise immer noch so. Ja. Und das Problem war, dass dann halt irgendwie die, die nie aus dem Dorf rausgekommen sind, diesen Job übernehmen mussten und dann waren das halt auch nicht die Schlausten. Und das Geile ist, in der Szene, die jetzt kommt, der weist die dazu an, hier hast du eine Taschenlampe, hier hast du, du musst jetzt das machen, du musst jetzt das machen. Und er fragt immer nach, was mache ich denn, wenn ich einen Dieb sehe? Ja. Und am Ende, alles, was er an Eventualitäten raushaut, am Ende steht eigentlich immer, lass ihn in Ruhe. Lass ihn gehen. Passt schon. Wir wollen uns damit nicht, wir wollen unsere beiden Wachleute. Und ich finde, der Schauspieler von Dogberry, ich hab das auch irgendwo den Namen aufgeschrieben, ganz toll. Ganz toll. Ich muss den Namen raussuchen. John Rum. Mhm. Ich finde, der hat das wirklich toll gemacht. Ja, ich, es war, es war so
Florian Bayer: karnevalesk, das ist, ich fand's lustig. Ja. Ich hab jetzt kein, es war einfach so drüber, ich hab kein, kein großes Schauspiel erkannt, sondern einfach nur eine lustige, typische, absurde Szene, die Shakespeare immer einbaut in seinen Kolonien. Ja, ja. Immer diese, diese bizarren Randfiguren, die meistens ziemlich dumm sind und die meistens so durch die Szenerie stolpern, ohne zu verstehen, was vor sich geht. Mhm. Und dann eventuell doch noch eine kleine Rolle spielen in dem, in dem Drama, in der Komödie. Aber eigentlich vor allem so zur Belustigung da sind, um wirklich so, ja, karnevalesk und so ein absurdes, wirklich bizarres Moment zu bringen. Ja, ja. Und als das hat die Szene auch funktioniert und sie haben sie auch ordentlich drüber inszeniert, so mit dieser, mit dieser Tafel, die er dann hat. Er hat so ein Whiteboard und blättert dann nach und nach die Bilder hoch, was müsst ihr machen? Und ich würd sagen, die Dummheit der beiden Wachleute kommt ganz gut zur Geldung.
Johannes Franke: Ja, genau. Ich find's wirklich schön, weil, weil er auch, Shakespeare spielt ja viel damit, dass man dann, dass er die, die englische Sprache eigentlich mehr oder weniger zerhäckselt. Ja. Also, der kann kein ordentliches Englisch und der versteht auch nicht, was mit bestimmten Worten gemeint ist. Und deswegen kommen auch bestimmte Wortspielereien wieder zum Tragen und so. Das ist eine, ich find's eine gute, gut umgesetzte Figur auch, weil er das gut spielt. Auch diese Ambivalenz zwischen, ich will angesehen sein und ich bin aber strohdoof.
Florian Bayer: Ja, genau. Ich will meine Pflichten erfüllen, so gut es geht. Ja. Was muss ich nochmal tun?
Johannes Franke: So, jetzt kommt dieser Striptease-Moment, oder? Ja, genau. Der Junggesellenabschied. Der Junggesellenabschied, genau. Und beinahe verplappert sich Benedikt, was da nun, was gerade los ist mit Beatrice. Ja. Er sagt, I have, I, I, I have a toothache. Und redet sich dann wieder raus. Er kann es also nicht öffentlich machen. Er kann es nicht sagen. Aber umso schöner, wenn er es nachher öffentlich macht, wenn er es ihr sagt. Oh, wie toll. Ja, und sie spekulieren alle schon, dass er verliebt ist und so. Und sie wissen ja im Grunde eigentlich.
Florian Bayer: Natürlich. Sie haben das perfekt eingefädelt. Ja. Und das ist der Moment, wo sich jetzt die B-Handlungen, die A-Handlungen kreuzen. Genau. Weil jetzt ist diese Hochzeiten tatsächlich passiert das, was wir vorhin schon erwähnt haben, was bei Shakespeare immer passiert in so einer Komödie, dass es so einen Moment gibt, wo alles ins Tragische fällt. Und das ist tatsächlich in dieser Inszenierung sehr stark gemacht in der zweiten Hälfte, weil der Comedy-Aspekt kommt eben nur noch in diesen bizarren Randfiguren vor, in diesen Wachleuten. Und die Haupthandlung ist sehr lange ohne Lacher. Es gibt jetzt wirklich auch tatsächlich dritte Geschichte von Beatrice und von Benedict ein bisschen in den Hintergrund. Bei dieser Hochzeit und bei dieser Anklage gegen sie und wenn sie dann in Ohnmacht fällt. Und dann hat Beatrice nochmal einen starken Moment. Und zwar einen starken Moment, der nicht komödiantisch ist, weil sie die Einzige ist, die ihre Cousine verteidigt. Ja. Sie ist die Einzige, die sagt, ey Moment mal, ihr glaubt wirklich alles, was ihr hört, was soll das? Und lasst uns doch erstmal gucken, was da passiert ist. Und sie, noch ein Grund für mich, warum ich Catherine Tate grundsätzlich irgendwie noch stärker finde als David Tennant in dem Stück, weil sie auch diese emotionalen Parts, die nichts mit ihrer Romanze zu tun haben, kriegt. Sie hat diesen starken emotionalen Moment, wo sie sich einfach für ihre Cousine einsetzt, wenn alle gegen sie sind.
Johannes Franke: Ja. Und auch die Szene zwischen den beiden dann.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Wo sie dann irgendwann zum Schluss kommt, Benedikt, du musst Claudio töten. Ja, genau. Und das wirklich von ihm fordert und das gut hergeleitet ist.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Also sowohl textlich als auch emotional. Sie ist wirklich gut gespielt. Ja.
Florian Bayer: Das ist wirklich ein düsterer Moment, weil das ist der Moment, wo alles in sich zusammenstürzt. Jetzt, es gab dieses große Drama in der Kirche und dann gestehen sie sich gegenseitig ihre Liebe. Also vor allem zuerst Benedikt, der dann das kommentiert mit, it's not that strange, was ich echt schön fand. Ja. Und dann reden sie über ihre Liebe und dann sagt sie irgendwann, okay, ja, du musst für mich was tun. Ja. Und er würde alles für sie tun und sie sagt, kill Claudio, weil er hat sich wie der letzte Arsch verhalten und er hat meine Cousine total krass und unvernünftigerweise angegriffen. Aber Benedikt weiß mittlerweile oder glaubt mittlerweile auch, dass das irgendwie eine Intrige war.
Johannes Franke: Er ist sich nicht sicher zumindest. Ja. In der Situation zumindest noch nicht ganz sicher. Seine erste Reaktion ist allerdings not for the whole world, for my whole world. Wie, wer sagt das? Ich weiß es nicht, ich hab's nicht aufgeschrieben. Aber er wird erst dahin geführt. Und irgendwann in der Szene sagt er dann, okay, ich geb mich jetzt komplett in deine Hände und sage diese Männerfreundschaft ab, mehr oder weniger. Ja. Also diese Bro-Culture, die da bis jetzt herrschte, ne? So dieses leicht toxic masculinity, was da drin war.
Florian Bayer: You kill me to deny it. Farewell, sagt sie zu ihm. Also er sagt, not for the white world. Sagt er als Antwort, wenn sie sagt kill Claudio und dann sagt sie, you kill me to deny it, farewell. Und dann sagt er, Terry, sweet Beatrice. Und dann sagt sie, naja, ich sehe keine Liebe in dir. Also lass mich bitte gehen. Und dann gibt's wirklich dieses Hin und Her, was auch ganz interessant ist. Wir hatten davor wirklich tolle, witzige Wortduelle zwischen den beiden. Wo sie sich einfach gegenseitig geneckt haben, die Spaß gemacht haben. Und jetzt haben wir das erste Mal ein wirklich ernsthaftes Wortduell zwischen den beiden.
Johannes Franke: Dass dem auch nicht nachsteht, ne? Also die sind wirklich gut. Und da zeigt sich auch das erste Mal, dass es ein Paar sein könnte, das viel Tiefe mitbringen könnte.
Florian Bayer: Sie sagt übrigens, wenn sie ein Mann wäre, würde sie's machen. Oh Gott, that I wear a man, I would eat his heart. Wow. Aber ich bin jetzt im Originaltext, ich weiß nicht, ob sie das gekürzt haben. Ja, weiß man nicht genau, ja. Aber es könnte sein, dass sie das sagt. Ich weiß es nicht mehr. Es ist ein super Wortduell zwischen den beiden und sie geht als Sieger hervor. Und es ist auch irgendwie convincing, ne?
Johannes Franke: Ja, total gut.
Florian Bayer: Und, genau, Benedikt fragt sie dann auch nochmal, ob sie wirklich glaubt, tief in ihrem Herzen, dass Claudio falsch liegt und dass er sie zu Unrecht verdächtigt hat. Und dann antwortet sie, yeah, as sure as I have a thought or soul. Und dann sagt Benedikt, enough, I'm engaged. I will challenge him.
Johannes Franke: I'm engaged, das ist halt für ihn wirklich so der Turning Point seines Charakters, seiner Story, seiner Geschichte. Ist wirklich spannend. Ich find's wahnsinnig gut hergeleitet.
Florian Bayer: Der Kontrast ist halt tatsächlich spannend. Weil, wie gesagt, wir hatten viele Kämpfe zwischen den beiden und das ist aber der erste ernsthafte Kampf. Und, ja, super Text und auch wirklich stark inszeniert in dem Moment, weil sie auf den Humor einfach verzichten. Weil wir jetzt in dem, in der ernsten, in dem tragischen Teil des Stückes sind.
Johannes Franke: Ja. Was passiert denn jetzt dazwischen? Ich bin hier, das nächste, was ich aufgeschrieben hab, ist schon wieder so lustig.
Florian Bayer: Ja, dann wird's nämlich wieder lustig. Ich hab geschrieben, zwei Stunden, neun Minuten, der erste Lacher in der zweiten Hälfte. Aber ich hab nicht dazu geschrieben, was der Lacher ist.
Johannes Franke: Versucht Benedikt einen Song für Beatrice zu komponieren? Ist es das? Wahrscheinlich ist es genau diese Szene. Und die ist so großartig.
Florian Bayer: Die ist schön, ja.
Johannes Franke: Oh Gott, ist das toll. Verspielt er am Anfang. Und vollständigt am Ende. Ja, genau. Und stellt fest, scheiße, es gibt's schon. Er versucht zu komponieren und er kommentiert auch, es ist nicht sein, er, I was not born under a rhyming planet, glaub ich. Schöne Selbstcharakterisierung.
Florian Bayer: Das Kind hat ja auch davor schon diesen schönen Auftritt in seinem Monolog, der da total verkatert und total abgefuckt liegt.
Johannes Franke: Ja, es ist toll. Sehr gut eingesetzt alles. Ja, und dann kommt Beatrice und er versteckt das Kinderpiano ganz schnell. Nix passiert. Und dann gehen die da zu der Hochzeit und auf der Hochzeit benehmen sich alle schon so ein bisschen seltsam und Hero wird dann revealed als ich lebe doch. Tada. Ja, Wahnsinn. Gute Auflösung. Und natürlich wäre Shakespeare nicht Shakespeare, wenn er nicht auch auf dieser Hochzeit quasi eine Doppelhochzeit draus machen würde, sagen würde, okay, jetzt macht Benedict seiner Beatrice endlich öffentlich dann doch auch mal einen Heiratsantrag, mehr oder weniger. Ja. Aber es ist schwierig.
Florian Bayer: Es gibt diesen tollen Moment, wo er ein Gedicht für sich schreibt. Ich überlege gerade, wo das war. Und dann irgendwie so anfängt, so ansetzt, so ah, und ich liebe sie mit meinem Herzen und so weiter. Und dann abbricht mittendrin.
Johannes Franke: Ich glaube, das ist das mit dem Kinderpiano.
Florian Bayer: Ja, ich glaube auch.
Johannes Franke: Ja. Das fand ich tatsächlich, das ist schön.
Florian Bayer: Wirklich schöne Szene, ja. Wie er mit den Worten kämpft und er ist kein Poet. Er ist kein Liebender. Nee. Sie ist auch keine Liebende. Aber irgendwie schaffen sie es ja.
Johannes Franke: Ja. Vor allem, weil er dann irgendwie auf der Hochzeit dann eben den Heiratsantrag stellt und sie fragt, ob sie ihn liebt und sie sagt, naja, ja, nee, nicht mehr als, ich weiß nicht, keine Ahnung. Und liebst du mich denn? Und er so, naja, ja, weiß nicht, nee, ja doch, nee, möh. Sie kriegen es nicht hin, vor den anderen zuzugeben, dass sie einander liebt. Sie necken sich auch tatsächlich wieder.
Florian Bayer: Es gibt wieder diesen Moment, wo sie in diese ganz alten Muster zurückfallen und einfach reinfoppen, nach dem anderen raushauen.
Johannes Franke: Und dann kommen die anderen und sagen, nee, nee, nee, Moment, wir wissen das besser. Wir haben Sonette gefunden, die ihr jeweils über den anderen geschrieben habt, weil das einfach in der Zeit so war. Man musste Sonette schreiben, um jemandem irgendwie sagen zu können, dass er ihn liebt. Und die Gedichte lügen nicht. Und genau, Sonette lügen nicht. Und sie gucken beide ihre Sonette an und der Gesichtsaustrag sagt alles. Nee, sie sind beide nicht gut in sowas. Schlechte Sonette. Trotzdem, sie verraten es. Und ja, dann kommt einfach nur nochmal jemand und sagt, übrigens, Don John ist gefasst.
Florian Bayer: Ja.
Johannes Franke: Hey. Alle freuen sich. Benedikt, glaube ich, sagt noch, ja, das lässt uns dann morgen alles erledigen. Jetzt wird gefeiert. Machen sie noch Party. Und dann kommt, wie das immer bei Shakespeare-Inszenierung ist, ein Abschlusstanz-Song. Ja. So, was ich auch immer sehr schön finde, eine ganz tolle Tradition.
Florian Bayer: Genau, das Stück hat ja die ganze Zeit immer so diese Musical-Lesken-Einschübe. Ja. Das, ähm, aber sie machen es nicht zu krass. Es war, es war, also es war nie so, dass es mich gestört hätte, sondern es war einfach okay und hat zu der Inszenierung gepasst, auch weil es immer gebrochen ist ein bisschen und weil es immer auch so im Dienste der Geschichte steht. Ja. Ja, eine sehr leichte Inszenierung dann letzten Endes, auch wenn es diesen tragischen Moment gibt, auch wenn ich diese Hochzeitsfeier, die inszeniert wird, toll düster inszeniert fand, weil sie hatte eben diese bizarre Totenfeier-Komponente, was nicht im Originalstück unbedingt drin ist, sodass man wirklich ein Trauer, dass die Trauerfeier und die Hochzeitsfeier gekreuzt werden, sie sind alle in schwarz gekleidet, also es ist irgendwie wie eine Beerdigung. Es wird auch nicht mehr aufgelöst, sondern sie bleiben dann so und die Hochzeitsfeier findet dann in diesem Rahmen statt, aber sonst drumherum ist das Ganze schon, ähm, ich habe aufgeschrieben, ähm, als Screwball-Comedy inszeniert und es passt auch irgendwie. Ja, ja, total. Und es passt auch, dass sie sich voll draufsetzen und die B-Handlung zur A-Handlung machen, die wir jetzt auch viel länger gesprochen haben, weil der Lappen und Hiro einfach relativ langweilig sind. Ja. Und das, wie sie diese B-Handlung inszenieren, ist einfach toll, was natürlich vor allem an den beiden Schauspielern liegt.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sowohl David Tennant als auch und insbesondere Catherine Tate.
Johannes Franke: Ja.
Florian Bayer: Sind so großartig und ihre Wortduelle sind super und versprühen einfach diesen Charme von klassischen, kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht Komödien, lieben sie sich oder hassen sie sich. Wir wissen ja, dass sie sich lieben, aber das wirkt die ganze Zeit so, als würden sie sich hassen und es ist so toll zu sehen, wie sie da drum herum spielen. Ja. Charles, der Zweite, der König von Schottland, hat neben den Titel des Stückes geschrieben Benedict and Beatrice.
Johannes Franke: Stimmt, ja, ja, ja. Später, als er das rausgebracht hatte nochmal. Genau. Ja, weil es einfach klar ist, die B-Handlung ist irgendwie geiler. Also es ist die B-Handlung. Catherine Tate rockt das Ganze.
Florian Bayer: Ja. David Tennant rockt ordentlich mit. Ja. Wirklich toll. Und das Stück wäre auch, wenn ich nur die A-Handlung betrachten würde, würde ich zu dem Stück sagen, ja, okay, okay, Shakespeare-Inszenierung, die sehr, sehr, das Leichte sehr betont. Aber durch die B-Handlung, dass die im Vordergrund ist. Ja. Und dass die auch ihre Slapstick-Momente kriegt, wird es zu einer wirklich, wirklich amüsanten Komödie.
Johannes Franke: Ja. Das ist cool. Ich freue mich sehr, dass du das, dass du das geguckt hast. Wir wollten noch über den Titel kurz. An O-Pan. N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N-N Das ist die Vagina Und damit haben wir das auch schon im Titel Ja Toll Viel Lärm um, naja, nichts
Florian Bayer: Möchtest du einsteigen mit dem anderen? Mit dem Noting, ich guck gerade, ob ich sie überhaupt aufgeschrieben habe Ich hab's tatsächlich nicht da stehen, deswegen würde ich mich jetzt verhaspeln Also es gibt dieses Wortspiel Noting Much about Noting Genau, dass sie etwas bemerken oder etwas beachten Zum Beispiel Der Lappen bemerkt die Schönheit von Hiro an Benedikt und Beatrice beobachten die Worte ihrer Freunde Die sie dazu führt, dass sie sich verlieben Es geht sehr stark auch um den Blick, um das Hinblicken Und das Spannende an dem Stück ist tatsächlich, dass die Zuschauer von Anfang an von allen Mitwisser sind Wir sind die krassen Voyeure Weil wir wissen von Anfang an, wer der Bösewicht ist, was der Bösewicht plant Wir sehen alles noch einmal mehr von außerhalb Und ich fand ein schönes Zitat von einer Kritikerin dazu Ingeborg Bolz schrieb In Much a Do About Nothing wird der Voyeurismus auf die Spitze getrieben In keinem anderen Stück Shakespeare's wird so viel belauscht, spioniert, weitererzählt, kolportiert, bewusst fehlinformiert oder denunziert Wobei wir als Zuschauer die größten Voyeure sind Da wir alle sich bespitzende Parteien gleichzeitig im Blickfeld haben Fand ich ziemlich schön auf den Punkt gebracht Nicht zu dieser Inszenierung, sondern generell zu dem Stück Es geht eigentlich die ganze Zeit drum, dass Leute sich bespitzeln, dass Leute sich hintergehen, dass Leute intrigieren Und zwar sowohl die guten als auch die bösen Sowohl mit guten Absichten als auch mit bösen Absichten Primär mit guten Absichten
Johannes Franke: Was schön ist Weil ich glaube, das macht auch eines der großen schönen Dinge aus für mich an diesem Stück Dass es nicht vom Negativen an der Komödie rüttelt Sondern eben von der positiven Absicht Auf dieser B-Story zumindest
Florian Bayer: Ich würde in den Raum stellen, dass das Stück noch besser funktionieren würde, wenn die A-Story keinen Bösewicht hätte Und nicht diese Tragik Und nicht dieses Missverständnis
Johannes Franke: Aber du brauchst eine Tragik Du brauchst eine Tragik
Florian Bayer: Ich würde die Tragik weglassen Echt? In diesem Stück würde ich die Tragik weglassen Oh wow Weil in diesem Stück das Komödiantische so stark ist und so gewaltig ist Dass die Tragik ein bisschen reingepfropft wirkt Auch weil Claudio und Hiro so klasse Charaktere sind
Johannes Franke: Aber die beiden, also jetzt Benedikt und Beatrice brauchen auch ernsthafte Momente Und das bietet diese A-Story für die beiden
Florian Bayer: Ich finde, für mich ist die A-Handlung so ein bisschen Die A-Handlung erinnert uns die ganze Zeit daran, wie toll die Liebesgeschichte der B-Handlung ist Weil die Liebesgeschichte der A-Handlung so blöd ist Ja
Johannes Franke: Übrigens der Titel Nach meinem Dafürhalten Erstaunlich viel mit dem Stück zu tun Für Shakespeare's Benennungen seiner Komödien Weil wenn du solche Titel hast Wie All's well that ends well Und As you like it Und Comedy of errors Aber das sind ja keine Deswegen bringe ich die Titel von Shakespeare immer durcheinander Ich auch Weil das Titel sind, die nichts mit dem Stück zu tun haben Und das war halt damals auch so oft so, dass tatsächlich so Titel für Komödien vor allem in so sprachlichen Bildern, die sowieso in der Sprache gebräuchlich waren, gesucht wurden Sodass man als Zuschauer sich denkt, ach das klingt aber lustig Das hat nichts mit dem Stück zu tun, aber du, du, du, das kommt dir irgendwie familiar vor Irgendwie hast du das Gefühl, ah das kenn ich und das klingt irgendwie gut und lass uns da reingehen Cheap Puns Ja, ja, irgendwie
Florian Bayer: Ja, es ist, also ich meine Wenn man böse wäre, könnte man den Titel so interpretieren Das ist ja wirklich das ganze Stück It's about nothing, weil irgendwie Diese ganzen Intrigen sind so albern Ja, genau Und es passiert auch nicht wirklich was Schlimmes Es passiert fast was, also es passiert schon was Schlimmes Aber es kommt nicht zur großen Tragödie Und es ist alles so Jetzt kann ich nur die deutsche Phrase nehmen Viel Lärm um nichts tatsächlich Ja, ja, ja, genau Ja Aber ich hatte, ja, ich hatte viel Spaß dran Ich bin kein Fan, kein großer Fan der Shakespeare-Komödien Also sie machen mir Spaß, es ist Shakespeare letzten Endes Ja Ich bin einfach eher, ich mag seine Tragödien einfach lieber Aber sie ist toll Und sie, sie hat Spaß gemacht Und die Inszenierung war auch großartig Und ja, vor allem Dachte ich die ganze Zeit mal wieder ins Theater gehen Und jetzt lass uns endlich unsere Top-Liste machen Okay Okay Moment, Moment, Moment Achtung, seid ihr bereit? Seid ihr bereit? Jetzt kommt nämlich der Jingle Oh, der Jingle Den Johannes komponiert hat Auf drei, zwei, eins Toll, oder? Hast du ihn dir auch vorgestellt? Weil wir spielen ihn natürlich nicht live ein Der wird nachher in der Audio reingeschnitten Hast du ihn dir aber auch trotzdem so vorgestellt Und tatsächlich kurz diese Die richtige Pause genommen dafür Ja Das war ein eindeutiges Nein Top drei Top drei Theater
Johannes Franke: Theater trifft Film Trifft Film Ja Schön Ein gutes Thema Wer hat sich das ausgedacht? Weißt du, ich möchte kurz Theater Theater Stücke, die seit Jahrhunderten immer wieder neu inszeniert werden Das hat doch für mich Also das erste Mal, dass mir das aufgefallen ist So sehr, so stark Das hat einen unglaublichen Vorteil Filmen gegenüber Die einmal gedreht werden Und das ist gut Ich meine, es gibt so Remakes Remakes und so Aber da gibt es vielleicht drei Die
Florian Bayer: Ja Das Ja, definitiv Es gibt Beim Film Gibt es meiner Meinung nach auch viel zu wenig Die Die Freude an der Neuinterpretation Ja Weil Wenn es Remakes gibt Es gibt viele Remakes Die letzten zehn Jahre Also wenn Wenn du Leute fragen würdest Würden die meisten sagen Die letzten zehn Jahre gab es viel zu viele Remakes Weil alles irgendwie Was erfolgreich war Und das ist der springende Punkt Kriegt irgendwann ein Remake spendiert Wenn es älter als 20 Jahre ist Oder 30 Jahre Oder manchmal auch nur älter als zehn Jahre Oder wenn es aus einem anderen Land kommt Und die Amerikaner wollen noch ein Remake drehen Und das Problem dabei ist Dass es zum einen halt darauf zielt Dass die Filme, die erfolgreich waren Ein Remake kriegen Ja Und dass diese Remakes meistens Unfassbar feige sind
Johannes Franke: Ja Ja, ja Weil sie versuchen Dessen Erfolg irgendwie Abzuschürfen Aber Aber ohne eine eigene neue Idee
Florian Bayer: Ja Und im schlimmsten Fall Passen sie es noch mehr An die Bedürfnisse Eines Mainstream-Publikums an Also was mir jetzt einfällt So aus den letzten zehn Jahren Ist das Remake von Oldboy Einen koreanischen Film Der echt krass düster war Und dann Wurde ein amerikanisches Remake gedreht Der Wo sie einfach alle Ecken und Kanten Abgeschliffen haben Und wirklich einen Laschen Film gemacht haben Es gibt ein paar positive Gegenbeispiele Ich würde mir viel mehr wünschen Dass filmische Remakes gemacht werden Die wirklich nochmal Neue Ideen bringen Und das machen Was das Theater halt macht Neu inszenieren Ja Und komplett neue Ästhetik Komplett neue visuelle Reize Naja Das ist irgendwie Das Problem ist tatsächlich Dass unter Filmfans Auch Remakes So einen schlechten Ruf haben Was auch daran liegt Und
Johannes Franke: Dabei hast du so eine schöne Weißt du Shakespeare bietet dir So eine Fülle an Möglichkeiten Und hat so viele schöne Möglichkeiten Dir hingelegt Die du Die einfach jeder Wo sich jeder bedienen kann Und sagen kann Ich lege jetzt meinen Fokus darauf Ich lege jetzt meinen Fokus darauf Und es gibt so viele Filme Bei denen das eigentlich Auch so ist Ja Bei denen du so viele Möglichkeiten hast Wo du sagst Ah guck mal Aber lass uns doch mal Auf Die und die Sache mehr Wert legen Und das neue inszenieren Nochmal Was ganz interessant ist Weil gerade
Florian Bayer: Also zumindest was klassischer Rahmen betrifft Gibt es ja durchaus Gerade Shakespeare Ja Gibt es unzählige Verfilmungen Und jedes Jahrzehnt Hat seine Shakespeare Verfilmungen Ja Die auch nochmal Komplett Aber auch meistens Sehr klassisch sind Ne Wenn Shakespeare inszeniert wird Wird selten Wenn Shakespeare In Filmen inszeniert wird Wird selten Zum Beispiel Das ganze Im 20. Jahrhundert Verpflanzt Was Aufführungen Theateraufführungen Ganz oft machen
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Was zum Standardrepertoire gehört Dass du Dein Bühnenbild Nach 21. Jahrhundert Aussehen lässt Oder komplett anders Ja Und das passiert Im Film ganz selten Wenn Shakespeare inszeniert wird Dann meistens klassisch Oder wenn sie es mal In eine andere Zeit verpflanzen Dann bloß nicht zu weit Nach vorne Sondern eher Keine Ahnung Sowas wie Die Diese letzte Macbeth-Verfilmung Von 2015 Wo sie das glaube ich Ins Mittelalter gepackt haben Ich weiß es nicht mehr genau Aber irgendwie so Also es ist so Ja sie trauen sich nicht so Sie trauen sich nicht so ganz Das mit Shakespeare zu machen Was die Bühne mit ihm macht Mir fällt gerade nur Romeo und Julia ein Und so ein Hamlet-Film Der in der Rave-Szene spielt Aber sonst fällt mir nicht viel ein Es gibt von Much to do but nothing was
Johannes Franke: Hab ich gesehen Von einem guten Regisseur auch Ja ja ja Ich hab den Namen gerade nicht Im Kopf Joss Joss Joss Whedon Joss Whedon Ja Der hat das bei sich zu Hause gemacht Genau
Florian Bayer: Das sah total spannend aus Bin ich auch drüber gestolpert Als ich gesucht habe Ich hab ihn nicht gesehen Noch nicht Ich muss ihn aber noch gucken Ja 2012 Ein Jahr nach der Nach der Aufführung Die wir gerade besprochen haben Ah Und Joss Whedon Ist natürlich vor allem deswegen spannend Weil der hat Viel gemacht Ja Er hat unter anderem An Toy Story mitgeschrieben Ja Der hat An Cabin in the Woods Von 2012 mitgeschrieben Er hat Einige Marvel Filme inszeniert Zum Beispiel Avengers Und Avengers Age of Ultron Und wenn ich jetzt ganz schnell Die Filmografie finde Kann ich noch mehr nennen So Filmografie Joss Whedon Als Hat Buffy Buffy Buffy
Johannes Franke: Ich kenn ihn von Buffy Ursprünglich kenn ich ihn wirklich von Buffy
Florian Bayer: 1992 Das ist der Film Nicht die Serie
Johannes Franke: Hat er nicht an der Serie auch mitgearbeitet? Vielleicht auch Doch Kann gut sein Also Bei den Filmen Da wüsste ich jetzt gar nicht Ob ich den wirklich gesehen habe
Florian Bayer: Television Ja du hast recht Buffy Ja okay Ah krass Ich kenn ihn von Buffy Er hat 25 Episoden geschrieben Aber nur bei einer Regie geführt Er hat bei Roseanne mitgeschrieben Oh Bei Firefly Er hat bei The Office Hat er in einigen Episoden Regie geführt Ja Er hat einiges gemacht Ja Oh Kosten eines Theaterstückes Independent Film Da drin die sie jeden Abend Beherbergen
Johannes Franke: Oh ich kann es ja echt nicht sagen Ich bin ganz schlecht mit sowas
Florian Bayer: Krass Also gerade weil du halt einfach Gäste hast Ja Du hast Barbetrieb Du hast Garderobe Du hast Licht und Ton Und Ausstattung und so weiter Und das dann für mehrere Abende Das hast du jeden Abend Genau Interessant Das wäre mal ein Spannendes zum Recherchieren Was so ein Ding kostet Die Gerade die Aufführung jetzt zum Beispiel Die man so als Top-Notch UK Große Theater Große Aufführungen nehmen könnte Ja Was kostet so ein Ding
Johannes Franke: Das ist wirklich spannend Ne Ist es natürlich wahnsinnig schwer zu sagen Weil du nicht wissen kannst Wie viele Vorstellungen Siegeltbild haben Ja Das heißt du kannst nur Die Kosten nehmen Und das hätte ich jetzt auch gemacht Bis zum Bis zur Aufführung Also bis zum ersten Mal spielen Ja
Florian Bayer: Aber gerade das kannst du ja beim Theater nicht Also wenn du Gesamtkosten nehmen willst Dann willst du ja auch die Kosten nehmen
Johannes Franke: Die entstehen durch die Spiele Das ist schon richtig
Florian Bayer: Ja ja
Johannes Franke: Hm
Florian Bayer: Hm Werde ich mal Vielleicht mal recherchieren In der freien Minute Weil es mich tatsächlich interessiert Ja Aber jetzt Theaterfilm Theaterfilm
Johannes Franke: Soll ich loslegen? Ich muss mal meine Liste aufmachen Ah ja Ich habe wieder keine Nummern vergeben
Florian Bayer: Sehr klassisch Dann fang du mal an Ja Meine Nummer 3 Theater trifft Film Ich habe versucht alles einmal unterzubringen Also einmal abgefilmtes Theater Einmal Film über Theater Und einmal Film mit Theaterstilmitteln Beeindruckend Wow Danke Ja aber das ist doch krass Film über Theater Meine Nummer 3 Ist das Regiedebüt von Charlie Kaufman Aus dem Jahr 2008 Synecdoche New York Okay Ein wahnwitziges Größenwahnsinniges Projekt Sowohl der Film Als auch das Thema des Films Und zwar inszeniert Charlie Kaufman Die Geschichte eines Theaterregisseurs Der beschließt Sein Leben Zu einem Theaterstück zu machen Und zwar In einer In einer leerstehenden Lagerhalle In New York Baut er New York nach Er engagiert Schauspieler Und fängt an mit denen zu proben Er engagiert auch einen Schauspieler Der ihn selbst spielen soll Und der soll ihm dann Auf Schritt und Tritt folgen Damit er Quasi sein Leben aufsaugen kann Damit er sich in die Rolle reinfühlen kann So richtig klassisches Method-Acting Geil Aber es ist Charlie Kaufman Das heißt Realität und Fiktion Verschwimmen mehr und mehr Das Theaterstück entwickelt So ein eigenes Leben Es gibt kein Theaterstück Dieses Theaterstück Wird nicht aufgeführt Es geht um den Bau der Kulissen Um die Proben Und das ist total Größenwahnsinnig Und der Film selbst Ist aber auch so Größenwahnsinnig Und sehr surreal Sehr merkwürdig Einfach ein Meisterwerk Einer meiner liebsten Filme Der 2000er Jahre
Johannes Franke: Klingt total nach Typisch Kaufman
Florian Bayer: Ja es ist auch typisch Kaufman Das ist halt sein Regie-Debüt Und es ist nochmal so ein bisschen Entfesselter Kaufman In seinen Arbeiten Mit Spike Jonzee Zum Beispiel Ist viel mehr Humor drin Und wenn man diesen Film sieht Merkt man, dass Spike Jonzee Oder die anderen Regisseure Mit denen er gearbeitet hat Viel Humor reingebracht haben In seine Filme Weil der Film ist deutlich düsterer Deutlich tragischer Und deprimierender Als die anderen Filme Hat auch seine lustigen Momente Auch seine bizarren Momente Und er ist deutlich surrealer Und konfuser
Johannes Franke: Okay Spannend Ich glaube den muss ich mal gucken Weil ich habe sowieso So eine große Lücke So eine Kaufmannlücke Von der ich Sehr schmerzlich weiß Dass ich sie Dass ich sie brauche eigentlich Dass ich das mögen würde Was da alles auf mich wartet
Florian Bayer: Sehenswerter Film Und Ja Kaufmann ist ja immer So ein bisschen Masturbation Seine Filme sind ja immer So Auseinandersetzungen Mit seinem Inneren Und seinem Seelenleben Ja genau Und der ist nochmal Besonders krass Weil er halt Niemanden hatte Der im Fesseln anlegt Okay cool
Johannes Franke: Okay Das war dein Platz 3 Ja Ich habe Keine weiteren Abgefilmten Inszenierungen Auf der Liste Mein Platz 3 Ist Birdman Ja Weil Birdman so Also Der Film tut so als wäre In einem durchgedreht Mit einer Kameraeinstellung Man hat das Gefühl Dass nicht ein einziges Mal Geschnitten wird Was dem Ganzen Natürlich eine wahnsinnige Kraft gibt
Florian Bayer: Ja
Johannes Franke: Dann hat er wahnsinnig Viel Aufwand mit Special Effects betrieben Um die Kamera aus der Aus dem Spiegel raus Zu retuschieren Wo er eigentlich Wo die Kamera eigentlich Hätte sein müssen Sodass du es schaffst Perspektiven zu Ermöglichen Die eigentlich nicht gehen Wo du wirklich da sitzt Als Zuschauer Und sagst Oh Was ist das denn Weil man das sieht Man sieht das sonst nicht Und spielt natürlich Mit diesem Theater Ding Der Typ Der Der in einer Inszenierung Ist Und Und dann Zum Zum Zum Birdman wird Den er Eigentlich Spielen soll Den er
Florian Bayer: Gespielt hat
Johannes Franke: In dem alten Film Richtig Den er gespielt hat Und der Der immer sozusagen Ihm nachhängt Ähm Ja Einfach Der hat eine wahnsinnige Kraft Der Film Mit Michael Keaton Der beste Rolle Seines Lebens Wahrscheinlich Ja Aber auch die anderen Schauspieler Ja Wirklich Wirklich Wirklich toll Der von Fight Club Edward Norton Edward Norton Genau Ja Auf jeden Fall Und er spielt im Theater Die ganze Zeit im Theater Und er geht nur einmal Draußen Aus dem Aus dem Personaleingang Raus Und vorne wieder rein Oder wie ist das Ich weiß nicht mehr ganz genau
Florian Bayer: Er läuft Und das fand ich total spannend Dieses Katakomben Man sieht viel zu wenig Viel zu selten in Filmen Das hinter der Bühne Ja Und er läuft so oft Durch diese Katakomben Und vorbei an den An den Garderoben Und an den Seinen Mitschauspielern Mitschauspielerinnen Und es ist total spannend Weil dieser Film Eigentlich so ein Pfad Hinter der Bühne ist Die ganze Zeit Ja
Johannes Franke: Ja Wirklich Wirklich schön Und ich mag Sehr sehr sehr sehr gerne Die Szene Wo sie tatsächlich proben Und verhandeln Was wie Passieren soll Und das ist Das ist nicht für den Film Gemacht Vom Gefühl her Ich als Schauspieler Gucke mir das an Und denke mir Ja ist genau so Ja Und es ist toll Weil oft machst du das ja Für ein Publikum Dann sagst du Ja Und dann wird das Passiert da irgendwie So ein hoch Dramatischer Erarbeitungsprozess Den wir jetzt Für das Publikum Zuschneidern Und das irgendwie so Erzählen Obwohl es gar nicht so ist Eigentlich Ja Aber es ist genau so
Florian Bayer: Und es ist toll War auch Ein ziemlicher Überraschungsabräumer Bei den Oscars 2014 Bester Film Beste Regie Bestes Originaldrehbuch Wow Krass man Und beste Kamera Und Michael Keaton War nominiert Als bester Darsteller Aber hat nicht gewonnen Und Edward Norton Und Emma Stone waren Als Supporting Act Nominiert Ja super Ganz toll
Johannes Franke: Emma Stone ist sowieso Auch großartig Ja
Florian Bayer: Dein Platz Nummer Platz 2 Jetzt kommen wir zum Abgefilmten Die Zauberflöte Aus dem Jahr 1975 Von Ingmar Bergmann Ach Ingmar Bergmann Dreht Inszeniert Mozarts Zauberflöte Auf der Bühne Und dreht das ab Und zwar Eine sehr klassische Inszenierung eigentlich Ja Und es ist auch Es macht keinen Hild Daraus Dass es abgefilmtes Theater ist Wir sehen Publikum Das finde ich total toll Der filmt Bei den Bei einigen Stücken Filmt der ins Publikum Auch auf Kinder zum Beispiel Die das gucken Und fängt ihre Blicke ein Wie sie reagieren Also wir haben ganz viele Reacting Shots Und Es ist größtenteils Abgefilmtes Theater Ähnlich wie In diesem Fall Wie in Much to do about nothing Aber es bricht Manchmal raus Und manchmal geht es In die Geht es so weit nach hinten Dass klar ist Wir sind jetzt nicht mehr Auf einer Bühne so wirklich Jetzt bewegen wir uns Irgendwie so in Kulissen Die nicht für ein Theaterpublikum Sondern für ein Filmpublikum Wird ganz selten gemacht Wird sehr vorsichtig eingesetzt Hat aber Wenn es passiert Einen tollen Effekt Weil man sich plötzlich Von der Bühne Reingezogen fühlt In die Handlung Und nochmal Ein ganz neues Gefühl hat Für Für die Zauberflötenhandlung Ja Ich bin kein großer Operetten Fan Aber ich mag die Zauberflöte Tatsächlich sehr gerne Ja das ist schön Dann musst du das mal schauen Ich mag das auch total Ich glaube Er lässt seine Darsteller Schwedisch singen Okay Ein Stapel an DVDs Blu-rays Die ich irgendwie noch Gucken will Und da liegt er Relativ weit oben Mittlerweile Und ich freue mich auch Richtig drauf Den zu sehen Das wird bestimmt Nochmal so ein Auch so ein kleiner Nostalgischer Trip
Johannes Franke: Ach schön Cool Das war ein guter Platz zwei Platz zwei bei mir Limelight Limelight Das ist ein Chaplin Film Eine Frau Eine Frau Die sich umbringen möchte Eine junge Frau Ja Und kümmert sich um sie Und gibt ihr irgendwie Zeug Und sie ist auch am Theater Und sie versucht ihn Weil sie das so tragisch findet Dass er so So sang und klanglos Verschwindet Obwohl er mal so bekannt Und so berühmt Und so So wahnsinnig Gefeiert war Für seine Sachen Versucht sie für ihn Nochmal so einen Abend Zu organisieren An dem Alle nochmal kommen Und ihn toll finden Das klingt total schön Habe ich nicht gesehen Und da gibt es Eine ganz tolle Szene Mit Buster Keaton zusammen Oh Die beiden zusammen In einem Film Es ist nur eine Szene Aber er kommt Buster Keaton spielt Klavier Ja Und er Fiedelt Also Chaplin Und es ist eine ganz Großartige Szene Ich liebe diese kleine Szene Die sie da Ja Ja Ein ganz herzzerreißender Film Wirklich toll Habe ich jetzt lange nicht gesehen Deswegen stammle ich So ein kleines bisschen Weil ich nicht mehr Alles so ganz genau weiß
Florian Bayer: 1952 Also ich habe es gerade aufgemacht Ich kenne den Film nicht Und er klingt direkt so Als müsste ich ihn unbedingt Auf meine Liste setzen
Johannes Franke: Unbedingt Unbedingt Ganz ganz ganz ganz toll
Florian Bayer: Okay cool
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Schön Mein Platz 1 Könnte sich mit deinem Platz 1 überschneiden Ja Mein Platz 1 ist Dogville aus dem Jahr 2003 Von Lars von Trier Wir sind bei Filmen der sich Theater Mitteln bedient Mhm Und dennoch Sehr filmig rüberkommt Und gerade bei dem Film Ist es besonders krass Weil Sowohl was Also was Ästhetik betrifft Als auch was Inszenierung betrifft Ist er eigentlich Ganz nah dran Am Prächtchen Theater Könnte man schon fast sagen Weil Aber auch nur fast Minimalistisch Die Bühne Und die Häuser sind nur Aufgezeichnet Und so Aber dann Inszeniert Lars von Trier So Dass du komplett drin bist Im Geschehen Ja Und ich würde sogar behaupten Das ist sein filmigster Film Weil das ist eigentlich Kurz nachdem er dieses Dogma 95 Ding gemacht hat Wo alles sehr dokumentarisch war Und sehr trocken Und dann inszeniert er mit So viel Pathos Und so viel Gewalt Im wahrsten Sinne des Wortes Ja Dass es total mitreißend ist Und dass du nichts mehr Von diesem Prächtchen Verfremdungseffekt hast Du bist voll drin Du bist voll drin Und emotional aufgewühlt Und dass das funktioniert Dass man so Vermeintlich Diese Bühne hat Die als Bühne Identifizierbar ist Mit Häusern Die nur aufgezeichnet sind Und dann bist du plötzlich Trotzdem voll im Geschehen drin Krass
Johannes Franke: Ist dein Nummer 1 auch? Nee, ist nicht meine Nummer 1 Aber nur deswegen Weil ich wusste Dass es bei dir auftaucht Okay Aber wirklich Weil er hat doch
Florian Bayer: Mandalay war doch auch
Johannes Franke: Eine Fortsetzung
Florian Bayer: Mandalay war die Fortsetzung Sollte eigentlich eine Triologie werden Und Mandalay war aber Nicht erfolgreich Fand ich auch nicht so gut
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Und deswegen hat er es dann Glaube ich gelassen Hat sich einfach um andere Sachen gekümmert Aber es ist wirklich Wirklich beeindruckend Einer der besten Filme Von Lars von Trier Der echt viele gute Filme gemacht hat
Johannes Franke: Ja Absolut Ich stimme dir absolut zu Und das Wie gesagt Ich habe noch was mit reingebracht Damit die Diversität noch gewahrt bleibt Sehr gut Eigentlich Mein Platz 1 Sein oder nicht sein Okay, Lubitsch Lubitsch Ja Bei Lubitsch kommt bei mir Finde ich Der Die Not des Theaters Noch mehr raus Als bei dem Remake Obwohl natürlich im Remake Du kommst nicht drum rum Die Not des Theaters zu erzählen Aber Da ist es irgendwie Finde ich Finde ich stärker
Florian Bayer: Ja Ich habe mehr Stärkere Erinnerungen An das Remake Weil ich das öfter gesehen habe Ja Und weil ich das auch als erstes gesehen habe Vor dem Original Und deswegen würde ich behaupten Also wenn ich mit einem Film Mehr verbinde Dann verbinde ich eher Mit dem Remake Mehr Aber ich sollte das Original Einfach auch nochmal gucken Und vielleicht die Filme Gegeneinander halten Ja vielleicht
Johannes Franke: Spannend Auf jeden Fall Ganz toller Film Über die Willst du das kurz zusammenfassen Du bist besser darin
Florian Bayer: Na Also Der Film ist von 1942 Wurde in den USA inszeniert Und spielt tatsächlich In der Zeit des Zweiten Weltkriegs Und zwar In Polen Soweit ich weiß Und Es geht um Die Gruppe spielt halt Irgendwie so Eine antifaschistische Komödie Und soll das dann aber absetzen Und dann spielen sie stattdessen Hamlets Und der Hauptdarsteller Dessen Frau Hat eine Affäre Die Szene des Films Und wenn er Den klassischen Monolog macht Aus Hamlets Sein oder nicht sein Dann Trifft sie sich Mit dem Mit ihrer Affäre Weil sie genau weiß
Johannes Franke: Genau in dem Moment Wo er auf die Bühne geht Und sein oder nicht sein sagt Haben sie Besonders viel Zeit Weil er dann auf der Bühne ist Wenn ich das richtig Erinnere Ja genau
Florian Bayer: Weil so ein langer Monolog Und er findet es aber voll kacke Dass der Typ immer aufsteht Steht genau an dieser Stelle Steht immer dieser Typ Auf und geht Er fühlt sich nicht respektiert Ganz toll Genau Und dann Viel drumherum Und es ist eigentlich Eigentlich ist es auch Eine Auseinandersetzung Mit der Freiheit der Kunst Mit der Freiheit des Theaters Genau Und das wird alles Rumgesponnen Um diese Geschichte Von der Affäre Und von dem Schauspieler Auf der Bühne Der Damit nicht klarkommt Und gilt als Klassiker Und ich muss den unbedingt Auch mal wieder sehen Das ist echt lange her Da ich den gesehen habe Ja Also gerade
Johannes Franke: Spielen sie doch auch Eigene Rollen Also dann müssen sie sozusagen Im Leben Im wahren Leben Rollen aufsetzen Um das Theater zu retten Um sich selbst zu retten Ich weiß nicht mehr genau Wie das dann vonstatten geht Aber sie Spielen quasi Im wahren Leben Die Rollen ihres Lebens Um sich zu retten
Florian Bayer: Ja genau Vor den Nazis Weil genau Weil die Nazis Dann in Marschau Einmarschieren Und ihnen Ja genau Jetzt kriege ich
Johannes Franke: Ja es ist schwierig Es ist auch wirklich Ein sehr komplexes Ding Fand ich immer Vielleicht ist auch Das Original Deswegen für mich Noch eindrucksvoller Weil es einfach Näher an der Realen Welt Dran Also es ist von 42 Es ist von 42
Florian Bayer: Und Ernst Lubitsch War ein Migrant Aus Deutschland Der geflohen weiß Er war Jude Und War aber Ne Er war nicht geflohen Jetzt bin ich bei Wikipedia Er ist Er war schon 1922 In die USA Ausgewandert Ah Aber 22 Ist er sehr früh Da wusste man noch gar nicht Was da ist Nein Ja genau Er ist einfach Einfach ausgewandert Wie viele In der damaligen Zeit Und Hat aber natürlich Sehr hellhörig Betrachtet Was da in Deutschland Vor sich geht Ja Und genau Das war dann ja auch schon Die Zeit
Johannes Franke: Des Krieges Ja Also hast du quasi Einen Film aus erster Hand Weil der so nah an der Realität Dran ist Die gerade passiert Und ein ähnliches Schicksal
Florian Bayer: Übrigens wie Chaplin Mit seinem Diktator Er hat Probleme gehabt Geldgeber für den Film zu finden Warum Als er den inszeniert hat Im Jahre 41 War das noch nicht so Dass die Nazis So offen angegriffen wurden Aus den USA Ja Und genau Chaplin hatte ja auch das Problem Dass sein Diktator Nicht gespielt wurde In einigen Kinos Weil die gesagt haben Wir haben zu viele deutsche Zuschauer Können wir nicht machen Und offensichtlich Hatte Lubitsch Auch ähnliche Probleme Und Schwierigkeiten Das Geld zu kriegen Für den Film Und
Johannes Franke: Jetzt haben wir schon wieder Eine Stunde Und 40 Minuten geredet Uff Wir sind aber auch durch Plor Wenn wir jetzt nicht viel rauskürzen Das werdet ihr dann hören Und wenn ihr abgleicht Wo ihr seid Ja das hatten wir Bei der letzten Folge
Florian Bayer: Auch schon überlegt haben Zu kürzen Und da wurde auch Ein bisschen gekürzt Und dann sagst du Irgendwann noch so Nach 59 Minuten Plor Wir haben schon Eine Stunde Zehn Minuten Sehr viele Zuschauer Sitzen da kopfkratzend Wo sind diese
Johannes Franke: Zehn Minuten Die ihr uns gestohlen habt In diesen zehn Minuten War ich auf Toilette Haben wir Neu Tee eingegossen Hat der Affe in unserem Kopf Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Pling Nothing Pling Pling
Florian Bayer: Ich habe Vielleicht eine Mach-To-Do-About-Nuffing Inszenierung gesehen Wahrscheinlich irgendwann mal So in jungen Jahren Ja Und ich fand diese Inszenierung toll Ich mag den B-Plot Ich finde den A-Plot Langweilig Aber das ist egal Weil der B-Plot Im Vordergrund steht Und Spaß macht Schön Vielen Dank Dass du es geguckt hast Ja danke Dass du es mir gezeigt hast Das war wirklich
Johannes Franke: Eine Bereicherung Schön Das freut mich Das ist ja das Ziel Das Ganze Genau Dann machen wir jetzt Eine Pause Und reden dann nochmal Drei Stunden Über das nächste Ja Da sind wir wieder Zurück Wir haben Pause gemacht Gar nicht so viel wie sonst Du hast immer sonst nochmal dreimal Drei Zigaretten geraucht Und ich war auf Toilette Ich rauche jetzt einfach Während wir aufnehmen Möchtest du noch Tee Oh ja sehr gerne Möchtest du Vielleicht auch dann einmal Erzählen Was wir jetzt machen Wir schauen uns Wir haben uns The Fall angeschaut
Florian Bayer: Oder was meinst du Ja ja Wir haben uns The Fall angeschaut Von Tarzan Sing Und ich werde einfach mal Vorlesen Was ich geschrieben habe Eine kleine Einführung The Fall von Tarzan Sing Aus dem Jahr 2006 Gehört ein wenig Zu den vergessenen Fantasy Perlen Der frühen 2000er Jahre Von der Kritik Wurde ihm damals Vorgeworfen Zu eskapistisch Zu sehr auf Visuelle Reize Aus zu sein Und in den folgenden Jahren wurde kaum noch Über ihn geredet Nicht zuletzt auch Weil Sing als Regisseur Nicht mehr groß Erscheinung getreten ist Dabei gehörte Fall zu den Schönsten Vertretern Einer filmischen Gattung Die in den letzten 10 bis 15 Jahren immer wieder durch Herausragende Produktionen Aufgefahren ist Das Loblied auf die Kindliche Fantasie In einer Geschichte Die sich tendenziell eher An Erwachsene richtet Für den düsteren Erwachsenen Ton Sorgt in diesem Fall Der Protagonist Roy Ein Stuntman Der nach einem Schweren Unfall Am Set Und dem Verlust Seiner Freundin In einem Krankenhaus In Kalifornien Der 1920er Jahre Dahin Vegetiert Er hat jede Hoffnung Und jeden Lebensmut Verloren Entschuldigung Mein Handy hat reagiert Alexa Ist dir schon mal aufgefallen Wenn das passiert Sagen wir was anderes War das Google Es war Google Es war Google Hat Google einen Namen Ne du musst
Johannes Franke: Okay Google sagen
Florian Bayer: Halt die Schnauze Ich sag's dir Aber Google Google braucht keinen Namen Wie Siri oder wie Alexa Sondern es ist einfach Nur Okay Google Ja Es ist einfach nur Okay Google Er hat jede Hoffnung Und jeden Lebensmut Verloren Und will sich mit einer Überdosis Morphium Das Leben nehmen Um an diese zu gelangen Will er eine Mitpatientin Die 5-jährige Alexandria Ein Kind rumänischer Einwanderer Das sich bei der Arbeit Auf einer Orangenplantage Den Arm gebrochen hat Ausnutzen Sie soll ihm Die weggeschlossenen Medikamente Für seinen Freitod beschaffen Um sie auf seine Seite zu ziehen Beginnt er ihr Eine eklektische Geschichte Von 5 Abenteurern zu erzählen Die unterwegs sind Um den tyrannischen Gouverneur Odius zu stürzen The Fall bleibt allerdings Nicht bei der Erzählung Von Roy stehen Alexandria beginnt sich In die Geschichte Einzumischen Um deren Brutalität Und Düsternis Verursacht durch Roy's Depressionen Aufzubrechen Es entspinnt sich Ein faszinierender Zweikampf Zwischen dem naiven Kind Und dem lebensmüden Stuntman Um die narrative Hoheit In dem entworfenen Märchen
Johannes Franke: Das alles inszeniert Erste Frage an dich Am Anfang Was da eigentlich Was das eine mit dem Anderen zu tun haben Ich komme damit klar Ich finde es okay Ich finde es visuell Auch spannend Ich fand die Für den Anfang sehr reizvoll Visuell Aber inhaltlich kann ich Ihnen nicht verknüpfen Und jetzt die Frage Habe ich das nur verpasst Oder hat irgendjemand mal gesagt Dass das ein Stuntman war Der die Beine gebrochen hat Bei einem Unfall
Florian Bayer: Es wird im Laufe der Handlung gesagt Aber es wird nicht Also es wird nicht Einfach so platt eingeführt Der Charakter ist am Anfang Im Krankenhaus Es wird viel Im Verborgenen drüber geredet Also so um die Ecke Wir sehen oft auch Gespräche Aus der Perspektive des Kindes Eigentlich Ich habe jetzt Roy So zum Protagonisten gemacht Aber eigentlich ist Alexandria Die Protagonistin Und ihre Erlebniswelt Und auch ihre Eindrücke Der Realität Und deswegen kriegen wir Auch nur bröckchenweise Informationen Was mit diesem Mann geschehen ist Weil wir es einfach Durch ihre Augen sehen Und sie kennt sich Überhaupt nicht aus Mit Stuntman Und mit Filmen Sie erzählt ihr ja am Anfang Dass er für Filme arbeitet Und sie versteht das überhaupt nicht Also er sagt Pictures Und sie ist okay Bilder Und dann sagt er nochmal Konkretisiert er nochmal Moving Pictures Und versucht das zu erklären Und wir merken Dass sie ein Kind ist Das überhaupt keinen Kontakt Damit hat Und das liegt nicht nur An der Zeit Das sind die 1920er Jahre Kino hat noch Einen gewissen Exotenstatus Aber es liegt Auch vor allem daran Dass sie einfach mal Kinderarbeit macht Sie arbeitet auf einer Orangenplantage Und sie hat sich auch Offensichtlich beim Orangenpflücken Den Arm gebrochen Ja Es wird Wirklich Pö a pö Und röpfchenweise Wird uns erzählt Was er gemacht hat Aber es wird Es wird alles erzählt Wir erfahren Wir erfahren von ihm Dass er einen Film macht Und wir erfahren von ihm Auch irgendwann Dass er sein Geld Damit verdient Dass er fällt Und dass er springt Und diese Verknüpfung Mit den Anfangsszenen Kommt dann natürlich auch Wenn sie ganz am Schluss Seinen Film gucken Ja am Schluss Wo diese eine Szene ist Wo er auf das Pferd springt Und wo klar ist Okay ist er dieser Stuntman Und dann erzählt sie Auch nochmal Und sie hat die Filme gesehen Und da hat sie ihn Immer wieder erkannt Wie er was abgekriegt hat Auf den Kopf Beziehungsweise
Johannes Franke: Sich immer vorgestellt hat Dass jeder Stunt Von ihm gemacht wurde Genau Was vielleicht nicht Unbedingt der Fall war
Florian Bayer: Ich glaube schon viele Also er hat ihr ja Tatsächlich gesagt Das sind meine Stunts Und ich bin ein Stuntman Und das stimmt Der Film fällt Überhaupt nicht Mit der Tür ins Haus Was seine Was seine Protagonisten sind Was sie antreibt Und auch nicht
Johannes Franke: Dass sie Dass er verlassen würde Von der Von der Frau Für irgendeinen anderen Typen Genau Das wird auch so Nach und nach erzählt Das kommt auch irgendwo Eingetröpfelt Und ich habe Vieles davon verpasst
Florian Bayer: Du hast es verpasst Tatsächlich Ach das ist schade Ich muss dazu sagen Ich habe den Film jetzt Natürlich auch schon Mehrmals gesehen Ja das ist halt das Ding Das gehört zu den Filmen Die ich gerne wieder sehe Weil er mich damals Wirklich beeindruckt hat Beim ersten Sehen Und gerade weil er In dieses Genre fällt Kindliche Geschichten Oder kindliche Fantasie Und deren düsteren Seiten Und da gibt es Mittlerweile wirklich Eine ganze Handvoll Hervorragender Filme Ja Und ich finde Er gehört immer noch Zu den Stärksten Und er macht das Auf eine ganz starke Art und Weise Gerade weil er uns In diese Perspektive Des Kindes entführt Und auch teilweise rein Zwingt und auch diese Naivität die das Kind hat In seiner Vorstellung In den Vordergrund rückt Also eine Eine wirklich schöne Sache Die ganz banal ist Ist es der Roy wenn er seine Geschichte anfängt Von dem Indien erzählt Und Roy ist Ein Western Stuntman Er hat offensichtlich In vielen Western Die damals viel gedreht Wurden gespielt Und natürlich meint er Ein Indianer Sie kennt überhaupt Keine Indianer Sie hat keine Vorstellung Davon was das sein soll Sie kennt kein Kino Und wenn du 120 lebst Kennst du keine Indianer Wenn du nicht Irgendwo in der Nähe Eines Reservates lebst Und deswegen stellt Sie sich einen Inder vor Weil ein Inder bei ihr Auf der Orangenplantage arbeitet Und das fand ich So einen netten Twist Und von diesen Twists Gibt es mehrere Dass er Sachen erzählt Und sie das nicht Richtig versteht Und sie macht halt Ihre Sache draus Sie macht ihre Geschichte draus Und davon lebt der Film Wir haben diese Wir haben eigentlich Wir haben Drei Perspektiven Wir haben zum einen Die Perspektive von Roy Der dieses Märchen entwirft Und der dabei Total eklektisch vorgeht Der sammelt einfach Wild zusammen Er ist kein Geschichtenerzähler Und dann nimmt er halt Das was er kennt Dann sagt er Okay da kommt Charles Darwin vor Das ist der Wissenschaftler Der mit dem Affen unterwegs ist Und dann haben wir Einen Indianer Und noch einen Sklaven Also offensichtlich Irgendwie so zusammengeklaubt Aus der Geschichte Und packt sich selbst Noch als Banditen mit rein Und sie macht dann daraus Ihr naives Märchen Und die dritte Figur Die dann natürlich auch drin ist Unfreiwillig ist der Regisseur Der darüber seine opulenten Bilder spannt Weil die Bilder die wir sehen In dem Film Sind nicht nur die Bilder Die sie sieht Sondern das sind auch einfach Die Bilder von Tarsem Singh Und das sind natürlich krasse Bilder Und das sind auch erschlagene Bilder Und das sind eskapistische Bilder Und das ist natürlich einfach mal so Hey Was haben wir visuell drauf Womit kann ich das Publikum reizen Und das ist Ich weiß ja nicht wie du es empfunden hast Aber Das ist natürlich das was total hervorsticht Diese krassen gewaltigen Aufnahmen Absolut
Johannes Franke: Das ist also Wenn man Wenn man dem Film Nichts abgewinnen kann Aber das Ist es Hundertprozentig Also ich kann dem Film Mehr abgewinnen als nur das Aber es ist wirklich Selbst wenn man in der Geschichte Nichts anfangen kann Oder überhaupt nichts versteht Du guckst dir das an Und denkst so Ja genau
Florian Bayer: Crazy shit Alter Wahnsinn Es ist tatsächlich Tarsem Singhs Werbefilmer gewesen Und er hat wie gesagt Nicht viel inszeniert Also das selber So sein größter Film Und auch sein erfolgreichster Film Der bei der Kritik Komplett durchgefallen ist Auch zu Recht Hast du den gesehen?
Johannes Franke: Nee aber ich hab Ich hab eine kleine Kritik dazu Gesehen Und die Fiel nicht gut aus Nee das ist Ich musste der Kritik auch Zurecht geben Auch wenn sie Wenn sie natürlich Biased ist Wenn ich mir das angucke Das erste Mal Und mir gleichzeitig jemand sagt Dass das scheiße ist Dann finde ich das natürlich auch scheiße
Florian Bayer: Aber Du hast es zu der vollen Kritik gelesen
Johannes Franke: Oder zu The Cell Nee To The Cell
Florian Bayer: Ah okay Weil The Cell war wirklich kein guter Film Der ist visuell auch total beeindruckend Da macht er genau dasselbe
Johannes Franke: Ah okay
Florian Bayer: Allerdings ist die Story Mist Es ist ein Mystery Thriller Mit Jennifer Lopez Die nicht das schlechteste an dem Film ist Oh Genau Ups Aber Jennifer Lopez hat auch ein, zwei Mal Ganz gut gespielt In Out of Side war sie ganz gut Okay Aber genau Es ist ein Film mit einer schwachen Story Und es ist so eine typische Mystery Thriller Serienkiller Geschichte Halt mit diesem Twist Dass sie in die In den Kopf Dieses Dieses Killers reißt Und dann gibt es diese beeindruckenden Bilder da Und die sind auch wieder toll Aber der Film ist Müll Aber im Grunde ist es doch das gleiche Konzept
Johannes Franke: Oder Du hast Du hast eine Reale Welt Und dann das eigentlich Große opulente Fantasy Element Genau Und dann versuchst du irgendwie Versucht er den Realismus Irgendwie Weiß ich nicht ganz genau Versucht er den Realismus Wirklich realistisch dann darzustellen Um dann den Eskapismus bringen zu können Oder wie ist das Naja Seine Bilder in der realen Welt
Florian Bayer: Sind ja auch Schön inszeniert Und beeindruckend inszeniert Also ich meine Es spielt zwar in diesem Krankenhaus Und das ist eher ein trister Ort Aber er findet ja trotzdem Immer wieder so Szenen Die visuell reizen Diese Schattenspiele Wenn sie irgendwas durch die Tür beobachtet Und dann verglich ein bisschen rein Dann sehen wir sich nur Und Schatten bewegen Wenn sie den Typen Der die Röntgenaufnahmen macht Sieht Und der für sie Wie sie ein Ritter aussieht Und dann auch in Zeitlupe kommt Und durch den Raum stolziert Und sie hat total Angst vor ihm Und versteckt sich Die Realität ist auch Permanent durchflossen Von dieser kindlichen Vorstellungskraft
Johannes Franke: Das wäre auch ein kleines bisschen Meine Kritik muss ich sagen Meine erste Kritik Ja Weil ich das Gefühl habe Er hat sich nicht entscheiden können Er konnte nicht aus seiner Haut Entweder ich mache Diesen Kontrast auf Ja Von Realität und Fiktion Und versuche die beiden Sich einander Also Einander informieren zu lassen Und du weißt schon Sich gegenseitig zu befruchten Aber dann musst du Dann musst du halt auch Dann kannst du keine Aus einem Schlüsselloch Keinen Projektor machen Und die Idee ist total süß Dass durch das Schlüsselloch Das Licht fällt Und plötzlich wie so ein Filmprojektor Das Pferd auf dem Kopf Irgendwie da an der Wand hängt Ja Finde ich total toll Aber Aber Er wird ja dann abgefahren Noch abgefahrener Wenn er ins In die Traumwelt reingeht Und dann irgendwie Ja Weiß ich nicht Dann hätte ich vielleicht mir gewünscht Dass er den Kontrast durchzieht
Florian Bayer: Ich glaube es geht dem Film nicht um Kontrast Von Realität und der Fantasie Nee aber mir wäre es Weil der Film die Perspektive Des Kindes einnimmt Und das Kind Sieht die Welt einfach Mit den Augen Eines Phantasten Ja Das Kind sieht Immer merkwürdige Dinge Und fantastische Dinge Und sehr vieles Ist für das Kind neu Deswegen macht es für das Kind Auch keinen Unterschied In der Bedrohungslage Ob da jetzt Ein Kind Ein anderes Kind Geröntgt wird Von einem komischen Typen Mit einem Metallhelm Auf dem Kopf Wie es halt damals Einfach aussah Oder ob da Düstere Ritter kommen Das ist beides Gleich erschreckend Da gibt es Und dieser Diese Fluidität Zwischen Realem Erleben Und Fantastisch Das finde ich Hat der Film getroffen Und das kauft ihm auch ab Dass das auch sein Ziel war Dass er nicht die Realität Irgendwie als harten Kontrast Machen wollte Zu der Fantasie Das ist eher das Was zum Beispiel Auch ein Film Der in diese Gattung fällt Pan's Labyrinth Das ist ein Film Der das gemacht hat Der hat die Realität Auf der einen Seite Hartkrieg Und dann die Fantasie Auf der anderen Seite Und auch da Überlappen sie sich ein bisschen Aber es gibt einen deutlicheren Cut Zwischen der Fantasiewelt Und der realen Welt Da fand ich es sehr gut gemacht Pan's Labyrinth war großartig Naja der ist Also was diese Gattung Film betrifft Gehört Pan's Labyrinth Natürlich zu den Referenztiteln Die immer wieder erwähnt werden Ich finde tatsächlich The Fall Ist für mich auf einer Ebene Mit Pan's Labyrinth Und ich kann auch nicht verstehen Dass ihm so viel vorgeworfen wurde Dass er so eskapistisch wäre Weil ich finde Er trifft die kindliche Wahrnehmung Teilweise viel besser Eben weil er diese Naivität immer wieder Ins Spiel bringt Dieses Unschuldige Das das Kind hat Das hat Pan's Labyrinth Der auch eine ältere Protagonistin hat Ein bisschen Ein bisschen verzockt Indem er zu sehr dem Kind Auch einen düsteren Blick Auf die Welt gegeben hat Und dieser Film Schafft es besser Dass das naive Und das düstere Parallel existieren zu lassen Und auch immer wieder Miteinander ringen zu lassen Ich verstehe
Johannes Franke: Das ist vielleicht Auch gar nicht so Schlecht Was Was die Kehrseite Der ganzen Sache ist Ist dass die Geschichte Die er erzählt Die dann in der Fantasiewelt Erzählt wird Die ist so konfus
Florian Bayer: Die Geschichte Nicht nur die Geschichte In der Fantasiewelt Was du zur Realität gesagt hast Das stimmt auch total Die Inszenierung Ich glaube Die Art des Erzählens Ist teilweise Ich glaube man könnte Clumsy sagen Im Englischen Tollpatschig Es stolpert so ein bisschen Hin und her Es hat keine Klare Stringenz Und ich glaube Das ist auch eine Schwäche Von Tarsem Singh Dass er nicht Klar Kohärent Inszenieren kann Es passt halt In diesem Film so gut Weil die Wahrnehmung Des Kindes Auch keine Kohärenz hat Und die Geschichte Die er sich zusammenwürfelt Die hat auch keine Kohärenz Er improvisiert Er will Antismorphium Er will nichts anderes Als diese scheiß Tabletten haben Und natürlich Fängt er dann an Zu überlegen Was mache ich denn jetzt Okay Pass auf Da sind fünf Leute Da ist Darwin Und da ist Der Sprengmeister Und man merkt Das Improvisierte Merkt man dieser Geschichte an Und das finde ich auch Wiederum stark Weil es ist Es ist natürlich Ein komplett Durchinszenierter Film Aber dadurch Dass das so ein bisschen Tollpatschig Ein bisschen stolpernd wirkt Hat es diesen Improvisationscharme Den so eine Geschichte hat Aber an irgendwas
Johannes Franke: Möchte ich als Zuschauer Mich festhalten können An irgendwas Will ich mich langhangeln Irgendein roter Faden Oder irgendein Es kann auch ein Tau sein Aber irgendwas Wo ich Einmal festhalten kann Und sagen Vertrauen kann Der schiebt mich Über alles Durch alles durch Und ich Hab die Möglichkeit Zu verstehen Wo er hin will Oder wo ich gerade bin In der Geschichte Oder was Du brauchst so ein paar Stationen Wenigstens An denen du Etappen Das Gefühl hast Du kommst voran In dem Film Aber du kommst In diesem Film Eigentlich nicht wirklich Etappenweise voran Sondern du hast das Gefühl Du bist irgendwo Im Du bist irgendwo Verloren Erzählerisch Finde ich Ich bin irgendwie Die ganze Zeit Verloren gewesen Erzählerisch Was mich Irgendwann auch Genervt hat Ja Neben der anderen Sache Die mich genervt hat Von dem wir auch Natürlich noch reden müssen Aber lass uns mal ganz kurz Wenigstens einmal würdigen Dass dieses Kind so toll ist Ja Ne Dieses Kind spielt super Die Fünfjährige Die war glaube ich sechs Als das gedreht wurde Das ist großartig Ja Und sie haben genau das gemacht Was man mit Kindern machen muss Sie drauf losreden lassen Also ich weiß nicht Wie es tatsächlich war Aber das Gefühl Was mir der Film vermittelt ist Die haben Zwar Text gegeben Aber ihr einfach Sie hat Manchmal Textstellen vergessen Dann ist sie später nochmal eingefallen Dann hat sie sie nochmal gesagt Und dann hat sie sie vielleicht nochmal Später eingebaut Oder weiß ich nicht Sie sollte sich da so Durchhangeln Und sie haben sie einfach gelassen Sie haben nicht gesagt Ne Cut Das ist ein To Der Text war so
Florian Bayer: Sie haben Versprecher von ihr Haben sie teilweise Indie-Story mit eingebaut Ja Dieses Ding mit dem Morphin Ja Wo sie das eher als eine 3 liest Ja Das haben sie einfach Das fanden sie witzig Und haben das reingelassen Und haben das sogar Zu einem wesentlichen Story-Element gemacht Nämlich dass sie ihm am Anfang Erstmal nur drei Morphium-Tabletten bringt Weil sie gedacht hat Morphin-Free Mhm Und dann fragt ihr Was hast du mit den anderen gemacht Naja die habe ich das Klo runtergespült Und sie haben Sie haben sie teilweise Sie hatten wenig Wenig Crew am Set Wenn sie mit ihr gedreht haben Und sie haben Sie so weit es ging In dem Glauben gelassen Dass Roy sich tatsächlich Nicht bewegen kann Dass der tatsächlich Ans Bett gefesselt ist Um ihr Um ihr diesen Rahmen zu geben Dass das glaubwürdig ist Dass sie das glaubwürdig spielen kann Dass sie Ja Dass er von ihr abhängig ist Und das hat wirklich Offensichtlich gut funktioniert Schön Ja weil sie ist wirklich
Johannes Franke: Wahnsinnig authentisch Das ist fast gar nicht Zu toppen Wie authentisch die ist Also
Florian Bayer: Ja
Johannes Franke: Ich weiß nicht Ich glaube sie haben nicht So wahnsinnig viel Schauspieltraining mit ihr Durchgemacht Ich glaube das hätte sie Eher blockiert Ich glaube sie haben sie Einfach machen lassen Und das ist super Das hat super funktioniert Auch wenn ich sie oft Nicht verstehe Ja
Florian Bayer: Das gehört aber auch dazu Sie ist halt auch Ein kindrumänischer Einwanderer Also was sie spielt Die Rolle die sie spielt Kann nicht gut Englisch Und kann nicht gut reden Ja ja Und lispelt Und nuschelt sich was zurecht Und versteht auch teilweise Nur die Hälfte Wenn du nach einem roten Faden suchst Für mich ist der rote Faden Ganz klar die Beziehung Zwischen Roy und Alexandria Ja Und das wird auch In dieser Geschichte Wieder gespiegelt Dass Roy ist lebensmüde Und Roy will sterben Und Roy hat eigentlich Keinen Kopf Für eine schöne Putzige Geschichte Und das ist ja Und dadurch ist das Das Spiel in der Geschichte Ist eigentlich permanent Dieses Spiel zwischen ihnen beiden Teilweise Zuerst Zuerst ist sie nur passiv Dann fängt sie irgendwann an Mit ihm zu kooperieren In der Geschichte Und irgendwann wird die Geschichte Auch zu einem Kampf Zwischen den beiden Ja und sie Steigt mit in die Geschichte ein Sie steigt mit in die Geschichte ein Das ist der Kampf Sie sagt jetzt Okay Es gibt diesen Moment Wenn die fünf Helden Gefangen genommen sind Und er sagt Es gibt keine Hoffnung Und alles ist verloren Und dann sagt sie Nein doch Wir müssen da raus Pass auf Ich bin's Deine Tochter Und dann kommt sie aus diesem Sack raus Der da stand Und dann ist sie in der Geschichte drin Und dann rettet sie ihn Ja
Johannes Franke: Und der wollte so verzweifelt sterben Auch in der Geschichte Ja Und sie kommt halt Nee Nee Das ist auch meine Geschichte Sagt sie
Florian Bayer: Verbalisiert sie ja auch Genau Das ist auch meine Geschichte Und es ist Es sind nicht nur diese Szene Das ist schon ganz am Anfang Wir haben diese fünf Helden Die unterwegs sind Und der Dieb Der zuerst als ihr Vater Inszeniert wird Mhm Und dann sagt sie Mein Vater ist aber tot Und dann sagt er Okay Dann bin ich das jetzt Und dann schreibt Roy Sich selbst in die Geschichte Weil ihr Vater tot ist Mhm Und sie wollen eigentlich Er will seinen Bruder retten Und Parallel passiert Im Krankenhaus Dass Roy will Dass sie ihren Zeh Dass sie seinen Zeh anfasst Weil er wissen will Ob er noch was spürt im Bein Weil er hat irgendwie Angst Dass er nicht mehr laufen kann Und dann sagt sie Ich hab deinen Zeh angefasst Und er glaubt ihr nicht Und ist dann sauer auf sie Und deswegen macht er der Geschichte Ein schlechtes Ende Und deswegen lässt er den Bruder hängen Sie kommen dann Deswegen Das ist diese Szene Wo sie ihm den Zeh anfasst Und sagt Ja ich hab dein Zeh angefasst Und er ist total sauer Er hat nichts gespürt Du hast meinen Zeh nicht angefasst Du hast gelogen Okay ich erzähl dir die Geschichte jetzt weiter Sie kommen in den Palast des Bruders an Da hängt der Bruder Und dann sehen wir das Wie der Bruder quasi geopfert wurde Und blutend da hängt Und diese Parallelisierung von Realität Von ihrer Beziehung Und der Geschichte gibt's ständig Dass er auf sie reagiert Er ist wütend auf sie Und deswegen knallt er ja einfach mal So ein krass böses Ende Von dieser ersten Von diesem ersten Subplot da hin
Johannes Franke: Also es ist auch ganz toll gemacht Wie sie dann Bei dem ersten erzählen Fragt sie Warum? Weil der Weil der König Alexander Oder wer das war Der Kaiser Das Wasser ausschüttet Genau Und sie fragt Hä? Warum? Wenn er gerecht wäre Würde er jetzt jedem Ein kleines bisschen Wasser geben Und diese Die Transition von Geschichte Der Visualisierung der Geschichte Und ihr Das ist toll Weil Der Wachmann fragt ihr
Florian Bayer: Warum?
Johannes Franke: Genau Mit ihrer kindlichen Stimme Quasi Und das find ich schön Solche kleinen Dinge Macht er immer mal wieder Und das find ich wirklich Eine tolle Idee
Florian Bayer: Da gibt es auch diese Beerdigung von seinem Bruder Dann von Roy Von den Banditen in der Geschichte Und er sagt Oh und ich werde jetzt Odios vernichten Und alles Spanische Und dann schnitt zu ihr Wie sie sagt Ich dachte der wäre Spanisch Ähm nein Er ist französisch Und dann redet er kurz Mit französischem Akzent weiter Also es ist ständig auch Wenn er in seiner Geschichte Durcheinander kommt Was ihm halt auch passiert Einfach diese Tabletten hat Und weil er durcheinander ist Und kaputt ist Dann hinterfragt sie das auch Und er versucht die Geschichte Ad hoc anzupassen Und ich find diese Momente Sind total toll Und davon lebt Lebt halt auch diese Fantasy Geschichte Die Natürlich hat sie diese Opulenten Reize Und diese komplett chaotische Story Die keine richtige Story ist Ja Aber sie lebt davon Dass sie halt ständig hinterfragt wird Und dass ständig das Was zwischen ihr und ihm passiert In diese Geschichte mit eingeflochten wird Wenn er wütend auf sie ist Wird die Geschichte düster Wenn er verzweifelt ist Wird die Geschichte tragisch Und wenn sie keinen Bock mehr darauf hat Dann wird die Geschichte nochmal kurz heroisch Oder kriegst du gar nie ironische Note
Johannes Franke: Aber ich finde Dass all das All diese tollen Ideen Man auch so interinszenieren können Dass man Dass man eine fokussiertere Story hat Du meinst jetzt vor allem diese Fantasy Geschichte Ja Das ist das zentrale Element Also zu dem Rest kommen wir später Aber das Fantasy Element Das war für mich einfach Irgendwann anstrengend Weil ich nicht mehr wusste Was wie wo wer Ach das habt ihr jetzt geändert Okay
Florian Bayer: Das ist ja eine ganz banale Geschichte Fünf Helden sind unterwegs Um den bösen Gouverneur zu töten Treffen unterwegs auf eine Frau In die sich der Bandit verliebt Die Frau stellt sich als der Verlobte Des Gouverneurs heraus Und er will sie deswegen töten Aber dann heiraten sie Und dann schließlich beschließen sie Den Gouverneuren Zur Strecke zu bringen Und brechen bei ihm ein Und dann bricht das Chaos aus Und so eine simple Geschichte Mich dann noch zu verwirren Das musst du erstmal schaffen Ich glaube es ist zum Teil Wirklich der Tollpatschigkeit Der Narration von Thasem Singh verschuldet Ich glaube aber auch Dass es teilweise Konzept ist Oder zumindest passt es Passt es einfach zu dem Rahmen der Geschichte Es passt wie Arsch auf Eimer Dass sie Dass das eine Geschichte ist Die ein lebensmüder Typ im Krankenhaus Einen kleinen Mädchen erzählt Das ihn ständig unterbricht Und dass die Geschichte auch ständig ändert Und dass diese Geschichte ständig angepasst wird
Johannes Franke: Es kommt aber noch dazu Dass ja in den Fantasy Elementen So viel Symbolik Und so viel Hochtrabenes Intellektuelles Oh hier Hat der so viel Intellektuelles drin? Ja naja Also zumindest in den Bildern Versteckt er so viel So viel Wo du dich dann Fragen sollst Was bedeutet es Ich weiß nicht Ich hab den Film Muss ich dazu sagen Ich hab den Film mit Maya zusammen Oh hat Maya gelästert Maya saß die ganze Zeit neben mir Ist auf und ab gehüpft Und hat gesagt Interpretier mich Interpretier mich
Florian Bayer: Das ist nur weil Maya Die Duck Walker Kritik zu The Cell geguckt hat Da macht Duck Walker das Ja Maya hat zu viel Channel Awesome geguckt
Johannes Franke: Ja Und ich muss aber Maya an manchen Stellen einfach Recht geben Ich mag das Ich mag Kunst Ich mag wenn man Bilder sieht die man nicht komplett versteht Ich mag auch das Gefühl von Ich muss nicht alles erzählen Ja Aber Aber manchmal war es doch ein bisschen dolle
Florian Bayer: Ich fand tatsächlich Ben The Cell Gebe ich dir total recht Da hat er versucht einmal so Ich mach jetzt Psychoanalyse Guckt euch die Bilder an Hier ist das Trauma Hier ist das Bild Versteht das Versucht das zusammen zu bringen Ich finde er macht das überhaupt nicht in diesem Film Diese Bilder sprechen einfach für sich Und zwar in dem Sinne Dass sie Und das ist ja auch das Was ihm viel vorgeworfen wurde von der Kritik Dass sie einfach nur purer Eskapismus sind Dass sie einfach nur Auf die visuelle Kacke gehauen sind Ich hab da nicht große Intellektuelle Anspielungen gesehen Sondern einfach nur wunderschöne Bilder Wenn der Priester Der sie verrät Böse lacht Und dann gibt es den Schnitt Auf die Wüstenszene Wo sie liegen Aber das wird von dem Gesicht des Priesters Auf die Wüste geschnitten Die dann kurz noch dieses Antlitz hat Das ist ganz toll Ja aber das muss man nicht interpretieren Das ist keine Das ist keine groß symbolische Kunst Darum geht es auch nicht Und wenn Wenn die Tänzer dann bei der Hochzeit Da rumtanzen Und er vorher einmal Einmal gewedelt hat Und dann wedeln die Tänzer auch so Das ist einfach Ich finde da gibt es keine großen doppelten Böden Sondern das ist einfach Dem Film geht es da einfach um die schönen Bilder Naja Was es natürlich gibt Es gibt diese Anspielungen auf Reale Persönlichkeiten Also er hat Charles Darwin zum Beispiel dabei Was ganz süß ist Der den Affen namens Wallace hat Das soll Alfred Russell Wallace sein Der auch Evolutionsbiologe war Und der mit Darwin Sich viel ausgetauscht hat Und der eigentlich so der zweite große Evolutionsbiologin Neben Darwin war Und von der Geschichte So ein bisschen vergessen wurde
Johannes Franke: Okay
Florian Bayer: Aber auch weil er sich irgendwann Zum Spiritisten Und zum religiösen Menschen entwickelt hat Und
Johannes Franke: Oh okay
Florian Bayer: Dann von Darwin und den anderen Evolutionstheoretikern So ein bisschen verstoßen wurde Ja Dann gibt es den Sklaven Den nennt er Otter Das ist inspiriert von Otter Benger Einem Afrikaner Kurz gucken Woher der ursprünglich kam Der von einem Sklavenhändler Verkauft wurde An eine Für die Völkerschau von New York Im Jahr 1906 Und der später Traurige Bekanntheit Erreicht hat Weil er In New York Im Zoo Ausgestellt wurde Im Affenhaus Zusammen mit einem Orang-Utan Oh Gott Und im Käfig Okay Und dann irgendwann Gab es ganz große Proteste Von verschiedenen Bürgerbewegungen Bürgerrechtsbewegungen Und Er Durfte sich dann irgendwann Im Zoo frei bewegen Hat es aber auch Total kacke gefunden Und hat dann Hat dann wohl auch angefangen Sich mit Besuchern anzulegen Und war ziemlich aggressiv Und Ist dann schließlich Komplett raus Und war kurze Zeit Wieder zurück in Afrika Da hat er keinen Anschluss gefunden Und hat dann in Amerika Weitergearbeitet Zu den verschiedenen kleinen Jobs Irgendwie so eine Total traurige Geschichte Von einem modernen Sklaventum In Verbindung mit Rassismus Mit völkischem Denken Ja Aber auch diese Anspielungen Sind jetzt nicht besonders Intellektuell Sondern es ist so ganz klar Der Roy Der Geschichtenerzähler Nimmt halt Personen Die er irgendwie so im Kopf hat An die er sich erinnert Er hat offensichtlich mal Von Darwin gehört Er hat das nicht Er hat von diesem Ota Banger gehört Das war halt auch In der Zeit damals Also es war damals Einfach eine Berühmtheit Die man kannte Wenn man ein zweimal Zeitungen gelesen hat Okay Und er baut die in seine Geschichte Ein
Johannes Franke: Aufgeschrieben habe Aber das sind Das ist auch so eine Stelle Wo man wo man denkt Ja ja ja
Florian Bayer: Es muss nicht groß interpretiert werden Und zwar nicht in dem Sinne von Es ist so realist Sondern einfach Es ist ein Bild Ein spannendes Fantasy Bild Ich meine Da ist einfach der Punkt Den Priester mit Orangen Sie sagt zu ihm Ich habe heimlich den Priester mit Orangen beworfen Sagt die Prinzessin in der Geschichte Und das ist natürlich eine Anspielung auf das kleine Mädchen Weil das den Priester mit Orangen beworfen hat Und das Mädchen sagt dann auch direkt Ne das habe ich nicht gemacht Wie kommst du darauf Das stimmt doch gar nicht Es ist einfach niedlich Es wird diese Dieses Kindliche wird die ganze Zeit reingeflochten Und nein Ich sehe da keine Keine große Seht mich an Ich bin Intellektuelle Surreale Kunst Oder kryptische Kunst Sondern ich sehe da einfach nur Ich bin ein schönes Bild Und ich bin übrigens das Produkt Von einem lebensmüden Mann Der diese Geschichte erzählt Und einer kindlichen Vorstellung Und naja Hoppla Ungewollt Und die Der opulente Größenwahn Von Tarsem Singh Der wundervolle Bilder inszenieren will
Johannes Franke: Naja Also ich Ich habe das immer mal wieder gedacht Also Ich kann ja halt jetzt Außer diese Vögel da aus dem Mund Was Naja Relativ Ja Das ist nicht so krass Arzi-Farzi Aber Mir kommen Sind immer mal Diese Momente gekommen Ich habe immer mal gedacht Ach ja Ja Zu viel Zu viel I am art It means stuff
Florian Bayer: Ich bin Der Film schreit die ganze Zeit It means nothing Echt ja Okay Ja I am art But Eskapistische Kunst Halt Einfach Ästhetizismus Okay Es will vor allem gut aussehen Und es will visuell beeindrucken Tarsem Singh übrigens War Werbefilmer Ja ja ja Und war unterwegs in Europa Und hat dann Hat bewusst Jobs angenommen Die ihn nach Paris gebracht haben Und nach Rom Weil er hat gesagt Er will dieses Zeug Diese Bilder Ja Will er nicht im Studio drehen Sondern er will Bilder vor Ort haben Und hat dann extra Die Darsteller aus dem Film besetzt Damit er die günstig Nach Europa kriegt Und das alles Für eine Szene Die 30 Sekunden dauert Es gibt diesen tollen Zeitraffer Sie sind unterwegs zu Odeos Und dann laufen sie Durch die Wüste Und durch den Dschungel Und dann laufen sie Am Eiffelturm vorbei Und am Kolosseum Und es ist Es ist so eine schöne Szene Und es ist so übertrieben Ja Und man kann sich das auch so Bildlich vorstellen Wie er da sitzt Und das erzählt Ja Und wie er einfach sagt Und dann kamen sie ja noch An einem großen Turm vorbei Und so nach und nach Irgendwie so Was ihm halt gerade einfällt Womit er das Kind beeindrucken könnte Ja Das stimmt Finde ich toll Ja
Johannes Franke: Ähm Die Darstellung des Das Schwarzen War mir teilweise Sehr knapp An Rassismus vorbei Ja Das fand ich irgendwie nicht so Ich hab kein richtig Konkretes Beispiel dafür Aber ich dachte die ganze Zeit Oh Jetzt wird's knapp
Florian Bayer: Ja Es gibt auf jeden Fall Es gibt auch dieses Exotistische Moment Wo sie die Eingeborenen zeigen Wenn der Ja
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Wenn der Mystiker Die Karte ist Und dann in diesem Ritual
Johannes Franke: Geopfert wird Wobei ich dieses Ritual Noch kindlicher Fantasie Natürlich Hingeben kann Und sagen kann Ja okay Ja Das ist Wahrscheinlich hätte ich als Kind Sowas auch im Kopf
Florian Bayer: Wohlwollend könnte man sagen Er kolportiert Vorstellungen der damaligen Zeit Ja Sklavenhandel Ja Und wie schwarz behandelt wurden Und Bös will ich vielleicht nicht Aber kritisch könnte man Definitiv anmerken Dass er Damit natürlich Klischees und Stereotype Reproduziert Genau Die eigentlich Überholt sind
Johannes Franke: Ja Also das war halt So ein bisschen Du meinst
Florian Bayer: Dass er so halb nackt rumläuft Zum Beispiel Ja und wie er sich gebärdet
Johannes Franke: Und er redet Wie redet er überhaupt Er redet ja gar nicht richtig Und er hat irgendwie so Kommunikationsform Die einfach Wo du denkst Ist das jetzt Der Wilde Aus dem Weiß ich nicht Was soll das Ja
Florian Bayer: Eine relativ kleine Rolle Genau Und er ist der Wilde Und Er ist nicht sehr zentral Ja Kann ich verstehen
Johannes Franke: Naja Es gab sozusagen Immer mal wieder so Dinge die mich da Ein bisschen rausgezogen haben Wo ich zu viel Angefangen habe Nachzudenken Was man ja bei einem Film Möglichst nicht möchte
Florian Bayer: Ja Gerade bei dem Film Der natürlich so ein Film ist Der eigentlich will Dass man sich dem Ganzen hingibt Genau Denke ich
Johannes Franke: Und dann kommen wir Zu dem Teil Der Realität Der mich auch Schwer gestört hat Ab einem bestimmten Punkt Es wird irgendwann Zu einem Jammerfilm
Florian Bayer: Jammerfilm Okay Erzähl
Johannes Franke: Der Mensch möchte sterben Ja Er möchte, dass sie ihm Ähm Morphium bringt Ist okay Gut Gute Gute Voraussetzung für den Film Und für eine Äh Für so Situationen Die Gerade mit einem Kind Keine offenen Konfliktsituationen sind Weil er versucht Sie da rein zu Tricken Problem für mich Irgendwann Ich will Nicht dauerhaft Einem Einer Figur zugucken Die eigentlich aufgegeben hat Ja Keine Lust als Zuschauer Ähm Jemanden zu Zusehen Der Der nichts will Also der will Er will Sterben Aber Das Ich will sterben Ist noch nicht mal So stark inszeniert Dass er wirklich Alles daran setzt Dass er sie immer wieder Dazu bringt Das zu holen Sondern diese Geschichte Wird dann übermächtig Ja Sodass ich diesem Strang des Seines Drängens Nach Sterben Dass der So klein gehalten wird Dass es mich einfach Irgendwann nervt Und ich denke Jetzt hör auf zu jammern Mann Du bist irgendwo runtergefallen Und dir hat mal eine Frau gesagt Ich will nicht mehr Was soll das Ja Also natürlich Wenn mir die Geschichte erzählen würde Wie das mit der Frau war Ja Und mir eine emotionale Bindung Zu der Frau geben würde Zu seiner Beziehung Zu der Frau Dann könnte ich verstehen Was bei ihm los ist Ja Dann könnte ich dem auch folgen Oder die Wichtigkeit Seines Jobs Er kann nicht mehr als Landmann arbeiten Wenn sein Bein nicht mehr Funktioniert Das ist scheiße Aber ich muss es erzählt bekommen Um an ihm dran zu sein Emotional dann Also wird mir nie So richtig Eine Möglichkeit gegeben Da anzudocken Und zu sagen Ach du scheiße Ich kann voll verstehen Dass der sterben will Und ich will mit ihm mitfiebern Schafft das Oder schafft das nicht Also ich muss ja nicht mal sagen Ich will, dass er sterben darf Sondern Ich muss wenigstens Emotionally invested sein Und das bin ich nicht
Florian Bayer: Für mich ist das emotionale Epizentrum Nicht seine Geschichte Sondern ganz klar ihre Geschichte Und das gibt es auch In einem ganz zentralen Moment Auch ein bisschen kryptisch erzählt Wirklich im Zentrum des Filmes Nachdem er zum ersten Mal Viele Tabletten genommen hat Und Moment ich muss einmal kurz schauen Genau Und zwar Er hat vermeintlich Viele Tabletten genommen Er wollte, dass sie von Seinem Zimmernachbarn Tabletten stiehlt Und es stellt sich dann heraus Dass das nur Zucker war Und er rastet total aus Und sie kriegt das ein bisschen mit Und ist total traurig Und Will dann für ihn Nochmal die richtigen Tabletten holen Und dann gibt es diesen Horror Moment Wo sie den Wo sie den Ritter sieht Den vermeintlichen Ritter Und das ist ja eigentlich nur der Mensch, der das Röntgengerät bedient Und dann greift sie zu dem Morphiumglas Und fällt dabei Und dann fällt sie auf den Kopf Und dann gibt es diese Traumsequenz Und wir erfahren zum ersten Mal So ein bisschen stärker Zusammen Auch mosaikhaft Was ihre Geschichte ist Und offensichtlich wurden sie in Rumänien Von Dieben überfallen Wo sie herkommen Und dabei ist ihr Vater gestorben Also man sieht irgendwie Das Haus hat gebrannt Es sind Diebe Sie ruft auch Papa, they steal our horse Und offensichtlich War ein Pferd damals Verdammt viel wert Insbesondere da Wo sie gelebt haben Und man sieht Wie die wütenden Menschen Das Haus abbrennen Das ist so eine Mischung Aus Erinnerung Und Albtraum Und dann sehen wir ja auch Wie dieser Puppe Das Papier aus dem Kopf genommen wird Das offensichtlich sie ist Also sie Sie ist gefallen Und sie hat irgendwie Eine Vision Wie ihr das Gehirn rausgenommen wird Und für mich Ist das emotionale Epizentrum Zum einen Dass sie eine viel Tragischere Geschichte Erlebt hat als er Also du hast vollkommen recht Er ist ein Jammerer Und er Sein Todeswunsch Ist auch sehr merkwürdig Ausdekliniert Weil er Genau Er ist halt vom Pferd gefallen Er ist eventuell Querschnittsgelähmt Und hat seine Freundin verloren Aber das mit der Freundin verloren Ist halt auch wirklich Kein großer relevanter Plot Der spielt eher eine Rolle In der Geschichte Aber was für mich Emotional viel stärker ist Ist was mit dem Kind passiert Zum einen Was dieses Kind schon Für Scheiße erlebt hat In ihrem Leben Ja Und wie sie lebt Ich meine sie ist Sie ist halt Sie arbeitet Sie geht in keine Schule Sondern sie muss Auf der Orangenplantage arbeiten Ja Und zum Zweiten Wie für sie so eine Geschichte Eine Möglichkeit ist Rauszukommen Und eine eigene Welt Aufzubauen Und wie viel aber auch Durch seine Schuld In ihr kaputt gemacht wird In ihr Angst erzeugt wird Sie ist ein traumatisiertes Kind Und in dieser Geschichte Erlebt sie ja nochmal Fast sowas wie eine Traumatisierung Und ich fand das total stark Und ich finde am Schluss Wenn dann Wenn die letzte Version Der Geschichte kommt Wenn sie einbrechen Wird das besonders stark Dass man mit ihr mitfiebert Und dass man ihr wünscht Dass sie da irgendwie rauskommt Dass sie da irgendwie Einen Ausweg findet Ja
Johannes Franke: Das stimmt Absolut
Florian Bayer: Also ich Ich hab mich total Ich hab mich total von ihr Emotional mitreißen lassen Und gerade Und auch in so wenigen Momenten So kleine Momente Die in Kindern viel auslösen können Und das ist die Der letzte Teil der Geschichte Wenn sie in den Palast einbrechen Und er dann anfängt Er ist betrunken Und er ist sauer Dass das nicht geklappt hat Mit dem Mit dem Selbstmord Und er ist betrunken Und er erzählt ihr Dass die Story nur ein Trick war Und sie will unbedingt die Geschichte Und er sagt Aber die hat kein HBN Aber sie will trotzdem die Geschichte Und dann fängt er an zu erzählen Wie sie da rein stürmen Und dann fängt er an Alle umzubringen Und ich leide da so mit ihr Ja absolut Und sie gehen zusammen In diesen Palast Und einer nach dem anderen Wird umgebracht Und sie sagt Nein du kannst doch nicht Den auch noch umbringen Was machst du da Warum lässt du alle sterben Und er sagt Alle müssen sterben Und sie sagt Ich mag die Geschichte nicht mehr Und es hat mich emotional Total berührt Und bewegt Und ich fand es richtig krass Wie das Kind verletzt wird In der Geschichte Und wie das Kind Gleichzeitig dagegen aufbegehrt Und ja es war einfach Für mich war das Ein totaler emotionaler Anker Und der ist natürlich In diesem Moment am krassesten Aber den hatte ich auch vorher schon Ich fand ihre Geschichte Wie wir so nach und nach erfahren Was sie erlebt hat Wie sie lebt Das hat mich die ganze Zeit gehalten Ich bin einfach bei ihr Ich bin nicht bei ihm Ich finde Ich gebe dir vollkommen recht Dass er rumjammert Und dass seine Selbstmordabsichten Noch irgendwie merkwürdig sind Und Ja das Okay genau Stell dich nicht so an Ist eine blöde Aussage Aber irgendwie ist Ist er einfach nicht Der Typ an dem man sich Emotional festhält Aber dafür ist sie das Umso mehr Und das kulminiert In diesem letzten Moment Wenn sie wirklich Gegeneinander kämpfen Und sie sagt Nein du kannst doch nicht Alle umbringen Und er bringt sich trotzdem Alle um Das ist wirklich Ein tragischer Moment Der mich total fesselt
Johannes Franke: Das stimmt Also ich muss Vollkommen Bin da vollkommen bei dir Wenn es um diese Szene geht Und ich bin voll bei ihr Sie hat mich auch Den ganzen Film Von Anfang an Hat mich dieses Kind Auf jeden Fall Auf ihrer Seite Ja Total Ich leide auch voll Mit ihr mit Wenn der Typ Alle nach und nach Umbringt Aber er Er ist zu präsent Und so wichtig Für den Film Als dass ich ignorieren könnte Wie schlimm er da In der Gegend rumjammert Ja Also ich Wie du sagst Stell dich nicht so an Ist keine Aussage Die man machen sollte Depressionen Oder was auch immer Sind ein ernsthaftes Und wichtiges Thema Und ein Problem Dass man nicht Wegwischen kann Aber erzählt Der Film erzählt das nicht Der Film erzählt Diese Geschichte nicht Ja Und das ist Das Das wird dem also Nicht gerecht Also kann ich ihm auch nicht Kann ich da auch nicht andocken Und dann denke ich die ganze Zeit Ja Ne
Florian Bayer: Bin ich ganz bei dir Ich brauche seine Geschichte nicht Ich muss an seine Geschichte Nicht andocken können Weil ich an ihre Geschichte Genug andocken kann Und vor allem an dieses An dieses Gefühl Als Kind Eine Vorstellung davon zu haben Wie Geschichten funktionieren Ja Wie Fantasie funktioniert Und das auch erfüllt Das erfüllt Die Erfüllung davon zu wollen Ja Und dann Was für eine Irritation Das auslöst Wenn das nicht erfüllt wird Und was für eine Irritation Das auslöst Wenn man plötzlich mit einer Erwachsenenwelt konfrontiert ist Und mit erwachsenen Ängsten Und mit erwachsenen Problemen Weil Er ist natürlich Also Es ist eigentlich total düster Was da ja auch erzählt wird Er nutzt sie total aus Ja Er erzählt diese Geschichte Weil er Er trickst sie eigentlich nur aus Weil er unbedingt die Tabletten haben will Und wenn das nicht klappt Was er vorhat Dann wird der nochmal richtig arschig Und macht ihr wirklich Albtraumhafte Geschichten Ja Und sie ist da drin Und sie kämpft dagegen Und will da raus Und ja Das hat mich einfach bewegt
Johannes Franke: Ja ja Also bewegt hat es mich am Ende Ja wie gesagt eben auch Ähm Ja Mir war das dann Insgesamt einfach wirklich Zu konfus Was Was in dem In der erzählten Geschichte passiert Und was im Film an sich passiert Ist ja auch relativ konfus erzählt Und der Typ hat mich einfach Irgendwann zu sehr genervt Dass ich da wirklich
Florian Bayer: Ich finde der Typ wird halt Der Protagonist wird halt eigentlich Erst stark Dadurch dass er mit dem Kind interagiert Es ist die Paarung Die Also das Kind ist der Das emotionale Epizentrum des Films Und der Typ gewinnt einfach In der Paarung mit ihr Also Erwachsene Kindkonstellation Da gibt es ja auch
Johannes Franke: In der Filmgeschichte Ein paar schöne Beispiele Ja Also als hätten wir es verabredet
Florian Bayer: Haben wir vielleicht auch da
Johannes Franke: Eine Bestenliste
Florian Bayer: Haben wir Haben wir Haben wir Oh mein Gott
Johannes Franke: Wie heißt denn die Bestenliste
Florian Bayer: Die Bestenliste heißt Ganz ganz ganz ganz klassisch Ich muss kurz einmal scrollen Unsere Bestenliste ist heute Erwachsenen-Kind-Duos Müssen nicht unbedingt Eltern und Kind sein Können natürlich Eltern und Kind sein Ich habe versucht tatsächlich auf Eltern-Kind-Konstellation zu verzichten Vor allem weil wir auch schon Top-Mütter hatten Ich hatte übrigens bei Kommando kurz überlegt Ob ich eine Top-Väter-Liste mache Was Wäre auch ganz interessant gewesen So als Kontrast zur Top-Mütter-Liste Aber genau Wir haben eine Eltern-Kind-Konstellation In jeder Vorstellbaren Variante Und
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Ja Du musst loslegen Ich habe vorhin losgelegt
Johannes Franke: Stimmt Ich muss loslegen Auf Platz 3 Obwohl der Film eigentlich immer auf Platz 1 landen muss Aber in diesem Fall In dem Gespann Ist es Auf Platz 3 Und zwar Jojo Rabbit Darüber haben wir ja schon mal gesprochen Ich finde Adolf und das Kind Ist ein super Gespann
Florian Bayer: Ja sind sie auf jeden Fall Wenn ihr mehr zu Jojo Rabbit hören wollt Unsere erste Episode überhaupt Ja Da reden wir sehr lange Stimmt Nicht so lange wie jetzt Wie wir im Moment über Filme reden Nein Aber 45 Minuten Bestimmt Reden wir über Jojo Rabbit Ja Und über die Rolle von Hitler in dem Film Und wie Hitler mit dem Film interagiert
Johannes Franke: Ganz tolles Gespann Welcher wo ist Okay Und ich spekuliere jetzt mal darauf Welchen Film du glaubst Dass ich auf Platz 1 habe Und sage erstmal den Platz 2 The Kid
Florian Bayer: Das ist mein Platz 3 Verdammt Den hätte ich dir auf der 1 gesetzt Also hätte ich gedacht Dass du den auf der 1 setzt Okay Aber ja The Kid Ja ich hätte ihn wahrscheinlich Auf die Platz 1 Also ich hab Es ist ein Tie einfach Eins sind zwei Okay Oder bin ich gespannt Was dein Platz 1 ist Dann ist das auf jeden Fall Was ich gerade nicht auf dem Schirm habe
Johannes Franke: Ne das ist vor allem etwas Was nicht in meinen typischen Chaplin Buster Keaton Debbie Reynolds Ding fällt Ja Platz 2 Dein Platz 2
Florian Bayer: Mein Platz 3 The Kid The Kid
Johannes Franke: Ein unglaublicher Film 1921 Ne nicht 21
Florian Bayer: Doch 21
Johannes Franke: Ja 1921 Wow Ach was ich alles im Hinterstübchen noch weiß
Florian Bayer: Gerade mal Originalfassung 67 Minuten Neufassung von 1971 Gerade mal 53 Minuten
Johannes Franke: Es ist ein unglaublich toller Film
Florian Bayer: Jede einzelne Sekunde wert Ja Fantastisch Für mich Chaplin Ja Peak Chaplin
Johannes Franke: Peak Chaplin Ja vielleicht Der ist wirklich Guckt ihn euch an The Kid Wir sagen nicht zu viel dazu Er hat einfach ein Kind adoptiert Und diese Beziehung zwischen dem Kind und ihm Wird einfach dargestellt einmal Und einfach großartig
Florian Bayer: Klassischer Tramp Film Das könnte man auch dazu sagen Stumm Film Chaplin ist Tramp Ja Und wird wunderbar ergänzt durch dieses Kind
Johannes Franke: Das Kind was wirklich toll ist Mit dem er Das Das Kind musste an einer Stelle weinen Oh Im Film Also sollte weinen Ja So weil es weggefangen wird Von Also von Authorities weggezogen werden soll Von ihm Und das Kind soll weinen Und es weint und weint nicht Es kann nicht Es kriegt es nicht hin am Set Und Sie haben es zum Weinen gebracht Indem sie gesagt haben Wenn du jetzt nicht weinst Kannst du nicht weiter drehen
Florian Bayer: Fuck
Johannes Franke: Das würde heute glaube ich So nicht mehr passieren
Florian Bayer: Okay Dein Platz 2 Genau Dann wäre das jetzt mein Platz 2 Fahrraddiebe Aus dem Jahr 1948 Von Vittorio Des Zika Ein Klassiker Des italienischen Neorealismus Du guckst mich total fragend an Ja Und ich kann nur sagen Schau dir diesen Film an Es ist großartig Aha Es ist ein Film Der sich ganz stark mit Armut beschäftigt Oh Und mit Ja Ein sozialistischer Film zu sagen Ist vielleicht ein bisschen viel Aber er beschäftigt sich mit Mit der Arbeiterschaft Mit dem Proletariat Und vor allem mit den Tagelöhnern in Rom Es geht darum Dass ein Oh ich habe ja doch Eine Eltern-Kind-Konstellation drin Antonio Der Protagonist Der erwachsene Protagonist Arbeitet als Tagelöhner Als Und kriegt einen Job Als Plakatkleber Und braucht dafür Ja sein Fahrrad Und sein Fahrrad Wird ihm gestohlen Und dann Ist er mit seinem Sohn In Rom unterwegs Um die Fahrraddiebe zu schnappen Um das Fahrrad zurück zu kriegen Und ich will jetzt auch nicht spoilern Was passiert Also es ist Ein sehr trauriger Film Sehr bewegender Film Und es ist toll Wie Der Vater Wie der Sohn auf seinen Vater blickt Und wie der Vater auf seinen Sohn blickt Weil das wird nach und nach erzählt Während sie unterwegs sind In der verzweifelten Suche nach dem Fahrrad Das ihre Lebensgrundlage ist Es geht einfach mal ums Überleben Toller Film Ja Also wenn Wenn man Wenn man den ultimativen Neorealistischen Film sehen will Aus dieser Zeit Dann muss man diesen Film sehen
Johannes Franke: Okay
Florian Bayer: Auch hochgelobter Klassiker Also ich glaube Wenn du Neorealismus Und in Italien googelst Kommt das als allererstes Okay Sehr bewegender Film Sehr spannender Film Und Nach wie vor politisch auch brisanter Film Cool
Johannes Franke: Ähm Mein Platz 1 Dein Platz 1 The Kid Nein Leon der Profi Oh
Florian Bayer: Ja Gute Wahl Ja schön Warum hast du daran nicht gedacht Den hatte ich Also Zum einen hätte ich den nicht als Johannes Film auf dem Schirm zwingt Ich weiß dass du den Film magst Weil wir haben uns schon über den Film unterhalten Vielleicht haben wir ihn sogar schon zusammen geguckt Kann auch sein Ja Aber es ist jetzt einfach kein klassischer Johannes Film Also ich würde Wenn ich Wenn ich sage Welcher Film ist eher Johannes Ähm Leon der Profi Oder The Kid Dann würde ich sagen The Kid
Johannes Franke: Ja Ist richtig Aber Leon der Profi hat eine Kraft Die also Die einfach Ja Unglaublich Mit einer ganz jungen Natalie Portman Die so So viel Energie versprüht in diesem Film Und so So eine Spiellust Und so eine Ah Und er macht das so großartig
Florian Bayer: Jean Reno
Johannes Franke: Jean Reno Genau Nimmt das so auf Und Und Und Ah Dieses Gespann Und diese Gegensätze Die sich da aufeinandertreffen Und sie sind so eine Brutale Zusammenraufen Und das Irgendwie Ein tödliches Duo Ja ja Sehr tödlich Krass Wirklich toller Film
Florian Bayer: Ja
Johannes Franke: Leon der Profi Wirklich krass
Florian Bayer: Anfang 90er Ne Muss ich googeln
Johannes Franke: Äh
Florian Bayer: Hab ich nicht im Kopf 1994 Okay Und ist ein Amerikanischer Film Aber von Luc Besson Ne Der Viele gute Filme gedreht hat Dann mal dein Platz 1 Mein Platz 1 ist Ich bin schon wieder in Italien Cinema Paradiso Aus dem Jahr 1988 Du nix Ich hoffe du kennst den Film Nein du kennst den nicht Ah schade Das ist auch Das ist ein Johannes Film Okay Es wird erzählt von dem äh Filmregisseur Salvatore Mhm Der sich an seine Kindheit In einem kleinen Fischerdorf In Italien erinnert Und Es geht darum Dass er Er fährt an den Ort seiner Kindheit zurück Und er erinnert sich Wie es als Kind war Und im Zentrum dieser Kindheit Steht seine Freundschaft Mit einem Filmvorführer Mit dem Filmvorführer Alfredo Und er darf als Kind Bei ihm arbeiten Weil der nicht mehr Nicht mehr sehen kann Okay Und darf die Filme vorführen Und bekommt durch ihn die Liebe zum Kino gezeigt Ah Und es ist eine Genau eine Erwachsenen-Kind-Kombi Die vor allem die Liebe zum Film Und die Liebe zum Kino Erzählt Okay Und es ist Der Film ist die schönste Liebeserklärung an das Kino Die man sich vorstellen kann Schön Ganz nostalgisch Ganz romantisch Teilweise vielleicht auch ein bisschen romantisiert Aber toll erzählt zwischen Gegenwart und Vergangenheit Und immer wieder mit der Liebe zum Film Und wie diese Liebe zum Film in einem Kind durch einen Erwachsenen geweckt wurde Großartiger Film 1988 kann ich nur empfehlen Schön Ja
Johannes Franke: Ja dann Kommt er auf die Liste Die Liste
Florian Bayer: Irgendwie habe ich das Gefühl Jede einzelne meiner Top 3 Filme Wird dir besser gefallen als The Fall
Johannes Franke: Ja ich glaube auch Was traurig ist Weil The Fall Um mal wieder zurück zu kommen War War schön anzusehen Und ich hatte das Gefühl Dass alle diese Ideen Ganz ganz wunderbar Hätten Passen können Und sich zusammenfügen können Wenn Wenn er nicht so ein paar Fehler gemacht hätte Die mich da immer wieder rausgerissen haben Wie eben Dass wirklich der Die Hauptfigur nichts Nichts will Und nicht ausreichend genug sterben will Um das voranzutreiben Irgendwie Weiß nicht Es gibt Um mal den Hintergrund Zu erzählen Warum Warum mir das jetzt gerade so Wahnsinnig wichtig ist Ich bin als Schauspieler Es gibt eine Technik Die heißt Chabak Von Ivana Chabak Ins Leben gerufen Wo so Hauptbedürfnisse Von Figuren Die man als Schauspieler spielt Nach vorne Gedrückt werden Dass du sozusagen Hauptsächlich darüber spielst Dass ein Hauptbedürfnis In deinem Leben Befriedigt wird Damit du Damit du eine klare Linie Spielen kannst Ein Film über Damit der Zuschauer Daran andocken kann An diesem Hauptbedürfnis Also du kannst verstehen Wenn jemand Nach Sicherheit sucht Im Leben zum Beispiel Kannst du als Zuschauer Super verstehen Du weißt sofort Aha okay Ja das kenne ich Und dann willst du da andocken Dann machst du es natürlich Alles komplexer Du spielst es komplexer Aber der Hintergrund Du hast ein Hauptbedürfnis An dem du dich Abarbeitest Wenn die Figur Kein Hauptbedürfnis hat Wofür soll ich denn andocken Und wenn das Hauptbedürfnis ist Ich will sterben Dann muss das aber auch Eine Rolle spielen
Florian Bayer: Ich glaube du hast dich An der falschen Figur festgehalten Du hast zu sehr versucht Dich am Erwachsenen festzuhalten Ja Ich mache dir keinen Vorwurf Ich bin ein bisschen enttäuscht Nicht wütend Enttäuscht Nur enttäuscht
Johannes Franke: Ja
Florian Bayer: Was ist denn dein Fazit Für mich Eine der schönsten Liebeserklärungen An die kindliche Fantasie Und an die Möglichkeit Geschichten zu erzählen Und Geschichten zu variieren Das visuell atemberaubende Alles zur Seite gekehrt Auch einfach Eine tolle Auseinandersetzung damit Was passiert Wenn erwachsene und kindliche Bedürfnisse Aufeinandertreffen Und Die Auch die Stärke erzählt Die Kinder haben Wenn sie ihre Bedürfnisse Durchsetzen wollen Im Fantastischen Ja Eine tolle Fantasterei Ein bisschen gesponnen Ein bisschen Konvolutet Auf jeden Fall Gebe ich dir vollkommen recht Aber in seinen emotionalen Momenten In den wichtigen emotionalen Momenten So stark Dass das alles vergessen ist Und zwar die emotionalen Momente des Kindes Ja Ja Und Visuell beeindruckend genug Dass man über sehr viele Kleinere Storyputzer hinwegseht Plus Die Storyputzer passen auch einfach Zu der Art der Geschichte Ein Fünfjähriger Oder eine Fünfjährige Kann keine Klar stringente Geschichte erzählen Aber ausgerechnet Realistisch erzählen zu wollen Dass ein Kind das halt nicht kann Da ist nichts realistisch Und alles andere ist unrealistisch Ja Es passt einfach Der einzige Treffer von Tarsem Singh Er hat ja sonst nichts gemacht Das zählt halt noch Und irgendwie so ein paar Auftragsarbeiten Und viel Werbung Aber hier hat er in Volltreffer gelandet Und wir werden von dem nichts mehr sehen Was Diese Qualität hat Und es ist schade Dass dieser Film vergessen wurde Weil ich glaube Dieser Film hat eigentlich Das Zeug zum Klassiker Auch wenn viele, viele Leute Was weiß ich Anderer Meinung sind Schaut ihn euch an Macht euch selbst Bildet euch selbst ein Urteil
Johannes Franke: Danke, Flo Dass du mir diesen Film gezeigt hast
Florian Bayer: Danke, Johannes Dass du Dass du ihn geschaut hast Nein, wir brauchen Wir brauchen mehr Kontroversen Das Tolle bei Siskel und Ibert Ist ja, dass ich ständig Unterschiedlicher Meinung sind Und sich dabei gegenseitig beleidigen Wir sind eigentlich viel zu nett Zueinander zu unseren Filmen Wen meinst du Siskel und Ibert? Ja Was ist das? Das müssen wir rausschneiden Was? Das ist eine große Wissenslücke Roger Ibert und Gene Siskel Die Filmkritiker Amerikas Der 60er, 70er, 80er, 90er, 2000er Okay Und die haben zusammen Oh, du musst Okay Google auf YouTube
Johannes Franke: Siskel und Ibert At the Movies Können wir einfach Das literarische Quartett Als Variante nehmen Deutsche Variante Ja, genau
Florian Bayer: Weil, also Aber Siskel und Ibert Ist geil Also guckst dir an Das sind 5 Minüter Wo sie sich über Filme streiten 5 Minüter? Wir reden eine Stunde und eine Dreiviertel Fürs amerikanische Fernsehen aktuelle Filme Und sie hatten dann immer so 10 Filme pro Sendung Und jeder hat Aber jeder hat auch so 5 ausgesucht Und sie waren oft unterschiedlicher Meinung Und das Geile ist Also sie sind Sie sind so die geachtetsten Kritiker In Amerika Ihr Wort ist Gold Okay Aber Sie haben ganz oft auch daneben gehauen Und auch so zukünftige Klassiker Total falsch eingeschätzt Ah geil Und dann sowas gesagt wie Taxi Driver ist totaler Müll Fiktives Beispiel Okay Taxi Driver waren sie sich wahrscheinlich einig Aber es gibt so einige Filme Wo sie echt drüber herziehen Und so im Nachhinein haben die sich Als total Klassiker entpuppt
Johannes Franke: Okay Spannend Na gut Wir müssen also öfter daneben liegen Ja
Florian Bayer: Das ist die Konklusion dieser Folge Okay Bleibt dran Wenn ihr wissen wollt Wie es nächste Woche weitergeht Oh ich bin schon gespannt Ich freu mich drauf
Johannes Franke: So Plur Wir müssen ja noch fürs nächste Mal besprechen Ja Müssen wir ja Oh Gott Nach dem Gespräch kann ich gar nicht mehr denken Also Was heißt du denn für mich
Florian Bayer: Ich kann leider keinen sächsischen Akzept machen Was haben wir denn Ich habe für dich einen Film aus den 70ern wieder Ich mache hier gerade meine 70er Liste Und zwar Okay verstehe Und einen Film den ich auf meiner noch zu sehen Liste habe Das heißt einen Film den ich selbst auch noch nicht gesehen habe Oh okay Der aber zum einen als Klassiker des Historienfilms gilt Und zum anderen von einem Regisseur ist Den ich sehr schätze Sowohl für seine visuelle Stärke Als auch für seine narrative Stärke 1900 von Bernardo Bertolucci Aus dem Jahr 1976 Der berühmte 1900 Ja ja Okay Novogento ist tatsächlich nicht so ein berühmter Film Ist auch ein bisschen in Vergessenheit geraten Eine Zeit lang Und hat jetzt Ein Vor einigen Jahren Ein neues Release gekriegt Als Blu-ray Oder DVD Im Directors Cut Aha Hätten wir jetzt eine Kamera Würde ich das Ding in die Kamera halten Das ist nämlich eine wirklich total schöne Edition Die ich jedem Philippaba ans Herz legen kann Auch wenn ich noch nicht weiß wie der Film selbst ist Es ist einfach eine wunderschöne DVD-Box von Koch Media Soweit ich weiß Okay dann werde ich mir
Johannes Franke: Dann werden wir nächste Woche einfach über die Box reden Weil der Film war nicht so doll Den hast du auch noch nicht gesehen Ich kenne diesen Film nicht Nein Okay Was hast du denn für mich? Ich habe für dich Einen Film den du wahrscheinlich von mir schon öfter mal gehört hast Weil das eigentlich der Film ist der Am meisten Einfluss in meiner Jugend auf mich hatte Und mein Stil und alles Und überhaupt mein ganzes Leben Hängt nur von diesem Film ab Benni und June Ah
Florian Bayer: Kennst du sicher oder? Diesen Film habe ich zum ersten Mal mit dir zusammen gesehen Vor zehn Jahren wahrscheinlich Oh wirklich? Ja Das heißt ich habe auch dich infiziert Du hattest damals auch mich infiziert Ach wie schön ist das denn Cool Aber es ist cool Ich habe ihn das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen Okay Zusammen mit dir Und ich bin sehr gespannt Cool
Johannes Franke: Was der Rewatch sagt Sehr schön Ach wie cool Ja dann Ich freue mich sehr auf nächste Woche Vielen Dank für diese Woche Ich freue mich auch Vielen Dank für die Episode Und bis nächste Woche Ciao Bis dann Ciao Bis dann Bis dann Bis dann Bis dann Bis dann Bis dann Bis dann Bis dann
